Filmreview: “Asylum Blackout / The Incident” (2011)
Das Genre des Horrorfilm hat es oftmals nicht leicht. In keinem anderen Genre ist die Rate zugenannter Nachwuchsregisseure so stätig am steigen, wie in diesem.
Was man da regelmäßig als Filmfreund serviert bekommt ist oftmals jenseits von Gut und Böse und hat die Bezeichnung “unterhaltsamer Filmbeitrag” leider meist gar nicht verdient.
Wer regelmäßig den “Filmcheck“-Filmblog verfolgt dürfte vermutlich rasch verstehen, was damit gemeint ist, denn in keinem Filmjahr wie diesem wurde man als Fan des unterschlagenen Filmes so merklich überschüttet von unprofessionell abgefilmten Erstlings-Genre-Filmen, wie 2011/2012.
Umso überraschter war ich, als ich das Debütwerk “Asylum Blackout” des Nachwuchsregisseurs “Alexandre Courtès“ sichten durfte, denn das ist wirklich überaus sehenwert und vor allem richtig spannend.
Eine handvoll angehender Rockstars und Freunde wollen hoch hinaus. Tagsüber arbeiten sie als Köche in der Küche einer Psychatrischen Anstalt für aggressive Gewaltverbrecher, des Abends werkeln sie an ihrer Karriere im Musikbusiness.
Doch das Schicksal meint es leider nicht so gut mit den Freunden, denn eines Abends, kurz vor Feierabend zieht ein merklich seltsames Gewitter auf und verursacht einen Stromausfall in der Anstalt. Grund genug für eine Horde Psychopathen, welche soeben in der anstalteigenen Mensa zu Abend speisen, einen munteren Streifzug durch die Gemäuer zu unternehmen. Schnell sind die Sicherheitsbeamten überwältigt und der Weg frei durch die Flure der Anstalt. In der Küche kämpfen derweil die Freunde um das nackte Überleben, denn die blutgieren Freaks wollen nur eins: töten, töten, töten.
Sicherlich ist das Thema “Revolte” oder “Aufstand” inmitten einer Hochsicherheitskomplexes nicht neu. Ob nun in Gefängnis oder Anstalt sei dahingestellt, es gibt bereits genügend mehr oder weniger sehenswerte Thriller oder Horrorfilme dieser Art.
Was “Asylum Blackout” dennoch sehenswert macht, ist die wirklich arg zermürbende und vor allem überaus klaustrophobische Grundstimmung der Geschehnisse. Man möge sich vorstellen, man ist mit 30 extrem gewaltbereiten Irren in einem Gebaudekomplex gefangen und kann nicht flüchten, da die Tore in die Freiheit, aufgrund hoher Sicherheitsauflagen verschloßen sind und man vergeblich auf Hilfe hofft. Ebenso ergeht es den Helden des Films, die sich den Weg in die Freiheit mit allerlei Schlaggeräten und Stichwaffen erkämpfen müssen. Dass es hierbei nicht minder gewalttätig zur Sache geht dürfte merklich auf der Hand liegen. Trotzdem, trotz einiger wirklich erschütternd-selbstzweckhaften Kröselszenen, schockiert hier weniger der Goregehalt, als vielmehr die kaltschnäutzige Kompromisslosigkeit, mit welcher die geistesgestörten Irren zu Sache gehen.
Allen voran Hauptbösewicht “Harry“, der eine arg unangenehme Präsenz ausstrahlt, extrem sadistisch zur Sache geht und den man vermutlich nicht im Dunklen begegnen möchte.
Wirklich erstaunlich ist, was hier mit mageren 500 000 Dollar Produktionskosten auf die Beine gestellt wurde. Der Film schaut verdammt hochwertig aus und an keiner Stelle in “Asylum Blackout” verrät der Film seine gering budgetierte Herkunft.
Sterile, extrem düstere und farblose Bilder sorgen für merklich Unbehagen und unterstreichen den recht depressiven und grausamen Unterton der Geschehnisse. Auch diverse wirklich subtile Kamerafahrten wissen zu gefallen und heben den Beitrag immens ab von der Masse an ähnlich gestrickten Horrorproduktionen. Dass Alexandre Courtésein wissbegieriger Anhänger diverse “Carpenter“-Klassiker sein muss, fällt direkt ins Ohr, wenn man sich auf den geschickt getricksten Soundtrack konzentriert – Parallelen zu “Assault“, oder “The Thing” sind hier unüberhörbar.
Mit “Asylum Blackout” erhält der Filmfreund eine wirklich heavy Horrorfilmbeitrag, den man als Fan von düsteren Genrebeiträgen unbedingt sichten sollte. Da sich der Film gehörig Zeit lässt, seine Helden zu skizzieren, verursacht letztendlich ihr sadistisches Ableben für arg unangenehme Magenkrämpfe beim Zuschauer. Der Kampf zwischen Gut und Böse fördert gehörig den Puls und ist in seiner ungeschönten Kompromisslosigkeit definitiv ein kleiner Genre-Geheimtipp.
Dass die Geschehnisse ab und an ein wenig an Glaubwürdigkeit verlieren, kehren wir mal schnellst möglich unter den Teppich, denn wir Horrorfilmfreunde wissen doch schon längst: “It´s only a “Horror”-Movie“!
Interessierte Horrorfilmfreunde müssen sich leider noch ein Weilchen Gedulden, den “Asylum Blackout” erscheint aller Voraussicht erst im Spätsommer 2012 in unseren Gefilden.
Einige Szenen im Film dürften der FSK bitter aufstoßen, sodass der Film in seiner ungekürten Form arge Probleme bekommen könnte.
Fazit: 7/10 Punkte
Kleiner, böser, ungeschönter Anstalts-Thriller, der einige richtig fiese Momente vorweisen kann.
Suspense und Spannung endlich mal wieder inklusive!
Ein wahrer Genre-Geheimtip!
FSK-Prognose: vermutlich nur geschnitten mit “Keine Jugendfreigabe”-Kennzeichnung
Hellraiser80
Filmreview: “Truth or Dare” (2011)
Der unscheinbare und introvertierte Felix hat es nicht leicht. Nicht nur, dass er von Allen ignoriert, verspottet und missachtet wird, auch Freunde hat auch keine.
Auf einer Abschlussfeierlichkeit soll sein Leben eine gänzlich andere Kerbe einschlagen, denn nebst Alkohol, Drogen und lauter Musik brodelt die Stimmung als eine der Partygäste vorschlägt das Partygame „Wahrheit oder Pflicht“ zu spielen.
Zu allem Unglück wird auch Felix zu dieser Party geladen und kommt auch gleich in den Genuss sich für „Wahrheit“ zu entscheiden. Als er demnach allen Anwesenden unter tobenden Gelächter offenbart, sich in die allseits beliebte und hübsche Gemma (Florence Hall) verliebt zu haben, gerät das Feiergeschehen außer Kontrolle.
Einige Monate später werden einige Gäste der Abschlussfeier überraschenderweise in ein Haus im Wald geladen, indem der schüchterne Felix eine ebenso trinkfreudige Geburtstagsfeier veranstalten möchte.
Kaum dort angekommen vermissen die Gäste jedoch den eigentlich Gastgeber vor Ort und machen unweigerlich Bekanntschaft mit dem smarten Bruder des einst Gepeinigten. Doch die vermeintlich heitere Stimmung ist schnell verflogen, denn Felix´s Bruder Justin (David Oakes – „Die Borgias“ – „Die Säulen der Erde“) scheint leider rein gar nicht in Feierlaune zu sein. Kaum die Tür der Hütte verschlossen, zückt Justin seine Waffe und richtet sie auf einen der Gäste. Für die vollkommen überraschten Anwesenden beginnt ein Kampf um Leben und Tod.
Ob nun „Prom Night“, „Patricks Höllentrip“, oder „Stephen King´s Carrie“, Filme in denen verletzte Seelen ihren, meist jugendlichen Peinigern, die Leviten lesen sind bereits fester Bestandteil in der Welt des Horrorkinos geworden und finden seit jeher wachsenden Zuspruch bei Filmfans weltweit. Leider bekleckert sich der Großteil derartiger Produktionen oftmals nicht gerade mit Ruhm, denn hier wird vordergründig die immerzu gleiche Geschichte abgespult, die uninspiriert nach bekannten Schema „F“ meist einzig darin Schauwert findet, die handvoll hirnloser Protagonisten möglichst kreativ um die Ecke zu meucheln.
Auch die aktuelle, recht hübsch aufpolierte Produktion „Truth or Dare“ macht da keine Ausnahme und erfindet das Rad nicht neu. Hier werden alle Register klischeebeladenen 80er Jahre „Rache“-Kinos gezogen und doch macht dieser kleine Horrorthriller eigentlich alles richtig.
Das mag wohl möglich daran liegen, dass Regisseur „Robert Heath“ ein glückliches Händchen bei der Auswahl seiner trinkfesten Protagonisten bewiesen hat, die gänzlichen entgegen jedes Slasher-Klischee endlich mal nicht unerträglich nerven. Dem Film kommt das unweigerlich zu Gute, denn die weniger Charaktere sind recht zugänglich und sympathisch skizziert, dass einem als Zuschauer deren Ableben durch Mark und Bein jagt. Um nicht allzu sehr im typischen 80er Jahre-Slasher-Flick-Flack zu versinken hat sich Regisseur Robert Heath dazu entschieden dem allseits bekannten „Highschool-Rache-Slasher“ neue Impulse zu verleihen, denn „foltererprobte“ Filmfans von Heute dürften sich schnell mit belanglos-seichter 80s Retro-Slasher-Ware (am Rande: die Hütte, in der das Geschehen spielt erinnert geradezu an die aus dem „Tanz der Teufel“-Universum) unterfordert fühlen.
Demnach hat er seinen aktuellen Beitrag „Truth or Dare“ an die aktuelle Sehgewohnheiten angepasst, und „überrascht“ mit ausgetüftelter „Saw“-Tortur-Folterei, die aber dennoch immer im überschaubaren und vor allem erträglichen Rahmen zu überzeugen weiß.
Die wenigen geladenen Gäste werden „spielerisch“ und auf recht kompromissloser Weise gezwungen die Geschehnisse von einst zu rekonstruieren. Wer dem nicht folge leisten möchte, hat die Wahl zwischen dem eigenen Freitod, oder dem einer seiner Freunde. Dass natürlich keiner der Geladenen freiwillig über den Jordan springen möchte und sich für den Tod eines anderen entscheidet dürfte ebenso auf der Hand liegen, wie diverse andere vorhersehbare Momente, von denen es im Film jede Menge gibt. Trotzdem, der Film bleibt kurzweilig bis zum Schluss und hält den Filmfreund gehörig auf Trapp, ersichtliche Filmlängen sind hier Mangelware. Ein frischer, kleiner und cooler Film, der neben einer sauberen Präsentation, mit einer überaus sexy agierenden Film-Vamp Jennie Jacques („Cherry Tree Lane“) punkten kann und mit Sicherheit für einige feuchte Träume der vorwiegend männlichen Zuschauerschar sorgen dürfte.
Mit „Truth or Dare“ hat es Genre-Neuling „Robert Heath“ geschafft einen kleinen 80er Jahre Retro-Horrorbeitrag zu kreieren, der zwar an heutige Seegewohnheiten angepasst wurde, überraschenderweise trotz diverser Genre-Klischees überaus Spaß macht und schnörkellos ohne auffällige Längen zu überzeugen weiß. Sein recht hübsch gefilmtes Kammerspiel punktet mit „Saw“-resken Tortour-Terror, der die handvoll Protagonisten um ihr Überleben spielen lässt. Damit auch blutgierige Gore-Hounds auf ihre Kosten kommen gibt es 2-3 nette Splattereffekte, die aber dennoch immer im überschaubaren Rahmen bleiben und kein Splatterfest der Sonderklasse zelebrieren. Wer auf ordentlich frivoles Teeniefutter steht, und mit allseits bekannten und recht ausgelutschten Genre-Klischees leben kann, dem dürfte „Truth or Dare“ auf jeden Fall munden.
Fazit: 6,5/10 Punkte
08/15-Kost, die aber trotzdem Spaß macht. Nostalgischer 80er Jahre Retro-Slasher meets Folter-Tortur-Porn. Klingt komisch, harmoniert aber bestens. Als Horrorfilmfreund darf man gern mal einen Blick riskieren!
FSK-Prognose: ungeschnitten mit „Keine Jugendfreigabe“
Deutschland-Start: steht noch aus
Hellraiser80
Filmreview: “Madison County” (2011)

Fünf Freunde auf den Spuren eines bekannten Schriftstellers.
Dessen nächster Roman soll von dem kleinen verträumten Ort „Madison County“ handeln, indem vor einigen Jahren einige blutrünstige Morde stattgefunden haben sollen. Der Täter wurde jedoch nie gefasst.
Kaum in dem kleinen Dörfchen angekommen, verliert sich die Spur des bekannten Autoren. Grund genug die Bewohner des Örtchens nach seinem Aufenthalt zu befragen.
Doch die Einwohner von „Madison County“ mögen es gar nicht, wenn man sie ins schlechte Licht rückt und gleich recht nicht, wenn man ihnen neugierige Fragen stellt.
Je weiter die Kids in der mysteriösen Geschichte des Ortes stöbern umso mehr geraten sie in das Visier eines seltsam maskierten Irren, der seine ganz eigene Antwort besitzt neugierige Fremdlinge zu begrüßen.
Seit vor ca. 10 Jahren das Backwood-Genre mit dem überaus gelungenen „Michael Bay“-Remake zum 70er Jahre Schocker „The Texas Chainsaw Massacre“ erneut reanimiert wurde, folgten nunmehr unzählige durchwachsene und teilweise haarsträubende schlechte ähnliche Vertreter dieses Horror-Subgenres, die der glatt-polierten Kettensägen-Neuauflage aus dem Jahre 2003 nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen konnten und vermutlich nur deshalb produziert wurden, um im kassenträchtigen Fahrtwasser eines „Texas Chainsaw Massacre“ und „Wrong Turn“ noch rasch die schnelle Mark zu erwirtschaften.
Jetzt, 10 Jahre später scheint das Publikum, vom sich ständig wiederholenden Horror-Einerlei über schlitzfreudige Mutanten, Rednecks und Hinterwäldlern vermutlich so langsam übersättigt zu sein, sodass derart Produktionen freilich, wenn überhaupt nur noch ihren Weg in die hiesigen Videotheken finden und dort ihr Dasein zensiert und unbeachtet in den hintersten Regalen der DVD-Verleiher fristen.
Der Horrorthriller „Madison County“ bedient sich genau jener Hinterwäldler-Schiene, erscheint aber leider einige Jahre zu spät, um den routinierten Horrorfilm-Allesseher überhaupt noch mit seinem solide zusammengewerkelten Horrorplot überzeugen zu können.
Eigentlich schade, denn „Madison County“ macht optisch eine wirklich hervorragende Figur und ist überaus hübsch gefilmt. Von einem günstig abgedrehten Billigfilm ist der kleine Thriller meilenweit entfernt, und einige Szenen im Film besitzen erstaunlich stimmige und atmosphärische Momente. Dennoch, die Darsteller bleiben weit hinter ihren Möglichkeiten zurück und liefern, wenn überhaupt, eine solide Performance ab, die leider nur ihren zweckmäßigen Einsatz findet und kaum der Rede wert ist.
Leider bildet das größte Manko in „Madison County“ das vollkommen unspektakuläre Drehbuch, das bedauerlicherweise keine Überraschungen bietet und geradlinig heruntergerasselt wird. Nach unzähligen Vertretern dieser Gattung Film hätte man zumindest eine halbwegs vernünftige und vor allem „frische“ Geschichte erzählen können, die sich anders, als in den unendlich vielen ähnlich gestrickten Werken nicht gleich bei jeder zweiten Szene in den genretypischen Klischees verläuft.
Hier wird all das geboten, was die Klischee-Schmiede des Backwood-Genres zu bieten hat: mysteriös drein-schauende Dorfbewohner, einen unkaputtbaren Killer, der im Auftrag aller Provinzbewohner das allzu neugierige Großstadt-Pack in seinen Schranken weist und dumm agierende Opfer, die in den haarsträubendsten Situationen die fragwürdigsten und unlogischsten Aktionen vollziehen.
Gerade zum Ende hin wirken die Handlungsverläufe und Interaktionen der (meist weiblichen) Protagonisten so lächerlich, dass man den Gepeinigten, gerade aufgrund ihrer planfreien Aktionen, eigentlich nur noch den Filmtod wünscht.
Denn wie so oft, wird der Killer überwältigt und K.O. geschlagen. Über einen vermeintlichen letzten Hieb mit einer der diversen umherliegenden Schlagwaffen denken die „Überlebenden“ erst gar nicht nach, denn nachdem der skurrile Killer mit der Schweins-Maske einen gehörig-spontanen Hieb mit einem Spaten verpasst bekommen hat und daraufhin friedlich ins Land der Träume schlummert, rennen die Opfer um ihr Überleben. Das letztendlich derart schlachtfreudige Brut selbstverständlich immer und immer wieder zur Besinnung kommen muss und nicht ablassen kann, seine Opfer in den Tod zu meucheln, dürfte dem erfahrenen Horrorfilm-Zuschauer bereits aus Filmen, wie „Freitag der 13.“, „Halloween“ & Co. bekannt vorkommen.
„Madison County“ ist leider nicht das geworden, was das exploitationhaft gestaltete Filmplakat verspricht. Statt einen, den aktuellen Seegewohnheiten entsprechenden, Hardcore-Folterhorror zu bieten werden hier seichtere und vor allem langweiligere Geschütze gefahren.
Das Hauch einer Story wird mit unspektakulären Handlungsverläufen geschmückt, die man in dieser Art bis zum Erbrechen bereits in unzählig anderen Produktionen dieser Art abgehandelt hat.
Die Krösel-Effekte halten sich in Grenzen und werden augenscheinlich NICHT voyeuristisch vor der Kamera zelebriert. Bis auf einige Gegenstände (Messer, Stöcke, Axt), die sich durch menschliche Körper bohren wird hier kaum etwas geboten, was das Splatterherz vor Freude entzücken lassen dürfte. Schade, denn „Madison County“ ist hübsch gefilmt, dem Film fehlt aber der rechte Biss und die feurige Würze, um überhaupt irgendwie in die Gänge zu kommen und sich von der breiten Masse an gleichwertigen Film positiv abheben zu können.
Fazit 5,5/10 Punkte
Routinierter Backwood-Slasher, der routinierte Horrorfilm-Zuschauer routiniert langweilen könnte.
Für den hungrigen Happen für Zwischendurch gerade noch goutierbar. Dennoch absolut unspektakulärer Film, den man nicht gesehen haben muss.
FSK-Prognose: Ungeschnitten mit einer „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung
Hellraiser80
Filmreview: “ChromeSkull: Laid to Rest 2″ (2011)

Der Killer mit der verchromten Totenkopfmaske, der seine Taten akribisch mit einer Webcam protokolliert, ist zurück. Nach dem letzten Schlachtfest wurde er erfolgreich von zwei hartnäckigen Teenies zur Strecke gebracht und in die Knie gezwungen.
Mit hochgradigen Verätzungen im Gesicht und schwer verletzt, wird er in die unterirdischen Katakomben einer Geheimorganisation verschleppt, wo er aufs nötigste zusammengeflickt wird.
Nun, da der „Boss“ sich wieder auf dem Weg der Genesung befindet, macht er sich an die Arbeit, mit den wenigen Überlebenden des Massakers von einst abzurechnen.
Doch seine Geduld wird auf eine harte Probe gestellt, denn inmitten der „Firma“ scheint es ein Mitarbeiter ebenso fanatisch ernst zu meinen und versucht in die Fußstapfen des maskierten Killers zu schlüpfen und seine Taten nachzuahmen.
Drei Jahre ist es nun bereits her, dass Regisseur Robert Hall mit seinem arg trivialen Slasher- Schnellschuss „Laid to Rest“ für Furore unter weltweiten Filmfans sorgte.
Sein überaus durchwachsener Horrorfilm bestach weniger durch darstellerische Qualitäten, oder einem sauber durchdachten Drehbuch, als vielmehr durch enorm selbstzweckhafte und sadistische Gewaltspitzen. Auch die direkte Fortsetzung „ChromeSkull: Laid to Rest 2“ macht da keine Ausnahme, und dreht sauber an der Gewaltschraube, dass dem Filmfreund Hören und Sehen vergehen dürfte.
Dabei zeigt die Fortsetzung allerlei unglaublich kaltschnäuzig umgesetztes Gekrösel, dass einen wirklich täuschend-echt wirkenden Eindruck hinterlässt und zeigt, dass zumindest die Special-Effect Crew ihr Handwerk überdurchschnittlich gut beherrscht. Das hier das Maß aller Dinge an seh- und umsetzbarer Gewalt ausgereizt wird dürfte auf der Hand liegen und wird vermutlich allein nur die Hardcore-Horror-Fangemeinde befriedigen. Mir waren die diversen aufgeschlitzten Gesichter und Münder doch etwas zu viel des Gutem und rechtfertigen definitiv die 7 Minuten Gewaltzensur in der deutschen Filmfassung.
Leider ist “ChromeSkull: Laid to Rest 2“ nicht wirklich dass geworden, was man letztendlich eventuell von einer Fortsetzung diesen Kalibers erwartet hätte. Die Fortführung der Geschichte wirkt überaus konstruiert und man mag als Zuschauer das Gefühl nicht loswerden, dass Regisseur Robert Hall aufgrund des überraschenden Erfolges des ersten Teils, bestrebt war, schnellstmöglich eine Fortsetzung drehen zu „müssen“. Viele Szenen wirken unfertig und werden allein nur mit grafisch ordentlich aufpolierter Gewaltpower kaschiert, zumal sich ein nennenswerter Filmplot überschaubar in Grenzen hält und sich in weniger als 3 Sätzen erzählen lässt.
Zwar erfährt man einige wichtige Hintergründe über den Killer und seine Handlanger, diese wirken aber vollkommen an den Haaren herbeigezogen und oftmals unfreiwillig komisch.
Der einzige Lichtblick in diesem etwas konfus geratenen Horror-Flick-Flack ist Ex-Teenie Schwarm „Brian Austin Green“, der zumindest allen weiblichen Filmfreunden, aus der amerikanischen 90er Jahre Soap „Beverly Hills 90210“ ein Begriff sein dürfte. Recht souverän und herrlich fies mimt er den unberechenbaren und emotionslosen Nachwuchskiller, wobei seine Handlungsbeweggründe leider, ebenso wie die des Skull-Killers, irgendwo im Drehbuch-Nirgendwo entschwinden.
Dass „Laid to Rest 2“ einen enorm zwiespältigen Eindruck hinterlässt ist eigentlich recht schade , zumal die Figur des Skull-Killers eigentlich einen gut-wertigen Eindruck vermittelt und in seinem Vorhaben Genregrößen wie Michael Meyer und Jason Vorhees in nichts nachsteht. Geübte Horrorfilmfreunde werden demnach an diesen Horrorsequel nur bedingt ihre Freude haben, denn teilweise ist „Laid to Rest 2“ einfach nur langweilig und vorhersehbar. Sieht man einmal von den hochwertigen FX, und dem filmbezogenen Killer ab, bleibt kaum irgendetwas nennenswertes über, was sich überhaupt positiv abhebt und nicht schon in unzähligen anderen Slasherfilmen thematisiert und abgehandelt wurde.
„ChromeSkull: Laid to Rest 2“ ist typische 08/15-Metzelware, welche man schon zu oft in dieser Form gesehen hat. Ein wenig „Halloween“ dort, ein bisschen „Freitag der 13.“da, dazu eine Priese „Saw“-Gewalt und fertig ist das Slasher-Ware von der Stange. Hoffen wir, dass mit einem dritten Teil der Gewaltakt zugunsten einer etwas spannenderen Geschichte reduziert wird und man einen homogeneren, und vor allem glaubhafteren, Einklang zwischen Story, Gewalt und Spannung findet.
5,5/10 Filmpunkte
Enttäuschende Fortsetzung des Überraschungserfolges aus dem Jahre 2009.
Extremgewalt und ein recht schlitzfreudiger Killer machen noch lange keinen guten Horrorfilm aus.
(Deutsche FSK-Fassung um rund 7 Minuten geschnitten)
Hellraiser80
Filmreview: “Der Killer” (2012)

Das ist reichlich dumm gelaufen: Sechs Bankräuber und der Traum vom großen Geld.
Nach ihrem scheinbar erfolgreichen Beutezug kommt dennoch alles anders, denn ein Polizist, der die sechs an deren Flucht hindern möchte, muss leider mit seinem Leben zahlen.
Da die Flüchtenden einige Zeit auf den erlösenden Flug in die Freiheit warten müssen, verschanzen sie sich im Dickicht eines naheliegenden Waldes.
Ein fataler Fehler, denn ein reichlich wirrer und arg traumatisierter Ex-Vietnam-Veteran, der in selbigen Wald haust, löst das Bankraubproblem der sechs Gangster auf seine ganz „eigene“ Art und Weise.
Das Jahr 2012 birgt eine Menge Überraschungen, denn irgendwie scheint es wohlmöglich das Jahr der unzähligen Nachwuchsregisseure zu werden. Der Action-Horrorthriller „Der Killer“ (im Original „Battleground“) entpuppt sich ebenfalls als Debütfilm und reiht sich, leider wenig überraschend, in die bunte Welt der arg durchwachsenen Filmwerke ein.
Nun gut, ein gewisses handwerkliches Geschick lässt sich nicht von der Hand weisen.
Regiedebütant Neil Mackey meistert seine Sache reichlich souverän, überrascht mit einigen recht netten und stimmigen Momenten, schafft es aber dennoch nicht mit seinem überaus oberflächlich zusammengeschusterten Trivialwerk zu überzeugen.
Hier besteht reichlich Verbesserungspotenzial.
Eine überzeugende Geschichte existiert leider nicht, eine halbwegs vernünftige Charakterskizzierung wurde aufkosten schräg überzogener Gewaltexzesse und planloser Gewehrballerei leider außer acht gelassen – ein Mitfiebern des Zuschauers demnach ausgeschlossen.
Die arg ins Gewicht fallenden und recht offensichtlich erscheinenden Logik- und Handlungslöcher liefern nach Sichtung kaum befriedigendes Erklärungspotenzial für den Filmfreund.
Der wahnsinnige Killer meuchelt sich durch Wald und Feld, empfindet keinerlei Mitleid mit seinen Opfern und gibt dem Zuschauer keinerlei Anhaltspunkte, die sein Verhalten rechtfertigen oder gar glaubhaft erscheinen lassen.
Demnach vollkommen unverständlich, dass er jedem Schuss unverletzt entkommen kann und die fast schon übermenschliche Gabe besitzt, jede Falle und jeden Hinterhalt der reichlich hölzernen Kleinkriminellen bereits vorausahnen zu können.
Das mag zwar für den Anfang ganz nett sein, zumal die recht naiven übrigen Protagonisten bei ihrer Jagd nach und nach kreativ das zeitliche Segnen, aber dennoch hinterlässt die „Glückssträhne“ des Bösewichts einen überaus unfreiwillig lächerlich wirkenden Beigeschmack.
Dass bei derart dumm-aufgeblasenem Schussgefecht Gore- und Gewaltgehalt im Vordergrund steht, dürfte demnach wenig überraschen.
Hier werden mindere Triebe befriedigt.
Wenn die Story schon kaum etwas hergibt und zu überzeugen weiss, dann finden seit jeher reichlich selbstzweckhafte Gewalteinlagen ihren Einsatz.
Auch „Der Killer“ macht da keine Ausnahme. Freunde der etwas „handfesteren“ Unterhaltung dürften zumindest in derlei Hinsicht Gefallen an dem arg unspannenden und recht uninspirierten Filmplot finden. Leider verstand die FSK bei derart „handfestem“ Geballere dennoch keinerlei Spaß, und erteilte dem Film in seiner Ungeschnittenen Filmfassung keine Freigabe. Das überrascht nicht, bietet „Der Killer“ in seiner Originalfassung eine recht widerlich wirkende Häutungssequenz, die kaum dem Handlungsverlauf förderlich ist und demnach nur Mittel zum Zweck findet, um die blutgeile Käuferschaft zum Kauf des arg durchwachsenen Genrewerkes anzuregen.
Das Debütwerk „Der Killer“ des Nachwuchsregisseurs Neil Mackey bietet leider nichts Nennenswertes, was man in derart Form bisher noch nicht gesehen hat. Statt auf subtilen Horror zu setzen, der den Zuschauer zum Mitfiebern und Mitleiden „einlädt“ setzt Mackey einzig und allein auf die Holzhammertaktik. Aufgrund des langsam abebbenden Folter- und Gewaltkinos, dürfte sein Erstlingswerk, vor allem in der stark zerstückelten deutschen Fassung, kaum Beachtung finden. Über weite Strecken wirkt sein „Battleground“, trotz professionell entwickelten Spezialeffekten, gähnend langweilig und hetzt den Zuschauer nur unnötig von einer Gewaltsequenz zur nächsten.
Hoffen wir, dass sein Folgewerk einen anderen Ton einschlägt, denn optisch schaut „Der Killer“ recht ordentlich aus.
Fazit 5/10 Punkte
Durchschnittsware. Ballerorgie ohne Herz und Verstand. Brauchen wir nicht!
Deutsche Fassung: Keine Jugendfreigabe. Leider um einige Minuten zensiert!
Hellraiser80
Filmreview: “Penance – Sie zahlen für ihre Sünden” (2009)

Amelia braucht dringend Geld, denn die Schulden wachsen ihr allmählich über den Kopf. Gerade weil ihre kleine Tochter schwer erkrankt ist und die junge Mutter die Behandlungskosten selbst tragen muss, nimmt sie den Ratschlag ihrer Besten Freundin an und versucht das „schnelle“ Geld zu ergattern, indem sie sich als Stripperin versucht.
Nachdem die beste Freundin nach einem missglückten „Arbeitseinsatz“ mit einem blauen Auge abgestraft wurde, soll nun Amelia für den nächsten Auftrag einspringen.
Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit der jungen Frau, denn ihr erster Arbeitseinsatz endet in einem Albtraum.
Günstig produzierte Wackelcam-Filme sind derzeit in aller Munde.
Bereits 1998 fand das sogenannte Found Footage Genre mit dem erstaunlich kassenträchtigen „Blair Witch Project“ beachtliche Aufmerksamkeit und zog bis heute unzählig ähnlich strukturierte Plagiate nach sich.
Nun, im Zuge der Erfolgswelle der Amateurcam-Geisterjagd „Paranormal Activity“ erhoffen auch diverse untalentierte Drehbuchautoren und Regisseure mit ihren geistlosen und vor allem unbrauchbaren Beiträgen den Sprung nach ganz vorn.
„Penance“-Regisseur Jake Kennedy scheint hierbei von der ganzen „cleveren“ Sorte zu sein, hat er sich in seinem trivial- und geistlos zusammengeschusterten Machwerk, weder für Hexen und Aliens, noch für Geister und Zombies entschieden. Vielmehr versucht er vermutlich eigene und „neue“ Wege zu gehen und versucht die Aufmerksamkeit der Horrorfanschar mit (oh, man ist das neu!) geistig debilen Psychopathen für sich zu gewinnen.
Demnach darf man die Geschehnisse, ähnlich wie in Unmengen gleichartig strukturierter Filme zuvor, aus der „Ego“-Perspektive beiwohnen (die Hauptprotagonisten filmen das Geschehen selbst mit einer Kamera) und erlebt, wie ein fanatischer Ex-Prediger versucht, unschuldige junge Stripperinnen zu bekehren und zu „reinigen“. Dass sein Vorgehen nicht zimperlich vonstatten geht, dürfte natürlich offensichtlich auf der Hand liegen, bietet „Penance“ eigentlich nichts anderes, außer unzugängliche und minutiös inszenierte Auspeitsch-, Demütigungs- und Verstümmelungsszenen. Ein gut durchdachtes Storygerüst gibt es hier nicht, Spannung und Mietfiebern – Fehlanzeige.
Stattdessen gibt es ein Aneinanderreihen wirrer Folterszenen, die einzig Mittel zum Zeck darstellen, dass überaus unspektakuläre Geschehen annähernd auf Spielfilmlänge zu „zaubern“. Ein arg unverkennbarer und überaus pervers-aufdringlich frauenverachtender Unterton unterstreicht das explizit voyeuristische Geschrei und bietet mitunter vermutlich allein nur masochistisch veranlagten Frauenhassern eine kreative Inspirationsgrundlage.
Dass es, neben all den haarsträubenden Frauenfolterszenen auch diverse Logiklücken gibt, überrascht dennoch ein wenig, gibt es in „Penance“ eigentlich kaum etwas, was man falsch machen könnte, da der Film ausschließlich allein von seinen explizit schroff inszenierten Szenen lebt.
Eine Tatsache, die eigentlich noch einmal das Nichtvorhandene Talent des Drehbuchautors und des Regisseurs wiederspielt.
Demnach fragt sich der aufmerksame Zuchauer, wer eigentlich in derart Situation, wie sie dem Film zugrunde liegt, es noch mental und psychisch schafft die Kamera dreist auf die Geschehnisse zu richten.
Selbst in Extremsituationen, in denen die Protagonisten um ihr Leben bangen müssen, scheinen sie zumindest noch annähernd die Kraft und vor allem die Zeit zu besitzen, das Geschehen mit der Kamera zu filmen. Im Film selbst, erklären die Überlebenden ihr unmerklich dummes Vorgehen damit, ausgiebig Filmmaterial sammeln zu müssen, um im Falle eines Entkommens beweisen zu können, was ihnen wohlmöglich zugestoßen ist.
Eine wirklich „gute“ Argumentation, wie ich finde. Für ein hübsches „Erinnerungsvideo“ nehmen die offensichtlich „suizidgefährdeten“ Opfer die ein oder andere Verstümmelung scheinbar gern in Kauf.
Mit „Penance“ hat der Nachwuchsregisseur Jake Kennedy ein überaus einfältiges Filmchen geschaffen, auf das die Welt nun wahrlich nicht gewartet hat.
Statt mit gut durchdachter und vor allem spannender Unterhaltung zu punkten, versucht Kennedy mit dreister Holzhammertaktik zu überzeugen.
Frauen werden am Fliesband gefoltert, gedemütigt und ermordet – die dargestellten Szenen scheinen zwar nie eindeutig blutig, eine gewisse Verrohung tritt dennoch im Verlauf der Handlung ein.
Nach Logik sucht man in „Penance-Sie zahlen für ihre Sünden“ vergeblich – Nach dem Sinn des Ganzen ebenfalls („Selbstkastration” des Ex-Predigers).
Fazit 2,5/10 Punkte
Ein Film, den sich filmbegeisterte Horrorfans ersichtlich sparen können.
Die Deutsche Fassung wurde verständlicher Weise um einige Sekunden erleichtert.
Hellraiser80
Filmreview: “One Way Trip 3D” (2011)

Es hätte ein wirklich schöner Kurzurlaub werden können – Ferien am Meer, mit ausgiebig viel Sonne, Strand, Sand und Meer.
Doch zur Enttäuschung Valeries haben ihre Freunde etwas ganz anderes im Sinn.
Denn anstatt an die sonnige Küste zu düsen geht es auf Pilzsuche in die dunklen Wälder des Jura Gebirges.
Glaubt man diversen Berichten im Internet sollen dort Pilze wachsen, die nach Verzehr erheiternde Halluzinationen verursachen sollen.
Kaum die ersten Pilze ihrer Art gefunden, verfällt die Bande in einem wahrhaft frivolen Drogenrausch, der aber leider ein frühes Ende findet, als einer der Freunde blutig niedergeschlagen wird und ein unangenehmer Sturm lostobt, der die Clique zum Aufbrechen zwingt.
Nach kurzem Fußmarsch wiegen sich die Freunde in Sicherheit, denn im Wald finden sie ein einsam gelegenes und scheinbar unbewohntes Gehöft, in dem sie rettenden Unterschlupft suchen.
Doch es dauert jedoch nicht lang, bis der Eigentümer des Hauses zurückkehrt …
Das unsere deutschsprachigen Nachbarn aktuell ganz emsig dabei sind, internationale Horrorfilmklischees zu recyceln ist in einschlägigen Film-Fankreisen kein Geheimnis mehr.
Nach recht sehenswerten Filmen wie „In 3 Tagen bist du tot“ und „In 3 Tagen bist du tot 2“, sowie „Rammbock“ (deutsch-österreichische Co-Produktion) folgt nun ein weiterer Horrorfilm aus dem deutschsprachigen Ausland.
Dabei ist unschwer zu erkennen, dass es sich bei dem Schweizer Beitrag „One Way Trip 3D“ um ein Quasi-Remake des irländischen/englischen Horrorfilms „Shrooms“ aus dem Jahre 2007 handelt.
Verübeln kann man diesen dreisten Ideenklau dem Schweizer Regisseur Markus Welter nicht, bedenkt man wie unverschämt sich amerikanische Filmemacher in den letzten 10 Jahren bei diversen Horrorklassikern vergriffen und ein glattgeschliffenes und seelenloses Remake nach dem anderen produziert haben. Warum sollten dann nicht auch die Schweizer die Gunst der Stunde nutzen und an ihrem ganz eigenem Remake basteln?
Dass amerikanischen Neuverfilmungen bisher größtenteils mehr schlecht als recht umgesetzt wurden, dürften jedem Horrorfilmfan bekannt sein.
Letztendlich waren die Erwartungen an den aktuellen Schweizer Genrebeitrag dementsprechend hoch und in der Tat, nach Sichtung von „One Way Trip 3D“ kann ich definitiv Entwarnung geben, denn Welters Filmversion ist minimal sehenswerter, als seine Vorlage.
Schnell fällt auf, dass Regisseur Markus Welter ein überaus talentiertes Händchen bei der Auswahl von sehr bedrückenden und merklich stimmigen Settings besitzt.
Die recht gruselige Atmosphäre, das schauderhafte Setting und die düstere Darstellung der Gegebenheiten dürften gerade alteingesessene Filmhasen an diverse Edgar Alan Poe Klassiker aus den Hammerstudios des letzten Jahrhunderts erinnern
Nachdem der Sturm aufbricht verändert sich rapide der locker-lässige und naive Grundton des Films. Auf der Suche nach Hilfe stoßen die Freunde auf ein scheinbar verlassenes Gehöft, wobei die überaus unheimliche Aura, die dieses Gebäude umgibt im ersten Augenblick bösartige Geister, Vampire oder andere Fabelwesen vermuten lässt.
Im Laufe der Handlung geraten die Jugendlichen jedoch an den zurückgezogenen (menschlichen !) Hauseigentümer, der zusammen mit seiner entstellten Tochter zum kreativen Mord-Stelldichein einlädt.
Die Charakterskizzierung der Freunde reduziert sich genrebedingt leider nur auf das Wesentliche, wobei der Zuschauer aufgrund der merklichen Anzahl an sterbewilligen Protagonisten, vermutlich leider schnell den Überblick verlieren dürfte, es aber Hauptdarstellerin Sabrina Reiter immerhin gelingt dem Begriff „Scream-Queen“ neuen und frischen Wind einzuhauchen.
Nach nur weniger Filmminuten ist schnell klar, dass sie gegen Ende hin zum frivolen Endfight mit dem Oberschurken antreten darf.
Dabei agiert die österreichische Schauspielerin, die bereits ihr schauspielerisches Können in den Horrorfilmen „In 3 Tagen bist du tot 1+2“ unter Beweis stellen durfte, recht glaubhaft und realistisch vor der Kamera – ihr Schreien und Winzeln wirkt definitiv echt.
Der Rest der „gesichtlosen“ Bande hinterlässt einen recht faden Beigeschmack und wirkt einzig und allein dafür in das Drehbuch geschrieben, um die breite Masse an Horrorfilmfans mit kleinen abwechslungsreichen Sterbeszenen bei Laune zu halten, wobei die Darstellung der handvoll Metzelszenen von Regisseur Markus Welter überraschenderweise recht züchtig und zurückhaltend in Szenen gesetzt wurden..
Es gibt ein paar abgeschnittene Finger, eine Durchpfählung, sowie eine Enthauptung, aber von ausufernd zelebrierten Morden ist dennoch weit und breit keine Spur.
Dennoch, trotz dezenter Zurückhaltung bei der Zurschaustellung expliziter Gewaltakte, kommen bluthungrige Horrorfilmfans vollends auf ihre Kosten, die „Keine Jugendfreigabe“-Altersfreigabe demnach vollkommen ausreichend und gerechtfertigt.
Der schweizer Genrevertreter „One Way Trip 3D“ ist sehenswerter, als seine irisch-englische Vorlage „Shrooms“ und bei weitem besser, als der übrige Horrorfilmquark, der derzeit den Filmmarkt überschwemmt.
Zusammen mit ein paar hübsch düsteren und atmosphärisch dichten Gruselszenen, versteht Regisseur Markus Welter sein Handwerk, Zuschauer das Fürchten zu lehren.
Es gibt diverse (Er)Schreck-Momente, einige recht nette Splatterszenen und allseits bekannte Slasher-Zutaten, die aber nie aufdringlich und dumm wirken.
Hübsch verpackt im 3-D-Gewand braucht sich „One Way Trip 3D“ im internationalen Vergleich nicht vor seinen Genrekollegen verstecken.
„One Way Trip 3D“ macht gehörig Spaß und hebt sich, trotz genrebedingt dezent eingestreuter Klischees, positiv ab von der breiten Masse an ähnlich gestrickter Metzelware.
6,5/10 Filmpunkte
Sehenswerter Remake-Horror aus Schweizer Landen. Wer hätte gedacht, dass neben leckeren Ricola Kräuterbonbons auch handfester und guter Horror aus dem gemütlich verschlafenen Alpenland kommen kann.
FSK-Freigabe: ungeschnitten mit “Keine Jugendfreigabe”
Hellraiser80
Filmreview: “Christopher Roth – Der Killer in Dir” (2010)

Um etwas Abstand vom immensen Erfolgsdruck zu gewinnen, zieht es den erfolgreichen Romanautor Christopher Roth zusammen mit seiner Frau in ein idyllisches italienisches Dörflein fernab von Stress und Hektik.
Doch von Erholung und Urlaub keine Spur.
Denn ein überaus fanatischer Serienkiller, nutzt die Gunst der Stunde um, inspiriert von Roth´s Romanen, unweit des Ferienwohnsitzes des verliebten Paares auf „Beutezug“ zu gehen.
Als der Schriftsteller wenige Tage nach der Publikation des ersten Mordes ein seltsames Kästchen mit einem, vom Serienkiller selbst verfassten Brief, auf dem Küchentisch vorfindet, ahnt er noch nicht, welch blutrünstigen Alptraum ihn erwarten wird.
Manchmal überrascht, oder verblüfft es Genrefans weltweit, wer da so alles auf dem Regiestuhl Platz nimmt.
„Christopher Roth“ – Regisseur Maxime Alexandre scheint auf den ersten Blick für den Filmfan recht unbedeutend.
Stöbert man aber genauer in seiner Vita so dürften vor allem Horrorfilmfans schnell hellhörig werden.
Maxime Alexandre hat sich bisher als Kameramann einen Namen gemacht und eindrucksvoll bewiesen, dass er sein Arbeitsutensil perfekt im Griff hat.
Die, von ihm gefilmte Werke wie „High Tension“ (2003), „The Hills have Eyes“ (2006) und „Crazies“ (2010) durften im Rahmen des Genres weltweit gehörige Erfolge verbuchen und scheinbar war es ihm wohlmöglich mit der Zeit und den diversen Lobeshymnen leid, immer nur als unbedeutendes Anhängsel im Atemzug mit Regisseur Alexandré Anja („High Tension“ (2003), „Hills have Eyes“ (2006), „Piranha 3D” (2010)) genannt zu werden, sodass er nun auch sein Können mit dem Thriller „Christopher Roth“ als ernstzunehmender Regisseur und Drehbuchautor unter Beweis stellen möchte.
Ein heikles Vorhaben, scheinen doch diverse Filmemacher mit derart beruflichen Veränderungen gescheitert. Im Falle von „Christopher Roth“, seinem zweiten cineastischen Beitrag als Regisseur, kann ich dennoch alle Skeptiker beruhigen.
Handwerklich hat er mit seinem Horrorthriller wahrlich saubere Arbeit bewiesen und sein Gespür für atmosphärisch dichte Kameraeinstellungen- und Fahrten unterstreichen seinen enorm talentiertes und virtuoses Geschick im Umgang mit der Kamera.
Dabei fällt schnell auf, dass gerade sein perfekt inszeniertes Hin- und Herhüpfen zwischen Gut und Böse von farblich geschickter Verspieltheit geprägt ist.
Immer dann, wenn der Killer rabiat zu Gange geht, werden Farben, Sound und Kulisse auf das Wesentliche reduziert – im Kontrast dazu erstrahlen die prägnanten Auftritte des titelgebenden Helden und das seiner Frau in kräftigen, sonnig-heiteren und stimmungsvollen Farben.
Aufgrund der Kombination von künstlerisch genau durchdachten Kamerafahrten im Einklang mit stimmungsvoll-kontrovers zusammengestrickten Farb- und Soundschnipseln und dem Einfügen überaus harter Gewalteinlagen dürfte Filmkenner schnell an die früheren Werke eines Dario Argento´s erinnert werden.
Die Intension ist scheinbar gar nicht mal an den Haaren herbeigezogen, erinnert „Christopher Roth“ unmerklich an diverse italienische Giallo-Schlitzerfilme der 60er und 70er Jahre.
Demnach sehr einprägsam, und stellvertretend als liebevolle Hommage an dieses Subgenre gesehen, die (fiktive) Szene, in der eine junge schwarzgekleidete Frau in einem steril-wirkenden weißen Bad steht und sich vor dem Badspiegel die Haare fönt. Unerwartet pirscht sich der unbekannte Killer an das ahnungslose Opfer von hinten heran und „schlachtet“ die ahnungsvolle Frau erbarmungslos nieder. Die Klassische Musik, welche das deprimierende Unterfangen unterstreicht in Kombination mit den erschreckend realistisch umgesetzten dunkelroten Flutfontänen und dem klinisch-sterilen weißen Farbton des Badezimmers machen diese Szene zu einem echten Augenschmaus für Filmkenner.
Dass Maxime Alexandre scheinbar ein Gespür für rohe und überaus sadistische Gewalteinlagen besitzt sei an dieser Stelle nicht von der Hand zu weisen, bedenkt man mit welchen, in der Horrorszene anerkannten, Filmregisseuren er bisher zusammengearbeitet hat.
Seine unerträglich grausamen und vor allem explizit gefeierten Gewaltspitzen deuten darauf hin, dass er im Laufe seiner bisherigen Arbeit als Kameramann (in diversen Horrorproduktionen) aufmerksam verfolgt hat, wie er Horrorfilmfreunde auf dem gesamten Erball bei Laune halten kann.
Sein „Christopher Roth“ dürfte vor allem bei den hiesigen Zensurbehörden auf gehörig Unverständnis stoßen und die Darstellung seiner Morde könnte auf „ungeübte“ Zuschauer überaus radikal wirken.
Demnach gehe ich davon aus, dass Alexandres Zweitwerk in deutschen Gefilden vom Vertrieb “Mr. Banker Film” , FSK-freundlich, “zurechtgestutzt” veröffentlicht wird.
Maxime Alexandre´s zweiter abendfüllender Ausflug auf dem Regiestuhl hat vollends funktioniert.
Zwar benötigt der Filme eine Weile bis er in Fahrt kommt und besitzt in der ersten Hälfte einige Leerläufer, legt aber in der zweiten Filmhälfte gehörig nach und kann mit einem überaus spannenden Finale und einer handvoll recht drastisch-gewählten Goreinlagen überzeugen.
Der aktuelle Horrorthriller „Christopher Roth“ spricht ein vorwiegend älteres, sowie erfahreneres Filmpublikum an und das ist auch gut so, denn von der breiten Masse an dummen Teenie-Horrorfilmen, sich endlos wiederholenden „Paranormal Activity“-Fortsetzungen und Plagiaten, sowie penetrant nervenden Hollywood-Remakeaufgüsse hebt sich dieser kleine überraschend sehenswerte Film sehr positiv ab.
Fazit 6,5/10 Punkte
„High Tension“ – Kameramann wandelt jetzt auf Drehbuch- und Regisseurpfaden.
Vorhaben geglückt – Bitte weiter so!
FSK-Prognose: leicht geschnitten mit FSK “Keine Jugendfreigabe” – Film selbst erscheint Mitte März 2012 in Deutschland auf DVD und Blu-ray Disc von “Mr. Banker Film”
Hellraiser80
Filmreview: “Urban Explorer” (2011)

Städtetour einmal anders:
Vier Rucksacktouristen hat es in das weltoffene Berlin verschlagen.
Doch statt das kulturell vielfältige Nachtleben der Großstadt zu erkunden, suchen die vier Freunde den ganz besonderen Kick.
Dante, ein selbsternannter „Reiseführer“, lockt die Fremdlinge mit einem ganz speziellen „Reiseprogramm“. Tief unter dem hektischen Leben der Hauptstadt vermutet er einen unversiegelten Bunker aus NS-Zeiten.
Zusammen mit der vierköpfigen Clique macht er sich auf den Weg, den geheimnisvollen Bunker zu ergründen.
Doch leider meint es das Schicksal nicht gut mit der Bande, denn bei ihrem Erkundungstrip stürzt Dante unglücklich und verletzt sich dabei schwer.
Völlig in Panik geraten, treffen sie glücklicherweise auf den ehemaligen DDR-Grenzwärter Armin, der scheinbar in den alten Katakomben unter der Erde haust und ihnen rasch Hilfe anbietet.
Mit der Begegnung des ominösen Mannes nimm das Schicksal der fünf Freunde ein unerwartetes Verlauf …
Deutschland gilt nun nicht gerade als Hochburg für Horrorproduktionen.
Neben unzähligen „leichten“ Komödien steht „Good old Germany“ vorwiegend für schwerverdauliche Dramenkost und anspruchsvolles Arthauskino.
Umso mehr erstaunt es den Filmfan, wenn in Genrekreisen Gerüchte die Runde machen, dass an aktuellen deutschen Horrorproduktionen gewerkelt wird.
Dabei konnten deutsche Horrorfans in den letzten Jahren so manch kleine Überraschungen erleben und sich selbst davon überzeugen, dass auch Deutschland in der Lage sein kann, ernstzunehmende und vor allem unerwartet harte Horrorfilmkost zu produzieren, die den Vergleich zu Werken innerhalb des weltweiten Filmmarktes nicht scheuen braucht.
Eine, dieser unerwartet sehenswerten deutschen Genreproduktionen war zweifelsohne der Horrorfilm „Bukarest Fleisch“ aus dem Jahre 2007, der für einen deutschen Film überraschenderweise arg radikal daherkam und mit seinen verwackelten und düsteren Bildern sehr an amerikanische Hochglanz-Horrorproduktionen erinnerte.
Scheinbar war Andy Fetschers Erstlingswerk und Uni-Abschlussarbeit „Bukarest Fleisch“ in Fankreisen derart akzeptiert und erfolgreich, dass er nun die Möglichkeit erhält mit seinem zweiten abendfüllenden Spielfilm „Urban Explorer“ abermals für Gesprächsstoff zu sorgen.
Gelungen ist ihm sein neuer Beitrag jedoch nur bedingt, kommt das Storygerüst seines zweiten Filmes, beliebig austauschbar daher. Die Story gestaltet sich als eigenwillig zweckmäßig und die Charakterskizzierung der Teenager als relativ platt – zumindest aber noch halbwegs genießbar.
Das enttäuscht irgendwie, zumal man keine oberflächlich gestrickte Kopie bekannter Backwood- und Terrorfilme, und das ist “Urban Explorer” leider geworden, erwarten würde.
Dennoch, das überaus düstere Setting kennt man zwar auch schon aus Filmen wie „Creep“(2004) , es unterstreicht aber recht prägnant und effektiv die auswegslose und klaustrophobische Grundstimmung des Filmes.
Bedeutendes Augenmerk, und da dürfte sein zweiter abendfüllender Spielfilm für gehörig Aufsehen in Fankreisen sorgen, liegt bei seiner Darstellung genretypischer Grausamkeiten, denn die kommen für einen deutschen Horrorfilm verhältnismäßig hart daher. Scheinbar hat Fetscher die diversen amerikanischen (und französischen) Genrevorbilder ausführlichst studiert, denn seine grotesken und vor allem makaber-zynischen Metzelszenen (allen voran die optisch erschreckend realistische Häutungsszene) dürften jedem Gorehound das Wasser vor Entzücken im Munde sprudeln lassen.
Warum letztendlich der Film von der Freigabebehörde “FSK” in seiner ungeschnittenen Form „nur“ eine „Keine Jugendfreigabe“ Einstufung erhielt, scheint überaus unverständlich, vergleicht man wie frivol die FSK derzeit wieder in der Verweigerung der Freigaben aktueller und minder explizit gewalttätiger Genreproduktionen zugange geht.
Aber nicht nur der optischen Grausamkeiten sprechen für die Sichtung von „Urban Explorer“.
Neben der recht professionellen Umsetzung der handvoll Splatterszenen hat Regisseur Andy Fetschers sein zweites nennenswertes Zugpferd in der Rolle des unangenehm widerlich wirkenden „Armin“ (besetzt von Klaus Stiglmeier) gefunden.
Das merklich sarkastisches Schauspiel von Klaus Stiglmeier gestaltet sich als überaus frisch, unerwartet böse und ziemlich „undeutsch“ und seine merklich zynischen Kommentare, erinnern in ihrer Darstellung sehr an die der Leinwandikonen „Chucky“ und „Freddy Krueger“.
Sein prägnantes Schauspiel überzeugt über die Linie hinweg und lässt schnell den Überlebenskampf der übrigen (teilweise talentfreien) Jungschauspieler, sowie einige Logikpatzer vergessen.
Umso erfreulicher für den Filmfan, dass Regisseur Andy Fletscher mit dem Gedanken einer Fortsetzung spielt, denn das erwartungsgemäß offene Ende, lässt auf eine Rückkehr des geheimnisvollen „Untergrundkillers“ hoffen.
Mit „Urban Explorer“ erhält der Horrorfan solide, aber wenig tiefgründige Horrorfilmkost.
Trotzdem, nach einem recht zahmen Beginn, ist ab Filmmitte dennoch für ordentlich kurzweilige Unterhaltung gesorgt.
Trotz Einheitsbrei und der Abhandlung diverser genretypischer Klischees, schafft es Fetschers in den letzten 30 Minuten, zumindest alle Horrorfreunde ausgiebig zufrieden zu stellen.
Im künstlerischen Vergleich zu seinem ersten Werk „Bukarest Fleisch“ flacht sein aktueller Beitrag qualitativ minimal ab, weiß aber mit einer professioneller Umsetzung, einem überzeugenden und markanten Killer, sowie messerscharfen Splatterszenen zu überzeugen.
Fazit 6/10 Punkten
Horror aus Deutschen Landen – Unerwartet böse und erstaunlich blutig.
Vielleicht schafft es ja Deutschland nun endlich auch, mit hiesigen Horrorproduktionen international Fuß zu fassen. „Urban Explorer“ scheint die richtige Richtung vorzugeben!
FSK-Fassung mit “Keine Jugenfreigabe” – kennzeichnung ist ungeschnitten!
Hellraiser80
Filmreview: “The Theatre Bizarre” (2011)
Nachdem sich eine junge Dame in ein leerstehendes Theater locken lassen hat, schockiert sie eine recht ominös anmutende menschengroße Holpuppe (Udo Kier) mit sechs abwechslungsreichen Horrorkurzgeschichten.
Epidsode 1 – The Mother of Toads (Regie: Richard Stanleys -”Dust Devil”/ “M.A.R.K. 13”)
„Martin“ und „Karina“, ein amerikanisches Studentenpärchen, zieht es zum Entspannen ins spanische Bergland.
Doch der erhoffte Urlaub endet vorzeitig für das verliebte Paar, als Martin von einer Einheimischen erfährt, dass sie eine Kopie des sagenumwogenen Necronomicon-Buches besitzt.
Epidsode 2 – I love You (Regie: Buddy Giovinazzos – „Combat Shock“ / “Maniac 2”)
Für den alkoholabhängige „Axel“ bricht eine Welt zusammen. Seine große Liebe „Mo“ scheint ihn wegen eines gemeinsamen Bekannten verlassen zu wollen. In seiner Verzweiflung bittet er um Erklärungen für ihre Entscheidung. Da zeigt „Mo“ ihr wahres Gesicht und beichtet ihm alle Vergehen ihrer beider 3 Jahren Beziehung. Eine Entscheidung mit Folgen …
Episode 3 – Wet Dreams (Regie: Tom Savini – „Night of the living Dead“ / „Maniac“)
Donnie ist ein Frauenheld und betrügt seine Gattin „Carla“ nach Strich und Faden.
Seltsamerweise besitzt er seit einiger Zeit Alpträume, in denen seine diversen Affären sich den Spaß machen, sein bestes Stück höchst kreativ des Besitzers zu entledigen.
Da der junge Casanova mit der Situation so langsam nicht mehr zurecht zu kommen scheint, vertraut er sich einem Psychologen an – Ein fataler Fehler.
Episode 4 – The Accident (Regie: Douglas Bucks – “Sisters”)
Ein kleines Mädchen wird zusammen mit ihrer Mutter Zeuge eines tragischen Unfalls.
Auf einer Waldstraße müssen die beiden hilflos mit ansehen, wie ein junger Motorradfahrer mit einem Hirsch zusammenstößt und beide aufgrund ihrer Verletzungen bemitleidenswert verenden.
Episode 5 – Vision Stains (Regie: Karim Hussain – „Subconscious Cruelty“)
Das recht perfide Hobby einer Schriftstellerin: Eine Autorin bringt Leute um die Ecke und entzieht ihren Opfern im Augenblick ihres Todes Flüssigkeit aus deren Augäpfeln, welche sie sich letztendlich selbst injiziert.
Daraufhin durchlebt sie noch einmal das Leben derer und hält es auf Papier fest.
Der Drang nach neuen Erfahrungen und neuen Geschichten wird immer stärker, als sie eine schwangere Frau vor einem Wohnblock stehen sieht. Der Reiz zu sehen, was ein sterbendes Ungeborenes sehen könnte bevor es stirbt wird ihr letztendlich zum Verhängnis.
Episode 6 – Sweets (Regie: David Gregory – “Plague Town”)
Estelle und Greg stehen vor den Scherben ihrer Beziehung.
Greg liebt Estelle über alles – Aber Estelle liebt Greg nicht mehr als einen ihrer Freunde.
Auf einer Vernissage soll das „Beziehungsproblem“ ein kulinarisches Ende finden.
Horrorfilm-Freunde aufgepasst!
Nach unzählig dummen und sich ständig wiederholendem Horroreinerlei erscheint auch demnächst in unseren Gefilden (Fantasy Filmfest 2012) der unglaublich kreative und unweigerlich sehenswerte Horrorgeheimtipp namens „The Theatre Bizarre“.
Mit „The Theatre Bizarre“ präsentieren diverse namhafte Horrorregisseure ihre ganz eigenen makabren, zynischen und düsteren Interpretationen des „Théâtre du Grand Guignol“, einem französischem Theater, dass in der Zeit von 1897 bis 1962 mit allerhand Gruselstücken, Krimis und rabiat-derben Komödien versuchte das Publikum zu schockieren und somit das aktuelle Splatter- und Horrorkino maßgeblich mitprägte.
Dabei herausgekommen sind sechs derart unterschiedlich gestrickte Kurzwerke, die allesamt vereint durch ein recht grotesk-anmutendes Story-Rahmengerüst, durchaus Filmkost der etwas anderen und ungewohnteren Art bieten dürfte.
Unter der Führung von David Gregory („Plague Town“) erhielten sechs, in der Horrorfilmszene nicht unbekannte Kult-Regisseure die Aufgabe, unter gleichen Bedingungen und mit jeweils gleichem Budget ausgestattet, ihr cineastisches und künstlerisches Können unter Beweis zu stellen.
Das Endergebnis gestaltet sich als überaus verblüffend interessant, denn kein Film gleicht sich dem anderen – die einzelnen Kurzgeschichten lassen durch ihre gekonnt innovative Umsetzung eindeutig die Bildsprache und Erzählweise des jeweiligen Regisseurs erkennen.
Jeder Filmgeschmack dürfte unter den Kurzgeschichten befriedigt werden.
Ob nun klassisch gruselig, Arthaus-like künstlerisch oder trivial ekelhaft „The Theatre Bizarre“ dürfte auch für den noch so speziellen Horrorfilmgeschmack den passenden Beitrag bieten.
Überraschenderweise gestaltet sich die Entscheidung nach seiner ganz persönlichen Lieblingsepisode als überaus schwierig, da alle Kurzfilme auf ihrer ganz eignen charmanten Weise funktionieren und zu überzeugen wissen. Das merklich minimale Budget ist dem Gesamtmeisterwerk an keiner Stelle anzumerken. Jede Kurzgeschichte wurde stimmig, qualitativ hochwertig und liebevoll umgesetzt. Gerade das Rahmengerüst, dass die einzelnen Glieder miteinander verknüpft strotzt nur so vor diversen Anspielungen diverser Horrorfilme der 70er und 80er Jahre und punktet mit einer derart liebevollen und mollig schaudernden Umsetzung, dass der Horrorfan vor Freude im Kreise tanzen möchte.
Die erste Episode „The Mother of Toads“ ist eine liebevolle Hommage an das triviale, hölzerne, aber dafür sehr atmosphärische italienische Trash-Kino der 70er Jahre und entpuppt sich am Ende weniger als eigenständige Horrorepidode, als vielmehr als stimmiges Horrormärchen.
Horrorfilmfans, die ein Hang zu unzugänglichem asiatischem Extrem-Arthauskinos besitzen dürften in Episode vier vollends auf ihre Kosten kommen. Aufgrund der arg superben Ausgangssituation gepaart mit ein paar überaus markerschütternden Spezialeffekten und dem sehr ernüchternden Ende, dürften sich Freunde von asiatischen Genreproduktionen a lá „Naked Blood“ gierig die Finger warm reiben.
Das dieses aktuelle Horrorprojekt gerade aufgrund der recht durchwachsenen und drastische Darstellung von Gewalt bei deutschen Zensurbehörden für Missgunst sorgen dürfte, sei vorab schon einmal angedeutet.
Gerade Tom Savinis Episode mit dem recht zynischen, aber irgendwie passenden Titel „Wet Dreams“ und der abschließende bitterböse Beitrag „Sweets“ zeigen sich gewalttechnisch ordentlich freizügig, sodass eine ungeschnittene deutsche Veröffentlichung vorab für ausgeschlossen betrachtet werden dürfte.
„The Theatre Bizarre“ ist ein richtiger Kracher geworden und dürfte nicht umsonst als potenzieller neuer Kultfilm gehandelt werden.
Sechs abwechslungsreiche und vor allem überaus gehaltvolle Kurzgeschichten, die in ihrer Darstellung ihresgleichen suchen dürften und die jedem offenen Horrorfilmfan aufgrund ihrer absolut unkommerziellen Umsetzung auf jeden Fall zur Sichtung durchaus zu empfehlen sind.
Schade nur, dass bereits (!) nach ordentlichen 120 (!) Minuten Spiellaufzeit bereits der Abspann über den Bildschirm flimmert und man das Gefühl nicht los werden möchte, dass man sofort das Bedürfnis verspürt, mehr sehen zu wollen.
Hoffen wir, dass „The Theatre Bizarre“ die nötige Aufmerksamkeit erntet, die der Film offensichtlich verdient hat und alle weltweiten Filmfans mit einer Fortführung der Idee rechnen dürfen.
Fazit 10/10 Filmpunkte
Gerade aufgrund der absolut unkonventionellen Umsetzung und Darstellung der vollkommen haarsträubenden Geschichten dürfte sich „The Theatre Bizarre“ einen Ehrenplatz in den Herzen weltweiter Genrefans sichern dürfen – Pflichtprogramm!
FSK-Prognose: “keine Jugendfreigabe” geschnitten.
Eine Uncut-Variante mit dem “Spio“-Kennzeichen halte ich für möglich, insofern sich ein mutiger “Spio-freundlicher & erprobter” Vertrieb findet. Ich flehe darum, dass Capelight sich die Rechte gesichert hat und das Teil im Mediabook veröffentlicht. Das Teil schreit gerade nach einem Buch mit Hintergrundinfos und Bildern!
Hellraiser80
Filmreview: “The Bunny Game” (2010)

In meinem bisherigen Leben habe ich ja schon genug, auf Zelluloid gebannten Dreck gesehen, aber ich bin immer wieder überrascht, welch dumme und völlig unnötige Filmideen aus den scheinbar kranken Hirnen diverser Möchtegern-Drehbuchschreiber entspringen.
Mit „The Bunny Game“ dürfte der Filmfan eine neue Dimension cineastischen Durchfalls erleben und es ist wirklich erstaunlich mit welch „pseudo“-kontroversen Filme ideenlose Nachwuchsregisseure um die Gunst und vor allem die hart verdiente Kohle gieriger Horrorfilmfans buhlen.
Das bei geistig-unterbelichteten Filmen, wie diesem, gut ausgetüftelte Marketingstrategien von Nöten sind um halbwegs kommerziellen Erfolg zu erzielen, dürfte jedem Filmfan nach Sichtung dieses Schundes klar werden.
Denn schenkt man diversen Filmforen Glauben, so schwanken diverse Gerüchte um diesen völlig überbewerteten Film. Der österreichische Publisher ILLUSIONS UNLTD. lies vor geraumer Zeit sogar verlauten, dass sich scheinbar kein deutschsprachiges Synchronstudio hat finden lassen, das „The Bunny Game“ ins deutsche übersetzen wollte.
Das aufgrund dieser arg überzogenen Gerüchte deutschsprachige Filmfreunde hellhörig und demnach unfreiwillig Teil dieser raffiniert ausgetüftelten Marketingkampagne werden mussten, dürfte jedem Filmfreund schnell klar werden, der sich letztendlich selbst ein Bild von „The Bunny Game“ gemacht hat.
Gerade einmal 10 Satzfetzen konnte ich zählen – eine Synchronisation demnach völlig fehl am Platz und vollkommen unnötig. Blut, Gewalt oder Splatter gibt es nicht. Keine Ahnung, warum ILLUSIONS UNLTD. seine Käufer derart auf der Nase herumtanzen muss, und derart haarsträubende Informationen in die Welt setzt.
Denn wer sich die 80 quälend langweiligen Minuten zu Gemüte geführt hat, dürfte krampfartig nach den Sinn und die Daseinsberechtigung von „The Bunny Game“ suchen.
Explizite Gewalt gibt es nämlich in diesem Film nicht, Story – absolute Fehlanzeige.
Der Filmfan erlebt das ultimative „Martyrium“ einer jungen Drogenabhängigen, die ihren Drogenkonsum mit Prostitution finanziert. Leider gerät sie in ihrem vollkommen verpeilten Leben letztendlich an den „ultimativen“ Kunden, der sie niederschlägt und 40 Minuten erniedrigt und demütigt. Leider hat das alles nicht einmal ansatzweise Sinn, schockiert null und gestaltet sich als unglaublich dumm und vor allem unerträglich langweilig.
Um dieses, auf Zwang in s/w-getrimmte Pseudo-Arthaus-Machwerk überhaupt halbwegs ertragen zu können, empfehle ich die Vorspultaste der Fernbedienung bereits nach Beginn einsatzbereit gen Player zu richten, denn „The Bunny Game“ schockiert leider nicht, sondern dürfte interessierte Filmfans für Müdigkeit lähmen.
Dabei beginnt der Film eigentlich recht vielversprechend. Der unweigerliche Verfall der perspektivlosen Hauptdarstellerin gestaltet sich als unerträglich deprimierend und hätte in dieser Form ersichtlich gut bis Filmende funktioniert. Leider führt „The Bunny Game“ diesen überaus erschreckend in Szene gesetzten Beginn nicht weiter fort und mutiert von einem ansprechenden Independent-Drama zur vollkommen lächerlich-peinlichen und vollkommen überzogenen Tour de Farce.
Der vermeintlich kranke Psychopath beginnt vor laufender Kamera sein hilfloses und scheinbar narkotisierendes Opfer in allen erdenklich möglichen Stellungen durch die Luft zu wirbeln und führt an der jungen Frau schamhaft-groteske „Trockenübungen“ durch, die in ihrer Darstellung weder schockieren wollen, als vielmehr fremdschämendes Gelächter beim Zuschauer verursachen.
Die Darstellung der Demütigungen des Opfers unterteilt sich in wenige Abschnitte, wobei der unbekannte Täter in der psychischen Misshandlung der jungen Frau von Abschnitt zu Abschnitt radikaler zu werden scheint, aber von körperlichen Misshandlungen (abgesehen von einem „Branding“) absieht.
Warum er aber nur in dieser Art und Weise vorgeht, bleibt ebenso unbeantwortet, wie unzählige Fakten über das Opfer selbst.
Leider geht einem das Geschehen, gerade aufgrund fehlender Antworten und mangels Identifikationsmöglichkeiten, bereits nach der Filmhälfte gehörig aufs Schwein.
Der Psychopath schreit seinem verwirrten Opfer minutiös ins Ohr und auch die vordergründig ruhige Kameraführung scheint vollkommen aus dem Ruder zu laufen und drängt den Zuschauer mit all seinen wirren Flashbacks und dem planlosen Soundgerassel an die Grenze zur Epilepsie.
Was uns Regisseur Adam Rehmeier mit seinem „The Bunny Game“ vorsetzt ist jenseits von Gut und Böse. Mit ernstzunehmender Kunst (egal in welcher Hinsicht) hat das Teil rein gar nix am Hut.
Wer hier Psychogewalt, ähnlich eines „Martyrs“erwatet, dürfte nach Sichtung dumm aus der Wäsche schauen.
Gorehounds, Splatterfreunde oder sensationsgeile Exploitation-Filmfreaks, die einen überaus harten und krassen Film erwarten werden ebenso gänzlich enttäuscht.
Reheimers überaus unklarer Thriller scheint einzig dafür gemacht, um die Kreativität potenzieller Hobbypsychopathen zu fördern. Ein Film, der zumindest für mich, keine Daseinsberechtigung besitzt.
Fazit 1/10 Punkten
Wer an „The Bunny Game“ Gefallen findet, sollte sich schnellst möglich an den Psychologen seines Vertrauens wenden. Unmöglich schlechter Film!
(Deutsche Fassung kommt demnächst ungeschnitten über ILLUSIONS UNLTD aus Österreich)
Hellraiser80
Filmreview “The Watermen” (2011)
Lust auf richtig guten Horror?
Auf einen Film mit klasse Schockmomente, intelligent konstruierter Story und sexy Chicas, die wissen wie sie sich kreativ zur Wehr setzen müssen?
Ja?
Dann empfehle ich ausdrücklich den aktuellen Backwood-Slasher „The Watermen“ zu meiden, denn hier gibt’s nix was überhaupt von Erwähnung wäre.
Die Story hat man in dieser Form schon bis zum Erbrechen gesehen und ich verstehe nicht, welche Intensionen und Ziele manche Regisseure und die dahinterstehenden Produktionslabel mit ihrem aufgewärmten Kaffee eigentlich verfolgen wollen? Gewinnträchtigen Umsatz dürfte bisher für diesen Quark mit Sicherheit kaum geflossen sein – wohl eher sollte der interessierte Filmfan nach Sichtung Geld für diesen Schund „einklagen“, weil „The Watermen“ dem Zuschauer fast 90 Minuten an kostbarer Lebenszeit raubt, ohne überhaupt ein Fünkchen Unterhaltungswert zu bieten.
Die Geschichte, insofern man das Storygerippe überhaupt „Story“ nennen kann, liest sich demnach auch recht bescheiden und vorhersehbar:
Eine kleine Gruppe Jugendlicher, bestehend aus drei potenten Muskelprotzen und drei paarungswilligen Bordsteinschwalben, unternimmt einen hübsch idyllischen Segelausflug auf dem Meer
Doch die friedliche Idylle ist schnell verpufft, als das Boot einen Motorschaden erleidet und die sechs Hohlbirnen nicht mehr wissen, wie sie wieder an Land kommen sollen.
Der interessierte Filmfan erhofft sich natürlich nun eine Überlebensschocker a la „Open Water“, dürfte dennoch leider rasch enttäuscht werden, als von weitem ein Fischerboot den ratlosen Gestrandeten zu Hilfe eilt.
Nachdem sich die Teens an Bord gerettet haben und den Fischern größten Dank beipflichten, ahnen sie noch nicht, dass ihr vermeintlich friedlicher Ferienausflug bald ein tödliches Ende nehmen wird, denn die Fischer haben sich auf das Fischen mit Menschenfleisch spezialisiert, ganz der Devise: was für Haie gut verdaulich ist, dürfte wohl auch den kleineren Fischen und Muscheln munden.
Was jetzt förmlich nach ordentlich Folter- und Splatter schreit, ist in der Umsetzung eigentlich handfest erbärmlich.
Ich frage mich, wer denn auf derart dumme Idee gekommen ist, einen Film über speckige und ungepflegte Fischer zu drehen, die anstatt im Dreck nach Würmern zu wühlen, sich lieber die Arbeit machen ahnungslose Teenies vom Meer wegzufangen, diese auszuweiden und in kleine Teile zerteilt an die Fische zu verfüttern, um maximale Fischfänge zu erzielen?
So skrupellos und vor allem doof muss man erst mal sein, zumal das zerkleinerte Fleisch dann auch noch auf dem Schwarzmarkt an andere Fischer verhökert wird und ich im Film keinen einzigen Polizisten sehen konnte, der überhaupt annähernd Interesse daran gehabt hätte, dass „irrationale“ Massenverschwinden unendlich vieler Touristen und Teens zu untersuchen.
Nach nachvollziehbarer Logik, ernstzunehmender Glaubwürdigkeit und vor allem tieferen Sinn sucht man in „The Watermen“ demnach vergebens. Nach ausufernder Splatter- und Folterunterhaltung ebenfalls. Bis auf eine recht unangenehme Brustimplantat-Entfernung und eine kurze Häutungssequenz, die sehr an „The Texas Chainsaw Massacre – The Beginning“ erinnert, gibt es in dieser Gurke nichts was überhaupt von Erwähnung wäre.
„The Watermen“ entpuppt sich als ein Sammelsurium der unterschiedlichsten und vor allem vorhersehbarsten Horrorklischees, die man schon lange nicht mehr in so trivialer und niveauloser Form sehen konnte. Eigenständige und vor allem frische Ideen sind Mangelware.
Spannung oder ein Mitfiebern entsteht, aufgrund der unerträglichen Vorhersehbarkeit, an keiner Stelle im Film.
Wer einen Faible für das Genre des „Backwood-Horrorfilms“ besitzt sollte einen kurzen Blick riskieren, aber seine Erwartung auf Nullpunkt reduzieren.
Allen anderen Horrorfilmfans sei an dieser Stelle vor diesem Blindgänger gewarnt – Der Film ist absolut „Scheisse“!
Fazit 3,5/10
Dieser überaus dumme Film macht eindeutig KEINEN Spass.
Alle Wörter mit der Vorsilbe “un” sind für diesen Film geradezu prädestiniert – Was für ein wahrhaft unglaublich, unschöner und uninteressanter Film.
(FSK-Prognose: Keine Jugendfreigabe – geschnitten. Zwei Szenen im Film (Brustimplantat-Entfernung und Häutung) dürften vermutlich Probleme mit der FSK bekommen. Aufgrund der recht kurzen Szenen, vermute ich mal, dass der hiesige Vertrieb den Film nur in gekürzter Version veröffentlichen wird, da die Masse an Gewaltszenen einfach zu überschaubar sind, als das man den Aufwand einer Spio-Prüfung für die ungeschnittenen Fassung tragen würde)
Deutschlandstart: bisher unbekannt!
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Filmreview: “Rogue River” (2012)
Die junge Mara macht sich mit der Asche des verstorbenen Vaters auf dem Weg zum Rogue River, um dem geliebten Vater die letzte Ehre zu erweisen.
Kaum dort angekommen wird sie von einem einheimischen Mann angesprochen, der ihr auf den ersten Blick einen sehr sympathischen Eindruck vermittelt.
Nach einem kurzen, recht erfrischenden Gespräch muss sie jedoch plötzlich feststellen, dass vermutlich ihr Auto, dass sie am Straßenrand abgestellt hatte, gestohlen wurde.
Der Fremde beruhigt die total verwirrte junge Frau und bietet ihr an, zumindest für diese Nacht, bei ihm und seiner Frau zu nächtigen, sodass sie am nächsten Morgen frisch erholt die Suche nach dem vermissten Wagen fortsetzen kann.
Nach enthaltsamen Zögern willigt Mara letztendlich ein – ein fataler Fehler, denn mit dem vermeintlich gastfreundlichen Paar scheint irgendetwas nicht zu stimmen.
Es ist oftmals recht erstaunlich, was Regieneulinge mit ihrer unbändigen Kreativität und ihren Ideenreichtum so alles auf Zelluloid bannen können und wollen. Okay, die Idee hinter „Rogue River“ ist jetzt weder bahnbrechend neu, noch detailliert künstlerisch wertvoll.
Vielmehr ist „Rogue River“ einer dieser kleinen, wirklich fiesen Horrorfilme geworden, die dem Genreliebhaber aufgrund der recht ausgefeilten und glaubhaften Inszenierung positiv im Gedächtnis haften bleiben dürfte.
Dabei kommt der kleine böse Thriller recht schnell auf den Punkt und zelebriert das muntere „Familientreiben“ recht zügig, spannend und souverän bis zum erlösenden Finale.
Regisseur und Drehbuchautor “Jourdan McClure” setzt bei seinem ersten abendfüllenden Spielfilm auf einen merklich geradlinigen Spannungsaufbau und lässt den Charakteren und dem Zuschauer kaum Spielraum und Zeit für Nebensächlichkeiten, ausufernde Dialoge und Erklärungen.
Ich muss gestehen, das funktioniert fabelhaft und kommt dem Spannungsaufbau erheblich zu Gute.
Die filmische Umsetzung von „Rogue River“ ist als Top zu betiteln, zumal es sich bei dieser Produktion um ein eher kleines Filmchen handelt, dem vermutlich nur ein arg begrenztes Budget zu Grunde lag.
McClure erweist enorm viel Talent und Geschick in der Umsetzung und Realisierung von unangenehmen und trostlosen Bildern, was ersichtlich der unangenehmen Aura des makabren Geschehens zu Gute kommt.
Sein Debütfilm lässt an keiner Stelle im Film seine Herkunft vermuten, und schaut definitiv nicht nach billig heruntergekurbeltes B-Movie aus, sondern zeigt solide, dass da wohl jemand am werkeln war, der die diversen Horrorfilmklassiker und alle aktuellen Horrorfilm-Remakes ausführlichst studiert haben muss.
Natürlich bedient sich McClure auch den genrebedingten Zutaten und Klischees. Diese werden natürlich gekonnt dezent in das Geschehen gestreut, was anderes wäre ihm womöglich auch nicht übrig geblieben, da die Ausgangsituation seines Thriller gerade dazu prädestiniert ist, einen Terrorfilm der Extraklasse zu zelebrieren. Nun gut, eine Schlachterplatte ist „Rogue River“ nun nicht geworden und unglaublich viel Terror a lá „Martyrs“ verstreut sein kleiner Schocker nun nicht gerade, dennoch der Härtegrad ist ausreichend genug um den tristen und auswegslosen Grundton des Geschehens zu unterstreichen.
Leider schafft es McClures Erstlingswerk nicht bis zum konsequenten Ende zu überzeugen.
Mara erleidet ab Mitte des Filmes ein fürchterliches Trauma, was sich den Rest des Filmes über in Jammern und Winseln bemerkbar macht, was zumindest mir auf die Dauer etwas „to much Drama“ gewesen ist. Scheinbar ist demnach Mara nicht mehr vollends Herr ihrer eigenen Sinne, sodass sie sich kurz vor Ende irgendwie unlogisch verhält.
Nun denn, McClure sei es verziehen. Ich zumindest wurde 90 Minuten packend unterhalten, auch wenn man diverse Handlungsstränge bereits aus unzählig ähnlich-gestrickten Horrorfilmen her kennt, muss man „Rogue River“ zu Gute kommen lassen, dass dieser kleine Film trotz minimaler Kritikpunkte, seine Sache recht solide und souverän meistert.
„Rogue River“ ist ein kurzweiliger, spannender und böser Thriller – was will der Horrorfilmfan denn mehr?
Hinweis: wer sich die Stimmung ungern durch aufdringliches „spoilern“ vermasseln lassen möchte, sollte sich die Sichtung des Trailers sparen.
Fazit 6,5/10
Kleine böser Debüt-Horrorthriller, dessen Umsetzung gar nicht mal zu übel ist.
Genrefans, mit Gefallen an „Terrorfilmen“ sei dieser kleine Rohdiamant ans Herz gelegt.
Regisseur “Jourdan McClure” sollte man definitiv im Auge behalten.
(FSK: Keine Jugendfreigabe – leicht geschnitten / Deutschland-Start: Mitte Februar 2012)
Hellraiser80
Filmreview: “Hostel 3″ (2011)
Ein paar Freunde düsen nach Las Vegas um mal so richtig die Sau raus lassen zu können – der Alkohol fliest, die Weiber sind willig. Leider wird die Feiersause schnell zum Partygau, denn die Freunde stellen schnell fest, dass Las Vegas nicht nur für seine Casinos, für Blitzhochzeiten und Tigershows bekannt ist, sondern auch für unangenehme Folterspiele an Menschen.
Eine geheime Untergrundorganisation namens „The Hunters“ hat es sich zur Hauptaufgabe gemacht, aus den makabren Folterspielchen an ahnungslosen Las-Vegas-Touristen, Kapital zu schlagen.
Dumm nur, dass gerade unsere feierfreudigen Freunde nun ins Visier der „Hunters“ geraten.
Es war nur eine Frage der Zeit, bis die erfolgreiche „Hostel“-Serie mit einem weiteren Teil fortgeführt werden sollte.
Im Jahre 2005 als echter Kassenschlager gefeiert avancierte der Exploitationkracher schnell zum Publikumsliebling unter Horrorfilmfans und Otto-Normal-Kinozuschauern. Aufgrund des Erfolges zog das Filmstudio schnell eine weitere Fortsetzung mit gleichem Konzept nach, die aber leider kläglich an den Kinokassen scheiterte und bereits im Vorfeld (von Kritikern und der FSK) verrissen wurde. Kein gutes Omen, für eine weitere Fortsetzung!
Jetzt über 4 Jahre später, erscheint nunmehr ein weiterer Teil der Serie und das seltsamerweise nicht im Kino, sondern direkt auf DVD und Blu-ray. Ein guter Schachzug, denn „Hostel: Part III“ ist nichts weiter als ein cineastischer Schnellschuss, bei dem man das Gefühl nicht loswerden möchte, dass er einzig dafür gedreht wurde, um noch schnell etwas Kohle aus dem allmählich abebbenden „Folter-Tortur“-Genre herauszuschlagen.
Demnach sollte man seine Erwartungen gänzlich gen Nullpunkt schrauben, um nicht allzu sehr enttäuscht zu werden. „Hostel 3“ ist, wie so viele Direct-to-Bluray Filmproduktionen zuvor, nichts halbes und auch nichts ganzes.
Die Charakterentwicklung wurde auf ein Minimum reduziert, die lieblose Story kommt überraschenderweise schnell zum Punkt.
Was folgt ist das selbstzweckhafte und grafisch-ordentlich zubereitete Ableben diverse unfreiwilliger „Kandidaten“, die gänzlich zur Belustigung der „Hunter“-Mitglieder kreativ um die Ecke „gefoltert“ werden. Das mag zwar für blutgeile Filmfans reißerisch und erfüllend genug sein, für anspruchsvolle Gemüter, oder routinierte Filmseher ist das jedoch quälend langweilig.
Und hierbei liegt letztendlich auch der Hund begraben: außer „kreatives“ Meucheln, bietet „Hostel 3“ nichts Neues, oder gar Nennenswertes. Nur Blut und nur Gewalt machen (zumindest für mich) noch lange keinen guten Horrorfilm.
Im Original „Hostel“ aus dem Jahre 2005 hat man sich zumindest noch halbwegs Mühe gegeben, das hauchdünne Storygerüst effektiv in Szene zu setzen, indem man sich genug Zeit nahm, die stereotypen Protagonisten sympathisch zu skizzieren, sodass der Zuschauer genug Mitgefühl entwickeln konnte, um bei den Folterszenen unerträglich mitleiden und mitfiebern zu können.
Teil 3 hat nichts dessen fortgeführt. Die Charakterentwicklung der Protagonisten ist so derartig reduziert, dass einem derer Ableben letztendlich am Allerwertesten vorbeigeht und man eigentlich froh ist, wenn der Abspann gen Filmschirm flimmert.
Neben den qualitativ durchwachsenen Goreeffekten (von Handmade-Gekrösel, über unglaublich dummen CGI-Effekten, ist alles vertreten) fallen immense Logiklücken aufdringlich ins Gewicht.
So, wird natürlich ein „Kandidat“ seiner Fesseln entledigt, um dem Folterspiel mehr Spannung zu teil kommen zu lassen, und darf sich mit Waffen gegen seinen „Henker“ zur Wehr setzen. Was jedoch im Falle eines Sieges des traumatisierten Kandidaten passieren darf und soll, hat scheinbar niemand der ominösen Foltersekte bedacht. Denn das Folteropfer bricht aus seinem Vorführraum aus und macht Jagd auf seine Peiniger.
Was bleibt ist das arg konstruierte Ende, dass trotz alle Kritik, recht zügig, rasant und forsch in Szene gesetzt wurde. Der Racheakt wurde prägnant und reißerisch gestaltet und dürfte zumindest die Gorefraktion befriedigend können.
„Hostel 3“ ist das geworden, was man letztendlich erwartet hat: hohle und sinnfreie Genreunterhaltung, für anspruchslose Gemüter. Die Ekel- und Schockeffektivität eines „Hostel: Part1“ wird nicht einmal ansatzweise erreicht. Durchschnittskost, die man so schon viel zu oft gesehen hat.
Fazit 5,5/10 Punkte
Durchschnitliche Direct-to-Heimkinomarkt Produktion, die wie so oft schlechter ist, als seine Kinovorgänger.
Hirn aus – Glotze an.
FSK: Prognose – keine Freigabe / ungekürzte Spioversion wahrscheinlich
Hellraiser80
Filmreview: “Blood Shower” / “Baby Shower” (2011)

Fünf, eigentlich beste Freundinnen feiern in einem Anwesen, weit entfernt jeglicher Zivilisation, die bevorstehende Geburt von Lisas Baby . Doch als die werdende Mutter instinktiv ahnt, dass sie von einer der vermeintlichen Freundinnen betrogen und hintergangen wird, beginnt der Zickenterror, der für die Schwangere Lisa und deren Bekannte ein schlimmes Ende nehmen soll.
Mal so am Rande: für einen Debütfilm des Nachwuchs-Regisseurs Pablo Illanes, ist der mir vorliegende „Baby Shower“ (so im Original), gar nicht mal so miserabel ausgefallen, bedenkt man, was (vor allem deutsche) Animateurfilmer oder Regisseurneulinge sonst für derart unbrauchbares Material produzieren. Trotzdem, bewertet man das Werk neutral, ohne von diesen Vorteil zu wissen, ist „Baby Shower“ ganz schön hölzern und zäh ausgefallen.
Warum im übrigen, der Deutsche Titel in „Blood Shower“ umbenannt werden musste entzieht sich mir jeglicher Logik. Scheinbar wollte der hiesige Verleih mit einem noch „reißerischeren“ Titel punkten, um zusammen mit dem wirklich furchtbar plakativ gestalteten DVD-Cover noch mehr Käufer um deren schwerverdientes Geld zu prellen. Denn „Blood Shower“ durfte in der deutschen Verkaufsversion ordentlich Federn lassen, wobei wir eigentlich auch gleich beim nennenswerten Teil des gesamten Filmes wären. Richtig, die Blut- und Goreeffekte sind ausreichend vorhanden und sehen wirklich recht professionell und qualitativ hochwertig aus. Zwar wird in „Baby Shower“ kein Gorefest der Extraklasse verbraten, dennoch die Effekte können sich sehen lassen und haben sicherlich ihren selbstzweckhaften Reiz, der die Blutfraktion unter den Horrorfilmliebhaber auf jeden Fall zufrieden stellen dürfte.
Trotzdem, bevor dass arg schwerfällig Geschehen überhaupt in Fahrt kommt benötigt der Film schon eine Weile und fordert ordentlich Sitzfleisch. Es wird gefeiert, gestritten, gezickt und gevögelt und ganz ehrlich, dem Film kommt all das nicht wirklich bekömmlich, zumal einem die Charaktere und deren sinnfreies Gefasel nach einer Weile gehörig aufs Schwein gehen. Da hilft die wirklich hübsch-durchdachte Optik und die überaus professionelle Kamera- und Tonarbeit recht wenig, denn „Baby Shower“ ist alles andere als spannend.
Dabei ist auch auffällig, dass es gerade ab Filmmitte zu derart seltsamen Drehbuchholpern kommt und neue Protagonisten in das Geschehen treten, dass es mir schwerfiel der wirren Handlung und den zig Charakteren überhaupt noch zu folgen. Und natürlich dürfen auch diverse Klischees in derart Produktion nicht fehlen.
So haben die Protagonisten natürlich im Falle des Falles keinen Handyempfang und natürlich gehen die Charaktere auch nicht auf Nummer sicher, wenn sie dem Killer mit deinem Bügeleisen eins gegen die Waffel schlagen, sondern laufen stattdessen panikentbrannt ins stockfinstere Nichts des Waldes, anstatt dem Killer noch einige Male mehr mit dem Bügeleisen auf den Kopf zu keulen. Warum können heutige Drehbuchschreiber nicht minimal kreativer und glaubwürdiger zu Gange gehen? Diese unglaubhaften und altbackenen Klischees sind vollkommen unzeitgemäss und nerven mich langsam!
Letztendlich hätte Regisseurs Pablo Illanes soviel mehr aus seinem „Baby Shower“ machen können, hätte er noch ein wenig mehr an seinem Drehbuch gewerkelt und den völlig verpeilten Endtwist einfach weggelassen. So ist sein Erstlingswerk belanglose Durchschnittsware geworden, das sich schamlos bei diversen Genrevertretern bedient und das einzig mit seiner wirklich virtuosen Kameraarbeit und den sehr professionellen Bluteffekten, sowie den hübsch animierten Endcredits überzeugen kann. Das nächste mal Bitte mehr Inhalt und weniger Kameraarbeit!
Fazit 5,5/10 Punkte
Langweilige, aber hübsch gefilmte Durchschnittsware mit ordentlichem Blutzoll. Wer auf Teenie-Slasher Ware ohne Teenies steht, sollte sein Glück versuchen. Der Rest sollte besser seine produktive Zeit in einen sehenswerteren Film investieren.
(FSK-Freigabe: geschnitten – keine Jugendfreigabe)
Hellraiser80
Filmreview: “Red State” (2011)

Jared, Billy Ray und Travis wohnen in einem “Red State”, also in einem recht konservativen Staat, wo republikanischer Wähler der Mehrheit entsprechen. Und gerade in diesem Staat, indem all das verboten ist was Spaß macht, verabreden sich die 3 für einen flotten 3er.
Die Auserwählte wird schnell per Internetchat ausfindig gemacht und füllt die 3 Freunde alsbald mit gehörig Alkohol und Schlafmittel ab.
Wieder zur Besinnung gekommen, müssen die 3 Freunde erschreckend feststellen, dass sie in die Fänge einer fanatischen Sekte geraten sind, deren Hauptaufgabe es ist, die Welt von allem Schlechten und Verdorbenen zu reinigen.
Olá, was haben wir denn da?
Endlich weht ein, zur Abwechslung wieder frischer Wind, indem doch schon derzeit arg geschundenen Genre des bösartigen Horrorfilms. Diesmal gibt es keine mordgeilen Mutanten, keine schizophrenen und maskierten Serienkiller, keine Aliens aus dem All und auch keine japanischen Geisterwesen zu sichten. Denn diesmal bekommt der Filmfan keinen Schlechten Film vorgesetzt, sondern einen wirklich Guten serviert!
Regisseur Kevin Smith, der durch doppelbödige und unkommerzielle Komödien, wie „Clerks“ oder “Zack and Miri make a Porno“ und der gesellschaftskritischen Satire „Dogma“ bekannt wurde, hat mit „Red State“ aalglatte Genreunterhaltung abgeliefert, die mit ordentlich schwarzen Humor punkten kann und mit viel Zynismus und Sarkasmus gewürzt wurde. Demnach sollte der interessierte Filmfan „Red State“, trotz aller Härte mit einem gehörigen Augenzwinkern genießen.
Mit seinem gering-budgetierten Independent-Kracher „Red State“ stellt sich Smith gegen das kommerzorientierte Hollywood, dass mit seinen ausufernden Film-Werbekampagnen, Millionen verschleudert und wenn überhaupt es mit nur wenigen Filmen der letzten Jahre geschafft hat das Investitionsbudget wieder einzuspielen. Aufgrund dessen, hat sich Smith mit seinem tiefschwarzen Horrorthriller wieder auf Indipendent-Pfade begeben und hat es, meiner Meinung nach, auf jeden Fall geschafft, ohne großartiges Werbegetöse einen guten und in der Horror-Szene bereits einschlägig bekannten (Kult)Film zu produzieren.
Was uns Smith mit seiner aktuellen Produktion mitteilen wollte, lässt sich in viellerlei Hinsicht interpretieren und dürfte dem Zuschauer nach Sichtung gehörig Diskussionsbedarf bieten, denn Smith´s Film hält ordentlich Zündstoff parat.
Sei es Kritik an dem amerikanischen konservativ-versnobten und prüden Kleinbürgertum, oder an dem immer noch extrem ländlich verbreiteten Prediger- und Kirchenwahn (sorry, für mich als Atheist, ist die Bibel ein einziges Märchen, und definitiv nicht mehr zeitgemäß), Amerika´s – das Land und seine Menschen bekommen in „Red State“ einmal mehr deftig den Spiegel vorgezeigt, wobei Smith ausgibigst Gesellschaftskritik austeilt und diverse Missstände im eigenen Lande anprangert.
Dabei scheut Regisseur Kevin Smith auch nicht davor, dem Zuschauer kaum Identifikationsfiguren zu bieten, denn wer will sich schon mit derart unfortschrittlichen und dogmatisch-moralischen Pack identifizieren.
Und gerade dann, wenn etwas Menschlichkeit durch die Charaktere durchzusickern scheint, werden diese alsbald in der nächsten Szene abgebrüht über den Jordan geschickt. Dabei dürften vor allem empfindlichen Gemüter verstört vor dem heimischen Fernsehapparat hocken und ihnen das Lachen im Halse stecken bleiben. Ganz ehrlich, richtig so – endlich mal ein Horrorfilm, der nicht dem stereotypischen Regeln eines Horrorfilm folgt. In „Red State“ ist nichts, wie man es aus genreüblichen Filmen kennt und vor allem es ist nichts derart wie es auf den ersten Blick scheint. Obwohl genrebedingt in jedem Horrorfilm das Gute gegen das Böse kämpft und vermeintlich gewinnt, so schlägt „Red State“ ein gänzlich neues Kapitel auf und erzählt nichts „Gutes“ von eigentlich „Bösen“ Menschen. Dieses kleine Juwel bietet keinerlei Sympathieträger, sondern erzählt von Menschen, die zwar ausgibig über Ethik und Moral philosophieren, aber mailenweit entfernt davon sind, sich moralisch anständig und ethisch umgänglich zu verhalten.
Fazit 8/10 Punkte
Vollkommen politisch unkorrektes Filmchen. Böse, zynisch, makaber und sarkastisch. Es ist eine Wonne der, arg erschreckend gealterten, Comedylegende John Goodmann gegen den Kampf skrupelloser Sektenmitglieder beizuwohnen. Bitte mehr derart kreativ-unartiger Filme!
Hellraiser80
Filmreview: “Cherry Tree Lane” (2010)

Das Ehepaar Michael und Christine leben eine schwierige Ehe.
Um das Eheglück dennoch zu kitten, wolle beide, bei einem romantischen Dinner zu zweit, wieder zu sich selbst finden.
Doch das vermeintliche Versöhnungsmahl wird alsbald gestört, als es an der Tür klingelt. Überrascht über den späten Besuch öffnet Christine die Haustür und wird von 3 Jugendlichen überwältigt, die das Paar sogleich fesseln und knebeln und nach dem Verbleib des Sohnes Sebastian fragen. Völlig verstört über das kaltblütige Vorgehen der Bande erfahren die Eltern, dass Sebastian einen Dealer-Freund bei der Polizei angeschwärzt habe und nun mit den Konsequenzen leben muss. Da eskaliert die Situation.
Es gibt manchmal wirklich seltsame Filme.
Filme, die eigentlich fast alles richtig machen, aber denen es dennoch an „Seele“ mangelt.
„Cherry Tree Lane“ ist derart Exemplar.
Nett gefilmt, gut gespielt – aber irgendwas fehlt.
Dabei beginnt der Film recht vielversprechend, die Stimmung passt und als es an der Tür klingelt sind Parallelen zu „Funny Games“ nicht von der Hand zu weisen.
Auch dort wird ein scheinbar idyllisches Familienglück von 2 Soziapathen zerstört, die nichts anderes im Sinn haben, als eigentlich glückliche Familien zu zerstören.
Und gerade aufgrund der Ähnlichkeiten in der Story dürfte der interessierte Filmfan zu Filmbeginn auf Terror-Theater der Extraklasse hoffen, aber „Cherry Tree Lane“ (Titel ist gleichzeitig Adresse der Geschehnisse) enttäuscht diesbezüglich und zieht im Vergleich zu der intensiven Satire „Funny Games“ auf jeden Fall den Kürzeren.
Dabei mangelt es dem Thriller eindeutig an Spannung und der Charakterdarstellung. Denn beides bleibt flach und ausbaufähig. Allen voran der Darstellung des vermeintlich skrupellosen Haupt-Bösewichts „Ryan“, dessen Darstellung so derart „unböse“ und überaus „naiv“ ist, dass man seine Vorgehensweise und die Reaktion der Opfer irgendwie nicht wirklich nachvollziehen möchte. Im übrigen: warum müssen eigentlich Charaktere in Horrorfilmen in Extremsituationen immer an Geschlechtsverkehr denken? Hier sei schon mal die Unlogik erwähnt, die diverse Genreproduktionen dieser Art ausmachen. Warum muss der farbiger “Ryan” die Mutter von Sebastian aus Zeitvertreib vergewaltigen, wenn er sich gerade in einer enormen Stresssituation befindet und ein vollkommen anderes Ziel vor Augen hat, und immer damit rechnen muss, dass die Polizei nicht vor der Tür steht?
Ebenso „un“-auffällig ist, was uns Regisseur Paul Andrew Williams mit diesem vermeintlich „bösen“ Filmchen eigentlich sagen will.
Ist „Cherry Tree Lane“ ein Spiegelbild für den Moralverfall heutiger Jugendlicher geworden, die Konflikte nur mit Gewalt und asozialer Verbalkommunikation versuchen zu lösen? Oder soll es plakativ zeigen, inwieweit Opfer von Gewaltverbrechen fähig sind, ihr eigenes Leben und das geliebter Mensch zu verteidigen? Aufgrund der mangelnden Kompromisslosigkeit und der fehlenden Emotionalen Hintergründe der Charaktere ist „Cherry Tree Lane“ leider nicht derart radikal, gesellschaftskritisch und schockierend geworden, wie zuletzt ein „Eden Lake“, oder „Harry Brown“. Vielmehr plätschert das Geschehen ohne nennenswerte Höhepunkte vor sich dahin und hat viel zu oft Leerlauf, der mit völlig unwichtigen Small-Talk-Füllszenen der Jugendlichen untereinander gefüllt wird.
Einzig das kontroverse und diskussionswürdige, offene Ende der kammerspielartigen Echtzeit-Inszenierung dürfte bei einigen Zuschauern für minimal Diskussionsbedarf sorgen, oder zum Nachdenken anregen, wie man selbst in gleicher Situation handeln würde.
Fazit 6/10 Punkte
Sauber gedrehtes Filmchen, dass aufgrund des Mangels der genretypischen Kompromisslosigkeit der Zuschaustellung des Extremen weder überzeugen, noch fesseln vermag. “Cherry Tree Lane” ist kein übler Film – man muss ihn aber auch nicht gesehen haben!
Hellraiser80
Filmreview: “Spiderhole” (2009)
Unglückliche Hausbesetzer-Karriere: nachdem Molly und ihre Freunde sich’s in einem runtergekommenen Haus gemütlich gemacht haben und vom mietfreiem Wohnen träumen, ahnen sie nicht, dass ihr Domizil bereits von einem älteren Herren bewohnt wird, der scheinbar nur auf die Anwesenheit der 4er Bande gewartet hat.
Nervenstarke Filmkenner aufgepasst:
Wenn es einen Preis für den „verheultesten“ Film und die wahrscheinlich größten „Angsthasen“ geben würde, dann würde „Spiderhole“ vermutlich den Hauptpreis gewinnen – für meinen Geschmack eindeutig zu viel „…Drama, Baby…“ und wirklich nur für Zuschauer mit enorm starken Nerven zu empfehlen!
Das wirklich furchtbare „Herumgeflenne“ der 4 Charaktere wäre vermutlich noch halbwegs ertragbar gewesen, würden sich die Protagonisten nach einigen Tränenergüssen endlich mal zusammenreißen und eine Lösung für ihre Misere finden. Nachdem die Freunde nach einigen anfänglichen genretypischen Sex- und Alkoholeskapaden plötzlich feststellen, dass es aus ihrem neu errichteten Domizil kein Entkommen gibt, weil sie jemand absichtlich eingeschlossen hat, geht der „Tränenterror“ los.
Anstatt erst einmal die noch begehbaren Räumlichkeiten nach Hinweisen abzugrasen, wird stattdessen geweint, geflucht und geschrieen. Als Zuschauer möchte man allzu gern in den Fernseher fassen und wirklich allen Beteiligten eine recht und links ballern, in der Hoffnung, das endlich die Vernunft wieder eintritt, zumal das Geschehen sich innerhalb von nur wenigen Stunden abspielt und ich nicht verstehen kann, wie man nach nur weniger Filmminuten sich so gänzlich aufgeben kann.
Wer sich diesen schier unglaublich nervigen Terror ersparen möchte, darf natürlich gern zur Fernbedienung greifen und bis zur 50. Filmminute spulen. Erst dann wird es für den gierigen Horrornerd mehr oder weniger interessant, ohne jedoch wesentlich wichtige Filmstränge verpasst zu haben.
Als einer der Protagonisten plötzlich durch ein Loch in der Wand, hinter einem Schrank versteckt, aus der kuscheligen Behausung gezerrt wird, werden nun endlich auch der Rest der Bande mutiger und folgt der Spur durch das Loch. Wer aber denkt, dass das Weinen ein Ende hat, der irrt.
Neben einigen recht dummen, aber intensiven Folter- und Operationsaktionen (der scheinbar arg in die Tage gekommene Psychopath „schnibbelt“ u.a. ein Auge heraus – den Sinn dahinter habe ich leider nicht verstanden) bietet „Spiderhole“ ab der 2. Filmhälfte kaum wirklich nennenswerten Schauwert, um halbwegs überzeugen zu können. An Logik hapert es an jeder Ecke, an Dummheit an jeder Kante.
Einzig positiv hervorzuheben ist der recht düstere Grundton zum Ende des Filmes hin, der ein wenig an das Remake zu „The Texas Chainsaw Massacre“ erinnert, sowie einige wirklich sehr stimmungsvolle und effektiv eingesetzte Kamerafahrten- und Einstellungen.
Recht hektisch und „unfertig“ fällt auch das Filmende aus. Unzählige Fragen, vor allem nach dem überraschend-ausgefallenen Storytwist, bleiben unbeantwortet und stehen offen im Raum – Unglaublich hohl.
Warum es im übrigen Protagonisten im Endkampf mit den Superbösewicht nie schaffen, den Killer zur Vorsicht zu köpfen, zu pfählen oder noch 10 mal mit einer Waffe in den Kopf zu ballern, entzieht sich mir immer wieder jeglicher Logik.
Stattdessen wird sein Morden oftmals mit „nur“ seichtem K.O. schlagen bestraft, worauf sich der Killer Minuten später purtzmunter von seinem Tiefschlaf erholt und sein blutgieriges Morden fortsetzt.
„Spiderhole“ macht da auch keine Ausnahme, macht das Geschehen dadurch noch unglaubwürdiger, da es sich bei besagtem Killer um einen Rentner handelt.
Fazit 4,5/10
Zäher Bullshit, mit überaus nervigen Darstellern. Wer ein Faible für seichte Folter-Filme hat, darf gern einen Blick riskieren. Der Rest vergeudet seine kostbare Zeit an diesem recht undurchdachten Quark.
(FSK Prognose: vermutlich Keine Jugendfreigabe)
Hellraiser80
Filmreview: “A Horrible Way to Die” (2010)

Nachdem der Serienkiller Turrell in ein anderes Gefängnis verlagert werden soll, nutzt dieser die Gunst der Stunde und kann aus dem Gefängnistransporter fliehen.
Auf der Suche nach seiner Ex-Partnerin Sarah meuchelt er hin und wieder ahnungslose Passanten nieder, die ihm vor die Funzel springen um seine perverse Mordlust zu stillen.
Währenddessen sucht Sarah, die nicht weiß, dass sich der Ex auf der Flucht befindet, seelische und moralische Unterstützung in einer Alkohol-Selbsthilfegruppe und lernt den jungen Kevin kennen.
Beide kommen sich langsam näher. Doch der mordlüsterne Psychopath ist ihr dicht auf den Fersen.
Schwierig zu beschreiben was ich von diesem Film halte, denn viel nennenswertes gibt es von Adam Wingards aktueller Regiearbeit nicht zu berichten.
„A Horroble Way to die“ vergeudet fast ¾ seiner gesamten Laufzeit damit, den Zuschauer zu langweilen. Die Handlung „plätschert“ geradewegs uninteressant vor sich hin und bietet weder Momente des Mitfieberns, der Spannung oder des Mitleidens.
Dabei sieht der Zuschauer das, viel zu lang geratene, Geschehen aus 2 Perspektiven.
Zum einen aus der Sicht von Sarah, die aufgrund von Selbstzweifel, Angst und Vergangenheitsbewältigung zum Alkohol gegriffen hat und nun versucht davon loszukommen, indem sie sich ihren Kummer bei einer Alkohol-Selbsthilfegruppe von der Seele redet und sich krampfhaft und verstört an den jungen Kevin bindet, den sie ebenso dort kennenlernt, um Erlebtes zu vergessen und zu verarbeiten.
Zum zweiten aus der Sicht des Ex-Freundes und Psychopathen Turell, der erst aus einem Gefängnistransport entkommen kann und auf der Flucht vor der Polizei und der Suche nach Sarah über Leichen geht. Dabei passieren seine emotionsunterkühlten Morde vorwiegend im Off, sodass der Film ebenso an dieser Stelle kaum Schauwert zu bieten hat.
Nach gähnender dramaturgischer Leere und geschlagenen 70 Minuten später dreht „A Horrible Way to Die“ auf Vollgas und erwacht aus seinem „Tiefschlaf“. An dieser Stelle präsentiert uns der Thriller, oder besser das Drama, eine völlig überraschende Wendung und eine total unglaubwürdige Auflösung, die das Werk leider Gottes auch nicht wirklich besser macht.
Auch die handvoll lustiger Splatter- und Ekeleffekte, die ein wenig an aktuelle „Folter-Tortur“-Streifen erinnern, machen die Handlung nicht wirklich interessanter.
Richtig Hardcore dürfte „A Horrible Way to Die“ für all die werden, die schon mit der Kameraführung eines „Blair Witch Project“, oder „[Rec]“ ihre Probleme hatten.
Denn aufgrund einer scheinbar realitätsnahen und authentischen Erzählweise ist man immer hübsch schon nah dran an der extrem einschläfernden Handlung.
Dabei „darf“ der interessierte Filmfan Unmengen an verwackelten Kameraeinstellungen und unzählige Unschärfen „erleben“ und „ertragen“. Ganz ehrlich, mich hat das unentspannte Gewackle und Geholpere tierisch angenervt. Sehr empfindliche Gemüter dürften (diesmal nicht der Härte wegen) ,aufgrund beschriebener Kameraproblematik, sicher den ein oder anderen empfindlichen Reizmagen bekommen.
Was bleibt bei „A Horrible Way to die“ überhaupt positiv hervorzuheben?
Eigentlich fast nix. Nun gut, die Darstellung der Sarah ist schon recht ordentlich gespielt, entwickelt aber während der Handlung kaum emotionale Tiefe um auf Dauer überzeugen zu können. Dennoch steht ihr das Elend und das Leid, was sie scheinbar durch diverse Erlebnisse mit ihren psychopatischen Ex-Partner Turell ertragen musste, förmlich ins Gesicht geschrieben. trotzdem, das Werk bietet, neben Sarahs Charakterzeichnung und einem recht optisch hübschen Messer-Kill (Messer wird einem Opfer in den Unterkiefer gerammt und tritt im Rachenraum ersichtlich wieder nach außen) keine weiteren interessanten Höhepunkte und dürfte dem geneigten Horrofilmfan ungenügend unterhalten.
Filmliebhaber mit einem Hang zur Schlaflosigkeit sei an dieser Stelle „A Horrible Way to die“ wärmstens zu empfehlen. Ein gesunder und ausgiebiger Schlaf ist nach- oder während der Sichtung mit Sicherheit garantiert.
Fazit 4/ 10
Überaus uninteressantes Thriller-Drama, das bis auf das Ende null Schauwert bietet und gähnend langweilig und zäh vor sich dahinplätschert.
Hellraiser80
Filmreview: “Territories” (2010)

Nach einem feierreichen Hochzeitsfest begeben sich 5 Freunde mit dem Auto auf dem Weg nach Hause.
Nachdem Sie die kanadische Grenze überquert haben und sich wieder im heimischen Amerika befinden werden sie von 2 recht unfreundlichen Polizisten angehalten und gebeten aus dem Auto zu steigen. Als die vermeintlichen Polizisten mit ihren Untersuchungen immer dreister und diskriminierender werden, gerät die Situation außer Kontrolle.
Nachdem einer der Freunde sich weigert weiterhin den Polizisten Folge zu leisten wird er erschossen. Völlig verunsichert und hilflos werden die restlichen Mitglieder der Clique weg von der Strasse gezerrt und irgendwo mitten im Wald in Tier-Käfige gesperrt …
Oh ja, welch äußerst kontroverses Werk zu einem extrem kontroversen Thema.
„Territories“ bringt mit seiner Kompromisslosigkeit wieder extrem frischen Wind in das so schon arg gebeutelte Horror-Filmgenre und dürfte für ordentlich Diskussionsstoff sorgen. Sicherlich sind diverse stilistische Mittel im Film bereits aus vielen anderen Werken bekannt. Doch der frische Mix und die neue Kombination dieser bekannten Fragmente machen den Film wirklich sehenswert und spannend.
Dabei gilt vor allem großes Lob an Regisseur Olivier Abbou´s, der hier nicht selbstzweckhaft nur auf „Splatter“ und „Gewalt“ setzt, wie es in Filmen dieser Art eigentlich sonst üblich ist, sondern eher mit der Psyche der Zuschauer spielt, diesbezüglich dürfte „Territories“ im ähnlichen Fahrtwasser schwimmen, wie zuletzt der französische Terrorstreifen „Martyrs“.
„Territories“ hält sich gekonnt dezent mit grafischen Ekeleffekten. Es steht hier ausschließlich das Martyrium der Protagonisten im Mittelpunkt, welches die 4 Freunde bis zum wahrlich bitteren und hoffnungslosen Ende durchleiden müssen.
Noch bevor die Freunde erkennen in welcher brenzlichen Lage sie sich befinden werden sie in orangene Overalls gesteckt, angekettet und dürfen allerlei skurrile Aktionen vollziehen und sich diversen unerbittlichen Verhören stellen, in welchen sie sich über ihre terroristischen Aktivitäten in den USA rechtfertigen sollen.
Der aufgeklärte Horrorfilmfan dürfte demnach schnell erkennen, dass sich diverse Anspielungen im Film auf die jüngsten Geschehnisse im Gefangenenlager Guantanamo beziehen, in welchem amerikanische Militärsoldaten Kriegsgefangene bis vor einigen Jahren (teils unschuldig) festhielten, diskriminierten und verhörten.
Nachdem der Fall öffentlich wurde und festgestellt wurde, dass die Verhörmethoden gegen jegliche Menschenrechte verstoßen, forderte man die Schließung des Lagers. 2009 wurde es letztendlich geschlossen.
Ab Filmmitte geht der Film dann einen zweiten Weg und erzählt die Geschichte eines drogenabhängigen Privatdetektivs.
Das Schicksal der Jugendlichen rückt in den Hintergrund und Regisseur Olivier Abbou´s konzentriert sich auf den seelischen Verfall des Privatdetektivs, der scheinbar durch den tragischen Tod seiner Tochter den Glauben an sich und die Welt verloren hat und sich im regelmäßigen Drogenrausch sicher wiegt.
Dieser ist dann in der 2. Hälfte damit beschäftigt das Verschwinden der Clique zu untersuchen und gerät bei seiner Recherche ebenso an das Polizisten- Hinterwäldler-Duo.
Leider ist diese Parallelhandlung zwar recht stimmig geraten und man erfährt auch etwas über die 2 Psychopaten und deren Beweggründe, bremst aber den Fortlauf der eigentlichen Handlung enorm und wirkt irgendwie fehl am Platz.
Dennoch, mit „Territories“ ist Olivier Abbou´s ein wirklich packender Film gelungen.
Seine Kritik an die damaligen Vorgehensweisen der Amerikaner und deren Menschenrechtsverletzung in Guantanamo sind unübersehbar und dürften hoffentlich den ein oder anderen (Nicht-)Amerikaner zum Grübeln anregen.
Das wirklich unhübsche Ende ist dann für ALLE Filminteressierte ein heftiger Tritt in die Magengegend.
Fazit 8/10 Punkte
Ein sehr unangenehmer aber wichtiger Film. Eine packendes, glaubhaftes und erschütterndes Mahnmal.
Filmfans ohne genügend Nerven wie Drahtseile sollten einen ordentlichen Bogen um „Territories“ machen.
FSK-Prognose: ungeschnitten – Keine Jugendfreigabe
Hellraiser80
“Texas Chainsaw Massacre” nach 26 Jahren Index endlich frei in Deutschland verfügbar
Nach 26 Jahren Index ist nun auch das Original “Texas Chainsaw Massacre” aus dem Jahre 1974 in seiner ungekürzten Filmfassung auch für deutsche “erwachsene” Filmfans frei verfügbar.
Nutzungsrechte-Inhaber “Turbine Medien” hat nach der letzten Folgebeschlagnahmung im Jahre 2010 Beschwerde eingelegt und den Rechtsstreit nun endlich gewonnen.
Es ist nun nicht mehr strafbar den Film “Texas Chainsaw Massacre” in seiner ungekürzten Form in Deutschland zu verbreiten.
Unglaublich – bedenkt man, dass der Film weder “Gore” noch “Splatter” oder expliziete Tötungsarten- und bilder zeigt.
Dennoch sehr löblich von “Turbine Medien” sich für Belange der Deutschen Nischen-Filmfans einzusetzen.
Da sieht man mal wieder, dass da wirklich viel Herz- und Filmfanblut drin steckt. Filmveröffentlichungen von Filmfans – für Filmfans. Gut gemacht.
Hoffentlich folgen noch weitere Streichungen von Index-Filme in naher Zukunft.
Hellraiser80
“Hostel 3″ – Veröffentlichung naht
Diese Woche wurde die aktuelle Produktion aus den Studios “Raw Nerve” und “Stage 6 Films” offiziell von der amerikanischen Zensurbehörde mit einem “Rated R für die Verwendung blutiger, sadistischer Gewalt und Folter, Sexualität/Nacktheit und Sprache” – Freigabe geprüft und versehen und dürfte in den nächsten Wochen auf ihre Veröffentlichung warten. Regie ubernahm dabei Scott Spiegel , der bereits einschlägige Genre-Erfahrungen in “From Dusk till Dawn 2″ und “Intruder” sammeln konnte.
Auch diverse Schauspiel-Auftritte in diversen Horrorproduktionen kommen ihm zugute. Da kein geringerer als Michael Weiss die Drehbuchvorlage verfasst hat, darf man davon ausgehen, dass “Hostel 3″ erfolgreich an den beiden Vorgängern anknüpfen könnte. Michael Weiss lieferte bisher Drehbuchvorlagen für einige mehr oder weniger kreative Direct-to-DVD Genreproduktionen.
In “Hostel 3″ verlagert man die Handlung von Osteuropa hin nach “Las Vegas”.
Man darf gespannt sein!
Hellraiser80










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