Horrorfilm, Mystery, Slasher, Folterfilm, Thriller, Splatterfilm, Gruselfilm, Trashfilm auf FILMCHECK

Folterhorror

Filmkritik: “Hidden in the Woods” (2012)

Hidden-In-The-Woods-2012
 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS

(EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD)

Story

 
 
 
Nach dem Mord an ihrer Mutter gehen zwei Schwestern durch die Hölle. Die Hölle der Erniedrigung, Misshandlung, Vergewaltigung durch den eigenen Vater. Als das Familienoberhaupt schließlich im Gefängnis landet, nutzen die Mädchen die Gunst der Stunde und flüchten in die Freiheit …
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Kritik

 
 
 
“Tief in den Wäldern hört dich niemand schreien” … ein treffender Untertitel, der das Heimkino-Cover des vorliegenden Schmuddelfilms mit dem Titel HIDDEN IN THE WOODS sichtlich aufgewertet hätte. Auch in Chile ist man auf den Geschmack von grausamen Rape’n Revenge-Thrillern gekommen – jenes Sub-Genre, das es zumindest hier in Deutschland bei der FSK nicht gerade leicht hat. Betrachtet man die Entwicklung dieser Filmgattung in den letzten Jahren genauer, ist das aber auch kein Wunder. Mittlerweile ist es unter den Regisseuren dieser Streifen zum Sport geworden, sich in punkto Grausamkeit übertreffen zu wollen. Dabei kennt die Kreativität der Drehbuchautoren keine Grenzen, die sich immer kränkere Methoden einfallen lassen, um ihre meist weiblichen Heldinnen noch menschenverachtender zu quälen und zu demütigen. Der zweifelhafte Höhepunkt jener Art von Filmen wurde bereits im Jahr 2013 erreicht, als sich STEVEN R. MONROE mit seinem I SPIT ON YOUR GRAVE 2 ein Denkmal in Sachen Frauengewalt setzte und einen Rachestreifen inszenierte, der alle bis dato gedrehten Rape’n Revenge-Arbeiten in den Schatten stellte. Hierzulande verstand man mit der überflüssigen Gewaltorgie keinen Spaß – I SPIT ON YOUR GRAVE 2 erlitt das gleiche Schicksal, wie manch ähnlicher Film zuvor: Er wurde eingezogen und auf den Index gesetzt. Der chilenische Filmemacher PATRICIO VALLADARES führt mit seinem HIDDEN IN THE WOODS die traurige Saga sinnloser Gewalt gegen wehrlose Frauen fort und tut es dem Spanier ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO gleich. Letzterer brachte Jahre vor seinem gelobten HERE COMES THE DEVIL einen ebenso schmuddeligen Gewalt-Mix in die Wohnzimmer, der es unter dem Titel I’LL NEVER DIE ALONE (wenn auch in zerschnippelter Form) sogar in deutsche Händlerregal brachte.
 
Von der Machart her ist HIDDEN IN THE WOODS besagtem I’LL NEVER DIE ALONE nicht unähnlich, denn auch in diesem trivialen Machwerk bekommt der Zuschauer alle Checkpunkte gängiger Exploitation-Kunst aufgetischt, ohne die Stoffe wie die berüchtigte I SPIT ON YOUR GRAVE-Reihe wohl niemals den Erfolg gehabt hätten, den sie heute unter Horror-Jüngern genießen. Unter der brennenden Sonne Südamerikas müssen hier abermals Frauen ums nackte Überleben kämpfen, die von ihren männlichen Filmkollegen auf Niederträchtigste durch die Filmhölle gejagt werden. Jahrzehnte der Emanzipation verlieren binnen weniger Minuten an Bedeutung, schließlich scheint die Nachfrage nach Filmen immer größer zu werden, in denen Frauen wie Vieh behandelt werden. Wie zu den Anfängen von Exploitation im Kino nutzt auch HIDDEN IN THE WOODS-Macher PATRICIO VALLADARES reißerische Themen, um sie dem Zuschauer in Kombination mit möglichst sadistischer Gewalt und kontroversen Sexszenen zu verkaufen. So finden neben grässlichen Vergewaltigungsszenen, eigentlich sensibel zu behandelnde Themen wie Kindesmissbrauch, Inzest und Kannibalismus Verwendung, die jedoch nur selten ernsthaft beleuchtet werden. Stattdessen bilden sie die Grundlage fragwürdigen Treibens, das ohnehin nur darauf hinausläuft, möglichst viel Leid und Lebenssaft auf der Mattscheibe zeigen zu können.
 
In HIDDEN IN THE WOODS begleitet der Zuschauer Ana und Anny – zwei traumatisierte Frauen, die allein mit ihrem Vater irgendwo in den Wäldern Chiles leben und unter dem täglichen Terror des Familienoberhauptes zu leiden haben. Der bunkert auf seinem Grundstück nämlich nicht nur Drogen des heimtückischen Drogenbarons “Onkel Costello”, sondern vergeht sich nach dem Mord an der eigenen Frau hin und wieder an seinen beiden Schützlingen. Als die älteste Tochter Ana nach jahrelanger Inzucht schwanger wird, sperrt der Vater den Säugling in eine dunkle Kammer und beginnt ihn mit rohem Fleisch zu füttern. Jahre später tauchen zwei Polizeibeamte auf, die durch Zufall auf das missgestaltete Kind Manuel stoßen. Bevor sie jedoch das gesetzeswidrige Treiben unterbinden können, greift der Vater zur Kettensäge und macht mit den Polizisten kurzen Prozess. Die kaltblütige Tat hat schwerwiegende Konsequenzen, denn wenig später wartet das Gefängnis auf das hinterlistige Familienmitglied. Für die Mädchen die einzige Möglichkeit endlich der Terrorherrschaft des Vaters entkommen zu können. Leider ist die Welt nicht von Gefahren gefreit. Bald schon nimmt Drogenboss “Onkel Costello” die Witterung der flüchtenden Töchter auf, schließlich fordert der die versteckten Drogen von den Mädchen zurück, die jedoch keinen blassen Schimmer haben, wo sie der Vater versteckt hat.
 
Günstige 90000 Dollar hat die Schmuddel-Orgie gekostet, die dem Exploitation-Genre so alle Ehre macht. In HIDDEN IN THE WOODS wird geschlagen, geschossen, geschändet und sogar Menschenfleisch gefressen, damit die Sensationsgier des Zuschauers befriedigt werden kann. Die Kamera hält das konfuse und an den Haaren herbeigezogene Treiben in ungeschönt-dreckigen Bildern ein, um die Authentizität bewahren zu können. PATRICIO VALLADARES hat sich wie so oft im Horror-Bereich von Geschichten inspirieren lassen, die das Leben im südamerikanischen Hinterland nun mal so schreibt. Dementsprechend darf der Hinweis im Opening nicht fehlen, der dem Zuschauer vorheuchelt, dass das Gezeigte auf wahre Begebenheiten zurückzuführen sei. Ob dem wirklich so gewesen ist, dürfte einmal mehr stark bezweifelt werden, denn mittlerweile gehört der “Alles total wahr”-Slogan zum Horrorfilm, wie das Kruzifix in die Kirche, weil sich mit pseudo-realem Hintergrund eigentlich immer besser Kasse machen lässt. Bei so viel Liebe zur Exploitation stellt sich natürlich die Frage, ob es dem Film gelingt unter Hobby-Sadisten überhaupt Laune zu verbreiten. Im Gegensatz zum Heiligen Folter-Gral I SPIT ON YOUR GRAVE (2010) und dessen Fortsetzung aus dem Jahre 2013 ist das Geschehen trotz aller Liebe zur Frauenverachtung weit entfernt von den perversen Phantasien eines STEVEN R. MONROE. Das mag vor allem an der etwas hölzernen Darbietung von Opfer und Täter liegen, die teilweise so unglaubwürdig agieren, weil mal wieder unbekannte und maximal leidlich talentierte Jungdarsteller gecastet wurden, die dazu auch noch einem unausgereiften Drehbuch folgen. Zudem verliert der Streifen immer wieder an Tempo, weil VALLADARES auf Krampf darum bestrebt ist, den Protagonisten seiner hanebüchenen Geschichte eine gekünstelte Charakterentwicklung einräumen zu wollen. Immerhin zieht der Regisseur in Momenten der Langeweile die Reißleine. Immer wenn HIDDEN IN THE WOODS mit Längen zu kämpfen hat, greift VALLADARES auf Exploitation zurück und lässt sein Treiben in Gewalt und Blut ersaufen. Zur Freude des Horrorfans ist die Kamera immer nah am Geschehen, damit der für die langen Wartezeiten mit grafischen Grausamkeiten entschädigt werden kann.
 
Groteskerweise stieß die eher mittelmäßige Gewaltgurke bei den Amerikanern auf große Aufmerksamkeit. In solchen Fällen ist es meist unvermeidbar, dass dem Original eine glattgebügelte Neuverfilmung nachgeschoben wird. Schauspieler, Produzent und Regisseur MICHAEL BIEHN (THE VICTIM) zeichnet in diesem Fall verantwortlich und hat das Remake unter gleichem Namen produziert, für das PATRICIO VALLADARES gleich noch einmal auf dem Regiestuhl platz nehmen durfte. Ob er sich verbessern konnte bleibt abzuwarten. Der große Wurf ist ihm mit seinem Original HIDDEN IN THE WOODS leider nicht gelungen. Denn: Ein paar kontroverse Szenen und eine handvoll Matscheffekte machen aus einem unglaubwürdig zusammengewürfelten Plot noch lange keinen guten Horrorfilm.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Ein grausamer Schocker, der stahlharte Nerven voraussetzt. Leider ist HIDDEN IN THE WOODS keine Sternstunde des schmuddeligen Exploitation-Kinos, das sich seit den 1960ern bis weit in die 80er hinein großer Beliebtheit erfreut hat und seit der Remake-Welle der letzten Jahren durch alles von RODRIGUEZ und TARANTINO bis hin zu Bodensatz wie I SPIT ON YOUR GRAVE wiederbelebt wurde. EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD (so der Originaltitel) hat zwar alles zu bieten, was jene Art von Filmen so erfolgreich gemacht hat; Macher PATRICIO VALLADARES verliert aber zu oft die Geschichte und seine Heldinnen aus den Augen. Sie haben über weite Strecken schlichtweg nichts zu tun. Der Cocktail aus Inzuchtthematik, Kannibalismus, Gewalt und Sex ist teils arg wirr geraten und hat nicht selten mit ziemlichen Längen zu kämpfen. Vielleicht wäre es demnach besser gewesen, wenn sich VALLADARES auf nur ein Thema konzentriert hätte, statt seine Geschichte mit Kontroversem schlicht zu überfrachten. Immerhin findet er die Notbremse stets zur rechten Zeit. Immer dann, wenn es langweilig wird, gibt es Gewalt satt für alle Liebhaber frauenverachtender Filmware. Dass des Öfteren die Logik ausgeklammert wird, dürfte Fans jener Filme aber weniger stören. Die bekommen nämlich von der Vergewaltigung hin zu Motorsägen-Maniküre all das zu sehen, was in waschechtes Exploitation-Cinema nun einmal gehört: Gewalt als Mittel zum Selbstzweck.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Zensur

 
 
 
Gerade weil HIDDEN IN THE WOODS den gängigen Exploitation-Regeln folgt und nicht zimperlich mit seinen Protagonisten zugange geht, wird der Streifen in Deutschland keine Freigabe erhalten. Hier werden Frauen erniedrigt und misshandelt, Kannibalismus zelebriert und Körperteile vor der Kamera mittels Kettensäge abgetrennt. Insofern der Streifen hierzulande ausgewertet wird, muss die Schere angesetzt werden, um die FSK besänftigen zu können. Gorebauern müssen auf jeden Fall den Umweg über Österreich in Kauf nehmen.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I Spit on your Grave 2 (2013)

Savaged (2013)

Autumn Blood (2013)

The Mooring (2012)

If a Tree falls (2010)

Girls against Boys (2012)

Black Rock (2012)

Eden Lake (2008)

The Last House on the Left (2009)

I Spit on your Grave (2010)

I’ll never die alone (2008)

Straw Dogs – Wer Gewalt sät (2011)


Filmreview: “Rage” (2010)

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RAGE

Story

 
 
 
Nachdem er seine Affäire zu Dana beendet hat, wird Dennis von einem wütenden Motorradfahrer verfolgt, der nichts Gutes im Schilde führt …
 
 
 


 
 
 

RAGE – Kritik

 
 
 
Schmerzverzerrte Gesichter auf Filmplakaten wecken den Horror-Heißhunger bei Fans düsterer Kinoware, schließlich lässt sich meist daran ableiten, dass den Protagonisten im Film viel Leid widerfahren wird. Im Falle von RAGE ist das gar nicht so abwegig, denn in diesem Indie beweist der Sensenmann, dass er eine Leidenschaft für schnelle Flitzer hegt. Die Angst vor dem gewalttätigen Unbekanntem wird in RAGE zum Mittelpunkt der Geschichte deklariert, in der sich Held Dennis Twist (RICK CRAWFORD) vor einem wütenden Motorradfahrer in Sicherheit bringen muss. Dessen Missgunst ruft der ahnungslose Ehebrecher während einer Verabredung mit Affäre Dana (ANNA LODEJ) auf den Plan, die nicht so recht fassen mag, dass sich ihr Liebhaber letztendlich für Frau Crystal entschieden hat und nicht für ein knisterndes Abenteuer mit ihr. Leider scheint die Einsicht zum falschen Zeitpunkt gekommen zu sein, hat sich doch ein Motorrad fahrender Albtraum aus JASON VOORHEES und MICHAEL MEYERS an die Fersen des potenten Junghengstes geheftet und will nun gern ein makabres Katz- und Mausspiel mit dem unwissenden Dennis treiben. Der Psychopath beginnt sein Opfer durch die Straßen der Stadt zu hetzen, das sich selbst zu Hause nicht in Sicherheit wähnen kann. Der Unbekannte folgt Dennis bis vor die Haustür, wo Gattin Crystal so rein gar nicht erfreut ist über den mordlüsternen Besucher.
 
RAGE ist ein waschechter Indie, der bereits auf einschlägigen Festivals Preise einheimsen konnte. Hinter dem Psycho-Spielchen steckt Autor und Regisseur CHRISTOPHER R. WITHERSPOON, der hier persönliche Schicksalsschläge verarbeitet hat. Zudem lies er sich für seine zweite Regiearbeit von Spielbergs DUELL (1971) inspirieren und hat eine für Indie-Verhältnisse erstaunlich rasante Mixtur aus Verfolgungs-Thriller und Terrorfilm abgeliefert. Gerade einmal 100.000 Dollar soll RAGE gekostet haben – eine Tatsache, die der Zuschauer nicht so recht glauben mag. WITHERSPOON beweist nämlich ein hohes Maß an technischem Verständnis und lässt sein Zweitwerk bedeutend teurer aussehen, als es letztendlich gewesen ist. Hektische Schnitte, durchdachte Kamerafahrten und sogar symbolhafte Bildsprache (die Alarmfarbe Rot dient als Vorbote drohender Gefahr) deuten von Erfahrung auf dem Gebiet des Filmemachens. Die kommt nicht von Ungefähr, hat WITHERSPOON in einem Interview zu verstehen gegeben, dass er Werke von Hitchcock, Spielberg, Carpenter, Craven und Kubrick penibel studiert hat, um deren Erfolgsrezeptur auch für seine (künftigen) Werke nutzen zu können. Die Hausaufgaben hat der Regisseur mit nötiger Sorgfalt erledigt, denn RAGE lässt ganz schnell die schlimmen No-Budget-Streifen aus letzter Zeit vergessen, die durch beliebtes Found-Footage-Gewackel unverständlich viel Aufmerksamkeit erhalten haben. Von allmählich überdrüssigem Kameragewackel sieht WITHERSPOON ab und sorgt stattdessen endlich wieder für Spannung in einem Low-Budget-Indie. Die erreicht der Filmemacher durch rasante Verfolgungsjagden, die WITHERSPOON geschickt in Szene gesetzt hat. Benötigt Filmcharakter Dennis dann doch mal eine Verschnaufpause, wandelt RAGE auf Terror-Pfaden, schließlich frönt der wortkarge Fremde einer Leidenschaft für gemeine Terrorspiele. Er attackiert sein Opfer in der Toilette und verfolgt es sogar bis in die Tagträume – für Zuschauer und Filmheld bleibt da kaum Zeit um aufatmen zu können.
 
Leider verliert WITHERSPOON in der zweiten Filmhälfte das eigentliche Ziel vor Augen, endet doch RAGE im üblichen Blut- und Splatter-Rausch. Der zuvor kontinuierlich aufgebaute Spannungsbogen wird zugunsten bekannter Terror- und Home-Invasion-Regeln außer Acht gelassen. Der anonyme Killer, dessen Identität selbst nach dem Abspann ungeklärt bleibt, vergreift sich an Ehegattin Crystal, die als schuldlose Unbeteiligte die Wut des Fremden mit aller Härte zu spüren bekommt. Dass die obligatorische Vergewaltigung da freilich nicht fehlen darf, dürfte auf die lukrative Ausschlachtung jenes zweifelhaften Filmthemas zurückzuführen sein, das sich vor einigen Jahren großer Beliebtheit erfreut hat. RAGE wurde bereits im Jahr 2010 auf den amerikanischen Filmmarkt geworfen – zu einer Zeit, als kontroverse Remakes zu Klassikern wie I SPIT ON YOUR GRAVE oder LAST HOUSE ON THE LEFT im Kino Kasse machten und sich schmuddeliges Exploitation-Kino schon längst zu Mainstream entwickelt hatte. Dass WITHERSPOON auf dieser durchaus wirtschaftlichen Welle mitreiten wollte, kann man dem Regisseur nicht verübeln, schließlich ist es im Filmgeschäft keine Seltenheit mehr, dass unbekannte Filmemacher lukrative Trends nacheifern, wenn andere damit viele Dollars verdient haben. Auch wenn RAGE nach dem temporeichen Beginn enttäuschend viel Potenzial verschenkt und mal wieder nur die Erwartungen blutgeiler Gorehounds befriedigt werden, kommt immerhin der raue Indie-Look den diversen Brutalo-Momenten gelegen, die mit der ungeschönten Optik dann doch schon recht hart anzuschauen sind. So bedient sich der Killer wie einst LEATHERFACE aus dem berüchtigten TEXAS CHAINSAW MASSACRE auch einer Kettensäge und zerteilt zur Freude der Splatter-Gemeinde die netten Nachbarn von Nebenan. Die wimmern vergebens ums Überleben und werden ziemlich ruppig ins Jenseits befördert. Dass die Szene jedoch vollkommen deplatziert wirkt und rein gar nicht zum Rest des Filmes passen will, ist nur eines der vielen kleinen Vergehen, für die man WITHERSPOON nicht tadeln sollte. Unterm Strich ist RAGE kein übler Film, betrachtet man das erschreckend niedrige Budget, das dem Streifen zur Verfügung gestand hat. Eigentlich wollte Macher WITHERSPOON statt RAGE unheimlichen Anthologie-Horror drehen. Weil ihm das benötigte Kapital fehlte, entschied er sich vorerst für die Umsetzung dieses blutreichen Thriller-Plots. Da kann man nur hoffen, dass Horrorfans auch Jahre nach der Fertigstellung von RAGE Interesse bekunden und sich das Filmchen kaufen. Nur so dürften garantiert werden, dass WITHERSPOON eifrig weiter werkeln kann. Insofern man ihm die Gelegenheit geben würde mit mehr Budget drehen zu dürfen, könnte da durchaus etwas Kultiges entstehen – da sind wir uns sicher.
 
 
 


 
 
 

RAGE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Spielbergs DUELL trifft auf FREITAG DER 13. und HALLOWEEN. RAGE ist ein temporeicher Indie-Horrorstreifen, der die Gewaltschraube am Ende nahezu im Minutentakt fester dreht. Man muss schon eine Vorliebe für ungeschliffenes Indie-Kino besitzen, um WITHERSPOONS Slasher-Variante von Spielbergs DUELL überhaupt genießen zu können. Mainstream verwöhnte Kinogänger werden an den teils schlecht ausgeleuchteten Bildern und den manchmal hölzern agierenden Schauspielern kaum Gefallen finden. Tadeln darf man Regisseur CRISTOPHER WITHERSPOON dafür jedoch nicht, hat er schließlich mit einem Mikro-Budget von gerade einmal 100.000 Dollar einen soliden Thriller auf die Beine gestellt, den manch Filmschaffender selbst mit millionenschwerem Kapital nicht besser gemacht hätte. Sichtlich von Meistern wie HITCHCOCK, CARPENTER und SPIELBERG inspiriert beweist WITHERSPOON ein talentiertes Händchen für geschickt platzierte Spannungsmomente und rasante Verfolgungsjagden – auch ohne Bluescreen-Technik und CGI. Dass er sogar an die Gorebauern unter den Horrorfans gedacht hat, gehört leider zum notdürftigen Übel, schließlich erwarten Fans von “bösen” Filmen nun mal heutzutage, dass in Horrorfilmen reichlich Lebensaft zu sehen ist. Fazit: Offene Horror-Zuschauer dürfen gern mal einen Blick wagen, denn RAGE ist ein ambitioniertes Projekt eines eifrigen und talentierten Filmemachers, dem man auf jeden Fall eine Chance geben sollte.
 
 
 


 
 
 

RAGE – Zensur

 
 
 
RAGE gibt sich nicht zurückhaltend. Gerade das Ende geizt nicht mit reichlich Brutalität. Da werden Körper mit Kettensäge und Messer bearbeitet. Zudem schlägt die Vergewaltigung einer Protagonistin auf den Magen. Sollte RAGE in Deutschland veröffentlicht werden gibt’s den roten FSK-Flatschen. Keine Jugendfreigabe – ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

RAGE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Duell (1971)
 
Jeepers Creepers (2001)
 
Joyride – Spritztour (2001)
 
Death Proof (2007)
 


Filmreview: “Pig” (2010)

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PIG

Story

 
 
 
Irgendwo im Nirgendwo: Ein Sadist hält sich auf einem abgelegenen Waldstück Menschen wie Vieh, die er erniedrigt, foltert und jagt, wann immer er Lust dazu hat …
 
 
 


 
 
 

PIG – Kritik

 
 
 
Dass das Pentium an Abartigkeiten noch längst nicht das Maximum erreicht hat, zeigen immer wieder neue Filmemacher, deren minderbemittelte Hirne stets neue Perversionen austüfteln. Regisseur ADAM MASON hat in seiner bisherigen Laufbahn bereits genug Nonsens gedreht und immer wieder seinen Hang für kranken Horror-Quatsch zum Ausdruck gebracht. Dass es in seinen Streifen nicht gerade zimperlich zur Sache geht, bewies er bereits im Jahre 2006, als er in seinem BROKEN genüsslich Frauen vor der Kamera foltern und demütigen lies. Nach wie vor ist das Werkeln von Quäl- und Folterfilmen eine begehrte Methodik, um schnell Kasse machen zu können, wobei hier die Devise gilt: Je verachtender Menschen vor der Linse behandelt werden, desto mehr Aufmerksamkeit erhalten solche Filme beim Zuschauer. Gleiches dürfte auch MASON gedacht haben, der mit seiner Schmuddel-Gewaltorgie namens PIG jedoch bei Geldgebern auf taube Ohren stieß, schien denen der Kontext des Filmes etwas zu extrem gewesen zu sein. Eine frustrierende Tatsache, die MASON dazu bewegte das Projekt zusammen mit Schauspiel-Kollege ANDREW HOWARD allein zu stemmen und fast gänzlich aus eigener Tasche zu finanzieren. Nach Fertigstellung wurde der Folter-Flick Fans kostenlos zum Download angeboten, um all den ignoranten Produzenten da draußen den Mittelfinger zeigen zu können. Eine Prämisse, die sich durchaus verkaufsfördernd auf den parallel gedrehten LUSTER (2010) ausgewirkt haben dürfte, konnte dieser sogar nach Deutschland verkauft werden, wo er bereits 2011 auf Heimkinomedium ausgewertet wurde.
 
Doch was hat der Horrorfan überhaupt von PIG zu erwarten? Die komplizierte Entstehungsgeschichte zumindest hat Spuren hinterlassen, denn der kontroverse Inhalt hat mit allerhand inszenatorischen Schwächen zu kämpfen. PIG wird in Echtzeit erzählt. Das bedeutet, dass der Streifen fast gänzlich ohne Schnitte auskommt. Ein heikles Experiment, geht MASON damit gleichen Weg, wie bereits wenige Regisseure vor ihm. Bereits HITCHCOCK experimentierte in den 40ern mit ähnlicher Filmmethodik und brachte 1948 COCKTAIL FÜR EINE LEICHE in die Kinos, der ebenso am Stück erzählt und ohne Schnitte gedreht wurde. Gleiches versuchte GUSTAVO HERNÁNDEZ, der vor einigen Jahren für sein SILENT HOUSE (2010) nur eine einzige Kamera-Einstellung benötigte, um dem Zuschauer das Fürchten zu lehren. Ein Jahr später folgte, wie so oft bei filmischen Neuerungen aus dem Ausland, eine überflüssige Neuverfilmung aus Amerika, die den interessanten Filmplot jedoch nur uninspiriert recycelte. Leider hat das Erzählen am Stück auch seine Tücken, denn wenn sich der Zuschauer nicht mit den Protagonisten identifizieren kann oder sich die Geschichte partout nicht weiterentwickeln möchte, passiert das vor dem es jeden Filmemacher grault: Der Zuschauer verliert das Interesse und schaltet ab. Ähnlichen Schicksal dürfte auch PIG erleiden, denn MASON stiert zu verkrampft nach dem rauen Exploitation-Kino der Video-Nasty-Ära, dass er dabei gänzlich den Zuschauer vergisst, der doch letztendlich unterhalten werden soll.
 
PIG handelt von einem perversen Schlächter, dem es ab und zu nach Gewalt dürstet. Dann nämlich fährt er in ein abgeschiedenes Waldgebiet, wo er hilflose Menschen foltern, quälen und ausweiden kann. Eine geistig behinderte Frau dient als Haustier. Die trägt zwar eines seiner Kinder im Leib, wird jedoch wie Vieh in einem Käfig gehalten und bekommt immer dann Auslauf, wenn “Fütterungszeit” ist. Da werden schon mal menschliche Organe auf das Grillrost geworfen, die zuvor am noch lebenden Opfer herausgerissen wurden. Zahm geht es in MASONS Schmuddelfilm wahrlich nicht zugange, was Hobby-Sadisten durchaus hellhörig machen dürfte. PIG ist roher Tortur-Porn für genau diese Fraktion, die sich daran ergötzen kann, wenn wehrlose Opfer verachtend durch den Fleischwolf gejagt werden. Von der rektalen Einführung von Schraubendrehern, über das Anurinieren schreiender Frauen bis hin zum schaufreudigen Ausbluten zuvor zusammengeschlagener Opfer hakt MASON all jene Grausamkeiten auf seiner Liste ab, nach denen sich Gore-Bauern gierig die Hände reiben. Gewalt ist nicht alles, denn das möglichst reißerische Aneinanderreihen roher Gewalt kann aus einem 90-minütigen Film schon mal eine gefühlte Ewigkeit machen. MASONS Film verfügt über keinen Spannungsbogen und das ist das größte Problem. Zwar verkörpert HOWARD den namenlosen Killer mit erschreckend sadistischer Intensität; seine dummen Gewaltakte halten den Zuschauer jedoch nicht die gesamte Laufzeit über bei Laune. Der dürfte sich trotz bestialischem Sadismus schnell gelangweilt fühlen, wirkt zudem das Improvisationstalent von Schauspielkollegin MOLLY BLACK teils derart unbeholfen, dass deren Agieren vor der Kamera so ziemlich rasch auf den Zünder geht. Als geistig umnebelte Schwangere dürfte die als wohl nervigste Protagonistin in die Geschichte des Tortur-Porn eingehen und dem Zuschauer klar machen, dass er künftige Werke MASONS mit Vorsicht genießen sollte. Letztendlich kann man nur froh darüber sein, dass Macher ADAM MASON dann doch zur Schere gegriffen und einige Filmschnitte gesetzt hat. Laut Interview soll die ursprünglich Version von PIG nämlich zwei Stunden lang gewesen sein – Halleluja, das schreit förmlich nach einem Director’s Cut.
 
 
 


 
 
 

PIG – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Eklig, pervers und Brechreiz erregend: Eben Ferien auf dem Schlachthof. Mit PIG wollte ADAM MASON nicht nur Tabus brechen sondern auch zeigen, dass Folterfilme ziemlich langweilig sein können. Die Ursache hierfür liegt nicht am Härtegrad, sondern an der dummen Story, die aus einer wahllosen Aneinanderreihung sadistischer Unmenschlichkeiten besteht. Handwerklich kann man da freilich nicht meckern, denn die Effekte sind nicht gerade förderlich für Magen und Nerven. Zudem erinnert der dreckige Look des Streifens an das raue Exploitation-Kino der Video-Nasty-Ära. Das Ausschlachten kontrovers-schmuddeliger Filmzutaten ist jedoch das einzige auf was sich MASON in PIG konzentriert, denn eine richtige Geschichte gibt es nicht. Als kontroverses Kino-Experiment, das fast gänzlich von Filmschnitten absieht, geht PIG in Ordnung. Betrachtet man PIG jedoch als Horrorfilm enttäuscht MASONS Gewaltorgie auf ganzer Linie.
 
 
 


 
 
 

PIG – Zensur

 
 
 
Eine Fassung für Deutschland ist undenkbar. Der Streifen zeigt Gewalt derart selbstzweckhaft und geht damit so schonungslos offen um, dass bereits nach fünf Minuten Sichtung klar sein dürfte, dass die FSK hier keinen Spaß verstehen dürfte. Insofern sich überhaupt ein Label an eine deutsche Veröffentlichung wagen sollte, wird die ohnehin direkt im deutschsprachigen Ausland vertrieben werden.
 
 
 


 
 
 

PIG – Trailer

 
 
 

(Zum Anschauen auf “Watch on Vimeo” klicken)

 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
The Mooring (2012)
 
Would you Rather (2012)
 
Hostel – Part III (2011)
 
The Bunny Game (2010)
 
Vile (2011)
 
The Helpers (2012)
 
The Texas Chainsaw Massacre – Blutgericht in Texas (1974)
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 


Filmreview: “Hotel Inferno” (2013)

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HOTEL INFERNO

Story

 
 
 
Frank Zimosa ist einen Auftragsmörder und erlebt den Einsatz seines Lebens. In einem Hotel soll er ein Killer-Duo auslöschen, erlebt aber hier die Hölle auf Erden …
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Kritik

 
 
 
Nach dutzenden Serienkiller, Folter- und Geisterstreifen ist es für uns FILMCHECKER eine Wohltat, wenn da per Post Filmnachschub eintrudelt, bei dem man einfach mal den Kopf ausschalten kann. Label LFG hat uns ein ansprechendes Mediabook zugeschickt, dessen Inhalt zumindest bei Splatter-Fans gehörig Eindruck hinterlassen dürfte. HOTEL INFERNO heißt der Splatter-Quatsch für den Film- und Videospielschmiede NECROSTORM verantwortlich zeichnet. Das italienische Produktionsstudio hat sich auf die Herstellung ultra-derber Horrorstreifen spezialisiert, in denen Eimer Kunstblut rudimentäre Filmhandlungen rot färben sollen. Mit blutreichen Gore-Hits wie ADAM CHAPLIN (2011) und TAETER CITY (2012) konnte man sich international bereits einen kleinen Fankreis aufbauen, der natürlich gierig darauf wartet, dass die italienischen Splatter-Werkstatt emsig weiter solche Streifen produziert. Für HOTEL INFERNO hat man sich etwas Neues einfallen lassen und wirbt damit ganz dezent auf dem Cover. Als “The First Ego-Shooter Splatter Movie” betitelt, werden hier ganz ungeniert Videospiel-Elemente mit der aktuell so beliebten Found-Footage-Zutat kombiniert, was durch Zugabe von reichlich übertriebenem Splatter eine erfrischende Alternative zu all den minderwertigen Wackelgurken der letzten Jahre darstellt. Regisseur GIULIO DE SANTI schien nach TAETER CITY Gefallen am Horror der harten Gangart gefunden zu haben und lies es sich nicht nehmen auch für HOTEL INFERNO auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen. Ganz nebenbei ist ihm dabei sogar das Kunststück gelungen eine gänzlich neue Filmgattung ins Leben zu rufen, die man tatsächlich so noch nicht auf dem Bildschirm hatte.
 
Die Geschichte des Films dreht sich um Frank Zimosa. Der ist Profilkiller und erhält ein lukratives Angebot bei dem sich eine Menge Geld verdienen lässt. Er wird zu einem Hotel gerufen in dem zwei Mörder ein Zimmer gemietet haben, die nun möglichst kaltblütig um die Ecke gebracht werden sollen. Eine Brille soll die Tat aufzeichnen, die während des Auftrages getragen werden soll. Doch alles läuft anders als erwartet. Auftraggeber Jorge Mistrandia entpuppt sich als gerissenes Schlitzohr und benutzt Zimosa als Marionette, um eine jahrhundertealte Kreatur nähren zu können, die tief unter dem Hotel ihr Dasein fristet. Der Dämon labt sich am Schmerz der Menschen, der mit der Brille eingefangen werden kann. Für Killer Zimosa kein guter Tag, ist doch sein Leben bald selbst in großer Gefahr.
 
HOTEL INFERNO führt den Zuschauer zurück in eine Zeit, in der Horrorfilme mit handgemachten Effekten den Videomarkt erobert haben. Lang ist es her seit Splatter-Streifen wie BRAINDEAD, BAD TASTE oder TANZ DER TEUFEL dem Gewaltfan feuchte Höschen und Zensurbehörden schlaflose Nächte bereitet haben. Für Macher GIULIO DE SANTI vermutlich Grund genug, die glorreichen Zeiten des Splatter-Kinos erneut aufleben zu lassen. Wie zuletzt in Ajas produzierten Remake zu MANIAC (2012) wird der Zuschauer in der Ego-Perspektive durch eine haarsträubende Filmhandlung gejagt und sieht quasi das Geschehen durch die Augen des Filmhelden Frank Zimosa. Der hetzt durch enge Flure, flitzt durch dunkle Gewölbe und kriecht durch dichtes Geäst, um Horden von Gegnern aufzulauern und zur Freude des Horrorfans blutgeil abschlachten zu können. Es werden Köpfe geteilt, Hände zermatscht und Gliedmaßen abgeschlagen – zwar hat der Computer bei einigen Gewaltakten nachgeholfen; die Blutexzesse sehen jedoch so ungekünstelt aus, dass man meinen könnte sie wären in liebevoller Handarbeit entstanden. Leider ist bei soviel Liebe zur Hausmannskost mal wieder der Inhalt etwas sehr kurz gekommen. Auch wenn HOTEL INFERNO mit all seinen Matscheffekten und den diversen Gegner-Invasionen an die berüchtigte Shooter-Reihe DOOM erinnert findet die Geschichte rund um das unheimliche Hotel und seinen grotesken Bewohnern kaum Beachtung. Stattdessen flitzen im Minutentakt Scharen von teils mutierten Filmschurken durch die finstere Szenarie und trachten Held Frank mit allerlei Hieb- und Schusswaffen nach dem Leben. Das Drehbuch wurde zugunsten des Blutzolls auf das Wesentliche beschränkt, besitzt aber dennoch ein annehmbares Tempo, damit es dem Zuschauer bei den oftmals hektischen Schwenks der Kamera nicht langweilig wird. Immerhin lässt Regisseur GIULIO DE SANTI den Zuschauer wissen, dass er eine besondere Leidenschaft für das moderne Horrorkino aus Italien hegt. Sein minimalistisch Score orientierte sich an die kultigen Sound-Kompositionen der italienischen Band GOBLIN, die Ende der 70er und Anfang der 80er durch Soundtracks für italienische Horrorfilme wie SUSPIRIA (1977), DAWN OF THE DEAD (1978) und PHENOMENA (1985) zu Weltruhm gekommen ist. Ob HOTEL INFERNO gleichen Erfolg verbuchen wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist jedoch, dass Studio NECROSTORM nach ADAM CHAPLIN und TAETER CITY einen Schritt in die richtige Richtung gewagt und dem Splatter-Film durch ein neuartiges Filmerlebnis frische Impulse verleiht hat. Gerade weil die Genre-Schmiede vehement darum bemüht ist sich stetig weiterentwickelt zu wollen, darf man gespannt sein, was da demnächst noch an herrlich überzogenem Gewaltmaterial aus dem schönen Italien kommen wird.
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Herrlich überzogener Splatter-Nonsens für Fans bluttriefender Gewaltorgien. Die Schlachtplatte aus dem Hause NECROSTORM verspricht ein gänzlich neues Filmerlebnis, das man so vermutlich noch nie auf dem Bildschirm hatte. In einer Art Splatter-Variante des beliebten Ego-Shooters DOOM werden hier Gegnerscharen im Akkord ins Jenseits befördert und das nicht gerade unblutig. Besonderes Augenmerk sei an dieser Stelle auf die Spezialeffekte gerichtet, die für einen Splatterfilm aller erste Sahne sind und kaum vermuten lassen, dass hier CGI zum Einsatz gekommen ist. Sieht man von der dünnen und leider vollkommen hirnriesigen Geschichte ab, gehört HOTEL INFERNO zweifelsohne zu einer der besten Indie-Gewaltorgien neueren Datums. Bei soviel handwerklichem Geschick können sich deutsche Splatter-Könige wie ITTENBACH, WALZ und Konsorten gern Inspiration holen, schließlich wissen die Jungs von NECROSTORM wie man auch mit kleinem Geld sehbare Splatter-Werke für hungrige Gorehounds werkelt.
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Zensur

 
 
 
Rechteinhaber LFG hat HOTEL INFERNO direkt im deutschsprachigen Ausland veröffentlicht und umgeht dabei den strengen Auflagen der hiesigen FSK. Diese hätte das selbstzweckhafte Blutgemansche niemals in ungeschnittener Form freigegeben. Wer demnach den Streifen komplett haben mag, muss sich an den Händler seines Vertrauens wenden. Der Film kann problemfrei bei Onlinehändlern erworben werden, die indizierte Ware im Programm führen. Wer die Möglichkeit hat Filmbörsen zu besuchen, wird auch dort die deutsche Fassung von HOTEL INFERNO kaufen können.
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Hotel Inferno Mediabook 1
 
Hotel Inferno Mediabook 2
 
Hotel Inferno Mediabook 3
 
Hotel Inferno Mediabook 4
 
Hotel Inferno Mediabook 5

(c) LFG

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hotel Inferno; Italien 2013

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 78 Min.

FSK: nicht von der FSK geprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook mit 16-teiligem Buchteil auf 2000 Stück limitiert

Extras: Fun at Work-Feature (01:08 Min.), Special Effects-Feature (02:04 Min.), Ritual-Clip (00:29 Min.), Deutscher Trailer (01:04 Min.), zusätzliche DVD mit dem Hauptfilm

Release-Termin: 06.06.2014

 
 
 
Nach dem Release des Neo-Giallos TULPA spendiert Rechteinhaber LFG auch dem Splatter-Nonsens HOTEL INFERNO eine schöne Veröffentlichung im beliebten Mediabook, das passend zum Hauptfilm ansprechend bunt gestaltet wurde. Besonderes Lob gilt der Übersetzung. Für einen Nischenfilm wie HOTEL INFERNO konnte LFG professionelle Sprecher gewinnen, so dass eine vernünftige Synchronisation zusammengestellt werden konnte. Leider ist das bei Veröffentlichungen von Low-Budget-Produktionen keine Selbstverständlichkeit, gehören mittlerweile minderwertige Übersetzungen zum obligatorischen Standard in Horrorfilmen. Wer nach Sichtung des Streifens gern wissen möchte, wie man die teils verblüffend echt wirkenden Gewalteffekte umgesetzt hat, kann sich hierfür gern das kleinen Special-Effects-Feature zu Gemüte führen, das sich neben Trailer und einem kleinen Gag-Reel auch auf der Scheibe befindet. Ein richtiges Making of oder einen Audiokommentar sucht man stattdessen vergebens. Das ist ärgerlich. Dafür ist jedoch neben der Blu-ray im Mediabook auch die DVD enthalten, die ebenso den Hauptfilm beinhaltet. Das Sammlerstück ist im Übrigen auf 2000 Exemplare limitiert.
 
 

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HOTEL INFERNO – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Evidence (2011)
 
Alexandre Ajas Maniac (2012)
 
Doom (2005)
 
Cloverfield (2008)
 
Enter the Void (2009)
 
Gamer (2009)
 


Filmreview: “Blood Widow” (2014)

blood-widow-2014
 
 
 

BLOOD WIDOW

Story

 
 
 
Wenn die psychopathische Nachbarin drei mal klingelt: Laurie (Danielle Lilley) und Hugh (Brandon Kyle Peters) sind ein junges Paar und haben gerade ein Haus irgendwo im Nirgendwo gekauft, wo es selbstverständlich keinen Handyempfang gibt. Als die beiden eine Einweihungsparty geben und einige Freunde zum Feiern vorbeikommen, nutzt auch die Killerin von nebenan die Gunst der Stunde, um die neuen Nachbarn kennenlernen …
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Kritik

 
 
 
In Amerika gibt es immer wieder Nachwuchs-Angstmacher, die dem Horror-Fan die Freunde am Schauen von Horror-Ware verübeln möchten. Der Low-Budget-Markt scheint dort ein beliebtes Sprungbrett für all jene zu sein, die auch ohne Berufsabschluss das Hobby zum Beruf machen wollen: Filmemachen. Leider muss man für das Drehen von Horror-Streifen nicht nur Kohle und das notwendige Equipment besitzen, sondern auch Talent und Ahnung. Voraussetzungen, die jedoch nur die Wenigsten mitbringen. Trotzdem wird auch ohne Können munter drauflos gefilmt, denn die Nachfrage nach amateurhaft zusammengeschnippelten Horrorfilmen scheint größer zu sein, als immer vermutet wird. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass Billig-Grusler in amerikanische Händlerregal gebracht werden. Als wäre das nicht schon übel genug, finden sogar einige dieser Spaßbremsen den Weg nach Deutschland.
 
BLOOD WIDOW ist das Resultat eines langjährigen Fan-Traumes. Newcomer und Sci-Fi-Horrorfan JEREMIAH BUCKHALT steckt hinter der Low-Budget-Produktion, der selbst heute immer noch nicht fassen kann, dass ihm die Möglichkeit gegeben wurde einen Horrorfilm zu drehen. Ähnlich wie Vorbild JOHN CARPENTER (wenn es nach BUCKHALT geht gehört THE THING zu den besten Filmen aller Zeiten) hat der Regie-Neuling jedoch erst einmal kleine Brötchen gebacken und sich an der Umsetzung klassischen Slasher-Stoffs versucht, schließlich gehört nicht viel Grips dazu einen simplen Schlitz-Streifen zu machen. Erfolgreiche Filmtitel nennt BUCKHALT in einem Interview, von denen sich BLOOD WIDOW hat inspirieren lassen. So standen günstig gewerkelte Oldschool-Slasher Pate mit denen der Filmemacher Ende der 70er und zu Beginn der 80er aufgewachsen ist. Bei so viel euphorischer Liebe zum Genre enttäuscht dann leider doch die Tatsache, dass BLOOD WIDOW Lichtjahre von wegweisenden Metzelklassikern wie HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS entfernt ist. Für BLOOD WIDOW musste an allen Ecken gespart werden. So wurden Hauptrollen mit Statisten besetzt, die vermutlich noch nie eine Schauspielschule von Innen gesehen haben. Akustische Raffinessen aus dem MUSIC MAKER sorgen für ungewollte Erheiterung und die rudimentäre Handlung lässt den Zuschauer bereits kurz nach dem Prolog ermüden. Ein Pärchen ist es diesmal, das in ein neues Haus zieht und dort ums Überleben kämpfen muss. Im Keller des scheinbar verlassenen Nachbarhauses lebt eine schwarze Witwe, die nur darauf wartet, dass ihr mal ein paar neugierige Fliegen ins Netz gehen. Als sich ein paar Freunde für eine kleine Einzugssause anmelden und auf dem Grundstück gegenüber herumschnüffeln, packt die BLOOD WIDOW ihre Folterinstrumente zusammen und besucht die neuen Nachbarn um mal blutig “Hallo” sagen zu können.
 
Wenn keine gescheite Geschichte zu Grunde liegt, dann lass Gewalt regieren. Genau jenem Credo folgt BLOOD WIDOW und konzentriert sich auf das möglichst schmuddelige Abschlachten seiner unzureichend talentierten Hauptdarsteller. Die von BUCKHALT selbst entworfene Killerin geht nicht zaghaft mit ihren Opfern um. So werden Protagonisten enthauptet, Arme abgesäbelt oder Gesichter eingeschlagen. Für Indie-Horror mit Mikro-Budget sehen die gebotenen Matsch-Effekt ganz ordentlich aus, zumal die teils unausgereifte Ausleuchtung dem Film einen dreckigen, ungeschliffenen und finsteren Look bescheren. Dennoch, Gewalt im Horrorfilm ist nicht alles, denn ein blosses Aneinanderreihen von sinnlosen Gewaltakten machen aus einem beliebigen Horrorfilm noch lange kein Kultwerk. Nichtsdestotrotz bekommt der Horror-Fan mal endlich wieder eine maskierte Killerin vor die Linse. Die steht männlichen Meuchel-Kollegen wie JASON und MICHAEL in puncto Grausamkeit in nichts nach. Im Unterschied zu genannten Ikonen des modernen Horrorfilms will die BLOOD WIDOW jedoch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, was vor allem daran liegt, dass der Film nichts Rundes ist und überraschungsarm nach Schema F abgehandelt wird. Neue Impulse sucht man hier vergebens, dafür findet man Unmengen an Logiklöchern und Slasher-Klischees. Dass Macher JEREMIAH BUCKHALT bereits mit einer Fortsetzung liebäugelt, verursacht fix wirklich Panik – schließlich ist der Zuschauer froh, wenn er den vorliegenden Erstling wach überstanden hat.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Blutiger Nachschub für Splatter-Fans! Gewalt ist leider auch das einzige, was BLOOD WIDOW halbwegs über Wasser halten kann, denn der Streifen ist nicht nur ein überraschungsarmes, sondern auch ein langweiliges Sammelsurium nerviger Slasher-Regeln und totgefilmter Horror-Klischees. Budget war kaum vorhanden, was im Falle dieses Filmdebüts Vor- und Nachteile besitzt. Einerseits hat die teils unprofessionelle Ausleuchtung Charme und beschert BLOOD WIDOW einen düsteren und dreckigen Look, der dem Film vor allem in den Gewaltmomenten zugute kommt. Andererseits lässt das Mikro-Kapital kaum Experimente zu, so dass an allen Ecken gespart werden musste – vor allen an guten Schauspielern. Unterm Strich ist BLOOD WIDOW ein austauschbarer Slasher ohne Höhepunkte, der immerhin kurz Aufmerksamkeit in Deutschland erhaschen dürfte, weil ihn die hiesige FSK der “bösen” Szenen wegen in der Luft zerreißen wird.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Zensur

 
 
 
Wie für einen Slasher typisch sterben auch in BLOOD WIDOW die Opfer eines grausamen Todes. Zimperlich geht es hier nicht gerade zu, was vor allem der FSK Kopfzerbrechen bereiten dürfte. Da BLOOD WIDOW ziemlich viel blutroten Splatter zu bieten hat, dürfte eine ungeschnittene Freigabe fraglich sein.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Slasher House (2012)
 
Torment (2013)
 
Nurse 3D (2013)
 
Young, High and Dead (2013)
 
Killer Holiday (2013)
 
Bloody Homecoming (2013)


Filmreview: “Torment” (2013)

torment-2013
 
 
 

TORMENT

Story

 
 
 
Eine kleine Familie will das Wochenende auf dem Land verbringen, um so ein paar Diskrepanzen zu beseitigen. Leider befindet sich das Ferienhaus genau dort, wo sich Fuchs und Has’ Gute Nacht sagen. Für vier Fremde Grund genug mal kurz Hallo zu sagen. Maskiert und bewaffnet …
 
 
 


 
 
 

TORMENT – Kritik

 
 
 
Trautes Heim, Glück allein: So jedenfalls wünscht man sich das Familienleben. Im Horrorfilm verliert diese Redensart oft an Gewicht, schließlich passiert hier nicht selten, dass sich in den eigenen vier Wänden Tragisches ereignet und nur die wenigsten Protagonisten unbeschadet bis zum Abspann dabei sind. Home-Invasion-Schocker (also Filme, in denen Menschen zu Hause von Fremden terrorisiert werden) sind seit einigen Jahren ganz groß im Kurs und versuchen geradezu, sich im möglichst bestialischen Erniedrigen und Abschlachten ihrer Filmopfer zu übertrumpfen. Zuletzt hat das YOU’RE-NEXT-Macher ADAM WINGARD ganz passabel hinbekommen, der mit seinem Splatter-Slasher-Mix genau den richtigen Gewaltpegel gefunden hat, um bei Horroranhängern Eindruck zu hinterlassen. Der jetzt vorliegende TORMENT ist ein Schauer-Flick gleicher Sorte, der auch auf der Terror-Heimwelle mitreiten möchte und eine kleine Familie in den Mittelpunkt der Geschehnisse rückt, deren Mitgleider von vier maskierten Irren im Ferienhaus attackiert werden. Kurioserweise tragen die Killer hier auch Tiermasken, was bei unerfahrenen Horrorfans für Verwirrung stiften könnte, schließlich war diese skurrile Maskierung schon in Wingards YOU’RE NEXT Programm und hat maßgeblich zur Bekanntheit des Streifens beigetragen. Auch wenn TORMENT im gleichen Sub-Genre beheimatet ist; die beiden Filme sind vollkommen unterschiedlich. Während YOU’RE NEXT (2011) mehr auf anspruchslosen Metzel-Terror mit blutreicher Holzhammertaktik setzt, hegt Regisseur JORDAN BARKER ganz andere Intentionen. Er begibt sich mit seinem Horrortrip zurück zum klassischen Terrorkino der 70er, in dem vornehmlich gerannt, psychisch gequält und geschrieen wurde und sich Gewalt wenn dann nur im Kopf des Zuschauers abgespielt hat.
 
 

Wenn man keinen guten Vater hat, so soll man sich einen anschaffen.

(Friedrich Nietzsche)

 
 
Dass sich der Begriff Familie vielseitig definieren lässt, wusste bereits TOBE HOOPER, der im Jahre 1974 sein TEXAS CHAINSAW MASSACRE auf die Menschheit losgelassen hat und eine perverse Sippschaft Kannibalen sich durchs tiefste Texas futtern ließ, die es bis heute zu mehreren Fortsetzungen gebracht hat. Die dreckig-siffigen Bilder des Kultwerks dürften Regisseur JORDAN BARKER durchaus zugesagt haben, so dass man sie so ähnlich – wenn auch auf Hochglanz poliert – in TORMENT wiederfindet. Ein knapp gehaltener dafür aber reichlich finsterer Prolog läutet das unheimliche Treiben ein; danach geht es temporeich weiter, schließlich hat der Streifen mit knappen 75 Minuten Spielplan nicht viel Zeit, um sich tiefgründig mit Nebensächlichkeiten auseinandersetzen zu können. Den Protagonisten kommt eine oberflächliche Charakterisierung zuteil und Horror-Ikone KATHARINE ISABELLE versucht als frisch verheiratete Stiefmutter das Vertrauen des siebenjährigen Schützlings Liam (PETER DACUNHA) zu gewinnen. Der wiederum will mit seiner neuen Mama partout nicht warm werden und ist eines jener wehleidigen Filmkinder, die der Zuschauer am Liebsten als Erstes über die Klinge springen sehen möchte. Damit der Familienfrieden gewahrt werden kann, soll ein gemütliches Wochenende im Landhaus eine Annäherung zwischen Mutter und Stiefsohn bewirken. Doch wie in Grimms SCHNEEWITTCHEN hat dort jemand im Bettchen geschlafen und von Tellerchen gegessen. Die Polizei ist schnell vor Ort und Hausbesetzer werden für den Einbruch verantwortlich gemacht. Die wären der kleinen Familie vermutlich auch viel lieber gewesen, denn was folgt ist kein Zuckerschlecken. Vier Fremde verschaffen sich Zutritt zum Ferienhaus, haben des Sohnemanns Kuscheltiere enthauptet und über den Kopf gestülpt. Vater Cory (ROBIN DUNNE) wird überwältigt, an einen Stuhl gebunden und soll sich unter Androhung von Folter der Liebe seines Sohnes entledigen. Die Frage nach dem Warum wird am Ende nur ansatzweise beantwortet, schließlich wird noch Material für eine Fortsetzung benötigt. Fakt jedoch ist, dass der Familienbegriff in TORMENT eine gänzlich neue, absurde Bedeutung erhält und die vage Auflösung doch schon sehr grotesk, fast schon surreal anmutet.
 
Ja, sie ist wieder da: KATHARINE ISABELLE. Die Schauspielerin hat sich durch ihre Rolle als Ginger in der erfolgreichen GINGER SNAPS-Triologie ein Denkmal setzen können und bewies im Underground-Bodyhorror AMERICAN MARY (2012), dass sie auch in Lack und Leder eine hervorragende Figur macht. Im aktuellen Grusler TORMENT jedoch hat sie eine eher ungnädige und vor allem austauschbare Rolle ergattert, die kaum nachhaltig in Erinnerung bleiben will, was vor allem daran liegt, dass das beliebte Horror-Sternchen hier schlich nichts zu tun hat. ISABELLE flitzt aufgeregt von einem Schauplatz zu nächsten, blinzelt unentwegt verängstigt in die Kamera und darf am Ende als Filmheldin auch mal austeilen, wenn es darum geht, die Bösewichte in die Flucht zu schlagen. Auch wenn TORMENT eigentlich ein klassischer Home-Invasion-Thriller ist, wie man in zuletzt recht oft gesehen hat, gefällt die Tatsache, dass Macher JORDAN BARKER das Böse bewusst zurückhaltend agieren lässt. Statt widerwärtiger Folter macht psychologischer Horror das Rennen, wobei die bewusst düster gehaltene Handlung dem Treiben eine unheimliche, gespenstische Note verleiht. Auch wenn die Identitäten von Mr. Mouse, Pig Lady, Little Rabbit und Little Monkey ähnlich wie in THE STRANGERS (2008) weitestgehend im Verborgenen bleiben, ihre Beweggründe kaum zufriedenstellend beantwortet werden und der Zuschauer mit einer Menge Fragen das Kino verlässt, gehört TORMENT gerade deshalb zu einem der besseren Vertreter seiner Zunft. Dass eine Fortsetzung folgen wird, dürfte abzusehen sein. Bis die jedoch in die Lichtspielhäuser kommen wird, hat der Horrorfan genügend Zeit seine Kreativität zu entfachen, um sich ein eigenes plausibles Ende zusammenzureimen. Wir von FILMCHECKER meinen: Terrorkino par ex­cel­lence.
 
 
 


 
 
 

TORMENT – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein angenehm düsteres Schauervergnügen – TORMENT ist ein guter Terrorfilm alter Schule, auch wenn es Regisseur JORDAN BARKER nicht gelingt, das Terror-Rad neu zu erfinden. Neu ist dafür, dass dem zeigegeilen Foltern und ausgewalzten Erniedrigen von Opfer und Täter kaum Beachtung geschenkt wird. Stattdessen holt BARKER das Grauen zurück auf die Leinwand, das den Horror im Kopf entstehen lässt. Ganz so wie in den guten alten Zeiten schreien sich die Opfer die Seele aus dem Leib und hetzen durch Wald und Dickicht. Ein morbider und finsterer Look sorgt, trotz Hochglanzbildern, für einen stimmigen Anstrich. Drum: Heimkino dunkel gemacht, Film in den Player gelegt und den Lautstärkeregler auf Maximum gedreht – schließlich lässt es sich nur so angenehm Gruseln.
 
 
 


 
 
 

TORMENT – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt wird in TORMENT nicht gezeigt. Die Kamera blendet weg sobald es unangenehm wird. Demnach wird der Film mit großer Wahrscheinlichkeit ungeschnitten mit FSK16 in den Handel kommen.
 
 
 


 
 
 

TORMENT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hate Crime (2013)
 
You’re Next (2011)
 
In Their Skin (2012)
 
The Aggression Scale (2012)
 
The Purge (2013)
 


Filmreview: “Bloodline – Der Killer” (2011)

bloodline-der-killer-2011
 
 
 

BLOODLINE – DER KILLER

Story

 
 
 
Sandra und ihr Kollege Marco werden von ihrem Boss zu einem Porno-Set geschickt, um einen Hintergrundbericht zu machen. Alles scheint ganz und gar normale, alltägliche journalistische Routine zu sein, doch etwas ist anders. Der Film wird an genau der Location gedreht, an der vor 15 Jahren Sandras kleine Schwester von einem Serienkiller, den die Zeitungen nur „Der Chirurg“ nennen, ermordet wurde. Sandra zögert, sich ihren Ängsten zu stellen, nimmt den Auftrag aber schließlich an. Doch die Vergangenheit ruht nicht, der Chirurg – oder ein Nachahmer? – ist zurück. Damit nicht genug erwachen seine Opfer wieder zum Leben und morgen ebenfalls…
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Kritik

 
 
 
BLOODLINE ist ein italienischer Low-Budget-Horrorfilm von EDO TAGLIAVINI, welcher zuvor mit einigen Kurzfilmen auf sich aufmerksam machen konnte. Sein 2011 erstmals veröffentlichtes Spielfilm-Debüt drehte er für gerade mal 70.000€. Bei diesen geringen Produktionskosten war es ihm aber immer noch möglich CLAUDIO SIMONETTI als Composer für sein Erstlingswerk zu gewinnen. Leider hinterlässt BLOODLINE keinen bleibenden Eindruck, als viel mehr einen sehr bitteren Nachgeschmack. Die Handlung ist kompletter Nonsens und die Schauspielerriege setzt sich komplett aus Laien zusammen. Es ist zu erkennen, dass es den Machern wohl Spaß gemacht hat den Film zu drehen, doch das Resultat ist ein sehr langweiliger und schlecht gedrehter Horrorstreifen geworden. Was zunächst auffällt ist der billige und sehr sterile Look. Zudem leidet BLOODLINE an einer für Amateurfilme typischen Krankheit, dass sich deren Macher scheinbar vor Totalen fürchten. So wird das Ansehen des Filmes dadurch erheblich erschwert, dass die Kamera immer viel zu nah am Geschehen ist, und man sich als Zuschauer räumlich kaum zurechtfindet. Darüber hinaus ist es schon erstaunlich, dass tatsächlich CLAUDIO SIMONETTI die Filmmusik komponiert hat. Der CLAUDIO SIMONETTI, der einst legendäre Soundtracks mit seiner Band Goblin für Filme wie ROSSO – DIE FARBE DES TODES (1975), SUSPIRIA (1977), George A. Romeros ZOMBIE (1978) oder PHENOMENA (1985) schrieb. Was er hier musikalisch abgeliefert hat, ist so unbedeutend und uninteressant, dass, wenn man nicht wüsste das er für die Musik verantwortlich war, niemals auf diesen Gedanken käme. Dies stellt leider keine Ausnahme dar, denn die von SIMONETTI angefertigten Soundtracks der letzten 15 Jahre klingen alle derart langweilig; man denke an MOTHER OF TEARS (2007) oder DRACULA 3D (2012).
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
BLOODLINE ist kein empfehlenswerter Film und nur etwas für die, die auch jeden Horrorfilme sehen müssen.
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Zensur

 
 
 
BLOODLINE – DER KILLER, der übrigens vom hiesigen Rechteinhaber auch als SCALPEL MASSACRE zweitausgewertet wurde, trägt die KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung und ist vollkommen ungeschnitten. Splatterfans dürfen ruhigen Gewissens zugreifen, denn der Film ist in Deutschland komplett zu haben.
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Bloodline -Der-Killer-Blu-Ray

(c) Schröder Media (Erstauswertung ohne 3D)

 
 
 
Bloodline -Der-Killer-3d-Blu-Ray

(c) Schröder Media (Erstauswertung mit 3D)

 
 
 
Scalpel-Massacre-Blu-ray

(c) Savoy Film / Intergroove Media (Zweitauswertung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bloodline; Italien 2011

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Englisch (DTS-HD MA 5.1), Deutsch (Deutsch DD 2.0)

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover (ohne FSK-Flatschen)

Extras: Originaltrailer, 3D-Fassung

Release-Termin: Erstauswertung als BLOODLINE:21.02.2013 / Zweitauswertung als SCALPEL MASSACRE: 16.05.2014

 
 
 
BlOODLINE wurde in unterschiedlichen Fassungen veröffentlicht. Die Erstveröffentlichung erlebte der Horrorfilm in Deutschland leicht verspäter im Jahre 2013, wo er vom damaligen Rechteinhaber SCHRÖDER MEDIA als normale DVD, Blu-ray und 3D-Blu-ray veröffentlicht wurde. Genau ein Jahr später kam der Streifen erneut in den Handel. Diesmal suggerierte ein neues Cover und ein ebenso neuer Titel einen gänzlich anderen Film. Leider ist der Inhalt jedoch der gleiche, nur der Rechteinhaber ist ein anderer. SAVOY FILM hat es sich nämlich nicht nehmen lassen unter dem reißerischen Titel SCALPEL MASSACRE noch einmal Kasse zu machen.
 
 
 

Bloodline – Der Killer [Blu-Ray] Erstauflage mit Original-Filmplakat-Cover ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 

Scalpel Massacre (inkl. 2D-Version) [3D Blu-ray] Zweitauflage mit anderem Titel und hochgerechneter 3D-Version ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Trailer

 
 

 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong Turn 4: Bloody Beginnings (2011)
 
Cold Prey – Eiskalter Tod (2006)
 
Haunted Hill – Die Rückkehr in das Haus des Schreckens (2007)


Filmreview: “Countdown” (2012)

countdown-Nattawut-Poonpiriya
 
 
 

COUNTDOWN

Story

 
 
 
Ein durchgeknallter Drogendealer besitzt ganz eigene Methoden der Erziehung und erschreckt mit seiner Art der Erleuchtung drei junge Thais in ihrer New Yorker Wohnung zu Tode …
 
 
 


 
 
 

COUNTDOWN – Kritik

 
 
 
Wenn es um Horror aus Fernost geht, dürften vermutlich die meisten Horrorfans mit der Stirn runzeln, schließlich ist das was da in regelmäßig Abständen produziert wird, für den westlich Zuschauer nur selten Furcht einflößend. Mittlerweile hat man dort verstanden, dass mit pitschnassen Geistermädchen kein Blumentopf gewonnen werden kann, so dass asiatische Produzenten Rat suchend gen Westen schielen, um sich von dort gewinnbringende Inspirationen für neuen Filmstoff besorgen zu können. Was in Europa und Amerika gut funktioniert, kann auch in Thailand Kasse machen. Zumindest dürfte jenen Plan Regie-Neuling NATTAWUT POONPIRIYA verfolgt haben, der seinen ersten Ausflug ins Filmgeschäft um drei der momentan beliebtesten Horrorgewürze ergänzt, die bisher jeden Schocker zum Erfolg verholfen haben: Teenager, Terror und Gewalt. COUNTDOWN heißt der ungewöhnlich konventionell gestrickte Horrorspaß aus Thailand, wie man ihn eigentlich eher selten aus Asien serviert bekommt. Der orientiert sich nämlich an das auf Hochglanz polierte Horror-Kino aus Amerika, wo sich meist stereotype Teenager ihrem vorhersehbaren Filmschicksal beugen, statt das Böse mit Grips und Köpfchen in die Flucht zu schlagen. Bei so viel Liebe zur US-Filmkultur dürfte es den Zuschauer nicht überraschen, dass POONPIRIYA die Szenerie seines Debüts auch gleich nach New York verlegt hat, wo seine thailändische Protagonisten Englisch sprechen und sich natürlich ebenso nervig verhalten, wie ihre amerikanischen Film-Leidgenossen. “Home-Invasion” heißt das Zauberwort, das Fans der härteren Filmgattung aufhorchen lässt. Für sein Debüt hat Macher POONPIRIYA nämlich gleich mal die Horror-Fibel durchgeblättert und jenes Sub-Genre ausgewählt, das sich auch nach YOU`RE NEXT, FUNNY GAMES und THE STRANGERS immer noch großer Beliebtheit erfreut. Mehr Terror statt Tortur heißt die Devise, was vermutlich nicht jedem Hobby-Sadisten schmecken dürfte, schließlich gehört mittlerweile ein gewisses Maß an menschenverachtender Brutalität zum Horrorfilm, wie das Salz in die Suppe.
 
Alles beginnt am Silvesterabend 2012 in New York. Die Kids Bee, Jack und Pam sitzen in ihrem Apartment und wollen den letzten Tag des Jahres entspannt ausklingen lassen. Da kommt es den Dreien gelegen, dass Womanizer Jack die Visitenkarte eines Drogendealers aus der Geldbörse zaubert, um ein bisschen Gras zu bestellen. Leider ist die Karte nicht komplett und die letzte Zahl der abgebildeten Telefonnummer unbekannt. Für die Freunde jedoch kein Grund, den lässigen Drogentrip sausen zu lassen. Schnell wird die unvollständige Nummer um eine “3” ergänzt und die Kids staunen nicht schlecht, als sich am anderen Ende der Leitung wirklich ein Mister “Jesus” meldet, der das beste Marihuana der ganzen Stadt vertreibt. Leider teilt “Jesus” gern aus, aber nicht ein. Als er nach einem netten Pläuschen in der Küche Opfer eines Missverständnisses wird und sich die Teenager vor Lachen die Bäuche halten, zeigt der Sprüche klopfende Chaot sein wahres Gesicht. Er zwingt die Bande dazu, dass sie sich zu ihren dunkelsten Geheimnissen bekennen; brutale Strafen sollen den Kids Respekt eintrichtern.
 
Nervenaufreibender Terror in Verbindung mit zynischen Schenkelklopfern – das geht? Der thailändische COUNTDOWN überrascht mit einem gar sonderbaren Humor, der aber zur Abwechslung so beabsichtigt ist, schließlich weiß man bei asiatischer Exportware meist nie, ob das unerträgliche Overacting auf mangelndes Schauspieltalent zurückzuführen ist oder dem kreativen Geist des Regisseurs entspringt. In COUNTDOWN sind die Lacher zumindest gewollt, bleiben dem Zuschauer aber nicht selten im Halse stecken, entpuppt sich doch Dealer “Jesus” als zynischen Richter, der seinen neunmalklugen Gegenspielern pünktlich zur Jahreswende die Fehler der vergangenen 365 Tage vor Augen führt. Anders als vermutet haben es Bee, Jack und Pam nämlich faustdick hinter den Ohren, so dass der schnell sprechende Fremde als Moralapostel in Erscheinung treten, den Zeigefinger heben und richten muss. Um die verzogenen Gören erneut auf den rechten Pfad der Tugend weisen zu können, werden Horrorfilm-typisch schmerzhafte Strafen verordnet. So kommt der sonst so taffe Jack in den Genuss einer gehörigen Tracht Prügel mit einem Küchenutensil, Pam werden die Hände gebrochen und dem Hund die Zähne gezogen. Die introvertierte Bee darf sich stattdessen den eigenen Dämonen stellen, reichlich flennen und dem Spuk nach knapp 90 Minuten ein Ende bereiten.
 
NATTAWUT POONPIRIYA spielt mit den Erwartungen des Publikums, denn das vermutet hinter COUNTDOWN ein ähnliches Ultra-Brutalo-Werk, wie man es seit HOSTEL, SAW und Co. immer häufiger im Kino zu sehen bekommt. Dem ist jedoch nicht so, denn auch wenn der hektisch geschnittene Trailer dem Zuschauer suggeriert, dass hier adrette Jungdarsteller in Stücke zerfetzt werden, so spritzt das Blut nur recht zaghaft. COUNTDOWN ist vielmehr ein makabres Kammerspiel, in dem ab Filmmitte die Sympathiepunkte neu verteilt werden. Die sympathischen Teenager werden als ausgefuchste Kleinkriminelle entlarvt und der anfänglich verhaltensauffällige Rauschmittel-Händler “Jesus” entpuppt sich als schwarzhumoriger Engel Gottes, der auf die Erde hinabsteigt, um die Menschheit von ihren Sünden zu erlösen. DAVID ASAVANOND, der bisher nur wenig Schauspielerfahrung vorweisen kann, spielt den überdrehten “Jesus” mit teuflischem Sarkasmus, der zwar anfangs Angst einjagt, aber dem man später gern noch weiter dabei zugesehen hätte, wie er missratene Grünschnäbel die Leviten liest. Mit ihm fällt und steigt nicht nur die Qualität, sondern auch das Tempo des Films. Letzteres braucht zwar etwas um in die Gänge zu kommen; ist dann erstmal “Jesus” am Start bricht die Hölle los und die Spiele können beginnen. Mit COUNTDOWN hat Regisseur NATTAWUT POONPIRIYA einen recht guten Terror-Cocktail gedreht, in dem sich kompromisslose Härte und zynische Wortspielereien die Waage halten. Da kann man nur hoffen, dass der durchgestylte und schnell geschnippelte Schocker recht zügig den Weg nach Deutschland findet, schließlich gehört COUNTDOWN zweifelsohne zu den besseren Vertretern der momentan beliebten Home-Invasion-Welle und ist einer der besten thailändischen Horrorfilme der letzten Jahre.
 
 
 


 
 
 

COUNTDOWN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Bitterböser Terror-Spaß made in Thailand. COUNTDOWN bringt den vermutlich schwarzhumorigsten Bösewicht der Horrorfilmwelt auf die Leinwand und stößt Pizzagesicht FREDDY und Plastik-Gnom CHUCKY vom stark umkämpften Sprüche-Thron. Trotz Gebrauch von Nagelpistole und Schusseisen hat Drogen-Dealer “Jesus” nämlich immer zynische Floskeln auf den Lippen, die routinierten Horrorfans reichlich Spaß bereiten dürften. Leider ist der Cocktail aus Lachern und Terror immer noch reichlich hart anzuschauen, so dass weniger nervenstarke Zuschauer ihre Probleme damit haben werden, dem ziemlich schroffen Treiben bis zum erlösenden Ende folgen zu können. Blut gibt es zwar kaum zu sehen, dafür wird die Terror-Schraube konstant fester gedreht. Stampfende Beats, hektische Schnitte und teils unerträgliches Gewimmer lassen schnell vergessen, dass man hier eigentlich Home-Invasion-Horror aus Fernost serviert bekommt, was vor allem daran liegen mag, dass sich Macher NATTAWUT POONPIRIYA an den Konventionen des amerikanischen Horror-Kinos orientiert und ein sehr konventionelles Süppchen gebraut hat, wie man es eigentlich eher von Hollywood erwartet hätte. Schlecht ist COUNTDOWN deswegen aber noch lange nicht, denn auch wenn das Bestrafungs-Prinzip der Protagonisten ein wenig SAW-Feeling ins Gedächtnis zurückkehren lässt, bereitet COUNTDOWN reichlich Kurzweil für unersättliche Genre-Gucker.
 
 
 


 
 
 

COUNTDOWN – Zensur

 
 
 
COUNTDOWN ist ein Terrorfilm wie er im Buche steht. Der Film bebildert das Demütigen und Schikanieren seiner Anti-Filmhelden. Blutig ist das zwar bis auf zwei kurze Momente nicht, aber dennoch sehr hart anzuschauen. Wir gehen davon aus, dass COUNTDOWN hierzulande mit KJ-Freigabe (Keine Jugendfreigabe) ungeschnitten in den Handel kommen wird.
 
 
 


 
 
 

COUNTDOWN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Home Sweet Home (2013)
 
Das Penthouse (2013)
 
The Aggression Scale (2011)
 
Mischief Night (2013)
 
Kidnapped (2010)
 
The Strangers (2008)
 
Funny Games (1997)

Funny Games – Remake (2007)


Filmreview: “P.O.E. Project of Evil” (2012)

poe-project-of-evil-2012
 
 
 

P.O.E. PROJECT OF EVIL

Story

 
 
 
Einige italienische Regisseure haben sich sieben literarische Werke des amerikanischen Horror-Schreiberlings EDGAR ALLAN POES vorgenommen und filmische Interpretationen mit reichlich Blut, Sex und Gewalt gedreht …
 
 
 


 
 
 

P.O.E. PROJECT OF EVIL – Kritik

 
 
 
Horror-Anthologiestreifen sind gefragter denn je. Die kleinen Kurzfilmsammlungen erfreuen sich seit den Überraschungserfolgen von V/H/S und THE ABC’S OF DEATH wieder großer Beliebtheit und lassen ähnliche Werke wie Pilze aus dem Boden sprießen. Bereits 2011 hatten 15 internationale Regisseure das Potenzial jener Filmkunst erkannt und an einer Horrorsammlung gewerkelt, die unter dem Titel P.O.E. POETRY OF EVIL in die Händlerregal gebracht wurde. Weil das Sammelsurium bekannter Horrorgeschichten aus der Feder EDGAR ALLAN POES gut angekommen ist, folgt nun der zweite Streich für den sich noch einmal sieben italienische Filmmacher zusammengesetzt haben, um an einer blutigen Erwachsenenvariante der Poe’schen Gruselstorys zu basteln. Bevor jedoch die Freude in Euphorie umschlägt: Herr Argento ist nicht mit von der Partie, dafür aber einige Filmemacher Italiens, deren kleine Genre-Schocker es immerhin schon in den deutschen Handel geschafft haben. Zu den wohl bekannteste Regisseuren diese Riege gehört zweifelsohne EDO TAGLIAVINI, dessen blutreicher Horrorfilm BLOODLINE – DER KILLER hierzulande vom Rechteinhaber sogar in einer hochskalierten 3D-Version auf den Markt geschmissen wurde und es trotz hohem Gore-Gehalt unbeschadet durch die FSK geschafft hat.
 
P.O.E. PROJECT OF EVIL nennt sich der zweite Ausflug in die Welt des EDGAR ALLAN POE, wobei das hier servierte Geschichtengebräu nicht jedem Horrorfan munden dürfte, auch wenn es diesmal deutlich ruppiger zugange geht, als im Streifen zuvor. Die sieben Erzählungen des berühmten Horrorautors werden so ziemlich frei interpretiert und haben außer dem Titel meist kaum noch etwas mit den Schriften Poes gemein. Wirklich unheimlich wird es nicht, dafür aber sehr blutig und vor allem surreal, denn einige der Kurzwerke erinnern eher an bizarre Experimental- und Kunstfilme, als an grausigen Horror. Hier wird einmal mehr deutlich, dass Indie-Streifen meist mehr kreativen Spielraum in der Umsetzung besitzen, als manch teurer Studio-Schocker, deren Macher sich nicht selten an den Auflagen der Produzenten orientieren müssen. P.O.E. PROJECT OF EVIL ist ein engagiertes Indie-Projekt, glänzt mit eigenwilligem Konzept und überrascht durch einen zwar ungeschliffenen aber durchaus charmanten, wenn auch rauen Look. Die Ausleuchtung ist meist miserabel und die Schauspieler vermutlich von der Straße aufgelesen. Dennoch funktioniert der Film auf seine ganze eigene Weise, bietet er doch dem Zuschauer genügend Abwechslung und Abartigkeiten, so dass man auch schon mal darüber hinwegsehen kann, dass nicht alle Segmente qualitativ gleich überzeugen können.
 
Jede Geschichte trägt die individuelle Handschrift des jeweiligen Regisseurs, der hier seine ganz eigene Vision der Poe’schen Gruselmärchen auf Zelluloid gebannt und diese mit allerhand Sex, Mord und Gekröse “verschönert” hat. Auf Konventionen wird gepfiffen, stattdessen wurde gedreht, worauf man Lust hatte. So kommt der Zuschauer in den Genuss des Stumm-Kurfilms LOSS OF BREATH, in dem ein Pornostar von zwei Schlägertypen seiner Männlichkeit beraubt wird. An Kastrationen fand man vermutlich Gefallen, so dass im recht wortkargen THE TELL-TALE HEART von einem Obdachlosen berichtet wird, der nach Thailand reist, dort seinen Penis abschneidet um ein neues Leben als Ladyboy leben zu können. Nicht minder grausam geht es in der Giallo-Hommage THE MURDERS IN THE RUE MORGUE zu, in der zwei Prostituierte von einem Affen vergewaltigt werden und blutige Rache am Besitzer des Tieres ausüben. Zitate und Verbeugungen hagelt es in P.O.E. PROJECT OF EVIL reichlich, wobei die italienischen Filmemacher vor all jenen Gruselkönigen den Hut ziehen, die im italienischen Genre-Kino Rang und Namen haben. DARIO ARGENTO wird für seine extravaganten Farbspielereien und deftigen Schlitzer-Krimis gehuldigt und der italienische Zombie-Papst LUCIO FULCIO wird mit der Untoten-Episode THE PREMATURE BURIAL noch einmal gen Himmel gepriesen.
 
Auch wenn diese Sammlung von Horror-Kurzfilmen recht durchwachsen ist und man hin und wieder nach dem Sinn in einigen Episoden sucht, bleibt am Ende ein teils verstörendes Stück Film über, das aus den klassischen Geschichten eines EDGAR ALLAN POE zeitgemäße Interpretationen zaubert, mit denen jedoch der verwöhnte Mainstream-Zuschauer herzlich wenig anfangen kann.
 
 
 


 
 
 

P.O.E. PROJECT OF EVIL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein verstörend-bizarres Filmexperiment mit reichlich Sex und Gewalt, das man so vermutlich noch nicht auf dem Bildschirm hatte. Für P.O.E. PROJECT OF EVIL mussten sieben klassische Werke der Schriftstellerlegende EDGAR ALLAN POE herhalten, die hier modern aufbereitet nur noch wenig mit den eigentlichen Schriften des Autors gemein haben. Die sieben italienischen Regisseure konnten sich bei der filmischen Adaptionen soviel Freiheiten nehmen wir nur möglich und haben teils surreale Beiträge auf Zelluloid gebannt, an denen kommerzverliebte Filmfans sicher gar keine Freude haben dürften. Die meisten Segmente dieser Anthologie erinnern an blutige Kunst- und Experimentalfilme, die trotz kleinen Budgets dennoch mit ganz eigenem Look glänzen, auch wenn dieser manchmal mit einigen technischen Defiziten so kämpfen hat. P.O.E. PROJECT OF EVIL verweist ziemlich oft auf das italienische Horrorkino der 80er und huldigt ganz nebenbei die ganz Großen des modernen Euro-Horrors: DARIO ARGENTO und LUCIO FULCI. Wer sich selbst als offener Horrorfan bezeichnet und die Nase voll hat vom ständig sich wiederholenden Horror-Einerlei, sollte mal einen Blick in P.O.E. PROJECT OF EVIL werfen. Anders wie in der Vorgänger-Anthologie P.O.E. POETRY OF EVIL bekommt der Zuschauer hier eine obskure, deprimierende und ziemlich finstere Bilderflut präsentiert, die ihresgleichen sucht.
 
 
 


 
 
 

P.O.E. PROJECT OF EVIL – Zensur

 
 
 
Die Fortsetzung P.O.E. PROJECT OF EVIL ist trotz kostengünstigem Indie-Look ganz schön gepfeffert, was die Gewaltmomente betrifft. Ein Mann wird kastriert und die Kamera hält drauf. Gleich in der zweiten Episode bekommt man eine Frau zu sehen, deren Gliedmaßen abgesägt wurden. Außerdem wird hier recht krude vergewaltigt. Das alles dürfte hierzulande erst für Erwachsene geeignet sein. Wir gehen von einem roten Freigabe-Flatschen aus: KEINE JUGENDFREIGABE.
 
 
 


 
 
 

P.O.E. PROJECT OF EVIL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
V/H/S
 
V/H/S 2
 
ABC’s of Death
 
Two Evil Eyes (1990)
 
The Bunny Game (2010)


Filmreview: “Wolf Creek 2″ (2013)

wolf-creek-2-2013
 
 
 

WOLF CREEK 2

Story

 
 
 
Outback-Killer Mick Taylor ist wieder zurück und hat auch gleich die Fährte zweier Touristen aus Deutschland gewittert, die planlos durch die Einöde Australiens trampen. Auf der Flucht vor dem irren Schlitzer geraten sie an den Briten Paul Hammersmith, der eigentlich nur helfen will und dabei ebenfalls ins Visier des Touristen-Mörders gerät …
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Kritik

 
 
 
Im australischen Outback hört dich niemand schreiben – das zumindest suggerierte der Horror-Schocker WOLF CREEK, der im Jahr 2005 in die Kinos gebracht wurde und inspiriert von den Survival-Thrillern der 70er gekonnt auf der damals boomenden Terrorwelle mitritt. Mittlerweile sind neun Jahre vergangen und den Horror-Machern die Ideen ausgegangen, so dass man ganz fleißig Altbewährte neu aufbrüht, um noch einmal Geld damit machen zu können. Schlicht und einfach WOLF CREEK 2 nennt sich der unoriginelle Käse, der mit knapp einem Jahrzehnt Verspätung nachgeschoben wird und quasi die besten Szenen des Erstlings mit zusätzlichem Ekelgehalt anreichert, damit einfach gestrickte Horrorgemüter feuchte Höschen von der hier gezeigten Brutalität bekommen. WOLF CREEK-Regisseur GREG MCLEAN hat sich die Blöße gegeben und auch gleich die überflüssige Fortsetzung gedreht, die quasi eine ähnliche Geschichte wie sein Vorgänger erzählt und sich einen Deut darum schert sich überhaupt weiterzuentwickeln zu wollen. Die australische Kulisse wurde beibehalten und der zuvor schweigsame Killer entwickelt sich zur zynischen Plaudertasche, der seinen Schlitzer-Kollegen FREDDY KRUEGER, LEPRECHAUN und CHUCKY Konkurrenz machen möchte. Der Rest ist wie gehabt: Einige ahnungslose Rucksack-Touristen verirren sich im Wolfe-Creek-Krater-Nationalpark und geraten dabei in das Jagdgebiet des ominösen Fremden aus dem vorhergehenden Teil, der auch gleich mit seiner Metzel-Hatz beginnt.
 
Der Ton ist rauer geworden, denn mit subtilem Terror gewinnt man im Horrorfilm schon lange keinen Blumentopf mehr. MCLEAN dreht daher an der Gewaltschraube und lässt Köpfe explodieren, Finger absägen und Opfer enthaupten. Wurde die Gewalt im Erstling noch weitestgehend angedeutet wird in WOLF CREEK 2 schonungslos draufgehalten, was natürlich das Interesse der Fans solcher Filme wecken dürfte. Leider macht stumpfe Gewalt allein schon lange keinen guten Horrorfilm mehr aus, denn aufgrund der Vielzahl ähnlicher Streifen ist WOLF CREEK 2 nur ein weiterer Film dieser Art in einer nahezu nicht enden wollenden Reihe trivial gestrickter Brutalo-Werke. Immerhin wird der Filmfan mit Kurzweil belohnt. Psychopath MICK TAYLOR (gespielt von JOHN JARRATT) entpuppt sich als scheinbar unkaputtbarer Super-Killer, der jede Situation vorausahnen kann und trotz Liebe zum Alkohol mit ner Menge Glück gesegnet wurde. Der Schlitzer ist seinen Opfern weitaus überlegen und immer einen Schritt voraus. Er hetzt das menschliche Schlachtgut von einem Ort zum nächsten und zieht trotz geistiger Beschränktheit stets am längeren Hebel. Macher und Produzent GREG MCLEAN gönnt dem Zuschauer kaum Verschnaufpausen und verknüpft den dünnen Slasher-Plot mit recht packend inszenierten Verfolgungsjagden durch die trostlose Einöde Australiens. Hier wächst der Film zu wahrer Größe heran, denn einige Duelle zwischen Opfer und Killer auf den Straßen im Nirgendwo wurden von MCLEAN ziemlich spannend in Szene gesetzt. Leider werden derart Momente immer wieder durch die obligatorischen Gewaltszenen ausgebremst, denn irgendwie mag man in WOLF CREEK 2 das Gefühl nicht loswerden wollen, als ob man fast schon besessen daran gearbeitet hat, der Fanbase gerecht werden zu wollen. Der dürstet es seit harten Sicko-Streifen, wie I SPIT ON YOUR GRAVE 2 (2013) und dem gefeierten MARTYRS (2008) nach möglichst krankem Folter-Dreck, um nach Sichtung prahlen zu können, welch abartigen Nonsens man soeben gesehen hat. Regisseur GREG MCLEAN hat diesbezüglich etwas zu sehr nach den ganz Großen Metzelorgien geschielt und dabei ganz vergessen die Geschichte rund um seinen Charakter Mick Taylor konsequent weiterzuspinnen. Wirklich Neues erfährt der Horrorfan nämlich nicht, so dass die Fortsetzung auch eher als professionell gedrehtes Splatter-Remake gewertet werden darf.
 
Auch wenn die männliche Scream-Queen am Ende unter nicht nachvollziehbaren Umständen überleben darf und zuvor durch eine finstere und effekthascherische Geisterbahn geführt wird, so ist die Fortsetzung zu WOLF CREEK ein weiteres, schnell heruntergeleiertes Sequel, auf das nun wahrlich niemand gewartet hat. Im Übrigen bekommt der Zuschauer in WOLF CREEK 2 eine der geschmacklosesten Szene der letzten Jahre zu Gesicht: Während Opfer Paul Hammersmith (RYAN CORR) mit seinem Auto vor dem übertrieben patriotisch veranlagtem Mörder Mick Taylor flüchtet, überquert ein Rudel Kängurus die Fahrbahn. Die Tiere schlagen in fast schon erheiternder Detailfreude auf den Windschutzscheiben der Fahrzeuge auf und werden anschließend blutig von den Rädern überrollt. Herr MCLEAN, auch wenn WOLF CREEK 2 nur ein Film ist, finden Sie das witzig?
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
WOLF CREEK 2 ist ein derbes Splatter-Gewitter für Freunde brutaler Metzelfilme. Leider ist der Gewaltgrad auch das einzig Nennenswerte, was der Streifen zu bieten hat, denn im Grunde genommen ist das Sequel mehr überflüssiges Remake statt Fortsetzung und bietet mehr Splatter statt subtilem Terror. Aufgrund der schonungslos dargestellten Brutalitäten, die nun wahrlich nichts für zarte Gemüter sind, dürften die hiesigen Zensurbehörden das Stück Tortur-Kino gnadenlos in der Luft zerreißen. Ungeschnitten wird der Film hierzulande mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erscheinen; profitgeile Ösi-Unternehmen dürfte das freuen, schließlich kann man im Nachbarland viel Geld mit ungeschnittenen Mediabooks machen.
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Zensur

 
 
 
WOLF CREEK 2 ist ziemlich brutal. Opfer werden ausgeweidet und zerhackt, Kehlen durchgeschnitten und Köpfe weggeschossen. Wir wünschen Rechteinhaber KSM viel Glück mit der FSK, denn die deutsche Fassung dürfte vermutlich nur geschnitten im Sommer in die Kinos kommen.
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wolf Creek (2005)
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 
The Butcher Boys (2012)
 
The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen (2006)
 
High Tension (2003)
 
Haus der 1000 Leichen (2003)
 


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