Filmreview: “Jack the Reaper – Jahrmarkt des Grauens” (2011)
Ein Schulausflug der etwas anderen Art:
Um sich die nötige Mindestanzahl an Punkten zu verdienen, nehmen einige Schüler, an einem außerschulischen Exkurs in ein Eisenbahnmuseum teil.
Auf dem Rückweg verunglückt der Schulbus unglücklich mitten in der Pampa und die Schüler realisieren nach dem ersten Schock, dass sie scheinbar allein gelassen wurden.
Weit und breit ist weder der begleitende Lehrer noch der Busfahrer zu sehen und fernab des Busses entdecken die Jugendlichen einen vermeintlich belebten Jahrmarkt.
Nach anfänglicher Skepsis verlassen einige Schüler den Bus und erhoffen die rettende Hilfe auf dem Jahrmarkt.
Trotz bunter Lichterflut findet die missmutige Truppe weder Gäste noch Jahrmarktangestellte vor. Doch leider scheinen sie nicht so allein, wie anfänglich vermutet. Denn irgendetwas scheint die Schüler aus dem Dunkel der Nacht heraus zu beobachten.
Und da ist er wieder „Candyman“- Darsteller Tony Todd, der sich scheinbar den Posten des cineastischen Vermittlers zwischen Leben und Tod gesichert und vermutlich darin die Rolle seines Lebens gefunden hat.
Ebenso wie in diversen „Final Destination“ – Teilen warnt er auch in „Jack the Reaper“, getarnt als Museumsführer, vor dem bevorstehenden unschönen Ableben der ahnungslosen Protagonisten.
Natürlich scheinen, die extrem oberflächlich skizzierten Charaktere, nicht so wirklich den Sinn seiner weisen Worte zu verstehen, denn hätten sie neben „The Hills have Eyes“ (die „Scream“-reske Anspielung auf aktuelle Horrorfilme im Film ist unverkennbar) auch die „Final Destination“- Filmreihe gesichtet, würden sie wahrscheinlich bereits zu Beginn erahnen können, was ihnen im Laufe ihres Filmes bevorstehen wird.
Der geübte Filmfreund zumindest, dürfte schon nach 10 Minuten Filmlaufzeit wissen, was den skurril agierenden Pappnasen blühen dürfte.
Denn von der wahrlich vernünftigen Sorte, scheint keiner der zig Charaktere zu sein, denn ihr Handeln gestaltet sich, wie hätte es auch anders sein können, als ordentlich dumm und unvernünftig.
Demnach wird natürlich das gesamter Register genreüblicher Klischees abgehandelt und wohl bekömmlich, einfach verständlich, sowie splatter- und blutfrei auf TV-Soap-Niveau geblasen.
Vom fetten Widerling, der perdu aufgrund seiner Körperproportionen gemobbt wird, über den arroganten Football-Schönling, der alles und jeden flachlegt bis hin zum Quotenschwarzen, der ab und an sinnfreies Pseudomoral-Gefasel zum Besten trällert, dürften dem Film vermutlich jedes stereotype Klischee, der letzten 30 Jahre Horrorfilmgeschichte, zu Grunde liegen.
Dabei entpuppt sich das recht dürftig und oberflächlich ausgearbeitete Drehbuch als absolute Spaßbremse.
Denn sieht man einmal von der 10minütigen Filmeinleitung ab, die jeden Charakter oberflächlich skizziert und diverse Konflikte zwischen den Charakteren untereinander grob beschreibt, bleibt letztendlich eigentlich nur noch das kurze 10minütige Finale über, dass überhaupt wesentlich wichtig ist für Geschichte.
Dazwischen geschlagene 60 Minuten nervig sinnfreies Gequassel und Gepose der unzähligen Holzköpfe, die sich gehörig Zeit damit lassen, die diversen Attraktionen des Jahrmarktes zu erkunden. Ist zwar schön und gut, aber für den Filmfan unbrauchbar und quälend langweilig, zumal das munteres Treiben aufgrund chronischer Bluarmut nicht einmal auf dieser Ebene überzeugen kann.
Natürlich sei auch an dieser Stelle zu erwähnen, dass man die Logik des Handelns, der diversen Exkursteilnehmer nicht hinterfragen sollte. Anstatt in einer seltsamen Situation, wie sie dem Film zu Grunde liegt, misstrauisch beäugend alles zu hinterfragen, lassen die Jugendlichen erst einmal ordentlich die Sau heraus.
Gut nur, dass im Verlauf der Handlung titelgebender „Jack the Reaper“ zur außergerichtlichen Verurteilung lospilgert um den Schülern gehörig die Leviten zu lesen, denn derart nervige Kinder, wie in diesem Horrorfilm, müssen einfach bestraft werden.
Dabei dürfte der Killer „Jack“ der einzig nennenswerte Grund sein, warum man sich diesen unzureichend unterhaltsamen Film überhaupt anschauen sollte.
„Jacks“ Make-up Design gestaltet sich, mit seinen nichtvorhandenen Augäpfeln und dem diabolischen Grinsen, als recht sehenswert und „really creepy“.
Leider darf der Killer nur unzureichend in Erscheinung treten und seine „Bestrafen“ kommt bedauerlicherweise recht züchtig und vor allem nervend jugendfrei daher.
Etwaige Hintergründe über seine Person bleiben ungeklärt, wohlmöglich um zumindest noch halbwegs goutierbaren Horrorstoff für eine mögliche Fortsetzung zu besitzen.
Fazit 5/10
Durchschnittlicher Horrorfilm auf TV-Niveau, der zwar einen recht freakigen Filmkiller parat hält, aber aufgrund der absolut dummen Inszenierung und vor allem des enttäuschend geringen Blutzolls dem geübten Horrorfan, trotz „Tony Todd“ – Kurzauftritt, kaum zufriedenstellende Unterhaltung bieten dürfte.
FSK-Fassung ist mit FSK 16 ungeschnitten.
Es gibt noch eine DVD/Blu-ray, die eine „Keine Jugendfreigabe“ – Kennzeichnung besitzt. Dort bezieht sich die Freigabe vorwiegend auf das Bonusmaterial der Scheibe, nicht aber auf den Hauptfilm, denn der ist uncut frei FSK16.
Hellraiser80
Geschnittener “Final Destination 5″ – Vorsicht geboten beim Kinokartenkauf!
Fans der überaus erfolgreichen “Final Destination“- Reihe sollten ab kommender Woche das Kinoprogramm des Kinos ihrer Vertrauens genauer studieren.
Warner hat neben der ungeschnittenen “keine Jugendfreigabe / FSK18” – Filmversion, auch eine leicht entschärfte “FSK16” – Version von “Final Destination 5” prüfen lassen.
Ich gehe davon aus, dass ebenfalls aus rein kommerziellen Gründen (um auch minderjährige Filmzuschauer in die Kinos zu locken) neben der UNCUT-Version der Fortsetzung die geschnittene Version im Kino anlaufen wird.
Hellraiser80
IMAX Spass und “Final Destination 5″
Nur noch wenige Woche, dann darf der “Tod” wieder auf Seelenwanderung gehen.
Der 5. Teil des sehr erfolgreichen Movie-Franchise erscheint, wie Teil 4 zuvor, auch in unseren Gefilden erneut direkt in 3D.
Und als ob das nicht schon genug des Spasses wäre gibts die volle Gewaltwumme auch gleich in allen IMAX-Kinos Deutschlands.
Wenn das mal keine Ansage seitens WARNER Bros. Filmverleih ist.
Dafür gibts direkt ein Bienchen ins Muttiheft.
“Final Destination 5″ darf ab 25.08.2011 im Kino “begutachtet” werden.


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