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Filmreview: “Hatchet 3″ (2013)

Hatchet-3-2013
 
 
 

HATCHET 3

Story

 
 
 
Nachdem Marybeth (Danielle Harris) den Geist Victor Crowleys (Kane Hodder) zur Strecke gebracht hat, wird sie in eine naheliegende Polizeistation gebracht, wo der Verdacht bezüglich der grausamen Morde direkt auf sie fällt. Niemand möchte ihr Glauben schenken, dass in den Wäldern eine unberechenbare Killermaschine haust, die für die Bluttaten zur Rechenschaft gezogen werden muss. Um ihre Unschuld zu beteuern, willigt sie ein, zusammen mit der Journalistin Amanda (Caroline Williams) die Asche von Crowleys Vater zu finden, die dem Spuk endlich ein Ende bereiten soll. Währenddessen werden die leblosen Überreste des Sumpfkillers von einem SWAT-Team in Sicherheit gebracht. Keiner der Anwesenden scheint zu ahnen, dass die Kreatur wieder von den Toten auferstehen und ihr blutiges Treiben erneut fortsetzen wird. Kann Marybeth dem rastlosen Mörder noch rechtzeitig das Handwerk legen?
 
 
 


 
 
 

HATCHET 3 – Kritik

 
 
 
Alle guten Dinge sind drei dachte sich vermutlich HATCHET-Macher ADAM GREEN (FROZEN – EISKALTER ABGRUND) und kurbelte in Windeseile den abschließenden, dritten und – planmäßig – letzten Teil der beliebten HATCHET-Serie herunter. Diesmal hat der Filmemacher das Regiezepter an BJ MCDONNELL weitergereicht, der für die beiden vorherigen Teile als Kameramann verantwortlich zeichnete und nun mit dem Abschluss der Trilogie seinen Einstand als Chef am Set gibt. Wirklich förderlich ist dieser konsequente Wechsel dem jüngsten Sequel nicht wirklich, denn HATCHET III ist leider nicht das geworden, was man von einem derart beliebten Franchise erwartet hätte. Während Kollege MCDONNELL vehement versucht, des wilden Treibens auf der Mattscheibe Herr zu werden, fungiert Erfinder ADAM GREEN diesmal nur als Produzent und Drehbuchautor. Aufgrund der Erwartungshaltung der Fanbase erschien der Druck enorm, so dass GREEN krampfhaft versucht haben muss, der Geschichte des mordgierigen Sumpfgeists ein würdiges Ende zu bereiten.
 
Herausgekommen ist eines, der vermutlich überflüssigsten Sequels der Filmgeschichte. Nicht einmal drei Jahre nach Fertigstellung des zweiten Teils kommt es in die Heimkinos der Welt. Ein Umstand, der dem Film keinen Gefallen tut. Die Geschehnisse wirken an den Haaren herbeigezerrt, die kaum vorhandene Geschichte zwanghaft auf Spielfilmlänge aufgeblasen. HATCHET-Erfinder GREEN scheinen die Ideen für einen würdigen Abschluss ausgegangen zu sein, so dass der dritte Aufguss förmlich wie ein Best Of der witzigsten Szenen der Vorgänger wirkt. Dabei schließt die Handlung direkt an die Geschehnisse des zweiten Teils an. Heldin MARYBETH schwingt die Kettensäge und macht Sumpf-Legende VICTOR CROWLEY mittels Schrotgewehr einen Kopf kürzer. Der irre Axtkiller scheint besiegt, wäre da nicht die Fluch, auf den Gebeinen der Kreatur und sie Nacht für Nacht unbeschadet von den Toten auferstehen lässt. Während die Geschichte konsequent weitergesponnen wird und sich MARYBETH zusammen mit Journalistin AMANDA und Sheriff FOWLER (ZACH GALLIGAN – war mal fast ein Star mit GREMLINS) auf die Mission begibt, der Wiederauferstehung des Bösen zu ein Ende zu machen, spielt sich eine Parallelhandlung ab. Ein wenig informiertes SWAT Team erkundet den Sumpf nach den Überresten der Opfer und stößt am darauffolgenden Abend natürlich auf den filetierten VICTOR CROWLEY, der sich wieder bester Gesundheit erfreut. Was folgt ist der obligatorische Blutzoll, den Fans der Reihe vermutlich auch erwartet haben.
 
Köpfe werden gespalten, Hirne fliegen vor die Linse und Gliedmaßen werden abgetrennt, ganz so wie man es seit jeher von HATCHET gewohnt ist. Ernstzunehmen ist das blutige Gorefest zu keiner Minute, dazu sind die Effekte zu überladen, zu überdreht und zu unausgegoren, was mit Sicherheit auf das beschränkte Budget zurückzuführen ist, das der Produktion zur Verfügung gestanden hat. Während sich der Film in der zweiten Hälfte in ein regelrechtes Effekt-Feuerwerk verwandelt, bleibt dem Zuschauer dennoch nicht verwehrt, dass das alles zwar ganz nett anzuschauen ist, aber nicht wirklich Substanz besitzt. Das einfallslose Finale ist weder spannend noch sonderlich innovativ. Die Szenenabfolge wiederholt sich bis zum Erbrechen, so dass spätestens nach der zehnten Enthauptung merklich Langeweile eintritt. Wie im Slasherfilm üblich- braucht der Filmfreund auch rein gar nicht über das oft sonderbare Handeln der Anwesenden zu grübeln. Die verhalten sich natürlich durch die Bank weg sinnbefreit und finden entsprechend schnell einen möglichst blutigen Tod – etwas anderes würde den Horrorfilmfan auch wundern. Während es der Original-HATCHET herrlich selbstironisch verstand, sich von der Masse hölzerner Backwood-Slasher abzuheben, ist der aktueller Beitrag weder Fisch noch Fleisch. Zwar ist das Geschehen auch weiterhin mit einem Augenzwinkern abgelichtet; die Geschichte aber so trivial und unwichtig, dass man nicht verstehen möchte, warum man sich dafür entschieden hat, einen weiteren Teil zu drehen. Die Handlung hätte genauso gut in HATCHET II eingearbeitet werden können. So ist HATCHET III zwar ganz nettes Splatterkino mit großartigen Cameo-Auftritten bekannter Stars der Horrorfilmwelt, ein würdiges Finale erlebt das HATCHET-Universum aber nicht!
 
 
 


 
 
 

HATCHET 3 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Splatterkino zu wie es sein soll: kompromisslos, hart und blutig. Abgesehen vom durchaus blutroten Treiben ist HATCHET 3 leider nicht das Finale geworden, was man sich bei einem derart beliebten Franchise gewünscht hätte, denn wirklich frisch und ideenreich kommt der neuste Aufguss nicht daher. Stattdessen werden dem Zuschauer hier die bekannten Zutaten der Serie noch einmal lauwarm serviert. Schade drum!
 
 
 


 
 
 

HATCHET 3 – Zensur

 
 
 
Der Splatteranteil in HATCHET 3 ist erstaunlich hoch und durchaus seigefreudiger als im Vorgänger. Die netten, handgemachten Effekte sind trotz der ironischen Umsetzung dennoch erstaunlich hart, so dass HATCHET 3 hierzulande das gleiche Schicksal ereilen dürfte, wie bereits HATCHET 2: Freigabenverweigerung seitens der FSK!
 
 
 


 
 
 

HATCHET 3 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)

Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)

Rites of Spring (2011)

Nobody gets out alive (2013)

No One Lives (2012)


Filmreview: “Coffin Baby” (2013)

Coffin Baby (2013)
 
 
 

Coffin Baby

Story

 
 
 
Ein Killer geht um in Hollywood. Als eine Frau brutal ermordet in ihrem Apartment vorgefunden wird, beginnt ihre Schwester Samantha (Chauntal Lewis) bei den zuständigen Ermittlungen zu helfen. Dumm nur, dass sie alsbald selbst ins Visier des Killers gerät, kurz darauf entführt und in die Behausung des Psychopathen verschleppt wird. In eine Zelle eingepfercht, muss sie fortan dem unbarmherzigen Treiben der vermummten Gestalt beiwohnen, die darin Erfüllung findet, ahnungslose Bürger in das kuschelige Heim zu entführen, wo diese dann vor den Augen der verängstigten Frau kaltblütig gefoltert, zersägt und gekocht werden …
 
 
 


 
 
 

Coffin Baby – Kritik

 
 
 
Wir erinnern uns: als Hollywood vor über einem Jahrzehnt verhäuft damit begann, einschlägige Horror-Klassiker gewinnträchtig zu recyceln, spendierte Kult-Regisseur TOBE HOOPER (TEXAS CHAINSAW MASSACRE) auch dem Slasher-Klassiker THE TOOLBOX MURDERS eine vielversprechende Frischzellenkur. Nach Jahren vornehmlich erfolgloser Low-Budget-Produktionen erntete HOOPER mit seiner Neuauflage endlich wieder die Aufmerksamkeit, die ihm bereits in den 70/80ern zuteil wurde. Mit seinem souverän abgedrehten TOOLBOX MURDERS Remake gelang es ihm spielend, die Gunst der Genre-Fans wiederzugewinnen und mit seinem Reboot des 70er-Jahre Horrorschockers endlich wieder an die frühen Erfolge seiner Karriere anzuknüpfen.
 
Zehn Jahre sind seither ins Land gegangen; Zeit, den maskierten Killer ein weiteres Mal zur Tat schreiten zu lassen. Etwas mysteriös scheint die Realisierung des Projektes vorangegangen zu sein. Anfänglich noch TOOLBOX MURDERS 2 betitelt, trägt der Film nun den weniger bedeutsamen Titel COFFIN BABY. Als Filmfreund ahnt man bei derart rigoroser Umbenennung nichts wirklich Gutes und in der Tat, das Sequel entpuppt sich als absolute Vollkatastrophe, die es tatsächlich nicht einmal ansatzweise verdient, einen derart bekannten Titel tragen zu dürfen. Autor und Regisseur DEAN JONES hat mit der Quasi-Fortsetzung einen vollkommen wirren Film geschaffen, der zwar nach wie vor den bekannten Killer zum Thema, aber mit der eigentlichen Vorlage rein gar nichts mehr gemein hat.
 
JONES, bekannt geworden durch seine Make-up und Spezialeffekt-Künste in einschlägigen Genre-Produktionen (ebenso im Remake zu THE TOOLBOX MURDERS), präsentiert nun mit COFFIN BABY sein eigentliches Regie-Debüt, wobei die schwierige Entstehungsgeschichte des Werks leider zu offensichtlich ins Gewicht fällt und den Film dadurch einfach nur noch verworren erscheinen lässt. Viel zu oft kann sich der Zuschauer des Gefühls nicht erwehren, mehrere Autoren hätten abwechselnd versucht, des Drehbuchs Herr zu werden. Die Geschichte um den sagenumwobenen Hollywood-Killer wirkt unlogisch, unausgegoren und unstrukturiert. Die vielen Ideen der Drehbuchautoren durchzieht kein roter Faden, so dass JONES verzweifelt darum bemüht ist, die ohnehin nicht vorhandene Geschichte in einer losen Aneinanderreihung möglichst ekelhafter Goreszenarien zu ersäufen. Hierbei fließen derart viele Elemente aktuell so beliebter Horrorware in den Plot von COFFIN BABY, dass man nicht leugnen kann, bereits nach nur wenigen Minuten die Übersicht über die Geschehnisse verloren zu haben. Ob Slasher-, Folter oder Kannibalismus-Szenen; der moralisch fragwürdige Kontext des gesamten Szenarios dürfte auch hierzulande Grund genug sein, dem Film keine Freigabe zu erteilen.
 
Immerhin, und das muss man dem Film dennoch positiv anrechnen, schafft er es mit Leichtigkeit, die Gorehounds unter den Filmfreunden zufriedenzustellen. Hier werden menschliche Körper wie am Fließband zersägt, zerhackt und filetiert und ein wahrliche bluttriefendes Spezialeffekt-Feuerwerk abgebrannt, wie man es vermutlich schon lange nicht mehr in einem Horrorfilm erleben durfte. Sinn ergibt das natürlich alles rein gar nicht, wobei im Falle COFFIN BABY auch nicht wirklich ersichtlich ist, ob es sich denn hier nun um einen ernsthaften Horrorfilm oder eher eine rabenschwarze Komödie handeln soll. Gerade Opfer SAMANTHA durchlebt im Verlauf der Handlung nicht nur ihr ganz persönliches Martyrium; sie versucht auch ihren wirren Geisteszustand mit den dämlichsten Interaktionen zu unterstreichen. So wohnt sie nicht nur dem widerwärtigen Treiben des Killers mit Tüten von Popcorn bei; sie beginnt auch die unmöglichsten Dinge mit den Bergen von Leichenteilen in ihrer Zelle zu veranstalten. Manche dieser Szenen wirken derart überspitzt, das man meinen könnte, mit COFFIN BABY eine vollkommen überzogene Persiflage bekannter Folter-Schocker serviert zu bekommen. Trotzdem, bis auf die Unmengen an Ekelszenen besitzt COFFIN BABY keinen erkennbaren Mehrwert. Die Handlung bietet nichts, was man nicht schon unzählige Male in anderen Folterstreifen zu Genüge gesehen hätte. Das Motiv des Killers ist kaum zu erkennen, ganz geschweige das es plausibel nachwirken will. Die Entwicklung einer Art Stockholm-Syndrom beim Opfer wirkt lächerlich und der unbeholfene Geister-Subplot vollkommen fehl am Platz. Da kann man nur hoffen, dass Regieneuling DEAN JONES demnächst zu alter Größe zurückfindet und sich lieber wieder als kreativer Spezial-Effekte-Macher verdingt, statt auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen.
 
 
 
Bei COFFIN BABY handelt es sich um ein ganz schön übles Stück Zelluloid, das da demnächst deutsche Zuschauer beglücken möchte. In welcher Form dieser Film dabei über die heimischen Mattscheiben flimmern wird, dürfte vermutlich gänzlich außer Frage stehen. COFFIN BABY ist eines dieser Werke, das in ungeschnittener Form nie und nimmer seinen Weg nach Deutschland finden wird, wobei an dieser Stelle noch einmal die “harte” Arbeit der hiesige FSK erwähnt werden sollte, die den Fan regelmäßig vor allzu zeigefreudiger Splatterkunst bewahrt und wahrlich dummen Filmen wie COFFIN BABY die Freigabe verweigert. Lobenswert, denn im Falle von COFFIN BABY könnte die Arbeit der deutschen Zensurbehörde nach all der langen Zeit endlich einmal Sinn ergeben. Dieser Film ist eine wahrhafte Lachnummer und ergeht sich augenscheinlich nur im Abhandeln möglichst widerwärtiger Ekelexzesse und unmenschlicher Grausamkeiten, ohne dabei überhaupt eine gehaltvolle Geschichte zu erzählen. Immerhin dürfte COFFIN BABY als ansprechendes Bewerbungsvideo eines ambitionierten F/X-Künstler dienen, der mit Hilfe offensichtlich realistisch wirkender Gräueltaten versucht, die Karriereleiter ein klein wenig nach oben zu klettern. Dieser Versuch ist leider trotzdem gescheitert, da die Fortsetzung des TOOLBOX MURDERS Remakes leider vollkommen ungenießbar ist. Hier gilt einmal mehr die Devise: literweise Blut und Ekeleffekte machen noch lange keinen guten Horrorfilm. Außer dem möglichst graphischen Abschlachten hilfloser Menschen besitzt der Film leider keinen prägnanten Inhalt. Schade, dass ein so kultiges Franchise, wie das des TOOLBOX MURDERS, mit so einer unterbelichteten Fortsetzung derart in den Schmutz gezogen wird.
 
 
 


 
 
 

Coffin Baby – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
COFFIN BABY überzeugt mit einem Body Count, der selbst im Genre seinesgleichen suchen dürfte. Das war’s dann leider aber auch schon! Ganz miese Fortsetzung!
 
 
 


 
 
 

Coffin Baby – Zensur

 
 
 
Der Film zelebriert regelrecht alle denkbar möglichen Gewaltexzesse. Da wird einem Opfer bei lebendigen Leib Fleischfetzen vom Körper gerissen und genüßlich verspeisst, es werden Augäpfel zerschlitzt und Menschen gefoltert. Derart zeigefreudig, dass COFFIN BABY in Deutschland nur stark zensiert erscheinen wird. Es würde uns nicht wundern, wenn der Film sogar auf dem Index landen würde.
 
 
 


 
 
 

Coffin Baby – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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Chromeskull – Laid to Rest 2 (2011)


Filmreview: “Comedown” (2012)

COMEDOWN-Poster
 
 
 

Comedown

Story

 
 
 
Sechs Freunde aus einem Londoner Problemviertel wollen sich ein paar Pfund dazu verdienen. Ihre Aufgabe besteht darin, eine Sender-Antenne für einen geheimen Piratensender im obersten Stockwerk eines verlassenen Hochhauses anzubringen. Keine unüberwindbare Herausforderung für die taffen Ghetto-Kids, handelt es sich doch um ein Gebäude, was ihnen durchaus vertraut ist und in dem sie als Kinder gelebt hatten. Lloyd (Jacob Anderson), gerade frisch verliebt, scheint den Auftrag nur zögernd annehmen zu wollen. Verständlich, wurde er soeben aus dem Gefängnis entlassen und möchte mit Freundin Jemma (Sophie Stuckey) einen neuen Lebensabschnitt bestreiten. Doch die Freunde können ihn überreden und so machen sich die Teens an die Arbeit, das verlassene Gebäude zu erkunden. Anfänglich guter Dinge, bemerken sie alsbald, dass in irgendeinem der Stockwerke ein mysteriöser Killer haust, der so rein gar nicht erfreut über den unangemeldeten Besuch ist! …
 
 
 


 
 
 

Comedown – Kritik

 
 
 
Kids, Bedrohung, Ghetto und Horror? So gänzlich unbekannt scheint derart Kombination dem Horrorfan nicht zu sein, denn bereits im Jahre 2011 haben übermütige, sozial benachteiligte Teenager im Thriller ATTACK THE BLOCK versucht, gegen eine Bedrohung aus dem All anzukämpfen – natürlich mit Erfolg. Der erheiternde Mix aus Comedy und Sci-Fi-Horror avancierte rasch zum Publikumsliebling des 26. Fantasy Filmfest´s und stieß bei hiesigen Horrorfilms auf allgemeine Zustimmung. Der nun vorliegende COMEDOWN thematisiert einen ähnlichen kontroversen Brennpunkt und verfrachtet eine handvoll Ghetto-Kids in einen leerstehenden Wohnblock, in dem sie alsbald auf einen irren Psychopathen stoßen, der sich in seiner kuscheligen Behausung ersichtlich gestört in seiner Ruhe fühlt. Anders als im benannten ATTACK THE BLOCK gestaltet sich die hier zugrundeliegende Geschichte, weniger komödiantisch und schlägt durchweg ernstere und vor allem düstere Töne an. Zu lachen haben die hier unwissenden Teenager leider nichts, denn nachdem sie das leerstehende Gemäuer erkundet und sich dem Drogenrausch hingegeben haben, sehen sie sich mit einem reichlich gestörten Unbekannten konfrontiert, dessen Intentionen jedoch erst am Ende des Films gelüftet werden. Regisseur MENHAJ HUDA mag vermutlich eine Leidenschaft für Filme im Ghetto-Milieu zu pflegen, denn bereits seine beiden zuvor abgedrehten Filme ADULTHOOD und KIDULTHOOD bebilderten ein ähnliches, soziales Umfeld, nur mit dem Unterschied, dass es sich bei seinen Vorwerken um keine Horrorfilme handelt, sondern um eher diskussionswürdige Dramen.
 
COMEDOWN ist ein waschechter und vor allem kompromissloser Slasher, wie man ihn aktuell leider zu oft zu Gesicht bekommt. Es gibt unterbelichtete Kids, die sich einmal mehr, weder um Logik scheren und stattdessen die unglaublichsten Dinge veranstalten, um sich letztendlich doch im Netz des Killers zu verfangen, der sie wiederum für ihre unduldbare Dummheit über die Klinge springen lässt. Warum Drehbuchschreiber nicht endlich einmal damit beginnen, ihren ohnehin gesichtslosen Protagonisten halbwegs anständig Gribs in die Birne zu pflanzen, verstehe wer will. Warum muss ein Slasher im Jahre 2013 stattdessen immer wieder von den gleichen Klischees zerren, die man bereits seit Bestehen dieses Sub-Genres bis zum Erbrechen ausgereizt und unzählbar wiederholt hat? Warum können die Opfer in diesen Filme nicht halbwegs vernünftig agieren und warum dürfen die Charaktere nicht auch einmal damit beginnen logisch zu denken, bevor sie unfreiwillig komisch entscheiden? Immerhin sorgt Regisseur MENHAJ HUDA für ansprechendes Ambiente, dass es zumindest trefflich versteht, den durchaus bösen Gegebenheiten entsprechend bedrohliche Atmosphäre einzuhauchen. Düster ist es in COMEDOWN allemal. So düster, dass der Zuschauer oftmals rein gar nicht erkennen kann, was die Kids und der sagenumwobene Killer da eigentlich auf der heimischen Mattscheibe veranstalten.
Das muss er eigentlich auch gar nicht, reduzieren sich die Geschehnisse einzig und allein auf lautes Schreien, hektisches Davonlaufen, ergebnisloses Suchen und bedeutungsloses Winseln – ganz so, wie es eben in einem 08/15-Teenie-Slasher seit jeher gehandhabt wird.
 
Trotzdem; im Unterschied zu den typischen Vertretern aus Übersee lässt sich in COMEDOWN, trotz aller stereotypischen Verhaltensmustern und allseits bekannter Szenen-Abfolgen, zumindest hin und wieder so etwas wie Spannung und Stimmung verzeichnen. Spätestens dann, wenn sich die Teens mit dem Killer konfrontiert sehen und versuchen müssen ihrem Tod zu entkommen, präsentiert der austauschbare Slasher seine wahren Stärken. Und die sind eben im halbwegs sadistischen Abhandeln der obligatorischen Greulszenen zu suchen. Ja, die perfiden und sadistischen Todesarten in COMEDOWN haben es in sich. Vermutlich punkten sie mit einer derart schonungslosen Zeigefreudigkeit, dass hier natürlich die hiesige FSK keinen wirklichen Spaß verstehen dürfte. Wie in Filmen dieser Art typisch, greift der Killer auf ein umfangreiches Arsenal an allerlei Folterwerkzeug zurück, um die Kids möglichst kreativ ins Jenseits meucheln zu können. Allen voran, sei eine formschöne Nagelpistole genannt, deren Einsatz sich womöglich aktuell in vielen Filmen der letzten Dekaden großer Beliebtheit erfreut hat. Dennoch machen ja bekanntlich viele bösartige Hinrichtungen, noch lange keinen wirklich sehenswerten Film aus. Auch wenn einige der Schock-Effekte im Film allzu zartbesaitete Filmzuschauer deftig zusammenzucken lassen dürften, lässt sich dennoch nicht leugnen, dass COMEDOWN ein Horrorfilm unter vielen ist, der mit seinen unsympathischen Figuren und der unüberschaubaren Fülle an Déjà-vu-Momenten es zu keinem Moment schafft, dem gebeutelten Slasher ansatzweise frischen Wind einzuverleiben. Somit ist COMEDOWN leider nur einer dieser vielen Filme, deren Sichtung einzig und allein Fans zu raten ist, die eine Vorliebe für kompromissloses 80er Jahre Slasher-Kino besitzen. Wer sich angenehm gruseln mag, ist hier leider an der falschen Adresse, denn hier gibt es vorwiegend grobe Hausmannskost von der Stange zu bewundern!
 
 
 


 
 
 

Comedown – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
SAW & ATTACK THE BLOCK meet HALLOWEEN!
Düsteres Slasher-Kino mit arg sadistischem Metzel-Szenen, dennoch altbekannter Story und nur wenig erfrischenden Ideen. Leider nur Dutzendware!
 
 
 


 
 
 

Comedown – Zensur

 
 
 
Der Film wird ungeschnitten vermutlich keine Freigabe durch die FSK erhalten. Vor allem die Nagelpistolen-Szene dürfte der FSK sprichwörtlich ein “Dorn im Auge” sein!
Eine SPIO/JK-Prüfung wird es dem Film dennoch ermöglichen hierzulande ungeschnitten zu erscheinen!
 
 
 


 
 
 

Comedown – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “No One Lives” (2012)

no-one-lives-2012
 
 
 

No One Lives

Story

 
 
 
Eine skrupellose Rasselbande böser Kleinkrimineller gerät an ein vermeintlich, friedliebendes Pärchen, das sich kurzum gefesselt in einem leerstehenden Keller wiederfindet. Erwartungsfreudig, im Kofferraum des Paares an verwertbare Wertgegenstände zu gelangen, entdeckt Oberfiesling Flynn (DEREK MAGYAR) in einem geheimen Boden des Autos das gefesseltes Mädchen EMMA, worauf die mysteriöse Entdeckung für alle Beteiligten alsbald eine unerwartete Wendung findet. Denn was keiner des Verbrecherpacks ahnt: bei dem entführten Pärchen handelt es sich um ein gemeingefährliches Killer-Duo dass nun Vergeltung fordert …
 
 
 


 
 
 

No One Lives – Kritik

 
 
 
Liebhaber der etwas härteren Gangart dürften vermutlich mit dem Titel NO ONE LIVES erneut deftigen Nachschlag serviert bekommen und somit Freunde derben Gekröses jauzend im Kreise tanzen lassen. Bereits 2008 sorgte der japanische Regisseur RYÚHEI KITAMURA (VERSUS, AZUMI) unter weltweiten Horrorjüngern für allerhand Furore. Seine Leinwand-Adaption einer Kurzgeschichte des legendären Horror-Autors CLIVE BARKER (HELLRAISER) mit dem Titel MIDNIGHT MEAT TRAIN avancierte nicht nur zu einer der besten Film-Umsetzung eines BARKER-Stoffs, sondern brachte vor allem internationale Sittenwächter aufgrund der teilweise drastischen Gewaltdarstellungen im Film auf die Barrikaden. In Deutschland wurde der MIDNIGHT MEAT TRAIN erst gar nicht veröffentlicht, so dass er über Umwege im deutschsprachigen Ausland seinen ungeschnittenen Heimkino-Release fand. Und auch der amerikanische Rechteinhaber LIONSGATE lies die BARKER-Geschichte in nur wenigen, auserwählten Kinos über die Leinwand flimmern, so dass der Film nicht einmal annähernd die Aufmerksamkeit erhielt, welche diese Verfilmung ersichtlich verdient hätte. Nach seinem ersten, etwas unwillkommenen Einstieg in den amerikanischen Filmmarkt, folgt nun mit dem Rache-Triller NO ONE LIVES seine bereits zweite amerikanische Regie-Arbeit, die mit ebenso derben Schauwerten zu keiner Minute geizt.
 
Im direkten Vergleich mit der zuvor abgedrehten CLIVE BARKER-Kurzgeschichte zieht sein aktueller Beitrag definitiv den Kürzeren, denn wirklich innovativ-erfrischende Unterhaltung für Erwachsene sucht man hier vergebens. Stattdessen wird dem Zuschauer eine vollkommen unwichtige Geschichte präsentiert, die sich einzig auf das Abhaken möglichst absurder Todesarten beschränkt. Die vornehmlich rudimentäre Geschichte wird in der ersten halben Stunde im Eiltempo abgehakt, um das fragwürdige Handeln aller Beteiligten in irgendeiner Form zu rechtfertigen. Danach wird eine zeigefreudige Splatterhatz verbraten, die vor allem den Freunden “einfacher” Unterhaltung vortrefflich munden dürfte. Dass hiesige Zensurbehörden mit derart selbstzweckhaften Gemetzel wohl kaum Spaß verstehen werden dürfte bereits vorab auf der Hand liegen. Da werden Körper entweidet um daraufhin in selbige hineinschlüpfen zu können, um sie als Tarnkostüm zu nutzen, eine Erntemaschine wird kurzum als Fleischwolf umfunktioniert und ein siffiger Auto-Motor gibt dem Gesicht eines der Opfer den nötigen “Feinschliff”. Die hier bebilderten Ekeleffekte sind zwar alle durchaus ziemlich grotesk, verfehlen ihre widerwärtige Wirkung dennoch nur selten. Von daher dürfte vorab feststehen, dass NO ONE LIVES in seiner ungeschnittenen Form keine Chance bei der deutschen FSK haben wird.
 
Immerhin, und das muss man Regisseur RYÚHEI KITAMURA durchaus zu Gute schreiben, schafft er trotz der vorwiegend bierernsten Inszenierung einige zutiefst schwarz-humorige Elemente in seinen aktuellen Splatter-Trip einzustreuen. So dürften vor allem die diversen Szenen im Film für ein bitterbös-zynisches Lächeln sorgen, in denen den vorwiegend weiblichen Opfern das Blut ihrer männlichen Geschlechtsgenossen literweise ins Gesicht spritz und diese daraufhin planlos und aufgesetzt gen Kamera schreien. Auch Millionär-Tochter EMMA muss in ihrem Martyrium schon einiges erlebt haben, so dass sie nur wenig beeindruckt von den durchaus perfiden Spielen des psychopathischen Killers scheint und mit einer fast schon gleichgültigen Langeweile ihren hysterisch-kreischenden Mitstreiterinnen beim Sterben beiwohnt. Trotz der vermeintlich vollkommen hölzernen Inszenierung, dürften derart erheiternden Szenen allen aufgeklärten Horrorfilmfans ein lauthalses Lachen entlocken.
 
Trotzdem, einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt NO ONE LIVES leider nicht. Viel zu beliebig skizziert sich die Handlung und die darin austauschbaren Figuren. LUKE EVANS als unkaputtbarer Killer bleibt weitestgehend gesichtslos, wobei man sich als Zuschauer nicht nur einmal fragen dürfte, wie er es immer wieder aufs Neue schafft, jeder Situation Herr zu werden und alle Interaktionen seiner Gegner vorausahnen zu können. Sein RAMBO´reskes Handeln wirkt zu keiner Zeit nachvollziehbar, sodass seine Gegenspieler kaum den Hauch einer Chance besitzen, überhaupt überleben zu können und es bereits zu Beginn ersichtlich scheint, wer bei diesem primitiven Hahnenkampf den Kürzeren ziehen wird. NO ONE LIVES ist leider kein wirklich intelligenter Beitrag innerhalb seines Genres, aber dennoch kann man Regisseur RYÚHEI KITAMURA nicht unterstellen, einen Film realisiert zu haben der langweilt. Mit einem erstaunlich hohen Tempo verbrät er eine Schlachterplatte der Extraklasse, die trotz dem Nichtvorhandensein irgendwelcher Identifikationsfiguren für reichlich Kurzweil sorgt. Dabei dürfte vor allem das Interesse im Vordergrund stehen, welcher der anwesenden Protagonisten als nächstes und in welcher Form das Zeitliche segnen wird. Politisch korrekt ist das alles natürlich nicht; ausgehungerte Gorhounds dürfte das natürlich kaum interessieren, sodass NO ONE LIVES auf gleicher Ebene mitschwimmt, wie zuletzt THE COLLECTION und das allseits beliebte SAW-Franchise: Gewalt als Mittel zum Selbstzweck, um die kaum vorhandene Geschichte tragen zu können.
 
 
 
NO ONE LIVES ist eines dieser Filmchen, auf welchen sich der Filmfreund aufgrund des vielversprechenden Zugpferdes (in diesem Fall RYÚHEI KITAMURA als Regisseur des zuvor abgedrehten MIDNIGHT MEAT TRAIN) ersichtlich freut und hofft, dass sein aktueller Beitrag auch das hohe Niveau seines Vorgängerfilmes konsequent beibehalten kann.
Leider ist ihm das im Fall von NO ONE LIVES leider nicht wirklich gelungen. Zwar dürfte der Film, aufgrund seiner teilweise derben Gewaltszenen, ausgehungerte Splatterfans einige Freudentränen entlocken; wirklich nachhaltig oder prägend ist sein aktueller Slasher-Thriller leider nicht. Vielmehr ist sein aktueller Horrorfilm eines dieser Werke, die man zwar einmal gesehen, aber nach wenigen Tagen bereits schon wieder vergessen hat. Aufgrund der Masse an ähnlich gewerkelten Beiträgen hinterlässt sein NO ONE LIVES leider keinen wirklich nachhaltigen Eindruck. Hoffen wir, dass es so schnell zu keiner weiteren dummen Fortsetzung kommt. Denn das Ende suggeriert, wie aktuell im Genre-Film üblich, einen weiteren möglichen Ableger – ob dieser jedoch zwingend von Nöten ist sollte jeder Horrorfans für sich selbst entscheiden!
 
 
 


 
 
 

No One Lives – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Derber Thriller, der das Herz jedes Horrorfans aufgrund der vielen “bösen” Szenen definitiv höher schlagen lassen dürfte. Trotzdem, im Vergleich zu RYÚHEI KITAMURA Erstlingswerk MIDNIGHT MEAT TRAIN eine herbe Enttäuschung!
 
 
 


 
 
 

No One Lives – Zensur

 
 
 
Eine ungeschnittene “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichung durch die FSK dürfte hier ausgeschlossen werden. Mit etwas Glück passiert er ungekürzt die SPIO/JK!
 
 
 


 
 
 

No One Lives – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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Storm Warning (2007)

Eden Lake (2008)


Filmreview: “Nobody gets out alive” (2013)

nobody-gets-out-alive2013
 
 
 

Nobody gets out alive

Story

 
 
 
Um der etwas kränklichen „Jen“ die Vorzüge des Lebens erneut schmackhaft zu machen, unternimmt sie auf den Rat ihrer Eltern hin, einen gemütlichen Campingausflug hinaus in die Wälder. Einige Freunde sind schnell zusammengetrommelt und so begibt sich die Bande in eine vermeintlich feier- und sauffreudige Zeit ohne Eltern, Stress und Hektik.
Doch was die Freunde nicht wissen: unlängst verlor ein Familienvater in jener Gegend seine einzige Tochter, die von einer Gruppe betrunkener und unachtsamer Kids beim Spielen auf offener Straße überfahren wurde. Nun, so erzählt die Legende, sinnt der gebrochene Mann auf blutgierige Rache und meuchelt jeden Jugendlichen über den Jordan, der sich in dem naheliegenden Wald verirrt hat.
Anfänglich für eine bedeutungslose Erzählung gehalten, verschwindet auch schon der erste Teen auf unerklärliche Weise.
 
 
 


 
 
 

Nobody gets out alive – Kritik

 
 
 
Wenn ein scheinbar unbekannter Film mit einem derb-reißerischen Plakat wirbt, rührt die Vermutung oftmals gar nicht so weit her, dass hinter derart vielversprechender Werbebotschaft auch ein derb-unterhaltsames Filmchen stecken muss.
Hat man als Filmfreund jedoch ein geschultes Auge, so erkennt man schnell, dass es Unmengen an Filmen gibt, die ihre filmischen Defizite mittels ansprechender Filmcover versuchen zu vertuschen, um gierige Horrorfans dennoch zum Kauf ihrer hölzernen Filmkost zu bewegen.
Auch der vorliegende “Nobody gets out alive” ist einer jener Filme, der mit einem deftigen Cover wirbt, um von der vollkommen desaströsen Inszenierung der zu Grunde liegenden Geschichte gekonnt abzulenken. Kreative Eigenständigkeit sucht man hier vergebens. Stattdessen wird dem Filmfreund die gefühlt millionste Geschichte eines traumatisierten Irren geschildert, der einmal mehr die Jagdsaison auf eine handvoll ahnungsloser Teenager eröffnet hat. Auch wenn das formschöne Filmposter eine liebevolle Hommage an die diversen Slasher-Klassiker der schmuddeligen 70er und knall-poppigen 80er verspricht, so sind die diversen Zitate im Film eine wahrliche Beleidigung für all die Werke, die dieses Sub-Genre maßgeblich mitgeprägt haben.
Kreative Eigenständigkeit wird in “Nobody gets out alive” konsequent klein geschrieben. Statt dem unlängst totgefilmten “Teenager-in-Angst-Kino” halbwegs neue Facetten einzuverleiben, verharrt der vorliegende Slasher-Aufgruss in einem zähen Gemisch aus “zerfilmten” Genre-Regeln und katastrophaler Einfallslosigkeit. Spannung kommt dabei selten auf und so darf sich der interessierte Horrorfilmfreund durch ein uninspiriertes und bedeutungsloses Filmchen quälen, das krampfhaft versucht in die Fußstapfen seiner großen Vorbilder zu schlüpfen.
 
Auch wenn Regie-Newcomers „Jason Christopher“ stets darum bestrebt ist, aus dem vermutlich kaum vorhandenen Budget das Maximum herauszuholen, so kann er dennoch nicht vertuschen, dass seinem Debüt der unweigerlich amateurhafte Grundton und die stümperhafte Ernsthaftigkeit mitnichten zugute kommt. Diverse Szenen bergen zwar eine gewisse, bedrohliche Stimmung, verlieren aber aufgrund der technischen Defizite und der laienhaften Darstellung einiger Protagonisten immens an Intensität. Einzig durch die erstaunlich rauen Gewaltspitzen dürfte der Film zumindest bei Gore-Liebhaber auf Zustimmung stoßen. Auch wenn einige Spezialeffekte (übrigens durchweg handmade) in ihrer Umsetzung als einfach durchschaubar zu betiteln sind, so verfehlen sie ihre widerwärtige Wirkung nur selten. “Nobody gets out alive” ist erstaunlich ruppig und ziemlich hart, sodass zartbesaitete Gemüter rasch die Nerven verlieren dürften. Zumindest in diesen Belangen ist „Jason Christopher´s“ Erstlingswerk klassischen Vertretern seiner Gattung einiges voraus. Nur ob blut- und menschenverachtende Gewaltexzesse allein einen guten Film ausmachen, sollte jeder für sich selbst entscheiden.
 
 
 
Heute besorgen wir uns eine HD-Cam und drehen mit einigen Freunden geschwind einen überaus schlechten Horrorfilm. Dachte sich Newcomer „Jason Christopher“ und rief unweigerlich den unausgegorenen “Nobody gets out alive” ins Leben. Auch wenn einige befremdlich-kontrastreiche  Filterspielereien zu Gefallen wissen, so kann der erste Lang-Spielfilm des Nachwuchstalents kaum überzeugen. Die dilettantische Ernsthaftigkeit, welche die gesamte Inszenierung seines Slasher-Debakels durchzieht und die fast schon penetrant-peinliche Ideenlosigkeit seiner Geschichte, brechen dem (ursprünglich betitelten) “Down the Road” gänzlich das Genick. Hinzukommt, dass die wenigen Schauspieler kaum Talent besitzen, halbwegs sympathisch und glaubhaft zu agieren. Immerhin sind ihre Weinkrämpfe und Winseleien durchaus zweckhaft, sodass die diversen wirklich deftigen Folterszenen hart anzuschauen sind. Da werden Beine abgesägt und Nägel in Schädeldecken geschlagen – der Gorehound unter den Horrorfilmfreunden dürfte sich hierbei gierig die Händen reiben. Trotzdem, die simplen, aber dennoch recht grafischen Gewaltspitzen machen noch lange keinen guten Horrorfilm aus. “Nobody gets out alive” ist abartiger Nonsens, der unter dem Deckmantel eines klassischen Slasher-Movies versucht, mit einer handvoll schlecht kopierter Szenen und stereotypen Figuren flink Kasse zu machen. Für Horrorfilmfans, die selbst bei Horrorfilmen einen gewissen Anspruch erwarten, ist dieser Genre-Beitrag eine absolute Zumutung.
 
 
 


 
 
 

Nobody gets out alive – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 

Unterbelichtete Slasher-Gurke, die trotz Amateuroptik, mit arg derben Szenen aufwartet – Braucht keiner!
 
 
 


 
 
 

Nobody gets out alive – Zensur

 
 
 
Aufgrund arg derber Szenen, kommt der vorliegende Film nicht ungeschnitten nach Deutschland.
 
 
 


 
 
 

Nobody gets out alive – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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One Way Trip 3D (2011)

 

 


Filmreview: “Texas Chainsaw 3D” (2013)


 
 
 

Texas Chainsaw 3D

Story

 
 
 
Achtung!
Review beinhaltet mögliche Spoiler!
 
 
 
„Heathers“ geregeltes Leben gerät völlig aus den Fugen, als sie das Erbe ihrer unbekannten, verstorbenen Großmutter antreten soll. Sie reist zusammen mit ihren Freunden nach Texas, wo ein riesiges Anwesen auf sie wartet, dessen Schlüssel ihr von einem Nachlassverwalter überreicht werden. Doch das vermeintlich pompöse Anwesen birgt ein dunkles und tödliches Geheimnis, dass mit der Erbschaftsübergabe einen gierigen Blutzoll fordert …
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Kritik

 
 
 
Manche Filmreihen scheinen derart populär, dass sie einfach nicht totzukriegen sind und sich geldgeile Rechteinhaber ein goldenes Näschen an derart Filmstoff verdienen. Ob hierbei eine plausible Geschichte zu Grunde liegt und bekanntes Franchise logisch fortgeführt wird, ist im 21 Jahrhundert schon längst nicht mehr relevant. Da wird die bereits ohnehin kränkelnde Kuh auch schön weiter gierig abgemolken, in der Hoffnung, dass die Ausbeute noch halbwegs gewinnbringende Dollars einspielt. Einer dieser Fälle ist das berüchtigte “Texas Chainsaw Massacre“, dass bereits im Jahre 1974 für reichlich Gesprächsstoff sorgte und den Grundstein für heute so populäres Terror-Kino legte. Tobe Hoopers berüchtigtes “Kettensägen-Massaker” gehört zweifelsohne zum Meilenstein des modernen Horrorfilms und findet in seiner schmuddeligen und exploitationhafte Darstellung des populären 70er Jahre Horrorkinos gleich neben berüchtigten Klassikern wie “Last House on the Left” , „I spit on your Grave“ und „Mark of the Devil“ Erwähnung. Nach nunmehr bereits sechs Verfilmungen steht aktuell mit “Texas Chainsaw 3D” der neuste Teil des berüchtigten Horrorfilmstoffs ins Haus und findet überraschenderweise nicht den direkten Anschluss an “Marcus Nispel” Hochglanz-Remake aus dem Jahre 2003. Anstatt die Gegebenheiten rund um die “Nispel“-Neuverfilmung plausibel weiterzuspinnen geht der aktuelle Aufguss zurück zu den Ursprüngen des Originals und setzt haargenau dort an, wo Hoopers “Texas Chainsaw Massacre” endete.
 
Sally“, die einzige Überlebende aus dem 1974er Originalfilm, entkommt dem Motorsägen schwingenden “Leatherface” und kann sich kurzum in die Nachbarstadt retten. Dort schildert sie dem ansässigen Sheriff, welch gemeine Abartigkeiten sie im Haus der “Sawyer“-Familie erdulden musste, worauf eine selbsternannte wutentbrannte Bürgerwehr zum Schauplatz der Verbrechen eilt, um mit der seltsamen Bande auf ihre ganz eigene Weise abzurechnen. Keiner der (gefühlten 100!) “Sawyer“-Familienmitglieder kann diesem Racheakt lebend entkommen. Nur ein hilfloses Neugeborenes überlebt das blutige Massaker und wird letztendlich in die Obhut einer Pflegefamilie übergeben.
 
Natürlich dürfte der aufmerksame Horrorfilmfreund bereits rasch erahnen, dass es sich bei jenem Waisenkind um die taffe Hauptdarstellerin “Heather” handelt, die im Verlauf der vollkommen hölzernen Geschichte auf einen erschreckend gealterten „Leatherface“ trifft. Der direkt Anschluss an das kultige und große Original erweist sich in diesem Fall als desaströse Entscheidung, denn trotz aller unbeholfener Versuche dem 74er “Texas Chainsaw Massacres” halbwegs gerecht zu werden, mündet das aktuelle Sequel in einer einzigen Katastrophe. Es bedarf hier vermutlich eine ganze Seite zu füllen, um all die Ungereimtheiten eines “Texas Chainsaw 3D” aufzählen zu können. Fakt ist jedoch, dass der neuste Ableger der bisher Schlechteste der gesamten Reihe darstellt. Am prägnantesten werden vor allem die Mankos in der Darstellung der Protagonisten deutlich. Sicher war die gesamte “Texas Chainsaw Massacre”-Reihe noch nie ein Garant für tiefgründige und klug durchdachte Charakterisierung, handelt es sich hierbei schließlich um eine Horror-Serie, die vordergründig seit jeher von derben Terror und bluttriefende Gewalt zerrt. Die vorliegende Fortsetzung jedoch besitzt außer einige Gewaltspitzen nichts was überhaupt von Interesse wäre – Folter und Terror: Fehlanzeige! Die wenigen Figuren sind derart flach skizziert, dass das immens gorige Treiben vollends an Intensität verliert. Zudem lässt “Texas Chainsaw 3D” jeglichen Terrorgedanken missen. Die Geschichte entlädt sich als vollkommen austauschbarer 08/15-Teenhorror, der auch beliebig hätte anders heißen können. Hinzukommt, dass man die Glaubwürdigkeit der hier vorgegaukelten Geschehnisse nicht weiter hinterfragen sollte. “Heather” durchlebt im Verlauf des Films eine haarsträubende Metamorphose, die in ihrer Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist. Anfänglich als Opfer deklariert, entscheidet sie sich am Ende (unverständlicherweise) für das Böse und bietet durchaus Freiraum für eine mögliche Fortsetzung. Welchen Sinn dieser gesamte hanebüchene Nonsens birgt, sei letztendlich dahingestellt, denn eine mögliche Erklärung ihres Tun und Handelns machen „Texas Chainsaw 3D“ leider auch nicht besser!
 
 
 
Ein Albtraum für jeden “TCM“-Filmfan: es war vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis sich auch das bisher langlebigste Horror-Franchise selbst ins Aus befördern würde. Nach sechs Filmen bildet nun der vorliegende “Texas Chainsaw 3D” das miserable Schlusslicht der bekannten Filmreihe. Dass der aktuelle Beitrag nicht einmal ansatzweise dem Niveau der erfolgreichen Vorlage gerecht werden kann, dürfte bereits der unvollständigen Titel erahnen lassen, denn nur dort wo letztendlich auch “Massacre” draufsteht, ist vermutlich auch allein nur “Massacre” drin. Der aktuelle Aufguss bietet außer einer umfangreichen Palette obligatorisch-blutiger Schauwerte nichts, was den interessierten Filmfreund gefallen dürfte. Aufgrund mangelnder Identifikationsmöglichkeiten stumpfen die eigentlich sehr bösen und gut umgesetzten Spezialeffekte gehörig ab und verlieren ihre eigentliche Wirkung. Dass man “Texas Chainsaw 3D” zu keiner Minute ernst nehmen kann, zeigen eindrucksvoll die vielen Logikpatzer, die das gesamte Treiben zu einer vollkommen Lachnummer gestalten. Da findet “Heather” irgendwo im Nirgendwo einen Jahrmarkt und scheint in ihrer Planlosigkeit nichts anderes im Sinn zu haben, als sich auf ein Riesenrad zu schwingen, in der Hoffnung, dass sie dadurch “Leatherface” entkommen kann. Dumm nur, dass sich eine derartige Gerätschaft im Kreis bewegt und “Leatherface“, trotz geistiger Beschränktheit, immer noch klug genug zu sein scheint und einfach am unteren Ende des Riesenrads auf die leicht verwirrte “Heather” wartet. “Texas Chainsaw 3D” ist ein ganz dummer Vertreter seiner Gattung und wäre mit dem Einspielen Sitcom-ähnlicher Lacher vermutlich ein geniales Stück Comedy geworden. So jedoch, dürfte die bierernste Inszenierung mit einer gewissen Vorsicht genossen werden, denn „Texas Chainsaw 3D“ hält mitnichten, was der eigentliche Filmtitel hauptsächlich suggeriert.
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Für alle Fans der Filmreihe: DANGER !!!!! Unglaublich miese Fortsetzung, die bei weitem den desaströsen 4. Teil der Serie (“Die Rückkehr”) an Dummheit überbietet.
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Zensur

 
 
 
Die deutsche Veröffentlichung beruht auf der amerikanischen Rated R-Fassung und hat es in dieser Form auch ungeschnitten nach Deutschland geschafft. Die hier veröffentlichte DVD/Blu-ray wurde mit dem “Keine Jugendfreigabe”-Stempel abgesegnet!
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Texas Chainsaw Massacre 3D Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Texas Chainsaw; USA 2012

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1; (1920x1080p) Full HD

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK 18 – Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interviews (ca. 23 Min.), Blick hinter die Kulissen (ca. 3 Min.), Das Texas Chainsaw Vermächtnis (ca. 10 Min.), Der alte Bauernhof (ca. 15 Min.), Die Wiederauferstehung der Säge (ca. 12 Min.), Besetzungs-Terror (ca. 10 Min.), Leatherface 2013 (ca. 15 Min.), Licht, Kamera, Massaker! (ca. 12 Min.), Es steckt im Fleisch (ca. 10 Min.), Kurzberichte vom Set, Originaltrailer in Deutsch und Englisch, Audiokommentar mit Regisseur John Luessenhop und Dan Yeager (Leatherface), Trailershow

 
 
 
Uns lag zum Test der Heimkinofassung von TEXAS CHAINSAW 3D die dreidimensionale Variante auf Blu-ray vor. Auf dieser Scheibe kann der Zuschauer neben der 3D-Fassung des Films natürlich auch auf die 2D-Variante zurückgreifen. Den Beginn macht der Trailer zum kommenden Action-Thriller „PARKER“; danach geht geradezu ins Hauptmenü, wo der Filmfreund neben dem Hauptfilm in erstaunlich hochwertiger Qualität auch zwischen reichlich Bonusmaterial wählen kann. Hierbei offenbart sich jedoch schon der erste Wehrmutstropfen: bis auf die Interviews der Hauptdarsteller sind keiner der hier vorfindbaren Extras Deutsch untertitelt. Auch wenn das Zusatzmaterial durchaus umfangreich daherkommt; Freunde von Leatherface & Co. sollten für den Genuss der Boni gute Englischkenntnisse mitbringen. Neben diversen „Hinter den Kulissen“-Features, Interviews, einem alternativen Anfang und interessanten Informationen zum Film, haben es auch die jeweiligen Trailer zum Schocker in Englisch und Deutsch auf die Scheibe geschafft. Zudem lässt sich auf der Heimkino-Veröffentlichung auch ein nicht untertitelter Audiokommentar finden. Bleibt zu erwähnen, dass sogar eine umfangreiche Trailershow zu weiteren Titeln des Publishers bewundert werden darf – erfreulicherweise sogar ein 3D-Trailer zum Film „RESIDENT EVIL – RETRIBUTION“. Die 3D-Fassung kommt, ebenso wie die normale Filmfassung, in sehr hochwertiger Bild- und Tonqualität daher, wobei gerade bei der dreidimensionale Filmfassung die diversen Pop-Out-Effekte mit der Motorsäge zu gefallen wissen. Abgesehen vom Film selbst, hält man auf technischer Ebene, einen durchweg gelungenen Release in den Händen, welchen man auf derart technisch ansprechendem Niveau im Horror-Sektor nicht alltäglich zu Gesicht bekommt. Neben der vorliegenden Fassung kann der Filmfan ohne 3D-Equipment natürlich auch zur herkömmlichen 2D-Scheibe greifen. Diese ist nicht nur preislich günstiger, sondern überzeugt mit ebenso wertigem Bild. Beide HD-Varianten wurden mit einem Wendecover und einem Einleger mit Kapitel-Index ausgestattet.
 
 

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Texas Chainsaw 3D – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rogue River (2012)

Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)

Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)

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Texas Chainsaw Massacre (2003 / 1974)

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Filmreview: “Wrong Turn 5 – Bloodlines” (2012)


 
 

Wrong Turn 5 – Bloodlines – Story

 
 
 
Es ist Halloween und in einer kleinen Stadt in West Virginia finden sich kostümierte Menschen zusammen um das sagenumwobene “Mountain Man”-Musikfestival zu feiern. Auch eine Gruppe feierfreudiger Jugendlicher macht sich auf den Weg in das kleine idyllische Örtchen.Doch als sie auf dem Weg zu jener Feierlichkeit einen einsamen Landstreicher mit dem Fahrzeug streifen, ahnen sie noch nicht, wen sie da versehentlich versucht haben in Jenseits zu befördern. Der ominöse Fremde (Doug Bradley) scheint das Familienoberhaupt einer äußerst gefährlichen Inzucht-Bande zu sein, die sich die Zeit damit vertreibt, ahnungslosen Touristen in den Tod zu meucheln, um sich an deren Fleisch zu bedienen.
 
 
 


 
 
 

Wrong Turn 5 – Bloodlines – Kritik

 
 
 
Nachdem Filmfreunde aus aller Welt vor einiger Zeit in einschlägigen Diskussions-Foren von der gelüstgen Kunde einer weiteren Fortsetzung des “Wrong Turn”-Franchise lesen durften, haben sich vermutlich Millionen Fans des düster-gebeutelten Genre-Film gefragt, warum Filmstudio 20th Century Fox der Allgemeinheit einen weiteren Teil dieses cineastischen Abfalls zumuten möchte.
Die Antwort auf diese Frage scheint vollkommen offensichtlich, denn vermutlich müssen einfach zu viele “Volltrottel” den desaströsen Vorgänger gekauft haben, sodass es für Fox lukrativ schien mit “Wrong Turn 5. – Bloodlines” einen weiteren Ableger dieser vollkommen totgefilmten Scheiße (Entschuldigung, aber ich finde keine nett umschreibenden Gesten mehr für diese unterbelichtete Film-Reihe) in Produktion geben zu müssen. Dem Filmstudio kam dabei eine relativ “verrückte” Idee in den Sinn, mit welcher Regisseur Declan O’Brien (“Wrong Turn 4“) es nun letztendlich gelingen könnte, den bisherigen Gegebenheiten dieser Horror-Serie frischen Wind einzuverleiben. Statt die Geschichte rund um die ominöse Kannibalen-Sippschafft weiterzuspinnen, wurden die bisherigen Geschehnisse einfach aus dem Gedächtnis der Produzenten gestrichen und das Grundgerüst der Story zu einem billigen Remakes zusammengezimmert.
 
Die fünfte Reise in die Hölle der niveaulosen Absurditäten erzählt von einer neuen geistig umnebelten Familie, die ebenso wie ihre Vorgänger, nichts anderes im Sinn zu haben scheint, als den Zuschauer an den Rande des Wahnsinns zu langweilen und empfindsame Gemüter zur Öffnung des Toilettenbeckens zu treiben. Der Zuschauer darf dem unglaublich sadistischen Treiben der Sippe beiwohnen und dabei zuschauen, wie die robuste Bande einem ausgehungerten Mädchen die eigenen Gedärme in den hungrigen Schlund stopft, wie die Kreaturen mit Hilfe einer Ackerpflug-Maschine einem jungen College-Burschen den Kopf kürzer scheren und wie einem hormongesteuertem Muskelprotz die Knie dank Amboss-Hammer-Massage pflegeleicht weich „geklopft“ werden. Gorehounds werden vermutlich ihre helle Freude an diesem zeitweise enorm derben Splatter-Quark haben, denn hier geht es, wie bereits in “Wrong Turn 4 – Bloody Beginning”, heftig ungeniert brutal vonstatten. Der Blutzoll ist streckenweise derart zeigefreudig und der Sadismus wird derart nervig-ausgewalzt zelebriert, dass bereits jetzt schon eine ungeschnittene deutsche Freigabe zurecht ausgeschlossen werden darf. Aufgrund der bisher miesen CGI-Effekte in den Teilen 2-4 und der begründeten Kritik seitens der Horror-Fans, darf es dem interessierten Filmfreund eventuell freuen, dass dem Gewimmer der Fanbase Gehör geschenkt wurde, und im aktuellen Streifen vorwiegend hausgemachter Splatter über die Mattscheibe trieft.
 
Immerhin scheint Regisseur Declan O’Brien aus den Vergehen seines unsagbar schlechten, vierten Teils dazugelernt zu haben. “Wrong Turn 5 – Bloodlines” ist nicht ganz so derber Müll geworden wie anfänglich gedacht. Im Vergleich zu den bisherigen Fortsetzung darf man getrost sagen, dass “Wrong Turn 5″ sogar einen positiven Floh-Sprung nach vorn gemacht hat. Sollten sich die Qualitäten der bald folgenden Sequels (das Ende des aktuellen Sequels ist “überraschenderweise” offen) ebenso halbwegs positiv fortsetzen, kann man vermutlich davon ausgehen, dass die “Wrong Turn”-Reihe spätestens bei Teil 30 die nennenswerten Qualitäten des Original-Films erneut erreicht haben dürfte.
 
Vermutlich mag die positive Kehrtwende der Horror-Reihe in der Besetzung des Vaters der drei Freak-Hohlbirnen liegen. Denn die Rolle dieses abgebrühten Filmbösewichts übernahm keinem geringerer als Doug Bradley (“Hellraiser”), der zwar in der Horrorfilmszene bereits zum alten Eisen gehört, sich aber durch die Darstellung des “Pinheads” in der Clive Barker Verfilmungen “Hellraiser” und dessen mehr oder weniger sehenswerten Fortsetzungen, weltweit einen Namen gemacht hat. Nachdem Doug Bradley als bisheriger “Hellraiser”-Darsteller für das Filmstudio “Dimension” keinen lukrativen Nutzen mehr darstellte und er in die ewigen Jagdgründe befördert wurde, schien Bradley nach einem neuen Standbein Ausschau gehalten und seine Bestimmung in der ungenießbaren “Wrong Turn”-Reihe gefunden zu haben. Die Rolle des widerlichen, charismatischen und unberechenbaren Familienoberhaupts steht ihm ersichtlich gut. Tut aber dennoch keinen Abbruch, dass dem Horrorfilmfreund die Seele bluten dürfte, wenn er darüber nachdenkt, dass eine sollche Kult-Größe sich in einem derart miesen C-Movie verbraten lässt. Dass er sich neben den teilweise unzureichend talentierten und beliebig austauschbaren Jungdarstellern reichlich unterfordert fühlt, sieht man Bradley im Verlauf der Handlung des öfteren offensichtlich an. Immerhin sollte man Regisseur Declan O’Brien zugute kommen lassen, dass er diesmal zumindest auf eine halbwegs vorzeigbare Schauspieler-Riege zurückgreifen kann. Die handvoll Nachwuchsschauspieler sind nicht ganz so unfähig, wie zuletzt im Teil davor. Dennoch scheint O´Brain mit seinem bekannten Zugpferd “Bradley” und vermutlich dessen horrender Gage auch finanziell katastrophal aus den Vollen geschöpft zu haben, sodass für essenzielle Dinge demnach kaum noch Produktionsbudget zur Verfügung gestanden haben muss. Das wird vor allem im Make-up Design der Kreaturen und dem faden Setting deutlich. Das Masken-Design der Flachpfeifen von Mutanten gestaltet sich bei genaueren Betrachten als Marke “in der Grundschule selbstgebastelt” und teilweise schauen die Freaks eher so aus, als hätten sie mit halbseitiger Gesichtslähmung zu kämpfen. Hinzu kommt, dass man sogar aufgrund der schlechten Masken nur selten als Zuschauer verstehen kann, was die Missgeburten da überhaupt in ihrer eigenwilligen Sprache in den nichtvorhandenen Bart murmeln.
 
 
Mit “Wrong Turn 5 – Bloodline” hat es Regisseur Declan O’Brien nicht ansatzweise geschafft überhaupt etwas Neues zu erzählen. Die ewig gleiche Geschichte, spielt sich auf ewig gleiche Weise ab. Da nützt es Declan O’Brien leider auch nicht, mit Doug Bradley eine der beliebtesten Horror-Ikonen zur Cast-Riege zählen zu dürfen. Immerhin macht gerade der Auftritt Bradleys den aktuellen “Neuanfang” halbwegs erträglich. Wie schon als “Pinhead” in “Hellraiser” schafft er es eine geheimnisvolle bösartige Aura um die von ihm besetzte Figur zu weben. Dass aufgrund Bradleys Gage vermutlich kaum noch “Dollars” für das Wesentliche vorhanden gewesen sein müssen, sieht man dem trostlosen Setting bereits nach nur wenigen Film-Minuten an. Der Ort des Geschehens schaut überaus monoton und unwirklich aus, was auch daran liegen mag, dass die Straßenzüge und Häuser der fiktiven Stadt den Anschein von gewöhnlich bemalter Pappe haben. Splatter-Freunde werden einmal mehr Gefallen an den teilweise recht schmerzvollen F/X finden, die zudem fast ausschliesslich “Old-School” daherkommt.
 
Im übrigen am Rande, um das Niveau des aktuellen Films bildlich widerzuspiegeln:
 
 
Eine Protagonistin im Film werden aufgrund ihrer naiven Achtlosigkeit die Augen ausgestochen. Fortan wimmert sie vor sich her und bekundet immer wieder von Neuem, wie DUMM sie doch wäre. Wo sie Recht hat, da hat sie Recht!
 
 
 


 
 
 

Wrong Turn 5 – Bloodlines – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Kennste Einen – Kennste Alle. Trotz Neuanfang der gleiche nervige Hirn-Schiss wie eh und je! Nur für Hardcore-Fans zu empfehlen!
 
 
 


 
 
 

Wrong Turn 5 – Bloodlines – Zensur

 
 
Aufgrund der sadistischen Härte und der minutiös zelebrierten Gewaltspitzen, hat es auch dieser 5. Teil nicht ungeschnitten nach Deutschland geschafft. Der Film wurde hierzulande um einige Szenen erleichtert, sodass er mit dem “Keine Jugendfreigabe“-Stempel leider nur geschnitten erhältlich ist.
 
 
 


 
 
 

Wrong Turn 5 – Bloodlines – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Wrong Turn 5 - Bloodlines Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Wrong Turn 5 – Bloodlines; USA 2012

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1; (1920x1080p) Full HD

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK 18 – Keine Jugendfreigabe (geschnitten)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Hinterwäldler-Morde (ca. 6 Min.), Ein Tag im Tod (ca. 5 Min.), Videotagebuch des Regisseurs (ca. 8 Min.), Trailer „Wrong Turn 5“

 
 
 
Den Beginn macht der Trailer zum kommenden Action-Thriller „PARKER“; danach geht geradezu ins nicht animierte Hauptmenü, wo der Filmfreund neben dem Hauptfilm in erstaunlich hochwertiger Qualität, auch zwischen einigen Extras wählen kann. Diese wurden löblicherweise Deutsch untertitelt. Zudem gibt es den Trailer zum Film in deutscher Sprache zu begutachten. Vier weitere Trailer aus dem Programm von CONSTANTIN FILM runden das Bonus-Paket ab. Qualitativ kommt diese Trash-Gurke erstaunlich hochwertig daher, wobei die miese deutsche Synchronisation das Niveau des Films perfekt zu unterstreichen weiß. Trotzdem kann man über Bild- und Tonqualität nicht meckern. Ob man für einen hierzulande geschnittenen WRONG TURN 5 dennoch ein Wechselcover benötigt, dürfte fraglich sein. Dieses wird zwar zusammen mit einem Kapitelindex-Einleger ausgeliefert, aber ist vermutlich ebenso wie diese Fortsetzung vollkommen überflüssig.
 
 

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Wrong Turn 5 – Bloodlines – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
Ähnliche Filme:
 
Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)

The Watermen (2011)

Rites of Spring (2011)


Filmreview: “Bait” (2012)


 
 

Bait – Story

 
 
 
Was für ein Zufall: Eine riesige Tsunami-Welle überschwemmt eine australische Großstadt und bringt die Besucher eines Supermarktes in eine ausweglose Situation. Nicht nur, dass die Kunden sich mit einer handvoll Kleinkrimineller umherplagen müssen, auch ein Tigerhai wurde mit an Land gespült und macht sich nun in den Örtlichkeiten des Supermarktes an die Arbeit, seinen unnachgiebigen Hunger nach Menschenfleisch zu stillen. Auch Mädchenschwarm Josh hat allen Grund zur Sorge, denn genau jener Hai, hat vor genau einem Jahr einem ihm nahestehenden Menschen auf den Grund des Meeres gezerrt. Was folgt, ist für die Besucher des Einkaufszentrums ein schweißtreibender Kampf um Leben und Tod.
 
 
 


 
 
 

Bait – Kritik

 
 
 
Die dreidimensionale Filmschmiede ist auch im Jahr 2012 nicht totzukriegen und produziert fleißig ein Filmchen nach dem anderen.
Ganz zum Leidwesen des interessierten Filmfreundes, der so langsam den Überblick über die Veröffentlichungen zu verlieren scheint und nicht mehr Streu vom Weizen zu trennen weiß. Schon lange ist der 3D-Gimmik kein Garant mehr für sehenswertes Kino. Denn es ist schon lange keine Seltenheit mehr, das profitgierige Filmlabel ihre desaströsen 2D-Werke in lukratives 3D nachkonvertieren, um zumindest auf Nummer sicher gehen zu können, das die Produktionskosten an den Kinokassen wieder eingespielt werden. Vermutlich sind einige der Filmemacher von der miserablen filmischen Qualitäten der eigenen Werke überzeugt, sodass sie mit dem beliebten 3D-Effekt von den inhaltlichen Drehbuch-Schwächen und den unfähigen darstellerischen Leistungen ablenken möchten. Der Filmfreund ist hierbei oftmals der Leidtragende, der zwar halbwegs passable 3D-Pop Ups erleben darf, dem aber dennoch ein miserabler Film präsentiert wird.
Als krönender Höhepunkt dieser dreisten Maschinerie sei der unterbemittelten 3D-Film „Shark Night 3D“ aus dem Jahr 2011 genannt. Zwar wurde diese Haifisch-Gurke nicht mittels 3D-Technik nachkonvertiert und punktet mit „Real 3D“, dennoch handelt es sich hierbei um einen vollkommen desaströsen Filmbeitrag, der trotz der dreidimensionalen Effekten wahrlich nichts zu bieten hatte, was überhaupt Mehrwert versprach, um den Zuschauer bei Laune zu halten.
Wer nun jedoch glaubt, “Shark Night 3D“ sei bereits der trauriger Tiefpunkt des 3D-Genres gewesen, der irrt. Denn der thematisch ähnlich gestrickte Horrorfilm „Bait“ toppt die katastrophale, inhaltliche Leere und Logik eines „Shark Night“ um Längen.

Die Ernüchterung beginnt schon wenige Minuten nach Filmstart.
Denn nachdem eine riesige Tsunami-Welle einen Haifisch (!) aus den Weiten des Meeres in einen städtisches Einkaufszentrum gespült hat und dieser ein munteres Katz und Maus-Spiel mit den Überlebenden des Markes veranstaltet, mag man als Zuschauer nicht verstehen, was für einen vollkommen unklaren Quark man hier soeben untergejubelt bekommt. Physikalische Gesetze lässt „Bait“ außer Acht, denn unabhängig von der wahrlich unglaublichen Ausgangssituation gibt es im Film selbst, ein dutzend Ungereimtheiten über deren dilettantisch vorgeheuchelte Glaubwürdigkeit man als Zuschauer nur mit dem Kopf schütteln kann. Da parkt ein Auto in der Tiefgarage, darin zwei Protagonisten, deren IQ niedriger zu sein scheint als die Raumtemperatur des Kinosaales.
Als nun das Wasser beginnt in der Parkanlage zu steigen scheren sich die beiden Intelligenzbestien einen Deut darum, dass motorisierte Gefährt zu verlassen. Stattdessen verharren die beiden darin bis das Fahrzeug gänzlich vom kühlen Nass umschlossen ist und warten darauf das irgendwas passiert.
Unverständlicherweise scheint dies eine gänzlich gute Idee zu sein. Denn im Inneren des Wagens bleibt es kuschelig warm und schön trocken (!). Und so dürfen die beiden dem Hai genüsslich dabei zuschauen, wie selbiger einige erkundungsfreudige Streifzüge um das Auto und durch die Tiefgarage durchführt.
Vermutlich wären die diversen auffällig-groben Schnitzer in der Logik halbwegs verschmerzbar gewesen, würde sich „Bait“ nicht derart bierernst nehmen. Stattdessen rasselt Regisseur Kimble Rendall die Geschichte routiniert und trocken nach typischen 10-kleine-Negerlein-Konzept herunter und lässt dabei jeglichen Trash-Charme missen. Selbst von unfreiwilliger Komik ist in „Bait“ kaum etwas zu spüren, was vordergründig daran liegen mag, dass Rendalls Haifisch-Thriller zumindest auf technischer Ebene vollends zu überzeugen weiß. Das Setting ist Top. Die kontrastreichen und stylischen Bonbon-Farben zu Beginn des Filmes erinnern unweigerlich an aktuelle MTV-Music-Clip-Ware. Dennoch, trotz hohem technischen Standard will „Bait“ einfach nicht zünden. Die für Haifisch-Thriller typischen Suspense-Momente bleiben aus – so wirkliche Spannung will zu keiner Minute eintreten. Dabei gibt sich Regisseur Kimble Rendall all Mühe den Haifisch so bösartig und kaltblütig wie möglich zu skizzieren. Er zerfetzt Unterleiber, zerkaut Gliedmaßen und frisst sich regelrecht durch das F/X-Arsenal der Spezialeffekte-Crew. Überhaupt gib sich „Bait“ überraschend zeigefreudig und erstaunlich blutrünstig. Da treiben abgetrennte Köpfe auf hellblauen Ozeanblau und Hände werden abgesägt um das Tier auf falsche Fährten zu locken. Zimperlich gibt sich „Bait“ zu keiner Minute, was ihn zumindest in dieser Hinsicht von den üblichen Vertretern dieses Subgenres positiv abhebt und was vor allem die Splatter-Fans unter den Horrorfilmfreunden munden dürfte.
 
 
Bait“ ist eine einzige Enttäuschung. Die Produktion befindet sich auf einem technisch hohen Standard und doch vermasselt Regisseur Kimble Rendall (“Cut”) den Versuch, dem wohl kaltblütigsten Killer des Tierhorror-Genres neue Facetten zu verleihen. Das Drehbuch von „Bait“ wirkt von Anfang bis Ende unfertig, die wahllosen Segmente des Films beliebig zusammengezimmert.
Als Zuschauer hat man nicht nur einmal das zwanghafte Gefühl, als hätten die Autoren einige Ideen gesammelt, diese für gut titulierte und wahllos in die Handlung geworfen. Da nützt es letztendlich auch nichts, wenn diese aktuelle Horrorproduktion zumindest was den Gewaltpegel betrifft auf aktueller Filmwelle mitschwimmen versucht.
Dennoch, eine handvoll formschöner Splatter-F/X und hübsch gefilmte Kamerafahrten machen noch lange keinen guten Horrorfilm aus. Und so ersäuft „Bait“ in einem halbgaren Aufguss aus altbekannten Genre-Regeln, aufdringlicher Unlogik und Protagonisten, deren Handlungsbeweggründe der normalgeistige Zuschauer wohl zu keiner Filmminute nachvollziehen kann und möchte.
 
 
 


 
 
 

Bait – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Was für eine intellektuelle Katastrophe – Nichteinmal 2 Kästen Bier würden diesen Film erträglich machen.
 
 
 


 
 
 

Bait – Zensur

 
 
 
Im Film selbst fließt gehörig Blut und Körperteile werden zeigefreudig zerfressen, wobei die Kamera immer nah am Geschehen ist und die Grausamkeiten genaustens dokumentiert. Eine deutsche Version wird daher aller Voraussicht ungeschnitten mit der roten “Keine Jugendfreigabe”- Kennzeichnung veröffentlicht werden.
 
 
 


 
 
 

Bait – Trailer

 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
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Filmreview: “Schlaraffenhaus” (2011)


 
 
 

Schlaraffenhaus – Story

 
 
 

„Maria“ lebt zusammen mit ihrem Vater in einer riesigen Villa am Meer, fernab von Hektik und turbulenten Trubels.

Nach dem Tod der geliebten Mutter brach für die kleiner Familie eine Welt zusammen, sodass die älteste Tochter „Kira“ die Familie verließ und seither als verschollen galt.

Jegliche Emails, die an die großen Schwester verschickt wurden blieben unbeantwortet, und trotzdem hofft „Maria“ sehnsüchtig auf eine baldige Rückkehr.

Kaum die Hoffnung beerdigt, steht eines Tages unerwarteter Besuch ins Haus. Nicht nur, dass „Kira“ überraschenderweise zurückgekehrt ist, auch ein merklich seltsam uniformiertes Pärchen verschafft sich Zutritt in das opulente Anwesen und fordert auf schmerzhafte Art und Weise den „Schatz“ des Hauses.

 
 
 


 
 
 

Schlaraffenhaus – Filmkritik

 
 
 
„Marcel Walz“, ein ambitionierter Regisseur aus deutschen Landen, der sich bisher in der Horrorfilmszene mit arg durchwachsenen Billig-Amateur-Produktionen („Popular“, „Avantgarde“, „La Petite Mort“) eine Namen gemacht hat ist zurück. Sein aktueller Independent-Beitrag „Schlaraffenhaus“ bietet überraschenderweise eine enorme Steigerung seiner bisherigen Werken zugegen und hat fast kaum noch etwas mit günstig heruntergekurpelten Amateurfilmen gemein.

Direkt nach Beginn fällt dem Filmfreund sofort auf, dass Regisseur Walz enorm viel Wert auf eine halbwegs professionelle Inszenierung gelegt hat. Die Kamerafahrten- und Einstellungen sind, bis auf wenige recht unnötig lange Patzer, überaus stimmig und recht interessant umgesetzt. Auch die musikalische Untermalung, und die gut platzierten Schnitte der einzelnen Szenen gestalten sich als überaus gelungen und tragen enorm zur Atmosphäre von „Schlaraffenhaus“ bei. Mit gering-budgetierter Nonsens-Ware aus der Amateur-Schmiede eines„Olaf Ittenbachs“ hat das Ganze kaum noch etwas am Hut. Erstaunlich souverän gefilmt und an den internationalen (Folterfilm)Markt angelehnt, überschlagen sich die recht blutigen Ereignisse von Filmminute zu Filmminute und gipfeln in einem vermeintlich überraschenden End-Plot-Twist.

Soweit so gut, auf technischer Ebene weiß „Schlaraffenhaus“ im Rahmen seiner Möglichkeiten vollends zu überzeugen, aber nicht die technische Inszenierung bereitet hier für schwindelerregende Kopfschmerzen, vielmehr liegt der Hund im total unklaren Drehbuch und der recht dilettantisch ins Gewicht fallenden Schauspielkunst der handvoll Protagonisten begraben, denn was dem Filmfreund dort untergejubelt wird, ist in seiner Trivialität kaum zu übertreffen. Eine wirklich glaubhafte Geschichte bietet Walz´s Beitrag nämlich nicht. Ein bisschen Smalltalk hier, etwas Gezicke dort, ein paar Spaziergänge rund um das Anwesen und eh sich der Filmfreund versieht sind bereits 30 Minuten mit unbrauchbaren Lückenfüllern vorüber, ohne das eigentlich überhaupt etwas nennenswertes passiert wäre.

Erst nach einer gefühlten Ewigkeit kommt das Geschehen so langsam in die Gänge und präsentiert mit den beiden Kleinkriminellen Simona und Franky zwei recht hilflose Psychopathen, denen man ihre Rolle als mordgierige Schizzos irgendwie nicht so wirklich abnehmen möchte. Nachdem die beiden in das Haus eingedrungen sind und die Anwesenden beginnen zu terrorisieren, fragt sich der interessierte Filmfreund, was der gesamte vollkommen grotesk-aufgeblasene Irrsinn denn nun eigentlich soll. Nicht nur, dass die beiden Psychopathen recht abstrus gekleidet sind (diverse S/M-Pornos lassen grüßen) auch ihr Handlungshintergrund, vergleicht man ihn mit der schlussendlichen Filmauflösung, ist derart löchrig, kaum nachvollziehbar und hanebüchen, dass man sich als Filmfreund nach Filmsichtung eigentlich recht veräppelt fühlt.

Das anfänglich recht harmonische Opfer-Täter-Zusammenspiel leidet unter dem recht unglaubhaft arrogant inszenierten Overacting der „bösen“ Hauptdarstellerin, die zudem unter dem Einsatz diverse „Kraftausdrücke“ und Folterspielchen versucht die Kontrolle über ihre Opfer zu erlangen, es aber nie schafft wirklich glaubhaften Terror zu erzeugen. Vielmehr beginnt ihr Schauspiel nach nur wenigen Minuten unglaublich zu nerven, ihre Handlungen sind derart inkonsequent und ihre Monologe zu künstlerisch-übertrieben, dass ein böses „F“-Wort aus ihrem Mund unweigerlich lächerlich wirkt. Die übrigen Schauspieler schaffen es auch nicht mit ihren recht dilettantisch-wirkenden Wortgefechten und dem unweigerlich nervtötenden Gewinsel „Schlaraffenhaus“ über den Folter-Tortur-Durchschnitt zu heben. Vielmehr gestaltet sich Walz Beitrag als recht uneffektive Kopie bekannter und ähnlicher „Home Invasion“ – Produktionen, wobei einzig die recht gekonnt getricksten Krösel-Effekte den ein oder anderen Schauwert bieten, diese wiederum in Folterfilm „Neighbour“ effektiver und schmerzlicher in Erscheinung treten.

Mit „Schlaraffenhaus“ hat sich Regisseur „Marcel Walz“ gänzlich von seinen Amateur-Horrorfilm-Wurzeln verabschiedet. Das Setting passt, die musikalische Untermalung ist als gelungen zu bezeichnen und auch die handvoll Krösel-Szenen wissen zu gefallen. In der Summe erinnert „Schlaraffenland“ kaum noch an ein niedrig-budgetiertes Amateurfilmchen, sondern an routiniert abgedrehten TV-Standart. Dennoch, der ganz große Sprung ist ihm mit seinem aktuellen Beitrag trotzdem nicht gelungen. Die Story ist platt und erinnert zu stark an, bedeutend bessere, „Home Invasion“-Thriller Marke „Funny Games“ und „Kidnapped“.

Sein aktuelles Genre-Werk bietet keine eigenständigen und wirklich spannende Ideen und plätschert in seiner Belanglosigkeit genüsslich vor sich daher. Die überraschende Auflösung des gesamten Spuks wirkt mehr als konstruiert und das aufdringlich-nervige Overacting der „bösen“ Hauptprotagonistin vermiest die Sichtung dieses eigentlich recht ambitionierte Folter-Werkes.

Wollen wir hoffen, dass Marcel Walz beim nächsten Film ein glücklicheres Händchen bei der Auswahl seiner Drehbücher und Schauspieler besitzt, denn mit derart sehenswerter technischer Umsetzung könnte sich letztendlich auch Deutschland endlich einmal mehr im internationalen Extrem-Horrorfilm-Sektor blicken lassen.
 
 
 


 
 
 

Schlaraffenhaus – Fazit

 
 
 
Bewertung  4/10 Punkten

Ein Folterfilm wie so viele vor ihm, nur mit dem Fakt, dass dieser aus deutschen Landen kommt. Trotz guter technischer Umsetzung, ist das Schauspiel und das Drehbuch so derart durchwachsen und wirkt oftmals unfreiwillig komisch, dass dem Filmfreund die Lust an der Sichtung von „Schlaraffenhaus“ schnell vergehen dürfte.

Trotzdem, für Amateurfilm-Freunde und Trash-Liebhaber definitiv einen Blick wert!
 
 
 


 
 
 

Schlaraffenhaus – Zensur

 
 
 
Deutsche Filmversion: die in Deutschland erhältliche FSK18-Version ist stark gestrafft in den Folterszenen. Über das deutschsprachige Ausland erschien jüngst ein Mediabook aus dem hause NSM mit der ungeschnittenen Filmversion.
 

Hellraiser80

 
 
 


 
 
 

Schlaraffenhaus – Trailer

 
 
 

 
 

Ähnliche Filme:
 
 

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Nictophobia – Folter in der Dunkelheit (2011)

If a Tree Falls (2010)

Penance – Sie zahlen für Ihre Sünden (2009)


Filmreview: “Nictophobia – Folter in der Dunkelheit” / “The Brazen Bull” (2010)

 

 

 

„Tyler“, ein unerfolgreicher (warum hat Schauspieler „Michael Madson“ nicht gleich diese Rolle erhalten, sie wäre ihm wie auf dem Leib geschneidert gewesen) Immobilien-Makler wittert das große Geschäft: er kauft ein heruntergekommenen Warenhaus in der Innenstadt günstig auf, um dieses dann, umfunktioniert als Wohnkomplex, gewinnbringend zu vermieten.

Bei der ersten Besichtigung der gekauften Lokalitäten geht jedoch alles schief. Zusammen mit seiner Freundin „Lauren“ und einer ihrer Bekannten „Natasha“ gerät er in die Fänge eines skrupellosen Psychopathen, der sich in dem leerstehenden Gebäude verschanzt hat.

 

 

 

Geübten Cineasten dürfte der Name „Michael Madson“ sofort ein Begriff sein, denn in den frühen 90ern machte er vorwiegend mit Nebenrollen in bekannten Kultfilmen („The Doors“, „Thelma & Louise“) auf sich aufmerksam. Nicht unproduktiv, dafür weniger beeindruckend liest sich seine Filmografie ab den späten 90ern, denn dort erging es ihm ähnlich wie zig anderen Actiondarstellern der 80er Jahre zuvor, die von der Kinoleinwand verschwanden, ihren Kummer in Drogen und Alkohol ersoffen und hauptsächlich in minderbemittelten B-Movies und „Direct-to-Video“- Produktionen ihr Lohn und Brot verdienten. Schenkt man diversen Interviews Glauben, so sieht Madson sogar ein, in seinem Leben viel Mist gedreht zu haben. Obwohl seine Filmvita bis heute bereits über 110 Film vorweisen kann behauptet „Michael Madson“ sogar, gerade mal fünf bis sechs Werke in seinem bisherigen Leben gedreht zu haben, auf welche er wirklich stolz sei.

Hut ab vor dieser bodenständigen Selbsteinsicht.

Seine aktueller Auftritt im Horrorbeitrag „Nictophobia – Folter in der Dunkelheit“ erweitert die Reihe von unbrauchbaren Billig-Filmen in seinem bisherig kreativen Schaffen, den Mr. Madson mit Sicherheit am liebsten unter den Teppich kehren und gänzlich aus dem Gedächtnis streichen würde, denn dieser später Folter-Nachzügler ist katastrophaler Videotheken-Nonsens unter aller Güte, der es nicht einmal ungeschnitten in unsere Gefilden geschafft hat.

Bereits die ersten Filmminuten lassen, zumindest in der deutschen Synchronisation, schlimmes erahnen. Die beiden weiblichen Protagonisten und Freundinnen „Lauren“ und „Natasha“ (eine davon trägt die nervige deutsche Synchronstimme von “Jennifer Tilly“) sind so unweigerlich schlecht und nervig ins Deutsche übersetzt, dass einem als Horrorfilmfreund direkt die Nackenhaare zu Berge stehen, sobald die beiden „blonden“ Hohlbirnen das erste Mal den Mund öffnen. Oftmals wirken ihre Dialoge so unweigerlich lächerlich und der Klang ihrer (deutschen) Stimmen zu unverständlich schrill, dass man als Zuschauer nicht weiß, ob man jetzt lachen oder lieber weinend abschalten soll.

Das fast schon penetrant dumme Vorgehen der beiden „Intelligenzbestien“ unterstreicht demnach auch das Niveau des Genre-Beitrages „Nictophobia – Folter in der Dunkelheit“, welcher zudem auch rein gar nichts mit der titelgebenden „Nyktophobie“ (Nachtangst, Angst vor der Dunkelheit) am Hut hat. Hierbei merkt der Zuschauer einmal mehr, wie hilflos deutsche Vertriebe darum bemüht sind, mit einer fiktiv reißerischen Titelumbenennung von der minder überzeugenden Qualität ihrer eingekauften Produkte werben „müssen“. Außer der Tatsache, dass die handvoll orientierungsloser Protagonisten fast 40 Minuten lang durch die Gänge des düstere Lagerhauskomplexes irren, ohne das überhaupt irgendetwas spannendes passiert, hat „The Brazen Bull“, so wie der Film im Original heißt, rein gar nichts mit der deutschen Titelschmiede gemein.

Apropos spannend: Der vorliegenden Beitrag ist von schweißtreibendem Suspense meilenweit entfernt. Denn nachdem „Tyler“ mit seinen zwei „hyper-intelligenten“ Gespielinnen das Gebäude betreten hat und eifrig die neuerworbene Immobilie erkundet, verschwindet der neue Hauseigentümer überraschend und taucht wenige Minuten später als unfreiwilliger Filmstar, gefesselt auf einer Trage in seinem eigenen „Snuff-Movie“ erneut auf, welchem die beiden Freundinnen unweigerlich beiwohnen müssen, als sie bei ihrer Erkundungstour in einem leeren Raum einen eigens für sie aufgebauten TV-Apparat entdecken.

Was nun kommt ist routinierter Folter-Quark, der aufgrund seiner Belanglosigkeit ebenso vollkommen unwichtig ist und es nicht einmal annähernd schafft das Ruder dieser Filmgurke herumreißen, um zumindest die Horrorfraktion zufriedenzustellen zu können. Die wenigen Krösel-Szenen gestalten sich als relativ unspektakulär und im Vergleich zu ähnlichen Genre-Kandidaten Marke „Hostel“ zudem auch noch absolut „harmlos“. Hier ein Kehlen-Schnitt, dort ein abgetrennter Finger – damit lockt man zumindest bei routinierten Horrorfilm-Allesseher kein verschwitztes Lächeln mehr ins Gesicht.

Einzig B-Movie-Junkie „Michael Madson“ gewinnt als skrupelloser Psychopath zumindest den einzigen Gnadenpunkt in dieser vollkommen verpeilten „Direct-to“-Produktion.

In der englischen Originalversion wächst er als zynisch-irrer Schizzo über sich hinaus, sodass man als Filmfreund zumindest über einige recht makabere Sprüche Madsons lachen darf.

Dass diese unweigerlich in der deutschen Syncho untergehen, erübrigt eigentlich die Sichtung von „Nictophobia – Folter in der Dunkelheit“ in der deutschen geschnittenen Version.

 

 

 

Interessierte Filmfans sollten einen großen Bogen um „Nictophobia – Folter in der Dunkelheit“ einschlagen, denn dieses Billigwerk ist absolut ungenießbar.

Hier stimmt rein gar nichts. Der Titel ist falsch erdacht, die Schauspieler falsch gewählt, das Drehbuch falsch geschrieben und die handvoll Folter-Krösel-Szenen schlecht kopiert.

Ein Film, der gänzlich versucht, auf der langsam abebbenden Welle an ähnlich-gestrickten Folter-Tortur-Werken mitzuschwimmen, aber dabei gnadenlos ersäuft.

Die Story ist bahnbrechend schlecht und die wenigen Gewaltspitzen dürften den Genre-Freund absolut kalt lassen.

Zudem wurde die deutsche Filmfassung gänzlich allen Ekelszenen entraubt, sodass nur noch ein katastrophal-zusammengewerkeltes Gerüst an nervenden Belanglosigkeiten überbleibt.

In der englischsprachigen Originalversion kann einzig B-Movie-Legende „Michael Madson“ überzeugen, der es zumindest schafft mit einigen makaber-zynischen Kommentaren, dem Zuschauer vor dem Einschlafen zu bewahren.

In der deutschen Version ist „ Nictophobia – Folter in der Dunkelheit“ einer der schlechtesten Genreproduktionen, die das Genre zuletzt gesehen hat – Parallelen zu der ähnlich schlechten filmischen Qualität eines „“Penance – Sie zahlen für ihre Sünden sind nicht zu übersehen.

 

 

 

Fazit 1,5/10 Punkte

 

Achtung, Achtung auf Gleis 1 hält Einfahrt der Zug aus Hollywood mit Weiterfahrt direkt in die untersten Regalen der Videotheken. Der Zug endet dort – Bitte alle aussteigen!

Deutsche Version: “Keine Jugendfreigabe” – Version ist geschnitten. Eine ungeschnittene deutsche Filmfassung wird demnächst über das deutschsprachige Ausland erscheinen. Ich rate dennoch ab, da die wenigen Gewaltszenen kaum der Rede wert sind und den miesen Film auch nicht besser machen.

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “Osombie” (2012)

 

 

Die taffe Yoga-Lehrerin „Dusty“ reist nach Afghanistan um dort ihren Bruder ausfindig zu machen, der fest davon überzeugt ist, dass der Terrorist „Osama bin Laden“ noch immer unter den Lebenden weilt. So ganz unrecht scheint er mit seiner Behauptung gar nicht zu haben. Denn bei ihrer Suche trifft die junge Lehrerin auf eine Nato-Spezialeinheit, die einen geheimen Auftrag untersuchen soll.

Glaubt man deren Aussage, so soll „Osama bin Laden“ noch immer am Leben sein. Nachdem einst sein Geheimversteck von amerikanischen Einheiten entdeckt und eingenommen wurde, spritzte er sich in seiner Rage ein Serum, dass ihm zu einen wandelnden Untoten mutieren lies. Der „lebende“ Leichnam konnte sich aus den Fängen amerikanischer Truppen befreien und galt seit dem als verschollen.

Nun soll die beauftragte Nato-Spezialeinheit den Fall lösen und „Osama bin Laden“ sowie dessen untote Gefolgschaft daran hindern die Weltherrschaft an sich zu reißen.

 

 

 

Hilfe, den Filmemachern, Drehbuchautoren und Produzenten gehen wohl möglich so langsam die Ideen aus. Nicht nur, dass man als interessierte Filmfreund in regelmäßigen Abständen cineastische Vergewaltigungen in Form von minderbemittelten Remakes unerreichter Horrorfilmklassiker serviert bekommt, auch im B-Movie-Sektor ist es einfach kaum noch zumutbar, was dort gierige und beschränkte Geldhaie der zahlungswilligen Fanbase unterjubeln möchten.

Osombie“ ist so ein Fall, bei dem das Filmplakat mehr verspricht, als der Film letztendlich überhaupt bieten kann, und eher eine Horror-Parodie vermuten lässt, anstatt einen ernstzunehmenden Horrorfilm. Die Idee, dass „Osama bin Laden“ inklusive Gefolgschaft an einem Serum tüfteln, dass sie zu blutgierigen Zombies mutieren lässt und sie so zu unaufhaltsamen Zeitbomben umfunktioniert, die die Weltherrschaft an sich reißen möchten, ist so derart bescheuert, man möchte es kaum glauben, hat man es nicht selbst mit eigenen Augen gesehen. Die Tatsache, dass wir in „Osombie“ einen scheintot wandelnden „Osama bin Laden“ zu Gesicht bekommen ist so unweigerlich schlecht und geschmacklos, dass einem als Filmfan die Fremdscham zu Gesicht stehen dürfte.Vermutlich wäre der Film als clever ausgetüftelte (Gesellschafts-)Satire oder Parodie noch halbwegs goutier- und ertragbar gewesen, aber „Osombie“ nimmt sich derart bierernst, dass man über den trivialen Plot einfach nur fassungslos mit dem Kopf schütteln kann.

Dabei geht es in Lyde´s „Osombie“ technisch eigentlich recht ordentlich zu Gange. Das Zombie-Make-up macht einen verdammt hochwertigen Eindruck und lässt unweigerlich den Großteil aller aktuellen Zombie-Movies alt aussehen. Aber was nützt letztendlich das beste Creature-Design, wenn der eigentliche Film unterirdisch hohl ist. Dass die Filmemacher nicht gänzlich auf der Höhe gewesen sein müssen, beweist demnach auch die arg stümperhafte Umsetzung des Trivial-Werkes. Der Hauch einer Story ist nur der Drahtzieher für eine Vielzahl nerviger Baller-Szenen, die bis zum Erbrechen wiederholt werden. Die gefühlten 2000 Kopfschüsse und diversen Kopfexplosionen sehen trotz ihrer CGI-Herkunft recht vielversprechend aus, aber verlieren nach nur wenigen Filmminuten bereits ihren Reiz. Wo sind denn die obligatorischen Fress- und Splatter-Szenen geblieben, welche seit jeher das Aushängeschild eines jeden guten Zombiefilmes sind? Von derart Geköse gibt es kaum etwas zu sehen, vielmehr feiert sich „Osombie“ mit einer Vielzahl dummen Headshots und unweigerlich penetrant-aufdringlich wirkenden amerikanischen Patriotismus.

Mal abgesehen von verheerend vielen Logiklücken (seit wann tragen denn NATO-Spezialeinheiten Samurai-Schwerter bei sich) gibt „Osombie“ dem Zombiefilm nicht einmal ansatzweise neue Impulse. Nachdem der Heimkinomarkt zuletzt mit unsäglich vielen schlechten Filmen dieses Subgenre überschwemmt wurde, sollte man als Produzent derartiger Filme so langsam mal neue Ideen entwickeln, um nicht gänzlich in der Versenkung durchwachsener Videotheken-Ware zu verschwinden. Mit einem weltweit gehassten Schwerverbrecher und Terroristen zu werben ist nicht sonderlich innovativ, sondern einfach nur dreist und geschmacklos, tut vermutlich aber nichts zur Sache, dass gerade aufgrund dieser kontroversen Thematik und “bin Laden” als verkaufsträchtiges Zugpferd gehörig die Kasse klingeln dürfte.

 

 

Osombie“ ist geschmackloser Bullshit aller erster Sahne. Als Filmfreund fragt man sich, was in den Köpfen derart dreister Filmproduzenten so vor sich geht. Die Idee einen Schwerverbrecher und weltweit gehassten Terroristen mitsamt seiner Gefolgschaft als mutierte Zombies gegen amerikanische Elite-Soldaten kämpfen zu besitzt hat nicht einmal ansatzweise Trash-Qualitäten. Die Handlung wird witz- und spannungsfrei nach bekannten „10-kleine-Negerlein“-Prinzip heruntergeleiert und bietet nicht einen minimalen Funken Originalität. Obligatorische Logiklücken werden mit Baller-Action satt kaschiert, die zwar ganz nett ausschaut, aber nach dem 10. Kopfschuss bereits ihren Reiz verlieren. Auch emotionalen Tiefgang und so etwas wie eine halbwegs annehmbare Charakterentwicklung darf man in „Osombie“ nicht erwarten. Die Charaktere handeln so derart klischeehaft und dämlich, dass man trotz bierernster Dramaturgie einfach nicht glauben will, was einem hier als Zuschauer vorgesetzt wird.

Das wird vor allem dann ersichtlich, wenn die amerikanischen Elite-Soldaten im zehn Minuten-Takt„überraschend“(!) und „unbemerkt“(!) von einer Horde Al-Quaida-Zombies mitten in der Afghanischen Wüste angegriffen werden, in der man kilometerweit nichts anderes sieht als ebene Sandfläche.

Dass bei derart Schwachsinn hiesige Zensurbehörden zum Schutze der Jugend Amok laufen dürften, versteht sich von selbst. In „Osombie“ wird geschossen, was das Munitionsarsenal hergibt. Fast schon selbstverliebt und penetrant voyeuristisch wird hier selbstzweckhaft auf (scheintote) Menschen geschossen, dass man davon ausgehen dürfte, dass es „Osombie“ in unseren Breitengraten nicht ungeschnitten in die Videotheken schaffen wird.

 

 

 

 

Fazit: 3,5/10 Punkte

 

 

Gegen „Osombie“ sieht Uwe Boll´s „House of the Dead“ geradezu nach intellektueller Filmkunst aus. Derart haarsträubenden Quark braucht man sich als Filmfreund nun wirklich nicht freiwillig geben!

FSK-Prognose: vermutlich geschnitten mit „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “Penance – Sie zahlen für ihre Sünden” (2009)

 

 

Amelia braucht dringend Geld, denn die Schulden wachsen ihr allmählich über den Kopf. Gerade weil ihre kleine Tochter schwer erkrankt ist und die junge Mutter die Behandlungskosten selbst tragen muss, nimmt sie den Ratschlag ihrer Besten Freundin an und versucht das „schnelle“ Geld zu ergattern, indem sie sich als Stripperin versucht.

Nachdem die beste Freundin nach einem missglückten „Arbeitseinsatz“ mit einem blauen Auge abgestraft wurde, soll nun Amelia für den nächsten Auftrag einspringen.

Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit der jungen Frau, denn ihr erster Arbeitseinsatz endet in einem Albtraum.

 

 

Günstig produzierte Wackelcam-Filme sind derzeit in aller Munde.

Bereits 1998 fand das sogenannte Found Footage Genre mit dem erstaunlich kassenträchtigen „Blair Witch Project“ beachtliche Aufmerksamkeit und zog bis heute unzählig ähnlich strukturierte Plagiate nach sich.

Nun, im Zuge der Erfolgswelle der Amateurcam-Geisterjagd „Paranormal Activity“ erhoffen auch diverse untalentierte Drehbuchautoren und Regisseure mit ihren geistlosen und vor allem unbrauchbaren Beiträgen den Sprung nach ganz vorn.

Penance“-Regisseur Jake Kennedy scheint hierbei von der ganzen „cleveren“ Sorte zu sein, hat er sich in seinem trivial- und geistlos zusammengeschusterten Machwerk, weder für Hexen und Aliens, noch für Geister und Zombies entschieden. Vielmehr versucht er vermutlich eigene und „neue“ Wege zu gehen und versucht die Aufmerksamkeit der Horrorfanschar mit (oh, man ist das neu!) geistig debilen  Psychopathen für sich zu gewinnen.

Demnach darf man die Geschehnisse, ähnlich wie in Unmengen gleichartig strukturierter Filme zuvor, aus der „Ego“-Perspektive beiwohnen (die Hauptprotagonisten filmen das Geschehen selbst mit einer Kamera) und erlebt, wie ein fanatischer Ex-Prediger versucht, unschuldige junge Stripperinnen zu bekehren und zu „reinigen“. Dass sein Vorgehen nicht zimperlich vonstatten geht, dürfte natürlich offensichtlich auf der Hand liegen, bietet „Penance“ eigentlich nichts anderes, außer unzugängliche und minutiös inszenierte Auspeitsch-, Demütigungs- und Verstümmelungsszenen. Ein gut durchdachtes Storygerüst gibt es hier nicht, Spannung und Mietfiebern – Fehlanzeige.

Stattdessen gibt es ein Aneinanderreihen wirrer Folterszenen, die einzig Mittel zum Zeck darstellen, dass überaus unspektakuläre Geschehen annähernd auf Spielfilmlänge zu „zaubern“. Ein arg unverkennbarer und überaus pervers-aufdringlich frauenverachtender Unterton unterstreicht das explizit voyeuristische Geschrei und bietet mitunter vermutlich allein nur masochistisch veranlagten Frauenhassern eine kreative Inspirationsgrundlage.

Dass es, neben all den haarsträubenden Frauenfolterszenen auch diverse Logiklücken gibt, überrascht dennoch ein wenig, gibt es in „Penance“ eigentlich kaum etwas, was man falsch machen könnte, da der Film ausschließlich allein von seinen explizit schroff inszenierten Szenen lebt.

Eine Tatsache, die eigentlich noch einmal das Nichtvorhandene Talent des Drehbuchautors und des Regisseurs wiederspielt.

Demnach fragt sich der aufmerksame Zuchauer, wer eigentlich in derart Situation, wie sie dem Film zugrunde liegt, es noch mental und psychisch schafft die Kamera dreist auf die Geschehnisse zu richten.

Selbst in Extremsituationen, in denen die Protagonisten um ihr Leben bangen müssen, scheinen sie zumindest noch annähernd die Kraft und vor allem die Zeit zu besitzen, das Geschehen mit der Kamera zu filmen. Im Film selbst, erklären die Überlebenden ihr unmerklich dummes Vorgehen damit, ausgiebig Filmmaterial sammeln zu müssen, um im Falle eines Entkommens beweisen zu können, was ihnen wohlmöglich zugestoßen ist.

Eine wirklich „gute“ Argumentation, wie ich finde. Für ein hübsches „Erinnerungsvideo“ nehmen die offensichtlich „suizidgefährdeten“ Opfer die ein oder andere Verstümmelung scheinbar gern in Kauf.

Mit „Penance“ hat der Nachwuchsregisseur Jake Kennedy ein überaus einfältiges Filmchen geschaffen, auf das die Welt nun wahrlich nicht gewartet hat.

Statt mit gut durchdachter und vor allem spannender Unterhaltung zu punkten, versucht Kennedy mit dreister Holzhammertaktik zu überzeugen.

Frauen werden am Fliesband gefoltert, gedemütigt und ermordet – die dargestellten Szenen scheinen zwar nie eindeutig blutig, eine gewisse Verrohung tritt dennoch im Verlauf der Handlung ein.

Nach Logik sucht man in „Penance-Sie zahlen für ihre Sünden“ vergeblich – Nach dem Sinn des Ganzen ebenfalls („Selbstkastration” des Ex-Predigers).

 

 

 

Fazit 2,5/10 Punkte

 

Ein Film, den sich filmbegeisterte Horrorfans ersichtlich sparen können.

 

Die Deutsche Fassung wurde verständlicher Weise um einige Sekunden erleichtert.

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “Born Bad” (2011)

 

Die minderjährige Brook zieht zusammen mit ihrem Vater, der neuen Frau des Vaters, sowie deren Sohn in ein hübsches Anwesen fernab der Stadt.

Leider hat es die Mutter mit der rebellierenden neuen Tochter gar nicht so leicht, wie anfänglich gedacht. Denn Brook gibt sich alles andere als handzahm mit ihrem neuen Vormund.

Kaum in das neuen Heim eingezogen, lernt Brook den attraktiven Denny kennen und verliebt sich Hals über Kopf in den leicht cholerischen Junggesellen.

Aber den Eltern ist der neue Freund der Tochter nicht wirklich geheuer, sodass sie beginnen Nachforschungen über den vermeintlich liebenswerten Burschen anzustellen. Ein fataler Fehler, denn als sie Denny aufgrund der Ergebnisse ihrer Recherche zu Rede stellen wollen, eskaliert die Situation und des Tochter´s neuer Freund beginnt sein wahres Wesen zu offenbaren.

 

 

Vorab gehört der deutsche Vertrieb dpt-entertainment, der für die Deutsche Vermarktung von „Born Bad“ verantwortlich ist, gehörig geohrfeigt.

Das Cover der hiesigen Heimkinoauswertung ist eine Zumutung und die deutsche Synchronisation sorgt mit ihrem billig-produzierten Amateurgequassel für unerträgliche Ohrenschmerzen. So manch dummer Billig-Porno wurde in Deutschland sorgfältiger und liebevoller übersetzt und vermarktet, als dieser aktueller Psychothriller, der gerade durch die hölzerne Laien-Synchronisation viel an, der ohnehin schon kaum vorhandenen Atmosphäre, einbüßt.

Und als wären genannte Mängel nicht allein schon Grund genug „Born Bad“ zu meiden, hat das „familienfreundliche“ Label dpt-entertainment natürlich auch gleich für wohlbekömmlichen Jugendschutz gesorgt. Fast alle (nichtvorhandenen) Gewaltszenen wurden in Kombination mit diversen Beschimpfungen zum Schutze der Jugend aus der Handlung geschnippelt.

Aber auch die wenigen Szenen, die im Kontext mit Drogen oder Alkohol stehen, wurden dank des labeleigenen und ersichtlich schnitterfahren dpt-„Cuttermeisters“ FSK-freundlich dem Film entraubt.

Dumm nur, dass die DVD/Blu-ray trotz diverser Kürzungen von der FSK dennoch keine Jugendfreigabe erhielt und mit einer „Keine Jugendfreigabe“ – Plakette abgestraft wurde. Die Frage nun: wer kauft letztendlich derart verstümmelten Film in derart Zustand, und das, obwohl der Film in seiner ungeschnittenen Originalfassung kaum explizit gefeiertem Gewaltterror bietet?

Dabei ist „Born Bad“ eigentlich gar nicht so dumm und schlecht, wie diverse (vorwiegend negative) Kritiken im Internet vorerst vermuten lassen.

Born Bad“ ist einer dieser unwichtigen kleinen Filmchen, die man so nebenbei wahrnimmt, und die trotz des belanglosem Stelldichein und der arg durchwachsenen Umsetzung, dennoch wissen wie sie für zumindest 90 Minuten kurzweiliger Unterhaltung sorgen – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Da es sich bei dieser Produktion um ein waschechtes amerikanisches „TV-Filmchen“ handelt sollte man dementsprechend auch keine bombastisch ausgetüftelten cineastischen Überraschungen erwarten. Der vermutlich günstig produzierte Psychothriller lässt an jeder Stelle im Film seine TV-Herkunft erahnen und die Dramaturgie läuft selten auf Daily Soap-Niveau hinaus.

Die Charaktere verhalten sich, gerade gegen Ende, merklich unlogisch und die Beweggründe des Psychopathen Denny bleiben größtenteils ungeklärt. Das ist eigentlich schade, da „Denny“-Darsteller Michael Welch den wirren Schizzo eigentlich recht gekonnt weiss in Szene zu setzen. Leider bietet sein recht talentiertes Schauspiel in dem, mit extremen Handlungsdefiziten überstreuten Drehbuch kaum tiefgründigen und vor allem ernstzunehmenden Interaktionsspielraum.

Was als echtes Psychopathen-Filmchen beginnt, das sehr an den Teenager-Thriller „Fear – wenn Liebe Angst macht“ mit Mark Wallberg in der Hauptrolle erinnert, mutiert gegen Filmmitte zu einer vollkommen unglaubhaften „Home Invasion Gurke“ a la „Kidnapped“.

Das klingt wohlmöglich für den Filmfan vorerst sehr vielversprechend, will jedoch in der Umsetzung aber irgendwie nicht so wirklich funktionieren.

Die pubertäre Brook nervt, aufgrund ihres vollkommen naiv-sinnfreien Handelns und ihren unerträglichen Diskussionen mit der Stiefmutter, bereits nach nur wenigen Filmminuten. Gegen Ende hin scheint es Regisseur und Drehbuchautor Jared Cohen dennoch versöhnlich mit ihr zu meinen.

Das unerfahrene Mädchen schreit, flennt und stolpert durch die Szenerie und serviert sich förmlich von Filmminute zu Filmminute als unfreiwilliges Opfer auf dem Serviertablett, schafft es aber, trotz ihres vertrottelten Handelns, irgendwie dennoch das Leben der eigenen Familie zu retten.

Nun denn, man sollte mit diesem kleinen Debütthriller nicht zu arg ins Gericht gehen.

Trotz der enormen Logikdefizite schafft es „Born Bad“ auf eine dennoch recht straffe und zügig erzählte Inszenierung und unterhält 90 Minuten.

 

Ein Film, den man nicht gesehen haben muss, der aber (zumindest in seiner ungeschnittenen Fassung) trotz bekannter Vorlagen („Fear“, „Stepfather, „Kidnapped“) und den diversen Filmfehler immerhin geradlinige und solide Genreunterhaltung bietet.

 

 

 

Fazit 5,5/10 Punkte

 

Durchschnittlicher TV-Thriller, dessen plakative und unlogische Zensur in der deutschen Fassung für allgemeines Unverständnis sorgen dürfte.

(FSK-Version: “Keine Jugendfreigabe” – erheblich geschnitten)

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “Rogue River” (2012)

"Rogue River" (2012) Filmplakat und Filmreview auf Filmcheck

 

Die junge Mara macht sich mit der Asche des verstorbenen Vaters auf dem Weg zum Rogue River, um dem geliebten Vater die letzte Ehre zu erweisen.

Kaum dort angekommen wird sie von einem einheimischen Mann angesprochen, der ihr auf den ersten Blick einen sehr sympathischen Eindruck vermittelt.

Nach einem kurzen, recht erfrischenden Gespräch muss sie jedoch plötzlich feststellen, dass vermutlich ihr Auto, dass sie am Straßenrand abgestellt hatte, gestohlen wurde.

Der Fremde beruhigt die total verwirrte junge Frau und bietet ihr an, zumindest für diese Nacht, bei ihm und seiner Frau zu nächtigen, sodass sie am nächsten Morgen frisch erholt die Suche nach dem vermissten Wagen fortsetzen kann.

Nach enthaltsamen Zögern willigt Mara letztendlich ein – ein fataler Fehler, denn mit dem vermeintlich gastfreundlichen Paar scheint irgendetwas nicht zu stimmen.

 

 

Es ist oftmals recht erstaunlich, was Regieneulinge mit ihrer unbändigen Kreativität und ihren Ideenreichtum so alles auf Zelluloid bannen können und wollen. Okay, die Idee hinter „Rogue River“ ist jetzt weder bahnbrechend neu, noch detailliert künstlerisch wertvoll.

Vielmehr ist „Rogue River“ einer dieser kleinen, wirklich fiesen Horrorfilme geworden, die dem Genreliebhaber aufgrund der recht ausgefeilten und glaubhaften Inszenierung positiv im Gedächtnis haften bleiben dürfte.

Dabei kommt der kleine böse Thriller recht schnell auf den Punkt und zelebriert das muntere „Familientreiben“ recht zügig, spannend und souverän bis zum erlösenden Finale.

Regisseur und Drehbuchautor “Jourdan McClure” setzt bei seinem ersten abendfüllenden Spielfilm auf einen merklich geradlinigen Spannungsaufbau und lässt den Charakteren und dem Zuschauer kaum Spielraum und Zeit für Nebensächlichkeiten, ausufernde Dialoge und Erklärungen.

Ich muss gestehen, das funktioniert fabelhaft und kommt dem Spannungsaufbau erheblich zu Gute.

Die filmische Umsetzung von „Rogue River“ ist als Top zu betiteln, zumal es sich bei dieser Produktion um ein eher kleines Filmchen handelt, dem vermutlich nur ein arg begrenztes Budget zu Grunde lag.

McClure erweist enorm viel Talent und Geschick in der Umsetzung und Realisierung von unangenehmen und trostlosen Bildern, was ersichtlich der unangenehmen Aura des makabren Geschehens zu Gute kommt.

Sein Debütfilm lässt an keiner Stelle im Film seine Herkunft vermuten, und schaut definitiv nicht nach billig heruntergekurbeltes B-Movie aus, sondern zeigt solide, dass da wohl jemand am werkeln war, der die diversen Horrorfilmklassiker und alle aktuellen Horrorfilm-Remakes ausführlichst studiert haben muss.

Natürlich bedient sich McClure auch den genrebedingten Zutaten und Klischees. Diese werden natürlich gekonnt dezent in das Geschehen gestreut, was anderes wäre ihm womöglich auch nicht übrig geblieben, da die Ausgangsituation seines Thriller gerade dazu prädestiniert ist, einen Terrorfilm der Extraklasse zu zelebrieren. Nun gut, eine Schlachterplatte ist „Rogue River“ nun nicht geworden und unglaublich viel Terror a lá Martyrs verstreut sein kleiner Schocker nun nicht gerade, dennoch der Härtegrad ist ausreichend genug um den tristen und auswegslosen Grundton des Geschehens zu unterstreichen.

Leider schafft es McClures Erstlingswerk nicht bis zum konsequenten Ende zu überzeugen.

Mara erleidet ab Mitte des Filmes ein fürchterliches Trauma, was sich den Rest des Filmes über in Jammern und Winseln bemerkbar macht, was zumindest mir auf die Dauer etwas „to much Drama“ gewesen ist. Scheinbar ist demnach Mara nicht mehr vollends Herr ihrer eigenen Sinne, sodass sie sich kurz vor Ende irgendwie unlogisch verhält.

Nun denn, McClure sei es verziehen. Ich zumindest wurde 90 Minuten packend unterhalten, auch wenn man diverse Handlungsstränge bereits aus unzählig ähnlich-gestrickten Horrorfilmen her kennt, muss man „Rogue River“ zu Gute kommen lassen, dass dieser kleine Film trotz minimaler Kritikpunkte, seine Sache recht solide und souverän meistert.

Rogue River“ ist ein kurzweiliger, spannender und böser Thriller – was will der Horrorfilmfan denn mehr?

Hinweis: wer sich die Stimmung ungern durch aufdringliches „spoilern“ vermasseln lassen möchte, sollte sich die Sichtung des Trailers sparen.

 

 

 

Fazit 6,5/10

 

Kleine böser Debüt-Horrorthriller, dessen Umsetzung gar nicht mal zu übel ist.

Genrefans, mit Gefallen an „Terrorfilmen“ sei dieser kleine Rohdiamant ans Herz gelegt.

Regisseur “Jourdan McClure” sollte man definitiv im Auge behalten.

 

(FSK: Keine Jugendfreigabe – leicht geschnitten / Deutschland-Start: Mitte Februar 2012)

 

Hellraiser80


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Hellraiser80


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Warner hat neben der ungeschnittenen “keine Jugendfreigabe / FSK18” – Filmversion, auch eine leicht entschärfte “FSK16” – Version von “Final Destination 5” prüfen lassen.

Ich gehe davon aus, dass ebenfalls aus rein kommerziellen Gründen (um auch minderjährige Filmzuschauer  in die Kinos zu locken)  neben der UNCUT-Version der Fortsetzung die geschnittene Version im Kino anlaufen wird.

 

Hellraiser80


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