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Filmreview: “Pig” (2010)

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PIG

Story

 
 
 
Irgendwo im Nirgendwo: Ein Sadist hält sich auf einem abgelegenen Waldstück Menschen wie Vieh, die er erniedrigt, foltert und jagt, wann immer er Lust dazu hat …
 
 
 


 
 
 

PIG – Kritik

 
 
 
Dass das Pentium an Abartigkeiten noch längst nicht das Maximum erreicht hat, zeigen immer wieder neue Filmemacher, deren minderbemittelte Hirne stets neue Perversionen austüfteln. Regisseur ADAM MASON hat in seiner bisherigen Laufbahn bereits genug Nonsens gedreht und immer wieder seinen Hang für kranken Horror-Quatsch zum Ausdruck gebracht. Dass es in seinen Streifen nicht gerade zimperlich zur Sache geht, bewies er bereits im Jahre 2006, als er in seinem BROKEN genüsslich Frauen vor der Kamera foltern und demütigen lies. Nach wie vor ist das Werkeln von Quäl- und Folterfilmen eine begehrte Methodik, um schnell Kasse machen zu können, wobei hier die Devise gilt: Je verachtender Menschen vor der Linse behandelt werden, desto mehr Aufmerksamkeit erhalten solche Filme beim Zuschauer. Gleiches dürfte auch MASON gedacht haben, der mit seiner Schmuddel-Gewaltorgie namens PIG jedoch bei Geldgebern auf taube Ohren stieß, schien denen der Kontext des Filmes etwas zu extrem gewesen zu sein. Eine frustrierende Tatsache, die MASON dazu bewegte das Projekt zusammen mit Schauspiel-Kollege ANDREW HOWARD allein zu stemmen und fast gänzlich aus eigener Tasche zu finanzieren. Nach Fertigstellung wurde der Folter-Flick Fans kostenlos zum Download angeboten, um all den ignoranten Produzenten da draußen den Mittelfinger zeigen zu können. Eine Prämisse, die sich durchaus verkaufsfördernd auf den parallel gedrehten LUSTER (2010) ausgewirkt haben dürfte, konnte dieser sogar nach Deutschland verkauft werden, wo er bereits 2011 auf Heimkinomedium ausgewertet wurde.
 
Doch was hat der Horrorfan überhaupt von PIG zu erwarten? Die komplizierte Entstehungsgeschichte zumindest hat Spuren hinterlassen, denn der kontroverse Inhalt hat mit allerhand inszenatorischen Schwächen zu kämpfen. PIG wird in Echtzeit erzählt. Das bedeutet, dass der Streifen fast gänzlich ohne Schnitte auskommt. Ein heikles Experiment, geht MASON damit gleichen Weg, wie bereits wenige Regisseure vor ihm. Bereits HITCHCOCK experimentierte in den 40ern mit ähnlicher Filmmethodik und brachte 1948 COCKTAIL FÜR EINE LEICHE in die Kinos, der ebenso am Stück erzählt und ohne Schnitte gedreht wurde. Gleiches versuchte GUSTAVO HERNÁNDEZ, der vor einigen Jahren für sein SILENT HOUSE (2010) nur eine einzige Kamera-Einstellung benötigte, um dem Zuschauer das Fürchten zu lehren. Ein Jahr später folgte, wie so oft bei filmischen Neuerungen aus dem Ausland, eine überflüssige Neuverfilmung aus Amerika, die den interessanten Filmplot jedoch nur uninspiriert recycelte. Leider hat das Erzählen am Stück auch seine Tücken, denn wenn sich der Zuschauer nicht mit den Protagonisten identifizieren kann oder sich die Geschichte partout nicht weiterentwickeln möchte, passiert das vor dem es jeden Filmemacher grault: Der Zuschauer verliert das Interesse und schaltet ab. Ähnlichen Schicksal dürfte auch PIG erleiden, denn MASON stiert zu verkrampft nach dem rauen Exploitation-Kino der Video-Nasty-Ära, dass er dabei gänzlich den Zuschauer vergisst, der doch letztendlich unterhalten werden soll.
 
PIG handelt von einem perversen Schlächter, dem es ab und zu nach Gewalt dürstet. Dann nämlich fährt er in ein abgeschiedenes Waldgebiet, wo er hilflose Menschen foltern, quälen und ausweiden kann. Eine geistig behinderte Frau dient als Haustier. Die trägt zwar eines seiner Kinder im Leib, wird jedoch wie Vieh in einem Käfig gehalten und bekommt immer dann Auslauf, wenn “Fütterungszeit” ist. Da werden schon mal menschliche Organe auf das Grillrost geworfen, die zuvor am noch lebenden Opfer herausgerissen wurden. Zahm geht es in MASONS Schmuddelfilm wahrlich nicht zugange, was Hobby-Sadisten durchaus hellhörig machen dürfte. PIG ist roher Tortur-Porn für genau diese Fraktion, die sich daran ergötzen kann, wenn wehrlose Opfer verachtend durch den Fleischwolf gejagt werden. Von der rektalen Einführung von Schraubendrehern, über das Anurinieren schreiender Frauen bis hin zum schaufreudigen Ausbluten zuvor zusammengeschlagener Opfer hakt MASON all jene Grausamkeiten auf seiner Liste ab, nach denen sich Gore-Bauern gierig die Hände reiben. Gewalt ist nicht alles, denn das möglichst reißerische Aneinanderreihen roher Gewalt kann aus einem 90-minütigen Film schon mal eine gefühlte Ewigkeit machen. MASONS Film verfügt über keinen Spannungsbogen und das ist das größte Problem. Zwar verkörpert HOWARD den namenlosen Killer mit erschreckend sadistischer Intensität; seine dummen Gewaltakte halten den Zuschauer jedoch nicht die gesamte Laufzeit über bei Laune. Der dürfte sich trotz bestialischem Sadismus schnell gelangweilt fühlen, wirkt zudem das Improvisationstalent von Schauspielkollegin MOLLY BLACK teils derart unbeholfen, dass deren Agieren vor der Kamera so ziemlich rasch auf den Zünder geht. Als geistig umnebelte Schwangere dürfte die als wohl nervigste Protagonistin in die Geschichte des Tortur-Porn eingehen und dem Zuschauer klar machen, dass er künftige Werke MASONS mit Vorsicht genießen sollte. Letztendlich kann man nur froh darüber sein, dass Macher ADAM MASON dann doch zur Schere gegriffen und einige Filmschnitte gesetzt hat. Laut Interview soll die ursprünglich Version von PIG nämlich zwei Stunden lang gewesen sein – Halleluja, das schreit förmlich nach einem Director’s Cut.
 
 
 


 
 
 

PIG – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Eklig, pervers und Brechreiz erregend: Eben Ferien auf dem Schlachthof. Mit PIG wollte ADAM MASON nicht nur Tabus brechen sondern auch zeigen, dass Folterfilme ziemlich langweilig sein können. Die Ursache hierfür liegt nicht am Härtegrad, sondern an der dummen Story, die aus einer wahllosen Aneinanderreihung sadistischer Unmenschlichkeiten besteht. Handwerklich kann man da freilich nicht meckern, denn die Effekte sind nicht gerade förderlich für Magen und Nerven. Zudem erinnert der dreckige Look des Streifens an das raue Exploitation-Kino der Video-Nasty-Ära. Das Ausschlachten kontrovers-schmuddeliger Filmzutaten ist jedoch das einzige auf was sich MASON in PIG konzentriert, denn eine richtige Geschichte gibt es nicht. Als kontroverses Kino-Experiment, das fast gänzlich von Filmschnitten absieht, geht PIG in Ordnung. Betrachtet man PIG jedoch als Horrorfilm enttäuscht MASONS Gewaltorgie auf ganzer Linie.
 
 
 


 
 
 

PIG – Zensur

 
 
 
Eine Fassung für Deutschland ist undenkbar. Der Streifen zeigt Gewalt derart selbstzweckhaft und geht damit so schonungslos offen um, dass bereits nach fünf Minuten Sichtung klar sein dürfte, dass die FSK hier keinen Spaß verstehen dürfte. Insofern sich überhaupt ein Label an eine deutsche Veröffentlichung wagen sollte, wird die ohnehin direkt im deutschsprachigen Ausland vertrieben werden.
 
 
 


 
 
 

PIG – Trailer

 
 
 

(Zum Anschauen auf “Watch on Vimeo” klicken)

 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
The Mooring (2012)
 
Would you Rather (2012)
 
Hostel – Part III (2011)
 
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The Texas Chainsaw Massacre – Blutgericht in Texas (1974)
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 


Filmreview: “Hotel Inferno” (2013)

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HOTEL INFERNO

Story

 
 
 
Frank Zimosa ist einen Auftragsmörder und erlebt den Einsatz seines Lebens. In einem Hotel soll er ein Killer-Duo auslöschen, erlebt aber hier die Hölle auf Erden …
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Kritik

 
 
 
Nach dutzenden Serienkiller, Folter- und Geisterstreifen ist es für uns FILMCHECKER eine Wohltat, wenn da per Post Filmnachschub eintrudelt, bei dem man einfach mal den Kopf ausschalten kann. Label LFG hat uns ein ansprechendes Mediabook zugeschickt, dessen Inhalt zumindest bei Splatter-Fans gehörig Eindruck hinterlassen dürfte. HOTEL INFERNO heißt der Splatter-Quatsch für den Film- und Videospielschmiede NECROSTORM verantwortlich zeichnet. Das italienische Produktionsstudio hat sich auf die Herstellung ultra-derber Horrorstreifen spezialisiert, in denen Eimer Kunstblut rudimentäre Filmhandlungen rot färben sollen. Mit blutreichen Gore-Hits wie ADAM CHAPLIN (2011) und TAETER CITY (2012) konnte man sich international bereits einen kleinen Fankreis aufbauen, der natürlich gierig darauf wartet, dass die italienischen Splatter-Werkstatt emsig weiter solche Streifen produziert. Für HOTEL INFERNO hat man sich etwas Neues einfallen lassen und wirbt damit ganz dezent auf dem Cover. Als “The First Ego-Shooter Splatter Movie” betitelt, werden hier ganz ungeniert Videospiel-Elemente mit der aktuell so beliebten Found-Footage-Zutat kombiniert, was durch Zugabe von reichlich übertriebenem Splatter eine erfrischende Alternative zu all den minderwertigen Wackelgurken der letzten Jahre darstellt. Regisseur GIULIO DE SANTI schien nach TAETER CITY Gefallen am Horror der harten Gangart gefunden zu haben und lies es sich nicht nehmen auch für HOTEL INFERNO auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen. Ganz nebenbei ist ihm dabei sogar das Kunststück gelungen eine gänzlich neue Filmgattung ins Leben zu rufen, die man tatsächlich so noch nicht auf dem Bildschirm hatte.
 
Die Geschichte des Films dreht sich um Frank Zimosa. Der ist Profilkiller und erhält ein lukratives Angebot bei dem sich eine Menge Geld verdienen lässt. Er wird zu einem Hotel gerufen in dem zwei Mörder ein Zimmer gemietet haben, die nun möglichst kaltblütig um die Ecke gebracht werden sollen. Eine Brille soll die Tat aufzeichnen, die während des Auftrages getragen werden soll. Doch alles läuft anders als erwartet. Auftraggeber Jorge Mistrandia entpuppt sich als gerissenes Schlitzohr und benutzt Zimosa als Marionette, um eine jahrhundertealte Kreatur nähren zu können, die tief unter dem Hotel ihr Dasein fristet. Der Dämon labt sich am Schmerz der Menschen, der mit der Brille eingefangen werden kann. Für Killer Zimosa kein guter Tag, ist doch sein Leben bald selbst in großer Gefahr.
 
HOTEL INFERNO führt den Zuschauer zurück in eine Zeit, in der Horrorfilme mit handgemachten Effekten den Videomarkt erobert haben. Lang ist es her seit Splatter-Streifen wie BRAINDEAD, BAD TASTE oder TANZ DER TEUFEL dem Gewaltfan feuchte Höschen und Zensurbehörden schlaflose Nächte bereitet haben. Für Macher GIULIO DE SANTI vermutlich Grund genug, die glorreichen Zeiten des Splatter-Kinos erneut aufleben zu lassen. Wie zuletzt in Ajas produzierten Remake zu MANIAC (2012) wird der Zuschauer in der Ego-Perspektive durch eine haarsträubende Filmhandlung gejagt und sieht quasi das Geschehen durch die Augen des Filmhelden Frank Zimosa. Der hetzt durch enge Flure, flitzt durch dunkle Gewölbe und kriecht durch dichtes Geäst, um Horden von Gegnern aufzulauern und zur Freude des Horrorfans blutgeil abschlachten zu können. Es werden Köpfe geteilt, Hände zermatscht und Gliedmaßen abgeschlagen – zwar hat der Computer bei einigen Gewaltakten nachgeholfen; die Blutexzesse sehen jedoch so ungekünstelt aus, dass man meinen könnte sie wären in liebevoller Handarbeit entstanden. Leider ist bei soviel Liebe zur Hausmannskost mal wieder der Inhalt etwas sehr kurz gekommen. Auch wenn HOTEL INFERNO mit all seinen Matscheffekten und den diversen Gegner-Invasionen an die berüchtigte Shooter-Reihe DOOM erinnert findet die Geschichte rund um das unheimliche Hotel und seinen grotesken Bewohnern kaum Beachtung. Stattdessen flitzen im Minutentakt Scharen von teils mutierten Filmschurken durch die finstere Szenarie und trachten Held Frank mit allerlei Hieb- und Schusswaffen nach dem Leben. Das Drehbuch wurde zugunsten des Blutzolls auf das Wesentliche beschränkt, besitzt aber dennoch ein annehmbares Tempo, damit es dem Zuschauer bei den oftmals hektischen Schwenks der Kamera nicht langweilig wird. Immerhin lässt Regisseur GIULIO DE SANTI den Zuschauer wissen, dass er eine besondere Leidenschaft für das moderne Horrorkino aus Italien hegt. Sein minimalistisch Score orientierte sich an die kultigen Sound-Kompositionen der italienischen Band GOBLIN, die Ende der 70er und Anfang der 80er durch Soundtracks für italienische Horrorfilme wie SUSPIRIA (1977), DAWN OF THE DEAD (1978) und PHENOMENA (1985) zu Weltruhm gekommen ist. Ob HOTEL INFERNO gleichen Erfolg verbuchen wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist jedoch, dass Studio NECROSTORM nach ADAM CHAPLIN und TAETER CITY einen Schritt in die richtige Richtung gewagt und dem Splatter-Film durch ein neuartiges Filmerlebnis frische Impulse verleiht hat. Gerade weil die Genre-Schmiede vehement darum bemüht ist sich stetig weiterentwickelt zu wollen, darf man gespannt sein, was da demnächst noch an herrlich überzogenem Gewaltmaterial aus dem schönen Italien kommen wird.
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Herrlich überzogener Splatter-Nonsens für Fans bluttriefender Gewaltorgien. Die Schlachtplatte aus dem Hause NECROSTORM verspricht ein gänzlich neues Filmerlebnis, das man so vermutlich noch nie auf dem Bildschirm hatte. In einer Art Splatter-Variante des beliebten Ego-Shooters DOOM werden hier Gegnerscharen im Akkord ins Jenseits befördert und das nicht gerade unblutig. Besonderes Augenmerk sei an dieser Stelle auf die Spezialeffekte gerichtet, die für einen Splatterfilm aller erste Sahne sind und kaum vermuten lassen, dass hier CGI zum Einsatz gekommen ist. Sieht man von der dünnen und leider vollkommen hirnriesigen Geschichte ab, gehört HOTEL INFERNO zweifelsohne zu einer der besten Indie-Gewaltorgien neueren Datums. Bei soviel handwerklichem Geschick können sich deutsche Splatter-Könige wie ITTENBACH, WALZ und Konsorten gern Inspiration holen, schließlich wissen die Jungs von NECROSTORM wie man auch mit kleinem Geld sehbare Splatter-Werke für hungrige Gorehounds werkelt.
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Zensur

 
 
 
Rechteinhaber LFG hat HOTEL INFERNO direkt im deutschsprachigen Ausland veröffentlicht und umgeht dabei den strengen Auflagen der hiesigen FSK. Diese hätte das selbstzweckhafte Blutgemansche niemals in ungeschnittener Form freigegeben. Wer demnach den Streifen komplett haben mag, muss sich an den Händler seines Vertrauens wenden. Der Film kann problemfrei bei Onlinehändlern erworben werden, die indizierte Ware im Programm führen. Wer die Möglichkeit hat Filmbörsen zu besuchen, wird auch dort die deutsche Fassung von HOTEL INFERNO kaufen können.
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Hotel Inferno Mediabook 1
 
Hotel Inferno Mediabook 2
 
Hotel Inferno Mediabook 3
 
Hotel Inferno Mediabook 4
 
Hotel Inferno Mediabook 5

(c) LFG

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hotel Inferno; Italien 2013

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 78 Min.

FSK: nicht von der FSK geprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook mit 16-teiligem Buchteil auf 2000 Stück limitiert

Extras: Fun at Work-Feature (01:08 Min.), Special Effects-Feature (02:04 Min.), Ritual-Clip (00:29 Min.), Deutscher Trailer (01:04 Min.), zusätzliche DVD mit dem Hauptfilm

Release-Termin: 06.06.2014

 
 
 
Nach dem Release des Neo-Giallos TULPA spendiert Rechteinhaber LFG auch dem Splatter-Nonsens HOTEL INFERNO eine schöne Veröffentlichung im beliebten Mediabook, das passend zum Hauptfilm ansprechend bunt gestaltet wurde. Besonderes Lob gilt der Übersetzung. Für einen Nischenfilm wie HOTEL INFERNO konnte LFG professionelle Sprecher gewinnen, so dass eine vernünftige Synchronisation zusammengestellt werden konnte. Leider ist das bei Veröffentlichungen von Low-Budget-Produktionen keine Selbstverständlichkeit, gehören mittlerweile minderwertige Übersetzungen zum obligatorischen Standard in Horrorfilmen. Wer nach Sichtung des Streifens gern wissen möchte, wie man die teils verblüffend echt wirkenden Gewalteffekte umgesetzt hat, kann sich hierfür gern das kleinen Special-Effects-Feature zu Gemüte führen, das sich neben Trailer und einem kleinen Gag-Reel auch auf der Scheibe befindet. Ein richtiges Making of oder einen Audiokommentar sucht man stattdessen vergebens. Das ist ärgerlich. Dafür ist jedoch neben der Blu-ray im Mediabook auch die DVD enthalten, die ebenso den Hauptfilm beinhaltet. Das Sammlerstück ist im Übrigen auf 2000 Exemplare limitiert.
 
 

Hotel Inferno – Uncut/The Hard-Art Collection [Blu-ray] [Limited Edition] ungeschnitten bei AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Evidence (2011)
 
Alexandre Ajas Maniac (2012)
 
Doom (2005)
 
Cloverfield (2008)
 
Enter the Void (2009)
 
Gamer (2009)
 


Filmreview: “Nurse 3D” (2013)

Nurse 3D 2013
 
 
 

NURSE 3D

Story

 
 
 
Abby (Paz de la Huerta) ist ein ganz böses Mädchen. Sie arbeitet tagsüber als Pflegerin in einem Krankenhaus und schlüpft am Abend in die Rolle der kaltblütigen Rächerin, deren Lebenssinn darin besteht gerissene Ehebrecher in den Tod zu treiben …
 
 
 


 
 
 

NURSE 3D – Kritik

 
 
 
Was zeichnet eine gute Krankenschwester aus? Natürlich Diskretion, Einfühlungsvermögen und fachliche Kompetenz. Da wir auf FILMCHECKER jedoch ausschließlich böse Machwerke besprechen dürfte wohl nahe liegen, dass solche Qualifikationen in Genrefilmen wohl eher nebensächlicher Natur sind. Hier zählt stattdessen Optik, Kampfgeist und Überlebenswillen, passiert es doch im Horrorfilm nicht selten, dass männliche Protagonisten fleißigen Krankenschwestern eher an Wäsche oder Kehle wollen, als sich von ihnen fachgerecht untersuchen zu lassen. NURSE 3D heißt der neue Krankenhaus-Horror Made in Amerika, der schon seit geraumer Zeit Werbung mit nackten Tatsachen betreibt. Schauspielerin und Model PAZ DE LA HUERTA (ENTER THE VOID) hat sich nämlich nicht nur für das Filmplakat nackig gemacht; sie scheint auch im Film keinerlei Hemmungen davor zu haben textilfrei vor der Kamera zu posieren. Groteskerweise trägt sie dabei aber stets hochhackige High Heels – vermutlich, um sich nicht ganz so nackt zu fühlen.
 
PAZ DE LA HUERTA spielt hier die begehrte und charismatische Abby, die eine feindselige Haltung gegenüber Männern besitzt und sich hauptsächlich für die Belange betrogener Frauen einsetzt. Selbige scheinen oftmals gar nicht zu wissen, welch widerwärtiges Spiel der Gatte hinter dem Rücken der Liebsten veranstaltet, wenn die brave Ehefrau tagsüber ihrer Arbeit nachgeht. So lässt die selbsternannte Richterin stets im richtigen Moment ihre Reize spielen und erreicht dabei immer, dass der schwarzen Witwe die Männer wie Fliegen ins Netz gehen. Im Namen aller Frauen wird dann nach Lust und Laune gerichtet. Da wird hier ein Unfall inszeniert, dort ein Mann vom Dach eines Hochhauses geschubst, als wäre es in dieser Welt selbstverständlich Ehebrecher mit dem Tod zu bestrafen. Doch auch böse, herzlose Mädchen sind nicht vor Amors Liebespfeil sicher. Der trifft Abby just in jenem Moment, als der gemeingefährlichen Serienkillerin die schöne Danni (KATRINA BOWDEN) über den Weg läuft. Die ist noch recht neu im Schwestern-Beruf und klammert sich an die taffe Abby ohne zu wissen, dass ihre neue beste Freundin eine ziemlich kranke Psychopathin ist.
 
Es gibt Horror-Themen, die wiederholen sich immer und immer wieder. NURSE 3D ist blutiger Psychopathen-Horror, der sich der beliebten Rezeptur vom vermeintlich liebenswerten Mädel bedient, hinter deren friedliebender Fassade sich das abgrundtief Böse versteckt. Filme wie ONE HOUR PHOTO (2002), das versemmelte STEPHFATHER-Remake (2009) oder der Teenie-Thriller FEAR mit MARK WAHLBERG aus dem Jahre 1996 haben mal mehr mal weniger packend bebildert, dass sich selbst hinter dem unschuldigsten Gesichtlein, dass personifizierte Böse verstecken kann und es oftmals weder Maske oder Schlachtwerkzeug bedarf, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Trotz manchmal wirklich gruselig umgesetzter Thematik – Filme über schizophrene Irre, die geheimnisvolle Doppelleben führen, gibt es mittlerweile zu Genüge. Das neue Werk von Regisseur DOUGLAS AARNIOKOSKI revolutioniert das Psychopathen-Genre in keiner Weise, besitzt aber gut durchdachte Wendungen, ein sauber geschriebenes Drehbuch und viel Gore und Splatter, damit sich der Horrorfan zufrieden in seinen Filmsessel lehnen kann.
 
NURSE 3D folgt selbstverständlich den gleichen Regeln wie all die anderen Streifen dieser Filmgattung. Da geschehen allerhand mysteriöse Morde, deren Aufklärung irgendwie niemanden so wirklich interessieren will. Der Heldin wir eine neue mysteriöse Freundin zur Seite gestellt, deren Geheimnis es gilt aufzudecken. Die kleidet sich zwar hin und wieder auffallend erotisch, spricht aber seltsamerweise nie von und über ihre männlichen Liebschaften. Warum wird schnell klar, denn die eigensinnige Fremde hat nur Augen für die Heldin der Geschichte, die sich bald etwas arg bedrängt von den Annäherungsversuchen und Eifersüchteleien der ihr sympathischen Kameradin fühlt. Wie es bei Psychopathen üblich ist, sind die Beweggründe für das komische Verhalten in der Kindheit zu suchen, schließlich wird abnormales Handeln im Horrorfilm stets mit quälenden Traumata gerechtfertigt. Was folgt ist das obligatorische Horror-Einerlei: Das Doppelspiel der Psychopathin wird entlarvt, die Bloßgestellte verliert den Bezug zur Realität und richtet ein derbes Massaker an.
 
Während anfänglich nur Ehebrecher den Filmtod sterben müssen, sticht die schizophrene Abby am Ende wahllos und beliebig zu. Die Unschuldigen müssen dran glauben und sowohl Patienten als auch Ärzte werden auf gar blutreiche Weise in den Filmhimmel transportiert. Ein reißerischer 3D-Effekt unterstreicht hierbei den Spaßfaktor, denn wenn Blut dreidimensional von der Leinwand tropft, freut sich das Horrorherz. Ähnlich wie im Slasher-Neuaufguss zu MY BLOODY VALENTINE (2009) fliegen dem Horrorfan die Mordwerkzeuge in NURSE 3D sprichwörtlich um die Ohren. In Kombination mit allerhand greifbar nackter Tatsachen wird der Horror-Thriller zumindest für den männlichen Genrefreund zu einer spaßigen Angelegenheit. Leider schmälert die platte 2D-Variante die Freude am Horror erheblich. Denn was der dreidimensionale Schabernack geschickt zu kaschieren versteht, wirkt ohne 3D-Brille billig und unfertig. Hier verliert das blutige Massaker einen Teil seiner reizvollen Wirkung, denn die meisten der harten Effekte kommen aus dem Computer und erinnern in ihrer Machart an das Pixelgewitter aus der trashigen WRONG TURN-Reihe.
 
Auch wenn Splatter ausreichend vorhanden aber etwas an Qualität missen lässt und die Geschichte von der geheimnisvollen Psychopathin nicht gerade vor Innovationen und Ideenreichtum strotz, sei NURSE 3D allen Fans böser Filme ans Herz gelegt. Die Klischees über Krankenhäuser und dessen Personal werden in AARNIOKOSKIS Psycho-Splatter-Ding derart überspitzt durch den Kakao gezogen, dass man das ganze Szenario trotz Abbys blutreichen Racheakte partout nicht ernstnehmen kann. Hier tragen Krankenpflegerinnen ausschließlich Strapse, Pumps und knappe Uniformen bei der Arbeit und der untersetzte Chefarzt baggert grundsätzlich attraktive Kolleginnen an und hat damit auch noch Erfolg. Man sollte über die ganzen pubertären Dummheiten des Films nicht nachdenken, denn hohe Filmkunst will NURSE 3D auch nicht sein. Apropos Filmkunst: Es bedarf schon ein gewisses Können einen Film zu drehen, den man so schon dutzende Male gesehen hat und der sich den typischen Stereotypen, Klischees und Regeln des modernen Horrorkinos bedient, ohne dabei überhaupt eine Minute langweilig zu sein. NURSE 3D hat keinerlei Längen, was aufgrund der austauschbaren und überraschungsarmen Handlung schon als Kunststück zu bezeichnen ist.
 
Natürlich gelingt der Antagonistin am Ende die Flucht und der Film endet mit Hoffnung auf Nachschub. Ein solcher Abschluss dürfte nach scheinbar endlosen Horror-Serien wie der legendären FREITAG DER 13.-Reihe vermutlich keinen Filmfan mehr wundern, gehört es doch mittlerweile zur Gesetzmäßigkeit im Horrorbereich, dass das Böse am Ende überlebt um startklar für Runde zwei sein zu können. Im Fall von NURSE 3D wäre es auch fatal gewesen jene Regeln zu brechen. Denn Schauspielerin PAZ DE LA HUERTA hat mit ihrer Verkörperung der psychopathischen Abby einen wirklich göttlich kultigen Filmkiller geschaffen. Wir warten schon ganz geduldig auf die Fortsetzung …
 
 
 


 
 
 

NURSE 3D – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
In NURSE 3D wird dem Zuschauer vor lauter Splatter und sexy Kurven ganz schwindelig. Hier sieht eine Krankenschwester rot, die sich dreidimensional mit Skalpell und Tupfer durch das Fleisch skrupelloser Ehebrecher arbeitet. Männer werden in NURSE 3D zu primitiven Begattungsmaschinen deklariert, deren Jagd- und Sammlertrieb immer dann groteske Ausmaße findet, wenn sich die weiblichen Protagonisten des Streifens ihre Arbeitsuniformen überstreifen. Die erfüllt natürlich nicht den Zweck für den sie eigentlich gedacht ist, sondern dient nur als sexy Accessoires, um die weiblichen Proportionen besser in Szenen zu setzen. Bei soviel purer Erotik empfehlen wir vor Sichtung genügend eisgekühlte Getränke bereitzustellen. Die sind auf jeden Fall hier unabdinglich, denn NURSE 3D ist mit Abstand der heißeste Horrorschocker seit Jahren.
 
 
 


 
 
 

NURSE 3D – Zensur

 
 
 
NURSE 3D fängt harmlos an und steigert sich in Sachen Härte konsequent. Am Ende verteilt sich das pixelige Blut recht großzügig über die Leinwand, so dass NURSE 3D hierzulande von der FSK die höchste Freigabe erhalten wird. NURSE 3D dürfte mit dem roten KEINE JUGENDFREIGABE-Sticker in den Handel kommen.
 
 
 


 
 
 

NURSE 3D – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Crush – Gefährliches Verlangen (2013)
 
Misery (1990)
 
One Hour Foto (2002)
 
Swimfan (2002)
 
Obsessed (2009)
 
The Roommate (2011)
 
Mr. Brooks – Der Mörder in Dir (2007)
 
Eine verhängnisvolle Affäre (1987)


Filmreview: “Zombie Night” (2013)

zombie-night-2013
 
 
 

ZOMBIE NIGHT

Story

 
 
 
Die Toten krabbeln aus unerklärlichen Gründen aus ihren Gräbern und suchen eine friedliche amerikanische Kleinstadt heim. Zwei Familien geraten in Gefahr und versuchen sich vor den gierigen Geschöpfen in Sicherheit zu bringen …
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE NIGHT – Kritik

 
 
 
Man muss ZOMBIE NIGHT nicht zwingend gesehen haben, um feststellen zu müssen, dass dieser Heuler eigentlich vollkommen überflüssig ist. Grund hierfür ist nicht etwa die Tatsache, dass das Treiben mal wieder der ASYLUM Unreaktivschmiede entspringt. Diesmal ist es schlicht und einfach die tröge Zombieproblematik, die mittlerweile einfach Überhand genommen hat und wirklich so rein gar keinen Spaß mehr machen will. Dabei sind es die immer wieder gleichen Geschichten und die sich ständig wiederholenden Verhaltensmuster der Helden, die schlicht und einfach dafür sorgen, dass Zombiefilme kaum noch zu fesseln wissen. Für ASYLUM Verhältnisse geht der aktuelle Horrorausflug zumindest technisch vollkommen in Ordnung. Wir sehen wirklich hervorragende Make-up-Effekte, die ungewöhnlicherweise richtig gut gemacht wurden und sich selbstverständlich in ihrer Machart am Heiligen Horrorgral: THE WALKING DEAD orientieren. Die Kreaturen unterscheiden sich anhand ihres Verwesungsstatus voneinander und schlendern, wie einst im legendären DAWN OF THE DEAD gemütlich und hungrig durch die Kulisse, was in Anbetracht vieler hektisch geschnittener Zombiegurken von heute durchaus charmant gemeint ist, aber irgendwie nicht mehr so recht in unsere Zeit passen will. Da müssen sich schon mal Protagonisten offensichtlich konstruiert auf den Boden werfen oder Ewigkeiten an einem Grabstein verweilen, um von den Untoten gepackt zu werden. Die sind nämlich in ihrer Bewegung oft derart eingeschränkt, dass es nicht selten unfreiwillig komisch wirkt, wenn ihnen dann doch einmal ein Opfer zwischen die Finger gerät. Opfer gibt es in ZOMBIE NIGHT so einige, die statt von, lieber in die Arme der Fleischfresser flitzen. Hier verhält sich das Kanonenfutter mal wieder so unglaublich hirnverbrannt, dass man meinen könnte, keiner von denen hätte in seinem bisherigen Leben je einen Zombiefilm gesehen. Gebissene Angehörige werden lieber bis zur Verwandlung in den Armen gehalten; kehren sie dann als Zombies ins Leben zurück hapert es mal wieder mit treffsicheren Kopfschüssen. ZOMBIE NIGHT ist trotz gutem Splatterzeugs eine Schlafpille vor dem Herrn. Das Drehbuch ist von der Stange und so vorhersehbar, wie eine Portion Kartoffelpüree aus der Tüte. Spannung will da natürlich nicht entstehen, so dass der Zuschauer von einem Zombieüberfall zum nächsten getrieben wird, damit er auch etwas Mord und Totschlag für sein Geld zu sehen bekommt.
 
Es hat halt nicht sein sollen. Auch nach ihrem unerklärlichen Überraschungserfolg SHARKNADO hat die Müllerverwertungs-Werkstatt THE ASYLUM nichts (Neues) dazu gelernt. Hier wird Filmschrott am Fließband produziert, den irgendwie immer niemand gesehen haben will. Trotzdem scheint der Abfall genügend Käufer zu finden, so dass immer mehr davon produziert wird. Kopiert wird bei THE ASYLUM fleißig und das schon seit Anfang an. Hier hat man es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, billige Duplikate kommender Kinohits in die Wohnzimmer zu bringen. Dabei werkelt ASYLUM derart hinterhältig, dass nicht selten Verwirrung entsteht und der Kunde gar nicht mehr weiß, was Original und Fälschung ist. Woher Inspiration für den minderwertigen ZOMBIE NIGHT gekommen ist, dürfte Horrorfans klar sein. Nachdem WORLD WAR Z im letzten Jahr Kinokassen klingeln lassen hat und THE WALKING DEAD immer noch Traumquoten im TV erzielt, verwundert es vermutlich niemanden, wenn THE ASYLUM auch kräftig mitmischt, um ein wenig Taschengeld zu verdienen. Leider ist ASYLUMS neuster Rohrkrepierer ein ebensolcher Unsinn, wie all die anderen Streifen des Trash-Studios. Denn sieht man von den ordentlichen Gewaltszenen ab (übrigens alles handmade), gehört ZOMBIE NIGHT zu den wohl erbärmlichsten Videoproduktionen, die man in letzter Zeit auf der Mattscheibe hatte. Das Drehbuch ist Murks, die rudimentäre Handlung zu keiner Zeit nachvollziehbar und trotz bierernster Inszenierung ist ZOMBIE NIGHT stets unfreiwillig komisch. Da weiß man irgendwie nie so richtig, ob dieser Quatsch denn nun ernster Horrorfilm oder selbstironische Parodie sein soll.
 
Immerhin wird auch dieser Film seine Fans finden, was vor allem daran liegen mag, dass ein kleiner Horrorstar auf dem Regiestuhl Platz genommen hat. Hier versagt nämlich JOHN GULAGER auf ganzer Linie. Der hat zuvor den Edel-Trash PIRANHA 3DD (2012) gedreht und schon Erfahrung in Sachen Splatter sammeln können, schließlich geht die FEAST Trilogie auf seine Kappe. Der TV-Film ZOMBIE NIGHT ist eine einzige Enttäuschung. Da kann man nur hoffen, dass GULAGER bald zu eigentlicher Größe zurückfinden wird.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE NIGHT – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Nicht schon wieder ein Zombiefilm: ZOMBIE NIGHT ist eine Verbeugung vor den klassischen Zombiestreifen des GEORGE A. ROMERO. Leider erreicht dieser unausgegorene THE ASYLUM-Schnellschuss nicht einmal ansatzweise die Qualitäten der besagten Meisterwerke des Zombie-Urvaters. ZOMBIE NIGHT hat wirklich gute und erstaunlich blutige Effekte zu bieten. Aber was nützen die besten Splatter-Exzesse, wenn der eigentliche Film zu Tode langweilt. Wer eine unterhaltsame Freizeitbeschäftigung sucht, sollte lieber Gras beim Wachsen zusehen, denn das ist bei Weitem spannender als dieser Ladenhüter.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE NIGHT – Zensur

 
 
 
Wie es sich für einen ordentlichen Zombiefilm gehört, geht es auch in ZOMBIE NIGHT nicht handzahm zugange. Wir gehen von einer KJ-Freigabe aus, ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE NIGHT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dawn of the Dead (1978)
 
Night of the Living Dead (1968)
 
Day of the Dead (1985)
 
Dawn of the Dead – Reamake (2004)
 
Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies (1979)
 


Filmreview: “The Human Race” (2013)

the human race 2013
 
 
 

THE HUMAN RACE –

THE “RACE OR DIE” TOURNAMENT

Story

 
 
 
Achtzig nichtsahnende Menschen finden sich gemeinsam auf einem seltsamen Parkours wieder und sollen um ihr Überleben laufen. Niemand weiß, wie er hierher gekommen ist. Eine Stimme aus dem Off erklärt den Anwesenden die Spielregeln. So stirbt ein jeder, der gegen selbige verstößt und nicht zu laufen beginnt. Ziel ist das menschliche Rennen zu meistern, doch es kann nur einer gewinnen …
 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Kritik

 
 
 
THE HUMAN RACE lief bereits auf dem 2013er FANTASY FILMFEST und mauserte sich dort nicht unbegründet zum Geheimtipp. Es scheint mal wieder an der Zeit, in der ein frisches und erfolgreiches Filmfranchise unzählige Plagiate nach sich ziehen muss. Diesmal hat es die TRIBUTE VON PANEM-Reihe erwischt: Glattpolierte Romanverfilmungen der Bücher von Schriftstellerin SUZANNE COLLINS, die aktuell Millionenumsätze an den Kinokassen und auf dem Heimkinomarkt erzielen. Aufgrund der beachtlichen Popularität jener Serie war es nur eine Frage der Zeit, bis ähnliche Streifen in den Handel und in die weltweiten Lichtspielhäuser kommen sollten. PAUL HOUGH ist einer dieser Filmschaffenden, der sich durch den Erfolg der PANEM-Thematik sichtlich inspirieren lies und einen Film drehte, der der populären Romantrilogie nicht unähnlich ist. Wie in DIE TRIBUTE VON PANEM (OT: THE HUNGER GAMES) werden in seinem ersten Langfilm Menschen aller sozialer Schichten in eine befremdliche Szenerie transferiert, in der sie sich gegenseitig ausradieren müssen, um zu überleben. Damit das fragwürdige Treiben stets brisant und kurzweilig bleibt, befinden sich unter den Mitstreitern natürlich auch einige Bösewichte, die unberechenbar und rücksichtslos zur Tat schreiten, schließlich sind auch im wahren Leben nun mal nicht alle Menschen friedlich gesinnt.
 
Wir sehen zwei ehemalige Kriegsveteranen, zwei Taubstumme, eine Schwangere, zwei elternlose Kinder, eine gerissene Karrierefrau, einen Rentner und diverse Kleinkriminelle, die sich nach einem hellen Lichtblitz in einer Art Arena wiederfinden, in der sich keiner der Teilnehmer daran erinnern kann, wie er eigentlich hierhergekommen ist. Eine Stimme aus dem Off erklärt den Anwesenden die Spielregeln: So darf nicht auf das Gras getreten oder die Wegmarkierungen umgangen werden. Des Weiteren sollte jeder der Mitspieler in Bewegung bleiben, denn wer zweimal überrundet wird oder zuwider den Spielregeln handelt muss eines grausamen Todes sterben. Der wird SCANNERS-like mittels computeranimierter Kopfexplosion zelebriert und dürfte vor allem das Interesse der Splatter-Fraktion auf den Plan rufen, denn blutig sind die Tötungen in THE HUMAN RACE allemal. Damit es nicht zu eintönig wird und weil eben nur einer der zig gesichtlosen Spieler gewinnen kann, wird natürlich reichlich beim Ausradieren nachgeholfen. Ein Counter hält die noch Lebenden stets auf den aktuellen Teilnehmerstand, was zusätzlich dafür sorgt, dass der Überlebenstrieb jedes Einzelnen verstärkt wird. So verwandeln sich scheinbar gewissenhafte Zeitgenossen zu skrupellosen Handlangern der Hölle, die für das eigene Überleben über Leichen gehen.
 
Auch wenn es bei THE HUMAN RACE mal wieder reichlich Lebenssaft zu sehen gibt und die Protagonisten möglichst graphisch über die Klinge springen müssen, damit Liebhaber des Groben unterhalten werden, sind Parallelen zum aktuellen Zeitgeschehen nicht von der Hand zu weisen. Das menschliche Rennen in HUMAN RACE kann gut und gerne auch als bitterböse sozialkritische Endzeitparabel gesehen werden, in welcher der egoistischen und selbstsüchtigen Gesellschaft von Heute der Spiegel vorgehalten wird. Wie es nun mal in der Realität der Fall ist, erliegen auch in HOUGHS Erstling die Schwächeren und (körperlich) Benachteiligten den vordiktieren Regeln der makabren Spiel-Initiatoren als erstes. In THE HUMAN RACE zählt das Gesetz des Stärkeren; den Glauben an Moral und Menschlichkeit verdrängt man da zugunsten des eigenen Überlebenswillens schon mal im Eifer des Gefechts. Ähnlich Kontroverses gab es übrigens bereits Jahre vor THE HUMAN RACE und COLLINS Erfolgstrilogie im Kino zu sehen. Mit BATTLE ROYALE drehte der Japaner KINJI FUKASAKU 2000 eines der diskussionswürdigsten Horror-Dramen des 21. Jahrhunderts und löste dabei sogar eine weltweite Debatte über Gewalt in Filmen aus. Die war nicht ganz unbegründet, mussten sich doch in seinem Kultwerk ausgewählte Mittelschüler in einem staatlich sanktionierten Todesspiel gegenseitig auf arg krude Weise töten.
 
Rabiat geht es natürlich auch in THE HUMAN RACE zu. Hier lauert der Tod an jeder Ecke. Sei es durch das Nichteinhalten von Spielregeln oder durch die Hand der übrigen Teilnehmer; je näher sich der Wettlauf dem Ende nähert, umso roter färbt sich das Spielgeschehen. Die Splatter-Momente sind nicht ohne und dürften für die deutsche Fassung erheblich Federn lassen. Natürlich hat so ein kleiner Indie wie THE HUMAN RACE auch so seine Schwächen. Nach einem simplen aber sehr hübsch animierten Intro, in dem die Kamera wie in einem Parkours von Namen zu Namen hetzt, ernüchtert der teils billige Videolook des Streifens. Hier macht sich das beschränkte Budget bemerkbar, das in HOUGHS Debüt mit drei Millionen US-Dollar für unabhängigen Horror zwar üppig ausgefallen ist, aber vermutlich nicht ausgereicht hat, um all die kreativen Visionen des Regisseurs in die Tat umzusetzen. So musste gespart werden wo es nur ging, was sich vor allem bei den wichtigsten Protagonisten bemerkbar macht. Die agieren teils derart hölzern und unerfahren, dass man meinen könnte, einen bescheidenen Amateurstreifen zu sehen. Auch wenn an der Charakterisierung der Protagonisten ziemlich oberflächlich und stereotyp geschustert wurde, sei dieses Manko in THE HUMAN RACE zu verschmerzen, werden die Teilnehmer ohnehin im Verlauf der Handlung kurz und schmerzlos ausradiert. Ungewöhnlicherweise trifft es die Sympathieträger als erstes, der gemeingefährliche Rest bleibt bis kurz vor Schluss am Leben. Auch wenn sich die rudimentäre Handlung einzig auf das Töten und Getötet werden konzentriert, so muss man doch sagen, dass Regisseur PAUL HOUGH einen verdammt kurzweiligen Thriller geschaffen hat, bei dem man am Ende das Gefühl nicht los wird, mehr davon sehen zu wollen. THE HUMAN RACE ist kurz, knackig und temporeich inszeniert. Das Rennen vergeht wie im Flug und das böse, offene Ende lässt auf eine Fortsetzung hoffen. Mit mehr Kapital und besseren Darstellern könnte die sogar ein Kracher werden.
 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Auf die Plätze, fertig, Tod. THE HUMAN RACE wurde nicht unbegründet zum Geheimtipp auf dem FANTASY FILMFEST 2013. Hier gibt es genug Splatter und Gewalt für all jene, denen DIE TRIBUTE VON PANEM zu jugendkonform gewesen ist. PAUL HOUGH hat mit seinem menschlichen Rennen einen soliden und recht rasanten Adrenalinkick gedreht, der trotz Schwächen in der Story und einigen untalentierten Darstellern stets unterhaltsam, kurzweilig und rasant bleibt. Für Fans von BATTLE ROYALE und DIE TRIBUTE VON PANEM definitiv Pflichtprogramm, denn THE HUMAN RACE ist ein bitterböses und verdammt blutiges Filmchen, das man unbedingt gesehen haben sollte. Von uns gibt es daher auch das Geheimtipp-Prädikat!
 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Zensur

 
 
 
Anfänglich schien es, als ob THE HUMAN RACE Probleme mit der FSK bekommen würde, schließlich ist das gerissene Vorgehen einiger Protagonisten schon ziemlich grausam anszusehen. Die morden gegen Ende nämlich krude, um den Wettlauf gewinnen zu können. Seltsamerweise konnte Rechteinhaber NEW KSM eine ungeschnittene Freigabe mit rotem Flatschen durch die FSK boxen. Die dürfte vermutlich einen guten Tag gehabt haben, denn anders lässt sich nicht erklären wie der Film nun doch ungeschnitten in den stationären Handel kommen darf.
 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The-human-race-bluray

(c) NEW KSM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Human Race, USA 2013

Genre: Action, Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min. (uncut)

FSK: FSK18 – KEINE JUGENDFREIGABE (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Audiokommentar, Deleted Scenes, Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: 19.05.2014

 
 
 

The Human Race – The "Race or Die" Tournament (Uncut-Edition) [Blu-ray] auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Tribute von Panem – The Hunger Games (2012)
 
Battle Royale (2000)
 
Die Insel der Verdammten (1982)


Filmreview: “Machete Kills” (2013)

Machete-Kills-2013
 
 
 

MACHETE KILLS

Story

 
 
 
Machete (Danny Trejo) wird auf Bitten des US-Präsidenten (Charlie Sheen, bzw. Carlos Estevez) nach Mexiko gebracht, wo er einen psychopathischen Gangsterboss darin hindern soll, eine Atomrakete auf die amerikanische Hauptstadt abzufeuern …
 
 
 


 
 
 

MACHETE KILLS – Kritik

 
 
 
Als die Regisseure ROBERT RODRIGUEZ und QUENTIN TARANTINO die liebenswerte Hommage an die schäbigen US-Erwachsenenkinos der 70er und 80er Jahre unter dem Titel GRINDHOUSE (2007) in die Lichtspielhäuser brachten, dürfte vermutlich keiner der beiden geahnt haben, welchen neuen Kult sie damit auslösen würden. Während sich das Double-Feature bestehend aus DEATH PROOF und PLANET TERROR nur schleppend in den Kinos behaupten konnte und nicht den Erfolg an den Kassen generierte, den man sich gewünscht hätte, kamen die Streifen wenig später in Europa getrennt voneinander auf die Leinwände und alles wurde gut. Besonderes Augenmerk galt jedoch einigen stilecht umgesetzten Trailern nicht existierender Horrorstreifen, die ebenfalls in den Vorstellungen gezeigt und von bekannten Genregrößen wie ELI ROTH oder ROB ZOMBIE umgesetzt wurden. Die schmuddeligen Werbefilmchen gefielen vielen Zuschauern so gut, dass ein Aufschrei durch die Filmgemeinde ging, mit der Bitte doch diesen Clips richtige Leinwandauftritte folgen zu lassen. Gesagt getan – drei Jahre später erschienen die Spielfilmumsetzungen des ersten beiden Fake-Trailers: HOBO WITH A SHOTGUN und MACHETE. Für letzteren nahm RODRIGUEZ erneut auf dem Regiestuhl Platz und erntete mit der vollkommen überzogenen Actionhatz ausreichend Lob unter Liebhabern deftiger Kinounterhaltung. Finanziell war MACHETE ein Erfolg, so dass es nur eine Frage der Zeit war, bis eine Fortsetzung nachgeschoben werden musste. MACHETE KILLS heißt der neue Filmspaß und schließt direkt an die Geschehnisse des Vorgängers an. RODRIGUEZ ist auch diesmal wieder als Filmemacher am Start und hat eine beachtlich prominente Cast um sich scharen können. DANNY TREJO, der mit Filmcharakter MACHETE CORTEZ die Rolle seines Lebens erhalten haben dürfte, wird mit ausreichend Starpower unterstützt. An seiner Seite waten erneut bekannte Größen der amerikanischen Traumwerkstatt durch Liter von tiefrotem Filmblut. Wie bereits im Teil zuvor bekommt der Zuschauer ein Who-is-Who Hollywoods vor die Linse. So gibt’s Starauftritte von ANTONIO BANDERAS, MEL GIBSON, CHARLIE SHEEN und sogar LADY GAGA zu sehen, wobei die Sängerin offenbar nur in den Film „gelockt“ wurde, um MACHETE KILLS auch einem jüngeren Publikum schmackhaft zu machen, lässt sich doch mit einer derartigen Popikone zusätzlicher Umsatz generieren. Der extrovertierte Popstar hat, trotz pompösem Auftritt, gerade einmal rund drei Minuten Screentime, was bei Fans der Künstlerin für Enttäuschung sorgen wird, wurde doch mit der GAGA im Vorfeld ausgiebig auf Filmplakaten geworben.
 
Der Anfang der Fortsetzung wird mit dem Mord an Machetes Geliebten Sartana Rivera (JESSICA ALBA) eingeläutet. Die wird während der Festnahme einiger korrupter Waffenhändler von einem maskierten Unbekannten durch einen heimtückischen Kopfschuss in die ewigen Jagdgründe beförderte. Damit Machete (DANNY TREJO) nicht allzu lang zu trauern hat, wird er kurzerhand in das Weiße Haus geladen, wo er vom US-Präsidenten (CHARLIE SHEEN) höchstpersönlich zum amerikanischen Staatsbürger deklariert wird, insofern er nach San Antonio reist und dort Marcos Mendez (DEMIAN BICHIR) ausradiert. Der mexikanische Gangsterboss und durchgeknallte Psychopath will Washington, D.C. mittels Interkontinentalrakete in die Luft sprengen, was Machete natürlich verhindern soll. Der stille Rächer reist nach Mexiko und bemerkt schnell, dass dort einige skurrile Zeitgenossen hausen, mit denen nicht gut Kirschen essen ist und die auf Machete sowieso nicht gut zu sprechen sind.
 
Alles beim Alten und doch irgendwie nicht. MACHETE KILLS ist ein zweischneidiges Schwert. Die herrlich überzogene Parodie auf Actionfilme und die darin immer wieder auftretenden Klischees und Stereotypen sind auch in diesem Sequel permanent präsent. Der zweite Teil ist ebenso abgefahren, in Bezug auf die mexikanische Immigrationspolitik der Amerikaner absolut giftig und geizt nicht mit extravaganten Splatter-Exzessen. Leider erreicht das Gezeigte bei Weitem nicht mehr die geniale Frische des Vorgängers. Vielmehr mag man in MACHETE KILLS das Gefühl nicht loswerden, man hätte unter dem Druck gestanden, eine Fortsetzung erzwingen zu müssen. Das Geschehen ist zwar erneut vollgestopft mit geschmacklosen Gags und abstrusesten Wendungen; wirklich Neues wird jedoch kaum hinzugefügt und der Unterhaltungswert hält sich zumindest im ersten Teil der Handlung eindeutig in Grenzen. Der stoische und eher wortkarge Einzelkämpfer MACHETE darf auch in seinem neusten Leinwandauftritt zum Schlitzwerkzeug greifen und findet sogar erheblich Gefallen an der überarbeiteten Version seines beliebten Meuchelutensils, das sich nun sogar auf Knopfdruck durchs Fleisch seiner Gegner schneidet. Weil sich MACHETE KILLS jedoch eindeutig mehr auf das Abhandeln diverser Cameos konzentriert und diese bei Weitem mehr Aufmerksamkeit erhalten, als der Titelheld selbst, bleibt der eher talentlose TREJO zwischen all den aufgedrehten Starauftritten seiner Gegenspieler vollkommen blass und unauffällig. Im direkten Vergleich zum Auftritt des (erschreckend gealterten) GIBSON oder BANDERAS agiert TREJO absolut unbeholfen, so dass man ernüchtert feststellen muss, dass TREJO in der Hauptrolle schnell an seine Grenze stößt und der Bezeichnung Schauspieler nicht im Entferntesten gerecht werden kann. Da fragt man sich doch glatt, wie er sich mit nur stupid in die Kamera glotzen durch den ersten Teil mogeln konnte. Immerhin legt RODRIGUEZ ein rasantes Tempo vor, so dass kaum Zeit bleibt, sich über die diversen Mankos den Kopf zu zerbrechen. Es wird sich mit allerhand grotesken Waffen durch den Film geballert, wobei die Albernheiten gegen Ende schon in fast abstruse Sphären driften: MACHETE rettet die Welt, springt auf eine Rakete und düst in den Weltraum, um seinen Kampf gegen das Böse fortzusetzen. Bösewicht VOZ (MEL GIBSON) hat sich kurzerhand ins All abgesetzt und wartet nur darauf von dort aus seine finsteren Machenschaften fortführen zu können. Als ob das nicht alles schon vollkommen bescheuert wäre, bringt RODRIGUEZ mit einem neuen Fake-Trailer das Fass zum Kochen: MACHETE KILLS AGAIN … IN SPACE. Da werden Erinnerungen an den zehnten Teil der berüchtigten FREITAG DER 13.-Reihe und natürlich an die STAR WARS-Trilogie aus der Feder von GEORGE LUCAS wach. Ob der Film jedoch je gedreht werden wird, dürfte fraglich bleiben. Denn bisher brachte das aktuelle Sequel nicht den erhofften Erfolg, denn man sich gewünscht hatte.
 
 
 


 
 
 

MACHETE KILLS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Absurd-blutiger Actionspaß für (fast) die ganze Familie. Leider bleibt MACHETE KILLS hinter den Erwartungen zurück und ist mit seinen knapp 100 Minuten an konstruiert wirkenden Wendungen einfach zu lang geraten. DANNY TREJO entpuppt sich als katastrophaler Schauspieler und die vielen splattrigen Ideen kaschieren gekonnt, dass das Potenzial von MACHETE eigentlich schon nach Teil eins verbraten wurde. Unterm Strich bleibt MACHETE KILLS ist ein mittelmäßiger Film, der eigentlich nicht hätte sein müssen und bei dem bereits im Teil zuvor alles gesagt wurde, was von Interesse gewesen wäre.
 
 
 


 
 
 

MACHETE KILLS – Zensur

 
 
 
Kennste MACHETE, dann kennste auch MACHETE KILLS. Der Gewaltpegel ist dem ersten Teil ebenbürtig. Aufgrund der selbstironischen und vollkommen überzogenen Umsetzung sind die Kills nicht sonderlich hart anzuschauen. Daher wurde MACHETE KILLS ab 16 Jahren ungeschnitten in die Kinos gebracht. Eine FSK16-Veröffentlichung für den Heimkinomarkt war demnach logisch. Die Heimkinofassung ist mit FSK16 vollkommen komplett.
 
 
 


 
 
 

MACHETE KILLS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Machete-Kills-Blu-ray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Machete Kills; Russland, USA 2013

Genre: Thriller, Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 108 Min. (uncut)

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Deleted Scenes, Trailer und TV-Spots (Bonus zusammen: ca. 42 Minuten)

Release-Termin: 23.05.2014

 
 
 

Machete Kills – Uncut [Blu-ray] bei AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

MACHETE KILLS – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Hobo with a Shotgun (2011)
 
Chillerama (2011)
 
If a Tree Falls (2010)
 
Planet Terror (2007)
 
Death Proof (2007)
 
Machete (2010)


Filmreview: “Bad Milo” (2013)

bad-milo-2013
 
 
 

BAD MILO

Story

 
 
 
Duncan (Ken Marino) wird von Magenproblemen geplagt, die er auf seinen stressigen Job zurückführt. Doch die Ursache ist eine ganz andere: Eine Kreatur hat sich in seinem Darm eingenistet und kriecht nun hin und wieder aus seinem Anus, um denen zu schaden, die Duncan das Leben zur Hölle machen …
 
 
 


 
 
 

BAD MILO – Kritik

 
 
 
Man stelle sich vor, der freundliche E.T. besucht den kleinen Elliott auf der Erde, krabbelt in seinen Hintern und kriecht immer dann aus dessen Rektum, wenn er nach Hause telefonieren möchte. So oder ähnlich lässt sich die blutige Erwachsenenversion des kindgerechten Spielberg-Kulthits aus dem Jahre 1982 beschreiben, die nun unter dem Titel BAD MILO in die heimischen Wohnzimmer kommt. MILO-Schöpfer JACOB VAUGHAN hat sich zuletzt eher an schwerverdaulicher Kost erprobt und vorrangig an amerikanischen Independentfilmen mitgewirkt, bei denen es natürlich nichts zu lachen gab. Bis auf einige Kurzfilme umfasst VAUGHANS Vita nichts, was bis dato überhaupt von Interesse gewesen wäre. Umso erfreulicher, dass sein eigens geschriebenes Drehbuch einen Geldgeber fand, der den absurden Monsterspaß sogar noch in den Lichtspielhäusern auswerten lassen wollte. Bereits nach Veröffentlichung des vielversprechenden Trailers dürfte eingeschworenen Horrorfilmfans ein Stein vom Herzen gefallen sein. Denn in Zeiten sich ständig wiederholenden Einheitsbreis tut jede erfrischende Idee gut, um die nicht enden wollende Gier nach neuen Horrorfilmen befriedigen zu können. Mit BAD MILO kann man Drehbuchautor und Regisseur JACOB VAUGHAN nur danken, dass er seinen schrägen Einfall zu Papier gebracht hat, denn sonst hätten wir vermutlich nie einen waschechten Anal-Dämon auf die Filmleinwand bekommen.
 
Die Geschehnisse um MILO handeln von Duncan (KEN MARINO), der sich seit einiger Zeit mit schrecklichen Krämpfen plagt und davon ausgeht, dass sein stressiger Job ihm gehörig auf den Magen schlägt. Während sich Freundin Sarah (GILLIAN JACOBS) Nachwuchs wünscht, redet sich der leidgeplagte Duncan beim Psychiater seines Vertrauens den Stress von der Seele. Doch die Therapien scheinen keine Erfolge zu erzielen, denn die Magenschmerzen werden eher schlimmer. Bis zu jenem Tag, an dem Duncan einen Kobold aus dem Anus presst. Der macht sich sogleich an die Arbeit, all jene zu meucheln, die Duncan unter Druck setzen. Nach anfänglicher Verwirrung beginnen Duncan und sein Wurm, Freundschaft zu schließen. Das gelingt recht locker, bis Duncan erfährt, dass die bisher erfolglosen Nachwuchsbemühungen endlich von Erfolg gekrönt sind. Während die angehende Familie erste Planungen trifft, hat Arsch-Gnom MILO nur ein Ziel: das bevorstehende Elternglück zu verhindern.
 
In BAD MILO bekommt der Begriff des Arschkriechers eine vollkommen andere Gewichtung. Wir erleben eine Kreatur als Manifestation des Unterbewusstseins eines Mannes, der für seinen Alltagsfrust keine Ventil findet. Während MILO in erstaunlicher Regelmäßigkeit aus dem Hintern seines Wirts herauskriecht und wenig später natürlich auch wieder hinein möchte, gelingt es Regisseur JACOB VAUGHAN mit erstaunlich sicherem Händchen, der skurrilen Kreatur so etwas wie sympathische Züge mitzugeben. Obwohl MILO erstaunlich oft im blutroten Saft wuseln darf und dabei die Zähne zeigt, ist es vor allem gegen Ende ein schier kitschig wirkendes Finale, das nicht selten an Filme der familienfreundlichen Traumfabrik DISNEY erinnert und BAD MILO dadurch umso liebenswerter macht. Die eigentlich triviale Geschichte verliert schnell an Bedeutung. Highlight des Filmes sind die Auftritt des wandelnden Darmgeschwürs, die selbstverständlich so rein gar nicht kindgerecht auf der Leinwand zelebriert werden. Es wird mit allerlei (Fäkal-)Situationskomik um sich geworfen und natürlich auch selbstironisch gesplattert, was dem filmhungrigen Horrorfan so einige Schmunzler abringen dürfte. JACOB VAUGHAN scheint die einschlägigen Monster-Komödien (BASKET CASE, ELMER, GHOULIES) der goldenen 80er ausreichend studiert zu haben, denn BAD MILO wirkt nicht nur wie ein Film aus jener Zeit; auch das raffinierte Creature Design (übrigens alles handgemacht) pendelt irgendwo zwischen Faszination und Ekel und wirkt beinahe wie eine Symbiose aus Spielbergs E.T. und Dantes GREMLINS. Die riesigen Kulleraugen des Titelhelden lassen schnell vergessen, dass die Geschichte einigen Leerlauf besitzt und vermutlich besser eine einstündige Episode der MASTERS OF HORROR-Serie geworden wäre. Die Tatsache, dass da ein Regisseur versucht hat mit viel Wortwitz und erfrischenden Ideen gegen den aktuellen Zombie-, Folter- und Wackelkamera-Strom zu schwimmen, macht aus BAD MILO eine wunderbare Angelegenheit. Bei derart unbekümmerter, gagreicher und selbstironischer Inszenierung ist eine Fortsetzung natürlich unbedingt erwünscht, denn mit MILO ist definitiv ein neuer Star am Horrorhimmel geboren!
 
 
 


 
 
 

BAD MILO – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Grandioser Monsterspaß, den man gesehen haben sollte. Wer ein Faible für Monsterkomödien (GREMLINS, GHOULIES, ELMER, BASKET CASE) der 80er hegt, sollte unbedingt einen Blick riskieren. Trotz vollkommen bescheuerter Idee funktioniert BAD MILO erstaunlich gut. Die simplen aber nicht minder sehenswerten Puppeneffekte werten die dünne Handlung beachtlich auf und einige böse Szenen gibt es auch noch zu bestaunen – auch wenn man die natürlich nicht wirklich ernst nehmen möchte.
 
 
 


 
 
 

BAD MILO – Zensur

 
 
BAD MILO ist eine Horrorkomödie und keine Schlachtplatte. Zwar darf MILO ab und an mit seinen spitzen Zähnen an Menschenfleisch knabbern; wirklich brutal ist das aber nicht. Aufgrund des humoristischen Untertons darf man auf eine ungeschnittene FSK16-Freigabe hoffen.
 
 
 


 
 
 

BAD MILO – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hell Baby(2013)

Gremlins – Kleine Monster (1984)

E.T. – Der Außerirdische (1982)

Elmer (1988)

Basket Case – Der unheimliche Zwilling (1982)


Filmreview: “The Bates Haunting” (2012)

bates-haunting
 
 
 

THE BATES HAUNTING

Story

 
 
 
In einer zur Geisterbahn umgebauten Farm ist der Wurm drin. Das bemerkt auch Agnes Rickover (Jean Louise O’Sullivan), die dort ihren neuen Job antreten soll. Zu allem Überfluss musste an jenem ungewöhnlichen Ort ein Jahr zuvor Agnes’ beste Freundin ihr Leben lassen. Kaum hat der erste Arbeitstag begonnen, geschehen allerhand mysteriöse Dinge …
 
 
 


 
 
 

THE BATES HAUNTING – Kritik

 
 
 
Es ist in Genrekreisen keine Seltenheit mehr, dass ausgefuchste Studios versuchen den Zuschauer für dumm zu verkaufen. Da wird an vielversprechenden Titeln gefeilt, um den Horrorfilmfan zackig in den Kinosessel zu bewegen. Der bekommt dann leider relativ oft geboten, was er eigentlich gar nicht sehen wollte. THE BATES HAUNTING ist wieder einmal so ein typischer Fall dreister Abzocke. Da zeichnet sich auf dem Filmplakat die Silhouette einer messerschwingenden Person hinter dem Fenster eines gruseligen Hauses ab, das ganz nebenbei auch noch eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem Gebäude aus Hitchcocks Thriller PSYCHO vorweist. Der raffiniert gewählte Titel legt tatsächlich die Vermutung nahe, dass dem Filmfreund mit THE BATES HAUNTING ein indirekter Ableger des beliebten Franchise geboten wird. Und dennoch: der vorliegende Slasher hat nicht im Geringsten irgendetwas mit dem wegweisenden Kultwerk gemein. BYRON TURK, der kreative Kopf hinter dieser Mogelpackung, hat schon an viel TV-Quark mitgewerkelt und gibt mit besagtem THE BATES HAUNTING seinen Regie-Einstand. Zusammen mit unbekannter Besetzung und einer handvoll grausiger FX wagt er nun den ersten Versuch, mit seinem Debüt die Aufmerksamkeit der Horrorgemeinde zu gewinnen.
 
Im Mittelpunkt des Films steht die rebellische Kleinstadtpomeranze Agnes Rickover (JEAN LOUISE O´SULLIVAN), die vor genau einem Jahr erleben musste, wie die beste Freundin in einem Halloween-Freizeitpark verbrannte. Seither wird sie von Albträumen geplagt und findet auch in ihrem alten Job keine Erfüllung. Den lässt sie gewissenlos sausen und wird wenig später von Daddy höchstpersönlich zu einem Job in eben jenem Vergnügungspark verdonnert. Doch irgendwas scheint nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Denn mit Agnes’ Ankunft passieren seltsame Unfälle, die sich keiner der Anwesenden erklären kann. Zudem verschwinden plötzlich einige Angestellte unter mysteriösen Umständen, was darauf hindeutet, dass in diesem Park einiges im Argen liegt.
 
Gedreht wurde dieser bedeutungslose Slasher in einem Freizeitpark in Glen Mills, Pennsylvania, der unter dem glorreichen Namen THE BATES MOTEL AND HAUNTED HAYRIDE zu einer örtlichen Attraktion gehört und alljährlich pünktlich zum Gruselfest tausende Schaudererprobte aus dem ganzen Land zum unheimlichen Stelldichein lädt. Hier werden Reisende auf dem Anhänger eines Traktors durch die jeweiligen Szenarien inmitten einer abgelegenen Farm gekarrt, wobei zig Schauspieler in aufwendig gestalteten Kostümen damit beschäftigt sind, das zahlende Publikum zu Tode zu erschrecken. Macher BYRON TURK sah in der Idee hinter dieser real life Geisterbahn genug Potenzial für einen abendfüllenden Langfilm, wobei er viele der vorhandenen Requisiten des Park-Eigentümers sogar für seinen Film nutzen und dabei sogar noch eine Menge Kohle sparen konnte. Anders hätte WELCOME TO THE BATES MOTEL, so der ursprüngliche Titel, vermutlich auch gar nicht umgesetzt werden können, denn der Zuschauer bemerkt schnell, dass das Indiemovie arg unter dem nicht vorhandenen Kapital gelitten haben muss. Etwas lieblos ist THE BATES HAUNTING geraten. Die Darsteller wirken blass und untalentiert. Der Umsetzung mangelt es an Spannung und Raffinesse. Immerhin stimmen die wenigen Spezialeffekte. Hier ist der eigentliche Reiz dieses solide abgedrehten aber eigentlich vollkommen überflüssigen Meuchelfilms zu suchen. Während Protagonistin Agnes damit beschäftigt ist, ihre Aufgaben in der Anlage gewissenhaft zu erledigen, werden die wenigen Angestellten in ominöse Unfälle verwickelt und müssen mit dem Leben bezahlen. Da wird Personal mit einer Kreissäge in zwei Stücke zerteilt; ein Anderer mittels Guillotine einen Kopf kürzer gemacht. Die Vorfälle passieren allesamt vor den Augen der nervenstarken Besucher, die selbstverständlich – wie in H.G. Lewis Frühsplatter THE WIZARD OF GORE – der Meinung sind, dass die Morde zum spektakulären Show-Programm gehören. Slashertypisch bleibt bis kurz vor Ende ungeklärt, wer den Schabernack veranstaltet hat, wobei dem Zuschauer nicht unbemerkt bleibt, dass die Auflösung des Spuks bereits von Anfang an ersichtlich ist. Unterm Strich bekommt der Filmfreund hier geistlosen Standardbrei geboten, der trotz gut getrickster Gewaltexzesse und recht gelungenen Schreckmomenten kaum Nennenswertes zu bieten hat, auf das sich der Fan freuen dürfte.
 
 
 


 
 
 

THE BATES HAUNTING – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Schockreicher Slasher mit beachtlichem Blutgehalt, der aber unter der etwas lieblosen Inszenierung und seinem kaum vorhandenen Budget zu leiden hat. Auch wenn der Geisterbahnbesitzer scherzhaft im Film meint: “Yeah, I’m pretty far from Norman Bates. You can call me …normal Bates?” so ist das irreführende Filmplakat und die hinterlistige Titelgebung für den zahlenden Kunden überhaupt nicht mehr lustig.
 
 
 


 
 
 

THE BATES HAUNTING – Zensur

 
 
In THE BATES HAUNTING gibt es für Splatterfreunde so einiges so sehen. Es wird ein Leib mittels Sägeblatt zerteilt und ein Paar wird mit einer Erntemaschine in die ewigen Jadggründe befördert. Zwar sind die wenigen Effekte überschaubar, dürften jedoch dafür sorgen, dass THE BATES HAUNTING hierzulande nur von volljährigen Filmfans gekauft werden darf. Wir gehen von einer ungeschnittenen KJ-Freigabe aus.
 
 
 


 
 
 

THE BATES HAUNTING – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jack the Reaper – Jahrmarkt des Grauens (2011)

Silent Night (2012)

ChromeSkull: Laid to Rest 2 (2011)

Urban Explorer (2011)


Filmreview: “Frankenstein´s Army” (2013)

frankensteins-army
 
 
 

FRANKENSTEIN´S ARMY

Story

 
 
 
Einige Russen stoßen inmitten der Wirren des Zweiten Weltkriegs auf ein geheimes Labor der Nazis, in dem nach Aufzeichnungen Dr. Victor Frankensteins grausige Experimente durchgeführt werden. Ein wahnsinniger Wissenschaftler hat eine schaurige Armee wandelnder Untoter geschaffen, die nun über den Kriegsschauplatz tobt und die Gegner in die Flucht schlagen soll …
 
 
 


 
 
 

FRANKENSTEIN´S ARMY – Kritik

 
 
 
Die düstere Nazi-Thematik wurde nun schon in allen erdenklichen Horrorfilmen verwurstet. Ob im Geisterschiff-Schocker DEATH SHIP (1980), im Zombiefilm DEAD SNOW (2009) oder im Exploitation-Trash ILSA, SHE WOLF OF THE SS (1975); die kontroverse deutsche Geschichte hat schon so manch Filmschaffenden auf arg perfide Ideen gebracht. Der niederländische Regisseur RICHARD RAAPHORST sah in der Nazi-Problematik ebenfalls Potenzial und wollte damit nach einigen Kurzfilmen den ersten Langfilm schaffen. Unter dem Titel WORST CASE SCENARIO drehte er zwei kurze Promo-Clips, um mögliche Investoren für seinen Nazi-Flick gewinnen zu können. Doch der erhoffte Dreh kam nie zustande. Stattdessen öffnete sich für den Nachwuchsregisseur ein anderes Türchen. RAAPHORST begann mit der Arbeit am Monster-Trash FRANKENSTEINS ARMY, in dem er einige seiner Ideen aus den zuvor abgedrehten WORST CASE SCENARIO-Trailern gleich für seinen ersten Spielfilm wiederverwerten konnte und sich so einen langjährigen Traum erfüllte. Seine Geschichte über eine gemächlich marschierende Armee von “Zombots”, die durch einen verrückten deutschen Wissenschaftler aus Blech und menschlichen Körperteilen zusammengebastelt wird, erntete bereits bei Kritikern und in Fankreisen ausreichend Lob und dürfte nicht unwesentlich dazu beigetragen haben, dass RAAPHORST vielleicht doch noch sein gescheitertes WORST CASE SCENARIO auf die große Leinwand bringen darf. Um seinen Film so wirtschaftlich wie möglich umsetzen zu können, wurde bei der Produktion auf preisgünstige Wackelkamera-Methodik zurückgegriffen, die im Falle von FRANKENSTEINS ARMY einmal mehr all die üblichen Klischees zu bieten hat, die dieses Subgenre unlängst hervorgebracht hat. Für manchen Horrorfan vermutlich zuviel des Guten, besitzt der berüchtigte Found Footage-Film vermutlich ebenso viele Gegner wie Liebhaber und hat sich durch die unendlich vielen minderwertigen Werke der letzte Zeit wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Trotz aller Skepsis erweist sich die Wackelcam-Rezeptur hier als stimmiges Stilmittel, das hervorragend mit der morbiden Atmosphäre verschmilzt und zusammen mit dem hervorragenden Monster-Design weit mehr als nur ein Wackelkamera-Film unter vielen ist.
 
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges: FRANKENSTEINS ARMY erzählt vom bitteren Kampf eines russischen Aufklärungstrupps, der in deutschem Gebiet nach gegnerischen Stellungen sucht, um diese zur Aufgabe zu zwingen. Seit einer gefühlten Ewigkeit besitzt das Team keinen Kontakt mehr zum Oberkommando und eilt orientierungslos über den Kriegsschauplatz. Plötzlich erhalten die Kameraden einen Funkspruch einer naheliegenden russischen Truppe, die um Hilfe bittet. Für die Soldaten Grund genug ihren Landsleuten zur Hilfe zu eilen. Doch als sie den übermittelten Koordinaten in ein vermeintlich leerstehendes Dorf folgen, ahnen sie nicht, dass sie wenig später von einer Schar grotesker Gestalten heimgesucht werden. In einem geheimen Labor der Nazis hat ein verrückter Wissenschaftler Leichenteile deutscher Gefallener mit Blech und Metall zusammengeflickt und daraus eine Monster-Horde geschaffen, die nun die Russen in die Flucht schlagen soll.
 
Die Geschichte wird hierbei aus der Sicht des russischen Studenten Dimitri (ALEXANDER MERCURY) geschildert, der den Aufklärungstrupp mit seiner 16mm Kamera begleitet und jeden Schritt auf Film festhält. Das Bildmaterial unterliegt selbstverständlich auch in FRANKENSTEINS ARMY technischen Schwankungen. Mit diversen Unschärfen, Bildausfällen oder gar einer zerbrochene Linse muss der Zuschauer leben, wobei gerade in hektischen Situationen ein Erfassen der Ereignisse unmöglich scheint. Immerhin schaut das Bildmaterial dank 16mm schön retro aus (ob nur technisch aufbereitet oder wirklich auf 16mm gedreht sei einmal dahingestellt), so dass der fake-dokumentarische Stil hervorragend zur Geltung kommt und eine authentische Kriegsatmosphäre schafft. Während sich die erste Hälfte des Filmes mit dem Suchen, Erkunden und Entdecken beschäftigt und nicht selten mit einigen unnötigen Längen zu kämpfen hat, geht es dafür in der zweiten mächtig zur Sache. In einem verlassenen Bergdorf bricht der Terror los und die russischen Soldaten werden in regelmäßigen Abständen von absurden Gestalten angegriffen. Die kriechen aus allen Ecken und lassen den Zuschauer nicht selten an berüchtigte Shooter-Games wie DOOM, MEDAL OF HONOUR oder WOLFENSTEIN 3D denken. Die aus Schrott und Kriegsleichenteilen zusammengekleisterten Kreaturen bieten den eigentlichen Wert von FRANKENSTEINS ARMY, denn derart groteske Ungeheuer hat die Filmwelt vermutlich noch nicht zu Gesicht bekommen. Großes Lob gilt daher der Ideenvielfalt des Regisseurs, der hier eine absolut andersartige Horde Monster kreiert hat und dabei sogar durchweg auf CGI-Effekte verzichtet. Die Kreaturen – halb Mensch, halb Maschine – glänzen durch Liebe zum Detail und lassen nur erahnen, wohin die gesamten Produktionsmittel geflossen sein müssen. Die aufwendigen Spezialeffekte sind für das überschaubare Budget, das RAAPHORST für die Umsetzung seiner Perle zu Verfügung gestanden hat, als beachtlich hochwertig zu betiteln und sind zudem in der deutschen Filmversion sogar noch vollkommen komplett. Etwas unverständlich, wird gerade gegen Ende reichlich menschliches Hirn gematscht, wobei die hiesige FSK bei weitaus handzahmeren Filmchen nicht selten gar keinen Spaß verstand. Nichtsdestotrotz hat natürlich auch FRANKENSTEINS ARMY so seine Schnitzer (warum sprechen russische Soldaten eigentlich untereinander perfektes Englisch), die erfrischende Idee überzeugt jedoch prompt und die schnörkelfreie Inszenierung macht RAAPHORSTS Debüt zu einer schwer unterhaltsamen Angelegenheit, die sich kein interessierter Horrorfilmfan entgehen lassen sollte.
 
 
 


 
 
 

FRANKENSTEIN´S ARMY – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Eine kleine Überraschung auf dem sonst so zwiespältigen Wackelkamera-Markt. Umso erstaunlicher, dass der Initiator dieser Horrorperle direkt aus unserem Nachbarland, den Niederlanden, stammt. In FRANKENSTEIN ARMY erlebt der Zuschauer die vermutlich absurdesten Filmmonster der letzten Jahre. Ein unterhaltsamer Horrorstreifen, der selbst das Herz eingefleischter Found Footage-Gegner schneller schlagen lassen dürfte, denn FRANKENSTEIN ARMY ist laut, blutig und herrlich schräg!
 
 
 


 
 
 

FRANKENSTEIN´S ARMY – Zensur

 
 
 
In FRANKENSTEIN´S ARMY geht es gerade gegen Ende recht deftig zur Sache, wobei sich die Frage stellt, wie FRANKENSTEIN´S ARMY unbeschadet durch die FSK gekommen ist. Die deutsche Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

FRANKENSTEIN´S ARMY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Frankensteins Army Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Frankenstein´s Army; USA/Niederlande 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1920x1080p), @24 Hz

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover und Schuber, Steelbook

Extras: Originaltrailer in Deutsch und Englisch, Making of (ca. 31 Minuten), Trailershow mit sechs Clips anderer Filme aus dem Programm von ASCOT ELITE

 
 
 
Der bisher in Genrekreise mit eher gemischten Gefühlen aufgenommene FRANENSTEIN´S ARMY hat vom Anbieter ASCOT ELITE HOME ENTERTAINMENT eine erstaunlich hochwertige Blu-ray-Veröffentlichung spendiert bekommen. Die Erstauflage wurde sogar in einen Pappschuber gesteckt; ein limitiertes Blu-ray-Steelbook soll zusätzlich folgen. Das anamorphe Widescreenbild ist für einen Found-Footage-Film als ziemlich gelungen zu betiteln. Der schicke Retro-Look des Bildmaterials besitzt einen durchweg lobenswerten Kontrast und eine sehr gute Schärfe; die vielen für einen Wackelcamfilm typischen Mängel im Bildmaterial (unkonstante Kameraführung, Unschärfen usw.) passen thematisch hervorragend zur Geschichte und stören nur selten. Der Schwarzwert ist satt und detailreich und die Kompression bleibt unauffällig. Ebenso lobenswert geht es tonal zugange. Der deutsche und englische Ton liegt in dts-HD-Master 5.1 vor und fällt erstaunlich räumlich und sehr druckvoll aus. Die Dialoge verteilen sich im Frontbereich und sind gut verständlich. Viele kleine Effekte schallen aus den hinteren Lautsprechern, was gerade in den Katakomben für ein angenehmes Gruselfeeling sorgt – auf einen Score wird aufgrund des Doku-Charakteres weitestgehend verzichtet. Für einen eher kleinen Film wie FRANKENSTEIN`S ARMY sollte man beim Bonusmaterial nicht zu viel erwarten. Dem Filmfreund wird das obligatorische Extraprogramm geboten. Herzstück ist das halbstündige “Making of” bei dem zwar einige Aspekte über die Produktion beleuchtet werden, aber weniger auf die kuriose Entstehungsgeschichte eingegangen wird. Die Promo-Clips der Ursprungsidee WORST CASE SCENARIO haben es nicht auf die Scheibe geschafft, können aber auf einschlägigen Videoportalen wie YOUTUBE kostenlos angesehen werden. Trotzdem sehr bedauerlich, dass diese höchst beeindruckenden Trailer nicht auf der vorliegenden Blu-ray vorzufinden sind. Abgerundet werden die Extras mit dem Originaltrailer in Deutsch und Englisch, sowie sechs Clips aus dem Film-Katalog des Anbieters ASCOT ELITE. Gegner des FSK-Flatschens dürfen sich zudem auf ein Wendecover freuen.
 
 

Frankenstein’s Army [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

FRANKENSTEIN´S ARMY – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Dinosaur Project (2012)

The Amityville Haunting (2011)

Tape 407 (2012)

V/H/S (2012)

V/H/S 2 (2013)

Paranormal Activity 3 (2011)

Penance – Sie zahlen für ihre Sünden (2009)

The Tunnel (2011)

Aktion Mutante (1993)


Kritik: “Resurrection of the Walking Dead” (2010)

Resurrection-of-the-Walking-Dead
 
 
 

RESURRECTION OF THE WALKING DEAD

Story

 
 
 
In einer Kirche kommt es zur ultimativen Fressorgie. Einige Trauergäste werden während Simons Beerdigung von einer Horde blutgieriger Untoter überrascht. Nur die drei Geschwister des Verstorbenen können sich in Sicherheit bringen und nehmen in den Katakomben des Gotteshauses den Kampf gegen die Kreaturen auf.
 
 
 


 
 
 

RESURRECTION OF THE WALKING DEAD – Kritik

 
 
 
Die Welt ist erneut im Zombie-Fieber. Nachdem das Genre durch die Neuverfilmung des Romero´schen Kultschockers DAWN OF THE DEAD (2004) reanimiert und zum Mainstream deklariert wurde, erfreut es sich seit einigen Jahren großer Beliebtheit. Vor allem die Amerikaner sind es, die in regelmäßigen Abständen emsig für Nachschub sorgen und den fast vergessenen Zombiefilm sogar ins Kino bringen (WORLD WAR Z, RESIDENT EVIL). Bei so viel Erfolg will natürlich Europa nicht im Abseits stehen und versucht sich ebenso fleißig daran, Horrorfilmfans mit möglichst blutigen Filmen dieser Art zu versorgen. Ob England mit 28 DAYS LATER, Spanien mit dem Wackelcam-Thriller [REC] oder Frankreich mit DIE HORDE; der Zombiefilm spricht eine internationale Sprache. Selbst Deutschland hat den Trend der Zeit erkannt und schickte im Jahr 2010 mit dem Berliner Weltuntergangsszenario RAMMBOCK seinen Beitrag zur Untoten-Thematik ins Rennen. Dass es sich da der Nachbar Dänemark ebenfalls nicht nehmen ließ und mit OPSTANDELSEN ein Zombie-Werk produzierte, liegt nah. Drei Jahre hat es nun gedauert bis RESURRECTION OF THE WALKING DEAD (so der vielversprechende deutsche Titel) auch in hiesigen Gefilden veröffentlicht wurde. Wobei das etwas plakativ gestaltete Heimkinocover schon einmal entsprechenden Vorgeschmack bietet, was den Filmfreund in den nächsten 50 Minuten erwarten wird.
 
Richtig gelesen. Mit seinen rund 50 Minuten Laufzeit ist RESURRECTION OF THE WALKING DEAD mehr Kurzfilm als abendfüllendes Leinwanddebüt. Immerhin entpuppt sich Musikvideo-Filmer CASPAR HAUGEGAARD bei seinem ersten “richtigen” Film als durchaus aufmerksames Kerlchen, der die vielen italienischen Zombiefilme der 80er und natürlich die Werke der letzten Jahre reichlich genau studiert zu haben scheint. Schnörkellos geht es in RESURRECTION OF THE WALKING DEAD zu, was sich vor allem bei dem etwas dünn geratenen Handlungsgerüst bemerkbar macht. Viel gibt es hier nicht zu erzählen, außer dass OPSTANDELSEN von drei Geschwistern handelt, die während der Beerdigung ihres Bruders Simon (gespielt vom Regisseur) von einer plötzlichen Flut von Zombies überrascht werden. Um sich in Sicherheit zu bringen, entscheiden Sie, in den Katakomben der Kirche Schutz zu suchen, um sich von dort einen Ausweg aus der verzwickten Situation zu bahnen. Was folgt ist der übliche Zombie-Quark. Die Kids werden durch Bisse infiziert oder von den reißenden Bestien genüsslich verspeist. Auch wenn RESURRECTION OF THE WALKING DEAD flott inszeniert wurde und HAUGEGAARD Geschick bei der Umsetzung seiner kleinen Geschichte an den Tag legt, ist es vor allem der arg amateurhafte Look, der das Seherlebnis schmälert. Das Ding wurde mit einer Handkamera gedreht und hinterlässt einen schalen Homevideo-Charakter. Immerhin befinden sich Ton und Schnitt auf ziemlich hohem Niveau, so dass RESURRECTION OF THE WALKING DEAD bei weitem besser ist, als anfänglich vermutet. Durch den effektiven Einsatz von Taschenlampenbeleuchtung entsteht sogar etwas Gruselfeeling, wobei der grummelnde Score einige Schockeffekte sogar auf den Punkt zu bringen versteht. Zudem wurde dem Film in der deutschen Fassung eine ziemlich professionelle Synchronisation zu Teil, die den Euro-Low-Budget-Charakter schnell vergessen macht.
 
Pausen gönnt sich RESURRECTION OF THE WALKING DEAD kaum, es passiert immer etwas. Heftiges Kameragewackel wirkt zwar nicht selten etwas stümperhaft, bringt aber hektische Dynamik in die Geschehnisse. Zudem beweist Regisseur und Drehbuchautor CASPAR HAUGEGAARD bei der Umsetzung der diversen Splatter-Effekte viel Liebe zum Detail. Hier wird nicht geklotzt sondern gekleckert. Das Blut fließt in Strömen und die handgemachten Spezialeffekte hinterlassen einen durchweg hervorragenden Eindruck. Leider kommt RESURRECTION OF THE WALKING DEAD weit über 20 Jahre zu spät. Denn heute zaubert ein derart substanzloses Splatter-Feuerwerk im Amateur-Look, ohne nennenswerte Handlung und arg hanebüchenen Dialogen dem Fan kaum noch ein Lächeln ins Gesicht. Wäre dieser Schlachtplatte in den 80ern erschienen, RESURRECTION OF THE WALKING DEAD hätte sich vermutlich zum Kultfilm mausern können. So erlebt der Zuschauer nur einen weiteren Zombiefilm unter vielen, der nicht einmal ansatzweise den Versuch wagt, das generisch gewordene Genre zu erneuern.
 
 
 


 
 
 

RESURRECTION OF THE WALKING DEAD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Ein ziemlich blutiger Zombie-Kurzfilm mit guten, hausgemachten Splatter-Effekten aber arg dünner Handlung. Woher die Zombies kommen, wird nicht geklärt. Immerhin befindet sich die technische Komponente (mal abgesehen vom billigen Homevideo-Charme) auf einem durchweg hervorragenden Level. Da kann man nur hoffen, dass Regisseur CASPAR HAUGEGAARD die Möglichkeit eingeräumt wird, mit mehr Budget und einer richtigen Kamera einen weiteren Film zu drehen.
 
 
 


 
 
 

RESURRECTION OF THE WALKING DEAD – Zensur

 
 
 
RESURRECTION OF THE WALKING DEAD ist erstaunlich blutig. Die Effekte sehen ziemlich gut aus und so verwundert es auch, dass der Film in deutschen Gefilden ungeschnitten die FSK passieren durfte. Die Heimkinofassung ziert die KEINE JUGENFREIGABE-Kennzeichnung. Wer blutige Horrorfilme mag, kann daher bedenkenlos zugreifen. Hier wurde nichts zensiert.
 
 
 


 
 
 

RESURRECTION OF THE WALKING DEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Resurrection-of-the-Walking-Dead-BD
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Opstandelsen; Dänemark 2010

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Norwegisch DD 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.77:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 47 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes Video (10:42, keine Untertitel), Kurzfilm “Kaeldermenneske” (27:34, optionalen deutschen Untertiteln), vier Musikvideos (ca. 16 Minuten), Teaser (1:44), Trailer (3:01)

 
 
 
Die vorliegende Blu-ray aus dem Hause EDEL AG/PARAGON MOVIES kommt überraschend umfangreich daher, wobei der Hauptfilm nicht einmal ansatzweise HD-Niveau erreicht. Warum der Anbieter parallel zur DVD eine Blu-ray anbietet bleibt unverständlich. Das Bild von RESURRECTION OF THE WALKING DEAD befindet sich auf schwachem DVD-Niveau und besitzt Homevideo-Charakter. Immerhin hat der Subwoofer einiges zu tun. Denn der begleitende Soundtrack wird von einem grummelnden Bass begleitet, der die Heimkinoanlage arbeiten lässt. An dieser Stelle sei zu nennen, dass RESURRECTION OF THE WALKING DEAD eine erstaunlich professionelle Synchronisation erhalten hat. Da es sich hier um einen Film auf gehobenen Amateurfilm-Niveau handelt, mag das zwar anfänglich etwas gewöhnungsbedürftig wirken; die gute Übersetzung bereichert diesen Zombiespaß aber ungemein. Überraschenderweise hat der Anbieter EDEL AG/PARAGON MOVIES dem vorliegenden RESURRECTION OF THE WALKING DEAD eine stattliche Anzahl an Extras spendiert. So findet der Zuschauer neben einem ca. 30-minütigen Kurzfilm des Regisseurs CASPAR HAUGEGAARD (27 Minuten, deutsch untertitelt) auch ein Paket mit vier Music-Clips des Filmemachers. Der Trailer und ein Teaser im Original sowie ein kurzes Making of (10 Minuten, keine Untertitel) haben es ebenfalls auf die Scheibe geschafft. Bleibt abschließend zu erwähnen, dass die Veröffentlichung ein Wendecover besitzt und der Amateurfilm-Fan mit einer Vorliebe für sabbernde Zombies einen Blick riskieren sollte.
 
 

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RESURRECTION OF THE WALKING DEAD – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth/ Hellraiser80

 
 
Ähnliche Filme:
 
 
World War Z (2013)

Zombie Driller Killer (2010)

State of Emergency (2011)

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28 Days Later (2002)

28 Weeks Later (2007)

Crazies (1973)

The Crazies (2010)


Filmreview: “Sawney – Menschenfleisch” (2012)

lord of darkness 2012
 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH

Story

 
 
 
Sawney Bean ist Abkömmling einer berüchtigten Kannibalensippe, die um 1500 in Schottland ihr Unwesen trieb. Nun lebt er mit seiner degenerierten Familie unentdeckt irgendwo in den Bergen und fängt des Nachts Tramperinnen, um sich an deren Fleisch zu laben. Das mysteriöse Verschwinden mehrerer Frauen erweckt das Interesse des Kriminaljournalisten Hamish MacDonald (Samuel Feeney). Weil er fest davon überzeugt ist, dass die Polizei unfähig scheint, die Fälle aufzuklären macht er sich selbst daran, eigene Ermittlungen anzustellen. Bei seinen Recherchen stößt er bald auf das geheime Versteck der Kannibalenbrut – mit unvorhersehbaren Folgen …
 
 
 


 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH – Kritik

 
 
 
Gruselige Lagerfeuergeschichten sind seit jeher die beste Möglichkeit, zartbesaiteten Gemütern die wohlverdiente Nachtruhe zu verderben. Gerade dann, wenn es sich bei jenen Erzählungen um Legenden mit angeblich wahren Backgrounds handelt, findet der als Erholung geplante Campingausflug bei phantasiebegabteren Angsthasen rasch ein Ende. Die Legende des Kannibalen SAWNEY BEAN ist derartiger Garn, der sich seit Jahrhunderten hartnäckig in den Köpfen der englischen Bevölkerung festgesetzt hat. Folklore geworden, bot das zweifelhafte Treiben des schottischen Hannibal Lecter vor allem ambitionierten Filmemachern immer wieder ausreichend Inspirationsgrundlage für ihre mehr oder weniger brauchbaren Filme. Zu einem der wohl bekanntesten gehört THE HILLS HAVE EYES von Altmeister WES CRAVEN, der das blutige Handwerk von SAWNEY BEAN bereits 1977 verbraten konnte – in leicht abgewandelter Form versteht sich natürlich.
 
Die Geschichte des Serienkillers ALEXANDER SAWNEY BEAN beginnt im Schottland des 15. Jahrhundert, wo der verschlagene Psychopath in East Lothian geboren wurde, eine wenig ehrbare Frau kennen lernte und beschloss mit ihr eine eigene Familie zu gründen. Beide wurden jedoch aus der Stadt vertrieben und fanden wenig später in der Nähe von Galloway Conty eine versteckte Höhle, die ihnen als Stützpunkt für ruchlosen Lebenswandel dienen sollte. Das Paar begann, unachtsame Reisende zu ermorden und bereicherte sich an deren Besitz. Doch bald sollten die erbeuteten Habseligkeiten nicht mehr ausreichen, um die unzähligen Nachkommen ernähren zu können. Das Fleisch ihrer Opfer füllte bald die leeren Mägen der Kinder. Glaubt man den Erzählungen, soll die Brut bis zu 1000 Menschen verspeist haben. Dennoch konnte eines der Opfer entkommen, worauf König James IV persönlich eine Treibjagd ins Leben rief und die gesamte Familie hinrichten ließ. Bis heute ist nicht genau geklärt, ob es sich bei jenen Geschehnissen um Aberglauben oder historische Fakten handelt. Fakt ist, dass unzählbare Details der Geschichte durch die englische Klatschpresse hinzugedichtet wurden. Dazu heißt es, schwere Hungersnöte sollen viele Schotten im 15. Jahrhundert getrieben haben, Menschenfleisch zu verzehren. Daher ist die Existenz eines SAWNEY BEAN nicht unwahrscheinlich. In welcher Form? Diese Frage wird vermutlich ewig unbeantwortet bleiben.
 
Der Backwood-Slasher SAWNEY – MENSCHENFLEISCH (im Original: LORD OF DARKNESS) ist ein Horrorfilm, der sich jenem rätselhaftem Mythos widmet. Dabei erklärt Autor, Produzent und Regisseur RICK WOODS die unbelegten Fakten kurzum zu Fakten und verlagert die Erzählungen rund um den Menschenfleisch fressenden Irren in die Gegenwart, wo SAWNEY BEAN als Taxifahrer getarnt in die naheliegende Großstadt düst, um unwissende Frauen in seinen Unterschlupf zu verschleppen. SAWNEY BEAN (herrlich widerlich von DAVID HAYMAN verkörpert) ist einer der wenigen Nachkommen, des Sawney-Clans und hat nun seine eigene Familie in den schottischen Bergen gegründet. Im Keller haust ein groteskes Wesen mit Namen Mama, das mit Fleisch versorgt werden will und nur mit Radiomusik zufriedengestellt werden kann. Die entstellten Söhne dienen dem Vater als Handlanger und sorgen sich um das “Wohlergehen” der hilflosen Opfer und natürlich auch um Mama. Originell bösartig geht es in SAWNEY – MENSCHENFLEISCH zu. Anfänglich noch als SAWNEY: FLESH OF MEN betitelt, hat es RICK WOODS geschafft einen vollkommen überzogenen Freak-Schocker zu realisieren, der die volle Aufmerksamkeit hungriger Gorehounds für sich gewinnen dürfte. Da wird in Eimern von Fleisch gewühlt, Innereien zerhackt und zähflüssiges Blut geschlürft – ganz zum Leidwesen manch ungeübten Filmfans, der sich aufgrund derartiger Zeigefreudigkeit rasch angewidert fühlen dürfte. Überhaupt fühlt sich SAWNEY – MENSCHENFLEISCH wie der neuste Ausflug ins TEXAS CHAINSAW MASSACRE-Universum an. Bis auf den tüchtigen Junggesellen LEATHERFACE gibt es hier alles, was die Serie seit jeher so beliebt gemacht hat. In SAWNEY – MENSCHENFLEISCH steht altmodischer Splatter ohne Kettensäge auf dem Speiseplan. Es wird enthauptet, vergewaltigt und geschlitzt, was das F/X-Arsenal hergibt. Für ein günstig produziertes Debüt-Werk durchaus bemerkenswert. Die vielen bösen Szenen erreichen einen unglaublich professionellen Standard, an dem sich viele Mainstreamfilmchen ein Beispiel nehmen sollten. Grund genug, einmal mehr zu loben, dass handgemachter Splatter bei weitem effektiver ist, als Pixelgekröse aus dem Computer.
 
Auch wenn die Prämisse dieses rauen Erstlingswerks nicht gerade vor Innovationen strotzt, so schafft es Regisseur WOODS trotz aller Klischees und Stereotypen, eine merklich beklemmende Atmosphäre zu erzeugen. Die Kulisse der schottischen Berglandschaft pendelt dabei grandios zwischen traumhafter Melancholie und nebeligem Unbehagen. Gerade wenn sich SAWNEY BEAN auf den Weg in die Großstadt begibt, um Opfer für sein Menschengulasch zu suchen, erinnern die wenigen Szenen in ihren grausig-farblosen Bildern an altmodisches Edgar-Wallace-Kino der 60er Jahre und dürften das Filmherz jedes Nostalgikers schnell schlagen lassen. SAWNEY – MENSCHENFLEISCH erfindet das Backwood-Genre nicht neu und lässt am Ende viele Fragen unbeantwortet. Dennoch erlebt der Zuschauer hier handfesten Splatter der alten Schule. Hier wird nicht geklotzt, sondern hier wird gekleckert. Berge von Menschenfleisch werden durch den Fleischwolf gejagt, was der FSK so rein gar nicht schmecken dürfte. Zwar verhält sich SAWNEY – MENSCHENFLEISCH bei den Morden eher kurz und knackig; das Schlachterhandwerk beherrscht Kannibale SAWNEY BEAN dafür umso kreativer. Wer immer noch nicht genug von primitiven Hinterwäldlern hat, die triebhaft durch Büsche und Sträucher huschen, um ahnungslosen Wanderern aufzulauern, ist bei SAWNEY – MENSCHENFLEISCH genau richtig. Da darf man nur hoffen, dass Debütant RICK WOODS genug Erfolg mit seinem Werk einheimsen kann, auf dass schnell eine Fortsetzung in Produktion geht – verdient hätte es dieser raue, kleine Horrorschocker allemal.
 
 
 


 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974) nur ohne LEATHERFACE – ja das gibt es! Der vorliegende SAWNEY – MENSCHENFLEISCH ist Quasi die Light-Version des berüchtigten Terrorfilms von TOBE HOOPER, was dem Film aber nicht negativ angekreidet werden soll. Horror der alten Schule: brutal, kompromisslos und herrlich abartig. Ein Fest für Horrorfilmfans, mit einer Leidenschaft für das Wesentliche!
 
 
 


 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH – Zensur

 
 
 
Hier wird in Fleisch gewühlt und zähflüssiges Blut getrunken. Auch wenn es hier nur wenigen Morde gibt (diese sind dafür umso heftiger) war der düstere Ton in SAWNEY – MENSCHENFLEISCH der hiesigen FSK die höchste Altersfreigabe wert. SAWNEY – MENSCHENFLEISCH ist in Deutschland ungeschnitten nur für Erwachsene geeignet. Die hiesige DVD und Blu-ray trägt die KJ-Kennzeichnung.
 
 
 


 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Sawney-Menschenfleisch-Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sawney: Flesh of Man; Großbritannien 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Internationaler Trailer, Interview, Deleted Scenes, Outtakes, Audiokommentar

 
 
 
Lobenswerterweise hat es Anbieter MARITIM PICTURES geschafft den durchaus gelungenen SAWNEY – MENSCHENFLEISCH ungeschnitten durch die FSK zu boxen. Etwas erstaunlich, haben es meist weitaus seichtere Streifen nicht so einfach ungeschoren durch die strenge Zensurinstanz zu kommen. Horrorfans dürfen sich freuen, denn die Blu-ray des Labels ist solide umgesetzt und überzeugt vor allem beim Bonusmaterial. Das ist für einen so kleinen Film überraschend vielfältig ausgefallen. Neben einem Audiokommentar gibt es ein Interview mit Hauptdarsteller DAVID HAYMAN (ca. 3 Minuten, sehr gutes HD), der munter über die Dreharbeiten und die Legende des Titelhelden plaudert. Weiter geht es mit einigen Patzern vom Dreh (ca. 7 Minuten, HD) und einigen gelöschten Szenen (ca. 11 Minuten, HD). Der Trailer in der Originalsprache (ca. 2 Minuten) rundet das Bonuspaket ab. Das I-Tüpfelchen wäre ein komplettes Making-of gewesen; das sucht man aber leider vergebens. Dennoch hat auch eine so gute Ausstattung einen Wehrmutstropfen. Untertitel gibt es nämlich keine. So sind leider die diversen Extras für den nicht englisch sprechenden Zuschauer nutzlos. Zudem schauen auch hörlose Filmfans sprichwörtlich in die Röhre. Denn eine deutsche Untertitelspur für den Hauptfilm hat es ebenso nicht auf den HD-Rohling geschafft. Bild- und Ton sind erreichen zwar zu keiner Zeit Referenzklasse, bewegen sich aber immer noch im grünen Bereich, wobei die deutsche Übersetzung einmal mehr arg gewöhnungsbedürftig aus den Heimkinoboxen schallt. Hier ist wieder einmal ersichtlich, dass die Synchronisation nicht viel kosten durfte, so dass unerfahrene Sprecher engagiert werden mussten. Das ist etwas schade, zerstört die etwas unbeholfene Übersetzung einen Teil der hervorragenden Gruselstimmung und erinnert nicht selten an hölzerne Trashstreifen aus den 80ern. Immerhin bekommt man ein schlichtes, aber stimmig animiertes Hauptmenü und ein Wendecover ohne FSK-Flatschen geboten. Wer ein Faible für düstere Slasher a la WRONG TURN besitzt sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren, zumal die Blu-ray zu SAWNEY – MENSCHENFLEISCH recht erschwinglich zu haben ist.
 
 
 

Sawney – Menschenfleisch [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen (1977)

The Hills have Eyes (2006)

Wrong Turn (2003)

Wrong Turn 2: Dead End (2007)

Wrong Turn 3: Left For Dead (2009)

Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)

Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)


Filmreview: “Coffin Baby” (2013)

Coffin Baby (2013)
 
 
 

Coffin Baby

Story

 
 
 
Ein Killer geht um in Hollywood. Als eine Frau brutal ermordet in ihrem Apartment vorgefunden wird, beginnt ihre Schwester Samantha (Chauntal Lewis) bei den zuständigen Ermittlungen zu helfen. Dumm nur, dass sie alsbald selbst ins Visier des Killers gerät, kurz darauf entführt und in die Behausung des Psychopathen verschleppt wird. In eine Zelle eingepfercht, muss sie fortan dem unbarmherzigen Treiben der vermummten Gestalt beiwohnen, die darin Erfüllung findet, ahnungslose Bürger in das kuschelige Heim zu entführen, wo diese dann vor den Augen der verängstigten Frau kaltblütig gefoltert, zersägt und gekocht werden …
 
 
 


 
 
 

Coffin Baby – Kritik

 
 
 
Wir erinnern uns: als Hollywood vor über einem Jahrzehnt verhäuft damit begann, einschlägige Horror-Klassiker gewinnträchtig zu recyceln, spendierte Kult-Regisseur TOBE HOOPER (TEXAS CHAINSAW MASSACRE) auch dem Slasher-Klassiker THE TOOLBOX MURDERS eine vielversprechende Frischzellenkur. Nach Jahren vornehmlich erfolgloser Low-Budget-Produktionen erntete HOOPER mit seiner Neuauflage endlich wieder die Aufmerksamkeit, die ihm bereits in den 70/80ern zuteil wurde. Mit seinem souverän abgedrehten TOOLBOX MURDERS Remake gelang es ihm spielend, die Gunst der Genre-Fans wiederzugewinnen und mit seinem Reboot des 70er-Jahre Horrorschockers endlich wieder an die frühen Erfolge seiner Karriere anzuknüpfen.
 
Zehn Jahre sind seither ins Land gegangen; Zeit, den maskierten Killer ein weiteres Mal zur Tat schreiten zu lassen. Etwas mysteriös scheint die Realisierung des Projektes vorangegangen zu sein. Anfänglich noch TOOLBOX MURDERS 2 betitelt, trägt der Film nun den weniger bedeutsamen Titel COFFIN BABY. Als Filmfreund ahnt man bei derart rigoroser Umbenennung nichts wirklich Gutes und in der Tat, das Sequel entpuppt sich als absolute Vollkatastrophe, die es tatsächlich nicht einmal ansatzweise verdient, einen derart bekannten Titel tragen zu dürfen. Autor und Regisseur DEAN JONES hat mit der Quasi-Fortsetzung einen vollkommen wirren Film geschaffen, der zwar nach wie vor den bekannten Killer zum Thema, aber mit der eigentlichen Vorlage rein gar nichts mehr gemein hat.
 
JONES, bekannt geworden durch seine Make-up und Spezialeffekt-Künste in einschlägigen Genre-Produktionen (ebenso im Remake zu THE TOOLBOX MURDERS), präsentiert nun mit COFFIN BABY sein eigentliches Regie-Debüt, wobei die schwierige Entstehungsgeschichte des Werks leider zu offensichtlich ins Gewicht fällt und den Film dadurch einfach nur noch verworren erscheinen lässt. Viel zu oft kann sich der Zuschauer des Gefühls nicht erwehren, mehrere Autoren hätten abwechselnd versucht, des Drehbuchs Herr zu werden. Die Geschichte um den sagenumwobenen Hollywood-Killer wirkt unlogisch, unausgegoren und unstrukturiert. Die vielen Ideen der Drehbuchautoren durchzieht kein roter Faden, so dass JONES verzweifelt darum bemüht ist, die ohnehin nicht vorhandene Geschichte in einer losen Aneinanderreihung möglichst ekelhafter Goreszenarien zu ersäufen. Hierbei fließen derart viele Elemente aktuell so beliebter Horrorware in den Plot von COFFIN BABY, dass man nicht leugnen kann, bereits nach nur wenigen Minuten die Übersicht über die Geschehnisse verloren zu haben. Ob Slasher-, Folter oder Kannibalismus-Szenen; der moralisch fragwürdige Kontext des gesamten Szenarios dürfte auch hierzulande Grund genug sein, dem Film keine Freigabe zu erteilen.
 
Immerhin, und das muss man dem Film dennoch positiv anrechnen, schafft er es mit Leichtigkeit, die Gorehounds unter den Filmfreunden zufriedenzustellen. Hier werden menschliche Körper wie am Fließband zersägt, zerhackt und filetiert und ein wahrliche bluttriefendes Spezialeffekt-Feuerwerk abgebrannt, wie man es vermutlich schon lange nicht mehr in einem Horrorfilm erleben durfte. Sinn ergibt das natürlich alles rein gar nicht, wobei im Falle COFFIN BABY auch nicht wirklich ersichtlich ist, ob es sich denn hier nun um einen ernsthaften Horrorfilm oder eher eine rabenschwarze Komödie handeln soll. Gerade Opfer SAMANTHA durchlebt im Verlauf der Handlung nicht nur ihr ganz persönliches Martyrium; sie versucht auch ihren wirren Geisteszustand mit den dämlichsten Interaktionen zu unterstreichen. So wohnt sie nicht nur dem widerwärtigen Treiben des Killers mit Tüten von Popcorn bei; sie beginnt auch die unmöglichsten Dinge mit den Bergen von Leichenteilen in ihrer Zelle zu veranstalten. Manche dieser Szenen wirken derart überspitzt, das man meinen könnte, mit COFFIN BABY eine vollkommen überzogene Persiflage bekannter Folter-Schocker serviert zu bekommen. Trotzdem, bis auf die Unmengen an Ekelszenen besitzt COFFIN BABY keinen erkennbaren Mehrwert. Die Handlung bietet nichts, was man nicht schon unzählige Male in anderen Folterstreifen zu Genüge gesehen hätte. Das Motiv des Killers ist kaum zu erkennen, ganz geschweige das es plausibel nachwirken will. Die Entwicklung einer Art Stockholm-Syndrom beim Opfer wirkt lächerlich und der unbeholfene Geister-Subplot vollkommen fehl am Platz. Da kann man nur hoffen, dass Regieneuling DEAN JONES demnächst zu alter Größe zurückfindet und sich lieber wieder als kreativer Spezial-Effekte-Macher verdingt, statt auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen.
 
 
 
Bei COFFIN BABY handelt es sich um ein ganz schön übles Stück Zelluloid, das da demnächst deutsche Zuschauer beglücken möchte. In welcher Form dieser Film dabei über die heimischen Mattscheiben flimmern wird, dürfte vermutlich gänzlich außer Frage stehen. COFFIN BABY ist eines dieser Werke, das in ungeschnittener Form nie und nimmer seinen Weg nach Deutschland finden wird, wobei an dieser Stelle noch einmal die “harte” Arbeit der hiesige FSK erwähnt werden sollte, die den Fan regelmäßig vor allzu zeigefreudiger Splatterkunst bewahrt und wahrlich dummen Filmen wie COFFIN BABY die Freigabe verweigert. Lobenswert, denn im Falle von COFFIN BABY könnte die Arbeit der deutschen Zensurbehörde nach all der langen Zeit endlich einmal Sinn ergeben. Dieser Film ist eine wahrhafte Lachnummer und ergeht sich augenscheinlich nur im Abhandeln möglichst widerwärtiger Ekelexzesse und unmenschlicher Grausamkeiten, ohne dabei überhaupt eine gehaltvolle Geschichte zu erzählen. Immerhin dürfte COFFIN BABY als ansprechendes Bewerbungsvideo eines ambitionierten F/X-Künstler dienen, der mit Hilfe offensichtlich realistisch wirkender Gräueltaten versucht, die Karriereleiter ein klein wenig nach oben zu klettern. Dieser Versuch ist leider trotzdem gescheitert, da die Fortsetzung des TOOLBOX MURDERS Remakes leider vollkommen ungenießbar ist. Hier gilt einmal mehr die Devise: literweise Blut und Ekeleffekte machen noch lange keinen guten Horrorfilm. Außer dem möglichst graphischen Abschlachten hilfloser Menschen besitzt der Film leider keinen prägnanten Inhalt. Schade, dass ein so kultiges Franchise, wie das des TOOLBOX MURDERS, mit so einer unterbelichteten Fortsetzung derart in den Schmutz gezogen wird.
 
 
 


 
 
 

Coffin Baby – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
COFFIN BABY überzeugt mit einem Body Count, der selbst im Genre seinesgleichen suchen dürfte. Das war’s dann leider aber auch schon! Ganz miese Fortsetzung!
 
 
 


 
 
 

Coffin Baby – Zensur

 
 
 
Der Film zelebriert regelrecht alle denkbar möglichen Gewaltexzesse. Da wird einem Opfer bei lebendigen Leib Fleischfetzen vom Körper gerissen und genüßlich verspeisst, es werden Augäpfel zerschlitzt und Menschen gefoltert. Derart zeigefreudig, dass COFFIN BABY in Deutschland nur stark zensiert erschienen ist. Der Film musste für eine FSK-Freigabe einige Minuten Federn lassen.
 
 
 


 
 
 

Coffin Baby – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Coffin Baby; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch+Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 16:9, 1.78:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer bei Disc-Start: The Tortured, War of the Dead, Trailer, Bildergalerie,

 
 
 
Dass COFFIN BABY dem hiesigen Label KSM nicht so wirklich wichtig erschien, macht sich vor allem bei der Blu-ray-Umsetzung bemerkbar. Nicht nur, dass der Film ausschließlich geschnitten in den Handel kommt; dass Label scheint auch kein großes Interesse daran gehabt zu haben, deutschen Zuschauern mit ungeschnittenem Filmmaterial zu beschenken. Neben einer zerschnippelten FSK-Fassung hat KSM nicht einmal den Versuch gewagt für diesen Film eine SPIO-Kennzeichnung zu erkämpfen. Auch die Aufbereitung der Blu-ray ist durchweg lieblos. Ein wirklich hässlich animiertes Hauptmenü in Epilepsie-verursachenden Rottönen bietet die Wahl zwischen Hauptfilm, dem Trailer und einer Bildergalerie. Das war es dann aber auch schon. Die dürftigen Produktionsbedingungen von COFFIN BABY scheinen auch die Ursache dafür gewesen zu sein, dass der Filmfreund hier keine technischen Referenzen zu erwarten hat. Das Bild ist solide, bietet hin und wieder scharfe Momente, könnte jedoch besser sein. Ton reißt auch nicht vom Hocker, reicht aber für einen derart Film wie COFFIN BABY vollkommen aus. Den Abschluss machen fünf Trailer weiterer Film von KSM und das Wendecover, das es dem Käufer ermöglicht, sich die Scheibe ohne FSK-Logo in den Schrank zu stellen. Wer die ungeschnittene Fassung sein Eigen nennen möchte, schaut vorerst dumm aus der Wäsche – vermutlich wird da früher oder später etwas über das deutschsprachige Ausland kommen.
 
 

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Coffin Baby – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “No One Lives” (2012)

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No One Lives

Story

 
 
 
Eine skrupellose Rasselbande böser Kleinkrimineller gerät an ein vermeintlich, friedliebendes Pärchen, das sich kurzum gefesselt in einem leerstehenden Keller wiederfindet. Erwartungsfreudig, im Kofferraum des Paares an verwertbare Wertgegenstände zu gelangen, entdeckt Oberfiesling Flynn (DEREK MAGYAR) in einem geheimen Boden des Autos das gefesseltes Mädchen EMMA, worauf die mysteriöse Entdeckung für alle Beteiligten alsbald eine unerwartete Wendung findet. Denn was keiner des Verbrecherpacks ahnt: bei dem entführten Pärchen handelt es sich um ein gemeingefährliches Killer-Duo dass nun Vergeltung fordert …
 
 
 


 
 
 

No One Lives – Kritik

 
 
 
Liebhaber der etwas härteren Gangart dürften vermutlich mit dem Titel NO ONE LIVES erneut deftigen Nachschlag serviert bekommen und somit Freunde derben Gekröses jauzend im Kreise tanzen lassen. Bereits 2008 sorgte der japanische Regisseur RYÚHEI KITAMURA (VERSUS, AZUMI) unter weltweiten Horrorjüngern für allerhand Furore. Seine Leinwand-Adaption einer Kurzgeschichte des legendären Horror-Autors CLIVE BARKER (HELLRAISER) mit dem Titel MIDNIGHT MEAT TRAIN avancierte nicht nur zu einer der besten Film-Umsetzung eines BARKER-Stoffs, sondern brachte vor allem internationale Sittenwächter aufgrund der teilweise drastischen Gewaltdarstellungen im Film auf die Barrikaden. In Deutschland wurde der MIDNIGHT MEAT TRAIN erst gar nicht veröffentlicht, so dass er über Umwege im deutschsprachigen Ausland seinen ungeschnittenen Heimkino-Release fand. Und auch der amerikanische Rechteinhaber LIONSGATE lies die BARKER-Geschichte in nur wenigen, auserwählten Kinos über die Leinwand flimmern, so dass der Film nicht einmal annähernd die Aufmerksamkeit erhielt, welche diese Verfilmung ersichtlich verdient hätte. Nach seinem ersten, etwas unwillkommenen Einstieg in den amerikanischen Filmmarkt, folgt nun mit dem Rache-Triller NO ONE LIVES seine bereits zweite amerikanische Regie-Arbeit, die mit ebenso derben Schauwerten zu keiner Minute geizt.
 
Im direkten Vergleich mit der zuvor abgedrehten CLIVE BARKER-Kurzgeschichte zieht sein aktueller Beitrag definitiv den Kürzeren, denn wirklich innovativ-erfrischende Unterhaltung für Erwachsene sucht man hier vergebens. Stattdessen wird dem Zuschauer eine vollkommen unwichtige Geschichte präsentiert, die sich einzig auf das Abhaken möglichst absurder Todesarten beschränkt. Die vornehmlich rudimentäre Geschichte wird in der ersten halben Stunde im Eiltempo abgehakt, um das fragwürdige Handeln aller Beteiligten in irgendeiner Form zu rechtfertigen. Danach wird eine zeigefreudige Splatterhatz verbraten, die vor allem den Freunden “einfacher” Unterhaltung vortrefflich munden dürfte. Dass hiesige Zensurbehörden mit derart selbstzweckhaften Gemetzel wohl kaum Spaß verstehen werden dürfte bereits vorab auf der Hand liegen. Da werden Körper entweidet um daraufhin in selbige hineinschlüpfen zu können, um sie als Tarnkostüm zu nutzen, eine Erntemaschine wird kurzum als Fleischwolf umfunktioniert und ein siffiger Auto-Motor gibt dem Gesicht eines der Opfer den nötigen “Feinschliff”. Die hier bebilderten Ekeleffekte sind zwar alle durchaus ziemlich grotesk, verfehlen ihre widerwärtige Wirkung dennoch nur selten. Von daher dürfte vorab feststehen, dass NO ONE LIVES in seiner ungeschnittenen Form keine Chance bei der deutschen FSK haben wird.
 
Immerhin, und das muss man Regisseur RYÚHEI KITAMURA durchaus zu Gute schreiben, schafft er trotz der vorwiegend bierernsten Inszenierung einige zutiefst schwarz-humorige Elemente in seinen aktuellen Splatter-Trip einzustreuen. So dürften vor allem die diversen Szenen im Film für ein bitterbös-zynisches Lächeln sorgen, in denen den vorwiegend weiblichen Opfern das Blut ihrer männlichen Geschlechtsgenossen literweise ins Gesicht spritz und diese daraufhin planlos und aufgesetzt gen Kamera schreien. Auch Millionär-Tochter EMMA muss in ihrem Martyrium schon einiges erlebt haben, so dass sie nur wenig beeindruckt von den durchaus perfiden Spielen des psychopathischen Killers scheint und mit einer fast schon gleichgültigen Langeweile ihren hysterisch-kreischenden Mitstreiterinnen beim Sterben beiwohnt. Trotz der vermeintlich vollkommen hölzernen Inszenierung, dürften derart erheiternden Szenen allen aufgeklärten Horrorfilmfans ein lauthalses Lachen entlocken.
 
Trotzdem, einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt NO ONE LIVES leider nicht. Viel zu beliebig skizziert sich die Handlung und die darin austauschbaren Figuren. LUKE EVANS als unkaputtbarer Killer bleibt weitestgehend gesichtslos, wobei man sich als Zuschauer nicht nur einmal fragen dürfte, wie er es immer wieder aufs Neue schafft, jeder Situation Herr zu werden und alle Interaktionen seiner Gegner vorausahnen zu können. Sein RAMBO´reskes Handeln wirkt zu keiner Zeit nachvollziehbar, sodass seine Gegenspieler kaum den Hauch einer Chance besitzen, überhaupt überleben zu können und es bereits zu Beginn ersichtlich scheint, wer bei diesem primitiven Hahnenkampf den Kürzeren ziehen wird. NO ONE LIVES ist leider kein wirklich intelligenter Beitrag innerhalb seines Genres, aber dennoch kann man Regisseur RYÚHEI KITAMURA nicht unterstellen, einen Film realisiert zu haben der langweilt. Mit einem erstaunlich hohen Tempo verbrät er eine Schlachterplatte der Extraklasse, die trotz dem Nichtvorhandensein irgendwelcher Identifikationsfiguren für reichlich Kurzweil sorgt. Dabei dürfte vor allem das Interesse im Vordergrund stehen, welcher der anwesenden Protagonisten als nächstes und in welcher Form das Zeitliche segnen wird. Politisch korrekt ist das alles natürlich nicht; ausgehungerte Gorhounds dürfte das natürlich kaum interessieren, sodass NO ONE LIVES auf gleicher Ebene mitschwimmt, wie zuletzt THE COLLECTION und das allseits beliebte SAW-Franchise: Gewalt als Mittel zum Selbstzweck, um die kaum vorhandene Geschichte tragen zu können.
 
 
 
NO ONE LIVES ist eines dieser Filmchen, auf welchen sich der Filmfreund aufgrund des vielversprechenden Zugpferdes (in diesem Fall RYÚHEI KITAMURA als Regisseur des zuvor abgedrehten MIDNIGHT MEAT TRAIN) ersichtlich freut und hofft, dass sein aktueller Beitrag auch das hohe Niveau seines Vorgängerfilmes konsequent beibehalten kann.
Leider ist ihm das im Fall von NO ONE LIVES leider nicht wirklich gelungen. Zwar dürfte der Film, aufgrund seiner teilweise derben Gewaltszenen, ausgehungerte Splatterfans einige Freudentränen entlocken; wirklich nachhaltig oder prägend ist sein aktueller Slasher-Thriller leider nicht. Vielmehr ist sein aktueller Horrorfilm eines dieser Werke, die man zwar einmal gesehen, aber nach wenigen Tagen bereits schon wieder vergessen hat. Aufgrund der Masse an ähnlich gewerkelten Beiträgen hinterlässt sein NO ONE LIVES leider keinen wirklich nachhaltigen Eindruck. Hoffen wir, dass es so schnell zu keiner weiteren dummen Fortsetzung kommt. Denn das Ende suggeriert, wie aktuell im Genre-Film üblich, einen weiteren möglichen Ableger – ob dieser jedoch zwingend von Nöten ist sollte jeder Horrorfans für sich selbst entscheiden!
 
 
 


 
 
 

No One Lives – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Derber Thriller, der das Herz jedes Horrorfans aufgrund der vielen “bösen” Szenen definitiv höher schlagen lassen dürfte. Trotzdem, im Vergleich zu RYÚHEI KITAMURA Erstlingswerk MIDNIGHT MEAT TRAIN eine herbe Enttäuschung!
 
 
 


 
 
 

No One Lives – Zensur

 
 
 
Eine ungeschnittene “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichung durch die FSK dürfte hier ausgeschlossen werden. Mit etwas Glück passiert er ungekürzt die SPIO/JK!
 
 
 


 
 
 

No One Lives – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “Dredd” (2012)

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Dredd

Story

 
 
 
„Judge Dredd“ vertritt das Gesetz in Mega-City und tut diesem, wenn nötig, auch gleich an Ort und Stelle genüge!
 
In Mega-City, einer Metropole im Amerika der Zukunft, regiert die Angst und der Schrecken. Die Kriminalität hat ein Rekordhoch erreicht, sodass sich die Gesetzeshüter kaum noch in der Lage sehen, der Vielzahl an kriminellen Machenschaften das Handwerk zu legen. Darum wurde ein neues und radikales Rechtssystem geschaffen, dass den sogenannten “Judges” erlaubt, Verbrecher vor Ort und Stelle zu bestrafen. Zu einem der besten seiner Art, gehört “Judge Dredd”, dem die noch unerfahrene Auszubildende “Cassandra Anderson” zur Seite gestellt wird, die aufgrund einer genetischen Mutation über hellseherische Fähigkeiten verfügt. “Dredds” Aufgabe besteht nun darin, die Tauglichkeit der potenziellen Anwärterin zu prüfen, wobei es die beiden bei ihrem ersten, gemeinsamen Einsatz in ein weit abgelegenes Stadtgebiet verschlägt, in welchem der gefürchtete Drogenboss “Ma-Ma” sein Unwesen treibt und an einem Rauschmittel mit dem Namen “Slo-Mo” werkelt, welches die Wahrnehmung der Realität verändern soll. Kaum angekommen, scheint “Ma-Ma” über die unwillkommenen Ankömmlinge rein gar nicht amused zu sein, sodass sie die Eingänge des Viertels verbarrikadiert und eine blutige Jagd auf die Gesetzeshüter anzettelt …

 
 
 


 
 
 

Dredd – Kritik

 
 
 
Aktuell erlebt das unlängst vergessene Superhelden-Popcornkino ein regelrechtes Revival. Kaum eine bekannte Comicfigur existiert, der nicht bereits eine mehr oder weniger gelungene Filmadaption spendiert wurde und welche nicht die Kinokassen hat klingeln lassen. In Zeiten, in denen die Präsenz nur eines Superhelden kaum noch genügen möchte und sich die Figuren beliebter Comic-Universen zusammenschließen müssen, um gegen hundsgemeine Oberbösewichte zu kämpfen, kehren auch jene Helden aus der Versenkung zurück, denen bisher nur wenig Aufmerksamkeit zuteil wurde. Ganz der Devise, selbst aus unbekannten Comic-Vorlagen, gewinnbringenden Reibach herauszuschlagen, folgten Realfilm-Umsetzungen wie “The Green Hornet” oder “Punisher: War Zone“, die aber aufgrund mangelndem Bekanntheitsgrades, sowie der oftmals dürftigen Inszenierung gnadenlos an den Kinokassen scheiterten und nur selten als lukratives Geschäft für die jeweiligen Filmstudios betitelt werden konnten. Auch der vorliegende “Dredd” erlitt gleiches Fiasko und schaffte es noch nicht einmal ansatzweise die Hälfte des stolzen Produktionsbudgets von rund 50 Millionen Dollar an den weltweiten Kinokassen einzuspielen.
 
Der radikale Richter “Dredd” aus Mega-City gewann bereits im Jahre 1995 mit seiner ersten Realverfilmung Weltruhm. Obwohl die erste Spielfilmumsetzung des beliebten Comics nur selten den grimmig-radikalen Unterton der Vorlage in Bilder fassen konnte, avancierte der SciFi-Spaß zum überzeugenden Kino-Renner der Filmjahres 1995. Ganz zum Unverständnis der Fanbase, die sich aufgrund der enorm jugendgerechten Inszenierung arg hinter das Licht geführt fühlte und einzig den Erfolg dadurch begründeten sah, weil sich Action-Star “Sylvester Stallone“, seinerzeits international erfolgreich gefeiert durch die diversen “Rocky“- und “Rambo“-Filme, die Hautrolle des gnadenlosen Rächers siegessicher erstreiten konnte.
 
Der aktuelle Kino-Ausflug in das korrupte und gewalttätige Mega-City der Zukunft kommt dem Original-Comic aus dem Jahre 1977 erstaunlich nahe. Das erste Mal tauchte der gnadenlose Rächer mit dem klobigen Helm (den der Held übrigens im Film nie absetzt) bereits Ende der 70er Jahre in der britischen Comic-Anthologie “2000 A.D.” auf, wo die Geschichten rund um den wortkargen Gesetzeshüter aufgrund der kompromisslosen Härte, vor allem von der erwachsenen Leserschaft beachtlich positiv aufgenommen wurden. Auch der aktuelle Kinoauftritt macht da keine Ausnahme und richtet sich mit den durchaus schaufreudigen Gewaltexzessen an ein vorwiegend volljähriges Publikum. In Zeiten unendlich vieler Prequels, kindgerechte Blockbustern und unzähligen Remakes ein erstaunlich erfrischendes Unterfangen, denn auch wenn hier die Geschichte vollkommen nebensächlich scheint, ist “Dredd” einer derer Filme, der einem als erwachsener Filmfreund deswegen so beeindruckt, weil er konsequent versucht, die altmodisch-rauhen Action-Knaller der 80er Jahre zurück auf die Leinwand zu transferieren. Gelungen ist dieses äußest superbe Unterfangen Regisseur “Pete Travis” mit einer erstaunlichen Selbstsicherheit. Also hätte er sich in seinem bisherigen Schaffen allein nur der Umsetzung schroffer Action-Schocker gewidmet, daddelt er in “Dredd” eine grimmig-brutale Verbrecherhatz herunter, die dem Zuschauer aufgrund der temporeichen Inszenierung gänzlich den Atem stocken dürfte. Hier wird sich Ego-Shooter-ähnlich durch die Stockwerke eines riesigen Hochhauses geballert, wobei in “Dredd” gleich ganze Horden von korrupten Fieslingen ins Nirvana verfrachtet werden. Dem unbarmherzigen Rächer dient hierbei eine groteske Multi-Funktions-Pistole, die allerhand neckiger Methoden beherbergt, unberechenbare Bösewichte ins Jenseits zu befördern. Bei derart sinnbefreiter Baller-Methoden dürfte das Herz eines jeden Gorehounds vor Freude im Kreis tanzen, zumal sich der Film aufgrund der vollkommen drastischen Szenen selten Ernst zu nehmen scheint. Auch wenn “Dredd” vorwiegend auf Humor verzichtet, sorgen gerade die Vielzahl vollkommen überzogener Effekt-Szenen und die trockenen, aber durchaus zynischen Wortfloskeln des Comichelden für allerhand erheiternde Momente.
 
 
 
 
Die Comicumsetzung “Dredd” ist vermutlich eine der wenigen Verfilmungen bekannter Superhelden, die sich an ein eher erwachsenes Publikum richten, dabei auf Political Correctness pfeifen und sogar noch als gelungen zu betiteln sind. Die gesamte Inszenierung erinnert in seiner Darstellung an bekannte Konsolenspiele, in denen sich ein furchtloser Held durch die Level bis hin zum Endboss metzelt. Das dürfte bei einigen Filmfans für diverse Déjà-vu-Momente sorgen, erinnert die Umsetzung doch ein wenig arg an den erst kürzlich erschienen, indonesischen Kinohit “The Raid“, dem eine ähnlich radikale Problematik zugrunde lag. Zwar bleibt in “Dredd” die Handlung durchweg rudimentär und die Figuren gesichtslos; das hier bebilderte derbe und hektisch geschnittene Geballere sorgt dennoch für ausreichend Spaß, sodass dem Zuschauer kaum Zeit zum Verschnaufen geboten wird und sich die 90 Minuten Filmlaufzeit durch die Bank weg als unterhaltsam-kurzweiliges Sehvergnügen entpuppen. Auch wenn sich die Handlung nur auf das Wesentliche beschränkt und der Actionanteil bedeutend überwiegt, so schaffen es Regisseur “Pete Travis” und Autor “Alex Garland” an wenigen Stellen im Film sogar so etwas wie gesellschaftkritische Akzente (Korruption, Gewalt, Armut) zu setzen. Filmfreunde, die ein Faible für düsteres und gewaltüberladenes Actionkino haben sind bei “Dredd” genau richtig. Auch wenn dem gesichtslosem Einzelkämpfer nur selten Zeit zur Charakterentwicklung eingeräumt wird und “Dredd” kein Mann der vielen Wort zu sein scheint, so lässt sich nicht leugnen, bedauern zu müssen, dass aufgrund der desaströsen Kino-Einspielergebnisse in absehbarer Zukunft eine Fortsetzung ausgeschlossen werden dürfte. Absolut unverständlich!
 
 
 


 
 
 

Dredd – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Dredd” ist eine der kompromisslosesten Comic-Verfilmungen der letzten Jahre – Absolut sehenswert!
 
 
 


 
 
 

Dredd – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung ist mit der “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

Dredd – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dredd 3D; Großbritanien 2012

Genre: Science Fiction / Action

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,40:1 (1080p/24)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe – FSK18

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: 6 Featurettes (Dredd: 2000 AD The Original, Slo Mo, Welcome to Peachtrees, The 3rd Dimension, Dredd´s Gear, Dredd), Interviews mit Cast & Crew, Kinotrailer, Trailershow zu anderen Filmen aus dem Programm von UNIVERSUM FILM

 
 
 
Wie eigentlich gewohnt von “Blockbuster”-Blu-rays aus dem Hause “UNIVERSUM FILM” bekommt auch “Dredd” eine lobenswerte, technische Veröffentlichung spendiert. Sattes Schwarz brilliert, trotz leichter Grobkörnigkeit, vor allem in den dunklen Szenen, wobei sich bei Tagaufnahmen das HD-Bild besonders eindrucksvoll präsentiert. Knackige Schärfe ist stets präsent, sodass hier dem Medium “Blu-ray” alle Ehre erwiesen wird. Aber auch Freunde laut-tobender Actionkost dürften schnell Gefallen an der akustischen Ausstattung der vorliegenden HD-Fassung finden. Der Ton wummert aus den Boxen, dass es eine Wonne ist “Dredd” bei seinem rabiaten Rachefeldzug beiwohnen zu dürfen. Leider macht sich nach der Erkundung des Bonussektor schnell Ernüchterung breit. Die Boni schauen zwar auf den Blick recht umfangreich aus, hinter all den hier angebotenen Features verstecken sich grob 2-minütige Clips, die arg lieblos diverse Hintergründe des Films durchleuchten. Grob zusammengefasst beträgt das Bonusmaterial nicht einmal 30 Minuten, was aufgrund der eigentlich gelungenen Umsetzung des Hauptfilms etwas bedauerlich ist, aber nicht weiter verwundert, bedenkt man, dass “Dredd” als kommerzieller Filmflop des Jahres 2012 gewertet werden darf. Immerhin hat sich “UNIVERSUM Film” nicht lumpen lassen und alle Extras deutsch untertitelt. Zudem spendiert der Vertrieb ein flatschenfreies Wendecover. Für Freunde ausufernder 3D-Technik wird die Blu-ray zudem auch als dreidimensionale Variante angeboten – 3D-Heimkino-Equipment wird hierbei jedoch vorausgesetzt!
 
 

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Dredd – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “Redd Inc.” (2012)

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Redd Inc.

Story

 
 
 
Willkommen in der neuen Firma: sechs unwissende Menschen finden sich in einem heruntergekommenen Bürokomplex wieder. An einen Schreibtisch gekettet, empfängt sie alsbald der ehemalige Regionalleiter “Thomas Reddman”, der nach einem ihm zugeschobenen Mord, alsbald hinter Gitter wandert, aber letztendlich entkommen kann. Nun fordert er Vergeltung und eine korrekte Darstellung der Gegebenheiten, denn seine Unschuld ist ihm wichtig. Alle sechs Anwesenden scheinen mit dem fälschlicherweise ihm zugeschobenen Mord in irgendeiner Weise in Verbindung zu stehen. Ihre Aufgabe ist es nun, den mysteriösen Fall zu rekonstruieren und Reddmanns Unschuld zu beweisen. Damit sich die unfreiwilligen Zeugen auch durchweg motiviert fühlen, die Gegebenheiten möglichst gründlich zu bearbeiten, drohen den neuen “Angestellten” schmerzhafte Bestrafungen, insofern sie ihre essentiellen Aufgaben zur Aufklärung der Vorfälle nicht ernst genug nehmen …
 
 
 


 
 
 

Redd Inc. – Kritik

 
 
 
Man stelle sich vor, man sucht händeringend nach einer neuen Herausforderung und gerät bei seiner eifrigen Suche nach einer neuen Arbeitsstelle geradezu an den Arbeitgeber aus der Hölle. Für viele Arbeitnehmer vermutlich keine wirklich unbekannte Geschichte, gehören leistungsbedingter Druck und körperlich zermürbender Stress im Beruf fast schon zum guten Umgangston erfolgsorientierter Unternehmen von Heute. Auch die unfreiwilligen Arbeitnehmer des nun vorliegenden Horror-Schockers “Redd Inc.” haben sich ihren ersten Arbeitstag in der neuen, kleinen Firma des ehemaligen Regionalbetreuers “Thomas Reddmann” gänzlich anders vorgestellt, denn der vermeintlich seriös wirkende Chef im noblen Zwirn entpuppt sich alsbald als vollkommen durchgeknallter Psycho, der seine ganz eigene Art besitzt, potenzielle Berufs-Quereinsteiger ausreichend zu motivieren.
 
Ursprünglich als “Inhuman Resources” betitelt, gehört dieser australische Independent-Thriller zu einer ganzen Reihe günstig produzierter Low-Budget-Filmchen, die zum größten Teil durch Crowdfounding finanziert wurden und die aufgrund der teilweise schon zu Tode gerittenen Folterthematik und der Masse ähnlich gewerkelter Gewaltware nur selten die Gunst interessierte Horrorfans für sich gewinnen können. Im Falle von “Redd Inc.” eigentlich bedauernswert, denn hinter diesem vermeintlich vollkommen belanglosen Terrorfilm versteckt sich ein durchaus bösartiger Horrorspaß, denn sich ausgehungerte Genre-Fans bereits jetzt schon einmal vormerken sollten. Zwar spielen sich die Gegebenheiten in “Redd Inc.” nach bereits bekannten Folter-Einerlei ab, aber trotzdem lässt sich nicht leugnen, dass der hier bebilderte Überlebenskampf durchweg spannend und kurzweilig inszeniert wurde. Klischees gibt es hier zuhauf. Die wenigen “Angestellten” handeln grob fahrlässig und scheinen vermutlich eine Vorliebe für adrenalingetränkte Momente zu besitzen, in denen sie fast schon zwanghaft-genüsslich, das eigene Leben in Gefahr bringen müssen. Die Interaktionen gestalten sich demnach als vollkommen planlos und bedeppert, was aber aufgrund des teilweise bitterbös-zynischen Untertons vollkommen in Ordnung geht und es durchaus Freude bereitet, den vollkommen geistlosen Intelligenzbestien beim Sterben beizuwohnen. Das eigentliche Plus verdient sich “Redd Inc.” jedoch durch seinen ziemlich kompromisslosen Hauptdarsteller “Nicholas Hope“, der die Rolle des vollkommen gestörten “Thomas Reddman” mit Bravour meistert. Seine Agieren als psychotischer Bösewicht, ist derart grandios, dass der Qualitätsgehalt der Handlung mit seinem Erscheinen steigt und fällt. Eigentlich schade, dass sich eine derart böswillige und dennoch charismatische Figur in einen derart uninspirierenden Horrorfilm verirrt hat, denn der Charakter hätte durchaus Potenzial dazu gehabt, in Serie zu gehen. Trotzdem, auch wenn die Geschichte schon irgendwie arg an die diversen Hochglanz-Fortsetzungen des “Saw”-Franchise erinnert und einige wirklich derbe Szenen (übrigens, umgesetzt von „Tom Savini“) gerade zartbesaitete Gemüter durchaus erhitzen dürfte, so ist “Redd Inc.” einer der wenigen Thriller seiner Art, dessen grobmotorische Ungereimtheiten zwar offensichtlich in Erscheinung treten, aber zu verschmerzen sind. Immerhin ist der vorliegende Schocker einer der wenigen Fälle, denen die teilweise etwas unbeholfene und unprofessionelle Inszenierung vollends zugute kommt. Die Ausleuchtung ist teilweise derart grenzwertig, dass man als Zuschauer nur erahnen kann, was sich da vor der Kamera abspielt. Immerhin entwickelt die spärlich ausgeleuchtete Kulisse eine unfreiwillig gespenstig-düstere Atmosphäre, die den morbiden Unterton des Filmes vortrefflich zu unterstreichen weiß.
 
Damit sich “Redd Inc.” zumindest ein wenig vom einfältig, unkreativem Folter-Nonsens abheben kann, spendiert Regisseur “Daniel Krige” seiner zynischen, böswilligen Terror-Hatz eine verblüffende Wendung. Derart Vorgehen scheint sich ja aktuell im Genre großer Beliebtheit zu erfreuen. Der abrupte Plott wertet den bis dato routiniert inszenierten Horrorfilm erfrischend auf, sodass es “Redd Inc.“mit einer Leichtigkeit schafft, sich positiv von gängig dummer Gewaltkost prägnant abzuheben. Zwar erfindet auch dieser Film das Rad nicht neu; der Indie-Schocker beweist aber, dass es oftmals nicht notwendig ist, viel Geld in ein unterhaltsames Filmchen zu investieren, sondern dass man auch mit nur wenig finanziellen Mitteln Gorehounds und Horror-Fans kurzweilig bei Stange halten kann. Von daher: Praktikum in der “Redd Inc.” gefällig?
 
 
 


 
 
 

Redd Inc. – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Darf ich vorstellen: der kleine Bruder von “SAW” – Gemeines Kammerspiel mit einem ziemlich bösartigen Psychopathen. Willkommen zum Vorstellungsgespräch direkt in der Hölle!
 
 
 


 
 
 

Redd Inc. – Zensur

 
 
 
Schwierig über eine Freigabe zu spekulieren. Für eine ungeschnittene “Keine Jugendfreigabe” ist er zu zeigefreudig. Um Zensuren für eine Freigabe vorzunehmen, ist “Redd Inc.” zu harmlos. Wir schätzen jedoch, dass er ungekürzt mit der “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichung durch die FSK kommen wird.
 
 
 


 
 
 

Redd Inc. – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “Texas Chainsaw 3D” (2013)

Texas-Chainsaw-3D
 
 
 

Texas Chainsaw 3D

Story

 
 
 
Achtung!
Review beinhaltet mögliche Spoiler!
 
 
 
„Heathers“ geregeltes Leben gerät völlig aus den Fugen, als sie das Erbe ihrer unbekannten, verstorbenen Großmutter antreten soll. Sie reist zusammen mit ihren Freunden nach Texas, wo ein riesiges Anwesen auf sie wartet, dessen Schlüssel ihr von einem Nachlassverwalter überreicht werden. Doch das vermeintlich pompöse Anwesen birgt ein dunkles und tödliches Geheimnis, dass mit der Erbschaftsübergabe einen gierigen Blutzoll fordert …
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Kritik

 
 
 
Manche Filmreihen scheinen derart populär, dass sie einfach nicht totzukriegen sind und sich geldgeile Rechteinhaber ein goldenes Näschen an derart Filmstoff verdienen. Ob hierbei eine plausible Geschichte zu Grunde liegt und bekanntes Franchise logisch fortgeführt wird, ist im 21 Jahrhundert schon längst nicht mehr relevant. Da wird die bereits ohnehin kränkelnde Kuh auch schön weiter gierig abgemolken, in der Hoffnung, dass die Ausbeute noch halbwegs gewinnbringende Dollars einspielt. Einer dieser Fälle ist das berüchtigte “Texas Chainsaw Massacre“, dass bereits im Jahre 1974 für reichlich Gesprächsstoff sorgte und den Grundstein für heute so populäres Terror-Kino legte. Tobe Hoopers berüchtigtes “Kettensägen-Massaker” gehört zweifelsohne zum Meilenstein des modernen Horrorfilms und findet in seiner schmuddeligen und exploitationhafte Darstellung des populären 70er Jahre Horrorkinos gleich neben berüchtigten Klassikern wie “Last House on the Left” , „I spit on your Grave“ und „Mark of the Devil“ Erwähnung. Nach nunmehr bereits sechs Verfilmungen steht aktuell mit “Texas Chainsaw 3D” der neuste Teil des berüchtigten Horrorfilmstoffs ins Haus und findet überraschenderweise nicht den direkten Anschluss an “Marcus Nispel” Hochglanz-Remake aus dem Jahre 2003. Anstatt die Gegebenheiten rund um die “Nispel“-Neuverfilmung plausibel weiterzuspinnen geht der aktuelle Aufguss zurück zu den Ursprüngen des Originals und setzt haargenau dort an, wo Hoopers “Texas Chainsaw Massacre” endete.
 
Sally“, die einzige Überlebende aus dem 1974er Originalfilm, entkommt dem Motorsägen schwingenden “Leatherface” und kann sich kurzum in die Nachbarstadt retten. Dort schildert sie dem ansässigen Sheriff, welch gemeine Abartigkeiten sie im Haus der “Sawyer“-Familie erdulden musste, worauf eine selbsternannte wutentbrannte Bürgerwehr zum Schauplatz der Verbrechen eilt, um mit der seltsamen Bande auf ihre ganz eigene Weise abzurechnen. Keiner der (gefühlten 100!) “Sawyer“-Familienmitglieder kann diesem Racheakt lebend entkommen. Nur ein hilfloses Neugeborenes überlebt das blutige Massaker und wird letztendlich in die Obhut einer Pflegefamilie übergeben.
 
Natürlich dürfte der aufmerksame Horrorfilmfreund bereits rasch erahnen, dass es sich bei jenem Waisenkind um die taffe Hauptdarstellerin “Heather” handelt, die im Verlauf der vollkommen hölzernen Geschichte auf einen erschreckend gealterten „Leatherface“ trifft. Der direkt Anschluss an das kultige und große Original erweist sich in diesem Fall als desaströse Entscheidung, denn trotz aller unbeholfener Versuche dem 74er “Texas Chainsaw Massacres” halbwegs gerecht zu werden, mündet das aktuelle Sequel in einer einzigen Katastrophe. Es bedarf hier vermutlich eine ganze Seite zu füllen, um all die Ungereimtheiten eines “Texas Chainsaw 3D” aufzählen zu können. Fakt ist jedoch, dass der neuste Ableger der bisher Schlechteste der gesamten Reihe darstellt. Am prägnantesten werden vor allem die Mankos in der Darstellung der Protagonisten deutlich. Sicher war die gesamte “Texas Chainsaw Massacre”-Reihe noch nie ein Garant für tiefgründige und klug durchdachte Charakterisierung, handelt es sich hierbei schließlich um eine Horror-Serie, die vordergründig seit jeher von derben Terror und bluttriefende Gewalt zerrt. Die vorliegende Fortsetzung jedoch besitzt außer einige Gewaltspitzen nichts was überhaupt von Interesse wäre – Folter und Terror: Fehlanzeige! Die wenigen Figuren sind derart flach skizziert, dass das immens gorige Treiben vollends an Intensität verliert. Zudem lässt “Texas Chainsaw 3D” jeglichen Terrorgedanken missen. Die Geschichte entlädt sich als vollkommen austauschbarer 08/15-Teenhorror, der auch beliebig hätte anders heißen können. Hinzukommt, dass man die Glaubwürdigkeit der hier vorgegaukelten Geschehnisse nicht weiter hinterfragen sollte. “Heather” durchlebt im Verlauf des Films eine haarsträubende Metamorphose, die in ihrer Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist. Anfänglich als Opfer deklariert, entscheidet sie sich am Ende (unverständlicherweise) für das Böse und bietet durchaus Freiraum für eine mögliche Fortsetzung. Welchen Sinn dieser gesamte hanebüchene Nonsens birgt, sei letztendlich dahingestellt, denn eine mögliche Erklärung ihres Tun und Handelns machen „Texas Chainsaw 3D“ leider auch nicht besser!
 
Ein Albtraum für jeden “TCM“-Filmfan: es war vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis sich auch das bisher langlebigste Horror-Franchise selbst ins Aus befördern würde. Nach sechs Filmen bildet nun der vorliegende “Texas Chainsaw 3D” das miserable Schlusslicht der bekannten Filmreihe. Dass der aktuelle Beitrag nicht einmal ansatzweise dem Niveau der erfolgreichen Vorlage gerecht werden kann, dürfte bereits der unvollständigen Titel erahnen lassen, denn nur dort wo letztendlich auch “Massacre” draufsteht, ist vermutlich auch allein nur “Massacre” drin. Der aktuelle Aufguss bietet außer einer umfangreichen Palette obligatorisch-blutiger Schauwerte nichts, was den interessierten Filmfreund gefallen dürfte. Aufgrund mangelnder Identifikationsmöglichkeiten stumpfen die eigentlich sehr bösen und gut umgesetzten Spezialeffekte gehörig ab und verlieren ihre eigentliche Wirkung. Dass man “Texas Chainsaw 3D” zu keiner Minute ernst nehmen kann, zeigen eindrucksvoll die vielen Logikpatzer, die das gesamte Treiben zu einer vollkommen Lachnummer gestalten. Da findet “Heather” irgendwo im Nirgendwo einen Jahrmarkt und scheint in ihrer Planlosigkeit nichts anderes im Sinn zu haben, als sich auf ein Riesenrad zu schwingen, in der Hoffnung, dass sie dadurch “Leatherface” entkommen kann. Dumm nur, dass sich eine derartige Gerätschaft im Kreis bewegt und “Leatherface“, trotz geistiger Beschränktheit, immer noch klug genug zu sein scheint und einfach am unteren Ende des Riesenrads auf die leicht verwirrte “Heather” wartet. “Texas Chainsaw 3D” ist ein ganz dummer Vertreter seiner Gattung und wäre mit dem Einspielen Sitcom-ähnlicher Lacher vermutlich ein geniales Stück Comedy geworden. So jedoch, dürfte die bierernste Inszenierung mit einer gewissen Vorsicht genossen werden, denn „Texas Chainsaw 3D“ hält mitnichten, was der eigentliche Filmtitel hauptsächlich suggeriert.
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Für alle Fans der Filmreihe: DANGER !!!!! Unglaublich miese Fortsetzung, die bei weitem den desaströsen 4. Teil der Serie (“Die Rückkehr”) an Dummheit überbietet.
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Zensur

 
 
 
Die deutsche Veröffentlichung beruht auf der amerikanischen Rated R-Fassung und hat es in dieser Form auch ungeschnitten nach Deutschland geschafft. Die hier veröffentlichte DVD/Blu-ray wurde mit dem “Keine Jugendfreigabe”-Stempel abgesegnet!
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Texas Chainsaw Massacre 3D Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Texas Chainsaw; USA 2012

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1; (1920x1080p) Full HD

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK 18 – Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interviews (ca. 23 Min.), Blick hinter die Kulissen (ca. 3 Min.), Das Texas Chainsaw Vermächtnis (ca. 10 Min.), Der alte Bauernhof (ca. 15 Min.), Die Wiederauferstehung der Säge (ca. 12 Min.), Besetzungs-Terror (ca. 10 Min.), Leatherface 2013 (ca. 15 Min.), Licht, Kamera, Massaker! (ca. 12 Min.), Es steckt im Fleisch (ca. 10 Min.), Kurzberichte vom Set, Originaltrailer in Deutsch und Englisch, Audiokommentar mit Regisseur John Luessenhop und Dan Yeager (Leatherface), Trailershow

 
 
 
Uns lag zum Test der Heimkinofassung von TEXAS CHAINSAW 3D die dreidimensionale Variante auf Blu-ray vor. Auf dieser Scheibe kann der Zuschauer neben der 3D-Fassung des Films natürlich auch auf die 2D-Variante zurückgreifen. Den Beginn macht der Trailer zum kommenden Action-Thriller „PARKER“; danach geht geradezu ins Hauptmenü, wo der Filmfreund neben dem Hauptfilm in erstaunlich hochwertiger Qualität auch zwischen reichlich Bonusmaterial wählen kann. Hierbei offenbart sich jedoch schon der erste Wehrmutstropfen: bis auf die Interviews der Hauptdarsteller sind keiner der hier vorfindbaren Extras Deutsch untertitelt. Auch wenn das Zusatzmaterial durchaus umfangreich daherkommt; Freunde von Leatherface & Co. sollten für den Genuss der Boni gute Englischkenntnisse mitbringen. Neben diversen „Hinter den Kulissen“-Features, Interviews, einem alternativen Anfang und interessanten Informationen zum Film, haben es auch die jeweiligen Trailer zum Schocker in Englisch und Deutsch auf die Scheibe geschafft. Zudem lässt sich auf der Heimkino-Veröffentlichung auch ein nicht untertitelter Audiokommentar finden. Bleibt zu erwähnen, dass sogar eine umfangreiche Trailershow zu weiteren Titeln des Publishers bewundert werden darf – erfreulicherweise sogar ein 3D-Trailer zum Film „RESIDENT EVIL – RETRIBUTION“. Die 3D-Fassung kommt, ebenso wie die normale Filmfassung, in sehr hochwertiger Bild- und Tonqualität daher, wobei gerade bei der dreidimensionale Filmfassung die diversen Pop-Out-Effekte mit der Motorsäge zu gefallen wissen. Abgesehen vom Film selbst, hält man auf technischer Ebene, einen durchweg gelungenen Release in den Händen, welchen man auf derart technisch ansprechendem Niveau im Horror-Sektor nicht alltäglich zu Gesicht bekommt. Neben der vorliegenden Fassung kann der Filmfan ohne 3D-Equipment natürlich auch zur herkömmlichen 2D-Scheibe greifen. Diese ist nicht nur preislich günstiger, sondern überzeugt mit ebenso wertigem Bild. Beide HD-Varianten wurden mit einem Wendecover und einem Einleger mit Kapitel-Index ausgestattet.
 
 

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Texas Chainsaw 3D – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rogue River (2012)

Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)

Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)

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Filmreview: “Grave Encounters 2″ (2012)

grave encounter 2
 
 
 

Grave Encounters 2

Story

 
 
 
Alex Wright (Richard Harmon) ist ein Horrorfilm-Junkie, wie er im Buche steht. Nicht nur, dass er eigene Filme dreht, er bespricht auch regelmäßig Horrorwerke auf seinem Youtube-Kanal. Seit geraumer Zeit beschäftigt ihn der Schocker “Grave Encounters”. Wright scheint fest der Überzeugung zu sein, dass das Filmdokument echt sei und beginnt Recherchen im Internet zu betreiben. Als er herausfindet, dass der gesamte Cast als verschollen gilt, trommelt er ein paar Freunde zusammen, mit deren Hilfe er das Rätsel rund um die Geschehnisse des “Grave Encounter”-Filmes lösen möchte. Kaum haben die Freunde den Schauplatz des Filmes betreten, beginnen sich die Ereignisse in der verlassenen “Collingwood-Psychiatrie” zu wiederholen…
 
 
 


 
 
 

Grave Encounters 2 – Kritik

 
 
 
Angenommen man dreht einen Horrorfilm, der unerwartet zum Geheimtipp avanciert. Die klügste Vorgehensweise wäre vermutlich die, den lukrativen Überraschungs-Hit mit einer Fortsetzung weiterzuspinnen, um schnell noch im Fahrwasser des Originals die Kasse klingeln zu lassen. Rasch kritzelt man einige Ideen auf Papier und wärmt einige Schockeffekte lau auf, die man bereits unzählige Male im Vorgänger präsentiert bekommen hat. Garniert mit einigen derben Splatter-Szenen hofft man nun, dass sich der Erfolg abermals wiederholt.
 
Der Film “Grave Encounters 2” ist ein derartiger Fall, der nun versucht, in die erfolgreichen Fußstapfen seines Vorgängers zu treten. Zu allem Erstaunen gelingt ihm das recht solide, dennoch erreicht er aber nur in den wenigsten Momenten die unheimlichen Qualitäten des Originals. Was den Film trotzdem durchaus sehenswert macht, ist der konsequente Wandel seines Erzählstils, denn “Grave Encounter 2” bietet im Grunde nichts wirklich bahnbrechend Neues, ist aber trotzdem im Vergleich zum ersten Teil ganz anders. Das subtil-schauerhafte Gruseln ist hier Mangelware. Vielmehr setzt der Film auf Hektik und Blutzoll. Die actionlastige Geisterhatz verirrt sich in einigen Momenten in recht deftigem Gekröse, sodass vor allem Splatter-Fans auf ihre Kosten kommen dürften. Ob diese neue Richtung wirklich geschickt gewählt ist, sollte jeder für sich selbst entscheiden, denn vor allem Fans des Originals dürften sich bei “Grave Encounters 2” gehörig vor den Kopf gestoßen fühlen. Die Geister gehen arg rabiat zur Sache, sodass die eigentlich beunruhigend-ängstigende Atmosphäre, zugunsten deftiger Splatter-Exzesse in den Hintergrund rückt. Vermutlich war Regisseur “John Poliquin” darin bestrebt mit seiner Fortsetzung verschiedene Filmgeschmäcker anzusprechen. Gerade in Zeiten unzähliger Geister-Found-Footage-Filme, die allesamt allein nur das unspektakuläre auf-und-zu-schieben von Schränken und Türen fokussieren, scheint “Poliquin” bestrebt darum zu sein, andere Wege gehen zu wollen und sich ein wenig vom Subtilen zu distanzieren. Da aufgrund von “Hostel“, “Saw” und Co. selbstzweckhafte Gewaltakte zum üblichen Bild aktueller Horrorfimlware geworden sind , macht hierbei natürlich auch “Grave Encounters 2” keine Ausnahme und schwimmt geschwind auf dieser populären Welle mit.
 
Natürlich gibt es neben dem teilweise arg schroffen Gesplattere und dem lukrativen Recyclen altbewährter Erfolgsrezepte auch jede Menge “Neues” in “Grave Encounters 2” zu bestaunen. Regisseur “John Poliquin” ist stets darum bemüht, die Geschichte des Anwesens weiterzuerzählen. Auch wenn hin und wieder ein gewisses Déjà-vu Gefühl eintreten will, so schafft er es dennoch etwas Licht rund um die Geschehnisse der leerstehenden Psychiatrie zu bringen. In bekannter “House on Haunted Hill“-Manier erzählen einige groteske Geistererscheinungen von der Geschichte dieser Klinik und beantworten so einige wesentliche Fragen, die bisher unbeantwortet blieben. Auch wenn es ein wenig an Zeit benötigt, bis der zweite Aufguss überhaupt an Fahrt gewinnt, so kann man “Poliquin” nicht vorwerfen, dass er mit seiner Rückkehr in das Spukgemäuer langweilt. Zwar dauert es geschlagene 40 Minuten bis der Film überhaupt zum Punkt kommt, hat er die dann jedoch erreicht, bietet das schweißtreibende Tempo mit welchem “Grave Encounters 2” davonradelt, dem Zuschauer kaum Zeit zum Verschnaufen. Die ahnungslosen Kids werden von einer Szenarie zur nächsten getrieben, immer die Angst im Nacken haben zu müssen, kreativ um die Ecke gemeuchelt zu werden. Auch wenn die Geschichte gegen Ende hin fast schon surreale Züge erhält und sich die Helden in einer Art Parallelwelt wiederfinden, so kann man sich als Filmfreund nicht darüber beschweren, trotz allem hanebüchenen Hocus Pocus, sich doch irgendwie kurzweilig unterhalten gefühlt zu haben.
 
Grave Encounters 2” ist ein zweischneidiges Schwert und dürfte vor allem Freunde des ersten Teils vor den Kopf stoßen. Von unheimlicher und subtiler Atmosphäre ist hier kaum noch irgendwas zu verspüren. Nervenstrapazierende Schockeffekte sind in dieser Fortsetzung Mangelware und werden schier und einfach durch derbe Splatter-Effekte ausgetauscht. Die Geister demonstrieren kontrovers schroff, wie man unwillkommene Gäste wahrhaftig unwillkommen begrüßt, sodass das Sequel für Freunde wohldossierten Gruselns vollkommen unangebracht ist. Statt jugendfreier “Paranormal Activity“-liker Umsetzung geht es hier deftig zur Sache. Da werden Köpfe zerquetscht und eingetreten und Leiber mittels Starkstrom zerfetzt und verbrannt. Das Splatter-Herz dürfte vor derart ungenierter Zeigefreudigkeit vor Freude tanzen. Trotzdem, auch wenn die Erwartungen im Vergleich zum Vorgänger kaum erfüllt werden können, so kann man nicht behaupten, dass “Grave Encounters 2” eine miese Fortsetzung ist. Sicherlich erfindet auch dieser Spuk-Film das Genre nicht neu und auch sonst hat man all das, was der Film letztendlich bietet, bereits um Längen besser woanders gesehen. Dennoch hat dieses Sequel auch seine Momente, die zudem aufgrund der hervorragenden technischen Fingerfertigkeit zu überzeugen wissen. Gerade gegen Ende hin sind die Grenzen des typischen Found-Footage-Filmstil kaum noch als selbige zu erkennen. Da wird die Kamera von Geistern getragen, die dann um die verbleibenden Protagonisten umherschwirren. Aber auch die wenigen Geistereffekte (siehe Filmplakat!) sind als ziemlich gelungen zu betiteln und heben “Grave Encounters 2” über den Durchschnitt.
 
 
 


 
 
 

Grave Encounters 2 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Deftiger Splatter statt wohldosiertem Gruselvergnügen – Eine gelungen Fortsetzung, die sich zwar altbewährter Mechanismen des ersten Teil bedient, dennoch irgendwie vollkommen anders ist.
 
 
 


 
 
 

Grave Encounters 2 – Zensur

 
 
 
Aufgrund einiger recht deftiger Szenen, dürfte die deutsche Filmfassung ungeschnitten mit “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erscheinen.
 
 
 


 
 
 

Grave Encounters 2 – Trailer

 
 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “Hobo with a Shotgun” (2011)

hobo with a shotgun
 
 
 

HOBO WITH A SHOTGUN

Story

 
 
 
Nachdem ein Obdachloser (gespielt von RUDGER HAUER) mit einem Güterzug in die Stadt Hopetown einkehrt um dort als Landschaftsgestalter ein neues Leben zu beginnen, ahnt er noch nicht, welch menschlicher Abschaum hier die Gegend beherrscht. Der widerwärtige Gangsterboss Drake und dessen missratene Söhnen Ivan und Slick sind einzig damit beschäftigt, im Ort Angst und Schrecken zu verbreiten und die Kriminalität zu legalisieren. Grausame Gewalt, Korruption und das Gesetz der Straße gehören in Hopetown zur Tagesordnung und so wird der unbekannte Landstreicher Zeuge, wie die junge Prostituierte Abby von den beiden skrupellosen Brüdern bedrängt wird. Ohne über dessen Folgen bewusst, schreitet der namenlose Fremde dazwischen und rette die verängstigte Frau aus den Fängen ihrer Peiniger. Doch Drake und seine Bande lassen nicht locker und fordern blutige Rache an jenem Obdachlosen, der die Autorität des gemeinen Dreiergespanns missachtet. Für den Hobo (was übersetzt Obdachloser heißt) Grund genug sich eine Schrotflinte zu besorgen und dem kriminellen Pack die Leviten zu lesen …
 
 
 


 
 
 

HOBO WITH A SHOTGUN – Kritik

 
 
 
Als im Jahre 2007 das Horror-Thriller Double-Feature GRINDHOUSE in den amerikanischen Kino anlief, haben die beiden Kult-Regisseure ROBERT RODRIGUEZ und QUENTIN TARANTINO nicht einmal ansatzweise vermutet, welche weitgreifende Erfolge sie mit dem trashigen Movie-Flick-Flack verbuchen würden. Das ambitionierte und durchaus innovative Film-Projekt vereinte dabei die beiden Filme PLANET TERROR und DEATH PROOF zu einem einzigen Kino-Beitrag und bestückte die Übergänge zwischen den Filmen mit ansprechenden Fake-Werbetrailern, angeblich demnächst anlaufender Action- und Horrorwerke. Das experimentelle GRINDHOUSE-Projekt, welche als liebevolle Hommage an das schmuddelige US-Erwachsenenkino der 70er und 80er Jahre erinnern sollte, hinterließ bei Fans des Genres derart prägenden Eindruck, dass Filmfreunde weltweit eine Realisierung der Fake-Trailer forderten. Dem Ruf der Fanbase wurde Gehör geschenkt und so war es nur eine Frage der Zeit bis mit MACHETE die erste Umsetzung eines Fake-Spots aus dem Trash-Double-Feature GRINDHOUSE folgte. Der weitestgehend exploitationlastige Grundton von MACHETE stand dem der beiden Filme PLANET TERROR und DEATH PROOF in nichts nach und so wurde auch die erste Umsetzung eines GRINDHOUSE-Fake-Trailers zu einem regelrechten Kassenschlager. Aufgrund des überraschenden Erfolges und aufgrund der Unersättlichkeit findiger Horrorfilmfans erreichte 2011 auch der Trailer zu HOBO WITH A SHOTGUN (übrigens der einzige Fake-Werbeclip, der aus einem Trailer-Wettbewerb hervorging) Spielfilmlänge, wurde jedoch (zumindest hierzulande) ohne Kinoauswertung direkt auf Blu-ray und DVD veröffentlicht.
 
Im direkten Vergleich zum Beitrag MACHETE stellt sich nun Fans auf Anhieb die Frage, ob HOBO WITH A SHOTGUN auf gleichem Niveau schwebt, wie die bisherigen Beiträge des Tarantino/Rodriguez’schen GRINDHOUSE-Universums. Die Frage ist mit einem schlichten “auf-jeden-Fall” zu beantworten, denn JASON EISENER kehrt die bewusst trashig inszenierten Elemente seiner Vorgänger kreativ zusammen und formt daraus einen ebenso bösen, wie vollkommen grotesk-übertrieben Horror-Spaß. Fast schon mögen einige enthusiastische Genre-Freunde meinen, dass HOBO weitaus stimmiger und besser sei, als der zuvor abgedrehte MACHETE. Ob dem wirklich so sei, sollte jeder Filmfreund selbst beurteilen.
 
Fakt ist dennoch, dass HOBO WITH A SHOTGUN ebenso kongenial unterhält wie seine Vorgänger, aber dennoch vollkommen anders ist. Das mag vordergründig auch daran liegen, dass es sich hierbei um die erste Umsetzung eines Fake-Trailers handelt, dem kein großes Produktions-Budget zugrunde lag. Geschadet hat es dem Film in keinster Weise, überzeugt gerade die chaotische und weniger glattpolierte Optik und erinnert der Film doch in seiner Naivität und Absurdität an längst vergessenes Troma-Trash-Kino der 80er Jahre. Dass HOBO WITH A SHOTGUNjeglichen Mainstream-Sehgewohnheiten strotzt wird bereits zu Beginn des Filmes deutlich. Denn nach verheißungsvoll-trällernden Einleitungs-Credits geht gehörig die Post ab.
 
Hier werden Menschen geköpft, Kinder verbrannt und Arme gebrochen – alles vollkommen politisch inkorrekt und dennoch wunderbar unterhaltsam. Die übertriebenen Gewaltexzesse sind derart befremdlich und überzogen, dass sich HOBO WITH A SHOTGUN teilweise anfühlt, als würde man der filmische Erwachsenen-Version eines Looney-Toons-Comics beiwohnen. Der groteske und Comic-ähnliche Unterton wird zudem mit verfremdeten und übertönten Farben erreicht, deren Intensität das längst vergessene Technicolor-Kino der 70er Jahre erneut aufleben lässt. Argento-Fans dürften vermutlich bei derart befremdlicher Farben-Flut direkt an Argentos SUSPIRIA (1977) erinnert werden, dessen Film im groben ebenso von derart innovativen und drastischen Farb-Nuancen zehrt.
 
 
Nach MACHETE (2010) folgt nun mit HOBO WITH A SHOTGUN, die bereits zweite Umsetzung eines Fake-Trailers des GRINDHOUSE-Projektes aus dem Jahre 2007. Auch der Beitrag des Newcomers JASON EISENER hält sich streng an die Regeln des gewalttätigen Bahnhof-Kinos der wilden 70er Jahre. Anstatt sich mit einer dramaturgisch plausiblen Geschichte zu beschäftigen, konzentriert sich das Rache-Drama auf reichlich Gore, Fäkalsprache und Gewalt. Hier wird Selbstjustiz der Gewalt wegen zelebriert und scheint einziges Mittel zum Zweck Konflikte lösen zu können. Schöngeistige Filmkritiker und Otto-Normal-Filmfreunde werden vermutlich kaum irgendeinen hochphilosophischen Sinn hinter alle dem Nonsens entdecken können. Trotzdem, dass Konzept ist zwar simpel, aber dennoch genial.
 
Der comiclastige Unterton überspielt die Geschehnisse des Films grandios und schafft es einmal mehr, dass sinnfreie Exploitation-Kino der 70er Jahre auf die heimische Mattscheibe zu transferieren. Selten war Filmvergnügen erfrischender und kreativer. Teilweise fühlt man sich als Zuschauer an die experimentelle Spaß- und Trash-Ära der TROMA-Studios zurückerinnert. Denn auch hier gilt es nachwievor, einfach den Kopf auszuschalten um dem superben Treiben genüsslich beiwohnen zu können. Dass dem bewusst schlecht-inszenierten und reanimierten Grindhouse-Kino noch lange nicht die Puste ausgegangen ist, beweist die demnächst anlaufende Fortsetzung von MACHETE. Auch Nachwuchsregisseur JASON EISENER und RUDHER HAUER haben beteuert, an eine Fortsetzung von HOBO WITH A SHOTGUN interessiert zu sein. Man darf gespannt sein!
 
 
 


 
 
 

HOBO WITH A SHOTGUN – Fazit

 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Ein Grindhouse-Knaller wie er im Buche steht – derb, sinnfrei und absolut politisch inkorrekt.
Muss man gesehen haben!
 
 
 


 
 
 

HOBO WITH A SHOTGUN – Deutsche Veröffentlichung

 
 
 
hobo with a shotgun blu-ray universum
 

Deutsche Blu-ray und DVD ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
Wir bedanken uns bei dem Label UNIVERSUM FILM, das uns freundlicherweise für diese Film-Besprechung eine Ansichtsfassung zur Verfügung gestellt hat. Die Blu-ray besticht durch tadelloses, knackig-farbenfrohes Bild und punktet mit einer handvoll nennenswerter Extras. Die ungeschnittene Filmfassung ist aktuell beim Händler Eures Vertrauens (einschlägige Onlineshops, wie CYBER-PIRATES.ORG/ MEDIA-DEALER.DE) zu bekommen. Da der Film hierzulande mit einer SPIO-Kennzeichnung (keine schwere Jugendgefährdung) in den Handel kam, wurde er aufgrund des kontroversen und gewalttätigen Inhalts nachträglichen indiziert und darf somit nicht mehr in stationären Fachmärkten verkauft werden. Übrigens gibt es neben der regulären Blu-ray-Fassung auch eine limitierte Mediabook-Ausgabe, die neben einem ansprechenden Buchteil auch die DVD mit an Bord hat. Die schicke Aufmachung kann ebenfalls wie die normale Variante im Keep Case in den oben genannten Shops gekauft werden.

 
 
 


 
 
 

HOBO WITH A SHOTGUN – Zensur

 
 
 
Die deutsche Blu-ray mit SPIO/JK-Kennzeichnung ist ungeschnitten! Aufgrund der Indizierung bekommt man HOBO WITH A SHOTGUN nicht im regulären Handel. Hier sollte man Shops (bevorzugt im deutschsprachigen Ausland) aufsuchen, die derart Produkte im Sortiment führen.
 
 
 


 
 
 

HOBO WITH A SHOTGUN – Trailer

 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Chillerama (2011)


Filmreview: “Inbred” (2011)

inbred
 
 
 

Inbred

Story

 
 
 
Zusammen mit zwei Sozialarbeitern machen sich einige “Problem”-Kids auf den Weg in ein kleines britisches Dörflein, um dort allerlei nützliche Arbeiten zum Wohle der Allgemeinheit zu verrichten. Kaum dort angekommen, stoßen die Städter auf eine Schar schlechtgelaunter Hinterwäldler, die sich merklich in ihrer Ruhe gestört zu fühlen scheinen. Nach anfänglicher Skepsis auf beiden Seiten kommt es wenig später zur ersten Konfrontation zwischen den Parteien, mit unverhofftem Ausgang für alle Beteiligten.
 
 
 


 
 
 

Inbred – Kritik

 
 
 
Um die volle Aufmerksamkeit der weltweiten Horrorfilmfans zu ernten, bedarf es nicht immer kreativ-ersponnener und intellektuell-einzigartiger Filmkost. Oftmals reicht es einfach nur aus, einen werbewirksamen und vollkommen sinnfreien Trailer ins Internet zu stellen, der mit blutigen Detail-Aufnahmen nicht geizt. Der kommende Indie-Reißer “Inbred” ist ein derartiger Vertreter. Noch bevor überhaupt ein Fan sich von den eigentlichen filmischen Qualitäten dieses Horror-Knallers überzeugen konnte, schwirten Monate vor der eigentlichen Veröffentlichungen zusammenhanglose Clips durch die einschlägigen Videoportale, die dem ausgehungerten Filmfreund Lust auf mehr machen sollten. Zu Recht, denn nach ansprechend zusammengewerkelten Clips und der Auswertung auf internationalen Filmfestivals erscheint “Inbred” nun ohne Umwege direkt auf Blu-ray und DVD.
 
Alex Chandon“, Regisseur dieses teilweise arg grenzwertigen Horrorspaßes, scheint in der Filmszene kein Unbekannter zu sein und versteht sein blutig makaberes Handwerk so gut wie kein anderer Independent-Regisseur zuvor. Bereits in seinen Frühwerken “Bad Karma” und “Cradle of Fear” wußte er gekonnt, gewalttätige Filmstoffe optisch-kontrovers auf Zelluloid zu bannen. Auch sein aktueller Beitrag “Inbred” macht da keine Ausnahme und steht in seiner blutigen Zeigefreudigkeit anderen aktuellen Genre-Filmen in nichts nach. Direkt nach Beginn fällt sofort ins Gewicht, dass sich “Alex Chandon” technisch enorm weiterentwickelt hat. Vergleicht man die filmischen Stilmittel und die erzählerische Herangehensweisen eines “Inbred” mit der etwas holprigen Naivität seiner Anfangswerke so erstaunt der Quantensprung zwischen den Werken enorm. Vom Charme eines Amateur-Films ist hier kaum noch etwas zu spüren. “Inbred” schaut mit seinen opulent düsteren Bildern fast schon wie ein Mainstream-Werk aus und die arg konventionelle Erzählstruktur zieht sich wie ein homogener blutiger Pfaden durch die Szenarie.
 
Das schmuddelig-britische Dorf-Idylle wurde in teilweise unheimlich-düsteren Farben getaucht, sodass man als Zuschauer vorab bereits erahnen dürfte, was der Handvoll Stadt-Menschen vermutlich widerfahren könnte. Die unheimliche Bedrohung ist zu Beginn derart verstörend und offensichtlich, dass man als Filmfreund mit mulmigen Gefühl vor der heimischen Glotze sitzt und nägelkauend auf den ersten Kill wartet. Soweit, so gut. Bis knapp zur Film-Hälfte macht Regisseur “Alex Chandon” wirklich alles richtig. Die unzureichend intelligente Hinterwäldler-Brut hält sich dezent im Hintergrund und erinnert in ihrer dreckig-kompromisslosen Morallosigkeit an Backwood-Slasher wie “Texas Chainsaw Massacre” und “Wrong Turn“. Nach der ersten zugespitzten Konfrontation zwischen Stadt- und Landmensch und dem unweigerlich befremdlichen Ableben eines der Stadtmenschen mutiert “Inbred” zu einer arg geschmacklosen Nummernrevue, die an perversen Ideen ihresgleichen suchen dürfte. Die Hinterwäldler verhalten sich klischeebeladen so, wie es sich für einen derartigen Film seines Kalibers gehört: primitiv und abartig. Garniert wird der perfide Einheitsbrei mit teilweise derart drastischen Spezialeffekten, dass empfindsameren Gemütern das Lachen vermutlich im Halse stecken bleiben dürfte. Die recht makaberen und schwarz-humorigen Passagen verfehlen aufgrund der schonungslosen Zeigefreudigkeit der Brutalitäten an Relevanz und wirken teilweise total fehl am Platz, zumal sie anstatt lustig zu wirken, eher widerwärtige Abscheu verursachen. Hauptaugenmerk für gierige Splatter-Freunde dürfte vermutlich die grafisch krude Enthauptungsszene des Sozialbetreuers darstellen, die in ihrem Realismus selten zuvor in einem Horrorfilm erlebt werden durfte. Schon allein dessen, dürfte eine ungeschnittene deutsche Filmfassung ausgeschlossen werden.
 
Freunde des derben Horrorfilm-Geschmacks dürften in “Inbred” vermutlich einen neuen Kultfilm gefunden haben. Selten zuvor bot ein Genre-Film derart viele Geschmacklosigkeiten in gerade einmal 90 Minuten Filmlaufzeit.Die zurückgebliebenen Dörfler verhalten sich einmal mehr niveaulos und unzivilisiert und natürlich scheint auch den Stadtmenschen der Bezug zur Realität vollkommen fremd. Noch bevor der Film so richtig in die Gänge gerät, sind die bedrohlichen Elemente des Films offensichtlich. Für die handvoll Städter gestalten sich die mysteriösen Gegebenheiten scheinbar derart normal, dass diese die Arbeit an der frischen Landluft wohlgelaunt fortführen und letztendlich für ihre unvergleichbar penetrante Dummheit bestraft werden müssen. Das etwas hanebüchene Ende und die unlogischen Denkstrukturen der Überlebenden verursachen Ratlosigkeit beim Zuschauer, denn gerade das Filmende strotzt nur so vor unklaren Verhaltensmustern und nicht nachvollziehbarer Logik. Hauptaugenmerk von “Inbred” ist jedoch nicht die klischeebeladene, löchrige Handlung, sondern vielmehr der zeigefreudige Realismus der arg kruden Splatter-Effekte, die vor allem Gorehounds entzücken lassen dürften. Die Bilderflut an optischen Grausamkeiten ist enorm und deuten in ihrer Professionalität kaum noch davon, dass es sich eigentlich bei “Inbred” um ein kleines Indie-Filmchen handelt, dass gerade einmal eine Million Pfund gekostet haben soll. Ein Fortsetzung ist bereits jetzt offensichtlich und dürfte demnach nicht lange auf sich warten lassen.
 
 
 


 
 
 

Inbred – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Hostel“ und „Wrong Turn“ meet „“2001 Maniacs“ – Derber und geschmackloser Edel-Splatter-Streifen, der aufgrund der exzellent umgesetzten F/X´s vermutlich einzig ausgehungerten Gorehounds munden dürfte.
 
 
 


 
 
 

Inbred – Zensur

 
 
 
Aufgrund der arg zeigefreudigen F/X und der Tatsache, dass Konflikte einzig und allein nur durch Töten bewältigt werden, ist der Film hierzulanden ungeschnitten nicht durch die FSK gekommen. Der hiesige Vertrieb “Mad Dimension” hat demnach Schnitte vornehmen müssen um eine “keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erhalten zu können.
 
 
 


 
 
 

Inbred – Deutsche Blu-ray

 
 
 
inbred blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Inbred; Großbritannien 2011

Genre: Horror/Thriller

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1080p, 2,35:1 (16:9)

Laufzeit: 94 Min.

FSK: FSK 18 – geschnitten!

Verpackung: Edle, schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Making of ohne deutsche Untertitel (50 min)

 
 
 
Die Blu-ray aus dem Hause “Mad Dimension” ist technisch tadellos, wären da nicht die diversen Schnitte, die diese Veröffentlichung im Grunde genommen vollkommen nutzlos machen. Neben einem etwas sehr unkreativ gestalteten Hauptmenü, gibt es auf der vorliegenden Scheibe auch ein umfangreiches 50-minütiges Making of zu bewundern, dem aber leider keine Untertitel spendiert wurden. Außerdem kommt die geschnittene Heimkinofassung, wie aktuell üblich bei Produkten von “Mad Dimension“, mit einem flatschenfreien Wendecover und einer edlen, schwarzen Amaray-Hülle daher. Ob man sich jedoch diese Veröffentlichung unbedingt in das Regal stellen möchte, sollte jeder Filmfreund für sich selbst entscheiden. Bleibt zu erwähnen, dass neben der regulären DVD und Blu-ray, auch eine konvertierte 3D-Blu-ray des Films (ebenso cut) im Handel erhältlich ist. Im übrigen handelt es sich bei der vorliegenden Scheibe um eine vollkommen untertitelfreie Veröffentlichung. Nicht einmal dem Hauptfilm besitzt eine deutsche Untertitelspur – ein absolutes NoGo!
 
 
 

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Inbred – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 

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Filmreview: “Bait” (2012)

Bait 3D (2012) filmposter
 
 

Bait

Story

 
 
 
Was für ein Zufall: Eine riesige Tsunami-Welle überschwemmt eine australische Großstadt und bringt die Besucher eines Supermarktes in eine ausweglose Situation. Nicht nur, dass die Kunden sich mit einer handvoll Kleinkrimineller umherplagen müssen, auch ein Tigerhai wurde mit an Land gespült und macht sich nun in den Örtlichkeiten des Supermarktes an die Arbeit, seinen unnachgiebigen Hunger nach Menschenfleisch zu stillen. Auch Mädchenschwarm Josh hat allen Grund zur Sorge, denn genau jener Hai, hat vor genau einem Jahr einem ihm nahestehenden Menschen auf den Grund des Meeres gezerrt. Was folgt, ist für die Besucher des Einkaufszentrums ein schweißtreibender Kampf um Leben und Tod.
 
 
 


 
 
 

Bait – Kritik

 
 
 
Die dreidimensionale Filmschmiede ist auch im Jahr 2012 nicht totzukriegen und produziert fleißig ein Filmchen nach dem anderen. Ganz zum Leidwesen des interessierten Filmfreundes, der so langsam den Überblick über die Veröffentlichungen zu verlieren scheint und nicht mehr Streu vom Weizen zu trennen weiß. Schon lange ist der 3D-Gimmik kein Garant mehr für sehenswertes Kino. Denn es ist schon lange keine Seltenheit mehr, das profitgierige Filmlabel ihre desaströsen 2D-Werke in lukratives 3D nachkonvertieren, um zumindest auf Nummer sicher gehen zu können, das die Produktionskosten an den Kinokassen wieder eingespielt werden. Vermutlich sind einige der Filmemacher von der miserablen filmischen Qualitäten der eigenen Werke überzeugt, sodass sie mit dem beliebten 3D-Effekt von den inhaltlichen Drehbuch-Schwächen und den unfähigen darstellerischen Leistungen ablenken möchten. Der Filmfreund ist hierbei oftmals der Leidtragende, der zwar halbwegs passable 3D-Pop Ups erleben darf, dem aber dennoch ein miserabler Film präsentiert wird. Als krönender Höhepunkt dieser dreisten Maschinerie sei der unterbemittelten 3D-Film „Shark Night 3D“ aus dem Jahr 2011 genannt. Zwar wurde diese Haifisch-Gurke nicht mittels 3D-Technik nachkonvertiert und punktet mit „Real 3D“, dennoch handelt es sich hierbei um einen vollkommen desaströsen Filmbeitrag, der trotz der dreidimensionalen Effekten wahrlich nichts zu bieten hatte, was überhaupt Mehrwert versprach, um den Zuschauer bei Laune zu halten. Wer nun jedoch glaubt, “Shark Night 3D“ sei bereits der trauriger Tiefpunkt des 3D-Genres gewesen, der irrt. Denn der thematisch ähnlich gestrickte Horrorfilm „Bait“ toppt die katastrophale, inhaltliche Leere und Logik eines „Shark Night“ um Längen.

Die Ernüchterung beginnt schon wenige Minuten nach Filmstart. Denn nachdem eine riesige Tsunami-Welle einen Haifisch (!) aus den Weiten des Meeres in einen städtisches Einkaufszentrum gespült hat und dieser ein munteres Katz und Maus-Spiel mit den Überlebenden des Markes veranstaltet, mag man als Zuschauer nicht verstehen, was für einen vollkommen unklaren Quark man hier soeben untergejubelt bekommt. Physikalische Gesetze lässt „Bait“ außer Acht, denn unabhängig von der wahrlich unglaublichen Ausgangssituation gibt es im Film selbst, ein dutzend Ungereimtheiten über deren dilettantisch vorgeheuchelte Glaubwürdigkeit man als Zuschauer nur mit dem Kopf schütteln kann. Da parkt ein Auto in der Tiefgarage, darin zwei Protagonisten, deren IQ niedriger zu sein scheint als die Raumtemperatur des Kinosaales. Als nun das Wasser beginnt in der Parkanlage zu steigen scheren sich die beiden Intelligenzbestien einen Deut darum, dass motorisierte Gefährt zu verlassen. Stattdessen verharren die beiden darin bis das Fahrzeug gänzlich vom kühlen Nass umschlossen ist und warten darauf das irgendwas passiert. Unverständlicherweise scheint dies eine gänzlich gute Idee zu sein. Denn im Inneren des Wagens bleibt es kuschelig warm und schön trocken (!). Und so dürfen die beiden dem Hai genüsslich dabei zuschauen, wie selbiger einige erkundungsfreudige Streifzüge um das Auto und durch die Tiefgarage durchführt. Vermutlich wären die diversen auffällig-groben Schnitzer in der Logik halbwegs verschmerzbar gewesen, würde sich „Bait“ nicht derart bierernst nehmen. Stattdessen rasselt Regisseur Kimble Rendall die Geschichte routiniert und trocken nach typischen 10-kleine-Negerlein-Konzept herunter und lässt dabei jeglichen Trash-Charme missen. Selbst von unfreiwilliger Komik ist in „Bait“ kaum etwas zu spüren, was vordergründig daran liegen mag, dass Rendalls Haifisch-Thriller zumindest auf technischer Ebene vollends zu überzeugen weiß. Das Setting ist Top. Die kontrastreichen und stylischen Bonbon-Farben zu Beginn des Filmes erinnern unweigerlich an aktuelle MTV-Music-Clip-Ware. Dennoch, trotz hohem technischen Standard will „Bait“ einfach nicht zünden. Die für Haifisch-Thriller typischen Suspense-Momente bleiben aus – so wirkliche Spannung will zu keiner Minute eintreten. Dabei gibt sich Regisseur Kimble Rendall all Mühe den Haifisch so bösartig und kaltblütig wie möglich zu skizzieren. Er zerfetzt Unterleiber, zerkaut Gliedmaßen und frisst sich regelrecht durch das F/X-Arsenal der Spezialeffekte-Crew. Überhaupt gib sich „Bait“ überraschend zeigefreudig und erstaunlich blutrünstig. Da treiben abgetrennte Köpfe auf hellblauen Ozeanblau und Hände werden abgesägt um das Tier auf falsche Fährten zu locken. Zimperlich gibt sich „Bait“ zu keiner Minute, was ihn zumindest in dieser Hinsicht von den üblichen Vertretern dieses Subgenres positiv abhebt und was vor allem die Splatter-Fans unter den Horrorfilmfreunden munden dürfte.
 
Bait“ ist eine einzige Enttäuschung. Die Produktion befindet sich auf einem technisch hohen Standard und doch vermasselt Regisseur Kimble Rendall (“Cut”) den Versuch, dem wohl kaltblütigsten Killer des Tierhorror-Genres neue Facetten zu verleihen. Das Drehbuch von „Bait“ wirkt von Anfang bis Ende unfertig, die wahllosen Segmente des Films beliebig zusammengezimmert. Als Zuschauer hat man nicht nur einmal das zwanghafte Gefühl, als hätten die Autoren einige Ideen gesammelt, diese für gut titulierte und wahllos in die Handlung geworfen. Da nützt es letztendlich auch nichts, wenn diese aktuelle Horrorproduktion zumindest was den Gewaltpegel betrifft auf aktueller Filmwelle mitschwimmen versucht. Dennoch, eine handvoll formschöner Splatter-F/X und hübsch gefilmte Kamerafahrten machen noch lange keinen guten Horrorfilm aus. Und so ersäuft „Bait“ in einem halbgaren Aufguss aus altbekannten Genre-Regeln, aufdringlicher Unlogik und Protagonisten, deren Handlungsbeweggründe der normalgeistige Zuschauer wohl zu keiner Filmminute nachvollziehen kann und möchte.
 
 
 


 
 
 

Bait – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Was für eine intellektuelle Katastrophe – Nichteinmal 2 Kästen Bier würden diesen Film erträglich machen.
 
 
 


 
 
 

Bait – Zensur

 
 
 
Im Film selbst fließt gehörig Blut und Körperteile werden zeigefreudig zerfressen, wobei die Kamera immer nah am Geschehen ist und die Grausamkeiten genaustens dokumentiert. Eine deutsche Version wird daher aller Voraussicht ungeschnitten mit der roten “Keine Jugendfreigabe”- Kennzeichnung veröffentlicht werden.
 
 
 


 
 
 

Bait – Trailer

 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
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Filmreview: “Vile – Pain” (2011)

"Vile" (2011) Poster, Plakat -  Filmcheck Film-Review Filmkritik
 
 
 

Vile – Pain

Story

 
 
 
Nichtsahnend erwachen einige junge Menschen in einem verbarrikadierten Gebäudekomplex. Keiner der Anwesenden weiß, wie er hierhergekommen ist. An ihren Hinterköpfen befinden sich Schläuche, die aus ihren Schädeln herausragen und an dessen Enden sich kleine leere Behälter befinden. In Panik getrieben entdecken die Gruppe im Nachbarraum eine TV-Apparat auf dessen Bildschirm ihnen eine fremde Frau die Anweisung gibt sich selbst körperlich die schlimmsten Schmerzen zuzufügen, da im Extremfall perversester Qualen, das Gehirn ein überaus brauchbares Sekret aussondert. Diese kostbare Flüssigkeit wird dazu verwendet um eine beliebtes Designer-Droge herzustellen und das allein nur aus dem Hirn menschlicher Probanden gewonnen werden kann. Nur wenn das Gefäß an den Hinterköpfen der Anwesenden innerhalb eines Tages gefüllt werden kann, ist den Überlebenden die Freiheit gewiss. Vollkommen verunsichert und von Todesangst getrieben, schreiten die Teilnehmer zur Tat und beginnen sich körperlich selbst auf schlimmster Art und Weise zu verstümmeln. Ein Vielzahl an „brauchbaren“ Werkzeugen und Utensilien sollen die „Kreativität“ fördern und sind schnell gefunden. Was der Gruppe anfänglich noch viel Überwindung kostet, geht selbiger von Stunde zu Stunde lockerer von der Hand, denn der stete Überlebenswille jedes einzelnen Probanden lassen moralischen Normen und Werte letztendlich vollkommen vergessen.
 
 
 


 
 
 

Vile – Kritik

 
 
 
Wer denkt, dass er in sieben „Saw“-Teilen gänzlich alles gesehen hat, was sich verzweifelte Menschen in Ihre Panik vor dem eigenen Tod so alles antun können, der irrt. Denn der aktuelle Horrorstreifen „Vile“ reiht sich in jene Reihe perverser und unnötiger Folter-Tortur-Streifen, die mit allerlei ekligen und widerlichen Grausamkeiten um die Gunst der Käuferschar buhlen wollen, siegessicher ein. Mein lieber Scholli, was dem Horrorfilmfreund hier vorgesetzt wird, ist einmal mehr absolut moralisch zweifelhaft und kommt mit einer unerhört-dreisten Selbstverständlich- und Kaltschnäuzigkeit daher, dass einem als Genre-Liebhaber der Spaß am phantastischen Film glatt vergehen könnte. In „Vile“ regiert die Gewalt, der Gewalt wegen und ist wirklich einziges Mittel zum Zweck, um diesen Film überhaupt tragen zu können. Hier werden Unterkiefer eingeschlagen, Arme in kochendes Wasser getaucht, Haut mittels Käse-Reibe „abgerieben“ sowie ein heißes Bügeleisen auf menschliches Fleisch gepresst und das alles letztendlich einzig im Namen der Freiheit. Zu allem Entsetzen fügen sich die FX auch noch derart professionell in die Szenarie ein, dass sich „Vile“ sogar für „geübte“ Alles-Seher zu einer deftigen Nervenprobe entwickeln dürfte. Erstaunlicherweise handelt sich bei diesem aktuellen Werk um ein Regie-Debüt, dass zumindest in technischer Hinsicht zu überzeugen weiß und selbstverständlich die Blut-und Gore-Fraktion zufriedenstellen dürfte. Das Set ist stimmig und die Geschichte straff inszeniert. Leerlauf gibt es selten und die besagten Ekeleffekte verfehlen ihr Wirkung keinesfalls. Nachwuchs-Regisseur “Taylor Sheridan“, der sich zuvor bisher nur als Darsteller in einschlägigen Fernsehserien einen Namen gemacht hat, scheint die Drehbücher seiner bisherigen TV-Rollen genauestens studiert zu haben, denn trotz technischer Selbstsicherheit ist das notdürftig zusammengewerkelte Drehbuches seines „Vile“ kaum der Rede wert und stolpert selten auf TV-Serien-Niveau hinaus. Eine brauchbare Charakterisierung, Tiefgang oder Emotionalisierung kann Sheridian´s Erstlingswerk nicht vorweisen und so geht einem als Zuschauer das pervers-kreative Selbstverstümmeln der beliebig austauschbaren Opfer am Allerwertesten vorbei. Welche Drogen die Storyschreiber eingeworfen haben müssen, um derart kranken Quark überhaupt zu Papier bringen zu können, entzieht sich meiner Kenntnis – Fakt ist, dass „Vile“ einer dieser Filme ist, worauf die Filmwelt nun wahrlich nicht gewartet hat und letztendlich auch nicht braucht. Am Rande erwähnt, erklärt sich natürlich von selbst, dass ein Film mit derart moralisch fragwürdiger Rahmenhandlung hiesige Zensurbehörden auf die Barrikaden bringen dürfte, denn „Vile“ wird definitiv in seiner ungeschnittenen Originalversion bei der FSK keine Chance haben.
 
 
Der kranke Ideen- und Erfindungsreichtum mancher Drehbuchschreiber scheint keine Grenzen zu kennen. „Vile“ ist ein später Nachzügler des bekannten „Saw“- Franchise und kommt nicht weniger pervers und blutrünstig daher. Die Kamera hält dreist auf die Geschehnisse und der Horrorfilmfreund bekommt das, was er letztendlich auch laut Filmplakat erwartet: Gekröse, ekelige Folterspiele und perverse Abartigkeiten nonstop. Trotz inhaltlicher Leere dürfte „Vile“ zumindest die Hardcore-Fraktion befriedigen, denn die Spezialeffekte sind aller erste Sahne. Ob jedoch die Kombination aus technischem Können und inhaltlicher Leere einen guten Film zaubern, erklärt sich spätestens nach dem Abspann. Denn einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt „Vile“ leider nicht. “Taylor Sheridan” erster abendfüllender Filmbeitrag ist ein recht spezieller Film, der aufgrund seiner unkompromissbereiten Kaltschnäuzigkeit für Otto-Normalzuschauer vollkommen unzumutbar ist und scheint einer dieser Filme zu sein, die einzig dafür geschaffen sind, um den perversen Voyeurismus der blutgierigen Käuferschaft zu befriedigen.
 
 
 


 
 
 

Vile – Fazit

 
 
4 Punkte Final
 
 
Ein absolut ekliger, moralisch fragwürdiger und vollkommen perverser Schund, auf den die Welt nun wahrlich nicht gewartet hat!
 
 
 


 
 
 

Vile – Zensur

 
 
 
Der Film zeigt explizit fragwürdig derbe Folterszenen und zelebriert sie teilweise minutiös, so dass die deutsche Fassung geschnitten werden musste. Die ungeschnitte deutsche Variante wird über Österreich vertrieben.
 
 
 


 
 
 

Vile – Trailer

 
 

 
 
 
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Filmreview “The Human Centipede II (Full Sequence)” (2011)

 

Das wortkarge Muttersöhnchen „Martin“ ist besessen von dem Film „The Human Centipede“.

Völlig in seine kranke Phantasiewelt geflüchtet, hat er nur ein Ziel: die Szenen aus dem Film nachzustellen und einen noch größeren menschlichen Tausendfüssler zu kreieren.

Als Nachtwächter einer Tiefgarage gelingt es ihm daher recht schnell, 12 ahnungslose Passanten niederzuschlagen und in eine abgelegene Lagerhalle zu schleppen.

Sein Experiment kann beginnen!

 

 

Da ist er nun, der wohl meist diskutierte Genrefilm des Jahres: „The Human Centipede 2“.

Im Vorfeld wurde viel geschrieben, sogar von Verboten in England und Amerika war die Rede.

2 Szenen haben angeblich dort bei den örtlichen Zensurbehörden für derart Unwohlsein gesorgt (Masturbationsszene mit Schleifpapier und eine Vergewaltigung mit einem mit Stacheldraht umwickelten Penis), dass beide Zensureinrichtungen dem Film in seiner ungeschnittenen Form die Freigabe verweigert haben sollen.

Ob das nun ein munterer PR-Gag ist, oder ob dem Geschriebenen ein Fünkchen Wahrheit zu teil werden darf, weiß wohlmöglich allein nur das Produktions-Studio.

Ich zumindest habe, in der mir vorliegenden Fassung, weder Sandpapier noch Stacheldraht entdecken können. Vielleicht auch besser so, denn in „The Human Centipede 2“ gibt es trotzdem Gore und Splatter satt für alle.

Dabei muss ich sagen, dass mir die Fortsetzung, des selbsternannten Kultfilmes sogar besser gemundet hat, als der recht groteske, aber völlig sinnfreie Erstling.

Natürlich darf man in Teil 2 ebenfalls nach keinem wirklich tiefgründigeren Sinn suchen, denn den gibt es auch definitiv hier nicht.

Trotzdem aufgrund des schamhaft ins Extrem ausgereizten Ideenreichtum der Drehbuchschreiber, macht „The Human Centipede 2“ einfach doppelt so viel Spaß.

Natürlich ist dieser Film einzig dafür geschaffen wurden, um das gierige Nischenfilm-Publikum zufrieden zu stellen. Otto-Normal-Filmschauer dürfte an dem herrlich überzogenen Splatter-Schinken absolut null Gefallen finden und den aktuellen Teil für völlig krank betiteln und vermutlich angewidert nach der „STOP“ Taste auf dem heimischen DVD-Player suchen.

Der Genrefreund jedoch dürfte genau das erhalten, was er erwartet:

Exploitationhafte, extreme Gewalt und diverse Abartigkeiten in Kombination mit einer Menge Spaß und einer Story, die sich selbst nicht wirklich ernst nimmt. Definitiv sollte man Gezeigtes mit einem kräftigen Augenzwinkern genießen, denn wenn sich die zusammengetackerten, zu einem menschlichen Tausendfüssler umfunktionierten, Opfer gegenseitig in den Mund stuhlen und der Kot freudig gen Kamera spritzt, dürfte trotz Kloß im Hals ein herzliches Lachen nicht fehlen.

Großes Lob an den wirklich fabelhaft besetzten Hauptdarsteller Laurence R. Harvey, der das wirklich kranke Soziopathen-Schwein und Muttisöhnchen grandios wortkarg mimt. Seine völlig anormale,  perverse und zynische Vorgehensweise ist derart comiclastig und überdreht dargestellt worden, dass sich „Martin“ gern in die Liga namenhafter Filmlegenden, wie Michael Meyers, Pinhead, Jason und Co. einreihen darf. Um eine Fortsetzung wird daher dringend gebeten!

Der Filmfan dürfte des weiteren diverse Zitate aus bekannten Horrorfilmen erkennen dürfen.

Daher wirklich makaber, aber nicht minder grandios die Szene, in der das Muttersöhnchen Martin der eigenen Mutter den Kopf zertrümmert, und anschließend die bösartig zugerichtete Leiche , zurück an den Küchentisch karrt und weiter zu Abend speist, als wäre nie etwas vorgefallen. Minimale Parallelen zum Hitchcock-Klassiker  „Psycho“ sind unübersehbar.

Was die Altersfreigabe in Deutschland betrifft, so gehe ich stark davon aus, dass eine Freigabe durch die FSK hierzulande zweifelhaft, wenn nicht sogar ausgeschlossen werden dürfte. Da der fast völlig gorefreie 1. Teil der Serie , sicher aufgrund der zweifelhaften Thematik, bisher nicht in Deutschland erschienen ist, dürfte eine Veröffentlichung über Österreich wahrscheinlicher sein.

 

 

Fazit 7/10 Punkte

 

Eine würdige, abartige und völlig abgedrehte Splatter- Fortsetzung,  mit einer ordentlichen Portion schwarzen Humor, der seinesgleichen suchen dürfte. Zuschauer, mit empfindlichen Reizmagen sei diese Fortsetzung definitiv nicht zu empfehlen.

FSK-Prognose: Freigabeverweigerung

Hellraiser80


Filmreview: “Panic at Rock Island” (2011)

 

Auf einer Insel im Sydneyer Hafen soll ein spektakuläres Musik-Festival 3 Tage für unausgelassenen Tanzstimmung sorgen. Das junge Paar Ari und Zed versuchen über Umwege auf das Festival zu gelangen. Um dem teuren Ticketkauf zu umgehen, schleichen die beiden durch einen unterirdischen Tunnel, der Festland und Insel miteinander verbindet. Dort stoßen sie auf einem übel zugerichteten Mann, der scheinbar Symptome einer mysteriösen Krankheit aufweist. Kaum die Behörden eingeschaltet und in Kontakt mit dem infizierten Kranken gekommen breitet sich das Virus rasend aus. Unwissend, das, das Pärchen mit dem Virus infiziert ist bringen die beiden es auf das Festival und lösen eine katastrophale Kettenreaktion aus. Ein Festivalbesucher nach dem Anderen infiziert sich mit der todbringenden Seuche und Panik bricht aus. Jim, ein junger euphorischer Arzt, ruft sofort Quarantäne aus – der Staat unternimmt nichts. Als Jim schmerzlich feststellen muss, dass sich seine Kinder mit auf dem Festival befinden, greift er selbst ein.

 

Das ich so was noch erleben darf. Ein Thriller über einen Killervirus, der Menschen ausnahmsweise mal nicht zu fleischgierigen Killermaschinen mutieren lässt.

Der für den Amerikanischen Pay-TV Sender „Sci-Fi“ produzierte „Panic at Rock Island“ ist weniger Zombie-Gurke als vielmehr Katastrophen-Film, der eigentlich recht ordentlich zu unterhalten weiß.

Aufgrund der Vielzahl an unterschiedlichen Charakteren konzentriert sich der Film auf eine handvoll Protagonisten und schildert die Geschichte aus deren Sicht.

Da recht ordentlich was los ist in den knappen 90 Minuten Filmlaufzeit, kommen dabei jedoch die ein oder anderen Schicksalsschläge diverse Hauptfiguren ein wenig zu kurz, ganz zum Leidwesen der Dramaturgie und der Charakterentwicklung. Auch sind mir die penetrant aufgesetzt wirkenden Zufälle, die das Geschehen versuchen rasant vorantreiben , etwas zu unglaubwürdig geraten – etwas mehr Realitätssinn hätte dem Film ersichtlich produktiver gemacht.

Das ist aber alles weiter nicht schlimm, zumal man von einem günstig produzierten TV-Event eigentlich weniger tiefgründige Unterhaltung erwartet und dennoch positiv überrascht ist, wie sehr die Produktion doch zu fesseln vermag.

Überraschenderweise geizt der Film nicht mit genretypischen Ekel- und Effektsequenzen. Sicherlich kommt der Genrefan nicht in Genuss irgendwelcher völlig grotesken Blut- und Splatterexzesse, dennoch das Make-up Design der infizierten Opfer schaut schon recht fies aus und bietet ordentlich Abwechslung zwischen den verschiedenen Status der Krankheit.

Leider waren mir die nervenden Kotz- und Brechszenen der Infizierten mit der Zeit etwas zuwider, diesen Effekt hat man sprichwörtlich bis zum „Erbrechen“ ausgereizt, was gerade zum Ende hin eher peinlich wirkt, als spannend überzeugend.

Nichtsdestotrotz: ein wenig „28 Days later“ ,eine Priese “George A. Romero” (nur ohne Zombies) gewürzt mit etwas „Emergency Room“ machen dieses, fürs TV gedrehte Katastrophen-Movie, zu einem kurzweiligen Filmvergnügen ohne viel überflüssigen Schnick-Schnack.

 

 

Fazit 5,5 / 10 Punkte

 

TV-Event wie er im Buche steht. Rasanter Katastrophenfilm der kaum Platz fürs Verschnaufen bietet. Coole Make-up Effekte runden das Spektakel ab. Kann man sich anschauen!

Hellraiser80


Filmreview: “The Orphan Killer” (2011)

 

Als das Geschwisterpaar Marcus und Audrey Miller durch einen kaltblütigen Mord eines Einbrechers beide Elternteile verlieren, werden sie in das naheliegende Kinderheim gebracht.

Das jener Vorfall an den beiden nicht unbeschadet vorrübergegangen ist wird deutlich, als Marcus emotionslos ein anderes gleichaltriges Heimkind mit einem Baseballschläger niederknüppelt. Fortan wird er von den betreuenden Schwestern des Heimes gehasst, gedemütigt und misshandelt. Nachdem Audrey liebevoll von Pflegeeltern aufgenommen wird und behütet heranwächst, bleibt Marcus hasserfüllt im Heim zurück.

Jahre später, spürt Marcus seine Schwester auf und meuchelt alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt.

 

 

Hilfe, was ist denn Bitte das?

Vorab, dieser explizite Reißer dürfte es mit einer Veröffentlichung in deutschen Gefilden arg schwer haben. Was in „The Orphan Killer“ gemeuchelt, geschlitzt, gerissen und gesägt wird dürfte selbst den hartgebrühtesten Gorehound vor Erstaunen jauchzen lassen.

Dabei geht „Marcus“ mit einer derartigen Kaltschnäuzigkeit zugange, die selbst Michael Meyers in seinen letzten Werken alt aussehen lässt.

„The Orphan Killer“ setzt dabei generell NUR auf selbstzweckhafte Darstellung diverser Grausamkeiten, was den Film zwar einerseits aus der Masse unzähliger „Slasher-Filme“ hervorhebt, ihn aber dadurch auch nicht besser macht.

Atmosphäre wird dabei durch viele wirklich hübsche Kamerafahrten (trotz Digitallook) erzeugt aber, und das ist neben der dünnen Handlung der größte Manko des Films, durch einem überaus nervigen Hardrocksoundtrack wieder zunichte gemacht.

Immer dann, wenn „Marcus“ zum „Werkzeug“ greift wird der Zuschauer mit einem derartig abartigen Heavy Metal Geschrei-Sound überschüttet, der die wirklich derben Szenen des Films noch einmal so richtig schön plakativ und reißerisch hervorhebt und unterstreicht. Schade, sowas hätte echt nicht sein müssen.

Etwas mehr unheimliche Soundkulisse und einem wirklich atmosphärischen Score, hatte dem Film ersichtlich gut getan, bietet „The Orphan Killer“ doch mit „Marcus“ einen Killer, der sicherlich Potenzial genug gehabt hätte für die eine oder andere Fortsetzung.

Der findige Horrorfilm – Allesseher dürfte, gerade in Betracht auf die Skelett-Maske des Titelhelden, diverse Parallelen zu aktuellen Produktionen wie „Midnight Movie“ oder „Laid to Rest“ erkennen. Hätte Regisseur Matt Farnsworth mehr Wert auf Story-Qualität statt Mordquantität gelegt, wäre ihm sicherlich mit seinem aktuellen Werk, neben besagten Filmen, ebenso der ganze große Sprung gelungen. Auch mit wenig finanziellen Mitteln kann man heutzutage nennenswerte Filme drehen.

Die wenig gelungenen Ansätze in „The Orphan Killer“ konnte mich  dennoch leider nicht überzeugen. Unzählige Blut- und Ekeleffekte allein (obwohl diese wirklich einen sehr professionellen Eindruck gemacht haben) machen für mich leider noch keinen guten Horrorfilm.

Trotz magerer Laufzeit von gerade mal ca. 80 Minuten fühlte ich mich absolut NICHT unterhalten. Vielmehr wurde ich von einer Ekelszene zur nächsten gehetzt, was mich dann doch mehr oder weniger ermüdet hat. Beweggründe über Marcus´s Handelns wurden zwar durch kurze Rückblenden oberflächlich angerissen aber nicht weiter ausgebaut. Da hätte ich mir mehr Hintergrundinfos gewünscht.

 

 

Fazit 3,5/10 Punkte

 

Horrorschnellschuss!

Eine Metzelorgie ohne Sinn und Verstand. Blut und Gewalt allein machen leider noch keinen guten Horrorfilm.

Im übrigen: der Trailer ist von wirklich unterirdischer Qualität. Das Endresultat bietet natürlich „gehobenere“ Digitallook-Qualität!

(Laut FSK-Indizierungsliste vom Januar 2012 gilt die Originalversion von “The Orphan Killer” bis auf weiteres indiziert – Erklärung:  Zur Indizierungsliste “B” gehören alle die Medien, die nach Ansicht der Bundesprüfstelle als strafrechtlich bedenklich einzustufen sind und dadurch einem Verbreitungsverboten nach dem Strafgesetzbuch (StGB) unterliegen)

Hellraiser80


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