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Filmreview: “The Holding” (2011)

 

Cassie bewirtschaftet zusammen mit ihren Töchtern Hanna und Amy einen kleinen Bauernhof, dessen Erträge das Lebenseinkommen sichern soll.

Doch leider laufen die Geschäfte mehr schlecht als recht, sodass die Raten und Kredite alsbald nicht mehr abgezahlt werden können.

Als die junge Mutter plötzlich mit der Geburt eines Kälbchens vor unausweichlichen Problemen steht, erscheint der Fremde Aden, der ihr seine Hilfe anbietet und ihr dabei behilflich sein möchte, ihr Finanzproblem zu lösen. Anfänglich noch misstrauisch gegenüber dem Fremden, fasst Cassie schnell Vertrauen und Gefallen an Aden.

Doch irgendwas scheint dubios mit dem plötzlichen Auftauchen Aden´s – schnell wird klar was er wirklich möchte und wer er wirklich ist.

 

 

Derart Filme sind mir immer die Liebsten.

Filme, von denen man im Grunde nichts außergewöhnliches erwartet und die einen letztendlich dennoch positiv überraschen.

The Holding“ ist ein solcher Fall.

Dabei beginnt „The Holding“ recht unspektakulär, still und leise und dreht die Spannungsschraube von Minuten zu Minute fester an, um letztendlich gegen Filmende ein Suspense-Feuerwerk der Exraklasse zu entzünden.

Für einen kleinen Independentstreifen, der aufgrund beschränkter finanzieller Mittel weder mit prominenter Schauspielunterstützung, noch mit ausufernden Spezialeffekten punkten kann, ist das endgültige Resultat überaus sehenswert ausgefallen.

Der Filmfan sollte sich nicht vom unterirdisch-schlechten Filmcover der deutschen Blu-ray/DVD und dem hiesigen Vertriebslabel abschrecken lassen, denn Vertrieb dtp Entertainment” hat es diesmal wahrlich geschafft, endlich einmal einen guten Film zu releasen.

Das Grundgerüst der Story erinnert in seiner Struktur und Erzählweise stark an den Horrorklassiker „The Stepfather“ (die miserable Neuverfilmung lassen wir hier einmal außen vor), indem ebenfalls ein geistig umnebelter Hobby-Psychopath das Vertrauen gekränkter und verletzter Familien missbraucht, um diese dann auf grausame Art um die Ecke meucheln zu können.

Demnach dürften alle Fans des Klassikers an der vorliegenden Independent-Produktion gänzlich Gefallen finden.

Größter Pluspunkt in „The Holding“ ist definitiv die hervorragend getroffenen sympathische und charismatische Charakterauswahl, die deprimierende Ausgangssituation, sowie der gemächliche Erzählfluss der Geschichte, der den Protagonisten enorm Zeit lässt, sich emotional auf die Geschehnisse vorzubereiten und sich zu entwickeln.

Dabei macht gerade der charismatische Vincent Regan in der Rolle des Bösewichtes Aden eine überaus gute Figur. Zu Beginn noch sympathisch, menschlich und gutherzig, verändert sich sein Gemütszustand bis zum konsequenten Finale rapide. Dagegen völlig deplaziert in ihrer Rolle, Cassis jüngere Tochter Amy, die aufgrund ihrer fanatischen Bibelzuflucht eher in eine „Kinder des Zorns“-Verfilmung gepasst hätte, als in den  Horrorthriller “The Holding”.

Ebenso fällt auf, dass es Regisseurin Susan Jacobson nicht gelungen ist, diverse Ungereimtheiten der Story plausibel zu erläutern. Gerade gegen Ende hin, verliert sie scheinbar den Überblick über die Logiklöcher der Geschichte und kaschiert sie mit einem haarsträubenden Storytwist, der mir irgendwie sehr unpassend und aufgesetzt gewählt schien.

Genauere Erklärungsversuche (die man als normaldenkender Mensch nachvollziehen könnte) über Adens Beweggründe bleiben unbefriedigt erklärt – Schade.

Trotzdem, allen Filmfans, die auch mit blutarmer Thrillerkost leben können und die Wert auf eine klassische Erzählstruktur legen, dürften mit „The Holding“ gut beraten sein.

 

 

Fazit 7/10 Punkte

 

Routiniert gefilmtes „Stepfather“-Plagiat, das definitiv um Welten besser ist als übliche Thrillerkost.

Durchaus sehenswert!

Hellraiser80

 

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3 Antworten

  1. Pingback: Filmreview: “House at the End of the Street” (2012) « Horrorfilme, Filmreviews & News auf Filmcheck

  2. Lief der nicht auch auf dem FFF? Ich find es ja total schade das es dem Fest mittlerweilen so ziemlich an Exklusivität mangelt und die eigentlich zu 85% Direct-to-DVD Kram zeigen, der zwar nicht unbedingt schlecht, dafür aber bereits ein bis zwei Monate später veröffentlicht wird und man sich somit die 10 Euro Eintrittskarte sparen könnte…es sei denn es handelt sich dabei um einen sogenannten “Den hättest du mal auf der großen Leinwand sehen sollen!”-Film.

    7. Dezember 2011 um 13:46

    • flimmerstunde

      Richtig, der lief dieses Jahr auf dem FFF 2011.
      Sicher hast du recht, die Kuh muss letztendlich bis zum letzten Tropfen gemolken werden.
      Dennoch, wer warten kann ist oftmals klar im Vorteil. Oftmals ist es sogar so, dass diverse Produktionen, bereits mehr oder weniger erfolgreich im Ausland veröffentlich wurden, bevor sie dann letztendlich ihren Weg nach Deutschland und dem FFF finden.
      Für Puristen, die eher Filme im Kino geniessen wollen dennoch eine feine Angelegenheit. Mit reicht dann die Heimkinoauswertung ;-)

      7. Dezember 2011 um 19:18

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