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Filmreview: “Madison County” (2011)

 

 

Fünf Freunde auf den Spuren eines bekannten Schriftstellers.

Dessen nächster Roman soll von dem kleinen verträumten Ort „Madison County“ handeln, indem vor einigen Jahren einige blutrünstige Morde stattgefunden haben sollen. Der Täter wurde jedoch nie gefasst.

Kaum in dem kleinen Dörfchen angekommen, verliert sich die Spur des bekannten Autoren. Grund genug die Bewohner des Örtchens nach seinem Aufenthalt zu befragen.

Doch die Einwohner von „Madison County“ mögen es gar nicht, wenn man sie ins schlechte Licht rückt und gleich recht nicht, wenn man ihnen neugierige Fragen stellt.

Je weiter die Kids in der mysteriösen Geschichte des Ortes stöbern umso mehr geraten sie in das Visier eines seltsam maskierten Irren, der seine ganz eigene Antwort besitzt neugierige Fremdlinge zu begrüßen.

 

 

Seit vor ca. 10 Jahren das Backwood-Genre mit dem überaus gelungenen „Michael Bay“-Remake zum 70er Jahre Schocker „The Texas Chainsaw Massacre“ erneut reanimiert wurde, folgten nunmehr unzählige durchwachsene und teilweise haarsträubende schlechte ähnliche Vertreter dieses Horror-Subgenres, die der glatt-polierten Kettensägen-Neuauflage aus dem Jahre 2003 nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen konnten und vermutlich nur deshalb produziert wurden, um im kassenträchtigen Fahrtwasser eines „Texas Chainsaw Massacre“ und „Wrong Turn“ noch rasch die schnelle Mark zu erwirtschaften.

Jetzt, 10 Jahre später scheint das Publikum, vom sich ständig wiederholenden Horror-Einerlei über schlitzfreudige Mutanten, Rednecks und Hinterwäldlern vermutlich so langsam übersättigt zu sein, sodass derart Produktionen freilich, wenn überhaupt nur noch ihren Weg in die hiesigen Videotheken finden und dort ihr Dasein zensiert und unbeachtet in den hintersten Regalen der DVD-Verleiher fristen.

Der Horrorthriller „Madison County“ bedient sich genau jener Hinterwäldler-Schiene, erscheint aber leider einige Jahre zu spät, um den routinierten Horrorfilm-Allesseher überhaupt noch mit seinem solide zusammengewerkelten Horrorplot überzeugen zu können.

Eigentlich schade, denn „Madison County“ macht optisch eine wirklich hervorragende Figur und ist überaus hübsch gefilmt. Von einem günstig abgedrehten Billigfilm ist der kleine Thriller meilenweit entfernt, und einige Szenen im Film besitzen erstaunlich stimmige und atmosphärische Momente. Dennoch, die Darsteller bleiben weit hinter ihren Möglichkeiten zurück und liefern, wenn überhaupt, eine solide Performance ab, die leider nur ihren zweckmäßigen Einsatz findet und kaum der Rede wert ist.

Leider bildet das größte Manko in „Madison County“ das vollkommen unspektakuläre Drehbuch, das bedauerlicherweise keine Überraschungen bietet und geradlinig heruntergerasselt wird. Nach unzähligen Vertretern dieser Gattung Film hätte man zumindest eine halbwegs vernünftige und vor allem „frische“ Geschichte erzählen können, die sich anders, als in den unendlich vielen ähnlich gestrickten Werken nicht gleich bei jeder zweiten Szene in den genretypischen Klischees verläuft.

Hier wird all das geboten, was die Klischee-Schmiede des Backwood-Genres zu bieten hat: mysteriös drein-schauende Dorfbewohner, einen unkaputtbaren Killer, der im Auftrag aller Provinzbewohner das allzu neugierige Großstadt-Pack in seinen Schranken weist und dumm agierende Opfer, die in den haarsträubendsten Situationen die fragwürdigsten und unlogischsten Aktionen vollziehen.

Gerade zum Ende hin wirken die Handlungsverläufe und Interaktionen der (meist weiblichen) Protagonisten so lächerlich, dass man den Gepeinigten, gerade aufgrund ihrer planfreien Aktionen, eigentlich nur noch den Filmtod wünscht.

Denn wie so oft, wird der Killer überwältigt und K.O. geschlagen. Über einen vermeintlichen letzten Hieb mit einer der diversen umherliegenden Schlagwaffen denken die „Überlebenden“ erst gar nicht nach, denn nachdem der skurrile Killer mit der Schweins-Maske einen gehörig-spontanen Hieb mit einem Spaten verpasst bekommen hat und daraufhin friedlich ins Land der Träume schlummert, rennen die Opfer um ihr Überleben. Das letztendlich derart schlachtfreudige Brut selbstverständlich immer und immer wieder zur Besinnung kommen muss und nicht ablassen kann, seine Opfer in den Tod zu meucheln, dürfte dem erfahrenen Horrorfilm-Zuschauer bereits aus Filmen, wie „Freitag der 13.“, „Halloween“ & Co. bekannt vorkommen.

Madison County“ ist leider nicht das geworden, was das exploitationhaft gestaltete Filmplakat verspricht. Statt einen, den aktuellen Seegewohnheiten entsprechenden, Hardcore-Folterhorror zu bieten werden hier seichtere und vor allem langweiligere Geschütze gefahren.

Das Hauch einer Story wird mit unspektakulären Handlungsverläufen geschmückt, die man in dieser Art bis zum Erbrechen bereits in unzählig anderen Produktionen dieser Art abgehandelt hat.

Die Krösel-Effekte halten sich in Grenzen und werden augenscheinlich NICHT voyeuristisch vor der Kamera zelebriert. Bis auf einige Gegenstände (Messer, Stöcke, Axt), die sich durch menschliche Körper bohren wird hier kaum etwas geboten, was das Splatterherz vor Freude entzücken lassen dürfte. Schade, denn „Madison County“ ist hübsch gefilmt, dem Film fehlt aber der rechte Biss und die feurige Würze, um überhaupt irgendwie in die Gänge zu kommen und sich von der breiten Masse an gleichwertigen Film positiv abheben zu können.

 

 

 

Fazit 5,5/10 Punkte

 

Routinierter Backwood-Slasher, der routinierte Horrorfilm-Zuschauer routiniert langweilen könnte.

Für den hungrigen Happen für Zwischendurch gerade noch goutierbar. Dennoch absolut unspektakulärer Film, den man nicht gesehen haben muss.

 

FSK-Prognose: Ungeschnitten mit einer „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “Der Killer” (2012)

 

 

Das ist reichlich dumm gelaufen: Sechs Bankräuber und der Traum vom großen Geld.

Nach ihrem scheinbar erfolgreichen Beutezug kommt dennoch alles anders, denn ein Polizist, der die sechs an deren Flucht hindern möchte, muss leider mit seinem Leben zahlen.

Da die Flüchtenden einige Zeit auf den erlösenden Flug in die Freiheit warten müssen, verschanzen sie sich im Dickicht eines naheliegenden Waldes.

Ein fataler Fehler, denn ein reichlich wirrer und arg traumatisierter Ex-Vietnam-Veteran, der in selbigen Wald haust, löst das Bankraubproblem der sechs Gangster auf seine ganz „eigene“ Art und Weise.

 

 

Das Jahr 2012 birgt eine Menge Überraschungen, denn irgendwie scheint es wohlmöglich das Jahr der unzähligen Nachwuchsregisseure zu werden. Der Action-Horrorthriller „Der Killer“ (im Original „Battleground“) entpuppt sich ebenfalls als Debütfilm und reiht sich, leider wenig überraschend, in die bunte Welt der arg durchwachsenen Filmwerke ein.

Nun gut, ein gewisses handwerkliches Geschick lässt sich nicht von der Hand weisen.

Regiedebütant Neil Mackey meistert seine Sache reichlich souverän, überrascht mit einigen recht netten und stimmigen Momenten, schafft es aber dennoch nicht mit seinem überaus oberflächlich zusammengeschusterten Trivialwerk zu überzeugen.

Hier besteht reichlich Verbesserungspotenzial.

Eine überzeugende Geschichte existiert leider nicht, eine halbwegs vernünftige Charakterskizzierung wurde aufkosten schräg überzogener Gewaltexzesse und planloser Gewehrballerei leider außer acht gelassen – ein Mitfiebern des Zuschauers demnach ausgeschlossen.

Die arg ins Gewicht fallenden und recht offensichtlich erscheinenden Logik- und Handlungslöcher liefern nach Sichtung kaum befriedigendes Erklärungspotenzial für den Filmfreund.

Der wahnsinnige Killer meuchelt sich durch Wald und Feld, empfindet keinerlei Mitleid mit seinen Opfern und gibt dem Zuschauer keinerlei Anhaltspunkte, die sein Verhalten rechtfertigen oder gar glaubhaft erscheinen lassen.

Demnach vollkommen unverständlich, dass er jedem Schuss unverletzt entkommen kann und die fast schon übermenschliche Gabe besitzt, jede Falle und jeden Hinterhalt der reichlich hölzernen Kleinkriminellen bereits vorausahnen zu können.

Das mag zwar für den Anfang ganz nett sein, zumal die recht naiven übrigen Protagonisten bei ihrer Jagd nach und nach kreativ das zeitliche Segnen, aber dennoch hinterlässt die „Glückssträhne“ des Bösewichts einen überaus unfreiwillig lächerlich wirkenden Beigeschmack.

Dass bei derart dumm-aufgeblasenem Schussgefecht Gore- und Gewaltgehalt im Vordergrund steht, dürfte demnach wenig überraschen.

Hier werden mindere Triebe befriedigt.

Wenn die Story schon kaum etwas hergibt und zu überzeugen weiss, dann finden seit jeher reichlich selbstzweckhafte Gewalteinlagen ihren Einsatz.

Auch „Der Killer“ macht da keine Ausnahme. Freunde der etwas „handfesteren“ Unterhaltung dürften zumindest in derlei Hinsicht Gefallen an dem arg unspannenden und recht uninspirierten Filmplot finden. Leider verstand die FSK bei derart „handfestem“ Geballere dennoch keinerlei Spaß, und erteilte dem Film in seiner Ungeschnittenen Filmfassung keine Freigabe. Das überrascht nicht, bietet „Der Killer“ in seiner Originalfassung eine recht widerlich wirkende Häutungssequenz, die kaum dem Handlungsverlauf förderlich ist und demnach nur Mittel zum Zweck findet, um die blutgeile Käuferschaft zum Kauf des arg durchwachsenen Genrewerkes anzuregen.

Das Debütwerk „Der Killer“ des Nachwuchsregisseurs Neil Mackey bietet leider nichts Nennenswertes, was man in derart Form bisher noch nicht gesehen hat. Statt auf subtilen Horror zu setzen, der den Zuschauer zum Mitfiebern und Mitleiden „einlädt“ setzt Mackey einzig und allein auf die Holzhammertaktik. Aufgrund des langsam abebbenden Folter- und Gewaltkinos, dürfte sein Erstlingswerk, vor allem in der stark zerstückelten deutschen Fassung, kaum Beachtung finden. Über weite Strecken wirkt sein „Battleground“, trotz professionell entwickelten Spezialeffekten, gähnend langweilig und hetzt den Zuschauer nur unnötig von einer Gewaltsequenz zur nächsten.

Hoffen wir, dass sein Folgewerk einen anderen Ton einschlägt, denn optisch schaut „Der Killer“ recht ordentlich aus.

 

 

 

Fazit 5/10 Punkte

 

Durchschnittsware. Ballerorgie ohne Herz und Verstand. Brauchen wir nicht!

Deutsche Fassung: Keine Jugendfreigabe. Leider um einige Minuten zensiert!

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “One Way Trip 3D” (2011)

 

Es hätte ein wirklich schöner Kurzurlaub werden können – Ferien am Meer, mit ausgiebig viel Sonne, Strand, Sand und Meer.

Doch zur Enttäuschung Valeries haben ihre Freunde etwas ganz anderes im Sinn.

Denn anstatt an die sonnige Küste zu düsen geht es auf Pilzsuche in die dunklen Wälder des Jura Gebirges.

Glaubt man diversen Berichten im Internet sollen dort Pilze wachsen, die nach Verzehr erheiternde Halluzinationen verursachen sollen.

Kaum die ersten Pilze ihrer Art gefunden, verfällt die Bande in einem wahrhaft frivolen Drogenrausch, der aber leider ein frühes Ende findet, als einer der Freunde blutig niedergeschlagen wird und ein unangenehmer Sturm lostobt, der die Clique zum Aufbrechen zwingt.

Nach kurzem Fußmarsch wiegen sich die Freunde in Sicherheit, denn im Wald finden sie ein einsam gelegenes und scheinbar unbewohntes Gehöft, in dem sie rettenden Unterschlupft suchen.

Doch es dauert jedoch nicht lang, bis der Eigentümer des Hauses zurückkehrt …

 

 

Das unsere deutschsprachigen Nachbarn aktuell ganz emsig dabei sind, internationale Horrorfilmklischees zu recyceln ist in einschlägigen Film-Fankreisen kein Geheimnis mehr.

Nach recht sehenswerten Filmen wie „In 3 Tagen bist du tot“ und „In 3 Tagen bist du tot 2“, sowie „Rammbock“ (deutsch-österreichische Co-Produktion) folgt nun ein weiterer Horrorfilm aus dem deutschsprachigen Ausland.

Dabei ist unschwer zu erkennen, dass es sich bei dem Schweizer Beitrag „One Way Trip 3D“ um ein Quasi-Remake des irländischen/englischen Horrorfilms „Shrooms“ aus dem Jahre 2007 handelt.

Verübeln kann man diesen dreisten Ideenklau dem Schweizer Regisseur Markus Welter nicht, bedenkt man wie unverschämt sich amerikanische Filmemacher in den letzten 10 Jahren bei diversen Horrorklassikern vergriffen und ein glattgeschliffenes und seelenloses Remake nach dem anderen produziert haben. Warum sollten dann nicht auch die Schweizer die Gunst der Stunde nutzen und an ihrem ganz eigenem Remake basteln?

Dass amerikanischen Neuverfilmungen bisher größtenteils mehr schlecht als recht umgesetzt wurden, dürften jedem Horrorfilmfan bekannt sein.

Letztendlich waren die Erwartungen an den aktuellen Schweizer Genrebeitrag dementsprechend hoch und in der Tat, nach Sichtung von „One Way Trip 3D“ kann ich definitiv Entwarnung geben, denn Welters Filmversion ist minimal sehenswerter, als seine Vorlage.

Schnell fällt auf, dass Regisseur Markus Welter ein überaus talentiertes Händchen bei der Auswahl von sehr bedrückenden und merklich stimmigen Settings besitzt.

Die recht gruselige Atmosphäre, das schauderhafte Setting und die düstere Darstellung der Gegebenheiten dürften gerade alteingesessene Filmhasen an diverse Edgar Alan Poe Klassiker aus den Hammerstudios des letzten Jahrhunderts erinnern

Nachdem der Sturm aufbricht verändert sich rapide der locker-lässige und naive Grundton des Films. Auf der Suche nach Hilfe stoßen die Freunde auf ein scheinbar verlassenes Gehöft, wobei die überaus unheimliche Aura, die dieses Gebäude umgibt im ersten Augenblick bösartige Geister, Vampire oder andere Fabelwesen vermuten lässt.

Im Laufe der Handlung geraten die Jugendlichen jedoch an den zurückgezogenen (menschlichen !) Hauseigentümer, der zusammen mit seiner entstellten Tochter zum kreativen Mord-Stelldichein einlädt.

Die Charakterskizzierung der Freunde reduziert sich genrebedingt leider nur auf das Wesentliche, wobei der Zuschauer aufgrund der merklichen Anzahl an sterbewilligen Protagonisten, vermutlich leider schnell den Überblick verlieren dürfte, es aber Hauptdarstellerin Sabrina Reiter immerhin gelingt dem Begriff „Scream-Queen“ neuen und frischen Wind einzuhauchen.

Nach nur weniger Filmminuten ist schnell klar, dass sie gegen Ende hin zum frivolen Endfight mit dem Oberschurken antreten darf.

Dabei agiert die österreichische Schauspielerin, die bereits ihr schauspielerisches Können in den Horrorfilmen „In 3 Tagen bist du tot 1+2“  unter Beweis stellen durfte, recht glaubhaft und realistisch vor der Kamera – ihr Schreien und Winzeln wirkt definitiv echt.

Der Rest der „gesichtlosen“ Bande hinterlässt einen recht faden Beigeschmack und wirkt einzig und allein dafür in das Drehbuch geschrieben, um die breite Masse an Horrorfilmfans mit kleinen abwechslungsreichen Sterbeszenen bei Laune zu halten, wobei die Darstellung der handvoll Metzelszenen von Regisseur Markus Welter überraschenderweise recht züchtig und zurückhaltend in Szenen gesetzt wurden..

Es gibt ein paar abgeschnittene Finger, eine Durchpfählung, sowie eine Enthauptung, aber von ausufernd zelebrierten Morden ist dennoch weit und breit keine Spur.

Dennoch, trotz dezenter Zurückhaltung bei der Zurschaustellung expliziter Gewaltakte, kommen bluthungrige Horrorfilmfans vollends auf ihre Kosten, die „Keine Jugendfreigabe“-Altersfreigabe demnach vollkommen ausreichend und gerechtfertigt.

 

Der schweizer Genrevertreter „One Way Trip 3D“ ist sehenswerter, als seine irisch-englische Vorlage „Shrooms“ und bei weitem besser, als der übrige Horrorfilmquark, der derzeit den Filmmarkt überschwemmt.

Zusammen mit ein paar hübsch düsteren und atmosphärisch dichten Gruselszenen, versteht Regisseur Markus Welter sein Handwerk, Zuschauer das Fürchten zu lehren.

Es gibt diverse (Er)Schreck-Momente, einige recht nette Splatterszenen und allseits bekannte Slasher-Zutaten, die aber nie aufdringlich und dumm wirken.

Hübsch verpackt im 3-D-Gewand braucht sich „One Way Trip 3D“ im internationalen Vergleich nicht vor seinen Genrekollegen verstecken.

One Way Trip 3D“ macht gehörig Spaß und hebt sich, trotz genrebedingt dezent eingestreuter Klischees, positiv ab von der breiten Masse an ähnlich gestrickter Metzelware.

 

 

 

6,5/10 Filmpunkte

 

Sehenswerter Remake-Horror aus Schweizer Landen. Wer hätte gedacht, dass neben leckeren Ricola Kräuterbonbons auch handfester und guter Horror aus dem gemütlich verschlafenen Alpenland kommen kann.

FSK-Freigabe: ungeschnitten mit “Keine Jugendfreigabe”

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “Christopher Roth – Der Killer in Dir” (2010)

 

Um etwas Abstand vom immensen Erfolgsdruck zu gewinnen, zieht es den erfolgreichen Romanautor Christopher Roth zusammen mit seiner Frau in ein idyllisches italienisches Dörflein fernab von Stress und Hektik.

Doch von Erholung und Urlaub keine Spur.

Denn ein überaus fanatischer Serienkiller, nutzt die Gunst der Stunde um, inspiriert von Roth´s Romanen, unweit des Ferienwohnsitzes des verliebten Paares auf „Beutezug“ zu gehen.

Als der Schriftsteller wenige Tage nach der Publikation des ersten Mordes ein seltsames Kästchen mit einem, vom Serienkiller selbst verfassten Brief, auf dem Küchentisch vorfindet, ahnt er noch nicht, welch blutrünstigen Alptraum ihn erwarten wird.

 

 

Manchmal überrascht, oder verblüfft es Genrefans weltweit, wer da so alles auf dem Regiestuhl Platz nimmt.

Christopher Roth“ – Regisseur Maxime Alexandre scheint auf den ersten Blick für den Filmfan recht unbedeutend.

Stöbert man aber genauer in seiner Vita so dürften vor allem Horrorfilmfans schnell hellhörig werden.

Maxime Alexandre hat sich bisher als Kameramann  einen Namen gemacht und eindrucksvoll bewiesen, dass er sein Arbeitsutensil perfekt im Griff hat.

Die, von ihm gefilmte Werke wie „High Tension“ (2003), „The Hills have Eyes“ (2006) und „Crazies“ (2010) durften im Rahmen des Genres weltweit gehörige Erfolge verbuchen und scheinbar war es ihm wohlmöglich mit der Zeit und den diversen Lobeshymnen leid, immer nur als unbedeutendes Anhängsel im Atemzug mit Regisseur Alexandré Anja („High Tension“ (2003), „Hills have Eyes“ (2006), „Piranha 3D” (2010)) genannt zu werden, sodass er nun auch sein Können mit dem Thriller „Christopher Roth“ als ernstzunehmender Regisseur und Drehbuchautor unter Beweis stellen möchte.

Ein heikles Vorhaben, scheinen doch diverse Filmemacher mit derart beruflichen Veränderungen gescheitert. Im Falle von „Christopher Roth“, seinem zweiten cineastischen Beitrag als Regisseur, kann ich dennoch alle Skeptiker beruhigen.

Handwerklich hat er mit seinem Horrorthriller wahrlich saubere Arbeit bewiesen und sein Gespür für atmosphärisch dichte Kameraeinstellungen- und Fahrten unterstreichen seinen enorm talentiertes und virtuoses Geschick im Umgang mit der Kamera.

Dabei fällt schnell auf, dass gerade sein perfekt inszeniertes Hin- und Herhüpfen zwischen Gut und Böse von farblich geschickter Verspieltheit geprägt ist.

Immer dann, wenn der Killer rabiat zu Gange geht, werden Farben, Sound und Kulisse auf das Wesentliche reduziert – im Kontrast dazu erstrahlen die prägnanten Auftritte des titelgebenden Helden und das seiner Frau in kräftigen, sonnig-heiteren und stimmungsvollen Farben.

Aufgrund der Kombination von künstlerisch genau durchdachten Kamerafahrten im Einklang mit stimmungsvoll-kontrovers zusammengestrickten Farb- und Soundschnipseln und dem Einfügen überaus harter Gewalteinlagen dürfte Filmkenner schnell an die früheren Werke eines Dario Argento´s erinnert werden.

Die Intension ist scheinbar gar nicht mal an den Haaren herbeigezogen, erinnert „Christopher Roth“ unmerklich an diverse italienische Giallo-Schlitzerfilme der 60er und 70er Jahre.

Demnach sehr einprägsam, und stellvertretend als liebevolle Hommage an dieses Subgenre gesehen, die (fiktive) Szene, in der eine junge schwarzgekleidete Frau in einem steril-wirkenden weißen Bad steht und sich vor dem Badspiegel die Haare fönt. Unerwartet pirscht sich der unbekannte Killer an das ahnungslose Opfer von hinten heran und „schlachtet“ die ahnungsvolle Frau erbarmungslos nieder. Die Klassische Musik, welche das deprimierende Unterfangen unterstreicht in Kombination mit den erschreckend realistisch umgesetzten dunkelroten Flutfontänen und dem klinisch-sterilen weißen Farbton des Badezimmers machen diese Szene zu einem echten Augenschmaus für Filmkenner.

Dass Maxime Alexandre scheinbar ein Gespür für rohe und überaus sadistische Gewalteinlagen besitzt sei an dieser Stelle nicht von der Hand zu weisen, bedenkt man mit welchen, in der Horrorszene anerkannten, Filmregisseuren er bisher zusammengearbeitet hat.

Seine unerträglich grausamen und vor allem explizit gefeierten Gewaltspitzen deuten darauf hin, dass er im Laufe seiner bisherigen Arbeit als Kameramann (in diversen Horrorproduktionen) aufmerksam verfolgt hat, wie er Horrorfilmfreunde auf dem gesamten Erball bei Laune halten kann.

Sein „Christopher Roth“ dürfte vor allem bei den hiesigen Zensurbehörden auf gehörig Unverständnis  stoßen und die Darstellung seiner Morde könnte auf „ungeübte“ Zuschauer überaus radikal wirken.

Demnach gehe ich davon aus, dass Alexandres Zweitwerk in deutschen Gefilden vom Vertrieb “Mr. Banker Film” , FSK-freundlich, “zurechtgestutzt” veröffentlicht  wird.

 

 

Maxime Alexandre´s zweiter abendfüllender Ausflug auf dem Regiestuhl hat vollends funktioniert.

Zwar benötigt der Filme eine Weile bis er in Fahrt kommt und besitzt in der ersten Hälfte einige Leerläufer, legt aber in der zweiten Filmhälfte gehörig nach und kann mit einem überaus spannenden  Finale und einer handvoll recht drastisch-gewählten Goreinlagen überzeugen.

Der aktuelle Horrorthriller „Christopher Roth“ spricht ein vorwiegend älteres, sowie erfahreneres Filmpublikum an und das ist auch gut so, denn von der breiten Masse an dummen Teenie-Horrorfilmen, sich endlos wiederholenden „Paranormal Activity“-Fortsetzungen und Plagiaten, sowie penetrant nervenden Hollywood-Remakeaufgüsse hebt sich dieser kleine überraschend sehenswerte Film sehr positiv ab.

 

 

 

Fazit 6,5/10 Punkte

 

High Tension“ – Kameramann wandelt jetzt auf Drehbuch- und Regisseurpfaden.

Vorhaben geglückt – Bitte weiter so!

 

FSK-Prognose: leicht geschnitten mit FSK “Keine Jugendfreigabe” – Film selbst erscheint Mitte März 2012 in Deutschland auf DVD und Blu-ray Disc von “Mr. Banker Film”

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “Urban Explorer” (2011)

 

Städtetour einmal anders:

Vier Rucksacktouristen hat es in das weltoffene Berlin verschlagen.

Doch statt das kulturell vielfältige Nachtleben der Großstadt zu erkunden, suchen die vier Freunde den ganz besonderen Kick.

Dante, ein selbsternannter „Reiseführer“, lockt die Fremdlinge mit einem ganz speziellen „Reiseprogramm“. Tief unter dem hektischen Leben der Hauptstadt vermutet er einen unversiegelten Bunker aus NS-Zeiten.

Zusammen mit der vierköpfigen Clique macht er sich auf den Weg, den geheimnisvollen Bunker zu ergründen.

Doch leider meint es das Schicksal nicht gut mit der Bande, denn bei ihrem Erkundungstrip stürzt Dante unglücklich und verletzt sich dabei schwer.

Völlig in Panik geraten, treffen sie glücklicherweise auf den ehemaligen DDR-Grenzwärter Armin, der scheinbar in den alten Katakomben unter der Erde haust und ihnen rasch Hilfe anbietet.

Mit der Begegnung des ominösen Mannes nimm das Schicksal der fünf Freunde ein unerwartetes Verlauf …

 

 

 

Deutschland gilt nun nicht gerade als Hochburg für Horrorproduktionen.

Neben unzähligen „leichten“ Komödien steht „Good old Germany“ vorwiegend für schwerverdauliche Dramenkost und anspruchsvolles Arthauskino.

Umso mehr erstaunt es den Filmfan, wenn in Genrekreisen Gerüchte die Runde machen, dass an aktuellen deutschen Horrorproduktionen gewerkelt wird.

Dabei konnten deutsche Horrorfans in den letzten Jahren so manch kleine Überraschungen erleben und sich selbst davon überzeugen, dass auch Deutschland in der Lage sein kann, ernstzunehmende und vor allem unerwartet harte Horrorfilmkost zu produzieren, die den Vergleich zu Werken innerhalb des weltweiten Filmmarktes nicht scheuen braucht.

Eine, dieser unerwartet sehenswerten deutschen Genreproduktionen war zweifelsohne der Horrorfilm „Bukarest Fleisch“ aus dem Jahre 2007, der für einen deutschen Film überraschenderweise arg radikal daherkam und mit seinen verwackelten und düsteren Bildern sehr an amerikanische Hochglanz-Horrorproduktionen erinnerte.

Scheinbar war Andy Fetschers Erstlingswerk und Uni-Abschlussarbeit „Bukarest Fleisch“ in Fankreisen derart akzeptiert und erfolgreich, dass er nun die Möglichkeit erhält mit seinem zweiten abendfüllenden Spielfilm „Urban Explorer“ abermals für Gesprächsstoff zu sorgen.

Gelungen ist ihm sein neuer Beitrag jedoch nur bedingt, kommt das Storygerüst seines zweiten Filmes, beliebig austauschbar daher. Die Story gestaltet sich als eigenwillig zweckmäßig und die Charakterskizzierung der Teenager als relativ platt – zumindest aber noch halbwegs genießbar.

Das enttäuscht irgendwie, zumal man keine oberflächlich gestrickte Kopie bekannter Backwood- und Terrorfilme, und das ist “Urban Explorer” leider geworden, erwarten würde.

Dennoch, das überaus düstere Setting kennt man zwar auch schon aus Filmen wie „Creep“(2004) , es unterstreicht aber recht prägnant und effektiv die auswegslose und klaustrophobische Grundstimmung des Filmes.

Bedeutendes Augenmerk, und da dürfte sein zweiter abendfüllender Spielfilm für gehörig Aufsehen in Fankreisen sorgen, liegt bei seiner Darstellung genretypischer Grausamkeiten, denn die kommen für einen deutschen Horrorfilm verhältnismäßig hart daher. Scheinbar hat Fetscher die diversen amerikanischen (und französischen) Genrevorbilder ausführlichst studiert, denn seine grotesken und vor allem makaber-zynischen Metzelszenen (allen voran die optisch erschreckend realistische Häutungsszene) dürften jedem Gorehound das Wasser vor Entzücken im Munde sprudeln lassen.

Warum letztendlich der Film von der Freigabebehörde “FSK”  in seiner ungeschnittenen Form „nur“ eine „Keine Jugendfreigabe“ Einstufung erhielt, scheint überaus unverständlich, vergleicht man wie frivol die FSK derzeit wieder in der Verweigerung der Freigaben aktueller und minder explizit gewalttätiger Genreproduktionen zugange geht.

Aber nicht nur der optischen Grausamkeiten sprechen für die Sichtung von „Urban Explorer“.

Neben der recht professionellen Umsetzung der handvoll Splatterszenen hat Regisseur Andy Fetschers sein zweites nennenswertes Zugpferd in der Rolle des unangenehm widerlich wirkenden „Armin“ (besetzt von Klaus Stiglmeier) gefunden.

Das merklich sarkastisches Schauspiel von Klaus Stiglmeier gestaltet sich als überaus frisch, unerwartet böse und ziemlich „undeutsch“ und seine merklich zynischen Kommentare, erinnern in ihrer Darstellung sehr an die der Leinwandikonen „Chucky“ und „Freddy Krueger“.

Sein prägnantes Schauspiel überzeugt über die Linie hinweg und lässt schnell den Überlebenskampf der übrigen (teilweise talentfreien) Jungschauspieler, sowie einige Logikpatzer vergessen.

Umso erfreulicher für den Filmfan, dass Regisseur Andy Fletscher mit dem Gedanken einer Fortsetzung spielt, denn das erwartungsgemäß offene Ende, lässt auf eine Rückkehr des geheimnisvollen „Untergrundkillers“ hoffen.

Mit „Urban Explorer“ erhält der Horrorfan solide, aber wenig tiefgründige Horrorfilmkost.

Trotzdem, nach einem recht zahmen Beginn, ist ab Filmmitte dennoch für ordentlich kurzweilige Unterhaltung gesorgt.

Trotz Einheitsbrei und der Abhandlung diverser genretypischer Klischees, schafft es Fetschers in den letzten 30 Minuten, zumindest alle Horrorfreunde ausgiebig zufrieden zu stellen.

Im künstlerischen Vergleich zu seinem ersten Werk „Bukarest Fleisch“ flacht sein aktueller Beitrag qualitativ minimal ab, weiß aber mit einer professioneller Umsetzung, einem überzeugenden und markanten Killer, sowie messerscharfen Splatterszenen zu überzeugen.

 

 

 

Fazit 6/10 Punkten

 

Horror aus Deutschen Landen – Unerwartet böse und erstaunlich blutig.

Vielleicht schafft es ja Deutschland nun endlich auch, mit hiesigen Horrorproduktionen international Fuß zu fassen. „Urban Explorer“ scheint die richtige Richtung vorzugeben!

 

FSK-Fassung mit “Keine Jugenfreigabe” – kennzeichnung ist ungeschnitten!

 

 

Hellraiser80


Filmreview “The Watermen” (2011)

 

Lust auf richtig guten Horror?

Auf einen Film mit klasse Schockmomente, intelligent konstruierter Story und sexy Chicas, die wissen wie sie sich kreativ zur Wehr setzen müssen?

Ja?

Dann empfehle ich ausdrücklich den aktuellen Backwood-Slasher „The Watermen“ zu meiden, denn hier gibt’s nix was überhaupt von Erwähnung wäre.

Die Story hat man in dieser Form schon bis zum Erbrechen gesehen und ich verstehe nicht, welche Intensionen und Ziele manche Regisseure und die dahinterstehenden Produktionslabel mit ihrem aufgewärmten Kaffee eigentlich verfolgen wollen? Gewinnträchtigen Umsatz dürfte bisher für diesen Quark mit Sicherheit kaum geflossen sein – wohl eher sollte der interessierte Filmfan nach Sichtung Geld für diesen Schund „einklagen“, weil „The Watermen“ dem Zuschauer fast 90 Minuten an kostbarer Lebenszeit raubt, ohne überhaupt ein Fünkchen Unterhaltungswert zu bieten.

Die Geschichte, insofern man das Storygerippe überhaupt „Story“ nennen kann, liest sich demnach auch recht bescheiden und vorhersehbar:

Eine kleine Gruppe Jugendlicher, bestehend aus drei potenten Muskelprotzen und drei paarungswilligen  Bordsteinschwalben, unternimmt einen hübsch idyllischen Segelausflug auf dem Meer

Doch die friedliche Idylle ist schnell verpufft, als das Boot einen Motorschaden erleidet und  die sechs Hohlbirnen nicht mehr wissen, wie sie wieder an Land  kommen sollen.

Der interessierte Filmfan erhofft sich natürlich nun eine Überlebensschocker a la „Open Water“, dürfte dennoch leider rasch enttäuscht werden, als von weitem ein Fischerboot den ratlosen Gestrandeten zu Hilfe eilt.

Nachdem sich die Teens an Bord gerettet haben und den Fischern größten Dank beipflichten, ahnen sie noch nicht, dass ihr vermeintlich friedlicher Ferienausflug bald ein tödliches Ende nehmen wird, denn die Fischer haben sich auf das Fischen mit Menschenfleisch spezialisiert, ganz der Devise: was für Haie gut verdaulich ist, dürfte wohl auch den kleineren Fischen und Muscheln munden.

Was jetzt förmlich nach ordentlich Folter- und Splatter schreit, ist in der Umsetzung eigentlich handfest erbärmlich.

Ich frage mich, wer denn auf derart dumme Idee gekommen ist, einen Film über speckige und ungepflegte Fischer zu drehen, die anstatt im Dreck nach Würmern zu wühlen, sich lieber die Arbeit machen ahnungslose Teenies vom Meer wegzufangen, diese auszuweiden und in kleine Teile zerteilt an die Fische zu verfüttern, um maximale Fischfänge zu erzielen?

So skrupellos und vor allem doof muss man erst mal sein, zumal das zerkleinerte Fleisch dann auch noch auf dem Schwarzmarkt an andere Fischer verhökert wird und ich im Film keinen einzigen Polizisten sehen konnte, der überhaupt annähernd Interesse daran gehabt hätte, dass „irrationale“ Massenverschwinden unendlich vieler Touristen und Teens zu untersuchen.

Nach nachvollziehbarer Logik, ernstzunehmender Glaubwürdigkeit und vor allem tieferen Sinn sucht man in „The Watermen“ demnach vergebens. Nach ausufernder Splatter- und Folterunterhaltung ebenfalls. Bis auf eine recht unangenehme Brustimplantat-Entfernung und eine kurze Häutungssequenz, die sehr an „The Texas Chainsaw Massacre – The Beginning“ erinnert, gibt es in dieser Gurke nichts was überhaupt von Erwähnung wäre.

The Watermen“ entpuppt sich als ein Sammelsurium der unterschiedlichsten und vor allem vorhersehbarsten Horrorklischees, die man schon lange nicht mehr in so trivialer und niveauloser Form sehen konnte. Eigenständige und vor allem frische Ideen sind Mangelware.

Spannung oder ein Mitfiebern entsteht, aufgrund der unerträglichen Vorhersehbarkeit, an keiner Stelle im Film.

Wer einen Faible für das Genre des „Backwood-Horrorfilms“ besitzt sollte einen kurzen Blick riskieren, aber seine Erwartung auf Nullpunkt reduzieren.

Allen anderen Horrorfilmfans sei an dieser Stelle vor diesem Blindgänger gewarnt – Der Film ist absolut „Scheisse“!

 

 

Fazit 3,5/10

 

Dieser überaus dumme Film macht eindeutig KEINEN Spass.

Alle Wörter mit der Vorsilbe “un” sind für diesen Film geradezu prädestiniert – Was für ein wahrhaft  unglaublich, unschöner und uninteressanter Film.

 

(FSK-Prognose:  Keine Jugendfreigabe – geschnitten. Zwei Szenen im Film (Brustimplantat-Entfernung und Häutung) dürften vermutlich Probleme mit der FSK bekommen. Aufgrund der recht kurzen Szenen, vermute ich mal, dass der hiesige Vertrieb den Film nur in gekürzter Version veröffentlichen wird, da die Masse an Gewaltszenen einfach zu überschaubar sind, als das man den Aufwand einer Spio-Prüfung für die ungeschnittenen Fassung tragen würde)

 

Deutschlandstart: bisher unbekannt!

 

Hellraiser80


Filmreview: “Rogue River” (2012)

"Rogue River" (2012) Filmplakat und Filmreview auf Filmcheck

 

Die junge Mara macht sich mit der Asche des verstorbenen Vaters auf dem Weg zum Rogue River, um dem geliebten Vater die letzte Ehre zu erweisen.

Kaum dort angekommen wird sie von einem einheimischen Mann angesprochen, der ihr auf den ersten Blick einen sehr sympathischen Eindruck vermittelt.

Nach einem kurzen, recht erfrischenden Gespräch muss sie jedoch plötzlich feststellen, dass vermutlich ihr Auto, dass sie am Straßenrand abgestellt hatte, gestohlen wurde.

Der Fremde beruhigt die total verwirrte junge Frau und bietet ihr an, zumindest für diese Nacht, bei ihm und seiner Frau zu nächtigen, sodass sie am nächsten Morgen frisch erholt die Suche nach dem vermissten Wagen fortsetzen kann.

Nach enthaltsamen Zögern willigt Mara letztendlich ein – ein fataler Fehler, denn mit dem vermeintlich gastfreundlichen Paar scheint irgendetwas nicht zu stimmen.

 

 

Es ist oftmals recht erstaunlich, was Regieneulinge mit ihrer unbändigen Kreativität und ihren Ideenreichtum so alles auf Zelluloid bannen können und wollen. Okay, die Idee hinter „Rogue River“ ist jetzt weder bahnbrechend neu, noch detailliert künstlerisch wertvoll.

Vielmehr ist „Rogue River“ einer dieser kleinen, wirklich fiesen Horrorfilme geworden, die dem Genreliebhaber aufgrund der recht ausgefeilten und glaubhaften Inszenierung positiv im Gedächtnis haften bleiben dürfte.

Dabei kommt der kleine böse Thriller recht schnell auf den Punkt und zelebriert das muntere „Familientreiben“ recht zügig, spannend und souverän bis zum erlösenden Finale.

Regisseur und Drehbuchautor “Jourdan McClure” setzt bei seinem ersten abendfüllenden Spielfilm auf einen merklich geradlinigen Spannungsaufbau und lässt den Charakteren und dem Zuschauer kaum Spielraum und Zeit für Nebensächlichkeiten, ausufernde Dialoge und Erklärungen.

Ich muss gestehen, das funktioniert fabelhaft und kommt dem Spannungsaufbau erheblich zu Gute.

Die filmische Umsetzung von „Rogue River“ ist als Top zu betiteln, zumal es sich bei dieser Produktion um ein eher kleines Filmchen handelt, dem vermutlich nur ein arg begrenztes Budget zu Grunde lag.

McClure erweist enorm viel Talent und Geschick in der Umsetzung und Realisierung von unangenehmen und trostlosen Bildern, was ersichtlich der unangenehmen Aura des makabren Geschehens zu Gute kommt.

Sein Debütfilm lässt an keiner Stelle im Film seine Herkunft vermuten, und schaut definitiv nicht nach billig heruntergekurbeltes B-Movie aus, sondern zeigt solide, dass da wohl jemand am werkeln war, der die diversen Horrorfilmklassiker und alle aktuellen Horrorfilm-Remakes ausführlichst studiert haben muss.

Natürlich bedient sich McClure auch den genrebedingten Zutaten und Klischees. Diese werden natürlich gekonnt dezent in das Geschehen gestreut, was anderes wäre ihm womöglich auch nicht übrig geblieben, da die Ausgangsituation seines Thriller gerade dazu prädestiniert ist, einen Terrorfilm der Extraklasse zu zelebrieren. Nun gut, eine Schlachterplatte ist „Rogue River“ nun nicht geworden und unglaublich viel Terror a lá Martyrs verstreut sein kleiner Schocker nun nicht gerade, dennoch der Härtegrad ist ausreichend genug um den tristen und auswegslosen Grundton des Geschehens zu unterstreichen.

Leider schafft es McClures Erstlingswerk nicht bis zum konsequenten Ende zu überzeugen.

Mara erleidet ab Mitte des Filmes ein fürchterliches Trauma, was sich den Rest des Filmes über in Jammern und Winseln bemerkbar macht, was zumindest mir auf die Dauer etwas „to much Drama“ gewesen ist. Scheinbar ist demnach Mara nicht mehr vollends Herr ihrer eigenen Sinne, sodass sie sich kurz vor Ende irgendwie unlogisch verhält.

Nun denn, McClure sei es verziehen. Ich zumindest wurde 90 Minuten packend unterhalten, auch wenn man diverse Handlungsstränge bereits aus unzählig ähnlich-gestrickten Horrorfilmen her kennt, muss man „Rogue River“ zu Gute kommen lassen, dass dieser kleine Film trotz minimaler Kritikpunkte, seine Sache recht solide und souverän meistert.

Rogue River“ ist ein kurzweiliger, spannender und böser Thriller – was will der Horrorfilmfan denn mehr?

Hinweis: wer sich die Stimmung ungern durch aufdringliches „spoilern“ vermasseln lassen möchte, sollte sich die Sichtung des Trailers sparen.

 

 

 

Fazit 6,5/10

 

Kleine böser Debüt-Horrorthriller, dessen Umsetzung gar nicht mal zu übel ist.

Genrefans, mit Gefallen an „Terrorfilmen“ sei dieser kleine Rohdiamant ans Herz gelegt.

Regisseur “Jourdan McClure” sollte man definitiv im Auge behalten.

 

(FSK: Keine Jugendfreigabe – leicht geschnitten / Deutschland-Start: Mitte Februar 2012)

 

Hellraiser80


Filmreview: “Shark Night 3D” (2011)

 

 

Sarah und ihre Clique wollen sich vom Unistress erholen und machen eine gemütliche Segeltour hinaus zum Ferienhaus von Sarahs Eltern. Die Luft ist lau – die Kleider schnell abgelegt. Idealer Zeitpunkt für ein gemütliches Plantschen im naheliegenden See, der direkt vor dem Ferienhaus der Eltern liegt.
Doch bald schon merken die Freunde, dass es nicht ganz ungefährlich ist, sich feuchtfröhlich im Wasser seinen Gelüsten hinzugeben. Als einer der Freunde auf recht unangenehme Art und Weise durch eine Haiattacke seines Armes entledigt wird bricht bei den Freunden Panik aus.

 

 

Wie erinnern uns:  Regisseur R. Ellis bescherte uns in jüngster Vergangenheit mit „Final Destination 2“  und dem fetzigen Party- Trash -Spaß „Snakes on a Plane“  reichlich abgefahrene  Horrorunterhaltung.

Von seiner letzten Regiearbeit „Final Destination 4“ konnte man dies leider nicht mehr behaupten. Der vierte Ausflug in das “Final Destination” Universum bot eine wirklich schlechte Story, saumiese und extrem plakativ eingesetzte 3D-Effekte  und Protagonisten, deren Handlungsbeweggründe für den Zuschauer selten nachvollziehbar waren.
Gut, dachte ich mir, jeder noch so talentierte Regiesseur zündet im Verlauf seiner Karriere neben diversen guten Filmen, auch hin und wieder geschmacklich indiskutable Rohrkrepierer.

Zumindest avancierte „Final Destination 4“ überraschenderweise schnell zu einem recht passablen Kinoerfolg und bestätigte Ellis in seiner Arbeit.

Leider! Denn was er nun mit seiner aktuellen Arbeit „Shark Night 3D“ zusammengeschustert hat, grenzt wirklich an absoluter Geschmacksverirrung und regelrechter Volksverdummung.

Schon bereits nach Sichtung des Kinotrailers ahnte ich schlimmes und das fertige Endprodukt hat letztendlich all meine Befürchtungen bewahrheitet.

„Shark Night 3D“ hat wahrlich alles, was einen richtig miesen Horrorfilm ausmacht.

Zum extrem trivial gestrickte Storygerüst gesellen sich, die vielleicht dümmsten CGI-Hai-Effekte der Filmgeschichte hinzu und die handvoll dreist zusammengemauserten Szenen aus dem Klassiker “Der Weiße Hai” wurden derart erbärmlich schlecht kopiert, dass man als Klassiker-Filmfreund nicht weiss, ob man vor Fremdscham lachen oder weinen soll.
Um das vorwiegend jüngere Kinoklientel in die Kinos zu locken gibts noch ein paar makellose und freilich aufgepimpte Teenies, die eigentlich nur dafür in das unbeholfene Handlungsgetrüpp geworfen wurden, damit der pubertäre Kinozuschauer, durch das frivole Ableben der talentfreien Jungschauspieler halbwegs bei Laune gehalten wird.

Leider funktioniert der Spaß nicht mal annähernd kurzweilig und zieht sich über seine recht kurze Laufzeit von gerade einmal 70 Minuten zäh wie Kaugummi. Regisseur R. Ellis hat sich nicht mal annähernd die Mühe gemacht, irgendetwas halbwegs Innovatives in das so schon arg ausgelutschte „Hai“ -Horror –Genre zu bringen. Jede Szene hat man bereits in dieser Art und Weise so oder ähnlich in diversen besseren Horrorfilmen gesehen. Beispiel?

Eine minder intelligenter Teenie schwimmt durch das Wasser – ein Hai beisst ihm ins Bein.

Daraufhin schaut der Teenie dumm aus der Wäsche und wird Sekunden später hinab in die Tiefe gerissen. 

Scheint alles hinreichend bekannt und überaus uninspiriert.

Dabei hat es doch Alexandre Aja zuletzt mit seinem „Piranha 3D“ –Remake allen Nachwuchs-Horrorregissuren richtig gezeigt, wie man den Zuschauer, trotz allseits bekannter Killerfischregeln- und Klischees, zum Lachen und Staunen bringen kann.

Warum im übrigen die Protagonisten immer noch versuchen durch das Wasser zu hüpfen, wenn sie doch wissen, dass sich eine Scharr Killerhaie im Wasser befinden,zeigt wie selten dämlich dieser Film ist.

Ebenso, vollkommen unfreiwillig komisch die Szene, in der ein Hai 10m hoch aus dem Wasser springt. Nach Logik und Erklärungen sollte man hierbei nicht suchen, denn es scheint einfach keine glaubhaften Erklärungsansätze zu geben.

Zum Ende hin erkennen eingespielte Horrorfilmkenner, dass R.Ellis  krampfhaft darum bemüht war, den Zuschauer auf falschen Fährten zu locken und mit einer Backwood- Horror-typischen Auflösung „überraschen“ wollte. Leider hat der Versuch nicht wirklich gefruchtet, da „Shark Night 3D“ bereits schon in den ersten Filmminuten erahnen lässt, worauf er hinaus will und eine endlos lange Spur mit Logik- und Plottlöcher nach sich zieht.

Im übrigen darf man bei dieser unterirdisch schlechten Produktion nicht auf genretypisches Gekrösel und Gesplatter hoffen. „Shark Night 3D“ zeigt nix von all dem.

Bis auf etwas rot eingefärbtes Wasser bleibt alle im jugendfreundlichen Rahmen.

“Shark Night 3D” ist Filmvergnügen der niederen Sorte. Derart unfreiwillig komischen Mist habe ich schon lange nicht mehr zu Gesicht bekommen. Die Story ist hanebüchen und trivial, die 3D-Effekte eine Frechheit.

Das titelgebende “3D” ist vollkommen irreführend und überaus beschämend, bedenkt man, dass der Film gerade einmal knappe 70 Minuten Spielzeit vorzuweisen hat und erst gegen Ende mit ein paar “3D” Effekte überzeugen möchte.

Hält man sich einmal vor Augen wie kostenintensiv heutzutage Kinotickets für Kinofilme in 3D sind, ist das “3D” im Titel schon mit gehörig pfaden Beigeschmack zu geniesen, denn bevor der erste wirkliche 3-D Effekt über die Leinwand flimmert, ist der eigentliche Film schon wieder zu Ende.

 

 

 

Fazit 3/10 Punkten

 

Ein absolutes Disaster – Ein hohler Film, mit hohlen Darstellern, hohlen Effekten und null Logik.

Lieber eine Runde “Super Mario” auf Nintendos Spielekonsole zocken, denn die dürfte sich gehaltvoller gestalten (vor allem beim Spassfaktor), als dieser Quark.

Vom Kinobesuch rate ich dringendst ab – lieber auf die Heimkinoauswertung warten.

 

FSK-Freigabe: ungeschnitten FSK 16

Hellraiser80


Filmreview: “The Shrine” (2010)

 

Nachdem ein amerikanischer Tourist im polnischen Dörfchen „Alvaina“ spurlos verschwindet wittern 3 Journalisten die große Titelstory und reisen nach Polen um den mysteriösen Fall zu untersuchen. Dort angekommen verhalten sich die Einheimischen des Ortes „Alvaina“ distanziert und überaus seltsam. Alsbald stoßen die 3 Freunde auf eine verborgene mysteriöse Skulptur, die auf einen einheimischen Kult schließen lässt. Doch da ist es auch schon zu spät. Im Dorf gefangen und ohne Rettung in Sicht beginnt für die 3 Fremden eine Nacht puren Schreckens und absoluten Terrors.

 

Nach dem recht abgefahrenen, unterhaltsamen und irrwitzigen Splatter-Knaller „Jack Brooks: Monster Slayer“ hier nun mit „The Shrine“ der neue, weniger innovative und unwitzige Film, von Jon Knautz.

Anders als in „Monster Slayer“ trägt die aktuelle Regiearbeit weniger lustige Züge und nimmt sich recht ernst und düster.

Dabei würzt Knautz klischeebeladene „Backwood – Slasher – Zutaten“ mit bekannten Elementen des typischen „Dämonen und Besessenen“ – Genres.

Allen voran die wirklich mehr als oberflächliche Betrachtungsweise der Amerikaner über andere Mentalitäten, Länder und Sitten. (*gähn*)

Auch in „The Shrine“ dürfen Polen natürlich wieder als unzivilisiertes, rückschrittliches Bergvolk agieren, die natürlich nichts anderes im Sinn haben amerikanische Touristen zu dezimieren. Kennen wir das nicht schon aus unzählig schlechten „Hostel“ – Plagaten?

Damit der ausgezehrte Genre-Filmfan, zumindest halbwegs neues Futter bekommt, lässt Knautz auch bekannte „Dämonen und Exorzismus“-Regeln in seinen Film einfliessen. Leider ist das alles so unglaublich hölzern und dumm geraten und kommt dermaßen unglaubwürdig rüber, dass man nach Sichtung des Filmes irgendwie nicht verstehen kann, wie Knautz an so ein dämliches Drehbuch gekommen ist. Auch Aaron Ashmore (zuletzt als Kumpeltyp in „Frozen“ absolut „cool“) wird in „The Shrine“ dermaßen verheizt, dass ich mich auch fragen muss, was den beiden wohl gezahlt worden ist, damit Ashmore und Knautz an diesem Quark freiwillig teilgenommen haben?

Wie auch immer, auch an den halbwegs atmosphärischen Szenen kommt trotz Nebel- und Raucheinsatz keinerlei Stimmung auf, da einfach alles (aufgrund mangelndem Budget) arg nach Studio ausschaut. Ebenfalls agieren die (wie immer in amerikanischen Produktionen) hübsch anzuschauenden Hauptcharaktere so hölzern und dumm, dass man ihnen den Tod einfach nur wünscht. Apropos „Tod“ – Blut gibt’s bis auf wenige kurze Momente ebenfalls null zu sehen. Das meiste passiert vorwiegend im „Off“.

 

Fazit 5/10 Punkte

 

Durchwachsener, uninspirierter Okkult-Horror. Wie so oft: dummes Drehbuch, dumme Charaktere und Klischees ohne Ende. Hat man alles mehr oder weniger schon einmal besser gesehen. Geeignet ür den „Hunger“ zwischendurch – nicht mehr und nicht weniger!

Deutscher Filmstart: bisher ungewiss!

 

Hellraiser80

 

 


Wrong Turn 4 kommt

Wrong Turn 4 kommt UNRATED …

Demnächst ist es wieder soweit:

die bereits 4. Verfilmung des Backwood-Slasher Stoffes aus dem mehr schlecht als recht produzierten “Wrong Turn” -  Universums erscheint im Spätherbst direkt als Heimkinovermarktung.

Die Blu-Ray soll dabei, zumindest in der US-Fassung UNRATED veröffentlicht werden.

Hierzulande hat sich, wie bereits zuvor bei “Wrong Turn 3″ , Constantin Film Verleih die Rechte gesichert.

Da Senator bereits dort arg die Schere ansetzen musste, um das Ding halbwegs durch die Zensur zu bekommen, darf man gespannt sein in welcher Version man “Wrong Turn 4″ in Deutschland begutachten darf.

 


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