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Filmkritik: “Killers” (2014)

Killers-2014
 
 
 

KILLERS

Story

 
 
 
Der erfolgreiche japanische Bänker Nomura Shuhei (Kazuki Kitamura) geht einem äußerst bedenklichen Hobby nach. Er fängt junge Frauen von den Straßen Tokyos ein und sperrt sie in seine sterile, kalte Wohnung. Dort bringt er sie nach vollzogenem Geschlechtsakt auf grausame Art und Weise um, und das vor mehreren laufenden Kameras. Die fertig geschnittenen Videos seiner Morde lädt er im Internet hoch und erregt die Aufmerksamkeit des indonesischen Journalisten Bayu Aditya (Oka Antara), der sich von den Snuff-Videos zwar angeekelt, aber auch irgendwie fasziniert zeigt. Schon bald gibt Bayu den Stimmen in seinem Kopf nach und begibt sich ebenfalls auf einen mörderischen Streifzug. Über das Internet tauschen sich die beiden Männer zwischen ihren Eskapaden aus und formen eine seltsame und instabile Beziehung.
 
 
 


 
 
 

KILLERS – Kritik

 
 
 
Hinter dem brutalen Action-Krimi steht das asiatische Filmemacher-Duo mit dem markanten Namen „The Mo Brothers“, bestehend aus Timo Tjahjanto und Kimo Stamboel. Vor allem Ersterer hat sich im letzten Jahr mit zwei Produktionen in den Olymp der brutalsten und schrägsten asiatischen Filmemacher katapultiert. Mit seinem Beitrag zur Horror-Wundertüte „The ABCs of Death“ stach er in einer Gesellschaft aus 26 Regisseuren heraus und zeigte, zu was er fähig war. Die paar Minuten, die er mit „Libido“ zur Verfügung hatte, packte er randvoll mit absurden und grob gewalttätigen Perversitäten. Das Ergebnis mag unvergesslich und auf gewisse Art und Weise herausragend gewesen sein, doch wirft der Kurzfilm auch die Frage auf, ob eine derartig grausame Darstellung nur um ihrer Grausamkeit wegen existieren muss. In einem weiteren Segment eines Horrorfilm-Potpourris legte Tjahjanto zwar seine zornige Gewaltdarstellung ab, nicht jedoch den Wahnsinn seiner Inszenierung. Brutal, direkt, gruselig und fernab von jeglicher Vernunft schuf er mit „Safe Haven“ ohne Zweifel das beste Segment von „V/H/S 2“.
 
Nun wendet sich Tjahjanto seinem zweiten Langfilm zu und möchte im stattlichen, mehr als zwei Stunden dauernden Rahmen eine komplette Geschichte erzählen. Erneut tut er sich mit seinem Komplizen Kimo Stamboel zusammen und bildet mit ihm das explosive Duo „The Mo Brothers“, das sich 5 Jahre nach „Macabre“ zum zweiten Mal den Regie-Credit eines Langfilms teilt.
 
In „Killers“ ist der Name Programm. Stamboel und Tjahjanto malen ein Gemälde des Todes und bedienen sich dabei einer reichhaltigen Farbpalette. Eines der zentralen Themen des Films ist die Motivation hinter dem Morden, die bei den beiden Protagonisten grundverschieden daherkommt. Bei dem augenscheinlich erfolgreichen und souveränen Nomura entsteht sie durch eine tief verwurzelte psychologische Störung, bei dem Journalisten Bayu durch einen Kontrollverlust in seinem Leben. Einer tötet aus pathologischem Verlangen, der Andere aus Egoismus und Geltungsdrang. Der Gegensatz von internen und externen Faktoren, die beide Männer zu Killern machen, ist sehr interessant umgesetzt und verstärkt zudem das Motto des Films „Inside us lives a killer“.
 
Selbstverständlich schauen Fans der etwas gröberen Bilder hier nicht in die Röhre. Wie zu erwarten ist, setzen die Mo Brothers ihre kaltblütigen Tötungsszenen mit einer rohen Kompetenz um, die irgendwo zwischen Eleganz und Grausamkeit schwebt. Die Befürchtung, dass es sich bei „Killers“ nach „Libido“ erneut um eine selbstzweckhafte Menagerie aus abartigen Bildern handelt, bewahrheitet sich zum Glück nicht. Die Gewaltspitzen sind effektiv und blutig inszeniert, aber driften nicht ins Übertriebene oder Bedenkliche ab. Oft besinnen sich die Filmemacher darauf, dass ein im Kopf des Zuschauers erzeugtes Bild eindrucksvoller sein kann als ein auf der Leinwand gezeigtes. Viel drastischer als das Blutvergießen ist in „Killers“ ohnehin die Snuff-Thematik, die sich mit dem voyeuristischen Aspekt von Mord und Tod befasst. Ein Gedankenansatz, der dank der modernen Grube unendlicher Perversionen, die gemeinhin als Internet bezeichnet wird, wohl nie an Relevanz verlieren wird.
 
Wenn man einen Film über die tödlichen Kreuzzüge zweier gestörter Männer macht, kann man nur so weit gehen, bis man sein Publikum verliert. So geschieht es leider auch bei „Killers“, denn spätestens zur Hälfte des Films sind Nomura und Bayu so weit von den (mental gesunden) Zuschauern entfernt, dass die Sympathie und somit die emotionale Verbindung zum Geschehen auf der Leinwand verloren gehen. Zu diesem Zeitpunkt macht „Killers“ einen Rückschritt und entwickelt sich von einem interessanten Psychogramm zurück zu einem zwar schön gefilmten, aber herkömmlichen Action-Krimi. Hier merkt man erstmals auch die Länge des Films, die mit 137 Minuten etwas übertrieben wirkt. Weniger wäre hier definitiv mehr gewesen.
 
Trotzdem ist „Killers“ ein guter und lohnenswerter Film. Die Themen von Mord und Mördern, die von den Mo Brothers in ihren früheren Werken fast ausschließlich für Schockwerte genutzt wurden, verstricken sich hier zu einer interessanten und komplexen Geschichte über die Ursachen und Konsequenzen des Tötens. Gewürzt mit guten schauspielerischen Leistungen, einigen deftigen Szenen und einem sehr eleganten visuellen und akustischen Stil fügt sich „Killers“ zu einem rohen, brutalen aber trotzdem tiefgründigen Film zusammen.
 
 
 


 
 
 

KILLERS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Die zweite Regie-Arbeit der Mo Brothers zeigt nicht nur zwei gewohnt kompetente Filmemacher, die wissen, wie man Bilder, Töne und Gedanken effektiv zusammenknüpft. Mit „Killers“ gehen sie über einen ekstatischen Blutrausch hinaus und hinterfragen nicht nur die gewalttätigen Aktionen ihrer Protagonisten, sondern auch das voyeuristische Verhalten des Horror-Fans. Eine beinharte und sehr stylische Tour de Force durch die Gedanken zweier Mörder.
 
 
 


 
 
 

KILLERS – Zensur

 
 
 
Rein von den Schauwerten her ist „Killers“ gar nicht so bedenklich, wie man erwarten könnte. Abgesehen von der großzügigen Verteilung von Kunstblut gibt es kaum Szenen, bei denen sich der Magen umdreht. Allerdings verleihen die Kaltblütigkeit und ein mehr oder weniger starker Hauch von Sadismus dem Film eine weitaus „schlimmere“ Qualität. Die besonders heikle Thematik der Snuff-Videos dürfte das Schicksal von „Killers“ schließlich besiegeln und eine ungeschnittene deutsche Fassung unmöglich machen.
 
 
 


 
 
 

KILLERS – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
I saw the Devil (2010)

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Filmkritik: “Hidden in the Woods” (2012)

Hidden-In-The-Woods-2012
 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS

(EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD)

Story

 
 
 
Nach dem Mord an ihrer Mutter gehen zwei Schwestern durch die Hölle. Die Hölle der Erniedrigung, Misshandlung, Vergewaltigung durch den eigenen Vater. Als das Familienoberhaupt schließlich im Gefängnis landet, nutzen die Mädchen die Gunst der Stunde und flüchten in die Freiheit …
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Kritik

 
 
 
“Tief in den Wäldern hört dich niemand schreien” … ein treffender Untertitel, der das Heimkino-Cover des vorliegenden Schmuddelfilms mit dem Titel HIDDEN IN THE WOODS sichtlich aufgewertet hätte. Auch in Chile ist man auf den Geschmack von grausamen Rape’n Revenge-Thrillern gekommen – jenes Sub-Genre, das es zumindest hier in Deutschland bei der FSK nicht gerade leicht hat. Betrachtet man die Entwicklung dieser Filmgattung in den letzten Jahren genauer, ist das aber auch kein Wunder. Mittlerweile ist es unter den Regisseuren dieser Streifen zum Sport geworden, sich in punkto Grausamkeit übertreffen zu wollen. Dabei kennt die Kreativität der Drehbuchautoren keine Grenzen, die sich immer kränkere Methoden einfallen lassen, um ihre meist weiblichen Heldinnen noch menschenverachtender zu quälen und zu demütigen. Der zweifelhafte Höhepunkt jener Art von Filmen wurde bereits im Jahr 2013 erreicht, als sich STEVEN R. MONROE mit seinem I SPIT ON YOUR GRAVE 2 ein Denkmal in Sachen Frauengewalt setzte und einen Rachestreifen inszenierte, der alle bis dato gedrehten Rape’n Revenge-Arbeiten in den Schatten stellte. Hierzulande verstand man mit der überflüssigen Gewaltorgie keinen Spaß – I SPIT ON YOUR GRAVE 2 erlitt das gleiche Schicksal, wie manch ähnlicher Film zuvor: Er wurde eingezogen und auf den Index gesetzt. Der chilenische Filmemacher PATRICIO VALLADARES führt mit seinem HIDDEN IN THE WOODS die traurige Saga sinnloser Gewalt gegen wehrlose Frauen fort und tut es dem Spanier ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO gleich. Letzterer brachte Jahre vor seinem gelobten HERE COMES THE DEVIL einen ebenso schmuddeligen Gewalt-Mix in die Wohnzimmer, der es unter dem Titel I’LL NEVER DIE ALONE (wenn auch in zerschnippelter Form) sogar in deutsche Händlerregal brachte.
 
Von der Machart her ist HIDDEN IN THE WOODS besagtem I’LL NEVER DIE ALONE nicht unähnlich, denn auch in diesem trivialen Machwerk bekommt der Zuschauer alle Checkpunkte gängiger Exploitation-Kunst aufgetischt, ohne die Stoffe wie die berüchtigte I SPIT ON YOUR GRAVE-Reihe wohl niemals den Erfolg gehabt hätten, den sie heute unter Horror-Jüngern genießen. Unter der brennenden Sonne Südamerikas müssen hier abermals Frauen ums nackte Überleben kämpfen, die von ihren männlichen Filmkollegen auf Niederträchtigste durch die Filmhölle gejagt werden. Jahrzehnte der Emanzipation verlieren binnen weniger Minuten an Bedeutung, schließlich scheint die Nachfrage nach Filmen immer größer zu werden, in denen Frauen wie Vieh behandelt werden. Wie zu den Anfängen von Exploitation im Kino nutzt auch HIDDEN IN THE WOODS-Macher PATRICIO VALLADARES reißerische Themen, um sie dem Zuschauer in Kombination mit möglichst sadistischer Gewalt und kontroversen Sexszenen zu verkaufen. So finden neben grässlichen Vergewaltigungsszenen, eigentlich sensibel zu behandelnde Themen wie Kindesmissbrauch, Inzest und Kannibalismus Verwendung, die jedoch nur selten ernsthaft beleuchtet werden. Stattdessen bilden sie die Grundlage fragwürdigen Treibens, das ohnehin nur darauf hinausläuft, möglichst viel Leid und Lebenssaft auf der Mattscheibe zeigen zu können.
 
In HIDDEN IN THE WOODS begleitet der Zuschauer Ana und Anny – zwei traumatisierte Frauen, die allein mit ihrem Vater irgendwo in den Wäldern Chiles leben und unter dem täglichen Terror des Familienoberhauptes zu leiden haben. Der bunkert auf seinem Grundstück nämlich nicht nur Drogen des heimtückischen Drogenbarons “Onkel Costello”, sondern vergeht sich nach dem Mord an der eigenen Frau hin und wieder an seinen beiden Schützlingen. Als die älteste Tochter Ana nach jahrelanger Inzucht schwanger wird, sperrt der Vater den Säugling in eine dunkle Kammer und beginnt ihn mit rohem Fleisch zu füttern. Jahre später tauchen zwei Polizeibeamte auf, die durch Zufall auf das missgestaltete Kind Manuel stoßen. Bevor sie jedoch das gesetzeswidrige Treiben unterbinden können, greift der Vater zur Kettensäge und macht mit den Polizisten kurzen Prozess. Die kaltblütige Tat hat schwerwiegende Konsequenzen, denn wenig später wartet das Gefängnis auf das hinterlistige Familienmitglied. Für die Mädchen die einzige Möglichkeit endlich der Terrorherrschaft des Vaters entkommen zu können. Leider ist die Welt nicht von Gefahren gefreit. Bald schon nimmt Drogenboss “Onkel Costello” die Witterung der flüchtenden Töchter auf, schließlich fordert der die versteckten Drogen von den Mädchen zurück, die jedoch keinen blassen Schimmer haben, wo sie der Vater versteckt hat.
 
Günstige 90000 Dollar hat die Schmuddel-Orgie gekostet, die dem Exploitation-Genre so alle Ehre macht. In HIDDEN IN THE WOODS wird geschlagen, geschossen, geschändet und sogar Menschenfleisch gefressen, damit die Sensationsgier des Zuschauers befriedigt werden kann. Die Kamera hält das konfuse und an den Haaren herbeigezogene Treiben in ungeschönt-dreckigen Bildern ein, um die Authentizität bewahren zu können. PATRICIO VALLADARES hat sich wie so oft im Horror-Bereich von Geschichten inspirieren lassen, die das Leben im südamerikanischen Hinterland nun mal so schreibt. Dementsprechend darf der Hinweis im Opening nicht fehlen, der dem Zuschauer vorheuchelt, dass das Gezeigte auf wahre Begebenheiten zurückzuführen sei. Ob dem wirklich so gewesen ist, dürfte einmal mehr stark bezweifelt werden, denn mittlerweile gehört der “Alles total wahr”-Slogan zum Horrorfilm, wie das Kruzifix in die Kirche, weil sich mit pseudo-realem Hintergrund eigentlich immer besser Kasse machen lässt. Bei so viel Liebe zur Exploitation stellt sich natürlich die Frage, ob es dem Film gelingt unter Hobby-Sadisten überhaupt Laune zu verbreiten. Im Gegensatz zum Heiligen Folter-Gral I SPIT ON YOUR GRAVE (2010) und dessen Fortsetzung aus dem Jahre 2013 ist das Geschehen trotz aller Liebe zur Frauenverachtung weit entfernt von den perversen Phantasien eines STEVEN R. MONROE. Das mag vor allem an der etwas hölzernen Darbietung von Opfer und Täter liegen, die teilweise so unglaubwürdig agieren, weil mal wieder unbekannte und maximal leidlich talentierte Jungdarsteller gecastet wurden, die dazu auch noch einem unausgereiften Drehbuch folgen. Zudem verliert der Streifen immer wieder an Tempo, weil VALLADARES auf Krampf darum bestrebt ist, den Protagonisten seiner hanebüchenen Geschichte eine gekünstelte Charakterentwicklung einräumen zu wollen. Immerhin zieht der Regisseur in Momenten der Langeweile die Reißleine. Immer wenn HIDDEN IN THE WOODS mit Längen zu kämpfen hat, greift VALLADARES auf Exploitation zurück und lässt sein Treiben in Gewalt und Blut ersaufen. Zur Freude des Horrorfans ist die Kamera immer nah am Geschehen, damit der für die langen Wartezeiten mit grafischen Grausamkeiten entschädigt werden kann.
 
Groteskerweise stieß die eher mittelmäßige Gewaltgurke bei den Amerikanern auf große Aufmerksamkeit. In solchen Fällen ist es meist unvermeidbar, dass dem Original eine glattgebügelte Neuverfilmung nachgeschoben wird. Schauspieler, Produzent und Regisseur MICHAEL BIEHN (THE VICTIM) zeichnet in diesem Fall verantwortlich und hat das Remake unter gleichem Namen produziert, für das PATRICIO VALLADARES gleich noch einmal auf dem Regiestuhl platz nehmen durfte. Ob er sich verbessern konnte bleibt abzuwarten. Der große Wurf ist ihm mit seinem Original HIDDEN IN THE WOODS leider nicht gelungen. Denn: Ein paar kontroverse Szenen und eine handvoll Matscheffekte machen aus einem unglaubwürdig zusammengewürfelten Plot noch lange keinen guten Horrorfilm.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Ein grausamer Schocker, der stahlharte Nerven voraussetzt. Leider ist HIDDEN IN THE WOODS keine Sternstunde des schmuddeligen Exploitation-Kinos, das sich seit den 1960ern bis weit in die 80er hinein großer Beliebtheit erfreut hat und seit der Remake-Welle der letzten Jahren durch alles von RODRIGUEZ und TARANTINO bis hin zu Bodensatz wie I SPIT ON YOUR GRAVE wiederbelebt wurde. EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD (so der Originaltitel) hat zwar alles zu bieten, was jene Art von Filmen so erfolgreich gemacht hat; Macher PATRICIO VALLADARES verliert aber zu oft die Geschichte und seine Heldinnen aus den Augen. Sie haben über weite Strecken schlichtweg nichts zu tun. Der Cocktail aus Inzuchtthematik, Kannibalismus, Gewalt und Sex ist teils arg wirr geraten und hat nicht selten mit ziemlichen Längen zu kämpfen. Vielleicht wäre es demnach besser gewesen, wenn sich VALLADARES auf nur ein Thema konzentriert hätte, statt seine Geschichte mit Kontroversem schlicht zu überfrachten. Immerhin findet er die Notbremse stets zur rechten Zeit. Immer dann, wenn es langweilig wird, gibt es Gewalt satt für alle Liebhaber frauenverachtender Filmware. Dass des Öfteren die Logik ausgeklammert wird, dürfte Fans jener Filme aber weniger stören. Die bekommen nämlich von der Vergewaltigung hin zu Motorsägen-Maniküre all das zu sehen, was in waschechtes Exploitation-Cinema nun einmal gehört: Gewalt als Mittel zum Selbstzweck.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Zensur

 
 
 
Gerade weil HIDDEN IN THE WOODS den gängigen Exploitation-Regeln folgt und nicht zimperlich mit seinen Protagonisten zugange geht, wird der Streifen in Deutschland keine Freigabe erhalten. Hier werden Frauen erniedrigt und misshandelt, Kannibalismus zelebriert und Körperteile vor der Kamera mittels Kettensäge abgetrennt. Insofern der Streifen hierzulande ausgewertet wird, muss die Schere angesetzt werden, um die FSK besänftigen zu können. Gorebauern müssen auf jeden Fall den Umweg über Österreich in Kauf nehmen.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I Spit on your Grave 2 (2013)

Savaged (2013)

Autumn Blood (2013)

The Mooring (2012)

If a Tree falls (2010)

Girls against Boys (2012)

Black Rock (2012)

Eden Lake (2008)

The Last House on the Left (2009)

I Spit on your Grave (2010)

I’ll never die alone (2008)

Straw Dogs – Wer Gewalt sät (2011)


Filmreview: “Blood Widow” (2014)

blood-widow-2014
 
 
 

BLOOD WIDOW

Story

 
 
 
Wenn die psychopathische Nachbarin drei mal klingelt: Laurie (Danielle Lilley) und Hugh (Brandon Kyle Peters) sind ein junges Paar und haben gerade ein Haus irgendwo im Nirgendwo gekauft, wo es selbstverständlich keinen Handyempfang gibt. Als die beiden eine Einweihungsparty geben und einige Freunde zum Feiern vorbeikommen, nutzt auch die Killerin von nebenan die Gunst der Stunde, um die neuen Nachbarn kennenlernen …
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Kritik

 
 
 
In Amerika gibt es immer wieder Nachwuchs-Angstmacher, die dem Horror-Fan die Freunde am Schauen von Horror-Ware verübeln möchten. Der Low-Budget-Markt scheint dort ein beliebtes Sprungbrett für all jene zu sein, die auch ohne Berufsabschluss das Hobby zum Beruf machen wollen: Filmemachen. Leider muss man für das Drehen von Horror-Streifen nicht nur Kohle und das notwendige Equipment besitzen, sondern auch Talent und Ahnung. Voraussetzungen, die jedoch nur die Wenigsten mitbringen. Trotzdem wird auch ohne Können munter drauflos gefilmt, denn die Nachfrage nach amateurhaft zusammengeschnippelten Horrorfilmen scheint größer zu sein, als immer vermutet wird. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass Billig-Grusler in amerikanische Händlerregal gebracht werden. Als wäre das nicht schon übel genug, finden sogar einige dieser Spaßbremsen den Weg nach Deutschland.
 
BLOOD WIDOW ist das Resultat eines langjährigen Fan-Traumes. Newcomer und Sci-Fi-Horrorfan JEREMIAH BUCKHALT steckt hinter der Low-Budget-Produktion, der selbst heute immer noch nicht fassen kann, dass ihm die Möglichkeit gegeben wurde einen Horrorfilm zu drehen. Ähnlich wie Vorbild JOHN CARPENTER (wenn es nach BUCKHALT geht gehört THE THING zu den besten Filmen aller Zeiten) hat der Regie-Neuling jedoch erst einmal kleine Brötchen gebacken und sich an der Umsetzung klassischen Slasher-Stoffs versucht, schließlich gehört nicht viel Grips dazu einen simplen Schlitz-Streifen zu machen. Erfolgreiche Filmtitel nennt BUCKHALT in einem Interview, von denen sich BLOOD WIDOW hat inspirieren lassen. So standen günstig gewerkelte Oldschool-Slasher Pate mit denen der Filmemacher Ende der 70er und zu Beginn der 80er aufgewachsen ist. Bei so viel euphorischer Liebe zum Genre enttäuscht dann leider doch die Tatsache, dass BLOOD WIDOW Lichtjahre von wegweisenden Metzelklassikern wie HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS entfernt ist. Für BLOOD WIDOW musste an allen Ecken gespart werden. So wurden Hauptrollen mit Statisten besetzt, die vermutlich noch nie eine Schauspielschule von Innen gesehen haben. Akustische Raffinessen aus dem MUSIC MAKER sorgen für ungewollte Erheiterung und die rudimentäre Handlung lässt den Zuschauer bereits kurz nach dem Prolog ermüden. Ein Pärchen ist es diesmal, das in ein neues Haus zieht und dort ums Überleben kämpfen muss. Im Keller des scheinbar verlassenen Nachbarhauses lebt eine schwarze Witwe, die nur darauf wartet, dass ihr mal ein paar neugierige Fliegen ins Netz gehen. Als sich ein paar Freunde für eine kleine Einzugssause anmelden und auf dem Grundstück gegenüber herumschnüffeln, packt die BLOOD WIDOW ihre Folterinstrumente zusammen und besucht die neuen Nachbarn um mal blutig “Hallo” sagen zu können.
 
Wenn keine gescheite Geschichte zu Grunde liegt, dann lass Gewalt regieren. Genau jenem Credo folgt BLOOD WIDOW und konzentriert sich auf das möglichst schmuddelige Abschlachten seiner unzureichend talentierten Hauptdarsteller. Die von BUCKHALT selbst entworfene Killerin geht nicht zaghaft mit ihren Opfern um. So werden Protagonisten enthauptet, Arme abgesäbelt oder Gesichter eingeschlagen. Für Indie-Horror mit Mikro-Budget sehen die gebotenen Matsch-Effekt ganz ordentlich aus, zumal die teils unausgereifte Ausleuchtung dem Film einen dreckigen, ungeschliffenen und finsteren Look bescheren. Dennoch, Gewalt im Horrorfilm ist nicht alles, denn ein blosses Aneinanderreihen von sinnlosen Gewaltakten machen aus einem beliebigen Horrorfilm noch lange kein Kultwerk. Nichtsdestotrotz bekommt der Horror-Fan mal endlich wieder eine maskierte Killerin vor die Linse. Die steht männlichen Meuchel-Kollegen wie JASON und MICHAEL in puncto Grausamkeit in nichts nach. Im Unterschied zu genannten Ikonen des modernen Horrorfilms will die BLOOD WIDOW jedoch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, was vor allem daran liegt, dass der Film nichts Rundes ist und überraschungsarm nach Schema F abgehandelt wird. Neue Impulse sucht man hier vergebens, dafür findet man Unmengen an Logiklöchern und Slasher-Klischees. Dass Macher JEREMIAH BUCKHALT bereits mit einer Fortsetzung liebäugelt, verursacht fix wirklich Panik – schließlich ist der Zuschauer froh, wenn er den vorliegenden Erstling wach überstanden hat.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Blutiger Nachschub für Splatter-Fans! Gewalt ist leider auch das einzige, was BLOOD WIDOW halbwegs über Wasser halten kann, denn der Streifen ist nicht nur ein überraschungsarmes, sondern auch ein langweiliges Sammelsurium nerviger Slasher-Regeln und totgefilmter Horror-Klischees. Budget war kaum vorhanden, was im Falle dieses Filmdebüts Vor- und Nachteile besitzt. Einerseits hat die teils unprofessionelle Ausleuchtung Charme und beschert BLOOD WIDOW einen düsteren und dreckigen Look, der dem Film vor allem in den Gewaltmomenten zugute kommt. Andererseits lässt das Mikro-Kapital kaum Experimente zu, so dass an allen Ecken gespart werden musste – vor allen an guten Schauspielern. Unterm Strich ist BLOOD WIDOW ein austauschbarer Slasher ohne Höhepunkte, der immerhin kurz Aufmerksamkeit in Deutschland erhaschen dürfte, weil ihn die hiesige FSK der “bösen” Szenen wegen in der Luft zerreißen wird.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Zensur

 
 
 
Wie für einen Slasher typisch sterben auch in BLOOD WIDOW die Opfer eines grausamen Todes. Zimperlich geht es hier nicht gerade zu, was vor allem der FSK Kopfzerbrechen bereiten dürfte. Da BLOOD WIDOW ziemlich viel blutroten Splatter zu bieten hat, dürfte eine ungeschnittene Freigabe fraglich sein.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Slasher House (2012)
 
Torment (2013)
 
Nurse 3D (2013)
 
Young, High and Dead (2013)
 
Killer Holiday (2013)
 
Bloody Homecoming (2013)


Filmreview: “Deadly Weekend” (2013)

Deadly Weekend 2013
 
 
 

DEADLY WEEKEND

Story

 
 
 
Zwei Pärchen wollen es sich bei Camping im Wald so richtig schön gemütlich machen. Leider geraten die vier an zwei gerissene Gören, die eine wahrhaftige Freude am Foltern besitzen …
 
 
 


 
 
 

DEADLY WEEKEND – Kritik

 
 
 
Was passiert eigentlich mit attraktiven Jungs und Mädels im Horrorfilm, die einige Tage entspannen und im Wald campen möchten? Richtig, sie geraten eigentlich fast immer an einen (maskierten) Irren, der ihnen unverfroren nach dem Leben trachtet. Der Slasher ist nach wie vor eines der beliebtesten Subgenres innerhalb des Phantastischen Films und erfreut sich, trotz ewig gleicher Rezeptur, immer noch enormer Beliebtheit. Für noch unerfahrene Filmemacher Grund genug mit einem derartigen Grusel-Mix im Horrorbereich Fuß zu fassen, schließlich hat der verpönte Slasher selbst aktuell erfolgreichen Schauspielern und Regisseuren zu großem Ruhm verholfen. JASON SUTTON versucht das jetzt auch. Der war an Hollywood-Hits wie COWBOYS & ALIENS (2011), HANGOVER 3 (2013) und der TRUE BLOOD-Erfolgsserie mitbeteiligt und möchte jetzt gern eigene Weg gehen. Für sein erstes, eigenes Projekt mit dem Titel ZELLWOOD schrieb er sogar das Drehbuch und übernahm die Regie. Damit ihm beim Umsetzen niemandem reinreden konnte, scheute er keine Kosten und finanzierte seinen ersten Spielfilm selbst. So konnte er seiner Kreativität freien Lauf lassen und all die euphorischen Ideen in die Tat umsetzen, die ihm da so durch den Kopf gegeistert sind. Leider ist sein DEADLY WEEKEND (so der Titel für den amerikanischen Videomarkt) nichts weiter als ein unbeholfener Versuch auf der kassenträchtigen Torturwelle mitzuschwimmen. SUTTON wirft nämlich Slasher- und Folterzutaten lieblos in einen Topf und hofft auf reißenden Absatz. Leider hat er da nicht mit dem verwöhnten Geschmack wählerischer Horrorfans gerechnet, die schon lange nicht mehr alles auf gut Glück goutieren, was man ihnen vor die Nase setzt.
 
DEADLY WEEKEND handelt von zwei Pärchen, die dem Hinweis des Onlinereiseführers Bo (KEVIN J. O’NEILL) folgen und in ein abgelegenes Waldgebiet düsen, um dort vier Tage beim Campen abschalten zu können. Natürlich gibt es Streit und der Wochenendtrip endet im Terror. Man gerät an den Reiseführer Bo höchstpersönlich, der zusammen mit seinen zwei kleinen Gören einem ganz speziellen Hobby frönt und mit unbändiger Leidenschaft dem abgebrühten Foltern ahnungsloser Touristen nachgeht. Die sind natürlich nicht gerade helle, punkten aber mit Waschbrettbäuchen und viel Holz vor der Hütte.
 
DEADLY WEEKEND hat eigentlich all das, was ein Slasher mitbringen sollte. Hier schwingen sexy Mädels und coole Typen Po und Hüften zu taffen Rhythmen und ultracoolen Beats. Die Handlung ist auf das Nötigste beschränkt und Blut gibt es auch zuhauf zu sehen. Leider hapert es trotz Sexyness und Gore mal wieder gehörig beim Schauspiel, denn die Anwesenden bewegen sich derart steif und unbeholfen durch die rudimentäre Handlung, dass man meinen könnte hier all die talentlosen Pappnasen zu sehen, die auf Krampf versuchen vom Porno ins Filmbusiness zu wechseln. Leider nimmt sich das Treiben trotz offensichtlicher Defizite viel zu Ernst, so dass sich das miese Agieren der Jungdarsteller zur peinlichen Farce entwickelt. Texte wurden scheinbar auswendig gelernt und teils emotionslos, teils vollkommen übertrieben in die Kamera gestottert. Das will so gar nicht Laune machen und lässt Horrorfans leider nur fremdschämend vor der Glotze zurück. Immerhin stimmt die Technik. Die Bilder sind auf Hochglanz poliert und zeugen von solidem Können. Verwunderlich ist das natürlich nicht, hat doch Regie-Newcomer JASON SUTTON von den ganz Großen aus Hollywood lernen können. Gott sei Dank konnte er auch dort in Erfahrung bringen, wie man inszenatorische Defizite im Horrorfilm ganz geschickt verschleiern kann. Die Antwort ist im obligatorischen Blut- und Gewalthagel zu suchen, der bereits so manch schlechten Genrefilm über Wasser halten konnte.
 
Gewalt verkauft sich gut – ganz diesem Credo wechselt DEADLY WEEKEND die Fronten und aus einem anfangs bescheiden umgesetzten Slasher wird knüppelharter Tortur Porn. Es werden Heimwerkerutensilien zweckentfremdet und Kunstblut spritzt reichlich in die Gesichter der Opfer. Ein Heckentrimmer wird in Bäuche getrieben, Nägel in Gliedmaßen geschlagen und Gedärm aus Leibern gerissen. Man muss schon sagen, dass die hier bebilderten Gewalteskapaden schon recht ekelhaft anzuschauen sind, zumal SUTTON wirklich gut darin ist, rotes Gekröse realistisch aussehen zu lassen. Leider machen aber die Gewaltspitzen (die übrigens von Heranwachsenden genüsslich zelebriert werden) keinen guten Horrorfilm aus DEADLY WEEKEND, dazu ist dieses Debüt einfach zu ereignislos, überraschungsarm und ideenlos umgesetzt. Darum merke: DEADLY WEEKEND ist trotz netter Optik, böser Gewalt und heißen Bräuten ein Rohrkrepierer wie er im Buche steht.
 
 
 


 
 
 

DEADLY WEEKEND – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Geile Weiber, hartes Gefoltere und markerschütterndes Geschrei: DEADLY WEEKEND ist ein ganz schön einfältiges Filmchen, das mit Laiendarstellern und netter Hochglanzoptik versucht, dem Kunden Geld zu entlocken. Wir können nur warnen, denn dieser Slasher-Folter-Flick raubt dem Zuschauer mit unbeholfenen Akteuren und unwichtigen Dialogfetzen den letzten Nerv. Selten hat man einen Horrorfilm gesehen, in dem selbst nicht einmal die Opfer Ahnung haben, wie man sich richtig durch einen Slasher schreit. Bei Schauspielerinnen, die zuvor “Karriere” im Playboy gemacht haben ist das aber auch kein Wunder. Deshalb Hände weg von diesem unterirdischen Bockmist.
 
 
 


 
 
 

DEADLY WEEKEND – Zensur

 
 
 
Die Folterszenen in DEADLY WEEKEND sind schon sehr explizit. Da wird mit einem Heckentrimmer im Bauch eines der Opfer umhergewühlt. Zudem werden hier allerhand Haushaltswerkzeuge zweckentfremdet. Der Tortur-Part ist nicht lang; das Gezeigte dürfte aber ausreichen, dass es DEADLY WEEKEND hierzulande ungeschnitten schwer haben wird, zumal die Gewalt von Minderjährigen ausgeht.
 
 
 


 
 
 

DEADLY WEEKEND – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Slasher in the Woods (2013)
 
Trail of Blood (2011)
 
Hostel (2005)
 
Hostel 2 (2007)
 


Filmreview: “Daddy’s Little Girl” (2012)

Daddys-Little-Girl-2012
 
 
 

DADDY’S LITTLE GIRL

Story

 
 
 
Derek (Michael Thomson) und seine Ex-Frau Stacey haben keinen guten Draht zueinander. Seit der Scheidung gehen sich die beiden lieber aus dem Weg, als der gemeinsamen Tochter zuliebe das Kriegsbeil zu begraben. Immer wieder entbrennt Streit, weil sich das Fenster in Georgias Zimmer nicht schließen lässt. Mutter Stacy hat kein Geld für die Reparatur, weigert sich aber vehement Dereks Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein großer Fehler, wie sich bald herausstellen wird. Denn die kleine Georgia wird aus ihrem Zimmer entführt und tot am unweit entfernten Strand gefunden. Weil die polizeilichen Ermittlungen auch sechs Monate nach dem Vorfall zu keinem Ergebnis führen, nimmt Vater Derek das Gesetz selbst in die Hand. Ihm gelingt es den Kindsmörder ausfindig zu machen und an ihm ein grausames Exempel zu statuieren.
 
 
 


 
 
 

DADDY’S LITTLE GIRL – Kritik

 
 
 
Es ist schon höchst fraglich, welch morbide Geschichten manch Scriptschreiber zu Papier bringen muss, um die schonungslose Darstellung widerwärtiger Folterszenen rechtfertigen zu können. In DADDY’S LITTLE GIRL ist es die Thematik des Kindesmissbrauchs, die als Grundlage dient damit der Horrorfan eine halbe Stunde am Stück das sehen darf, was in Filme wie der legendären HOSTEL-Reihe vor allem der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) schlaflose Nächte bereitet hat. Die dürfte sich an diesem neusten Beitrag unmenschlichen Schlachthandwerks sichtlich die Zähne ausbeißen, rückt nämlich hier die eigentliche Problematik von der Trauerbewältigung nach einem Kindsmord ganz schnell im den Hintergrund, um Regisseur CHRIS SUN die Möglichkeit zu geben, möglichst viel selbstzweckhafte und detailfreudige Gewalt aneinanderzureihen. Leider verpufft mit dem ekelerregenden Foltergematsche auch die Ernsthaftigkeit der Geschehnisse, denn die zugrunde liegende Missbrauchs-Kontroverse wird spätestens mit dem elendig lang ausgewalzten Torturpart im Keim erstickt. Hier werden allerhand Abscheulichkeiten mittels zugegebenermaßen realistischen wirkenden F/X gezeigt, die von wirklich fingerfertigem Know How zeugen. Es werden Kniegelenke gebrochen, mit Stacheldraht im Beckenbereich des Opfers gehandwerkelt, Zähne herausgerissen und menschliches Fleisch verbrannt, nachdem es mit einem Cuttermesser bearbeitet wurde. Die Liste der dargestellten Grausamkeiten ist lang, wobei SUN mit fast schon detailgenauer Präzision damit beschäftigt ist zu zeigen, in welcher Art und Weise man an menschlichen Körpern sägen, hämmern und bohren kann.
 
DADDY’S LITTLE GIRL treibt das was man in Filmen wie 7 DAYS (2010) oder THE TORTURED – DAS GESETZ DER VERGELTUNG (in Deutschland übrigens um das “Gröbste” erleichtert) gesehen hat auf die Spitze. Während man dort natürlich nicht minder zimperlich mit pädophilen Kindsmördern ins Gericht geht, dreht Macher CHRIS SUN noch etwas kräftiger an der Gewaltschraube, damit das foltergeile Horrorherz das zu sehen bekommt, was man halt nun einmal von neumodischen Horrorfilmen erwartet: Extremes Gekröse für die ganz Harten. Leider gerät die eigentliche Geschichte des Streifens bei soviel professionell umgesetzter Folterei vollkommen in Vergessenheit. Die wird nämlich zugunsten schaufreudiger Selbstjustiz ab Mitte rigoros aus dem Skript gestrichen, damit sich Vater Derek (MICHAEL THOMSON) vom anfänglich gesetzestreuen Schutzbefohlenen in einen selbsternannten Rächer verwandeln kann, der zuvor im Internet genau studiert hat, wie man bösen Menschen möglichst viel Leid antut. Leider ist die dargestellte Metamorphose nicht sonderlich nachhaltig oder glaubhaft, was man aber nicht Darsteller MICHAEL THOMSON in die Schuhe schieben kann. Der macht seine Sache nämlich ganz ordentlich und bereichert den kleinen Indie ungemein. Überhaupt sind die Darsteller für Low Budget Horror wie DADDY’S LITTLE GIRL durch die Bank weg gut gewählt. Da ärgert es schon ein wenig, dass die Kamera mal wieder nur auf nicht enden wollendes Gemetzel hält und sich Regisseur CHRIS SUN nicht tiefgründiger mit der eigentlichen Problematik beschäftigt hat.
 
 
 


 
 
 

DADDY’S LITTLE GIRL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Unglaublich schmerzhafter Folterstreifen für nervenstarke Horrorfans. Leider ist es in DADDY’S LITTLE GIRL mal wieder so, dass eine äußerst ernste Thematik als Vorwand genutzt wird, damit möglichst viel Tortur gezeigt werden kann. Nachwuchsregisseur CHRIS SUN schlägt gleichen Weg ein, wie viele andere Horrormacher vor ihm. Er nutzt Extremgewalt als Mittel zum Selbstzweck um sich im Genre einen Namen zu erkämpfen. Da wird Mord und Totschlag mit kontroverser Kindsmissbrauchsthematik vermischt, damit auch ja viele Horrorfans hellhörig werden und sich das unnötige Folterwerk ins heimische Filmregal stellen. Immerhin wird in punkto Gewalt geklotzt und nicht gekleckert. Das in DADDY’S LITTLE GIRL Gezeigte ist hart an der Grenze zum Erträglichen und dürfte hierzulande (insofern überhaupt veröffentlicht) Grund genug sein, der deutschlandweiten Verbreitung (in ungeschnittener Form) einen Riegel vorzuschieben.
 
 
 


 
 
 

DADDY’S LITTLE GIRL – Zensur

 
 
 
Die dargestellte Gewalt in DADDY’S LITTLE GIRL wird nahezu fast schon zelebriert, so dass die hiesige FSK diesen Rachefilm verständlicherweise nicht ungeschnitten freigeben hat. Der Rechteinhaber PIERROT LE FOU hat den Film demnach in ungekürzter Form SPIO/JK prüfen lassen und die Einstufung “strafrechtlich unbedenklich” für DADDY’S LITTLE GIRL erhalten. Verkauft werden darf der Film in dieser Filmfassung nur auf Filmbörsen, in Videotheken und in einschlägigen Online-Shops. Der Verkauf des kompletten Thrillers im stationären Handel erfolgt nur durch den Drogeriemarkt MÜLLER. Dort erhält der Horror-Fan die Scheibe auf Nachfrage – vorausgesetzt er ist auch volljährig. Neben der normalen Auflage im Keep Case ist auch ein Mediabook (auf 3000 Stück limitiert) erschienen, das über Österreich vertrieben wird. Die hier enthaltene Fassung ist ebenfalls ungekürzt.
 
 
 


 
 
 

DADDY’S LITTLE GIRL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Daddys Little Girl Blu-ray uncut

(c) Pierrot Le Fou (Abbildung der ungeschnittenen Fassung in der Amaray-Variante)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Daddy’s Little Girl, Australien 2013

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 106 Min. (uncut)

FSK: SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover, ein Mediabook mit gleichem Inhalt wie die herkömmliche Blu-ray ist ebenfalls bereits erschienen

Extras: Trailer

Release-Termin: Amaray: 04.06.2014 (Uncut-Fassung) – Mediabook: 10.07.2014 (Uncut-Fassung)

 
 
 

BR+DVD – Daddy’s Little Girl – Limitierte Uncut Mediabook Edition (Deutsche Uncut Auflage) ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 

Ungeschnittene Version in der Amaray-Variante bei Cyper-Pirates bestellen

 
 
 


 
 
 

DADDY’S LITTLE GIRL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
7 Days (2010)
 
Big Bad Wolves (2013)
 
Tortured – Das Gesetz der Vergeltung (2010)
 


Filmreview: “Raze – Fight or Die!” (2013)

Raze-Fight-or-Die-2013
 
 
 

RAZE – FIGHT OR DIE!

Story

 
 
 
Sabrina (Zoë Bell) und viele andere Frauen müssen sich in Zweikämpfen gegenseitig umbringen, um das Leben der ihnen Nahestehenden zu retten. Hinter dem fiesen Treiben steckt eine geheime Organisation, die Spaß daran hat den Kämpfen mittels Kamera zu folgen …
 
 
 


 
 
 

RAZE – Kritik

 
 
 
Es ist bedauerlich wohin sich das Genre im 21. Jahrhundert entwickelt hat. Extremgewalt heißt die neue Geheimrezeptur, die sich mittlerweile wie ein Parasit von Film zu Film frisst, damit der Zuschauer stets die eigenen Grenzen des Ertragbaren austesten kann. Ein Horrorfilm scheint sich in der heutigen Zeit nur dann gut zu verkaufen, wenn darin ausgiebig zerstückelt, gehäutet, vergewaltigt und gefoltert wird. Doch das Vorhandensein purer Gewalt allein reicht Jahre nach Tortur-Wegweisern wie HOSTEL, SAW und MARTYRS schon lange nicht mehr aus. Wer heute mit seinen Filmen schockieren und unterhalten möchte, muss möglichst sadistisch und menschenverachtend vorgehen, schließlich muss so einem wehrlosen Opfer eingebläut werden, das es eigentlich einen Dreck wert ist, bevor es dann nach unendlich vielen Qualen den erlösenden Tod finden darf. Wo sind die guten Gruselgeschichten von einst, die vor Jahrzehnten das Horror-Genre begründet haben? Die sind mittlerweile Mangelware geworden, denn nicht selten genügen allein Visionen vom groben Morden, um darum einen dünnen Plot zu weben und Filme draus zu machen. Ganz finsterer Nonsens und fragwürdiger Vertreter jener zweifelhaften Filmchen ist RAZE, der mit Sicherheit von der hiesigen FSK in der Luft zerrissen werden dürfte. Nicht ohne Grund, befriedigt das triviale Machwerk einzig die niederen Instinkte gelangweilter Gorehounds, die immer nur dann hellhörig werden, wenn sinnlose Brutalitäten das Schauen von eigentlich überflüssigen Horrorfilmen rechtfertigen. RAZE dürfte harsche Kritik von empörten Feministinnen auf den Plan rufen, schließlich sind es hier wieder einmal ausschließlich Frauen, die möglichst menschenunwürdig vor der Kamera ermordet werden. Keine Ahnung welche kranken Phantasien in Drehbuchautor und Regisseur JOSH C. WALLER schlummern, damit man so einen frauenverachtenden Streifen drehen und auf die Menschheit loslassen musste. Hinzukommt Unverständnis, warum sich ausgerechnet drei (!) Drehbuchautoren an der dünnen Geschichte ausprobieren mussten, ist doch die Idee hinter RAZE in nur wenigen Sätzen erklärt.
 
HOSTEL und HUNGER GAMES lassen grüßen, denn in RAZE sind es mal wieder Spiele, die es zu überleben gilt. Die werden von einer geheimen Organisation durchgeführt, die 50 nichts ahnende Frauen von der Straße fängt (merkt ja auch keiner) und in eine Art Arena sperrt, wo sie sich dann nacheinander selbst umbringen sollen. Leider bleibt den unfreiwilligen Gladiatorinnen keine andere Wahl, denn wer sich nicht seinem Schicksal fügen will oder sich gar den Anweisungen widersetzt, verliert einen geliebten Menschen. Damit die reichen Initiatoren beim Beiwohnen per Videoübertragung in Stimmung kommen, müssen sich die Teilnehmerinnen eigenhändig und ohne Hilfsmittel in die ewigen Jagdgründe befördern, was einigen leichter und anderen schwerer fällt. Dennoch sind bald die ersten Sieger auserkoren, doch unter den Frauen brodelt es verständlicherweise. Vor allem Kampfamazone Sabrina (ZOË BELL) will nicht so einfach beugen. Sie schmiedet einen Plan, um den perversen Spielorganisatoren das Handwerk zu legen.
 
Let’s get ready to rumble: Wenn zwei Frauen die Fäuste sprechen lassen, freut sich vor allem der männliche Zuschauer, dem bei soviel selbstbewusster Frauen-Power ganz rasch der Schlüpfer feucht werden dürfte. In RAZE werden den Mitstreiterinnen Köpfe eingeschlagen, Arme gebrochen, Augen eingedrückt und Nasen gebrochen – ganz so, wie es VAN DAMME und DUDIKOFF mit vehementer Leidenschaft in den trashigen Actionern der 80er Jahre getan haben. Leider gab’s in den meisten dieser eher dummen Prügelorgien immerhin so etwas wie eine Story, die man in RAZE leider vergebens sucht. Der Sinn des Ganzen bleibt weitestgehend unbeleuchtet, was dem Streifen gut und gerne das Prädikat “Gewaltpornographie” einbringen dürfte. Hier bekommt der Zuschauer die immer wieder gleichen Szenenabläufe geboten, die sich nur durch deren Teilnehmer voneinander unterscheiden. In bester MORTAL KOMBAT-Tradition treten die Opfer zum Kampf an. Zuvor werden die Namen der austauschbaren Amazonen eingeblendet, was angesichts der kaum vorhandenen Charakterisierung vollkommen überflüssig scheint, dürfte dem Zuschauer spätestens nach dem dritten Fight deren Namen egal sein. Einfach zu verdauen ist das Dargestellte mit Sicherheit nicht gerade. Das Treiben orientiert sich an den ruppigen Frauenknastfilmen der 70/80er (freilich ohne schmuddligen Sex), das jedoch im Vergleich zu Exploitation-Klassikern wie der legendären ILSA-Reihe ganz andere Dimensionen erreicht. RAZE ist roh, hart und wird mit allerhand kruder und selbstzweckhafter Gewalt serviert, die dann in den letzten Minuten ihren kläglichen Höhepunkt erreicht. Denn wie es in aktuellen Gewaltbrüllern üblich ist, darf ein blutiger Racheakt der Heldin nicht fehlen, schließlich muss ein so unmenschliches Handwerk ebenfalls mit Mord und Totschlag vergolten werden. Die Mattscheibe färbt sich rot, der Horrorfan jauchzt vor Freunde und Händler im deutschsprachigen Ausland verdienen sich ein goldenes Näschen.
 
 
 


 
 
 

RAZE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Wenn sich Frauen sinnlos und blutig die Köpfe einschlagen, freut sich das leicht zu erheiternde (männliche) Horrorherz. RAZE ist mal wieder ein überflüssiger Beitrag mit dürftigem Kontext und viel dummer Gewalt, die selbstverständlich im Nichts endet. Da schwebt mal soeben eine Idee durch die Köpfen der Drehbuchschreiberlinge und schon wird darum eine rudimentäre Handlung gewoben, die natürlich im Blut ertränkt werden muss. Leider werden todbringende Spiele in Zukunft öfters über den TV-Apparat flimmern, als einem lieb sein dürfte. Denn seit DIE TRIBUTE VON PANEM-Filme Rekordumsätze erzielen, wollen natürlich auch andere Filmschaffende mit ähnlicher Thematik etwas Kohle verdienen. RAZE soll vermutlich eine Hommage an die berüchtigten Frauenknastfilme sein; jene Machwerke, die sich vor über 30 Jahren großer Beliebtheit erfreut haben. Leider ist die vorliegende Verbeugung mehr gewaltgeiles HOSTEL meets HUNGER GAMES, als exploitationhaftes ILSA. Wer sich am Leid hilfloser Frauen ergötzen kann, bekommt hier die volle Dröhnung. Empfindsame Gemüter werden vermutlich schon nach zehn Minuten das Weite suchen.
 
 
 


 
 
 

RAZE – Zensur

 
 
 
RAZE hatte keine Chance bei der FSK. Rechteinhaber PIERROT LE FOU hat den Streifen mehrfach zur Prüfung vorgelegt, aber keine Freigabe von der FSK erhalten. Die Gewaltdarstellungen sind derart menschenverachtend, dass das Label Schnitte ansetzen musste. Diese haben das Prüfungsgremium nicht milde stimmen können. Demnach hat sich PIERROT LE FOU für eine ungeschnittene Veröffentlichung mit dem SPIO/JK-Kennzeichen “strafrechtlich unbedenklich” entschieden. Die Scheibe kann daher nicht im stationären Handel erworben werden, sondern ausschließlich in einschlägigen Online-Shops, in Videotheken und auf Filmbörsen. Nur Drogeriemarkt MÜLLER verkauft die ungeschnittene Scheibe auf Anfrage unter der Ladentheke; die Volljährigkeit wird vorausgesetzt. Ein Mediabook (auf 3000 Stück limitiert) mit der kompletten Fassung des Films wird zudem über Österreich vertrieben.
 
 
 


 
 
 

RAZE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
raze-bluray-uncut

(c) Pierrot Le Fou (Abbildung der ungeschnittenen Fassung im herkömmlichen Keep Case)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Raze, USA 2013

Genre: Action, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 92 Min. (uncut)

FSK: SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover, ein Mediabook ist ebenfall bereits erschienen

Extras: Interviews, Behind the Scenes, Trailer

Release-Termin: Amaray: 30.05.2014 (Uncut-Fassung) – Mediabook: 10.07.2014 (Uncut-Fassung)

 
 
 

BR+DVD – RAZE – limitierte Mediabook Uncut Edition (Deutsche Uncut Auflage) bei AMAZON kaufen

 

Ungeschnitten in der Amaray-Version bei Cyper-Pirates bestellen

 
 
 


 
 
 

RAZE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Human Race (2013)
 
Die Tribute von Panem – The Hunger Games (2012)
 
Battle Royale (2000)
 
Die Insel der Verdammten (1982)
 
Ilsa, She Wolf of the SS (1974)


Filmreview: “The Human Race” (2013)

the human race 2013
 
 
 

THE HUMAN RACE –

THE “RACE OR DIE” TOURNAMENT

Story

 
 
 
Achtzig nichtsahnende Menschen finden sich gemeinsam auf einem seltsamen Parkours wieder und sollen um ihr Überleben laufen. Niemand weiß, wie er hierher gekommen ist. Eine Stimme aus dem Off erklärt den Anwesenden die Spielregeln. So stirbt ein jeder, der gegen selbige verstößt und nicht zu laufen beginnt. Ziel ist das menschliche Rennen zu meistern, doch es kann nur einer gewinnen …
 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Kritik

 
 
 
THE HUMAN RACE lief bereits auf dem 2013er FANTASY FILMFEST und mauserte sich dort nicht unbegründet zum Geheimtipp. Es scheint mal wieder an der Zeit, in der ein frisches und erfolgreiches Filmfranchise unzählige Plagiate nach sich ziehen muss. Diesmal hat es die TRIBUTE VON PANEM-Reihe erwischt: Glattpolierte Romanverfilmungen der Bücher von Schriftstellerin SUZANNE COLLINS, die aktuell Millionenumsätze an den Kinokassen und auf dem Heimkinomarkt erzielen. Aufgrund der beachtlichen Popularität jener Serie war es nur eine Frage der Zeit, bis ähnliche Streifen in den Handel und in die weltweiten Lichtspielhäuser kommen sollten. PAUL HOUGH ist einer dieser Filmschaffenden, der sich durch den Erfolg der PANEM-Thematik sichtlich inspirieren lies und einen Film drehte, der der populären Romantrilogie nicht unähnlich ist. Wie in DIE TRIBUTE VON PANEM (OT: THE HUNGER GAMES) werden in seinem ersten Langfilm Menschen aller sozialer Schichten in eine befremdliche Szenerie transferiert, in der sie sich gegenseitig ausradieren müssen, um zu überleben. Damit das fragwürdige Treiben stets brisant und kurzweilig bleibt, befinden sich unter den Mitstreitern natürlich auch einige Bösewichte, die unberechenbar und rücksichtslos zur Tat schreiten, schließlich sind auch im wahren Leben nun mal nicht alle Menschen friedlich gesinnt.
 
Wir sehen zwei ehemalige Kriegsveteranen, zwei Taubstumme, eine Schwangere, zwei elternlose Kinder, eine gerissene Karrierefrau, einen Rentner und diverse Kleinkriminelle, die sich nach einem hellen Lichtblitz in einer Art Arena wiederfinden, in der sich keiner der Teilnehmer daran erinnern kann, wie er eigentlich hierhergekommen ist. Eine Stimme aus dem Off erklärt den Anwesenden die Spielregeln: So darf nicht auf das Gras getreten oder die Wegmarkierungen umgangen werden. Des Weiteren sollte jeder der Mitspieler in Bewegung bleiben, denn wer zweimal überrundet wird oder zuwider den Spielregeln handelt muss eines grausamen Todes sterben. Der wird SCANNERS-like mittels computeranimierter Kopfexplosion zelebriert und dürfte vor allem das Interesse der Splatter-Fraktion auf den Plan rufen, denn blutig sind die Tötungen in THE HUMAN RACE allemal. Damit es nicht zu eintönig wird und weil eben nur einer der zig gesichtlosen Spieler gewinnen kann, wird natürlich reichlich beim Ausradieren nachgeholfen. Ein Counter hält die noch Lebenden stets auf den aktuellen Teilnehmerstand, was zusätzlich dafür sorgt, dass der Überlebenstrieb jedes Einzelnen verstärkt wird. So verwandeln sich scheinbar gewissenhafte Zeitgenossen zu skrupellosen Handlangern der Hölle, die für das eigene Überleben über Leichen gehen.
 
Auch wenn es bei THE HUMAN RACE mal wieder reichlich Lebenssaft zu sehen gibt und die Protagonisten möglichst graphisch über die Klinge springen müssen, damit Liebhaber des Groben unterhalten werden, sind Parallelen zum aktuellen Zeitgeschehen nicht von der Hand zu weisen. Das menschliche Rennen in HUMAN RACE kann gut und gerne auch als bitterböse sozialkritische Endzeitparabel gesehen werden, in welcher der egoistischen und selbstsüchtigen Gesellschaft von Heute der Spiegel vorgehalten wird. Wie es nun mal in der Realität der Fall ist, erliegen auch in HOUGHS Erstling die Schwächeren und (körperlich) Benachteiligten den vordiktieren Regeln der makabren Spiel-Initiatoren als erstes. In THE HUMAN RACE zählt das Gesetz des Stärkeren; den Glauben an Moral und Menschlichkeit verdrängt man da zugunsten des eigenen Überlebenswillens schon mal im Eifer des Gefechts. Ähnlich Kontroverses gab es übrigens bereits Jahre vor THE HUMAN RACE und COLLINS Erfolgstrilogie im Kino zu sehen. Mit BATTLE ROYALE drehte der Japaner KINJI FUKASAKU 2000 eines der diskussionswürdigsten Horror-Dramen des 21. Jahrhunderts und löste dabei sogar eine weltweite Debatte über Gewalt in Filmen aus. Die war nicht ganz unbegründet, mussten sich doch in seinem Kultwerk ausgewählte Mittelschüler in einem staatlich sanktionierten Todesspiel gegenseitig auf arg krude Weise töten.
 
Rabiat geht es natürlich auch in THE HUMAN RACE zu. Hier lauert der Tod an jeder Ecke. Sei es durch das Nichteinhalten von Spielregeln oder durch die Hand der übrigen Teilnehmer; je näher sich der Wettlauf dem Ende nähert, umso roter färbt sich das Spielgeschehen. Die Splatter-Momente sind nicht ohne und dürften für die deutsche Fassung erheblich Federn lassen. Natürlich hat so ein kleiner Indie wie THE HUMAN RACE auch so seine Schwächen. Nach einem simplen aber sehr hübsch animierten Intro, in dem die Kamera wie in einem Parkours von Namen zu Namen hetzt, ernüchtert der teils billige Videolook des Streifens. Hier macht sich das beschränkte Budget bemerkbar, das in HOUGHS Debüt mit drei Millionen US-Dollar für unabhängigen Horror zwar üppig ausgefallen ist, aber vermutlich nicht ausgereicht hat, um all die kreativen Visionen des Regisseurs in die Tat umzusetzen. So musste gespart werden wo es nur ging, was sich vor allem bei den wichtigsten Protagonisten bemerkbar macht. Die agieren teils derart hölzern und unerfahren, dass man meinen könnte, einen bescheidenen Amateurstreifen zu sehen. Auch wenn an der Charakterisierung der Protagonisten ziemlich oberflächlich und stereotyp geschustert wurde, sei dieses Manko in THE HUMAN RACE zu verschmerzen, werden die Teilnehmer ohnehin im Verlauf der Handlung kurz und schmerzlos ausradiert. Ungewöhnlicherweise trifft es die Sympathieträger als erstes, der gemeingefährliche Rest bleibt bis kurz vor Schluss am Leben. Auch wenn sich die rudimentäre Handlung einzig auf das Töten und Getötet werden konzentriert, so muss man doch sagen, dass Regisseur PAUL HOUGH einen verdammt kurzweiligen Thriller geschaffen hat, bei dem man am Ende das Gefühl nicht los wird, mehr davon sehen zu wollen. THE HUMAN RACE ist kurz, knackig und temporeich inszeniert. Das Rennen vergeht wie im Flug und das böse, offene Ende lässt auf eine Fortsetzung hoffen. Mit mehr Kapital und besseren Darstellern könnte die sogar ein Kracher werden.
 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Auf die Plätze, fertig, Tod. THE HUMAN RACE wurde nicht unbegründet zum Geheimtipp auf dem FANTASY FILMFEST 2013. Hier gibt es genug Splatter und Gewalt für all jene, denen DIE TRIBUTE VON PANEM zu jugendkonform gewesen ist. PAUL HOUGH hat mit seinem menschlichen Rennen einen soliden und recht rasanten Adrenalinkick gedreht, der trotz Schwächen in der Story und einigen untalentierten Darstellern stets unterhaltsam, kurzweilig und rasant bleibt. Für Fans von BATTLE ROYALE und DIE TRIBUTE VON PANEM definitiv Pflichtprogramm, denn THE HUMAN RACE ist ein bitterböses und verdammt blutiges Filmchen, das man unbedingt gesehen haben sollte. Von uns gibt es daher auch das Geheimtipp-Prädikat!
 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Zensur

 
 
 
Anfänglich schien es, als ob THE HUMAN RACE Probleme mit der FSK bekommen würde, schließlich ist das gerissene Vorgehen einiger Protagonisten schon ziemlich grausam anszusehen. Die morden gegen Ende nämlich krude, um den Wettlauf gewinnen zu können. Seltsamerweise konnte Rechteinhaber NEW KSM eine ungeschnittene Freigabe mit rotem Flatschen durch die FSK boxen. Die dürfte vermutlich einen guten Tag gehabt haben, denn anders lässt sich nicht erklären wie der Film nun doch ungeschnitten in den stationären Handel kommen darf.
 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The-human-race-bluray

(c) NEW KSM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Human Race, USA 2013

Genre: Action, Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min. (uncut)

FSK: FSK18 – KEINE JUGENDFREIGABE (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Audiokommentar, Deleted Scenes, Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: 19.05.2014

 
 
 

The Human Race – The "Race or Die" Tournament (Uncut-Edition) [Blu-ray] auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Tribute von Panem – The Hunger Games (2012)
 
Battle Royale (2000)
 
Die Insel der Verdammten (1982)


Filmreview: “Thanatomorphose” (2012)

Thanatomorphose-2012
 
 
 

THANATOMORPHOSE

Story

 
 
 
Das Wort THANATOMORPHOSE stammt aus dem Französischen und beschreibt die sichtbaren Zeichen der natürlichen Zersetzung eines Organismus, die durch den Tod verursacht werden. Ebensolche Symptome durchlebt eine namenlose Protagonistin (Kayden Rose), die scheinbar von innen heraus zu faulen beginnt …
 
 
 


 
 
 

THANATOMORPHOSE – Kritik

 
 
 
Igitt, was ist denn das? Bereits seit einer geraumen Ewigkeit geistert nun schon der Trailer zu THANATOMORPHOSE durchs Internet, der vor allem die Aufmerksamkeit jener Horrorfilmfans geweckt hat, die sonst schon jeden erdenklichen Horrormist gesehen haben. Aus Kanada kommt dieser Körperhorror, der mit ekelerregenden Bildern, einer Menge Splatter und vielen abnormalen Abscheulichkeiten zum Kauf animieren soll. Witzigerweise ist THANATOMORPHOSE kein Einzelfall. Bereits vor geraumer Zeit berichteten wir über CONTRACTED, der im Grunde genommen gleiche Geschichte mit mehr Budget und glatt polierter Hochglanzoptik erzählt hatte und von ERIC ENGLAND (MADISON COUNTY) inszeniert wurde. Der hat nach einer Flut von Anfragen empörter Zuschauer vehement zu erklären versucht, dass sein CONTRACTED keine ideenlose Kopie des kanadischen THANATOMORPHOSE von ÉRIC FALARDEAU ist, sondern eine ganz andere Geschichte erzählt. Indirekt hat er da sogar recht. Obwohl wir hier zwei thematisch ähnliche Filme vorliegen haben, gehen doch beide Werke gänzlich andere Wege. Während CONTRACTED eine Brechreiz verursachende Metamorphose einer jungen Frau schildert, die sich nach ungeschütztem Geschlechtverkehr mit etwas infiziert, das zu körperlichem Verfall führt, geht es da in THANATOMORPHOSE reichlich bizarrer, experimenteller und expressionistischer zur Sache. Hier rührt die Verwandlung durch keinen Infekt, sondern symbolisiert das kränkliche Seelenheil der namenlosen Protagonistin, deren Leben alles andere als rosarot verläuft.
 
THANATOMORPHOSE schildert den körperlichen wie seelischen Zerfall seiner Heldin. Die führt ein wahrlich trostloses Leben. Die Suche nach einem gescheiten Job erweist sich als ergebnislos und auch die Männer an ihrer Seite sehen in ihrer Anwesenheit nur Mittel zum Zweck, um sexuellen Druck abzubauen (in einer Traumszene werden die männlichen Protagonisten des Films sogar als primitive Höhlenmenschen dargestellt). Das macht sich auch in ihrem Leib bemerkbar. Dort herrscht schon lange Leere, dort haust seit geraumer Zeit der Tod. Die Hoffnung je Geborgenheit und Liebe zu finden, hat sie bereits längst aufgegeben, so dass sie ihr nahendes Schicksal mit erschreckender Selbstverständlichkeit herbeisehnt. Schon bald setzt die Verrottung ein. Die frisst sich von innen nach außen und hat körperliche Veränderungen zu Folge. Erst sind es blaue Flecke, die ihren Körper zieren. Später fallen Fingernägel ab und Zähne aus, die sie in Alkohol konserviert. Von der Außenwelt unbeachtet und elendig einsam verendet sie schließlich still und leise in den eigenen vier Wänden.
 
Gleich zu Beginn wird der Zuschauer mit verstörenden Zusammenschnitten konfrontiert. Ein laut pochender Score, verfremdete Farben und eine höchst aggressive Ton- und Geräuschkulisse ebnen den teilweise schon experimentellen und avantgardistischen Charakter dieses Ausnahmefilmchens, das seine Indie-Wurzeln nicht verbergen kann. ÉRIC FALARDEAU hat mit gerade einmal kostengünstigen 40000 Kanadischen Dollars gewirtschaftet und einen durchweg sonderbaren Amateurfilm gedreht, der deutsche Amateurwerke alt ausschauen lässt. Trotz technischer Mankos (schlechte Ausleuchtung, unbeholfene Unschärfen) erstaunt, wie gut doch THANATOMORPHOSE geworden ist. Eine ungemütliche Atmosphäre der Traurigkeit ist allgegenwärtig und die wirklich widerwärtigen Make-up-Effekte verfehlen ihre Wirkung nie. Die bilden den eigentlichen Kern in Falardeaus Debüt, denn ein wirkliches Drehbuch scheint es hier nicht zu geben. Unsere Protagonistin bewegt sich größtenteils nackt durch die trist und spärlich dekorierte Wohnung und entdeckt Veränderungen an sich; gesprochen wird kaum und wenn, dann nur in kurzen Satzfetzen, die sich auf das Nötigste reduzieren. Der Fokus liegt in THANATOMORPHOSE auf schroffe Bildsprache und unterschwellige Symbolhaftigkeit. Da klafft an der Decke des Schlafzimmers ein Loch, das anfänglich die Form eines weiblichen Geschlechtsorgans besitzt und im späteren Verlauf beginnt zu schimmeln. Ebenso skurril und unangenehm verläuft auch die innerliche Verwesung der nicht näher vorgestellten Protagonistin, die die Schönheit und den Willen zum Leben schon längst abgeschrieben hat und den erlösenden Tod herbeisehnt. In knapp 90 Minuten verwandelt sich die Leitragende vom Mensch zum Skelett, verliert Körperteile und hat ihren Stuhlgang schon bald nicht mehr unter Kontrolle. Für Zartbesaitete ist die hier dargestellte Verwandlung natürlich eine regelrechte Herausforderung, denn die Metamorphose in THANATOMORPHOSE ist schon ziemlich harter Tobak und erinnert vom Ekelfaktor und der rebellischen Machart her nicht selten an Buttgereits NEKROMANTIK Zweiteiler von 1987 bzw. 1991. Leider hat FALARDEAUS Erstling auch seine Schwächen, denn leider ist sein Body Horror viel zu lang geraten und hätte als Kurzfilm erheblich besser funktioniert. Dadurch, dass kaum gesprochen wird und sich die Ekelmomente ziemlich träge auf den Film verteilen, zieht sich THANATOMORPHOSE leider etwas arg. Hier hat Englands CONTRACTED eindeutig die Nase vorn, auch wenn es dort im direkten Vergleich bedeutend züchtiger vonstatten geht.
 
Der Körperhorror THANATOMORPHOSE ist eindeutig ein sehr spezielles Filmchen, das sich ebenso an ein ganz spezielles, nervenstarkes Publikum richtet. Mit viel Geschick und hohem technischem (Make-up)Verständnis hat ÉRIC FALARDEAU das Glanzstück vollbracht einen Amateurfilm zu drehen, der kaum noch erahnen lässt, dass hier eigentlich Laien im Filmemachen am Start gewesen sind. THANATOMORPHOS hat zwar viele unschöne Szenen zu bieten, ist aber nicht zwingend im Horrorgenre anzusiedeln. Aufgrund der zermürbenden Atmosphäre, der depressiven Ausgangslage und der tot-traurigen Botschaft des Films, hält der Filmfreund hier ein außergewöhnliches Drama in den Händen, das man nur lieben oder hassen kann. Wer das Außergewöhnliche sucht und auf kommerziellen Mainstream pfeift, ist hier genau richtig!
 
 
 


 
 
 

THANATOMORPHOSE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Der härteste Film des Jahres: THANATOMORPHOS ist ultraharter Body Horror, der eine hohe Ekelgrenze voraussetzt. Regie-Newcomer ERIC ENGLAND hat mit seinem Erstling einen Film geschaffen, der trotz deftigem Körper-Terror und vielen unappetitlichen Momenten immer noch versucht eine erschreckende und aktuelle Botschaft an den Mann zu bringen. THANATOMORPHOS ist ein deprimierendes aber auch sehr spezielles Horror-Drama über die verzweifelte Sehnsucht nach Liebe, Geborgenheit und Zugehörigkeit, das mit Sicherheit seine Fans finden wird. Aufgrund der teils experimentellen, eigensinnigen und sehr radikalen Inszenierung ist dieser Film nämlich nicht für jeden Filmfan geeignet.
 
 
 


 
 
 

THANATOMORPHOSE – Zensur

 
 
 
THANATOMORPHOSE wird ungeschnitten in Deutschland keine Freigabe erhalten. Nicht zwingend des Verwandlungsprozesses wegen. Vielmehr aufgrund zweier grafischer Morde, die ziemlich lang und brutal ausgefallen sind. Demnach dürfte es möglich sein, dass THANATOMORPHOSE vom hiesigen Rechteinhaber vorab gestrafft wird, um eine KJ-Einstufung zu erhalten.
 
 
 


 
 
 

THANATOMORPHOSE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Contracted (2013)
 
Nekromantik (1987)
 
Die Fliege (1986)
 
Thinner – Der Fluch (1996)
 
Lizard – Die totale Mutation (1990)
 


Filmreview: “I Spit on your Grave 2″ (2013)

i-spit-on-your-grave-2
 
 
 

I SPIT ON YOUR GRAVE 2

Story

 
 
 
New York City: Das Model Katie (Jemma Dallender) braucht neue Fotos für die Bewerbungsmappe und gerät dabei an ein krankes Trio von Hobbyfotografen, das die smarte Schönheit vergewaltigen, unter Drogen setzen und nach Bulgarien entführen, wo sie gedemütigt, missbraucht und am Schluss lebendig begraben wird …
 
 
 


 
 
 

I SPIT ON YOUR GRAVE 2 – Kritik

 
 
 
Im Jahre 2010 entfachte das Remake eines schmuddeligen 70er Jahre Streifens allerhand kontroverse Diskussionen. Bereits im Vorfeld sorgte die Neuverfilmung des berüchtigten Rape’n Revenge Schockers I SPIT ON YOUR GRAVE (1978) für ausreichend Furore unter Horrorfans und Skeptikern, wobei er nach Erscheinen nicht nur von Presse und Kritikern zerrissen, sondern in Deutschland in seiner ungeschnittenen Form sogar beschlagnahmt wurde. Da sich Opfer Jennifer Hills (gespielt von SARAH BUTLER) trotz Kontroverse erfolgreich in die Herzen der weltweiten Zuschauer winseln und rächen konnte, war es nur eine Frage der Zeit, bis ein Sequel folgen würde. Es sind Zeiten lukrativem Folterabfalls und man scheint nach wie vor mit frauenverachtendem Content genug Zaster verdienen zu können, um das Vorhandenseins einer I SPIT ON YOUR GRAVE-Fortsetzung rechtfertigen zu können, denn sieht man einmal von der menschenunwürdigen Quälerei der neuen Hauptdarstellerin und deren Rachefeldzug gegen ihre Peiniger ab, hat I SPIT ON YOUR GRAVE 2 nichts zu bieten, was man nicht bereits im Teil zuvor gesehen hätte. Diesmal muss sich Model Katie (JEMMA DALLENDER) die Blöße geben und sich von drei Vollpfosten aufs ungnädigste demütigen und missbrauchen lassen. Da man als unbedeutendes Model stets mit chronischer Geldnot zu kämpfen hat, kommt eine Anzeige für ein kostenloses Fotoshooting gerade recht. In der Hoffnung ihr Portfolio an aussagekräftigen Bewerbungsfotos kostengünstig erweitern zu können, wählt sie die Telefonnummer der Anzeige und wird auch gleich zu einem Fototermin geladen. Dort läuft den drei widerwärtigen Foto-Amateuren bereits das Wasser im Munde zusammen und Katie wird aufgefordert mehr Haut zu zeigen. Für die selbstbewusste Frau Grund genug, das Shooting wieder zu verlassen. Doch einer der Brüder ist von Katie fasziniert und folgt dem nichtsahnenden Model nach Haus in ihre New Yorker Wohnung. Dort wird sie unter Drogen gesetzt, vergewaltigt und in eine Kiste gesperrt. Als sie wieder erwacht befindet sie sich in einem tristen Kellerloch und erlebt ein wahrhaftiges Martyrium. Sie findet heraus, dass sie nach Bulgarien verschleppt wurde, wo sie sogleich von einem zahlenden Kunden vergewaltigt und mit einem Elektroschocker vaginal penetriert wird. Als die Kerle mit ihrem wehrlosen Opfer nichts mehr anzufangen wissen, wird Katie zusammengeschlagen, erneut in die Kiste gesperrt und lebendig begraben.
 
Man muss schon eine unbeschreibliche Leidenschaft für derartige Filme besitzen, um I SPIT ON YOUR GRAVE 2 überhaupt genießen zu können. Nicht, dass eine solche Leidenschaft etwas erstrebenswertes wäre. Ganz nach der Devise “sensationsgeiler, brutaler und menschenverachtender” wird in dieser Fortsetzung die Sadismus-Schraube ein wenig fester gedreht, damit der Hobby-Sadist auch ja das zu sehen bekommt, was er von Filmen dieser Gattung erwartet: leidende, wimmernde Opfer, die möglichst lange gequält und misshandelt werden. Der Hauptteil dessen wird natürlich Kandidatin Katie zuteil, die nach knappen 15 Minuten schreiend auf dem Boden liegt und zusehen muss, wie ihr sympathischer Nachbar erbarmungslos erdolcht wird. Danach wird die adrette Hauptdarstellerin vergewaltigt, wobei der grausame Missbrauchsakt in seiner ekelerregenden Detailfreudigkeit dem des Vorgängertitels in nichts nachsteht. Als wäre das nicht schon grausam genug, wird die leidtragende Protagonistin wenig später ein weiteres Mal sexuell missbraucht, während ihr minutiös ein Elektroschocker vaginal eingeführt wird. Die Kamera hält erbarmungslos drauf. Warum derartige Szenen voyeuristisch gefeiert werden müssen, entbehrt jeglicher Logik, bis auf die der Gewaltpornographie. Scheinbar hat die Erwartungshaltung der Zuschauer dazu beigetragen, dass Vergewaltigen in gewaltgeilen Folterzeiten wie diesen einfach nicht mehr ausreicht, um ausreichend schockieren zu können. Umso erstaunlicher, dass dem Gewaltporno trotz haarsträubender Wendungen am Ende doch etwas die Puste ausgeht. Der Racheakt wird erstaunlich kurz und unspektakulär abgehandelt. Waren die Tötungsarten in der Neuverfilmung aus dem Jahr 2010 noch reichlich grotesk, wird die Genugtuung der Protagonistin jetzt erstaunlich realistisch bebildert.
 
STEVEN R. MONROE zeichnet für diesen unnötigen Folter-Aufguss verantwortlich. Der hat bereits den Vorgänger inszeniert und sich gleich mal die Freiheit genommen, den Nachfolger zu drehen. Für Fans des Films durchaus erfreulich, denn MONROE hält mit seinem I SPIT ON YOUR GRAVE 2 konstant den technischen Standard des 2010er Remakes. Trotz neuer Szenerie schaut sein Sequel ebenso düster, dreckig und trist aus, was der kranken Atmosphäre des Films durchaus förderlich ist. Dennoch lässt sich nicht von der Hand weisen, dass dem Zuschauer mit I SPIT ON YOUR GRAVE 2 ein zwar handwerklich perfektes, aber nicht minder fragwürdiges weiteres Remake des eigentlich 1978er Originals von MEIR ZARCHI serviert wird. Denn damit der Intellekt des Zuschauers nicht zu sehr beansprucht wird, wurden in diesem vermeintlichen Sequel einzig Handlungsort und Namen der Figuren ausgetauscht – der Rest ist wie gehabt. Unterm Strich bleibt ein vollkommen überflüssiger und vor allem austauschbarer Film, der auch hätte ICH JÄTE DEIN GRAB 10 oder ICH HATTE WAS MIT DEM FRIEDHOFSGÄRTNER 23 heißen können und einzig darin Daseinsberechtigung besitzt, Freunde der fragwürdigen Filmkunst für knapp 100 Minuten in das Hirn eines anscheinend verstörten und frauenhassenden Drehbuchautoren zu entführen.
 
 
 


 
 
 

I SPIT ON YOUR GRAVE 2 – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Mehr Gewalt – weniger Story. Ein Film, der mehr Remake statt Fortsetzung ist und der vermutlich nur existiert, damit Filmsammler prahlen können, welch derbes Filmchen sie doch im Regal stehen haben!
 
 
 


 
 
 

I SPIT ON YOUR GRAVE 2 – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung zu I SPIT ON YOUR GRAVE 2 ist geschnitten. Wer den Film ungekürzt sehen möchte, muss einmal mehr den Umweg über Österreich in Kauf nehmen. Dort wird der Film ungekürzt angepriesen. Der Film wird definitiv zeitnah in seiner ungeschnittenen Variante beschlagnahmt werden!
 
 
 


 
 
 

I SPIT ON YOUR GRAVE 2 – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Girls against Boys (2012)

If a Tree falls (2010)

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I Spit on your Grave (2010)

I Spit on your Grave (1978)


Filmreview: “Sawney – Menschenfleisch” (2012)

lord of darkness 2012
 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH

Story

 
 
 
Sawney Bean ist Abkömmling einer berüchtigten Kannibalensippe, die um 1500 in Schottland ihr Unwesen trieb. Nun lebt er mit seiner degenerierten Familie unentdeckt irgendwo in den Bergen und fängt des Nachts Tramperinnen, um sich an deren Fleisch zu laben. Das mysteriöse Verschwinden mehrerer Frauen erweckt das Interesse des Kriminaljournalisten Hamish MacDonald (Samuel Feeney). Weil er fest davon überzeugt ist, dass die Polizei unfähig scheint, die Fälle aufzuklären macht er sich selbst daran, eigene Ermittlungen anzustellen. Bei seinen Recherchen stößt er bald auf das geheime Versteck der Kannibalenbrut – mit unvorhersehbaren Folgen …
 
 
 


 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH – Kritik

 
 
 
Gruselige Lagerfeuergeschichten sind seit jeher die beste Möglichkeit, zartbesaiteten Gemütern die wohlverdiente Nachtruhe zu verderben. Gerade dann, wenn es sich bei jenen Erzählungen um Legenden mit angeblich wahren Backgrounds handelt, findet der als Erholung geplante Campingausflug bei phantasiebegabteren Angsthasen rasch ein Ende. Die Legende des Kannibalen SAWNEY BEAN ist derartiger Garn, der sich seit Jahrhunderten hartnäckig in den Köpfen der englischen Bevölkerung festgesetzt hat. Folklore geworden, bot das zweifelhafte Treiben des schottischen Hannibal Lecter vor allem ambitionierten Filmemachern immer wieder ausreichend Inspirationsgrundlage für ihre mehr oder weniger brauchbaren Filme. Zu einem der wohl bekanntesten gehört THE HILLS HAVE EYES von Altmeister WES CRAVEN, der das blutige Handwerk von SAWNEY BEAN bereits 1977 verbraten konnte – in leicht abgewandelter Form versteht sich natürlich.
 
Die Geschichte des Serienkillers ALEXANDER SAWNEY BEAN beginnt im Schottland des 15. Jahrhundert, wo der verschlagene Psychopath in East Lothian geboren wurde, eine wenig ehrbare Frau kennen lernte und beschloss mit ihr eine eigene Familie zu gründen. Beide wurden jedoch aus der Stadt vertrieben und fanden wenig später in der Nähe von Galloway Conty eine versteckte Höhle, die ihnen als Stützpunkt für ruchlosen Lebenswandel dienen sollte. Das Paar begann, unachtsame Reisende zu ermorden und bereicherte sich an deren Besitz. Doch bald sollten die erbeuteten Habseligkeiten nicht mehr ausreichen, um die unzähligen Nachkommen ernähren zu können. Das Fleisch ihrer Opfer füllte bald die leeren Mägen der Kinder. Glaubt man den Erzählungen, soll die Brut bis zu 1000 Menschen verspeist haben. Dennoch konnte eines der Opfer entkommen, worauf König James IV persönlich eine Treibjagd ins Leben rief und die gesamte Familie hinrichten ließ. Bis heute ist nicht genau geklärt, ob es sich bei jenen Geschehnissen um Aberglauben oder historische Fakten handelt. Fakt ist, dass unzählbare Details der Geschichte durch die englische Klatschpresse hinzugedichtet wurden. Dazu heißt es, schwere Hungersnöte sollen viele Schotten im 15. Jahrhundert getrieben haben, Menschenfleisch zu verzehren. Daher ist die Existenz eines SAWNEY BEAN nicht unwahrscheinlich. In welcher Form? Diese Frage wird vermutlich ewig unbeantwortet bleiben.
 
Der Backwood-Slasher SAWNEY – MENSCHENFLEISCH (im Original: LORD OF DARKNESS) ist ein Horrorfilm, der sich jenem rätselhaftem Mythos widmet. Dabei erklärt Autor, Produzent und Regisseur RICK WOODS die unbelegten Fakten kurzum zu Fakten und verlagert die Erzählungen rund um den Menschenfleisch fressenden Irren in die Gegenwart, wo SAWNEY BEAN als Taxifahrer getarnt in die naheliegende Großstadt düst, um unwissende Frauen in seinen Unterschlupf zu verschleppen. SAWNEY BEAN (herrlich widerlich von DAVID HAYMAN verkörpert) ist einer der wenigen Nachkommen, des Sawney-Clans und hat nun seine eigene Familie in den schottischen Bergen gegründet. Im Keller haust ein groteskes Wesen mit Namen Mama, das mit Fleisch versorgt werden will und nur mit Radiomusik zufriedengestellt werden kann. Die entstellten Söhne dienen dem Vater als Handlanger und sorgen sich um das “Wohlergehen” der hilflosen Opfer und natürlich auch um Mama. Originell bösartig geht es in SAWNEY – MENSCHENFLEISCH zu. Anfänglich noch als SAWNEY: FLESH OF MEN betitelt, hat es RICK WOODS geschafft einen vollkommen überzogenen Freak-Schocker zu realisieren, der die volle Aufmerksamkeit hungriger Gorehounds für sich gewinnen dürfte. Da wird in Eimern von Fleisch gewühlt, Innereien zerhackt und zähflüssiges Blut geschlürft – ganz zum Leidwesen manch ungeübten Filmfans, der sich aufgrund derartiger Zeigefreudigkeit rasch angewidert fühlen dürfte. Überhaupt fühlt sich SAWNEY – MENSCHENFLEISCH wie der neuste Ausflug ins TEXAS CHAINSAW MASSACRE-Universum an. Bis auf den tüchtigen Junggesellen LEATHERFACE gibt es hier alles, was die Serie seit jeher so beliebt gemacht hat. In SAWNEY – MENSCHENFLEISCH steht altmodischer Splatter ohne Kettensäge auf dem Speiseplan. Es wird enthauptet, vergewaltigt und geschlitzt, was das F/X-Arsenal hergibt. Für ein günstig produziertes Debüt-Werk durchaus bemerkenswert. Die vielen bösen Szenen erreichen einen unglaublich professionellen Standard, an dem sich viele Mainstreamfilmchen ein Beispiel nehmen sollten. Grund genug, einmal mehr zu loben, dass handgemachter Splatter bei weitem effektiver ist, als Pixelgekröse aus dem Computer.
 
Auch wenn die Prämisse dieses rauen Erstlingswerks nicht gerade vor Innovationen strotzt, so schafft es Regisseur WOODS trotz aller Klischees und Stereotypen, eine merklich beklemmende Atmosphäre zu erzeugen. Die Kulisse der schottischen Berglandschaft pendelt dabei grandios zwischen traumhafter Melancholie und nebeligem Unbehagen. Gerade wenn sich SAWNEY BEAN auf den Weg in die Großstadt begibt, um Opfer für sein Menschengulasch zu suchen, erinnern die wenigen Szenen in ihren grausig-farblosen Bildern an altmodisches Edgar-Wallace-Kino der 60er Jahre und dürften das Filmherz jedes Nostalgikers schnell schlagen lassen. SAWNEY – MENSCHENFLEISCH erfindet das Backwood-Genre nicht neu und lässt am Ende viele Fragen unbeantwortet. Dennoch erlebt der Zuschauer hier handfesten Splatter der alten Schule. Hier wird nicht geklotzt, sondern hier wird gekleckert. Berge von Menschenfleisch werden durch den Fleischwolf gejagt, was der FSK so rein gar nicht schmecken dürfte. Zwar verhält sich SAWNEY – MENSCHENFLEISCH bei den Morden eher kurz und knackig; das Schlachterhandwerk beherrscht Kannibale SAWNEY BEAN dafür umso kreativer. Wer immer noch nicht genug von primitiven Hinterwäldlern hat, die triebhaft durch Büsche und Sträucher huschen, um ahnungslosen Wanderern aufzulauern, ist bei SAWNEY – MENSCHENFLEISCH genau richtig. Da darf man nur hoffen, dass Debütant RICK WOODS genug Erfolg mit seinem Werk einheimsen kann, auf dass schnell eine Fortsetzung in Produktion geht – verdient hätte es dieser raue, kleine Horrorschocker allemal.
 
 
 


 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974) nur ohne LEATHERFACE – ja das gibt es! Der vorliegende SAWNEY – MENSCHENFLEISCH ist Quasi die Light-Version des berüchtigten Terrorfilms von TOBE HOOPER, was dem Film aber nicht negativ angekreidet werden soll. Horror der alten Schule: brutal, kompromisslos und herrlich abartig. Ein Fest für Horrorfilmfans, mit einer Leidenschaft für das Wesentliche!
 
 
 


 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH – Zensur

 
 
 
Hier wird in Fleisch gewühlt und zähflüssiges Blut getrunken. Auch wenn es hier nur wenigen Morde gibt (diese sind dafür umso heftiger) war der düstere Ton in SAWNEY – MENSCHENFLEISCH der hiesigen FSK die höchste Altersfreigabe wert. SAWNEY – MENSCHENFLEISCH ist in Deutschland ungeschnitten nur für Erwachsene geeignet. Die hiesige DVD und Blu-ray trägt die KJ-Kennzeichnung.
 
 
 


 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Sawney-Menschenfleisch-Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sawney: Flesh of Man; Großbritannien 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Internationaler Trailer, Interview, Deleted Scenes, Outtakes, Audiokommentar

 
 
 
Lobenswerterweise hat es Anbieter MARITIM PICTURES geschafft den durchaus gelungenen SAWNEY – MENSCHENFLEISCH ungeschnitten durch die FSK zu boxen. Etwas erstaunlich, haben es meist weitaus seichtere Streifen nicht so einfach ungeschoren durch die strenge Zensurinstanz zu kommen. Horrorfans dürfen sich freuen, denn die Blu-ray des Labels ist solide umgesetzt und überzeugt vor allem beim Bonusmaterial. Das ist für einen so kleinen Film überraschend vielfältig ausgefallen. Neben einem Audiokommentar gibt es ein Interview mit Hauptdarsteller DAVID HAYMAN (ca. 3 Minuten, sehr gutes HD), der munter über die Dreharbeiten und die Legende des Titelhelden plaudert. Weiter geht es mit einigen Patzern vom Dreh (ca. 7 Minuten, HD) und einigen gelöschten Szenen (ca. 11 Minuten, HD). Der Trailer in der Originalsprache (ca. 2 Minuten) rundet das Bonuspaket ab. Das I-Tüpfelchen wäre ein komplettes Making-of gewesen; das sucht man aber leider vergebens. Dennoch hat auch eine so gute Ausstattung einen Wehrmutstropfen. Untertitel gibt es nämlich keine. So sind leider die diversen Extras für den nicht englisch sprechenden Zuschauer nutzlos. Zudem schauen auch hörlose Filmfans sprichwörtlich in die Röhre. Denn eine deutsche Untertitelspur für den Hauptfilm hat es ebenso nicht auf den HD-Rohling geschafft. Bild- und Ton sind erreichen zwar zu keiner Zeit Referenzklasse, bewegen sich aber immer noch im grünen Bereich, wobei die deutsche Übersetzung einmal mehr arg gewöhnungsbedürftig aus den Heimkinoboxen schallt. Hier ist wieder einmal ersichtlich, dass die Synchronisation nicht viel kosten durfte, so dass unerfahrene Sprecher engagiert werden mussten. Das ist etwas schade, zerstört die etwas unbeholfene Übersetzung einen Teil der hervorragenden Gruselstimmung und erinnert nicht selten an hölzerne Trashstreifen aus den 80ern. Immerhin bekommt man ein schlichtes, aber stimmig animiertes Hauptmenü und ein Wendecover ohne FSK-Flatschen geboten. Wer ein Faible für düstere Slasher a la WRONG TURN besitzt sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren, zumal die Blu-ray zu SAWNEY – MENSCHENFLEISCH recht erschwinglich zu haben ist.
 
 
 

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SAWNEY – MENSCHENFLEISCH – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen (1977)

The Hills have Eyes (2006)

Wrong Turn (2003)

Wrong Turn 2: Dead End (2007)

Wrong Turn 3: Left For Dead (2009)

Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)

Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)


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