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Artikel mit Schlagwort “Filmbesprechung

Filmreview: “Possession – Das Dunkle in Dir” (2012)

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Possession – Das Dunkle in Dir

Story

 
 
 
Auf einem kleinen Hausflohmarkt kauft Emily eine geheimnissvolle Kiste. Schon bald hört sie Stimmen, es geschehen unerklärliche Dinge und sie entfremdet sich mehr und mehr von ihrer Umwelt. Zuerst nur vom Vater bemerkt, scheint es so, als würde sie auf die Trennung der Eltern reagieren. Nachdem sich die Lage immer mehr zuspitzt und Emily von einer Freundin in der Box spricht, findet der Vater heraus, dass es sich um eine sogennante Dibbuk Box handelt. Laut jüdischem Glauben werden darin böse Dämonen und Geister eingeschlossen. Er sucht Rat bei jüdischen Gelehrten, da er in ihr immer häufiger besessene Wesenszüge erkennt. Von den älteren Gelehrten abgewiesen, macht er sich zusammen mit einem jüngeren Rabbi auf den Weg um einen Exorzismus durchzuführen. Dieser endet in einem Katz und Mausspiel, in dem der Dämon “Abisu” letztendlich besitz vom Vater ergreift, dann aber doch in die Box zurückkehrt. Doch die Gefahr scheint noch nicht gebannt …
 
 
 


 
 
 

Possession – Kritik

 
 
 
Die Welt des Paranormalen erfreut sich nicht erst seit kurzem regem Zuspruch beim heutigen Filmpublikum. Gruselschocker wie INSIDIOUS oder PARANORMAL ACTIVITY sind in voller Munde. Hierbei fällt auf, das manche Filme das Label “Beruht auf wahren Begebenheiten” tragen. Durchforstet man also das Internet nach näheren Informationen zur Geschichte von POSSESSION – DAS DUNKLE IN DIR, wird man überraschender Weise fündig.
 
Im großen und ganzen geht es hier um eine Weinkiste, die Ende des zweiten Weltkrieges von einer Polin mit nach Amerika gebracht wurde. Nach dem Tod der alten Dame kauft ein Antiquitätenhändler diese auf einem Nachlassverkauf in Portland, Oregon. Mit der Zeit geschehen unerklärliche Dinge innerhalb der Familie und dem Umfeld des Händlers. In der Zeit, in der dieser die Box besaß, teilte ihm eine Angestellte seines Ladens per Handy mit, dass jemand im Keller sei, der alle Ein und Ausgänge blockiert, seine Mutter erleidete einen plötzlichen Schlaganfall und die Familie wird von schrecklichen Alpträumen heimgesucht. Er entschloss sich, die Weinkiste bei Ebay zu verkaufen. Ein Student aus Missouri erwarb die geheimnisvolle Weinkiste. Nachdem auch dieser von unerklärlichem heimgesucht wurde, verkaufte er die Weinkiste erneut an einen dritten. Dieser informierte sich über beide Besitzer und hat noch heute Kontakt zu diesen. Er stelle Nachforschungen an und fand heraus, dass es sich um eine sogenannte “Dibbuk Box” handelt, die im jüdischen Glauben als Gefängniss für böse Dämonen oder Geister angefertigt wird. Noch heute befindet sich diese im Besitz des dritten Käufers und wird von ihm streng unter Verschluss gehalten.
 
Ob nun wahre Geschichte oder pure Erfindung: Es war sehr interessant, mehr über den Hintergrund des Filmes zu erfahren. Dieser Umstand macht den Film in meinen Augen zu einem wahren Erlebnis. Abwechselnd gaben sich kurze Gänsehaut, als auch berechtigte Schauer die Klinke in die Hand. Technisch als auch visuell wurde hier von Regisseur Ole Bornedal und Kultproduzent Sam Raimi ein kleines Meisterwerk erschaffen. Der Film verliert in keiner Sekunde seine düster gehaltene Stimmung in Verbindung mit perfekt platzierten Schockmomenten. Jungschauspielerin Natascha Calis (Emily) spielt zudem sehr authentisch und realistisch das besessene, kleine Mädchen, dass sich langsam verändert. Gerade die Szenen, in denen Emily deutlich vom Dämonen besessen ist, trieben den Puls extrem nach oben und ließen mich an William Friedkins Meilenstein DER EXORZIST denken. Das Ende des Films lässt außerdem alles offen und lässt auf eine eventuelle Fortsetzung hoffen.
 
 
 


 
 
 

Possession – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Großartiger Film, der nur weiterempfohlen werden kann. Gerade Fans des wirklich schon ausgenommen Genres werden einen heiden Spaß an Story und verlauf des Filmes haben. Hier wurde definitiv geklotzt, nicht gekleckert. Neben DRAG ME TO HELL und natürlich TANZ DER TEUFEL einer der nächsten Meilensteine im Filmportfolio des Sam Raimi.
 
 
 


 
 
 

Possession – Zensur

 
 
 
Die deutsche Heimkinofassung beinhaltet die Unrated-Version des Grusel-Schockers und ist auf Blu-ray und DVD ungeschnitten ab 18 Jahren freigegeben.
 
 
 


 
 
 

Possession – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Possession; USA 2012

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,40:1 (1080/24p) Full HD

Laufzeit: ca. 119 Min.

FSK: FSK 18 – Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras:Featurette „Die wahre Geschichte der Dibbuk-Box“, Audiokommentar von Ole Bornedal, TV-Spot, Trailer

 
 
 
Bei POSSESSION – DAS DUNKLE IN DIR hat Label STUDIOCANAL eine anständige Veröffentlichung auf die Beine gestellt, über die sich Filmfreunde nicht beschweren können. Aus einem düsteren und durchaus gruseligen Menü heraus, kann der Filmfreund zwischen Film und Extras wählen. Das Bild dieses Gruselschockers fällt hierbei durchaus hochwertig ins Gewicht. Das Bild ist unglaublich scharf, die kühlen und farblosen Bilder unterstreichen den unheimlichen Grundton des Filmes erheblich trefflich. Was wäre ein Horrorfilm ohne einen anständigen Sound, der den Zuschauer hin und wieder gehörig zusammenzucken lässt? Ganz dieser Devise präsentiert sich die akustische Untermalung von POSSESSION – DAS DUNKLE IN DIR. In den bedrohlichen Szenen raddert der Subwoofer und der Score sorgt hin und wieder für wohlverdienten Schauer. Bei den Extras jedoch gibt sich POSSESSION erstaunlicherweise sehr züchtig. Es findet sich ein Audiokommentar des Regisseurs (dt. UT) auf der Scheibe, den Trailer in Deutsch und Englisch, einen TV-Spot sowie die filmbegleitende Dokumentation “Die wahre Geschichte der Dibbuk-Box” (13 min mit UT). Das war es dann leider aber auch schon. Sechs Trailer zu weiteren Highlights aus dem Hause STUDIOCANAL runden das Paket ab. Alle Extras sind Deutsch untertitelt. Zudem gibt es deutsche UT für den Hauptfilm. Ein Wendecover wurde dem Film ebenfalls spendiert. Filmfreunde werden sich über die edle, schwarze Amaray freuen, die sogar im 3D-Schuber daherkommt; vermutlich jedoch nur in der Erstauflage!
 
 

Possession – Das Dunkle in dir (Uncut Edition) [Blu-ray]

 
 


 
 
 

Possession – Trailer

 
 

 
 

Dominik S.

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Besessen – Der Teufel in Mir (2012)

Apartment 143 (2011)

Der Exorzist (1973)

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The Rite – Das Ritual (2011)

Devil Inside (2012)


Filmreview: “House Hunting” (2013)

House Hunting 2013
 
 
 

House Hunting

Story

 
 
 
Zwei Familien auf der Suche nach dem kleinen Stück Glückseligkeit fernab jeglichen Stadttreibens. Ein kleines Haus irgendwo im Wald hat es den beiden Familien angetan, wobei trotz einladend offener Tür, kein Makler weit und breit zu sehen ist, der hätte den Anwesenden Rede und Antwort stehen können. Etwas verwirrt und entmutigt verlassen die beiden Familie das Anwesen, ohne jedoch zu ahnen, dass die einschneidende Begegnung mit jenem verlassenen Gemäuer alsbald seinen Tribut fordern würde. Jegliche Versuche nach Haus zurückzukehren scheitern, als würde die gruselige Hütte die verstörten Gäste nicht gehen lassen wollen. Es dauert nicht lang, bis die Familien auf ein verwirrtes Mädchen stoßen, dem scheinbar die eigene Zunge aufs Unmenschlichste entrissen wurde und das Schreckliches erlebt haben muss. Vollkommen entkräftet beschließen die unfreiwilligen Gäste die Nacht in dem mysteriösen Anwesen zu verbringen. Eine Entscheidung, die den Familien zum Verhängnis werden wird, denn das Haus kann und will nur EINE der Familie beherbergen …
 
 
 


 
 
 

House Hunting – Kritik

 
 
 
Filmfreunde, die nur die Perlen aus dem riesigen Angebot aktueller Genre-Produktionen fischen wollen, sollten sich vor dem kommenden “House Hunting” vorsehen, denn mit diesem vorliegenden Filmchen dürfte er die Schlaftablette der Saison in den Händchen halten. Wir haben keine Ahnung, was Filmneuling “Eric Hurt” mit seinem ersten, abendfüllenden Langfilm bezwecken wollte und wir können auch die bisher veröffentlichten, positiven Online-Rezensionen zum Film im Internet nicht gänzlich nachvollziehen. Fakt ist, dass “House Haunting” unbegreiflich langweilig und mit seiner stolzen Lauflänge von 100 Minuten einfach unverschämt zäh geraten ist.
 
Die Gurke äußert sich durch eine vollkommen wirre Inszenierung, bei der irgendwie rein gar nichts stimmen möchte. Dabei bietet die Ausgangssituation durchaus einige ganz nette Einfälle, die jedoch aufgrund der unstrukturierten und überladenen Geschichte vollkommen im Nichts verlaufen. Zu viele Zutaten verderben bekanntlich den Brei und so muss der Genre-Liebhaber erschreckend feststellen, dass es Regisseur “Eric Hurt” mit seinem Debütwerk vermeintlich zu gut gemeint hat und darin all das irgendwie unterbringen wollte, was ihm beim Schreiben des Drehbuchs an kreativen Ideen in den Sinn gekommen ist. Herausgekommen ist eine Geschichte, die sich aus diversen Genres zusammensetzt und sich irgendwie nicht wirklich entscheiden möchte, was sie denn nun eigentlich sein will. Die Familien sind von allerlei Schicksalen gezeichnet und versuchen einander näher zu kommen. Auf engsten Raum zusammengepfercht, werden künstliche und selten glaubhafte Konflikte geschürt, die alsbald eskalieren und ein munter blutiges Treiben in Gang setzen, um der perfiden Blutgeilheit des Hauses und der darin umherspukenden Geister Genüge tragen zu können. Das beginnt mit etwas Mysterie, schlägt alsbald ins Dramenlastige um, wird von etwas Spuk abgelöst und endet im obligatorischen Thrill. Vermutlich wäre dieser unausgegorene Genre-Cocktail noch halbwegs goutierbar gewesen, hätte Regisseur “Eric Hurt” seine Grusel-Geschichte rund um das mysteriöse Gebäude und die darin gefangenen Gäste halbwegs spannend in Szene gesetzt. Das Geschehen in “House Hunting” jedoch zieht sich zäh wie Kaugummi, sodass der Zuschauer vermutlich nicht nur das schläfrige Geschehen vage im Blick behält, sondern auch den Timer des heimischen Film-Abspielgerätes. Die wenigen Charaktere sind derart unsympathisch skizziert und nerven mit ihrem hysterischen Gegacker bereits nach nur wenigen Minuten, dass sich der Film für alle Freunde des düsteren Genres zu einer wahren Geduldsprobe entwickeln dürfte. Zudem mag man als Filmfreund nur selten verstehen, warum die wenigen Protagonisten so willkürlich handeln.
Zum einen wäre da die nahbarste, zugänglichste und verletzlichste Figur des gesamten Films: ein namenloses Mädchen, dass irgendwo im Wald aufgegabelt wird, und bereits zuvor Bekanntschaft mit dem verlassenen Gebäude gemacht haben muss. Ein Herausschneiden der Zunge hindert das traumatisierte Ding daran, mit den Neuankömmlingen zu kommunizieren. Sie weiß mehr über das leerstehende Gebäude und über die darin umherspukenden Wesen, als anfänglich vermutet. Umso unverständlicher, warum sie in ihrer Angst nicht irgendwie versucht, den Anwesenden von ihrem Martyrium in jener Hütte zu berichten. Vermutlich scheint das gebeutelte Mädchen nicht nur die eigen Stimme verloren zu haben, sondern auch jegliche Kenntnisse über das Kommunizieren durch Wort und Schrift.
 
Auch die übrigen Protagonisten wollen sich nicht wirklich glücklich in die vollkommen überfrachtete Szenarie einfügen. Es gibt den notorischen Weiberheld, der in absurden Momenten, wie diesen nur an die Begattung anderer Protagonisten zu denken scheint und auch die obligatorische, stereotype Kämpferin findet ihren Weg in den Film. Hin und wieder huschen bleich bemalte Geister durch das Setting, die stümperhaft versuchen, die Hintergründe ihres Ablebens zu rechtfertigen, sodass die Anwesenden das Mysterium des Hauses näher beleuchten können. Der Funke will trotz der immensen Ideen- und Informationsflut leider nicht überspringen und eine sympathische Identifikationsfigur, mit der sich der Zuschauer verbunden fühlt, sucht man in “House Hunting” vergebens. Umso mehr dürfte der Filmfreund eine köstlich aufbereitete Splatter- und Gröselfarce erhoffen, deren Vorhandensein sich aktuell in Horrorfilmen dieser Art zum guten Umgangston entwickelt hat. Auch wenn die Geschichte bereits zu Beginn suggeriert, dass die Handlung wohl oder übel darauf hinauslaufen wird, dass sich die Familien in welcher Art auch immer bekriegen und auslöschen werden, so bekräftigen die fertigen Spezialeffekte im Films den vollkommen desaströs zusammengezimmerten Unterton des ohnehin schon unwichtigen Films. Zwar wird hier gestorben und sich selbst ins Jenseits befördert; wirklich reißerisch und spektakulär ist das alles jedoch nicht wirklich. Immerhin lässt sich hier einer der dümmsten Morde der Filmgeschichte bewundern, bei welchem eine Konservendose durchaus nützliche Dienste erweist – die unfreiwillige Komik, welche diese bierernst gemeinte Szene begleitet, lässt sich dabei kaum in Worte fassen.
 
 
 
Der kleine Indie-Grusler “House Hunting” ist trotz aller unbeholfener Versuche eine ganz schön dumme Schlafpille, vor deren Sichtung nur gewarnt werden kann. Zwar wollen die vielen kleinen Einfälle gefallen; die Geschichte bleibt aber dennoch stets unwichtig und langweilig. Die vollkommen unterschiedlichen Charaktere prasseln mit all ihren Eigenarten aufeinander und finden sich alsbald in ziemlich grotesk wirkenden Konflikten wieder. Das ist zwar alles ambitioniert gemeint, wirkt aber wirr und fad und beginnt dem Zuschauer schnell den letzten Nerv zu rauben. Gruselstimmung kommt in “House Hunting” zu keiner Minute auf, auch wenn Regisseur “Eric Hurt” hin und wieder diverse Geistermomente in die konfuse Handlung streut, die sich aber selten harmonisch in die Szenarie einfügen möchten. Immerhin sieht eine der anwesenden Protagonisten des Films die arg löchrige Inszenierung von “House Hunting” kommen, sodass sie sich bereits zu Beginn des Gruslers den erlösenden Strick um den Hals schnürt und sich selbst erlösend in den Filmhimmel mordet. Alle Achtung – bei derart Weitblick kann man nur staunen!
 
 
 


 
 
 

House Hunting – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Langweiliger als die Polizei erlaubt: desaströs-wirrer Gruselhausfilm mit einer Menge nervender Protagonisten, die dem Zuschauer bereits nach nur wenigen Minuten gehörig auf den Zündern gehen! Warum erlöst sie nur niemand bereits zu Beginn von ihrem bevorstehenden Leiden?
 
 
 


 
 
 

House Hunting – Zensur

 
 
 
Insofern der Film in Deutschland veröffentlicht wird, dürfte er ungeschnitten mit einer “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichung die FSK passieren!
 
 
 


 
 
 

House Hunting – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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Axed (2012)

Barricade (2012)

Dead End (2003)

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Filmreview: “Dredd” (2012)

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Dredd

Story

 
 
 
„Judge Dredd“ vertritt das Gesetz in Mega-City und tut diesem, wenn nötig, auch gleich an Ort und Stelle genüge!
 
In Mega-City, einer Metropole im Amerika der Zukunft, regiert die Angst und der Schrecken. Die Kriminalität hat ein Rekordhoch erreicht, sodass sich die Gesetzeshüter kaum noch in der Lage sehen, der Vielzahl an kriminellen Machenschaften das Handwerk zu legen. Darum wurde ein neues und radikales Rechtssystem geschaffen, dass den sogenannten “Judges” erlaubt, Verbrecher vor Ort und Stelle zu bestrafen. Zu einem der besten seiner Art, gehört “Judge Dredd”, dem die noch unerfahrene Auszubildende “Cassandra Anderson” zur Seite gestellt wird, die aufgrund einer genetischen Mutation über hellseherische Fähigkeiten verfügt. “Dredds” Aufgabe besteht nun darin, die Tauglichkeit der potenziellen Anwärterin zu prüfen, wobei es die beiden bei ihrem ersten, gemeinsamen Einsatz in ein weit abgelegenes Stadtgebiet verschlägt, in welchem der gefürchtete Drogenboss “Ma-Ma” sein Unwesen treibt und an einem Rauschmittel mit dem Namen “Slo-Mo” werkelt, welches die Wahrnehmung der Realität verändern soll. Kaum angekommen, scheint “Ma-Ma” über die unwillkommenen Ankömmlinge rein gar nicht amused zu sein, sodass sie die Eingänge des Viertels verbarrikadiert und eine blutige Jagd auf die Gesetzeshüter anzettelt …

 
 
 


 
 
 

Dredd – Kritik

 
 
 
Aktuell erlebt das unlängst vergessene Superhelden-Popcornkino ein regelrechtes Revival. Kaum eine bekannte Comicfigur existiert, der nicht bereits eine mehr oder weniger gelungene Filmadaption spendiert wurde und welche nicht die Kinokassen hat klingeln lassen. In Zeiten, in denen die Präsenz nur eines Superhelden kaum noch genügen möchte und sich die Figuren beliebter Comic-Universen zusammenschließen müssen, um gegen hundsgemeine Oberbösewichte zu kämpfen, kehren auch jene Helden aus der Versenkung zurück, denen bisher nur wenig Aufmerksamkeit zuteil wurde. Ganz der Devise, selbst aus unbekannten Comic-Vorlagen, gewinnbringenden Reibach herauszuschlagen, folgten Realfilm-Umsetzungen wie “The Green Hornet” oder “Punisher: War Zone“, die aber aufgrund mangelndem Bekanntheitsgrades, sowie der oftmals dürftigen Inszenierung gnadenlos an den Kinokassen scheiterten und nur selten als lukratives Geschäft für die jeweiligen Filmstudios betitelt werden konnten. Auch der vorliegende “Dredd” erlitt gleiches Fiasko und schaffte es noch nicht einmal ansatzweise die Hälfte des stolzen Produktionsbudgets von rund 50 Millionen Dollar an den weltweiten Kinokassen einzuspielen.
 
Der radikale Richter “Dredd” aus Mega-City gewann bereits im Jahre 1995 mit seiner ersten Realverfilmung Weltruhm. Obwohl die erste Spielfilmumsetzung des beliebten Comics nur selten den grimmig-radikalen Unterton der Vorlage in Bilder fassen konnte, avancierte der SciFi-Spaß zum überzeugenden Kino-Renner der Filmjahres 1995. Ganz zum Unverständnis der Fanbase, die sich aufgrund der enorm jugendgerechten Inszenierung arg hinter das Licht geführt fühlte und einzig den Erfolg dadurch begründeten sah, weil sich Action-Star “Sylvester Stallone“, seinerzeits international erfolgreich gefeiert durch die diversen “Rocky“- und “Rambo“-Filme, die Hautrolle des gnadenlosen Rächers siegessicher erstreiten konnte.
 
Der aktuelle Kino-Ausflug in das korrupte und gewalttätige Mega-City der Zukunft kommt dem Original-Comic aus dem Jahre 1977 erstaunlich nahe. Das erste Mal tauchte der gnadenlose Rächer mit dem klobigen Helm (den der Held übrigens im Film nie absetzt) bereits Ende der 70er Jahre in der britischen Comic-Anthologie “2000 A.D.” auf, wo die Geschichten rund um den wortkargen Gesetzeshüter aufgrund der kompromisslosen Härte, vor allem von der erwachsenen Leserschaft beachtlich positiv aufgenommen wurden. Auch der aktuelle Kinoauftritt macht da keine Ausnahme und richtet sich mit den durchaus schaufreudigen Gewaltexzessen an ein vorwiegend volljähriges Publikum. In Zeiten unendlich vieler Prequels, kindgerechte Blockbustern und unzähligen Remakes ein erstaunlich erfrischendes Unterfangen, denn auch wenn hier die Geschichte vollkommen nebensächlich scheint, ist “Dredd” einer derer Filme, der einem als erwachsener Filmfreund deswegen so beeindruckt, weil er konsequent versucht, die altmodisch-rauhen Action-Knaller der 80er Jahre zurück auf die Leinwand zu transferieren. Gelungen ist dieses äußest superbe Unterfangen Regisseur “Pete Travis” mit einer erstaunlichen Selbstsicherheit. Also hätte er sich in seinem bisherigen Schaffen allein nur der Umsetzung schroffer Action-Schocker gewidmet, daddelt er in “Dredd” eine grimmig-brutale Verbrecherhatz herunter, die dem Zuschauer aufgrund der temporeichen Inszenierung gänzlich den Atem stocken dürfte. Hier wird sich Ego-Shooter-ähnlich durch die Stockwerke eines riesigen Hochhauses geballert, wobei in “Dredd” gleich ganze Horden von korrupten Fieslingen ins Nirvana verfrachtet werden. Dem unbarmherzigen Rächer dient hierbei eine groteske Multi-Funktions-Pistole, die allerhand neckiger Methoden beherbergt, unberechenbare Bösewichte ins Jenseits zu befördern. Bei derart sinnbefreiter Baller-Methoden dürfte das Herz eines jeden Gorehounds vor Freude im Kreis tanzen, zumal sich der Film aufgrund der vollkommen drastischen Szenen selten Ernst zu nehmen scheint. Auch wenn “Dredd” vorwiegend auf Humor verzichtet, sorgen gerade die Vielzahl vollkommen überzogener Effekt-Szenen und die trockenen, aber durchaus zynischen Wortfloskeln des Comichelden für allerhand erheiternde Momente.
 
 
 
 
Die Comicumsetzung “Dredd” ist vermutlich eine der wenigen Verfilmungen bekannter Superhelden, die sich an ein eher erwachsenes Publikum richten, dabei auf Political Correctness pfeifen und sogar noch als gelungen zu betiteln sind. Die gesamte Inszenierung erinnert in seiner Darstellung an bekannte Konsolenspiele, in denen sich ein furchtloser Held durch die Level bis hin zum Endboss metzelt. Das dürfte bei einigen Filmfans für diverse Déjà-vu-Momente sorgen, erinnert die Umsetzung doch ein wenig arg an den erst kürzlich erschienen, indonesischen Kinohit “The Raid“, dem eine ähnlich radikale Problematik zugrunde lag. Zwar bleibt in “Dredd” die Handlung durchweg rudimentär und die Figuren gesichtslos; das hier bebilderte derbe und hektisch geschnittene Geballere sorgt dennoch für ausreichend Spaß, sodass dem Zuschauer kaum Zeit zum Verschnaufen geboten wird und sich die 90 Minuten Filmlaufzeit durch die Bank weg als unterhaltsam-kurzweiliges Sehvergnügen entpuppen. Auch wenn sich die Handlung nur auf das Wesentliche beschränkt und der Actionanteil bedeutend überwiegt, so schaffen es Regisseur “Pete Travis” und Autor “Alex Garland” an wenigen Stellen im Film sogar so etwas wie gesellschaftkritische Akzente (Korruption, Gewalt, Armut) zu setzen. Filmfreunde, die ein Faible für düsteres und gewaltüberladenes Actionkino haben sind bei “Dredd” genau richtig. Auch wenn dem gesichtslosem Einzelkämpfer nur selten Zeit zur Charakterentwicklung eingeräumt wird und “Dredd” kein Mann der vielen Wort zu sein scheint, so lässt sich nicht leugnen, bedauern zu müssen, dass aufgrund der desaströsen Kino-Einspielergebnisse in absehbarer Zukunft eine Fortsetzung ausgeschlossen werden dürfte. Absolut unverständlich!
 
 
 


 
 
 

Dredd – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Dredd” ist eine der kompromisslosesten Comic-Verfilmungen der letzten Jahre – Absolut sehenswert!
 
 
 


 
 
 

Dredd – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung ist mit der “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

Dredd – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dredd 3D; Großbritanien 2012

Genre: Science Fiction / Action

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,40:1 (1080p/24)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe – FSK18

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: 6 Featurettes (Dredd: 2000 AD The Original, Slo Mo, Welcome to Peachtrees, The 3rd Dimension, Dredd´s Gear, Dredd), Interviews mit Cast & Crew, Kinotrailer, Trailershow zu anderen Filmen aus dem Programm von UNIVERSUM FILM

 
 
 
Wie eigentlich gewohnt von “Blockbuster”-Blu-rays aus dem Hause “UNIVERSUM FILM” bekommt auch “Dredd” eine lobenswerte, technische Veröffentlichung spendiert. Sattes Schwarz brilliert, trotz leichter Grobkörnigkeit, vor allem in den dunklen Szenen, wobei sich bei Tagaufnahmen das HD-Bild besonders eindrucksvoll präsentiert. Knackige Schärfe ist stets präsent, sodass hier dem Medium “Blu-ray” alle Ehre erwiesen wird. Aber auch Freunde laut-tobender Actionkost dürften schnell Gefallen an der akustischen Ausstattung der vorliegenden HD-Fassung finden. Der Ton wummert aus den Boxen, dass es eine Wonne ist “Dredd” bei seinem rabiaten Rachefeldzug beiwohnen zu dürfen. Leider macht sich nach der Erkundung des Bonussektor schnell Ernüchterung breit. Die Boni schauen zwar auf den Blick recht umfangreich aus, hinter all den hier angebotenen Features verstecken sich grob 2-minütige Clips, die arg lieblos diverse Hintergründe des Films durchleuchten. Grob zusammengefasst beträgt das Bonusmaterial nicht einmal 30 Minuten, was aufgrund der eigentlich gelungenen Umsetzung des Hauptfilms etwas bedauerlich ist, aber nicht weiter verwundert, bedenkt man, dass “Dredd” als kommerzieller Filmflop des Jahres 2012 gewertet werden darf. Immerhin hat sich “UNIVERSUM Film” nicht lumpen lassen und alle Extras deutsch untertitelt. Zudem spendiert der Vertrieb ein flatschenfreies Wendecover. Für Freunde ausufernder 3D-Technik wird die Blu-ray zudem auch als dreidimensionale Variante angeboten – 3D-Heimkino-Equipment wird hierbei jedoch vorausgesetzt!
 
 

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Dredd – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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Hobo with a Shotgun (2011)

The Punisher (2004)


Filmreview: “The Frankenstein Theory” (2013)

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The Frankenstein Theory

Story

 
 
 
Professor John Venkeheim ist regelrecht besessen von der Vorstellung, dass die Schriftstellerin Mary Shelley sich für ihren “Frankenstein”-Roman von geschichtlichen Fakten hat inspirieren lassen und das die Erzählung auf reelle Ereignisse zurückzuführen ist. Aufgrund seines Eifers hat er bereits kürzlich sein Amt an einer der renommiertesten Universitäten Amerikas verloren und versucht nun mittels einer Dokumentation all die Skeptiker von der Echtheit des mysteriösen Wesen zu überzeugen, die bisher der Meinung waren, dass Venkeheim mit seinen Theorien nicht ganz auf geistiger Höhe zu sein scheint. Um seinen akademischen Ruf retten und die Beweise aus Zelluloid bannen zu können, beauftragt er ein Kamerateam, dass ihn bei seiner Exkursion in das verschneite Kanada begleiten soll. Dort wurde die Kreatur angeblich zuletzt gesichtet, die einst einem schrecklichen Experiment entkommen konnte und nun mordgierig durch die winterliche Einöde Nordkanadas umhergeistern soll …
 
 
 


 
 
 

The Frankenstein Theory – Kritik

 
 
 
Schon etwas sehr hanebüchen, wenn eine „Mocumentary“ (also eine fiktive Dokumentation) dem Zuschauer einbläuen möchte, dass der Roman einer gewissen Mary Shelley keiner Fiktion entspringen, sondern auf wahren Begebenheiten beruhen soll. Bei derart sinnbefreiten Idee fragt sich der Zuschauer natürlich unweigerlich, woher eigentlich amerikanische Drehbuchautoren und Skriptschreiber die Drogen hervorkramen, die sie eingenommen haben müssen, um derart Nonsens zu Papier bringen zu können und welch üble Geschichten denn in Zukunft noch alles ihren Weg in die weltweiten Heimkinos finden werden. Bereits im Jahre 2001 haben findige Nachwuchsfilmer das Mittel der Medienmanipulation kongenial für ihren Film nutzen können. Das “Blair Witch Project” war eines der ersten (und vermutlich auch einzigen) Werke, das bereits im Vorfeld für Furore sorgte und es erstaunlich selbstsicher schaffte, Filmfans einzutrichtern, dass irgendwo in den Wäldern Amerikas eine mysteriöse Hexe ihr Unwesen treiben soll. Zehn Monate nachdem die Regisseure “Dan Myrick” und “Ed Sanchez” ihren Film fertiggestellt hatten, stellten sie eine Webseite ins Internet, auf welcher sie als Tatsachenbericht getarnt, über das Verschwinden dreier Studenten informierten, die einen Dokumentarfilm über die berüchtigte „Blair“-Hexe auf Zelluloid bannen wollten. Mittels fiktiver Interviews versuchten die Filmemacher den Besuchern jener Webseite glaubhaft zu machen, dass irgendwo in den Wäldern wirklich eine derart ominöse Präsenz hausen würde und die unweigerlich mit dem Verschwinden jener Kids in Verbindung stehen sollte. Die Täuschung war perfekt, sodass Filmfans weltweit von der Echtheit des Falls überzeugt waren und in die landesweiten Lichtspielhäuser strömten, um das vermeintlich von den Studenten gefilmte und gefundene Bildmaterial bewundern zu dürfen, was “Dan Myrick” und “Ed Sanchez” letztendlich zum bekannten Kino-Hit mit dem Titel “Blair Witch Project” zusammengeschnitten hatten.
 
Ganz so groß und raffiniert, wie “The Blair With Project” kommt “The Frankenstein Theory” natürlich nicht daher, viel zu sehr wirkt die Ausgangssituation an den Haaren herbeigezerrt, sodass der Filmfreund bei derart Kontext nur unverständlich mit dem Kopf schütteln dürfte, den uns hier die “Macher” von “The Last Exorcism” aufzutischen versuchen. Immerhin wissen sie diesen vollkommen blödsinnigen Hirnshit halbwegs ansprechend zu verpacken, den es lässt sich wahrlich nicht leugnen, dass “The Frankenstein Theory” durchaus kurzweilig zu unterhalten weiß. Zu verdanken ist dieser Fakt, den trefflich gewählten Protagonisten, die durchweg glaubhaft und sympathisch in Erscheinung treten. Gott sei Dank hat es der Zuschauer hier mit halbwegs gestandenen Persönlichkeiten zu tun – ein teen´reskes Gebrabbel und planloses Umhergekreische darf demnach hier ausgeschlossen werden, was den Film durchaus positiv aufzuwerten weiß. Trotzdem obliegt auch “The Frankenstein Theory” den obligatorisch klischeebehafteten Genre-Regeln. Da werden natürlich Exkursionen in die verschneite Winterlandschaft nicht im Team vollzogen, sondern getrennt. Nachdem das Filmteam auf das sagenumwobene Monster stößt und den ersten Toten zu beklagen hat, soll Hilfe angefordert werden. Hier wird natürlich nur ein Crew-Mitglied in die Ödnis geschickt, das nun dringend Hilfe suchen soll. Allein lässt sich scheinbar der korrekte Weg durch das schneebdeckte Kanada besser finden, als im Doppelpack. Zudem fragt man sich als Zuschauer ohnehin die ganze Zeit, warum die Beteiligten bei einer derart Bedrohung nicht unweigerlich versuchen ihr Equipment zusammenzupacken, um in den nächstliegenden Ort per Fußmarsch zu pilgern. Stattdessen machen Sie es sich tagelang in des Monsters Holzhütte gemütlich – verständlich, dass die Kreatur keinen Spaß mit den unwillkommenen Gästen versteht.
 
Apropos Monster; das gibt es natürlich auch im Film zu sehen und hat, wie so oft in derart Produktionen, augenscheinlich bis kurz vor Ende Sendepause. Erst dann führen die Gegebenheiten ins Absurdum und das Wesen erhält einige Sekunden Screentime. Wer aber hier meint glaubhaft ausufernde Creature-Effekte serviert zu bekommen, dürfte ersichtlich enttäuscht werden. Die Anwesenden protokollieren die Interaktionen der mysteriösen Roman-Kreatur mit ihrer Kamera aus der Entfernung, sodass sich das Ding kaum erkennen lässt und eher eine aufdringliche Ähnlichkeit mit einem tollwütigen Neandertaler besitzt, der planlos durch den Schnee stapft und dabei unsittliche Laute von sich gibt. Eine unfreiwillige Komik lässt sich hier nicht leugnen, machen gerade die vollkommen unspektakulären Auftritte des Wesens, die eigentlich hervorragend-klaustrophobische aufgearbeitete Stimmung des Films zunichte. Hier hat man wahrlich etwas Spektakuläres erwartet, zumal man als Zuschauer wieder einmal nicht verstehen kann, warum ausgerechnet immer dann, wenn die Bedrohung seinen obligatorischen Auftritt erhält, Kameras unentwegt stören, wackeln oder ausfallen müssen.
 
 
 
The Frankenstein Theory” ist eine kleine Enttäuschung. Die Atmosphäre wird Schritt für Schritt aufgebaut und punktet mit beklemmender Intensität; die traumhafte aber dennoch ausweglose Schneelandschaft offenbart ein bedrückendes Gruselerlebnis das durchaus seine Momente besitzt. Eigentlich gibt es bei “The Frankenstein Theory” kaum etwas Nennenswertes zu bemängeln. Die gefakte Dokumentation im aktuell so beliebten Found Footage-Stil ist stimmig erzählt, gut bebildert und glaubhaft gespielt. Wäre da nicht das vollkommen lächerliche Monster, dass im Verlauf des Films für Zucht und Ordnung sorgt und die Beteiligten zwanghaft in den Tod meucheln muss. Hierbei wäre weniger Schaufreudigkeit mehr gewesen. Denn nachdem sich das Ding das erste Mal vor der Kamera blicken lässt, geht es mit dem hier vorliegenden “The Frankenstein Theory” auch merklich bergab. Für einen derart plakativen Filmtitel ist der hier bebilderte Höhlenmensch, den Regisseur “Andrew Weiner” in seinem Film versucht dem Zuschauer zu verkaufen, eine mehr als dreiste Unverschämtheit. Immerhin, und das muss man dem Film zugute halten, lässt er dem Zuschauer genug Interpretationsspielraum. Handelt es sich hier wirklich um das besagte Monster aus dem Roman oder um eine vollkommen andere, unbekannte Gestalt. Dieser Frage beantwortet “The Frankenstein Theory” nämlich leider vollkommen unzureichend, was hoffentlich KEIN überflüssiges Sequel/Prequel zur Folge haben wird!
 
 
 


 
 
 

The Frankenstein Theory – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Found Footage Dokumentation mit einem zugegeben entäuschenden Monster – Durchschnittware ohne Überraschungen!
 
 
 


 
 
 

The Frankenstein Theory – Zensur

 
 
 
Die kommende deutsche Fassung dürfte ungeschnitten das FSK16-Kennzeichen tragen – wahrlich grausame Schauwerte sucht man hier vergebens.
 
 
 


 
 
 

The Frankenstein Theory- Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “American Mary” (2012)

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American Mary

Story

 
 
 
Mary ist eine typische Studentin. Sie ist fleißig, wissbegierig und permanent in Geldnot. Um sich dennoch das Chirurgie-Studium leisten zu können, entschließt sie sich aus der Not heraus auf eine Stellenausschreibung als erotische Masseurin in einem Strip-Clubs zu bewerben. Eine folgenschwere Entscheidung, denn der Besitzer des Lokals hat “Größeres” mit ihr vor. Er erkennt ihr Potenzial und führt die junge Frau in einer düstere Welt voller skurriler Gestalten, die nur einen Wunsch hegen: ihren Körper mittels „Body-Modification“ zu “perfektionieren”. Rasch macht die chirurgische Fingerfertigkeit der (an)gelernten Mary die Runde, sodass sie sich alsbald vor lukrativen Aufträgen zur “Körperverschönerung” nicht mehr retten kann. Auf einer Chirurgen-Party trifft sie wenig später auf ihren Dozenten, der nicht nur ihr umfangreiches Wissen zu schätzen weiß. Er macht die unwissende Mary durch Drogen gefügig und vergewaltigt die wehrlose Schülerin. Ein fataler Fehler, denn Mary beschließt grausame Rache …
 
 
 


 
 
 

American Mary – Kritik

 
 
 
Aufgrund der Masse an vollkommen desaströsen und beliebig austauschbaren Genre-Werken, dürfte es für den Filmfreund so langsam zu einer unüberwindbaren Herausforderung werden, darunter die wirklich hochwertigen Perlen zu finden. Kaum ein Thema in der Horrorfilmwelt existiert, dass nicht bereits zu Tode getrampelt und lukrativ ausgeschlachtet wurde. Umso verwunderlicher, dass es dennoch hin und wieder Horrorfilme aus Hollywood schaffen, durchaus Aufmerksamkeit zu erregen und für Gesprächsstoff zu sorgen. Das Psycho-Drama “American Mary” ist ein derartiger Fall, dem eine vollkommen neue Thematik zu Grunde liegt, der bisher dato kaum bis gar keine Beachtung geschenkt wurde und die mit Sicherheit ein gutes Dutzend thematisch ähnlich gestrickter Filme nach sich ziehen wird.
 
American Mary” ist kein Horrorfilm im herkömmlichen Sinne. Die beiden “Soska Schestern“, Jen und Sylvia, die bereits im Jahre 2009 schon einmal versucht haben, mit ihrem Regie-Debütwerk “Dead Hooker in a Trunk” in der Horrorfilmszene Fuß zu fassen, haben mit ihrem zweiten abendfüllenden Langfilm genau ins Mark getroffen. “American Mary” ist ein ziemlich interessanter Beitrag, der ein überaus perfides Fetisch-Milieu thematisiert und den Zuschauer in eine vollkommen seltsame Welt entführt, von der man kaum glauben mag, dass diese letztendlich auch in der Realität existiert. Dort gehört sogenanntes “Extrem-Body-Modification” zum guten Umgangston, bei der sich eigentlich gesunde Menschen durch körperliche Verstümmelungen versuchen vom konventionellen Schönheitsideal abzuheben. Das beginnt durch schmerzfreies Stechen von Piercings und endet im Extremfall beim Entfernen ganzer Gliedmaßen, dem eigenen Individualismus wegen.
 
Freilich wirkt dieser Fetisch für den Otto-Normal-Bürger vollkommen befremdlich, dennoch umso lobenswerter, dass sich der Film derart kontroverser Thematik mit einem zwinkernden Auge nähert, ohne dabei jedoch den Verfechtern dieser etwas sehr speziellen Leidenschaft unweigerlich auf die Füße zu treten. Auch wenn das unverbrauchte Szenario durchaus Potenzial für schön derbe Kröselkost bietet, sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass es sich bei “American Mary” um einen zynischen Psychothriller handelt, der gänzlich andere Pfade einschlägt und sich unwesentlich mit der Folterei potenzieller Probanden beschäftigt. Hier wird nicht schaulustig gebohrt, geschlitzt und verstümmelt, sondern geradezu zwanghaft weggeblendet, wenn der Zuschauer hofft, gleich auf bluttriefenden Ekel-Terror zu stoßen. Ein guter Schachzug der beiden “Soska Geschwister“, hat der Film demnach genug Zeit sich auf das wirklich Wesentliche zu konzentrieren.
 
Im Mittelpunkt der Gegebenheiten steht die junge Mary, die von “Katharine Isabelle” trefflich in Szene gesetzt wird. Horrorfilmfreunden dürfte “Isabelle” nicht unbekannt sein, wusste sie bereits als Hauptfigur “Ginger” im Werwolf-Drama “Ginger Snaps – Das Biest in dir” durch ein facettenreiches Schauspiel zu überzeugen. Begrüßenswert und äußerst sympathisch, dass sich eine derart beliebte Horrorfilm-Ikone wie “Katharine Isabelle” erneut dazu entschlossen hat, in die skurrile Welt des Horrors abzutauchen, um einmal mehr dem Genre-Fan auf ansprechend hohem Niveau den Kopf zu verdrehen. Wie bereits in “Ginger Snaps” durchlebt auch ihre Rolle in “American Mary” eine bedeutsame Verwandlung, die sich aber in ihrem aktuellen Film natürlich freilich realistischer (wenn auch sehr oberflächlich) bebildert. Anfänglich lebensfroh und neugierig, durchlebt Marys Ego im Verlauf der Geschichte eine abrupte psychologische Veränderung, die seltsamerweise nicht auf ihre neues berufliches Dasein im Underground-Milieu zurückzuführen ist. Nachdem das selbstbewusste Mädchen von ihrem Professor sexuell misshandelt wird beginnt Mary einen regelrechten Schutzwall um ihre Person zu zimmern. Gefühle lässt sie nur selten zu, Skrupel kennt sie fortan nicht mehr. In nur wenigen Momenten, blitzt ein Funken Menschlichkeit aus ihrer geschunden Seele hervor. So sind Szenen, wie die in der sich die vermeintlich taffe Mary still trauern von ihrer geliebten Großmutter verabschiedet, rar gesät. Leider wird das Schicksal der durchaus interessanten Protagonistin nur zum Teil ausgereizt. Immer wieder meint man das Gefühl zu haben, als ob der Film sich allein nur auf das möglichst sensationsgeile Zurschaustellen des zugrundeliegenden Milieus konzentrieren möchte. Die wenigen durchaus unkonventionellen Charaktere kommen da hin und wieder etwas zu kurz, was etwas bedauerlich ist. Dennoch bleibt am Ende ein erfrischend andersartiger Film über, der sich nicht zwangsläufig nur im obligatorischen Blutzoll verfängt, sondern den Zuschauer versucht zu schockieren, indem er ihn in eine vollkommen absurde Welt entführt.
 
 
 
American Mary” ist kein ruppiger “Rape-and-Revange”-Streifen. Ebenso ist der Film NICHT im Folter-Genre beheimatet, wie der Horrorfilmfreund vermutlich bei derart düsteren Kontext vermuten würde. Der Film ist ein dunkler Psycho-Trip in eine Welt, in der der eigene Körper quasi schon fast kunstvoll in Szene gesetzt wird. Hierbei werden gekonnt Einflüsse aus asiatischen Extrem-Filmchen mit zweifelhaften S/M-Praktiken und Cronberg´schen Körperhorror verknüpft. Eine Ähnlichkeit zum Horrorthriller “Dee Snider’s Strangeland” aus dem Jahre 1998 ist unverfehlbar. Dennoch, auch wenn sich der Film nur grob mit dem psychischen Verfall der Hauptdarstellerin beschäftigt, so verfehlt der Film seine durchaus kontroverse Aussage nicht. Gelingt es Genre-Filme nur selten gesellschaftskritische Botschaften zu vermitteln, so scheint „American Mary“ dies geradewegs mit einer spielerischen Leichtigkeit zu gelingen. Ob nun bewusst oder unbewusst sen dahingestellt. Das erfrischende Szenario dokumentiert mit einer zynischen Leichtigkeit das krankhafte Streben nach der Perfektion des eigenes Körpers. Hierbei bedient sich „American Mary“ zwar mit dem hier bebilderten „Body-Modification“ einem durchaus extremen Beispiel; die Grundaussage des Film lässt sich aber natürlich auch in alle übrigen Bereiche des täglichen Lebens transferieren. Ob nun unnötige Schönheits-OPs, der bevorstehende Friseurtermin oder ein schweißtreibender Besuch im Fitnessstudio – der zwanghafte Schönheitswahn, den die Gesellschaft aktuell unweigerlich vordiktiert ist mittlerweile bereits allumfassend.
 
 
 


 
 
 

American Mary – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Spannender und erfrischend kontroverser Blick in eine skurrile Welt voller seltsamer Gestalten.
 
 
 


 
 
 

American Mary – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung aus dem Hause “Universal Pictures” ist mit dem “Keine Jugendfreigabe“-Aufdruck vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

American Mary – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “Das Kind” (2012)

Das Kind Poster - Copyright by www.ofdb.de
 
 
 

Das Kind

Story

 
 
 
Der an einem unheilbaren Hirntumor erkrankte Waisenjunge Simon Sachs (Christian Träumer) freundet sich im Krankenhaus mit Carina Freitag (Sunny Mabrey) an. Um ihm die Angst vor dem Tod zu nehmen, schenkt die Krankenschwester Simon zu seinem zehnten Geburtstag eine „Rückführung“ beim Psychologen Dr. Tiefensee (Luc Feit). Doch der Junge erlebt dabei eine negative Überraschung: Er sieht sich selbst bei der Ermordung eines Menschen. Fortan hält sich Simon für einen Serienmörder und will sich der Polizei stellen. Noch ungläubig hinsichtlich des Wahrheitsgehaltes von Simons Vision geht Schwester Carina darauf ein, einen der Tatorte aufzusuchen und überredet ihren Ex-Freund, den Anwalt Robert Stern, sie und Simon zu begleiten. Der Junge führt sie in eine alte Fabrik, wo sie tatsächlich eine Leiche finden. Der ist, wie in Simons Vision, der Schädel mit einem Beil eingeschlagen wurden. Stern meldet den Vorfall der Polizei, doch die Tatsache, dass der Mord bereits fünfzehn Jahre zurückliegt, also noch vor Simons Geburt, führt dazu, dass der Verdacht bald auf den Anwalt fällt. Es beginnt ein Wettlauf zwischen dem Trio Stern, Simon und Carina auf der einen Seite, der Polizei, einem mysteriösen Erpresser, der von Stern den Namen des Mörders wissen will und dem Mörder selbst. Das unerklärliche Wissen des Jungen, dessen Alpträume ihn zu weiteren Toten führen, macht diesen Trip zunehmend unheimlicher…
 
 
 


 
 
 

Das Kind – Kritik

 
 
 
Was sich vom Setting her spannend anhört, entpuppt sich auf der Leinwand bzw. auf der heimischen Mattscheibe als einigermaßen halbherziger Versuch, einen Hollywood-Blockbuster nachzuahmen. Das Problem des Films sind dabei nicht logische Stolpereien – die schlussendliche Erklärung für Simons Visionen ist zumindest plausibel – oder schlechte Schauspieler, sondern dass es ihm zu keinem Zeitpunkt gelingt, „echt“ zu wirken. „Das Kind“ ist von Deja-vus durchsetzt: „Staranwalt“ Robert Stern (Eric Roberts) gibt mit seiner grauen Fönfrisur einen Aufguss von Richard Gere (witzigerweise ist Eric der Bruder von Julia Roberts), Frederik Losensky (Reiner Schöne) lässt in seinem religiösen Eifer aber auch optisch an die Figur des Chartand aus der Verfilmung von Dan Browns „Illuminati“ denken. Und auch hinsichtlich der Sehgewohnheiten des Mainstream-Kinos bewegt man sich auf der sicheren Seite: Wenn zum Beispiel am Ende Simon stirbt, wird das Pathos mit der großen Suppenkelle verteilt, die Musik dudelt geschmacksverstärkerisch wie in einem der typischen Ami-Schinken. Die Tränendrüse drückt quasi da von selbst, dem Pawlowschen Reflex entgeht niemand. Das Kochrezept ist altbewährt und tausendfach erprobt, allein mangelt es an der eigenen kreativen Beitrag, am letzten Pfiff.
 
Entstanden ist „Das Kind“ nach dem gleichnamigen Roman von Sebastian Fitzek. Gedreht wurde 2011 in Berlin, der Heimatstadt des Autors. Die Vorlage des Thriller war ein Bestseller, da dürften die Erwartungen der Fans hoch gewesen sein. Doch der Film wirkt aufgesetzt und blutleer, die Figuren mit wenigen Ausnahmen künstlich. Dass „Das Kind“ in englischer Sprache produziert und deutsch synchronisiert wurde, erklärt diesen Effekt des „Fremdelns“ mit dem Personal zwar nicht, dürfte ihn aber ein Stück weit verstärken. Vielleicht liegt ja das Problem bei Regisseur Zsolt Bács, ein Freund Fitzeks, der uns bereits mit solch Sternstunden der Fernsehunterhaltung wie „Der Bergdoktor“, „SOKO Rhein-Main“ oder „Forsthaus Falkenau“ beglückte. Der Mann weiß sicher, mit welchen Zutaten man eine schmackhafte Suppe anrührt, nur wird er deshalb nicht zwangsläufig zum Gourmet-Koch. Handwerklich gibt es nichts zu kritisieren, doch spricht es Bände, wenn Fitzek ihn mit folgenden Worten charakterisiert: „Mit Zsolt kann man allerdings auch nicht wirklich streiten, dazu ist er viel zu nett.“ (aus dem Pressheft zum Film). Wahrscheinlich hätte ein routinierter Thriller-Handwerker wie David Fincher den Stoff adäquat umgesetzt, doch Fitzek hat sich auf seinen Kumpel verlassen. Danach befragt, wieso er die Verfilmung angeht, obwohl viele der Meinung seien, dass ein „deutscher Psychothriller nicht funktioniert“, antwortet der Autor: „Weil ich ein unerschütterlicher Optimist bin… Aber ich wollte es dann auch einfach wissen.“ Mit Optimismus allein lässt sich der internationalen Mainstream-Erfolg wohl nicht herbeireden. Ein Manko des deutschen Films – der häufig genug zu Unrecht kritisiert wird – ist wohl auch das Schielen in Richtung Amerika. Doch dort gelingt es gerade eher eigenständigen Werke zu punkten, so wie Ole Bornedal „Nachtwache“ oder „Monsieur auf Abwegen (Un éléphant ça trompe énormément)“ von Yves Robert, die ein Remake in Hollywood erfuhren. Warum die Amis einen mittelmäßigen „Sieben“-Abklatsch beklatschen sollten, bleibt ein ungelöstes Rätsel.
 
Erwähnt werden soll an dieser Stelle, dass es zumindest ein kleines Highlight gibt: Die positive Überraschung des Films ist Dieter Hallervorden als Stiemer. Wer Hallervorden nur als blödelnden Grimassenschneider kennt, wird überrascht sein, dass der mittlerweile 78-Jährige in „Das Kind“ glaubwürdig den verrückten Drahtzieher eines Kinderschänderringes spielt. Nicht zu vergessen Ben Becker der sich quasi selbst spielt: Er gibt den Borchert, einen zupackenden Zuhälter mit Herz und großer Schnauze. Eine Rolle, die Becker auf den Leib geschrieben scheint.
 
 
 


 
 
 

Das Kind – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Alles in allem ist „Das Kind“ durchschnittliche und durchschnittlich spannende Unterhaltung, nicht schlecht aber auch kein großer Wurf. Der Grusel- und Splattergrad ist eher gering. Hartgesottene Slasher-Fans werden den Film als Kinderprogramm einstufen, was auch thematisch ganz gut passt.
 
 
 


 
 
 

Das Kind – Zensur

 
 
 
Die Heimkino-Fassung von “Das Kind“  ist mit einer FSK 16 vollkommen ungeschnitten!
 
 
 


 
 
 

Das Kind – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Das-Kind-Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Das Kind; Deutschland 2012

Genre: Thriller, Horror, Mysterie, Krimi

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1; (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 119 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making of, Trailer

 
 
 
Die Verfilmung des bekannten Bestellers wurde von den Lesern des Romans als sehr zwiespältig aufgenommen. Viele Details aus dem Buch fehlen in der Kinoumsetzung gänzlich, sodass der Film nicht annähernd der enorme Erwartungshaltung erfüllen konnte, die DAS KIND bei Fans des Buchvorlage vor dem Kinostart geschürt hatte. Das macht sich leider auch in der Blu-ray-Auswertung bemerkbar. Allzu ausufernd kommt die nicht daher. Zwar ist der Ton und das Bild durchweg auf sehr hohem Niveau, dennoch scheint es hin und wieder etwas gewöhnungsbedürftig, wenn sich die Lippen der teilweise deutschen Schauspielercrew (der Film wurde in englischer Sprache gedreht) vollkommen asynchron zur deutschen Synchronisation bewegen. Das zugegebenermaßen stimmige Menü, bietet gerade einmal ein deutsches Making of (20 min. / HD) und den Trailer zum Hauptfilm, ebenso in deutscher Sprache. Drei weitere Trailer kommender Filme aus dem Hause EUROVIDEO runden das Bonuspaket ab. Bleibt zu erwähnen, dass es noch einen BD-LIVE-Zugang gibt, bei dem ein Zugang zum Internet benötigt wird um Zusatzinformationen zum Film zu erhalten und dem Filmfreund zudem ein Wendecover spendiert wurde. Untertitel zum Film gibt es übrigens keine!
 
 

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Das Kind – Trailer

 
 

 
 
 
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Filmreview: “Mama” (2013)

Mama-2013-Filmplakat
 
 
 

Mama

Story

 
 
 
Nachdem ein Familienvater zusammen mit seinen kleinen Töchtern Victoria and Lilly bei einem Unfall mit dem Wagen von der Strasse abkommt und in einen Wald brettert, finden sie wenig später eine leerstehende Hütte, in der sich daraufhin Fürchterliches abspielt.
Eine unheimliche Kreatur, welche die Kinder wenig später als “Mama” betiteln, trachtet nach dem Leben des Vaters und zieht die kleinen Mädchen fortan selbst groß. Fünf Jahre später, die kleine Familie gilt als spurlos verschwunden, finden zwei Waldarbeiter das verunglückte Fahrzeug und jene verlassene Hütte, in welcher sie bald auf die kleinen, desaströs verwahrlosten Mädchen stoßen. Vollkommen verstört werden die “wilden” Kinder in die Obhut ihres Onkels Lucas (Nikolaj Coster-Waldau) übergeben, der sich von nun an zusammen mit seiner Freundin Annabel (Jessica Chastain) für das Wohl seiner Nichten verantwortlich fühlt. Anfänglich darum bemüht, den beiden Waisen ein zivilisiertes Miteinander beizubringen, beginnen sich wenig später seltsame Dinge zu ereignen. Die Kinder beginnen seltsame Zeichnungen zu Papier zu bringen und furchterregende Stimmen dröhnen des Nachts aus dem Schlafzimmer der beiden Mädchen. Ist etwa “Mama” zurückgekehrt, oder gibt es für all die ominösen Vorfälle eine plausible Erklärung?

 
 
 


 
 
 

Mama – Kritik

 
 
 
Ausnahmetalent und Filmgenie Guillermo del Toro ist immer für eine Überraschung gut.
Bereits mit seinem ersten Film Chronos hat er eindrucksvoll bewiesen, dass er eine grundlegende Vorliebe für unkonventionelle Filmstoffe besitzt, die sich erfrischend von der breiten Masse an üblicher Mainstream-Kost abheben. Anfänglich selbst als Regisseur für große Filmlabel tätig und an deren Interventionen gebunden, konnte er mit Filmen, wie Mimic und Blade 2 erhebliche Erfolge verbuchen, die ihm die Möglichkeit eröffneten, eigene Werke drehen zu können, ohne sich dabei den Vorstellungen geldgieriger Studiobosse oder Filmproduzenten unterordnen zu müssen. Pan´s Labyrinth war einer der ersten Beiträge, in denen Del Toro sein individuelles, künsterlisches Schaffen auf die Probe stellen durfte – mit Erfolg, denn die düstere und erwachsenengerechte Alice im Wunderland-Version konnte insgesamt 3 der begehrten Oscar-Trophäen einheimsen. Um auch anderen, ambitionierten Filmschaffenden die Möglichkeit bieten zu können, ihre kreativen Ideen auf Zelluloid bannen zu dürfen, erprobte sich Guillermo del Toro, der sich seit jeher selbst als Fan des phantastischen Films bezeichnet, als fundierter Produzent für vorwiegend spanisch/mexikanischer Genre-Produktionen.
 
Filme, wie Das Waisenhaus oder Julias Eyes, in denen sich Guillermo del Toro als spendabler Geldgeber erwies, ernteten international großen Zuspruch, sodass es nur eine Frage der Zeit war, bis weitere Filme entstanden, die mit Hilfe der Del Tor´schen Finanzspritze um die Gunst der Zuschauerschar buhlen sollten. Das vorliegende Gruselmärchen Mama aus der Feder des Argentiniers Andrés Muschietti ist ein derartiger Fall, der ohne die tatkräftige Unterstützung des erfolgreichen Regisseurs vermutlich nie entstanden wäre. Andrés Muschietti, der die zugrunde liegende Geschichte seines ersten abendfüllenden Spielfilms Mama bereits im Jahre 2008 in Form eines Kurzfilms realisiert hatte, hat mit seinem ersten Langfilm einen unglaublich melancholischen Gruseltrip geschaffen, der sich vor den diversen Vertretern seines Sub-Genres nicht verstecken braucht. Lobenderweise sah dies das amerikanische Publikum genauso, sodass Mama rasch die Spitze der amerikanischen Kinocharts erobern konnte und bereits jetzt als ernstzunehmender Erfolg für den talentierten Jung-Regisseur gewertet werden darf.
 
Dass der Erfolg vermutlich nicht allein von ungefähr gekommen ist, darf stark bezweifelt werden. Durchleuchtet man als Zuschauer die gesamte Inszenierung dieser kleinen Gruselgeschichte, so fallen offensichtliche Parallelen zu einigen der Werke Del Toro´s ins Gewicht.
Nicht nur einmal drängt sich hierbei dem Filmfreund die Frage auf, ob Guillermo del Toro maßgeblich am künstlerischen Entstehungsprozess von Mama mitbeteiligt war oder ob sich Regisseur Andrés Muschietti einfach nur von dessen bisherigem Schaffen hat inspirieren lassen.
Fakt ist, dass Del Toros unverkennbare Handschrift die gesamte Szenarie durchzieht und sich dadurch unweigerlich die Vermutung aufzwängen will, dass der Ausnahme-Regisseur vielleicht doch nicht nur als Produzent im Hintergrund stand, sondern Muschietti des Öfteren bei seinem Tun beeinflusst hat.
 
Ähnlich wie die diversen Werke Del Toros, die sich mit einer unglaublichen Leidenschaft an einem reichhaltigen Sammelsurium altbekannter Märchenelemente bedienen, liegt auch Mama einem ähnliches Konzept zugrunde. Hierbei verschmilzt die rationelle Welt ungekünstelt mit der der Fabeln, Märchen und Legenden. Vor allem der Beginn erinnert doch schon ein wenig arg an das Grimmsche Hausmärchen Hänsel und Gretel. Auch viele der gespenstischen, aber zugleich auch leicht melancholischen Szenen und Bilder erinnern in ihrer Darstellung Del Toros bisherigen Filmen, wie Pans Labyrinth und The Devils Backbone.
Trotzdem, Mama
ist kein plumpes Plagiat, sondern glänzt dennoch mit einer gewissen Eigenständigkeit. Zwar erfindet der Film das Rad nicht gänzlich neu, bietet aber dennoch einige unerhoffte Überraschungen und den obligatorischen wohldosierten Schauer, den man auch von einem Film diesen Kalibers erwartet. Andrés Muschietti konzentriert sich hierbei auf den klassischen Aufbau einer jeden Gruselgeschichte. Nach einem erschütternden und fulminanten Epilog, werden die Charaktere eingeführt und mit reichlich Unbehagen konfrontiert, um am Ende dem Geheimnis des rastlosen Geistes auf die Schliche zu kommen, damit dieser in einem effektgeladenen Finale in die ewigen Jagdgründe befördert werden kann. So wirklich spektakulär ist das natürlich nicht, dennoch schaffen es vor allem die facettenreichen Charaktere das Interesse der Zuschauer zu wecken. Vor allem die beiden Mädchen Victoria and Lilly, gespielt von Megan Charpentier und Isabelle Nélisse, bereichern Mama ungemein. Ihre verstörenden, wortkargen Aktionen wirken derart suspekt und befremdlich, dass man hätte allein nur von der gesellschaftlichen Wiedereingliederung der verwilderten Kinder einen abendfüllenden Spielfilm drehen können.
 
Auch wenn Regisseur Andrés Muschietti mit seinem Debütfilm einen durchaus konventionellen Film geschaffen hat, der mit einigen ziemlich klischeehaften Storywendungen zu kämpfen hat, gelingt es ihm dennoch für reichlich Kurzweil zu sorgen und immer wieder stimmige Momente zu schaffen. Die wenigen Schockmomente sitzen trotz vorhersehbarer Inszenierung deftig, überladen den Film glücklicherweise zu keiner Minute. Zudem verliert sich Mama in keinem grobschlächtigen Splatter-Fest. Die ansprechenden Gruselmomente sind vorwiegend subtiler Natur und machen den Film vor allem für seichte Gemüter interessant, die ein Faible für altmodisches Schaudern besitzen. Auch wenn der Geist von Mama im Verlauf der Handlung durchaus bedrohlich in Erscheinung tritt und gerade den erwachsenen Protagonisten des Films das Leben auf garstiger Weise zur Hölle macht, so schafft es Regie-Newcomer Andrés Muschietti dennoch, ihrer Figur eine gewisse Tiefe einzuverleiben. Sicher beschränken sich ihre Interaktionen vorwiegend auf das obligatorische Erschrecken des Zuschauers und das Verwirren der unwissenden Protagonisten, trotzdem ist ihr Verhalten gerade gegen Ende hin von weitaus menschlichen Zügen geprägt und vermittelt eine gewissen Nachvollziehbarkeit. Ihre traurige Erscheinung überzeugt, trotz des konsequenten Einsatzes von CGI und ist stets glaubhaft präsent. So wirklich verwunderlich ist die halbwegs tiefgründige Charakterisierung der Anwesenden nicht wirklich. Jedes Werk aus der Mache von Maestro Guillermo del Toro ist für seine tiefgründige Charakterentwicklung bekannt. Bevor der Filmemacher seine Gedanken in Form von virtuosen Bildern auf Zelluloid bannt, beginnt er für jeden seiner Charaktere eine präzise Vita zu Papier zu bringen, um die mentale Entwicklung des Protagonisten rechtfertigen zu können. Mama macht da keine Ausnahme und beweist einmal mehr, dass der argentinische Regisseur Andrés Muschietti umfangreiche Unterstützung seitens Del Toros für die Umsetzung von Drehbuch und Film genossen haben muss.
 
 
 
Mit seinem Film Mama hat Regie-Neuling Andrés Muschietti einen überraschend geglückten Einstig ins Filmbusiness geschafft, der ihm vermutlich einige gute Drehbücher für kommende Filmwerke bescheren dürfte. Sein kleines Gruselstück bietet durchaus subtile Unterhaltung für alle Gruselfreunde, die es eigentlich weniger blutig mögen. Wohldosierte Schauer und einige merklich effektive Schockmomente zieren die recht klischeebeladene Handlung, welche sich auf das klassische Erzählen einer x-beliebigen Gruselgeschichte konzentriert. Das beginnt mit einem reißerischen Prolog, um das Interesse des Zuschauers für sich zu gewinnen und gipfelt in einem ziemlich effektlastigen Finale, in welchem das Böse in voller Pracht präsentiert und letztendlich in die Schranken gewiesen wird. Natürlich handelt es sich bei Mama um keinen weiteren seelenlosen Mainstream-Grusler. Regisseur Andrés Muschietti hat von Filmemacher und Produzent Guillermo del Toro so einiges gelernt (bekommen??), sodass Mama tiefgründiger scheint, als anfänglich gedacht. Die wenigen Protagonisten erleben im Verlauf der Handlung so etwas wie eine ernstzunehmende Entwicklung, der man ja sonst in derart Filmen kaum Beachtung schenkt. Zudem erinnern einige der Traumszenen und Visionen an diverse japanische Märchen, die dem Film eine ganz eigene Optik bescheren. Kurzum ist Mama ein recht sehenswertes und stimmiges Stück Kino, wie man es leider nur viel zu selten auf der großen Leinwand zu Gesicht bekommt und das definitiv lohnt gesehen zu werden.
 
 
 


 
 
 

Mama – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein wunderbar altmodisches Gruselmärchen, das seine Wirkung auf der großen Kinoleinwand zu keiner Minute verfehlt.
 
 
 


 
 
 

Mama – Zensur

 
 
 
Die ungeschnittene, deutsche Fassung ist ab 16 Jahren freigegeben – Kein Wundern, denn Blut, Gewalt und Gekröse sieht man im Film nicht!
 
 
 


 
 
 

Mama – Trailer

 
 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “The ABC´s of Death” (2012)

The ABCs of Death
 
 
 

The ABC´s of Death

Story

 
 
 
26 Todesarten und 26 Horror-Kurzgeschichten. Unter dem Slogan “The ABC´s of Death” schildern 26 verschiedene Regisseure ihre ganz eigene Betrachtungsweise zum Thema Tod. Unter den anwesenden Filmemachern haben sich eine stattliche Anzahl bekannter Genre-Größen versammelt, die in der Horrorfilmszene nicht unbekannt sind:
Nacho Vigalondo“ (“Timecrimes“), „Xavier Gens“ (“Frontier(s)“) „Adam Wingard“ und „Simon Barrett“ (“V / H / S “), „Jason Eisener“ (” Hobo with a Shotgun “), „Ti West“ (“The Innkeepers“) und „Ben Wheatley“ (” Kill List “).
 
 
 


 
 
 

The ABC´s of Death – Kritik

 
 
 
Wenn sich 26 talentierte Köche zusammentun, um an einer Suppe köcheln, so kann man laut Erfahrung oftmals davon ausgehen, dass am Ende eine ziemlich versemmelte Soße bei rauskommen dürfte. Denkste, dachten sich 26 Regisseure und begannen an einem abendfüllenden Spielfilm zu tüfteln, der die Filmwelt vom Gegenteil überzeugen sollte. Unter dem Banner “The ABC´s of Death” bekamen 25 von Ihnen die Aufgabe mit ca. 5000 US Dollar, einen etwas 10-minütigen Filmbeitrag zu kreieren, der sich mit einer möglichst perfiden Art des Sterbens beschäftigen sollte.
Damit nicht nur alteingesessene Filmhasen die Chance ergreifen konnten, ihr künstlerischen Visionen auf die große Leinwand zu transferieren, wurden auch potenzielle Hobby- und Nachwuchsregisseure dazu aufgefordert, ihr kreatives Schaffen der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Kurzum wurde ein Youtube-Wettbewerb ins Leben gerufen, der diverse unbekannte Filmemacher dazu bewegte, eigene Kurzfilme zu drehen und sich mit selbigen für den noch fehlenden 26. Beitrag zu bewerben. Eine rege Teilnahme erfolgte, wobei sich der Brite “Lee Hardcastle” mit seiner skurrilen Tonfiguren-Animation direkt in die Herzen der Jurymitglieder “kneten” und sich auf diesem Wege den Buchstaben “T” ergattern konnte.
 
Nach der Weltpremiere beim internationalen Filmfestival in Toronto wurde “The ABC´s of Death” mit teilweise gemischten Gefühlen aufgenommen. “…Zu viele Filme, zu wenig qualitativ wertvolle Beiträge…” ließen Kritiker verlauten und in der Tat, ein marginaler Teil der Gesamtwerks beinhaltet durchaus durchwachsene und gewöhnungsbedürftige Kost. Hierbei wären vor allem einige durchweg geschmacklose Beiträge zu nennen, die sich mit äußerst kontroversen Themen beschäftigen und sie zugleich in einen durchweg bizarre Background verfrachten. Einer dieser Beiträge ist “Ti West´s” (“House of the Devil“) “M is for Miscarriage“, in welchem eine Frau versucht ihre Fehlgeburt zu beseitigen.
West, der sich zuletzt mit zwei äußerst gelungen Spielfilmen als unkonventioneller Filmemacher behaupten konnte, hat sich mit seinem ziemlich lust- und geschmacklosen Beitrag keinen wirklichen Gefallen getan. Seine Erzählung wirkt durchweg uninspiriert, überflüssig und unwichtig, sodass man als Fan des Ausnahme-Regisseurs rein gar nicht glauben möchte, dass “West” derart Nonsens für ein so ambitioniertes Werk, wie “The ABC´s of Death” beigesteuert haben soll.
 
Doch nicht nur “Ti West” allein, war der Aufgabe nicht annähernd gewachsen einen halbwegs einfallsreichen Kurzfilm zum Thema Tod beizusteuern, auch der Brite “Jason Eisener” (“Hobo with a Shotgun“) wusste mit dem ihm zugeteilten Buchstaben nichts wirklich Kreatives anzufangen. Sein Kurzfilm über einen in die Jahre gekommenen Hausmeister, der eine etwas abartige Vorliebe für die heranwachsenden Knaben einer Grundschule besitzt und mit Genuß deren Schweiß von den Sportbänken der Turnhalle schleckt und deshalb “bestraft” wird, wirkt derb daneben und bereichert diesen Anthologie-Streifen in keinster Weise. Trotzdem, auch wenn sich in “The ABC´s of Death” einige ziemlich misslungene Querschläger eingeschlichen haben, so sollte diese Kurzfilm-Parade von keinem Horrorfilm-Fan unbeachtet bleiben, der sich auch für Werke jenseits des Mainstreams interessiert. Die Produzenten “Tim League” und “Ant Timpson” haben mit ihrem “The ABC´s of Death” ein kreativ ansprechendes Werk geschaffen, dass überwältigt und in derart umfangreichen Form seinesgleichen suchen dürfte. Ob zynisch-makaber, blutgierig-widerwärtig oder kunstvoll-experimentierfreudig; die Vielfalt der verschiedenen Segmente machen diesen außergewöhnlichen Anthologie-Streifen unglaublich abwechslungsreich und heben den Film weit über den Durchschnitt. Vor allem die unterschiedlichen Stile, mit welchen die diversen Regisseuren ihre kleinen Geschichten bereichern, sind nicht zu verkennen. Viele derer, haben das brillante Konzept zu ihrem Vorteil genutzt und kleine, kunstvolle Meisterwerke geschaffen, die es sogar schaffen, so etwas wie Anspruch in das ohnehin gebeutelte Horror-Genre zu bringen. Allen voran “Marcel Sarmiento” („Deadgirl“), der mit seinem “D is for Dogfight” einen unglaublich grandios gefilmten Schaukampf präsentiert, in dem sich Hund und Mensch gegenseitig in den Tod duellieren. Der, in Slow Motion abgedrehte Augenschmaus wirkt unverkennbar stimmig und derart klug ausgetüftelt, dass man diesem Segment fast schon Arthouse-lastige Züge zusprechen möchte und den Shorty zugleich auch als besten Filmbeitrag der gesamten Sammlung bezeichnen darf.
 
 
 
Wer als Horrorfilm-Freund die Nase voll hat, sich ständig mit dem immer wiederkehrenden Stereotypen und vorhersehbaren Klischees in Horrorfilmen umherschlagen zu müssen, sollte definitiv eine Auge auf den kommenden Kurzfilm-Kracher “The ABC´s of Death” werfen. Hier schreiten zur Abwechslung einmal keine Kannibalen, Serienkiller, Geister oder Vampire schaufreudig zur Tat, sondern hier beschäftigen sich 26 ziemlich abwechslungsreiche Kurzfilme mit 26 perfiden Arten das Zeitliche zu segnen. “The ABC´s of Death” schafft es gänzlich jeden Geschmack zu befriedigen. Aufgrund des enormen abwechslungsreichen Inszenierung dürfte hier jeder Filmfreund zumindest ein Episode finden, die seinem Geschmack perfekt zu unterstreichen weiß.
Der Gorehound bekommt mit “Xavier Gens” (“Frontier(s)“) “X for XXL” ein derbes Splatter-Brett vor den Kopf gestoßen und auch Freunde überdreht asiatischer Skurrilitäten dürfen einmal mehr erkennen, dass die Asiaten in Bezug auf Horror und Gewalt einen vollkommen gewöhnungsbedürftigen Humor besitzen, welcher auf uns Europäern ziemlich grotesk und weltfremd wirkt. Gerade aufgrund der Vielfältigkeit der einzelnen Beiträge, sollte der Filmfreund im Laufe der zweistündigen Filmlaufzeit einige Pausen einlegen, um Gesehenes zu verarbeiten. Gerade weil die einzelnen Episoden nahtlos aneinander knüpfen und keine Rahmenhandlung existiert, die die Geschichten miteinander verbindet, dürfte dieses Kurgeschichten-Lexikon am Stück schwer zu verdauen sein. Trotzdem, die bemerkenswert internationale Vielfalt der einzelnen Beiträge beweist, dass guter Horror nicht zwangsläufig aus Amerika kommen muss, sondern eine weltweite Sprache spricht. Die Regisseure der einzelnen Geschichten stammen aus aller Herren Länder und ihre Stile bereichern das brillantes Konzept hinter “The ABC´s of Death” ungemein. Idealerweise sollte man dieses Experiment vollkommen uneingenommen goutieren und auf sich wirken lassen – denn verdient hat es “The ABC´s of Death” definitiv gesehen zu werden!
 
 
 


 
 
 

The ABC´s of Death – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
 
Skurril, makaber, einzigartig und uneingeschränkt sehenswert!
Eine Horrorfilmsammlung, welche man in dieser Form bisher noch nie gesehen hat.
 
 
 


 
 
 

The ABC´s of Death – Zensur

 
 
 
Da es in “The ABC´s of Death” teilweise arg rabiat zur Sache geht (“X is for XXL“) und vor allem die Episode “L for Libido” mit dem  Thema “Pädophilie” nicht gerade zimperlich umgeht, könnte es bei der FSK-Prüfung durchaus Probleme geben. Man kann nur hoffen, dass sich die FSK gnädig stimmen lässt und sich bei diesem sehenswerten Beitrag für den “Keine Jugenfreigabe“-Stempel entscheidet, ohne dafür Schnitte zu verlangen!
 
 
 


 
 
 

The ABC´s of Death – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “The Helpers” (2012)

the helpers 2012
 
 
 

The Helpers

Story

 
 
 
Es hätte für die sieben Freunde dieser kleinen Geschichte ein wahrlich feierfreudiges Wochenende werden können.
Doch wie so oft in Horrorfilmen dieser Art, meint es das Schicksal mit den Teens gänzlich anders, als anfänglich erwartet. Ihre euphorische Reise nach Sin City, Las Vegas, wird kurzum durch eine Autopanne unterbrochen.
Gott sei Dank entdeckt die Gruppe irgendwo im Nirgendwo ein kleines Motel, dass sich scheinbar auf die Reparatur derart “zufälliger” Pannen spezialisiert zu haben scheint. Guter Dinge, die Fahrt bald fortsetzen zu können, verbringen die Freunde die Nacht in der abgelegenen Herberge. Ein fataler Fehler, denn hinter der hilfreichen und gastfreundlichen Fassade der zuvorkommenden Motel-Inhaber, verbirgt sich das personifizierte Böse …
 
 
 


 
 
 

The Helpers – Kritik

 
 
 
Es gibt Filmthemen, die scheinen derart begehrt zu sein, das man sie wieder und wieder lukrativ recyceln muss.
War es vor einigen Jahrzehnten noch das beliebte Slasher-Genre, dass mit Vorliebe durch den Fleischwolf gezwirbelt und gehörig abgemolken wurde, so zieren aktuell blutgierige Killerviren, menschenverachtende Folterspielchen oder Wackelcam-geile Poltergeister die internationale Filmlandschaft. Kaum ein Genre-Werk entsteht derzeit, das sich nicht mit derart totgefilmten Horrorstoffen beschäftigt und um die Gunst der Zuschauer buhlt, in der Hoffnung halbwegs Beachtung geschenkt zu bekommen, damit die Macher hinter dem Beitrag rasch die schnelle Mark verdienen können.
Der vorliegende Vertreter “The Helpers” reiht sich hierbei ideal in die endlos lange Reihe aktueller Folterfilme ein, die mit Vorliebe dem nachgehen, was sie vermutlich am besten können: zu langweilen.
Ohne ein Fünkchen Originalität zu vermitteln oder kreative Eigenständigkeit zu beweisen wird hier genüsslich gefoltert und sadistisch gedemütigt, einzig der Gewalt und der Provokation wegen. Die Vorgeschichte (insofern man das Konstrukt überhaupt als Geschichte betiteln kann) ist schnell erzählt, sodass dieser aktuelle Folteraufguss erstaunlich straff zum Punkt kommt, damit der gewaltgierige Gorehound auch rasch das genießen darf, was er letztendlich von Filmen dieses Kalibers erwartet: sinnentfremdete Quälerei nonstop.
 
Wer jetzt dennoch darauf hofft, dass das auch alles hübsch hart anzuschauen ist, der irrt.
Vielmehr irrt Regisseur “Chris Stokes” zu euphorisch seinen großen Vorbildern “Hostel” und “Motel” hinterher, sodass er bereits nach nur wenigen Film-Minuten die Orientierung über seine ohnehin dürftig zusammengeflickte Filmchen verliert. Nicht nur, dass die Interaktionen der wenigen Protagonisten vollkommen hirnrissig erscheinen, auch die Geschichte wirkt zunehmend konfus, sodass der Film zur echten Geduldsprobe avanciert. Vor allem die skrupellosen “Helfer” beginnen bereits nach ihrem ersten Auftauchen gehörig zu nerven und versuchen im Verlauf der Handlung zwanghaft böse und hinterlistig zu wirken. So wirklich eindrucksvoll will ihnen das jedoch nicht gelingen, denn ihr lustloses Agieren wirkt weniger bedrohlich, als vielmehr konsequent einschläfernd. Und so hilft es dem Film letztendlich auch nicht, dass es zwei weibliche “Helferinnen” offensichtlich zu gut mit Ihrem übertriebenen Overacting meinen und in einer Tour versuchen mit Hilfe zynischer Wortfloskeln ihren männlichen Mitstreitern die Show stehlen zu wollen.
Das permanent überspitzte Gegacker wirkt hierbei derart störend und unfreiwillig komisch, dass man sich als Zuschauer vollkommen verwirrt fragt, ob es sich nun bei “The Helpers” um eine rabenschwarze Komödie oder einen vermeintlich bösen Terrorfilm handeln soll. Zudem lässt sich nicht leugnen, dass einige der ambitionierten Jungdarsteller unglaublich mies vor der Kamera agieren, sodass es dem vorliegenden “The Helpers” nur selten gelingt, über Amateurfilmniveau hinaus zu schlittern.
 
 
 
Nachwuchs für emsige Folterexperten gesucht? Dann sollte dieser aktuelle Nonsens möglichst gemieden werden.
Das aktuelle “Meisterwerk” aus der Serie sadistisch-angehauchte “Möchte-gern-Folterstreifen” ist ein wirklich haarsträubend schlechter Vertreter seiner Gattung, denn hier wird schauspielerisches “Nichtkönnen” erstaunlich groß geschrieben. Ein grandiose Feuerwerk unweigerlichen Fremdschams. Gerade weil dem Film keine wirklich halbwegs spannende Geschichte zugrunde liegt und die improvisierenden Leistungen der wenigen Darsteller sehr zweifelhaft in Erscheinung treten, kommt rasch Langeweile auf, welche das muntere Treiben auf der heimischen Mattscheibe unerträglich gestalten dürfte. Dabei sind es nicht die Demütigungen und Folterungen selbst, die bitter aufstoßen, sondern die gesamten Inszenierung, die nur selten über Amateurstatus hinausreicht. Regisseur “Chris Stokes” schafft es mit einer unglaublichen Leichtigkeit, in einfach jedes Fettnäpfchen zu stiefeln. Seinem “The Helpers” gelingt es erstaunlich selbstsicher alles falsch zu machen, was man bei einem Film diesen Kalibers falsch machen könnte. Er ist langweilig und bedeutungslos, von Terror ist im Film kaum eine Spur. Ein Mitfiebern gestaltet sich als schwieriges Unterfangen, denn die wenigen Protagonisten im Film wirken unsympathisch, eindimensional und unzugänglich.
Auch auf Gewaltebene erfindet “The Helpers” das Genre nicht neu. Erstaunlicherweise gibt es hier für ausgehungerte Gorehounds nur wenig zu bestaunen. Ein groteske Zweiteilung sowie eine überraschende Enthauptung sind die einzig wahren “Highlights” in diesem vollkommen überflüssigen Film.
Für einen Terror- und Folterfilm vermutlich viel zu unspektakulär, dürfte die belanglose Darstellungen der obligatorischen Greueltaten einzig für ein müdes Lächeln unter alteingesessenen Horrorfilmfans sorgen.
 
Seltsamerweise handelt es sich bei Regisseur “Chris Stokes” um einen eigentlich halbwegs erfahrenen Filmemacher, der bereits eine umfangreiche Vita vorzuweisen hat. Neben einigen (in Amerika) erfolgreichen Horror- und Musikfilmen (“House Party 4” und “Somebody Help Me 1+2“), verdiente er sich vor allem als erfolgreicher Produzent namhafter Pop-Größen (“Destiny ‘s Child“, “Bobby Brown“) ein goldenes Näschen. Sein aktuelles Schaffen jedoch, dürfte er vermutlich am liebsten wieder in der Versenkung verschwinden lassen, denn “The Helpers” ist wahrlich ein vollkommen desaströses Stück Zelluloid, auf das der Filmfreund getrost verzichten kann!
 
 
 


 
 
 

The Helpers – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Motel” & “Hostel” erneut schlecht kopiert – Ein vollkommen unbrauchbarer und überflüssiger Film!
 
 
 


 
 
 

The Helpers – Zensur

 
 
 
Dürfte ungeschnitten mit “Keine Jugendfreigabe”-Kennzeichnung nach Deutschland kommen.
 
 
 


 
 
 

The Helpers – Trailer

 
 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 

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Filmreview: “Bloody Bloody Bible Camp” (2012)

Bloody Bloody Bible Camp
 
 
 

Bloody Bloody Bible Camp

Story

 
 
 
Es ist 1977 und eine Gruppe bibeltreuer (*hust*) Teenager begibt sich für einige Tage in das fromme „Happy-Day-Bibel-Camp“, dass sich inmitten eines dicht bewachsenen Waldgebietes befindet. Doch an Beten und Beichten ist hier nicht zu denken, denn die gelüstge Rasselbande hat Anderes im Sinn. Schnell sind einige Joints gedreht und Alkohol gekauft, als auch schon eine vermummte Gestalt durchs Geäst schleicht und die Jugendlichen für ihr unchristliches Verhalten mit dem Tode bestraft. Sieben Jahre später, die Morde der sadistischen Nonne “Mary Chopper (Tim Sullivan)” gehören bereits unlängst der Vergangenheit an, wagen sich erneut einige Teens in das sagenumwobene Feriencamp. Trotz ausdrücklicher Warnungen der Einheimischen, lässt sich Pfarrer „Richard Cummings“ (Reggie Bannister) nicht von seinem Vorhaben abbringen, zusammen mit seiner kleinen Herde unerzogener Gören einige nette und erlebnisreiche Tage in dem geheimnisvollen Feriencamp zu verbringen. Unbeirrt richten sich die Jugendlichen häuslich ein, als auch schon der erste unsittliche Teen spurlos verschwindet …
 
 
 


 
 
 

Bloody Bloody Bible Camp – Kritik

 
 
 
Als 1971 der erste moderne “Teen-Slasher” mit dem Titel “Im Blutrausch des Satans” über die weltweiten Kinoleinwände flimmerte, hatte vermutlich kaum ein ernstzunehmender Filmkritiker mit derart Langlebigkeit dieses Horror-Subgenres gerechnet. Wurde die Popularität des “Slasherfilms” mit “Halloween – Die Nacht des Grauens” und “Freitag der 13.” maßgeblich gefestigt, so löste der finanziell äußerst lukrative “Teen-Slasher” in den 80er Jahren einen wahren Horror-Boom aus. Vor allem unter Jugendlichen genossen die teilweise arg derben und billig heruntergekurbelten Filmchen Kultstatus und brachten eine regelrechte Lawine von thematisch ähnlichen Filmen ins rollen. Ob “Sleepaway Camp“, “The Burning” oder “A Nightmare on Elm Street” – kaum ein Filmstudio existierte, das nicht auch einige Dollars aus dem bereits totgetrampelten Genre herausschlagen wollte und mehr oder wenige sinnvolle Beiträge ins Kino brachte oder direkt auf VHS veröffentlichte.
 
Der vorliegende Horrorfilm “Bloody Bloody Bible Camp” ist einer dieser Film, der vermutlich perfekt in jene Zeit gepasst hätte und der heute vermutlich nur eingefleischten Nostalgie-Horrorfans ein enthusiastisches Lächeln entlocken dürfte. “Bloody Bloody Bible Camp” gehört zu der Art von Filmen, die sich ehrfürchtig vor den ganz großen Slasher-Klassiker der 70er und 80er verbeugen und versuchen wollen, den naiven aber dennoch liebenswerten Charme der diversen “Teenager-in-Angst“-Filmchen in das aktuelle Jahrtausend zu transferieren. Anstatt jedoch die bekannten Klischees dieser Filmchen uninspiriert abzuhandeln, versuchte Regisseur “Vito Trabucco” seine Geschichte mit einem gehörigen Augenzwinkern zu versehen, denn “Bloody Bloody Bible Camp” ist kein Film, den man Ernst nehmen sollte. Die Richtung dieser Teenager-Farce ist schnell ergründet und so erweist sich “Das blutige Bibel-Camp” als eine groteske Mischung aus bekanntem “Freitag der 13.“-Franchise sowie diversen “Troma“-Werken der frühen 80er Jahre, ohne jedoch nur annähernd deren Genialität zu erreichen. Dabei stellt sich schnell heraus, dass “Trabucco” die zugrundeliegenden Klassiker erstaunlich genau studiert haben muss, denn “Bloody Bloody Bible Camp” bietet ein wahrhaftig umfangreiches Sammelsurium bekannter Metapher und Klischees der wegweisendsten Teen-Slasher, die im Schlagabtausch mit Unmengen pubertärer Fäkalwitzchen um die Gunst der Zuschauergunst buhlen wollen. Anfänglich gelingt dem Film das erstaunlich gut. Trotz aller Political Incorrectness und der immensen Anzahl haarsträubender Geschmacklosigkeiten weiß das “blutige Bibel Camp” mit einer unverbrauchten Frische und erheblichen Kurzweil zu überzeugen. Hierbei gestaltet sich das offensichtlich schlechte Schauspiel der (von mindestens 30jährigen Schauspielern gespielten) überdrehten Teens als unglaublich komisch. Die Absurditäten-Schau wird zudem mit einer reichlichen Priese Slapstick angereichert, welcher nicht selten für einige Schenkelklopfer sorgt. Dass selbst die wenigen Schauspieler am Set einen gehörigen Gaudi gehabt haben müssen fällt direkt ins Gewicht, denn selbst Filmlegende “Reggie Bannister” („Phantasm“) versprüht einen erfrischenden Ehrgeiz, der sich direkt auf den Zuschauer überträgt.
 
Leider schafft es “Bloody Bloody Bible Camp” nicht, das anfänglich arg ansprechende Tempo konsequent über die ganze Filmlaufzeit zu halten. Nach den ersten Morden dauert es eine geschlagene Stunde, bis Schwester “Mary Chopper” (übrigens gespielt von „Tim Sullivan“, der sich zuletzt als Regisseur für die Filme “Chillerama“, “2001 Maniacs” verantwortlich zeichnete) ihr blutgieriges Treiben fortsetzen darf. Der enorme Leerlauf und die mangelnde Gag-Rate im Mittelteil des Films stellen hierbei das größtes Manko dieser Horrorparodie dar. Auch wenn einige nackte Tatsachen vor allem männliche Zuschauer vortrefflich munden dürften, so kann “Bloody Bloody Bible Camp” nicht verbergen, dass hier einiges an Potenzial mangels unausgegorenen Drehbuch verschenkt wurde.
 
 
 
Bloody Bloody Bible Camp” ist einer der wenigen Vertreter des Slasherfilms, der gar nicht vertuschen möchte, dass er eigentlich vollkommen hirnrissig ist. Hier werden bekannte “Teenager-in-Angst“-Klischees aus bekannten Klassikern, wie “Freitag der 13.” und “Halloween” auf die Schippe genommen und mit reichlich pubertierenden Fäkalhumor gewürzt. Der hirnlose Muskelprotz ist die gesamte Filmlaufzeit über damit beschäftigt, die naive Top-Model-Barbie in die Kiste zu bekommen. Hinzukommt, dass sich der einzelgängerische Außenseiter mit einem reichlich naiven Fettwanst das Zimmer teilen muss und Pfarrer „Cummings“ weniger am Wohl seiner Schützlinge interessiert ist, statt vielmehr unter Drogenkonsum in seinen schwulen Männermagazinen zu blättern. Die bewusst miese Charakterzeichnung birgt einige haarsträubende Stereotypen, die den Film jedoch erfrischend bereichern. Leider reduzieren sich die positiven Ansätze der vollkommen überdrehten Freakshow vorwiegend auf den Anfang des Films. Auch wenn einige Ideen an die goldene Ära des “Troma“-Studios erinnern, so schafft es “Bloody Bloody Bible Camp” in leider nur wenigen Momenten die grandiose Kreativität und den gesellschaftskritischen Zynismus der 80er Jahre Kultfilm-Schmiede zu erreichen. Trotzdem, gerade Horrorfilmfans, die eine Vorliebe für vollkommen sinnentleerten Trash besitzen, dürften an dem vorliegenden Nonsens vermutlich ihre helle Freude haben. Zum unübersehbaren Overacting der Protagonisten gesellen sich vollkommen superbe (handgemachte!) Splatterszenen, die trotz aller Liebe zum Detail eher ein lauthalses Lachen entlocken können, als markerschütternde Abscheu!
 
 
 


 
 
 

Bloody Bloody Bible Camp – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Herrlich trashige und bewusst überzogen inszenierte Persiflage der gesamten Slasher-Werke der 80er Jahre, die bei weitem besser ist, als einige ernste und aktuelle Vertreter der “Teenager in Angst“-Filme.
 
 
 


 
 
 

Bloody Bloody Bible Camp – Zensur

 
 
 
Aufgrund einiger vollkommen übertriebenen Splatterszenen, dürfte eine ungeschnittene, deutsche Fassung von der FSK eine “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erhalten.
 
 
 


 
 
 

Bloody Bloody Bible Camp – Trailer

 
 
 

 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “The Aggression Scale” (2012)


 
 
 

The Aggression Scale

Story

 
 
 
Vater “Bill Ruthledge” (Boyd Kestner) zieht es zusammen mit den Kindern “Lauren” (Fabianne Therese) und “Owen” (Ryan Hartwig), sowie seiner Ehefrau zurück auf Land. Der Umzug verlief überraschend zügig, sodass die Kinder ziemlich verstört wirken, als sie plötzlich ihre neuen Zimmer beziehen sollen. Am nächsten Morgen erhalten die Ruthledge´s unwillkommenen Besuch. Es ist nicht die erhoffte Maklerin, die sich selbst kurzum zum Frühstück eingeladen hat, sondern der Auftragskiller “Hand Lloyd” (Dana Ashbrook), der zusammen mit seiner Bande, die halbe Million Dollar zurückfordert, die Vater “Bill” einem geldgierigen Mafiaboss gestohlen haben soll.
In erwartungsvoller Freude den Auftrag kurz und schmerzlos abhandeln zu können, haben die Schergen nicht mit der Cleverness des kleinen, wortkargen “Owen” gerechnet. Denn nachdem das Killerpack die Eltern der Kinder über den Jordan gemeuchelt haben, stellen sie alsbald fest, dass mit dem scheinbar eingeschüchterten Jungen irgendetwas nicht zu stimmen scheint.
 
 
 


 
 
 

The Aggression Scale – Kritik

 
 
 
Man stelle sich vor, eine Bande skrupelloser und mordgieriger Schwerstkrimineller klopft des morgens an die Haustür einer gutbürgerlichen und friedliebenden Familie, um sich von selbiger einige unterschlagene Dollars zurückzuerbeuten.
Flink dürfte der interessierte Horrorfilmfan einen weiteren uninspirierten Folter- und Terrorstreifen erwarten, der die Opfer abermals durch eine gewalttätige Achterbahn des Schreckens jagt, nur damit selbige am Ende mittels explizit-ausgewalzten Racheakt Vergeltung an ihren Peinigern üben dürfen, um der Erwartungshaltung des Gore-Freunde halbwegs gerecht werden zu können.
Blickt man in der Geschichte des “Home Invasion“-Genre zurück, so haben die Opfer in diesen Filmen vermutlich schon allerlei Scheußlichkeiten erdulden müssen, um das eigene Leben oder das der Familienangehörigen zu schützen.
Auch der vorliegende Beitrag “The Aggression Scale” macht keinen Hehl daraus, was er eigentlich sein will. Schnell beginnt sich der Grundton des Films zu verändern und die obligatorischen “Home Invasion“-Klischees beginnen eine merklich unwohlige Stimmung zu verbreiten.
Doch anstatt das Geschehen in den perfiden Abartigkeiten dieses Subgenres zu ertränken und erneut die altbekannten Regeln des “Home Invasion“-Genres abzuhaken, schlägt “The Aggression Scale” eine gänzlich andere Kerbe ein. Aus dem vermeintlich unangenehmen Psycho-Thriller entwickelt sich ein ziemlich zynisches Stück Zelluloid aus dem kurzum die Jäger zu Gejagten umfunktioniert werden.
Am Besten lässt sich die Geschichte rund um “Steven C. Millers” vorliegenden Kracher als eine recht kurzweilige Mischung aus “Kevin allein zu Haus“, “Rambo” und “MacGyver” betiteln, denn der minderjährige Sohn jener Familie, entpuppt sich kurzum als wandelnde Killermaschine, die auf recht gerissene Art und Weise dem Verbrecherpack das Handwerk zu legen weiß. Hierbei entwickelt sich das wortkarge Kerlchen als überaus erfinderisch und zäh, was diesem Thriller einen ordentlichen Unterhaltungswert beschert und ihn von der grauen Masse an ähnlichen Produktionen positiv abhebt. Regisseur “Steven C. Miller” hat es mit seinem aktuellen Beitrag endlich geschafft, einen durchweg sehenswerten und vor allem spannenden Genre-Beitrag abzuliefern.
Mit seinem enttäuschenden Splatter-Remake “Silent Night” (2012) und dem arg durchwachsenen “Scream of the Banshee” (2011) hatte er zuletzt weniger durch Qualität, als vielmehr durch lieblosen Trash auf sich aufmerksam gemacht. Umso mehr verwundert es, dass der vorliegende “The Aggression Scale” mit einer beachtlich-skurrilen Leichtigkeit daherkommt, die den Zuschauer überraschend schnell in ihren Bann zu ziehen weiß. Das Finale ist rasch erreicht und eh sich der Zuschauer versieht, flimmern auch bereits die Endcredits über den Bildschirm. Kurzweiligkeit ist definitiv garantiert und so kann sie der Horrorfilmfreund einmal mehr auf einen recht gelungenen Genre-Beitrag erfreuen, der aus der breiten Massen mieser Thriller-Filmkost der letzten Monate positiv hervorsticht.
 
 
 
Nach arg durchwachsenen Filmwerken hat es der motivierte Jungregisseur “Steven C. Miller” mit seinem vorliegenden “The Agression Scale” endlich geschafft den Nerv der Fans des bösen und gemeinen Films zu treffen. Auch wenn die Geschichte relativ schwermütig und behäbig beginnt und einen weiteren idiotischen Terrorfilm suggeriert, so sollten interessierte Filmfreunde noch ein wenig durchhalten. Denn nach dem obligatorischen Einleitungsgeplänkel, geht die Post gehörig ab. Das mag vor allem an der arg einfallsreichen Wendung liegen, die dem Zuschauer hier voller Sarkasmus serviert wird. Der unangenehme “Home Invasion“-Thriller mutiert rasch zu einer bitterbösen und ziemlich zynischen Survival Trip und birgt so manche Überraschungen.
Aus dem anfänglich taffen Gangstergesindel entwickeln sich alsbald minderbemittelte Angsthasen, die sich von einem pubertierenden Jungen gehörig auf der Nase umhertanzen lassen. Parallelen zum “Mccully Kalkin“-Klassiker “Kevin allein zu Hause” sind unübersehbar, nur dass die hier vorliegende Variante weniger familienfreundlich daherkommt und mit einigen deftigen Gewaltakten überzeugt. Der erfrischenden Szenarie bekommt das muntere Katz- und Mausspiel erheblich gut und so sieht man gern über einige Logikhänger in der Handlung hinweg. “The Aggression Scale” macht Spaß, keine Frage und bereichert das Horror-Genre ungemein. Bitte mehr davon!
 
 
 


 
 
 

The Aggression Scale – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Eine wahrlich homogene Symbiose aus “Kevin allein zu Hause” und “Rambo” – Zynische, blutig und bitterböse!
 
 
 


 
 
 

The Aggression Scale – Zensur

 
 
 
Der Film ist in Deutschland ungeschnitten mit “keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erhältlich
 
 
 


 
 
 

The Aggression Scale – Deutsche Blu-ray

 
 
 
AGGRESSION SCALE_BD
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Aggression Scale; USA 2011

Genre: Horror/Thriller

Ton: Deutsch + Engl. DTS HD Master Audio 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1080p/24, 1:2.35

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making Of, Trailer – leider gänzlich ohne UT

 
 
 
Die Deutsche Blu-ray macht einen hervorragenden Eindruck und wird direkt über “Sunfilm” vertrieben – natürlich ungeschnitten.
Neben einem minimalistisch, aber ansprechenden Menü, darf der Filmfreund ein durchaus sauberes und scharfes Bild genießen. Auch der Ton besitzt hin und wieder seine Momente und ist stets präsent.
Ein kleines informatives Making of (übrigens in HD!), sowie der Trailer zum Film und zu weiteren kommenden Highlights aus dem Hause “Sunfilm” runden diese kleine, sehenswerte Veröffentlichung ab.
 
 

Aggression Scale – Der Killer in dir (Uncut) [Blu-ray] bei AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

The Aggression Scale – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “Fairytale” (2012)

Fairytale(2012)
 
 
 

Fairytale

Story

 
 
 
Die alleinerziehende Mutter “Sophia” (Harriet MacMasters-Green) bezieht mit ihrer kleinen Tochter “Helena” eine kleine, neue Wohnung.
Anfänglich voller Lebensmut, den Start in ein neues Leben gewagt zu haben, verblasst die Euphorie umgehend, als die kleine Helena den ersten Milchzahn verliert und fortan seltsames Gestammel von sich gibt.
Eine Zahnfee soll ihr angeblich des nachts erscheinen, die sich den Tag über in ihrem neuen Kleiderschrank versteckt und am Abend aus ihrem Versteck kriecht, um die verschüchterte “Helena” dazu aufzufordern ihr mehr Zähne zu bringen.
Nachdem sich das Verhalten des Kindes maßgeblich verändert, beginnt die besorgte Mutter Nachforschungen anzustellen und stößt hierbei auf ein makabres Geheimnis.
 
 
 


 
 
 

Fairytale – Kritik

 
 
 
Wirklich subtile und angsteinflößende Grusler sind in der aktuellen Horrorfilmlandschaft wahrlich selten geworden. Viel zu oft wird das mollige Schauerfeeling durch obligatorische Schlachterplatten ersetzt, um dem Begriff “Horror” auch im Jahr 2013 vollends gerecht werden zu können. Umso mehr erfreut es alteingesessene Filmhasen wie mir, wenn im Fahrtwasser penetrant nerviger Zombie-, Found Footage- und Foltergurken auch hin und wieder kleine Filmwerke das Licht der Welt erblicken, die sich souverän gegen die Masse an beliebig austauschbaren Horror-Nonsens behaupten und dem Filmfreund den klassischen, blutarmen Horrorfilm erneut schmackhaft machen wollen.
Hat sich Spanien in den vergangenen Jahren als kleiner Geheimtipp in Sachen subtilen Gruselns entwickelt, so versuchen nun auch die Italiener auf diesen lukrativen Zug aufzuspringen und präsentieren uns mit dem vorliegenden “Fairytale” ihre ganz eigene Version der Geschichte von der bösen Zahnfee. Weniger ist manchmal mehr lautet hier die Devise und so beginnt der Film fernab jeglichen Gekröses mit einigen wirklich düster-melancholischen Kamerafahrten und durchaus ansprechend-superben Bildern, die das Gruselfeeling wunderbar altmodisch zu steigern wissen. Zentrum des ultimativen Bösen ist diesmal ein seltsamer Kleiderschrank, der ein durchaus böses Geheimnis birgt.
Nachdem das groteske Möbelstück das Zimmer der kleinen Helena ziert, beginnt fortan auch der zunehmend geistige Zerfall der kleinen Hauptdarstellerin einzutreten, deren plausible Erklärungsversuche wie so oft in derart Filmen kaum Beachtung geschenkt werden. Dennoch fühlt sich auch Mutter “Sophia” von reichlich Unbehagen bedroht und beginnt den skurrilen Aktionen der Tochter nachzuforschen.
 
Der große Pluspunkt von “Fairytale” ist dabei in der wirklich unglaublich düsteren, fast schon märchenhaft-anmutenden Atmosphäre zu suchen. Der vornehmlich kindlich anmutende Kleiderschrank, wirkt in den faden, dreckigen und farblosen Bildern gespenstig bedrohlich und die Geschichte um das antike Möbelstück bleibt konsequent spannend – zumindest bis zur Hälfte des Films.
Denn trotz aller positiven Ansätze, die dieser italienische Genre-Beitrag in sich birgt, schaffen es die beiden Regie-Newcomer „Christian Bisceglia“ und „Ascanio Malgarini“ nicht, das hohe Niveau ihrer wirklich stimmigen Geschichte bis zum Ende zu halten.
Ab Filmmitte wird die Geschichte kurzum in ein skurriles Sanatorium verlagert, wo sich die kleine Heldin mit allerlei seltsamen Erscheinungen umherplagen muss. Hierbei rückt nun das Schicksal der Mutter in den Vordergrund, die versucht, dass Rätsel rund um die Herkunft des Kleiderschrankes zu lösen. Die sterile Krankenhaus-Atmosphäre will hierbei irgendwie nicht so recht zum Grundtenor der eigentlichen Geschichte passen. Vielmehr wirkt der schroffe Schauplatzwechsel auf Zwang konstruiert, um auf Krampf eine Brücke zur Herkunft des Möbelstücks schaffen zu können. Auch wenn sich das muntere Treiben gegen Ende in einer reichlichen Achterbahn des Schreckens entlädt und mit unzähligen “Buh“-Effekten aufwartet, so mag man als Filmfreund irgendwie nicht das Gefühl loswerden wollen, dass die beiden Filmregisseure „Christian Bisceglia“ und „Ascanio Malgarini“ reichlich Potenzial verschenkt haben. Zugunsten eine kommerziellen, massentauglichen Inszenierung erspinnen sie ein arg hanebüchenes Ende, dass in derart Form an die unendlich vielen Horrorfilme aus Hollywood erinnert. Schade eigentlich, denn kaum ein aktueller Horrorfilm der letzten Dekaden kann mit ähnlich exzellent altmodischen Raffinessen überzeugen.
 
 
 
Subtiler Horror bevorzugt? Dann dürfte der kommende Grusler “Fairytale” genau die richtige Wahl für einen verregneten Sonntagabend sein. Statt eimerweise Eingeweide und unmenschliches Folter-Gewerkle zählen hier Stimmung, Optik und die Geschichte.
Umso mehr dürfte “Fairytale” für Freunde etwas härterer Filmkost reichlich unbeholfen daherkommen. Denn die Erzählstil der Geschichte vollzieht sich sehr gemacht, ruhig und stimmig durch die gesamte Szenarie. Hin und wieder werden einige nette Gruseleffekte in die Handlung gestreut, die ihre bedrohliche Wirkung zu keiner Minute verfehlen. Auch wenn der Beitrag ab Filmmitte in reichlich haarsträubende Sphären abdriftet und der wohldosierte Gruselfaktor aufgrund konstruiert wirkender Detektivarbeit flöten geht, so kann man nicht behaupten, dass “Fairytale” ein schlechter Film ist. Das geschickte Spiel von Licht und Schatten, sowie der debile, märchenhafte Grundton der Erzählung erinnert in seiner Darstellung arg an kommerzielle Horrorfilme aus Amerika. Und so verwundert es ein wenig, dass “Fairytale” oftmals ein wenig zu sehr nach “Der Fluch von Darkness Falls” (2003) oder “Possession” (2012) ausschaut, denn das uninspirierte Kopieren bekannter Filmformeln hätte dieser Debütwerk vermutlich rein gar nicht nötig gehabt.
Trotzdem, für ein Erstlingswerk haben die beiden Regisseur-Neulinge „Christian Bisceglia“ und „Ascanio Malgarini“ erstaunliche Arbeit geleistet. Der Film ist trotz seine oftmals unweigerlichen Vorhersehbarkeit spannender als das übliche Horroreinerlei, welches aktuell den hiesigen Heimkinomarkt überschwemmt. Zudem darf der Horrorfilmfreund eine der besten Szenen ever in der Geschichte des Phantastischen Films genießen:
 
Mutter “Sarah” ist einen Moment unachtsam im Straßenverkehr, gerät von der Fahrbahn ab und brettert mit dem Fahrzeug vom Rand einer Brücke hinein in die Fluten eines reißenden Flusses.
Die virtuose Kameraarbeit dieser Szene, welche sich in Zeitraffermethode entlädt, ist derart genial, außergewöhnlich und atemberaubend, dass man allein nur dieser Szene wegen “Fairytale” gesehen haben sollte. Beachtlich!
 
 
 


 
 
 

Fairytale – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein Vertreter der alten Schule – Kleines stimmiges und atmosphärisches Gruselmärchen, das für einige wohldosierte Schauer sorgen dürfte.
 
 
 


 
 
 

Fairytale – Zensur

 
 
 
Hier zählen vorwiegend die leisen Töne, von daher geht es hier eher “blutfrei” zugange. Eine ungeschnittene Filmversion dürfte die “FSK16“-Kennzeichnung zieren.
 
 
 


 
 
 

Fairytale – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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Der Fluch von Darkness Falls (2003)

Possession – Das Dunkle in Dir (2012)


Filmreview: “Texas Chainsaw 3D” (2013)


 
 
 

Texas Chainsaw 3D

Story

 
 
 
Achtung!
Review beinhaltet mögliche Spoiler!
 
 
 
„Heathers“ geregeltes Leben gerät völlig aus den Fugen, als sie das Erbe ihrer unbekannten, verstorbenen Großmutter antreten soll. Sie reist zusammen mit ihren Freunden nach Texas, wo ein riesiges Anwesen auf sie wartet, dessen Schlüssel ihr von einem Nachlassverwalter überreicht werden. Doch das vermeintlich pompöse Anwesen birgt ein dunkles und tödliches Geheimnis, dass mit der Erbschaftsübergabe einen gierigen Blutzoll fordert …
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Kritik

 
 
 
Manche Filmreihen scheinen derart populär, dass sie einfach nicht totzukriegen sind und sich geldgeile Rechteinhaber ein goldenes Näschen an derart Filmstoff verdienen. Ob hierbei eine plausible Geschichte zu Grunde liegt und bekanntes Franchise logisch fortgeführt wird, ist im 21 Jahrhundert schon längst nicht mehr relevant. Da wird die bereits ohnehin kränkelnde Kuh auch schön weiter gierig abgemolken, in der Hoffnung, dass die Ausbeute noch halbwegs gewinnbringende Dollars einspielt. Einer dieser Fälle ist das berüchtigte “Texas Chainsaw Massacre“, dass bereits im Jahre 1974 für reichlich Gesprächsstoff sorgte und den Grundstein für heute so populäres Terror-Kino legte. Tobe Hoopers berüchtigtes “Kettensägen-Massaker” gehört zweifelsohne zum Meilenstein des modernen Horrorfilms und findet in seiner schmuddeligen und exploitationhafte Darstellung des populären 70er Jahre Horrorkinos gleich neben berüchtigten Klassikern wie “Last House on the Left” , „I spit on your Grave“ und „Mark of the Devil“ Erwähnung. Nach nunmehr bereits sechs Verfilmungen steht aktuell mit “Texas Chainsaw 3D” der neuste Teil des berüchtigten Horrorfilmstoffs ins Haus und findet überraschenderweise nicht den direkten Anschluss an “Marcus Nispel” Hochglanz-Remake aus dem Jahre 2003. Anstatt die Gegebenheiten rund um die “Nispel“-Neuverfilmung plausibel weiterzuspinnen geht der aktuelle Aufguss zurück zu den Ursprüngen des Originals und setzt haargenau dort an, wo Hoopers “Texas Chainsaw Massacre” endete.
 
Sally“, die einzige Überlebende aus dem 1974er Originalfilm, entkommt dem Motorsägen schwingenden “Leatherface” und kann sich kurzum in die Nachbarstadt retten. Dort schildert sie dem ansässigen Sheriff, welch gemeine Abartigkeiten sie im Haus der “Sawyer“-Familie erdulden musste, worauf eine selbsternannte wutentbrannte Bürgerwehr zum Schauplatz der Verbrechen eilt, um mit der seltsamen Bande auf ihre ganz eigene Weise abzurechnen. Keiner der (gefühlten 100!) “Sawyer“-Familienmitglieder kann diesem Racheakt lebend entkommen. Nur ein hilfloses Neugeborenes überlebt das blutige Massaker und wird letztendlich in die Obhut einer Pflegefamilie übergeben.
 
Natürlich dürfte der aufmerksame Horrorfilmfreund bereits rasch erahnen, dass es sich bei jenem Waisenkind um die taffe Hauptdarstellerin “Heather” handelt, die im Verlauf der vollkommen hölzernen Geschichte auf einen erschreckend gealterten „Leatherface“ trifft. Der direkt Anschluss an das kultige und große Original erweist sich in diesem Fall als desaströse Entscheidung, denn trotz aller unbeholfener Versuche dem 74er “Texas Chainsaw Massacres” halbwegs gerecht zu werden, mündet das aktuelle Sequel in einer einzigen Katastrophe. Es bedarf hier vermutlich eine ganze Seite zu füllen, um all die Ungereimtheiten eines “Texas Chainsaw 3D” aufzählen zu können. Fakt ist jedoch, dass der neuste Ableger der bisher Schlechteste der gesamten Reihe darstellt. Am prägnantesten werden vor allem die Mankos in der Darstellung der Protagonisten deutlich. Sicher war die gesamte “Texas Chainsaw Massacre”-Reihe noch nie ein Garant für tiefgründige und klug durchdachte Charakterisierung, handelt es sich hierbei schließlich um eine Horror-Serie, die vordergründig seit jeher von derben Terror und bluttriefende Gewalt zerrt. Die vorliegende Fortsetzung jedoch besitzt außer einige Gewaltspitzen nichts was überhaupt von Interesse wäre – Folter und Terror: Fehlanzeige! Die wenigen Figuren sind derart flach skizziert, dass das immens gorige Treiben vollends an Intensität verliert. Zudem lässt “Texas Chainsaw 3D” jeglichen Terrorgedanken missen. Die Geschichte entlädt sich als vollkommen austauschbarer 08/15-Teenhorror, der auch beliebig hätte anders heißen können. Hinzukommt, dass man die Glaubwürdigkeit der hier vorgegaukelten Geschehnisse nicht weiter hinterfragen sollte. “Heather” durchlebt im Verlauf des Films eine haarsträubende Metamorphose, die in ihrer Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist. Anfänglich als Opfer deklariert, entscheidet sie sich am Ende (unverständlicherweise) für das Böse und bietet durchaus Freiraum für eine mögliche Fortsetzung. Welchen Sinn dieser gesamte hanebüchene Nonsens birgt, sei letztendlich dahingestellt, denn eine mögliche Erklärung ihres Tun und Handelns machen „Texas Chainsaw 3D“ leider auch nicht besser!
 
 
 
Ein Albtraum für jeden “TCM“-Filmfan: es war vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis sich auch das bisher langlebigste Horror-Franchise selbst ins Aus befördern würde. Nach sechs Filmen bildet nun der vorliegende “Texas Chainsaw 3D” das miserable Schlusslicht der bekannten Filmreihe. Dass der aktuelle Beitrag nicht einmal ansatzweise dem Niveau der erfolgreichen Vorlage gerecht werden kann, dürfte bereits der unvollständigen Titel erahnen lassen, denn nur dort wo letztendlich auch “Massacre” draufsteht, ist vermutlich auch allein nur “Massacre” drin. Der aktuelle Aufguss bietet außer einer umfangreichen Palette obligatorisch-blutiger Schauwerte nichts, was den interessierten Filmfreund gefallen dürfte. Aufgrund mangelnder Identifikationsmöglichkeiten stumpfen die eigentlich sehr bösen und gut umgesetzten Spezialeffekte gehörig ab und verlieren ihre eigentliche Wirkung. Dass man “Texas Chainsaw 3D” zu keiner Minute ernst nehmen kann, zeigen eindrucksvoll die vielen Logikpatzer, die das gesamte Treiben zu einer vollkommen Lachnummer gestalten. Da findet “Heather” irgendwo im Nirgendwo einen Jahrmarkt und scheint in ihrer Planlosigkeit nichts anderes im Sinn zu haben, als sich auf ein Riesenrad zu schwingen, in der Hoffnung, dass sie dadurch “Leatherface” entkommen kann. Dumm nur, dass sich eine derartige Gerätschaft im Kreis bewegt und “Leatherface“, trotz geistiger Beschränktheit, immer noch klug genug zu sein scheint und einfach am unteren Ende des Riesenrads auf die leicht verwirrte “Heather” wartet. “Texas Chainsaw 3D” ist ein ganz dummer Vertreter seiner Gattung und wäre mit dem Einspielen Sitcom-ähnlicher Lacher vermutlich ein geniales Stück Comedy geworden. So jedoch, dürfte die bierernste Inszenierung mit einer gewissen Vorsicht genossen werden, denn „Texas Chainsaw 3D“ hält mitnichten, was der eigentliche Filmtitel hauptsächlich suggeriert.
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Für alle Fans der Filmreihe: DANGER !!!!! Unglaublich miese Fortsetzung, die bei weitem den desaströsen 4. Teil der Serie (“Die Rückkehr”) an Dummheit überbietet.
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Zensur

 
 
 
Die deutsche Veröffentlichung beruht auf der amerikanischen Rated R-Fassung und hat es in dieser Form auch ungeschnitten nach Deutschland geschafft. Die hier veröffentlichte DVD/Blu-ray wurde mit dem “Keine Jugendfreigabe”-Stempel abgesegnet!
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Texas Chainsaw Massacre 3D Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Texas Chainsaw; USA 2012

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1; (1920x1080p) Full HD

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK 18 – Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interviews (ca. 23 Min.), Blick hinter die Kulissen (ca. 3 Min.), Das Texas Chainsaw Vermächtnis (ca. 10 Min.), Der alte Bauernhof (ca. 15 Min.), Die Wiederauferstehung der Säge (ca. 12 Min.), Besetzungs-Terror (ca. 10 Min.), Leatherface 2013 (ca. 15 Min.), Licht, Kamera, Massaker! (ca. 12 Min.), Es steckt im Fleisch (ca. 10 Min.), Kurzberichte vom Set, Originaltrailer in Deutsch und Englisch, Audiokommentar mit Regisseur John Luessenhop und Dan Yeager (Leatherface), Trailershow

 
 
 
Uns lag zum Test der Heimkinofassung von TEXAS CHAINSAW 3D die dreidimensionale Variante auf Blu-ray vor. Auf dieser Scheibe kann der Zuschauer neben der 3D-Fassung des Films natürlich auch auf die 2D-Variante zurückgreifen. Den Beginn macht der Trailer zum kommenden Action-Thriller „PARKER“; danach geht geradezu ins Hauptmenü, wo der Filmfreund neben dem Hauptfilm in erstaunlich hochwertiger Qualität auch zwischen reichlich Bonusmaterial wählen kann. Hierbei offenbart sich jedoch schon der erste Wehrmutstropfen: bis auf die Interviews der Hauptdarsteller sind keiner der hier vorfindbaren Extras Deutsch untertitelt. Auch wenn das Zusatzmaterial durchaus umfangreich daherkommt; Freunde von Leatherface & Co. sollten für den Genuss der Boni gute Englischkenntnisse mitbringen. Neben diversen „Hinter den Kulissen“-Features, Interviews, einem alternativen Anfang und interessanten Informationen zum Film, haben es auch die jeweiligen Trailer zum Schocker in Englisch und Deutsch auf die Scheibe geschafft. Zudem lässt sich auf der Heimkino-Veröffentlichung auch ein nicht untertitelter Audiokommentar finden. Bleibt zu erwähnen, dass sogar eine umfangreiche Trailershow zu weiteren Titeln des Publishers bewundert werden darf – erfreulicherweise sogar ein 3D-Trailer zum Film „RESIDENT EVIL – RETRIBUTION“. Die 3D-Fassung kommt, ebenso wie die normale Filmfassung, in sehr hochwertiger Bild- und Tonqualität daher, wobei gerade bei der dreidimensionale Filmfassung die diversen Pop-Out-Effekte mit der Motorsäge zu gefallen wissen. Abgesehen vom Film selbst, hält man auf technischer Ebene, einen durchweg gelungenen Release in den Händen, welchen man auf derart technisch ansprechendem Niveau im Horror-Sektor nicht alltäglich zu Gesicht bekommt. Neben der vorliegenden Fassung kann der Filmfan ohne 3D-Equipment natürlich auch zur herkömmlichen 2D-Scheibe greifen. Diese ist nicht nur preislich günstiger, sondern überzeugt mit ebenso wertigem Bild. Beide HD-Varianten wurden mit einem Wendecover und einem Einleger mit Kapitel-Index ausgestattet.
 
 

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Texas Chainsaw 3D – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rogue River (2012)

Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)

Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)

Schlaraffenhaus (2011)

Texas Chainsaw Massacre (2003 / 1974)

Rest Stop (2006)

 


Filmreview: “Undocumented” (2010)

"Unducumented" (2010) Filmposter - Filmkritik auf Filmchecker
 
 
 

Undocumented – Story

 
 
 
Eine Gruppe ambitionierter, amerikanischer Dokumentarfilmer arbeitet an einem Film, der sich mit illegal eingewanderten mexikanischen Immigranten beschäftigen soll. Um der Doku den nötigen Diskussionsstoff bieten zu können, reisen die Freunde nach Mexiko und begleiten eine Gruppe Flüchtlinge bei ihrer strafbaren Reise in die USA. Mit dem Wunsch, endlich der Armut und der erschütternden Perspektivlosigkeit entfliehen zu können, begeben sich die Immigranten in einen Flüchtlingstransporter, der sie sicher in das Land ihrer Träume transportieren soll. Doch die Reise schlägt fehl, denn auf ihrem Weg in die Freiheit geraten die Einwanderer an eine Gruppe radikaler amerikanischer Rassisten, die das Gesetz schlichtweg selbst in die Hand nehmen und die Truppe in ein eigens zusammengezimmertes Konzentrationslager verschleppen. Das amerikanische Filmteam soll hierbei die nun folgenden Grausamkeiten dokumentieren, mit welchen die selbsternannten Ordnungshüter die verstörten Einwanderer bestrafen. Zudem soll das abartige Filmmaterial als Propagandafilm fungieren, der weitere illegale Immigranten davon abhalten soll, unrechtmäßig amerikanischen Boden zu betreten.
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Kritik

 
 
 
Mit dem vorliegenden Genre-Beitrag „Undocumented“ hat es einmal mehr ein Nachwuchsregisseur geschafft, mit reichlich Zündstoff auf sich aufmerksam zu machen. „Chris Peckover“, der sich zuvor sein Lohn und Brot mit einigen Kurzfilmchen verdient hat, teilt in seinem vorliegenden abendfüllenden Erstlingswerk herbe Kritik an der Unfähigkeit der amerikanischen Regierung aus. Hier wird nichts verschönert, oder vereitelt, sondern sein Film kritisiert einmal mehr, zu welchen rassistischen Abartigkeiten vermeintlich friedliebende Bürger fähig sein können und mit welcher Blindheit die amerikanische Führungsriege dem grotesken Treiben beiwohnt. Grundlage für seine Geschichte dient die aktuelle Immigranten-Problematik der USA, die scheinbar kaum noch in der Lage zu sein scheint, perspektivlose und in Armut lebenden Mexikaner davon abhalten zu können, illegal in das Land einzureisen. Da werden Mauern um die Grenzen gezimmert und der vollkommen übertriebene Patriotismus vieler Amerikaner, sowie die Angst vor dem eigenen sozialen Abstieg (denn die Mexikaner haben natürlich nichts anderes im Sinn als den Amerikanern die Jobs zu „stehlen“) sorgen nicht selten für ein unverständlich rassistisches Gedankengut gegenüber der mexikanischen Bevölkerung. Forscht man im Internet nach, so scheint es sogar kriminelle (amerikanische) Banden vor amerikanischen Grenzpunkten zu geben, die einzig darauf spezialisiert sind, ahnungslosen mexikanischen Einwanderern aufzulauern, auszurauben und schließlich zu töten. Hinzukommt, dass es bisher noch kein modernes, amerikanisches Einwanderungs-Recht gibt, dass die legale Einwanderung für Immigranten erleichtert, sodass viele Einreisende den illegalen und gefährlichen Weg in Kauf nehmen müssen, um von einem sorgenfreien Leben träumen zu dürfen.
 
Peckerovers „Undocumented“ ist kein einfach zu verdauender Film. Das wahrlich perverse und menschenverachtende Treiben geht verdammt nah und sorgt nicht nur einmal dafür, dass der Zuschauer als Zeuge der Geschehnisse mit einer verständlichen Fassungslosigkeit und einen brodelnden Wut vor dem heimischen Fernsehapparat zurückbleibt. Parallelen zum kürzlich erschienen „Territories“ sind unverkennbar. Auch dort wurde der radikale Weg gewählt und ein äußerst politisch brisantes Thema zur Grundlage des Films gemacht. Angesichts der erschütternden realen Geschehnisse, auf welche beiden Filme fungieren, wirkt die herbe Kritik in Form einer nicht enden wollenden Schreckens-Achterbahn der Grausamkeiten auch für den Zuschauer wie eine Martyrium. Anders als der kanadische Beitrag „Territories“ geizt der vorliegende „Undocumented“ nämlich nicht mit blutigen Details. Ob derart sadistische Zeigefreudigkeit jedoch wirklich hätte sein müssen, scheint fraglich, denn der Film hätte auch ohne die diversen Abartigkeiten seine erschütternde Wirkung keinesfalls verfehlt. Trotzdem, die wenigen (verdammt realistischen) F/X gehen durch Mark und Bein und verstärken vermutlich allein nur die Erkenntnis, zu welch unmenschlichen Fähigkeiten die Bestie Mensch fähig sein kann und dass derart unannehmbaren Menschenrechtsverletzungen zu keiner Zeit toleriert werden dürfen.
 
 
 
Nach „Saw“, „Hostel“ und Co. beweist ein motivierter Nachwuchsregisseur, dass der Horror nicht immer nur rein fiktiv sein muss. Man braucht als Filmfreund einfach nur den Fernseher einschalten und die Berichterstattungen in den aktuellen Nachrichtensendungen verfolgen. Der tagtägliche erschreckende Wahnsinn, der uns dort präsentiert wird, bietet auch die Grundlage des vorliegenden Thrillers „Undocumented“. Ein, teilweise schonungsloses Dokument über grausame Menschenrechtsverletzungen, welche sich Tag für Tag tatsächlich an der amerikanischen Grenze ereignen. Auch wenn Peckovers Geschichte rein fiktiv aus der „Found Footage“-Sicht eines Kamerateams geschildert wird, so birgt am Ende die Erkenntnis, dass illegale Immigranten aus Mexiko, die von einem besseren Leben träumen und tagtäglich dennoch für ihren Traum mit dem Leben bezahlen müssen, ein merklich befremdliches Bauchgefühl. Peckovers Film ist bereits seit geraumer Zeit als hochwertige Heimkinofassung auf dem amerikanischen Markt erhältlich. Warum sich hierzulande noch niemand für die Auswertung des Films entschieden hat, stößt meinerseits auf vollkommenes Unverständnis. Ein Film, der sich vor allem in die Sammler-Reihe „Kino Kontrovers“ ideal einfügen würde.
 
 
Im übrigen: wen dieser Film kalt lässt und wer sich nach Sichtung in seinem rassistischen Gedankengut (in welcher Art auch immer) bestätigt fühlt, sollte dringend den Psychiater seines Vertrauens aufsuchen!
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
“Undocumented” ist ein erschreckend, kontroverses und wichtiges Dokument für mehr Menschlichkeit, Verständnis und Toleranz!
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Zensur

 
 
 
Der Film selbst ist kein Splatter-Feuerwerk. Dennoch verfehlen die wenigen grafischen Gewaltdarstellungen nicht ihre Wirkung. Mit ganz viel Glück dürfte der Film ungeschnitten mit einer „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erscheinen.
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Territories (2010)

The Afflicted (2010)

Darfur (2009)

The Road to Guantanamo (2006)

 

 

 


Filmreview: “The Collection” (2012)


 
 
 

The Collection – Story

 
 
 
Elena (Emma Fitzpatrick) erlebt die Party ihres Leben: zusammen mit einigen Freunden schleicht sie sich auf eine angesagte Underground-Party und somit dem perfiden Killer namens “Collector” genau in die Arme. Der hat die Lokalität mit allerlei Fallen gespickt und dezimiert die gesamten (!) Party-Gäste innerhalb von nur wenigen Minuten auf recht krude Art und Weise. Die verwirrte Elena wird als “Spieleinsatz” in einen Koffer gequetscht und in ein leerstehendes Hotel verschleppt. Doch ihr wohlhabender Vater scheint gänzlich in großer Sorge zu sein und um das Wohlergehen der vermissten Elena besorgt. Schnell engagiert er einige Söldner, die sich zusammen mit einem ehemaligen Opfer des Killers (Josh Stewart), auf den Weg machen, die junge Frau zu finden. Kaum das leerstehende Hotel ausfindig gemacht, sehen sich die Retter mit einem Killer konfrontiert, der für jede noch so unerwartete Überraschung siegessicher gewappnet zu sein scheint …
 
 
 


 
 
 

The Collection – Kritik

 
 
 
Es ist immer wieder überraschend, welch steile Karriere so manch raffinierter Filmschreiberling in Hollywood einschlägt. Kaum hat man dort einige Drehbücher kommerziell erfolgreicher Horrorschnellschuss-Ware zu Papier gebracht, darf man flink davon ausgehen, dass jener Drehbuchautor sich selbst als kreativer Filmemacher auf dem Regiestuhl feiert. So auch im Falle von „Marcus Dunstan“, der sich in der Horrorfilmwelt als Drehbuchschreiber für die “Feast“-Trilogie und “Saw 5-7” einen anerkannten Namen gemacht hat. So wirklich zufrieden schien er jedoch mit seiner unscheinbaren Rolle im Hintergrund nicht gewesen zu sein, sodass er sich mit seiner ersten, eigenen Regiearbeit namens “The Collector” selbst einen langjährigen Traum erfüllte und dabei sogar noch großes Lob seitens der Horrorfilmbase erntete. Dass bei derart schweißtreibend und geschickt zusammengeflickter Thriller-Kost eine Fortsetzung nicht lang auf sich warten lies, liegt auf der Hand. Und so startete nun vor einigen Wochen der direkte Nachfolger des recht frischen Franchise in den amerikanische Lichtspielhäusern, wobei eine deutsche Veröffentlichung immer noch auf sich warten lässt.
 
Natürlich bürgt sich nun für Fans des Originals direkt die obligatorische Frage auf, ob das Niveau der packenden Killer-Hatz auch konsequent in der Fortsetzung gehalten werden kann. Nun, sagen wir so – “The Collection” besitzt all das, was man von einer würdigen Fortsetzung erwarten würde: mehr bösartige Fallen, mehr Opfer und mehr blutgeiles Gekröse. Das war´s dann aber auch leider schon. Regisseur “Marcus Dunstan” vergisst in seiner gänzlichen Euphorie und detailgetreuen Zeigefreudigkeit obligatorischer Gewaltexzesse hinfällige Fragen zu beantworten und spielt im Grunde genommen erneut die gleiche Geschichte, nach gleichem Schema, nur im größeren Maßstab ab. Schauplatz des frivolen Treibens ist diesmal ein leerstehendes Hotel, in welches er hunderte tote Körper aufbewahrt und zudem einige potenzielle Kandidaten verschleppt, die um ihr Über- und Ableben kämpfen müssen. Über Sinn und Unsinn des gesamten Treibens lässt sich wahrlich streiten, denn so wirklich erfrischend klaustrophobisch und so kongenial fies wie sein “The Collector” kommt der aktuelle Aufguss leider nicht daher. Vielmehr verläuft sich das Sequel in einer wahrhaftigen Splatter-Tour-de-Farce, die mit allerhand optischen Gemeinheiten aufwartet. Auch wenn die Geschehnisse auf der Kinoleinwand einen gewissen Kurzweil versprühen, so muss der Filmfreund nach Sichtung des Films bitter realisieren, dass “The Collection” doch irgendwie enttäuscht und eigentlich vollkommen überflüssig ist. Die Identität des Killers bleibt weitestgehend ungeklärt und seine Intentionen verlaufen merklich im Sande. Auch wenn in “The Collector” und “The Collection” reichlich mit dem “Was” und “Wie” gepockert wird, so zwängt sich im Verlauf der Sichtung ein hilfloses “Wer ist dieser Killer” und “Warum mach er das” auf. Immerhin lässt das obligatorisch offene Ende darauf schließen, dass der kommende dritte Teil der Reihe die diversen unbeantworteten Fragen klären wird, zumal sich der Killer am Ende mit dem Opfer konfrontiert sieht und selbiges auf schonungslose Rache sinnt. Die Täter/Opfer-Rolle wird zugunsten eines perfiden Racheakts ausgetauscht, sodass der Filmfreund einen vermutlich weiteren blutigen Vertreter seiner Gattung erwarten dürfte.
 
 
 
The Collection” ist mitnichten ein schlechter Vertreter seiner Gattung, wenn man denn nur seinen Vorgänger ausblendet, denn die Fortsetzung ist, bis auf kleine Nebenstränge, eine etwas ideenlose Kopie des Originalfilms. Regisseur Marcus Dunstan füllt sein recht kurzes Sequel mit allerlei derben Gore-Effekten und spickt es mit einigen sehr schmerzhaften Gemeinheiten, die vor allem zarte Gemüter gehörige Albträume bescheren dürften. Überhaupt treibt es der “Collector” überaus blutig, sodass das Splatterherz vor Freunde im Kreis tanzen dürfte. Leider erfährt die Geschichte des öfteren einige markerschütternde Schnitzer in der Logik, die sehr an Glaubwürdigkeit missen lassen. Zum einen skizziert “Dunstan” seinen skrupellosen und unkaputtbaren Killer als wahrhaftigen Glückspilz. Er schiesst, schlitzt und legt frivol gemeine Fallen, ohne selbst je Schaden zu nehmen. Im Nahkampf erweist sich der zähe Bursche als relativ geschickt und überhaupt scheint der “Sammler” mit einer beachtenswerten Vorahnung gesegnet zu sein, welche ihm sogar oftmals überraschend das Leben retten dürfte.
 
Dass solide Hotel-Setting lässt jegliche Inspiration missen und ist aufgrund der mangelnd erklärten Beweggründe des Killers halt einfach da. Wie so oft in derart Filmchen schert sich kein Außenstehender oder Polizist einen Deut darum, was sich hinter vermeintlich leerstehenden Mauern abspielt. Anhand der geschätzten 500 Körper, die der „Collector“ im Keller des Hause munter vor sich her verrotten lässt, dürfte ein barrierefreies Atmen im und um das Haus vermutlich rein gar nicht möglich sein, geschweige von den Horden an Insekten, die den Protagonisten aufgrund der im Haus verstreuten Leichenteile eigentlich das Leben zur Hölle machen müssten. Im den Räumlichkeiten selbst flitzen mittels Drogen manipulierte Zombies durch die Gänge und im Foyer darf der geneigte Horrorfilmfreund seltsame, blau beleuchtete Vitrinen bestaunen, in deren Inneren sich seltsame Körper befinden , die der “Collector” aus diversen Leichenteilen eigenhändig zusammengezimmert haben muss. Wie leider viel so oft in “The Collection” drängt sich hier eine vollkommen Ratlosigkeit des Zuschauers auf, der sich nicht nur einmal fragen dürfte, was der titelgebende Killer mit all seinen grotesken Aktion denn letztendlich bezweckt und was der gesamte sinnfreie Spuk denn nun eigentlich soll.
 
Immerhin, Fans eines “Saw” dürften sich im “Collection“-Universum direkt heimisch fühlen. Regisseur und Drehbuchautor „Marcus Dunstan“ scheint von der Kult-Reihe derart beeindruckt gewesen zu sein, sodass er kurzum einige Elemente aus der “Darren Lynn Bousman“-Vorlage vorbildlich zitiert hat. Das beginnt mit befremdlich ausgeleuchteten Settings, wirren Schnitten sowie seltsamen Farbfiltern und endet mit kreativ ausgetüftelten Fallen, die die Unmengen an unwichtigen Protagonisten schön zeigegeil über den Jordan meucheln.
 
Wer seine hohen Erwartungen herabstuft und keine weiteren Überraschungs-Hit erwartet, dürfte wohl möglich 80 kurzweilige Minuten voller blutigen Nonsens erleben – Filmfreunde, die bei “The Collection” einen ebenso raffiniert ausgetüftelten Horror-Thriller erhoffen, werden gnadenlos enttäuscht werden. Von daher: Bier in die Hand, Hirn ausschalten und genießen …
 
 
 


 
 
 

The Collection – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Krudes Splatter-Feuerwerk, das nicht einmal ansatzweise dem Vorgänger die Hand reichen kann
 
 
 


 
 
 

The Collection – Zensur

 
 
 
The Collection” hat es hierzulande nicht durch die FSK geschafft. Demnach musste der hiesige Vertrieb Schnitte für eine “KJ“-Freigabe vornehmen. Dennoch existiert natürlich auch eine ungeschnittene Filmfassung. Diese trägt die “SPIO/JK“-Kennzeichnung. Deshalb: beim Kauf sorgfältig auf den Freigabestempel achten!
 
 
 


 
 
 

The Collection – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The_Collection_Blu-Ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Collection; USA 2012

Genre: Thriller, Horror, Splatter

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 / 16:9 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 82 Min. (uncut)

FSK: Keine Jugendfreigabe (cut) / SPIO/JK (uncut)

Verpackung: Schwarze Amaray (SPIO/JK-Fassung) / Blaue Amaray mit Wendecover (KJ-Fassung)

Extras: Deutscher Trailer (HD 2min), Originaltrailer (HD – 2min), Alternative Szenen (HD – ca. 6min), Make-up und Effekte (HD – ca. 5min), Produktionsdesign (HD – ca. 5min), Spezialeffekte (HD – ca. 6min), Stunts (HD – ca. 4min), Die Vision des Regisseurs (HD – ca. 5min), Audiokommentar mit Regisseur Marcus Dunston und Patrick Melton (keine UT), Trailershow mit 3 Filmen aus dem Portfolio des Vertriebs

 
 
 
Nun ist er endlich da, die deutsche Blu-ray zum Film “The Collector 2“.
Planet Media” hat weder Kosten noch Mühen gescheut, dem Film eine gerechte Veröffentlichung zu spendieren. Uns lag zum Test die ungeschnittene Fassung mit SPIO/JK-Aufdruck vor, die in einer edlen, schwarzen Amaray daherkommt und kein Wendecover besitzt – wozu auch. Die herkömmliche geschnittene Kaufhaus-Fassung trägt das “KJ“-Symbol und wird jedoch über eine Wendecover verfügen. Nach dem Einlegen der Scheibe erwarten den Filmfreund einige Trailer aus dem Hause “Planet Media” danach gehts geradeaus ins Hauptmenü, dass mit einigen Szenen des Films unterlegt wurde. Von hier aus kann der Zuschauer sich neben dem Hauptfilm auch einige Extras zu Gemüte führen. Diese sind durch die Bank weg hochauflösend; wurden aber leider nicht deutsch untertitelt. Gleiches gilt übrigens auch für den Audiokommentar, dem ebenso keine deutsche Untertitelspur spendiert wurde. Wer sich den Film gern im Original anschauen und dabei filmbegleitende Untertitel genießen möchte, darf jedoch aufatmen, denn diese sind immerhin vorhanden. Die Tonabmischung ist über jeden Zweifel erhaben und auch das Bild bleibt stets auf hohem Niveau. Wer den Film in seiner ungeschnittenen Form sein Eigen nennen möchte, sollte sich sputen. Uns würde es nicht wundern, würde die ungeschnittene SPIO-Fassung demnächst indiziert werden.
 
 

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The Collection – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 

A Lonely Place to Die (2010)

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Filmreview: “The Frozen” (2012)

The Frozen_2012_poster
 
 
 

The Frozen – Story

 
 
 
Ein traumhaft winterlicher Campingausflug wird für das junge Pärchen „Mike“ (Seth David Mitchell) und „Emma“ (Brit Morgan) zu einem unvergesslichen Psychotrip. Nachdem die beiden mit dem Schneemobil einen Unfall gebaut haben und irgendwo tief weit draußen in den verschneiten Wäldern auf rettender Hilfe hoffen, werden Sie auch noch von einem seltsamen Fremden verfolgt, der scheinbar nichts Gutes im Schilde führt. Als „Mike“ plötzlich auf mysteriöse Weise verschwindet, ist die verängstigte „Emma“ ganz auf sich allein gestellt. In ihrer Panik beginnt sie sich einen Weg hinaus aus der eisigen Gegend zu bahnen – mit einer erschreckenden Einsicht, wie sich bald herausstellen wird … 
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Kritik

 
 
 
Winterliche Landschaften sind wahrlich geradewegs dafür prädestiniert eine unheimliche und subtile Gruselstimmung zu erzeugen. Denn auch hinter vermeintlich friedliebender Kulisse kann sich oftmals das abgrundtief Böse verstecken. Dass angsteinflößendes Unbehagen auch im eisigen Schnee lauern kann haben schon einige Filmemacher eindrucksvoll bewiesen, denn winterlich verstörende Filme gab es zuletzt zuhauf (u.a. “The Shinning” (1980), “Der eisige Tod” (2007)). Auch der vorliegender Thriller „The Frozen“ spielt mit der geheimnisvollen Idylle, die so ein verschneit-winterliches Wäldchen birgt. Ganz zum Leidwesen der beiden Protagonisten des Films, für die sich die eigentlich traumhafte Winterpracht zu einem verhängnisvollen Erlebnis gestaltet. Ihre Unvernunft treibt die beiden an den Rande ihrer Wahrnehmungsfähigkeiten, denn nach nur wenigen Stunden bei Temperaturen jenseits des Nullpunkts beginnt vor allem „Emma“ Dinge zu sehen, für deren Existenz sie keine Erklärung findet. Nicht nur, dass sie seltsam bekleidete Personen im Dickicht erblickt, seltsame Stimmen und Schritte spuken des Nachts um das Zelt und stören den Schlaf der verunsicherten Frau. Zudem werden die beiden von einem skurrilen Jäger verfolgt, der das Treiben des Pärchens aus der Ferne beobachtet und „Emma“ zweifeln lässt, warum ihr Freund sie gerade zu derart unmenschlichen Temperaturen zu einem kuscheligen Wanderausflug überreden musste.
 
So wirklich Unrecht hat sie dabei nicht, wirkt die Ausgangssituation des Films schon sehr konstruiert. Immerhin sah sich Drehbuchautor und Regisseur „Andrew Hyatt“ darum bemüht seine kleine Geschichte irgendwie nied- und nagelfest zurechtzufeilen. Trotz Unfall hält „Mike“ nichts davon ab, den Kurztrip fortzuführen, um den geeigneten Zeitpunkt zu finden, seiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen. Und so irren die beiden Liebenden orientierungslos im Wald umher, um letztendlich doch wieder feststellen zu müssen, einmal mehr im Kreis gelaufen zu sein. Auch wenn einige Gegebenheiten etwas arg seltsam anmuten, so kann man „Hyatt“ nicht unterstellen, einen Film gedreht zu haben, der schlecht ist. Einfachste erzählerische Mittel und das stupide Umherirren in der winterlichen Landschaft führen letztendlich zu einem homogenen Ganzen und lassen „The Frozen“ bei weitem besser ausschauen, als die Unmengen teurer Mainstream-Produktionen der letzten Dekaden. Obwohl einige der seltsamen Interaktionen der Anwesenden anfänglich kaum Sinn ergeben wollen und arg befremdlich wirken, so tritt die Erleuchtung nach dem Abspann ein und dürfte vor allem Horrorfilmanfänger reichlich verblüffen.
 
 
 
Mit dem aktuellen Thriller „The Frozen“ erwartet der Zuschauer gänzlich seichte Film-Kost, für die die Bezeichnung Thriller fast schon etwas zu weit hergeholt und schroff scheint. Auch wenn Regisseur „Andrew Hyatt“ des öfteren vollkommen falsche Fährten streut und dem Zuschauer weiß machen will, dass sich hinter den gesamten Geschehnissen etwas zutiefst Böses und Bedrohliches verstecken soll, so dürfte der geneigte Filmfreund nach der recht plausiblen Auflösung etwas verdutzt aus der Wäsche schauen. Der Film „The Frozen“ hat letztendlich mit Horror im herkömmlichen Sinne nur sehr wenig gemein und erinnert über weite Strecken an die Werke des ambitionierten Hollywood-Regisseurs „M. Night Shyamalan“, der bekanntlich ein sicheres Händchen darin besitzt, den Zuschauer mit einer unerwarteten Filmauflösung zu konfrontieren. Wer sich angenehm gruseln möchte, ohne dabei von markerschütternden Schocks verfolgt zu werden oder in Lachen von Blut ertrinken zu müssen, dem dürfte der Mysterie-Thriller vortrefflich munden. Denn bis auf einige ausgeweidete Wildtiere gibt es hier kein Futter für blutgierige Splatterfilm-Fans.
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Seichtes Mysterie-Süppchen in traumhaft winterlicher Kulisse
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Zensur

 
 
 
Im Film wird nicht getötet, daher dürfte “The Frozen” mit einer FSK16 Freigabe ungeschnitten veröffentlicht werden.
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Trailer

 
 
 

 
 

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Filmreview: “The Evil Inside” (2011)

Filmplakat "The Evil Inside" (2011)
 
 
 

The Evil Inside – Story

 
 
 
“Sarah” schaut so rein gar nicht gesund aus, sie muss Schreckliches erlebt haben, denn psychisch wirkt sie ein wenig durcheinander. Kein Wunder, beginnt sie soeben fürchterliche Ereignisse aus der Vergangenheit aufzuarbeiten. Um dem traumatisierten Mädchen erneut die Vorzüge des Lebens schmackhaft zu machen, lädt sich die beste Freundin „Lucy“ flink selbst ein und hat sogar einige Bekannte im Schlepptau, die die leidenden “Sarah” etwas aufmuntern sollen. Doch in wirklich ausufernder Feierfreude wägt sich “Sarah” leider nicht, denn sie beginnt schreckliche Visionen zu sehen, Visionen in denen sie ihre Gäste sterben sieht. Bald schon ereignet sich der erste Unfall, der sich haargenau so abgespielt, wie es “Sarah” vorausgesehen hatte …
 
 
 


 
 
 

The Evil Inside – Kritik

 
 
 
Kaum flimmert ein halbwegs erfolgreiches Film-Franchise über die weltweiten Kinoleinwände, darf man flink davon ausgehen, dass sich vor allem die kleinen Produktionsstudios gierig darauf stürzen werden und sich bemüht darin versuchen, derart Filmkonzept gewinnbringend nachzueifern. Der werden schnell einige Gedanken zu Papier gekritzelt und die Ideen der erfolgreichen Vorlage formgerecht originalgetreu recycelt. Hin und wieder kann es dann schon einmal vorkommen, dass das Resultat gar nicht mal so übel ist wie anfänglich gedacht und man als Zuschauer vortrefflich unterhalten wird. Die Regel jedoch birgt unzureichend ansprechende Filmkost, auf die der Horrorfilm-Fan getrost verzichten kann. Auch „The Evil Inside“ (der ursprüngliche Filmtitel “Dead Inside” war scheinbar nicht wirklich überzeugend, sodass die Produzenten speziell für den internationalen Filmmarkt einen reißerischeren Titel wählten) ist einer dieser Filme, die eine großartige Idee gierig aufgreifen und dennoch kläglich daran scheitern, etwas halbwegs Gares daraus zu köcheln. Das mag einerseits daran liegen, dass der lauwarme „Final Destination“-Aufguss rein gar nicht so recht zu Potte kommen möchte, denn die Geschichte rund um das traumatisierte Mädchen zieht sich zäh wie Kaugummi.
Da wird wild durcheinander geplappert, fies intrigiert und frei, ohne jeglichen Sinn, ungeschickt und unfreiwillig komisch im Bilde gestanden. Die wenigen Charaktere gestalten sich als ziemlich unsympathisch und handeln, wie schon so oft, vollkommen unlogisch. Da „verarbeiten“ zwei emotionslose Volldeppen von Protagonisten den tragischen Tod ihrer soeben verunglückten Freundin, indem sie im elterlichen Schlafzimmer einem netten Schäferstündchen nachgehen. Auch die übrigen Anwesenden scheinen nicht wirklich von ausreichend Intelligenz gebeutelt.
 
In ihrer Panik und der Angst vor dem eignen vorausgesehenen Tod irren sie planlos durch das Haus und drängen die ohnehin schon verängstigte “Sarah” in die Enge. Konflikte werden künstlich geschnürt und dennoch scheint keiner der Anwesenden dazu bereit, sich konsequent um Hilfe zu bemühen. Da wird ein wenig an der Haustür gerüttelt, um rasch festzustellen, dass diese sich nicht öffnen lässt und es wird aus riesigen Fenstern hinaus ins Freie gestarrt, ohne mit dem Gedanken spielen zu wollen, das Glas einschlagen zu müssen, um in die Freiheit flüchten zu können. Immerhin, das Ende überzeugt. Was anfänglich als 08/15-Teenieslasher beginnt, entpuppt sich am Ende als unbedeutendes pseudo-psychologisches Drama, dass zudem einige recht interessante Aspekte über die gebeutelte Psyche der traumatisierten Hauptdarstellerin birgt. Auch wenn die wenigen Erklärungsversuche recht konstruiert und hilflos wirken, so muss man dem Film positiv anrechnen, dass die anfänglich löchrige und hölzerne Inszenierung nach der Auflösung schon irgendwie Sinn macht. Trotzdem, „The Evil Inside“ ist kein Film, den man als interessierter Horrorfilm-Freund gesehen haben muss. Viel zu oft drängt sich der Eindruck auf, dass Regisseur „Pearry Reginald Teo“ kaum Budget zu Verfügung gestanden haben muss, um seinen Werk vielversprechend in Szene setzen zu dürfen. „The Evil Inside“ wirkt von Anfang bis Ende billig, teilweise sogar katastrophal unfertig. Hinzu kommt, dass der aufdringliche Low-Budget-Charakter jegliche Grusel-Stimmung unweigerlich zerstört. Auch wenn einige minimalistisch ausgeleuchtete Räume und gut ausgetüftelte Kameraspielereien durchaus ihre Momente besitzen, ist es einzig und allein “Sarah“-Darstellerin „Hannah Ward“ zu verdanken, das „The Evil Inside“ trotz unausgegorener Inszenierung halbwegs seh- und ertragbar bleibt. Ihr Schauspiel der schrullig-verstört wirkende Hauptdarstellerin überzeugt zwar durchweg – die Kraft, die sie jedoch in ihre Rolle investiert, wirkt in Anbetracht des recht miesen Drehbuchs als vollkommen verschwendet.
 
 
 
Man nehme ein wenig „Final Destination“ und etwas „Carrie“, würze die mysteriösen Gegebenheiten mit einer gehörigen Portion zweifelhafter psychologischer Tiefe sowie einem obligatorisch überraschenden Ende. Fertig ist einmal mehr der Horror von der Stange, der zweifelsohne uninspiriert und ideenlos über die heimische Mattscheibe flimmert. Dass „The Evil Inside“ keine gänzliche Bruchlandung einschlägt, ist der recht interessanten Hauptdarstellerin “Sarah” zu verdanken. Ohne sie wäre dieser Nonsens vermutlich nicht einmal ein lauthalses Seufzen wert gewesen. Sie trägt die gesamte Handlung und schafft es sogar in wenigen Minuten eine emotionale Bindung zum Zuschauer zu knüpfen. Bei all den kaltschnäuzigen Beschuldigung und fies ausgeklügelten Intrigen der übrigen Protagonisten gegen das ohnehin schon gebeutelte Mädchen ist das natürlich auch kein großes Kunststück. „The Evil Inside“ eignet sich hervorragend für Horrorfilmanfänger. Der Blutzoll ist erschreckend gering, sodass sich zartbesaitete Filmfreunde mit einem Faible für seichte TV-Mysteriefilmchen kurzweilig unterhalten fühlen dürften. Alteingesessene Fans des bösen, gemeinen und unterschlagenen Films gehen Bitte weiter, denn hier gibt es wahrhaftig nichts zu sehen, was überhaupt von Interesse wäre!
 
 
 


 
 
 

The Evil Inside – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Besser schlecht geklaut, als gut neu gemacht – dieses durchwachsene „Final Destination“-Plagiat darf man gekonnt ignorieren!
 
 
 


 
 
 

The Evil Inside – Zensur

 
 
 
The Evil Inside“ dürfte bedenkenlos mit einer „FSK16“-Einstufung erscheinen. Im Film selbst sieht man keine ausufernden, expliziten Grausamkeiten.
 
 
 


 
 
 

The Evil Inside – Trailer

 
 
 

 
 
 

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Filmreview: “House at the End of the Street” (2012)


 
 
 

House at the End of the Street – Story

 
 
 
Die verwitwete Sarah Cassidy (Elisabeth Shue) zieht zusammen mit ihrer Tochter Elissa (Jennifer Lawrence) in ein neues Haus am Rande der Stadt. Schön gemütlich ist es hier, die Natur und der Wald rund um das Haus versprechen Entspannung und Erholung. Doch der Frieden währt nicht lange, als Tochter Elissa erfährt, dass sich im Nachbarhaus einige Meter weiter waldein, Schreckliches ereignet haben soll. Dort soll ein kleines Mädchen die eigene Familie kaltblütig ausgelöscht haben und daraufhin in den Wald geflüchtet sein. Eilssa stellt Nachforschungen an und lernt dabei den Bruder jenes kleinen Mädchens kennen, der nun allein in dem riesigen Anwesen wohnt, indem sich das schreckliche Verbrechen abgespielt haben soll. Schnell verliebt sie sich in den introvertierten Außenseiter, ein fataler Fehler wie sich alsbald herausstellt…
 
 
 


 
 
 

House at the End of the Street – Kritik

 
 
 
Es ist oftmals erstaunlich, nach welch nicht nachvollziehbaren Kriterien so mancher Filmvertrieb die Filme auswählt, welche dann die Vorzüge einer nationalen Kinoauswertung genießen dürfen. Da flimmern hirnlose Actionblockbuster über die Kinoleinwand und unbedeutende Psychothriller verwehren den kleinen, wirklich sehenswerten Perlen das lukrativen Screening in den deutschlandweiten Lichtspielhäusern. Einer derer Filme, über dessen Kino-Daseinsberechtigung ausgiebig gestritten und diskutiert werden darf ist zweifelsohne der kommende Thriller “House at the End of the Street“, der einmal mehr beweist, wie unkreativ Hollywood geworden ist und mit welch zweifelhaften Schwachsinn die Filmverleiher versuchen, den hungrigen Filmfreund die hart verdienten Euronen aus der Tasche zu stibitzen.
 
Der aktuelle Genre-Beitrag “House at the End of the Street” des Regisseurs “Mark Tonderai” ist einer dieser Filme, für die man bereits nach nur wenigen Minuten bereut, überhaupt Eintritt gezahlt zu haben, denn dieses Stück verschwendetes Zelluloid ist eine einzige, vorhersehbare Lachnummer, die im Mittwoch-Abend TV-Programm einschlägiger Privatsender wohl besser aufgehoben gewesen wäre, als auf der großen Leinwand. Der Titel des Filmes erweist sich hierbei als einzige Raffinesse, mit welcher dieser Film punkten kann, denn der lässt Düsteres erahnen und scheint allein nur deshalb gewählt, um unwissende Horrorfilmfreunde in die Kinos zu locken. Wer natürlich unwissend Filme besucht, ohne sich zuvor über deren Inhalt in einschlägigen Filmforen zu informieren, dürfte bei dieser Mogelpackung schlichtweg schnell und bitter enttäuscht werden, denn so wirklich finster, böse und gruselig will es “im Haus am Ende der Straße” (bis auf die Einführungs-Sequenz) dann wohl doch nicht werden. Viel zu sehr orientiert sich der Film an ein vorwiegend jüngeres, mainstream-orientiertes Publikum, dem vermutlich bereits schon allein beim Anblick von gewöhnlichen Hausspinnen der Atem stockt und das bereits dann aufschreit, wenn sich einer der jugendlichen aufgehübschten Helden des Films das Shirt von seinem muskulösen Körper zerrt. Überhaupt ertrinkt der Film in desaströsen Teenie- und Horrorklischees. Die hübsche Neue, verliebt sich in den geheimnisvollen, gutaussehenden Außenseiter, der natürlich ein Geheimnis verbirgt, von dem die Mutter letztendlich ahnt und dabei Recht behält. Das ist alles so unglaublich dumm, vorhersehbar und unspektakulär, dass man sich zu Recht fragen darf, wer sich diesen hanebüchenen Blödsinn ausgedacht hat. Die Interaktionen der wenigen Protagonisten erweisen sich als schier lächerlich stereotyp, sodass man bereits nach nur wenigen Filmminuten errät, wie dieses pseudo-gruselige Teenie-Drama ausgehen wird und hofft, dass in der nächsten Szene ein “Predator” über die Leinwand brettert, der alle beteiligten Charaktere in die ewigen Jagdgründe befördert, um dem gelangweilten Zuschauer zumindest den versemmelten Filmabend zu retten.

 
Eigentlich hätte aus “House at the End of the Street” wirklich was werden können, hätte man in die Geschichte einige kleine Gemeinheiten eingeflochten und hätte man für all die Geschehnisse eine wirklich innovative und bahnbrechend neue Erklärung gefunden, die dem Zuschauer beim obligatorischen Storytwist den Atem raubt. Das tatsächliche Gesamtwerk ist derart vorhersehbar, dass man sich als eingeübter Filmfreund schon wahrlich veräppelt fühlt, für den zigsten Aufguss eines zweitklassigen “Fear – Wenn Liebe Angst macht” Geld ausgegeben zu haben. Jede Szene lässt bereits die nächste erahnen – wer im Verlauf des Filmes das Zeitliche segnet ist schnell ergründet. Eingeübte Filmkenner dürften sogar nach nur wenigen Minuten Filmlaufzeit, dass gesamte Geheimnis rund um the “House at the End of the Street” gelüftet haben – denn das Rätsel zu entschlüsseln ist wahrlich nicht schwer. Gerade weil der gesamte Plot an den Haaren herbeigezerrt wirkt und jeglichen Funken Nachvollziehbar- und Glaubwürdigkeit missen lässt, will einfach so rein gar keine Spannung aufkommen. Trotz traditionellen Spannungsbogen, will der Unterhaltungswert rein gar nicht zünden. Da hilft es dem Film auch in keinster Weise, dass es in den letzten 15 Minuten, trotz PG-13-Freigabe, etwas rabiater zur Sache geht.
 
 
 
Gruseln im “House at the End of the Street“: Fehlanzeige. Was einen düsteren Horror-Schocker der Marke „The Last House on the Left” erahnen lässt, ist eine einzige Enttäuschung. Hier werden altbekannte Thriller- und Horrorregeln gänzlich ohne einen Funken Originalität abgespult und spannungsfrei heruntergedaddelt. Trotz hübscher Hochglanz-Optik und einer handvoll Schauspieler, die zuletzt in erfolgreichen Hollywood-Produktionen zu sehen waren, hat der Film rein gar nichts zu bieten, was überhaupt von Interesse wäre. Die Geschichte hat man in dieser Weise schon unzählige Weise gesehen und auch der abschließende Überraschungseffekt, der die Gegebenheiten plausibel versucht zu erklären, will so rein gar nicht überraschend daherkommen. Vor allem die jugendfreie Erzählweise machen diesen Film für Horrorfilmfreunde vollkommen uninteressant, sodass sich der Filmfreund den Gang ins Kino sparen dürfte. Die vernichtende Kritik rührt dennoch nicht von ungefähr. Bereits 2004 sollte das Drehbuch zu “House at the End of the Street” verfilmt werden, ging jedoch erst 2010 in Produktion – ein Schelm wer da Böses denkt. Zudem stand auch der amerikanische Filmstart unter keinem glänzenden Stern. Dieser wurde flink von April 2012 auf September 2012 verschoben. Macht man sich als Filmfreund selbst ein Bild von den Qualitäten dieses Psychothrillers, dürften derart Unschlüssigkeiten überraschend schnell geklärt werden.
 
 
 


 
 
 

House at the End of the Street – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Laaaaaaaaangweilig!
 
 
 


 
 
 

House at the End of the Street – Zensur

 
 
 
Die deutsche Filmversion ist ungeschnitten ab FSK 16 freigegben!
 
 
 


 
 
 

House at the End of the Street – Trailer

 
 

 
 
 

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Filmreview: “Grave Encounters 2″ (2012)


 
 
 

Grave Encounters 2 – Story

 
 
 
Alex Wright (Richard Harmon) ist ein Horrorfilm-Junkie, wie er im Buche steht. Nicht nur, dass er eigene Filme dreht, er bespricht auch regelmäßig Horrorwerke auf seinem Youtube-Kanal. Seit geraumer Zeit beschäftigt ihn der Schocker “Grave Encounters”. Wright scheint fest der Überzeugung zu sein, dass das Filmdokument echt sei und beginnt Recherchen im Internet zu betreiben. Als er herausfindet, dass der gesamte Cast als verschollen gilt, trommelt er ein paar Freunde zusammen, mit deren Hilfe er das Rätsel rund um die Geschehnisse des “Grave Encounter”-Filmes lösen möchte. Kaum haben die Freunde den Schauplatz des Filmes betreten, beginnen sich die Ereignisse in der verlassenen “Collingwood-Psychiatrie” zu wiederholen…
 
 
 


 
 
 

Grave Encounters 2 – Kritik

 
 
 
Angenommen man dreht einen Horrorfilm, der unerwartet zum Geheimtipp avanciert.
Die klügste Vorgehensweise wäre vermutlich die, den lukrativen Überraschungs-Hit mit einer Fortsetzung weiterzuspinnen, um schnell noch im Fahrwasser des Originals die Kasse klingeln zu lassen. Rasch kritzelt man einige Ideen auf Papier und wärmt einige Schockeffekte lau auf, die man bereits unzählige Male im Vorgänger präsentiert bekommen hat. Garniert mit einigen derben Splatter-Szenen hofft man nun, dass sich der Erfolg abermals wiederholt.
 
Der Film “Grave Encounters 2” ist ein derartiger Fall, der nun versucht, in die erfolgreichen Fußstapfen seines Vorgängers zu treten. Zu allem Erstaunen gelingt ihm das recht solide, dennoch erreicht er aber nur in den wenigsten Momenten die unheimlichen Qualitäten des Originals. Was den Film trotzdem durchaus sehenswert macht, ist der konsequente Wandel seines Erzählstils, denn “Grave Encounter 2” bietet im Grunde nichts wirklich bahnbrechend Neues, ist aber trotzdem im Vergleich zum ersten Teil ganz anders.
Das subtil-schauerhafte Gruseln ist hier Mangelware. Vielmehr setzt der Film auf Hektik und Blutzoll. Die actionlastige Geisterhatz verirrt sich in einigen Momenten in recht deftigem Gekröse, sodass vor allem Splatter-Fans auf ihre Kosten kommen dürften.
Ob diese neue Richtung wirklich geschickt gewählt ist, sollte jeder für sich selbst entscheiden, denn vor allem Fans des Originals dürften sich bei “Grave Encounters 2” gehörig vor den Kopf gestoßen fühlen. Die Geister gehen arg rabiat zur Sache, sodass die eigentlich beunruhigend-ängstigende Atmosphäre, zugunsten deftiger Splatter-Exzesse in den Hintergrund rückt. Vermutlich war Regisseur “John Poliquin” darin bestrebt mit seiner Fortsetzung verschiedene Filmgeschmäcker anzusprechen. Gerade in Zeiten unzähliger Geister-Found-Footage-Filme, die allesamt allein nur das unspektakuläre auf-und-zu-schieben von Schränken und Türen fokussieren, scheint “Poliquin” bestrebt darum zu sein, andere Wege gehen zu wollen und sich ein wenig vom Subtilen zu distanzieren. Da aufgrund von “Hostel“, “Saw” und Co. selbstzweckhafte Gewaltakte zum üblichen Bild aktueller Horrorfimlware geworden sind , macht hierbei natürlich auch “Grave Encounters 2” keine Ausnahme und schwimmt geschwind auf dieser populären Welle mit.
 
Natürlich gibt es neben dem teilweise arg schroffen Gesplattere und dem lukrativen Recyclen altbewährter Erfolgsrezepte auch jede Menge “Neues” in “Grave Encounters 2” zu bestaunen. Regisseur “John Poliquin” ist stets darum bemüht, die Geschichte des Anwesens weiterzuerzählen. Auch wenn hin und wieder ein gewisses Déjà-vu Gefühl eintreten will, so schafft er es dennoch etwas Licht rund um die Geschehnisse der leerstehenden Psychiatrie zu bringen. In bekannter “House on Haunted Hill“-Manier erzählen einige groteske Geistererscheinungen von der Geschichte dieser Klinik und beantworten so einige wesentliche Fragen, die bisher unbeantwortet blieben.
Auch wenn es ein wenig an Zeit benötigt, bis der zweite Aufguss überhaupt an Fahrt gewinnt, so kann man “Poliquin” nicht vorwerfen, dass er mit seiner Rückkehr in das Spukgemäuer langweilt. Zwar dauert es geschlagene 40 Minuten bis der Film überhaupt zum Punkt kommt, hat er die dann jedoch erreicht, bietet das schweißtreibende Tempo mit welchem “Grave Encounters 2” davonradelt, dem Zuschauer kaum Zeit zum Verschnaufen. Die ahnungslosen Kids werden von einer Szenarie zur nächsten getrieben, immer die Angst im Nacken haben zu müssen, kreativ um die Ecke gemeuchelt zu werden. Auch wenn die Geschichte gegen Ende hin fast schon surreale Züge erhält und sich die Helden in einer Art Parallelwelt wiederfinden, so kann man sich als Filmfreund nicht darüber beschweren, trotz allem hanebüchenen Hocus Pocus, sich doch irgendwie kurzweilig unterhalten gefühlt zu haben.
 
 
 
Grave Encounters 2” ist ein zweischneidiges Schwert und dürfte vor allem Freunde des ersten Teils vor den Kopf stoßen.
Von unheimlicher und subtiler Atmosphäre ist hier kaum noch irgendwas zu verspüren. Nervenstrapazierende Schockeffekte sind in dieser Fortsetzung Mangelware und werden schier und einfach durch derbe Splatter-Effekte ausgetauscht. Die Geister demonstrieren kontrovers schroff, wie man unwillkommene Gäste wahrhaftig unwillkommen begrüßt, sodass das Sequel für Freunde wohldossierten Gruselns vollkommen unangebracht ist. Statt jugendfreier “Paranormal Activity“-liker Umsetzung geht es hier deftig zur Sache. Da werden Köpfe zerquetscht und eingetreten und Leiber mittels Starkstrom zerfetzt und verbrannt. Das Splatter-Herz dürfte vor derart ungenierter Zeigefreudigkeit vor Freude tanzen. Trotzdem, auch wenn die Erwartungen im Vergleich zum Vorgänger kaum erfüllt werden können, so kann man nicht behaupten, dass “Grave Encounters 2” eine miese Fortsetzung ist. Sicherlich erfindet auch dieser Spuk-Film das Genre nicht neu und auch sonst hat man all das, was der Film letztendlich bietet, bereits um Längen besser woanders gesehen.
Dennoch hat dieses Sequel auch seine Momente, die zudem aufgrund der hervorragenden technischen Fingerfertigkeit zu überzeugen wissen. Gerade gegen Ende hin sind die Grenzen des typischen Found-Footage-Filmstil kaum noch als selbige zu erkennen. Da wird die Kamera von Geistern getragen, die dann um die verbleibenden Protagonisten umherschwirren. Aber auch die wenigen Geistereffekte (siehe Filmplakat!) sind als ziemlich gelungen zu betiteln und heben “Grave Encounters 2” über den Durchschnitt.
 
 
 


 
 
 

Grave Encounters 2 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Deftiger Splatter statt wohldosiertem Gruselvergnügen – Eine gelungen Fortsetzung, die sich zwar altbewährter Mechanismen des ersten Teil bedient, dennoch irgendwie vollkommen anders ist.
 
 
 


 
 
 

Grave Encounters 2 – Zensur

 
 
 
Aufgrund einiger recht deftiger Szenen, dürfte die deutsche Filmfassung ungeschnitten mit “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erscheinen.
 
 
 


 
 
 

Grave Encounters 2 – Trailer

 
 
 

 
 
 

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Filmreview: “Silent Night” (2012)

silent night (2012) poster
 
 
 

Silent Night – Story

 
 
 
Weihnachten steht vor der Tür und ein kleines amerikanisches Städtchen bereitet sich mit einem riesigen Festumzug auf die bevorstehende Weihnachtsfeiertage vor. So wirklich genießen kann die unscheinbare Polizistin „Aubrey“ das Weihnachtsfest nicht, ist es ausgerechnet sie, die in der besinnlichen Zeit ihren Pflichten als Polizistin nachgehen muss. Zu allem Übel gerät sich auch noch an einen irren Killer, der sich als Weihnachtsmann getarnt an die Aufgabe macht, einige “unartige” Bewohner des Ortes auf recht grausame und tödliche Art und Weise zu bestrafen!
 
 
 


 
 
 

Silent Night – Kritik

 
 
 
Als zu Beginn der 80er Jahre die beiden Slasher-Filme “Halloween” und “Freitag der 13.” weltweit einen regelrechten Horrorboom auslösten, war es nur eine Frage der Zeit bis auch andere, eigenständige Filmserien entstanden, die sich den obligatorischen Slasher-Regeln bedienten. Neben der “Sleepaway Camp” und der “Nightmare on Elm Street“-Reihe führte auch der unscheinbare Thriller “Silent Night – Deadly Night” zu einem ganz passablen Erfolg, sodass im Laufe der darauffolgenden Jahre vier weitere Fortsetzung des Franchise folgten.
Nun, fast 30 Jahre später und im Zuge der gewinnträchtigen Remake-Welle Hollywoods scheint nun mit dem vorliegenden “Silent Night” auch der makabre Weihnachts-Slasher aus dem Jahre 1984 eine erfrischende Jungzellenkur spendiert bekommen zu haben.
 
Vom liebenswert-naiven und trashig-poppigen 80er-Jahre Teenie-Horror-Charme ist in der Neuauflage kaum noch etwas zu spüren. Stattdessen wird dem Zuschauer eine katastrophal ideen- und seelenlos zusammengeflickte Weihnachts-Geschichte untergejubelt, die sich einzig mit einigen blutrünstigen Slasher-Effekten über Wasser halten kann und bis auf den Killer kaum noch etwas mit dem filmischen Original gemein hat. So wirklich fesseln will “Silent Night” zu keiner Minute, was vor allem an dem überaus zäh erzählten Plot und dem belanglosen Story-Geflecht liegen mag. Die Geschichte wird hierbei aus der Sicht der Mitt-30er Titelheldin “Aubrey” geschildert, die bereits in jüngster Vergangenheit einen tragischen Schicksalsschlag erlitten hat und nach einigen beruflichen Niederlagen nicht daran glaubt, sich in ihrer Tätigkeit als Polizistin behaupten zu können.
 
Derart sensible Protagonisten scheint eigentlich wie für einen Slasher derart Sorte gemacht – dennoch, zum Leidwesen der Geschichte will die uninteressante Situation, in der sich die Heldin
befindet und die handvoll gesichtsloser Handlanger, mit welchen sich “Audrey” im Verlauf der Handlung umherschlagen muss, überhaupt nicht zum Rest des Filmes passen. Schon bevor das muntere Treiben auf der Mattscheibe überhaupt in die Gänge gerät, benötigt “Silent Night” bereits über ein Drittel der Filmlaufzeit, wobei Regisseur “Steven C. Miller” zwar des öfteren darum bestrebt ist, die Handlung mit einigen nett-zynischen Wortspielereien aufzulockern, aber dennoch kläglich daran scheitert, das Publikum für sich zu gewinnen. Der heimliche Star dieses Films ist, man hätte es sich vermutlich bereits anhand des Filmplakates denken können, der kostümierte Killer, der sich leider viel zu selten blicken lässt. Erscheint er dann endlich, so zieht er mit seinen perfiden und wortkargen Spielchen vor allem Splatter-Fans in seinen Bann. Sein “Hostel“-likes Treiben erweist sich als äußerst politisch inkorrekt und überaus rabiat, sodass hiesige Zensurbehörde vermutlich allein schon beim Einführungs-Mord Alarm trällern dürfte.
Kreatives Töten steht in “Silent Night” an erster Stelle und macht hierbei dem Wort “Slasher” alle Ehre. Da werden spitze Geweihe (Hommage an das Original) und Lichterketten als Mordinstrumente genutzt – aber auch auf traditionellem Wege entledigt sich “Bad Santa” seiner Opfer mit einer Axt.
 
Immerhin sind die letzten 20 Minuten ganz unterhaltsam, und wissen durchaus zu gefallen.
Genretypisch sieht sich die Heldin mit dem Bösen konfrontiert und bittet zum eifrigen Schlagabtausch, wobei sich der recht spannende Abschluss-Fight in “Argento”-resken Farbspielereien äußert und den Film dadurch noch halbwegs ertragbar erscheinen lassen.
 
 
 
Das Remake zu “Silent Night-Deadly Night” ist zu aller Enttäuschung nicht einmal annähernd so bombastisch ausgefallen, wie es der Trailer zuvor versprochen hatte.
Sah man im Trailer selbst diverse Mordutensilien durch die Luft wirbeln und erhofften sich Filmfreunde einen flotten Slasher-Hick-Hack der Extraklasse, so äußert sich das nun fertige Werk als enttäuschender Rohrkrepierer. Das belanglose und vor allem überraschend “schneelose” Unterfangen plätschert genüsslich vor sich hin, ohne das überhaupt irgendetwas Nennenswertes passiert. Sobald jedoch der maskierte Killer im Santa-Kostüm über die Mattscheibe schleicht, offenbart “Silent Night” seine eigentlichen Qualitäten. Und die zählen nun einmal in der genretypischen “Abarbeitung” der obligatorischen Kills, deren kreative Vollstreckung nicht nur Splatter-Fanherzen höher schlagen lassen dürfte. Aufgrund der teilweise kruden Vorgehensweise (u.a. schreckt “Bad Santa” auch nicht davor zurück, unartige Kinder in den Tod zu meucheln) dürfte eine ungeschnittene Filmfassung in Deutschland vorab fraglich. Neben den grafisch ansprechenden Morden erweist sich vor allem das Finale als eigentlicher Glanzpunkt des Filmes und lässt den Horrorfilm-Freund nicht ganz so verbittert vorm heimischen TV-Apparat zurück, denn das straff inszenierte Ende entschädigt den schnöden Hauptteil und machen “Silent Night” zu einem soliden Slasher ohne Überraschungen. Trotz aller Kritik – die technische Komponente gefällt, denn die schaut gänzlich hochwertig aus und lässt vermuten, dass “Silent Night” eigentlich für einen Kinorelease angedacht war. Aufgrund der teilweise unzureichend überzeugenden Umsetzung dieses Neu-Aufgußes, schien den Produzenten eine Heimkinoauswertung lukrativer, sodass “Silent Night” in Amerika (bis auf einige Screenings in ausgewählten Kinos) direkt auf Blu-ray und DVD veröffentlicht wurde.
 
Unterm Strich bleibt solide Durchschnittsware, die der Bezeichnung “Remake” teils kaum gerecht werden kann und vielmehr als Sequel durchgeht, anstatt als Neuinterpretation! Das offene Ende, erahnt, wie schon so oft, eine mögliche Fortsetzung.
 
 
 


 
 
 

Silent Night – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Blutiger Edel-Slasher für Splatter-Fans, der erst in den letzten Filmminuten an Fahrt gewinnt – Dennoch unbedeutende und arg enttäuschende Durchschnittskost!
 
 
 


 
 
 

Silent Night – Zensur

 
 
 
Aufgrund der arg kruden Vorgehensweise (Weihnachtsbaum-Shredder-Szene) und der Ermordung von Kindern dürfte eine deutsche ungeschnittene Freigabe fraglich sein.
 
 
 


 
 
 

Silent Night – Trailer

 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “Silent Hill: Revelation” (2012)


 
 
 

Silent Hill: Revelation – Story

 
 
 
Ein bemitleidendes Leben führt Heather Mason (Haupt-Protagonistin des 3. Teils der Videospielreihe) da.
Nicht nur, dass sie zusammen mit ihrem Vater in permanenter Flucht lebt, immer auf der Hut sein zu müssen, nicht von düsteren Mächten aufgespürt zu werden – an ihrem 18. Geburtstag wird sie zudem auch noch von schrecklichen Albträumen geplagt, für deren Ursache sie keine Erklärungen findet. An ihrem ersten Schultag an einer neuen Schule lernt sie den gleichaltrigen Vincent kennen, der sich ebenso als einzelgängerischen Außenseiter zwischen all den lebenslustigen Kids betrachtet. Anfänglich noch sehr distanziert schließt sie aus der Not heraus Freundschaft mit dem unnahbaren Zeitgenossen. Seine kameradschaftliche Unterstützung wird sie auch dringend benötigen, denn als sie am nächsten Tag schmerzlichst feststellen muss, dass jene bedrohenden Mächte ihren Vater verschleppt haben müssen, führen alle Spuren in das Örtchen ihrer Albträume: „Silent Hill“ …
 
 
 


 
 
 

Silent Hill: Revelation – Kritik

 
 
 
Manchmal kann eine Fortsetzung auch zu einem reichlich bösartigen Fluch werden, zumindest dann, wenn ein Regisseur/Filmstudio auf Heller und Pfennig versuchen möchte, an die ohnehin grandiosen Qualitäten des Originals anzuknüpfen, ohne dabei jedoch eigene Ideen entwickeln zu wollen. Ein derartiger Fall scheint das filmische Sequel eines der gelungensten Videospielumsetzungen ever zu sein. Als vor fünf Jahren die frohe Kundschaft einer kommenden Kinoadaption des „Konami“-Kultspiels „Silent Hill“ durch die weltweiten Filmforen geisterte, stoß der kreative Ideenreichtum des französischen Regisseurs „Christophe Gans´“ gerade unter den Anhängern der Spielreihe auf wenig Gegenliebe. Eben weil die bisherigen Spielfilmumsetzungen anderer bekannter Game-Reihen („Resident Evil“, „Far Cry“, „Super Mario Bros.“) kaum überzeugen konnten und es selten schafften, das jeweilige Game-Feeling auf die Kinoleinwand zu transferieren, sahen Konsolenspiele-Fans bereits vor der kommenden Kinoauswertung rot für den „Silent Hill“-Kinofilm. Als die Umsetzung jedoch 2007 in den weltweiten Lichtspielhäusern anlief, überzeugte „Christophe Gans“ mit seinem Ausflug in das trostlose, kleine Städtchen nicht nur die Fanbase. Auch Kritiker weltweit lobten „Gans´“ für seine äußerst detailverliebte und stimmige Inszenierung des Horrorspiels, die sich teilweise sogar schon zu krampfhaft an der Vorlage klammerte, aber in der zweiten Filmhälfte eigene künstlerische Wege geht. Nach dem überraschenden Erfolg des Filmes beauftragte die Produktionsschmiede „Gans´“ mit einer Fortsetzung des Überraschungs-Hits. Dieser lehnte jedoch, aufgrund von Zeitengpässen, dankend ab und übergab das Regie-Zepter an „Michael J. Bassett“, der bereits einschlägige Erfahrungen im phantastischen Genre vorweisen konnte („Wilderness“, „Deathwatch“) und sich neben der filmischen Umsetzung auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnete.
 
Nun, fünf Jahre später steht mit „Silent Hill: Revelation“ die angekündigte Fortsetzung ins Haus, die sich bereits seit Frühjahr 2011 in der Produktion befand. Oftmals deuten derart langwierige Produktionsprozesse nicht gerade von filmischen Qualität, denn nicht selten kommt es vor, dass nach Drehschluss selbst Produktionsstudios unzureichend überzeugt von ihren Filmen sind, sodass sie diese direkt auf dem Heimkinomarkt veröffentlichen. Im Falle von „Silent Hill: Revelation“ darf diesbezüglich jedoch Entwarnung gegeben werden, denn gänzlich den ersten Kritiken und Meinungen, ist der zweite Ausflug in das düstere Städtlein ganz passabel ausgefallen. Natürlich liegen im direkten Vergleich zum genialen Vorgänger Welten, was hauptsächlich an der etwas zu offensichtlichen Ideenarmut und dem einfach konzipierten Drehbuch liegen mag. Denn eine wirklich weitreichend tiefgründige Geschichte hält die Rückkehr nach „Silent Hill“ nicht parat. Immerhin war Drehbuchautor und Regisseur „Michael J. Bassett“ darum bemüht die Geschehnisse um die Geisterstadt unterhaltsam weiterzuspinnen und einige Ungereimtheiten des Vorgängers plausibel zu klären.
 
Einige Rätsel um den Ort werden gelüftet und bringen vor allem für Nichtkenner des Videospiel mehr Licht in das teilweise wirre und surreale Handlungsgestrüpp um „Silent Hill“. Dennoch, trotz lobenswerten Ambitionen bietet „Silent Hill: Revelation“ auch genügend Grund zur Kritik. Zum einen wäre da die arg lieb- und seelenlose Inszenierung. Denn so wirklich „Silent Hill“-typisches Flair will selten aufkommen. Statt auf das stimmige Setting und die subtile Erzählweise der Videospiele und des Vorgängers zu setzen findet sich der Zuschauer in einer äußerst „Hellraiser“-resken Umgebung wieder. Die Geschehnissen gestalten sich als arg düster und unzulänglich hektisch. Der groteske und schaurige Nebel und die superbe Parallelwelt, die der Game-Reihe seinen unverwechselbaren Charme eingebracht haben, spielen selten eine tiefgreifende Rolle.
 
Stattdessen hetzt die Protagonisten „Heather“ von einem Schauplatz zum nächsten und klappert dabei in Rekordzeit die vom Drehbuchautor vorgesehenen Monsterbegegnungen ab, um zumindest der Fanbase halbwegs gerecht zu werden. So wirklich spektakulär kommen das Monsterdesign und deren Auftritte nicht daher, zumal die grotesken Gestalten teilweise nur in Bruchteilen von Sekunden über die Kinoleinwand huschen. Oftmals mag man als Zuschauer das Gefühl nicht loswerden wollen, als hätte der Film zwingend nach 80 Minuten enden „müssen“, sodass einfach kaum Zeit (und Budget?) vorhanden gewesen wäre, den düsteren Höllenbewohnern mehr Zeit einräumen zu können. Das ist arg bedauerlich, sind doch gerade die theatralischen Auftritte der seltsamen Kreaturen und die unwirkliche Atmosphäre für ein Franchise wie „Silent Hill“ so essentiell.
 
Immerhin lässt sich eine gewisse Kurzweiligkeit nicht von der Hand weisen. Trotz dem teilweise fast schon hektischen Überschlagen der Ereignisse gegen Ende des Films, sind die mageren 80 Minuten Filmlaufzeit schnell erreicht, machen das Sequel aber zu einem arg zwiespältigen Horror-Genuss, dass zwar irgendwie unterhält, aber dennoch keinen wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt. Da kommt es dem Film letztendlich auch nicht wirklich zugute, die offensichtliche Ideenlosigkeit und die arg seelenlosen Inszenierung mit einigen netten 3D-Effekten zu vertuschen.
 
 
 
Silent Hill: Revelation“ ist weder Fisch noch Fleisch. Der zweite Ausflug in das verschlafene Höllenstädtchen ist kein wirklich mieser Film, besitzt aber zu keiner Minute die künstlerischen Raffinessen seines Vorgängers und die der ersten drei Videospiele der Reihe. Immerhin schafft es Regisseur „Michael J. Bassett“ etwas Licht ins Dunkel der Gegebenheiten rund um den grotesken Ort zu bringen. Leider fehlt es der Fortsetzung an eigenen und vor allem frischen Ideen, sodass sich das Sequel hauptsächlich als ein uninspirierter Aufguss des Geschehnisse des ersten Teils äußert, dem hauptsächlich die grotesk-süßliche Schaueratmosphäre fehlt, die das Original und die gesamte Spiele-Reihe so unfehlbar einzigartig gemacht haben.
 
Die superben Monster sind zwar da, spielen aber kaum eine wesentliche Rolle. Sie huschen teilweise nur in Bruchteilen von Sekunden über die Kinoleinwand, enttäuschen aber mit ihren unspektakulären Auftritten. Unterm Strich bleibt ein kurzweiliges Gruselvergnügen mit Ecken und Kanten, das aber den Videospielen (Teil 1-3) gehörig hinterherhinkt und selten zusammenzucken lässt. Im übrigen wirken die wenigen Splatter-Effekte vollkommen unangebracht, lebt „Silent Hill“ seit jeher von seiner subtilen Grundstimmung und der Angst vor dem Ungewissen im dichten Nebel, welcher den unheimlichen Ort umgibt.
 
 
 


 
 
 

Silent Hill: Revelation – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Ein Sequel, das der schaurigen Vorlage uninspiriert hinterherhinkt und zu keiner Zeit die Qualitäten des Vorgängers erreicht. Schade!
 
Weitere Informationen rund um den Film, lassen sich zudem auf der filmbezogenen Facebookseite beschmöckern: Silent Hill 2 Facebookseite
 
 
 


 
 
 

Silent Hill: Revelation – Zensur

 
 
 
“Silent Hill: Revelation” ist nicht sonderlich brutal – Die Heimkinofassung ist FSK16-geprüft!
 
 
 


 
 
 

Silent Hill: Revelation – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Silent-Hill-Revelation-Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Silent Hill: Revelation; USA 2012

Genre: Horror/Thriller

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (16:9), 1080p

Laufzeit: 94 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray mit Wendecover, Erstauflage mit Pappschuber

Extras: diverse Werbetrailer, Trailer zum Film in Deutsch und Englisch, Audiokommentar des Regisseurs, Making of (51 min), Entfallene Szenen (11 min) inklusive zuschaltbarer Audiokommentare, Making of des Abspanns (6 min), Die Anatomie von 3 Szenen anhand des Storyboards (6 min), eine kurze Filmeinleitung des Regisseurs (1 min), Bei den Universal Hollywood Horror Nights (5 min)

 
 
 
Für einen arg in der Horrorfilmszene verissenen Film wie “Silent Hill 2″ kommt die nun vorliegende Blu-ray aus dem Hause “Concorde” überraschend hochwertig und umfangreich daher. Dabei hat sich “Concorde” nicht lumpen lassen und der Blu-ray-Veröffentlichung zudem einen hübschen Pappschuber spendiert, der vor allem Sammlern positiv ins Auge stechen dürfte. Neben eine hervoragenden optischen Präsentation gibt es zudem ein Wechselcover, das vor allem FSK-Flatschen-Gegner durchaus zufriedenstellen dürfte. Nach dem Einlegen der Scheibe erwartet dem Filmfreund einige obligatorische Werbetrailer kommender Highlights des Publishers. Ein, aus den besten Szenen des Films zusammengeschnittenes Menü, bietet die Wahl zwischen Hauptfilm und einem umfangreichen Extra-Sektor, der allerhand Einblicke in die Produktion bietet. Lobenswerterweise ist das gesamte Bonusmaterial (bis auf den Audiokommentar des Regisseurs) Deutsch untertitelt, sodass vor allem all jene Fans der Videospielreihe und der Filmserie auf ihre Kosten kommen werden, die dem perfekten Englisch nicht mächtig und auf eine deutsche Untertitelspur angewiesen sind. Über die Ton- und Bildqualität brauchen wir an dieser Stelle kaum ein kritisches Wörtchen verlieren – die technische Ausstattung ist unglaublich hochwertig!
“Silent Hill 2″ wird neben der normalen Blu-ray, auch als DVD und 3D Blu-ray angeboten. Alle Veröffentlichungen sollen über einen attraktiven Schuber verfügen.
 
 

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Silent Hill: Revelation 3D (+ Blu-ray) [Blu-ray 3D] bei AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

Silent Hill: Revelation – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “The Caller” (2011)


 
 
 

The Caller – Story

 
 
 
Auf der Flucht vor ihrem aggressiven Ex-Mann zieht der frische Single Mary in ein eigenes Apartment. Kaum eingezogen und sich´s gemütlich gemacht klingelt alsbald auch das Telefon. Eine nette ältere Dame namens „Rose“ meldet sich am anderen Ende und scheint ersichtlich irritiert, als sie nicht wie erhofft mit „Bobby“ sprechen kann.
Nachdem Mary ihr erklärt, dass es sich wohlmöglich um eine Missverständnis handeln muss, „verwählt“ sich Rose nun öfters und versucht der jungen Mary klarzumachen, dass sie direkt aus der Vergangenheit versucht mit ihr telefonisch Kontakt aufzunehmen.
Verwirrt, ungläubig und ersichtlich genervt von denen stündlichen Anrufen versucht Mary der älteren Frau zu verstehen zu geben, dass sie ihr keinen Glauben schenken möchte und bricht den Kontakt ab.
Doch die Anruferin lässt sich nicht einschüchtern und versucht Marys Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen, indem sie ihr einen plausiblen Beweis nach dem nächsten liefert.
Was jedoch als verwunderliches und neckisches Kinderspiel beginnt dümpelt allmählich in ein verängstigendes und höchst erschreckendes Fiasko.
 
 
 


 
 
 

The Caller – Kritik

 
 
 
Oh, mein Gott.
 
Schwer einen Film zu reviewen, wenn man darauf achten muss, nicht zu viel des Inhalts zu spoilern.
Wer sich den Spannungsaufbau und den wahrlich verblüffenden Plottwist des wirklich exzellenten Mystery-Streifens nicht vermiesen lassen möchte, sollte ab HIER das Lesen der Review direkt einstellen!
 
Vorab, warum dieser wirklich höchst effektive in Szene gesetzte Mystery-Thriller es bisher nicht geschafft hat in den hiesigen Lichtspielhäuser anzulaufen ist mir ein Rätsel.
Diese Art von Film ist wahrlich dafür geschaffen auf großer Kinoleinwand zu schockieren und zu erschrecken. Nun gut, die Schockrate des „Anrufers“ ist relativ niedrig (eigentlich schade, das wäre das „I-Tüpfelchen“ gewesen) aber „The Caller“ hat es bei mir alten Horrornerd geschafft, endlich mal wieder für echt fiese Gänsehaut zu sorgen.
Dabei beginnt der Film recht unspektakulär und schafft es innerhalb kürzester Zeit ein enorm unangenehmes Bauchgefühl zu entwickeln.
Großes Lob geht dabei an die Drehbuchschreiberlingen, die wirklich merklich an der Spannungsschraube drehen und mit ihren falschen Fährten und Wendungen für ordentliches Herzrasen sorgen. Die Story hört sich auf den ersten Blick recht belanglos an, aber hat es faust-dick hinter den Ohren. Der Plot-Twist ist eine derartige Ohrfeige wie man sie in dieser Form schon lange nicht mehr gesehen hat. Dabei erinnert das Grundgerüst der Geschichte von „The Caller“ ein wenig an den vor einigen Jahren erschienenen „Frequenzy“, indem ebenfalls ein Vater mit seinem Sohn aus der Vergangenheit Kontakt aufnimmt.
 
Natürlich bot „Frequenzy“ ein viel lukrativeres Budget für ausufernde jugendgerechte Effekte. „The Caller“ hatte diese Grundlage natürlich nicht und die recht makaberen Spezialeffekte (es gibt nur einen digitalen Effekt und der ist wirklich enorm fies) sind alles andere als ausufernd und eher jugendfrei – trotzdem, dieser Film beweist mal wieder, dass kein Millionenschweres Budget, völlig überbezahlte Starauftritte und neuste digitale Tricktechnik von Nöten sind, um einen sehenswerten Film zu zimmern. „The Caller“ lebt vordergründig von seiner handvoll sympathischen und überaus talentierten Darstellern (Ex-Freund Steven/ gespielt von Ed Quinn übt eine derart unangenehme Präsenz aus, man muss es gesehen haben), seiner überaus bedrohlichen Atmosphäre, der recht subtil eingesetzten Soundkulisse (an manchen Stellen und einigen Kamerafahrten dürften „Silent Hill“ – Fans ersichtlicht Freude haben) und der Anruferin „Rose“, die eine neue Art des Mordens für sich entdeckt.
Suspense in seiner Reinform, was will der gierige Horrorfilm-Fan eigentlich mehr.
So sollte ein Gruselfilm ausschauen, und nicht anders. Neben den zum erbrechen totgefilmten „Hostel“-, „Saw“- und Slasherplagiaten bietet „The Caller“ enorm frische Abwechslung im riesigen Pool mehr schlechter als rechter Horrorproduktionen.
 
 
 


 
 
 

The Caller – Fazit

 
 
 
Fazit: 8/10 Punkte
 
Ein wahnsinns-erfrischend-makabres Filmchen, wie man es schon lange nicht mehr gesehen hat. Was als verblüffendes Rätselraten beginnt, endet in einem enorm unangenehmen Finale.
Uneingeschränkt empfehlenswert.
 
 
 


 
 
 

The Caller – Zensur

 
 
 
Der Film ist bereits auf DVD/ Blu-ray erhältlich und ungeschnitten ab 16 freigegeben!
 
 
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The Caller – Trailer

 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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