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Filmreview: “A Lonely Place to Die” (2010)

 

Und wieder erreicht uns, leicht verspätet, ein weiterer sehr sehenswerter Wettbewerbsbeitrag des Fantasy Filmfestes 2011.

Hochspannung sei definitiv garantiert, versprochen!

 

Fünf Hobbybergsteiger wollen einen gemütlichen Klettertrip in den Schottischen Highlands unternehmen. Kaum in den Kurzurlaub gestartet, vernehmen die Freunde seltsame Hilferufe inmitten der Berge.

Als sie feststellen, dass die Stimme aus einem Luftrohr im Waldboden schallt und sie ein kleines Mädchen in einem unterirdischen Gefängnis vorfinden, ahnen sie nicht, dass ihnen ab nun an, ein hinterhältiges Killer-Duo zu Leibe rückt, das ihre „Beute“ zurückfordert.

Ein Kampf um Leben und Tod beginnt für die fünf Freunde.

 

Was sich hier wie der zigste Abklatsch von „King of the Hill (2007), Beim Sterben ist jeder der Erste“ (1972) oder High Lane“ (2009) liest entpuppt sich beim Anschauen als schwindelerregender Psychoschocker, der den Zuschauer selten Verschnaufpausen bietet. Schon die adrenalinverursachende Einführungssequenz von „A Lonely Place to Die“ lässt grob erahnen, in welche Richtung dieser Thriller den Zuschauer führen möchte. Dabei hätte Julian Gilbeys aktuelle Regiearbeit definitiv auch ohne die gesamte Killerschiene funktioniert. Die klaustrophobische und schweißtreibende Bergkulisse und ihre unerwarteten Gefahren hätte Potenzial für zig weiter abendfüllende Fortsetzungen gehabt und hätte allein gereicht 90 Minuten spannend zu unterhalten.

Ähnliches Phänomen hatte ich bereits bei dem Britischen Horrorthriller „The Descent“ aus dem Jahre 2005, der trotz klaustrophobischer Höhlenkletterei mit völlig überflüssigen Monstern im Höhleninneren aufwartet. Auch dort hätte die beängstigende Höhlenhatz und die Panikattacken der Protagonisten im engen Tunnelsystem der Höhlen völlig ausgereicht um den Film die gesamte Spielzeit tragen zu können – die Monster wirkten definitiv fehl am Platz.

Trotzdem, Gilbey macht dennoch mit seinem „A Lonely Place to Die“ fast alles richtig.

Ein Horrorfilm sollte spannend unterhalten, und das tut seine aktuelle Regiearbeit definitiv ausgiebig. Die Story ist unvorhersehbar, die Killer sind unmenschlich grausam skizziert und die 5 Freunde bei ihre Flucht recht erfinderisch – ihr Handeln stehts nachvollziehbar.

Leider kann der Thriller die Spannungsschraube nicht bis zum Ende hin konstant halten.

Einiges wirkt gerade gegen Ende nicht rein zufällig, zu arg konstruiert und unglaubwürdig.

Im Endfight, kann die Heldin mit ihrem Horrorklischeeartigen Handeln nicht wirklich überzeugen, weiss sich aber dennoch genrebedingt kreativ zur Wehr zu setzen.

A Lonely Place to Die“ ist trotz minimaler Kritik, ein überaus bemerkenswerter Genrefilm, der aufgrund seines unverbrauchten Settings noch Potenzial nach oben gehabt hätte.

Aufgrund der derzeitigen Masse an schlechter Genreproduktionen bietet „A Lonely Place to Die“ neben all den unerträglich dummen No-Buget Horrorstreifen endlich mal wieder erfrischende Abwechslung.

 

 

Fazit 7,5 / 10 Punkte

 

Filmliebhaber mit schwachen Nerven und einem leichtem Hang zur Akrophobie sei von diesem schwindelerregenden Horrorthriller dringend abgeraten. Für alle anderen Filmfans gilt:  zwingend empfehlenswert!

(Deutsche Fassung ist ungeschnitten)

 

Hellraiser80

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4 Antworten

  1. Pingback: Filmreview: “The Collection” (2012) « Horrorfilme, Filmreviews & News auf Filmcheck

  2. War wieder nur eine meiner eigenen ausufernden Interpretationen. Leider wird die ja durch den zweiten Teil und dessen Ende zunichte gemacht. Die Auflösung des Sequels war mir dann doch irgendwie zu sehr auf “Backwood” gemacht…

    3. Januar 2012 um 15:58

  3. Ich wünschte ich hätte deinen Blogoutput was mir aber die ständige “echte” Arbeit (noch dazu in der Nachtschicht) fast unmöglich macht. Die Kritik über die Monster in “The Descent” finde ich aber blöd! Letztendlich hatte der Film ja eine psychologische Doppeldeutigkeit, da man das Ganze auch als eine Art Horror im Kopf der Heldin betrachten könnte. Vielleicht war sie ja das eigentliche Monster welches unter dem Stress der Situation ausgebrochen ist.
    Und außerdem wäre ohne die “Monster” einer der wohl besten Schockmomente der Filmgeschichte verloren gegangen. Stichwort: Nachtsichtkamera….oops wer steht denn da hinter mir?

    3. Januar 2012 um 06:13

    • flimmerstunde

      Nein, natürlich ist “The Descent” (und sogar auch die Fortsetzung “The Descent 2″) kein schlechter Horrorfilm – ohne Frage.
      Ich bin nur der Meinung, dass der Film auch ohne die Monster bestens funktioniert hätte, ebenso wie “A Lonely Place to Die” ohne Killer, dafür mit mehr Bergen und Hängen.
      Was die Doppeldeutigkeit des Films betrifft, so bin ich mir da nicht so sicher, logisch wäre dein Ansatz sicher allemal – hat der Regisseur diese in einem Making of, oder einem Audiokommentar der DVD/Blu-ray angesprochen?
      Denn manchmal interpretieren Kritiker und Zuschauer in Filmen unendlich viel hinein, wobei die Filmemacher oftmals vollkommen andere Intensionen beim Drehen ihrer Filme hatten.

      3. Januar 2012 um 09:31

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