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Filmkritk: “The Canal” (2014)

The-Canal-2014
 
 
 

THE CANAL

Story

 
 
 
David hat eigentlich alles zum Glücklichsein: eine liebende Frau, einen aufgeweckten Jungen und einen erfüllten Job. Letzterer stellt das geregelte Leben auf den Kopf, denn durch die Arbeit als Film-Archivar kommt ihm eine Filmrolle in die Hände, auf der er Unfassbares zu sehen bekommt ….

 
 
 


 
 
 

THE CANAL – Kritik

 
 
 
Vergilbte Foto-Dokumente und Bewegtaufnahmen, die aus den Anfangszeiten des Films stammen haben ihren ganz eigenen nostalgischen Charme, der im Horrorfilm neuerdings immer dann Verwendung findet, wenn es möglichst gruselig werden soll. Zuletzt hat die Kombination aus längst nicht mehr gebräuchlichem Schmalfilm und Hollywoods makellosem Digitallook im Horror-Hit SINISTER funktioniert, der für lange Schlangen an Kinokassen und bei Zuschauern für Angstschweiß gesorgt hat. Der dramenerprobte IVAN KAVANAGH versucht sich jetzt an ähnlicher Mixtur. Auch er macht in seinem Film THE CANAL von abgegriffenen Fotos und veraltetem Filmmaterial Gebrauch, damit er dem Zuschauer mit einer atmosphärischen Geisterjagd gut dosierte Gänsehaut-Attacken bescheren kann.
 
In Kavanaghs THE CANAL gerät der Film-Archivar David (RUPER EVANS) in einen Strudel seltsamer Vorkommnisse, die mit einer alten Filmrolle aus dem Jahre 1902 beginnen, auf der er eine erschreckende Entdeckung macht. In dem darin enthaltenem Tatortfilm der Polizei erkennt er jenes Gebäude wieder, das er mit seiner Frau und dem gemeinsamen Sohn vor einigen Jahren bezogen hat. Eigentlich nicht der Rede wert, hätte darin nicht ein Mann seine Frau ermordet und die Leiche im Kanal nebenan beseitigt. Was folgt überrascht wenig, denn auch Davids Frau verschwindet nach einem Schäferstündchen mit dem geheimen Liebhaber spurlos und wird einige Tage später aus dem gleichen Gewässer gefischt. Für den sorgenden Ehemann ein herber Schicksalsschlag für den er eine unheimliche Präsenz verantwortlich macht, die ihn seit geraumer Zeit verfolgt. Handelt es sich hier um den Geist eines unberechenbaren Mörders oder entspringen die seltsamen Vorkommnisse vielleicht doch nur allein der Phantasie eines scheinbar gestörten Mannes?
 
Schattenhafte Gestalten, langsame Kamerafahrten, verstörende Schnitte und morbide Atmosphäre – auch Irland hat den Geisterzug gewittert, springt auf und versucht sich im atmosphärischen Gruseln. Entstanden ist ein verzwicktes Verwirrspiel, das den Zuschauer lang in Unklaren darüber lässt, wer oder was für den Tod der geliebten Ehegattin verantwortlich gemacht wird. RUPERT EVENS spielt in THE CANAL einen von Verlustängsten geplagten Familienvater, der an seinen Ängsten zu zerbrechen droht. Erst zwingt ihm sein Misstrauen dazu Gattin Alice nachzustellen; später versucht er fast schon paranoisch nach den Ursachen für deren Ableben zu forschen und scheint dabei allmählich den Bezug zur Realität zu verlieren. Was ist Fiktion, was ist Realität? Ist hier wirklich ein Geist am Werkeln oder hat David die schreckliche Tat am Ende doch selbst begangen? Regisseur IVAN KAVANAGH versteht es den Zuschauer an der langen Leine zu halten, auch wenn der Filmemacher des Öfteren so seine Probleme damit hat, die Auflösung des Geschehens geheim zu halten. Erfahrene Horrorfans werden leider ziemlich früh die Fährte wittern, was den Streifen dadurch jedoch nicht schlechter macht. Immer wieder wird der Zuschauer Zeuge seltsamer Zwischensequenzen, in denen Held David in eine düstere Welt transferiert wird, wo er Dinge erlebt, die er nicht erklären kann. Das verwirrt bald nicht nur den gebeutelten Filmcharakter; auch der Freund schauderhafter Filmware erkennt bald nicht mehr die Grenzen zwischen Realität und Hirngespinst, die gegen Ende nahtlos ineinander überlaufen.
 
Macher und Drehbuchautor IVAN KAVANAGH legt Wert auf Gänsehaut mit Stil, denn THE CANAL gefällt vor allem wegen der unkonventionellen Optik. Immer wieder streut er surreale Farbspielereien in die verzwickte Handlung, die nicht selten an Streifen des italienischen Giallo-Mitbegründers DARIO ARGENTO erinnern. Da werden Szenen in allarmierendes Rot getaucht und in einer heruntergekommenen Toilette erlebt David den ultimativen Farben-Flash. Für sein visuelles Gespür unheilvoller Bilder kann man KAVANAGH nur loben, denn die sind zweifelsohne die Quintessenz dieses sehenswerten Gruselstücks aus dem europäischen Nordens. Da kann man nur hoffen, dass Hollywood nicht auf den Trichter kommt und sich die Remake-Rechte unter den Nagel reißt. Verwundern würde ein auf Hochglanz polierter Mainstreamstreifen aus Übersee niemanden, schließlich leitet die amerikanische Filmindustrie seit einigen Jahren unter chronischen Ideenmangel.
 
 
 


 
 
 

THE CANAL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Gänsehautgarantie mit Anspruch. Regisseur IVAN KAVANAGH konnte noch nicht viele Erfahrungen im Horror-Genre sammeln, denn bisher hat er sich vornehmlich im Dramensektor ausgetobt. Da verwundert es wohl auch niemanden, dass sein THE CANAL kein plumper Horrorfilm geworden ist, der wahllos Schocks und Blut aneinanderreiht, um sich über Wasser halten zu können. KAVANAGH geht es ruhig an, vermischt Drama mit Horror und bewahrt den Anspruch, nach dem man im Horrorfilm leider oftmals vergebens sucht. Entstanden ist ein atmosphärisches Verwirrspiel auf visuell hohem Niveau, das Dank hervorragender Schauspielleistungen und durchdachter Inszenierung bis zum Ende spannend bleibt. Durch den Einsatz eines unheilvollen Klangteppichs und verstörende Zwischensequenzen (deren Farbspielereien oftmals an den jungen DARIO ARGENTO erinnern) bewirkt der visuelle Geschichtenerzähler KAVANAGH eine morbide Gruselstimmung, die sich durch den gesamten Film zieht. Leider ist es in THE CANAL jedoch so, dass die Auslösung des Treibens von erfahrenen Horrorfans schon recht früh gewittert werden dürfte, was auf die Horror-Unerfahrenheit des Filmemachers zurückzuführen ist, der für sein Gruselstück auch gleich das Drehbuch geschrieben hat. Trotzdem, man sollte mit Kavanaghs psychologischen Thriller nicht zu sehr ins Gericht gehen, denn immerhin gehört der irische Grusel-Beitrag zu den besseren Genre-Filmen, die das eher durchwachsene Horror-Jahr 2014 dem Liebhaber unheimlicher Filme beschert hat.
 
 
 


 
 
 

THE CANAL – Zensur

 
 
 
THE CANAL ist ein eher ruhig erzählter Film, der sich vernehmlich dem subtilen Horror widmet, der von seiner düsteren Atmosphäre zehrt. Demzufolge gibt es hier keine Blut- oder Gewaltorgien zu sehen, was dem Streifen hierzulande eine FSK16 bescheren dürfte.
 
 
 


 
 
 

THE CANAL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cannibal (2013)
 
Warhouse – Kriegszustand (2013)
 
The House of the End Times (2013)
 
Found (2012)
 


Filmkritik: “Exists” (2014)

exists-2014
 
 
 

EXISTS

Story

 
 
 
Fünf Freunde reisen zu einer Hütte in die Wälder, um sich eine Auszeit zu gönnen. Doch von Entspannung keine Spur, haust doch hier draußen ein Bigfoot, der auf Fremde gar nicht gut zu sprechen ist …

 
 
 


 
 
 

EXISTS – Kritik

 
 
 
Wenn Regisseure mit Erstlingswerken Erfolge feiern konnten und es ihnen später partout nicht gelingen will daran anzuknüpfen, ist es keine Seltenheit, dass jene Filmemacher noch einmal gleiche Erfolgszutaten hervorkramen, die das Debüt zum Kassenmagneten gemacht haben. EDUARDO SÁNCHEZ war mal ganz groß im Geschäft. Mit BLAIR WITCH PROJECT gelang es ihm nicht nur das mittlerweile unzumutbare Found-Footage-Genre salonfähig zu machen; zusammen mit Regie-Kollege DANIEL MYRICK drehte er zudem den rentabelsten Low-Budget-Horrorschocker aller Zeiten und bot unzähligen Filmschaffenden kreativen Input, die die Filmwelt mit ähnlichen Streifen verseuchen mussten. Leider gelang es dem gebürtigen Kubaner mit Folgewerken wie ALTERED (2006) und LOVELY MOLLY (2011) nicht, gleiche Aufmerksamkeit zu erhaschen, die ihm sein gefeiertes Debüt-Stück eingebracht hat, so dass er nun noch einmal die Wackelkamera hervorholen muss, um dem Zuschauer damit auf den Zünder zu gehen. Leider hat der Filmemacher aber vermutlich noch nicht verstanden, dass sich Found-Footage im Laufe der letzten Jahre zu einer regelrechten Plage entwickelt hat, mit der man sich unter Horrorfans keine Freunde macht. Trotzdem bleibt SÁNCHEZ dem altbewährten Schema treu und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise voller Gefahren, auf der vor allem eines nicht fehlen darf: viel Kameragewackel.
 
EXISTS ist typisches Schüttel-Futter für all jene, die sich an der Shaky-Cam-Methodik nicht sattsehen können. In diesem Film wird das Geschehen erneut aus der Sicht von Helm, Handy- und Handkameras mit Infrarotfunktion protokolliert, wobei man aber immerhin sagen muss, dass SÁNCHEZ in Sachen Found-Footage ein sicheres Händchen beweist und sein Wackel-Debakel recht kurzweilig inszeniert hat. Ein neuer Horror-Hit ist ihm mit EXISTS dennoch nicht gelungen, dazu ist die Wackel-Expedition zu beliebig und bedient sich zu verkrampft jenen Rezepturen, die das Found-Footage-Genre in den letzten zehn Jahren zu dem gemacht hat, was es heute ist: eine nervende Abfolge der immer wieder gleichen Schreckmomente und Storyverläufe.
 
Wie schon im bekannten BLAIR WITCH PROJECT treibt es abermals fünf Freunde in die Wälder, die dort jedoch nicht nach der Hexe von Blair suchen, sondern ein entspanntes Wochenende in einer abgelegenen Hütte irgendwo im Südosten von Texas verbringen wollen. Auf dem Weg zur Wochenendsause wird das Auto von einem Tier gestreift, so dass die Gruppe einen Fußmarsch einplanen muss, um die morsche Unterkunft erreichen zu können. Selbstverständlich ist den Mittzwanzigern das Böse auf den Fersen, das sich in EXISTS als wütender Bigfoot entpuppt, der über den unangemeldeten Besuch rein gar nicht erfreut ist. Der aggressive Sasquatch beginnt die Freunde zu terrorisieren, zerstört das Auto und macht der Bande die kommenden Stunden zur Hölle. Leider sind Telefone – wie so oft im Horrorfilm – kaum von Nutzen, weil schlechter Empfang den Notruf unmöglich macht. So holt Matt seine Videokamera aus der Tasche und bannt jene Kreatur auf Film von der man glaubte, sie würde ausschließlich urbaner Legenden entspringen.
 
Kennste einen, dann kennste alle. Es sind immer wieder die gleichen Geschichten, die sich nach ähnlichem Schema mit nur anderen Bedrohungen abspielen. EXISTS macht da keine Ausnahme und folgt den allseits bekannten Regeln, mit denen gefühlt tausende ähnlicher Produktionen schnell Kasse machen wollten. Schreien, rennen und trotzdem permanent die Kamera aufrecht halten, damit jede Einzelheit des Überlebenskampfes von verängstigten Protagonisten auf Film festgehalten werden kann. Seit jeher sollte man bei Found-Footage-Streifen die Logik ausklammern, denn meist ist hier der Wille sensationsgeile Bilder von Geistern, Monstern und Aliens auf Film zu bannen stärker, als sich selbst in Sicherheit zu bringen. Was EXISTS dennoch ertragbar gestaltet ist das flotte Tempo mit der die minimalistische Geschichte an den Horrorfan gebracht wird. Die bietet zwar kaum Überraschungen und macht von wirklich jedem Found-Footage-Klischee Gebrauch; hat aber mit einem äußerst schlecht gelaunten Bigfoot ein ansprechendes Filmmonster in petto, das sich sogar ziemlich oft vor der Kamera zeigt.
 
EXISTS ist ziemlich ruppiger Bigfoot-Terror, in dem nicht lang gefackelt wird. Regisseur EDUARDO SÁNCHEZ kommt recht schnell zum Punkt und lässt seine jungen Protagonisten nacheinander durch die Hand der launischen Kreatur über die Klinge springen. Die geht nicht zimperlich mit ihren Opfern um und wütet sich unerbittlich durch die überschaubare Filmhandlung bis auch der Letzte der Freunde den Tod gefunden hat. Lobenswerterweise wurde viel Herzblut in das Design des Monsters investiert, dessen Auftritte durch lautes Gebrüll und Gegrunze reichlich bedrohlich und furchterregend über den Bildschirm flimmern. Zwar steckt auch hier ein Mann im Monsterkostüm; die gebotenen Effekte können dennoch überzeugen, weil durch hektische Schwenks und bewusst eingesetzte Unschärfe manch Manko im Design der Kreatur im Verborgenen bleibt. Hinzukommt, dass EXISTS von permanenter Hektik vorangetrieben wird, so dass dem Zuschauer kaum Zeit bleibt, sich über Fehler im Film den Kopf zu zerbrechen.
 
EXISTS ist kein anspruchsvolles Horror-Kino, was womöglich auch niemand erwartet hat. Trotzdem bleibt auch das neuste Schaffen aus der Mache von Regisseur EDUARDO SÁNCHEZ weit hinter den Erwartungen zurück, weil der Streifen einfach nichts Neues zu bieten hat, was man nicht schon in den letzten 15 Jahren Found-Footage-Grauen entweder im Kino oder auf dem heimischen Fernsehapparat gesehen hat.
 
 
 


 
 
 

EXISTS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Bigfoot-Terror par excellence. EXISTS ist ein reichlich ruppiger und gnadenloser Monster-Heuler, der sich der mittlerweile nicht mehr ganz so beliebten Found-Footage-Machart bedient. Hier läuft ein äußerst schlechtgelaunter Sasquatch unter lautem Gebrüll Amok und gibt erst Ruhe, nachdem auch der letzte menschliche Eindringling im Revier das Zeitliche gesegnet hat. Regisseur EDUARDO SÁNCHEZ ist nach dem gefeierten BLAIR WITCH PROJECT geübt im Umgang mit der Wackelkamera, vergisst aber seinem Schüttel-Ausflug um neue Ideen zu bereichern. Was in EXISTS gezeigt wird, hat man schon dutzende Male gesehen. Trotzdem überzeugt der Überlebenstrip, weil SÁNCHEZ mehrfach den Hektik- und Panikhebel in entscheidenden Momenten umlegt. Der hilft dem Streifen über manch Längen hinweg und machen EXISTS zu einer kurzweiligen Monster-Hatz, die zudem um einige ansprechend platzierten Gewaltspitzen bereichert wurde. Wer nichts mit Found-Footage anfangen kann, wird auch hier dankend abwinken. Zuschauer, die stattdessen nicht genug von jener zwiespältigen Filmware haben können, werden SÁNCHEZ für seinen temporeichen Schüttel-Streifen in den Himmel loben. Trottdem: Kann man sehen – muss man aber nicht!
 
 
 


 
 
 

EXISTS – Zensur

 
 
 
EXISTS geht in die Richtung Terrorfilm nur mit dem Unterschied, dass statt Einbrecher oder Hobby-Sadisten diesmal ein wütender Bigfoot das Morden beginnt. Wirklich explizites Gemeuchel gibt es zwar nicht zu sehen, was aber nicht bedeutet, dass EXISTS nicht hart anzusehen ist. Zwar geschehen die meisten Gewaltakte im Off und schnelle Schnitte lassen nur erahnen was in puncto Gewalt auf der Mattscheibe passiert; trotzdem reicht das alles für eine ungeschnittene FSK16 – insofern die FSk einen guten Tag haben sollte.
 
 
 


 
 
 

EXISTS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Jungle (2013)
 
Wer – Das Biest in Dir (2013)
 
Willow Creek (2013)
 
The Dyatlov Pass Incident (2013)
 


Filmkritik: “Chemical Peel” (2014)

Chemical-Peel-2014
 
 
 

CHEMICAL PEEL

Story

 
 
 
Der Tod kommt auf leisen Sohlen: Nach einem Zugunglück tritt Giftgas aus den Wagons und bahnt sich den Weg zu einer abgeschiedenen Hütte in der sechs Freundinnen einen Junggesellinnenabschied feiern. Die verbarrikadieren sich im Haus und warten auf Rettung.

 
 
 


 
 
 

CHEMICAL PEEL – Kritik

 
 
 
Immer wieder gern gesehen und im Genre doch stark vernachlässigt: Body-Horror. Zuletzt hat den ELI ROTH vor bereits zwölf Jahren mit CABIN FEVER recht erfolgreich aus der Versenkung geholt, bevor er sich mit cineastischen Filmgurken wie HOSTEL 2 (2007) oder THE GREEN INFERNO (2013) selbst in Aus katapultierte. Weil sich der Virus-Schocker gut verkaufen lies, mussten zwei Fortsetzungen folgen, die aber nicht mehr an die Popularität des Erstlings anknüpfen konnten.
 
Trotz eher zwiespältigen Ruf und bisher durchwachsenem Schaffen hat sich ROTH mittlerweile eine treue Fanbase aufbauen können, zu der vermutlich auch Regisseur HANK BRAXTAN gehören dürfte. Der hat sich für seinen CHEMICAL PEEL ziemlich unverfroren bei CABIN FEVER bedient und im Gegensatz zum Hütten-Horror äußerst kreativ am Ekel-Faktor geschraubt, damit sich dem Zuschauer möglichst schnell der Magen umdreht. Ein Zugunglück und austretendes Giftgas wird hier für eine unvorhersehbare Kette von Ereignissen verantwortlich gemacht, die für sechs Protagonistinnen ein tödliches Ende zur Folge haben wird. Die wollten eigentlich irgendwo abgeschieden einen Junggesellinnenabschied feiern, werden aber in einem Ferienhaus von giftigem Nebel überrascht, der Lungen verätzen lässt und aus Organen Mett macht. Für Horror-Fans eine feine Sache bringt doch BRAXTAN teils ziemlich unappetitlichen Melt-Horror (= Horror in dem Körper zerlaufen oder zerfließen) zurück auf die Mattscheibe, der seit PLANET SATURN LÄSST SCHÖN GRÜSSEN (1977) und dem kultigen Indie STREET TRASH (1987) leider ziemlich rar im Horror-Bereich geworden ist.
 
In CHEMICAL PEEL werden nicht nur Reizmägen auf eine harte Probe stellt. Sechs Bilderbuch-Zicklein haben sich ausgerechnet jenen Tag für Anfeindungen und Intrigen ausgesucht, an dem ihr letztes Stündlein geschlagen hat. Kein leichtes Unterfangen für den Zuschauer, dessen Geduld durch unerträglichen Zicken-Terror überstrapaziert wird, schließlich wird hier nicht selten gegackert wie im Hühnerstall, was CHEMICAL PEEL nicht sonderlich förderlich ist. Die Mädchen kramen nach längst vergessenen Geschichten, um sich gegenseitig in die Enge treiben zu können. Es werden Rachepläne geschmiedet und an eigenes Wohl gedacht. Vertraut ist sich am Ende hier keine der Anwesenden, obwohl anfänglich eigentlich von Freundschaft gefaselt wird. Stattdessen legt man sich gegenseitig Steine in den Weg, was in einer Situation wie der in CHEMICAL PEEL logischerweise kaum von Nutzen sein dürfte.
 
Unsympathische Charaktere müssen spektakulär sterben. Eine Regel, die sich im Horrorfilm immer wieder großer Beliebtheit erfreut. Macher HANK BRAXTAN macht es schwarzhumorig und verpasst seinen Terror-Ziegen einen makabren und ebenso blutigen Denkzettel. Nach einer erfolgreichen Flucht vor der biologischen Gefahr und endlosen Diskussionen später, geht es denn Frauen an den Kragen. Die tödlichen Dämpfe verschaffen sich einen Weg von draußen nach innen und sorgen für reichlich groteske Melt-Momente, die das Herz eines jeden Splatterfans schneller schlagen lassen dürften. So darf sich der Gorehound an einer Brechreiz erregenden “Wechseldusche” einer Heldin erfreuen, die nur der Vorbote einiger Extravaganzen ist, die CHEMICAL PEEL dann doch besser machen, als man anfangs wahrscheinlich vermutet hat.
 
 
 


 
 
 

CHEMICAL PEEL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
CABIN FEVER meets STREET TRASH. CHEMICAL PEEL ist garantiert nichts für schwache Reizmägen, denn hier erbrechen Heldinnen die eigenen Innereien und waschen sich bei einer Dusche mit chemisch verseuchtem Wasser das Fleisch von den Knochen. Der Ekel-Horror ist zurück, wenngleich er auch unter einigen Schwächen zu leiden hat. Die sind hier im Drehbuch zu suchen, denn im Falle von CHEMICAL PEELING haben mal wieder ziemlich viele kreative Köpfe an der Umsetzung gefeilt, so dass der Horror-Brei etwas versalzen wurde. Die Protagonisten sind das Problem, denn der Zuschauer bekommt hier intrigantes Geschnatter vor die Linse, das so ziemlich schnell zu nerven beginnt. Immerhin findet Regisseur HANK BRAXTAN im letzten Drittel die Zicken-Notbremse und entschädigt mit handwerklich souverän inszeniertem und schwarzhumorigem Splatter-Quatsch. Am Ende stellt sich die Frage, warum es von Melt-Horror eigentlich nicht mehr Streifen ähnlicher Machart gibt. In Zeiten immer wieder gleicher Rache, Folter- und Slasher-Gurken bietet so ein Schmelz-Schocker endlich mal nötige Abwechslung.
 
 
 


 
 
 

CHEMICAL PEEL – Zensur

 
 
 
In CHEMICAL PEEL geht es recht deftig zu. Ein unfreiwilliger Kopfschuss, blutiger Husten und zermatschte Köpfe. Alles recht explizit und zeigefreudig. Wir gehen von einer ungeschnittenen „keine Jugendfreigabe“ aus.
 
 
 


 
 
 

CHEMICAL PEEL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Septic Man (2013)
 
Thanatomorphose (2012)
 
Street Trash (1987)
 
Slime City (1988)
 
Body Melt (1993)
 


Filmkritik: “Love of my Life” (2013)

love-of-my-life-2013
 
 
 

LOVE OF MY LIFE

Story

 
 
 
Protagonist Julius muss ein Spiel spielen. Entweder er lässt fünf Tage Folter am Stück über sich ergehen oder seine große Liebe Nicole muss ihr Leben lassen …

 
 
 


 
 
 

LOVE OF MY LIFE – Kritik

 
 
 
Ist LOVE OF MY LIFE Folterkram für gewalthungrige Tortur-Liebhaber, die nicht genug von Filmen haben können, in denen ahnungslose Protagonisten gequält und gefoltert werden? Das Filmposter lässt zumindest derartiges Filmvergnügen erahnen, um damit jene Horrorfans anlocken zu können, die ein gewisses Maß perverser Abartigkeiten von Horrorfilmen erwarten. Doch die Freude über neuen Gewaltabfall dürfte rasch einen Dämpfer erhalten, wenn LOVE OF MY LIFE im Player rotiert. Brutalitäten als Mittel zum Selbstzweck sucht man nämlich hier vergebens, denn Regisseur und Produzent MICHAEL BUDD macht aus seinem Film ein ermüdendes Beziehungs-Drama, das eigentlich nur mit Folterei lockt, damit die Schlaftablette überhaupt Aufmerksamkeit erhält. Viel zu erzählen gibt es nicht. Julius (DIARMID HEIDENREICH) wird eines Tages unsanft aus dem Schlaf gerissen und findet sich festgekettet auf dem Operationstisch einer verlassenen Klinik wieder. Ein Fremder will ihm nichts Gutes. Er stellt sein verschrecktes Opfer vor die Wahl und beginnt es zu foltern. Einige Türen weiter wartet Julius’ Gattin auf Rettung. Die wurde ebenfalls in das leerstehende Krankenhaus verschleppt und wird seither von Überwachungskameras beobachtet. Nun liegt es an Julius den Fortgang der Geschehnisse zu beeinflussen. Entweder er erduldet fünf Tage Folterei am Stück und das Paar überlebt oder er fordert das Ende der Quälerei und die nichtsahnende Ehefrau stirbt. In kurzen Rückblenden flimmern die Etappen der noch jungen Ehe über den Bildschirm, wobei die Partnerschaft der beiden Turteltauben zu den wohl langweiligsten Beziehungskonstrukten gehört, die die Filmwelt bis dato erdulden musste. Selbstverständlich werden Julius Entscheidungen zusätzlich auf eine harte Probe gestellt, denn Ehegattin Nicole war ein unartiges Mädchen und hat’s mit dessen besten Freund hinter dem Rücken des Liebsten getrieben. Kann der Betrogene verzeihen und beider Leben retten?
 
Kommen wir zurück zum Gewaltpegel. Hier wartet tropfende Säure auf das Opfer, das zudem gemeine “Operationen” am Auge über sich ergehen lassen muss. Doch was ist das? Die Kamera blendet in entscheidenden Momenten weg, so dass der Splatterfan überhaupt nur wenige der Gemeinheiten zu sehen bekommt! Stattdessen wird in LOVE OF MY LIFE von Moral und Gewissen gefaselt und in knapp 90 Minuten Gründe einer Beziehungskrise erörtert. Nervenkitzel geht bei einem derartig unüberlegten Vorgehen natürlich flöten, denn immer dann wenn der unbekannte Foltermeister zum Werkzeug greift, erinnert sich Protagonist Julius an die schönen Zeiten seines zerrütteten Beziehungsdaseins zurück. Selbstverständlich bringt das Ende Licht ins Dunkel, schließlich wird das verängstigte Paar hier nicht grundlos festgehalten. Ob der Zuschauer das jedoch erleben möchte dürfte fraglich sein, denn bei untalentierten Schauspielern, schwachem Drehbuch und uninteressanten Paarproblemen ist ein frühzeitiges Abschalten des Streifens ohnehin vorprogrammiert.
 
 
 


 
 
 

LOVE OF MY LIFE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Nerviges Beziehungspalaver unter dem Deckmantel eines Folterstreifens. MICHAEL BUDDS (der hier gleich eine Nebenrolle übernommen hat) Erstwerk dürfte für reichlich enttäuschte Gesichter sorgen, schließlich werden Erwartungen von Folterfans nicht einmal ansatzweise befriedigt. Da wo “Folter” draufsteht, muss nicht immer zwangsläufig Tortur drin stecken. LOVE OF MY LIFE ist eine gemeine Mogelpackung und eine langweilige auch noch dazu. Die Schauspieler sind nicht die besten, die Geschichte entwickelt sich behäbig und viel Mord- und Totschlag gibt’s auch nicht zu sehen. Welche Gründe bietet LOVE OF MY LIFE überhaupt, gesehen zu werden. Ganz einfach: gar keine. Fünf Minuten Folter und 90 Minuten Langeweile – ein Trauerspiel. Demnach gilt hier: Zäher und enttäuschender Indie-Horror, den man getrost liegen lassen kann.
 
 
 


 
 
 

LOVE OF MY LIFE – Zensur

 
 
 
LOVE OF MY LIFE ist nicht sonderlich zeigefreudig. Zwar gibt es ein paar kurze Gewaltspitzen zu sehen – die sind aber nicht der Rede wert. Aufgrund des fragwürdigen Kontextes tippen wir auf: Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

LOVE OF MY LIFE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 

The Tortured – Das Gesetz der Vergeltung (2010)
 
The Collection (2012)
 
Bitter Feast – Blutiges Kochduell (2010)
 


Filmkritik: “Treehouse” (2014)

Treehouse-2014
 
 
 

TREEHOUSE

Story

 
 
 
Zwei Brüder entdecken im Wald ein Baumhaus und machen darin eine erschreckende Entdeckung, die ihr Leben verändern wird…

 
 
 


 
 
 

TREEHOUSE – Kritik

 
 
 
Es gibt tausende unheimlicher Orte, an denen Protagonisten in Horrorfilmen effektvoll ihr Leben lassen können. Ein Baumhaus dürfte hierbei jedoch die Ausnahme bilden, was Regisseur MICHAEL BARTLETT dazu veranlasst hat, einen klaustrophobischen Terror-Trip in einer knarrenden Bretterhütte inmitten der Krone eines Baumes zu drehen. Das Horror-Genre ist dem Filmemacher heilig, denn hier ist BARTLETT kein Unbekannter. Einige kleine Indie-Produktionen gehen auf seine Kappe, wobei HOUSE OF LAST THING (Deutschlandstart: November 2014) wohlmöglich zu den bisher besten Werken seines bisher eher durchschnittlichen Schaffens gehört. BARTLETT scheint darum bestrebt zu sein, sich im Genre ausprobieren zu wollen. Nach Zombie-Action, paranormalen Found-Footage-Gewackel und Spukhaus-Horror macht er einen Abstecher ins Suspense- und Terrorfach, wo er auch gleich seine Fähigkeit des Falsche-Fährten-Legens unter Beweis stellt.
 
Etwas Böses macht in TREEHOUSE die Runde, das für das Verschwinden diverser Kinder in einem kleinen Städtchen verantwortlich gemacht wird. Entgegen aller Warnungen machen sich die Geschwister Killian (J. MICHAEL TRAUTMANN) und Crawford (DANIEL FREDRICK) hinaus in den Wald, um dort mit Feuerwerk im Gepäck einen lustigen Abend mit Freunden verbringen zu können. Natürlich wäre TREEHOUSE kein Horrorfilm, würde nicht eine unerwartete Wendung für eine Katastrophe sorgen. Die beiden Brüder entdecken auf einem Baum eine Hütte, klettern hinein und finden dort die verstörte Elizabeth (DANA MELANIE) vor, die ebenfalls zu jenen Kindern gehört, die von ihren Eltern seit einiger Zeit als vermisst gemeldet wurden. Die versteckt sich hier vor einer finsteren Bedrohung, die sogleich die Witterung aufgenommen hat und ihre Kreise unterhalb der Hütte zieht. Für die Kids folgt eine Nacht voller Schrecken, denn ein Hinabsteigen ist unmöglich, ohne vom gewalttätig Bösen am Fuße des Baumes in Stücke gerissen zu werden.
 
Was da letztendlich auf die ahnungslosen Filmhelden unter der Holzhütte lauert, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten, schließlich lebt TREEHOUSE von der Prämisse, dass erst kurz vor Ende verraten wird, gegen was die Kinder am Ende den Kampf aufnehmen müssen. BARTLETT macht fast alles richtig und hält die Spannung konstant, weil er dem Zuschauer keine Anhaltspunkte darüber gibt, mit welcher unbekannten Bedrohung sich die Protagonisten konfrontiert sehen. Hier ein Schatten, da seltsame Geräusche aus dem Walkie-Talkie – erst im Finale gibt das Treiben einen Sinn, was BARTLETT leider mit konventionellem Rache-Quatsch enden lassen muss, der zudem im Kitsch zu ertrinken droht. Angsthase Killian – der jüngere der beiden Brüder – wächst über sich hinaus, erlernt über Nacht das Mutigsein und gewinnt auch noch das Herz der verängstigten Elizabeth, die von ihrem Retter am Ende auch noch geküsst werden darf. Bei einer derart stereotypen Charakterentwicklung kringeln sich manch Filmkritiker schon mal die Zehennägel. Macht aber nix, schließlich gehören derart Oberflächlichkeiten nun mal zum Horrorfilm wie Lacher in eine Komödie.
 
Von einem der hinausging, um das Mutigsein zu erlernen: TREEHOUSE ist nicht perfekt, dazu verliert BARTLETT zu oft den Spannungsbogen aus den Augen, weil er selbigen immer wieder durch fehlplatzierte Rückblenden unterbricht. In denen berichtet er von der schicksalhaften Vergangenheit seines fragilen Hauptcharakters Killian, der unter der strengen Autorität seines Vaters zu leiden hatte. Immerhin entschädigt das Finale. Hier zieht der Regisseur noch einmal alle Register gängiger Terrormacherei und lässt eingeschüchterte Helden zum Tötungswerkzeug greifen. Die bis dato unbekannte Bedrohung erhält ein Gesicht und bekommt einen nicht unblutigen Denkzettel verpasst. Selbstverständlich hat man Filme wie TREEHOUSE schon oft auf dem Bildschirm gehabt. Trotzdem; die Art wie BARTLETT mit der Erwartung der Zuschauer spielt und gekonnt falsche Fährten legt, hebt TREEHOUSE über den Horror-Durchschnitt.
 
 
 


 
 
 

TREEHOUSE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Klaustrophobischer, wendungsreicher und ungemütlicher Terror-Thriller, der diesmal nicht auf den Erdboden stattfindet, sondern in den Bäumen. In TREEHOUSE verwandelt sich der vornehmlich kindliche Tummelplatz zum Schutzort für einige nichtsahnende Teenager, die sich darin vor einer unbekannten Bedrohung in Sicherheit wähnen. Gruselige Momente auch ohne Blutvergießen lautet die Devise, denn in Sachen schaufreudiger Gewalt hält sich der Film ausnahmsweise zurück. Stattdessen wird weitestgehend von psychologischem Horror Gebrauch gemacht, den Regisseur MICHAEL BARTLETT hin und wieder ganz gut in Szene zu setzen versteht. Trotzdem bleibt TREEHOUSE nur ein weiterer solide inszenierter Horror-Thriller, der vor allem wegen seiner unerwarteten Auflösung in Erinnerung bleibt. Die orientiert sich mal wieder am gängigen Rache-Kino und bietet immerhin reichlich Adrenalin. TREEHOUSE ist kein Horror-Hit, zeigt aber das versteckte Talent BARTLETTS, das nach einigen eher durchschnittlichen Horrorfilmen scheinbar endlich zu Tage kommt. Man darf gespannt sein, was der Regisseur in Zukunft inszenieren wird – TREEHOUSE schlägt schon mal die richtige Richtung ein.
 
 
 


 
 
 

TREEHOUSE – Zensur

 
 
 
TREEHOUSE ist eher psychologischer Horror und zeigt sich eher zurückhaltend mit Gewalt. Die reduziert sich auf das Finale und protokolliert hauptsächlich die Resultate einiger Gewaltmomente. Probleme mit der FSK dürfte es nicht geben, so dass TREEHOUSE mit großer Wahrscheinlichkeit schon für Jugendliche ab 16 Jahre geeignet sein dürfte.
 
 
 


 
 
 

TREEHOUSE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Community of Fear (2012)
 
F (2010)
 
Them (2006)
 
The Strangers (2008)
 


Filmkritik: “Wrong Turn 6: Last Resort” (2014)

Wrong-Turn-6-Last-Resort-2014
 
 
 

WRONG TURN 6: LAST RESORT

Story

 
 
 
Nach privaten Tiefschlägen geht für Danny endlich wieder die Sonne auf. Er erbt ein altes Hotel und kommt einem gut behüteten Familiengeheimnis auf die Schliche, ohne zu wissen, dass er dadurch das Leben seiner Freunde aufs Spiel setzt ….

 
 
 


 
 
 

WRONG TURN 6 – Kritik

 
 
 
„The same procedure as every year“ – Irgendwie will man bei der WRONG TURN-Reihe das Gefühl nicht loswerden wollen, dass dem Horrorfilm-Gucker jedes Jahr aufs Neue der gleiche Film verkauft wird. Man nehme ein paar talentfreie Jungdarsteller, werfe sie in ein abgelegenes Waldstück und hetze ein paar deformierte Hinterwäldler auf die grünschnäblige Rasselbande, damit die an den einfältigen Teenagern ein blutiges Massaker statuieren können. Selten war eine Horror-Reihe unter Splatterjunkies derart verschrien und gleichzeitig beliebt, konnte sich doch die WRONG TURN-Reihe durch deftige Splatter-Exzesse einen Ehrenplatz in so manchem Fanherz sichern. Mit WRONG TURN 6: Last RESORT folgt nun bereits der fünfte Ableger einer einst durchaus unterhaltsamen Slasher-Hatz, die abgesehen von drei missgebildeten Rednecks aber mittlerweile kaum noch etwas mit dem spannenden Erstling aus dem Jahre 2003 gemein hat. Das Hinterwäldlerpack hat es nämlich mittlerweile in die Zivilisation geschafft, wo sie auch hier einem eher zweifelhaften Hobby frönen: Menschenfleisch essen. Vorbei die Zeiten grausamer Hetzjagden durch Wald und Flur – “Three Finger”, “Sawtooth ” und “One Eye” machen’s jetzt in einem renovierungsbedürftigen Hotel, wo sie sich einem zwielichtigen Geschwisterpaar anschließen, das mit der mordfreudigen Bande dubiose Verwandtschaftsverhältnisse pflegt.
 
Der ehemalige Wall-Street-Banker Danny erbt ein Resort irgendwo in den Bergen von West Virginia und ist nach einem Nervenzusammenbruch von der Idee besessen, das riesiges Anwesen zusammen mit seinen Freunden wieder auf Vordermann bringen zu können. Das befindet sich in der Obhut eines sympathischen Geschwisterpaares, das nicht lange fackelt und dem frischen Erben erst einmal von einer finsteren Familientradition erzählt, die er nun fortsetzen soll. Seine Vorfahren waren Teil eines ominösen Clans namens “Hillicker” – Kannibalen, die sich in den Appalachen von Menschenfleisch ernährten. Für Danny kein einfaches Los, muss er sich bald zwischen seinem alten Leben und einer Fortführung der Blutlinie entscheiden.
 
Überraschend züchtig geht es im sechsten Teil des bekannten Franchise zu, denn diesmal war man nicht ausschließlich darum bestrebt einfach nur hirnlos zu foltern, metzeln und filetieren. In WRONG TURN 6: LAST RESORT wird überraschend viel gefaselt, was den alteingesessenen Liebhabern der Reihe überhaupt nicht schmecken dürfte. Die drei entstellten Filmbösewichte machen sich mit ihrer Splatterei erstaunlich rar, was Drehbuchschreiber FRANK H. WOODWARD zu schulden sein dürfte, der die ohnehin schon totgefilmten Reihe in eine andere Richtung drängen wollte. WRONG TURN 6 ist demzufolge keine richtige Fortsetzung, sondern eine Art Neuanfang mit neuen Gesichtern, Filmschurken und Möglichkeiten für kommende Fortsetzungen. Leider wird das Inzucht-Trio für die Rundumerneuerung so ziemlich in den Hintergrund gedrängt, was für Fans der Serie durchaus bitter ist, haben doch die fiesen Kreaturen der WRONG TURN-Reihe über die Jahre zu bescheidenem Ruhm verholfen. Deren blutige Auftritte werden zugunsten idiotisch zusammengewürfelter Familienkonstellationen auf das Nötigste reduziert, damit die neue Filmfigur „Danny“ den Spuren seiner Vorfahren folgen darf und am Ende einem düsteren Familiengeheimnis auf die Schliche kommen kann.
 
Auch wenn in Teil sechs viel gequasselt wird – eins sei dennoch gewiss: Lebenssaft wird trotzdem fließen. Im Gegensatz zu den missratenen Vorgänger-Episoden ist diesmal alles hausgemacht. Die Effekte in WRONG TURN 6: LAST RESORT kommen nicht aus dem Computer und können sich durchaus sehen lassen. Es werden Köpfe abgeschlagen, Beine herausgerissen und Gesichter verbrüht. Hier dürfte vor allem die harsche Kritik der Fanbase eine Rolle gespielt haben, die sich partout nicht mit den zwar blutigen aber oftmals äußerst billig inszenierten CGI-Morden anfreunden konnten. So kommen die Gewaltmomente durchweg oldschool daher und gefallen immerhin durch handgemachte Extravaganzen. Wirklich besser wird WRONG TURN 6 dadurch zweifelsohne nicht, denn einmal mehr muss man bitter feststellen müssen, dass das einst beliebte Slasher-Franchise durch die miserablen Fortsetzungen schon längst zu Grabe getragen wurde. Dass die entstellten Inzucht-Mutanten nun fast gänzlich aus der Geschichte gestrichen wurden und kaum noch Screentime besitzen, gibt dem recht tempoarmen Videofutter den letzten Gnadenstoß. Übrigens: trotz erneut schlechtem Ableger ist das nächste Sequel bereits in Arbeit. Warum hat man kein Erbarmen mit den Horrorfans!?
 
 
 


 
 
 

WRONG TURN 6 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Was wäre ein Jahr ohne eine weitere, schlechte WRONG TURN-Fortsetzung. Mit dem neusten Ableger hat man einen Neuanfang gewagt, denn WRONG TURN 6: LAST RESORT ist eher ein Reboot für das man sich gegen die Fortführung der bisherigen Ereignisse entschieden hat. Die Kulisse wurde ausgetauscht, die Bösewichte sind neu und das für die Reihe berüchtigte Inzucht-Trio gerät etwas ins Abseits. So wird erstaunlich viel gequasselt und Beischlaf betrieben, was leider dem Tempo des Streifens unförderlich ist. Viel zu oft dümpelt das Geschehen ereignislos daher, so dass dann doch hin und wieder das Mutanten-Pack aufschlagen muss, um den Zuschauer mit Gewaltmomenten aus dem Dämmerschlaf zu holen. Immerhin stimmen diesmal die Splatter-Effekte. Die sind durchweg handgemacht und können sich sehen lassen. Besser machen die das acht Millionen Dollar teure Projekt leider nicht (der Film wurde übrigens wie die früheren Fortsetzung in Bulgarien gedreht), denn durch den ideenfreien Fortsetzungswahn geldgeiler Produzenten wurde die WRONG TURN-Reihe bereits vor einigen Jahren zu Grabe getragen.
 
 
 


 
 
 

WRONG TURN 6 – Zensur

 
 
 
Zwar ist WRONG TURN 6: LAST RESORT nicht der blutigsten Teil der Reihe, dennoch wird hier reichlich Gewalt gezeigt, die nicht ganz ohne ist. Es werden Köpfe abgehackt, Pfeile durch Gesichter geschossen und Gliedmaßen ausgerissen. Zudem gibt es auch wieder einige Kannibalismus-Szenen zu sehen, wobei das Gezeigte nicht ganz so sadistisch zelebriert wird, wie es in vorherigen Fortsetzungen der Fall war. Der Film wurde überraschenderweise ungeschnittene mit „Keine Jugendfreigabe“ von der FSK abgesegnet.
 
 
 


 
 
 

WRONG TURN 6 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)
 
Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)
 
Hatchet 3 (2013)
 
No One Lives (2012)
 


Filmkritik: “Mockingbird” (2014)

mockingbird-2014
 
 
 

MOCKINGBIRD

Story

 
 
 
Einige nichtsahnende Protagonisten werden Teilnehmer eines perfiden Spiels, dessen Ausgang im Desaster endet.

 
 
 


 
 
 

MOCKINGBIRD – Kritik

 
 
 
Regisseur BRYAN BERTINO bleibt dem Home-Invasion-Genre treu und lässt nun nach dem in Fankreisen gefeierten THE STRANGERS (2008) erneut einige nichtsahnende Protagonisten in den eigenen vier Wänden ums Überleben bangen. MOCKINGBIRD heißt die neue Terror-Hatz, die im Grunde genommen nichts anderes ist, als eine Neuaufbereitung des erfolgreichen Zu-Hause-Horrors mit LIV TYLER. Dennoch ist dies keine Fortsetzung zu THE STRANGERS, obwohl sich im neusten Streifen des Regisseurs allerhand Parallelen zum Terror-Hit aus dem Jahr 2008 finden lassen. Mit MOCKINGBIRD macht sich BERTINO keine Freunde, denn der Verfechter der düsteren Filmgattung macht wenig originell Gebrauch vom mittlerweile nicht mehr ganz so beliebten Found-Footage-Stil, der sich auch in diesem Machwerk den gängigen Klischees jener Filmmethodik unterwirft. Da wird gewackelt als gebe es keinen Morgen mehr und verängstigte Protagonisten filmen ihren Überlebenskampf ganz selbstverständlich mit der Handkamera, damit jede Einzelheit ihres Ablebens auch ja auf Film gebannt werden kann. Das ist nicht nur ziemlich unglaubwürdig, sondern nervt gewaltig, weil BERTINO sich einen Deut darum schert sein uninspiriertes Kameragewackel um neue Ideen zu bereichern. Zudem leuchtet mal wieder nicht ein, wie die Hauptfiguren in Extremsituationen immer noch in der Lage sein können, eine Kamera zu halten, während ihnen ein Fremder nach dem Leben trachtet.
 
MOCKINGBIRD lässt Splatter-Herzen schneller schlagen, zumindest geizt die Eröffnungssequenz nicht mit grafischen Details, in der einem wimmernden Jungen recht unfein das Hirn weggeblasen wird. Gewalt als Mittel zum Selbstzweck lautet hier die Devise, wobei der fragwürdige Kindermord vermutlich nur dazu dienen soll, um die Erwartungshaltung des Horrorfans zu wecken. Der dürfte aber recht schnell genervt aus seinem Filmsessel springen, weil MOCKINGBIRD vermehrt auf Terror setzt, statt viel Blut zu zeigen. Bis der jedoch zum Einsatz kommt, muss der Filmfreund reichlich Geduld aufbringen, schließlich lässt sich der Invasion-Terror-Flick eine geschlagene Stunde Zeit, bis es endlich mal interessant wird. Bis dahin klappert BERTINO die gröbsten Etappen üblicher Terror-Macherei ab. Dies langweilt leider schnell, weil die Szenenverläufe der gängigen Found-Footage-Machart entsprechen und sich ständig wiederholen: schreien, wackeln, rennen, wackeln.
 
Ähnlich wie in BERTINOS Debüt THE STRANGERS werden in MOCKINGBIRD einigen Familien von Fremden – diesmal jedoch in Clown-Maskierung – eingeschüchtert, manipuliert und terrorisiert bis sie sich am Ende selbst auslöschen, weil sie unwissend gegeneinander aufgehetzt werden. Das mag zwar durchaus vielversprechend klingen, ist aber im Grunde genommen nicht der Rede Wert, weil MOCKINGBIRD nichts anderes ist, als eine günstig gedrehte Shaky-Cam-Variante des besagten THE STRANGERS, der es einfach an Spannung und vor allem Schauwerten mangelt, die sich Horrorfans nun mal von solchen Streifen wünschen. Diese reduzieren sich auf den genannten Anfangsmord und ein erstaunlich knappes Finale, in dem kurzer Prozess veranstaltet wird. Zudem fehlt dem Terrorfilm einfach das Fünkchen Originalität, um aus der riesigen Masse ähnlicher Wackel-Produktionen hervorzustechen zu können. Demnach ist MOCKINGBRIRD (übrigens der Name der Straße, auf der sich am Ende ein Massaker ereignet) ein mehr als enttäuschendes Zweitwerk, das dem Vorgängerfilm des Regisseurs nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen kann.
 
 
 


 
 
 

MOCKINGBIRD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Lass uns ein Spiel spielen: THE STRANGERS im Found-Footage-Gewand. Leidlich spannender und vor allem vollkommen überflüssiger Terrorfilm, bei dem das teils konfuse Gewackel erneut ziemlich störend in Erscheinung tritt. Zwar hat Regisseur BRYAN BERTINO ein ganz brauchbares Drehbuch geschrieben; die lästigen Found-Footage-Klischees berauben dem Streifen aber ganz schnell jeglicher Spannung, damit dem Filmfreund der Spaß um Zusehen vergeht. Die letztendliche Auflösung des gesamten Treibens wirkt aufgrund der halbherzigen Inszenierung erheblich aufgesetzt und hat man in derart Weise auch schon in Filmen wie dem französischen THEM (2006) gesehen. Daher meinen wir: MOCKINGBIRD ist ein gemeiner Zeiträuber und muss man nicht gesehen haben!
 
 
 


 
 
 

MOCKINGBIRD – Zensur

 
 
 
Aufgrund des recht ruppigen Mord an einem unschuldigen Jungen in der Eröffnungsszene dürfte MOCKINGBIRD hierzulande direkt mit der roten FSK-Kennzeichnung in den Handel kommen. Zwar werden am Ende einige Protagonisten erschossen; abgesehen vom einem toten Hund gibt es sonst keinerlei Gewalt zu sehen, da MOCKINGBIRD eher auf psychischen Terror setzt, statt das Geschehen im Blut zu ersäufen.
 
 
 


 
 
 

MOCKINGBIRD – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Strangers (2008)

Them (2006)

Home Sweet Home (2013)

Rage (2010)

The Purge – Die Säuberung (2013)


Filmkritik: “Extraterrestrial” (2014)

extraterrestrial-2014
 
 
 

EXTRATERRESTRIAL

Story

 
 
 
Im amerikanischen Hinterwäldler-Städtchen Echo Lake ist etwas gewaltig faul. Kleinstadtsheriff Murphy (Gil Bellows) muss sich zusätzlich zu seinem Tageswerk mit seltsamen Erscheinungen beschäftigen, darunter seltsam zerschnittene Kühe, panische Bürger und ein ganz besonderer Fall, bei dem eine Telefonzelle samt Insassin in den Himmel verschwand und wenig später in Einzelteilen wieder zu Boden krachte – allerdings ohne Insassin. Mit all seinen bizarren Vorfällen bildet Echo Lake das beste Setting für eine Gruppe von Jugendlichen, die einen Platz für ihren Sauftourismus suchen. Ihr Traumziel entdecken sie schließlich in einer verlassenen und ominösen Waldhütte. Das Wochenende nimmt seinen schicksalsträchtigen Lauf und wird schon bald von anderen Flüssigkeiten neben Alkohol durchtränkt.

 
 
 


 
 
 

EXTRATERRESTRIAL – Kritik

 
 
 
Das Autoren- und Regieduo Colin Minihan und Stuart Ortiz, besser bekannt als „The Vicious Brothers“ macht keinen großen Hehl aus der Ursache des grausigen Geschehens. Wie der bescheidene Titel bereits verrät, wird das klassische Waldhütten-Genre in „Extraterrestrial“ um den Auftritt einer nicht ganz friedfertigen außerirdischen Rasse bereichert. Die Fusion zweier Genres hört sich zunächst nach einer einigermaßen originellen Grundlage für einen spaßigen Horror-Reißer an. Auch der bisher einzige Film der Vicious Brothers mit dem Titel „Grave Encounters“ ist ein gutes Omen.
 
Leider krankt „Extraterrestrial“ an einigen Problemen, über die man nur schwer hinweg sehen kann. Als großer Störfaktor erweisen sich die ständigen Schwankungen in Ton und Struktur des Films. Anstatt sich auf die Eskapaden seiner jugendlichen Clique zu konzentrieren, etabliert er mit Sheriff Murphy und dem durchgeknallten Verschwörungstheoretiker Travis (Genre-Favorit Michael Ironside, bekannt aus „Total Recall“ und „Starship Troopers“) zwei Charaktere, die zunächst interessant wirken, aber schon recht bald in zweck- und ziellosen Nebenplots versanden. Die Wechsel zwischen Jugendlichen und Erwachsenen resultieren in einem Mischmasch aus Gruselthriller und Horrorkomödie, der zwar entfernt an einen „Tanz der Teufel 2“ erinnert, aber meilenweit von dessen Qualität entfernt ist. Eine viel größere Enttäuschung als das unfokussierte Drehbuch ist allerdings der Mangel an Schauwerten. Die Vicious Brothers schaffen es mit ihren sehr traditionell designten Aliens, eine bedrohliche Präsenz zu kreieren und als Horror-Fan man freut sich durchgehend auf eine Handvoll saftiger Kampfszenen, in denen irdische Projektilwaffen gegen hochentwickelte Laser antreten. Leider lassen die beiden Regisseure ihr Publikum vergeblich darauf warten und entscheiden sich stattdessen dafür, bei fast jeder Tötungsszene frühzeitig die Handbremse zu ziehen und sich mit einem Schnitt herauszumogeln. Mit dieser falschen Bescheidenheit betrügen sie leider die Erwartungen der Horrorgemeinde.
 
Der Grund für Letzteres scheint eine unglückliche Verteilung des Budgets zu sein. Erst in den letzten 20 Minuten von „Extraterrestrial“, auf die man viel zu lange warten muss, zeigt sich das Potential, das die Produktion hat. Wenn der Film schließlich beim versprochenen Konflikt ankommt, überzeugt er durch hochwertige Kulissen, gruselige Atmosphäre und sogar ein wenig Spannung. Leider ist der Weg dahin mit undurchdachten Plots und lieb- und konsequenzlosen Subplots gepflastert.
 
 
 


 
 
 

EXTRATERRESTRIAL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Die wohl gruseligste Begegnung der dritten Art. Fieser, kleiner Indie-Horror mit großartigen Effekten. „Extraterrestrial“ ist eine bunte Tüte, die zwar gute Ansätze bietet, aber viel Potential verspielt. Die Vicious Brothers schaffen es trotz kleinem Budget, einen gut aussehenden Film aus ihrer interessanten Prämisse herauszuholen. Leider scheinen sie sich nie wirklich sicher zu sein, ob sie einen legitimen Schocker oder einen spaßigen Horrorstreifen produzieren wollten, was beiden Aspekten des Films sichtlich schadet.
 
 
 


 
 
 

EXTRATERRESTRIAL – Zensur

 
 
 
Der Film kommt größtenteils sehr zahm daher. Wenn es dann endlich losgeht, liefert er matschige und schmutzige Szenen, die leider viel zu spärlich gesät sind. Mit etwas Wohlwollen könnte der Film eine Freigabe ab 16 erhalten, tendenziell scheint das rote Siegel aber wahrscheinlicher zu sein.
 
 
 


 
 
 

EXTRATERRESTRIAL – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Grave Encounters (2011)
 
Grave Encounters 2 (2012)
 
Attack the Block (2011)
 
Tanz der Teufel 2 (1987)
 


Filmkritik: “Die Verfluchten” (1960)

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DIE VERFLUCHTEN

(THE FALL OF THE HOUSE OF USHER)

Story

 
 
 
Der junge Philip (Mark Damon) bereist den Familiensitz der Ushers, wo seine Verlobte Madeline (Myrna Fahey) darauf wartet, endlich einen Heiratsantrag zu bekommen. Herr des sich im Zusammenbruch befindlichen Landgutes ist Myrnas Bruder Roderick (beängstigend ernsthaft und wie immer jede Minute Screentime an sich reißend: Sir Lord Vincent Price). Dieser zerfallende Quasi-Aristokrat und Blaupause für leidende Goth-Schnösel noch nachfolgender Jahrhunderte ist mit dem Bund der Ehe für Schwester und Schwager in spe überhaupt nicht einverstanden, ist er doch der Überzeugung, durch seine Familie läuft eine Historie von Wahn und Geisteskrankheit. Nach einem Zerwürfnis stirbt Madeline und Philip gerät nicht nur selbst an den Rand des verzweiflungsgetriebenen Irrsinns, nein, er muss die Wirrungen des Hauses Usher in ihrer ganzen Bandbreite erleben.

 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Kritik

 
 
 
Immer noch mit seinem knackigen Alt-Titel versehen ist Roger Cormans Literaturverfilmung einer der beiden Einträge in den Kanon der Poe-Reihe, welche die Anhängerschaft unter sich aufteilt. Die einen stellen DIE VERFLUCHTEN, mit seiner knochentrocken durchgespielten Werkstreue und Ernsthaftigkeit auf ein höheres Podest als die ebenfalls mit Recht zu Kultfilmen in Sechziger-Pathecolor avancierten aber deutlich alberneren Nachzügler á la DER RABE oder TALES OF TERROR, der hierzulande übergeschnappterweise DER GRAUENVOLLE MR.X heißt. Hier, genau wie im anderen verehrten Großfilm des Corman-Poe-Zyklus, nämlich SATANAS – DAS SCHLOSS DER BLUTIGEN BESTIE, finden wir den mächtigen Vincent Price auf der Höhe seines Schaffens und ausnahmsweise mal nicht davon überzeugt, minderwertige Drehbücher durch fast chargenhaft dick aufgetragenes Schauspiel in Grund und Boden stampfen und schnarren zu müssen. Sein Roderick Usher ist eine brillant auf die Leinwand gebrachte Interpretation der gelangweilten und in Degeneration verwelkenden Weltekel-Aristokraten im vergeblichen Kampf gegen vorbestimmte Schicksalsfallen, wie sie E.A. Poe, einer der Gründerväter des Gruselgenres wie besessen schuf. Dazu die altbekannten Kulissen, von Pfennigfuchser Roger Corman immer wieder recycled, die den Zyklus – trotz Planung und Durchführung als low budget Produktion – zu nicht weniger als dem Antlitz US-amerikanischen Upperclass-Horrorkinos machten. Neuen Masteringbemühungen sei Dank, wird uns dieses Antlitz auf der vorliegenden Scheibe kraftvoller, finsterer und gotischer denn je präsentiert.
 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Essentieller Gothic Horror des Traumgespanns Corman/Price. Ein Klassiker des Genres und Film für die Hitlisten, der in jede Sammlung abseits des Folterporno-Spektrums gehört.
 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Zensur

 
 
 
Die deutschen Heimkinofassung wurde ab 16 Jahren freigegeben, obwohl DIE VERFLUCHTEN nach heutigen Maßstäben sicherlich auch für bereits Zwölfjährige geeignet wäre.
 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Explosive Media Gmbh

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Fall of the House of Usher; USA 1960

Genre: Horror, Klassiker

Ton: Deutsch PCM 2.0 (Mono), Englisch PCM 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 79 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover – Erstauflage im Schuber

Extras: 4-seitiges Booklet, Interview mit Mark Damon (2014), Bildergalerie seltener Artworks, Original Kino-Trailer, Explosive Trailer-Reel

Release-Termin: 05.09.2014

 

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DIE VERFLUCHTEN – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Fall of the House of Usher (1928)
 
Der Untergang des Hauses Usher (1928)
 
The Fall of the House of Usher (1949)
 
Die Verfluchten (1960)
 
The Fall of the House of Usher (1966)
 
The Fall of the House of Usher (1981)
 
Die Rache des Hauses Usher (1982)
 
The Fall of the House of Usher (1982)
 
The House of Usher (1989)
 


Filmkritik: “Under the Skin” (2013)

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UNDER THE SKIN

Story

 
 
 
Den Plot haben wir schnell erzählt: Eine ebenso namen- wie gefühllose Frau fährt durch ein mythisch-malerisch gefilmtes Schottland und sammelt Partner für den Geschlechtsverkehr auf. In der Wohnung der Frau werden die Probanden allerdings in eine unnatürliche Flüssigkeit gelockt, die sie von ihrer Heut trennt. Die Frau – Scarlett Johansson natürlich – ist eine Außerirdische, ihr Anlockverhalten der Sexpartner völlig losgelöst vom zielgebundenen Balzen der von ihr beobachteten Menschenspezies.

 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Kritik

 
 
 
UNDER THE SKIN ist der dritte Films des Optikästheten und maßgeblich als Werbefilmer und Videoclipmacher in Erscheinung getretenen Londoners Jonathan Glazer. Mitte der Neunziger war er der Kopf hinter Videos für alles, was in dieser Zeit musikalisch zum Weglaufen furchtbar war (Massive Attack, Blur, Radiohead, um nur ein paar besonders widerliche Geräuschmacher aufzuzählen). Umso überraschender dann im Jahr 2000 sein Filmregiedebüt SEXY BEAST, bei der Kritik eingeschlagen wie eine Bombe und nicht nur ein durchgestylter und beinahe schon körperlich attackierender Brit-Gangsterfilm, verflucht weit weg von den coolen Unterwäschemodel-Verbrechern seines Landsmannes Guy Ritchie. SEXY BEAST kitzelte aus seinem Hauptdarsteller, dem ewigen Gandhi und Autoritätendarsteller Ben Kingsley eine Performance heraus, die der Oscarpreisträger unter seinen größten Auftritten führt und für deren Triggern es ein Ausnahmetalent auf dem Regiestuhl gebraucht hat. Immer weiter gut in Werbung und Musik arbeitend, brachte Glazer das enttäuschende Reinkarnationsdrama BIRTH (2004) in die Kinos, das trotz der seinerzeit hervorragend zu besetzenden Nicole Kidman besser unter dem Mantel des Schweigens bleiben sollte. Letztes Jahr, neun Jährchen nach seinem letzten Versuch, traute sich der Regisseur wieder auf das Schlachtfeld der Leinwände und setzte sich mit UNDER THE SKIN auch prompt zwischen die sehr unterschiedlichen Stühle seiner beiden ersten Streifen: Was Scarlett Johansson als Hauptdarstellerin aus sich rausholt, weder Scham noch persönliche Grenzen gelten lassend, spiegelt erneut die außergewöhnliche Hand wieder, über die Jon Glazer im Bereich der Schauspielerführung zu verfügen scheint; so ist etwa der Akt mit dem missgestalteten jungen Mann besonders aufwühlend, handelt es sich hier doch um keinen Spezialeffekt – er leidet wirklich unter diesem Defekt. Damit hätten wir auch schon die Zweischneidigkeit dieses Instant-Skandalfilms. Der Film ist die Scarlett-Show vor orchestrierten wie aufgedonnerten Landschaftspanoramen eines Regisseurs, der sich seiner studierten und erprobten Kenntnis des Schauwerts so sicher ist, dass ihm das nur folgerichtige Entgleiten der Erzählebene herzlich egal sein dürfte. UNDER THE SKIN wird dem durchschnittlichen Sci-Fi oder Genrefan wenig geben, ihm zu sehr wie überkandideltes Kunstkino erscheinen. Solche Gedanken wird man sich auch beim Kinoverleih gemacht haben, als man davon absah, den Film hierzulande auf die großen Screens zu bringen. Sicher, mit dem fünfzigsten, vom Niveau eigentlich an Achtjährige gerichteten Superheldenfilm, drückt man mehr Hinterteile in Plüschsessel.
Was bleibt ist eine filmhistorische Momentaufnahme, in der eine Hollywood-Figur der A-Klasse ihre Grenzen ignoriert und im Werk eines Künstlers, nicht unbedingt Filmemachers, glänzt.
 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Bilderschwere und sich ihrer Wirkung beim entsprechenden Publikum fast schon zu sicher fühlende Arthouse-Science-Fiction-Breitseite. Lassen Sie Sich bloß nicht dabei erwischen, UNDER THE SKIN nicht gut zu finden. Man wird die Nicht-verstanden-Karte ziehen. Scarlett-Fans werden sich immerhin über diese One-Women-Show freuen.
 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Zensur

 
 
 
Die deutschen Heimkinofassung wurde ab 16 Jahren freigegeben. Der Film selbst ist jedoch FSK 12, denn viel Gewalt gibt es hier nicht zu sehen.
 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
under-the-skin-blu-ray

(c) Universum Film GmbH / Senator Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Under the Skin; Großbritannien 2013

Genre: Drama, Mystery, Science Fiction, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1, @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 108 Min.

FSK: Blu-ray: FSK16 / eigentlicher Film: FSK 12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: The Making of “Under the Skin”, Featurettes: Scarlett Johansson, The Hidden Lense

Release-Termin: 10.10.2014

 

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UNDER THE SKIN – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Lucy (2014)
 
Transcendence (2014)
 
Tron (1982)
 


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