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Filmreview: “Underground – Tödliche Bestien” (2011)

 

Als eine innig befreundete Clique während einer Raveparty in einer Lagerhalle in eine Schlägerei mit einer aggressiven Straßengang gerät, flüchten die Freunde in ein merkwürdiges Tunnelsystem unter dem Gebäude.

Vermeintlich sicher vor ihren Peinigern, versuchen sie einen anderen Ausgang in dem komplexen Labyrinth zu finden. Doch scheinbar sind sie im „Underground“ nicht allein.

Einige grässlich entstellte Mutanten haben nur auf das Kommen der unwissenden Freunde gewartet.

 

 

Man nehme eine handvoll prallbrüstiger Mädels, schütte sie zusammen mit einer Scharr sexy Knaben in einen Topf und würze das ganze mit seltsam mutierten und menschenfleischgeilen Mutanten.

Fertig ist „Underground“, ein neuer Hochglanzschocker der in seiner Machart stark an den Franka Potente U-Bahn Horrorfilm „Creep“ aus dem Jahre 2004 erinnert.

Um es vorwegzunehmen, „Underground“ rockt, keine Frage, die Inszenierung ist hochwertig und freilich glattgebügelt.

Regisseur Rafael Eisenman weiss ganz genau, wie er Horrorfans zufrieden stellen muss.

Das Tunnel-Setting ist richtig stimmig, die MTV Videoclip-Ästhetik haut richtig rein.

Ab Filmende hin wird ordentlich geistfrei gesplattert – was will der Horrorfan denn mehr?

 

Licht!

 

Genau Licht, denn das ist Mangelware in diesem kleinen Independent-Schocker. Leider ganz zum Leidwesen des interessierten Zuschauers, denn der kann dem Geschehen, bis auf wenige Ausnahmen, nur geringfügig folgen, weil er in der schlecht ausgeleuchteten Umgebung einfach kaum etwas erkennen kann.

Mach aber nix, Laune kommt dennoch auf. Gerade dann wenn die abartig entstellten Mutanten zum fröhlichen Abendschmaus lospilgern kommt ordentlich Stimmung auf. Dabei muss ich gestehen, haben die Make-up Experten beim „Creep“-Design gehörige saubere Arbeit geleistet. Die Wesen schauen richtig schon fies aus und es macht einfach göttlich Spaß den Dingern beim Abmeucheln der handvoll dumm-dreister Teens, zuzuschauen.

Ganz besonderes Schmankerl die Szene, in der die Jugendlichen die Mutanten durch eine Glasscheibe in der Wand beim planschen und paddeln beobachten können.

Diese Szene allein ist so grotesk, weil sie handwerklich echt witzig umgesetzt ist und ganz geschickt mit den Erwartungen des Zuschauers spielt, dass man den wirklich einfältig-dummen Film, einfach mögen muss.

Leider macht Eisenman den Fehler und zeigt seine „Creeps“ leider viel zu zeitig. Der Spannungs- und Überraschungseffekt geht demnach leider schon nach nur wenigen Filmminuten flöten. Trotzdem, Eisenman findet auch hier ganz gekonnt den Bogen. Denn immer dann, wenn „Underground“ vermeintlich an seine dramaturgischen Grenzen stösst, dann streut er flink eine passgenaue Hetzjagd ein. Die Dinger kriechen aus der Wand und die Girls und Boys rennen, heulen und schreien. Zimperlich geht’s demnach nicht zu Sache, die Kreaturen haben ersichtlich kein Erbarmen vor ihren menschlichen Opfern und radieren die dumm-schönen Halbwüchsigen nach bekannten 10-Negerlein-Prinzip von der Mattscheibe.

Trotzdem, trotz krudem Gemetzel gegen Filmende dürfte die deutsche Version mit einer „Keine Jugendfreigabe“ – Kennzeichnung bedenkenlos ungeschnitten durch die Prüfinstanz gelangen, da bin ich mir ganz sicher.

Die Auflösung des ganzen Budenzaubers ist dann auch so haarsträubend naiv und absurd, dass auch hier Eisenmann in seine Trickkiste greift und die Logiklücken mit einigen recht schmackhaft servierten Splatterszenen versucht zu vertuschen – ihm sei es verziehen!

Was für ein derb-dummer Fetz.

Underground“ ist kein wirklich geistreicher und intelligenter Film.

Ganz im Gegenteil: dumm, trivial und unlogisch.

Aber scheiss drauf, er macht Spass und Laune und das ist doch die Hauptsache.

 

 

Fazit 6/10 Punkte

 

Creep“ und „The Descent“ nur ohne Story, dafür mit Monstern und Splatter satt. Hirn aus, TV-Bildschirmhelligkeitsregler auf Turbo dazu Chips und Bier. So lässt es sich leben.

(Kommende Veröffentlichung von Schröder Media Ende Februar – mit “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichung)

Hellraiser80

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