Filmreview: “Black Rock” (2012)
Black Rock
Story
Sarah (Kate Bosworth), Lou (Lake Bell) und Abby (Katie Aselton) sind seit ihrer Kindheit ein eingeschworenes Team. Doch ein unverzeihlicher Vertrauensbruch hat die Freundschaft der drei Frauen erheblich in Mitleidenschaft gezogen und so haben sie sich sechs Jahre nicht mehr gesehen. Grund genug, sich während eines gemeinsamen Ausflugs auszusprechen und die Last der Vergangenheit hinter sich zu lassen. Ein Ort für die Versöhnung ist schnell gewählt: BLACK ROCK, eine verlassene Insel, die den dreien bereits in Kindertagen Zuflucht vor dem Alltag bot. Kaum angekommen, knüpfen sie schnell Bekanntschaft mit den Jägern Henry (Will Bouvier) Derek (Jay Paulson) und Alex (Anslem Richardson). Eine schicksalhafte Begegnung, denn unter Alkoholeinfluss begeht Abby einen schwerwiegenden Fehler, der für alle Beteiligten eine unerwartete Wendung nimmt …
Black Rock – Kritik
Zickenterror der unerträglichen Sorte. Man nehme drei hysterische Weiber, die miteinander so ihre Problemchen haben, verfrachte sie auf eine verlassene Insel, wo niemand das nervtötende Geschnatter ertragen muss und lässt sie gegen drei sich selbst überschätzende Proleten kämpfen, die in den drei aufgescheuchten Legehennen potenzielles Begattungsmaterial wittern. Fertig ist ein weiterer Überlebens-Thriller von der Stange, den uns Regisseurin KATIE ASELTON mit ihrem zweiten Langfilm BLACK ROCK nun schmackhaft machen möchte. Ein gemeiner Survival-Schocker ist immer für eine Sichtung gut, denkt sich der interessierte Filmfreund, wenn er sich an die ungemütliche Genialität von Streifen wie DELIVERANCE oder EDEN LAKE zurückerinnert. Wer jetzt jedoch meint, in BLACK ROCK einen ähnlich hochwertig umgesetzten und vor allem nervenzerfetzenden Hochspannungs-Thriller erleben zu dürfen, wird schnell eines Besseren belehrt werden.
Dass BLACK ROCK von einer Frau inszeniert wurde ist offensichtlich. Die drei Protagonistinnen sehen sich mit Problemen konfrontiert, die in ihrer lapidaren Unwichtigkeit vermutlich nur Frauen beschäftigen dürften. Da werden bereits zu Beginn unlängst vergessene Wunden aufgekratzt und sich gegenseitig Schuld zugewiesen. Oftmals erscheinen diese Konflikte nicht nur willkürlich; die Gespräche wirken zudem ersichtlich improvisiert, was nicht wirklich verwundert, wenn man liest, wer das Drehbuch zum Film beigesteuert hat. Schreiberling und Ehegatte MARK DUPLASS hat nicht nur die Grundlage für diesen Quark zusammengekritzelt. Er ist auch einer der Mitbegründer der MUMBLECORE-Bewegung, welche es sich zur Aufgabe gemacht habt, möglichst innovative Filme entstehen zu lassen, die kaum bis gar kein Budget für die Umsetzung benötigen. In den letzten 10 Jahren in den USA entstanden, hat sich die Kombination aus kreativer Do-it-yourself-Optik, talentierten Laiendarstellern und improvisierten Dialogen zu einem echten Publikumsliebling entwickelt, so dass das noch junge Genre mit dem Found-Footage-Reißer “V/H/S” sogar 2012 in den Bereich des Phantastischen Films Einzug hielt. Nun erlebt die MUMBLECORE-Ära mit BLACK ROCK einen weiteren Horror-Beitrag mit der Grundrezeptur, die den einigermaßen bewanderten Filmfan nur unzureichend zu unterhalten weiß.
Nach dem halbwegs stimmigen Beginn finden die Zickereien zwischen den Frauen ein frühes Ende. Sie geraten an ein ehemaliges Söldner-Trio, das bei ihren Einsätzen im besetzten Afghanistan nicht nur unehrenhaft entlassen wurde, sondern auch in den Wirren des Krieges psychisch erheblichen Schaden erlitten haben muss. Nachdem sich eine der Frauen erfolgreich gegen die Begattungskünste eines der Kameraden wehrt und ihn dabei tödlich verletzt, beginnt in den männlichen Anwesenden der Hass zu brodeln. Die beiden anderen Männer handeln im Affekt und versuchen den Tod des Freundes zu rächen. Eine haarsträubende Hetzjagd auf die verwirrten Frauen beginnt, deren Logik nur selten schlüssig wirkt. Hierbei wären vor allem die Intentionen der traumatisierten Veteranen zu nennen, die nur notdürftig in die löchrige Handlung sickern und auch nur selten glaubhaft in Erscheinung treten wollen. Während die Männer mit ihren Gewehren erbarmungslos auf alles schießen, was sich im Dickicht bewegt, versuchen sich die Opfer vor dem planlosen Kugelhagel in Sicherheit zu bringen. Doch anstatt taktisch klug der Situation Herr zu werden, werden einmal mehr alle Register klischeebehafteter Horrorware gezogen. Die Frauen handeln nicht nur gnadenlos dumm, sondern finden während ihres erbarmungslosen Überlebenskampfes immer noch genug Zeit, ihre kleinlichen Probleme ausreichend zu zerreden, um ihren inneren Seelenfrieden zu finden. Das nervt mit der Zeit nicht nur unsäglich, sondern bremst den ohnehin kaum vorhandenen Spannungsaufbau erheblich aus. Was Presse und Kritiker zur Welt-Premiere beim amerikanischen Sundance-Filmfestival gesehen haben müssen, um diesen Film ins Unermessliche zu lobpreisen, würde man als Zuschauer doch zu gern wissen. Es kann sich hierbei eindeutig nicht um den gleichen Beitrag gehandelt haben, denn der vorliegende BLACK ROCK ist von hochwertiger Kinounterhaltung erheblich weit entfernt.
Mit BLACK ROCK erleben wir ein leidlich spannendes Terror-Filmchen, in dem das Thema Terror nur bedingt zünden möchte. So wirklich abgrundtief hinterhältig und widerlich wie sich die Schurken in Filmen wie I SPIT ON YOUR GRAVE oder LAST HOUSE ON THE LEFT verhalten, sind die Bösewichte in BLACK ROCK nicht einmal ansatzweise. Und so möchten die mageren 80 Minuten partout nicht vergehen, was vor allem daran liegt, dass sich der Film einfach zieht wie Kaugummi. Wirklich gemeine Szenen oder Suspense sind hier eindeutig Mangelware. Da wird durch das Geäst geflitzt und panisch gewimmert. Anstatt sich einen funktionierenden Rache-Plan auszudenken, um den Kerlen den Garaus zumachen, quasseln die Hühner über unwesentliche Nichtigkeiten. Wirklich klug ist das Vorgehen aller Beteiligten hier natürlich nicht, so dass sich der vollkommen lapidare Rape-and-Revenge-Thriller BLACK ROCK rasch zu einem austauschbaren und x-beliebigen Horrorfilm entwickelt. Im Übrigen sollte Freunde der etwas handfesteren Unterhaltung flink einen großen Bogen um solcherlei Dutzendware schlagen, denn wirklich unangenehm, brutal oder blutig ist KATIE ASELTONS Drama-Thriller-Flick nicht einmal ansatzweise.
Black Rock – Fazit

Frauenpower, der dem Zuschauer schnell auf den Zünder gehen dürfte. Leidlich spannender Rache-Thriller, dem irgendwie nie wirklich der Spagat zwischen ernsthaften Drama, atemraubenden Thriller und verstörenden Horror gelingen mag.
Black Rock – Zensur
Der Film erscheint demnächst auf Blu-ray und DVD in Deutschland. Diese Fassung wird frei ab 16 Jahren sein. Die niedrige Altersfreigabe verwundert nicht, denn wirklich brutal ist BLACK ROCK nämlich nicht.
Black Rock – Trailer
Marcel Demuth / Hellraiser80
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Eden Lake (2008)
Deliverance – Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
Filmreview: “Home Sweet Home” (2013)
Home Sweet Home
Story
Frank und Sarah sind ein glückliches Paar. Nach einer durchzechten Partynacht zieht es die beiden zurück in die heimischen vier Wände, wo sie jedoch bald feststellen müssen, dass dort irgendetwas nicht zu stimmen scheint. Die Erklärung offenbart sich schnell. Ein Killer hat sich Zugang zur Wohnung verschafft und beginnt nun ein erbarmungsloses Spiel mit dem jungen Paar zu spielen. Jegliche Fluchtwege sind verbarrikadiert, ein Entkommen scheint unmöglich …
Home Sweet Home – Kritik
Horrorfilme aus Frankreich sind inzwischen häufig Garanten für deftigen Schlachthaus-Stil. Nach Beispielen wie HIGH TENSION, MARTYRS, INSIDE und FRONTIER(S) steht Gekröse aus dem benachbarten Ausland nach wie vor für astrein-derbes Splatter-Vergnügen, auch wenn der Erfolg solch “böser” Produktionen in den letzten Jahren merklich abnehmen musste. Auch Regisseur DAVID MORLET ist einer derer, der sich zu jener jungen Garde mutiger Filmemacher zählen darf, der es eindrucksvoll gelang, den unlängst vergessenen europäischen Horrorfilm zurück in die Lichtspielhäuser der Welt zu transferieren. Sein düsteres Weltuntergangszenario MUTANTS aus dem Jahre 2009 dürfte dem interessierten Horrorfilmfan noch merklich in Erinnerung sein und gehört zu einem der wenigen noch sehenswerten französischen Beiträge. Nun wandelt der Regieneuling auf internationalen Pfaden, was kaum verwundert, wenn man sich die steilen Karrieren seiner ebenso erfolgreichen Landsgenossen betrachtet. Ob ALEXANDRE AJA, XAVIER GENS oder PASCAL LAUGIER; für sie alle bot der moderne, französische Horrorfilm das Sprungbrett ins lukrative Hollywood, wo ihnen die Möglichkeit geboten wurde, ihr cineastisches Talent mittels hoch budgetierten Hochglanzstreifen breitem Publikum zugänglich zu machen.
HOME SWEET HOME von DAVID MORLET betritt die just besprochenen internationalen Pfade. Der Home-Invasion-Thriller ist sein englischsprachiger Einstand. Vom klassischen Heim-Terrorfilm Marke FUNNY GAMES (MICHAEL HANEKE), und KIDNAPPED (MIGUEL ANGEL VIVAS) inspiriert, verbrennt er hier ein durchaus beängstigendes Slasher-Feuerwerk, dass zwar bei Weitem nicht die brutale Intensität eines INSIDE (ALEXANDRE BUSTILLO, JULIEN MAURY) erreicht, aber doch für 80 Minuten schweißtreibende Schocker-Unterhaltung sorgt. Die Umschreibung “Schocker” kommt HOME SWEET HOME dabei ganz gelegen, denn nach all den ultra-brutalen Folterwerken der Vergangenheit holt Regisseur MORLET die traditionellen Zutaten des einst so berüchtigten Horrorkinos zurück auf die große Leinwand. Schreckhaften Gemütern sei mit dieser Kritik an Herz gelegt, dass HOME SWEET HOME in Bezug auf treffsichere Schocks ein ganz schön fieses Filmchen ist, das den Horrorfilmfreund nicht nur einmal ziemlich gemein zusammenzucken lässt. Auch wenn einige dieser Momente erheblich vorhersehbar erscheinen, verfehlen sie ihre Wirkung nur sehr selten. Anders als in klassischen Home-Invasion-Thrillern beginnt HOME SWEET HOME nicht damit, die potenziellen Opfer ausführlich zu charakterisieren. Die ersten 15 Minuten sind gänzlich dem identitätslosen Psychopathen gewidmet, der sich Zutritt zu einem ihm unbekannten Haus verschafft, die Räumlichkeiten studiert und mögliche Fluchtwege versperrt. Danach bereitet er sich auf sein Verbrechen vor, kleidet sich in seine “Arbeitsuniform” und versteckt sein Gesicht hinter einer perfiden Maskierung. Erst nachdem er seine Vorbereitungen getroffen und sich ein Versteck im Anwesen gesichert hat, werden die potenziellen Opfer eingeführt, die bald realisieren müssen, dass es kein Entkommen aus dem vermeintlich sicheren Heim gibt.
HOME SWEET HOME ist ein Paradebeispiel, wie finsterer, gemeiner Horror auszuschauen hat. Auch wenn die Geschichte im Grunde genommen kaum Neues zu bieten hat, durchlebt der Zuschauer zusammen mit den beiden Opfern ein wahres Martyrium, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Ungewöhnlicherweise hält sich MORLET gesittet mit dem Abhandeln obligatorischer Schauwerte zurück, was ein wenig verwundert, wenn man sich den Horror-Mainstream vor Augen führt, der aktuell erfolgreich über die internationalen Leinwände flimmert. Die Taten des unbekannten Killers werden zwar angedeutet, jedoch im Off zelebriert, so dass der Zuschauer oftmals nur das Ergebnis der kranken Handlungen zu Gesicht bekommt. Dem vorliegenden HOME SWEET HOME schadet diese Prämisse jedoch keineswegs, wirkt der Film gerade aufgrund seiner durchweg wortkargen und sachlich protokollierten Inszenierung erstaunlich hart und lässt natürlich gegen Ende noch soviel Lebenssaft fließen, dass zumindest der Gorehound zufriedengestellt werden kann. Leider trüben einige altbackene Klischees wie so oft den durchweg positiven Gesamteindruck. So mag man als Zuschauer schon wieder rein gar nicht verstehen wollen, warum der Handyempfang ausgerechnet in solchen Situationen wie diesen auszufallen beginnt und die Protagonisten teilweise vollkommen unüberlegt handeln. Zudem wirkt die letztendliche Auflösung des gesamten Spuks etwas arg reißerisch und ziemlich makaber, was aber dennoch kein Grund sein sollte, HOME SWEET HOME zu verschmähen.
DAVID MORLETS englischsprachiges Debüt ist erstaunlich kompromissloser Erwachsenen-Horror, der souverän inszeniert wurde und teilweise schon deutlich professioneller und polierter daherkommt, als sein Erstlingswerk MUTANTS. Der Genre-Freund darf sich überraschen lassen, was MORLET als nächstes aus dem Hut zaubern wird. Dass er ein sicheres Händchen in der Umsetzung spannender Schocker besitzt, beweist er mit HOME SWEET HOME eindrucksvoll. Der Film ist zwar kein Meisterwerk, hebt sich im Vergleich zu all den austauschbaren Filmchen der letzten Zeit aber allemal positiv ab.
Home Sweet Home – Fazit

Schockintensiver Home-Invasion-Thriller für nervenstarke Filmfreunde. DAVID MORLETS englischsprachiges Debüt ist ein ziemlich schmerzhafter Horrorfilm geworden, der den Verlgeich zu ähnlich gestrickter Terrorware nicht scheuen braucht.
Home Sweet Home – Zensur
Zwar sind die hier bebilderten Gewaltszenen durchaus hart anzuschauen. Dennoch schwenkt die Kamera wohlwollend in den entscheidenden Momenten weg, so dass dem Zuschauer allzu grausame Szenen erspart bleiben, was aber nicht zwangsläufig bedeuten muss, dass der Film dadurch weniger schroff wirkt. Es gibt immer noch genügend Gewaltakte, damit der Film in seiner ungeschnittenen Fassung den “Keine Jugendfreigabe”-Flatschen erhalten wird.
Home Sweet Home – Trailer
Marcel Demuth / Hellraiser80
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Filmreview: “Aftershock” (2012)
Aftershock
Story
Es hätte ein entspannter Urlaub im südamerikanischen Chile werden können. Weiber, Sex und Alkohol. Doch die muntere Sause entwickelt sich für den verzogenen Proll-Millionär Pollo (Nicolás Martinez) und seine Freunde Ariel (Ariel Levy) und Gringo (Eli Roth) rasch zum tödlichen Alptraum. Während des Besuches eines der angesagtesten Clubs Valparaisos lernen die drei Freunde nicht nur die amerikanischen Schwestern Monica (Andrea Osvárt) und Kylie (Lorenza Izzo) und deren Freundin (Natasha Yarovenko) kennen, sondern machen alsbald auch die bittere Bekanntschaft mit einer der unberechenbarsten Naturgewalten der Erde. Ein unerwarteter Tsunami verursacht ein fürchterliches Erbeben, das innerhalb von nur wenigen Sekunden die gesamte Küstenregion des Landes zerstört und tausende Menschen unter herabstürzenden Trümmerteilen vergräbt. Während die wenigen Überlebenden versuchen, sich in Sicherheit zu bringen, sehen sich die Freunde mit einer ganz anderen Bedrohung konfrontiert. Eine skrupellose Gruppe entflohener Häftlinge geistert durch die zerstörten Gassen des Ortes und sorgt für Angst und Schrecken …
Aftershock – Kritik
Wenn auf einem Filmplakat damit geworben wird, dass kein geringerer als Regisseur ELI ROTH (HOSTEL, HOSTEL 2) für die Realisierung von AFTERSHOCK verantwortlich zeichnet, dann dürften sich interessierte Horrorfans vermutlich gierig die Hände reiben und hoffen, dass der reißerisch angepriesene Horror-Thriller auch das hält, was der Name ELI ROTH bereits seit seinem Erstlingswerk CABIN FEVER verspricht: Zeigefreudiges und hart umgesetztes Gematsche. Für den kommenden Horrorschocker AFTERSHOCK hat es sich ROTH nicht nehmen lassen, als Co-Produzent zu fungieren und wie bereits in einigen seiner früheren Werke auch vor der Kamera zu agieren. Das Regiezepter überließ er hierbei seinem Kollegen NICOLÁS LÓPEZ, der bereits mit gerade einmal 21 Lenzen einen abendfüllenden Spielfilm inszeniert hat und nun mit AFTERSHOCK seinen ersten englischsprachigen Film präsentiert. Dass der chilenische Filmemacher jetzt mit gerade einmal 30 bereits allerhand Erfahrungen im Herunterkurbeln günstig produzierter Filmchen besitzt, bezeugt seine durchaus umfangreiche Vita. Wo Gleichaltrige gerade ihr Studium abgeschlossen haben und nun versuchen Gelerntes in die Tat umzusetzen, kann LÓPEZ bereits auf eine bewegte Karriere zurückblicken. Neben mehreren Auszeichnungen für Musikvideos, der Gründung einer Unterhaltungs-Webseite und einer stattlichen Anzahl mehr oder weniger gelungener Regiearbeiten, versucht er sich nun mit AFTERSHOCK auch auf dem internationalen Filmmarkt zu behaupten.
Gut, denkt sich der Filmfreund, mit ROTH als kompetentem und erfahrenem Partner an der Seite kann dieser Thriller nur ein potenzieller Hit-Kandidat werden. Denkste! Denn wer meint, mit AFTERSHOCK einen durchweg spannenden und klug inszenierten Survival-Trip serviert zu bekommen, der wird schnell eines Besseren belehrt. AFTERSHOCK ist eines dieser vollkommen naiven Filmchen, das sich einzig darin feiert, möglichst viele grausame Szenen aneinanderzureihen, um den nicht vorhandenen Sinngehalt der Geschehnisse zu verschleiern. Hier wird Wert auf reißerische Exploitation gelegt, wobei es den Film keinen Deut interessiert, die “richtigen” Schicksale und die panische Angst “tatsächlicher” Überlebenden zu protokollieren. Stattdessen begleitet der Zuschauer drei jämmerliche Loser, die nicht nur wie Versager handeln sondern auch danach ausschauen, bei ihrem unwichtigen Kampf ums nackte Überleben. Um die Tatsache zu unterstreichen, wie amerikanisch dieser Film doch ist, werden dem Trio drei sexy Bunnys zur Seite gestellt, die natürlich, wie hätte es auch anders sein können, ernsthaft sexuelles Interesse an den Schwachmaten hegen. Natürlich findet der vielversprechende Lusttrip durch ein unerwartetes Erbeben ein frühes Ende und die sechs Überlebenden sehen sich mit einer Schar flüchtender Häftlinge konfrontiert, die nichts anderes im Sinn haben, als die drei sexy Chicas zu verfolgen und sie möglichst schnell zu begatten (man hat ja sonst nichts anderes zu tun, wenn Menschen im Betonhagel zerquetscht werden). Mal im Ernst, wer Bitte schön hat sich eigentlich so einen Käse ausgedacht? Wäre der Film in der zweiten Filmhälfte nicht derart bierernst inszeniert, man hätte vermutlich noch irgendetwas Positives von AFTERSHOCK abgewinnen können. In Anbetracht der Umstände, dass LÓPEZ´ Beitrag auf tatsächliche Ereignisse zurückzuführen ist, hinterlässt die arg notdürftig zusammengezimmerte und grotesk in Splattrige abdriftende Handlung einen durchaus fragwürdigen Beigeschmack. Spätestens dann, wenn vor der Linse zermalmte Neugeborene gezeigt, Frauen vergewaltigt und Menschen bei lebendigen Leib verbrannt werden, dürfte die Grenze des guten Geschmacks erreicht sein. Überhaupt bleibt zwischen all den zerfetzten Leibern, effekthascherischen Schocksequenzen und sadistischen Tötungsszenen der Sinngehalt dieses Filmes weitestgehend unschlüssig. Die Frage, was uns NICOLÁS LÓPEZ mit seinem haarsträubenden Erdbeben-Horror eigentlich mitteilen wollte, bleibt vollkommen ungeklärt. Das eigentliche Thema vom Zusammenbruch jedweder Zivilisation kommt zwar anfänglich noch zum Tragen, wird aber im Verlauf der Handlung zugunsten perfider Ekelszenen vollkommen außer Acht gelassen. Stattdessen konzentriert sich LÓPEZ zu steif darauf, seine unzugänglichen Protagonisten schön deutlich und blutig über die Klinge springen zu lassen und den erwartungsfreudigen Gorehound so mit professionell gemachter Splatter-Effektkunst zu beglücken.
Mit einem ernstzunehmenden Katastrophenfilm hat AFTERSHOCK kaum etwas am Hut. Statt sich vornehmlich auf die Ausweglosigkeit der Protagonisten zu konzentrieren, driftet der Film ins Horrorlastige ab und verfängt sich in einem vollkommen hirnlosen Subplot, der sich einzig damit beschäftigt, die ohnehin unsympathischen Helden schön reißerisch zu meucheln. Die Rolle der Frau wurde in AFTERSHOCK einmal mehr auf das Nötigste reduziert. Die Protagonistinnen im Film bilden einzig Mittel zum Zweck, die vorwiegend männlichen Zuschauer zu belustigen, bzw. um als Besamungsziele für die triebgesteuerten Fieslinge des Films zu dienen. So bildet eine widerwärtige Vergewaltigung einer der Heldin in AFTERSHOCK das klägliche Schlusslicht des vollkommen zweckentfremdeten Erdbeben-Schockers. Bei derart moralisch fragwürdiger Darstellung der im Film gezeigten Grausamkeiten verwundert es kaum, dass die amerikanische MPAA mit AFTERSHOCK arg streng ins Gericht ging und die US-Kinoauswertung mit dem kommerziell vernichtenden Rating NC-17 abstrafte. Grund genug für den amerikanischen Verleih, das Trash-Werk für ein lukrativeres R-Rating herabzuschnippeln, und den Film überhaupt in den Kinos auswerten zu können. Ob die ungeschnittene Fassung AFTERSHOCK jedoch besser macht, mag bezweifelt werden. Denn mehr als ein spannungsarmer, anspruchsloser aber technisch durchaus souverän umgesetzter Horrorfilm ist AFTERSHOCK leider nicht geworden.
Aftershock – Fazit

Harter Erdbeben-Schocker, der nicht mit deftigen Splatter-Exzessen geizt. Inhaltlich darf man jedoch nicht wirklich viel erwarten. AFTERSHOCK ist primitive, uninspirierte und moralisch bedenkliche Horrorkost für Freunde des schlechten Geschmacks.
Aftershock – Zensur
Der Film ist ziemlich derbe was seine Gewaltszenen betrifft, wobei die Darstellungen der hier bebilderten Grausamkeiten moralisch derart fragwürdig in Erscheinung treten, dass der Film in seiner ungeschnittenen Fassung selbst in Amerika mit einem vernichtendem NC-17 abgestraft wurde. Demnach musste der Verleih die Schere ansetzen, um ein lukratives Rated R erhalten zu können. Hierzulande dürfte selbst die zerschnippelte R-Rated-Fassung so ihre Probleme bekommen. Eine Freigabe durch die FSK mit einer “keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung dürfte fraglich sein. Dennoch wäre zumindest für diese Filmfassung eine “SPIO/JK“-Freigabe realistisch.
Aftershock – Trailer
Marcel Demuth / Hellraiser80
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Filmreview: “The Lords of Salem” (2012)
The Lords of Salem
Story
Heidi LaRoc ist Radiomoderatorin von Salems beliebter Musikshow Salem Rocks. Zusammen mit ihrem Hund Troy bewohnt sie ein Apartment in der kleinen Stadt und versucht ihr Leben nach ihrer Drogenabhängigkeit wieder auf die Reihe zu bekommen. Eines Tages erhält sie in der Radiostation eine mysteriöse hölzerne Kiste, speziell an sie adressiert, mit Absender von den „Lords“. In dieser Kiste enthalten ist eine alte Schallplatte welche eine seltsame Melodie spielt, von welcher es Heidi zunehmend schlechter ergeht. Als sie sich entscheidet die Platte in ihrer Radiosendung zu spielen, entfesselt sie damit Salems düstere Vergangenheit. Halluzinationen und die merkwürdigen Ereignisse im Nachbarapartment nehmen sie psychisch immer schwerer in ihre Gewalt. Versinkt Heide in Wahnsinn oder sind die Lords of Salem tatsächlich zurück, um blutige Rache zu nehmen?
The Lords of Salem – Kritik
„On a rare occasion, a special child appears.“ „Don’t you wanna ride it? Educated Horses“ ( ROB ZOMBIE IM INTERVIEW MIT JOBLOMOVIE NETWORK ) ( ROB ZOMBIE IM INTERVIEW MIT DEM WALL STREET JOURNAL ) „We’ve been waiting, Heidi… We’ve always been waiting.“ ( JOHN 5 IM INTERVIEW MIT NOISECREEP )
Rob Zombie ist einer der schwerbeschäftigsten Männer unserer Zeit. Neben seiner Musikkarriere, die seit Anfang der 90er Jahre steil bergauf geht und zuletzt Zombies neustes Album VENOMOUS RAT REGENERATION VENDOR (seit dem 19. April 2013 im Handel) hervorbrachte, ist er auch ein sehr erfolgreicher Regisseur mit einer treuen Fanbase geworden. Sein neuester Streifen THE LORDS OF SALEM läuft momentan mit einem limitierten Kinostart in den USA und ist seit Ende April in England auf DVD erhältlich. Zusätzlich veröffentlichte Rob Zombie zusammen mit B.K. Evenson eine Romanadaption von THE LORDS OF SALEM, welche auf Zombies originalem Drehbuchentwurf basiert und weitaus umfangreicher als der Film sein soll. Diese soll in deutscher Übersetzung am 9. Dezember 2013 hierzulande erscheinen. Allerdings steht eine hiesige Veröffentlichung des Filmes selbst noch aus.
THE LORDS OF SALEM ist das erste Werk seit THE DEVIL’S REJECTS, in welchem Rob Zombie wieder eine komplett eigene Geschichte umsetzt. Verbrachte er die letzten vier Jahre in den Klauen der Weinstein Brüder, um dem HALLOWEEN-Franchise eine Frischzellenkur zu verpassen, welche in der Öffentlichkeit sowohl großen Zuspruch fand als auch Missmut unter den Fans der alten Filme um Michael Myers auslöste. Die Story von THE LORDS OF SALEM ist recht simpel und ganz nach Zombies Geschmack an die 70er Jahre angelehnt. Einer Zeit in der manche Rock-Alben Rückwärtsbotschaften enthielten und der Jugend auch sonstige satanische Gedanken einflößen sollten, wenn man den meisten christlichen Verbänden von damals Glauben schenken mag.
Die Idee zum THE LORDS OF SALEM kam Rob Zombie schon vor vielen Jahren, als er zu Gast auf einer Hochzeit in Salem, Massachusetts war und ihn das Geschehen dort ziemlich langweilte. Aufgewachsen in Massachusetts erinnerte er sich an die geschichtlichen Hintergründe der kleinen Stadt. Genauer gesagt, an die Hexenprozesse von Salem (1692), in Folge derer 20 unschuldige Menschen der Hexerei bezichtigt und hingerichtet wurden. Doch was wäre, wenn nicht alle unschuldig waren? Was wäre, wenn einige der hingerichteten Menschen tatsächliche Hexen waren und diese einen Fluch auf das Städtchen Salem legten? Zombie begann mit dem Drehbuch welches er aber zu diesem Zeitpunkt nicht umsetzten konnte, da kein Studio sonderlich großes Interesse zeigte. Also wurden aus dem Drehbuch zunächst zwei Songs. „American Witch“ und „The Lords of Salem“ welche beide auf Rob Zombies 2006 erschienenen Album EDUCATED HORSES zu finden sind, sich aber mehr auf die eigentlichen Ereignisse von 1692 beziehen. Jahre später kamen die Produzenten von INSIDIOUS und PARANORMAL ACTIVITY auf Rob Zombie zu und fragten nach dem Anliegen, ob er nicht einen übernatürlichen Low-Budget Film für deren Studio schreiben und drehen wollte. Zombie willigte ein und bekam sogar vertraglich das Recht auf den Final Cut zugesichert.
Für seine Geschichte wandelte er die eigentlichen Ereignisse von 1692 etwas ab und orientiert sich eher an die Methoden europäischer Hexenprozesse, in welchen als Hexen und Hexer Beschuldigte verbrannt wurden oder auch in die „Eiserne Jungfrau“ mussten. Bei den Hexenprozessen von Salem griff man lediglich darauf zurück die Angeklagten zu hängen.
„Ich wollte einfach nur einen atmosphärischen Film machen. Oft scheint dabei der Plot sekundär zu sein. Die Filme die ich mag, eine Menge davon sind europäische, haben diesen besonderen Vibe. Wenn ich mir einige Werke von Dario Argento oder Lucio Fulci ansehe sage ich irgendwann zu mir selbst: „Moment mal, ich habe keine Ahnung was gerade los ist!“ Aber man ist gefangen in dieser Atmosphäre und dem Gefühl welche diese Filme einem vermitteln. Und genau das wollte ich für meinen Film. Eine sehr traumartige Atmosphäre. Auch wenn der Film eine Story hat der man folgt ging es mir in aller erster Linie darum dem Zuschauer das Gefühl eines surrealen Alptraums zu vermitteln.“
Mit THE LORDS OF SALEM beschreitet Rob Zombie völlig neue Wege und liefert einen der unkonventionellsten Horrorfilme der letzten Jahre ab. Vor allem kommt es Zombie auf die Atmosphäre und die Wirkung des Filmes an und das seine Charaktere im Vordergrund stehen. Dabei wirkt THE LORDS OF SALEM eher wie ein sehr düsteres und extremes Drama, was auch die Intention des Regisseurs war, der sein Werk nicht wie einen typischen Horrorfilm des Jahres 2013 drehen und aussehen lassen wollte und sich eher am Stil von Roman Polanski, Stanley Kubrick oder Ken Russell orientierte. Im Gegensatz zu seinen vorangegangenen Streifen, wie zum Beispiel THE DEVIL’S REJECTS oder HALLLOWEEN II gibt es in THE LORDS OF SALEM keine Hand-held Kamera Einlagen oder unruhige Szenen, wo Zombie die Kamera auch mal für kurze Momente unscharf werden ließ, um den Filmen einen raueren und spontaneren Touch zu geben. In THE LORDS OF SALEM ist die Kameraführung sehr ruhig. Alles ist klar strukturiert, komponiert und wirkt durch das Cinemascope 2,35:1 Format gigantisch. Und tatsächlich: THE LORDS OF SALEM hat die leichte Atmosphäre von ROSEMARIES BABY, mit der bildgewaltigen Ruhe eines Stanley Kubrick Filmes und den obskuren Ausbrüchen eines Ken Russell Streifens, wie zum Beispiel DIE TEUFEL. Dabei kopiert Zombie aber nicht einfach Motive aus diesen Klassikern, sondern bleibt gleichzeitig seiner alten Linie treu und schafft seine eigenen alptraumhaften Bilder. Man spürt deutlich, dass man einen Rob Zombie Film sieht. Gerade das psychedelische Ende von THE LORDS OF SALEM erinnert leicht an den Showdown von HAUS DER 1000 LEICHEN und macht den Eindruck eines 70er-Jahre-artigen halluzinogenen Musikvideos.
„Ich denke das Horror-Genre hat sich in eine Richtung hin entwickelt die nach dem Plan verläuft: ‘Gib mit dein iPhone und wir drehen den Film’. […] Ich wollte das genaue Gegenteil von dem machen. Ich wollte dem Film den Look einer großen Produktion verpassen wo Cinematografie und all diese Dinge noch Wert haben.“
Nicht nur was den Look des Films und das echte Feeling eines 70er Jahre Okkult-Horrors anbelangt, so setzt Zombie auch in Sachen Schocks auf die altmodische Art und Weise den Zuschauer durch Bilder, Atmosphäre und unheimlichen Sounddesings innerlich zusammenfahren zu lassen, statt, wie man es heute viel zu oft sieht, einfach nur ein lautes Geräusch unter einen billigen Jumpscare zu legen. Oftmals passieren Dinge nur sehr langsam, leise oder sehen so bizarr aus, dass einem für einen kurzen Moment das Herz stehen bleibt. Zum Vergleich kann man THE LORDS OF SALEM in einem Atemzug mit Filmen wie DER EXORZIST, AMITYVILLE HORROR, DAS GRAUEN, SHINING oder SUSPIRIA nennen, welche ebenfalls auf ruhige unheimliche Schockmomente und unheimliche Bilder setzten.
Die Riege an Schauspielern, die sich Rob Zombie für seinen neusten Streich ausgesucht hat, ist ebenfalls beachtlicht und dürfte für Fans des Horror-Genres einige Schauwerte bereithalten. So spielen Judy Geeson (DER ADLER IST GELANDET), Patricia Quinn (THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW) und Dee Wallace (THE HOWLING, CUJO, CRITTERS) die drei Schwestern, die im unteren Teil des Apartments wohnen. Ken Foree (DAWN OF THE DEAD, THE DEVIL’S REJECTS) und Maria Conchita Alonso (RUNNING MAN, PREDATOR 2) spielen in Nebenrollen und sogar Sid Haig (THE DEVIL’S REJECTS) und Michael Berryman (HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN) dürfen mal ganz kurz vorbeischauen. Doch zwei Leute sind die absoluten Showstealer in THE LORDS OF SALEM. Diese sind zum einen Rob Zombies Ehefrau Sheri Moon Zombie, welche hier die Hauptrolle der Figur Heidi übernimmt und bereits in allen vorangegangenen Filmen von Rob Zombie mitspielte. In THE LORDS OF SALEM spielt sie so gut wie noch nie und verleiht der anspruchsvollen Rolle Tiefe und Sympathie. Für ihr schauspielerisches Können spricht vor allem die Tatsache, dass der Zuschauer auch dann noch mit ihrer Figur mitfiebert, wenn diese zum Ende hin kaum noch Text hat und Sheri Moon Zombie nur noch über Mimik und Körpersprache, die Gefühle ihrer Rolle transportiert. Außerdem haben wir Meg Foster, die man aus Kultklassikern wie DER SMARAGDWALD (1985), MASTERS OF THE UNIVERSE oder SIE LEBEN! kennen dürfte. Foster spielt in THE LORDS OF SALEM die Anführerin des Hexenzirkels Margaret Morgan und nimmt diese Rolle voll und ganz ein. Man findet nichts Gütiges in dieser Figur. Die Bewegungen, ihre Aura, ihre Stimme und ihr Lachen wirken von Grund auf böse. Am Hexenzirkel wird darüber hinaus wieder Zombies Begeisterung für Charles Manson deutlich. Für seinen Film stellte er sich die Hexen wie ausgeflippte Manson-Hippies, bzw. Manson-Girls vor. Ein für Rob Zombies typisches Erkennungsmerkmal ist dabei ein Symbol auf der Stirn. Man erinnert sich an die Anhänger von Charles Manson, die sich damals während der Gerichtsverhandlung ein X in ihre Stirn ritzten. Dies schlug sich sowohl in Zombies Musik nieder (dem White Zombie Song „Real Solution #9“, als auch dem Cover von HELLBILLY DELUXE im Jahre 1998), sondern auch in seinen Filmen wie HAUS DER 1000 LEICHEN, HALLOWEEN II, oder nun eben auch THE LORDS OF SALEM, wo die Hexen das Zeichen ihres Zirkels ebenfalls auf der Stirn tragen.
„Ich würde eine Akustikgitarre nehmen und einen Violinenbogen benutzen um sie so zu stimmen das sie klingt wie eine Violine oder eine Viola. Ich benutzte viele recht unorthodoxe Methoden um den Soundtrack besonders und cool klingen zu lassen.“
Für den Soundtrack zu THE LORDS OF SALEM holte sich Rob Zombie John 5, den Gitarristen seiner eigenen Band an Board, welcher damit ebenfalls Neuland betrat. Einen kompletten Film musikalisch einzuspielen war für ihn eine Herausforderung, bei der er jedoch sein Bestes gab. Neben einigen recht emotionalen Stücken finden sich auf dem Soundtrack auch recht hypnotisierende und sehr atmosphärische düstere Stücke wie zum Beispiel der Track „The Curse of Margaret Morgan“ oder allen voran das Stück „The Lords Theme“, welches einen hohen Wiedererkennungswert hat und sehr oft im Film zu hören ist. Ebenfalls auf dem Soundtrack vorzufinden sind wieder jede Menge alter Rock Songs, wie „Blinded by the Light“ von Manfred Mann’s Earth Band, „The Spirit of the Radio“ von Rush oder „All Tomorrow’s Parties“ von The Velvet Underground. Letzterem schrieb Rob Zombie eine besondere Bedeutung für den Film zu. So habe er zum Beispiel von Anfang an gewusst, dass dieser Song perfekt für THE LORDS OF SALEM sei. Ähnlich ging es Zombie bei der Auswahl des Songs „Free Bird“ von Lynyrd Skynyrd für THE DEVIL’S REJECTS oder „Nights in White Satin“ von The Moody Blues für HALLOWEEN II.
THE LORDS OF SALEM ist ein Film, der sehr einfach zu hassen ist. Gerade in unserer heutigen Zeit, wo sich die Sehgewohnheiten des Publikums sehr stark verändert haben, wird der Film mit seiner sehr altmodischen Erzählweise und seinem eigenwilligen Stil das Publikum spalten. Für Freunde des makaberen und düsteren Kinos wird THE LORDS OF SALEM jedoch ein Fest werden. Rob Zombie huldigt mit seinem neusten Werk sowohl Regielegenden wie Roman Polanski oder Ken Russell, als auch den 70er Jahre Okkult-Horror Film. THE LORDS OF SALEM ist atmosphärisch und spannend erzählt und einer der individuellsten und interessantesten (Horror-)Filme der letzten Jahre!
The Lords of Salem – Fazit

THE LORDS OF SALEM ist ein bizarrer satanischer Fiebertraum wie ihn sich nur Rob Zombie erdenken konnte. Der Film kommt dabei weitestgehend ohne Splattereinlagen aus und versucht den Zuschauer durch seine starke Optik und düstere Atmosphäre in seinen Bann zu ziehen.
The Lords of Salem – Zensur
Der neue ROB ZOMBIE kommt erstaunlich züchtig daher, sodass davon ausgegangen werden kann, dass THE LORDS OF SALEM hierzulande ungeschnitten mit FSK16 erscheinen wird.
The Lords of Salem – Trailer
Sam Freissler
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State of Emergency
Story
Nach einer verheerenden Explosion in einer Chemiefabrik herrscht in einer Kleinstadt der Ausnahmezustand. Das freigesetzte, toxinhaltige Gas verwandelt die Bürger in rastlose Killer, die durch die Strassen sausen und über jeden Überlebenden herfallen, um ihn daraufhin in Stücke zu reißen. Einer dieser Überlebenden, Jim (Jay Hayden), kann sich in das Büro einer leer stehenden Scheune retten und versucht nun den schmerzlichen Verlust seiner Verlobten Emilie zu verarbeiten. Hilfe scheint unerreichbar zu sein, bis plötzlich das Telefon klingelt und weitere Überlebende aus der Lagerhalle nebenan versuchen, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Schnell beginnt man einander zu vertrauen und im Kampf der Horden infizierter Mitbürger Herr zu werden. Doch noch ist keine Rettung in Sicht und die Nahrungsmittel werden knapp …
State of Emergency – Kritik
Es gibt Sub-Genres im Bereich des Horrorfilms, die sind einfach nicht totzukriegen. Neben Slasher-, Spuk- und Folterfilmen ist es vor allem der Zombiefilm, der sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut und es immer wieder in irgendeiner Form schafft, das Interesse vorfreudiger Horrorfilmfans für sich zu gewinnen. Kaum ein Monat vergeht, ohne das nicht mindestens einer dieser Filme auf den Markt geworfen wird und man versucht, den Filmfreund, mit teilweise haarsträubend miesen Umsetzungen um sein hart verdientes Geld zu bringen. Gerade im Low-Budget- und Independentsektor ist die Anzahl solcherlei günstig heruntergekurbelter Dutzendware kaum noch überschaubar, so dass es keine Seltenheit ist, wenn aufgrund der Masse ähnlich thematisierter Horrorfilmchen gerade jene Werke zu Unrecht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, die es eigentlich verdient hätten, gesehen zu werden. Der unscheinbare britische Indie-Kracher STATE OF EMERGENCY ist einer jener Filme, der vermeintlich zur falschen Zeit veröffentlicht wurde und nun im Fahrtwasser der durchaus erfolgreichen Untoten-Hatz THE WALKING DEAD hilflos mitzuschwimmen versucht aber vermutlich kaum die Aufmerksamkeit verdienen wird, die er offenkundig verdient hätte. Schade drum, denn neben all den fast schon inflationär thematisierten Zombie-Gurken der letzten Dekaden, weiß sich STATE OF EMERGENCY wohlwollend abzuheben. Das äußert sich vor allem darin, dass es sich bei diesem Film um keinen dieser derben Reißer handelt, die ihre Existenz nur dadurch rechtfertigen können, den Blutdurst splattergeiler Gorehounds befriedigen zu wollen und versuchen, sich durch allerhand ekelerregende Fress- und Ballerszenen selbst zu feiern. Wer von STATE OF EMERGENCY ein schön deftiges Henkersmahl erwartet, dürfte schnell enttäuscht werden, denn hier schafft es ein Regisseur endlich einmal wieder, eine halbwegs glaubhafte und nachvollziehbare Geschichte zu erzählen, die dem Begriff Horror dennoch nur bedingt gerecht werden möchte.
Newcomer TURNER CLAY, der sich zudem auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnete, ist vermutlich einer der wenigen Horrorfilm-Macher der letzten Jahre, die sich keinen Deut darum scheren, ihre kleinen Geschichte in literweise Kunstblut und genreüblichen Klischees ertränken zu müssen, um die Gunst der Fanbase für sich gewinnen zu können. Hier stehen die Charaktere im Mittelpunkt, nicht die Zombies, wobei der Begriff des “Untoten” in STATE OF EMERGENCY wohlmöglich auch vollkommen falsch gewählt scheint. Vielmehr handelt es sich im Film um Menschen, die aufgrund einer Umweltkatastrophe und der hierbei freigesetzten Toxine, ein erhöhtes Gewaltpotenzial entwickelt haben und nun unkontrolliert niederen Instinkten gehorchen. Auch wenn die infizierten Bürger der Stadt gierig lechzend durch die Gassen des Ortes flitzen, unterscheiden sie sich dennoch wesentlich von den Bestien aus den typischen Zombiefilmen der letzten Zeit. Ihr Agieren wirkt menschlicher, wobei es ihnen nicht einmal verwehrt bleibt, sogar mittels Sprache kommunizieren zu können; obgleich auch aus reinem Selbstzweck, um das potenzielle Opfer der Begierde um den Finger wickeln zu können. In STATE OF EMERGENCY herrscht Klasse statt Masse. Horden von Untoten, die sich auf hilflose Überlebende stürzen, sucht man hier vergebens. Die infizierten Bürger der Kleinstadt sind zwar überraschend schnell und verhalten sich erstaunlich schlau, dennoch sind sie nicht im Rudel anzutreffen, sondern tauchen allein irgendwo in der Ferne auf, so dass die noch menschlichen Opfer durchaus die Möglichkeit besitzen, sich in Sicherheit zu bringen. Das mag den eingefleischten Zombiefan vermutlich bitter aufstoßen, dennoch funktioniert der Film mit seinen spärlich gestreuten Actionszenen besser als so manch dummer Zombie-Heuler, der sich allein nur auf das möglichst immer gleiche Filmthema konzentriert: Töten, Fressen und erschossen werden.
STATE OF EMERGENCY überrascht mit einem erstaunlich ruhigen und langsamen Erzählfluss, was gerade in Zeiten effektüberladener Actionkost etwas altbacken wirkt, aber nicht zwangsläufig schlecht sein muss. Der Film lässt dem Zuschauer erstaunlich viel Zeit sich mit den wenigen Protagonisten zu identifizieren, die allesamt nahbar und zugänglich wirken. Immerhin, und das muss man diesem Endzeit-Thriller hoch anrechnen, schafft es TURNER CLAY gänzlich ohne Unsympathen auszukommen. Hier haben wir es mit Figuren zu tun, die einmal nicht dem typischen Klischee gängiger Horrorfilmware entsprechen. CLAY achtet penibel darauf, dass sich die wenigen Protagonisten so glaubhaft und nachvollziehbar wie möglich verhalten. Statt unüberlegt mit dem Schrotgewehr in den Krieg gegen die Infizierten zu ziehen, geht man lieber unnötigen Konfrontationen aus dem Weg, denkt erst, um anschließend zu reagieren. Die Zombies werden in STATE OF EMERGENCY nicht der Erwartungshaltung des Zuschauers wegen ins Jenseits befördert, sondern nur dann um die Ecke gebracht, wenn es wirklich von Nöten ist und sich die Protagonisten aus der Verteidigung heraus wehren “müssen”. Das ist im modernen Horrorfilm keine Selbstverständlichkeit, denn oftmals werden die Figuren beabsichtigt in Gefahr gebracht, um dann schön hölzern und selbstzweckhaft in den Filmhimmel gemeuchelt zu werden. Gerade aufgrund des bedachten Handelns und der Unvorhersehbarkeit der folgenden Geschehnisse, wirken gerade die Begegnungen mit den infizierten Opfern erstaunlich schweißtreibend und deren Angriffe geschickt inszeniert, so dass diese Momente packend zu unterhalten wissen.
Wer glaubt, schon alle Regeln des modernen Zombiefilms zu kennen, dürfte mit STATE OF EMERGENCY eines besseren belehrt werden. Hohle Stereotypen und dumme Klischees sucht man hier vergebens. Stattdessen erzählt uns Regisseur und Drehbuchautor TURNER CLAY mit seinem neuen Film ein packendes, apokalyptisches Szenario, das gerade aufgrund der logischen Interaktion seiner Charaktere sympathisch und echt wirkt. Die wenigen Überlebenden verhalten sich nachvollziehbar, sodass hier einmal gänzlich auf das allseits bekannte 10-kleine-Negerlein-Prinzip verzichtet wird, was den Film wohlwollend von der Masse ähnlich gestrickter Ware abhebt. Es wäre vermutlich auch vollkommen unangebracht, STATE OF EMERGENCY als waschechten Zombiefilm zu bezeichnen. Aufgrund der vermehrt in Rückblenden geschilderten Schicksale der Überlebenden und ihrer auswegslosen Hoffnung auf Rettung, wirkt der Film oftmals eher wie ein Drama, das mit einigen Horrorelementen bestückt wurde. Die bleichenden Filter und Stilelemente des vorliegenden Beitrages steigern nicht nur die Endzeitstimmung in STATE OF EMERGENCY, sondern bereichern den Film ungemein, sodass CLAYs Beitrag trotz minimalistischen Settings oftmals hochwertiger ausschaut, als er letztendlich überhaupt ist. Wer apokalyptische Weltuntergangsszenarien a la 28 DAYS LATER oder THE CRAZIES mag, ist mit STATE OF EMERGENCY optimal beraten – ein sehenswerter und spannender Genre-Beitrag!
State of Emergency – Fazit

Es muss nicht immer laut, blutig und grausam sein – STATE OF EMERGENCY ist ein spannender Schocker, für Freunde atmosphärisch dichter Endzeit-Thriller.
State of Emergency – Zensur
Der Film ist nicht sonderlich brutal, geizt aber nicht mit der ein oder anderen Kopfschuss-Szene, sodass STATE OF EMERGENCY hierzulande ungeschnitten mit einer “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichung veröffentlicht wird.
State of Emergency – Trailer
Marcel Demuth / Hellraiser80
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Filmreview: “It´s in the Blood” (2012)
It´s in the Blood
Story
October (Sean Elliot) ist wissbegieriger Medizinstudent und besitzt ein fotografisches Gedächtnis. Nach dem schrecklichen Tod seiner Schwester Iris hat sich das Verhältnis zwischen Vater und Sohn deutlich entfremdet, sodass Oktober nun den Versuch vagen möchte, sich seinem Vater vorsichtig anzunähern. Um erneut zueinander finden zu können, beschließt die kleine Familie kurzum, einen abenteuerlichen Wandertrip durch die Wälder zu unternehmen. Mit fatalen Folgen. Nicht nur, dass sich Vater Russell in einem unachtsamen Moment das Bein bricht; auch etwas zutiefst Bedrohliches schleicht durch das Dickicht und beginnt alsbald Vater und Sohn furchteinflößend zu terrorisieren …
It´s in the Blood – Kritik
Es muss nicht immer grobmotorische Filmkost mit dem Fleischerbeil sein. Manchmal sind es vor allem die leisen Tönen, die das Gemüt des Zuschauers durchaus beunruhigen und für ein zutiefst beklemmendes Gefühl sorgen können. Der Film IT´S IN THE BLOOD ist einer jener Kandidaten, der sich vollends von schlachthausreifem Gekröse distanziert und den Filmfreund stattdessen mit psychologischen Horror konfrontiert. Demnach sei vor allem jenen Horrorfans von der Sichtung abgeraten, die hier ein splatter- und horrorlastiges Filmchen erwarten und vorwiegend auf plausibel-offenkundige Erklärungsversuche Wert legen. Regisseur SCOOTER DOWNEY hat mit seinem Debütwerk einen wahrhaftigen Geheimtipp geschaffen, der sich vordergründig mit der Psyche seiner beiden Protagonisten beschäftigt und dem Zuschauer dabei ein vollkommen andersartiges Seherlebnis präsentiert. Hierbei sei zu erwähnen, dass SEAN ELLIOT als sensibler und introvertierter Sohn OCTOBER und LANCE HENRIKSEN (PUMPKINHEAD) als verbittert, emotionsloser Greis RUSSELL eine hervorragende Wahl darstellen. Mit ihrem emotionalen Auf und Ab´s steigt und fällt der Film. Schnell offenbart sich im Verlauf der Geschichte die eigentliche Intention dieser zwar günstig produzierten, aber zu keiner Zeit uneffektiven Low-Buget-Produktion.
Die beiden Protagonisten scheinen mit ihren inneren Dämonen konfrontiert zu werden, wobei die Vorgeschichte alsbald durch haarsträubende Flashbacks erklärt wird, in welchen letztendlich der tragische Grund für die Entfremdung von Vater und Sohn bebildert und erklärt wird. Dabei wechselt die Handlung mit einer virtuosen Leichtigkeit zwischen Vergangenheit und Gegenwart und beschreibt den schrecklichen Verlust der geliebten Schwester/Tochter und die damit verursachten Schuldgefühle, mit denen beide auf unterschiedliche Weise gelernt haben umzugehen. Während Sohn OCTOBER mit einem offensichtlichen Borderline-Syndrom zu kämpfen hat und sein kleines Geheimnis gut zu verbergen weiß, schützt Vater RUSSELL sein verletztes Seelenheil hinter einer dichten Mauer bruchsicheren Gesteins, durch welche niemand vorzudringen vermag. Mit dem bevorstehenden Ausflug in die Natur beginnt letztendlich auch ihr zweites Martyrium, in dessen Verlauf die kleine Familie lernen muss, einander zu vertrauen, um wieder zueinander finden zu können. Ein schwierige Herausforderung, werden Vater und Sohn wenig später vom grotesken Wesen bedroht, deren Herkunft vorerst im Dunkeln bleibt und deren rationale Herkunft erst in den letzten Filmsekunden gelüftet wird. Auch wenn IT´S IN THE BLOOD kein Horrorfilm im herkömmlichen Sinne ist und hier vorwiegend gruselige Elemente in die zermürbende Geschichte gestreut werden, um den inneren Konflikt der beiden Hauptfiguren besser bebildern zu können, so schafft es Regisseur SCOOTER DOWNEY stets eine markerschütternde Grundstimmung zu entwickeln, die mit Gänsehautmomenten nicht geizt. Gerade des Nachts, wenn die Wesen beunruhigend durch den Nebel kriechen und sich wenig später in ihrer absurden Gesamtheit präsentieren, dürften zartbesaitete Gruselfans sich nicht nur einmal dabei ertappen, ihr Gesicht vor Schauder in ein Kissen zu vergraben. Immerhin, und das muss man dem kleinen Indie-Grusler gutheißen, treten die wenigen Effekt-Szenen erstaunlich souverän in Erscheinung. Die Umsetzung ist derart glaubwürdig und professionell gehandhabt, dass sich bei derart Fingerfertigkeit so manche Mainstream-Produktion ein Beispiel nehmen sollte.
Der vorliegende IT´S IN THE BLOOD ist kein gewöhnlicher Horrorfilm im herkömmlichen Sinne. Vielmehr handelt es sich bei dem vorliegenden Genre-Beitrag um ein erschütterndes Familiendrama, dass von Verlust und Versöhnung erzählt und mit einigen Horrorelementen bereichert wurde. In IT´S IN THE BLOOD kämpfen Vater und Sohn mit den Geiseln der Vergangenheit und versuchen nicht nur wieder zueinander zu finden, sondern auch erneut die innere Balance und den Seelenfrieden herzustellen. Hierbei scheut Regisseur SCOOTER DOWNEY nicht davor, den inneren Unfrieden durch diverse Metapher zu umschreiben und in beängstigende Bilder zu packen, was für einige Zuschauer vermutlich durchaus für Verwirrung sorgen dürfte. Gerade aufgrund der etwas poetisch anmutenden Schlusssequenz und der vielseitig interpretierbaren Auflösung, dürfte für Hardcore-Horrorfans die Eingliederung im Genre etwas unglücklich gewählt erscheinen; nichtsdestotrotz ist IT´S IN THE BLOOD eines der erfrischendsten Filmbeiträge der letzten Dekaden, und gerade aufgrund seiner Andersartigkeit durchaus zu empfehlen.
It´s in the Blood – Fazit

Gruseliges Psycho-Drama, dass von Schuld, Sühne, Verlust und Versöhnung handelt. Ein durchaus gelungenes und intelligent-umgesetztes Stück Zelluloid, dass vor allem Freunde tiefgründiger Horrorunterhaltung zusagen dürfte.
It´s in the Blood – Zensur
Der Film dürfte ungeschnitten mit FSK16 in Deutschland erscheinen! Zwar gibt es eine sehr schmerzhafte Bein-Amputation, die aber den auswegslosen Grundton der Geschichte durchaus förderlich ist.
It´s in the Blood – Trailer
Marcel Demuth / Hellraiser80
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Filmreview: “House Hunting” (2013)
House Hunting
Story
Zwei Familien auf der Suche nach dem kleinen Stück Glückseligkeit fernab jeglichen Stadttreibens. Ein kleines Haus irgendwo im Wald hat es den beiden Familien angetan, wobei trotz einladend offener Tür, kein Makler weit und breit zu sehen ist, der hätte den Anwesenden Rede und Antwort stehen können. Etwas verwirrt und entmutigt verlassen die beiden Familie das Anwesen, ohne jedoch zu ahnen, dass die einschneidende Begegnung mit jenem verlassenen Gemäuer alsbald seinen Tribut fordern würde. Jegliche Versuche nach Haus zurückzukehren scheitern, als würde die gruselige Hütte die verstörten Gäste nicht gehen lassen wollen. Es dauert nicht lang, bis die Familien auf ein verwirrtes Mädchen stoßen, dem scheinbar die eigene Zunge aufs Unmenschlichste entrissen wurde und das Schreckliches erlebt haben muss. Vollkommen entkräftet beschließen die unfreiwilligen Gäste die Nacht in dem mysteriösen Anwesen zu verbringen. Eine Entscheidung, die den Familien zum Verhängnis werden wird, denn das Haus kann und will nur EINE der Familie beherbergen …
House Hunting – Kritik
Filmfreunde, die nur die Perlen aus dem riesigen Angebot aktueller Genre-Produktionen fischen wollen, sollten sich vor dem kommenden “House Hunting” vorsehen, denn mit diesem vorliegenden Filmchen dürfte er die Schlaftablette der Saison in den Händchen halten. Wir haben keine Ahnung, was Filmneuling “Eric Hurt” mit seinem ersten, abendfüllenden Langfilm bezwecken wollte und wir können auch die bisher veröffentlichten, positiven Online-Rezensionen zum Film im Internet nicht gänzlich nachvollziehen. Fakt ist, dass “House Haunting” unbegreiflich langweilig und mit seiner stolzen Lauflänge von 100 Minuten einfach unverschämt zäh geraten ist.
Die Gurke äußert sich durch eine vollkommen wirre Inszenierung, bei der irgendwie rein gar nichts stimmen möchte. Dabei bietet die Ausgangssituation durchaus einige ganz nette Einfälle, die jedoch aufgrund der unstrukturierten und überladenen Geschichte vollkommen im Nichts verlaufen. Zu viele Zutaten verderben bekanntlich den Brei und so muss der Genre-Liebhaber erschreckend feststellen, dass es Regisseur “Eric Hurt” mit seinem Debütwerk vermeintlich zu gut gemeint hat und darin all das irgendwie unterbringen wollte, was ihm beim Schreiben des Drehbuchs an kreativen Ideen in den Sinn gekommen ist. Herausgekommen ist eine Geschichte, die sich aus diversen Genres zusammensetzt und sich irgendwie nicht wirklich entscheiden möchte, was sie denn nun eigentlich sein will. Die Familien sind von allerlei Schicksalen gezeichnet und versuchen einander näher zu kommen. Auf engsten Raum zusammengepfercht, werden künstliche und selten glaubhafte Konflikte geschürt, die alsbald eskalieren und ein munter blutiges Treiben in Gang setzen, um der perfiden Blutgeilheit des Hauses und der darin umherspukenden Geister Genüge tragen zu können. Das beginnt mit etwas Mysterie, schlägt alsbald ins Dramenlastige um, wird von etwas Spuk abgelöst und endet im obligatorischen Thrill. Vermutlich wäre dieser unausgegorene Genre-Cocktail noch halbwegs goutierbar gewesen, hätte Regisseur “Eric Hurt” seine Grusel-Geschichte rund um das mysteriöse Gebäude und die darin gefangenen Gäste halbwegs spannend in Szene gesetzt. Das Geschehen in “House Hunting” jedoch zieht sich zäh wie Kaugummi, sodass der Zuschauer vermutlich nicht nur das schläfrige Geschehen vage im Blick behält, sondern auch den Timer des heimischen Film-Abspielgerätes. Die wenigen Charaktere sind derart unsympathisch skizziert und nerven mit ihrem hysterischen Gegacker bereits nach nur wenigen Minuten, dass sich der Film für alle Freunde des düsteren Genres zu einer wahren Geduldsprobe entwickeln dürfte. Zudem mag man als Filmfreund nur selten verstehen, warum die wenigen Protagonisten so willkürlich handeln.
Zum einen wäre da die nahbarste, zugänglichste und verletzlichste Figur des gesamten Films: ein namenloses Mädchen, dass irgendwo im Wald aufgegabelt wird, und bereits zuvor Bekanntschaft mit dem verlassenen Gebäude gemacht haben muss. Ein Herausschneiden der Zunge hindert das traumatisierte Ding daran, mit den Neuankömmlingen zu kommunizieren. Sie weiß mehr über das leerstehende Gebäude und über die darin umherspukenden Wesen, als anfänglich vermutet. Umso unverständlicher, warum sie in ihrer Angst nicht irgendwie versucht, den Anwesenden von ihrem Martyrium in jener Hütte zu berichten. Vermutlich scheint das gebeutelte Mädchen nicht nur die eigen Stimme verloren zu haben, sondern auch jegliche Kenntnisse über das Kommunizieren durch Wort und Schrift.
Auch die übrigen Protagonisten wollen sich nicht wirklich glücklich in die vollkommen überfrachtete Szenarie einfügen. Es gibt den notorischen Weiberheld, der in absurden Momenten, wie diesen nur an die Begattung anderer Protagonisten zu denken scheint und auch die obligatorische, stereotype Kämpferin findet ihren Weg in den Film. Hin und wieder huschen bleich bemalte Geister durch das Setting, die stümperhaft versuchen, die Hintergründe ihres Ablebens zu rechtfertigen, sodass die Anwesenden das Mysterium des Hauses näher beleuchten können. Der Funke will trotz der immensen Ideen- und Informationsflut leider nicht überspringen und eine sympathische Identifikationsfigur, mit der sich der Zuschauer verbunden fühlt, sucht man in “House Hunting” vergebens. Umso mehr dürfte der Filmfreund eine köstlich aufbereitete Splatter- und Gröselfarce erhoffen, deren Vorhandensein sich aktuell in Horrorfilmen dieser Art zum guten Umgangston entwickelt hat. Auch wenn die Geschichte bereits zu Beginn suggeriert, dass die Handlung wohl oder übel darauf hinauslaufen wird, dass sich die Familien in welcher Art auch immer bekriegen und auslöschen werden, so bekräftigen die fertigen Spezialeffekte im Films den vollkommen desaströs zusammengezimmerten Unterton des ohnehin schon unwichtigen Films. Zwar wird hier gestorben und sich selbst ins Jenseits befördert; wirklich reißerisch und spektakulär ist das alles jedoch nicht wirklich. Immerhin lässt sich hier einer der dümmsten Morde der Filmgeschichte bewundern, bei welchem eine Konservendose durchaus nützliche Dienste erweist – die unfreiwillige Komik, welche diese bierernst gemeinte Szene begleitet, lässt sich dabei kaum in Worte fassen.
Der kleine Indie-Grusler “House Hunting” ist trotz aller unbeholfener Versuche eine ganz schön dumme Schlafpille, vor deren Sichtung nur gewarnt werden kann. Zwar wollen die vielen kleinen Einfälle gefallen; die Geschichte bleibt aber dennoch stets unwichtig und langweilig. Die vollkommen unterschiedlichen Charaktere prasseln mit all ihren Eigenarten aufeinander und finden sich alsbald in ziemlich grotesk wirkenden Konflikten wieder. Das ist zwar alles ambitioniert gemeint, wirkt aber wirr und fad und beginnt dem Zuschauer schnell den letzten Nerv zu rauben. Gruselstimmung kommt in “House Hunting” zu keiner Minute auf, auch wenn Regisseur “Eric Hurt” hin und wieder diverse Geistermomente in die konfuse Handlung streut, die sich aber selten harmonisch in die Szenarie einfügen möchten. Immerhin sieht eine der anwesenden Protagonisten des Films die arg löchrige Inszenierung von “House Hunting” kommen, sodass sie sich bereits zu Beginn des Gruslers den erlösenden Strick um den Hals schnürt und sich selbst erlösend in den Filmhimmel mordet. Alle Achtung – bei derart Weitblick kann man nur staunen!
House Hunting – Fazit

Langweiliger als die Polizei erlaubt: desaströs-wirrer Gruselhausfilm mit einer Menge nervender Protagonisten, die dem Zuschauer bereits nach nur wenigen Minuten gehörig auf den Zündern gehen! Warum erlöst sie nur niemand bereits zu Beginn von ihrem bevorstehenden Leiden?
House Hunting – Zensur
Insofern der Film in Deutschland veröffentlicht wird, dürfte er ungeschnitten mit einer “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichung die FSK passieren!
House Hunting – Trailer
Marcel Demuth / Hellraiser80
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Apparition – Dunkle Erscheinung (2012)
Dead End (2003)
Shining (1980)
Filmreview: “Compliance” (2012)
Compliance
Story
Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht und die sich in den 90er Jahren in Amerika so ähnlich zugetragen haben soll:
In einem Fast Food Geflügelrestaurant geht das fettige Tagewerk seinen gewohnten Gang, als das Telefon klingelt. Ein Polizist beschuldigt eine junge Kassiererin des Diebstahls bei Kundinnen. Er stiftet die überforderte Filialchefin (ANN DOWD) an, dem Mädchen eine entwürdigende Persönlichkeitsverletzung nach der anderen anzutun, um ihr das Vergehen nachzuweisen. Leider gehorcht die Chefin der Stimme am Telefon und der Zuschauer will sich am liebsten abwenden, wird er Zeuge immer furchtbarerer Eingriffe in die Privatsphäre eines Menschen …
Compliance – Kritik
Wahre Geschichte. Auf Youtube via Überwachungskamera in ihrer ganzen Widerlichkeit zu bewundern. Die Obrigkeit darf nicht anzweifelt werden.
Ironie: Gerade die reale Herkunft der Story blockiert die berühmte suspension of disbelief (also das Ausblenden des Nichtglaubenwollens, bzw. den bedingten Willen, in der Handlung aufgehen zu wollen). Dabei ist diese dem Medium Film, dem Horror, dem Phantastischen, der Science-Fiction so wichtig. Der Zuschauer fragt sich, wieso nicht binnen dreier Minuten die Chefin auf einem zweiten Telefon die Bullen anruft und um das Zurückverfolgen der Nummer eines wahnsinnigen Anrufers bittet. Verwunderlich ist die schier aggressiv machende Passivität und die autoritätsversessene Schicksalsergebenheit, nicht bloß der komplett zum Opfer gemachten Angestellten, die nicht einfach mit einem beherzen “Fuck you” zum Anwalt geht, sondern auch die unter anderem titelgebende Komplizenschaft der Filialleiterin. Des weiteren fehlt der erlösende Moment, in dem dem Anrufer etwas widerfährt, was in Richtung Bolzenschussgerät in den Intimbereich gehen müsste. Drunter macht es der Autor dieser Zeilen heute leider nicht.
COMPLIANCE funktioniert minimalistisch. Die Handlung versetzt wuchtige Tiefschläge. Wir haben eine hervorragend agierende Darstellerriege. Allen voran die professionelle Nebenrolle ANN DOWD als vom kapitalistischen Druck (zu Beginn des Films, vielleicht erklärend für den folgenden Strudel des Terrors, die Szene mit einem Lieferanten) vollends gewissensbefreite Fililachefin. Auch Soapsternchen DREAMA WALKER folgt in ihrem Charakterstrip von Performance anderen Schauspielerinnen ihrer Generation an den Rand eines Abgrunds, den man von einer der durchschnittlichen Paco Rabanne-Kleidchen-Ausfüllerin am Oscargewinnerpult so einfach nicht erwarten könnte. Geschultere Kollegen schrieben früher gerne von einer kammerspielartigen Atmosphäre. Ist hier auch der Fall. Nur dass man hofft, jemand möge diese Kammer in die Luft sprengen.
Nochmal: Die Tatsache, dass diese Episode der menschlichen Komödie auf wahren Begebenheiten beruht, verleiht ihr das Prädikat Horrorfilm eher als manchem Folterporno, der so selbstverständlich ständig auf dem Markt landet.
Compliance – Fazit

Erschreckend, ungemütliche Geschichte, die erschütternd bebildet, wie manipulierbar Menschen sein können! Für Fans der DVD-Reihe “Kino Kontrovers” uneingeschränkt zu empfehlen!
Compliance – Zensur
Die erhältliche, deutsche Heimkino-Fassung ist mit der “FSK16“-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten. Hierbei ist der Film jedoch selbst ab 12 Jahren freigegben. Aufgrund der, auf der Scheibe befindlichen Trailer anderer Filme aus dem Programm von “Mad Dimension” erhielt die vorliegende Blu-ray eine höhere Freigaben-Kategorisierung!
Compliance – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: Compliance; USA 2012
Genre: Thriller, Drama
Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2.35:1 / 16:9 (1920x1080p)
Laufzeit: ca. 90 Min.
FSK: FSK 16
Verpackung: Edle, schwarze Amaray mit Wendecover
Extras: Trailer
Die Scheibe aus dem Hause “Mad Dimension” ist leider etwas arg dürftig ausgefallen. Die Soundkulisse reduziert sich vorwiegend auf Dialoge, sodass kaum der Subwoofer (mal abgesehen vom minimalistischen Einsatz weniger musikalischer Untermalungen) zum Einsatz kommt. Trotzdem lässt sich über die Abmischung nur wenig bemängeln. Auch das Bild ist durchaus anständig und lässt viele Details erkennen. Das größte Manko ist jedoch bei den Extras ersichtlich. Hier werdem dem Filmfreund keinerlei Boni präsentiert. Einzig einige mickrige Trailer haben es auf die Scheibe geschafft. Aufgrund des durchweg kontroversen Inhalts eine herbe Enttäuschung, hätte man doch gern mehr Fakten über die Hintergründe der wahren Geschichte erfahren. Somit bleibt der Film dennoch uneingeschränkt empfehlenswert. Wer jedoch zwischen DVD und Blu-ray entscheiden muss, sollte zur weitaus günstigeren DVD greifen. Denn soviel Mehrwehrt, bis auf das etwas bessere Bild vielleicht, besitzt die Blu-ray gegenüber der DVD nicht. Übrigens: “Mad Dimension” wertet auch diese Veröffentlichung mit einer edlen, schwarzen Amaray auf. Ein Wendecover gibt es natürlich, wie üblich, auch!
Compliance [Blu-ray] jetzt ungeschnitten bei AMAZON bestellen
Compliance – Trailer
Christian Ladewig
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Filmreview: “Modus Anomali” (2012)
Modus Anomali – Gefangen im Wahnsinn
Story
Ohne jegliche Erinnerung, ohne zu wissen wer er überhaupt ist, kriecht John Evans aus einem schmuddeligen Erdloch und beginnt die Suche nach der eigenen Identität. Wer bin ich und was mache ich hier? Mit dem Ziel vor Augen, Antworten auf seine Fragen zu finden, irrt er durch das Dickicht eines ihm vollkommen fremden Waldes und stößt wenig später auf eine kleine Hütte, in welcher er eine Videokamera vorfindet, auf deren Band der grausame Mord an einer Frau protokolliert wird. Nachdem John in der verwinkelten Behausung seinen Ausweis und ein Foto seiner Familie vorfindet, wird ihm schnell klar, dass es sich bei dem Opfer auf dem Videoband, um seine geliebte Frau handelt. Getrieben von der Angst auch noch die beiden Söhne zu verlieren, macht er sich auf die Suche nach den Kindern. Doch wer steckt hinter all dem perfiden Grauen? Und welche Rolle wurde ihm in diesem perversen Spiel zuteil? …
Modus Anomali – Kritik
Der indonesische Thriller „Modus Anomali“ hätte genug Potenzial gehabt, etwas ganz Großes zu werden. Doch wie zu oft in ambitionierten Genre-Werken scheitert eine glanzvolle Umsetzung einmal mehr am viel zu geringen Produktionsbudget und mangelnder Regie-Erfahrung. Gerade einmal 200 000 Dollar soll dieser Gruseltrip gekostet haben, was man dem Film leider permanent ansieht. Ein leider unweigerlich störendes Manko, um einen spannenden und vor allem guten Horrorfilm zu drehen. Das spiegelt sich leider nicht nur in der Inszenierung wider, sondern auch im schauspielerischen Können der leidlich talentierten Darsteller. Mit seinem aktuellen Beitrag „Modus Anomali“ hat Regisseur „Joko Anwar“ einen Film geschaffen, der versucht, die Psyche eines Menschen in den Mittelpunkt der Geschehnisse zu rücken, was ihm leider nur bedingt gelingt. Zwar werden hier die menschlichen Urängste grob angerissen, wirklich spannend und effektiv will die Geschichte jedoch zu keiner Minute werden. Neben der etwas arg unbeholfen wirkenden, psychologischen Komponente braucht der Film eindeutig zu lang, um überhaupt an Fahrt zu gewinnen. Der Zuschauer darf Hauptprotagonist „John Evans“ (gespielt von „Rio Dewanto“) im ersten Drittel der Handlung beiwohnen, wie er mal mehr, mal weniger sinnfrei durch das austauschbare Setting wandelt und dabei versucht Antworten über die zugrundeliegende Situation in Erfahrung zu bringen. Zwar wirken sein Interaktionen durchaus ambitioniert; eine wirkliche, emotionale Bindung zum Zuschauer zu knüpfen, scheitert dennoch aufgrund des arg unausgegorenen Drehbuchs. „Rio Dewanto“ spielt den tragischen und orientierungslosen Helden, der nach Antworten strebt und dabei seine Kinder in Sicherheit wiegen möchte. Dennoch gelingt es ihm zu keinem Zeitpunkt seiner Rolle eine gewisse Nähe einzuverleiben, sodass sein Schicksal dem Zuschauer vollends unwichtig und unnahbar erscheint. Stattdessen stellt der Filmfreund viele seiner Entscheidungen in Frage, die an logischer Glaubwürdigkeit oft missen lassen.
Viel gesprochen wird in „Modus Anomali“ nicht wirklich. Protagonist „John Evans“ trägt fast die gesamte Geschichte auf seinen Schultern, interagiert stattdessen, als das Problem taktisch zu lösen. Die Nebenfiguren, die im Verlauf der Geschichte in die Szenarie purzeln, bleiben blass und unwichtig. Gerade aufgrund der wortkargen und bedeutungslosen Inszenierung macht sich schnell Langeweile breit. Eigentlich schade, wenn man bedenkt, dass sich durchaus spannende “One Man”-Filmchen im Horrorbereich finden lassen, die den Genre-Fan trotz dialogarmen Drehbuch zu fesseln wissen. Hierbei wäre als Beispiel der klaustrophobische und suspense-lastige Thriller “Buried” genannt, in dem Darsteller “Ryan Reynolds” verzweifelt versucht, aus seinem dunklen Grab zu entkommen. Immerhin, so durchwachsen das Drehbuch scheint, umso effektiver gestaltet sich die technische Komponente des düsteren Thrillers. Der Score sitzt stimmig und schafft es zumindest hin und wieder so etwas wie eine bedrohliche Atmosphäre zu entwickeln und die Angst des Hauptdarstellers zu unterstreichen. Auch die Kameraführung und die vielen effektiven Schnitte lassen den trüben Beigeschmack einer günstig produzierten Low-Budget-Produktion schnell vergessen. Erschreckt wird hier zwar durchaus hin und wieder arg rabiat, was dennoch aufgrund der etwas faden und zähen Gesamtinszenierung leider keinen wirklich gelungen Beitrag aus „Modus Anomali“ zaubert. Da hilft es dem Film letztendlich auch nicht, wenn er mit einem, aktuell scheinbar im Genre üblichen, Twist aufwartet, um die Gegebenheiten logisch aufzuwerten.
„Modus Anomali – Gefangen im Wahnsinn“ treibt nicht nur den Hauptdarsteller des Films in den Wahnsinn, sondern auch den Zuschauer mit seiner etwas unbeholfenen Inszenierung und der permanent andauernden Langeweile, mit welcher Autor und Regisseur „Joko Anwar“ versucht den Zuschauer zu “quälen”. Hier wird viel angerissen, aber nur selten richtig zu Ende gebracht. Auch wenn die wendereiche Geschichte hin und wieder versucht eine albtraumhafte und psychologisch sehr bedrohliche Stimmung aufzubauen, wirkt der sehr östlich orientierte, zähe Erzählstil mit all seinen wirren Wendungen für Zuschauer in unseren Breitengraden etwas sehr befremd- und langweilig. Auch wenn am Filmende ausreichend Blut fließt und der Film versucht, die Geschichte mittels überraschenden Plot interessanter erscheinen zu lassen, so muss man dennoch rasch feststellen, dass “Modus Anomali” einer der Filme ist, die man sich zwar mal zu Gemüte führen kann, aber nicht unbedingt gesehen haben muss.
Modus Anomali – Fazit

Arg durchwachsener Horror-Trip aus Fern-Ost mit einer guten Idee, aber etwas unausgegorener Umsetzung.
Modus Anomali – Zensur
Die deutsche Heimkinofassung aus dem Hause “Mad Dimension” ist mit dem “Keine Jugendfreigabe“-Flatschen vollkommen ungeschnitten.
Modus Anomali – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: MODUS ANOMALI; Indonesien 2012
Genre: Horror/Thriller
Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1920x1080p, 2.35:1
Laufzeit: 87 Min.
FSK: keine Jugendfreigabe – FSK18
Verpackung: Edle, schwarze Amaray mit Wendecover
Extras: Trailer zum Film, Exklusives Interview mit Regisseur Joko Anwar
Wie so oft wurde die Blu-ray zum Film aus dem Hause “Mad Dimension” solide umgesetzt. Legt der Filmfreund die Scheibe in den Player kann er sich durch ein geschmacklich etwas “spezielles” Menü klicken, in dem er sich neben dem Hauptfilms in Deutsch und Englisch auch für ein ca. 17-minütiges Interview mit dem Regisseur des Films (in HD) entscheiden kann. Hierfür werden sogar Untertitel geboten, was bei unbekannten Filmen innerhalb des Genres oftmals nur selten der Fall ist – lobenswert! Leider haben es neben dem Trailer in deutscher Sprache keine weiteren filmbezogenen Extras auf die Scheibe geschafft. Technisch kann die Scheibe natürlich nicht mit aktuellen Hochglanzblockbustern mithalten; aufgrund des B-Movie-Status erstaunt das Bild dennoch durch viele ersichtliche Details und einer soliden Schärfe. Bleibt zu erwähnen, dass der ungeschnittene Blu-ray-Release, wie bisher alle Veröffentlichung des Labels, in einer edlen, schwarzen Amaray daherkommt und dadurch optisch aufgewertet wird. Ein flatschenfreies Wendecover gibt es zusätzlich ebenso. Zwar nicht der große Wurf, aber eine durchaus charmante Veröffentlichung. Wer ein Faible für Asia-Schocker besitzt, darf gern zugreifen, denn technisch ist die Blu-ray brauchbar!
Modus Anomali – Gefangen im Wahnsinn [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON bestellen
Modus Anomali – Trailer
Danny Büttner
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Dark Skies
Story
Für Familie „Barrett“ ist nichts mehr so, wie es einmal war, als sie plötzlich mit unerklärlichen Vorfällen konfrontiert werden. Erst schleicht sich des abends ein ungebetener Gast in das Haus, dann prasseln drei bestimmte Vogelarten aus allen erdenklichen Richtungen gegen die heimischen Dachfenster. Hinzukommt, dass die Familienmitglieder mit seltsamen Blackouts zu kämpfen haben und groteske Wundmale an ihrem Körper vorfinden. In ihrer Panik wenden sich die Gepeinigten an einen Spezialisten, der den Eltern offenbart, dass die Familie Teil eines außerirdischen Experiments zu sein scheint …
Dark Skies – Kritik
Wenn auf einem Filmplakat suggeriert wird, dass hinter dem vorliegenden Filmchen, die Macher der legendären „Paranormal Activity“-Serie stecken sollen, dann dürfte in der hiesigen Filmszene vermutlich schnell ein lauthalses Stöhnen die Runde machen und alteingesessene Horror-Fans den kommenden Schocker „Dark Skies“ rasch entnervt von ihrer Must-See-Liste streichen. Die Horror-Schmiede „Blumhouse Productions“ hat sich in Genre-Kreisen mit ihren günstig produzierten Found Footage-Filmchen einen beneidenswerten Namen erkämpft und versucht nach diversen Geisterfilmchen nun auch im Science Fiction-Genre Fuß zu fassen.
„Dark Skies“ ist einer jener Filme, bei denen man irgendwie nicht so wirklich weiß, wie man sie im Endeffekt bewerten soll. Ist man bereits mit dem Genre bewandert, dürfte schnell klar werden, wie der Hase läuft. Da werden die Geschehnisse mit allerlei mysteriösen Begebenheiten eingeläutet und natürlich im Verlauf der Handlung auf die Spitze getrieben. Hierbei versucht der Film sich bis zum Ende die Option offen zu halten, ob es sich denn bei all dem seltsamen Schabernack, um eine wirkliche Heimsuchung durch Aliens handelt, oder ob die Familie eventuell doch durch eine rationell erklärbare Bedrohung heimgesucht wird. Dabei gelingt es „Dark Skies“ durch allerlei einfache Mittel eine durchaus bedrohliche Atmosphäre zu entwickeln, die es dabei sogar kongenial schafft, falsche Fährten zu legen, um den Zuschauer reichlich zu verwirren. Das beginnt mit einem vollkommen belanglosen Durchwühlen des heimischen Kühlschranks durch etwas vollkommen Unbekanntem und endet damit, dass die Familienmitglieder von unerklärlichen Blutergüssen geplagt werden und mit absoluten Totalausfällen zu kämpfen haben. Effektiv ist das natürlich durchaus und spannend mit Sicherheit, und doch mag man am Ende irgendwie das Gefühl nicht loswerden wollen, nach der plausiblen Auflösung doch etwas vollkommen Spektakuläres und Verblüffendes erwartet zu haben.
Mit all seinem zwar effektiven, aber dennoch reichlich banalen Hokuspokus erinnert „Dark Skies“ durchweg an eine, auf Spielfilmlänge gezerrte Folge der berüchtigten Kult-Serie „The Twilight Zone“, nur mit dem Unterschied, dass das natürlich alles weniger charmant und kultig wirkt und stattdessen auf ein effektgeiles Mainstream-Publikum zugeschnitten wurde. Das wird spätestens dann offensichtlich, wenn die Protagonisten versuchen, ihre Wohnung mit Überwachungskameras zu spicken und man sich als Zuschauer wieder an die diversen „Paranormal Activity“-Filme und Plagiate zurückerinnert. Verwunderlich ist das natürlich bei weitem nicht, steht ja hinter „Dark Skies“ auch das Produzenten-Team des berüchtigten Wackelcam-Geister-Franchise, das wohl der Meinung war, die bisher kassentauglichste Zutat ihrer Filmschmiede auch in ihren aktuellen Beitrag unterbringen zu müssen.
„Dark Skies“ scheint grob betrachtet, nicht wirklich viel Neues bieten zu können. Der Grundplot erinnert in seiner einigermaßen geschickten Umsetzung bemerkenswert stark an den Grusel-Kultfilm „Poltergeist“ aus dem Jahre 1982. Auch hier sieht sich eine typisch amerikanische Familie mit seltsamen Vorfällen konfrontiert, deren Auslöser bei einem der Familienmitglieder zu suchen ist. Doch nicht nur Elemente aus „Invasion of the Body Snatchers“ (1978) und „Signs“ (2002) sind im Film selbst wiederzufinden, auch Zutaten aus den hauseigenen Werken, wie „Insidious“ (2010) haben es letztendlich in irgendeiner Form in den nun vorliegenden „Dark Skies“ geschafft.
Der bereits mit dem Horror-Genre vertraute Drehbuchautor und Regisseur “Scott Stewart” (“Legion“(2010) und “Priest” (2011)) hat mit seinem aktuellen Beitrag den wohl bisher besten Film seines Regie-Daseins geschaffen, der zudem auch als der Film des Jahres 2013 betitelt werden darf, der sich am dreistesten an den diversen Kultfilmen des Genres vergangen hat. Hier findet man fast all das ansprechend recycelt wieder, was man bereits in diversen, in der Regel besseren Filmen innerhalb des Genres, zu Gesicht bekommen hat. Das schamlose Zitieren erfolgreicher Kultfilme dürfte bei dem ein oder anderen Filmfreund vermutlich die Schamesröte ins Gesicht treiben lassen, aber dennoch lässt sich behaupten, dass „Dark Skies“ trotz aller beschriebenen Vergehen, durchaus kurzweilig unterhält und gar nicht so übel ist, wie anfänglich gedacht. Zwar wirkt der Film nicht wirklich nachhaltig, aber als kleines Mysterie-Häppchen für Zwischendurch eignet sich „Dark Skies“ durchaus. Deshalb: dem Filmgenuß erwartungsfrei entgegenfiebern, um nicht allzu derb enttäuscht zu werden!
Dark Skies – Fazit

Willkommen in der „Twilight Zone“: konventioneller Mysterie-Schocker für ein ausgehungertes Mainstream-Publikum. Trotz altbekannter Zutaten ein durchaus gruseliges Filmchen in der Tradition der „Poltergeist“ und „Paranormal Activity“-Schocker
Dark Skies – Zensur
Der eher harmlose “Dark Skies” wird hierzulande in seiner ungeschnittenen Fassung eine “FSK16” erhalten.
Dark Skies – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
The Amityville Haunting (2011)
Poltergeist (1982)
Insidious (2010)
Signs (2002)
Filmreview: “The Mooring” (2012)
The Mooring
Story
Alle 40 Sekunden verschwindet ein Mensch unter oftmals ungeklärten Umständen. So auch in Nord-Idaho, wo eine Gruppe Teenager hinaus in die Natur pilgert, um eine schöne Zeit ohne lästige Telefone, Tablets und MP3-Player zu erleben. Es soll ein Sommer der Veränderungen werden, eine Zeit, in der die Mädchen lernen sollen, dass da draußen auch eine spannende Welt fernab von Chat, TV und Videospielen darauf wartet, erkundet zu werden. Als ihr Hausboot mitten im Nirgendwo strandet und die einzig erwachsene Begleitperson krampfhaft darum bemüht ist, die pubertäre Herde im Zaum zu halten, trifft die Gruppe auf ein seltsam-ungleiches Pärchen, dass nichts Gutes im Schilde zu führen scheint. Die anfängliche Skepsis gegenüber dem Duo schlägt alsbald in Furcht um, denn hinter der vermeintlich freundlichen Fassade, verbirgt sich das personifizierte Böse. Schneller als die Kids erahnen können, sehen sich die hilflosen Mädchen mit einem unmenschlichen Killer-Paar konfrontiert, dass nur ein Ziel kennt: die Gruppe möglichst grausam zu dezimieren …
The Mooring – Kritik
Wer regelmäßig den „Filmchecker“-Filmblog verfolgt dürfte mittlerweile bereits erkannt haben, dass wir zwar große Horrorfilmfans sind, bei uns aber der Spaß am Genre ein frühes Ende findet, wenn in Genre-Werken Kinder selbstzweckhaft missbraucht, gefoltert oder sonst wie zu Tode gemeuchelt werden. Auch wenn wir natürlich durchaus zwischen Fiktion und Realität unterscheiden können, birgt derart Thematik einen bitteren Nachgeschmack und findet bei uns nur selten Zustimmung.
Der Film „The Mooring“ ist ein derartiger Kandidat, der sich aus Sensationsgeilheit heraus auf das Hinrichten unschuldiger Kinder konzentriert, und unter dem Deckmantel wahrer Gegebenheiten versucht, eine schockierende Geschichte zu erzählen. Überhaupt rechtfertigt das Genre in letzter Zeit diverse Produktionen damit, dass die oftmals haarsträubenden Geschichten, auf wahrhaftig zugetragenen Ereignisse zurückzuführen sind. Ob das im Endeffekt nun wirklich der Fall ist, bleibt oft vollkommen ungeklärt, zumal es nicht selten dubios erscheint, dass sich die fragwürdigen Filmchen einzig auf das Zurschaustellen möglichst gemeiner Foltereffekte reduzieren.
„The Mooring“ stellt da natürlich keine Ausnahme dar und begründet den dürftigen Plot damit, dass alle 40 Sekunden irgendwo auf der Welt Menschen unter mysteriösen Umständen abhanden kommen und ihr rätselhaftes Verschwinden in nur wenigen Fällen aufgeklärt werden kann. Um diese etwas sehr allgemein gehaltene Aussage schön reißerisch zu bekräftigen, „verschwindet“ in „The Mooring“ natürlich nicht nur eine Person, sondern gleich eine ganze Gruppe ahnungsloser halbwüchsiger Mädchen, die von einem vollkommen gerissenen Pärchen erst durch Wald und Wiesen gejagt und anschließend genretypisch nach bekannten 10-kleine-Jägerlein-Prinzip ins Jenseits befördert werden. Der krude Realismus ist dem Film hierbei erschreckend förderlich, denn die pubertierenden Kinder wirken echt und authentisch, ihr Handeln stets nachvollziehbar und realistisch. War es im britischen Survival-Thriller „Eden Lake“ ein sich liebendes Pärchen, dass sich mit einer bedrohlichen Gruppe pöbelnder Jugendlicher konfrontiert sah und um das eigene Überleben kämpfen musste, so werden in „The Mooring“ die Rollen quasi vertauscht. Hier wird eine Gruppe kleiner Mädchen von einem tyrannischen Killer samt pubertierender Freundin aufs unmenschlichste terrorisiert. Interessanterweise sind die beiden Geschichten nicht wesentlich unterschiedlich, denn die eigentliche Grundaussage beider Filme thematisiert eine vollkommen verrottete, perspektivlose Jugend, die durch das Ausleben niederer Instinkte versucht, die quälend lange (Frei)Zeit halbwegs produktiv totzuschlagen. Der Killer des Films handelt aus purer Freude am Töten heraus. Seine wesentlich jüngere Freundin wird zur Mittäterin aus Liebe deklariert, deren Interaktionen von einer erschreckenden Unterwürfigkeit begleitet werden und die nicht einmal annähernd hinterfragt, zu was sie da ihr eigentlich liebender Freund verleitet.
Dramaturgisch darf man von „The Mooring“ nicht viel erwarten. Die Szenarie gestaltet sich erstaunlich wortkarg, die Gegebenheiten werden Sachlichkeit protokolliert. Zudem wird für eine präzise Charakterentwicklung keine Zeit investiert, sodass die Kinder gesichtslos bleiben und ihr Ableben unwichtig erscheint. Stattdessen vergeudet der Film viel zu viel Laufzeit damit, die Kinder beim Davonlaufen und bei ihrer unweigerlichen Suche nach möglichen Verstecken zu begleiten. In regelmäßigen Abständen erliegt eines der Kinder in bester „King of the Hill“-Manier einem Kugelhagel aus der Ferne und wird wenig später vom triumphierenden Täter aus der Nähe begutachtet.
Was sich Regisseur „Glenn Withrow“ bei seinem ersten abendfüllenden Langfilm eigentlich gedacht hat, dürfte vermutlich nie geklärt werden. Horrorfilm hin oder her; das Martyrium der hier bebilderten Mädchen wirkt geschmacklich indiskutabel. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wer an derart moralisch zweifelhaften Filmchen so seinen Gefallen finden wird. Fakt ist, dass „The Mooring“ gerade aufgrund der Tatsache, dass hier Kinder im Akkord dezimiert werden, unerträglich hart wirkt. Auch wenn der Film unnötig viel Zeit damit vergeudet, die Kids rastlos durch die Wälder zu hetzen und kaum Schauwerte für Gorehounds zu bieten hat, so ist „The Mooring“ dennoch schwer zu verdauen. Die nüchterne und durchweg emotionslose Atmosphäre unterstreicht den vollkommen unzugänglichen Kontext des Films, wobei vor allem das Ende für ratlos zuckende Schultern sorgen dürfte. Da sich die Kinder leider davor scheuen, sich dem kaltblütigen Killer-Paar zu stellen und ausschließlich wie kleine Rehkitze verschreckt durch das Dickicht des Waldes sausen, will so wahrlich keine Spannung aufkommen. Regisseur „Glenn Withrow“ ist allein damit beschäftigt, die verstörten Mädchen möglichst lang durch das Gebüsch zu scheuchen, um sie dann unspektakulär über die Klinge springen zu lassen. Das wirkt auf Dauer trotz der realistischen Interaktionen der Opfer unglaublich ermüdend. Da „The Mooring“ kein Tatsachenbericht sein möchte, sondern eine fiktive Geschichte erzählen will, fehlt hier eindeutig ein konsequenter Racheakt, der die Mädchen wachrüttelt und zur Tat schreiten lässt.
Immerhin achtet der Film präzise darauf, den Handlungsakt des Täters nicht im Blut zu ertränken.
Die Morde passieren vorwiegend im Hintergrund; oftmals bekommt der Zuschauer nur das Resultat der perfiden Handlungen zu Gesicht.
The Mooring – Fazit

Derber Survival-Schocker für hartgesottene Filmfreunde, der durchaus kontroversen Zündstoff bieten und einmal mehr die Debatte in den Raum werfen wird, wie weit man eigentlich in einem Horrorfilm gehen darf.
The Mooring – Zensur
Eine mögliche deutsche Fassung dürfte ungeschnitten das “Keine Jugendfreigabe“-Symbol zieren, obwohl fraglich bleiben dürfte, ob ein Film mit derart Thematik überhaupt je nach Deutschland finden wird.
The Mooring – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
ATM (2011)
Eden Lake (2008)
Texas Chainsaw Massacre (1974)
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
Filmreview: “Community” (2012)
Community
Story
Zwei ambitionierte Filmstudenten bei ihrem Versuch nach ganz oben: mit einer Dokumentation, die sich mit den “sozialen Ungerechtigkeiten” in der Bevölkerung beschäftigen soll, führt sie ihr Projekt auch in ein sagenumwobenes Stadtviertel, wo Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit zur der Tagesordnung gehören und um welches selbst die Polizei einen großen Bogen zieht. Glaubt man den Gerüchten, so ist die Siedlung ein Vorort der Hölle. Hier blühen Kriminalität, Drogenhandel und Armut. Schnell haben die beiden die Wohnung eines gewissen Mr. Lowman ausfindig gemacht, der die Studenten zu einem Interview geladen hat und Mysteriöses über die Siedlung zu berichten weiß. Doch den Studenten zwängt sich ein schrecklicher Verdacht auf, als sie die katastrophal zugerichtete Wohnung betreten und niemanden darin vorfinden. Stattdessen treffen sie wenig später auf eine Schar vermeintlich heimatlose Kids, die in ihrer Freizeit genüsslich Tiere quälen und perspektivlos von einem Tag zum nächsten hangeln. Schnell ist den Filmemachern klar, dass hier einiges im Argen liegt – doch die Wahrheit offenbart den beiden das blanke Entsetzen …
Community – Kritik
Die Engländer scheinen so langsam die eigenen Missstände im Land mit Hilfe schaufreudiger Horrorfilme aufarbeiten zu wollen.
Nach “Eden Lake“, “Comedown” und Co. ist nun bereits der vorliegende “Community” ein weiterer dieser Filme, der ein durchaus kontroverses Milieu zum Mittelpunkt der Gegebenheiten macht und dabei hilflos versucht, so etwas wie eine brisante, gesellschaftskritische Botschaft in die notdürftig zusammengebastelte Geschichte zu flechten. Gelang dem Thriller “Eden Lake” das immerhin mit beeindruckend realistischer Härte, so bietet derart diskussionswürdige Grundlage dem pseudo-dokumentarischen Terrorfilm “Community” nur Anlass dafür, den Zuschauer mit rund 80 Minuten asozialer Psychogewalt zu beschallen. In bester “Texas Chainsaw Massacre“-Tradition sehen sich im Verlauf der Geschichte zwei allzu neugierige Hochschulstudenten mit einer durchaus skurrilen Herde sozial abgeglittener Rednecks konfrontiert. Da wird ein heruntergekommener Stadtteil samt klappriger Holzbaracken bebildert, auf dessen Straßen sich fetthaarige Kinder die Zeit mit dem Abschlachten von eingefangenen Tieren vertreiben und sich Eltern ihrem stündlichen Drogenrausch hingeben müssen, sodass ihnen dabei kaum Zeit bleibt, sich um die orientierungslosen Kids kümmern zu können. So weit, so gut – eigentlich. Wären da nicht einmal mehr die typisch stereotypen Regeln des modernen Horrorfilms, die natürlich auch diesem Film unweigerlich vordiktieren müssen, dass eben derart sozial benachteiligte Unterschicht eigentlich nur Böses im Schilde führen kann. Schön plakativ prallen hier die Gegensätze aufeinander und werden, wie hätte man es auch anders erwartet, moralisch fragwürdig in die klapprige Szenarie verfrachtet. Die attraktiven Hochschulstudenten werden genüsslich von ungebildeten und verdreckt-entstellten Freaks durch das Viertel gehetzt, um letzendlich als Dünger für die im Keller eines Hauses herangezüchteten Marihuana-Pflanzen zu enden. Da wird einmal mehr geschrien und gehetzt und natürlich vollkommen sinnbefreit gehandelt, mit Klischees gespielt und Extreme ausgereizt. Dreckig-subtile psychologische Gewalt gibt es hier zuhauf, handelt es sich hier ja schließlich auch um einen Horrorfilm. Trotz „vielversprechender“ Thematik, dürften die Gorehounds unter den Genre-Fans im Film nur wenig Schauwerte entdecken können, denn “Community” sieht von ausufernden “Schlacht”-Szenen gänzlich ab und setzt stattdessen auf Terror, Terror und nochmals Terror. Immerhin gelingt dies dem Film mit einer beachtlichen Souveränität. Viele der beklemmenden Szenen erinnern in der Tat an bekannte Genre-Schocker. Ebenso wurde die unangenehm schmuddelige Atmosphäre und einige geniale Zitate gekonnt aus Filmen wie “Texas Chainsaw Massacre“, “F” und “Mum and Dad” stibitzt und durchaus ansprechend in die Szenarie transferiert.
In einige Szenen schafft es “Community” mit einer bemerkenswerten Leichtigkeit eine durchaus bedrohliche und unangenehme Stimmung zu entwickeln, die mit gesellschaftskritischen Seitenhieben nicht geizt. Während die Erwachsenen im Drogenkoma ihr (scheinbar friedliches) Dasein auf der heimischen Couch fristen, sammeln die ganz Kleinen vor der elterlichen Wohnung bereits erster Erfahrungen im Umgang mit Stichwaffen, wobei die Jugendlichen des Viertels fast schon primitiv-animalische Instinkte entwickelt haben und weder sprechen noch denken können, sondern grunzen, schreien und töten. Ein gewisser geistiger und sozialer Verfall lässt sich hier nicht von der Hand weisen, wird den Kids ja nichts anderes vorgelebt, was ihnen förderlich für die Zukunft wäre. Die erschreckende Perspektivlosigkeit der Eltern wird ihnen unweigerlich übertragen und vorgelebt – ein Kreislauf aus dem es kein Entrinnen gibt.
Eine Kettenreaktion folgt, an deren Ende Hass, Wut und Gewalt regieren. Während die Eltern ihr Schicksal noch mit einer unbekümmerten Gelassenheit hinnehmen und Ihren unterdrückten Existenzängste im Konsum von Rauschmitteln ertränken, ist der von Generation zu Generation übertragene moralische und intellektuelle Verfall bei den Nachkommen umso ersichtlicher.
Die heranwachsenden Kids wirken seelenlos, kaltblütig und unberechenbar, agieren wie emotionslose Killerroboter und sind im Endeffekt das Resultat, der Perspektivlosigkeit der eigenen Eltern. In Anbetracht dieser Erkenntnis kann “Community” vollends überzeugen. Die Ansätze wirken durchaus interessant, was aber natürlich nicht zwingend bedeuten muss, dass der Film daher uneingeschränkt zu empfehlen sei.
Die eigentlich ambitionierte Botschaft will einfach nicht in einen Film mit diesem Kontext passen. Keine Ahnung was sich Regisseur „Jason Ford“ dabei gedacht hat, seine kontroverse Thematik in einer Horrorfilms (mit teilweise hanebüchenen, phantastischen Elementen) zu verpacken. Auch wenn der Beginn durchaus seine Momente besitzt, so driftet der Rest dieses Genre-Beitrages in einer vollkommen haarsträubenden und horrorlastigen Wendung ab, die angesichts der Thematik vollkommen unglaubwürdig und lächerlich wirkt. Da wird im Keller eines Hauses Marihuana angepflanzt und der Wachstum mit “menschlichen Dünger” beschleunigt. Zudem verspeist die “Community” das Fleisch ihrer Opfer. Natürlich bleibt das alles unentdeckt und natürlich kennen sich die Bewohner des Viertels trotz Armut und geistiger Schwindsucht, bestens mit der Bedienung neumodischer Handys aus. Vielleicht hätte der Film als Drama besser funktioniert, denn die nicht uninteressante Kritik an der heutigen selbssüchtigen Gesellschaft bietet durchaus ausreichend Diskussionsbedarf. Dennoch, aufgrund der recht unnötigen Terrorspitzen, ist „Community“ leider nur bedingt zu empfehlen. Gerade gegen Ende hin, entpuppt sich dieser vorliegende Terror-Schocker einmal mehr, als vollkommen dummer und einfältiger Horrorfilm der nichts thematisiert, was man nicht schon bereits in 10000 Terrorfilmen zuvor gesehen hätte.
[Achtung, es folgt ein SPOILER]
Trotz aller Kritik, stößt der Film am Ende dem Zuschauer mit einer gnadenlosen Konsequenz vor den Kopf. Kameramann „Will“ , einzige Sympathieträger der Geschichte, mit dem sich der Zuschauer verbunden fühlt und der sich bis dato nichts zu Schulden kommen lassen hat, wird im Verlauf der Handlung sadistisch in den Tod gejagt und das, obwohl er seine Freundin, die Filmstudentin „Isabelle“ permanent versucht von ihrem Vorhaben abzuhalten. Die lässt sich natürlich nicht von ihrem Tun abbringen und zerrt beide geradezu ins Verderben. Die diversen Alarmzeichen des Films werden hier natürlich unweigerlich missachtet (es ist ja auch ein Horrorfilm), und „Isabelle“ die ein durchaus finsteres Geheimnis birgt und eigentlich zum Sündenbock der Geschichte deklariert wird, überlebt das Martyrium. Dem Zuschauer dürfte derart unbefriedigender Schlussakt durchaus bitterlich munden, zumal das “Böse” überlebt und der eigentliche Symphatieträger über die Klinge springen muss …
Community – Fazit

Durchaus derbe Gesellschaftstudie, die im Kontext eines Horrorfilms etwas unangebracht wirkt.
Community – Zensur
Eine mögliche deutsche Fassung dürfte ungeschnitten das “Keine Jugendfreigabe“-Symbol zieren.
Community – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
F (2010)
Eden Lake (2008)
Society (1989)
Texas Chainsaw Massacre (1974)
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
Filmreview: “American Mary” (2012)
American Mary
Story
Mary ist eine typische Studentin. Sie ist fleißig, wissbegierig und permanent in Geldnot. Um sich dennoch das Chirurgie-Studium leisten zu können, entschließt sie sich aus der Not heraus auf eine Stellenausschreibung als erotische Masseurin in einem Strip-Clubs zu bewerben. Eine folgenschwere Entscheidung, denn der Besitzer des Lokals hat “Größeres” mit ihr vor. Er erkennt ihr Potenzial und führt die junge Frau in einer düstere Welt voller skurriler Gestalten, die nur einen Wunsch hegen: ihren Körper mittels „Body-Modification“ zu “perfektionieren”. Rasch macht die chirurgische Fingerfertigkeit der (an)gelernten Mary die Runde, sodass sie sich alsbald vor lukrativen Aufträgen zur “Körperverschönerung” nicht mehr retten kann. Auf einer Chirurgen-Party trifft sie wenig später auf ihren Dozenten, der nicht nur ihr umfangreiches Wissen zu schätzen weiß. Er macht die unwissende Mary durch Drogen gefügig und vergewaltigt die wehrlose Schülerin. Ein fataler Fehler, denn Mary beschließt grausame Rache …
American Mary – Kritik
Aufgrund der Masse an vollkommen desaströsen und beliebig austauschbaren Genre-Werken, dürfte es für den Filmfreund so langsam zu einer unüberwindbaren Herausforderung werden, darunter die wirklich hochwertigen Perlen zu finden. Kaum ein Thema in der Horrorfilmwelt existiert, dass nicht bereits zu Tode getrampelt und lukrativ ausgeschlachtet wurde. Umso verwunderlicher, dass es dennoch hin und wieder Horrorfilme aus Hollywood schaffen, durchaus Aufmerksamkeit zu erregen und für Gesprächsstoff zu sorgen. Das Psycho-Drama “American Mary” ist ein derartiger Fall, dem eine vollkommen neue Thematik zu Grunde liegt, der bisher dato kaum bis gar keine Beachtung geschenkt wurde und die mit Sicherheit ein gutes Dutzend thematisch ähnlich gestrickter Filme nach sich ziehen wird.
“American Mary” ist kein Horrorfilm im herkömmlichen Sinne. Die beiden “Soska Schestern“, Jen und Sylvia, die bereits im Jahre 2009 schon einmal versucht haben, mit ihrem Regie-Debütwerk “Dead Hooker in a Trunk” in der Horrorfilmszene Fuß zu fassen, haben mit ihrem zweiten abendfüllenden Langfilm genau ins Mark getroffen. “American Mary” ist ein ziemlich interessanter Beitrag, der ein überaus perfides Fetisch-Milieu thematisiert und den Zuschauer in eine vollkommen seltsame Welt entführt, von der man kaum glauben mag, dass diese letztendlich auch in der Realität existiert. Dort gehört sogenanntes “Extrem-Body-Modification” zum guten Umgangston, bei der sich eigentlich gesunde Menschen durch körperliche Verstümmelungen versuchen vom konventionellen Schönheitsideal abzuheben. Das beginnt durch schmerzfreies Stechen von Piercings und endet im Extremfall beim Entfernen ganzer Gliedmaßen, dem eigenen Individualismus wegen.
Freilich wirkt dieser Fetisch für den Otto-Normal-Bürger vollkommen befremdlich, dennoch umso lobenswerter, dass sich der Film derart kontroverser Thematik mit einem zwinkernden Auge nähert, ohne dabei jedoch den Verfechtern dieser etwas sehr speziellen Leidenschaft unweigerlich auf die Füße zu treten. Auch wenn das unverbrauchte Szenario durchaus Potenzial für schön derbe Kröselkost bietet, sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass es sich bei “American Mary” um einen zynischen Psychothriller handelt, der gänzlich andere Pfade einschlägt und sich unwesentlich mit der Folterei potenzieller Probanden beschäftigt. Hier wird nicht schaulustig gebohrt, geschlitzt und verstümmelt, sondern geradezu zwanghaft weggeblendet, wenn der Zuschauer hofft, gleich auf bluttriefenden Ekel-Terror zu stoßen. Ein guter Schachzug der beiden “Soska Geschwister“, hat der Film demnach genug Zeit sich auf das wirklich Wesentliche zu konzentrieren.
Im Mittelpunkt der Gegebenheiten steht die junge Mary, die von “Katharine Isabelle” trefflich in Szene gesetzt wird. Horrorfilmfreunden dürfte “Isabelle” nicht unbekannt sein, wusste sie bereits als Hauptfigur “Ginger” im Werwolf-Drama “Ginger Snaps – Das Biest in dir” durch ein facettenreiches Schauspiel zu überzeugen. Begrüßenswert und äußerst sympathisch, dass sich eine derart beliebte Horrorfilm-Ikone wie “Katharine Isabelle” erneut dazu entschlossen hat, in die skurrile Welt des Horrors abzutauchen, um einmal mehr dem Genre-Fan auf ansprechend hohem Niveau den Kopf zu verdrehen. Wie bereits in “Ginger Snaps” durchlebt auch ihre Rolle in “American Mary” eine bedeutsame Verwandlung, die sich aber in ihrem aktuellen Film natürlich freilich realistischer (wenn auch sehr oberflächlich) bebildert. Anfänglich lebensfroh und neugierig, durchlebt Marys Ego im Verlauf der Geschichte eine abrupte psychologische Veränderung, die seltsamerweise nicht auf ihre neues berufliches Dasein im Underground-Milieu zurückzuführen ist. Nachdem das selbstbewusste Mädchen von ihrem Professor sexuell misshandelt wird beginnt Mary einen regelrechten Schutzwall um ihre Person zu zimmern. Gefühle lässt sie nur selten zu, Skrupel kennt sie fortan nicht mehr. In nur wenigen Momenten, blitzt ein Funken Menschlichkeit aus ihrer geschunden Seele hervor. So sind Szenen, wie die in der sich die vermeintlich taffe Mary still trauern von ihrer geliebten Großmutter verabschiedet, rar gesät. Leider wird das Schicksal der durchaus interessanten Protagonistin nur zum Teil ausgereizt. Immer wieder meint man das Gefühl zu haben, als ob der Film sich allein nur auf das möglichst sensationsgeile Zurschaustellen des zugrundeliegenden Milieus konzentrieren möchte. Die wenigen durchaus unkonventionellen Charaktere kommen da hin und wieder etwas zu kurz, was etwas bedauerlich ist. Dennoch bleibt am Ende ein erfrischend andersartiger Film über, der sich nicht zwangsläufig nur im obligatorischen Blutzoll verfängt, sondern den Zuschauer versucht zu schockieren, indem er ihn in eine vollkommen absurde Welt entführt.
“American Mary” ist kein ruppiger “Rape-and-Revange”-Streifen. Ebenso ist der Film NICHT im Folter-Genre beheimatet, wie der Horrorfilmfreund vermutlich bei derart düsteren Kontext vermuten würde. Der Film ist ein dunkler Psycho-Trip in eine Welt, in der der eigene Körper quasi schon fast kunstvoll in Szene gesetzt wird. Hierbei werden gekonnt Einflüsse aus asiatischen Extrem-Filmchen mit zweifelhaften S/M-Praktiken und Cronberg´schen Körperhorror verknüpft. Eine Ähnlichkeit zum Horrorthriller “Dee Snider’s Strangeland” aus dem Jahre 1998 ist unverfehlbar. Dennoch, auch wenn sich der Film nur grob mit dem psychischen Verfall der Hauptdarstellerin beschäftigt, so verfehlt der Film seine durchaus kontroverse Aussage nicht. Gelingt es Genre-Filme nur selten gesellschaftskritische Botschaften zu vermitteln, so scheint „American Mary“ dies geradewegs mit einer spielerischen Leichtigkeit zu gelingen. Ob nun bewusst oder unbewusst sen dahingestellt. Das erfrischende Szenario dokumentiert mit einer zynischen Leichtigkeit das krankhafte Streben nach der Perfektion des eigenes Körpers. Hierbei bedient sich „American Mary“ zwar mit dem hier bebilderten „Body-Modification“ einem durchaus extremen Beispiel; die Grundaussage des Film lässt sich aber natürlich auch in alle übrigen Bereiche des täglichen Lebens transferieren. Ob nun unnötige Schönheits-OPs, der bevorstehende Friseurtermin oder ein schweißtreibender Besuch im Fitnessstudio – der zwanghafte Schönheitswahn, den die Gesellschaft aktuell unweigerlich vordiktiert ist mittlerweile bereits allumfassend.
American Mary – Fazit

Spannender und erfrischend kontroverser Blick in eine skurrile Welt voller seltsamer Gestalten.
American Mary – Zensur
Die deutsche Fassung aus dem Hause “Universal Pictures” ist mit dem “Keine Jugendfreigabe“-Aufdruck vollkommen ungeschnitten.
American Mary – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
Girls against Boys (2012)
Dee Snider’s Strangeland (1998)
Filmreview: “Come Out and Play” (2013)
Come Out and Play
Story
Beth (Vinessa Shaw) und Francis (Ebon Moss-Bachrach) erwarten ein Kind und reisen nach Mexiko, um ein wenig Ruhe zu finden und den Kopf frei machen zu können. Leider entpuppt sich der eigentliche Ferienort schnell als Karneval-Feiermeile, sodass die beiden rasch ein Boot mieten und zu einer idyllischen Insel übersetzen, auf welcher die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Doch kaum im vermeintlichen Paradies angekommen, wundert sich das Paar darüber, dass hier schlichtweg kein Erwachsener anzutreffen ist. Der Ort scheint wie ausgestorben und ein Gefühl des Unbehagens kommt unweigerlich auf, als die beiden beobachten, wie die Kinder der Insel sich zusammenrotten und einen Erwachsenen nach dem Nächsten auf arg grausame Weise in die ewigen Jagdgründe befördern …
Come Out and Play – Kritik
Um Zuge der ökologischen Aufklärung des letztens Jahrhunderts entwickelte sich in den 1970er Jahren eine zunehmend bewusstere globale Auseinandersetzung mit der Problematik der Umweltverschmutzung, die nicht nur ein radikales Umdenken unter den Menschen zur Folge hatte, sondern auch viele Regisseure dazu bewegte, ihre gesellschaftskritischen Botschaften zugleich auch auf Zelluloid bannen zu müssen. Filme, wie “Frogs“, “Long Weekend” und “Piranhas” schossen wie Pilze aus dem Boden und begründeten wenig später ein neues Sub-Genre, in welchem die Natur unweigerlich zum Angriff bläst, um die unbelehrbare Menschheit für das Vergehen an ihrem kostbaren Lebensraum zu bestrafen. Im Zuge der überaus kassenträchtigen aber dennoch stets gesellschaftskritischen “Öko-Horrorfilmwelle” der 70er erblickte auch der spanische Thriller “Who Can Kill a Child” das Licht der Filmwelt, der sich nicht nur auf das damals so brisante Umweltproblem konzentrierte, sondern ebenso begann, diverse Verbrechen gegen die Menschheit offenkundig anzuprangern. Hierbei bot der Film vor allem dadurch kontroversen Zündstoff, indem er zu Beginn auf erschreckende und dokumentarische Weise bebilderte, welch schwerwiegenden Folgen vor allem kriegerische Auseinandersetzungen nach sich ziehen können und wer letztendlich darunter am meisten zu leiden hat: die Kinder.
Als Grundlage für den spanischen Films “How Can kill a Child” diente der Roman “El juego de los niños” von “Juan José Plans“, der ein wahrlich apokalyptisches Schreckens-Szenario schildert und sich die Frage stellt, was letztendlich wäre, wenn sich die Schwächsten in der Gesellschaft zusammenraffen und in den Krieg gegen die Erwachsenen ziehen würden, um für all die Schandtaten an ihren kleinen Seelen Vergeltung einzufordern. Immerhin scheint die Botschaft des Film aktueller denn je, sodass sich Remake-Regisseur „Makinov“ darin verpflichtet sah, die durchaus zeitlose Erkenntnis des Buchvorlage in die Gegenwart transferieren zu müssen, um die kontroverse Thematik mittels glattgebügelten Remakes auch einer neuen Generation zugänglich machen zu können. Dass „Makinov“ sich hier natürlich eine große Bürde aufgezwungen hat, dürfte auf der Hand liegen, besticht bereits das Original mit einer durchaus beklemmenden und besonderen Atmosphäre, die man bis dato in noch keinen Genre-Film bewundern durfte. Das bemerkenswerte jedoch ist, und das macht den Film durchaus zu einem waschechten Klassiker des Genres, dass “How Can Kill a Child” selbst 35 Jahre nach seiner Entstehung immer noch zu fesseln weiß und rückblickend betrachtet, seiner Zeit weit voraus war. Umso erfreulicher also, dass sich „Makinov“ der wertvollen Qualität diese kleinen Genre-Perle durchaus bewusst war und diesen wichtigen Klassiker nun mit dem nötigen Respekt neuinterpretiert hat. Seine Neuauflage mit dem etwas sehr reißerischen Titel “Come Out and Play” orientiert sich hierbei jedoch sehr an das Erfolgskonzept des Originals. Der Schauplatz besitzt eine erschreckend präzise Ähnlichkeit mit dem aus der Vorlage, die menschenleeren Gassen verursachen ein ebenso bedrohliches Unbehagen und die unerträgliche Hitze der spanischen Mittagssonne birgt ein sonderbares Gruselfeeling, dass bereits Regisseur „Serrador“ im Original kongenial einzufangen wusste. Überhaupt klammert sich “Come Out and Play” krampfhaft an die atmosphärisch dichte Grundlage, ganz so als hätte „Makinov“ davor Angst der Geschichte eine nötige Eigenständigkeit einzuverleiben. Im Grunde genommen keine dumme Idee, denn aufgrund der haargenauen Umsetzung lässt sich letztendlich schwer deuten, welcher der beiden Filmen denn nun eigentlich der Bessere ist.
„Makinovs“ behutsames Vorgehen ist zwar löblich, dennoch zwängt sich einem als Zuschauer hierbei natürlich unweigerlich die Frage auf, welchen Sinn denn letztendlich eine filmische Neuinterpretation besitzt, wenn diese im Grunde genommen den Mut davor scheut, dem gesamten Treiben eine eigenständige Note zu verleihen. Vermutlich mag der Grund hier natürlich in der lukrativen Neu-Aufbereitung altbekannter Filmstoffe liegen, die in Hollywood aktuell eine Hochkonjunktur erleben und seit nun schon über 10 Jahren maximale Gewinne in die ohnehin leeren Kinokassen spülen. Da bereits unlängst alles recycelt wurde, was in der Horrorfilmszene Rang und Namen besitzt, scheint es nun an der Zeit, selbst den unbekannten Klassikern eine Frischzellenkur zu spendieren – ganz der Devise: minimaler Aufwand führt hoffentlich zu maximalen Gewinn. Schenkt man den Informationen Glauben, die man im Internet zu “Come Out and Play” findet, so soll das Remake rund sechs Millionen EURO gekostet haben. Für einen kleinen Film wie diesen ein enorm umfangreiches Budget, das man dem Film leider nur selten ansieht.
Auch wenn „Makinov“ sich etwas zu versteift an der Vorlage orientiert, so erstaunt dennoch, mit welch spielerischer Leichtigkeit es ihm gelingt, einen durchaus spannenden Film zu konstruieren, der sogar den Kennern des Originals den Atem stocken dürfte. Hierbei ist natürlich das dreckig-verschwitztes Gruselflair zu nennen, dass unweigerlich an das Terror-Kino der 70er erinnert und dem Film mit einer ganz speziellen Atmosphäre beschenkt. Die Hitze ist stets präsent und scheint den beiden Hauptcharakteren gänzlich den Verstand rauben zu wollen. Und gerade in derart belastenden Wetterlage sieht sich das Paar mit einer Horde rebellischer Kids konfrontiert, die wie durch Hypnose verzaubert, durch die Gassen des Küstenstädtchens wandeln. Immerhin versucht „Makinov“ sich mit seiner Neuauflage an die zeitgemäßen Regeln des aktuellen Horrorfilms zu orientieren. Denn während das Grauen im Original eher subtiler Natur war, hält „Makinov“ natürlich mit der Kamera zeigegeil drauf, sodass hier auch Horrorfilmfreunde auf ihre Kosten kommen dürften, die es hin und wieder etwas ruppiger mögen. Ob das dem Film letztendlich wirklich förderlich ist, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Da werden Ketten aus Ohren und Fingern gefertigt und Erwachsene auf arg bestialische Weise ausgeweidet. Für unseren Geschmack etwas zu viel des Ganzen, da hierbei der Grundtenor der eigentlichen Botschaft des Films in gänzlich andere Sphären driftet. Überhaupt bleibt die Botschaft für Nichtkenner der Buchvorlage und des Originals vollkommen im Dunkeln verborgen. Wurde der Epilog zu “How Can Kill a Child” noch mittels verstörenden Filmaufnahmen des Zweiten Weltkriegs bebildert, um die Film-Interpretation für den Zuschauer zugänglicher zu gestalten, so fehlen derart Hinweise im Remake gänzlich.
Nichtsdestotrotz, auch wenn “Come Out and Play” eigentlich im Grunde genommen haargenau die gleiche Geschichte, nur mit anderen Schauspielern erzählt, so kann man dennoch nicht behaupten, dass “Makinov” mit seinem Remake gescheitert ist. Der Film ist gnadenlos spannend und dürfte selbst den Kennern der Vorlage hin und wieder gehörige Schauer bescheren. Auch wenn die eigentliche Grundaussage des Film gänzlich im Verborgenen bleibt und “Come Out and Play” einige sehr fragliche Gewaltspitzen zelebriert, sollte diese Neuinterpretation nicht unbeachtet bleiben. Zwar wirkt die gesamte Inszenierung, gerade aufgrund der etwas expliziten Zeigefreudigkeit einiger “böser” Szenen, durchaus als bekäme der Zuschauer hier einen weiteren Teil des beliebten “Kinder des Zorns”-Franchise serviert; trotz kleiner Schnitzer hat Regisseur „Makinov“ es dennoch geschafft, einen Film zu drehen dem es wahrhaftig gelingt, über weite Strecken die Qualität des Originals zu erreichen und welcher nur minimal schlechter ist, als seine Vorlage.
Come Out and Play – Fazit

Unglaublich spannender Survial-Schocker unter der bedrückenden Sonne Mexikos
Come Out and Play – Zensur
Die deutsche Fassung dürfte ungeschnitten eine „Keine Jugendfreigabe“-Einstufung erhalten.
Come Out and Play – Trailer
Hellraiser80
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Filmreview: “Girls against Boys” (2012)
Girls against Boys
Story
Manche Frauen haben einfach nur Pech im Leben, so auch die junge Shea (Danielle Panabaker), die sich scheinbar immer in die falschen Männer verliebt. Nachdem sie von ihrem Partner verlassen wurde, weil dieser verheißungsvolle Zukunftspläne zusammen mit seiner Frau schmiedet, ist Shea am Boden zerstört und vertraut sich ihrer Arbeitskollegin Lu (Nicole LaLiberte) an. Kurzum flüchten die beiden auf eine angesagte Party, um sich den Frust von der Seele zu tanzen. Doch der nächste Morgen offenbart Tragisches, denn auf ihrem Heimweg wird Shea von einer flüchtigen Party-Bekanntschaft skrupellos vergewaltigt. Vollkommen verstört schleppt sich das junge Mädchen zusammen mit ihrer neuen besten Freundin Lu in eine der nächsten Polizeistationen, wo das missbrauchte Opfer jedoch auf wenig tröstende Worte stößt, als vielmehr Spott und Hohn erntet. Da beschließen die beiden Frauen, dass Gesetz selbst in die Hände zu nehmen und den Peiniger auf grausame Art und Weise zu bestrafen …
Girls against Boys – Kritik
Um Gottes willen, was war denn das? Horror, Satire, Thriller oder gar gesellschaftskritisches Selbstfindungs-Drama? So wirklich einordnen lässt sich “Girls against Boys” nämlich nicht wirklich, auch wenn der notdürftig zusammengeschusterte Plot einmal mehr expolitationhaftes Revenge-Kino der Extra-Klasse suggeriert. Zwar werden hier diverse Filmzutaten aus unterschiedlichen Genres katastrophal wirr miteinander verknüpft, dennoch kann man trotzdem nicht behaupten, dass das vorliegende Rache-Filmchen dadurch schlechter ist, als manch klassischer Rape-and-Revenge-Thriller, der sich vordergründig mit zeigefreudigem Rache-Gekröse beschäftigt. Der Film wird hierbei aus der Sicht der leidenden und durchaus naiv handelnden Shea geschildert, die erkennen muss, dass man in einer egoistischen und selbstsüchtigen Welt wie der Unseren, doch besser einen dicken Schutzwall um das eigene Seelenheil zimmert, damit man nicht derart schnell verletzt und enttäuscht werden kann, wie der Film zu Beginn erschreckend dokumentiert. Durch prägende Schicksalsschläge, welche sie im Verlauf des Filmes über sich ergehen lassen muss, wächst sie letztendlich über sich selbst hinaus und wird zur skrupellosen Rächerin, die sich von Nichts und Niemanden aufhalten lässt. Dabei dient ihr die geheimnisvolle Lu als erfahrene Lehrerin, die bereits schon früh gelernt haben muss, jedem Mann mit einer gehörigen Portion Skepsis gegenüberzutreten.
Ihr Charakter wird durch unnahbare, unterkühlte und emotionslose Gestiken bebildert, welche vermuten lassen, dass Lu ebenso einschneidende Erfahrungen mit Männern erlebt und nun einen unstillbaren Hass gegenüber dem starken Geschlecht geschürt haben muss.
Dennoch bleibt ihr Schicksal gänzlich ungeklärt, was ihre Rolle durchaus einige interessante Facetten verleiht, dennoch gleichzeitig diverse Fragen in den Raum wirft. Woher ihr Zorn und ihre Verachtung rührt, hinterfragt “Girls against Boys” leider nicht, sodass man als Zuschauer meinen könnte, dass Lu aus reinem Genuss am Foltern, Männer skrupellos über den Jordan meuchelt.
Trotz eigentlich kontroverser Botschaft, reduziert sich die dramenlastige Inszenierung und das Martyrium Sheas leider nur auf den Beginn der Geschichte. Wie so oft in klassischen Rape-and-Revenge-Filmen, werden die Gegebenheiten einmal mehr auf die Spitze getrieben. Auch “Girls against Boys” macht da keine Ausnahme. Das Opfer Shea wird schön sadistisch durch die emotionale Hölle gejagt, sodass die Frau jegliche Selbstachtung vor ihrer eignen Person verliert, damit letztendlich der Racheakt eingeleitet werden kann und die “(Folter)Spiele” beginnen dürfen. Der gierige Horrorfilmfreund dürfte sich hierbei natürlich gierig die Hände reiben, zumal “Girls against Boys” hier durchaus Zündstoff bietet, ein angemessenes Gorefest zu zelebrieren.
Wer jedoch hier auf zeigegeiles Foltergekröse hofft, dürfte gänzlich enttäuscht werden, denn Regisseur hält sich bei der blutigen Zurschaustellung obligatorischer Gemeinheiten dezent zurück, was in diesem Falle natürlich nicht negativ gewertet werden soll. Die Kamera ist zwar auch in den “bösen” Szenen immer aktiv am Geschehen beteiligt, hält die Linse aber hierbei immer auf die Gesichter der beiden Rächenden, die mit Sägen und Macheten schonungslos zur Tat schreiten und ihren Peinigern Löcher durch Genitalien jagen oder die Gliedmaßen von den Körpern ihrer Opfer trennen. Zwar wirken diese Szenen schonungslos hart, dennoch weiß ein unbeschwerter Sarkasmus die ansprechenden Folterszenen zu begleiten, sodass einige Gewaltakte dadurch bereits wieder weniger hart wirken. Überhaupt durchzieht die gesamte Szenarie ein merklich befremdlicher Unterton. Da laufen Popsongs im Hintergrund, die von der Schönheit des Verliebtseins berichten und davon erzählen, wie stark die Liebe von Mann zu Frau sein kann – das alles natürlich in einem Kontext, der das ganze Gegenteil symbolisiert. Auch die grotesken Wortgefechte zwischen den beiden Mädchen wirken während ihren sadistischen Racheakten durchaus erheiternd, was den Film durchaus aufzuwerten weiß und ein wenig abhebt von üblicher Revenge-Kost.
Dennoch, auch wenn “Girls against Boys” am Ende doch etwas anders sein will, als die üblichen Konsorten seines Sub-Genres, so schafft es Regisseur „Austin Chick“ letztendlich dennoch nicht, seinen recht fiesen und vor allem überraschend wortkargen Schocker vor groben Schnitzern zu bewahren. Die stereotype Betrachtungsweise von Mann und Frau wirkt hier mitunter sehr eindimensional.
Der Mann wird, wie so oft, als triebgesteuerter Primat skizziert, der wie so oft die Frau allein nur als Begattungsmaschine betrachtet. Die Frau wiederum wird natürlich einmal mehr als primitives Dummchen beschrieben, die zwar mit ihren Reizen zu provozieren weiß, dennoch am Ende immer das Nachsehen trägt, egal in welcher Hinsicht. Eine wirklich ernstzunehmende Auseinandersetzung mit den Geschlechterverhältnissen findet hier natürlich keineswegs statt, zumal die Sicht einzig aus der Perspektive der Frau geschildert wird. Auch verliert der eigentlich kontroverse Charakter des Films spätestens mit der Einleitung des Racheakts jegliche Glaubwürdigkeit. Shea und Lu hinterfragen ihre Schandtaten natürlich zu keiner Minute und werden natürlich weder von Polizei verfolgt, noch von sonst irgendjemanden in die Schranken gewiesen. Zudem fragt man sich als Zuschauer ohnehin, warum die missbrauchte Shea auch Tage nach ihrem körperlichen Mißbrauch immer noch mit Highheels und Minirock durch die dunklen Gassen der Großstadt stolziert.
“Austin Chick” ist mit seinem “Girls against Boys” ein recht passabler Thriller geglückt, der schon irgendwie ein wenig abgefahren wirkt. Leider scheint der ziemlich erschütternde und bierernste Beginn nicht so wirklich zum vollkommen durchgeknallten und zynisch-dialogisierten zweiten Teil der Geschichte zu passen. Teilweise mag man als Zuschauer das Gefühl nicht loswerden wollen, als hätte Regisseur “Austin Chick” zu Beginn selbst nicht wirklich gewusst, in welche Richtung denn nun sein “Geschlechterkampf” abzielen sollte. Trotz der wenigen psychologisch ansprechenden Ansätze wirkt sein Film irgendwie substanzlos und eine wirklich plausible Aussage mag der Film auch nicht so recht treffen wollen. Trotzdem, auch wenn es das rabenschwarze “Thelma und Louise”-Plagiat nur selten schafft, sich auf ernsthafter Basis mit gesellschaftskritischen Themen auseinanderzusetzen, kann man Chick nicht vorwerfen einen miesen und überflüssigen Film gedreht zu haben. “Girls against Boys” wird seine Liebhaber finden, da sind wir uns sicher, immerhin wissen die wenigen Racheakte mit einer ziemlich kompromiss- und schonungslosen Darbietung zu überzeugen. Somit dürfte “Girls against Boys” gerade für all die Horrorfilmfans interessant sein, die bisher noch immer nicht genug von missbrauchten Frauen haben, die sich schön selbstzweckhaft und grafisch ansprechend an ihren Peinigern zu rächen wissen!
Girls against Boys – Fazit

Man sollte nie die Rache einer Frau unterschätzen – Bitterböser Geschlechterkampf mit einigen ziemlich markerschütternden Szenen.
Girls against Boys – Zensur
Die deutsche Fassung dürfte ungeschnitten eine „Keine Jugendfreigabe“-Einstufung erhalten.
Girls against Boys – Trailer
Hellraiser80
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Filmreview: “Das Kind” (2012)

Das Kind
Story
Der an einem unheilbaren Hirntumor erkrankte Waisenjunge Simon Sachs (Christian Träumer) freundet sich im Krankenhaus mit Carina Freitag (Sunny Mabrey) an. Um ihm die Angst vor dem Tod zu nehmen, schenkt die Krankenschwester Simon zu seinem zehnten Geburtstag eine „Rückführung“ beim Psychologen Dr. Tiefensee (Luc Feit). Doch der Junge erlebt dabei eine negative Überraschung: Er sieht sich selbst bei der Ermordung eines Menschen. Fortan hält sich Simon für einen Serienmörder und will sich der Polizei stellen. Noch ungläubig hinsichtlich des Wahrheitsgehaltes von Simons Vision geht Schwester Carina darauf ein, einen der Tatorte aufzusuchen und überredet ihren Ex-Freund, den Anwalt Robert Stern, sie und Simon zu begleiten. Der Junge führt sie in eine alte Fabrik, wo sie tatsächlich eine Leiche finden. Der ist, wie in Simons Vision, der Schädel mit einem Beil eingeschlagen wurden. Stern meldet den Vorfall der Polizei, doch die Tatsache, dass der Mord bereits fünfzehn Jahre zurückliegt, also noch vor Simons Geburt, führt dazu, dass der Verdacht bald auf den Anwalt fällt. Es beginnt ein Wettlauf zwischen dem Trio Stern, Simon und Carina auf der einen Seite, der Polizei, einem mysteriösen Erpresser, der von Stern den Namen des Mörders wissen will und dem Mörder selbst. Das unerklärliche Wissen des Jungen, dessen Alpträume ihn zu weiteren Toten führen, macht diesen Trip zunehmend unheimlicher…
Das Kind – Kritik
Was sich vom Setting her spannend anhört, entpuppt sich auf der Leinwand bzw. auf der heimischen Mattscheibe als einigermaßen halbherziger Versuch, einen Hollywood-Blockbuster nachzuahmen. Das Problem des Films sind dabei nicht logische Stolpereien – die schlussendliche Erklärung für Simons Visionen ist zumindest plausibel – oder schlechte Schauspieler, sondern dass es ihm zu keinem Zeitpunkt gelingt, „echt“ zu wirken. „Das Kind“ ist von Deja-vus durchsetzt: „Staranwalt“ Robert Stern (Eric Roberts) gibt mit seiner grauen Fönfrisur einen Aufguss von Richard Gere (witzigerweise ist Eric der Bruder von Julia Roberts), Frederik Losensky (Reiner Schöne) lässt in seinem religiösen Eifer aber auch optisch an die Figur des Chartand aus der Verfilmung von Dan Browns „Illuminati“ denken. Und auch hinsichtlich der Sehgewohnheiten des Mainstream-Kinos bewegt man sich auf der sicheren Seite: Wenn zum Beispiel am Ende Simon stirbt, wird das Pathos mit der großen Suppenkelle verteilt, die Musik dudelt geschmacksverstärkerisch wie in einem der typischen Ami-Schinken. Die Tränendrüse drückt quasi da von selbst, dem Pawlowschen Reflex entgeht niemand. Das Kochrezept ist altbewährt und tausendfach erprobt, allein mangelt es an der eigenen kreativen Beitrag, am letzten Pfiff.
Entstanden ist „Das Kind“ nach dem gleichnamigen Roman von Sebastian Fitzek. Gedreht wurde 2011 in Berlin, der Heimatstadt des Autors. Die Vorlage des Thriller war ein Bestseller, da dürften die Erwartungen der Fans hoch gewesen sein. Doch der Film wirkt aufgesetzt und blutleer, die Figuren mit wenigen Ausnahmen künstlich. Dass „Das Kind“ in englischer Sprache produziert und deutsch synchronisiert wurde, erklärt diesen Effekt des „Fremdelns“ mit dem Personal zwar nicht, dürfte ihn aber ein Stück weit verstärken. Vielleicht liegt ja das Problem bei Regisseur Zsolt Bács, ein Freund Fitzeks, der uns bereits mit solch Sternstunden der Fernsehunterhaltung wie „Der Bergdoktor“, „SOKO Rhein-Main“ oder „Forsthaus Falkenau“ beglückte. Der Mann weiß sicher, mit welchen Zutaten man eine schmackhafte Suppe anrührt, nur wird er deshalb nicht zwangsläufig zum Gourmet-Koch. Handwerklich gibt es nichts zu kritisieren, doch spricht es Bände, wenn Fitzek ihn mit folgenden Worten charakterisiert: „Mit Zsolt kann man allerdings auch nicht wirklich streiten, dazu ist er viel zu nett.“ (aus dem Pressheft zum Film). Wahrscheinlich hätte ein routinierter Thriller-Handwerker wie David Fincher den Stoff adäquat umgesetzt, doch Fitzek hat sich auf seinen Kumpel verlassen. Danach befragt, wieso er die Verfilmung angeht, obwohl viele der Meinung seien, dass ein „deutscher Psychothriller nicht funktioniert“, antwortet der Autor: „Weil ich ein unerschütterlicher Optimist bin… Aber ich wollte es dann auch einfach wissen.“ Mit Optimismus allein lässt sich der internationalen Mainstream-Erfolg wohl nicht herbeireden. Ein Manko des deutschen Films – der häufig genug zu Unrecht kritisiert wird – ist wohl auch das Schielen in Richtung Amerika. Doch dort gelingt es gerade eher eigenständigen Werke zu punkten, so wie Ole Bornedal „Nachtwache“ oder „Monsieur auf Abwegen (Un éléphant ça trompe énormément)“ von Yves Robert, die ein Remake in Hollywood erfuhren. Warum die Amis einen mittelmäßigen „Sieben“-Abklatsch beklatschen sollten, bleibt ein ungelöstes Rätsel.
Erwähnt werden soll an dieser Stelle, dass es zumindest ein kleines Highlight gibt: Die positive Überraschung des Films ist Dieter Hallervorden als Stiemer. Wer Hallervorden nur als blödelnden Grimassenschneider kennt, wird überrascht sein, dass der mittlerweile 78-Jährige in „Das Kind“ glaubwürdig den verrückten Drahtzieher eines Kinderschänderringes spielt. Nicht zu vergessen Ben Becker der sich quasi selbst spielt: Er gibt den Borchert, einen zupackenden Zuhälter mit Herz und großer Schnauze. Eine Rolle, die Becker auf den Leib geschrieben scheint.
Das Kind – Fazit

Alles in allem ist „Das Kind“ durchschnittliche und durchschnittlich spannende Unterhaltung, nicht schlecht aber auch kein großer Wurf. Der Grusel- und Splattergrad ist eher gering. Hartgesottene Slasher-Fans werden den Film als Kinderprogramm einstufen, was auch thematisch ganz gut passt.
Das Kind – Zensur
Die Heimkino-Fassung von “Das Kind“ ist mit einer FSK 16 vollkommen ungeschnitten!
Das Kind – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: Das Kind; Deutschland 2012
Genre: Thriller, Horror, Mysterie, Krimi
Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2.35:1; (1920x1080p)
Laufzeit: ca. 119 Min.
FSK: FSK 16
Verpackung: Amaray mit Wendecover
Extras: Making of, Trailer
Die Verfilmung des bekannten Bestellers wurde von den Lesern des Romans als sehr zwiespältig aufgenommen. Viele Details aus dem Buch fehlen in der Kinoumsetzung gänzlich, sodass der Film nicht annähernd der enorme Erwartungshaltung erfüllen konnte, die DAS KIND bei Fans des Buchvorlage vor dem Kinostart geschürt hatte. Das macht sich leider auch in der Blu-ray-Auswertung bemerkbar. Allzu ausufernd kommt die nicht daher. Zwar ist der Ton und das Bild durchweg auf sehr hohem Niveau, dennoch scheint es hin und wieder etwas gewöhnungsbedürftig, wenn sich die Lippen der teilweise deutschen Schauspielercrew (der Film wurde in englischer Sprache gedreht) vollkommen asynchron zur deutschen Synchronisation bewegen. Das zugegebenermaßen stimmige Menü, bietet gerade einmal ein deutsches Making of (20 min. / HD) und den Trailer zum Hauptfilm, ebenso in deutscher Sprache. Drei weitere Trailer kommender Filme aus dem Hause EUROVIDEO runden das Bonuspaket ab. Bleibt zu erwähnen, dass es noch einen BD-LIVE-Zugang gibt, bei dem ein Zugang zum Internet benötigt wird um Zusatzinformationen zum Film zu erhalten und dem Filmfreund zudem ein Wendecover spendiert wurde. Untertitel zum Film gibt es übrigens keine!
Das Kind [Blu-ray] jetzt bei AMAZON bestellen
Das Kind – Trailer
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The Ghostmaker (2011) - Ebenfalls Beitrag des deutschen After Dark Films
Kinostart: “Hitchcock” am 14. März 2013

Kaum ein Regisseur hat das Genre des Thrillers und das des Horrors derart maßgeblich geprägt, wie Regie-Legende „Alfred Hitchcock“, der mit Filmen wie „Psycho“ und „Die Vögel“ nicht nur Filmgeschichte schrieb, sondern unzählige Filmemacher in ihrem cineastischen Schaffen beeinflusst und inspiriert hat. Nun, zum 33. Todestag, erscheint ein autobiografisches Werk des vermutlich einflussreichsten Filmemachers aller Zeiten. Oscar-Preisträger „Anthony Hopkins„ übernimmt die Rolle des ‘Meister des Suspense’ und glänzt hierbei mit einer grandiosen Schauspielleistung, die vermutlich für noch einigen Gesprächsstoff sorgen dürfte. Das beeindruckende und hochkarätig besetzte Stück Zelluloid (u.a. Toni Collette, Michael Stuhlberg, Michael Wincott etc. ) mit dem schlichten, aber dennoch trefflichen Titel „Hitchock“ startet am – 14.März 2013 – in den deutschen Lichtspielhäusern und handelt von der eigenwilligen Beziehung Hitchocks zu seiner Partnerin Alma Reville, die ihm nicht allein nur als treusorgende Ehefrau zur Seite stand. Als ihm das Buch „Psycho“ in die Hände fällt und Hitchcock daraufhin überzeugt ist, aus der Geschichte einen bahnbrechenden Film kreieren zu können, scheitert die Realisierung des Kult-Schockers beinahe an am Desinteresse der Investoren, die in „Psycho“ keinen Erfolg sehen wollten. Kurzum beschließt er den Film aus eigener Tasche zu finanzieren, wobei er von Ehefrau Alma Reville tatkräftig unterstützt wird.
Filmreview: “The ABC´s of Death” (2012)
The ABC´s of Death
Story
26 Todesarten und 26 Horror-Kurzgeschichten. Unter dem Slogan “The ABC´s of Death” schildern 26 verschiedene Regisseure ihre ganz eigene Betrachtungsweise zum Thema Tod. Unter den anwesenden Filmemachern haben sich eine stattliche Anzahl bekannter Genre-Größen versammelt, die in der Horrorfilmszene nicht unbekannt sind:
„Nacho Vigalondo“ (“Timecrimes“), „Xavier Gens“ (“Frontier(s)“) „Adam Wingard“ und „Simon Barrett“ (“V / H / S “), „Jason Eisener“ (” Hobo with a Shotgun “), „Ti West“ (“The Innkeepers“) und „Ben Wheatley“ (” Kill List “).
The ABC´s of Death – Kritik
Wenn sich 26 talentierte Köche zusammentun, um an einer Suppe köcheln, so kann man laut Erfahrung oftmals davon ausgehen, dass am Ende eine ziemlich versemmelte Soße bei rauskommen dürfte. Denkste, dachten sich 26 Regisseure und begannen an einem abendfüllenden Spielfilm zu tüfteln, der die Filmwelt vom Gegenteil überzeugen sollte. Unter dem Banner “The ABC´s of Death” bekamen 25 von Ihnen die Aufgabe mit ca. 5000 US Dollar, einen etwas 10-minütigen Filmbeitrag zu kreieren, der sich mit einer möglichst perfiden Art des Sterbens beschäftigen sollte.
Damit nicht nur alteingesessene Filmhasen die Chance ergreifen konnten, ihr künstlerischen Visionen auf die große Leinwand zu transferieren, wurden auch potenzielle Hobby- und Nachwuchsregisseure dazu aufgefordert, ihr kreatives Schaffen der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Kurzum wurde ein Youtube-Wettbewerb ins Leben gerufen, der diverse unbekannte Filmemacher dazu bewegte, eigene Kurzfilme zu drehen und sich mit selbigen für den noch fehlenden 26. Beitrag zu bewerben. Eine rege Teilnahme erfolgte, wobei sich der Brite “Lee Hardcastle” mit seiner skurrilen Tonfiguren-Animation direkt in die Herzen der Jurymitglieder “kneten” und sich auf diesem Wege den Buchstaben “T” ergattern konnte.
Nach der Weltpremiere beim internationalen Filmfestival in Toronto wurde “The ABC´s of Death” mit teilweise gemischten Gefühlen aufgenommen. “…Zu viele Filme, zu wenig qualitativ wertvolle Beiträge…” ließen Kritiker verlauten und in der Tat, ein marginaler Teil der Gesamtwerks beinhaltet durchaus durchwachsene und gewöhnungsbedürftige Kost. Hierbei wären vor allem einige durchweg geschmacklose Beiträge zu nennen, die sich mit äußerst kontroversen Themen beschäftigen und sie zugleich in einen durchweg bizarre Background verfrachten. Einer dieser Beiträge ist “Ti West´s” (“House of the Devil“) “M is for Miscarriage“, in welchem eine Frau versucht ihre Fehlgeburt zu beseitigen.
West, der sich zuletzt mit zwei äußerst gelungen Spielfilmen als unkonventioneller Filmemacher behaupten konnte, hat sich mit seinem ziemlich lust- und geschmacklosen Beitrag keinen wirklichen Gefallen getan. Seine Erzählung wirkt durchweg uninspiriert, überflüssig und unwichtig, sodass man als Fan des Ausnahme-Regisseurs rein gar nicht glauben möchte, dass “West” derart Nonsens für ein so ambitioniertes Werk, wie “The ABC´s of Death” beigesteuert haben soll.
Doch nicht nur “Ti West” allein, war der Aufgabe nicht annähernd gewachsen einen halbwegs einfallsreichen Kurzfilm zum Thema Tod beizusteuern, auch der Brite “Jason Eisener” (“Hobo with a Shotgun“) wusste mit dem ihm zugeteilten Buchstaben nichts wirklich Kreatives anzufangen. Sein Kurzfilm über einen in die Jahre gekommenen Hausmeister, der eine etwas abartige Vorliebe für die heranwachsenden Knaben einer Grundschule besitzt und mit Genuß deren Schweiß von den Sportbänken der Turnhalle schleckt und deshalb “bestraft” wird, wirkt derb daneben und bereichert diesen Anthologie-Streifen in keinster Weise. Trotzdem, auch wenn sich in “The ABC´s of Death” einige ziemlich misslungene Querschläger eingeschlichen haben, so sollte diese Kurzfilm-Parade von keinem Horrorfilm-Fan unbeachtet bleiben, der sich auch für Werke jenseits des Mainstreams interessiert. Die Produzenten “Tim League” und “Ant Timpson” haben mit ihrem “The ABC´s of Death” ein kreativ ansprechendes Werk geschaffen, dass überwältigt und in derart umfangreichen Form seinesgleichen suchen dürfte. Ob zynisch-makaber, blutgierig-widerwärtig oder kunstvoll-experimentierfreudig; die Vielfalt der verschiedenen Segmente machen diesen außergewöhnlichen Anthologie-Streifen unglaublich abwechslungsreich und heben den Film weit über den Durchschnitt. Vor allem die unterschiedlichen Stile, mit welchen die diversen Regisseuren ihre kleinen Geschichten bereichern, sind nicht zu verkennen. Viele derer, haben das brillante Konzept zu ihrem Vorteil genutzt und kleine, kunstvolle Meisterwerke geschaffen, die es sogar schaffen, so etwas wie Anspruch in das ohnehin gebeutelte Horror-Genre zu bringen. Allen voran “Marcel Sarmiento” („Deadgirl“), der mit seinem “D is for Dogfight” einen unglaublich grandios gefilmten Schaukampf präsentiert, in dem sich Hund und Mensch gegenseitig in den Tod duellieren. Der, in Slow Motion abgedrehte Augenschmaus wirkt unverkennbar stimmig und derart klug ausgetüftelt, dass man diesem Segment fast schon Arthouse-lastige Züge zusprechen möchte und den Shorty zugleich auch als besten Filmbeitrag der gesamten Sammlung bezeichnen darf.
Wer als Horrorfilm-Freund die Nase voll hat, sich ständig mit dem immer wiederkehrenden Stereotypen und vorhersehbaren Klischees in Horrorfilmen umherschlagen zu müssen, sollte definitiv eine Auge auf den kommenden Kurzfilm-Kracher “The ABC´s of Death” werfen. Hier schreiten zur Abwechslung einmal keine Kannibalen, Serienkiller, Geister oder Vampire schaufreudig zur Tat, sondern hier beschäftigen sich 26 ziemlich abwechslungsreiche Kurzfilme mit 26 perfiden Arten das Zeitliche zu segnen. “The ABC´s of Death” schafft es gänzlich jeden Geschmack zu befriedigen. Aufgrund des enormen abwechslungsreichen Inszenierung dürfte hier jeder Filmfreund zumindest ein Episode finden, die seinem Geschmack perfekt zu unterstreichen weiß.
Der Gorehound bekommt mit “Xavier Gens” (“Frontier(s)“) “X for XXL” ein derbes Splatter-Brett vor den Kopf gestoßen und auch Freunde überdreht asiatischer Skurrilitäten dürfen einmal mehr erkennen, dass die Asiaten in Bezug auf Horror und Gewalt einen vollkommen gewöhnungsbedürftigen Humor besitzen, welcher auf uns Europäern ziemlich grotesk und weltfremd wirkt. Gerade aufgrund der Vielfältigkeit der einzelnen Beiträge, sollte der Filmfreund im Laufe der zweistündigen Filmlaufzeit einige Pausen einlegen, um Gesehenes zu verarbeiten. Gerade weil die einzelnen Episoden nahtlos aneinander knüpfen und keine Rahmenhandlung existiert, die die Geschichten miteinander verbindet, dürfte dieses Kurgeschichten-Lexikon am Stück schwer zu verdauen sein. Trotzdem, die bemerkenswert internationale Vielfalt der einzelnen Beiträge beweist, dass guter Horror nicht zwangsläufig aus Amerika kommen muss, sondern eine weltweite Sprache spricht. Die Regisseure der einzelnen Geschichten stammen aus aller Herren Länder und ihre Stile bereichern das brillantes Konzept hinter “The ABC´s of Death” ungemein. Idealerweise sollte man dieses Experiment vollkommen uneingenommen goutieren und auf sich wirken lassen – denn verdient hat es “The ABC´s of Death” definitiv gesehen zu werden!
The ABC´s of Death – Fazit

Skurril, makaber, einzigartig und uneingeschränkt sehenswert!
Eine Horrorfilmsammlung, welche man in dieser Form bisher noch nie gesehen hat.
The ABC´s of Death – Zensur
Da es in “The ABC´s of Death” teilweise arg rabiat zur Sache geht (“X is for XXL“) und vor allem die Episode “L for Libido” mit dem Thema “Pädophilie” nicht gerade zimperlich umgeht, könnte es bei der FSK-Prüfung durchaus Probleme geben. Man kann nur hoffen, dass sich die FSK gnädig stimmen lässt und sich bei diesem sehenswerten Beitrag für den “Keine Jugenfreigabe“-Stempel entscheidet, ohne dafür Schnitte zu verlangen!
The ABC´s of Death – Trailer
Hellraiser80
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Creepshow (1982)
Filmreview: “Fairytale” (2012)
Fairytale
Story
Die alleinerziehende Mutter “Sophia” (Harriet MacMasters-Green) bezieht mit ihrer kleinen Tochter “Helena” eine kleine, neue Wohnung.
Anfänglich voller Lebensmut, den Start in ein neues Leben gewagt zu haben, verblasst die Euphorie umgehend, als die kleine Helena den ersten Milchzahn verliert und fortan seltsames Gestammel von sich gibt.
Eine Zahnfee soll ihr angeblich des nachts erscheinen, die sich den Tag über in ihrem neuen Kleiderschrank versteckt und am Abend aus ihrem Versteck kriecht, um die verschüchterte “Helena” dazu aufzufordern ihr mehr Zähne zu bringen.
Nachdem sich das Verhalten des Kindes maßgeblich verändert, beginnt die besorgte Mutter Nachforschungen anzustellen und stößt hierbei auf ein makabres Geheimnis.
Fairytale – Kritik
Wirklich subtile und angsteinflößende Grusler sind in der aktuellen Horrorfilmlandschaft wahrlich selten geworden. Viel zu oft wird das mollige Schauerfeeling durch obligatorische Schlachterplatten ersetzt, um dem Begriff “Horror” auch im Jahr 2013 vollends gerecht werden zu können. Umso mehr erfreut es alteingesessene Filmhasen wie mir, wenn im Fahrtwasser penetrant nerviger Zombie-, Found Footage- und Foltergurken auch hin und wieder kleine Filmwerke das Licht der Welt erblicken, die sich souverän gegen die Masse an beliebig austauschbaren Horror-Nonsens behaupten und dem Filmfreund den klassischen, blutarmen Horrorfilm erneut schmackhaft machen wollen.
Hat sich Spanien in den vergangenen Jahren als kleiner Geheimtipp in Sachen subtilen Gruselns entwickelt, so versuchen nun auch die Italiener auf diesen lukrativen Zug aufzuspringen und präsentieren uns mit dem vorliegenden “Fairytale” ihre ganz eigene Version der Geschichte von der bösen Zahnfee. Weniger ist manchmal mehr lautet hier die Devise und so beginnt der Film fernab jeglichen Gekröses mit einigen wirklich düster-melancholischen Kamerafahrten und durchaus ansprechend-superben Bildern, die das Gruselfeeling wunderbar altmodisch zu steigern wissen. Zentrum des ultimativen Bösen ist diesmal ein seltsamer Kleiderschrank, der ein durchaus böses Geheimnis birgt.
Nachdem das groteske Möbelstück das Zimmer der kleinen Helena ziert, beginnt fortan auch der zunehmend geistige Zerfall der kleinen Hauptdarstellerin einzutreten, deren plausible Erklärungsversuche wie so oft in derart Filmen kaum Beachtung geschenkt werden. Dennoch fühlt sich auch Mutter “Sophia” von reichlich Unbehagen bedroht und beginnt den skurrilen Aktionen der Tochter nachzuforschen.
Der große Pluspunkt von “Fairytale” ist dabei in der wirklich unglaublich düsteren, fast schon märchenhaft-anmutenden Atmosphäre zu suchen. Der vornehmlich kindlich anmutende Kleiderschrank, wirkt in den faden, dreckigen und farblosen Bildern gespenstig bedrohlich und die Geschichte um das antike Möbelstück bleibt konsequent spannend – zumindest bis zur Hälfte des Films.
Denn trotz aller positiven Ansätze, die dieser italienische Genre-Beitrag in sich birgt, schaffen es die beiden Regie-Newcomer „Christian Bisceglia“ und „Ascanio Malgarini“ nicht, das hohe Niveau ihrer wirklich stimmigen Geschichte bis zum Ende zu halten.
Ab Filmmitte wird die Geschichte kurzum in ein skurriles Sanatorium verlagert, wo sich die kleine Heldin mit allerlei seltsamen Erscheinungen umherplagen muss. Hierbei rückt nun das Schicksal der Mutter in den Vordergrund, die versucht, dass Rätsel rund um die Herkunft des Kleiderschrankes zu lösen. Die sterile Krankenhaus-Atmosphäre will hierbei irgendwie nicht so recht zum Grundtenor der eigentlichen Geschichte passen. Vielmehr wirkt der schroffe Schauplatzwechsel auf Zwang konstruiert, um auf Krampf eine Brücke zur Herkunft des Möbelstücks schaffen zu können. Auch wenn sich das muntere Treiben gegen Ende in einer reichlichen Achterbahn des Schreckens entlädt und mit unzähligen “Buh“-Effekten aufwartet, so mag man als Filmfreund irgendwie nicht das Gefühl loswerden wollen, dass die beiden Filmregisseure „Christian Bisceglia“ und „Ascanio Malgarini“ reichlich Potenzial verschenkt haben. Zugunsten eine kommerziellen, massentauglichen Inszenierung erspinnen sie ein arg hanebüchenes Ende, dass in derart Form an die unendlich vielen Horrorfilme aus Hollywood erinnert. Schade eigentlich, denn kaum ein aktueller Horrorfilm der letzten Dekaden kann mit ähnlich exzellent altmodischen Raffinessen überzeugen.
Subtiler Horror bevorzugt? Dann dürfte der kommende Grusler “Fairytale” genau die richtige Wahl für einen verregneten Sonntagabend sein. Statt eimerweise Eingeweide und unmenschliches Folter-Gewerkle zählen hier Stimmung, Optik und die Geschichte.
Umso mehr dürfte “Fairytale” für Freunde etwas härterer Filmkost reichlich unbeholfen daherkommen. Denn die Erzählstil der Geschichte vollzieht sich sehr gemacht, ruhig und stimmig durch die gesamte Szenarie. Hin und wieder werden einige nette Gruseleffekte in die Handlung gestreut, die ihre bedrohliche Wirkung zu keiner Minute verfehlen. Auch wenn der Beitrag ab Filmmitte in reichlich haarsträubende Sphären abdriftet und der wohldosierte Gruselfaktor aufgrund konstruiert wirkender Detektivarbeit flöten geht, so kann man nicht behaupten, dass “Fairytale” ein schlechter Film ist. Das geschickte Spiel von Licht und Schatten, sowie der debile, märchenhafte Grundton der Erzählung erinnert in seiner Darstellung arg an kommerzielle Horrorfilme aus Amerika. Und so verwundert es ein wenig, dass “Fairytale” oftmals ein wenig zu sehr nach “Der Fluch von Darkness Falls” (2003) oder “Possession” (2012) ausschaut, denn das uninspirierte Kopieren bekannter Filmformeln hätte dieser Debütwerk vermutlich rein gar nicht nötig gehabt.
Trotzdem, für ein Erstlingswerk haben die beiden Regisseur-Neulinge „Christian Bisceglia“ und „Ascanio Malgarini“ erstaunliche Arbeit geleistet. Der Film ist trotz seine oftmals unweigerlichen Vorhersehbarkeit spannender als das übliche Horroreinerlei, welches aktuell den hiesigen Heimkinomarkt überschwemmt. Zudem darf der Horrorfilmfreund eine der besten Szenen ever in der Geschichte des Phantastischen Films genießen:
Mutter “Sarah” ist einen Moment unachtsam im Straßenverkehr, gerät von der Fahrbahn ab und brettert mit dem Fahrzeug vom Rand einer Brücke hinein in die Fluten eines reißenden Flusses.
Die virtuose Kameraarbeit dieser Szene, welche sich in Zeitraffermethode entlädt, ist derart genial, außergewöhnlich und atemberaubend, dass man allein nur dieser Szene wegen “Fairytale” gesehen haben sollte. Beachtlich!
Fairytale – Fazit

Ein Vertreter der alten Schule – Kleines stimmiges und atmosphärisches Gruselmärchen, das für einige wohldosierte Schauer sorgen dürfte.
Fairytale – Zensur
Hier zählen vorwiegend die leisen Töne, von daher geht es hier eher “blutfrei” zugange. Eine ungeschnittene Filmversion dürfte die “FSK16“-Kennzeichnung zieren.
Fairytale – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
Babycall (2011)
Apparition – Dunkle Erscheinung (2012)
Der Fluch von Darkness Falls (2003)
Possession – Das Dunkle in Dir (2012)
Filmreview: “The Frozen” (2012)
The Frozen – Story
Ein traumhaft winterlicher Campingausflug wird für das junge Pärchen „Mike“ (Seth David Mitchell) und „Emma“ (Brit Morgan) zu einem unvergesslichen Psychotrip. Nachdem die beiden mit dem Schneemobil einen Unfall gebaut haben und irgendwo tief weit draußen in den verschneiten Wäldern auf rettender Hilfe hoffen, werden Sie auch noch von einem seltsamen Fremden verfolgt, der scheinbar nichts Gutes im Schilde führt. Als „Mike“ plötzlich auf mysteriöse Weise verschwindet, ist die verängstigte „Emma“ ganz auf sich allein gestellt. In ihrer Panik beginnt sie sich einen Weg hinaus aus der eisigen Gegend zu bahnen – mit einer erschreckenden Einsicht, wie sich bald herausstellen wird …
The Frozen – Kritik
Winterliche Landschaften sind wahrlich geradewegs dafür prädestiniert eine unheimliche und subtile Gruselstimmung zu erzeugen. Denn auch hinter vermeintlich friedliebender Kulisse kann sich oftmals das abgrundtief Böse verstecken. Dass angsteinflößendes Unbehagen auch im eisigen Schnee lauern kann haben schon einige Filmemacher eindrucksvoll bewiesen, denn winterlich verstörende Filme gab es zuletzt zuhauf (u.a. “The Shinning” (1980), “Der eisige Tod” (2007)). Auch der vorliegender Thriller „The Frozen“ spielt mit der geheimnisvollen Idylle, die so ein verschneit-winterliches Wäldchen birgt. Ganz zum Leidwesen der beiden Protagonisten des Films, für die sich die eigentlich traumhafte Winterpracht zu einem verhängnisvollen Erlebnis gestaltet. Ihre Unvernunft treibt die beiden an den Rande ihrer Wahrnehmungsfähigkeiten, denn nach nur wenigen Stunden bei Temperaturen jenseits des Nullpunkts beginnt vor allem „Emma“ Dinge zu sehen, für deren Existenz sie keine Erklärung findet. Nicht nur, dass sie seltsam bekleidete Personen im Dickicht erblickt, seltsame Stimmen und Schritte spuken des Nachts um das Zelt und stören den Schlaf der verunsicherten Frau. Zudem werden die beiden von einem skurrilen Jäger verfolgt, der das Treiben des Pärchens aus der Ferne beobachtet und „Emma“ zweifeln lässt, warum ihr Freund sie gerade zu derart unmenschlichen Temperaturen zu einem kuscheligen Wanderausflug überreden musste.
So wirklich Unrecht hat sie dabei nicht, wirkt die Ausgangssituation des Films schon sehr konstruiert. Immerhin sah sich Drehbuchautor und Regisseur „Andrew Hyatt“ darum bemüht seine kleine Geschichte irgendwie nied- und nagelfest zurechtzufeilen. Trotz Unfall hält „Mike“ nichts davon ab, den Kurztrip fortzuführen, um den geeigneten Zeitpunkt zu finden, seiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen. Und so irren die beiden Liebenden orientierungslos im Wald umher, um letztendlich doch wieder feststellen zu müssen, einmal mehr im Kreis gelaufen zu sein. Auch wenn einige Gegebenheiten etwas arg seltsam anmuten, so kann man „Hyatt“ nicht unterstellen, einen Film gedreht zu haben, der schlecht ist. Einfachste erzählerische Mittel und das stupide Umherirren in der winterlichen Landschaft führen letztendlich zu einem homogenen Ganzen und lassen „The Frozen“ bei weitem besser ausschauen, als die Unmengen teurer Mainstream-Produktionen der letzten Dekaden. Obwohl einige der seltsamen Interaktionen der Anwesenden anfänglich kaum Sinn ergeben wollen und arg befremdlich wirken, so tritt die Erleuchtung nach dem Abspann ein und dürfte vor allem Horrorfilmanfänger reichlich verblüffen.
Mit dem aktuellen Thriller „The Frozen“ erwartet der Zuschauer gänzlich seichte Film-Kost, für die die Bezeichnung Thriller fast schon etwas zu weit hergeholt und schroff scheint. Auch wenn Regisseur „Andrew Hyatt“ des öfteren vollkommen falsche Fährten streut und dem Zuschauer weiß machen will, dass sich hinter den gesamten Geschehnissen etwas zutiefst Böses und Bedrohliches verstecken soll, so dürfte der geneigte Filmfreund nach der recht plausiblen Auflösung etwas verdutzt aus der Wäsche schauen. Der Film „The Frozen“ hat letztendlich mit Horror im herkömmlichen Sinne nur sehr wenig gemein und erinnert über weite Strecken an die Werke des ambitionierten Hollywood-Regisseurs „M. Night Shyamalan“, der bekanntlich ein sicheres Händchen darin besitzt, den Zuschauer mit einer unerwarteten Filmauflösung zu konfrontieren. Wer sich angenehm gruseln möchte, ohne dabei von markerschütternden Schocks verfolgt zu werden oder in Lachen von Blut ertrinken zu müssen, dem dürfte der Mysterie-Thriller vortrefflich munden. Denn bis auf einige ausgeweidete Wildtiere gibt es hier kein Futter für blutgierige Splatterfilm-Fans.
The Frozen – Fazit

Seichtes Mysterie-Süppchen in traumhaft winterlicher Kulisse
The Frozen – Zensur
Im Film wird nicht getötet, daher dürfte “The Frozen” mit einer FSK16 Freigabe ungeschnitten veröffentlicht werden.
The Frozen – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
Barricade (2012)
Der eisige Tod (2007)
The Sixth Sense (1999)
Filmreview: “House at the End of the Street” (2012)

House at the End of the Street – Story
Die verwitwete Sarah Cassidy (Elisabeth Shue) zieht zusammen mit ihrer Tochter Elissa (Jennifer Lawrence) in ein neues Haus am Rande der Stadt. Schön gemütlich ist es hier, die Natur und der Wald rund um das Haus versprechen Entspannung und Erholung. Doch der Frieden währt nicht lange, als Tochter Elissa erfährt, dass sich im Nachbarhaus einige Meter weiter waldein, Schreckliches ereignet haben soll. Dort soll ein kleines Mädchen die eigene Familie kaltblütig ausgelöscht haben und daraufhin in den Wald geflüchtet sein. Eilssa stellt Nachforschungen an und lernt dabei den Bruder jenes kleinen Mädchens kennen, der nun allein in dem riesigen Anwesen wohnt, indem sich das schreckliche Verbrechen abgespielt haben soll. Schnell verliebt sie sich in den introvertierten Außenseiter, ein fataler Fehler wie sich alsbald herausstellt…
House at the End of the Street – Kritik
Es ist oftmals erstaunlich, nach welch nicht nachvollziehbaren Kriterien so mancher Filmvertrieb die Filme auswählt, welche dann die Vorzüge einer nationalen Kinoauswertung genießen dürfen. Da flimmern hirnlose Actionblockbuster über die Kinoleinwand und unbedeutende Psychothriller verwehren den kleinen, wirklich sehenswerten Perlen das lukrativen Screening in den deutschlandweiten Lichtspielhäusern. Einer derer Filme, über dessen Kino-Daseinsberechtigung ausgiebig gestritten und diskutiert werden darf ist zweifelsohne der kommende Thriller “House at the End of the Street“, der einmal mehr beweist, wie unkreativ Hollywood geworden ist und mit welch zweifelhaften Schwachsinn die Filmverleiher versuchen, den hungrigen Filmfreund die hart verdienten Euronen aus der Tasche zu stibitzen.
Der aktuelle Genre-Beitrag “House at the End of the Street” des Regisseurs “Mark Tonderai” ist einer dieser Filme, für die man bereits nach nur wenigen Minuten bereut, überhaupt Eintritt gezahlt zu haben, denn dieses Stück verschwendetes Zelluloid ist eine einzige, vorhersehbare Lachnummer, die im Mittwoch-Abend TV-Programm einschlägiger Privatsender wohl besser aufgehoben gewesen wäre, als auf der großen Leinwand. Der Titel des Filmes erweist sich hierbei als einzige Raffinesse, mit welcher dieser Film punkten kann, denn der lässt Düsteres erahnen und scheint allein nur deshalb gewählt, um unwissende Horrorfilmfreunde in die Kinos zu locken. Wer natürlich unwissend Filme besucht, ohne sich zuvor über deren Inhalt in einschlägigen Filmforen zu informieren, dürfte bei dieser Mogelpackung schlichtweg schnell und bitter enttäuscht werden, denn so wirklich finster, böse und gruselig will es “im Haus am Ende der Straße” (bis auf die Einführungs-Sequenz) dann wohl doch nicht werden. Viel zu sehr orientiert sich der Film an ein vorwiegend jüngeres, mainstream-orientiertes Publikum, dem vermutlich bereits schon allein beim Anblick von gewöhnlichen Hausspinnen der Atem stockt und das bereits dann aufschreit, wenn sich einer der jugendlichen aufgehübschten Helden des Films das Shirt von seinem muskulösen Körper zerrt. Überhaupt ertrinkt der Film in desaströsen Teenie- und Horrorklischees. Die hübsche Neue, verliebt sich in den geheimnisvollen, gutaussehenden Außenseiter, der natürlich ein Geheimnis verbirgt, von dem die Mutter letztendlich ahnt und dabei Recht behält. Das ist alles so unglaublich dumm, vorhersehbar und unspektakulär, dass man sich zu Recht fragen darf, wer sich diesen hanebüchenen Blödsinn ausgedacht hat. Die Interaktionen der wenigen Protagonisten erweisen sich als schier lächerlich stereotyp, sodass man bereits nach nur wenigen Filmminuten errät, wie dieses pseudo-gruselige Teenie-Drama ausgehen wird und hofft, dass in der nächsten Szene ein “Predator” über die Leinwand brettert, der alle beteiligten Charaktere in die ewigen Jagdgründe befördert, um dem gelangweilten Zuschauer zumindest den versemmelten Filmabend zu retten.
Eigentlich hätte aus “House at the End of the Street” wirklich was werden können, hätte man in die Geschichte einige kleine Gemeinheiten eingeflochten und hätte man für all die Geschehnisse eine wirklich innovative und bahnbrechend neue Erklärung gefunden, die dem Zuschauer beim obligatorischen Storytwist den Atem raubt. Das tatsächliche Gesamtwerk ist derart vorhersehbar, dass man sich als eingeübter Filmfreund schon wahrlich veräppelt fühlt, für den zigsten Aufguss eines zweitklassigen “Fear – Wenn Liebe Angst macht” Geld ausgegeben zu haben. Jede Szene lässt bereits die nächste erahnen – wer im Verlauf des Filmes das Zeitliche segnet ist schnell ergründet. Eingeübte Filmkenner dürften sogar nach nur wenigen Minuten Filmlaufzeit, dass gesamte Geheimnis rund um the “House at the End of the Street” gelüftet haben – denn das Rätsel zu entschlüsseln ist wahrlich nicht schwer. Gerade weil der gesamte Plot an den Haaren herbeigezerrt wirkt und jeglichen Funken Nachvollziehbar- und Glaubwürdigkeit missen lässt, will einfach so rein gar keine Spannung aufkommen. Trotz traditionellen Spannungsbogen, will der Unterhaltungswert rein gar nicht zünden. Da hilft es dem Film auch in keinster Weise, dass es in den letzten 15 Minuten, trotz PG-13-Freigabe, etwas rabiater zur Sache geht.
Gruseln im “House at the End of the Street“: Fehlanzeige. Was einen düsteren Horror-Schocker der Marke „The Last House on the Left” erahnen lässt, ist eine einzige Enttäuschung. Hier werden altbekannte Thriller- und Horrorregeln gänzlich ohne einen Funken Originalität abgespult und spannungsfrei heruntergedaddelt. Trotz hübscher Hochglanz-Optik und einer handvoll Schauspieler, die zuletzt in erfolgreichen Hollywood-Produktionen zu sehen waren, hat der Film rein gar nichts zu bieten, was überhaupt von Interesse wäre. Die Geschichte hat man in dieser Weise schon unzählige Weise gesehen und auch der abschließende Überraschungseffekt, der die Gegebenheiten plausibel versucht zu erklären, will so rein gar nicht überraschend daherkommen. Vor allem die jugendfreie Erzählweise machen diesen Film für Horrorfilmfreunde vollkommen uninteressant, sodass sich der Filmfreund den Gang ins Kino sparen dürfte. Die vernichtende Kritik rührt dennoch nicht von ungefähr. Bereits 2004 sollte das Drehbuch zu “House at the End of the Street” verfilmt werden, ging jedoch erst 2010 in Produktion – ein Schelm wer da Böses denkt. Zudem stand auch der amerikanische Filmstart unter keinem glänzenden Stern. Dieser wurde flink von April 2012 auf September 2012 verschoben. Macht man sich als Filmfreund selbst ein Bild von den Qualitäten dieses Psychothrillers, dürften derart Unschlüssigkeiten überraschend schnell geklärt werden.
House at the End of the Street – Fazit
House at the End of the Street – Zensur
Die deutsche Filmversion ist ungeschnitten ab FSK 16 freigegben!
House at the End of the Street – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
The Afflicted (2010)
The Woman – Jack Ketchum (2010)
Inside the Darkness – Ruhe in Frieden (2011)
Filmreview: “YellowBrickRoad” (2010)

YellowBrickRoad – Kritik
Lust auf einen wirklich unwichtigen Film, mit unglaublich stumpfsinniger Handlung und wirklich dilettantisch umgesetzten Spezialeffekten, die den Zuschauer einmal mehr an den Rande des Sekundenschlafs treiben?
Dann eignet sich der hölzerne und gähnend langweilig Möchtegern-Schocker “YellowBrickRoad” als vortreffliche Wahl, zumindest wenn man darauf aus ist, sich den eigentlich gemütlichen TV-Abend ansprechend zu verderben.
“YellowBrickRoad” ist ein ganz furchtbarer Hirnverdreher und derart “kopflos“, wie es das Filmplakat bereits suggeriert. Die Handlung ist vollkommen unspannend, die Akteure nerven derart, dass man ihnen den schnellen Tod wünscht und die wenigen Krösel-Effekte wirken eher albern, als das sie dem Film überhaupt förderlich wären. Aber alles der Reihe nach.
Bereits im Sommer 2011 durften sich deutsche Genre-Fans von den nicht vorhandenen Schauwerten dieser Indigurke auf dem alljährlichen Fantasy Filmfest überzeugen. Nun, fast 1,5 Jahre später erscheint “YellowBrickRoad” bundesweit direkt auf Blu-ray und DVD. Dass sich der deutsche Heimkino-Release derart verzögert hat, rührt nicht von ungefähr, denn führt man sich das Endprodukt zu Gemüte, so fragt man sich, warum der hiesige Vertrieb “dtp entertainment AG” derart Quark überhaupt in Deutschland veröffentlichen muss, gibt es doch unzählige andere bisher unveröffentlichte (bessere) Perlen da draußen, die sehnlichst auf eine Veröffentlichung warten.
Bereits nach nur wenigen Minuten wird deutlich, welch nennenswerte Qualität “YellowBrickRoad” überhaupt birgt und die liegt schlicht und einfach darin, den Zuschauer unwillkürlich für dumm zu verkaufen und streckenweise vollkommen desaströs zu langweilen. Vor allem die stümperhaft eingesprochene, deutsche Synchronisation tut da ihr übriges, denn diese sorgt unweigerlich dafür, dass die Nerven des Zuschauers rund 100 Minuten lang überstrapaziert werden.
Dabei beginnt die Geschichte um die mysteriöse Gegend um die “YellowBrickRoad” eigentlich recht vielversprechend.
Einige Wissenschaftler, Forscher und Nichtskönner raffen sich zusammen, um das seltsame Verschwinden der Bewohner einer ganzen Stadt zu untersuchen.
Bereits im Jahre 1940 folgte die Bevölkerung des fiktiven Örtchens “Friar” in “New Hampshire” einem geheimnisvollen Waldweg – keiner derer jedoch, die den Ort verlassen haben, kehrte je wieder lebend zurück.
Nun 70 Jahre später wollen jene Einfaltspinsel derart ungelösten Fall erneut untersuchen und ihre Erkenntnisse in einem Buch niederschreiben. Sie scharren allerhand nützliches Equipment zusammen und folgen jenem sagenumwobenen Waldweg, der einst auch die Einwohner von “Friar” ins Verderben stürzte.
Nach nur wenigen Metern wird klar, dass die Gegend mitnichten so friedlich scheint, wie anfänglich gedacht.
Die Geräte spielen verrückt und schnell stellen die Anwesenden fest, dass das gesamte technische Equipment wenig hilfreich ist, um die Expedition überhaupt fortsetzen zu können. Was nun folgt spottet jeglicher Beschreibung und ist an filmischen Dilettantismus kaum noch zu überbieten. Anstatt den Heimweg anzutreten, beschließen die Crew-Mitglieder dem Vorschlag des Expeditionsleiter “Teddy Barnes” zu folgen. Der scheint noch nicht genug aussagekräftiges Material zu besitzen, um sein Buch zu füllen. Und so kommt es eben, wie der routinierte Filmfreund es vorausahnt. Je tiefer die Anwesenden in den Wald vordringen, umso lauter ertönt ein mysteriöses Gedudel, dass den Anwesenden (und vor allem dem Zuschauer) schier den Verstand raubt. In ihrer Panik teilt sich die Gruppe auf und beginnt sich im Wahn gegenseitig zu dezimieren.
Klingt alles nach vollkommen wirren Bullshit – ist es auch. Auch wenn das grobe Story-Geflecht weitaus ansprechendes Horror-Einerlei mutmaßen lässt, so ist der fertige “YellowBrickRoad” ein niederschmetterndes Filmchen, das durch und durch enttäuscht. Allein schon der ziemlich zähe und langatmige Erzählfluss tapst genüsslich vor sich daher und birgt eine fast schon dreiste Ideenlosigkeit, dass dem Horrorfilmfreund glatt der Spaß am Genre vergehen könnte. Das nervtötend gemächliche Tempo des Filmes erweist sich als unzumutbar, dürfte jedoch unter Filmfreunden mit Schlafproblemen für einen wohlig-erholsamen Tiefschlaf sorgen.
Wirklich viel zu sagen hat “YellowBrickRoad” nicht. Zumindest wenn man einmal die Erkenntnis außen vor lässt, wie unsäglich quälend lang 100 Minuten Filmlaufzeit sein können.
Da werden Lollies gelutscht und von giftigen Beeren genascht, obwohl wenige Minuten zuvor vor der Ungenießbarkeit der Früchte gewarnt wurde.
Da stibitzt eine Protagonistin aus Hunger den letzten Proviant, um wenige Minuten später freiwillig und ohne jegliche Logik von einer Felsklippe zu springen.
Sinn ergibt das wirre Gequassel und die peinlichen Interaktionen der Anwesenden selten und so reduziert sich der Film allein darauf, irgendwie ein Ende zu finden.
Das ist natürlich schnell gefunden. Anstatt die zugrunde liegenden Gegebenheiten in irgendeiner Weise kreativ zu Ende zu spinnen, sorgt die unzureichende Phantasie der Drehbuchautoren dafür, dass die wenigen Charaktere ein schnelles und vor allem unwichtiges Ende finden.
Demnach metzeln sich die Helden der Geschichte uninspiriert um die Ecke, sodass nach gefühlten Stunden endlich der Abspann über den Bildschirm flimmern darf.
“YellowBrickRoad” ist ein ganz einfältiges Filmchen, auf das man als Filmfreund gänzlich verzichten kann. Hier stimmt einfach rein gar nichts. Die Erzählung ist zäh, unwichtig und eindeutig viel zu lang. Die handvoll unwichtiger Protagonisten beginnen schon nach nur wenigen Minuten zu nerven und die ganze Inszenierung erweist sich als einschläfernde und vor allem dilettantische Nummernrevue ohne Sinn und Verstand. Die Effekte wirken eher unfreiwillig komisch, als das sie ängstigen sollen (da reißt ein Charakter einer Protagonistin eigenhändig (!) eine Bein aus), sodass selbst Gorehounds keinen Spaß mit dieser Gurke haben dürften. Gott weiß, was in die beiden Regisseure Jesse Holland und Andy Mitton gefahren sein muss, als sie die glorreiche Idee hatten, diesen minderbemittelten Film zu drehen. Vermutlich haben die beiden sich in irgendeiner Bar gehörig besoffen, um wenige Minuten später ein unzureichend plausibles Drehbuch zu Papier zu bringen, dass innerhalb weniger Tage mit einer handvoll untalentierter Nachwuchspappnasen auf Zelluloid gebahnt werden musste. Wohlmöglich wäre es dem Film förderlicher gewesen, hätten sich die Macher hinter “YellowBrickRoad” vor der Realisierung ihrer Schlaftablette einige bessere Vertreter des Genres zu Gemüte geführt, um zu studieren, wie ein “guter” Horrorfilm auszuschauen hat!
Auch wenn es hierbei im einen Indie-Film handelt, so hat man aus derart Sektor bereits schon unzählig bessere und vor allem innovative Vertreter gesehen. Wer allein nur nach guten Filmen Ausschau hält, der sollte um “YellowBrickRoad” einen großen Bogen machen. Denn dieser Film ist einer dieser Beiträge, nach deren Sichtung man unweigerlich bereut, überhaupt kostbare Lebenszeit für derart hirnrissigen Schund verschwendet zu haben.
YellowBrickRoad – Fazit

Haste Einschlafprobleme? Oder suchst Du noch nach einem passenden Geschenk für Bekannte, die Du eigentlich weniger magst – “YellowBrickRoad” bittet die Lösung!
YellowBrickRoad – Zensur
Die deutschen Fassung ist mit “keine Jugendfreigabe”-Kennzeichnung ungeschnitten.
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YellowBrickRoad – Trailer
Hellraiser80
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