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Filmkritik: “Mockingbird” (2014)

mockingbird-2014
 
 
 

MOCKINGBIRD

Story

 
 
 
Einige nichtsahnende Protagonisten werden Teilnehmer eines perfiden Spiels, dessen Ausgang im Desaster endet.

 
 
 


 
 
 

MOCKINGBIRD – Kritik

 
 
 
Regisseur BRYAN BERTINO bleibt dem Home-Invasion-Genre treu und lässt nun nach dem in Fankreisen gefeierten THE STRANGERS (2008) erneut einige nichtsahnende Protagonisten in den eigenen vier Wänden ums Überleben bangen. MOCKINGBIRD heißt die neue Terror-Hatz, die im Grunde genommen nichts anderes ist, als eine Neuaufbereitung des erfolgreichen Zu-Hause-Horrors mit LIV TYLER. Dennoch ist dies keine Fortsetzung zu THE STRANGERS, obwohl sich im neusten Streifen des Regisseurs allerhand Parallelen zum Terror-Hit aus dem Jahr 2008 finden lassen. Mit MOCKINGBIRD macht sich BERTINO keine Freunde, denn der Verfechter der düsteren Filmgattung macht wenig originell Gebrauch vom mittlerweile nicht mehr ganz so beliebten Found-Footage-Stil, der sich auch in diesem Machwerk den gängigen Klischees jener Filmmethodik unterwirft. Da wird gewackelt als gebe es keinen Morgen mehr und verängstigte Protagonisten filmen ihren Überlebenskampf ganz selbstverständlich mit der Handkamera, damit jede Einzelheit ihres Ablebens auch ja auf Film gebannt werden kann. Das ist nicht nur ziemlich unglaubwürdig, sondern nervt gewaltig, weil BERTINO sich einen Deut darum schert sein uninspiriertes Kameragewackel um neue Ideen zu bereichern. Zudem leuchtet mal wieder nicht ein, wie die Hauptfiguren in Extremsituationen immer noch in der Lage sein können, eine Kamera zu halten, während ihnen ein Fremder nach dem Leben trachtet.
 
MOCKINGBIRD lässt Splatter-Herzen schneller schlagen, zumindest geizt die Eröffnungssequenz nicht mit grafischen Details, in der einem wimmernden Jungen recht unfein das Hirn weggeblasen wird. Gewalt als Mittel zum Selbstzweck lautet hier die Devise, wobei der fragwürdige Kindermord vermutlich nur dazu dienen soll, um die Erwartungshaltung des Horrorfans zu wecken. Der dürfte aber recht schnell genervt aus seinem Filmsessel springen, weil MOCKINGBIRD vermehrt auf Terror setzt, statt viel Blut zu zeigen. Bis der jedoch zum Einsatz kommt, muss der Filmfreund reichlich Geduld aufbringen, schließlich lässt sich der Invasion-Terror-Flick eine geschlagene Stunde Zeit, bis es endlich mal interessant wird. Bis dahin klappert BERTINO die gröbsten Etappen üblicher Terror-Macherei ab. Dies langweilt leider schnell, weil die Szenenverläufe der gängigen Found-Footage-Machart entsprechen und sich ständig wiederholen: schreien, wackeln, rennen, wackeln.
 
Ähnlich wie in BERTINOS Debüt THE STRANGERS werden in MOCKINGBIRD einigen Familien von Fremden – diesmal jedoch in Clown-Maskierung – eingeschüchtert, manipuliert und terrorisiert bis sie sich am Ende selbst auslöschen, weil sie unwissend gegeneinander aufgehetzt werden. Das mag zwar durchaus vielversprechend klingen, ist aber im Grunde genommen nicht der Rede Wert, weil MOCKINGBIRD nichts anderes ist, als eine günstig gedrehte Shaky-Cam-Variante des besagten THE STRANGERS, der es einfach an Spannung und vor allem Schauwerten mangelt, die sich Horrorfans nun mal von solchen Streifen wünschen. Diese reduzieren sich auf den genannten Anfangsmord und ein erstaunlich knappes Finale, in dem kurzer Prozess veranstaltet wird. Zudem fehlt dem Terrorfilm einfach das Fünkchen Originalität, um aus der riesigen Masse ähnlicher Wackel-Produktionen hervorzustechen zu können. Demnach ist MOCKINGBRIRD (übrigens der Name der Straße, auf der sich am Ende ein Massaker ereignet) ein mehr als enttäuschendes Zweitwerk, das dem Vorgängerfilm des Regisseurs nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen kann.
 
 
 


 
 
 

MOCKINGBIRD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Lass uns ein Spiel spielen: THE STRANGERS im Found-Footage-Gewand. Leidlich spannender und vor allem vollkommen überflüssiger Terrorfilm, bei dem das teils konfuse Gewackel erneut ziemlich störend in Erscheinung tritt. Zwar hat Regisseur BRYAN BERTINO ein ganz brauchbares Drehbuch geschrieben; die lästigen Found-Footage-Klischees berauben dem Streifen aber ganz schnell jeglicher Spannung, damit dem Filmfreund der Spaß um Zusehen vergeht. Die letztendliche Auflösung des gesamten Treibens wirkt aufgrund der halbherzigen Inszenierung erheblich aufgesetzt und hat man in derart Weise auch schon in Filmen wie dem französischen THEM (2006) gesehen. Daher meinen wir: MOCKINGBIRD ist ein gemeiner Zeiträuber und muss man nicht gesehen haben!
 
 
 


 
 
 

MOCKINGBIRD – Zensur

 
 
 
Aufgrund des recht ruppigen Mord an einem unschuldigen Jungen in der Eröffnungsszene dürfte MOCKINGBIRD hierzulande direkt mit der roten FSK-Kennzeichnung in den Handel kommen. Zwar werden am Ende einige Protagonisten erschossen; abgesehen vom einem toten Hund gibt es sonst keinerlei Gewalt zu sehen, da MOCKINGBIRD eher auf psychischen Terror setzt, statt das Geschehen im Blut zu ersäufen.
 
 
 


 
 
 

MOCKINGBIRD – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Strangers (2008)

Them (2006)

Home Sweet Home (2013)

Rage (2010)

The Purge – Die Säuberung (2013)

Filmkritik: “Extraterrestrial” (2014)

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EXTRATERRESTRIAL

Story

 
 
 
Im amerikanischen Hinterwäldler-Städtchen Echo Lake ist etwas gewaltig faul. Kleinstadtsheriff Murphy (Gil Bellows) muss sich zusätzlich zu seinem Tageswerk mit seltsamen Erscheinungen beschäftigen, darunter seltsam zerschnittene Kühe, panische Bürger und ein ganz besonderer Fall, bei dem eine Telefonzelle samt Insassin in den Himmel verschwand und wenig später in Einzelteilen wieder zu Boden krachte – allerdings ohne Insassin. Mit all seinen bizarren Vorfällen bildet Echo Lake das beste Setting für eine Gruppe von Jugendlichen, die einen Platz für ihren Sauftourismus suchen. Ihr Traumziel entdecken sie schließlich in einer verlassenen und ominösen Waldhütte. Das Wochenende nimmt seinen schicksalsträchtigen Lauf und wird schon bald von anderen Flüssigkeiten neben Alkohol durchtränkt.

 
 
 


 
 
 

EXTRATERRESTRIAL – Kritik

 
 
 
Das Autoren- und Regieduo Colin Minihan und Stuart Ortiz, besser bekannt als „The Vicious Brothers“ macht keinen großen Hehl aus der Ursache des grausigen Geschehens. Wie der bescheidene Titel bereits verrät, wird das klassische Waldhütten-Genre in „Extraterrestrial“ um den Auftritt einer nicht ganz friedfertigen außerirdischen Rasse bereichert. Die Fusion zweier Genres hört sich zunächst nach einer einigermaßen originellen Grundlage für einen spaßigen Horror-Reißer an. Auch der bisher einzige Film der Vicious Brothers mit dem Titel „Grave Encounters“ ist ein gutes Omen.
 
Leider krankt „Extraterrestrial“ an einigen Problemen, über die man nur schwer hinweg sehen kann. Als großer Störfaktor erweisen sich die ständigen Schwankungen in Ton und Struktur des Films. Anstatt sich auf die Eskapaden seiner jugendlichen Clique zu konzentrieren, etabliert er mit Sheriff Murphy und dem durchgeknallten Verschwörungstheoretiker Travis (Genre-Favorit Michael Ironside, bekannt aus „Total Recall“ und „Starship Troopers“) zwei Charaktere, die zunächst interessant wirken, aber schon recht bald in zweck- und ziellosen Nebenplots versanden. Die Wechsel zwischen Jugendlichen und Erwachsenen resultieren in einem Mischmasch aus Gruselthriller und Horrorkomödie, der zwar entfernt an einen „Tanz der Teufel 2“ erinnert, aber meilenweit von dessen Qualität entfernt ist. Eine viel größere Enttäuschung als das unfokussierte Drehbuch ist allerdings der Mangel an Schauwerten. Die Vicious Brothers schaffen es mit ihren sehr traditionell designten Aliens, eine bedrohliche Präsenz zu kreieren und als Horror-Fan man freut sich durchgehend auf eine Handvoll saftiger Kampfszenen, in denen irdische Projektilwaffen gegen hochentwickelte Laser antreten. Leider lassen die beiden Regisseure ihr Publikum vergeblich darauf warten und entscheiden sich stattdessen dafür, bei fast jeder Tötungsszene frühzeitig die Handbremse zu ziehen und sich mit einem Schnitt herauszumogeln. Mit dieser falschen Bescheidenheit betrügen sie leider die Erwartungen der Horrorgemeinde.
 
Der Grund für Letzteres scheint eine unglückliche Verteilung des Budgets zu sein. Erst in den letzten 20 Minuten von „Extraterrestrial“, auf die man viel zu lange warten muss, zeigt sich das Potential, das die Produktion hat. Wenn der Film schließlich beim versprochenen Konflikt ankommt, überzeugt er durch hochwertige Kulissen, gruselige Atmosphäre und sogar ein wenig Spannung. Leider ist der Weg dahin mit undurchdachten Plots und lieb- und konsequenzlosen Subplots gepflastert.
 
 
 


 
 
 

EXTRATERRESTRIAL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Die wohl gruseligste Begegnung der dritten Art. Fieser, kleiner Indie-Horror mit großartigen Effekten. „Extraterrestrial“ ist eine bunte Tüte, die zwar gute Ansätze bietet, aber viel Potential verspielt. Die Vicious Brothers schaffen es trotz kleinem Budget, einen gut aussehenden Film aus ihrer interessanten Prämisse herauszuholen. Leider scheinen sie sich nie wirklich sicher zu sein, ob sie einen legitimen Schocker oder einen spaßigen Horrorstreifen produzieren wollten, was beiden Aspekten des Films sichtlich schadet.
 
 
 


 
 
 

EXTRATERRESTRIAL – Zensur

 
 
 
Der Film kommt größtenteils sehr zahm daher. Wenn es dann endlich losgeht, liefert er matschige und schmutzige Szenen, die leider viel zu spärlich gesät sind. Mit etwas Wohlwollen könnte der Film eine Freigabe ab 16 erhalten, tendenziell scheint das rote Siegel aber wahrscheinlicher zu sein.
 
 
 


 
 
 

EXTRATERRESTRIAL – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Grave Encounters (2011)
 
Grave Encounters 2 (2012)
 
Attack the Block (2011)
 
Tanz der Teufel 2 (1987)
 

Filmkritik: “Die Verfluchten” (1960)

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DIE VERFLUCHTEN

(THE FALL OF THE HOUSE OF USHER)

Story

 
 
 
Der junge Philip (Mark Damon) bereist den Familiensitz der Ushers, wo seine Verlobte Madeline (Myrna Fahey) darauf wartet, endlich einen Heiratsantrag zu bekommen. Herr des sich im Zusammenbruch befindlichen Landgutes ist Myrnas Bruder Roderick (beängstigend ernsthaft und wie immer jede Minute Screentime an sich reißend: Sir Lord Vincent Price). Dieser zerfallende Quasi-Aristokrat und Blaupause für leidende Goth-Schnösel noch nachfolgender Jahrhunderte ist mit dem Bund der Ehe für Schwester und Schwager in spe überhaupt nicht einverstanden, ist er doch der Überzeugung, durch seine Familie läuft eine Historie von Wahn und Geisteskrankheit. Nach einem Zerwürfnis stirbt Madeline und Philip gerät nicht nur selbst an den Rand des verzweiflungsgetriebenen Irrsinns, nein, er muss die Wirrungen des Hauses Usher in ihrer ganzen Bandbreite erleben.

 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Kritik

 
 
 
Immer noch mit seinem knackigen Alt-Titel versehen ist Roger Cormans Literaturverfilmung einer der beiden Einträge in den Kanon der Poe-Reihe, welche die Anhängerschaft unter sich aufteilt. Die einen stellen DIE VERFLUCHTEN, mit seiner knochentrocken durchgespielten Werkstreue und Ernsthaftigkeit auf ein höheres Podest als die ebenfalls mit Recht zu Kultfilmen in Sechziger-Pathecolor avancierten aber deutlich alberneren Nachzügler á la DER RABE oder TALES OF TERROR, der hierzulande übergeschnappterweise DER GRAUENVOLLE MR.X heißt. Hier, genau wie im anderen verehrten Großfilm des Corman-Poe-Zyklus, nämlich SATANAS – DAS SCHLOSS DER BLUTIGEN BESTIE, finden wir den mächtigen Vincent Price auf der Höhe seines Schaffens und ausnahmsweise mal nicht davon überzeugt, minderwertige Drehbücher durch fast chargenhaft dick aufgetragenes Schauspiel in Grund und Boden stampfen und schnarren zu müssen. Sein Roderick Usher ist eine brillant auf die Leinwand gebrachte Interpretation der gelangweilten und in Degeneration verwelkenden Weltekel-Aristokraten im vergeblichen Kampf gegen vorbestimmte Schicksalsfallen, wie sie E.A. Poe, einer der Gründerväter des Gruselgenres wie besessen schuf. Dazu die altbekannten Kulissen, von Pfennigfuchser Roger Corman immer wieder recycled, die den Zyklus – trotz Planung und Durchführung als low budget Produktion – zu nicht weniger als dem Antlitz US-amerikanischen Upperclass-Horrorkinos machten. Neuen Masteringbemühungen sei Dank, wird uns dieses Antlitz auf der vorliegenden Scheibe kraftvoller, finsterer und gotischer denn je präsentiert.
 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Essentieller Gothic Horror des Traumgespanns Corman/Price. Ein Klassiker des Genres und Film für die Hitlisten, der in jede Sammlung abseits des Folterporno-Spektrums gehört.
 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Zensur

 
 
 
Die deutschen Heimkinofassung wurde ab 16 Jahren freigegeben, obwohl DIE VERFLUCHTEN nach heutigen Maßstäben sicherlich auch für bereits Zwölfjährige geeignet wäre.
 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
die-verfluchten-blu-ray

(c) Explosive Media Gmbh

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Fall of the House of Usher; USA 1960

Genre: Horror, Klassiker

Ton: Deutsch PCM 2.0 (Mono), Englisch PCM 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 79 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover – Erstauflage im Schuber

Extras: 4-seitiges Booklet, Interview mit Mark Damon (2014), Bildergalerie seltener Artworks, Original Kino-Trailer, Explosive Trailer-Reel

Release-Termin: 05.09.2014

 

Die Verfluchten [Blu-ray] [Special Edition] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Fall of the House of Usher (1928)
 
Der Untergang des Hauses Usher (1928)
 
The Fall of the House of Usher (1949)
 
Die Verfluchten (1960)
 
The Fall of the House of Usher (1966)
 
The Fall of the House of Usher (1981)
 
Die Rache des Hauses Usher (1982)
 
The Fall of the House of Usher (1982)
 
The House of Usher (1989)
 

Filmkritik: “Under the Skin” (2013)

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UNDER THE SKIN

Story

 
 
 
Den Plot haben wir schnell erzählt: Eine ebenso namen- wie gefühllose Frau fährt durch ein mythisch-malerisch gefilmtes Schottland und sammelt Partner für den Geschlechtsverkehr auf. In der Wohnung der Frau werden die Probanden allerdings in eine unnatürliche Flüssigkeit gelockt, die sie von ihrer Heut trennt. Die Frau – Scarlett Johansson natürlich – ist eine Außerirdische, ihr Anlockverhalten der Sexpartner völlig losgelöst vom zielgebundenen Balzen der von ihr beobachteten Menschenspezies.

 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Kritik

 
 
 
UNDER THE SKIN ist der dritte Films des Optikästheten und maßgeblich als Werbefilmer und Videoclipmacher in Erscheinung getretenen Londoners Jonathan Glazer. Mitte der Neunziger war er der Kopf hinter Videos für alles, was in dieser Zeit musikalisch zum Weglaufen furchtbar war (Massive Attack, Blur, Radiohead, um nur ein paar besonders widerliche Geräuschmacher aufzuzählen). Umso überraschender dann im Jahr 2000 sein Filmregiedebüt SEXY BEAST, bei der Kritik eingeschlagen wie eine Bombe und nicht nur ein durchgestylter und beinahe schon körperlich attackierender Brit-Gangsterfilm, verflucht weit weg von den coolen Unterwäschemodel-Verbrechern seines Landsmannes Guy Ritchie. SEXY BEAST kitzelte aus seinem Hauptdarsteller, dem ewigen Gandhi und Autoritätendarsteller Ben Kingsley eine Performance heraus, die der Oscarpreisträger unter seinen größten Auftritten führt und für deren Triggern es ein Ausnahmetalent auf dem Regiestuhl gebraucht hat. Immer weiter gut in Werbung und Musik arbeitend, brachte Glazer das enttäuschende Reinkarnationsdrama BIRTH (2004) in die Kinos, das trotz der seinerzeit hervorragend zu besetzenden Nicole Kidman besser unter dem Mantel des Schweigens bleiben sollte. Letztes Jahr, neun Jährchen nach seinem letzten Versuch, traute sich der Regisseur wieder auf das Schlachtfeld der Leinwände und setzte sich mit UNDER THE SKIN auch prompt zwischen die sehr unterschiedlichen Stühle seiner beiden ersten Streifen: Was Scarlett Johansson als Hauptdarstellerin aus sich rausholt, weder Scham noch persönliche Grenzen gelten lassend, spiegelt erneut die außergewöhnliche Hand wieder, über die Jon Glazer im Bereich der Schauspielerführung zu verfügen scheint; so ist etwa der Akt mit dem missgestalteten jungen Mann besonders aufwühlend, handelt es sich hier doch um keinen Spezialeffekt – er leidet wirklich unter diesem Defekt. Damit hätten wir auch schon die Zweischneidigkeit dieses Instant-Skandalfilms. Der Film ist die Scarlett-Show vor orchestrierten wie aufgedonnerten Landschaftspanoramen eines Regisseurs, der sich seiner studierten und erprobten Kenntnis des Schauwerts so sicher ist, dass ihm das nur folgerichtige Entgleiten der Erzählebene herzlich egal sein dürfte. UNDER THE SKIN wird dem durchschnittlichen Sci-Fi oder Genrefan wenig geben, ihm zu sehr wie überkandideltes Kunstkino erscheinen. Solche Gedanken wird man sich auch beim Kinoverleih gemacht haben, als man davon absah, den Film hierzulande auf die großen Screens zu bringen. Sicher, mit dem fünfzigsten, vom Niveau eigentlich an Achtjährige gerichteten Superheldenfilm, drückt man mehr Hinterteile in Plüschsessel.
Was bleibt ist eine filmhistorische Momentaufnahme, in der eine Hollywood-Figur der A-Klasse ihre Grenzen ignoriert und im Werk eines Künstlers, nicht unbedingt Filmemachers, glänzt.
 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Bilderschwere und sich ihrer Wirkung beim entsprechenden Publikum fast schon zu sicher fühlende Arthouse-Science-Fiction-Breitseite. Lassen Sie Sich bloß nicht dabei erwischen, UNDER THE SKIN nicht gut zu finden. Man wird die Nicht-verstanden-Karte ziehen. Scarlett-Fans werden sich immerhin über diese One-Women-Show freuen.
 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Zensur

 
 
 
Die deutschen Heimkinofassung wurde ab 16 Jahren freigegeben. Der Film selbst ist jedoch FSK 12, denn viel Gewalt gibt es hier nicht zu sehen.
 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film GmbH / Senator Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Under the Skin; Großbritannien 2013

Genre: Drama, Mystery, Science Fiction, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1, @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 108 Min.

FSK: Blu-ray: FSK16 / eigentlicher Film: FSK 12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: The Making of “Under the Skin”, Featurettes: Scarlett Johansson, The Hidden Lense

Release-Termin: 10.10.2014

 

Under the Skin – Tödliche Verführung [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Lucy (2014)
 
Transcendence (2014)
 
Tron (1982)
 

Filmkritik: “Der Rasenmähermann” (1992)

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DER RASENMÄHERMANN

Story

 
 
 
Der Wissenschaftler Dr. Lawrence Angelo (Pierce Brosnan) möchte das Gehirn erforschen und nach dem nächsten Baustein der menschlichen Evolution suchen. Damit ihm das gelingt, lässt er Primaten in eine virtuelle Realität eintreten und beobachtet ihre Reaktionen. Nachdem ein Versuch mit einem seiner tierischen Probanden gehörig in die Hose geht, werden seine Experimente unterbrochen und der Doktor auf unbestimmte Zeit in den Urlaub geschickt. Zu allem Überfluss verlässt ihn auch noch seine Frau und der ambitionierte Wissenschaftler erreicht den Nullpunkt. Besessen von der Idee, seine Experimente fortzuführen, rekrutiert er den netten, aber etwas zurückgebliebenen Jobe (Jeff Fahey), der bei seinen Nachbarn den Rasen mäht. Zunächst reagiert das Gehirn des Versuchskaninchen positiv auf Angelos Maßnahmen, doch schon bald entwickelt er sich ein Stück zu weit und übernimmt kurzerhand die Kontrolle über den Verlauf des Experiments.

 
 
 


 
 
 

DER RASENMÄHERMANN – Kritik

 
 
 
Was sofort ins Auge sticht, sind natürlich die computergenerierten Sequenzen, die sich in Dr. Angelos virtueller Realität abspielen, extrem schlecht gealtert sind und heute schlichtweg lachhaft wirken. Auch sonst wirkt die visuelle und akustische Ästhetik des Films, der aus dem selben Jahrgang wie James Camerons zweiter „Terminator“ stammt, eher unbeholfen. Mit maßlos übertriebener Beleuchtung und ebenso unpassender musikalischer Untermalung wirkt „Der Rasenmähermann“ eher wie ein Kind der 80er als der 90er.
 
Betrachtet man den Film allerdings über zwei Jahrzehnte nach seiner Entstehung, kann man nicht abstreiten, dass der Science-Fiction-Aspekt nach wie vor interessant ist, und mit der Zeit sogar an Relevanz zugenommen hat. Damals, als die digitale Revolution zumindest für die meisten Menschen noch ein Glimmer am Horizont war, konnte man sich nur schwer vorstellen, wie das kommende Informations-Zeitalter die Menschheit beeinflussen würde. An genau diesem Punkt setzt „Der Rasenmähermann“ an und bietet eine Vision einer Zukunft, die heute zwar amüsant wirkt, aber gleichzeitig sehr interessant ist.
 
Kernthema des Films ist die zweifelhafte Symbiose zwischen Mensch und Maschine und die Gegenüberstellung einer menschlichen Intelligenz mit einer künstlichen, oder zumindest einer künstlich verstärkten. Untersucht wird das Thema anhand des Rasenmähermannes, einer (sehr) simplen Person, die sich innerhalb kürzester Zeit vom treudoofen Boxsack zum intelligentesten Wesen des Planeten entwickelt und dabei selbstverständlich Fähigkeiten wie Gedankenlesen oder Telekinese nicht auslässt. Tatsächlich muss man dem angestaubten Sci-Fi-Reißer aus den frühen 90ern bescheinigen, dass er diese Gedanken um Einiges konsequenter angeht als moderne Filme mit der selben Thematik à la „Lucy“ oder „Transcendence“. Ganz nebenbei versprüht er dabei trotz oder gerade wegen seiner holprigen Optik einen besonderen, nostalgischen Charme, der vielen Filmen seiner Ära innewohnt.
 
 
 


 
 
 

DER RASENMÄHERMANN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„Der Rasenmähermann“ mag auf den ersten Blick wie ein lachhafter und veralteter B-Film aus den frühen 90ern wirken, aber auf näheren Blick ist er noch immer ein absolut tauglicher, interessanter Science-Fiction-Film. Pierce Brosnan und Jeff Fahey verkörpern ihre Frankenstein-ähnliche Beziehung glaubhaft und effektiv und halten den Film trotz einigen Abzügen in der B-Note gut zusammen. Vor allem für Fans von kultigen Sci-Fi-Filmen und 90er-Jahre-Nostalgikern ist „Der Rasenmähermann“ ein wichtiger Eckstein in der Filmsammlung.
 
 
 


 
 
 

DER RASENMÄHERMANN – Zensur

 
 
 
Seit jeher ist der Film in Deutschland ungeschnitten mit einer FSK16-Freigabe erhältlich, die aus heutiger Sicht vielleicht etwas streng wirkt, aber fair ist. Die deutschen Blu-ray-Auswertung wurde ebenfalls ab 16 Jahren freigegeben. Auf der ist jedoch nur die Kinofassung enthalten. Der Director’S Cut ist auf der aktuellen Blu-ray nicht enthalten.
 
 
 


 
 
 

DER RASENMÄHERMANN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
der-rasenmähermann-blu-ray

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Lawnmower Man; USA 1992

Genre: Mystery, Science Fiction, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 108 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene dt. Kinofassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras:Trailershow

Release-Termin: 25.07.2014

 

Der Rasenmähermann [Blu-ray] ungeschnitte deutschen Kinofassung auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DER RASENMÄHERMANN – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Lucy (2014)
 
Transcendence (2014)
 
Tron (1982)
 

Filmkritik: “Horns” (2013)

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HORNS

Story

 
 
 
Ig Perrish (Daniel Radcliffe) weiß nicht mehr weiter. Nicht nur, dass ihn die Bewohner seines Heimatstädtchen für den Tod seiner Schulliebe Merrin Williams (Juno Temple) verantwortlich machen; ihm wachsen auch noch plötzlich Teufelshörnchen aus dem Schädel, die dem Beschuldigten mit ungeahnten empathischen Fähigkeiten segnen. Plötzlich kann er die Sünden seiner Mitmenschen erkennen und nutzt die neue Gabe um den wahren Mörder seiner großen Liebe ausfindig zu machen …
 
 
 


 
 
 

HORNS – Kritik

 
 
 
ALEXANDRE AJA scheint der Gewalt in seinen Filmen abtrünnig geworden zu sein. Nach Extrem-Horror made in Frankreich (HIGH TENSION) und blutreichen Horror-Remakes (THE HILLS HAVE EYES), die er in der amerikanischen Traumfabrik verwirklichen konnte, hat er nun einen neuen Streifen gedreht und sieht fast gänzlich von der für seine Werke obligatorischen Brutalität ab. HORNS heißt der neue, reichlich schwarzhumorige Ausflug ins Thriller-Fach für den AJA einen der wohl gefragtesten Jungdarsteller unserer Zeit gewinnen konnte: DANIEL RADCLIFFE. Der Brite konnte sich durch die Verkörperung des “Harry Potter” in acht Romanverfilmungen ein Denkmal setzen, hat aber Jahre nach dem letzten Leinwandauftritt als Hogwarts-Schüler vermutlich immer noch Probleme damit, dass ihn Zuschauer ausschließlich auf die Rolle des wohl bekanntesten Zauberlehrlings der Welt reduzieren. Wahrscheinlich war das auch der Grund, warum RADCLIFFE mit HORNS nun schon ein weiteres Mal auf Horror-Pfaden wandelt, konnte er in der HAMMER-Produktion DIE FRAU IN SCHWARZ (2012) doch schon einmal unter Beweis stellen, dass er auch ohne Zauberstab und Panto-Brille eine durchaus passable Figur als Schauspieler macht.
 
In HORNS darf RADCLIFFE endlich mal das tun, was ihm als Potter-Darsteller immer verwehrt geblieben ist, denn in seiner neue Rolle konnte er sich sprichwörtlich gleich mal die Hörner abgestoßen. Als Filmheld Iggie macht er Dinge, die halt Erwachsene tun; darf fluchen, an weiblichen Brüsten knabbern und sogar auch mal mit Zunge küssen. Leider durchlebt sein Filmcharakter ein Wechselbad der Gefühle, denn in seinem Heimatort ist man nicht gut auf ihn zu sprechen. Er wird des Mordes an seiner großen Liebe Merrin (JUNO TEMPLE) beschuldigt, deren lebloser Körper im Wald gefunden wurde. Doch mit den vagen Anschuldigungen fangen die Probleme erst an. Eines Morgens entdeckt Iggie zwei hornartige Verknöcherungen aus seinem Schädel sprießen, die nicht nur stündlich weiterwachsen, sondern auch zu ungeahnten Fähigkeiten führen. Iggie kann plötzlich die tiefsten Geheimnisse seiner Mitmenschen entlocken, die sich in seiner Gegenwart nicht nur schonungslos offen geben, sondern auch jede Menge Leichen im Keller versteckt halten. Was sich anfänglich als Fluch herausstellt entwickelt sich allmählich zum Segen, denn mit seiner neuen Gabe versucht er den bis dato noch unaufgeklärten Mordfall an seiner geliebten Merrin zu entschlüsseln.
 
TEUFELSZEUG (im Original HORNS) nennt sich die Romanvorlage zur Kinoadaption HORNS für die JOE HILL verantwortlich zeichnet. Der dürfte vermutlich niemanden ein Begriff sein, lässt aber aufhorchen insofern man weiß, dass sich hinter dem Pseudonym der Sohn des wohl bekanntesten Horror-Autoren der Neuzeit verbirgt: STEPHEN KING. Splatter-Maestro ALEXANDRE AJA sah Potenzial in der Geschichte und nahm sich die Freiheit gleich selbst Regie zu führen und zu produzieren. Ganz so klar schien ihm die angestrebte Richtung dann doch nicht gewesen zu sein, was vor allem Anhänger des französischen Horror-Machers vor den Kopf stoßen dürfte, die in AJAS neusten Kinofilm vergebens auf den nächsten Gewalt-Adrenalin-Kick warten. Stattdessen hat AJA eine Leidenschaft fürs Drama und Puzzeln entwickelt und konfrontiert seinen leidenden Filmhelden mit einer verzwickten Suche nach Antworten, die sich durch HORNS wie ein roter Faden zieht, damit am Ende das Rätsel des tragischen Tods der geliebten Merrin aufgeklärt werden kann. Mittels Rückblenden und Visionen wird Licht ins Dunkel gebracht. Immer dann wenn Held Iggie “Sünder” berührt, erhält er Einblick in deren tiefsitzende Geheimnisse und rekonstruiert so, was wirklich mit Merrin passiert ist. Die Rolle des zu Unrecht Verdächtigten stellt RADCLIFFE vor große Herausforderungen, denn sein Charakter Iggie durchlebt in HORNS ein regelrechtes Chaos der Gefühle. Mal verliebt, dann auch launisch, später aggressiv und verzweifelt. Die Stimmungslagen des Filmhelden wechseln nahezu im Minutentakt, was dann doch oftmals mehr Drama als Fantasy ist und RADCLIFFE etwas unsicher agieren lässt, weil er mit der Rolle einfach an seine schauspielerischen Grenzen stößt. Einige der Gefühlsausbrüche werden von ihm derart überzogen verkörpert, dass ein Hang zum Overacting nicht von der Hand zu weisen ist. Aber auch Regisseur ALEXANDRE AJA scheint oftmals orientierungslos, weil er HORNS zwanghaft versucht nicht in die Horror-Schublade pressen zu wollen. Das gelingt ihm teils nur sehr unbeholfen, denn immer wieder lässt er dann doch durchblitzen, welche Art von Horror er bevorzugt. Die gehört selbstverständlich zur härteren Sorte und äußert sich im Falle von HORNS durch zwei unpassend platzierte Splatter-Momente, die irgendwie nicht zum Rest des Films passen wollen. Zudem bereichert er seinen Streifen um humoristische Momente, die jedoch nicht wirklich erheitern wollen, weil sie reichlich geschmacklos anmuten und einfach nicht lustig sind.
 
Unterm Strich ist HORNS ein solider Film, aus dessen interessanter Roman-Vorlage man hätte eindeutig mehr machen können. Die Produktion befindet sich auf einem beachtlichen Niveau und auch die diversen Spezial- und Make-up-Effekte können sich durchaus sehen lassen. Dennoch, trotz Staraufgebot hat der für Splatter-Filme berüchtigte ALEXANDRE AJA mit HORNS den wohl enttäuschendsten Film seines bisherigen Karriere gemacht, der irgendwie nicht so homogen wirkt, wie das was man bislang von AJA zu sehen bekommen hat. Somit sei AJA empfohlen, sich dann doch lieber mit Filmthemen zu beschäftigen, die er gut beherrscht: harte Horrorfilme mit reichlich Blut und Gewalt.
 
 
 


 
 
 

HORNS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein wütender und diabolischer “Harry Potter” auf verzwickter Mörderjagd: HORNS ist ein effektreiches Fantasy-Spektakel mit überraschenden Wendungen und grandiosen Spezialeffekten. Letztere wurden wieder einmal sehenswert vom Effekte-Titan KNB EFX in Szene gesetzt, der im Bereich “Spezialeffekte” (u.a. THE WALKING DEAD) jedem Horrorfan mittlerweile ein Begriff sein dürfte. So gut die Effekte, so enttäuschend die Umsetzung des Machwerks, denn im Falle von HORNS trifft mal wieder die Tatsache zu, dass der Roman (übrigens vom Sohn der Autoren-Legende STEPHEN KING geschrieben) bei Weitem besser ist, als seine glattgebügelte Leinwandadaption. Einerseits ist die Rolle des aufgebrachten Filmhelden “Iggie Perish” für Darsteller DANIEL RADCLIFF eine Nummer zu groß, andererseits wandelt Regisseur ALEXANDRE AJA für HORNS auf weitaus unblutigen Pfaden und konzentriert sich zu sehr auf die Gefühlsdusselei seiner Filmfigur, die in diesem Fantasy-Streifen eine Achterbahn der Gefühle durchlebt. Leider geht dem Streifen nach knapp 90 Minuten die Puste aus, so dass AJA noch einmal zur Effekte-Schlacht ausholen muss, um das reichlich erzwungen wirkende Finale beim Zuschauer interessant machen zu können. Eigentlich schade, hätte der Film doch auch ohne den überflüssigen Rattenschwanz funktioniert. HORNS ist somit ein zweischneidiges Schwert, denn weder AJA-Fans noch RADCLIFFE-Anhänger bekommen das zu sehen, was sie sich wohl von HORNS erwartet hätten. Demnach sollten Erwartungen herabgeschraubt werden, denn der Fantasy-Drama-Thriller leidet nicht nur unter chronischer Blutarmut, sondern ist mit seinen 120 Minuten auch eindeutig zu lang. Demnach: teils frech und flott erzählt, aber bei Weitem kein Überflieger.
 
 
 


 
 
 

HORNS – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt gibt es nicht zu sehen. Der Zuschauer wird Zeuge eines eingeschlagenen Schädels. Zudem wird eine Hande mittel Feuerwerkskörper zerfetzt. AJA-Fans werden enttäuscht sein. Demnach ist eine FSK 16 möglich.
 
 
 


 
 
 

HORNS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ghost Rider (2007)
 
Ghost Rider: Spirit of Vengeance (2011)
 
Constantine (2005)
 
Heartless (2009)
 

Filmkritik: “Grave Halloween” (2013)

grave-halloween-2013
 
 
 

GRAVE HALLOWEEN

Story

 
 
 
Maiko (Kaitlyn Leeb) will die Seele ihrer verstorbenen Mutter mit Hilfe eines Rituals befreien und reist mit ihren Freunden an jenen Ort, wo sich die Mutter einst an einem Baum erhangen hat. Leider spukt es dort gewaltig, so dass die Kids bald um ihr eigenes Leben bangen müssen …
 
 
 


 
 
 

GRAVE HALLOWEEN – Kritik

 
 
 
Alle Jahre wieder die gleiche Prozedur: Pünktlich zur Herbstzeit wollen DVD-Label ihre eingekauften Horrorfilme an den Filmfreund bringen, schließlich gehört es für den Gruselfan alljährlich zur Pflicht, sich das Halloween-Fest mit schaurig-schöne Horrorstreifen zu verschönern. Der Oktober steht ganz im Zeichen des düsteren Genres, denn in keinem anderen Monat des Jahres werden so viele Horrorfilme in Handel, Videotheken und Fernsehen gebracht, wie es während der goldenen Jahreszeit der Fall ist. GRAVE HALLOWEEN ist Gruselstoff den man sich, wie der Name schon sagt, mit Freunden am Halloween-Abend gemeinsam auf der Couch anschaut, um sich gegenseitig Angst einzujagen. Leider ist jedoch nicht überall dort wo “Halloween” draufsteht auch wirklich gutes Gruselmaterial enthalten, denn wie der Trailer zum Film bereits erahnen lässt, handelt es sich bei GRAVE HALLOWEEN um leidlich unterhaltsamen und vor allem günstig produzierten Horror-Schrott fürs Fernsehen. Hinter dem überflüssigen TV-Beitrag steckt STEVEN R. MONROE. Der genießt seit dem Remake zu I SPIT ON YOUR GRAVE (2010) und dessen Fortsetzung I SPIT ON YOUR GRAVE 2 (2013) unter Folterfans Kultstatus. Bevor er jedoch Frauen in Filmen misshandeln und deren Peiniger durch den Fleischwolf jagen lies, drehte er bevorzugt TV-Ware und wurde nun vom amerikanischen Fernsehsender SYFY noch einmal damit beauftragt, seinen guten Namen für billig gemachten Fernseh-Kram herzugeben.
 
Wie so oft im Horrorfilm wirbt man auch in GRAVE HALLOWEEN damit, dass der Streifens von wahren Begebenheiten inspiriert wurde, schließlich lässt sich heutzutage nur mit einem Echtheits-Zertifikat auf dem Cover Kasse machen. Die Grundlage lieferten die Legenden von “Aokigahara” – einem dicht bewachsenen Wald in Japan, der für seine hohe Selbstmordrate berüchtigt ist und von den Japanern auch als “Selbstmordwald” bezeichnet wird. Darin verirren sich Maiko (KAITLYN LEEB) und ihre Freunde. Erstere will hier ein Ritual durchführen, um den Geist ihrer leiblichen Mutter zu befreien, die sich im Wald einst selbst das Leben genommen hat und deren Seele nun darin festsitzt. Leider kommt natürlich alles anders als erwartet. Schnell werden kostbare Hinterlassenschaften der hier Verstorbenen in eigene Taschen gesteckt und somit die Wut all jener Seelen auf den Plan gerufen, die sich in den Wäldern selbst umgebracht haben. Auch Maikos verstorbene Mutter ist über das Fehlverhalten der Rasselbande so erbost, dass sie mit harter Hand durchgreifen und einen nach dem anderen blutig bestrafen muss.
 
Nichts Neues an der Horror-Front. Für GRAVE HALLOWEEN bedient man sich erneut der japanischen Geister-Mythologie und lässt bleich geschminkte Asiaten auf nervende Kanadier los, die mal wieder das tun, was normal denkende Zuschauer nicht nachvollziehen können. STEVEN R. MONROE bekleckert sich für GRAVE HALLOWEEN nicht mit Ruhm, denn was er mit diesem Murks verbrochen hat entspricht letztendlich dem, was man eben von flink fürs TV gedrehten Filmen erwartet: hirnloser Sondermüll mit Platz für viele Werbepausen. Dabei lässt MONROE keine Katastrophe aus und bedient sich sogar der längst nicht mehr ganz so frischen Found-Footage-Thematik. Freundin Cassi ist Filmstudentin und benötigt noch reißerisches Material für ihre Abschlussarbeit. Eine Dokumentation über den unheimlichen Selbstmordwald am Fuß des Flusses Fuji scheint ihr dafür geradezu gelegen. Demzufolge sieht der Zuschauer einen kleinen Teil der Geschehnisse aus der Egoperspektive in Form verwackelter Waldansichten, wo asiatische Geistermädchen mit ungewaschenen Haaren kurz durchs Bild sausen damit die Teenager Panik bekommen. Immerhin besitz Regisseur STEVEN R. MONROE bereits Übung im Machen anspruchsloser TV-Movies, was dem Streifen des Öfteren über die Runden hilft. Tiefgang ist zwar nicht vorhanden, dafür wird es aber nicht langweilig. In GRAVE HALLOWEEN ist immer was los, so dass der Zuschauer erst gar nicht mitbekommt, welch formelhaftes Klischee-Gebräuch ihm hier eingeflösst wird. Hierbei dürften vor allem die fürs TV ungewöhnlich grafischen Splatter-Momente manch Logikloch vergessen lassen, den MONROE hatte wohl noch ein paar kranke Ideen übrig, die in seinem letzten I SPIT ON YOUR GRAVE-Ausflug keine Verwendung finden konnten. So werden die Kids nacheinander vom wütenden Geist der Mutter ins Jenseits befördert, damit der Zuschauer ein paar ekelige Szenen zu sehen bekommt. GRAVE HALLOWEEN ist Fastfood-Horror, der zwar kurzzeitig den Appetit stillt, von dem man jedoch nach nur wenigen Minuten schon wieder Magenknurren bekommt. Der Film ist ein typischer SYFY ORIGINAL-Titel und dürfte wahrscheinlich nur den Horrorfans schmecken, die sich auch über die bisherigen Gurken aus der SYFY-Kreativschmiede amüsieren konnten.
 
 
 


 
 
 

GRAVE HALLOWEEN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Effektreiches Grusel-Vergnügen für Fans asiatischer Geisterfilme. I SPIT ON YOU GRAVE-Macher STEVEN R. MONROE dreht den Gewaltgang zurück und besinnt sich zurück zu einer Zeit, in der er vornehmlich Filme fürs TV gedreht hat. Sein GRAVE HALLOWEEN ist kein nennenswertes Horror-Spektakel, dazu fehlen dem Streifen einfach neue Ideen. Stattdessen werden bewährte Horrorformeln nach bekanntem Schema kombiniert, damit sich der Zuschauer nicht überfordert fühlt. So bedient man sich von Elementen, die man bereits in J-Schauerwerken wie THE RING oder THE GRUDGE zu sehen bekommen hat, mixt diese mit vorhersehbaren Slasher-Klischees und für TV-Verhältnisse überraschend grafischen Gewaltmomenten. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse und das etwas arg gehetzt wirkende Finale endet in einem lauten Effekte-Gewitter, bei dem sich MONROES langjährige TV-Erfahrung bezahlt macht. GRAVE HALLOWEEN (was für ein bescheuerter Titel) ist ein solider Fernsehfilm mit ein paar netten Gewalteinlagen inklusive Überraschungs-Twist. Mehr aber leider auch nicht.
 
 
 


 
 
 

GRAVE HALLOWEEN – Zensur

 
 
 
Einige netten Gewaltmomente hat GRAVE HALLOWEEN zu bieten. So wird ein Bein gebrochen und ein Ast bohrt sich durch die Kehle eines Protagonisten. Mit viel Glück wird’s eine FSK 16.
 
 
 


 
 
 

GRAVE HALLOWEEN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sadako 3D – Ring Originals (2012)
 
Still 2 (2014)
 
Ring (2002)
 
Der Fluch – The Grudge (2004)
 

Filmkritik: “Silent Retreat” (2013)

Silent-Retreat-2013
 
 
 

SILENT RETREAT

Story

 
 
 
Die weiblichen Insassen eines Erziehungslagers werden vom Camp-Aufseher mittels Gehirnwäsche gefügig gemacht, damit sie als gut erzogene Hausfrauen zurück in die Gesellschaft eingegliedert werden können. Leider lebt im angrenzenden Wald auch etwas Böses, was die Jugendlichen davon abhalten soll davon zu laufen …
 
 
 


 
 
 

SILENT RETREAT – Kritik

 
 
 
Um Hilfe winselnde Frauen in Eröffnungssequenzen von Horrorfilmen verheißen nichts Gutes, denn meist führt ein blutiges Opening dem Zuschauer vor Augen, welch ungemütlicher Ton im späteren Verlauf angeschlagen wird. SILENT RETREAT macht da keine Ausnahme, denn hier ist es eine nichtsahnende Schönheit, die sich zu Beginn panisch durch dichtes Geäst kämpft und wenig später von einer bis dato noch unbekannten Kreatur in Stücke gerissen wird. Kein gutes Omen für all jene, die im weiteren Verlauf des Streifens ebenfalls um ihr Leben bangen müssen. SILENT RETREAT ist inmitten der Flut günstiger Low-Budget-Indies aus letzter Zeit eine regelrechte Wohltat, denn trotz eigentlich bekannter Erzählverläufe gelingt es Regisseurin TRICIA LEE (ja, eine Frau hat den Streifen gemacht!) eine nicht mehr ganz so frische Geschichte trotzdem spannend zu verpacken. Dies meistert sie ohne Probleme, denn LEE vermischt in SILENT RETREAT quasi zwei Sub-Genres miteinander und führt diese am Ende zu einem zusammen. Etwas Gewalt gibt es auch zu sehen, so dass dem Zuschauer hier ein Rundum-sorglos-Paket geschnürt wird, das triste Herbsttag unterhaltsam versüßen soll.
 
SILENT RETREAT erzählt von den tragischen Erlebnissen des Teenagers Janey (Chelsea Jenish), der in eine Art Erziehungslager gebracht wird, wo straffällige Mädchen eine letzte Chance bekommen, um einer möglichen Haftstrafe entgehen zu können. In diesem abgelegenen Camp herrscht ein hartes Regime, denn ein strenge Aufseher (furchterregend: ROBERT NOLAN) sorgt für Zucht und Ordnung. Den Mädchen wird striktes Sprechverbot erteilt und ihnen werden jegliche Kommunikationsmöglichkeiten genommen. So verstreichen die Tage ins Land, ohne dass eine der Jugendlichen die zweifelhaften Regeln hinterfragt – auch dann nicht, als Inhaftierte aus unerklärlichen Gründen verschwinden. Doch SILENT RETREAT wäre wohl kein Horrorfilm, wenn nicht doch noch etwas Grauenvolles geschehen würde. Neuankömmling Janey wird zur Heldin deklariert und freundet sich mit der rebellischen Alexis (SOFIA BANZHAF) an. Zusammen kommen sie einem düsteren Geheimnis auf die Schliche, das der diabolische Lageraufseher sorgsam zu vertuschen versucht. In den Wäldern vor dem Camp geht die Angst um, denn hier lauert etwas Böses, das so seine Probleme mit vorlaut quasselnden Teenagern besitzt. Den neunmalklugen Mädchen Janey und Alexis ist das egal. Die wollen nur eins: weg aus diesem Umerziehungslager.
 
THE DESCENT nur ohne Höhle, dafür mit Holzbaracken. Regisseurin LEE hat sich reichlich Input beim britischen Überlebens-Horror aus dem Jahre 2005 geholt, wo sich eine Höhlenkraxelei für sechs Hobby-Bergsteigerinnen zum Albtraum entwickelt. Die werden im Inneren der Höhle mit blinden Kreaturen konfrontiert, die sich wie Fledermäuse mittels Schall orientieren und eine unerbittliche Jagd auf die ahnungslosen Frauen veranstalten. So ähnlich läuft das auch in SILENT RETREAT ab, denn wie der derbe Auftakt zu Beginn des Streifens vermuten lässt, wird auch in diesem Grusler ein missgebildetes Wesen auf das bevorzugt weibliche Kanonenfutter losgelassen. Die Mädchen bekommen das hungrige Filmmonster jedoch erst ab Filmmitte in seiner vollen Pracht zu Gesicht damit die Spannung bis zum Ende gehalten werden kann. Hierbei kommt das Konzept des Schweigens dem Streifen zugute, denn die quälende Stille macht SILENT RETREAT interessant, ist es den Mädchen untersagt sich miteinander zu unterhalten. Demzufolge verläuft auch die erste Hälfte des Films eher wortlos, was dem Grusler eine durchaus bedrückende, fast schon befremdlich wirkende Atmosphäre einräumt. Die Zwangseingewiesenen haben unter den fragwürdigen Erziehungsmethoden des Lagerbetreuers zu leiden, der ungehorsamen Häftlingen eine Gehirnwäsche unterzieht. Führt der Rehabilitationsversuch zu keinem Erfolg, bleibt nur die letzte Instanz: Monsterfutter. Dass sich der Aufenthalt im Eingliederungscamp für die inhaftierten Mädchen demzufolge zum Martyrium entwickelt dürfte verständlich sein, schließlich sehen die sich hier nicht nur mit einem menschlichen Monster konfrontiert, sondern müssen sich am Ende auch noch vor einer gefräßigen Bedrohung in Sicherheit bringen.
 
SILENT RETREAT ist packendes Horror-Kino, das aufgrund des ordentlichen Blutzolls für Vegetarier ungeeignet ist. Denn anderes als es der eher gemächlich erzählte Einstieg verspricht, geht es im erstaunlich umfangreichen Finale ordentlich zur Sache. Es werden Körper aufgeschlitzt, Kehlen durchgeschnitten und mit eher unkonventionellen Methoden Monster in die Flucht geschlagen. Die wenigen Schauspieler machen ihre Arbeit gut, wobei man für die Rolle der Helden zwei durchaus sympathische Frauen gewinnen konnte, die schnell ans Herz wachsen. Regisseurin TRICIA LEE hat in ihrem eigenen Produktionsstudio einen kleinen aber feinen Horrorfilm inszeniert, der Potenzial hat in Serie zu gehen. Da kann man nur hoffen, dass sich viele Horrorfans für SILENT RETREAT begeistern können, damit eine Fortsetzung zügig folgen kann.
 
 
 


 
 
 

SILENT RETREAT – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Pssst … Wir bitten um Ruhe. Denn wir wollen, dass da draußen auch ja jeder Horrorfilmfan mitbekommt, dass SILENT RETREAT lohnt gesehen zu werden. Der kanadische Horror-Beitrag ist ein kleines Biest von Film und packendes Kreaturen-Kino, das garantiert nix für Weicheier ist. Zwar erinnert die Grundplot an den britischen THE DESCENT aus dem Jahre 2005; wie die eigentlich simple Geschichte von Regisseurin TRICIA LEE letztendlich umgesetzt wurde, gefällt gerade wegen ihrer schnörkellosen Schlichtheit. Aus einem minimalistischen und deprimierenden Jugenddrama entwickelt sich recht zügig ein atmosphärischer Horror-Trip, der seine Helden rastlos durch düstere Kulisse hetzen lässt. Indie-Horror, so wie er sein sollte: Klein, aber oho – Vielen Dank für 90 schaurig-schöne Minuten ohne Hänger.
 
 
 


 
 
 

SILENT RETREAT – Zensur

 
 
 
Nach eher subtilem Einstieg geht ab Mitte die Post ab. Zwar keine Schlachtorgie, aber durchaus zeigefreudig. Demnach dürfte SILENT RETREAT erst für volljährige Filmfans freigegeben werden. Prognose: Keine Jugendfreigabe – ungeschnitten!
 
 
 


 
 
 

SILENT RETREAT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Beneath (2013)

The Underneath (2013)

Underground – Tödliche Bestien (2011)

In Darkness We Fall (2014)

The Cavern – Abstieg ins Grauen (2005)

The Cave (2005)

The Descent – Abgrund des Grauens (2005)

The Descent 2 – Die Jagd geht weiter (2009)

Filmkritik: “Don’t Blink” (2014)

dont-blink-2014
 
 
 

DON’T BLINK

(LAST STOP)

Story

 
 
 
Ein erholsames Wochenende mit unerwarteten Folgen: Zehn Freunde wollen die stressige Woche in einem idyllisch gelegenem Berghotel ausklingen lassen. Leider hat der Kurzurlaub nur einen Haken. Wer hier eincheckt verschwindet nach wenigen Stunden spurlos …
 
 
 


 
 
 

DON’T BLINK – Kritik

 
 
 
Mystery-Fans und Freunde des eher seichten Gruselfilmchens aufgepasst: Mit DONT’T BLINK (was soviel heißt wie “Nicht blinzeln”) gibt es Nachschub für all jene, die gern beim Filmeschauen mitraten möchten. Der Regie-Neuling TRAVIS OATES hat hier einen Film gedreht, dessen Plot unverkennbar an die Werke eines STEPHEN KING und M.NIGHT SHYAMALAN erinnert und der offensichtlich von der Kultserie THE TWILIGHT ZONE inspiriert wurde. Unerklärliche Dinge passieren nämlich hier, die sich im Verlauf der kleinen Geschichte für alle Beteiligten zum Albtraum entwickeln. Im Mittelpunkt stehen zehn Freunde, deren Freundschaft auf eine harte Probe gestellt wird. Die wollten sich eigentlich ein gemütliches Wochenende in einem verschneiten Berg-Resort bereiten, werden aber dort mit seltsamen Vorkommnissen konfrontiert. Erst ist es die unheimliche Stille, die darauf schließen lässt, dass es hier oben nicht mit rechten Dingen zugeht – es sind keine Vögel zu hören und auch das Hotel scheint menschenleer zu sein. Später springen Autos nicht mehr an und nicht vorhandener Empfang der Handys bereitet Sorgen. Als dann auch noch Freunde spurlos verschwinden und sich offensichtlich in Luft auflösen, ist die Stimmung im Keller. Misstrauen wird geweckt und es kommt zu Konflikten innerhalb der Gruppe. Es scheint als gebe es nur einen Weg, dem plötzlichen Verschwinden entgegenzuwirken: nämlich nicht zu blinzeln.
 
TRAVIS OATES betritt mit seinem Mystery-Thriller Neuland. Bisher hatte er sich als “Ferkel”-Synchronstimme der letzten WINNIE PUUH-Trickabenteuer im Disney-Kinderprogramm einen Namen gemacht. Mit DON’T BLINK (der anfangs eigentlich LAST STOP heißen sollte) hat er nun seinen ersten, eigenen Film inszeniert, der sich dann doch eher an ein erwachsenes Publikum richtet und dem Zuschauer angenehme Gruselstimmung garantieren soll. Statt hektisch-blutiger Holzhammer-Taktik setzt OATES vermehrt auf zurückhaltend-subtilen Mystery, wobei um das Verschwinden der Freunde ein oftmals arg konstruiert wirkendes Mysterium gewebt wird, dass der Regisseur dann auch noch etwas zu unbeholfen in die Länge zieht. Nach dem “10-kleine-Indianer”-Prinzip verschwinden im Verlauf des Streifens alle zehn Freunde unter ominösen Umständen, deren Verbleib am Ende dann doch etwas schwammig erklärt und der Zuschauer mit einer Menge Fragen allein vorm Fernsehapparat zurückgelassen wird. Immerhin ist DON’T BLINK Indie-Horror auf anständigem Niveau, denn OATES konnte für seinen ersten Ausflug ins Horror-Genre einige bekannte Sternchen der amerikanischen Filmmaschinerie zusammentrommeln. Auf Schauspielebene bekommt man so einige durchaus passable Leistungen zu sehen, was in unabhängigen Low-Budget-Horrorfilmen keine Selbstverständlichkeit ist, werden hier meist Darsteller verheizt, die eher mit Optik statt durch Talent glänzen können. So durfte in diesem eher seichten Mysterie-Süppchen das einstige Teenie-Idol BRIAN AUSTIN GREEN endlich mal unter Beweis stellen, dass in ihm doch ein ganz anständiger Schauspieler schlummert, der sein Talent sprichwörtlich für trivialen TV-Murks wie BEVERLY HILLS 902010 oder DESPERATE HOUSEWIVES vergeudet hat. In DON’T BLINK mimt er den bedachten und stillen Helden, der die Gruppe zusammenhält und unnötige Konflikte unter den Freunden zu verhindern versucht. Kein Mann der großen Worte: zurückhaltend und wortkarg. Und dennoch bemerkenswert, bekommt der Zuschauer hier wohl GREENS beste Leistung seines bisherigen Schauspieldaseins vor die Linse, die dem eher mittelmäßigen Streifen zu durchschnittlichen fünf FILMCHECKER-Punkten verhilft.
 
 
 


 
 
 

DON’T BLINK – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
STEPHEN KING meets TWILIGHT ZONE – Ein gruseliger Indie-Thriller, für Liebhaber der unheimlichen TWILIGHT ZONE-Kultserie. DON’T BLINK ist dennoch kein Genre-Highlight, dafür fehlt dem recht gemach erzählten Grusler einfach ein kreativ erdachter Twist mit “Aha”-Effekt, um mächtig Eindruck hinterlassen zu können. Statt dem Zuschauer jedoch eine unerwartete Wendung mit plausibler Erklärung zu liefern, überlässt Regisseur TRAVIS OATES die Auflösung der Phantasie des Zuschauers. Der dürfte sich jedoch nach dem Abspann etwas veralbert fühlen, hat er doch knapp 90 Minuten Lebenszeit für eine schwammig inszenierte und auf Spielfilmlänge aufgeblasene TWILIGHT Zone-Episode vergeudet, die nicht einmal Antworten liefert. Somit bleibt ein unbefriedigendes Mystery-Filmchen, das wohl besser als TV-Film im Fernsehen aufgehoben wäre, statt dem zahlungswilligen DVD-Käufer das Geld aus der Brieftasche zu ziehen. Daher: Augen auf beim Filmekauf!
 
 
 


 
 
 

DON’T BLINK – Zensur

 
 
 
Ein Protagonist wird angeschossen, ein anderer steckt sich aus Verzweiflung eine Waffe in den Mund und drückt ab. Gorehounds wird das aber gar nicht schmecken, denn die Kamera schwenkt in diesen Momenten weg. Demzufolge dürfte die FSK mit DON’T BLINK keine Probleme haben. Der Film wird aller Wahrscheinlichkeit nach bereits für 16-Jährige freigegeben werden.
 
 
 


 
 
 

DON’T BLINK – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The House of the End Times (2013)
 
Barricade (2012)
 
Mine Games (2012)
 

Filmkritik: “The Dead 2: India” (2013)

the-dead-2-india-2013
 
 
 

THE DEAD 2: INDIA

Story

 
 
 
Der Zombie-Virus aus THE DEAD (2010) hat sich von den Wüsten West-Afrikas nach Indien vorgearbeitet und auch dort die Bevölkerung zu Menschenfleisch verzehrende Fressmaschinen verwandelt. Elektroingenieur Nicholas Burton begibt sich auf eine Reise voller Gefahren um in den Slums von Mumbai die Liebste zu finden …
 
 
 


 
 
 

THE DEAD 2 – Kritik

 
 
 
Seit die Erfolgsserie THE WALKING DEAD im Fernsehen Einschaltquoten explodieren lässt, sind Zombies im TV nicht mehr wegzudenken. Eine Ironie in sich, haben die wandelnden Toten bis vor einigen Jahren noch deutschen Sittenwächter schlaflose Nächte bereitet und wurden gänzlich in die Erwachsenenabteilungen der Videotheken verbannt. Mittlerweile scheinen auch Mitarbeiter der FSF und FSK Freude an jener Art von Horrorfilmen gefunden zu haben, so dass Zombiefilme nicht nur regelmäßig in den Handel gebracht, sondern auch immer häufiger im Fernsehen gezeigt werden – meist sogar ungeschnitten. Die Zombie-Boom findet kein Ende, wobei seit den jüngsten WORLD WARZ Z und WALKING DEAD-Erfolgen auch der Anspruch an derart Streifen gestiegen ist. Billig ist out, schließlich gab es vor allem auf dem Videomarkt in den letzten Jahren einfach zu viel günstig heruntergekurbeltes Videofutter, das qualitativ unter aller Kanone gewesen war und Käufern nicht selten den Spaß am Schauen jener Schocker genommen hat. Die Brüder HOWARD und JONATHAN FORD haben den qualitativen Verfall jener Horrorware mit ihrem THE DEAD im Jahr 2010 zu ändern versucht. Sie brachten den etwas anderen Zombieschocker in die Wohnzimmer, der vor allem durch die ungewöhnliche, afrikanische Kulisse glänzen und damit viel Lob bei Fans und Kritikern ernten konnte. Weil THE DEAD gut angenommen wurde und scheinbar auch durchaus rentabel gewesen ist, dürfte es demnach niemanden überraschen, dass eine Fortsetzung folgen musste. Die nennt sich nun THE DEAD 2: INDIA und ist laut eigenen Angaben der FORD-Brüder der zweite Teil einer geplanten Trilogie.
 
Die Zombie-Apokalypse wurde kurzum von Afrika nach Indien verlegt, denn statt direkt an den Vorgänger anzuschließen, haben sich die beiden Macher des ersten Teils dazu entschlossen eine andere Geschichte zu erzählen. Gänzlich neu ist die jedoch nicht, denn sieht man von der indischen Kulisse ab, lassen sich immer noch genügend Handlungsstränge finden, die man so ähnlich bereits im Erstling aufgetischt bekommen hat. Die Ford-Brüder HOWARD J.FORD und JONATHAN FORD erzählen erneut von einem Virusausbruch, der binnen weniger Stunden ganze Landstriche entvölkert und Menschen zu Killermaschinen werden lässt. Im Grunde genommen ein mittlerweile gängiges Thema. Doch die Brüder waren schlau und verlagerten die Handlung in eine für das Genre eher ungewöhnliche Umgebung, was THE DEAD 2: INDIA trotz aller Klischees relativ unverbraucht erscheinen lässt. In THE DEAD 2: INDIA begleitet der Zuschauer Nicholas Burton (JOSEPH MILLSON) nach Indien, der dort als Elektroingenieur für einen riesigen Windpark arbeitet und genau in jenem Moment Zeuge einer beunruhigenden Zombie-Invasion wird, als ihm seine indische Partnerin vom bevorstehenden Mutterglück berichtet. Die verschanzt sich zusammen mit der infizierten Mutter und dem besorgten Vater in den eigenen vier Wänden irgendwo in den Slums von Mumbai und hofft nun darauf, dass sich der Liebste auf den langen Weg begibt, um sie aus der Hölle der wandelnden Toten zu befreien.
 
Zurück zu den Anfängen, zumindest orientiert sich das Regie-Duo an den klassischen Zombie-Streifen eines GEORGE A. ROMERO, wo Untote noch schwerfällig durch die Landschaft streiften und nicht zu fressgeilen Hochleistungssprintern verkommen waren, die im Zombiefilm des 21. Jahrhunderts vermehrt durch apokalyptische Weltuntergangsszenerien hetzen. In THE DEAD 2: INDIA taumeln Untote gemach durch menschenleere Ortschaften und über trockene Felder, wobei ihnen trotz Langsamkeit immer wieder mal ein noch Lebender zwischen die Krallen kommt, der anschließend genüsslich verspeist wird. Von wirklicher Bedrohung ist keine Spur, schließlich bleibt den Überlebenden stets genügend Zeit um davon laufen zu können. Trotzdem; aus unerklärlichen Gründen scheinen die Infizierten dann doch den Gesunden haushoch überlegen zu sein – eine Prämisse, die vor allem im italienischen Zombiefilm der 80er vermehrt Verwendung fand und für THE DEAD 2: INDIA noch einmal aus der Mottenkiste gekramt wurde. Die teils altbackenen Zombie-Regeln funktionieren immer noch tadellos, denn HOWARD und JONATHAN FORD beweisen immer mal wieder ein geschicktes Händchen für nostalgisches Grauen. So gefällt eine Szene, in welcher Held Nicholas Burton mit einem Motorrad durch das Dunkel der Nacht düst und um Zombies fahren muss, die plötzlich wie aus dem Nichts im Lichtpegel des Scheinwerfers auftauchen und nach ihren noch lebenden Opfern schnappen.
 
Die andersartige, exotische Kulisse bekommt THE DEAD 2: INDIA gut, entpuppt sich doch das ländliche Indien als trügerische Idylle, wo hinter jedem Hügel und jedem Haus die infizierte Bedrohung auf den Filmheld lauert. Der Zuschauer folgt Protagonist Nicholas Burton durch malerische Landschaften und verlassene Dörfer, wo er sich zusammen mit einem kindlichen Begleiter namens Javed (ANAND HRISHNA) durch Horden von Zombies durcharbeiten muss. Die werden vermehrt umgangen, statt schaufreudig erschossen. Überraschenderweise konzentrieren sich die Macher in ihrem Zombie-Road-Movie weniger auf das stumpfe Ausradieren der Zombie-Brut, noch werden die Ursachen der Infizierung näher beleuchtet. Stattdessen wird in THE DEAD 2: INDIA von einer Odyssee voller Gefahren berichtet, die von nur einem Ziel vorangetrieben wird: der Liebe. Im Gegensatz zum Vorgänger haben die Macher einige Mankos in der Inszenierung ausgebessert. So wurde das Geschehen nun reichlich flotter gestaltet, hatte doch der Erstling unter dem teils recht langsamen Erzähltempo zu leiden. Zudem wurde noch etwas an den Spezialeffekten und der Technik gefeilt, die THE DEAD 2: INDIA deutlich hochwertiger erscheinen lassen als das, was man sonst so in Sachen “Zombiefilm” geboten bekommt. Auch wen die Fortsetzung zu THE DEAD kein zweiter WORLD WAR Z geworden ist, gehört das von den FORD-Geschwistern neu geschaffene Untoten-Franchise zu den besseren Vertretern eine langen Reihe von Filmen dieser Art.
 
 
 


 
 
 

THE DEAD 2 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
THE WALKING DEAD goes Bollywood. Keine Angst in THE DEAD 2: INDIA gibt es keine tanzenden und singenden Zombies zu sehen. Vielmehr machen die beiden britischen Regisseure HOWARD und JONATHAN FORD Gebrauch von der exotischen Kulisse des Landes, die die Fortsetzung des Überraschungs-Hits THE DEAD (2010) zu einem etwas anderen Zombie-Spektakel werden lässt. Bis auf den ungewöhnlichen Schauplatz ist aber sonst alles beim Alten geblieben, so dass sich THE DEAD 2: INDIA eher wie ein actionreicheres Remake des Vorgängers anfühlt, zumal sich kein direkter Bezug (bis auf den Virus) zum Erstling finden lässt. Nichtsdestotrotz haben die Macher einige Defizite in der Inszenierung ausgebessert, so dass THE DEAD 2: INDIA flüssiger, rasanter und spannender als der erste Teil geworden ist. Mit viel Liebe zum Old-School wandeln die Toten hier gemächlich durch die Szenerie und sind dennoch allgegenwärtig. Fans klassischer Zombiefilme werden mit THE DEAD 2: INDIA ihre Freunde haben, schließlich orientiert sich diese Fortsetzung an den beliebten Zombie-Erzählungen eines GEORGE A. ROMEROS, der mit NIGHT OF THE LIVING DEAD eines der wohl bedeutendsten Horrorwerke unserer Zeit geschaffen hat. Selbstverständlich ist THE DEAD 2: INDIA noch weit von den Qualitäten des jungen ROMEROS entfernt; dennoch haben die FORD Brüder einen interessanten Beitrag zur mittlerweile nicht mehr ganz so frischen Zombie-Thematik geschaffen, der sogar minimal besser als der Erstling geworden ist. Ein würdiger Nachfolger!
 
 
 


 
 
 

THE DEAD 2 – Zensur

 
 
 
THE DEAD 2: INDIA orientiert sich in Sachen Gewalt an Streifen wie WORLD WAR Z oder bereits genannter Horror-Serie THE WALKING DEAD. Viele Schauwerte werden nicht geboten. Die meisten Geewaltszenen bestehen aus Ein- und Streifschüssen. Demnach dürfte die Fortsetzung ungeschnitten die FSK passieren: Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

THE DEAD 2 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dead Within (2014)
 
Survival – Überlebe wenn du kannst! (2013)
 
Chrysalis (2014)
 
Infected (2012)
 
Zombie Night (2013)
 
Battle of the Damned (2013)
 
The Dead (2010)
 

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