- Alles rund um Horrorfilme, Thriller, Splatterfilme, Backwood-Slasher und Gruselfilme

Folterhorror

Filmreview: “Truth or Dare” (2011)

 

 

Der unscheinbare und introvertierte Felix hat es nicht leicht. Nicht nur, dass er von Allen ignoriert, verspottet und missachtet wird, auch Freunde hat auch keine.

Auf einer Abschlussfeierlichkeit soll sein Leben eine gänzlich andere Kerbe einschlagen, denn nebst Alkohol, Drogen und lauter Musik brodelt die Stimmung als eine der Partygäste vorschlägt das Partygame „Wahrheit oder Pflicht“ zu spielen.

Zu allem Unglück wird auch Felix zu dieser Party geladen und kommt auch gleich in den Genuss sich für „Wahrheit“ zu entscheiden. Als er demnach allen Anwesenden unter tobenden Gelächter offenbart, sich in die allseits beliebte und hübsche Gemma (Florence Hall) verliebt zu haben, gerät das Feiergeschehen außer Kontrolle.

Einige Monate später werden einige Gäste der Abschlussfeier überraschenderweise in ein Haus im Wald geladen, indem der schüchterne Felix eine ebenso trinkfreudige Geburtstagsfeier veranstalten möchte.

Kaum dort angekommen vermissen die Gäste jedoch den eigentlich Gastgeber vor Ort und machen unweigerlich Bekanntschaft mit dem smarten Bruder des einst Gepeinigten. Doch die vermeintlich heitere Stimmung ist schnell verflogen, denn Felix´s Bruder Justin (David Oakes – „Die Borgias“ – „Die Säulen der Erde“) scheint leider rein gar nicht in Feierlaune zu sein. Kaum die Tür der Hütte verschlossen, zückt Justin seine Waffe und richtet sie auf einen der Gäste. Für die vollkommen überraschten Anwesenden beginnt ein Kampf um Leben und Tod.

 

 

Ob nun „Prom Night“, „Patricks Höllentrip“, oder „Stephen King´s Carrie“, Filme in denen verletzte Seelen ihren, meist jugendlichen Peinigern, die Leviten lesen sind bereits fester Bestandteil in der Welt des Horrorkinos geworden und finden seit jeher wachsenden Zuspruch bei Filmfans weltweit. Leider bekleckert sich der Großteil derartiger Produktionen oftmals nicht gerade mit Ruhm, denn hier wird vordergründig die immerzu gleiche Geschichte abgespult, die uninspiriert nach bekannten Schema „F“ meist einzig darin Schauwert findet, die handvoll hirnloser Protagonisten möglichst kreativ um die Ecke zu meucheln.

Auch die aktuelle, recht hübsch aufpolierte Produktion „Truth or Dare“ macht da keine Ausnahme und erfindet das Rad nicht neu. Hier werden alle Register klischeebeladenen 80er Jahre „Rache“-Kinos gezogen und doch macht dieser kleine Horrorthriller eigentlich alles richtig.

Das mag wohl möglich daran liegen, dass Regisseur „Robert Heath“ ein glückliches Händchen bei der Auswahl seiner trinkfesten Protagonisten bewiesen hat, die gänzlichen entgegen jedes Slasher-Klischee endlich mal nicht unerträglich nerven. Dem Film kommt das unweigerlich zu Gute, denn die weniger Charaktere sind recht zugänglich und sympathisch skizziert, dass einem als Zuschauer deren Ableben durch Mark und Bein jagt. Um nicht allzu sehr im typischen 80er Jahre-Slasher-Flick-Flack zu versinken hat sich Regisseur Robert Heath dazu entschieden dem allseits bekannten „Highschool-Rache-Slasher“ neue Impulse zu verleihen, denn „foltererprobte“ Filmfans von Heute dürften sich schnell mit belanglos-seichter 80s Retro-Slasher-Ware (am Rande: die Hütte, in der das Geschehen spielt erinnert geradezu an die aus dem „Tanz der Teufel“-Universum) unterfordert fühlen.

Demnach hat er seinen aktuellen Beitrag „Truth or Dare“ an die aktuelle Sehgewohnheiten angepasst, und „überrascht“ mit ausgetüftelter „Saw“-Tortur-Folterei, die aber dennoch immer im überschaubaren und vor allem erträglichen Rahmen zu überzeugen weiß.

Die wenigen geladenen Gäste werden „spielerisch“ und auf recht kompromissloser Weise gezwungen die Geschehnisse von einst zu rekonstruieren. Wer dem nicht folge leisten möchte, hat die Wahl zwischen dem eigenen Freitod, oder dem einer seiner Freunde. Dass natürlich keiner der Geladenen freiwillig über den Jordan springen möchte und sich für den Tod eines anderen entscheidet dürfte ebenso auf der Hand liegen, wie diverse andere vorhersehbare Momente, von denen es im Film jede Menge gibt. Trotzdem, der Film bleibt kurzweilig bis zum Schluss und hält den Filmfreund gehörig auf Trapp, ersichtliche Filmlängen sind hier Mangelware. Ein frischer, kleiner und cooler Film, der neben einer sauberen Präsentation, mit einer überaus sexy agierenden Film-Vamp Jennie Jacques („Cherry Tree Lane“) punkten kann und mit Sicherheit für einige feuchte Träume der vorwiegend männlichen Zuschauerschar sorgen dürfte.

Mit „Truth or Dare“ hat es Genre-Neuling „Robert Heath“ geschafft einen kleinen 80er Jahre Retro-Horrorbeitrag zu kreieren, der zwar an heutige Seegewohnheiten angepasst wurde, überraschenderweise trotz diverser Genre-Klischees überaus Spaß macht und schnörkellos ohne auffällige Längen zu überzeugen weiß. Sein recht hübsch gefilmtes Kammerspiel punktet mit „Saw“-resken Tortour-Terror, der die handvoll Protagonisten um ihr Überleben spielen lässt. Damit auch blutgierige Gore-Hounds auf ihre Kosten kommen gibt es 2-3 nette Splattereffekte, die aber dennoch immer im überschaubaren Rahmen bleiben und kein Splatterfest der Sonderklasse zelebrieren. Wer auf ordentlich frivoles Teeniefutter steht, und mit allseits bekannten und recht ausgelutschten Genre-Klischees leben kann, dem dürfte „Truth or Dare“ auf jeden Fall munden.

 

 

 

Fazit: 6,5/10 Punkte

 

08/15-Kost, die aber trotzdem Spaß macht. Nostalgischer 80er Jahre Retro-Slasher meets Folter-Tortur-Porn. Klingt komisch, harmoniert aber bestens. Als Horrorfilmfreund darf man gern mal einen Blick riskieren!

 

FSK-Prognose: ungeschnitten mit „Keine Jugendfreigabe“

Deutschland-Start: steht noch aus

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “Madison County” (2011)

 

 

Fünf Freunde auf den Spuren eines bekannten Schriftstellers.

Dessen nächster Roman soll von dem kleinen verträumten Ort „Madison County“ handeln, indem vor einigen Jahren einige blutrünstige Morde stattgefunden haben sollen. Der Täter wurde jedoch nie gefasst.

Kaum in dem kleinen Dörfchen angekommen, verliert sich die Spur des bekannten Autoren. Grund genug die Bewohner des Örtchens nach seinem Aufenthalt zu befragen.

Doch die Einwohner von „Madison County“ mögen es gar nicht, wenn man sie ins schlechte Licht rückt und gleich recht nicht, wenn man ihnen neugierige Fragen stellt.

Je weiter die Kids in der mysteriösen Geschichte des Ortes stöbern umso mehr geraten sie in das Visier eines seltsam maskierten Irren, der seine ganz eigene Antwort besitzt neugierige Fremdlinge zu begrüßen.

 

 

Seit vor ca. 10 Jahren das Backwood-Genre mit dem überaus gelungenen „Michael Bay“-Remake zum 70er Jahre Schocker „The Texas Chainsaw Massacre“ erneut reanimiert wurde, folgten nunmehr unzählige durchwachsene und teilweise haarsträubende schlechte ähnliche Vertreter dieses Horror-Subgenres, die der glatt-polierten Kettensägen-Neuauflage aus dem Jahre 2003 nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen konnten und vermutlich nur deshalb produziert wurden, um im kassenträchtigen Fahrtwasser eines „Texas Chainsaw Massacre“ und „Wrong Turn“ noch rasch die schnelle Mark zu erwirtschaften.

Jetzt, 10 Jahre später scheint das Publikum, vom sich ständig wiederholenden Horror-Einerlei über schlitzfreudige Mutanten, Rednecks und Hinterwäldlern vermutlich so langsam übersättigt zu sein, sodass derart Produktionen freilich, wenn überhaupt nur noch ihren Weg in die hiesigen Videotheken finden und dort ihr Dasein zensiert und unbeachtet in den hintersten Regalen der DVD-Verleiher fristen.

Der Horrorthriller „Madison County“ bedient sich genau jener Hinterwäldler-Schiene, erscheint aber leider einige Jahre zu spät, um den routinierten Horrorfilm-Allesseher überhaupt noch mit seinem solide zusammengewerkelten Horrorplot überzeugen zu können.

Eigentlich schade, denn „Madison County“ macht optisch eine wirklich hervorragende Figur und ist überaus hübsch gefilmt. Von einem günstig abgedrehten Billigfilm ist der kleine Thriller meilenweit entfernt, und einige Szenen im Film besitzen erstaunlich stimmige und atmosphärische Momente. Dennoch, die Darsteller bleiben weit hinter ihren Möglichkeiten zurück und liefern, wenn überhaupt, eine solide Performance ab, die leider nur ihren zweckmäßigen Einsatz findet und kaum der Rede wert ist.

Leider bildet das größte Manko in „Madison County“ das vollkommen unspektakuläre Drehbuch, das bedauerlicherweise keine Überraschungen bietet und geradlinig heruntergerasselt wird. Nach unzähligen Vertretern dieser Gattung Film hätte man zumindest eine halbwegs vernünftige und vor allem „frische“ Geschichte erzählen können, die sich anders, als in den unendlich vielen ähnlich gestrickten Werken nicht gleich bei jeder zweiten Szene in den genretypischen Klischees verläuft.

Hier wird all das geboten, was die Klischee-Schmiede des Backwood-Genres zu bieten hat: mysteriös drein-schauende Dorfbewohner, einen unkaputtbaren Killer, der im Auftrag aller Provinzbewohner das allzu neugierige Großstadt-Pack in seinen Schranken weist und dumm agierende Opfer, die in den haarsträubendsten Situationen die fragwürdigsten und unlogischsten Aktionen vollziehen.

Gerade zum Ende hin wirken die Handlungsverläufe und Interaktionen der (meist weiblichen) Protagonisten so lächerlich, dass man den Gepeinigten, gerade aufgrund ihrer planfreien Aktionen, eigentlich nur noch den Filmtod wünscht.

Denn wie so oft, wird der Killer überwältigt und K.O. geschlagen. Über einen vermeintlichen letzten Hieb mit einer der diversen umherliegenden Schlagwaffen denken die „Überlebenden“ erst gar nicht nach, denn nachdem der skurrile Killer mit der Schweins-Maske einen gehörig-spontanen Hieb mit einem Spaten verpasst bekommen hat und daraufhin friedlich ins Land der Träume schlummert, rennen die Opfer um ihr Überleben. Das letztendlich derart schlachtfreudige Brut selbstverständlich immer und immer wieder zur Besinnung kommen muss und nicht ablassen kann, seine Opfer in den Tod zu meucheln, dürfte dem erfahrenen Horrorfilm-Zuschauer bereits aus Filmen, wie „Freitag der 13.“, „Halloween“ & Co. bekannt vorkommen.

Madison County“ ist leider nicht das geworden, was das exploitationhaft gestaltete Filmplakat verspricht. Statt einen, den aktuellen Seegewohnheiten entsprechenden, Hardcore-Folterhorror zu bieten werden hier seichtere und vor allem langweiligere Geschütze gefahren.

Das Hauch einer Story wird mit unspektakulären Handlungsverläufen geschmückt, die man in dieser Art bis zum Erbrechen bereits in unzählig anderen Produktionen dieser Art abgehandelt hat.

Die Krösel-Effekte halten sich in Grenzen und werden augenscheinlich NICHT voyeuristisch vor der Kamera zelebriert. Bis auf einige Gegenstände (Messer, Stöcke, Axt), die sich durch menschliche Körper bohren wird hier kaum etwas geboten, was das Splatterherz vor Freude entzücken lassen dürfte. Schade, denn „Madison County“ ist hübsch gefilmt, dem Film fehlt aber der rechte Biss und die feurige Würze, um überhaupt irgendwie in die Gänge zu kommen und sich von der breiten Masse an gleichwertigen Film positiv abheben zu können.

 

 

 

Fazit 5,5/10 Punkte

 

Routinierter Backwood-Slasher, der routinierte Horrorfilm-Zuschauer routiniert langweilen könnte.

Für den hungrigen Happen für Zwischendurch gerade noch goutierbar. Dennoch absolut unspektakulärer Film, den man nicht gesehen haben muss.

 

FSK-Prognose: Ungeschnitten mit einer „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “ChromeSkull: Laid to Rest 2″ (2011)

 

 

Der Killer mit der verchromten Totenkopfmaske, der seine Taten akribisch mit einer Webcam protokolliert, ist zurück. Nach dem letzten Schlachtfest wurde er erfolgreich von zwei hartnäckigen Teenies zur Strecke gebracht und in die Knie gezwungen.

Mit hochgradigen Verätzungen im Gesicht und schwer verletzt, wird er in die unterirdischen Katakomben einer Geheimorganisation verschleppt, wo er aufs nötigste zusammengeflickt wird.

Nun, da der „Boss“ sich wieder auf dem Weg der Genesung befindet, macht er sich an die Arbeit, mit den wenigen Überlebenden des Massakers von einst abzurechnen.

Doch seine Geduld wird auf eine harte Probe gestellt, denn inmitten der „Firma“ scheint es ein Mitarbeiter ebenso fanatisch ernst zu meinen und versucht in die Fußstapfen des maskierten Killers zu schlüpfen und seine Taten nachzuahmen.

 

 

Drei Jahre ist es nun bereits her, dass Regisseur Robert Hall mit seinem arg trivialen Slasher- Schnellschuss „Laid to Rest“ für Furore unter weltweiten Filmfans sorgte.

Sein überaus durchwachsener Horrorfilm bestach weniger durch darstellerische Qualitäten, oder einem sauber durchdachten Drehbuch, als vielmehr durch enorm selbstzweckhafte und sadistische Gewaltspitzen. Auch die direkte Fortsetzung „ChromeSkull: Laid to Rest  2“ macht da keine Ausnahme, und dreht sauber an der Gewaltschraube, dass dem Filmfreund Hören und Sehen vergehen dürfte.

Dabei zeigt die Fortsetzung allerlei unglaublich kaltschnäuzig umgesetztes Gekrösel, dass einen wirklich täuschend-echt wirkenden Eindruck hinterlässt und zeigt, dass zumindest die Special-Effect Crew ihr Handwerk überdurchschnittlich gut beherrscht. Das hier das Maß aller Dinge an seh- und umsetzbarer Gewalt ausgereizt wird dürfte auf der Hand liegen und wird vermutlich allein nur die Hardcore-Horror-Fangemeinde befriedigen. Mir waren die diversen aufgeschlitzten Gesichter und Münder doch etwas zu viel des Gutem und rechtfertigen definitiv die 7 Minuten Gewaltzensur in der deutschen Filmfassung.

Leider ist  “ChromeSkull: Laid to Rest  2“ nicht wirklich dass geworden, was man letztendlich eventuell von einer Fortsetzung diesen Kalibers erwartet hätte. Die Fortführung der Geschichte wirkt überaus konstruiert und man mag als Zuschauer das Gefühl nicht loswerden, dass Regisseur Robert Hall aufgrund des überraschenden Erfolges des ersten Teils, bestrebt war, schnellstmöglich eine Fortsetzung drehen zu „müssen“. Viele Szenen wirken unfertig und werden allein nur mit grafisch ordentlich aufpolierter Gewaltpower kaschiert, zumal sich ein nennenswerter Filmplot überschaubar in Grenzen hält und sich in weniger als 3 Sätzen erzählen lässt.

Zwar erfährt man einige wichtige Hintergründe über den Killer und seine Handlanger, diese wirken aber vollkommen an den Haaren herbeigezogen und oftmals unfreiwillig komisch.

Der einzige Lichtblick in diesem etwas konfus geratenen Horror-Flick-Flack ist Ex-Teenie Schwarm „Brian Austin Green“, der zumindest allen weiblichen Filmfreunden, aus der amerikanischen 90er Jahre Soap „Beverly Hills 90210“ ein Begriff sein dürfte. Recht souverän und herrlich fies mimt er den unberechenbaren und emotionslosen Nachwuchskiller, wobei seine Handlungsbeweggründe leider, ebenso wie die des Skull-Killers, irgendwo im Drehbuch-Nirgendwo entschwinden.

Dass „Laid to Rest 2“ einen enorm zwiespältigen Eindruck hinterlässt ist eigentlich recht schade , zumal die Figur des Skull-Killers eigentlich einen gut-wertigen Eindruck vermittelt und in seinem Vorhaben Genregrößen wie Michael Meyer und Jason Vorhees in nichts nachsteht. Geübte Horrorfilmfreunde werden demnach an diesen Horrorsequel nur bedingt ihre Freude haben, denn teilweise ist „Laid to Rest 2“ einfach nur langweilig und vorhersehbar. Sieht man einmal von den hochwertigen FX, und dem filmbezogenen Killer ab, bleibt kaum irgendetwas nennenswertes über, was sich überhaupt positiv abhebt und nicht schon in unzähligen anderen Slasherfilmen thematisiert und abgehandelt wurde.

 

ChromeSkull: Laid to Rest  2“ ist typische 08/15-Metzelware, welche man schon zu oft in dieser Form gesehen hat. Ein wenig „Halloween“ dort, ein bisschen „Freitag der 13.“da, dazu eine Priese „Saw“-Gewalt und fertig ist das Slasher-Ware von der Stange. Hoffen wir, dass mit einem dritten Teil der Gewaltakt zugunsten einer etwas spannenderen Geschichte reduziert wird und man einen homogeneren, und vor allem glaubhafteren, Einklang zwischen Story, Gewalt und Spannung findet.

 

 

 

5,5/10 Filmpunkte

 

Enttäuschende Fortsetzung des Überraschungserfolges aus dem Jahre 2009.

Extremgewalt und ein recht schlitzfreudiger Killer machen noch lange keinen guten Horrorfilm aus.

(Deutsche FSK-Fassung um rund 7 Minuten geschnitten)

 

 

Hellraiser80

 

 


Filmreview: “Night Drive – Hyänen des Todes” (2010)

 

 

Jack Darwin ist ein Kopfgeldjäger, der seinen Lebensunterhalt damit verdient, Wilderer in der afrikanischen Wildnis aufzulauern und deren Handwerk zu entlarven, denn deren illegalen Machenschaften reduzieren sich schon lange nicht mehr nur allein auf das Jagen von seltenen Tierarten. Hin und wieder werden in südafrikanischen Wildreservaten bestialisch zugerichtete Menschenkörper entdeckt, deren grauenhafte Verstümmelungen die brutalen Praktiken dieser Unmenschen beweisen.

Leider nimmer Darwin sein ehrgeiziges Vorhaben zu ernst, sodass er nach einem unkontrollierten Rachefeldzug gegen dieses Gesindel vom Kopfgeldjäger abgerufen und zum Touristenbegleiter deklariert wird.

Auch sein Sohn Sean musste in seinem bisherigen Leben diverse Niederschläge erleiden. Als Undercover-Cop hat er schon einiges erlebt. Sein letzter Auftrag, einen bekannten Drogenhändler zu stellen scheiterte, als im Schusswechsel eine unschuldige junge Frau tödlich verwundet wird.

Von Schuldgefühlen geplagt und um Abstand zu gewinnen, reist er zu seinem Vater Jack Darwin in die afrikanische Wildnis, um ihm bei einem nächtlichen Touristenausflug zu unterstützen. Eine grausige Legende umgibt den Ort , eine Legende die von einem mysteriösen Hexenmeister handelt und welche die Einheimischen nach wie vor in Angst und Schrecken versetzt. Kaum mit der nächtlichen Safari gestartet, vernehmen die Gäste bereits die ersten mysteriösen Geräusche. Doch je dunkler die Nacht wird, umso mehr scheinen sich die Geschichten um den berüchtigten „Hyänenmann“ zu bewahrheiten …

 

 

 

Regie-Neuling Justin Head hat mit seinem Debüt-Werk „Night Drive“ einen recht durchwachsenen Horrorfilm geschaffen, der eigentlich recht gute Ansätze verspricht, aber in der Umsetzung arg holprig wirkt.

Bevor seine „Nachtfahrt“ überhaupt starten darf, holt er leider etwas zu weit aus und erzählt vorab erst einmal von den Schicksalsschlägen der beiden Hauptfiguren Jack und Sean.

Keine schlechte Idee, wäre die Charakterisierung weniger unnahbar, dafür mehr emotional brauchbarer und nachvollziehbarer strukturiert und vor allem wäre sie denn halbwegs für den weiteren Story-Verlauf förderlich und klar erzählt.

Der Einstieg in das Geschehen gestaltet sich für den Zuschauer als relativ wirr und ungeordnet.

Diverse Erklärungen über die Handlungsbeweggründe der beiden Hauptprotagonisten erklären sich erst durch lose Flashbacks im Verlauf der Handlung.

Im Film wird Vater Jack als relativ abgehärtet und bestialisch beschrieben, der sich mit seiner ganz eigenen Art von Vergeltung und Strafe auf die gleiche unmenschliche Stufe stellt, wie die Wilderer.

Sein Sohn Jack dagegen, wird als loyaler, bedachter und emotionaler Kerl skizziert, der dennoch eine unnahbare Schutzwand um sich aufgebaut hat, die offenbar niemand zu durchdringen vermag. Leider wirken die anfänglich ausführlich erzählten Geschichten der beiden Hauptcharaktere vollkommen deplatziert und für den weiteren Verlauf der Geschichte absolut unwichtig. Dem Zuschauer gelingt es zu keiner Minute überhaupt irgendwelche relevanten Sympathien für einen der beiden Hauptprotagonisten zu entwickeln. Demnach gestaltet sich der eigentlich gut umgesetzte Einstieg als relativ überflüssig.

Ebenfalls vollkommen störend, dass „Night Drive“ nervig zwischen den Genres hin und her switcht. Als Zuschauer möchte man das Gefühl nicht loswerden, dass sich Regisseur Justin Head nicht wirklich entscheiden konnte oder wollte, was sein Erstlingswerk denn nun letztendlich sein soll. Tierhorrorfilmschnipsel treffen auf Fragmente aus Abenteuerfilmen, Backwood-Horror meets Action-Movie und Elemente aus Okkult-Filmen werden mit denen von Überlebensthriller gemischt.

Das ist einfach viel zu viel. Teilweise dürfte der wilde Genre-Mix gerade ungeübte Zuschauer vollkommen überfordern, da sich der roter Faden des öfteren im Dunkel der Nacht verliert.

Trotzdem, es lässt sich nicht leugnen, dass auch der Horrorthriller „Night Drive“ einige atmosphärisch recht sehenswerte Momente vorweisen kann. Einige Nachtszenen schaffen es sogar ein erschreckend klaustrophobisches und hilfloses Gefühl zu vermitteln.

Gerade weil der Film aus unzählig vielen Genres zusammengebastelt wurde, lässt sich bis kurz vor Schluss nicht einordnen, was denn da im Dickicht des Waldes lauert und nach dem Leben der teilweise schon arg stereotypen Charaktere trachtet.

Zumindest geht das, was sich da in der Dunkelheit versteckt (um was es sich dabei handelt, sei an dieser Stelle nicht veraten) , nicht zimperlich mit den Gästen der Nachtsafari zugange. Diverse, recht professionell umgesetzte Gore-Effekte dürften zumindest alle Kunstblutfreunde des phantastischen Films halbwegs zufriedenstellen.

Das Rote Nass findet erstaunlicherweise oft seinen Einsatz und der Horrorfilmfreund dürfte überrascht sein, dass das gesamte Gekrösel sogar ungeschnitten die FSK passieren durfte.

 

 

Mit seinem Debüt-Film „Night Drive“ hat Regisseur Justin Head ein recht wirren Genre-Mix geschaffen, der durchaus einige recht sehenswerte Momente vorweisen kann, der roter Faden sich dennoch zu oft im Dunkel der Nacht verliert. Leider bewahrheitet sich hierbei das Sprichwort vom ungenießbaren Brei, der von zu vielen Köchen gewürzt wird.

Die stattliche Anzahl von diversen Elementen andere Genres verwirrt den Zuschauer ungemein.

Schade eigentlich, die Ausgangssituation und das Grundkonzept des Filmes haben nämlich recht gute Ansätze.

 

 

 

Fazit 5/10 Punkte

 

Durchwachsene Buschjagd, die leider etwas arg mit der recht wirren Erzählweise des Films zu kämpfen hat.

Ist das gesamten Treiben jedoch erst einmal richtig in Fahrt gekommen, unterhält der Thriller eigentlich überraschend solide.

FSK-Fassung: mit “Keine Jugendfreigabe”-Kennzeichnung ungeschnitten!

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “Penance – Sie zahlen für ihre Sünden” (2009)

 

 

Amelia braucht dringend Geld, denn die Schulden wachsen ihr allmählich über den Kopf. Gerade weil ihre kleine Tochter schwer erkrankt ist und die junge Mutter die Behandlungskosten selbst tragen muss, nimmt sie den Ratschlag ihrer Besten Freundin an und versucht das „schnelle“ Geld zu ergattern, indem sie sich als Stripperin versucht.

Nachdem die beste Freundin nach einem missglückten „Arbeitseinsatz“ mit einem blauen Auge abgestraft wurde, soll nun Amelia für den nächsten Auftrag einspringen.

Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit der jungen Frau, denn ihr erster Arbeitseinsatz endet in einem Albtraum.

 

 

Günstig produzierte Wackelcam-Filme sind derzeit in aller Munde.

Bereits 1998 fand das sogenannte Found Footage Genre mit dem erstaunlich kassenträchtigen „Blair Witch Project“ beachtliche Aufmerksamkeit und zog bis heute unzählig ähnlich strukturierte Plagiate nach sich.

Nun, im Zuge der Erfolgswelle der Amateurcam-Geisterjagd „Paranormal Activity“ erhoffen auch diverse untalentierte Drehbuchautoren und Regisseure mit ihren geistlosen und vor allem unbrauchbaren Beiträgen den Sprung nach ganz vorn.

Penance“-Regisseur Jake Kennedy scheint hierbei von der ganzen „cleveren“ Sorte zu sein, hat er sich in seinem trivial- und geistlos zusammengeschusterten Machwerk, weder für Hexen und Aliens, noch für Geister und Zombies entschieden. Vielmehr versucht er vermutlich eigene und „neue“ Wege zu gehen und versucht die Aufmerksamkeit der Horrorfanschar mit (oh, man ist das neu!) geistig debilen  Psychopathen für sich zu gewinnen.

Demnach darf man die Geschehnisse, ähnlich wie in Unmengen gleichartig strukturierter Filme zuvor, aus der „Ego“-Perspektive beiwohnen (die Hauptprotagonisten filmen das Geschehen selbst mit einer Kamera) und erlebt, wie ein fanatischer Ex-Prediger versucht, unschuldige junge Stripperinnen zu bekehren und zu „reinigen“. Dass sein Vorgehen nicht zimperlich vonstatten geht, dürfte natürlich offensichtlich auf der Hand liegen, bietet „Penance“ eigentlich nichts anderes, außer unzugängliche und minutiös inszenierte Auspeitsch-, Demütigungs- und Verstümmelungsszenen. Ein gut durchdachtes Storygerüst gibt es hier nicht, Spannung und Mietfiebern – Fehlanzeige.

Stattdessen gibt es ein Aneinanderreihen wirrer Folterszenen, die einzig Mittel zum Zeck darstellen, dass überaus unspektakuläre Geschehen annähernd auf Spielfilmlänge zu „zaubern“. Ein arg unverkennbarer und überaus pervers-aufdringlich frauenverachtender Unterton unterstreicht das explizit voyeuristische Geschrei und bietet mitunter vermutlich allein nur masochistisch veranlagten Frauenhassern eine kreative Inspirationsgrundlage.

Dass es, neben all den haarsträubenden Frauenfolterszenen auch diverse Logiklücken gibt, überrascht dennoch ein wenig, gibt es in „Penance“ eigentlich kaum etwas, was man falsch machen könnte, da der Film ausschließlich allein von seinen explizit schroff inszenierten Szenen lebt.

Eine Tatsache, die eigentlich noch einmal das Nichtvorhandene Talent des Drehbuchautors und des Regisseurs wiederspielt.

Demnach fragt sich der aufmerksame Zuchauer, wer eigentlich in derart Situation, wie sie dem Film zugrunde liegt, es noch mental und psychisch schafft die Kamera dreist auf die Geschehnisse zu richten.

Selbst in Extremsituationen, in denen die Protagonisten um ihr Leben bangen müssen, scheinen sie zumindest noch annähernd die Kraft und vor allem die Zeit zu besitzen, das Geschehen mit der Kamera zu filmen. Im Film selbst, erklären die Überlebenden ihr unmerklich dummes Vorgehen damit, ausgiebig Filmmaterial sammeln zu müssen, um im Falle eines Entkommens beweisen zu können, was ihnen wohlmöglich zugestoßen ist.

Eine wirklich „gute“ Argumentation, wie ich finde. Für ein hübsches „Erinnerungsvideo“ nehmen die offensichtlich „suizidgefährdeten“ Opfer die ein oder andere Verstümmelung scheinbar gern in Kauf.

Mit „Penance“ hat der Nachwuchsregisseur Jake Kennedy ein überaus einfältiges Filmchen geschaffen, auf das die Welt nun wahrlich nicht gewartet hat.

Statt mit gut durchdachter und vor allem spannender Unterhaltung zu punkten, versucht Kennedy mit dreister Holzhammertaktik zu überzeugen.

Frauen werden am Fliesband gefoltert, gedemütigt und ermordet – die dargestellten Szenen scheinen zwar nie eindeutig blutig, eine gewisse Verrohung tritt dennoch im Verlauf der Handlung ein.

Nach Logik sucht man in „Penance-Sie zahlen für ihre Sünden“ vergeblich – Nach dem Sinn des Ganzen ebenfalls („Selbstkastration” des Ex-Predigers).

 

 

 

Fazit 2,5/10 Punkte

 

Ein Film, den sich filmbegeisterte Horrorfans ersichtlich sparen können.

 

Die Deutsche Fassung wurde verständlicher Weise um einige Sekunden erleichtert.

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “Christopher Roth – Der Killer in Dir” (2010)

 

Um etwas Abstand vom immensen Erfolgsdruck zu gewinnen, zieht es den erfolgreichen Romanautor Christopher Roth zusammen mit seiner Frau in ein idyllisches italienisches Dörflein fernab von Stress und Hektik.

Doch von Erholung und Urlaub keine Spur.

Denn ein überaus fanatischer Serienkiller, nutzt die Gunst der Stunde um, inspiriert von Roth´s Romanen, unweit des Ferienwohnsitzes des verliebten Paares auf „Beutezug“ zu gehen.

Als der Schriftsteller wenige Tage nach der Publikation des ersten Mordes ein seltsames Kästchen mit einem, vom Serienkiller selbst verfassten Brief, auf dem Küchentisch vorfindet, ahnt er noch nicht, welch blutrünstigen Alptraum ihn erwarten wird.

 

 

Manchmal überrascht, oder verblüfft es Genrefans weltweit, wer da so alles auf dem Regiestuhl Platz nimmt.

Christopher Roth“ – Regisseur Maxime Alexandre scheint auf den ersten Blick für den Filmfan recht unbedeutend.

Stöbert man aber genauer in seiner Vita so dürften vor allem Horrorfilmfans schnell hellhörig werden.

Maxime Alexandre hat sich bisher als Kameramann  einen Namen gemacht und eindrucksvoll bewiesen, dass er sein Arbeitsutensil perfekt im Griff hat.

Die, von ihm gefilmte Werke wie „High Tension“ (2003), „The Hills have Eyes“ (2006) und „Crazies“ (2010) durften im Rahmen des Genres weltweit gehörige Erfolge verbuchen und scheinbar war es ihm wohlmöglich mit der Zeit und den diversen Lobeshymnen leid, immer nur als unbedeutendes Anhängsel im Atemzug mit Regisseur Alexandré Anja („High Tension“ (2003), „Hills have Eyes“ (2006), „Piranha 3D” (2010)) genannt zu werden, sodass er nun auch sein Können mit dem Thriller „Christopher Roth“ als ernstzunehmender Regisseur und Drehbuchautor unter Beweis stellen möchte.

Ein heikles Vorhaben, scheinen doch diverse Filmemacher mit derart beruflichen Veränderungen gescheitert. Im Falle von „Christopher Roth“, seinem zweiten cineastischen Beitrag als Regisseur, kann ich dennoch alle Skeptiker beruhigen.

Handwerklich hat er mit seinem Horrorthriller wahrlich saubere Arbeit bewiesen und sein Gespür für atmosphärisch dichte Kameraeinstellungen- und Fahrten unterstreichen seinen enorm talentiertes und virtuoses Geschick im Umgang mit der Kamera.

Dabei fällt schnell auf, dass gerade sein perfekt inszeniertes Hin- und Herhüpfen zwischen Gut und Böse von farblich geschickter Verspieltheit geprägt ist.

Immer dann, wenn der Killer rabiat zu Gange geht, werden Farben, Sound und Kulisse auf das Wesentliche reduziert – im Kontrast dazu erstrahlen die prägnanten Auftritte des titelgebenden Helden und das seiner Frau in kräftigen, sonnig-heiteren und stimmungsvollen Farben.

Aufgrund der Kombination von künstlerisch genau durchdachten Kamerafahrten im Einklang mit stimmungsvoll-kontrovers zusammengestrickten Farb- und Soundschnipseln und dem Einfügen überaus harter Gewalteinlagen dürfte Filmkenner schnell an die früheren Werke eines Dario Argento´s erinnert werden.

Die Intension ist scheinbar gar nicht mal an den Haaren herbeigezogen, erinnert „Christopher Roth“ unmerklich an diverse italienische Giallo-Schlitzerfilme der 60er und 70er Jahre.

Demnach sehr einprägsam, und stellvertretend als liebevolle Hommage an dieses Subgenre gesehen, die (fiktive) Szene, in der eine junge schwarzgekleidete Frau in einem steril-wirkenden weißen Bad steht und sich vor dem Badspiegel die Haare fönt. Unerwartet pirscht sich der unbekannte Killer an das ahnungslose Opfer von hinten heran und „schlachtet“ die ahnungsvolle Frau erbarmungslos nieder. Die Klassische Musik, welche das deprimierende Unterfangen unterstreicht in Kombination mit den erschreckend realistisch umgesetzten dunkelroten Flutfontänen und dem klinisch-sterilen weißen Farbton des Badezimmers machen diese Szene zu einem echten Augenschmaus für Filmkenner.

Dass Maxime Alexandre scheinbar ein Gespür für rohe und überaus sadistische Gewalteinlagen besitzt sei an dieser Stelle nicht von der Hand zu weisen, bedenkt man mit welchen, in der Horrorszene anerkannten, Filmregisseuren er bisher zusammengearbeitet hat.

Seine unerträglich grausamen und vor allem explizit gefeierten Gewaltspitzen deuten darauf hin, dass er im Laufe seiner bisherigen Arbeit als Kameramann (in diversen Horrorproduktionen) aufmerksam verfolgt hat, wie er Horrorfilmfreunde auf dem gesamten Erball bei Laune halten kann.

Sein „Christopher Roth“ dürfte vor allem bei den hiesigen Zensurbehörden auf gehörig Unverständnis  stoßen und die Darstellung seiner Morde könnte auf „ungeübte“ Zuschauer überaus radikal wirken.

Demnach gehe ich davon aus, dass Alexandres Zweitwerk in deutschen Gefilden vom Vertrieb “Mr. Banker Film” , FSK-freundlich, “zurechtgestutzt” veröffentlicht  wird.

 

 

Maxime Alexandre´s zweiter abendfüllender Ausflug auf dem Regiestuhl hat vollends funktioniert.

Zwar benötigt der Filme eine Weile bis er in Fahrt kommt und besitzt in der ersten Hälfte einige Leerläufer, legt aber in der zweiten Filmhälfte gehörig nach und kann mit einem überaus spannenden  Finale und einer handvoll recht drastisch-gewählten Goreinlagen überzeugen.

Der aktuelle Horrorthriller „Christopher Roth“ spricht ein vorwiegend älteres, sowie erfahreneres Filmpublikum an und das ist auch gut so, denn von der breiten Masse an dummen Teenie-Horrorfilmen, sich endlos wiederholenden „Paranormal Activity“-Fortsetzungen und Plagiaten, sowie penetrant nervenden Hollywood-Remakeaufgüsse hebt sich dieser kleine überraschend sehenswerte Film sehr positiv ab.

 

 

 

Fazit 6,5/10 Punkte

 

High Tension“ – Kameramann wandelt jetzt auf Drehbuch- und Regisseurpfaden.

Vorhaben geglückt – Bitte weiter so!

 

FSK-Prognose: leicht geschnitten mit FSK “Keine Jugendfreigabe” – Film selbst erscheint Mitte März 2012 in Deutschland auf DVD und Blu-ray Disc von “Mr. Banker Film”

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “Urban Explorer” (2011)

 

Städtetour einmal anders:

Vier Rucksacktouristen hat es in das weltoffene Berlin verschlagen.

Doch statt das kulturell vielfältige Nachtleben der Großstadt zu erkunden, suchen die vier Freunde den ganz besonderen Kick.

Dante, ein selbsternannter „Reiseführer“, lockt die Fremdlinge mit einem ganz speziellen „Reiseprogramm“. Tief unter dem hektischen Leben der Hauptstadt vermutet er einen unversiegelten Bunker aus NS-Zeiten.

Zusammen mit der vierköpfigen Clique macht er sich auf den Weg, den geheimnisvollen Bunker zu ergründen.

Doch leider meint es das Schicksal nicht gut mit der Bande, denn bei ihrem Erkundungstrip stürzt Dante unglücklich und verletzt sich dabei schwer.

Völlig in Panik geraten, treffen sie glücklicherweise auf den ehemaligen DDR-Grenzwärter Armin, der scheinbar in den alten Katakomben unter der Erde haust und ihnen rasch Hilfe anbietet.

Mit der Begegnung des ominösen Mannes nimm das Schicksal der fünf Freunde ein unerwartetes Verlauf …

 

 

 

Deutschland gilt nun nicht gerade als Hochburg für Horrorproduktionen.

Neben unzähligen „leichten“ Komödien steht „Good old Germany“ vorwiegend für schwerverdauliche Dramenkost und anspruchsvolles Arthauskino.

Umso mehr erstaunt es den Filmfan, wenn in Genrekreisen Gerüchte die Runde machen, dass an aktuellen deutschen Horrorproduktionen gewerkelt wird.

Dabei konnten deutsche Horrorfans in den letzten Jahren so manch kleine Überraschungen erleben und sich selbst davon überzeugen, dass auch Deutschland in der Lage sein kann, ernstzunehmende und vor allem unerwartet harte Horrorfilmkost zu produzieren, die den Vergleich zu Werken innerhalb des weltweiten Filmmarktes nicht scheuen braucht.

Eine, dieser unerwartet sehenswerten deutschen Genreproduktionen war zweifelsohne der Horrorfilm „Bukarest Fleisch“ aus dem Jahre 2007, der für einen deutschen Film überraschenderweise arg radikal daherkam und mit seinen verwackelten und düsteren Bildern sehr an amerikanische Hochglanz-Horrorproduktionen erinnerte.

Scheinbar war Andy Fetschers Erstlingswerk und Uni-Abschlussarbeit „Bukarest Fleisch“ in Fankreisen derart akzeptiert und erfolgreich, dass er nun die Möglichkeit erhält mit seinem zweiten abendfüllenden Spielfilm „Urban Explorer“ abermals für Gesprächsstoff zu sorgen.

Gelungen ist ihm sein neuer Beitrag jedoch nur bedingt, kommt das Storygerüst seines zweiten Filmes, beliebig austauschbar daher. Die Story gestaltet sich als eigenwillig zweckmäßig und die Charakterskizzierung der Teenager als relativ platt – zumindest aber noch halbwegs genießbar.

Das enttäuscht irgendwie, zumal man keine oberflächlich gestrickte Kopie bekannter Backwood- und Terrorfilme, und das ist “Urban Explorer” leider geworden, erwarten würde.

Dennoch, das überaus düstere Setting kennt man zwar auch schon aus Filmen wie „Creep“(2004) , es unterstreicht aber recht prägnant und effektiv die auswegslose und klaustrophobische Grundstimmung des Filmes.

Bedeutendes Augenmerk, und da dürfte sein zweiter abendfüllender Spielfilm für gehörig Aufsehen in Fankreisen sorgen, liegt bei seiner Darstellung genretypischer Grausamkeiten, denn die kommen für einen deutschen Horrorfilm verhältnismäßig hart daher. Scheinbar hat Fetscher die diversen amerikanischen (und französischen) Genrevorbilder ausführlichst studiert, denn seine grotesken und vor allem makaber-zynischen Metzelszenen (allen voran die optisch erschreckend realistische Häutungsszene) dürften jedem Gorehound das Wasser vor Entzücken im Munde sprudeln lassen.

Warum letztendlich der Film von der Freigabebehörde “FSK”  in seiner ungeschnittenen Form „nur“ eine „Keine Jugendfreigabe“ Einstufung erhielt, scheint überaus unverständlich, vergleicht man wie frivol die FSK derzeit wieder in der Verweigerung der Freigaben aktueller und minder explizit gewalttätiger Genreproduktionen zugange geht.

Aber nicht nur der optischen Grausamkeiten sprechen für die Sichtung von „Urban Explorer“.

Neben der recht professionellen Umsetzung der handvoll Splatterszenen hat Regisseur Andy Fetschers sein zweites nennenswertes Zugpferd in der Rolle des unangenehm widerlich wirkenden „Armin“ (besetzt von Klaus Stiglmeier) gefunden.

Das merklich sarkastisches Schauspiel von Klaus Stiglmeier gestaltet sich als überaus frisch, unerwartet böse und ziemlich „undeutsch“ und seine merklich zynischen Kommentare, erinnern in ihrer Darstellung sehr an die der Leinwandikonen „Chucky“ und „Freddy Krueger“.

Sein prägnantes Schauspiel überzeugt über die Linie hinweg und lässt schnell den Überlebenskampf der übrigen (teilweise talentfreien) Jungschauspieler, sowie einige Logikpatzer vergessen.

Umso erfreulicher für den Filmfan, dass Regisseur Andy Fletscher mit dem Gedanken einer Fortsetzung spielt, denn das erwartungsgemäß offene Ende, lässt auf eine Rückkehr des geheimnisvollen „Untergrundkillers“ hoffen.

Mit „Urban Explorer“ erhält der Horrorfan solide, aber wenig tiefgründige Horrorfilmkost.

Trotzdem, nach einem recht zahmen Beginn, ist ab Filmmitte dennoch für ordentlich kurzweilige Unterhaltung gesorgt.

Trotz Einheitsbrei und der Abhandlung diverser genretypischer Klischees, schafft es Fetschers in den letzten 30 Minuten, zumindest alle Horrorfreunde ausgiebig zufrieden zu stellen.

Im künstlerischen Vergleich zu seinem ersten Werk „Bukarest Fleisch“ flacht sein aktueller Beitrag qualitativ minimal ab, weiß aber mit einer professioneller Umsetzung, einem überzeugenden und markanten Killer, sowie messerscharfen Splatterszenen zu überzeugen.

 

 

 

Fazit 6/10 Punkten

 

Horror aus Deutschen Landen – Unerwartet böse und erstaunlich blutig.

Vielleicht schafft es ja Deutschland nun endlich auch, mit hiesigen Horrorproduktionen international Fuß zu fassen. „Urban Explorer“ scheint die richtige Richtung vorzugeben!

 

FSK-Fassung mit “Keine Jugenfreigabe” – kennzeichnung ist ungeschnitten!

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “The Bunny Game” (2010)

 

 

In meinem bisherigen Leben habe ich ja schon genug, auf Zelluloid gebannten Dreck gesehen, aber ich bin immer wieder überrascht, welch dumme und völlig unnötige Filmideen aus den scheinbar kranken Hirnen diverser Möchtegern-Drehbuchschreiber entspringen.

Mit „The Bunny Game“ dürfte der Filmfan eine neue Dimension cineastischen Durchfalls erleben und es ist wirklich erstaunlich mit welch „pseudo“-kontroversen Filme ideenlose Nachwuchsregisseure um die Gunst und vor allem die hart verdiente Kohle gieriger Horrorfilmfans buhlen.

Das bei geistig-unterbelichteten Filmen, wie diesem, gut ausgetüftelte Marketingstrategien von Nöten sind um halbwegs kommerziellen Erfolg zu erzielen, dürfte jedem Filmfan nach Sichtung dieses Schundes klar werden.

Denn schenkt man diversen Filmforen Glauben, so schwanken diverse Gerüchte um diesen völlig überbewerteten Film. Der österreichische Publisher ILLUSIONS UNLTD. lies vor geraumer Zeit sogar verlauten, dass sich scheinbar kein deutschsprachiges Synchronstudio hat finden lassen, das „The Bunny Game“ ins deutsche übersetzen wollte.

Das aufgrund dieser arg überzogenen Gerüchte deutschsprachige Filmfreunde hellhörig und demnach unfreiwillig Teil dieser raffiniert ausgetüftelten Marketingkampagne werden mussten, dürfte jedem Filmfreund schnell klar werden, der sich letztendlich selbst ein Bild von „The Bunny Game“ gemacht hat.

Gerade einmal 10 Satzfetzen konnte ich zählen – eine Synchronisation demnach völlig fehl am Platz und vollkommen unnötig. Blut, Gewalt oder Splatter gibt es nicht. Keine Ahnung, warum ILLUSIONS UNLTD. seine Käufer derart auf der Nase herumtanzen muss, und derart haarsträubende Informationen in die Welt setzt.

Denn wer sich die 80 quälend langweiligen Minuten zu Gemüte geführt hat, dürfte krampfartig nach den Sinn und die Daseinsberechtigung von „The Bunny Game“ suchen.

Explizite Gewalt gibt es nämlich in diesem Film nicht, Story – absolute Fehlanzeige.

Der Filmfan erlebt das ultimative „Martyrium“ einer jungen Drogenabhängigen, die ihren Drogenkonsum mit Prostitution finanziert. Leider gerät sie in ihrem vollkommen verpeilten Leben letztendlich an den „ultimativen“ Kunden, der sie niederschlägt und 40 Minuten erniedrigt und demütigt. Leider hat das alles nicht einmal ansatzweise Sinn, schockiert null und gestaltet sich als unglaublich dumm und vor allem unerträglich langweilig.

Um dieses, auf Zwang in s/w-getrimmte Pseudo-Arthaus-Machwerk überhaupt halbwegs ertragen zu können, empfehle ich die Vorspultaste der Fernbedienung bereits nach Beginn einsatzbereit gen Player zu richten, denn „The Bunny Game“ schockiert leider nicht, sondern dürfte interessierte Filmfans für Müdigkeit lähmen.

Dabei beginnt der Film eigentlich recht vielversprechend. Der unweigerliche Verfall der perspektivlosen Hauptdarstellerin gestaltet sich als unerträglich deprimierend und hätte in dieser Form ersichtlich gut bis Filmende funktioniert. Leider führt „The Bunny Game“ diesen überaus erschreckend in Szene gesetzten Beginn nicht weiter fort und mutiert von einem ansprechenden Independent-Drama zur vollkommen lächerlich-peinlichen und vollkommen überzogenen Tour de Farce.

Der vermeintlich kranke Psychopath beginnt vor laufender Kamera sein hilfloses und scheinbar narkotisierendes Opfer in allen erdenklich möglichen Stellungen durch die Luft zu wirbeln und führt an der jungen Frau schamhaft-groteske „Trockenübungen“ durch, die in ihrer Darstellung weder schockieren wollen, als vielmehr fremdschämendes Gelächter beim Zuschauer verursachen.

Die Darstellung der Demütigungen des Opfers unterteilt sich in wenige Abschnitte, wobei der unbekannte Täter in der psychischen Misshandlung der jungen Frau von Abschnitt zu Abschnitt radikaler zu werden scheint, aber von körperlichen Misshandlungen (abgesehen von einem „Branding“) absieht.

Warum er aber nur in dieser Art und Weise vorgeht, bleibt ebenso unbeantwortet, wie unzählige Fakten über das Opfer selbst.

Leider geht einem das Geschehen, gerade aufgrund fehlender Antworten und mangels Identifikationsmöglichkeiten, bereits nach der Filmhälfte gehörig aufs Schwein.

Der Psychopath schreit seinem verwirrten Opfer minutiös ins Ohr und auch die vordergründig ruhige Kameraführung scheint vollkommen aus dem Ruder zu laufen und drängt den Zuschauer mit all seinen wirren Flashbacks und dem planlosen Soundgerassel an die Grenze zur Epilepsie.

Was uns Regisseur Adam Rehmeier mit seinem „The Bunny Game“ vorsetzt ist jenseits von Gut und Böse. Mit ernstzunehmender Kunst (egal in welcher Hinsicht)  hat das Teil rein gar nix am Hut.

Wer hier Psychogewalt, ähnlich eines „Martyrs“erwatet, dürfte nach Sichtung dumm aus der Wäsche schauen.

Gorehounds, Splatterfreunde oder sensationsgeile Exploitation-Filmfreaks, die einen überaus harten und krassen Film erwarten werden ebenso gänzlich enttäuscht.

Reheimers überaus unklarer Thriller scheint einzig dafür gemacht, um die Kreativität potenzieller Hobbypsychopathen zu fördern. Ein Film, der zumindest für mich, keine Daseinsberechtigung besitzt.

 

 

 

Fazit  1/10 Punkten

 

Wer an „The Bunny Game“ Gefallen findet, sollte sich schnellst möglich an den Psychologen seines Vertrauens wenden. Unmöglich schlechter Film!

(Deutsche Fassung kommt demnächst ungeschnitten über ILLUSIONS UNLTD aus Österreich)

 

Hellraiser80


Filmreview “The Watermen” (2011)

 

Lust auf richtig guten Horror?

Auf einen Film mit klasse Schockmomente, intelligent konstruierter Story und sexy Chicas, die wissen wie sie sich kreativ zur Wehr setzen müssen?

Ja?

Dann empfehle ich ausdrücklich den aktuellen Backwood-Slasher „The Watermen“ zu meiden, denn hier gibt’s nix was überhaupt von Erwähnung wäre.

Die Story hat man in dieser Form schon bis zum Erbrechen gesehen und ich verstehe nicht, welche Intensionen und Ziele manche Regisseure und die dahinterstehenden Produktionslabel mit ihrem aufgewärmten Kaffee eigentlich verfolgen wollen? Gewinnträchtigen Umsatz dürfte bisher für diesen Quark mit Sicherheit kaum geflossen sein – wohl eher sollte der interessierte Filmfan nach Sichtung Geld für diesen Schund „einklagen“, weil „The Watermen“ dem Zuschauer fast 90 Minuten an kostbarer Lebenszeit raubt, ohne überhaupt ein Fünkchen Unterhaltungswert zu bieten.

Die Geschichte, insofern man das Storygerippe überhaupt „Story“ nennen kann, liest sich demnach auch recht bescheiden und vorhersehbar:

Eine kleine Gruppe Jugendlicher, bestehend aus drei potenten Muskelprotzen und drei paarungswilligen  Bordsteinschwalben, unternimmt einen hübsch idyllischen Segelausflug auf dem Meer

Doch die friedliche Idylle ist schnell verpufft, als das Boot einen Motorschaden erleidet und  die sechs Hohlbirnen nicht mehr wissen, wie sie wieder an Land  kommen sollen.

Der interessierte Filmfan erhofft sich natürlich nun eine Überlebensschocker a la „Open Water“, dürfte dennoch leider rasch enttäuscht werden, als von weitem ein Fischerboot den ratlosen Gestrandeten zu Hilfe eilt.

Nachdem sich die Teens an Bord gerettet haben und den Fischern größten Dank beipflichten, ahnen sie noch nicht, dass ihr vermeintlich friedlicher Ferienausflug bald ein tödliches Ende nehmen wird, denn die Fischer haben sich auf das Fischen mit Menschenfleisch spezialisiert, ganz der Devise: was für Haie gut verdaulich ist, dürfte wohl auch den kleineren Fischen und Muscheln munden.

Was jetzt förmlich nach ordentlich Folter- und Splatter schreit, ist in der Umsetzung eigentlich handfest erbärmlich.

Ich frage mich, wer denn auf derart dumme Idee gekommen ist, einen Film über speckige und ungepflegte Fischer zu drehen, die anstatt im Dreck nach Würmern zu wühlen, sich lieber die Arbeit machen ahnungslose Teenies vom Meer wegzufangen, diese auszuweiden und in kleine Teile zerteilt an die Fische zu verfüttern, um maximale Fischfänge zu erzielen?

So skrupellos und vor allem doof muss man erst mal sein, zumal das zerkleinerte Fleisch dann auch noch auf dem Schwarzmarkt an andere Fischer verhökert wird und ich im Film keinen einzigen Polizisten sehen konnte, der überhaupt annähernd Interesse daran gehabt hätte, dass „irrationale“ Massenverschwinden unendlich vieler Touristen und Teens zu untersuchen.

Nach nachvollziehbarer Logik, ernstzunehmender Glaubwürdigkeit und vor allem tieferen Sinn sucht man in „The Watermen“ demnach vergebens. Nach ausufernder Splatter- und Folterunterhaltung ebenfalls. Bis auf eine recht unangenehme Brustimplantat-Entfernung und eine kurze Häutungssequenz, die sehr an „The Texas Chainsaw Massacre – The Beginning“ erinnert, gibt es in dieser Gurke nichts was überhaupt von Erwähnung wäre.

The Watermen“ entpuppt sich als ein Sammelsurium der unterschiedlichsten und vor allem vorhersehbarsten Horrorklischees, die man schon lange nicht mehr in so trivialer und niveauloser Form sehen konnte. Eigenständige und vor allem frische Ideen sind Mangelware.

Spannung oder ein Mitfiebern entsteht, aufgrund der unerträglichen Vorhersehbarkeit, an keiner Stelle im Film.

Wer einen Faible für das Genre des „Backwood-Horrorfilms“ besitzt sollte einen kurzen Blick riskieren, aber seine Erwartung auf Nullpunkt reduzieren.

Allen anderen Horrorfilmfans sei an dieser Stelle vor diesem Blindgänger gewarnt – Der Film ist absolut „Scheisse“!

 

 

Fazit 3,5/10

 

Dieser überaus dumme Film macht eindeutig KEINEN Spass.

Alle Wörter mit der Vorsilbe “un” sind für diesen Film geradezu prädestiniert – Was für ein wahrhaft  unglaublich, unschöner und uninteressanter Film.

 

(FSK-Prognose:  Keine Jugendfreigabe – geschnitten. Zwei Szenen im Film (Brustimplantat-Entfernung und Häutung) dürften vermutlich Probleme mit der FSK bekommen. Aufgrund der recht kurzen Szenen, vermute ich mal, dass der hiesige Vertrieb den Film nur in gekürzter Version veröffentlichen wird, da die Masse an Gewaltszenen einfach zu überschaubar sind, als das man den Aufwand einer Spio-Prüfung für die ungeschnittenen Fassung tragen würde)

 

Deutschlandstart: bisher unbekannt!

 

Hellraiser80


Filmreview: “Boston Killer Babes” (2010)

Boston Killer Babes Filmreview

 

Carmela und Lynne , zwei innig befreundete Bostoner Vorstadtgirls auf der Suche nach dem ganz großen Glück.

Doch irgendwie meint es das Schicksal nicht sonderlich gut mit den beiden.

Denn Lynne erwischt ihren treuliebenden Freund in flagranti im Bett mit einer anderen, worauf sie ihn zu Rede stellen möchte. Der „neuen“ Bettgenossin wird die Aussprache scheinbar zu turbulent, sodass sie rasch zum Telefonhörer greift und die Polizei herbeiruft. Wenige Minuten später treffen zwei Polizisten auf das aufgescheuchte Mädchenduo, dass sich alsbald in Handschellen abgeführt, auf dem Hintersitz des Polizeiwagens wiederfindet.

Unterwegs scheint einer der Polizisten einen besonders heftigen Druck in der Beckengegend zu spüren und vergewaltigt die wehrlose Carmela.

Ein fataler Fehler, denn angewidert von der hormongeplagten Männerwelt, setzen sich die beiden schlagfertigen Powergirls zur Wehr.

Auf ihrem Rachefeldzug gegen die Männerwelt Bostons meucheln sie alles nieder, was sich den beiden in den Weg stellt.

 

 

What the Hell!?

Eigentlich liest sich die Inhaltsangabe recht vielversprechend und erfrischend: Ein Mädchenduo, dass ersichtlich genervt ist am moralischen Verfall der Gesellschaft und fortan munter in den Krieg zieht um all die zu bestrafen, die sich in jüngster Vergangenheit den beiden Mädchen gegenüber (sexuell) moralisch verwerflich verhalten haben. In einschlägigen Filmproduktionen ist es ja oftmals umgekehrt, denn dort ist es vorwiegend so, dass ein „männlicher“ Serienkiller dem gelüsten Treiben der meist „weiblichen“ Protagonisten durch makabre Folterspiele ein schnelles Ende bereitet.

Demnach war ich eigentlich recht gespannt, was mich mit „Boston Killer Babes“ erwarten würde.

Als erstes der große Schock: das Filmintro zeugt von derart schlechter Aufmachung, dass mir der Film bereits nach 60 Sekunden Dauer-Billig-Rap-Gedudel gehörig auf den Sender ging und ich eigentlich genervt abschalten wollte. Wer da so unglaublich miserable Kenntnisse im Editieren der Anfangscredits hatte, gehört auf jeden Fall erschossen.

Viel zu erwarten gab es demnach nicht, und doch muss ich gestehen, dass ich letztendlich positiver überrascht war als gedacht.

Klar, „Boston Killer Babes“ ist kein wirklich guter Film – keine Frage. Eine Low-Budget-Produktion, wie man sie viel zu oft schon gesehen hat.

Das nichtvorhandene Budget ist dem kleinen Independentfilm an jeder Stelle anzusehen.

Trotzdem muss ich gestehen, dass der Film aus den minimalen Mitteln, die ihm zur Verfügung standen Maximales Potenzial herausgeholt hat. Das ist lobenswert, denn ersichtlich ist, dass der Film trotz seiner enormen dramaturgischen und technischen Schwächen dennoch seinen ganz eigenen, naiven aber trotzdem liebenswerten Charme besitzt, den ich eigentlich sonst bei der Vielzahl ähnlich schnell abgedaddelten Produktionen schmerzlichst vermisse.

So zeigt sich „Boston Killer Babes“ gerade in den Interaktionen des „Mädchen-Duos“ mit- und untereinander ersichtlich makaber und zynisch. Sicherlich ist diese Produktion von keiner meisterlichen Schauspielkunst geprägt und wirkt an vielen Stellen unbeholfen und schon sehr amateurhaft, aber die sehr sarkastischen und prägnanten Kommentare von Carmela und Lynne erweisen sich in Gesamtbild als echte Schenkelklopfer und machen wahrlich Laune.

Ebenfalls sticht nennenswert hervor, dass „Boston Killer Babes“ ein talentiertes Händchen für längst vermisstes 80er Jahre Retro-Feeling besitzt. Die stimmigen Sets, das vollkommen unglaubhaft-übertrieben wirkende Overacting der Protagonisten und die recht unbeholfene, aber dafür experimentierfreudige Kamera erinnern an längst vergessene Genreperlen der 80er Jahre.

Irgendwie wahrlich ironisch, dass eine so unprofessionell und oftmals unfreiwillig komisch wirkende Low-Budget Horrorproduktion mehr Seele besitzt als so mancher aktueller Mainstreamknaller.

Wie auch immer, schlechter Film – oder kleiner Nischengeheimtipp?

Bei „Boston Killer Babes“ werden sich die Geister offensichtlich scheiden.

Die einen werden ihn hassen – andere dafür mögen.

Für alle Freunde fernab des guten Geschmacks und für Freunde mit Interesse an Trash-Filmen sei „Boston Killer Babes“ trotzdem wärmstens empfohlen.

 

 

Fazit: 4/10 Punkte

 

Kleines zynisches und unprofessionelles Low-Budget Filmchen, das mit Sicherheit seine Liebhaber finden wird.

(kommende “Keine Jugendfreigabe” – Version ist ungeschnitten)

 

Hellraiser80


Filmreview: “Rogue River” (2012)

"Rogue River" (2012) Filmplakat und Filmreview auf Filmcheck

 

Die junge Mara macht sich mit der Asche des verstorbenen Vaters auf dem Weg zum Rogue River, um dem geliebten Vater die letzte Ehre zu erweisen.

Kaum dort angekommen wird sie von einem einheimischen Mann angesprochen, der ihr auf den ersten Blick einen sehr sympathischen Eindruck vermittelt.

Nach einem kurzen, recht erfrischenden Gespräch muss sie jedoch plötzlich feststellen, dass vermutlich ihr Auto, dass sie am Straßenrand abgestellt hatte, gestohlen wurde.

Der Fremde beruhigt die total verwirrte junge Frau und bietet ihr an, zumindest für diese Nacht, bei ihm und seiner Frau zu nächtigen, sodass sie am nächsten Morgen frisch erholt die Suche nach dem vermissten Wagen fortsetzen kann.

Nach enthaltsamen Zögern willigt Mara letztendlich ein – ein fataler Fehler, denn mit dem vermeintlich gastfreundlichen Paar scheint irgendetwas nicht zu stimmen.

 

 

Es ist oftmals recht erstaunlich, was Regieneulinge mit ihrer unbändigen Kreativität und ihren Ideenreichtum so alles auf Zelluloid bannen können und wollen. Okay, die Idee hinter „Rogue River“ ist jetzt weder bahnbrechend neu, noch detailliert künstlerisch wertvoll.

Vielmehr ist „Rogue River“ einer dieser kleinen, wirklich fiesen Horrorfilme geworden, die dem Genreliebhaber aufgrund der recht ausgefeilten und glaubhaften Inszenierung positiv im Gedächtnis haften bleiben dürfte.

Dabei kommt der kleine böse Thriller recht schnell auf den Punkt und zelebriert das muntere „Familientreiben“ recht zügig, spannend und souverän bis zum erlösenden Finale.

Regisseur und Drehbuchautor “Jourdan McClure” setzt bei seinem ersten abendfüllenden Spielfilm auf einen merklich geradlinigen Spannungsaufbau und lässt den Charakteren und dem Zuschauer kaum Spielraum und Zeit für Nebensächlichkeiten, ausufernde Dialoge und Erklärungen.

Ich muss gestehen, das funktioniert fabelhaft und kommt dem Spannungsaufbau erheblich zu Gute.

Die filmische Umsetzung von „Rogue River“ ist als Top zu betiteln, zumal es sich bei dieser Produktion um ein eher kleines Filmchen handelt, dem vermutlich nur ein arg begrenztes Budget zu Grunde lag.

McClure erweist enorm viel Talent und Geschick in der Umsetzung und Realisierung von unangenehmen und trostlosen Bildern, was ersichtlich der unangenehmen Aura des makabren Geschehens zu Gute kommt.

Sein Debütfilm lässt an keiner Stelle im Film seine Herkunft vermuten, und schaut definitiv nicht nach billig heruntergekurbeltes B-Movie aus, sondern zeigt solide, dass da wohl jemand am werkeln war, der die diversen Horrorfilmklassiker und alle aktuellen Horrorfilm-Remakes ausführlichst studiert haben muss.

Natürlich bedient sich McClure auch den genrebedingten Zutaten und Klischees. Diese werden natürlich gekonnt dezent in das Geschehen gestreut, was anderes wäre ihm womöglich auch nicht übrig geblieben, da die Ausgangsituation seines Thriller gerade dazu prädestiniert ist, einen Terrorfilm der Extraklasse zu zelebrieren. Nun gut, eine Schlachterplatte ist „Rogue River“ nun nicht geworden und unglaublich viel Terror a lá Martyrs verstreut sein kleiner Schocker nun nicht gerade, dennoch der Härtegrad ist ausreichend genug um den tristen und auswegslosen Grundton des Geschehens zu unterstreichen.

Leider schafft es McClures Erstlingswerk nicht bis zum konsequenten Ende zu überzeugen.

Mara erleidet ab Mitte des Filmes ein fürchterliches Trauma, was sich den Rest des Filmes über in Jammern und Winseln bemerkbar macht, was zumindest mir auf die Dauer etwas „to much Drama“ gewesen ist. Scheinbar ist demnach Mara nicht mehr vollends Herr ihrer eigenen Sinne, sodass sie sich kurz vor Ende irgendwie unlogisch verhält.

Nun denn, McClure sei es verziehen. Ich zumindest wurde 90 Minuten packend unterhalten, auch wenn man diverse Handlungsstränge bereits aus unzählig ähnlich-gestrickten Horrorfilmen her kennt, muss man „Rogue River“ zu Gute kommen lassen, dass dieser kleine Film trotz minimaler Kritikpunkte, seine Sache recht solide und souverän meistert.

Rogue River“ ist ein kurzweiliger, spannender und böser Thriller – was will der Horrorfilmfan denn mehr?

Hinweis: wer sich die Stimmung ungern durch aufdringliches „spoilern“ vermasseln lassen möchte, sollte sich die Sichtung des Trailers sparen.

 

 

 

Fazit 6,5/10

 

Kleine böser Debüt-Horrorthriller, dessen Umsetzung gar nicht mal zu übel ist.

Genrefans, mit Gefallen an „Terrorfilmen“ sei dieser kleine Rohdiamant ans Herz gelegt.

Regisseur “Jourdan McClure” sollte man definitiv im Auge behalten.

 

(FSK: Keine Jugendfreigabe – leicht geschnitten / Deutschland-Start: Mitte Februar 2012)

 

Hellraiser80


Filmreview: “Bereavement – In den Händen des Bösen” (2010)

 

Es gibt in der riesigen Welt der Filme, Querschläger, die ich einfach nicht moralisch vertreten kann. Filme in denen Kinder in die Rolle kranker Psychopathen schlüpfen „müssen“ und vor laufender Kamera einen kranken Irren mimen „sollen“.

Dabei ist es mir grundsätzlich egal, ob die kindlichen Schauspieler zuvor vom Drehteam über ihr Handeln in ihrer Rolle aufgeklärt werden oder nicht. Wenn Kinder laut Drehbuch mit Messer, Axt und diversen anderen Mordutensilien explizit auf ihrer Opfer eindreschen und die Kamera dabei freizügig draufhält, ist zumindest bei mir die Toleranzgrenze überschritten und der Spaßofen aus.

Bereavement“ ist ein derartiger Fall.

 

Die Geschichte erzählt von einem psychisch gestörten Mann, der in einem geschlossenen Schlachthaus haust und dort Frauen und Mädchen abschlachtet.

Scheinbar fühlt er sich im ewig monotonen Ausweiden seinen Opfer mit der Zeit recht einsam und unterfordert, sodass er sich auf dem Weg macht einen Komplizen für sein perverses Treiben zu finden. In dem 6jährigen autistisch veranlagten Knaben Martin findet er letztendlich den gewünschten Nachfolger für sein makabres Unterfangen.

Schnell überwältigt er das Kind und verschleppt es in sein heruntergekommenes Heim, wo er den Jungen zum Handlanger seiner kranken Phantasien ausbildet.

 

Das Grundgerüst von „Bereavement“ dürfte freilich jedem halbwegs interessierten Horrorfilm-Fan bekannt vorkommen, denn diverse Handlungsverläufe und Schauplätze wurden dreist aus dem „Texas Chainsaw Massacre“, sowie dem Horrorfilm „Dämonisch“ (mit ähnlicher Thematik) entnommen.

Bereavement“ kann den beiden Genreperlen, aber nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen. Anstatt mehr auf psychologische Erklärungen zu setzen und dichter in die kranke Psyche des Irren einzudringen, verhaart dieser aktuelle Genrefilm vorwiegend auf die spannungsfreie Zurschaustellung und Aneinanderreihung diverser optischer Grausamkeiten, die einem mit der Dauer gehörig auf den Sender gehen. Dabei gestaltet sich das Geschehen, die Rahmenhandlung und die Interaktion der Charaktere mit- und untereinander so ersichtlich unglaubwürdig, dass bereits nach nur weniger Minuten klar ist worauf der Film hinaus will und dabei die eigentliche Spannungsschraube flöten geht. Die handvoll kurzer pseudo-psychologischer Ansätze und Erklärungen über die Beweggründe der Taten des Psychopathen gehen in dem voyeuristischen Ausschlachten dieser sinnfreien Metzelorgie leider gehörig unter.

Da der irre Psychopath scheinbar Gefallen daran findet junge Mädchen zu verschleppen und im „kuscheligen“ Heim nieder zu meucheln, stellt sich nun mir die Frage, warum in diesem kleinen ländlichen Vorort, indem die Geschichte des Films spielt, niemand dem Verschwinden der (Unmengen an) Teenager nachgehen möchte. Ebenso kann ich das Handeln der Hauptdarstellerin nicht nachvollziehen, die in das Haus eines Irren einbricht, nichtsahnend diverse blutverschmierte Folterutensilien, ein blutverschmiertes Tagebuch mit den Anzeigen von vermissten Jugendlichen vorwindet und nichts anderes im Sinn hat, als weiter in die Behausung des Psychopathen vorzudringen und umherzustöbern, anstatt sich schnellstmöglich aus dem Staub zu machen und die Polizei zu rufen. Das sind nur einige der unzähligen Logiklücken, die „Bereavement“ zum Besten gibt – zumindest konnte ich mich vor lauten unlogischen Handlungsverläufen kaum auf den eigentliche Filmhandlung konzentrieren.

Die dilettantisch ins Gewicht fallenden Filmfehler und die haarsträubende Story machen die Quasi-Vorgeschichte zu „Malevolence“, einem Horror-Slasher aus dem Jahre 2004, mehr schlecht als recht.

Ein bedeutungsloser und vor allem dummer Film, der trotz seiner professionellen Machart (die Kameraarbeit, Schnitt, Ton und Musik sind allererste Sahne und machen keinen billigen Eindruck) sicher nur blutgeile Hardcore-Horrorfans zufrieden stellen dürfte. Doch selbst die dürften nach Sichtung ein unbefriedigendes Gefühl in der Magengegend verspüren, denn “Bereavement” ist zwar brutal, ausuferndes Gekrösel wird aber selten geboten.

Das offene Ende und das explizite Involvieren von Kindern ins Abschlachten von hilflosen Menschen dürfte nicht nur mir bitter aufstoßen!

 

 

Fazit 5,5/10 Punkte

 

Ein geschmackloser Film, der vollkommen zu Recht in der deutschen Fassung verstümmelt wurde. Mordende Kinder, deren Treiben blutgeil von der Kamera effekthascherisch in Szene gesetzt wird, will ich demnächst nicht mehr sehen! Sorry, dass ist zumindest für mich ein absolutes NoGo!

 

Alle kommenden deutschen (FSK/Spio) Fassungen sind geschnitten!

 

Hellraiser80


Filmreview: “Hostel 3″ (2011)

 

Ein paar Freunde düsen nach Las Vegas um mal so richtig die Sau raus lassen zu können – der Alkohol fliest, die Weiber sind willig. Leider wird die Feiersause schnell zum Partygau, denn die Freunde stellen schnell fest, dass Las Vegas nicht nur für seine Casinos, für Blitzhochzeiten und Tigershows bekannt ist, sondern auch für unangenehme Folterspiele an Menschen.

Eine geheime Untergrundorganisation namens „The Hunters“ hat es sich zur Hauptaufgabe gemacht, aus den makabren Folterspielchen an ahnungslosen Las-Vegas-Touristen, Kapital zu schlagen.

Dumm nur, dass gerade unsere feierfreudigen Freunde nun ins Visier der „Hunters“ geraten.

 

 

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die erfolgreiche „Hostel“-Serie mit einem weiteren Teil fortgeführt werden sollte.

Im Jahre 2005 als echter Kassenschlager gefeiert avancierte der Exploitationkracher schnell zum Publikumsliebling unter Horrorfilmfans und Otto-Normal-Kinozuschauern. Aufgrund des Erfolges zog das Filmstudio schnell eine weitere Fortsetzung mit gleichem Konzept nach, die aber leider kläglich an den Kinokassen scheiterte und bereits im Vorfeld (von Kritikern und der FSK) verrissen wurde. Kein gutes Omen, für eine weitere Fortsetzung!

Jetzt über 4 Jahre später, erscheint nunmehr ein weiterer Teil der Serie und das seltsamerweise nicht im Kino, sondern direkt auf DVD und Blu-ray. Ein guter Schachzug, denn „Hostel: Part III“ ist nichts weiter als ein cineastischer Schnellschuss, bei dem man das Gefühl nicht loswerden möchte, dass er einzig dafür gedreht wurde, um noch schnell etwas Kohle aus dem allmählich abebbenden „Folter-Tortur“-Genre herauszuschlagen.

Demnach sollte man seine Erwartungen gänzlich gen Nullpunkt schrauben, um nicht allzu sehr enttäuscht zu werden. „Hostel 3“ ist, wie so viele Direct-to-Bluray Filmproduktionen zuvor, nichts halbes und auch nichts ganzes.

Die Charakterentwicklung wurde auf ein Minimum reduziert, die lieblose Story kommt überraschenderweise schnell zum Punkt.

Was folgt ist das selbstzweckhafte und grafisch-ordentlich zubereitete Ableben diverse unfreiwilliger „Kandidaten“, die gänzlich zur Belustigung der „Hunter“-Mitglieder kreativ um die Ecke „gefoltert“ werden. Das mag zwar für blutgeile Filmfans reißerisch und erfüllend genug sein, für anspruchsvolle Gemüter, oder routinierte Filmseher ist das jedoch quälend langweilig.

Und hierbei liegt letztendlich auch der Hund begraben: außer „kreatives“ Meucheln, bietet „Hostel 3“ nichts Neues, oder gar Nennenswertes. Nur Blut und nur Gewalt machen (zumindest für mich) noch lange keinen guten Horrorfilm.

Im Original „Hostel“ aus dem Jahre 2005 hat man sich zumindest noch halbwegs Mühe gegeben, das hauchdünne Storygerüst effektiv in Szene zu setzen, indem man sich genug Zeit nahm, die stereotypen Protagonisten sympathisch zu skizzieren, sodass der Zuschauer genug Mitgefühl entwickeln konnte, um bei den Folterszenen unerträglich mitleiden und mitfiebern zu können.

Teil 3 hat nichts dessen fortgeführt. Die Charakterentwicklung der Protagonisten ist so derartig reduziert, dass einem derer Ableben letztendlich am Allerwertesten vorbeigeht und man eigentlich froh ist, wenn der Abspann gen Filmschirm flimmert.

Neben den qualitativ durchwachsenen Goreeffekten (von Handmade-Gekrösel, über unglaublich dummen CGI-Effekten, ist alles vertreten) fallen immense Logiklücken aufdringlich ins Gewicht.

So, wird natürlich ein „Kandidat“ seiner Fesseln entledigt, um dem Folterspiel mehr Spannung zu teil kommen zu lassen, und darf sich mit Waffen gegen seinen „Henker“ zur Wehr setzen. Was jedoch im Falle eines Sieges des traumatisierten Kandidaten passieren darf und soll, hat scheinbar niemand der ominösen Foltersekte bedacht. Denn das Folteropfer bricht aus seinem Vorführraum aus und macht Jagd auf seine Peiniger.

Was bleibt ist das arg konstruierte Ende, dass trotz alle Kritik, recht zügig, rasant und forsch in Szene gesetzt wurde. Der Racheakt wurde prägnant und reißerisch gestaltet und dürfte zumindest die Gorefraktion befriedigend können.

Hostel 3“ ist das geworden, was man letztendlich erwartet hat: hohle und sinnfreie Genreunterhaltung, für anspruchslose Gemüter. Die Ekel- und Schockeffektivität eines „Hostel: Part1“ wird nicht einmal ansatzweise erreicht. Durchschnittskost, die man so schon viel zu oft gesehen hat.

 

 

Fazit 5,5/10 Punkte

 

Durchschnitliche Direct-to-Heimkinomarkt Produktion, die wie so oft schlechter ist, als seine Kinovorgänger.

Hirn aus – Glotze an.

 

FSK: Prognose – keine Freigabe / ungekürzte Spioversion wahrscheinlich

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “Straw Dogs – Wer Gewalt sät” (2011)

 

Und weiter geht die Remake-Maschinerie, auf das auch weiterhin altbekannte und beliebte Genrestoffe platt aufbereitet und auf Hochglanz poliert, den ein oder anderen Dollar oder Euro an den Kinokassen einspielen. Da im Grund genommen in letzter Zeit so fast jeder populäre Horrorfilmstoff für eine Neuinterpretation herhalten musste, scheinen den „Recycle-Studios“ so langsam die Vorlagen auszugehen, sodass man sich nun bereits schon weniger bekannter Thrillerperlen bemächtigen muss.

 

Vergangenheitsbewältigung:

Amy und ihr Mann, der Drehbuchautor David, kehren zurück in Amys Heimatort.

Dort möchten sie Amys altes Familienanwesen auf Fordermann bringen, um es nun nach dem Tod ihres Vater gewinnbringend zu verkaufen.

Doch die anfängliche Freude der Dorfbewohner über Amys Rückkehr schlägt alsbald in Hass um, als David den geistig behinderten Niles aufnimmt, der von den Dorfbewohnern des Mordes an einer Schülerin beschuldigt wird. 

 

Nach Getaway (1972) hat es nun ein weiteres Werk aus der Regiefeder Sam Packinpah´s, neu aufbereitet, zurück auf die Kinoleinwand geschafft.

Schon, als ich vor einigen Monaten in einschlägigen Filmforen lass, dass Packinpahs Klassiker „Straw Dogs – Wer Gewalt sät“(1971) einer Frischzellenkur unterzogen werden sollte, sträubten sich mir die Nackenhaare.

Aber, zu meiner Überraschung ist das Remake zu „Straw Dogs“ ganz passabel ausgefallen und lohnt durchaus (zumindest auf DVD/ Blu-ray) gesehen zu werden. Überraschenderweise setzt „Straw Dogs“ (2011) nicht auf selbstzweckhafte Darstellung von Grausamkeiten mit dem Holzhammer, wie man es vermutlich im Jahre 2011 erwartet hätte. Die Neuverfilmung hält sich, ebenso wie das Original aus dem Jahre 1971, mit der Zurschaustellung von roher und drastischer Gewalt deutlich zurück, und setzt vielmehr auf psychologisch Härte und unterbewusstest Unbehagen und stellt sich ebenso wie das 71er Original die Frage, inwieweit Menschen in Extremsituationen zu uneingeschränktem Gewaltpotenzial fähig sein können.

Sicherlich erreicht Rod Luries´s Neuinterpretation in keinster Weise die skandalträchtige, rohe und kontroverse Grundstimmung des Originals. Dafür ist das Remake einfach zu glattpoliert, zu durchgestylt und zu belanglos ausgefallen, die Charaktere aufgrund ihrer seelenlosen Darstellung beliebig austauschbar.

Trotzdem, wer das Original nicht kennt, dürfte dennoch 100 Minuten satt und spannend unterhalten werden. Wobei sich „Straw Dogs“ (2011) ebenfalls, wie das 71er Original, in seiner Erzählweise sehr viel Zeit nimmt, die diversen Konfliktpfade auf- und auszubauen, um den Zuschauer letztendlich auf das kontroverse Ende vorzubereiten.

Leider schafft es das Remake dennoch nicht vollends zu überzeugen. Zu unglaubhaft ist die Zuspitzung des Konfliktes dargestellt. Bis auf Filmlegende James Woods, spielen die übrigen Protagonisten solide, verblassen aber deutlich in ihrer unbedeutenden und gesichtlosen Darstellung. James Woods Rolle als betrunkener Coach, der fanatisch immerzu um das Wohlergehen seiner Tochter bangen muss, spielt herausragend und ist definitiv einer der wenigen Pluspunkte der Neuverfilmung.

Der wirklich größte Störfakor der Neuverfilmung findet sich jedoch in der Besetzung der Hauptrollen wieder.

Dort hat man vermutlich aus Marketinggründen auf allseits bekannte Gesichter erfolgreicher TV-Serien gesetzt, um ein vorwiegend jugendliches Publikum in die Kinos zu locken.

Die makellose Optik und die durchtrainierten Astralbodies dürften der MTV-Pop-Generation sicherlich gehörig munden, beeindruckt aber alte Filmhase nicht.

 

 

Fazit 7/10 Punkte

 

1:0 für das Original!

Das Remake ist sicherlich kein Meilenstein der Filmgeschichte und erfindet das Rad auch nicht neu, hat aber dennoch Potenzial, Nichtkenner der Packinpah Vorlage, zu fesseln.

Sieht man einmal von den oberflächlich skizzierten Charakteren ab und lässt die vollkommen (gerade gegen Ende hin) unglaubhaften Handlungsstrukturen außer Acht, dürften sich sogar alteingesessen Filmfans kurzweilig unterhalten fühlen.

 

Hellraiser80


Filmreview: “Bitter Feast – Blutiges Kochduell” (2010)

 

Der Fernsehkoch Peter Grey bangt um die Zukunft seiner TV Kochshow, denn aufgrund schlechter Quoten soll diese abgesetzt werden. Die vernichtende Kritik des Internet-Bloggers JT Franks, dessen Lebenshauptaufgabe vermutlich darin besteht, durch  Falschaussagen die Leben anerkannter Gourmetköche durcheinander zu bringen, kommt Peters Karriere rein gar nicht förderlich.

Prompt verliert er nicht nur seinen Job als Koch in einem Nobelrestaurant, auch die Kochshow, in die er bisher enorm Herzblut investiert hatte wird letztendlich von der Sendeanstalt abgesetzt.

Perspektivlos schmiedet der, nun arbeitslose Koch einen teuflischen Plan: er entführt Franks und verschleppt ihn in seine abgelegene Ferienwohnung, wo er Franks kulinarischen Koch-Qualitäten auf die Probe stellen möchte.

 

 

Vorliegende Inhaltsangabe liest sich eigentlich schon einmal recht ansprechend, oder?

Die Story über einen Koch, der auf Rachefeldzug aus ist, hat das Genrekino bisher noch nicht bis zum Erbrechen ausgewalzt und todgefilmt. Die Idee klingt frisch und hat eigentlich enorm Potenzial für ordentlich perverses Gekrösel und Gekrümel und bietet Spielraum für allerlei ekelerregende und splattrig-schöne Gourmetattacken. Aber wie es nun einmal allzu oft der Fall ist, verbirgt sich hinter hübsch makaberen Blu-ray Coverdesigns und leckeren Inhaltsangaben ganz oft mehr Schein als Sein. Auch „Bitter Feast“ macht da keine Ausnahme und bietet ein recht zähes und ausgegorenes „Kochduell“, dem die gewissen Priese Salz und ein gehörig würziger Schuss Pfeffer fehlt.

Immerhin war Regisseur und Autor Joe Maggio bemüht, dem Zuschauer ein überaus zynisches und sarkastisches Stelldichein zwischen dem recht „engagierten“ Internetautoren Franks und dem zutiefst gekränkten Ex-Koch „Grey“ zu präsentieren, das zwar halbwegs funktioniert, aber das mangels Interaktionsmöglichkeiten Franks nicht wirklich an Fahrt gewinnt.

Denn, der zu Beginn zutiefst böse und unsympathisch beschriebene Franks verliert im Verlauf der Handlung scheinbar seine „böse“ Ader und lässt jede Demütigung Greys schön hübsch und artig über sich ergehen. Inhaltlich hätte ich mir da mehr würzigen Dialogpower zwischen dem akkuraten Fernsehkoch Greys und dem miesen Charakterschwein Franks gewünscht, denn das Schauspiel zwischen den beiden Protagonisten untereinander ist eindeutig etwas zu langatmig ausgefallen. Außerdem fällt auf, dass auch  „Bitter Feast“ gehörig vom allseits bekannten Klischee-Arsenal Gebrauch macht. So scheitert natürlich, wie könnte es auch anders sein, Franks erste Flucht durch den Wald aufgrund eines Stolperanfalls und einem verstauchten Knöchleins. Wie süß!

Auch die genreüblichen dezent gesetzten Gewaltexzesse (Keine Jugendfreigabe-Kennzeichung geht vollkommen in Ordnung) reißen den Thriller, der unpassender Weise gegen Ende zu einem lupenreinen Backwood-Slasher mutiert, nicht über Standartmittelmaß hinweg.

Bitter Feast“ beginnt und endet so, wie man es aus unendlich vielen ähnlichen Backwood-Slasherfilmen/Thrillern bereits schon zig mal (besser) gesehen hat

Der miserabel aufdringliche Billig-Digital-Look und die unglaubhaft billig produzierte deutsche Synchronisation des Sternekochs Grey unterstreichen dabei noch einmal die recht durchwachsene Qualität dieser aktuellen Genre-Produktion.

Trotzdem, meine Kritik liest sich scheinbar schlechter als der Film letztendlich ist.

Ich habe schon schlechteres gesehen. Anhand der (vermute ich mal) beschränkten finanziellen Möglichkeiten ist „Bitter Feast“ dennoch genießbar. Kein Gourmetmenü, eher ein Snack für Zwischendurch.

 

 

Fazit 6/10 Punkte

 

Ein durchschnittlicher Horror-Gourmetbeitrag, der noch einige Minuten länger braten hätte müssen. Als Zwischensnack geeignet!

 

Hellraiser80


Filmreview: “Blood Shower” / “Baby Shower” (2011)

 

Fünf, eigentlich beste Freundinnen feiern in einem Anwesen, weit entfernt jeglicher Zivilisation, die bevorstehende Geburt von Lisas Baby . Doch als die werdende Mutter instinktiv ahnt, dass sie von einer der vermeintlichen Freundinnen betrogen und hintergangen wird, beginnt der Zickenterror, der für die Schwangere Lisa und deren Bekannte ein schlimmes Ende nehmen soll.

 

 

Mal so am Rande: für einen Debütfilm des Nachwuchs-Regisseurs Pablo Illanes, ist der mir vorliegende „Baby Shower“ (so im Original), gar nicht mal so miserabel ausgefallen, bedenkt man, was (vor allem deutsche) Animateurfilmer oder Regisseurneulinge sonst für derart unbrauchbares Material produzieren. Trotzdem, bewertet man das Werk neutral, ohne von diesen Vorteil zu wissen, ist „Baby Shower“ ganz schön hölzern und zäh ausgefallen.

Warum im übrigen, der Deutsche Titel in „Blood Shower“ umbenannt werden musste entzieht sich mir jeglicher Logik. Scheinbar wollte der hiesige Verleih mit einem noch „reißerischeren“ Titel punkten, um zusammen mit dem wirklich furchtbar plakativ gestalteten DVD-Cover noch mehr Käufer um deren schwerverdientes Geld zu prellen. Denn „Blood Shower“ durfte in der deutschen Verkaufsversion ordentlich Federn lassen, wobei wir eigentlich auch gleich beim nennenswerten Teil des gesamten Filmes wären. Richtig, die Blut- und Goreeffekte sind ausreichend vorhanden und sehen wirklich recht professionell und qualitativ hochwertig aus. Zwar wird in „Baby Shower“ kein Gorefest der Extraklasse verbraten, dennoch die Effekte können sich sehen lassen und haben sicherlich ihren selbstzweckhaften Reiz, der die Blutfraktion unter den Horrorfilmliebhaber auf jeden Fall zufrieden stellen dürfte.

Trotzdem, bevor dass arg schwerfällig Geschehen überhaupt in Fahrt kommt benötigt der Film schon eine Weile und fordert ordentlich Sitzfleisch. Es wird gefeiert, gestritten, gezickt und gevögelt und ganz ehrlich, dem Film kommt all das nicht wirklich bekömmlich, zumal einem die Charaktere und deren sinnfreies Gefasel nach einer Weile gehörig aufs Schwein gehen. Da hilft die wirklich hübsch-durchdachte Optik und die überaus professionelle Kamera- und Tonarbeit recht wenig, denn „Baby Shower“ ist alles andere als spannend.

Dabei ist auch auffällig, dass es gerade ab Filmmitte zu derart seltsamen Drehbuchholpern kommt und neue Protagonisten in das Geschehen treten, dass es mir schwerfiel der wirren Handlung und den zig Charakteren überhaupt noch zu folgen. Und natürlich dürfen auch diverse Klischees in derart Produktion nicht fehlen.

So haben die Protagonisten natürlich im Falle des Falles keinen Handyempfang und natürlich gehen die Charaktere auch nicht auf Nummer sicher, wenn sie dem Killer mit deinem Bügeleisen eins gegen die Waffel schlagen, sondern laufen stattdessen panikentbrannt ins stockfinstere Nichts des Waldes, anstatt dem Killer noch einige Male mehr mit dem Bügeleisen auf den Kopf zu keulen. Warum können heutige Drehbuchschreiber nicht minimal kreativer und glaubwürdiger zu Gange gehen? Diese unglaubhaften und altbackenen Klischees sind vollkommen unzeitgemäss und nerven mich langsam!

Letztendlich hätte Regisseurs Pablo Illanes soviel mehr aus seinem „Baby Shower“ machen können, hätte er noch ein wenig mehr an seinem Drehbuch gewerkelt und den völlig verpeilten Endtwist einfach weggelassen. So ist sein Erstlingswerk belanglose Durchschnittsware geworden, das sich schamlos bei diversen Genrevertretern bedient und das einzig mit seiner wirklich virtuosen Kameraarbeit und den sehr professionellen Bluteffekten, sowie den hübsch animierten Endcredits überzeugen kann. Das nächste mal Bitte mehr Inhalt und weniger Kameraarbeit!

 

 

Fazit 5,5/10 Punkte

 

Langweilige, aber hübsch gefilmte Durchschnittsware mit ordentlichem Blutzoll. Wer auf Teenie-Slasher Ware ohne Teenies steht, sollte sein Glück versuchen. Der Rest sollte besser seine produktive Zeit in einen sehenswerteren Film investieren.

 

(FSK-Freigabe: geschnitten – keine Jugendfreigabe)

Hellraiser80


Filmreview: “Red State” (2011)

 

Jared, Billy Ray und Travis wohnen in einem “Red State”, also in einem recht konservativen Staat, wo republikanischer Wähler der Mehrheit entsprechen. Und gerade in diesem Staat, indem all das verboten ist was Spaß macht, verabreden sich die 3 für einen flotten 3er.

Die Auserwählte wird schnell per Internetchat ausfindig gemacht und füllt die 3 Freunde alsbald mit gehörig Alkohol und Schlafmittel ab.

Wieder zur Besinnung gekommen, müssen die 3 Freunde erschreckend feststellen, dass sie in die Fänge einer fanatischen Sekte geraten sind, deren Hauptaufgabe es ist, die Welt von allem Schlechten und Verdorbenen zu reinigen.

 

 

Olá, was haben wir denn da?

Endlich weht ein, zur Abwechslung wieder frischer Wind, indem doch schon derzeit arg geschundenen Genre des bösartigen Horrorfilms. Diesmal gibt es keine mordgeilen Mutanten, keine schizophrenen und maskierten Serienkiller, keine Aliens aus dem All und auch keine japanischen Geisterwesen zu sichten. Denn diesmal bekommt der Filmfan keinen Schlechten Film vorgesetzt, sondern einen wirklich Guten serviert!

Regisseur Kevin Smith, der durch doppelbödige und unkommerzielle Komödien, wie Clerks  oder “Zack and Miri make a Porno und der gesellschaftskritischen Satire  Dogma bekannt wurde, hat mit „Red State“ aalglatte Genreunterhaltung abgeliefert, die mit ordentlich schwarzen Humor punkten kann und mit viel Zynismus und Sarkasmus gewürzt wurde. Demnach sollte der interessierte Filmfan „Red State“, trotz aller Härte mit einem gehörigen Augenzwinkern genießen.

Mit seinem gering-budgetierten Independent-Kracher „Red State“ stellt sich Smith gegen das kommerzorientierte Hollywood, dass mit seinen ausufernden Film-Werbekampagnen, Millionen verschleudert und wenn überhaupt es mit nur wenigen Filmen der letzten Jahre geschafft hat das Investitionsbudget wieder einzuspielen. Aufgrund dessen, hat sich Smith mit seinem tiefschwarzen Horrorthriller wieder auf Indipendent-Pfade begeben und hat es, meiner Meinung nach, auf jeden Fall geschafft, ohne großartiges Werbegetöse einen guten und in der Horror-Szene bereits einschlägig bekannten (Kult)Film zu produzieren.

Was uns Smith mit seiner aktuellen Produktion mitteilen wollte, lässt sich in viellerlei Hinsicht interpretieren und dürfte dem Zuschauer nach Sichtung gehörig Diskussionsbedarf bieten, denn Smith´s Film hält ordentlich Zündstoff parat.

Sei es Kritik an dem amerikanischen konservativ-versnobten und prüden Kleinbürgertum, oder an dem immer noch extrem ländlich verbreiteten Prediger- und Kirchenwahn (sorry, für mich als Atheist, ist die Bibel ein einziges Märchen, und definitiv nicht mehr zeitgemäß), Amerika´s – das Land und seine Menschen bekommen in „Red State“ einmal mehr deftig den Spiegel vorgezeigt, wobei Smith ausgibigst Gesellschaftskritik austeilt und diverse Missstände im eigenen Lande anprangert.

Dabei scheut Regisseur Kevin Smith auch nicht davor, dem Zuschauer kaum Identifikationsfiguren zu bieten, denn wer will sich schon mit derart unfortschrittlichen und dogmatisch-moralischen Pack identifizieren.

Und gerade dann, wenn etwas Menschlichkeit durch die Charaktere durchzusickern scheint, werden diese alsbald in der nächsten Szene abgebrüht über den Jordan geschickt. Dabei dürften vor allem empfindlichen Gemüter verstört vor dem heimischen Fernsehapparat hocken und ihnen das Lachen im Halse stecken bleiben. Ganz ehrlich, richtig so – endlich mal ein Horrorfilm, der nicht dem stereotypischen Regeln eines Horrorfilm folgt. In „Red State“ ist nichts, wie man es aus genreüblichen Filmen kennt und vor allem es ist nichts derart wie es auf den ersten Blick scheint. Obwohl genrebedingt in jedem Horrorfilm das Gute gegen das Böse kämpft und vermeintlich gewinnt, so schlägt „Red State“ ein gänzlich neues Kapitel auf und erzählt nichts „Gutes“ von eigentlich „Bösen“ Menschen. Dieses kleine Juwel bietet keinerlei Sympathieträger, sondern erzählt von Menschen, die zwar ausgibig über Ethik und Moral philosophieren, aber mailenweit entfernt davon sind, sich moralisch anständig und ethisch umgänglich zu verhalten.

 

 

Fazit 8/10 Punkte

 

Vollkommen politisch unkorrektes Filmchen. Böse, zynisch, makaber und sarkastisch. Es ist eine Wonne der, arg erschreckend gealterten, Comedylegende John Goodmann gegen den Kampf skrupelloser Sektenmitglieder beizuwohnen. Bitte mehr derart kreativ-unartiger Filme!

Hellraiser80


Filmreview “The Human Centipede II (Full Sequence)” (2011)

 

Das wortkarge Muttersöhnchen „Martin“ ist besessen von dem Film „The Human Centipede“.

Völlig in seine kranke Phantasiewelt geflüchtet, hat er nur ein Ziel: die Szenen aus dem Film nachzustellen und einen noch größeren menschlichen Tausendfüssler zu kreieren.

Als Nachtwächter einer Tiefgarage gelingt es ihm daher recht schnell, 12 ahnungslose Passanten niederzuschlagen und in eine abgelegene Lagerhalle zu schleppen.

Sein Experiment kann beginnen!

 

 

Da ist er nun, der wohl meist diskutierte Genrefilm des Jahres: „The Human Centipede 2“.

Im Vorfeld wurde viel geschrieben, sogar von Verboten in England und Amerika war die Rede.

2 Szenen haben angeblich dort bei den örtlichen Zensurbehörden für derart Unwohlsein gesorgt (Masturbationsszene mit Schleifpapier und eine Vergewaltigung mit einem mit Stacheldraht umwickelten Penis), dass beide Zensureinrichtungen dem Film in seiner ungeschnittenen Form die Freigabe verweigert haben sollen.

Ob das nun ein munterer PR-Gag ist, oder ob dem Geschriebenen ein Fünkchen Wahrheit zu teil werden darf, weiß wohlmöglich allein nur das Produktions-Studio.

Ich zumindest habe, in der mir vorliegenden Fassung, weder Sandpapier noch Stacheldraht entdecken können. Vielleicht auch besser so, denn in „The Human Centipede 2“ gibt es trotzdem Gore und Splatter satt für alle.

Dabei muss ich sagen, dass mir die Fortsetzung, des selbsternannten Kultfilmes sogar besser gemundet hat, als der recht groteske, aber völlig sinnfreie Erstling.

Natürlich darf man in Teil 2 ebenfalls nach keinem wirklich tiefgründigeren Sinn suchen, denn den gibt es auch definitiv hier nicht.

Trotzdem aufgrund des schamhaft ins Extrem ausgereizten Ideenreichtum der Drehbuchschreiber, macht „The Human Centipede 2“ einfach doppelt so viel Spaß.

Natürlich ist dieser Film einzig dafür geschaffen wurden, um das gierige Nischenfilm-Publikum zufrieden zu stellen. Otto-Normal-Filmschauer dürfte an dem herrlich überzogenen Splatter-Schinken absolut null Gefallen finden und den aktuellen Teil für völlig krank betiteln und vermutlich angewidert nach der „STOP“ Taste auf dem heimischen DVD-Player suchen.

Der Genrefreund jedoch dürfte genau das erhalten, was er erwartet:

Exploitationhafte, extreme Gewalt und diverse Abartigkeiten in Kombination mit einer Menge Spaß und einer Story, die sich selbst nicht wirklich ernst nimmt. Definitiv sollte man Gezeigtes mit einem kräftigen Augenzwinkern genießen, denn wenn sich die zusammengetackerten, zu einem menschlichen Tausendfüssler umfunktionierten, Opfer gegenseitig in den Mund stuhlen und der Kot freudig gen Kamera spritzt, dürfte trotz Kloß im Hals ein herzliches Lachen nicht fehlen.

Großes Lob an den wirklich fabelhaft besetzten Hauptdarsteller Laurence R. Harvey, der das wirklich kranke Soziopathen-Schwein und Muttisöhnchen grandios wortkarg mimt. Seine völlig anormale,  perverse und zynische Vorgehensweise ist derart comiclastig und überdreht dargestellt worden, dass sich „Martin“ gern in die Liga namenhafter Filmlegenden, wie Michael Meyers, Pinhead, Jason und Co. einreihen darf. Um eine Fortsetzung wird daher dringend gebeten!

Der Filmfan dürfte des weiteren diverse Zitate aus bekannten Horrorfilmen erkennen dürfen.

Daher wirklich makaber, aber nicht minder grandios die Szene, in der das Muttersöhnchen Martin der eigenen Mutter den Kopf zertrümmert, und anschließend die bösartig zugerichtete Leiche , zurück an den Küchentisch karrt und weiter zu Abend speist, als wäre nie etwas vorgefallen. Minimale Parallelen zum Hitchcock-Klassiker  „Psycho“ sind unübersehbar.

Was die Altersfreigabe in Deutschland betrifft, so gehe ich stark davon aus, dass eine Freigabe durch die FSK hierzulande zweifelhaft, wenn nicht sogar ausgeschlossen werden dürfte. Da der fast völlig gorefreie 1. Teil der Serie , sicher aufgrund der zweifelhaften Thematik, bisher nicht in Deutschland erschienen ist, dürfte eine Veröffentlichung über Österreich wahrscheinlicher sein.

 

 

Fazit 7/10 Punkte

 

Eine würdige, abartige und völlig abgedrehte Splatter- Fortsetzung,  mit einer ordentlichen Portion schwarzen Humor, der seinesgleichen suchen dürfte. Zuschauer, mit empfindlichen Reizmagen sei diese Fortsetzung definitiv nicht zu empfehlen.

FSK-Prognose: Freigabeverweigerung

Hellraiser80


Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.