Horrorfilm, Mystery, Slasher, Folterfilm, Thriller, Splatterfilm, Gruselfilm, Trashfilm auf FILMCHECK

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Filmreview: “Dark Age” (1987)

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DARK AGE

Story

 
 
 
Als starker Regen mehrere Dschungelgebiete überflutet, gelingt es einem riesigen Krokodil den Fluss hinaufzuschwimmen, genau zu der Stelle, an der ein kleines Dorf liegt. Nachdem es bereits mehrere Todesfälle gab, muss Tierschützer Steve Harris (John Jarrat) zusammen mit seinen Kollegen ausrücken, um die von dem Dschungelvolk vergötterte Bestie zu töten….
 
 
 


 
 
 

DARK AGE – Kritik

 
 
 
PARAGON MOVIES / MIG haben mit DARK AGE einen ziemlich in Vergessenheit geratenen Film veröffentlicht. Die 1987 entstandene Romanverfilmung wurde von ARCH NICHOLSON inszeniert, welcher, was Tier-Horrorfilme angeht, schon bei Russell Mulcahys RAZORBACK – KAMPFKOLOSS DER HÖLLE (1984) als Regieassistent Erfahrungen sammeln konnte. Auch DARK AGE, welcher NICHOLSONS selbstständig gedrehtes Spielfilmdebüt darstellt, punktet mit recht schönen Aufnahmen des Dschungels. Es ist zu erkennen, dass für einige Szenen ein enorm großer Aufwand nötig war um sie ordentlich in den Kasten zu bekommen. Sogar QUENTIN TARANTINO ist ein Fan des Films und wohnte einer Aufführung von DARK AGE im Jahre 2009 in Sydney bei. Doch leider macht der Film dann doch nicht alles ganz so gut, wie man nun womöglich glauben mag.
 
ARCH NICHOLSON versucht in seinem Film über ein menschenfressendes Krokodil zu oft einen Spagat zwischen Tier-Horror und familienfreundlicher Abenteuerunterhaltung zu schlagen. So beginnt DARK AGE wie ein vielversprechender Tier-Horrorfilm mit flotten Erzähltempo und recht sympathischen Charakteren vor einer schönen Kulisse und endet damit, dass die Hauptcharaktere versuchen das Krokodil vor den bösen Wilderern zu retten. Die gesamte Aktion gegen Filmende erinnert in ihrer Art und Weise ziemlich an das Finale aus FREE WILLY (1993). Natürlich hat DARK AGE keinen dreisten Ideenraub betrieben, schließlich entstand FREE WILLY erst einige Jahre später; trotzdem ist die teils familienfreundliche Inszenierung für einen Tier-Horrorfilm viel zu fröhlich geraten. Derart heitere Elemente werden dann in Verbindung mit recht brutalen Szenen gesetzt, bei denen Protagonisten Körperteile abgetrennt oder Menschen erschossen werden. DARK AGE schreckt sogar nicht davor zurück, ein Kind „on screen“ vom Krokodil fressen zu lassen. Aber selbst in solchen Horror-Szenarien wird kaum Spannung aufgebaut, da die Musik eher suggeriert, dass es sich bei der gerade stattfindenden Szene um ein abenteuerliches Geschehen handelt, statt um spannend und ernst inszeniertes Horror-Kino. Im Mittelteil verschwendet der Film dann etwas zu viel Zeit mit einer Liebesgeschichte zwischen den von JOHN JARRATTS (WOLF CREEK 1+2) und NIKKI COGHILLS (WÄCHTER DER ZUKUNFT) verkörperten Charakteren. Besonders Coghills Figur hätte etwas geebneter angelegt werden können, hat ihre Rolle scheinbar unter ziemlichen Stimmungsschwankungen im Film zu leiden. Während sie ihrem Filmkollegen in einer Szene die Leviten liest und ein schlechtes Gewissen einzureden versucht, ist sie im darauffolgenden Moment schon wieder fröhlich und guter Dinge. Wirklich förderlich sind dem Kroko-Horror die Launen der Filmheldin leider nicht.
 
 
 


 
 
 

DARK AGE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
DARK AGE ist im Endeffekt kein schlechter Film. Gerade wenn man auf Tier-Horrorfilme steht, ist der Streifen definitiv einer der besseren Vertreter des Genres. Aber es gibt leider einige Aspekte, welche die Geschichte um das Mörderkrokodil immer wieder stören.
 
 
 


 
 
 

DARK AGE – Zensur

 
 
 
Die erhältliche DVD zum Film DARK AGE ist hierzulande ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben.
 
 
 


 
 
 

DARK AGE – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Paragon Movies / MIG

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dark Age; Australien 1987

Genre: Horror, Abenteuer, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit alternativem Wendecover

Extras: Audiokommentar

Release-Termin: 09.05.2014

 
 
 
PARAGON MOVIES / MIG haben DARK AGE in seiner ungeschnittenen Fassung (FSK 16) hierzulande erstmalig auf DVD unter dem Titel CROCODILE – KILLER FROM THE DARK AGE veröffentlicht. Zuvor ist der Film in Deutschland nur ein Mal von EMBASSY 1987 auf VHS-Kassette erschienen. Die DVD selbst enthält keine Extras, dafür aber ein Wendecover ohne FSK-Logo. Dieses sieht so ähnlich (leider nicht genau) wie das alte Motiv der Kaufkassette aus.
 
 
 

Crocodile – Killer From The Dark Age – Ungeschnitten bei AMAZON auf DVD kaufen

 
 
 


 
 
 

DARK AGE – Trailer

 
 

 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Horror-Alligator (1980)
 
Alligator 2 – Die Mutation (1991)
 
Der Mörder-Alligator (1989)
 
Killer Krokodil 2 – Die Mörderbestie (1990)
 
Lake Placid (1999)
 

Filmreview: “Beneath” (2013)

beneath-2013
 
 
 

BENEATH

Story

 
 
 
Nach einem Unfall ist eine Gruppe Bergleute Untertage von der Außenwelt abgeschottet und muss 72 Stunden auf Rettung warten. Die beklemmende Situation scheint jedoch noch das Beste zu sein, was ihnen an diesem Tag widerfahren ist, denn mit dem Einsturz wurde auch etwas Unheimliches freigelegt …
 
 
 


 
 
 

BENEATH – Kritik

 
 
 
Das Wort BENEATH scheint derzeit immer wieder Verwendung bei der Titelkreation von Horrorfilmen zu finden. Erst kürzlich haben wir einen Streifen mit gleichem Titel besprochen, der vom amerikanischen Horror-Kanal CHILLER in Produktion gegeben wurde und inhaltlich mit seiner Monsterfisch-Thematik jedoch eine ganz andere Richtung einschlägt. Gleiches gilt übrigens auch für den von DAGEN MERRILL inszenierten Mystery-Thriller, der von PARAMOUNT CLASSICS und MTV FILMS hergestellt und für eine lukrative DVD-Auswertung bereits im Jahr 2007 in die Händlerregale gebracht wurde. Der nun vorliegende BENEATH schmückt sich zwar mit gleichem Namen, ist jedoch im Unterschied zu den genannten Genre-Werken um Längen besser. Demnach sollte der interessierte Horrorfan Vorsicht walten lassen und beim Kauf darauf achten, dass er auch wirklich den richtigen BENEATH in den Einkaufskorb legt. Schließlich verliert man bei so vielen Filmen mit gleichem Schriftzug auf dem Cover schnell den Überblick.
 
In der Tiefe hört dich niemand schreien – mit einem derart reißerischen Untertitel hätte man vermutlich der Verwechslungsgefahr entgegenwirken und das Interesse der Zuschauer für sich gewinnen können, schließlich umschreibt der Slogan trefflich, was den verängstigten Protagonisten in BEN KETAIS Thriller passieren wird. Umso verwunderlicher, dass der Streifen, zumindest in seinem Herstellungsland, von solch werbewirksamen Floskeln absieht und ohne mediales Brimborium auf Heimkinomedium ausgewertet wurde. Eine durchaus mutige Entscheidung der Macher, hat sich doch Regisseur BEN KETAI mit der miserablen Video-Fortsetzung zu 30 DAYS OF NIGHT nicht gerade mit Ruhm bekleckert, so dass sein neuer Film BENEATH verständlicherweise mit eher gemischten Gefühlen von Fans erwartet werden dürfte. Allen Skeptikern zum Trotz darf man jedoch verlauten lassen, dass KETAI einen überraschend sehenswerten Film abgeliefert hat, der sich recht effektiv bei den menschlichen Urängsten bedient und die auch gleich zum Thema eines bemerkenswert guten Grusel-Trips gemacht hat.
 
Samantha Marsh (KELLY NOONAN) steigt in BENEATH zusammen mit ihrem Vater (ein erschreckend gealterter JEFF FAHEY) und dessen Arbeitskollegen hinab in ein dunkles Bergwerk, um einerseits den kränkelnden Papa an seinem letzten Arbeitstag noch einmal über die Schulter schauen zu können und um den übrigen Herrschaften zu beweisen, dass auch eine Rechtsanwältin in Extremsituationen ihren Mann stehen kann. Frauen am Arbeitsplatz bringen Unglück – eine Bergbauweisheit, die sich in BENEATH rasch bewahrheitet, denn während Bohrarbeiten im Inneren der Mine kommt es zu einem Unfall und die Gruppe wird verschüttet. Nun ist guter Rat teuer, denn bis Rettung eintrifft werden knapp 72 Stunden vergehen. Zeit, die die Überlebenden jedoch nicht haben, schließlich ist hier unten nicht nur der Sauerstoff knapp. Glaubt man den Legenden wurden in den 1920ern hier bereits schon einmal 19 Bergleute unter ähnlichen Umständen begraben. Leider konnten deren Überreste bis heute nicht ausfindig gemacht werden. Eine Tatsache, die den Verschütteten während ihres Überlebenskampfes nicht gerade förderlich ist, erkennen sie doch, dass mit dem Einsturz etwas Unheimliches befreit wurde.
 
Paranoia-Thriller oder Geister-Horror? So wirklich festlegen wollten sich die beiden Drehbuchautoren PATRICK DOODY und CHRIS VALENZIANO beim Schreiben vermutlich nicht. BENEATH ist nämlich einer dieser doppelbödigen Filme, deren Erklärung sich der Zuschauer selbst zusammenreimen muss. Die verschütteten Protagonisten müssen sich diversen Ängsten stellen. So werden die Charaktere nicht nur mit permanenter Sauerstoffknappheit konfrontiert. Zusätzliche Stressfaktoren wie Dunkelheit, Klaustrophobie und plötzlich auftretende Panikattacken erschweren den Kampf ums Überleben enorm. Nach körperlichem Stress folgt Realitätsverlust, der dafür sorgt, dass sich die Kumpels gegenseitig abschlachten, spielt ihnen doch die eigene Psyche gemeine Streiche. Dass die Paranoia durch die Legende von den verschollenen Bergarbeitern aus den 20ern nur unnötig vorangetrieben wird, dürfte nur logisch sein. Wer sich im Übrigen mit plausiblen Erklärungen schwer tut, darf sich natürlich auch gern seinen eigenen, paranormalen Erklärungsansatz zusammenwürfeln, denn auf Horror-Ebene funktioniert BENEATH genauso gut. So werden aus Wahnvorstellungen flink besessene Minenarbeiter, in deren Körper die Geister jener Bergleute geschlüpft sind, die vor fast 100 Jahren mehrere Meter unter der Erde einen grausamen Tod gefunden haben.
 
Regisseur BEN KETAI jongliert ganz selbstsicher mit Nervenkitzel und Gänsehaut. Das schwach beleuchtete Setting bewirkt zusammen mit einigen grotesk anmutenden Morphing-Effekten maximales Gruselfeeling und eine temporeich inszenierte Höhlen-Hatz (THE DESCENT lässt grüßen) macht aus BENEATH packend gewerkelte Gruselunterhaltung. KETAIS Überlebensfilm lässt sich in keine Schublade pressen. Die Tatsache, dass der Zuschauer keine Antworten auf dem Silbertablett serviert bekommt, macht BENEATH äußerst reizvoll. Und gerade der Umstand, dass Macher BEN KETAI den Zuschauer bis zum Abspann im Unklaren lässt, welche Richtung BENEATH nun einschlagen wird, sorgt dafür, dass der Spannungspegel konstant beibehalten werden kann. Leider stört mal wieder das “Alles total wahr”-Gequassel zu Beginn. Seit jedes zweite Horrorwerk mit dem “Inspiriert von”-Slogan um die Gunst der Käuferschar buhlt, geht einem als Horrorfan jene Vermarktungsstrategie gehörig auf den Zünder. Dennoch, sieht man von diesem kleinen Manko ab, ist BENEATH zweifelsohne beängstigend-klaustrophobisches Horror-Kino, das für einen schnellen Pulsschlag sorgen dürfte.
 
 
 


 
 
 

BENEATH – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Im Dunkeln ist gar nicht gut Munkeln. BENEATH ist klaustrophobischer Höhlen-Horror, der die Spannungsschraube minutiös fester dreht. Die menschlichen Urängste haben nun bereits schon unzählige Regisseure zum Thema ihrer Filme gemacht und nur wenigen von ihnen ist es in letzter Zeit gelungen Gruselstreifen in die Heimkinos zu bringen, die auch dem Zuschauer einiges abverlangt haben. Regisseur BEN KETAI hat nach 30 DAYS OF NIGHT: DARK DAYS endlich guten Horror gebastelt, der sich der Urangst-Problematik bedient und dennoch nicht zwingend im Horror-Bereich einzuordnen ist. Er überlässt dem Zuschauer nämlich selbst, in welche Schublade er BENEATH stecken möchte. Ob nun nur packender gedrehter Paranoia-Überlebens-Thriller oder unheimlich inszenierter Geister-Schocker – die Entscheidung fällt letztendlich der Horrorfan selbst. Fakt ist, dass BENEATH beidseitig funktioniert und 90 Minuten wohliges Schauern garantiert. Deshalb: Ein sehenswerter Horrortrip unter Tage.
 
 
 


 
 
 

BENEATH – Zensur

 
 
 
BENEATH ist kein Metzel-Feuerwerk für Splatter-Fans. Hier töten sich die Protagonisten selbst, wobei unklar bleibt, ob sie im Wahn handeln oder von Geistern besessen sind. Meist bekommt der Zuschauer jedoch nur das Ergebnisse deren Handelns zu Gesicht. Einige verstörende Morphing-Effekte verstärken das Grusel-Feeling. Wir gehen von einer ungeschnittenen FSK16 aus.
 
 
 


 
 
 

BENEATH – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Underneath (2013)
 
The Descent (2005)
 
The Cave (2005)
 
The Descent 2 (2009)
 
The Cavern – Abstieg ins Grauen (2005)
 
Underground – Tödliche Bestien (2011)
 
In Darkness We Fall (2014)
 

Filmreview: “Deep in the Darkness” (2014)

Deep-in-the-Darkness-2014
 
 
 

DEEP IN THE DARKNKESS

Story

 
 
 
In der amerikanischen Kleinstadt Ashborough ist etwas Böses in Gange. Als Dr. Michael Cayle die Praxis des verstorbenen Mr. Ferris übernimmt, häufen sich seltsame Ereignisse, deren Ursache sich unter dem Ort versteckt. In Höhlen unter der Erde haust das Böse, dessen Existenz von den Einheimischen seit Jahrhunderten verschwiegen wird …
 
 
 


 
 
 

DEEP IN THE DARKNKESS – Kritik

 
 
 
Das Böse versteckt sich im Horrorfilm allzu gern hinter der friedliebenden Fassade amerikanischer Kleinstädte. Ob HALLOWEEN, CRITTERS oder KINDER DES ZORNS – das ländliche Amerika ist nicht frei von Gefahren, lauern hier doch meist ausgefuchste Serienkiller, fiese Monster oder gefräßige Aliens ganz geduldig auf ihre ahnungslosen Opfer. Auch einige Protagonisten in DEEP IN THE DARKNESS machen unerfreuliche Bekanntschaft mit den Schattenseiten der abgeschiedenen Kleinstadtidylle, denn da wo sich Fuchs und Hase “Gute Nacht” sagen, liegt nicht immer der Hund begraben. Der Horrorfilm hat gelehrt, dass meist Bewohner jener Orte finstere Geheimnisse hüten, an denen sich Filmhelden Zuflucht und Geborgenheit versprochen haben. Schnüffeln diese sich dann durch die unheimliche Chronik der Ortschaft passiert es nicht selten, dass sich verschlafene Städtchen als Vorhof der Hölle entpuppen. Horror-Sender CHILLER legt nach ANIMAL und CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR hausgemachten Horrorstoff nach und macht dem amerikanischen SYFY-Channel mit eigens produzierten Filmen Konkurrenz. DEEP IN THE DARKNESS heißt die neue Eigenkreation made by CHILLER FILMS, jenem hauseigenem Filmstudio das frisches Gruselmaterial für den TV-Kanal CHILLER produziert, damit Sendeplätze gefüllt werden können. Horror-Fans freut es, denn die Gruselwerkstatt hat schon einige Male bewiesen, dass Potenzial für solide Unterhaltung vorhanden ist.
 
Ähnlich wie im kürzlich besprochenen DEAD SOULS hat sich CHILLER FILMS auch für den neuen Ausflug ins düstere Genre bei einem Horror-Roman bedient. Autor MICHAEL LAIMO lieferte bereits 2004 die Grundlage für DEEP IN THE DARKNESS und ließ sich hierfür vom TV-Streifen DON’T BE AFRAID OF THE DARK (1973) inspirieren, dem ja bekanntlich vor einigen Jahren die Gunst eines Remakes zuteil wurde. Leider haben, wie Remakes auch, Filmadaptionen lesenswerter Bücher meist keinen guten Ruf. Die kreative Vorstellungskraft manch phantasiebegabten Lesers lässt sich nun mal nicht so einfach in ebenso aussagekräftige Bilder fassen. DEEP IN THE DARKNESS macht da selbstverständlich keine Ausnahme, insofern man die Vorlage überhaupt kennt. Schraubt man jedoch die Erwartungen etwas herab und lässt den Hang zur Plausibilität außen vor, verspricht dieser Gruseltrip durchaus spannende Minuten.
 
Dr. Michael Cayle (SEAN PATRICK THOMAS) lässt den Trubel der Großstadt hinter sich und zieht samt Familie in die kleine Gemeinde Ashborough, New Hampshire. Ein nettes Eigenheim hat es ihm dort angetan, welches ihm für kleines Geld von Arztwitwe Mrs. Ferris verkauft wird. Ein lukratives Schnäppchen und eine gute Gelegenheit auch gleich im Ort zu praktizieren, was von den Einheimischen mehr als dankend angenommen wird. Dass der smarte Michael gerade wegen seiner dunklen Hautfarbe nicht so recht ins beschauliche Kleinstadtleben passen mag, interessiert hier niemanden, schließlich ist man im heimeligen Ashborough froh, dass hier überhaupt jemand behandeln will. Seltsamerweise scheint hier die Zeit stillzustehen, denn Handyempfang und Kabelfernsehen gibt es nicht. Zudem ist Sheriff Godbout um das Wohl seiner Mitmenschen besorgt. Eine strikte Ausgangssperre soll dafür sorgen, dass die Einwohner am frühen Abend nicht mehr die Häuser verlassen. Was kurios klingt, hat selbstverständlich auch seine Richtigkeit. Der Ort birgt seit Jahrhunderten ein grausiges Geheimnis. Unter der Erde haust ein Stamm von Wilden, welche die gesamte Stadt steuern und deren Existenz seit Generationen geheim gehalten wird. Regelmäßige Opfergaben sollen die Wesen milde stimmen und den Einwohnern ein sorgloses Leben in der kleinen Gemeinde ermöglichen. Für Dr. Michael Cayle durchaus Grund zu Besorgnis, sieht er doch das Wohl seiner Familie in Gefahr. Leider wird ein Umzug durch den Zusammenhalt der Bewohner erschwert, denn wer einmal seine Zelte in Ashborough aufgeschlagen hat, darf den Ort so schnell nicht wieder verlassen.
 
Egal welche CHILLER FILMS-Produktion man zu sehen bekommt, man mag das Gefühl nicht loswerden wollen, dass es sich die Filmschmiede zur Aufgabe gemacht hat, Streifen zu drehen, die an die beliebte GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Reihe erinnern. Wie einst die fürs TV konzipierte Comic-Serie glänzt die CHILLER- Hausmannskost durch stimmigem Aufbau und meist makabrem Ende. DEEP IN THE DARKNESS reiht sich so problemlos in die bis dato abwechslungsreich inszenierten CHILLER-Grusler ein und darf sogar als eine der bisher besten Produktionen des Studios gewertet werden. Hinter dem nicht üblen Mix aus THE WICKER MAN, THE DESCENT und ROSEMARIES BABY steckt COLIN THEYS, der sich schon einmal für DEAD SOULS und REMAINS OF THE WALKING DEAD auf den Regiestuhl begeben und zwei Gruselfilme für den Horror-Kanal CHILLER beigesteuert hat. Lobenswerterweise scheint THEYS von Film zu Film besser zu werden, denn DEEP IN THE DARKNESS entpuppt sich als klassisches Horror-Mär, dass vor allem mit geschickt getrickstem Monster-Design überrascht. Hier hat man sich zwar etwas zu dreist beim britischen Höhlen-Schocker THE DESCENT bedient; die wenigen Momente in denen die Kreaturen jedoch vor die Kamera sausen wurden charmant Old-School-like in Szene gesetzt. Sympathisch Old-School ist im Übrigen auch die gesamte Geschichte, denn DEEP IN THE DARKNESS ist eines jener Werke, in denen das Unheil subtil und langsam heraufbeschworen wird. Es verschwinden Tier- und Menschenkörper unter mysteriösen Umständen und die Bewohner des Ortes scheinen ungern mit Neuankömmlingen über das gut gehütete Stadtgeheimnis sprechen zu wollen. Seichter Mystery für empfindsame Gemüter ist bis zur Halbzeit garantiert, gelingt es doch Drehbuchautor JOHN DOOLAN die Spannung konsequent zu steigern, um die Auflösung des Spuks möglichst lang hinauszuzögern.
 
Mit SEAN PATRICK THOMAS hat man einen zugänglichen Helden gefunden, der nie mehr als der Zuschauer weiß. Während die Einheimischen aus Angst vor Konsequenzen wie ferngesteuert agieren, findet Filmfigur Dr. Michael Cayle immer mehr Teile eines Puzzles, die am Ende ein plausibles Ganzes ergeben. Für den Zuschauer ergeben jedoch viele Gegebenheiten im Film kaum Sinn, denn Autor JOHN DOOLAN hat Logik aus dem Drehbuch verbannt. DEEP IN THE DARKNESS strotzt nur so vor Unklarheiten und Plotlöchern. So will nicht einleuchten, warum in Ashborough weder Handyempfang noch Kabelfernsehen existiert, aber problemlos im Internet gesurft werden kann. Zudem bleibt die Frage ungeklärt, wie sich die Gemeinde selbst versorgt, wenn doch niemand die Stadt verlassen darf. Wie jedoch ausgerechnet ein Landarzt zu einer Kiste mit hochinfektiösen Killerviren kommt, die er selbstverständlich am Ende im Kampf gegen die fleischgeilen Kreaturen einsetzt, bleibt wohl ein ewiges Mysterium.
 
 
 


 
 
 

DEEP IN THE DARKNKESS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unheimliches Gruselmärchen mit einem Schuss THE DESCENT. Bereits Kult-Autor STEPHEN KING erkannte das Grusel-Potenzial amerikanischer Kleinstädte, in denen meist nicht alles so friedlich scheint, wie man es auf den ersten Blick vermuten würde. In vielen seiner Horrorgeschichten, versteckt sich das Grauen hinter der friedliebenden Fassade ländlicher Gemütlichkeit. Genau jene Richtung schlägt auch COLIN THEYS mit seinem DEEP IN THE DARKNESS ein und bringt nun schon zum dritten Mal Schauermaterial für den amerikanischen Horrorsender CHILLER ins Fernsehen. Sein DEEP IN THE DARKNESS ist ein charmant-altmodischer Grusel-Cocktail, der sich von Filmen wie THE DESCENT, THE WICKER MAN und ROSEMARIES BABY hat inspirieren lassen. Während der erste Teil der Handlung klassische Gänsehaut-Unterhaltung verspricht und sich das Grauen subtil durch die Geschichte frisst, gibt es in der zweiten Hälfte düsteres und temporeiches Horrorfutter für Fans des Genres. Großes Kompliment gilt hierbei den Schöpfern der Filmmonster, die zwar schlicht, aber durchaus beängstigend durch die Szenerie kriechen. Mit Sicherheit ist DEEP IN THE DARKNESS kein großer Wurf; dennoch hat Regisseur COLIN THEYS überdurchschnittlich gute Horrorunterhaltung gefertigt, die besser ist, als das was einem momentan im Handel als Horror verkauft wird.
 
 
 


 
 
 

DEEP IN THE DARKNKESS – Zensur

 
 
 
DEEP IN THE DARKNKESS ist ein eher zurückhaltendes Schauer-Märchen, das eher von Atmosphäre und Gruselgehalt lebt. Es gibt zu Beginn eine aufgeschlitzte Frau zu sehen und im späteren Verlauf eine düstere Operationsszene, in der einer der Kreaturen der Bauch aufgeschnitten wird, um ihr die Geburt mittels Kaiserschnitt erleichtern zu können. Brutal oder sinnlos blutig ist DEEP IN THE DARKNKESS demnach nicht und eine FSK16 vollkommen gerechtfertigt.
 
 
 


 
 
 

DEEP IN THE DARKNKESS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Underneath (2013)
 
The Descent (2005)
 
Needful Things – In einer kleinen Stadt (1993)
 
Beutegier (2009)
 
Humans – Sie haben überlebt (2009)
 
High Lane – Schau nicht nach unten! (2009)
 

Filmreview: “Blood Widow” (2014)

blood-widow-2014
 
 
 

BLOOD WIDOW

Story

 
 
 
Wenn die psychopathische Nachbarin drei mal klingelt: Laurie (Danielle Lilley) und Hugh (Brandon Kyle Peters) sind ein junges Paar und haben gerade ein Haus irgendwo im Nirgendwo gekauft, wo es selbstverständlich keinen Handyempfang gibt. Als die beiden eine Einweihungsparty geben und einige Freunde zum Feiern vorbeikommen, nutzt auch die Killerin von nebenan die Gunst der Stunde, um die neuen Nachbarn kennenlernen …
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Kritik

 
 
 
In Amerika gibt es immer wieder Nachwuchs-Angstmacher, die dem Horror-Fan die Freunde am Schauen von Horror-Ware verübeln möchten. Der Low-Budget-Markt scheint dort ein beliebtes Sprungbrett für all jene zu sein, die auch ohne Berufsabschluss das Hobby zum Beruf machen wollen: Filmemachen. Leider muss man für das Drehen von Horror-Streifen nicht nur Kohle und das notwendige Equipment besitzen, sondern auch Talent und Ahnung. Voraussetzungen, die jedoch nur die Wenigsten mitbringen. Trotzdem wird auch ohne Können munter drauflos gefilmt, denn die Nachfrage nach amateurhaft zusammengeschnippelten Horrorfilmen scheint größer zu sein, als immer vermutet wird. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass Billig-Grusler in amerikanische Händlerregal gebracht werden. Als wäre das nicht schon übel genug, finden sogar einige dieser Spaßbremsen den Weg nach Deutschland.
 
BLOOD WIDOW ist das Resultat eines langjährigen Fan-Traumes. Newcomer und Sci-Fi-Horrorfan JEREMIAH BUCKHALT steckt hinter der Low-Budget-Produktion, der selbst heute immer noch nicht fassen kann, dass ihm die Möglichkeit gegeben wurde einen Horrorfilm zu drehen. Ähnlich wie Vorbild JOHN CARPENTER (wenn es nach BUCKHALT geht gehört THE THING zu den besten Filmen aller Zeiten) hat der Regie-Neuling jedoch erst einmal kleine Brötchen gebacken und sich an der Umsetzung klassischen Slasher-Stoffs versucht, schließlich gehört nicht viel Grips dazu einen simplen Schlitz-Streifen zu machen. Erfolgreiche Filmtitel nennt BUCKHALT in einem Interview, von denen sich BLOOD WIDOW hat inspirieren lassen. So standen günstig gewerkelte Oldschool-Slasher Pate mit denen der Filmemacher Ende der 70er und zu Beginn der 80er aufgewachsen ist. Bei so viel euphorischer Liebe zum Genre enttäuscht dann leider doch die Tatsache, dass BLOOD WIDOW Lichtjahre von wegweisenden Metzelklassikern wie HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS entfernt ist. Für BLOOD WIDOW musste an allen Ecken gespart werden. So wurden Hauptrollen mit Statisten besetzt, die vermutlich noch nie eine Schauspielschule von Innen gesehen haben. Akustische Raffinessen aus dem MUSIC MAKER sorgen für ungewollte Erheiterung und die rudimentäre Handlung lässt den Zuschauer bereits kurz nach dem Prolog ermüden. Ein Pärchen ist es diesmal, das in ein neues Haus zieht und dort ums Überleben kämpfen muss. Im Keller des scheinbar verlassenen Nachbarhauses lebt eine schwarze Witwe, die nur darauf wartet, dass ihr mal ein paar neugierige Fliegen ins Netz gehen. Als sich ein paar Freunde für eine kleine Einzugssause anmelden und auf dem Grundstück gegenüber herumschnüffeln, packt die BLOOD WIDOW ihre Folterinstrumente zusammen und besucht die neuen Nachbarn um mal blutig “Hallo” sagen zu können.
 
Wenn keine gescheite Geschichte zu Grunde liegt, dann lass Gewalt regieren. Genau jenem Credo folgt BLOOD WIDOW und konzentriert sich auf das möglichst schmuddelige Abschlachten seiner unzureichend talentierten Hauptdarsteller. Die von BUCKHALT selbst entworfene Killerin geht nicht zaghaft mit ihren Opfern um. So werden Protagonisten enthauptet, Arme abgesäbelt oder Gesichter eingeschlagen. Für Indie-Horror mit Mikro-Budget sehen die gebotenen Matsch-Effekt ganz ordentlich aus, zumal die teils unausgereifte Ausleuchtung dem Film einen dreckigen, ungeschliffenen und finsteren Look bescheren. Dennoch, Gewalt im Horrorfilm ist nicht alles, denn ein blosses Aneinanderreihen von sinnlosen Gewaltakten machen aus einem beliebigen Horrorfilm noch lange kein Kultwerk. Nichtsdestotrotz bekommt der Horror-Fan mal endlich wieder eine maskierte Killerin vor die Linse. Die steht männlichen Meuchel-Kollegen wie JASON und MICHAEL in puncto Grausamkeit in nichts nach. Im Unterschied zu genannten Ikonen des modernen Horrorfilms will die BLOOD WIDOW jedoch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, was vor allem daran liegt, dass der Film nichts Rundes ist und überraschungsarm nach Schema F abgehandelt wird. Neue Impulse sucht man hier vergebens, dafür findet man Unmengen an Logiklöchern und Slasher-Klischees. Dass Macher JEREMIAH BUCKHALT bereits mit einer Fortsetzung liebäugelt, verursacht fix wirklich Panik – schließlich ist der Zuschauer froh, wenn er den vorliegenden Erstling wach überstanden hat.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Blutiger Nachschub für Splatter-Fans! Gewalt ist leider auch das einzige, was BLOOD WIDOW halbwegs über Wasser halten kann, denn der Streifen ist nicht nur ein überraschungsarmes, sondern auch ein langweiliges Sammelsurium nerviger Slasher-Regeln und totgefilmter Horror-Klischees. Budget war kaum vorhanden, was im Falle dieses Filmdebüts Vor- und Nachteile besitzt. Einerseits hat die teils unprofessionelle Ausleuchtung Charme und beschert BLOOD WIDOW einen düsteren und dreckigen Look, der dem Film vor allem in den Gewaltmomenten zugute kommt. Andererseits lässt das Mikro-Kapital kaum Experimente zu, so dass an allen Ecken gespart werden musste – vor allen an guten Schauspielern. Unterm Strich ist BLOOD WIDOW ein austauschbarer Slasher ohne Höhepunkte, der immerhin kurz Aufmerksamkeit in Deutschland erhaschen dürfte, weil ihn die hiesige FSK der “bösen” Szenen wegen in der Luft zerreißen wird.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Zensur

 
 
 
Wie für einen Slasher typisch sterben auch in BLOOD WIDOW die Opfer eines grausamen Todes. Zimperlich geht es hier nicht gerade zu, was vor allem der FSK Kopfzerbrechen bereiten dürfte. Da BLOOD WIDOW ziemlich viel blutroten Splatter zu bieten hat, dürfte eine ungeschnittene Freigabe fraglich sein.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Slasher House (2012)
 
Torment (2013)
 
Nurse 3D (2013)
 
Young, High and Dead (2013)
 
Killer Holiday (2013)
 
Bloody Homecoming (2013)

Filmreview: “All Cheerleaders Die” (2013)

ALL-CHEERLEADERS-DIE-2013
 
 
 

ALL CHEERLEADERS DIE

Story

 
 
 
Eine Gruppe Cheerleader steigt aus ihrem nassen Grab, um sich als blutgierige Zombies an ihren Mördern zu rächen …
 
 
 


 
 
 

ALL CHEERLEADERS DIE – Kritik

 
 
 
Remakes von Horrorfilmen sind im Genre mittlerweile nichts Ungewöhnliches mehr. Leider versucht sich Hollywood vermehrt darin den ganz großen Klassikern der Horrorwelt eine Frischzellenkur zu verpassen, was bei Fans jedoch meist auf Unverständnis stößt. Bei denen läuten bereits Wochen vor Drehbeginn die Alarmglocken, setzen doch eingefleischte Filmliebhaber das überflüssige Neuverfilmen ihrer beliebten Klassiker mit einem Sakrileg gleich. So ganz unbegründet ist deren Recyclingboykott verständlicherweise nicht, schließlich wurden in letzter Zeit Filme durch die Wiederverwertungs-Maschinerie gejagt, welche Jahrzehnte nach ihrem Entstehen beim Zuschauer immer noch maximales Grauen bewirken und nicht zwingend eine Neuverfilmung benötigt hätten. Gerissenen Produzenten Hollywoods ist die Skepsis der Zuschauer jedoch egal, denn so lange sich damit schnell Geld verdienen lässt werden auch weiterhin bekannte Titel der Horrorwelt lieblos und kommerzorientiert in die Lichtspielhäuser gebracht.
 
ALL CHEERLEADERS DIE ist auch ein Streifen, der in die Rubrik “Horror-Remake” einzuordnen ist. Doch bevor ein lautes Stöhnen die Runde machen wird, können wir Entwarnung geben, denn ALL CHEERLEADERS DIE ist einer jener Filme von dem niemand vermutet hätte, dass es ihn schon einmal gegeben hat. Horror-Maestro LUCKY MCKEE steckt hinter dem Reboot und hat weit vor Genre-Hits wie MAY – SCHNEIDERIN DES TODES (2002) und THE WOMAN (2011) mit dem No-Budget-Trash ALL CHEERLEADERS DIE versucht mehr oder weniger erfolgreich Fuß im Filmbusiness zu fassen. Zwölf Jahre nach Entstehung des Originals kommt der Horrorspaß noch einmal in die Wohnzimmer, natürlich mit mehr Budget, besseren Schauspielern und professionellen Effekten. Alles beginnt wie in jedem amerikanischen Highschool-Filmchen, wo Schüler als erstes nach Stereotypen gruppiert werden. Während Außenseiter und Eigenbrödler vergebens nach Aufmerksamkeit streben und versuchen Zuflucht in ihrer eigenen kleinen Welt zu finden, gibt es auch in ALL CHEERLEADERS DIE natürlich die selbstverliebten und coolen Kids der Schule, mit denen nicht immer gut Kirschen essen ist. Regisseur LUCKY MCKEE persifliert für sein Horror-Remake ganz luftig-locker sämtlich Highschool-Klischees auf überspitzt-zynische Weise und hat sichtlich Spaß daran, seine Figuren auch mal selbstironisch durch den Kakao zu ziehen. So gefällt, wie er die Objektivierung der Frau im Horrorfilm mit fast schon satirischem Unterton an den Pranger stellt. Schließlich wird das weibliche Geschlecht im Genre meist primär als Sexobjekt dargestellt, dem es des Öfteren an Intelligenz mangelt.
 
Der gar nicht mal so üble Mix aus BUFFY, GIRLS UNITED und CHARMED erzählt die Geschichte von Hobby-Hexe und Wahrsagerin Leena (SIANOA SMIT-MCPHEE), die mit argwöhnischen Augen die Entwicklung von Ex-Freundin Maddy (CAITLIN STASEY) beobachtet. Die schöne Brünette ist seit einiger Zeit darum bestrebt in der Cheerleader-Clique aufgenommen zu werden, um die dreisten Machenschaften von Football-Spieler Terry (TOM WILLIAMSON) aufdecken zu können. Der Mannschaftskapitän des schuleigenen Football-Teams gehört zwar zu den beliebtesten Schülern an der Highschool, wechselt aber Frauen wie Unterwäsche. Nachdem es Maddy gelungen ist die Cheerleader-Clique gegen das Football-Team aufzuhetzen, endet der Streit im Chaos: Das Auto der Mädchen kommt von der Straße ab und landet in den Fluten einen reißenden Flusses. Weil der abgebrühte Terry jedoch Angst vor den Konsequenzen hat flüchtet er lieber mit seinen Team-Kollegen und überlässt die Cheerleader ihrem Schicksal. Gott sei Dank ist Außenseiterin und Hexe Leena vor Ort. Sie beschwört die geheimnisvolle Macht ihrer magischen Steine und bewirkt, dass die Cheerleader mit einem unstillbaren Blutdurst von den Toten auferstehen. Dass die sonst so zickigen Schülerinnen mit ihrem frühzeitigen Ableben so rein gar nicht einverstanden sind, dürfte auf der Hand liegen. Kaum auf dem Schulhof zurückgekehrt heißt das neue Unterrichtsfach „Rache“.
 
Man nehme einfach von allem etwas. Mit dieser Einstellung hat LUCKY MCKEE genau jene Rezeptur gefunden, die das Horror-Genre auch bitter benötigt hat, denn mittlerweile hat sich der Horrorfilm zu einem langweiligen Tummelplatz der immer wieder gleichen Filmthemen entwickelt. ALL CHEERLEADERS DIE bedient sich unterschiedlicher Sub-Genre. So werden Elemente aus Slasher, Rache, Vampir- und Zombiefilmen zu etwas völlig Neuem zusammengewürfelt; ein kleiner Spritzer Selbstironie wird zur Quintessenz des wilden Genre-Cocktails. MCKEE, der zuvor eher ernste Filme über Frauen gedreht hat, die von ihren männlichen Filmkollegen missbraucht oder ungerecht behandelt wurden, wandelt mit ALL CHEELEADER DIE auf ungewöhnlich komödiantischen Pfaden, ohne jedoch zu sehr ins Alberne abzudriften. Anders als in seinen bisherigen Streifen, lässt er seine Heldinnen auch schon mal ungeniert furzen oder über sich selbst witzeln, findet aber stets den Absprung vor allzu platten Fäkal-Schweinereien. ALL CHEERLEADERS DIE macht alles richtig. Ein nahezu konstant ansteigender Grusel- und Gewaltfaktor hält sich mit erheiternder Komik die Waage und macht MCKEES Remake zu einem ganz besonderen Filmerlebnis, dass scheinbar sogar in Serie gehen soll. Der gut durchdachte Teenie-Horror endet mit einem vielversprechenden Cliffhanger und lässt auf herrlich absurde Splatter-Unterhaltung hoffen. Wenn es nach FILMCHECKER geht, darf die gern so schnell wie möglich in Produktion gehen, schließlich sind wir der Meinung: ALL CHEERLEADERS DIE gehört zweifelsohne zu den Genre-Überraschungen des Jahres.
 
 
 


 
 
 

ALL CHEERLEADERS DIE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
LUCKY MCKEES Neuverfilmung seines Erstlings ALL CHEERLEADERS DIE sollte jeder Horrorfan gesehen haben. Der Streifen ist schräg, unterhaltsam, blutig, sexy, packend, bissig, durchdacht, raffiniert, selbstironisch, wild, clever – kurz: Einfach vollkommen anders. Ein Horror-Must-See! Noch Fragen?
 
 
 


 
 
 

ALL CHEERLEADERS DIE – Zensur

 
 
 
Eigentlich beginnt ALL CHEERLEADERS DIE so ziemlich harmlos. Kurz vor Ende wendet sich jedoch das Blatt und die Kids sterben wie die Fliegen. Einige Todesszenen sind dann doch recht grafisch, so dass die KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung Liebhaber der etwas härteren Filmgattung freuen dürfte.
 
 
 


 
 
 

ALL CHEERLEADERS DIE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scream – Schrei! (1996)
 
Scary Movie (2000)
 
Der Hexenclub (1996)
 
Der Pakt – The Covenant (2006)
 
Buffy – Im Bann der Dämönen (1997 – 1993)
 
Charmed – Zauberhafte Hexen (1998 – 2006)
 
100 Bloody Acres (2012)
 

Filmreview: “Animal” (2014)

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ANIMAL

Story

 
 
 
Fünf Freunde geraten auf die Speisekarte einer gefräßigen Kreatur, die in den Wäldern am Holland Creek ihr Unwesen treibt …
 
 
 


 
 
 

ANIMAL – Kritik

 
 
 
Der amerikanische Horror-Sender CHILLER mausert sich mit seinen eigens produzierten Horrorfilmen so langsam zum Geheimtipp unter Liebhabern finsterer Videounterhaltung. In der sendereigenen Filmwerkstatt namens CHILLER FILMS werden nämlich seit einiger Zeit Horrorstreifen produziert, die kaum erahnen lassen, ob sie nun eigentlich für eine Fernseh- oder Kinoauswertung angedacht waren. Die Macher des Grusel-Studios scheinen bestrebt darin zu sein, den Anspruch ihrer Filmkreationen konsequent steigern zu wollen, hat doch das Schaffen der aktuellen CHILLER FILMS-Staffel mittlerweile Kino-Niveau erreicht. Dem Horrorfan kann das nur recht sein. Schließlich freut dieser sich, wenn er ordentlich gemachte Horror-Ware in den Player legen kann und sich bei Schockern wie CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR (dem übrigens demnächst eine Fortsetzung folgen soll) so richtig “chillig” gruseln kann.
 
Nachdem der Seemonster-Trash BENEATH und der Mystery-Thriller DEAD SOULS aus der CHILLER FILMS-Staffel des Jahres 2013 gut angenommen wurden, schien die Konsequenz daraus nur logisch, dass CHILLER FILMS an der Umsetzung weiterer Horrorfilme tüfteln würde. Die sind nun fertig und warten darauf im TV gezeigt oder lukrativ an den Heimkinofreund verhökert zu werden. Für einen der ersten Beiträge der neuen Season konnte noch einmal BRETT SIMMONS (HUSK) gewonnen werden, der mit THE MONKEY’S PAW ein Jahr zuvor bereits schon einmal Horrorstoff für CHILLER FILMS ins Fernsehen brachte. Statt der Verfilmung einer Kurzgeschichte hat er sich diesmal für die Umsetzung eines soliden Drehbuchs entschieden, dem aber das gewisse Etwas fehlt, um wirklich überzeugen zu können. ANIMAL heißt der Monster-Heuler, der, wie bereits der Titel und das Filmplakat vermuten lassen, dem Genre des Tier-Horrorfilms zuzuordnen ist.
 
Fünf Mittzwanziger müssen den Kampf mit einer hungrigen Bestie aufnehmen, über die man jedoch nur wenig im Film erfährt. Diese lebt in den Wäldern von Holland Creek und wird von ständigen Heißhungerattacken gequält. Damit der immer leere Magen gefüllt werden kann, werden ahnungslose Spaziergänger gejagt, die dann horrorfilmtypisch durch Wald und Flur gehetzt und anschließend in Stücke zerrissen werden. Auch den fünf stereotypen Jungdeppen in ANIMAL steht gleiches Schicksal bevor. Hätten diese jedoch einige Horrorfilme der letzten Jahre gesehen, wäre ihnen aufgefallen, dass Orte mit “Creek” im Namen meist nichts Gutes zu bedeuten haben. Bei einer Tageswanderung durch die Wälder am Holland Creek treffen sie ganz unvorbereitet auf das mutierte Mauskopf-Predator-Wolfsmensch-Ding, dem sogleich einer der Freunde zum Opfer fällt. Der Rest flüchtet zu einer nahestehenden Hütte, in dem bereits eine andere Gruppe älteren Semesters Schutz vor den Attacken des blutgierigen Wesens gefunden hat. Kaum Zuflucht gefunden werden wie in Romeros NIGHT OF THE LIVING DEAD Zugänge verbarrikadiert und Fenster vernagelt. Doch das Monster lässt keine Möglichkeit aus, um irgendwie ins Innere der schützenden Behausung zu gelangen.
 
DREW BARRYMORE hat “nach Hause telefoniert”. Diesmal jedoch nicht um mit E.T. neuste Schmink- und Modetipps auszutauschen, sondern um sich an der Produktion von ANIMAL zu beteiligen. Der smarte Engel für Charlie fungierte hier als Finanzspritze und hat den Streifen quasi mitproduziert. Leider scheint die Gute noch etwas unbewandert im Horror-Bereich zu sein, denn würde sie etwas Ahnung von Horrorfilmen haben, hätte sie vermutlich ihr Geld in die Herstellung anderer, weitaus besserer Gruselstreifen investiert. Auch wenn ANIMAL trotz Trash-Note wirklich bemerkenswert gut ausschaut und zwischen ASYLUM-Billig-Nonsens und Edel-Trash-Welt liegt, mangelt es diesem Film zu sehr an neuen und unverbrauchten Ideen. Die Geschichte von dummen Kids, die nacheinander von einem Mann im Monsterkostüm zerfetzt und gefressen werden strotzt nicht gerade vor Innovationen. Da Regisseur BRETT SIMMONS jedoch ziemlich oft Blutfontänen spritzen lässt, um die Mattscheibe rot färben zu können, dürften die teils hektisch geschnittenen Blutmomente zumindest den Freunden übertriebener Gore-Einlagen reichlich Spaß bereiten.
 
Apropos hektisch: Wenn einem Horrorfilm das Tempo fehlt, kann manch eifrig zusammengeflicktes Schnittmassaker selbst aus langweiligen Schlaftabletten unterhaltsame Filme machen. Macher BRETT SIMMONS nimmt sich dieser Methodik hier nur allzu gerne an, um die minimalistische Handlung des Streifens voranzutreiben. Auch einige Defizite im Design des von GARY J. TUNNICLIFFE entworfenen Monsters konnten mit dem Hektik-Gimmick geschickt verschleiert werden. Löblicherweise sieht man in ANIMAL zudem von günstigem Einsatz schlecht umgesetzter Computereffekte ab. Alle Gore- und Creature-Effekte sind handgemacht, was vor allem Retro-Fans zusagen dürfte, schließlich lässt ANIMAL ab und an Erinnerungen an charmante Tier- und Monsterheuler der 80er wach werden und schafft es mit lautem Grunzen und Quieken der Kreatur, den Besitzern von Surround-Anlagen die Nackenhaare aufzusträuben. Somit sind achtzig solide Unterhaltungsminuten garantiert, auch wenn ANIMAL mit Sicherheit kein nennenswertes Highlight im Genre der Tier- und Monsterstreifen darstellt.
 
 
 


 
 
 

ANIMAL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein charmanter Monster- und Tiergrusler, wie man sie in den 80ern häufiger im Video-Recorder hatte. Natürlich hat sich seit Filmen wie RAZORBACK, CUJO und DER WERWOLF VON TARKER MILLS so einiges verändert: Die Schnitte sind hektischer geworden, der Look ist tadellos auf Hochglanz poliert und die Protagonisten hören Musik mit der Mp3-Funktion ihrer Handys, anstelle ihres Walkmans. Handmade-Effekte an die Macht heißt die Devise in ANIMAL, denn trotz B-Movie-Charme hat man auf den Einsatz überflüssiger Computereffekte verzichtet, was man in Horrorfilmen neueren Datums immer seltener zu sehen bekommt. Denn seit Trash-Schmieden wie ASYLUM oder der TV-Sender SYFY miserablen Abfall am Band produzieren, ist der Einsatz von CGI im Horrorfilm zur Gewohnheit geworden. Im Gegensatz zu genannten Produktionshäusern schaut der für den Horrorsender CHILLER produzierte ANIMAL ganz passabel aus und erreicht optisch fast schon Kino-Niveau. Dennoch vermiesen die austauschbare Handlung und die für das Genre obligatorischen Klischees den positiven Gesamteindruck. Wie in Filmen dieser Art typisch sind die meist jugendlichen Stereotypen nicht gerade die hellsten Kerzen auf dem Kuchen. So finden eine farbigen Powerfrau (Hip-Hop-Sängerin KEKE PALMER), der muskelbepackte Beschützertyp, eine Sprüche klopfende Obertucke und der smarte Sunnyboy in ANIMAL wenig überraschend einen schnellen Tod. Ausgerechnet die unsympathische Filmzicke darf am Ende überleben. Dass sich das Finale die Option für eine Fortsetzung offen lässt, war auch schon in ähnlich gestrickten Schockern der 80er der Fall. Wer eine Leidenschaft für trashige Monster- und Tierheuler besitzt ist mit ANIMAL gut beraten. Denn auch wenn sich der Film ausschließlich auf das beliebte 10-kleine-Negerlein-Prinzip konzentriert, gefällt der Film durch sein nicht übel getrickstes Filmmonster und das strafe Filmtempo. Daher: Solider Horrorfilm, der vom FILMCHECKER-Team das Prädikat “Edel-Trash” verliehen bekommt.
 
 
 


 
 
 

ANIMAL – Zensur

 
 
 
ANIMAL ist ein waschechter Vertreter des Tier-Horrorgenres. Bei solcher Art Filmen passiert es nicht selten, dass die FSK milder einstuft. Meist sind derart Streifen bereits für Jugendliche geeignet. ANIMAL macht da keine Ausnahme. Bis auf einige Blutfontänen gibt es nicht viel Gewalt zu sehen. In wenigen Szenen bekommt der Zuschauer zudem nur die Ergebnisse der Attacken der Kreatur zu sehen. Sonderlich hart ist ANIMAL demnach nicht anzuschauen und dürfte mit FSK16 in die Kaufhäuser kommen.
 
 
 


 
 
 

ANIMAL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Piranhaconda (2012)
 
Primal (2010)
 
The Cave (2005)
 
Mosquito Man (2004)
 
They Nest – Tödliche Brut (2000)
 

Filmreview: “Torment” (2013)

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TORMENT

Story

 
 
 
Eine kleine Familie will das Wochenende auf dem Land verbringen, um so ein paar Diskrepanzen zu beseitigen. Leider befindet sich das Ferienhaus genau dort, wo sich Fuchs und Has’ Gute Nacht sagen. Für vier Fremde Grund genug mal kurz Hallo zu sagen. Maskiert und bewaffnet …
 
 
 


 
 
 

TORMENT – Kritik

 
 
 
Trautes Heim, Glück allein: So jedenfalls wünscht man sich das Familienleben. Im Horrorfilm verliert diese Redensart oft an Gewicht, schließlich passiert hier nicht selten, dass sich in den eigenen vier Wänden Tragisches ereignet und nur die wenigsten Protagonisten unbeschadet bis zum Abspann dabei sind. Home-Invasion-Schocker (also Filme, in denen Menschen zu Hause von Fremden terrorisiert werden) sind seit einigen Jahren ganz groß im Kurs und versuchen geradezu, sich im möglichst bestialischen Erniedrigen und Abschlachten ihrer Filmopfer zu übertrumpfen. Zuletzt hat das YOU’RE-NEXT-Macher ADAM WINGARD ganz passabel hinbekommen, der mit seinem Splatter-Slasher-Mix genau den richtigen Gewaltpegel gefunden hat, um bei Horroranhängern Eindruck zu hinterlassen. Der jetzt vorliegende TORMENT ist ein Schauer-Flick gleicher Sorte, der auch auf der Terror-Heimwelle mitreiten möchte und eine kleine Familie in den Mittelpunkt der Geschehnisse rückt, deren Mitgleider von vier maskierten Irren im Ferienhaus attackiert werden. Kurioserweise tragen die Killer hier auch Tiermasken, was bei unerfahrenen Horrorfans für Verwirrung stiften könnte, schließlich war diese skurrile Maskierung schon in Wingards YOU’RE NEXT Programm und hat maßgeblich zur Bekanntheit des Streifens beigetragen. Auch wenn TORMENT im gleichen Sub-Genre beheimatet ist; die beiden Filme sind vollkommen unterschiedlich. Während YOU’RE NEXT (2011) mehr auf anspruchslosen Metzel-Terror mit blutreicher Holzhammertaktik setzt, hegt Regisseur JORDAN BARKER ganz andere Intentionen. Er begibt sich mit seinem Horrortrip zurück zum klassischen Terrorkino der 70er, in dem vornehmlich gerannt, psychisch gequält und geschrieen wurde und sich Gewalt wenn dann nur im Kopf des Zuschauers abgespielt hat.
 
 

Wenn man keinen guten Vater hat, so soll man sich einen anschaffen.

(Friedrich Nietzsche)

 
 
Dass sich der Begriff Familie vielseitig definieren lässt, wusste bereits TOBE HOOPER, der im Jahre 1974 sein TEXAS CHAINSAW MASSACRE auf die Menschheit losgelassen hat und eine perverse Sippschaft Kannibalen sich durchs tiefste Texas futtern ließ, die es bis heute zu mehreren Fortsetzungen gebracht hat. Die dreckig-siffigen Bilder des Kultwerks dürften Regisseur JORDAN BARKER durchaus zugesagt haben, so dass man sie so ähnlich – wenn auch auf Hochglanz poliert – in TORMENT wiederfindet. Ein knapp gehaltener dafür aber reichlich finsterer Prolog läutet das unheimliche Treiben ein; danach geht es temporeich weiter, schließlich hat der Streifen mit knappen 75 Minuten Spielplan nicht viel Zeit, um sich tiefgründig mit Nebensächlichkeiten auseinandersetzen zu können. Den Protagonisten kommt eine oberflächliche Charakterisierung zuteil und Horror-Ikone KATHARINE ISABELLE versucht als frisch verheiratete Stiefmutter das Vertrauen des siebenjährigen Schützlings Liam (PETER DACUNHA) zu gewinnen. Der wiederum will mit seiner neuen Mama partout nicht warm werden und ist eines jener wehleidigen Filmkinder, die der Zuschauer am Liebsten als Erstes über die Klinge springen sehen möchte. Damit der Familienfrieden gewahrt werden kann, soll ein gemütliches Wochenende im Landhaus eine Annäherung zwischen Mutter und Stiefsohn bewirken. Doch wie in Grimms SCHNEEWITTCHEN hat dort jemand im Bettchen geschlafen und von Tellerchen gegessen. Die Polizei ist schnell vor Ort und Hausbesetzer werden für den Einbruch verantwortlich gemacht. Die wären der kleinen Familie vermutlich auch viel lieber gewesen, denn was folgt ist kein Zuckerschlecken. Vier Fremde verschaffen sich Zutritt zum Ferienhaus, haben des Sohnemanns Kuscheltiere enthauptet und über den Kopf gestülpt. Vater Cory (ROBIN DUNNE) wird überwältigt, an einen Stuhl gebunden und soll sich unter Androhung von Folter der Liebe seines Sohnes entledigen. Die Frage nach dem Warum wird am Ende nur ansatzweise beantwortet, schließlich wird noch Material für eine Fortsetzung benötigt. Fakt jedoch ist, dass der Familienbegriff in TORMENT eine gänzlich neue, absurde Bedeutung erhält und die vage Auflösung doch schon sehr grotesk, fast schon surreal anmutet.
 
Ja, sie ist wieder da: KATHARINE ISABELLE. Die Schauspielerin hat sich durch ihre Rolle als Ginger in der erfolgreichen GINGER SNAPS-Triologie ein Denkmal setzen können und bewies im Underground-Bodyhorror AMERICAN MARY (2012), dass sie auch in Lack und Leder eine hervorragende Figur macht. Im aktuellen Grusler TORMENT jedoch hat sie eine eher ungnädige und vor allem austauschbare Rolle ergattert, die kaum nachhaltig in Erinnerung bleiben will, was vor allem daran liegt, dass das beliebte Horror-Sternchen hier schlich nichts zu tun hat. ISABELLE flitzt aufgeregt von einem Schauplatz zu nächsten, blinzelt unentwegt verängstigt in die Kamera und darf am Ende als Filmheldin auch mal austeilen, wenn es darum geht, die Bösewichte in die Flucht zu schlagen. Auch wenn TORMENT eigentlich ein klassischer Home-Invasion-Thriller ist, wie man in zuletzt recht oft gesehen hat, gefällt die Tatsache, dass Macher JORDAN BARKER das Böse bewusst zurückhaltend agieren lässt. Statt widerwärtiger Folter macht psychologischer Horror das Rennen, wobei die bewusst düster gehaltene Handlung dem Treiben eine unheimliche, gespenstische Note verleiht. Auch wenn die Identitäten von Mr. Mouse, Pig Lady, Little Rabbit und Little Monkey ähnlich wie in THE STRANGERS (2008) weitestgehend im Verborgenen bleiben, ihre Beweggründe kaum zufriedenstellend beantwortet werden und der Zuschauer mit einer Menge Fragen das Kino verlässt, gehört TORMENT gerade deshalb zu einem der besseren Vertreter seiner Zunft. Dass eine Fortsetzung folgen wird, dürfte abzusehen sein. Bis die jedoch in die Lichtspielhäuser kommen wird, hat der Horrorfan genügend Zeit seine Kreativität zu entfachen, um sich ein eigenes plausibles Ende zusammenzureimen. Wir von FILMCHECKER meinen: Terrorkino par ex­cel­lence.
 
 
 


 
 
 

TORMENT – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein angenehm düsteres Schauervergnügen – TORMENT ist ein guter Terrorfilm alter Schule, auch wenn es Regisseur JORDAN BARKER nicht gelingt, das Terror-Rad neu zu erfinden. Neu ist dafür, dass dem zeigegeilen Foltern und ausgewalzten Erniedrigen von Opfer und Täter kaum Beachtung geschenkt wird. Stattdessen holt BARKER das Grauen zurück auf die Leinwand, das den Horror im Kopf entstehen lässt. Ganz so wie in den guten alten Zeiten schreien sich die Opfer die Seele aus dem Leib und hetzen durch Wald und Dickicht. Ein morbider und finsterer Look sorgt, trotz Hochglanzbildern, für einen stimmigen Anstrich. Drum: Heimkino dunkel gemacht, Film in den Player gelegt und den Lautstärkeregler auf Maximum gedreht – schließlich lässt es sich nur so angenehm Gruseln.
 
 
 


 
 
 

TORMENT – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt wird in TORMENT nicht gezeigt. Die Kamera blendet weg sobald es unangenehm wird. Demnach wird der Film mit großer Wahrscheinlichkeit ungeschnitten mit FSK16 in den Handel kommen.
 
 
 


 
 
 

TORMENT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hate Crime (2013)
 
You’re Next (2011)
 
In Their Skin (2012)
 
The Aggression Scale (2012)
 
The Purge (2013)
 

Filmreview: “Bloodline – Der Killer” (2011)

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BLOODLINE – DER KILLER

Story

 
 
 
Sandra und ihr Kollege Marco werden von ihrem Boss zu einem Porno-Set geschickt, um einen Hintergrundbericht zu machen. Alles scheint ganz und gar normale, alltägliche journalistische Routine zu sein, doch etwas ist anders. Der Film wird an genau der Location gedreht, an der vor 15 Jahren Sandras kleine Schwester von einem Serienkiller, den die Zeitungen nur „Der Chirurg“ nennen, ermordet wurde. Sandra zögert, sich ihren Ängsten zu stellen, nimmt den Auftrag aber schließlich an. Doch die Vergangenheit ruht nicht, der Chirurg – oder ein Nachahmer? – ist zurück. Damit nicht genug erwachen seine Opfer wieder zum Leben und morgen ebenfalls…
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Kritik

 
 
 
BLOODLINE ist ein italienischer Low-Budget-Horrorfilm von EDO TAGLIAVINI, welcher zuvor mit einigen Kurzfilmen auf sich aufmerksam machen konnte. Sein 2011 erstmals veröffentlichtes Spielfilm-Debüt drehte er für gerade mal 70.000€. Bei diesen geringen Produktionskosten war es ihm aber immer noch möglich CLAUDIO SIMONETTI als Composer für sein Erstlingswerk zu gewinnen. Leider hinterlässt BLOODLINE keinen bleibenden Eindruck, als viel mehr einen sehr bitteren Nachgeschmack. Die Handlung ist kompletter Nonsens und die Schauspielerriege setzt sich komplett aus Laien zusammen. Es ist zu erkennen, dass es den Machern wohl Spaß gemacht hat den Film zu drehen, doch das Resultat ist ein sehr langweiliger und schlecht gedrehter Horrorstreifen geworden. Was zunächst auffällt ist der billige und sehr sterile Look. Zudem leidet BLOODLINE an einer für Amateurfilme typischen Krankheit, dass sich deren Macher scheinbar vor Totalen fürchten. So wird das Ansehen des Filmes dadurch erheblich erschwert, dass die Kamera immer viel zu nah am Geschehen ist, und man sich als Zuschauer räumlich kaum zurechtfindet. Darüber hinaus ist es schon erstaunlich, dass tatsächlich CLAUDIO SIMONETTI die Filmmusik komponiert hat. Der CLAUDIO SIMONETTI, der einst legendäre Soundtracks mit seiner Band Goblin für Filme wie ROSSO – DIE FARBE DES TODES (1975), SUSPIRIA (1977), George A. Romeros ZOMBIE (1978) oder PHENOMENA (1985) schrieb. Was er hier musikalisch abgeliefert hat, ist so unbedeutend und uninteressant, dass, wenn man nicht wüsste das er für die Musik verantwortlich war, niemals auf diesen Gedanken käme. Dies stellt leider keine Ausnahme dar, denn die von SIMONETTI angefertigten Soundtracks der letzten 15 Jahre klingen alle derart langweilig; man denke an MOTHER OF TEARS (2007) oder DRACULA 3D (2012).
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
BLOODLINE ist kein empfehlenswerter Film und nur etwas für die, die auch jeden Horrorfilme sehen müssen.
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Zensur

 
 
 
BLOODLINE – DER KILLER, der übrigens vom hiesigen Rechteinhaber auch als SCALPEL MASSACRE zweitausgewertet wurde, trägt die KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung und ist vollkommen ungeschnitten. Splatterfans dürfen ruhigen Gewissens zugreifen, denn der Film ist in Deutschland komplett zu haben.
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Bloodline -Der-Killer-Blu-Ray

(c) Schröder Media (Erstauswertung ohne 3D)

 
 
 
Bloodline -Der-Killer-3d-Blu-Ray

(c) Schröder Media (Erstauswertung mit 3D)

 
 
 
Scalpel-Massacre-Blu-ray

(c) Savoy Film / Intergroove Media (Zweitauswertung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bloodline; Italien 2011

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Englisch (DTS-HD MA 5.1), Deutsch (Deutsch DD 2.0)

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover (ohne FSK-Flatschen)

Extras: Originaltrailer, 3D-Fassung

Release-Termin: Erstauswertung als BLOODLINE:21.02.2013 / Zweitauswertung als SCALPEL MASSACRE: 16.05.2014

 
 
 
BlOODLINE wurde in unterschiedlichen Fassungen veröffentlicht. Die Erstveröffentlichung erlebte der Horrorfilm in Deutschland leicht verspäter im Jahre 2013, wo er vom damaligen Rechteinhaber SCHRÖDER MEDIA als normale DVD, Blu-ray und 3D-Blu-ray veröffentlicht wurde. Genau ein Jahr später kam der Streifen erneut in den Handel. Diesmal suggerierte ein neues Cover und ein ebenso neuer Titel einen gänzlich anderen Film. Leider ist der Inhalt jedoch der gleiche, nur der Rechteinhaber ist ein anderer. SAVOY FILM hat es sich nämlich nicht nehmen lassen unter dem reißerischen Titel SCALPEL MASSACRE noch einmal Kasse zu machen.
 
 
 

Bloodline – Der Killer [Blu-Ray] Erstauflage mit Original-Filmplakat-Cover ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 

Scalpel Massacre (inkl. 2D-Version) [3D Blu-ray] Zweitauflage mit anderem Titel und hochgerechneter 3D-Version ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Trailer

 
 

 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong Turn 4: Bloody Beginnings (2011)
 
Cold Prey – Eiskalter Tod (2006)
 
Haunted Hill – Die Rückkehr in das Haus des Schreckens (2007)

Filmreview: “Das Grauen kommt um Zehn” (1979)

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DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN

WHEN A STRANGER CALLS

Story

 
 
 
Jill (Karol Kane) verdingt sich, so ist das im amerikanischen Unterhaltungsprogramm ja öfter, während ihrer Highschool-Zeit als Babysitterin bei wohlhabenderen Paaren. Eines Abends ruft ein unheimlicher Fremder auf der Arbeit an und lässt sich auch partout nicht vom wiederholten Wählen der Nummer abhalten. Auch nicht von Jills raschem Einschalten der Staatsgewalt. Nein, er treibt es auf die Spitze und bittet das arglose Mädchen wiederholt, doch mal gerade nach den zu betreuenden Kindern zu sehen. Jill wird langsam nervös und geht dem doch einmal nach. Die kleinen Kinder sind tot. Ein weiteres, natürlich panischeres Gespräch mit der Polizei alarmiert sie, dass der Irre vom gleichen Haus aus anruft. Jill kann sich in Sicherheit bringen, der Verbrecher wandert ein. Ein paar Jahre später neue Anrufe bei der schwer Traumatisierten. Lange keine Babysitterin mehr, hat Jill inzwischen eigene Kinder und der Mörder von damals ist frei.
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN – Kritik

 
 
 
DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN bewegt sich 1979 irgendwo im Spannungsfeld zwischen Thriller späterer Hitchcock’scher Prägung (etwa FRENZY fiele mir hier ein) und dem US-Slasher-Untergenre, dessen große Zeit ja auch unmittelbar bevorstehen sollte. Ungewöhnlich ist die Nutzung des perfekt zurechtgeschliffenen Prologes als bereits in sich geschlossenem, kleinem Film-vorm-Film. Horrorfans bekrittelten den mittleren, analytischer vorgehenden und portraitierenden Teil des Thrillers leider oft als langatmig oder zu ambitioniert, wie mir bei meinen Publikumsrecherchen auffallen leider musste. Hier muss natürlich eingeworfen werden, dass es sich eben nicht um Freitag der 13. Teil 29 handelt und man nur popcornfressend die Zehn-Kleine-Nackigcamper-Sause abhakt, während man beim Glotzen noch drei bis fünf weiteren Aktivitäten nachgehen könnte und ob der Langweiligkeit eigentlich ja sogar müsste. Nein, Fred Waltons (DIE HORROR PARTY von 1986 sei empfohlen, möchte man sich weiter mit den Horrorausflügen des Regisseurs beschäftigen) Film gibt sich in seiner Zeichnung des Psychogramms des Mörders eine einfallsreiche aber gleichzeitig nicht an den Haaren herbeigezogene Mühe, wie man sie so erst im von Serienkillern besessenen Spannungskino der Neunziger Jahre, genauer gesagt nach Hannibal Lecter im SCHWEIGEN DER LÄMMER regelmäßig vorgesetzt bekommen sollte. Kindsmörder Duncan ist kein maskierter und durch diese Maskierung zum abstrakten Monstrum erhöhter „Boogie Man“, keine Freddy Krueger-Sagen/Comicfigur. Er ist ein krimineller Geisteskranker mit eindrucksvoll dargestellten persönlichen Unzulänglichkeiten, die ihn immer wieder Ungeheuerliches begehen lassen. WHEN A STRANGER CALLS, s der Originaltitel, nimmt sich als packender Nagelknabberfilm ernst und das ist seine größte Stärke. Perverse Anekdote: Die Idee des „Haben Sie nach den Kindern gesehen“ ist in den USA durch diesen Film zu einer Urban Legend geworden und existiert dort in zahllosen Variationen, sei es als Zitat in ernsten oder komödiantischen Filmen und TV-Shows oder gar im Programm fieser Gruselgeschichtenerzähler, die es sich mit ihren minderjährigen Schutzbefohlenen verderben wollen. Das kann nicht jeder sparsam budgetierte Spät-Siebziger-Thriller von sich behaupten, oder?
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Nervenzerfetzer aus der Umbruchszeit zwischen ausgehendem Hitchcock und frühem amerikanischem Slasherfilm mit besonderem Augenmerk auf psychologischer Dichte. Leicht vergessener Klassiker.
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN – Zensur

 
 
 
Die im Handel erhältliche deutsche Fassung ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
das-grauen-kommt-um-zehn-blu-ray

(c) Explosive Media GmbH

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: When a Stranger Calls; USA 1979

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch PCM 2.0, Englisch PCM 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover – Erstauflage zusätzlich im Schuber

Extras: Booklet, Trailer, Bildergalerie, Erstauflage im Schuber

Release-Termin: 20.06.2014

 
 
 

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DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN – Trailer

 
 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Halloween – Die Nacht des Grauens (1978)
 
Unbekannter Anrufer (2006)

Filmreview: “The Visitant” (2012)

the-visitant-(2012)
 
 
 

THE VISITANT

Story

 
 
 
Wenn Samantha (Janie Michele Simms) was Vernünftiges gelernt hätte, wäre ihr vermutlich einiges an Ärger erspart geblieben. Als Kunden prellende Wahrsagerin verdient sie sich ihren Lebensunterhalt in einem Vergnügungspark und gerät an eine Immobilienmaklerin, die ihr von den regelmäßigen Attacken eines wütenden Poltergeistes berichtet. Der hat aber scheinbar genug von seinem letzten Opfer und beginnt schon bald damit, die ahnungslose Samantha in ihrer Wohnung zu terrorisieren …
 
 
 


 
 
 

THE VISITANT – Kritik

 
 
 
Im Jahre 1982 brachte SIDNEY J. FURIE einen durchaus unangenehmen Dämonen-Spuk in die Lichtspielhäuser, der von einer Frau berichtete, die von einer unsichtbaren, dämonischen Präsenz terrorisiert wurde. Leider ist das auf angeblich wahre Begebenheiten beruhende Stück Terror-Kino mit dem Titel THE ENTITY heutzutage kaum einem Horrorfan mehr ein Begriff, was vermutlich daran liegen mag, dass Streifen wie THE CONJURING oder PARANORMAL ACTIVITY dem (jüngeren) Zuschauer das Nonplusultra vorgaukeln. Weitaus besser Geister- und Spukfilme gab es jedoch schon viel früher, wobei Klassiker wie DER UNHEIMLICHE GAST (1944), SCHLOSS DES SCHRECKENS (1961), BIS DAS BLUT GEFRIERT (1963), DAS GRAUEN (1980) oder POLTERGEIST (1982) zu den wohl wichtigsten Werken innerhalb des Spuk-Genres gehören und zumindest jeder aufgeschlossene Filmfreund mal auf dem Bildschirm gehabt haben sollte. Regisseur JOHN BINKOWSKI erweitert die lange Reihe an Geisterstreifen um sein Low-Budget-Ding THE VISITANT, das in seiner Machart dem genannten Terror-Flick THE ENTITY nicht unähnlich ist. Auch hier wird eine Protagonistin von einem bösartigen Poltergeist attackiert, der sein Opfer versucht in den Wahnsinn zu treiben. Hinter dem Spuk steckt die Produktionsfirma FWC PICTURES, die vom Regisseur persönlich mit ins Leben gerufen wurde und bereits vor einigen Jahren mit SCARE ZONE (2009) semierfolgreich versucht hat Horrorstoff an den Fan zu bringen. Leider ist auch der zweite Genre-Streich nicht Großes, denn wie bei Indie-Produktionen üblich, herrscht auch bei THE VISITANT Ebbe in der Kasse. Die Kulisse ist mager, Effekte sind bescheiden und die Gruselatmosphäre wird auf Sparflamme geköchelt.
 
Ähnlich wie bei THE ENTITY beruht die Geschichte des Gruseltrips auf Ereignisse, die sich so ähnlich zugetragen haben sollen, wie sie der Film beschreibt. Dennoch bleibt im Falle von THE VISTANT fraglich, ob die “wahre” Grundlage nicht das Ergebnis eine doch sehr blühenden Phantasie gewesen ist, schließlich lässt sich ein Streifen mit Echtheitszertifikat auf dem Cover weitaus besser verkaufen, als manch fiktive Geschichte. So verriet Produzentin LISA ENOS SMITH in einem Interview, dass sie einige seltsame Ereignisse im Jahr 1999 sehr beunruhigt hätten. Die schreckhafte Dame musste für Recherchezwecke an Bord des ehemaligen Passagierschiffes Queen Mary reisen, von dem behauptet wird, dass es drin spuken soll. Kaum in die eigenen vier Wände zurückgekehrt wurde SMITH von einer unheimlichen Stimme verfolgt, die nicht nur dafür sorgte, dass die Milch im Tee saurer wurde, sondern jede Menge Schabernack im Haus veranstaltete. Ob nun wirklich passiert oder geschickt konstruierter PR-Schachzug sei mal dahingestellt. Fakt ist jedoch, dass sich SMITHS Geschichte (hier das Interview) weitaus spannender anhört, als THE VISITANT letztendlich geworden ist. Dabei beginnt und endet eigentlich alles so, wie man es sonst aus Kurzgeschichten der berüchtigten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Serie kennt. Splatter und Cryptkeeper sucht man im Film zwar vergebens, dafür glänzt THE VISITANT wie einst die TV-Serie auch mit makabrem Ende und zwei gar nicht mal so uncharmanten Darstellerinnen, die den Zuschauer durch eine rudimentäre Handlung führen, die man gut und gerne auch in 30 Minuten hätte abhandeln können.
 
Doch wie füllt man eine Geistergeschichte, deren Inhalt sich in zwei Sätzen zusammenfassen lässt? Richtig, in dem man die Anleitung für Hobby-Spukmeister aus dem Internet lädt und den ohnehin dünnen Plot um die nervigsten Spukhaus-Klischees bereichert. So dürfen plötzlich zuschlagende Türen ebenso wenig fehlen, wie der Kontakt zum Toten mittels Seance. Die beste Freundin ist zwar immer per Telefon- und Skype-Konferenz zugegen, kann aber mit ihrem oftmals recht erheiterndem Mundwerk nicht verhindern, dass THE VISITANT ganz zäher Budenzauber bleibt. Während sich anfänglich nur Dinge bewegen, unheimliche Stimmen vernommen werden und sich Protagonistin Samantha durch unerklärliche Geräusche verunsichert fühlt, ändert der gemeine Poltergeist recht zügig seine Taktik und geht weitaus aggressiver zugange. Wie bereits im am Anfang genannten THE ENTITIY sind körperliche Angriffe die Folge, denen die naive Hausbewohnerin schutzlos ausgeliefert ist. Die ist wiederum alles andere als eingeschüchtert, schließlich vermutet Samantha in der bedrohlichen Präsenz den verstorbenen Ehegatten, der ein Jahr zuvor bei einem schweren Autounfall ums Leben gekommen ist. Auch wenn sich ein unerfreuliches Happy End nach reichlich Gepolter und falschen Wendungen nicht vermeiden lässt, wirkt die letztendliche Auslösung etwas sehr aufgesetzt und arg konstruiert. Das Finale wirkt unfertig und bricht abrupt ab, was darauf folgen lässt, dass sich Drehbuchautor und Regisseur JOHN BINKOWSKI unschlüssig war, wie seine Geschichte denn nun eigentlich abgeschlossen werden soll. Aufgrund der wenig überraschenden Inszenierung ist das aber auch nicht weiter tragisch, denn THE VISITANT ist ohnehin einer jener Filme, die das Spuk-Genre nicht gerade nachhaltig bereichern.
 
 
 


 
 
 

THE VISITANT – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Wer Filme wie POLTERGEIST, THE CONJURING oder PARANORMAL ACTIVITY gemocht hat, dürfte sich hier gut aufgehoben fühlen. Dennoch ist THE VISTIANT alles andere, als ein sehenswerter Spukstreifen, was vor allem an der überraschungsarmen Geschichte liegt, die man gut und gerne auch in Kurzfilmform hätte erzählen können. Der Zuschauer wird mit einer Menge Spuk-Klischees gequält, die zu einem reichlich konstruiert wirkenden und ziemlich abrupt endenden Abschluss führen. Auch wenn dem Filmfreund nicht unbemerkt bleibt, dass hier nur Mikro-Budget zur Verfügung gestanden hat, ist THE VISITANT einer jener Filme, deren Umsetzung nicht zwangsläufig hätte sein müssen. Das knappe Geld wäre anderweitig wohl besser investiert gewesen.
 
 
 


 
 
 

THE VISITANT – Zensur

 
 
 
THE VISITANT ist ein typischer Geisterfilm, ohne Blutzoll. Hier stirbt nur ein Hamster – das war`s. Insofern der Film hierzulande überhaupt veröffentlicht werden sollte, dürfte er locker mit FSK16 in den Handel kommen.
 
 
 


 
 
 

THE VISITANT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ghost of Goodnight Lane (2014)
 
The Quiet Ones (2014)
 
House of Dust (2013)
 
Der unheimliche Gast (1944)
 
Schloss des Schreckens (1961)
 
Bis das Blut gefriert (1963)
 
Das Grauen (1980)
 
Poltergeist (1982)
 

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