Filmreview: “Amphibious 3D” (2011)
Die Meeresbiologin „Shane Skylar“ hat sich auf die Erforschung vorgeschichtlicher Lebensformen spezialisiert.
Zusammen mit ihrem Freund und Bekannten „Jack“ macht sie sich auf die Suche nach Proben prähistorischer Lebens im nördlichen Bereich des Meeres vor der Sumatrainsel.
Kaum mit ihrer Reise gestartet entdecken sie mitten auf dem Meer eine schwimmende Fischerei-Plattform, auf der einige Waisen von einer handvoll skrupelloser Schmuggler und Kleinkrimineller zur Kinderarbeit gezwungen werden.
Biologin Shane fühlt sich sogleich mit einer der Waisen, dem Knaben „Tamal“, emotional verbunden und die Forscherin wird von dessen einzigen lebenden Verwandten, einem Zauberer für Schwarze Magie, gebeten das Kind zurück nach Hause zu bringen.
Doch irgendetwas scheint mit „Tamal“ nicht zu stimmen, denn seit seiner Ankunft auf dem schwimmenden Fischkutter scheint ein längst verborgenes prähistorisches Wesen nach Menschenfleisch zu lechzen und das Waisenkind scheint in irgendeiner Art der Schlüssel für das Erscheinen der Kreatur zu sein.
In einschlägigen Fanfachkreisen dürfte der Name „Brian Yuzna“ definitiv ein Begriff sein und für gehörig Begeisterungsstürme, sowie zittrige Hände bei Horrorfans auf dem gesamten Erdball sorgen, wenn im Internet Gerüchte die Runde machen, dass der beliebte Regisseur, Produzent und Drehbuchautor vermutlich an einem neuen Werk bastelt.
Dabei liegen die wirklich erfolgreichen Werke des Kultregisseurs bereits Jahre zurück und der Produzent der berüchtigten „Re-Animator“- Trilogie (deutsche Blu-ray Auswertung des ersten Teils erfolgt noch dieses Jahr durch Vertrieb „Capelight“) machte zuletzt leider hauptsächlich durch qualitativ minderwertige B-Horrorware auf sich aufmerksam.
Jetzt, fast 6 Jahre nach seinem letzten abendfüllenden Spielfilm, nimmt er erneut auf dem Regiestuhl platz und versucht mit „Amphibious 3D“ an seine frühen Erfolge aus den 80er/90ern anzuknüpfen.
Damit er sich auch bei der jüngeren Generation an neuen Horrorfans einen Namen macht, setzt er bei seinem aktuellen Monsterspaß auf den derzeit recht beliebten 3-D Gimmick und erhofft mit „Amphibious 3D“ den Sprung zurück auf die vorderen Ränge der ganz großen Horrorregisseure.
Nun ja, das der Regisseur so langsam in die Jahre gekommen ist, dürfte anhand seiner recht durchwachsenen Regievita der letzten 10 Jahre nicht von der Hand zu weisen sein, denn seine letzten Werke „Beneath Still Waters“ oder „Rottweiler“ waren mehr B-Trash-Horror, als ernstzunehmende und vorm allem stimmige Genreunterhaltung.
Auch sein aktueller Film „Amphibious 3D“ schaut, trotz aktueller 3D-Technik, eher wie ein Abenteuerfilm-Mix aus den 80ern aus und dürfte die heutige MTV-Generation nur mäßig beeindrucken.
Für alle (erwachsen gewordenen ) Horrorfilmfans, die wie ich, mit den Horrorfilmen der 80er großgeworden sind, sei dennoch jauchzend-triumphierend verraten: sein Comeback ist geglückt, Yuzna ist zurück und er hat ganz sicher ALLES richtig gemacht.
Dabei sollte allen Filmfreunden bereits nach Sichtung des Trailers klar sein, dass man „Amphibious 3D“ zu keiner Filmminute überhaupt ernst nehmen kann. Schon das sehr comic-lastige Filmintro lässt bereits erahnen worauf Yuznas „Creature-Feature“ hinauslaufen wird und das bei seinem aktuellen Werk weniger ernstzunehmender Terror und ausgefeilte Spannung im Mittelpunkt steht, als vielmehr Spaß am überzogen dargestellten Horror.
Yuznas unverkennbare Handschrift ist auch in „Amphibious 3D“ deutlich erkennbar und sein aktueller Beitrag reiht sich neben „Faust: “Love of the Damned“ (2000), „The Re-Animator“ (1985-2003) und „Return of the living Dead 3“ (1993) passend in die Reihe gleichwertig überzogener comicähnlicher Werke seines bisherigen Schaffens ein.
Das der „Meister“ gerade in der Soundgestaltung enorm viel dazugelernt hat ist vor allem am recht theatralisch wirkenden Filmscore bemerkbar. Denn immer dann, wenn das prähistorische Etwas in Erscheinung tritt wummern die Trompeten und Trommeln aus allen Surround-Kanälen .
Das sorgt im Kino und zuhause bei vollaufgedrehter Kinoanlage für heftiges Zusammenzucken und gestaltet sich effektiver als so manch plakativer Schockeffekt.
Aber auch ohne das Erscheinen der Kreatur, hat die heimische Heimkinoanlage gehörig zu arbeiten. Es knarrt und wummert und zischt durch die Bank hinweg und treiben das Heimkino gerade gegen Ende hin an seine Höchstgrenzen.
„Amphibious 3D“ seht demnach, zumindest soundtechnisch, aktuellen Hochglanz-Hollywoodproduktionen in nichts nach.
Das „Creature“- Design ist recht bodenständig ausgefallen, hätte aber auf jeden Fall Potenzial nach oben gehabt. Insofern sich das Wesen nur durch Stampen und durch Durchbohren der Fischereibootwände bemerkbar macht sind die teilweise recht ordentlich ausgearbeiteten CGI-Effekte erste Sahne. Aufgrund des beschränkten Budgets nutzt Yuzna aber vordergründig Handgemachte Effekte, die sich unwesentlich von den computergenerierten Spezialeffekten unterscheiden.
Leider ist das begrenzte Produktionsbudget gerade gegen Ende hin unweigerlich ersichtlich.
Denn dann, als das Monster die handvoll Überlebender in seiner kompletten Erscheinung zum Endfight herausfordert, beschränkt sich die Aktion des Wesens auf wirres und planloses Umhergezappel.
Irgendwie schade, trotzdem gestalten sich die CGI-Spezialeffekte im Vergleich zu diversen anderen aktuellen Produktionen, wie z.B. aus dem Hause „Asylum“ (siehe Review: „A Haunting in Salem“), als glaubhafter, sehbarer und vor allem liebevoller.
Mit „Amphibious 3D“ ist es Brian Yuzna erstaunlicherweise gelungen, nach Jahren minderwertiger Heimkinoveröffentlichungen wieder mit positiven Kritiken auf sich aufmerksam zu machen.
Sicherlich ist sein aktuelles Werk bei weitem nicht so genial, wie die unzähligen Werke, die ihm Mitte der 80er und Anfang der 90er Kultstatus verliehen haben.
Dennoch, sein Monsterfilm erinnert zumindest in der Umsetzung an die ganz Großen Liga grotesker Monsterklassiker („Godzilla“) und verbeugt sich als liebevolle Hommage ehrfürchtig vor den ganz Großen Kultfilmen innerhalb seines Subgenres.
Hoffen wir, dass „Amphibious 3D“ weltweit passablen Erfolg ernten wird und wir demnach erwartungsvoll auf weitere „Yuzna“-typische Filmperlen hoffen dürfen – denn so flüssig wie sein derzeitiger Beitrag umgesetzt wurde, scheint Yuzna gerade wieder zurück zu seiner kreativen Ader gefunden haben.
Alte Filmhasen, die mit den Filmen Yuzna´s aufgewachsen sind, dürften an dieser Monsterhatz ihre helle Freude haben.
Die jüngere Generation an Filmfreunden, die sich vorwiegend für aktuelle Mainstreamware interessiert, wird den Hype ihrer älteren Filmfreunde garantiert nicht nachvollziehen können und dürften für diesen traditionell, unspektakulär und geradlinig umgesetzten Filmspass garantiert kein müdes Lächeln übrig haben.
Fazit 6,5/10 Punkte
Yuzna „kurbelt“ sich wieder warm. Nach diversen schlechten Direct-to Produktionen läuft der Kultregisseur mit „Amphibious 3D“ wieder zu alter Hochform auf.
„Ampibious 3D“ nimmt sich zu keiner Minute ernst und hebt sich erfrischend-positiv vom derzeitigen überproduzierten Folter- und Remakefilmmarkt ab. Bitte mehr davon!
(FSK -Prognose: aufgrund kaum expliziter Gewalt, keine Angst das Monster sorgt dennoch für ein paar Tote, dürfte der Filme in seiner ungeschnittenen Version eine FSK16 erhalten)
Hellraiser80
Deutsche “The Re-Animator” und “The Bride of Re-Animator” Blu-rays

Wie “Capelight Pictures” am Wochenende per Facebook mitteilte werden die beiden Klassiker “The Re-Animator“, sowie die Fortsetzung “The Bride of Re-Animator” im nächsten Jahr auf Blu-ray Disc erscheinen.
Ob es sich um Veröffentlichungen in den beliebten Mediabooks inkl. DVD/Blu-ray Combo handeln wird, ist bisher noch nicht bekannt. Ebenso ungewiss, ob Capelight eine Listenstreichung und eine FSK-Neuprüfung für beide Filme anstrebt.
Jedoch können Fans sicher sein, dass es diesmal eine, den Klassikern gerechte Umsetzung geben wird – die bisherigen deutschen DVD Veröffentlichungen waren ja eine vollkommene Katastrophe!
Hellraiser80
Blu-Ray Genre-Veröffentlichungen im Herbst 2011
Der Herbst wird für alle Genre-Fans wunderbar.
Neben den ungeschnittenen Versionen von “Eden Lake” (Universum, ca 10-15€) und “Blood Creek” (Universum, ca 10-15€) erscheint ebenfalls die ungekürzte Version von “Hellraiser 3″ (Kinowelt) auf dem Blaustrahlmedium.
Für alle die interessant, die die kürzlich veröffentlichten “Hellraiser”-Mediabooks gekauft und die Film-Reihe weiterhin vervollständigen möchten.
Ausserdem werkelt CAPELIGHT Pictures soeben an zwei Auflagen des beliebten “Battle Royale”. Vorgesehen sind hierfür 2 Mediabooks. Eines davon soll sogar die 3D-Version des Knallers beinhalten.
Weitere Veröffentlichungen: “Cold Prey 3″ (Sunfilm) und “Cold Prey 1+2″ (Sunfilm) im Doppelpack., sowie “Scream 4″ (Universum) im limitierten Steelbook.
Filmreview “Jack Ketchum: The Woman”
Die Cleerks – eine scheinbar völlig normale Familie.
Bis “Daddy Cleerks” bei seinen Jagdausflügen eines Abends eine völlig verwahrloste Wilde im Wald entdeckt, sie niederschlägt und die “Daheimgebliebenen” mit einem neuen “Kellergast” beglückt.
Sein Ziel die Wilde zu “sozialisieren” lüftet den Schleier eines über Jahre gut “geplegten”, derb-makaberen Familiengeheimnisses.
Nach diversen guten und mittelprächtigen Verfilmungen kontroverser Romane des Buchautors “Jack Ketchum” erschien nun ein weiterer cineastischer Ableger seines Schaffens mit “The Woman“.
Bereits bei der Erstaufführung des Filmmaterials auf dem diesjährigen Sundance – Festival zu Beginn des Jahres soll es, glaubt man diversen Internetforen, die ersten Eskalationen gegeben haben. Angeblich soll einer der Zuschauer mit dem stark frauenverachtenden Grundton des Filmes so psychisch überfordert gewesen sein, dass er die sofortige Vernichtung des Filmmaterials forderte.
Gerüchte hin oder her, als raffinierter Schachzug für eine Bessere Vermarktung des Machwerks allemal eine recht förderliche Sache. Zumindest um das kleine “Indie-Juwel” aus dem Sumpf der Masse an Filmproduktionen positiv hervorzuheben.
Eins vorweg, “The Woman” ist hart und frauenverachtend geworden – zumindest auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick offenbahrt uns ein ergreifendes Familiendrama das den Zuschauer an die Grenzen seiner psychischen Belastbarkeit drängt.
Otto-Normal-Filmkonsument wird die Thematik (wie bei diversen “Ketchum“- Verfilmungen zuvor) bitter und übel aufstossen – zu kontrovers, zu mainstream-fern, zu blutig.
Für alle offenen Filmfans ist “The Woman” eine Offenbahrung: tiefgründig, makaber, spannend.
Die teilweise ins Extrem driftenden schauspielerischen Leistungen seien an dieser Stelle für eine derart niedrigbudgetierte Independent-Produktion positiv hervorzuheben. Die gepeinigte Wilde (grandios und authentisch gespielt von Pollyana McIntosh), ebenso die geschundene Ehefrau (Angela Bettis hat nie besser performt) führen den Zuschauer glaubhaft, sicher und intensiv entlang dem Story-Faden bis zum bitteren und harten Ende.
Mit selbstzweckhafter, grafischer Gewalt geizt auch die neueste “Ketchum“-Verfilmung nicht. Beginnt der Film noch recht unscheinbar und idyllisch, steigert sich bis zum erlösenden Ende auch der Spannungs-, Gore – und Splatteranteil. Dem geübten Gorehound wird das sicher munden, der deutschen FSK-Zensurbehörde mit Sicherheit nicht. Noch wurde der Film vom Vertriebs-Label CAPELIGHT Pictures nicht zur Prüfung vorgelegt. Wundern dürfte es mich zumindest nicht, würde “The Woman” in hiesigen Gefilden eine Freigabe-Verweigerung erhalten.
Fazit: 8/10 Punkte
Hartes, glaubhaftes und intensives Horror-Drama, das für den geübten Mainstream-Zuschauer nur bedingt zu empfehlen ist. Offene und nervenstarke “Nieschen”-Filmschauer werden an diesem kleinen Horrorjuwel ihre helle Freude haben.
Hellraiser80


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