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Filmreview: “Apparition – Dunkle Erscheinung” (2012)


 
 
 

The Apparition – Dunkle Erscheinung – Story

 
 
 
Eine mysteriöse Geisterbeschwörung aus den 70er Jahren bewegt die vier Studenten „Ben“, „Greg“, „Patrick“ und „Lydia“ dazu, den seltsamen Fall erneut zu untersuchen und den ominösen Geist eines gewissen „Charles Reamer“ ein weiteres Mal mit Hilfe purer Gedankenkraft zu beschwören . Anders als 40 Jahre zuvor steht den Freunden ein reichhaltiges Equipment neumodischer Technik zur Verfügung, dass die Geisterjagd unbeschwert erleichtern und die eigene Konzentrationsfähigkeit um ein Vielfaches steigern soll. Doch das Experiment geht unweigerlich schief, denn nachdem die angehenden Nachwuchs-Geisterjäger die Seance begonnen haben, öffnet sich alsbald eine grausige Pforte und saugt die unschuldige „Lydia“ in eine unbekannte Parallelwelt.
 
Wenige Jahre später – „Ben“ hat den Verlust seiner Freundin „Lydia“ bereits unlängst verdrängt und die Hatz nach dem Paranormalen weit hinter sich gelassen. Er bezieht zusammen mit seiner neuen Freundin „Kelly“ ein hübsches Haus weit entfernt hektischen Großstadtlebens. Kaum angekommen häufen sich mysteriöse Erscheinungen für deren Vorkommnisse das junge Paar keinerlei Erklärungen findet. Nachdem eine bösartige Präsenz nach dem Leben der kleinen Familie trachtet, beschließt „Ben“ seinen Freund von einst  „Patrick“ zu kontaktieren, der die seltsamen Begebenheiten untersuchen soll …
 
 
 


 
 
 

The Apparition – Dunkle Erscheinung - Kritik

 
 
 
Mit „The Apparition“ melden sich, nach kurzer Verschnaufpause, die Macher hinter dem Genre-Studio „Dark Castle“ zurück, das sich bereits vor einigen Jahren für die perfekt durchgestylten Neuinterpretationen von „House on Haunted Hill“ und „13 Geister“  verantwortlich zeichnete. Seltsamerweise galt der neuste Ableger „The Apparition“ (der zudem fast ausschließlich in den deutschen Babelsberger Filmstudios realisiert wurde)  bereits seit zwei Jahren als abgedreht und wurde unlängst im Sommer diesen Jahres mit nur wenigen Kopien in die amerikanischen Lichtspielhäuser geschickt. Ein Schelm, wer da böses denkt. Dennoch, diesmal bewahrheitet sich der fade Beigeschmack, der oftmals Produktionen umgibt, deren Veröffentlichung unweigerlich lang auf sich warten lassen. Denn „The Apparition“ gehört zweifelsohne zu einem der schwächsten „Dark Castle“-Releases überhaupt.
 
Das mag vor allem daran liegen, dass das eigens von Regisseur Todd Lincoln verfasst Drehbuch von Anfang bis Ende teilweise vollkommen hirnrissig ist, denn bei seiner Geschichte klappert es an allen erdenklichen Ecken und Kanten. Eigentlich hätte aus „The Apparition“ wirklich was werden können, denn einige Facetten der Geschichte gestalten sich als recht innovativ. Denn anders, als der Zuschauer es wahrscheinlich beim Lesen der Inhaltsangabe vermuten würde, handelt es sich bei diesem übernatürlichen Thriller um keinen wirklichen Spuk- oder Geisterfilm im traditionellen Sinne. Vielmehr erzählt die Geschichte von einer finsteren Macht, die sich ihren Weg in eine „über“technisierten Gesellschaft „frisst“. Eine gewisse gesellschaftskritische Symbolhaftigkeit  weniger Szenen ist hierbei offensichtlich und nicht von der Hand zu weisen. Aufgrund diverser uninspirierter Spuk-Effekte verliert jedoch dieser, recht interessante Aspekt im Verlauf der Handlung vollkommen an Brisanz und Intensität. Statt sich den eigentlich interessanten Facetten seiner Geschichte zu widmen, pendelt Lincoln stattdessen planlos zwischen kommerziellen Haunted House-Klischees  und abgedroschenen Poltergeist-“Buh“-Effekten hin und her.  So wirklich homogen will seine Geschichte irgendwie nicht wirken.
 
Wie ahnungslos er teilweise zu sein scheint macht sich vor allem am unzureichend erklärten Subplot bemerkbar. Hier findet Ben unter dem Haus grotesken Schimmel und an der Küchenwand ein eigenartiges Gewächs, dass allerhand Unerklärliches birgt. Worin die Ursachen dieser Phänomene liegen und warum in Gegenwart der dunklen Präsenz Tier und Pflanzen sofort das Zeitliche segnen, nur die Charaktere der Geschichte nicht, wird angerissen, aber bleibt dennoch vollkommen ungeklärt. Dass sich bei der teilweise arg konventionellen Erzählweise vermutlich das Produktionsstudio eingemischt haben und  Todd Lincoln in seinem eigentlich künstlerisch-ansprechenden Handeln zwanghaft beeinflusst und eingeschränkt haben muss, lässt sich zwar nicht beweisen, vermutet aber.
 
Irgendwie scheint, die Idee hinter „The Apparition“ des öfteren gebremst und unfertig. Die wenigen Spannungsbogen, werden mit hanebüchenen Effekten zugeschüttet, die man so schon bis zum Erbrechen in anderen Filmen gesehen hat. Da kriecht „Ring“-ähnlich ein verkorkstes Grusel-Kind mit strähnigem Haar aus der Waschmaschine(!) und eine kuschelige Bettdecke bewegt sich wie von Geisterhand über das Hotelbett, um die unwissenden „Kelly“ beinahe im Schlaf zu ersticken. Einige optisch ansprechende Effekte, wie die mit der Bettdecke, gestalten sich recht ansehnlich machen dadurch aber Lincoln´s ersten abendfüllenden Spielfilm aber auch nicht besser. Immerhin gibt es auf technischer Ebene nichts zu bemängeln. „The Apparition“ schaut ungewöhnlich düster und stimmig aus. Die kontrastreichen Farben wissen die permanente Bedrohung zuversichtlich zu unterstreichen. Aber nun ja, so etwas erwartet man zumindest von einem Hochglanzhorrorfilm, wenn schon nicht das Drehbuch stimmt.
 
 
 
Mit „The Apparation“ erlebt der Zuschauer einen Spukfilm, der nichts Neues bietet. Ein wenige Hokuspokus hier, etwas Gepoltere da und fertig ist ein Grusel-Thriller von der Stange. Der Thriller aus dem Hause „Dark Castle“ gehört mit Sicherheit zu den bisher schwächsten Umsetzungen des Studios, kann „The Apparation“ doch nur selten überzeugen. Das mag vor allem an dem planlosen Plot liegen, der diverse Dinge anreist, diese aber irgendwie selten zu Ende spinnt. Immerhin schafft der Thriller rund 80 Minuten Kurzweil zu versprühen. Ein, zwei Szenen lassen zusammenschrecken und sitzen in ihrer Inszenierung handfest. Trotzdem, „The Apparition“ ist einer der Filme, die zwar technisch zu Deluxe-Klasse gehören, aber bei denen der Zuschauer nach dem Abspann vermehr das Gefühl nicht los werden möchte, soeben einen Film gesehen zu haben, der einem kostbare Lebenszeit geraubt hat.
 
Was bleibt ist ein handwerklich sicher gefilmter Thriller, mit unglaublich vielen Plotlöchern und einen unzureichend glaubhaften Story. Will man hoffen, dass das Studio „Dark Castle“ es das nächste Mal wieder schafft, an alte Glanzzeiten anknüpfen zu können.
 
 
 


 
 
 

The Apparition – Dunkle Erscheinung - Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unausgegorener Spukfilm der Luxusklasse, mit diversen Fehlern und einer wirren Inszenierung.

Da kann man getroste auf die Heimkino-Umsetzung warten.
 
 
 


 
 
 

The Apparition – Dunkle Erscheinung - Zensur

 
 
“The Apparition – Dunkle Erscheinung” ist ungeschnitten ab FSK16 freigegeben.
 
 
 


 
 
 

The Apparition – Dunkle Erscheinung - Trailer

 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
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4 Antworten

  1. Pingback: Filmreview: “The Ghostmaker” (2011) « Horrorfilme, Filmreviews & News auf Filmcheck

  2. Lydia wurde gleich am Anfang Opfer der unheilvollen Macht. Es war Kelly, die fast erstickt wurde. Das war doch auch ein Leintuch und keine Decke, oder?

    11. Dezember 2012 um 06:15

    • flimmerstunde

      Da hattest Du wohl recht – da hat sich ein kleines Fehlerteufelchen eingeschlichen. Vielen Dank für den kleinen Hinweis – wurde geändert ;-)
      Dennoch, ob Decke oder Leintuch spielt nun keine schwerwiegende Rolle. Wir wollen doch nicht kleinlich werden *grinz*

      11. Dezember 2012 um 09:50

  3. Wenn ich kleinlich wäre, dann würde ich prompt behaupten, dass es schwieriger ist, jemanden per luftdurchlässigem Leintuch zu ersticken als mit einer dicken Decke.. ;) Kleinlich braucht man bei Apparition ja aber nicht zu werden, da gibt es genug groben Blödsinn. Ich fühle Deinen Schmerz… :)

    11. Dezember 2012 um 10:06

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