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Mysterie

Filmreview: “Babycall” (2011)

 

 

Nachdem uns die Schweden zuletzt mit ihrem kongenialen Vampir-Drama „So finster die Nacht“ eindrucksvoll bewiesen haben, dass auch nordeuropäisches Gruselkino in der Lage sein kann, für gehörig Gänsehaut zu sorgen, erscheint demnächst ein weiterer Vertreter aus dem fernen Norden auch in unseren Gefilden.

Der norwegische Mysterythriller „Babycall“ scheint auf den ersten Blick gewisse Parallelen zum obig genannten schwedischen Meisterwerks zu besitzen, handelt „Babycall“ doch auch von trostloser Einsamkeit, von der Suche nach Geborgenheit und Verständnis und von Menschen, die eigentlich anders sind, als deren Umfeld.

Mutter „Anna“ und ihr wortkarger 8-jähriger Sohn sind derart bemitleidenswerte Kreaturen.

 

 

Nachdem Sohn „Anders“ jahrelang vom eigenen Vater misshandelt wurde, ziehen Mutter und Sohn in die anonyme Großstadt um in einer kleinen Sozialwohnung ein neues Leben zu beginnen.

Doch der erhoffte Neubeginn birgt Unmengen an Problemen und Herausforderungen.

Fast panisch überwacht und kontrolliert „Anna“ ihren kleinen Schützling, immer die Angst im Nacken, dass der Kindsvater herausfinden könnte, wo sich die kleine Familie momentan aufhält.

In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an den Elektronikfachverkäufer „Helge“, der ihr ein Babyphone verkauft, mit welchen „Anna“ auch des Nachts unbekümmert jeden Schritt des Sohnes verfolgen kann.

Es dauert nicht lang, bis die besorgte Mutter, seltsame Schreie und Geräusche aus dem neu erstandenen Utensil wahrnimmt, deren Herkunft sie nicht erklären kann …

 

 

Vorab, der Film(trailer) sorgt freilich für überaus Verwirrung, denn mit „Babycall“ hat Regisseur Pål Sletaune einen zwar soliden Film geschaffen, der aber mehr Sozialdrama ist und nur minimale Mystery-Elemente vorweisen kann.

Wobei diese Genre-Unschlüssigkeit das größte Problem dieses Thrillers ist, denn die Mystery-Elemente passen einfach nicht zum Grundgedanken des Filmes und wirken, gerade zum Ende hin, zunehmend konstruiert und vor allem vollkommen deplatziert.

Dabei hätte die zutiefst traurige Geschichte derart Schiene gar nicht nötig gehabt, lebt sie doch allein von den 3(!) Hauptprotagonisten, die sich fast 90 Minuten ohne Worte zu verständigen wissen und der wahrhaftig genialen Bildkomposition, die es ohne großartiges virtuoses Tam-Tam mit minimalen Mitteln schafft, ein unglaublich depressives und hilfloses Gefühl beim Zuschauer zu entwickeln.

Farbenfrohe Szenen sucht man hier vergebens, eine begleitenden akustische Untermalung ebenso, denn die tritt nur in wenigen ruhigen Minuten in Erscheinung, sodass sich der Zuschauer gänzlich auf das absolut vortreffliche Schauspiel der wenigen Protagonisten konzentrieren kann.

Noomi Rapace , in der Rolle als hilflose Übermutter „Anna“ ist vortrefflich gewählt, unterstreicht ihr psychisch labiles Schauspiel den vollkommen zermürbenden Grundton des Filmes.

Auch Kristoffer Joner als Elektro-Fachverkäufer „Helge“, der sich in die hilflose „Anna“ verliebt, sie aber emotional nicht erreicht, ist in seiner Darstellung zwar überaus zurückhaltend fügt sich dennoch perfekt in die trostlose Handlung ein.

Leider passen die vollkommen aufdringlichen Gruseleffekte nach Annas Kauf des Babyphones nicht wirklich in die Handlung und zerstören den wesentlichen Teil, der arg verstörenden Atmosphäre des Films. Das ist recht schade, denn diese Genre-Unschlüssigkeit schraubt die Filmqualität enorm gen Keller. Hier wollte Regisseur Pål Sletaune vermutlich den ganz großen Coup beweisen und mit einem trefflich überraschenden Storytwist im Stile eines M. Night Shyamalan punkten. Gebracht hat das leider wenig, denn seine unbrauchbare Auflösung fühlt sich an, wie kalter ungenießbarer Kaffee, den man in derart Form in fast schon jedem zweiten Mysterythriller der letzten Jahre gesehen hat.

Babycall“ ist leider eine kleine Enttäuschung geworden. Es gibt wahrlich viele gute Ansätze, die den Film hätten über den Durchschnitt heben können. Ein fast schon unerträglich trauriger und depressiver Grundton unterstreicht den gesamten Film. Die schauspielerischen Qualitäten sind vortrefflich, wäre da nicht der erzwungene Mystery-Abklatsch ab Filmmitte, der den Film vollkommen unbrauchbar macht.

Hätte sich Regisseur Pål Sletaune gänzlich auf die Drama-Komponente konzentriert wäre ihm ein einzigartiger Film gelungen, der mit seinem kontroversen Filmstoff mit Sicherheit den ein oder anderen Zuschauer zum Nachdenken hätte anregen können.

Das Endresultat ist recht ernüchternd und bietet leider nur noch durchwachsene Filmkost, deren Logiklücken gen Ende hin unweigerlich schwer ins Gewicht fallen – überaus Schade!

 

 

 

Fazit 5,5 / 5 Punkten

 

Ein durchschnittlicher Film, der sich leider vollkommen in seinem überflüssigen Genre-Wirrwar verirrt.

Eigentlich schade, zumal die bedrückende Sozialdrama-Komponente zu gefallen weiß.

Deutschlandfilmstart: Juni 2012

FSK-Prognose: ungeschnitten mit FSK16

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “Night Drive – Hyänen des Todes” (2010)

 

 

Jack Darwin ist ein Kopfgeldjäger, der seinen Lebensunterhalt damit verdient, Wilderer in der afrikanischen Wildnis aufzulauern und deren Handwerk zu entlarven, denn deren illegalen Machenschaften reduzieren sich schon lange nicht mehr nur allein auf das Jagen von seltenen Tierarten. Hin und wieder werden in südafrikanischen Wildreservaten bestialisch zugerichtete Menschenkörper entdeckt, deren grauenhafte Verstümmelungen die brutalen Praktiken dieser Unmenschen beweisen.

Leider nimmer Darwin sein ehrgeiziges Vorhaben zu ernst, sodass er nach einem unkontrollierten Rachefeldzug gegen dieses Gesindel vom Kopfgeldjäger abgerufen und zum Touristenbegleiter deklariert wird.

Auch sein Sohn Sean musste in seinem bisherigen Leben diverse Niederschläge erleiden. Als Undercover-Cop hat er schon einiges erlebt. Sein letzter Auftrag, einen bekannten Drogenhändler zu stellen scheiterte, als im Schusswechsel eine unschuldige junge Frau tödlich verwundet wird.

Von Schuldgefühlen geplagt und um Abstand zu gewinnen, reist er zu seinem Vater Jack Darwin in die afrikanische Wildnis, um ihm bei einem nächtlichen Touristenausflug zu unterstützen. Eine grausige Legende umgibt den Ort , eine Legende die von einem mysteriösen Hexenmeister handelt und welche die Einheimischen nach wie vor in Angst und Schrecken versetzt. Kaum mit der nächtlichen Safari gestartet, vernehmen die Gäste bereits die ersten mysteriösen Geräusche. Doch je dunkler die Nacht wird, umso mehr scheinen sich die Geschichten um den berüchtigten „Hyänenmann“ zu bewahrheiten …

 

 

 

Regie-Neuling Justin Head hat mit seinem Debüt-Werk „Night Drive“ einen recht durchwachsenen Horrorfilm geschaffen, der eigentlich recht gute Ansätze verspricht, aber in der Umsetzung arg holprig wirkt.

Bevor seine „Nachtfahrt“ überhaupt starten darf, holt er leider etwas zu weit aus und erzählt vorab erst einmal von den Schicksalsschlägen der beiden Hauptfiguren Jack und Sean.

Keine schlechte Idee, wäre die Charakterisierung weniger unnahbar, dafür mehr emotional brauchbarer und nachvollziehbarer strukturiert und vor allem wäre sie denn halbwegs für den weiteren Story-Verlauf förderlich und klar erzählt.

Der Einstieg in das Geschehen gestaltet sich für den Zuschauer als relativ wirr und ungeordnet.

Diverse Erklärungen über die Handlungsbeweggründe der beiden Hauptprotagonisten erklären sich erst durch lose Flashbacks im Verlauf der Handlung.

Im Film wird Vater Jack als relativ abgehärtet und bestialisch beschrieben, der sich mit seiner ganz eigenen Art von Vergeltung und Strafe auf die gleiche unmenschliche Stufe stellt, wie die Wilderer.

Sein Sohn Jack dagegen, wird als loyaler, bedachter und emotionaler Kerl skizziert, der dennoch eine unnahbare Schutzwand um sich aufgebaut hat, die offenbar niemand zu durchdringen vermag. Leider wirken die anfänglich ausführlich erzählten Geschichten der beiden Hauptcharaktere vollkommen deplatziert und für den weiteren Verlauf der Geschichte absolut unwichtig. Dem Zuschauer gelingt es zu keiner Minute überhaupt irgendwelche relevanten Sympathien für einen der beiden Hauptprotagonisten zu entwickeln. Demnach gestaltet sich der eigentlich gut umgesetzte Einstieg als relativ überflüssig.

Ebenfalls vollkommen störend, dass „Night Drive“ nervig zwischen den Genres hin und her switcht. Als Zuschauer möchte man das Gefühl nicht loswerden, dass sich Regisseur Justin Head nicht wirklich entscheiden konnte oder wollte, was sein Erstlingswerk denn nun letztendlich sein soll. Tierhorrorfilmschnipsel treffen auf Fragmente aus Abenteuerfilmen, Backwood-Horror meets Action-Movie und Elemente aus Okkult-Filmen werden mit denen von Überlebensthriller gemischt.

Das ist einfach viel zu viel. Teilweise dürfte der wilde Genre-Mix gerade ungeübte Zuschauer vollkommen überfordern, da sich der roter Faden des öfteren im Dunkel der Nacht verliert.

Trotzdem, es lässt sich nicht leugnen, dass auch der Horrorthriller „Night Drive“ einige atmosphärisch recht sehenswerte Momente vorweisen kann. Einige Nachtszenen schaffen es sogar ein erschreckend klaustrophobisches und hilfloses Gefühl zu vermitteln.

Gerade weil der Film aus unzählig vielen Genres zusammengebastelt wurde, lässt sich bis kurz vor Schluss nicht einordnen, was denn da im Dickicht des Waldes lauert und nach dem Leben der teilweise schon arg stereotypen Charaktere trachtet.

Zumindest geht das, was sich da in der Dunkelheit versteckt (um was es sich dabei handelt, sei an dieser Stelle nicht veraten) , nicht zimperlich mit den Gästen der Nachtsafari zugange. Diverse, recht professionell umgesetzte Gore-Effekte dürften zumindest alle Kunstblutfreunde des phantastischen Films halbwegs zufriedenstellen.

Das Rote Nass findet erstaunlicherweise oft seinen Einsatz und der Horrorfilmfreund dürfte überrascht sein, dass das gesamte Gekrösel sogar ungeschnitten die FSK passieren durfte.

 

 

Mit seinem Debüt-Film „Night Drive“ hat Regisseur Justin Head ein recht wirren Genre-Mix geschaffen, der durchaus einige recht sehenswerte Momente vorweisen kann, der roter Faden sich dennoch zu oft im Dunkel der Nacht verliert. Leider bewahrheitet sich hierbei das Sprichwort vom ungenießbaren Brei, der von zu vielen Köchen gewürzt wird.

Die stattliche Anzahl von diversen Elementen andere Genres verwirrt den Zuschauer ungemein.

Schade eigentlich, die Ausgangssituation und das Grundkonzept des Filmes haben nämlich recht gute Ansätze.

 

 

 

Fazit 5/10 Punkte

 

Durchwachsene Buschjagd, die leider etwas arg mit der recht wirren Erzählweise des Films zu kämpfen hat.

Ist das gesamten Treiben jedoch erst einmal richtig in Fahrt gekommen, unterhält der Thriller eigentlich überraschend solide.

FSK-Fassung: mit “Keine Jugendfreigabe”-Kennzeichnung ungeschnitten!

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “7 Below – Haus der dunklen Seelen” (2012)

 

 

Geisterfilm mit allseits bekannten Zutaten:

Vor 100 Jahren tötete ein kleiner Junge im Zustand der Besessenheit seine gesamte Familie.

100 Jahre später suchen einige Durchreisende Zuflucht vor einem tobenden Sturm, in genau diesen Gemäuern.

Die Geschichte von einst scheint sich erneut zu wiederholen…

 

 

 

Es ist oftmals erschreckend, wenn man den Werdegang einstiger Ausnahmedarstellers Hollywoods verfolgt. Von den einstigen ganz großen Leinwandhelden der 80er sind nur noch wenige unter ihnen, die auch aktuell noch fleissig dabei sind an kassenträchtigen Kinoblockbustern mitzuwirken, und dabei sogar noch erfolgreich sind, indem was sie da tun.

Auch Val Kilmer war einer derer, die in den 80ern und zu Beginn der 90er als erfolgreiche Nachwuchstalente gehandelt wurden und sich über mangelnde Filmaufträge nicht beklagen konnten. In letzter Zeit hatte Kilmer sich recht rar in der weltweiten Kinolandschaft gemacht und lies vorwiegend durch günstig produzierte Heimkinoware und TV-Serienauftritte von sich hören, wobei er in den letzten 10 Jahren kaum wirklich talentiertes Gespür für wirklich gute und anspruchsvolle Drehbücher bewies.

Als ich seinen aktuellen Schauspielauftritt in „7 Below“ sah, war ich vorab ein wenig geschockt, schaut Val Kilmer im Jahr 2012 erschreckend aufgequollen und massig aus? Was ist denn nur da passiert? Alkoholprobleme, oder einfach nur fortschreitender Alterungsprozess? Wohlmöglich wird die Antwort darauf nur er allein kennen.

Nach vorwiegend halbgaren Videoproduktionen, in denen er sich scheinbar schauspielerisch enorm unterfordert gefühlt hatte, bekleckert er sich mit seinem aktuellen Kurzauftritt im Horrorfilm „7Below“ ebenfalls nicht mit Ruhm. Als Schauspiel kann man seinen 10minütigen Kurzauftritt wohl kaum betiteln. Relativ lustlos agiert er vor der Kamera, sein Filmtod gestaltet sich als überaus peinlich und vor allem grottig schlecht gespielt. Beschämend, wenn man bedenkt, dass er vor vielen Jahren in anspruchsvollen Filmen („Salton Sea“) sein extravagantes schauspielerisches Können unter Beweis stellen konnte.

Demnach dürfte der interessierte Filmfreund die wahre Intention seines Auftritts im Film „7 Below“ spätestens dann erahnen, als Kilmer am Ende des Films überraschend sinnfrei hinter einer Tür hervorhuscht und nie wieder gesehen wird und man sich als Filman fragt, welchen tiefgründigen Background sich hinter diesem Shortcut verbergen mag.

Mit dem Spukhriller „7 Below“erhält der Filmfreund ein recht unspektakuläres Geisterfilmchen, dass kaum Unterhaltungswert bietet.

Nach einem, zugegeben recht ansprechenden Filmintro und sehr stimmigen und hübsch aufbereiteten Anfangscredits, zieht sich das Geschehen recht zäh wie Kaugummi und bietet keine wirklichen Höhepunkte.

Sämtliche bekannte Geisterklischees werden hier abgearbeitet, wobei die Drehbuchschreiber nicht einmal ansatzweise versucht haben irgendetwas eigenständiges zu entwickeln.

Diverse Schlüsselszenen dürften dem Filmfreund hinreichend aus dem Klassikern „Amityville Horror“ bekannt sein und versprühen in ihrer Trivialität und Belanglosigkeit unfassbare Langeweile beim Zuschauer.

Wer hier Schockeffekte oder halbwegs aufmunterndes Gekrösel erwartet dürfte schnell eines besseren belehrt werden, denn Goreeffekte und Schockeffekte sind in „7 Below“ Mangelware.

Das ist leider enorm ernüchternd, wenn man als Horrorfilmfreund einen Film erwartet, der von Geistern handelt, aber gar nicht gruselig ist, oder gar keinen Schockeffekt bietet.

Aber was man visuell scheinbar nicht umsetzen konnte, oder wollte versuchen die Tontechniker wieder wett zu machen. Den gesamten Film über tobt ein furchterliches Unwetter. Es donnert und grummelt teilweise so stark, dass dem Zuschauer hören und sehen vergeht. Ein recht stimmiger Effekt, der aber spätestens nach der Hälfte der Spielzeit gehörig nervt, weil man sich als Zuschauer kaum auf die galaktisch-gut-ausgefeilten Dialoge und „Wortgefechte“ der Protagonisten konzentrieren kann.

Der Horrorthriller „7Below“ ist leider eine Nullrunde geworden. Kilmer spielt schlecht, die Story ist schlecht, die Effekte sind schlecht und die Interaktionen der Protagonisten lächerlich.

Erfahrene Filmfreunde sollten lieber einen großen Bogen um diesen „Zeiträuber“ machen.

 

 

 

Fazit: 3,5/ 10 Punkte

 

Uninspirierter und enorm spannungsfreier Geisterfilm mit einem erschreckend schlecht agierenden Val Kilmer.

Deutsche Fassung: aufgrund einiger Kehlenschnitzer ungekürzt mit “keine Jugendfreigabe”.

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “The Moth Diaries” (2010)

 

Nach dem recht kontroversen Thriller „American Psycho“ aus dem Jahre 2000 wurde es verdächtig still um Regisseurin Mary Harron, die mit der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Autor Bret Easton Ellis für gehörig Furore im Filmbusiness sorgte.

Doch statt sich dem, erwartendem Erfolg zu nutze zu machen und sich diversen weiteren interessanten Projekten zu widmen , übernahm die, nunmehr bereits 59jährige, Regie in einigen Folgen recht bekannter Serienformate.

Nun zehn Jahre nach ihrem letzten Kinoausflug möchte es Harrons wohlmöglich noch einmal wissen und realisierte die Filmadaption „The Moth Diaries“, eine weitere Romanverfilmung (Rachel Klein, „Die Sehnsucht der Falter“), die nun endlich den Weg in die amerikanischen Kinos geschafft hat.

Mit internationalen Lobpreisungen dürfte die Ausnahmeregisseurin diesmal nicht rechnen dürfen, richtet sich ihr aktuelles Werk an ein vorwiegend pubertäres und jüngeres „Twilight“- erprobtes Kinopublikum und setzt eher auf unspektakulären Mysterygrusel gepaart mit einigen Alltagsproblemchen vordergründig weiblicher Protagonisten.

 

 

Im Mittelpunkt der „Moth Diaries“ steht die junge Internatsschülerin Rebecca, die noch immer psychisch zu kämpfen hat, mit dem tragischen Selbstmord ihres geliebten Vaters.

Leidlich in das konservative englische Internatsleben eingelebt und sich einen vertrauten Freundeskreis aufgebaut, scheint ihr Leben erneut aus den Fugen zu geraten, als eine neue Schülerin der Mädchenklasse vorgestellt wird. Die mysteriös anmutende Außenseiterin erntet rasch Sympathie bei ihren neuen Klassenkameradinnen und gewinnt schnell die Gunst der übrigen Mädchen, ganz zum Leidwesen von Rebecca, denn die fühlt sich allmählich im Stich gelassen und findet kaum noch Beachtung bei ihren eigentlichen Freunden.

Nach einigen, recht seltsamen Vorkommnissen, steht für Rebecca definitiv fest, dass sich hinter der scheinbar freundlichen und liebenswerten Fassade der neuen Mitschülerin, das pure Böse versteckt muss.

 

 

Was sich hier auf den ersten Blick nach typischen 08/15-Teeniehorror liest, ist in der Umsetzung weniger Horror, als viel mehr Selbstfindungsdrama, dass mit einigen recht schicken, mystischen Elementen versehen wurde. Die Besetzung der neuen Schülerin ist mit „Lily Cole“, perfekt besetzt – die mysteriöse und stille Aura, die sich versprüht, lässt auf nichts Gutes schließen.

Mit ihrer kränklich wirkenden Gesichtsfarbe, den kleinen spitz-roten Lippen und den weit auseinanderstehenden, riesigen Augen ist sie für die Rolle der seltsamen Außenseiterin geradezu prädestiniert und verursacht bereits nach ihrem ersten Erscheinen ein merklich unangenehmes Gefühl beim Zuschauer.

Die Guten Ansätze der Geschichte verlieren sich leider dennoch bereits nach der Filmhälfte, zumal das Drehbuch mit vollkommen belanglos-hysterischen Mädchengebabbel zu kämpfen hat. Die wenigen stimmigen Momente kommen leider zu kurz, die Auflösung der Geschichte gestaltet sich zu unspektakulär und wirkt ein wenig altbacken.

Wohlmöglich hätte die Geschichte und der Film besser funktioniert, hätte Regisseurin Mary Harron die Vorkommnisse der Geschichte aus der Sicht der Außenseiterin Ernessa geschildert, denn dort liegt offensichtlich das Potenzial der Story und wohlmöglich wären die Vorkommnisse im Verlauf des Filmes plausibler erklärbar gewesen.

Da der Film sich vorwiegend an ein jüngeres Publikum richtet, dürfte sich selbiges schnell überfordert mit dem unterschwellig poetischen Kontext der Gegebenheiten fühlen und den Film, aufgrund des unzureichend erklärten Endes, als überflüssig abharken.

Unter dem Deckmantel eines seichten Vampirdramas werden in „The Moth Diaries“ typische Vampirthemen, wie die weibliche Sexualität und die Sehnsucht nach dem Tode fokussiert, gipfeln, und dass muss man dem Film zu Gute schreiben, weder in den typischen Stereotypen und Klischees eines traditionellen Vampirfilms, noch in genretypischen ausgewalzten Grausamkeiten.

Leider ist, dass alles nicht wirklich offensichtlich, sondern lässt nur spekulieren, zumindest dann, wenn man sich noch nicht mit der Filmvorlage „Die Sehnsucht der Falter“ beschäftigt hat.

 

The Moth Diaries“ ist ein kleines, ruhig erzähltes Vampir/Selbstfindungs-Drama, dass leider dennoch nicht vollends überzeugen kann. Statt genretypische Vampirstereotypen abzuhandeln, wird hier auf poetische Symbolkraft gesetzt, was zwar ganz erfischend anders wirkt, aber für unerfahrene Filmzuschauer nie wirklich offensichtlich ist. Otto-Normal-Filmfreund wird, ohne den Background und die Intension des Regisseurs/Buchautor zu kennen, vermutlich nach Filmende etwas fragend und ratlos den Kinosaal verlassen.

Eine plausiblere Grundaussage der Filmbotschaft, hätte diesen Genrebeitrag vermutlich über den Filmdurchschnitt gehoben. Daher nur:

 

 

 

5,5 / 10 Filmpunkte

 

Kleines, ruhig und poetisch erzähltes Vampirmär, dass mehr Drama ist, als Horror.

Männliches Genrefans dürfen sich vermutlich hier ausklinken – hier stehen vorwiegend „Frauenprobleme“ im Vordergrund. *g*

 

FSK-Prognose: ungeschnitten mit FSK16

 

 

Hellraiser80

 


Filmreview: “The Awakening” (2011)

 

 

England, nach dem ersten Weltkrieg, eine Zeit in der die Menschen noch dem Aberglauben verfallen waren und der Mythos von einem Leben nach dem Tod in den Köpfen der Menschen umherspukte.

Der jungen Romanautorin Florence scheinen diese Märchen ein Dorn im Auge, fühlt sie sich nunmehr dafür verantwortlich, die Menschen darüber aufzuklären, dass Geister und Gespenster allein der Vorstellungskraft der Menschen entspringen und rein gar nicht in real existieren.

So zieht sie durch die Länder, um unerklärliche Erscheinungen zu untersuchen, sowie plausibel zu erklären und um die dunklen Machenschaften dreister Trickbetrüger, die unter dem Deckmantel selbsternannter Geister-Medien am Schicksal der Hinterbliebenen der unzähligen Kriegsopfer die schnelle Mark erhoffen, zu entlarven.

Es dauert nicht lang bis sie auf einen weiteren interessanten Fall stößt.

Im Norden Englands wird sie zu einem Knabeninternat gerufen, in dem angeblich der Geist eines kleinen Jungen umherspukt und der, glaubt man den Schülern,  bereits einen Mitschüler in den Tod getrieben haben soll.

Die ehrgeizige Autorin macht sich an ihre Untersuchung und glaubt, schnellst möglich eine einleuchtende Erklärung für den Vorfall zu finden. Doch im Laufe ihrer Arbeit muss sie sich dennoch eingestehen, dass dieser Fall ihr rationales Denkvermögen auf eine harte Probe stellen wird.

 

 

Nachdem ich vor einigen Wochen bereits den genialen und abwechslungsreichen Genrebeitrag „The Theatre Bizarre“ gesehen hatte, der in seiner unverwechselbaren Einzigartigkeit seinesgleichen suchen dürfte, war ich umso verblüffter als ich vor einigen Tagen den kleinen und recht subtilen Gruselfilm „The Awakening“ sichten durfte, der zwar ein vollkommen anderes Genrepublikum ansprechen dürfte, aber mich dennoch ebenso begeistern konnte, wie „The Theatre Bizarre“ zuvor.

Das von der BBC produzierte Geisterfilmchen ist wahrlich eine einzige Augenweide, überzeugt es doch gekonnt mit allseits beliebter Britischer Gruselstimmung und unverwechselbarem „British-Gotic“ – Charme, durch den vor allem die unzähligen Horrorproduktionen der Hammerstudios bekannt wurden und die bis heute weltweit Zustimmung bei Horrorfreunden auf dem gesamten Erdball finden.

Ähnlich wie zuletzt im aktuellen Kinohit „The Woman in Black“, setzt „The Awakening“-Regisseur Nick Murphy vordergründig auf unglaublich intensives Gänsehautfeeling, dass er gekonnte durch einfachste Mittel erzeugt.

Dichte Nebel, dunkle Schatten und überraschend farblose Bilder unterstreichen das positive Gesamtbild und lassen eigentlich schnell vergessen, dass es sich eigentlich bei „The Awakening“ um ein waschechtes Drama handelt, und nicht um einen stimmungsvollen Gruselfilm, den man vermutlich nach den ersten 15 Minuten Filmlaufzeit erwarten würde.

Demnach wird nach der ersten „Internatsbesichtigung“ der Gruselfaktor, aufgrund von Charakterentwicklung und deren Konflikte untereinander reduziert, auch der Farbfilter verliert nach und nach an Intensität, sodass der Zuschauer sich vollends auf das Schauspiel der handvoll Protagonisten konzentrieren kann. Ich finde diesen konsequenten Cut sehr gut, hat doch die Idee hinter „The Awakening“ mehr zu bieten als stimmig gesetzte Gruselmomente allein.

Neben einem konsequenten Spannungsaufbau überzeugt „The Awakening“ mit einer spannenden und zugleich tragischen Geschichte, die in einem zutiefst traurigen Finale gipfelt, wobei alle gruselerprobten Filmfans dennoch nicht auf weitere schauderhafte Gruselmomente verzichten müssen. Diverse unheimliche Momente sind zwar im weiteren Verlauf der Handlung rar gesät, sorgen aber, gerade gegen Ende hin, für ausgiebig molliges Schauervergnügen.

Mit „The Awakening“ erhält der erwachsene Horrorfilmfan einen überaus atmosphärisch dichten und vor allem sehr ruhig erzählten Horrorfilm, der weniger auf dreist spekulative Schockeffekte setzt, sondern mit kleinen leisen Tönen überzeugen möchte.

Regisseur Nick Murphy ist das definitiv eindrucksvoll gelungen.

Wunderschöne , aber zutiefst traurige und melancholische Bilder, ein toller Soundtrack und liebevoll skizzierte Charaktere runden das Gesamtbild dieses lohnenswerten Gruseldramas ab.

Nach „The Woman in Black“ setzt nun ein weiterer aktueller Genrefilm auf stimmige und vorwiegend optisch-virtuose Raffinessen. Anstatt auf Trivialhorror mit dem Holzhammer zu setzen, zählen hier allein die stimmungsvollen Bilder und das glaubhafte Schauspiel, sowie das Schicksal der Protagonisten. Optisch opulente Gruselfilme, deren Augenmerke einzig und allein auf subtilem Horror liegen, scheinen nach wie vor DER neue Trend im Jahre 2012 zu sein. Ich zumindest, war begeistert.

 

 

 

8,0/10 Punkte

 

Ein kleines Gruseldrama, mit wunderschöner Optik und vorwiegend leisen Tönen.

Arthausfreunde und Liebhaber altmodischer Gruselfilme kommen hier garantiert auf ihre Kosten. Absolut sehenswert!

 

FSK-Prognose: ungeschnitten mit “FSK 16″.

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “The Woman in Black” / “Die Frau in Schwarz” (2012)

 

Der unerfahrene Anwalt Arthur Kipps (Daniel Radcliffe) wird von seiner Kanzlei beauftragt, in einem kleinen britischen Ort, den Besitz einer verstorbenen Witwe aufzulösen und das einst von ihr bewohnte Anwesen zu verkaufen. Aber irgendetwas scheint nicht mit dem Dorf, den Bewohnern und dem verlassenen Haus der verstorbenen Witwe zu stimmen.

Bei seinen Recherchen nach dem Erbe der Verstorbenen wird er immer wieder von einer seltsamen, in schwarz gekleideten, Dame verfolgt.

Um weitere Informationen über das Herrenhaus und der verdächtigen schwarz gekleideten Frau zu erhalten, wendet er sich an die Bewohner des Dorfes. Aber dort stößt er mit seinen Nachforschungen auf Unverständnis, denn im Dorf geht das Gerücht umher, dass der rachsüchtige Geist der „Frau in Schwarz“ sich die Kinder derer holt, denen er sich offensichtlich zuletzt gezeigt hat.

 

 

Jungschauspieler haben es heutzutage nicht leicht, vor allem gerade dann, wenn sie zuvor immense Erfolge mit überaus prägnanten Filmrolle feiern konnten.

Ob nun Macaulay Culkin in seiner Rolle als Lausbube „Kevin“, Henry Thomas als „Elliot“ im Spielberg Klassiker „E.T. – Der Außerirdische“, oder Linda Blair als vom Teufel besessenes Mädchen im Horrorfilm „Der Exorzist“, ihnen allen gelang es bis heute nicht an die weltweiten Erfolge von einst anzuknüpfen.

Auch Schauspieler „Daniel Radcliffe“ schrieb in der Rolle als Zauberlehrling „Harry Potter“ Filmgeschichte und seit seinem letzten und abschließenden „magischen“ Potter-Kino-Auftritt ist es erstaunlicherweise recht ruhig um das britische Nachwuchstalent geworden.

Dass Radcliff nun seine Rückkehr zurück auf die Leinwand mit einem altmodischen Horrorfilm feiert verblüfft ein wenig, erwartet man doch, gerade nach einem derart kindlich orientieren Effektspektakel wie „Harry Potter“, keinen ernsthaften und ruhig erzählten Gruselfilm für Erwachsene.

Aber indirekt freut es trotzdem, dass sich Radcliff mit „The Woman in Black“ für einen ernsteren und erwachseneren Leinwandauftritt entschieden hat und demnach nun versucht sein Zauberer- und Heldenimage abzustreifen.

Sicherlich ist dieser Wandel wichtig gewesen und sicherlich dürfte es auch nach „The Woman in Black“ enorm viel Arbeit für Radcliff bedeuten, sich als ernstzunehmenden Schauspieler in der Filmwelt zu etablieren, ohne im Schatten seines bisherigen Erfolges als Hogwarts Zauberlehrling unterzugehen.

Sein aktueller Film „Die Frau in Schwarz“ legt zumindest schon einmal einen soliden Grundstein für das Leben nach „Harry Potter“, und anhand der weltweit positiv zu bewertenden Kinoeinspielergebnisse seines aktuellen Genrebeitrages „The Woman in Black“ dürfte sich Daniel Redcliff in seinem Vorhaben wohlmöglich bestätigt fühlen.

Vergleicht man Radcliffs aktuelles schauspielerisches Auftreten mit denen der nunmehr acht Harry Potter Streifen so fällt direkt auf, dass Radcliff ausreichend dazugelernt hat.

Sein Schauspiel erweist sich als souveräner und ernsthafter, hätte aber intensiver und ausdrucksstärker sein können. Das macht aber nichts, da definitiv die superbe und stark gotisch angehauchte Grundstimmung des Filmgeschehens im Mittelpunkt steht und die ist, gelinde gesagt, aller erste Sahne.

Liebhaber für reißerische und effektüberladene Horrorfilme sind hier eindeutig fehl am Platz, handelt es sich bei „The Woman in Black“ um einen atmosphärisch dichten Gruselfilm, der vordergründig von seiner tollen Kulisse und den vielen kleinen liebevollen Details lebt.

Die liebevolle Aufbereitung des Films scheint nicht von ungefähr zu kommen, versucht das neu gegründete Produktionslabel „Hammer Film“ mit seinen aktuellen Produktion an die einstigen Erfolge der großen „Hammer-Studios“ anknüpfen, die in den 50er und 60er Jahren das europäische Horrorkino maßgeblich mitprägten. In den 70ern erlosch der Erfolg der „Hammer-Filme“ und das Studio verschwand in der Versenkung. Nun fast 30 Jahre später, versucht der niederländische  Produzent John de Mol dem Namen „Hammer“ neues Leben einzuhauchen. Unter dem „Hammer-Banner“ produzierte das neu gegründete Studio bereits das, nur mäßig erfolgreiche Remake des schwedischen Horrordramas „So finster die Nacht“, konnte sich aber bisher auf dem internationalen Markt noch nicht wirklich etablieren.

Mit „The Woman in Black“ dürfte sich der bisher bescheidene Erfolg des Labels schlagartig ändern, denn die mollig gruseligen, düsteren und grotesken Bilder des aktuellen Geisterfilmes brennen sich wohlmöglich in die Köpfe aller Horrorfilmliebhaber.

Schon allein die Idee, dass das (very british entworfene) Herrenhaus nur tagsüber bei Ebbe zu erreichen ist (der Wohnsitz der Verstorbenen befindet sich auf einer kleinen Insel) sorgt definitiv schon bei der „Erstbesichtigung“ für ausreichend Gänsehaut, dass man als Zuschauer nur gespannt darauf sein kann, was sich die Filmemacher im Verlauf der weiteren Handlung noch so haben alles einfallen lassen. Der dichte Nebel, die trostlosen Farben und eine handvoll Schreckmomente vervollständigen den positiven Gesamteindruck.

Die überaus virtuose Bildsprache von „The Woman in Black“ erinnert in ihrer Darstellung sehr der, des Tim Burton Klassikers „Sleepy Hollow“, kommt aber erfreulicherweise weniger märchenlastiger daher.

Leider schwächelt der Film, trotz großartiger Bildkompositionen, zumindest auf dramaturgischer Ebene ein wenig. „Die Frau in schwarz“ scheint in der ersten Filmhälfte ein wenig vor sich herzuträumen und der Film verliert hin und wieder gehörig an Fahrt.

Gerade zum Ende hin, erwartet der Filmfan bei derart kreativen Machwerk eigentlich ein deftiges und, vor allem, laut-tobendes Finale.

Leider kann der Film hierbei, trotz makabrem Schlussgag, nicht wirklich überzeugen.

Trotz plausibler Auflösung hält sich der Film in seiner Darstellung von Schreck- und Spezialeffekten sehr züchtig zurückhaltend, was einwenig altbacken wirkt, aber scheinbar als herzliche Hommage an die alten „Hammer-Filme“ gelten soll.

Mit „The Woman in Black“ macht das Horrorfilmgenre zumindest eine positive Kehrtwende.

Nach reißerischen und überaus brutalen Horrorschockern, die vorwiegend mit der Holzhammertaktik überzeugen wollen, versucht Regisseur James Watkins („Eden Lake“) zurück zu den Wurzeln des Horrorfilmgenres zu finden.

Optisch ist es ihm definitiv glaubhaft gelungen.

Die hervorragenden düster-gotischen Bildkompositionen lassen die minimalen Schwächen in Dramaturgie und Story schnell vergessen.

Hoffen wir, dass die Rückkehr zum atmosphärisch dichten und optisch phantasievollen verpackten Horrorfilm Schule macht, „The Woman in Black“ legt, zumindest hierbei, die Meßlatte weit nach oben.

 

 

 

Fazit           Bildsprache: 10/10               -          der Rest: 6/10

 

Liebhaber atmosphärisch dichten Gruselvergnügens kommen hier vollends auf ihre Kosten.

The Woman in Black“ bietet liebvoll-schauderhaftes Retro-Gruselfeeling, dass hoffentlich demnächst Schule machen wird – Super!

 

FSK-Prognose:  Es gibt keinen Bluteffekt im Film. Gewalt wird vorwiegend eher angedeutet, als explizit gefeiert. Da es aber auch eine kurze Verbrennungsszene im Film zu sehen gibt, dürfte eine gerecht Altersfreigabe mit FSK16 wahrscheinlich sein.

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “Playback” (2012)

 

Vor genau 15 Jahren brachte „Harlan“, ein kamerafanatischer Teenager, die gesamte eigene Familie kaltblütig um die Ecke, wobei er die Taten akribisch auf Videotape protokollierte. Sein letztes vermeintliches Opfer, ein nur wenige Monate alter Säugling, entgeht nur knapp dem Terror und wird von Polizeibeamten in letzter Minute gerettet. „Harlan“ selbst stirbt im Kugelhagel der Polizei.

15 Jahre später, die Geschehnisse von damals scheinen schon längst vergessen, werden einige Teenager auf den ungelösten Fall aufmerksam.

Als sie von der tatsächlichen Existenz der Filmbänder erfahren, entfacht unter den Freunden der Erkundungsdrang und sie beginnen in den Archiven der Polizeiwache zu stöbern.

Quinn, der Einzelgänger der Clique, findet letztendlich das Band mit dem versuchten Mord an jenem Baby. Bei der Sichtung des Materials scheint eine unheimliche Macht sich seines Körpers zu bemächtigen. Willenlos und besessen von einer unbekannten Präsenz setzt Quinn das grausame Morden von damals fort.

 

 

Schauspieler Christian Slater scheint auch schon bessere Tage erlebt zu haben.

Dem Mädchenschwarm von damals, stand in den 80ern eine große Schauspielkarriere bevor.

Nach Kassenhits wie „Der Name der Rose“ und „Robin Hood – König der Diebe“ wurde es jedoch in den letzten Jahren recht still um den charismatischen Schauspieler.

Anstatt filmische Erfolge zu feiern, machte er vorwiegend durch Skandale und Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam. Wohl ein Grund dessen, warum diverse seiner letzten Projekte kläglich floppten und Slater ausschließlich in drittklassigen Heimkinofortsetzungen bekannter Genrefilme zu sehen war.

Nun, einige schlechte DVD-Produktionen später versucht er auf den unkonventionellen Weg erneut Fuß zu fassen und an damalige Erfolgen anzuknüpfen.

Mit etwas Glück und gutem Willen könnte er es vermutlich sogar halbwegs schaffen, zumindest etwas Aufmerksamkeit auf einschlägigen Genre-Filmfestivals zu erhaschen, denn „Playback“ ist eigentlich gar nicht so dumm, wie es die recht triviale Story vorerst vermuten lässt.

Der Hintergrund über die Veröffentlichungspolitik des Thrillers ist dabei als recht interessant zu betiteln. Denn das eigenfinanzierte Independentfilmchen fand nach Fertigstellung einen mutigen Publisher, der eine völlig neuartige, aber auch riskante, Veröffentlichungstaktik verfolgt. Bevor der Film im März diesen Jahres in die amerikanischen Lichtspielhäuser anlaufen wird, nimmt der amerikanische Vertrieb „Magnolia Pictures“ einen Umweg in Kauf und bietet „Playback“ potenziellen Interessenten vorab in einschlägigen Video-on-Demand Netzwerken zum legalen Download an. Ein zwar riskantes Unterfangen, bedenkt man wie schnell demnach Raubkopien im Internet die Runde machen dürften, aber eine brauchbare und willkommene Alternative für all diejenigen, die nicht erst auf einen Heimkinoauswertung warten möchten, die bekanntermaßen erst sechs Monate nach Kinoauswertung erfolgt.

Doch was hat der interessierten Horrorfan denn nun eigentlich vom Mysterythriller „Playback“ zu erwarten? Sagen wir so, keine innovative filmische Offenbarung.

Vielmehr 90 Minuten kurzweilige und erstaunlich straff inszenierte Unterhaltung, ohne Ecken und Kanten.

Dabei ist es schon recht erstaunlich was da Regieneuling, Michael A.Nickles, der einigen Serienfans als Darsteller in diversen drittklassigen Fernsehserien bekannt sein dürfte, mit dieser aktuellen Genreproduktion auf die Beine gestellt hat. Sein aktueller Spielfilm schaut alles andere als „Independent“ aus und die glatt polierte düstere Hochglanzoptik kommt dem Film und vor allem der recht unterschwellig bösen Aura der Geschehnisse definitiv zugute.

Im Vergleich zu Nickles bisherigen laienhaften Ausflügen in die Welt der Regisseure und Drehbuchautoren, ist „Playback“ sogar halbwegs goutierbar, unterhaltsam und spannend.

Dabei ist unverkennbar, dass sich Nickles beim eigens geschriebenen Drehbuch bei unzähligen asiatischen Horrorfilmen der letzten 10 Jahre ausreichend inspirieren lassen hat.

Denn „Playback“ gestaltet sich in der Umsetzung als ein recht gut funktionierender Flick-Flack aus Klassikern, wie „Pulse“, „Ring“ und „Videodrome“.

Hierbei sei wieder positiv hervorzuheben, dass manchmal dreist geklaut, besser sein kann, als neu erfunden, wenn man es zumindest schafft neue und frische Ideen mit altbekannten Zutaten und Regeln schmackhaft zu kombinieren.

Gewalttechnisch wird natürlich auch einiges geboten, wobei sich die Darstellung der gebotenen Grausamkeiten dennoch sehr in Grenzen hält.

Die wenigen „Kills“ sind zwar kurz und prägnant, dürften aber bei einigen zartbesaiteten Filmfans, aufgrund ihrer kaltschnäuzigen Kompromisslosigkeit, für unangenehme Magenschmerzen sorgen. Gerade Slater´s unschönes Ableben kommt schroff und unerwartet daher und wirkt aber aufgrund des arg grotesk dargestellten Kontextes und der auswegslosen Situation seines Charakters doppelt so hart.

 

 

 

6,5/10 Punkte

 

Zwar vollkommen groteske und unglaubwürdige Rahmenhandlung, aber dennoch recht ordentlicher Teenie-Horrorspaß für Zwischendurch.

Es ist wohlmöglich an der Zeit, Nickles bisheriges filmisches Schaffen aus dem Gedächtnis zu streichen und seinen aktuellen Horrorfilm “Playback” als Neustart zu betrachten.

Playback” besitzt eine gut durchdachte und zügig erzählte Geschichte. In Kombo mit einer handvoll Gewaltakte und einigen netten Spezialeffekten gestaltet sich dieser kleine Independent-Neuzugang als recht sehbare und und vor allem gut verdaubare Genreunterhaltung.

 

FSK-Prognose: problemlos ungeschnitten mit “Keine Jugendfreigabe” – Kennzeichnung / Deutschlandstart: bisher ungewiss

 

Hellraiser80


Filmreview: “Rosewood Lane” (2011)

 

Nach dem mysteriösen Tod ihres Vaters zieht es die bekannte Radio-Psychologin und Moderatorin Sonny Blake zurück in bekannte Gefilden.

Da das Elternhaus über ein Jahr leergestanden hat, sie es aber bisher nicht übers Herz brachte es zu verkaufen, entschließt sie sich letztendlich dazu, das vertraute elterliche Heim auf der „Rosewood Lane“ selbst zu beziehen.

Doch kaum eingezogen erhält sie recht aufdringlichen Besuch von einem der örtlichen Zeitungsjungen, der ihr ein Abo der Tageszeitung verkaufen möchte. Doch aufgrund seiner recht direkten und unhöflichen Vorgehensweise weist sie den Jungen zurück und bittet ihn sie in Zukunft nicht mehr zu belästigen.

Ein fataler Fehler, denn der Zeitungsjunge lässt nicht locker und beginnt die jungen Frau zu terrorisieren.

 

 

Fast 11 Jahre ist es nun bereits her, das Regisseur und Drehbuchautor mit seinem „Jeepers Creepers“ weltweit Erfolge verbuchen und sich zurück in die Liga nennenswerter Horrorfilmregisseure vorkämpfen konnte.

Kein einfacher Weg den er bis dato zu bestreiten hatte.

Denn während seines Debüthorrorwerkes „Clownhouse“ (1989) vergriff er sich mehrfach sexuell an dem damals 12jährigen Hauptdarsteller des Films (Nathan Forrest Winters) und wurde aufgrund seines Vergehens zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

Seine Rückkehr in die Welt des Films verlief demnach alles andere als rosig, denn aufgrund einer Hetzkampagne, die 1994 zum Filmstart seinen Films „Powder“ durch Ex-Darsteller Winters ins Leben gerufen wurde, floppt sein Comeback an den Kinokassen gewaltig und sorgte dafür, dass ihm wichtige Filmaufträge ausblieben.

Erst fünft Jahre später gelang es dem Regisseur mit dem Horrorfilm „Jeepers Creepers“ der weltweit ganz große Durchbruch – aufgrund des Überraschungserfolges folgte rasch eine Fortsetzung, die nahtlos an den ersten Teil anschloss.

Mit „Rosewood Lane“ hat es Salva vorerst einmal geschafft wieder von sich hören zu lassen.

Sein aktueller Horrorfilm geht recht traditionelle Wege und setzt mehr auf Suspense und Spannung, als auf schauträchtiges Gematsche mit dem Holzhammer, wie man es wohl vermutlich im Jahre 2012 erwartet hätte.

Das kommt dem Thriller recht gelegen, denn das arg seltsame Verhalten des pubertären Milchreisbubis gestaltet sich als recht kreativ und makaber und hätte mit Sicherheit noch Potenzial für mindestens (!) eine Fortsetzung.

Dabei ist ersichtlich, dass Salva nach wie vor ein Händchen für herrlich abartige Schocks besitzt und das recht „unartige“ Vorgehen des Möchtegerncasanovas mehr als nur einmal zum molligen „Zusammenzucken“ einlädt. Das recht forsche und vor allem unerwartete Auftreten des frechen Zeitungsjungen dürfte alle zartbesaitete Gemüter mit Sicherheit schnell an die Grenze des Herzkollaps transferieren.

Mir zumindest hat die Darstellung des kleinen niedlichen Paperboys, der eigentlich gar nicht so niedlich ist, wie er auf den ersten Blick zu sein scheint, recht gut gemundet.

Schon allein der Tatsache wegen, dass es Salva durch die Bank weg gelingt nicht nur die Protagonisten des Films mit den recht diabolischen Aktionen des Zeitungsjungen zu verwirren, er schafft es auch den Zuschauer auf recht gekonnter Weise zu manipulieren.

Salva hinerlässt keinerlei Anhaltspunkte über die Beweggründe des seltsamen Handelns des Nachwuchspsychopathen, und skizziert seinen Bösewicht derart verschroben und eigenartig, dass der Zuschauer mit der Zeit vermutet, dass der Junge mit dem Teufel im Bunde zu stehen scheint.

Bis zur letzten Filmminute bleibt das Geheimnis des ominösen und smart lächelnden Psychopathen wohlwollend behütet und wird erst in den letzten Filmsekunden gelüftet.

Und eins sei gewiss: die Auflösung ist zwar simpel, aber derart verblüffend, dass dem Filmfan das Grinsen im Halse stecken bleiben dürfte.

Mit „Rosewood Lane“ hat es Regisseur Victor Salva geschafft einen recht ordentlichen und vor allem sehr spannenden Horrorfilm abzuliefern, der allen Filmfans des entspannten Gruselns positiv im Gedächtnis haften bleiben dürfte.

Zwar gibt es gerade gegen Filmmitte einige Handlungs- und Spannungsdefizite, aber diese werden mit einem fetten und vor allem genretypischen Horrorfinale wieder wett gemacht.

Nach  Sichtung des Films dürften mit Sicherheit alle Hausbesitzer unter uns Genrefans, ihre Löcher im Gartenzaun mit Bauschaum abdichten und die Fenster mit Vorhängen verdecken wollen. Denn die echsenartig-rotierenden Bewegungen des Augapfels des Zeitungsjungen dürften noch Tage nach Filmsichtung unangenehm bei einigen Filmfreunden nachwirken!

 

 

Fazit 7/10

 

Ganz ordentlich, dieser kleine böse Film.

Der überraschende Plottwist ist so verblüffend wie simpel und dürfte vor allem die letzten unglaublich dummen und vor allem schlechten Filme eines M.Night Shyamalan alt aussehen lassen.

 

(FSK-Prognose: Vermutlich mit etwas Glück ungeschnitten mit einer “FSK 16″-Freigabe  – Aufgrund einiger Gewaltszenen, die von einem Minderjährigen ausgehen, könnte aber auch eine ungekürzte “Keine Jugendfreigabe” möglich sein. Dennoch dürfte der Film von der FSK in seiner ungekürzten Form problemlos eine Freigabe erhalten – Deutschlandstart: Fantasy Filmfest Nights 2012)

 

Hellraiser80


Filmreview: “Amphibious 3D” (2011)

 

Die Meeresbiologin „Shane Skylar“ hat sich auf die Erforschung vorgeschichtlicher Lebensformen spezialisiert.

Zusammen mit ihrem Freund und Bekannten „Jack“ macht sie sich auf die Suche nach Proben prähistorischer Lebens im nördlichen Bereich des Meeres vor der Sumatrainsel.

Kaum mit ihrer Reise gestartet entdecken sie mitten auf dem Meer eine schwimmende Fischerei-Plattform, auf der einige Waisen von einer handvoll skrupelloser Schmuggler und Kleinkrimineller zur Kinderarbeit gezwungen werden.

Biologin Shane fühlt sich sogleich mit einer der Waisen, dem Knaben „Tamal“, emotional verbunden und die Forscherin wird von dessen einzigen lebenden Verwandten, einem Zauberer für Schwarze Magie, gebeten das Kind zurück nach Hause zu bringen.

Doch irgendetwas scheint mit „Tamal“ nicht zu stimmen, denn seit seiner Ankunft auf dem schwimmenden Fischkutter scheint ein längst verborgenes prähistorisches Wesen nach Menschenfleisch zu lechzen und das Waisenkind scheint in irgendeiner Art der Schlüssel für das Erscheinen der Kreatur zu sein.

In einschlägigen Fanfachkreisen dürfte der Name „Brian Yuzna“ definitiv ein Begriff sein und für gehörig Begeisterungsstürme, sowie zittrige Hände bei Horrorfans auf dem gesamten Erdball sorgen, wenn im Internet Gerüchte die Runde machen, dass der beliebte Regisseur, Produzent und Drehbuchautor vermutlich an einem neuen Werk bastelt.

Dabei liegen die wirklich erfolgreichen Werke des Kultregisseurs bereits Jahre zurück und der Produzent der berüchtigten „Re-Animator“- Trilogie (deutsche Blu-ray Auswertung des ersten Teils erfolgt noch dieses Jahr durch Vertrieb „Capelight“) machte zuletzt leider hauptsächlich durch qualitativ minderwertige B-Horrorware auf sich aufmerksam.

Jetzt, fast 6 Jahre nach seinem letzten abendfüllenden Spielfilm, nimmt er erneut auf dem Regiestuhl platz und versucht mit „Amphibious 3D“ an seine frühen Erfolge aus den 80er/90ern anzuknüpfen.

Damit er sich auch bei der jüngeren Generation an neuen Horrorfans einen Namen macht, setzt er bei seinem aktuellen Monsterspaß auf den derzeit recht beliebten 3-D Gimmick und erhofft mit „Amphibious 3D“ den Sprung zurück auf die vorderen Ränge der ganz großen Horrorregisseure.

Nun ja, das der Regisseur so langsam in die Jahre gekommen ist, dürfte anhand seiner recht durchwachsenen Regievita der letzten 10 Jahre nicht von der Hand zu weisen sein, denn seine letzten Werke „Beneath Still Waters“ oder „Rottweiler“ waren mehr B-Trash-Horror, als ernstzunehmende und vorm allem stimmige Genreunterhaltung.

Auch sein aktueller Film „Amphibious 3D“ schaut, trotz aktueller 3D-Technik, eher wie ein Abenteuerfilm-Mix aus den 80ern aus und dürfte die heutige MTV-Generation nur mäßig beeindrucken.

Für alle (erwachsen gewordenen ) Horrorfilmfans, die wie ich, mit den Horrorfilmen der 80er großgeworden sind, sei dennoch jauchzend-triumphierend verraten: sein Comeback ist geglückt, Yuzna ist zurück und er hat ganz sicher ALLES richtig gemacht.

Dabei sollte allen Filmfreunden bereits nach Sichtung des Trailers klar sein, dass man „Amphibious 3D“ zu keiner Filmminute überhaupt ernst nehmen kann. Schon das sehr comic-lastige Filmintro lässt bereits erahnen worauf Yuznas „Creature-Feature“ hinauslaufen wird und das bei seinem aktuellen Werk weniger ernstzunehmender Terror und ausgefeilte Spannung im Mittelpunkt steht, als vielmehr Spaß am überzogen dargestellten Horror.

Yuznas unverkennbare Handschrift ist auch in „Amphibious 3D“ deutlich erkennbar und sein aktueller Beitrag reiht sich neben „Faust:Love of the Damned“ (2000), „The Re-Animator“ (1985-2003) und „Return of the living Dead 3“ (1993) passend in die Reihe gleichwertig überzogener comicähnlicher Werke seines bisherigen Schaffens ein.

Das der „Meister“ gerade in der Soundgestaltung enorm viel dazugelernt hat ist vor allem am recht theatralisch wirkenden Filmscore bemerkbar. Denn immer dann, wenn das prähistorische Etwas in Erscheinung tritt wummern die Trompeten und Trommeln aus allen Surround-Kanälen .

Das sorgt im Kino und zuhause bei vollaufgedrehter Kinoanlage für heftiges Zusammenzucken und gestaltet sich effektiver als so manch plakativer Schockeffekt.

Aber auch ohne das Erscheinen der Kreatur, hat die heimische Heimkinoanlage gehörig zu arbeiten. Es knarrt und wummert und zischt durch die Bank hinweg und treiben das Heimkino gerade gegen Ende hin an seine Höchstgrenzen.

Amphibious 3D“ seht demnach, zumindest soundtechnisch, aktuellen Hochglanz-Hollywoodproduktionen in nichts nach.

Das „Creature“- Design ist recht bodenständig ausgefallen, hätte aber auf jeden Fall Potenzial nach oben gehabt. Insofern sich das Wesen nur durch Stampen und durch Durchbohren der Fischereibootwände bemerkbar macht sind die teilweise recht ordentlich ausgearbeiteten CGI-Effekte erste Sahne. Aufgrund des beschränkten Budgets nutzt Yuzna aber vordergründig Handgemachte Effekte, die sich unwesentlich von den computergenerierten Spezialeffekten unterscheiden.

Leider ist das begrenzte Produktionsbudget gerade gegen Ende hin unweigerlich ersichtlich.

Denn dann, als das Monster die handvoll Überlebender in seiner kompletten Erscheinung zum Endfight herausfordert, beschränkt sich die Aktion des Wesens auf wirres und planloses Umhergezappel.

Irgendwie schade, trotzdem gestalten sich die CGI-Spezialeffekte im Vergleich zu diversen anderen aktuellen Produktionen, wie z.B. aus dem Hause „Asylum“ (siehe Review: „A Haunting in Salem“), als glaubhafter, sehbarer und vor allem liebevoller.

Mit „Amphibious 3D“ ist es Brian Yuzna erstaunlicherweise gelungen, nach Jahren minderwertiger Heimkinoveröffentlichungen wieder mit positiven Kritiken auf sich aufmerksam zu machen.

Sicherlich ist sein aktuelles Werk bei weitem nicht so genial, wie die unzähligen Werke, die ihm Mitte der 80er und Anfang der 90er Kultstatus verliehen haben.

Dennoch, sein Monsterfilm erinnert zumindest in der Umsetzung an die ganz Großen Liga grotesker Monsterklassiker („Godzilla“) und verbeugt sich als liebevolle Hommage ehrfürchtig vor den ganz Großen Kultfilmen innerhalb seines Subgenres.

Hoffen wir, dass „Amphibious 3D“ weltweit passablen Erfolg ernten wird und wir demnach erwartungsvoll auf weitere „Yuzna“-typische Filmperlen hoffen dürfen – denn so flüssig wie sein derzeitiger Beitrag umgesetzt wurde, scheint Yuzna gerade wieder zurück zu seiner kreativen Ader gefunden haben.

Alte Filmhasen, die mit den Filmen Yuzna´s aufgewachsen sind, dürften an dieser Monsterhatz ihre helle Freude haben.

Die jüngere Generation an Filmfreunden, die sich vorwiegend für aktuelle Mainstreamware interessiert, wird den Hype ihrer älteren Filmfreunde garantiert nicht nachvollziehen können und dürften für diesen traditionell, unspektakulär und geradlinig umgesetzten Filmspass garantiert kein müdes Lächeln übrig haben.

 

 

Fazit 6,5/10 Punkte

 

Yuzna „kurbelt“ sich wieder warm. Nach diversen schlechten Direct-to Produktionen läuft der Kultregisseur mit „Amphibious 3D“ wieder zu alter Hochform auf.

Ampibious 3D“ nimmt sich zu keiner Minute ernst und hebt sich erfrischend-positiv vom derzeitigen überproduzierten Folter- und Remakefilmmarkt ab. Bitte mehr davon!

(FSK -Prognose: aufgrund kaum expliziter Gewalt, keine Angst das Monster sorgt dennoch für ein paar Tote, dürfte der Filme in seiner ungeschnittenen Version eine FSK16 erhalten)

 

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Filmreview: “The Amityville Haunting” (2011)

 

Trotz  grausamer Vorgeschichte, bezieht Familie Benson das unheimliche „Amityville“ – Spukhaus, indem Jahrzehnte zuvor ein blutiges Familienmassaker stattfand.

Nach anfänglichen und unerklärbaren Phänomenen freundet sich die 6jährige Tochter Melanie mit einem imaginären Freund namens „John“ an, der ihr erzählt, dass er seit sehr langer Zeit in dem alten unheimlichen Haus leben würde. Doch niemand will dem kleinen Mädchen so recht Glauben schenken. Als der Vater, nach diversen seltsamen Vorfällen besorgt um das Wohl seiner Kinder ist, lässt er überall im Haus Überwachungskameras installieren und muss aufgrund der Videoaufzeichnungen erschreckend feststellen, dass die Familie scheinbar doch nicht ganz so allein im Haus ist, wie zu Beginn gedacht.

 

 

Nachdem das Found Footage – Genre nun mit dem Kassenschlager „Paranormal Activity“ weltweit richtig bekannt wurde und bei Filmfans aus aller Welt für gehörig Nervenkitzel sorgte, scheinen sich nun auch diverse Horror-Klassiker dieser recht günstig produzierten Filmmethode zu bedienen.

Der Horrorthriller „The Amityville Horror“ aus dem Jahre 1979 zog bisher unzählige Fortsetzungen nach sich und wittert scheinbar nun mit dem günstig heruntergekurbelten „The Amityville Haunting“ (2011) eine weitere lukrative Einnahmequelle, im Zuge der Kino- und Heimkinoauswertung von „Paranormal Acitivity 3“ .

Alle Heimkino-Zuschauer aus Übersee (eine deutsche Auswertung ist derzeit nicht in Sicht) dürfen seit Januar 2012 erneut auf Geisterjagd, in das vermutlich bösartigste Spukhaus der Filmgeschichte, gehen.

Handwerklich schaut es dabei ganz solide aus, insofern man schwindelfrei genug ist, dass planlose Umhergewackel der Digicam ertragen zu können. Denn wie in unzähligen anderen derartigen Werken zuvor, sieht man das Geschehen vordergründig aus der Perspektive von Home- und Überwachungskameras. Regisseur Geoff Meed scheint dabei seine Hausarbeiten ganz gründlich abgearbeitet zu haben, denn diverse Schockelemente und Kamerawinkel wurden dreist aus dem „Paranormal Activity“ -Universum stibitzt und schauen eher nach einem 4. Teil des beliebten Franchise aus, anstatt nach einem eigenständigen „Amityville“ – Film.

Von Türen, die sich wie von Zauberhand allein schließen und öffnen, bis hin zu Kindern, die mit ihren imaginären „echten“ Freunden quasseln werden alle erdenklich bekannten Spukhausklischees abgeharkt und bis zum Erbrechen wiederholt.

Gerade weil „The Amityville Haunting“ nichts eigenständiges und neues zeigt und sich die Geschehnisse im Gruselhaus recht hölzern und absolut unspektakulär gestalten, macht sich ganz flink Langeweile beim Zuschauen breit.

Die technische Komponente, des Kamerabild-Totalausfalls beim bevorstehenden Erscheinen der bösartigen Präsenz im Haus, ist zwar nach den ersten beiden Malen ganz witzig und effektiv, geht einem aber nach der gefühlten zehnten Wiederholung gehörig auf die Sense. Scheinbar wollte man damit die vermeintlich nicht vorhandene Spannung und die ungruselige Spukatmosphäre steigern, sowie immense Logiklöcher der Geschichte kaschieren.

An Logik happert es bei dem neuesten „Amityville“ -Ableger nämlich gehörig. Von wirklicher Gruselstimmung ist kaum eine Spur.

Die Stumpfsinnigkeit der Protagonisten ist in „The Amityville Haunting“ besonders hervorstechend und kaum zu ertragen.

Zwar sind die Schauspielerischen Leistungen von Mutter und Vater ganz brauchbar, aber die Beweggründe ihres Handelns für normaldenkende Zuschauer in keinster Weise nachvollziehbar.

Dabei fragt sich der kluge Zuschauer, was denn die Familie überhaupt noch in ihrem gruseligen Heim hält, wenn sie einerseits bereits die Vorgeschichte ihrer neuen Zuflucht kennen und andererseits innerhalb von nur wenigen Tagen nach Einzug, drei unschuldige Menschen im Haus ihr Leben lassen mussten.

Sohnemann und Digicam-Führer  Tyler ist dabei von wahrlich unglaublich dummer Sorte. Nicht nur, dass sein Agieren vor der Kamera richtig mies und unprofessionell ins Gewicht fällt, sein Hang zum logischen Denken ist mit dem Bezug seines neuen Zimmers im berüchtigten „Amityville“-Haus wohlmöglich auch flöten gegangen.

So frag ich mich, als aufmerksamer Zuschauer, warum der Sohnemann nach diversen mysteriösen Gegebenheiten, die er eigenhändig gefilmt hat, sich nicht einmal die Zeit nimmt und sich sein eigenhändig gefilmtes Videotape anschaut.

Denn hätte er frühzeitig sein Filmmaterial nach Merkwürdigkeiten durchforstet, dann wäre das Ende, zumindest für den Zuschauer, nicht so derart vorhersehbar ausgefallen.

Spukhausfreunde, die sich bisher noch nicht mit den ganz großen Filmen des „Haunted House“ – Genre beschäftigt haben dürften bei diesem überflüssigen Horrorschnellschuss sicherlich dezent unterhalten werden. Aber auch Horrorfilmneulinge und alle Fans der „Paranormal Activity“- Serie finden garantiert Gefallen am aktuellen Kurztrip in das sagenumwogene Spukhaus.

Alte Filmhasen wiederum, wie ich es einer bin, dürften jedoch für derart lieblos erzählten Einheitsbrei nicht einmal annähernd ein müdes Lächeln finden. Ich empfehle lieber noch einmal den Original „Amityville“ und die diversen anderen  sehenswerten Spukhausfilme zu sichten und zu hoffen, dass uns mit „The Amityville Horror – The lost Tapes“, der demnächst im Kino anlaufen soll, ein sehenswerter und vor allem tatsächlich gruseliger Horrorstreifen erwartet wird.

 

 

Fazit 4/10 Punkte

 

Was sich da wie ein weiterer Teil der beliebten „Amityville“-Serie aufzuzwängen versucht, ist in der Umsetzung weniger „Amityville“ als vielmehr „Paranormal Activity“.

Ein unzureichend Gruseliges Sequel, dass mit Sicherheit mehr Potenzial nach oben gehabt hätte. Altbekannte Geschichte und geklaute Schockeffekte machen noch lange keinen guten Spukhausfilm. Öde!!!!

(FSK – Prognose: vorausichtlich FSK16 – ungeschnitten)

 

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Filmreview: “Paranormal Activity 3″ (2011)

 

 

„Paranormal Activity 3“ erzählt die Vorgeschichte zu Teil eins.

Die beiden Schwestern Kristi und Katie leben zusammen mit ihrer Mutter und deren neuen Lebenspartner Dennis in einem hübschen Haus am Rande der Stadt. Doch der vermeintliche Familienfrieden wird rapide gestört, als die jüngere der beiden Schwestern mit einem scheinbar imaginären Freund beginnt zu sprechen. Nachdem Dennis überall im Haus Kameras aufgestellt hat und die Videobänder auswerten möchte, kann er nicht glauben, was er auf den Bändern zu sehen scheint.

 

 

2007 als Überraschungserfolg gefeiert mauserte sich „Paranormal Activity“ flink zu einem der erfolgreichsten (Independent)Horrorfilme weltweit.

Dabei war natürlich von vornherein klar, dass mit dem Erfolg auch diverse unnötige Fortsetzungen und ähnlich gestrickte Billigfilm-Ware ihren Weg in die Videotheken und auf die große Kinoleinwand finden sollten.

Da „Pararanormal Activity“ auch knapp fünf Jahre seit Erscheinen des ersten Teils immer noch in aller Munde ist und für den Vertrieb „Paramount Pictures“ nach wie vor ein relativ lukratives Unterfangen darstellt (vergleicht man die unverschämt – minimalen Produktionskosten mit dem weltweit erstaunlich hohen Einspielergebnissen) lief im letzten Jahr ein dritter Teil in den Lichtspielhäusern, der nun in den kommenden Wochen auch auf Blu-ray und DVD ausgewertet werden soll.

Angeblich soll trotz Abschluss der „Paranormal Activity“-Serie mit dem aktuell dritten Teil eine weitere Fortsetzung Ende 2012 im Kino anlaufen. Ob das jedoch vernünftig ist, bleibt abzuwarten.

 

Eigentlich hat das „Found Footage“-Genre (also angeblich echtes „gefundene Filmmaterial“, dass letztendlich pseudodokumentarisch ausgewertet wird) bereits schon fast ein halbes Jahrhundert auf den Buckel. „Paranormal Activity“ ist nur ein kleiner Vertreter dieser Gattung und erfindet das Genre mit Sicherheit nicht neu, baut es jedoch weiter aus – mit Erfolg wie man an den weltweiten Einspielergebnissen erkennen kann.

Bekannt wurde das „Found Footage“-Genre bereits Ende der 70er Jahre mit dem Exploitation-Reißer „Cannibal Holocaust“ (in Deutschland bundesweit beschlagnahmt) , wo es aufgrund recht kruder Mensch- und Tiertötungsszenen für enorm Aufsehen unter Filmfans und Zensurbehörden auf dem gesamten Globus sorgte. Nach einigen ähnlich gestrickten Werken (vorwiegend von der italienischen Film-Fliesbandschmiede zu Beginn der 80er Jahre produziert), die sich allesamt vordergründig mit makaber-blutigen Tötungsszenen übertrumpfen schienen erlosch letztendlich das allgemeine Interesse an derart Produktionen bei den Filmfans in aller Welt.

Erst im Jahre 1998 entdeckten experimentierfreudige Filmemachen mit „The Blair Witch Projekt“ das Genre der „Found Footage“-Fake Dokumentation erneut für sich und sorgten für eine ganze Welle ähnlich produzierter Werke.

Ob nun Zombies („Rec“), Aliens („Apollo 18“) oder Mutanten („The Tunnel“) kaum ein Subgenre des Horrorfilms existiert, dass in letzter Zeit nicht mit einem „Found Footage“ – Werk beschenkt wurde.

 

Leider muss ich gestehen, dass mich die „Paranormal Activity“ – Reihe bisher nicht wirklich vom Hocker reißen konnte. Für mich, als bewanderter Horrorfilmfan, der eigentlich schon so fast alles gesehen hat, was das Arsenal an phantastischer Produktionen so hergibt, ist der immense Erfolg der Trilogie bisher nicht wirklich nachvollziehbar. Gut, Geister und deren Ursprung sind immer noch Stoff aus dem man filmisch ordentlich was bei herausholen kann, bedenkt man was den Filmproduzenten heute für technische Möglichkeiten zur cineastischen Realisierung ihrer Genreproduktionen zur Verfügung stehen.

Das Geisterhorror immer noch richtig unheimlich fesseln kann und das eigentlich nur eine schlichte Grundidee von Nöten ist, auf der das Grauen dann visuell extravagant aufgebaut werden kann zeigen nach wie vor der Klassiker „Poltergeist“ (1982), „The Others“ (2001) und der Gruselthriller „White Noise“ (2005).

Die Idee hinter „Paranormal Acitvity“ ist simpel, wenn auch genial, aber der Reiz nach Sichtung des ersten Teils bereits verflogen.

Die beiden Fortsetzungen sind so unwichtig und unnötig, wie ein Sandkasten in der Sahara, wobei aktuell Teil 3 mit seinem abschließend überraschenden Plotttwist versucht einen, zwar logischen Erklärungsversuch für die Geschehnisse der Trilogie zu liefern, aber aufgrund seiner vollkommenen Bedeutungslosigkeit in der Masse an unendlich ähnlich gestrickten Werken untergeht.

Gut, der Schlussgag von „Paranormal Activity 3“  ist ganz nett, hätte aber auch im original „Paranormal Activity“ eingeflochten werden können, die handvoll lustiger Spezialeffekte ganz brauchbar.

Aber das ganz große Problem, was ich bei der Sichtung von „Paranormal Activity 3“ hatte: es passiert  NICHTS, was man nicht schon in den beiden Teilen zuvor beobachten hätte können.

Türen schlagen zu, Küchengegenstände fallen von der Decke, unheimliche Geräusche sind zu hören, ein Kind spricht mit einer „imaginären“ Präsenz.

Man, Leute ist das öde.

Dabei dürfte jedem Filmfan klar sein, dass da hätte so viel mehr bei umsetzbar gewesen wäre, wenn man nur möchte. Mit derart klischeebeladenen Spukeffekten, lockt man heutzutage keine Katze mehr vom Ofen hervor.

 

Im übrigen sind unzählige Schockeffekte schon als solche zu erkennen, noch bevor sie überhaupt in Erscheinung treten sollen, wenn man nur immer fein brav auf den bassorientierten unterschwelligen Grundton achtet. Immer wenn dieses Brummen in den Vordergrund rückt, ist auch gleich ein weiterer Schockeffekt zu begutachten. Dieser unnötig plakativ eingesetzter Effekt wäre vermutlich noch halbwegs zu verschmerzen gewesen, würde der wohldosierte Erschreckmoment zumindest mit der Erwartungshaltung des Zuschauers spielen. Aber nein, die Kamera schwingt nach links, die Kamera schwenkt nach recht, die Kamera schwenkt wieder nach rechts und gleich, Achtung, da steht etwas …. gähn

Paranormal Activity 3“ ist Quark, richtiger Quark.

Horror „light“ für extrem empfindsame Gemüter und Horror für all die, die soeben halbwegs aus dem Milchzahnalter entwachsen sind.

Wo der erste Teil noch zumindest für ein oder zwei Gruselmomente sorgte, ist die aktuelle Fortsetzung einfach nur langweilig. Die handvoll hochwertiger Spezialeffekte machen „Paranormal Activity 3“ auch nicht besser.

Hoffen wir mal, dass die Serie mit dem dritten und abschließenden Teil wirklich seinen wohlverdienten Frieden finden wird und sich die Gerüchte um ein weiteres Sequel nicht bewahrheiten.

 

Klappe zu und Ende (hoffentlich) !!!

 

 

Fazit 5/10 Punkte

 

Eine weitere Fortsetzung, die man sich getrost schenken kann.

Paranormal Activity 1 und 2“ noch einmal halbgar aufgewärmt.

Zwar mit einigen netten Spezialeffekten gespickt, aber im Grunde genommen ein ähnlicher unbrauchbarer Zeiträuber, wie so viele Fortsetzung anderer bekannter Horrorserien zuvor.

(Die deutsche Heimkinoauswertung mit der FSK16er-Freigabe ist ungeschnitten)

 

Hellraiser80

 


Filmreview: “The Innkeepers” (2011)

 

Am letzten Wochenende, vor der entgültigen Schließung des „Yankee Pedlar Inn“-Hotel übergibt der Hotelchef höchstpersönlich seine geliebte Herberge in die Hände der beiden (recht schrulligen) Angestellten Claire und Luke, die sich um das Wohlergehen der letzten Gäste kümmern sollen.

Scheinbar ist ihnen der Job als Hotelpersonal mit der Zeit zu Kopf gestiegen, denn um die tägliche Arbeitszeit halbwegs produktiv über die Runden zu bekommen, versuchen die beiden sich ausgiebig als Hobbygeisterjäger.

Glaubt man den Legenden soll es in den endlosen Gängen des  „Yankee Pedlar Inns“ spuken.

Bewaffnet mit Kassenrekorder und allerlei okkultem Schnick-Schnack stoßen Claire und Luke schnell auf den Geist von „Madeline Malloy“, die seit Jahrzehnten ihr Unwesen in dem alten Gebäude treiben soll ….

 

 

Da ist er nun, der mit Spannung erwartete neue Spielfilm von Ti West, der nach seinem umjubelten „House of the Devil“ zu aller Überraschung mit seinem aktuellen Geisterfilm „The Innkeepers“ weiterhin auf seichten Horror setzt und die Fanbase zufrieden stellen möchte.

Ganz ehrlich, ich habe mich nach Sichtung bisher recht schwer mit der Review zu „The Innkeepers“ getan, da mich sein neuer abendfüllender Leinwandauftritt bisher noch nicht wirklich vollends überzeugen konnte.

The Innkeepers” ist eigentlich kein schlechter Film, Freunde atmosphärischer Gruselfilme dürften definitiv auf ihre Kosten kommen. Mein Problem ist, dass leider einfach kaum etwas spektakuläres passiert. Das sehr langsame Erzähltempo ist nicht wirklich nach meinem Geschmack. Die Handlung plätschert recht gemütlich vor sich daher und bis der interessierte Filmfan überhaupt etwas einschlägiges zu sehen bekommt vergehen fast 80 Minuten. Der Film vergeudet einfach zu viel Zeit mit Nebensächlichkeiten, was sich ersichtlich an der recht zähen Spannungsschraube, vor allem in der zweiten Filmhälfte, bemerkbar macht.

„The Innkeepers“ hat definitiv viele gute kreative Ansätze und atmosphärische Momente.

Gerade die recht gekonnt in Szene gesetzten Schockmomente ( der sehr schreckhaften Claire), sind recht einfach gestrickt, aber umso intensiver. West´s  Erschrecken ist absolut unkonventionell geraten, reduziert sich aber leider nur auf den ersten Teil des Films, was ich als sehr bedauerlich empfinde.

Großer Pluspunkt dürfte in „The Innkeepers“ neben dem schön altmodischen und liebevoll gestalteten Gruselseeting definitiv die Charakterskizzierung darstellen.

Claire und Luke sind so überspitzt, schrullig und abgedreht dargestellt, dass man die beiden einfach mögen muss. Die erste geniale Filmhälfte nimmt sich,  meiner Meinung nach zu recht, ausgibig viel Zeit für die sehr liebenswerte Darstellung der beiden Antihelden.

Dennoch hätte es dem Film und dem Spannungsfaden ersichtlich gut getan, hätte West ab der zweiten Filmhälfte den Turbo geladen und sich auf eine prägnantere Inszenierung und das flüssige Weitererzählen der Gruselstory konzentriert.

Stattdessen stolpern einige, ebenso seltsam skizzierten „Zaungäste“ in das Geschehen, deren Erscheinen aber nicht wesentlich wichtig für die eigentliche Story ist.

Hätte sich West in der zweiten Hälfte für eine aalglatte und konventionelle Weiterführung der Gruselgeschichte entschieden, hätte ihm mit Sicherheit mit „The Innkeepers“ ein weiterer ganz großer Clou im Horrorgenre gelingen können.

Gerade für Mainstream-Alles-Seher dürfte Ti West´s aktuelles Werk eine große Herausforderung darstellen. Sein actionfreier Gruselfilm orientiert sich zwar inhaltlich und künstlersich an diversen Klassikern des Genres, aber klammert sich zu verträumt an der visuellen und akustischen Gestaltung des ganzen Drum-Herums, das die eigentlichen Geschichte dabei flöten geht.

Scheinbar hat West dieses Problem dann am Ende selbst bemerkt, denn der (zweideutig ausgelegte) Endplot kommt nach 100 Minuten recht überstützt und gehetzt daher .

Bleibt zu hoffen, dass sein nächstes Werk handwerklich ebenso schick daherkommt wie “House of the Devil” und “The Innkeepers” und das diesmal aber mehr Wert auf eine massentauglichere Inszenierung gelegt wird.

 

 

Fazit 6/10 Filmpunkte

(Erste Filmhälfte: 8 Punkte – Zweite Filmhälfte: 3 Punkte)

 

 

Recht langsam erzählter Gruselfilm, dessen Erzählweise sehr unkonventionell geraten ist.

Nach einem sehr nostalgisch und atmosphärisch erzählten Auftakt wird es im eigentlichen „Geister“-Part sehr zäh bis langweilig.

Geübtes „Sitzfleisch“ wird vorrausgesetzt – Für das Mainstream-Publikum ungeeignet!

(FSK Prognose: FSK16 – ungeschnitten)

Hellraiser80


Filmreview: “Dream House” (2011)

 

SPOILERGEFAHR:

Wer sich die Überraschungsmomente nicht vorwegnehmen lassen möchte, sollte von dieser Review und dem (zu viel verratenden) Trailer Abstand nehmen!

 

Der Familienvater Will (gespielt von Daniel Craig) kündigt seinen Job in der Großstadt und zieht mit seiner Frau Libby (Rachel Weisz) und den beiden Töchtern in ein kleines idyllisches Landhaus weit entfernt von Hektik und Trubel.

Doch kaum häuslich eingerichtet. passieren auch schon erste mysteriöse Vorfalle: die Mädchen sehen eine schemenhafte Gestalt am Fenster stehen und unheimliche Fußabdrücke im Schnee sorgen für allgemeines Unbehagen. Hinzukommt, dass vor allem die Kinder seltsame Vorahnungen, über ihr eigenes Ableben und das der Mutter, entwickeln.

Will beginnt nach der Vorgeschichte des Hauses zu forschen, und entdeckt, dass der frühere Besitzer des Hauses im Wahn seine Familie erschossen haben muss.

 

 

Einen arg seltsamen Film, den uns Regisseur Jim Sharidan da serviert.

Rein technisch gibt es an „Dream House“ definitiv nichts auszusetzen.

Die schneebedeckte und richtig hübsch gefilmte Winterkulisse macht einen ersichtlich hochwertigen Eindruck und erinnert in seiner bedrückenden, aber dennoch idyllischen Atmosphäre sehr an die filmische Umsetzung des Stephen King Klassiker „The Shining“.

Der Wurm knausert jedoch weniger in der Art und Weise der Filmumsetzung, als vielmehr am Drehbuch, denn das ist vollkommen haarsträubend.

Vermutlich hat sich Drehbuchautor David Loucka zu intensiv mit den bisherigen cineastischen Beiträgen eines M. Night Shyamalan („The Sixth Sense“, “The Village“) beschäftigt, der sich in Hollywood mit seinen (nicht minder haarsträubenden) extravaganten Plottwists einen Namen gemacht hat.

Dream House“ setzt neue Maßstäbe in Sachen überraschenden Filmauflösungen, denn das aktuelle Werk des Regisseurs Sharidans versucht mit 2 (!) überraschenden Plottwist zu punkten. Eigentlich keine schlechte Idee, den Zuschauer auf falsche Fährten zu locken und ihn intelligent zu verblüffen, wären der Plottwist und die Überraschungseffekte von „Dream House“ nur halbwegs originell geraten.

Die erste Filmhälfte (die eine Geistergeschichte vermuten lässt) funktioniert prima. Die Story gewinnt an Fahrt, die Schauspieler agieren glaubwürdig, und die Geschichte klingt interessant, frisch und geheimnisvoll. Der „erste“ Plottwist sitzt perfekt und kommt völlig unerwartet. Im Grunde genommen hätte der Film jetzt enden „müssen“!

Drehbuchautor David Loucka macht aber den Fehler und spinnt die Geschichte weiter, was die restlichen 50 Minuten Filmlaufzeit unerträglich zäh und langweilig gestalten.

Da der Zuschauer mit dem Verkünden der überraschenden Filmwendung nun über die Hintergründe rund um das Haus und seine neuen Bewohner bescheid weiss, wirkt der Rest der Story überaus konstruiert, wohlmöglich um „Dream House“ auf Spielfilmlaufzeit dehnen zu können.

Aus dem anfänglichen Mystery-Grusler, wird ein lupenreines Selbstfindungs-Drama, das am Ende mit einem weiteren Überraschungseffekt aufwartet, der aber irgendwie in dieser Combo nicht so richtig zünden möchte, da man sich als Zuschauer, trotz charmanter Inszenierung und hochkarätiger Besetzung, irgendwie veräppelt fühlt.

Trotzdem, wer ein Faible für Mysteryfilme mit Überraschungseffekt besitzt, der dürfte zumindest an der ersten Filmhälfte von „Dream House“ Gefallen finden.

Für die kalten Wintertage bei Schneefall und heimeligen Kerzenschein eignet sich „Dream House“ dennoch ideal für ausgiebig seichtes Couch-Gruseln.

 

 

Fazit:

Erste Filmhälfte: 7,5/ 10 Punkte – Zweite Filmhälfte: 3,5/10 Punkte

 

Im neuen „Dream House“ ist wahrlich der Wurm drin.

Was anfänglich für molliges Schaudervergnügen sorgt, wird ab Filmmitte zum wirren und arg konstruiert wirkenden Genre-Mixcocktail.

 

(FSK Prognose: ungekürzt mit FSK 16)

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “Hidden 3D” (2010)

 

 

Wer sich tiefgründiger und leidenschaftlicher mit den unzähligen aktuellen und bevorstehenden Veröffentlichungen phantastischer Filme beschäftigt, dem dürfte schnell klar werden, dass die vielen DVD/Blu-ray Vertriebslabels, gerade zu verkaufsträchtigen Hochzeiten wie Weihnachten, ihr gehortetes Filmmaterial an die willige Käuferschaft bringen möchten. Demnach wird man gerade jetzt (der Weihnachtscountdown läuft) regelrecht mit unzähligen schlechten und weniger sehenswerten Genrefilmen bombardiert.

Ein Vertreter unter den unzähligen schlechten Veröffentlichungen ist zweifelsohne die italienisch-kanadische Co-Produktion „Hidden 3D“, die ebenso auf den aktuell so beliebten 3D-Gimmik setzt.

 

Dr. Karter, eine strebsame Wissenschaftlerin experimentiert mit dem Gift seltener Insekten, welche sie in die Gehirne menschlicher Probanten spritzt.

Nach ihrem plötzlichen Tod, erbt ihr Sohn eine riesige Klosteranlage, in deren Keller die Mutter zu Lebzeiten ihren Forschungen nachgegangen ist.

Nichtsahnend und zusammen mit Freunden (die einzig dafür in das Geschehen integriert wurden, um mit deren sinnfreien Ableben, den Zuschauer vorm Einschlafen zu bewahren) erkunden sie das riesige Anwesen und bemerken zu spät, dass noch einige der damaligen Versuchsprobanten in den unteren Gängen des Klosters umherwandeln.

 

Die Inhaltsangabe ist so eine Sache. Flink dürfte der gierige Horrorfilmfan eine Verfilmung im Stile eines „House on Haunted Hill“ wittern. Doch zu aller Enttäuschung ist leider weit und breit nichts von Geistern, Dämonen und anderen paranormalen Erscheinungen zu sehen.

Stattdessen sieht der Zuschauer in regelmäßigen Abständen Kinder durch die Gänge huschen, die mit ihren weit aufgerissenen Augen und Mündern wohl lieber mal zum Arzt gehen sollten, anstatt irgendwelche gedankenlose und geistig umnebelte Erwachsene zu erschrecken.

Schaut man sich das fertige Endprodukt an, dann hätte aus „Hidden 3D“ durchaus etwas Brauchbares werden können. Die Stimmung passt, das Setting ist recht „scary“ und die CGI-Spezialeffekte ganz akzeptabel. Aber irgendwie will „Hidden 3D“ nicht so wirklich zünden. Das mag vordergründig daran liegen, dass der Film vollkommen belanglos vor sich herplätschert und die handvoll Charaktere so unglaublich dämlich agieren, dass die Messlatte für Blödheit neu kategorisiert werden sollte. So ist nicht nachvollziehbar, warum zwei Protagonisten in einer derart beängstigen Atmosphäre, wie sie dem Film zu Grund liegt, an nichts anderes denken können, als ans Einwerfen von Ecstasy-Pillen? Oder wie kann ein panisch-flüchtendes Opfer vor lauter Angst ein nicht einmal 1m² großes Loch im Boden verfehlen und hineinrutschen.

Normaldenkende“ Menschen wäre wohlmöglich einfach drübergesprungen.

Der Endplot, sowie die Endauflösung sind fast genauso trivial umgesetzt, wie der Rest des Films, was wirklich enorm bedauerlich ist, da die wirklich sehr hübsche düstere Optik und einige atmosphärischen Kamerafahrten in dem wirren Mix aus unfreiwilliger Komik, und dem planlosen durch-die-Gänge-irren der Charaktere völlig untergehen und sicherlich ausreichend Potenzial für richtig schön subtiles Gruselfeeling gehabt hätten. Die vollkommen sinnfreie Interaktion der Protagonisten und die an den Haaren herbeigezerrte spannungsarme Handlung hinterlassen einen mehr als deprimierenden und zweifelsohne erbärmlichen Beigeschmack.

 

 

Fazit 4,5/10

 

House on Haunted Hill“ meets „The Grudge“ und ein wenig 3D – Schuster bleib bei deinen Leisten!

Hidden 3D“ ist cineastischer Dünnschiss. Selten so unfreiwillig lachen müssen, und das, obwohl der Film sich bierernst nimmt. Kein gutes Omen!

 

Hellraiser80

 


Filmreview: “Wolf Town” (2010)

 

Vier Freunde haben sich vorgenommen in einer verlassenen Geisterstadt, tief im Dickicht des Waldes, auf Entdeckungstour zu gehen. Kaum dort angekommen, macht einer der Freunde eine überaus unangenehme Begegnung mit einem wilden Wolf. Völlig aufgebracht und beängstigend verstört berichtet er den Übrigen von seiner unfreiwilligen Begegnung. Doch leider möchte ihm so niemand wirklich Glauben schenken. Als wenige Minuten später ein weiterer Kumpel von einem überaus wütenden Wolf angegriffen und übel zugerichtet wird, realisiert die Clique in welch misslicher Lage sie sich befindet.

 

Hast du einen gesehen, kennst du eigentlich bereits fast alle. Auch von der Tierhorrorfront gibt es nichts Neues zu berichten. „Wolf Town“ ist zwar sauber gedrehte Durchschnittshorrorkost, doch es mangelt dem Film, wie hätte es auch anders sein können, an einem gescheit ausgearbeiteten und innovativ geschriebenen Drehbuch.

Überraschungen oder einen raffinierten Storytwist sucht man hier vergebens, „Wolf Town“ gibt sich sehr traditionell in seiner Erzählweise, was eigentlich nicht immer Schlechtes bedeuten muss.

Dennoch, gerade im Subgenre des Tierhorrorfilms und nach unzähligen Vertretern seiner Gattung, lockt man eigentlich im Jahr 2011 mit klassischer Erzählstrukturen, ohne Wendungen und Überraschungen, niemanden mehr vorm Ofen hervor. Demnach zieht sich die Story, trotz recht zügigem Erzähltempos, auch wie Kaugummi durch die gesamte Szenerie hinweg und  unterstreicht das belanglose Geplänkel der Kids mit extrem konstruiert wirkenden Handlungsverläufen.

Dabei beginnt  die Geschichte eigentlich recht vielversprechend und spannend und kommt ordentlich in Fahrt:

Die Kids finden die verlassene Stadt und erkunden die erste Baracke. Danach tritt auch schon der erste Wolf in Erscheinung, und ich muss gestehen, der Kamerablickwinkel, der den Wolf das erste Mal als Bedrohung in Erscheinung treten lässt, hat einen gewissen Reiz. Hab ich in dieser Form noch nicht gesehen.

Trotzdem, nach dem ersten Aufeinandertreffen mit den Wölfen, flach die Geschichte ins Unlogische und Belanglose ab. Ich meine zu wissen, dass Wölfe zu den wenigen intelligenten Tieren auf unserem Planeten gehören.

Aber das Wölfe in der Lage sind, Taschen aus Autos zu stibitzen, oder Zündkabel durchzubeißen, vage ich zu bezweifeln.

Warum im übrigen, die Wölfe letztendlich nicht in der Lage waren, die „explosiven Rettungsversuche“ der Protagonisten am Ende der Geschichte vorauszuahnen, ist in Hinblick auf ihre anfängliche „Über-Intelligenz“, schon irgendwie als zwiespältig zu betiteln.

Aber nicht nur die Wölfe scheinen mit „Über-Intelligenz“ und „Totalausfällen“ gestraft zu sein. Auch die Beweggründe mancher Protagonisten sind schlicht und einfach nicht glaubhaft nachvollziehbar.

Zum einen schafft es einer der Kids einen Wolf eigenhändig mit einem Stein zu erschlagen (die Szene wirkt immens grotesk, da der Wolf scheinbar den erlösenden Freitod gesucht haben muss, da er sich nicht annähernd zu verteidigen weiss), in anderen Szenen rennen und flüchten die Kids von Haus zu Haus und wissen sich nicht wirklich zur Wehr zu setzen, und dass obwohl sie permanent über Steine, Glasflaschen, Bretter und diverses Mobiliar stolpern.

Was bleibt ist ein durchwachsener Horrorstreifen, der sicher so bedeutungslos aus den Videotheken verschinden wird, wie er gekommen ist und der den Zuschauer mit einer Unmenge unbeantworteter Fragen zurück lässt.

Woher die Wölfe kamen und warum sie, die einst Einwohnerreiche Stadt nahezu ausgerottet haben, erklärt der Film unzureichend. Ebenso ist die Logik nicht nachvollziehbar, warum man die mordgierige Meute, in der heutigen Zeit nie professionell ausgelöscht hat, wenn man doch weiss, dass gerade das dort ansässige Rüdel bisher eine enorme Gefahr für Mensch und Tier dargestellt hat.

Das man aus einem Tierhorrorfilm auch einen packenden Reißer basteln kann, hat jüngst der Film „Burning Bright“ bewiesen, der sogar mir ollen Filmhasen, den Puls gehörig nach oben getrieben hat. „Wolf Town“ ist aber noch meilenweit von der packenden Inszenierung eines „Burning Bright“ entfernt – Schade!

Warum die deutscher DVD/Blu-ray mit einem “keine Jugendfreigabe”-Stempel gekennzeichnet wurde, ist mir ein Rätsel. Vermutlich auf diverse Trailer und Bonusbeigabe zurückzuführen, denn “Wolf Town” ist weder splattrig, noch gorig, noch blutig.

 

 

Fazit 6/10 Punkte

 

Durchschnittskost, die man in derartiger Weise schon unzählig Male (besser) gesehen hat.

Die Setting hat ganz sicher seinen Reiz, aber die Story ist derart unglaubhaft und belanglos, dass man den Film definitiv nicht gesehen haben muss.

 

Hellraiser80


Filmreview: “Basement” (2011)

 

Einige Studenten entdecken bei ihrem Ausflug im Wald ein, scheinbar verlassenes, unterirdisches Kellersystem. Neugierig beginnt man den riesigen Komplex zu erkunden und muss erschreckend feststellen, dass man vermutlich mutwillig in diesem unterirdischen Keller eingeschlossen wurde, denn der zuvor erkundete Kellereingang ist plötzlich fest verschlossen.

Nachdem die Gruppe allmählich in Panik gerät müssen sie erschreckend feststellen, dass sie in dem riesigen Komplex nicht allein sind: Schwarz verhüllte Gestalten scheinen Spaß daran zu finden, die Jugendlichen durch das Gewölbe zu hetzen und mit ihrem Leben zu spielen.

 

 

Der vorliegende Film „Basement“ gehört zu jener Gattung „Film“, die so derart schlecht sind, das man sie gesehen haben muss, um es überhaupt glauben zu können.

Das unüberhörbare „Highlight“ dieses Un-Machwerkes, ist dabei zweifelsohne die absolut talentfreie deutsche Porno-Synchronisation, die dieser Genreproduktion den Rest gibt.

Scheinbar hat das Vertriebslabel Schröder Media das nichtvorhandene Verkaufspotenzial von „Basement“ kurz vor Abgabe im Synchronstudio realisiert und die Finanzierungs-Notbremse gezogen, sodass man sich die Investition einer gescheiten deutschen Übersetzung einfach schlichtweg gespart hat.

Basement“ ist völlig sinnfreie und nervige Horrorunterhaltung, die in seinem Grundkonzept dem ebenfalls sehr durchwachsenen und vor einiger Zeit hier besprochenen „Spiderhole“  überaus ähnlich ist. Gespickt mit einigen Elementen des Schulhorrordramas „F“ und einer vollkommen idiotischen Endauflösung dürfte „Basement“ sich definitiv in die Riege der bisher schlechtesten Movies des Filmjahres 2011 einreihen.

Dabei passiert in den mageren 70 Minuten Nettofilmzeit eigentlich nichts, was von Interesse wäre, oder gar zu überzeugen weiß. Die Kids realisieren nach einigen Minuten, das sie jemand absichtlich in einem unterirdischen Kellerlabyrinth eingeschlossen hat und schreien und diskutieren um ihr Leben. Um den Zuschauer nicht allzu sehr mit unerträglicher Langeweile zu strafen, haben sich die Drehbuchautoren ein ganz besonderes Schmankerl einfallen lassen.

Um die mager-kurze Filmlaufzeit annähernd auf Spielfilmniveau auffüllen zu können, erscheinen in regelmäßigen Abständen schwarz verhüllte Gestalten, die den verwirrten Jugendlichen anfänglich nur Angst einjagen wollen, doch deren Auftreten mit jedem Erscheinen radikaler und grausamer wird. Gut, dachte ich mir, eventuell gib „Basement“ hinsichtlich Splatter- und Gore dem Zuschauer ordentlich Schauwert. Aber, bis auf einige effekthascherische Stickwunden, gibt es weit und breit nix zu sichten.

Die Endauflösung des sinnfreien Schundes und das Mordmotiv der verhüllten Gestalten ist so derart an den Haaren herbeigezerrt, dass man sich als Zuschauer schon irgendwie verarscht vorkommt und nicht glauben kann, jetzt 70 Minuten seines kostbaren Lebens in 100% Langeweile vergeudet zu haben.

 

 

Fazit 2/10 Punkte

 

Spart Euch diesen Mist.

Dagegen ist das deutsche Trivial-Privat-TV oscarverdächtig!

 

Hellraiser80


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