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Filmreview: “The Den” (2013)

the-den-2013
 
 
 

THE DEN

Story

 
 
 
THEDEN.com ist eine neue Social-Media-Plattform, wo User per Webcam miteinander kommunizieren können. Für Studentin Elizabeth Benton (Melanie Papalia) ein interessantes Forschungsprojekt, das sogar von der Universität finanziert wird. Leider tummeln sich im World Wide Web nicht nur friedlich gesinnte User. Die ambitionierte Hochschülerin gerät an ein äußerst penetrantes Community-Mitglied, das der Studentin schon bald das Leben zu Hölle macht …
 
 
 


 
 
 

THE DEN – Kritik

 
 
 
Achtung: Kritik enthält Spoiler!
 
 
 
Kein anderes Filmgenre ist so facettenreich wie der Horrorfilm. Die Filmgattung erfindet sich immer wieder neu und hat es mittlerweile zu einer stattlichen Anzahl verschiedenster Subgenres gebracht. In den letzten Jahren ist es vor allem der Found-Footage-Film, der es nahezu regelmäßig auf Leinwand und Mattscheibe schafft und dem Zuschauer mit wackeligen Bildern und meist amateurhafter Inszenierung den Nerv rauben will. Zu verdanken ist die Flut solcher Werke dem Engländer PETER WATKINS. Der brachte bereits 1971 einen der ersten Wackelkamerafilme in die Lichtspielhäuser. Sein PUNISHMENT PARK sorgte für reichlich Zündstoff und wurde nach Erscheinen äußerst kontrovers diskutiert. Richtig populär wurde die Filmmethode jedoch erst zehn Jahre später, als der italienische Schmuddelfilm-König RUGGERO DEODATO seinen CANNIBAL HOLOCAUST in die Kinos brachte und ganz nebenbei einen der erfolgreichsten Kannibalenschocker drehte, der sich in Deutschland selbst heute noch auf der Liste der jugendgefährdenden Medien befindet. Im Jahr 1999 griffen DANIEL MYRICK und EDUARDO SÁNCHEZ die Shaky-Cam-Methodik erneut auf und landeten mit THE BLAIR WITCH PROJECT einen Kassenhit. Die Raffinesse vom Aufnahmematerial, welches von verstorbenen oder vermissten Personen gedreht wurde und erst im Nachhinein gefunden wird zog nach BLAIR WITCH PROJECT weite Kreise. In regelmäßigen Abständen folgten mehr oder weniger brauchbare Wackelcam-Vertreter, die teils mit ewig gleicher Filmrezeptur schnell die Missgunst der Filmfans auf den Plan riefen. Immerhin schien mit der PARANORMAL ACTIVITY-Reihe der Höhepunkt erreicht. Für einige Filmemacher dennoch kein Grund nicht weiterhin fleißig Found-Footage-Müll zu produzieren, schließlich sind derart Machwerke kostengünstig in ihrer Umsetzung.
 
Angespornt vom Erfolg der letzten Found-Footage-Streifen (V/H/S und V/H/S 2) versucht nun Nachwuchs-Angstmacher ZACHARY DONOHUE ebenfalls sein Glück auf dem B-Movie-Markt und nimmt sich die unbeliebte Filmgattung vor, um daraus was Brauchbares zu zimmern. Bevor jedoch einen Stöhnen die Runde macht: THE DEN ist wirklich gut, was vor allem daran liegen mag, dass DONOHUE dem Ganzen einen eigenen Stempel aufdrückt und dem Wackelkamerafilm neuen Impulse durch frische Ideen verleiht. Diesmal findet das Treiben auf Elizabeths (MELANIE PAPALIA) Laptop statt. Die Studentin hat von der Universität finanzielle Unterstützung erhalten, um ihre Studienarbeit über Sozialen Medien und zeitgenössische Kommunikation voranbringen zu können. Ihr Ziel: Soviel Zeit wie möglich auf der Chat-Plattform THE DEN zu verbringen, wo sie sich mit nur wenigen Mausklicks durch die Webcams der Community-Nutzer klicken und sich mit ihnen live am Bildschirm unterhalten kann. Schnell macht sie Bekanntschaft mit einem gar penetranten Chatpartner, der ihr schon bald eine Heidenangst einjagt. Der hackt sich nicht nur in das Betriebssystem ihres Rechners ein und bombardiert die Freunde mit merkwürdigen Emails; die unwissende Studentin wird zu einer ganz besonderen Videoübertragung eingeladen und Zeuge eines Live-Mords via Webcam. Leider will so wirklich niemand Elisabeths Aufregung verstehen und das, obwohl sie doch die Tat aufgezeichnet hat. Die Polizei glaubt an einen Scherz und die Freunde der Studentin raten zu mehr Vorsicht. Doch für neunmalkluge Ratschläge scheint es ohnehin zu spät, denn der irre Chat-Stalker hat sich bereits in das Leben der eifrigen Hochschülerin geschlichen. Bald schon verschwinden nahestehende Personen auf unerklärliche Weise. Wenig später soll die verängstigte Elisabeth den schlimmen Misshandlungen an ihren Freunden per Webcam beiwohnen.
 
Was unterscheidet THE DEN von den bisherigen Vertretern innerhalb des Found-Footage-Genres? Es ist die Machart mit welcher ZACHARY DONOHUE schnell die ganz üblen Vertreter vergessen lässt. Die Geschichte spielt sich fast gänzlich auf dem Laptop der Besitzerin ab, die sich in einem Chatkarussell von einem Cam-Partner zum nächsten bewegt und dabei die eigenartigsten Persönlichkeiten innerhalb des Internets kennenlernt. Regisseur ZACHARY DONOHUE verwendet hierbei unterschiedliche Kameratechniken. So sind die Community-Teilnehmer entweder per Handykamera online oder sitzen vor der implementierten Kamera ihrer Rechner. Im späteren Verlauf hackt sich der ausgefuchste Internet-Psycho in Elisabeths Computer und verbindet das Gerät mit Überwachungs-, Helm- und Handkameras, so dass eine anhaltende Dynamik entsteht, die durch den Einsatz von Message-Boxen, Email-Nachrichten und Chat-Fenstern bis zum Ende konstant gehalten werden kann. Neu im Wackelcam-Sektor scheint Gesellschaftskritik zu sein. Macher DONOHUE nimmt die rasante Entwicklung neuer Kommunikationswege genauer unter die Lupe und stellt rasch fest, dass das Internet nicht nur Vorteile bietet. Das World Wide Web ist nicht frei von Gefahren und zwielichtigen Gestalten, die hier ganz anonym ihren perversen Phantasien und abartigen Neigungen nachgehen können. Protagonistin Elisabeth bekommt das in THE DEN am eigenen Leib zu spüren. Hinter dem mysteriösen Chatprofil versteckt sich eine gerissene Untergrundorganisation, die auf Social-Media-Plattformen nach möglichen Opfern für ihre skrupellose Geldmacherei sucht. Die Auserwählten werden vor der Kamera qualvoll getötet, der Mord auf Video festgehalten und die Snuff-Clips möglichen Interessenten auf einer eigenen Seite gegen Bares zum Download angeboten. In THE DEN ist das zwar alles rein fiktiv; angesichts der Möglichkeiten, die das Internet bietet würde es nicht wundern, wenn ähnliche Praktiken in irgendeinem Hinterhofschuppen auf gleiche Weise veranstaltet werden.
 
Sei bedacht mit dem, was Du im Netz über dich preisgibst und vor allem wem du welche Informationen anvertraust. Die Botschaft ist in THE DEN unüberhörbar und wird zudem von Techniker Max (ADAM SHAPIRO) immer wieder aufs Neue wiederholt, der die gutgläubige Elisabeth vor einer leichtfertigen Nutzung des Internets warnt. Aber weil es sich bei THE DEN nun mal um einen Horrorfilm handelt dürfte klar sein, dass derart Warnungen grundsätzlich nicht ernst genommen werden. Es kommt zu einem Aufeinandertreffen in bester THE STRANGERS-Manier. Die mit Jutesäcken maskierten Killer verschleppen das unwissende Opfer in ihren Bau und terrorisieren die verstörte Elisabeth bis zum letzten Atemzug. In THE DEN geht es freilich nicht zimperlich zu, was vor allem dem Found-Footage-Stilmittel zuzuschreiben ist, das das ruppige Treiben recht authentisch bebildert. Gerade dann, wenn hier wehrlose Menschen bestialisch vor der Kamera ermordet werden, geht das ziemlich an die Nieren und dürfte demnach nicht jedermanns Sache sein. Auch wenn nach kurzen 70 Minuten so jedes Wackelcam-Klischee abgehakt wurde bleibt die überraschende Erkenntnis, dass man aus dem verhassten Found-Footage-Genre doch noch halbwegs interessante Filmstoffe herauskitzeln kann, wenn man sich nur die Mühe macht nach cleveren Plots zu grübeln.
 
 
 


 
 
 

THE DEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Warum Kontakte im wahren Leben knüpfen, wenn man Chat-Plattformen wie THE DEN nutzen kann? Neuling ZACHARY DONOHUE hat mit THE DEN einen erschreckenden Warnschuss gedreht, der die Möglichkeiten des Internets in einem ganz anderen Licht betrachtet. Sieht man einmal vom obligatorischen Horrorgemetzel ab, wird auf sehr unangenehme Weise verdeutlicht was passieren kann, wenn man sich zu leichtfertig durch das Internet bewegt und wie einfach es ist soziale Medien für Zwecke zu missbrauchen, für die sie eigentlich gar nicht gedacht sind. THE DEN ist einer der besten Found-Footage-Schocker, die man in letzter Zeit gesehen hat, was vor allem an der innovativen Machart liegt, wie man den Zuschauer versucht das gewöhnungsbedürftige Wackelcam-Genre erneut schmackhaft zu machen. Am Ende bleiben rund 70 Angstschweiß verursachende Horrorminuten, die den Appetit nach jener Filmmethodik steigert von der man eigentlich annahm, dass sie keiner mehr sehen will. Darum: Hoch lebe der Found-Footage-Film!
 
 
 


 
 
 

THE DEN – Zensur

 
 
 
Trotz Wackelkamera-Methode ist THE DEN nichts für Zuschauer mit schwachen Nerven. Die diversen Snuff-Morde haben es in sich und werden ziemlich kaltblütig dargestellt. Demnach wird THE DEN hierzulande ungeschnitten mit KEINE JUGENDFREIGABE-Flatschen in den Handel kommen.
 
 
 


 
 
 

THE DEN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Evidence (2013)
 
The Helpers (2012)
 
V/H/S 2 (2013)
 


Filmreview: “Para Elisa” (2013)

Para-Elisa-2013
 
 
 

PARA ELISA – FOR ELISA

Story

 
 
 
Das etwas andere Jobangebot: Ana bewirbt sich auf eine Stelle als Babysitterin und landet bei einem etwas ungewöhnlichen Mutter-Tochter-Gespann, das eine unbeschreibliche Freude an menschlichen Puppen besitzt …
 
 
 


 
 
 

PARA ELISA – Kritik

 
 
 
Die Spanier beweisen in letzter Zeit, dass sie ein ziemlich talentiertes Händchen für schaurige Horrorfilme besitzen. Da werden nahezu regelmäßig Gruselstreifen am Fließband produziert, in denen lobenswerterweise fast immer Geschichten erzählt werden, die der Zuschauer so noch nicht auf der Leinwand gesehen hat. In Spanien scheint man bestrebt zu sein, der amerikanischen Filmindustrie Konkurrenz zu machen, denn in Hollywood kopiert man lieber erfolgreiche Filmhits aus dem Ausland, als sich die Mühe zu machen eigene Ideen zu Papier zu bringen. Mit PARA ELISA wird nun die Reihe spanischer Horrorhits fortgesetzt. JUANRA FERNÁNDEZ hat hier eine ganz eigene Vision des Schreckens auf Film gebannt, die sich aber qualitativ von den bisherigen Horrorbeiträgen aus dem Land des Flamencos absetzt. Nach eher grusellastigem Schauerkino versucht man es jetzt nämlich mit Terror, was im Falle des spanischen KIDNAPPED im Jahr 2010 schon einmal funktioniert hat. Leider ist der Ausflug ins Terror-Genre diesmal gehörig missglückt, was man der bis dato noch unerfahrenen JUANRA FERNÁNDEZ jedoch nicht übel nehmen sollte, schließlich ist PARA ELISA (der international auch als ELISA und FOR ELISA vermarktet wird) immer noch besser als das, was da zuletzt aus Übersee gekommen ist.
 
Ähnlich wie die Hauptdarstellerin in Ti Wests THE HOUSE OF THE DEVIL (2009) ist Ana (ONA CASAMIQUELA) auf der Suche nach einen Studentenjob. Sie braucht dringend 1000 Euro für einen Kurzurlaub, den sie sich nach Abschluss des Kunststudiums zusammen mit ihren Freunden gönnen möchte. Weil die Mutter nichts locker machen will und Ana auch bei Drogendealer-Freund Alex (JESÚS CABA) an der falschen Adresse ist bleibt ihr nichts anderes übrig fürs Vergnügen selbst arbeiten zu gehen. Sie bewirbt sich auf eine Stelle als Babysitterin bei einer älteren Dame, die Ana natürlich sofort kennenlernen will. Leider verbirgt sich hinter der freundlichen Fassade das skrupellose Böse, denn die vermeintlich gastfreundliche Diamantina (LUISE GAVASA) sucht für ihre zurückgebliebenen Tochter Elisa (ANA TURPIN) ein neues menschliches Püppchen. Schnell wird Ana mit Drogen gefügig gemacht und findet sich wenig später gefesselt im Kinderzimmer als lebendiges Spielzeug wieder. Leider ist es auch in PARA ELISA so, dass hier die Eltern für ihren Nachwuchs haften. Die ungezogene Tochter besitzt ein äußerst ungezügeltes Temperament und schubst die geliebte Mutter nach einer überraschenden Panikattacke ganz unfreiwillig in den Tod. Für die gefangene Ana eigentlich Grund zur Freude – wäre da nicht die behinderte Widersacherin, die nach dem Ableben des Vormunds in Rage gerät und mit einem Hammer alles niederschlägt, was nicht artig auf seinem Stuhl sitzen bleiben möchte.
 
Im Vergleich zu dem, was man sonst aus Spanien vorgesetzt bekommt ist der vorliegende PARA ELISA schon eine kleine Enttäuschung, was vor allem daran liegen mag, dass ein ziemlich laues Lüftchen durch die finsteren Räume des Schauplatzes weht. Die Bezeichnung Spielfilm trifft hier nur bedingt zu, denn im Grunde genommen hätte dieses Debüt besser als Kurzfilm funktioniert. In knapp 70 Minuten passiert nicht viel. Regisseurin JUANRA FERNÁNDEZ versucht fast schon zwanghaft die dünne Geschichte mit möglichen Wendungen zu füllen, damit der Zuschauer nicht bereits vor dem Abspann das Weite sucht, weil ihm das Gebotene einfach nicht unterhalten will. Von Terror ist hier nur selten etwas zu verzeichnen, Glaubwürdigkeit sucht man ebenfalls vergebens. Filmheldin Ana scheint trotz Studium nicht gerade die Hellste zu sein. Ständig purzelt sie über die eigenen Beine oder verhält sich vollkommen sinnbefreit, so dass ihr nahendes Schicksal wenig überraschend über den Bildschirm flimmert. Zudem passieren in PARA ELISA allerhand unerklärliche Dinge, deren Logik JUANRA FERNÁNDEZ beim Schreiben ihres Drehbuchs ganz unauffällig unter den Teppich gekehrt haben muss. So wird die egozentrische Alte in einer Affekthandlung von ihrer hysterischen Tochter zu Boden geworfen und verendet ganz unbemerkt auf dem Kinderzimmerteppich. Elisa, die sich auf dem geistigen Niveau einer Siebenjährigen befindet, schleift die tote Mutter nun in die Wohnstube, nimmt sich ein Beil und hackt ihr den Arm ab. Später versucht sie mit dem abgetrennten Körperteil Beethovens “Für Elise” auf dem Klavierflügel zu spielen, weil’s die Mutter zuvor auch immer getan hat. Dumme Momente gibt es in PARA ELISA jede Menge. So verwandelt sich das verwirte Gör in Nullkommanichts zur Folter- und Schlachtexpertin, als hätte es sein Lebtag nicht anderes gemacht. Ein Beil soll nötigen Respekt einjagen; beim Hammer hat sich JUANRA FERNÁNDEZ von MISERY (1990) inspirieren lassen. Immerhin stimmt die Technik. Das auf Old-School getrimmte Treiben hat viele stimmige Momente. So hinterlässt das beengende Heim mit all den Porzellanpuppen, altmodischen Tapeten und antiken Möbeln bereits beim ersten Betreten ziemlich gespenstiges Unbehagen. Aber auch die eher erdig gehaltene Farbtöne und bewusst schlecht ausgeleuchteten Flure der abgeriegelten Behausung lassen zeitweise den Gothic-Horror ins (Heim)Kino zurückkehren. Leider will im Falle von PARA ELISA die Kombination aus dünner Handlung und atmosphärischer Optik nicht so recht funktionieren. Da kann auch der makabre Schlussgag am Ende nichts mehr reißen. Absolut ärgerlich.
 
 
 


 
 
 

PARA ELISA – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Der vermutlich erste Gothic-Terrorfilm seiner Art. Leider bleibt das spanische Filmchen weit hinter den Erwartungen zurück, weil sich mit der hier gebotenen Geschichte kein Blumentopf gewinnen lässt. Was hat Regisseurin JUANRA FERNÁNDEZ nur geritten, als sie am Drehbuch zu PARA ELISA gepinselt hat? Die dünne Geschichte strotzt nur so vor Ungereimtheiten, Logiklücken und Vorhersehbarkeiten. Hinzukommt, dass beinahe jede Interaktionen an Glaubwürdigkeit missen lässt, weil normal denkende Menschen einfach partout nicht so handeln würden, wie das bei den Protagonisten in PARA ELISA der Fall ist. Was bleibt ist eine wirklich bedrückende Atmosphäre, die sich fast durch den ganzen Film zieht. Trotz anständiger Optik bleiben Spannung und Angstmacherei dennoch aus. Für einen Horrorfilm ist das fatal.
 
 
 


 
 
 

PARA ELISA – Zensur

 
 
 
PARA ELISA oder FOR ELISA ist einer dieser Streifen, bei denen der Trailer mehr vorgaukelt, als im Film überhaupt gezeigt wird. Sonderlich brutal ist PARA ELISA nämlich nicht. Ein Arm wird abgehakt und Beine werden mit einem Hammer wie in MISERY zertrümmert. Das wird aber nur im Off gezeigt. Ansonsten hält sich der Film mit der Zurschaustellung von Gemeinheiten zurück. Wir gehen aber dennoch von einer KJ-Freigabe aus. Demnach dürfte PARA ELISA nur mit rotem FSK-Sticker in den Handel kommen.
 
 
 


 
 
 

PARA ELISA – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Misery (1990)
 
Mum & Dad (2008)
 
Haus der Vergessenen (1991)


Filmreview: “Deadly Weekend” (2013)

Deadly Weekend 2013
 
 
 

DEADLY WEEKEND

Story

 
 
 
Zwei Pärchen wollen es sich bei Camping im Wald so richtig schön gemütlich machen. Leider geraten die vier an zwei gerissene Gören, die eine wahrhaftige Freude am Foltern besitzen …
 
 
 


 
 
 

DEADLY WEEKEND – Kritik

 
 
 
Was passiert eigentlich mit attraktiven Jungs und Mädels im Horrorfilm, die einige Tage entspannen und im Wald campen möchten? Richtig, sie geraten eigentlich fast immer an einen (maskierten) Irren, der ihnen unverfroren nach dem Leben trachtet. Der Slasher ist nach wie vor eines der beliebtesten Subgenres innerhalb des Phantastischen Films und erfreut sich, trotz ewig gleicher Rezeptur, immer noch enormer Beliebtheit. Für noch unerfahrene Filmemacher Grund genug mit einem derartigen Grusel-Mix im Horrorbereich Fuß zu fassen, schließlich hat der verpönte Slasher selbst aktuell erfolgreichen Schauspielern und Regisseuren zu großem Ruhm verholfen. JASON SUTTON versucht das jetzt auch. Der war an Hollywood-Hits wie COWBOYS & ALIENS (2011), HANGOVER 3 (2013) und der TRUE BLOOD-Erfolgsserie mitbeteiligt und möchte jetzt gern eigene Weg gehen. Für sein erstes, eigenes Projekt mit dem Titel ZELLWOOD schrieb er sogar das Drehbuch und übernahm die Regie. Damit ihm beim Umsetzen niemandem reinreden konnte, scheute er keine Kosten und finanzierte seinen ersten Spielfilm selbst. So konnte er seiner Kreativität freien Lauf lassen und all die euphorischen Ideen in die Tat umsetzen, die ihm da so durch den Kopf gegeistert sind. Leider ist sein DEADLY WEEKEND (so der Titel für den amerikanischen Videomarkt) nichts weiter als ein unbeholfener Versuch auf der kassenträchtigen Torturwelle mitzuschwimmen. SUTTON wirft nämlich Slasher- und Folterzutaten lieblos in einen Topf und hofft auf reißenden Absatz. Leider hat er da nicht mit dem verwöhnten Geschmack wählerischer Horrorfans gerechnet, die schon lange nicht mehr alles auf gut Glück goutieren, was man ihnen vor die Nase setzt.
 
DEADLY WEEKEND handelt von zwei Pärchen, die dem Hinweis des Onlinereiseführers Bo (KEVIN J. O’NEILL) folgen und in ein abgelegenes Waldgebiet düsen, um dort vier Tage beim Campen abschalten zu können. Natürlich gibt es Streit und der Wochenendtrip endet im Terror. Man gerät an den Reiseführer Bo höchstpersönlich, der zusammen mit seinen zwei kleinen Gören einem ganz speziellen Hobby frönt und mit unbändiger Leidenschaft dem abgebrühten Foltern ahnungsloser Touristen nachgeht. Die sind natürlich nicht gerade helle, punkten aber mit Waschbrettbäuchen und viel Holz vor der Hütte.
 
DEADLY WEEKEND hat eigentlich all das, was ein Slasher mitbringen sollte. Hier schwingen sexy Mädels und coole Typen Po und Hüften zu taffen Rhythmen und ultracoolen Beats. Die Handlung ist auf das Nötigste beschränkt und Blut gibt es auch zuhauf zu sehen. Leider hapert es trotz Sexyness und Gore mal wieder gehörig beim Schauspiel, denn die Anwesenden bewegen sich derart steif und unbeholfen durch die rudimentäre Handlung, dass man meinen könnte hier all die talentlosen Pappnasen zu sehen, die auf Krampf versuchen vom Porno ins Filmbusiness zu wechseln. Leider nimmt sich das Treiben trotz offensichtlicher Defizite viel zu Ernst, so dass sich das miese Agieren der Jungdarsteller zur peinlichen Farce entwickelt. Texte wurden scheinbar auswendig gelernt und teils emotionslos, teils vollkommen übertrieben in die Kamera gestottert. Das will so gar nicht Laune machen und lässt Horrorfans leider nur fremdschämend vor der Glotze zurück. Immerhin stimmt die Technik. Die Bilder sind auf Hochglanz poliert und zeugen von solidem Können. Verwunderlich ist das natürlich nicht, hat doch Regie-Newcomer JASON SUTTON von den ganz Großen aus Hollywood lernen können. Gott sei Dank konnte er auch dort in Erfahrung bringen, wie man inszenatorische Defizite im Horrorfilm ganz geschickt verschleiern kann. Die Antwort ist im obligatorischen Blut- und Gewalthagel zu suchen, der bereits so manch schlechten Genrefilm über Wasser halten konnte.
 
Gewalt verkauft sich gut – ganz diesem Credo wechselt DEADLY WEEKEND die Fronten und aus einem anfangs bescheiden umgesetzten Slasher wird knüppelharter Tortur Porn. Es werden Heimwerkerutensilien zweckentfremdet und Kunstblut spritzt reichlich in die Gesichter der Opfer. Ein Heckentrimmer wird in Bäuche getrieben, Nägel in Gliedmaßen geschlagen und Gedärm aus Leibern gerissen. Man muss schon sagen, dass die hier bebilderten Gewalteskapaden schon recht ekelhaft anzuschauen sind, zumal SUTTON wirklich gut darin ist, rotes Gekröse realistisch aussehen zu lassen. Leider machen aber die Gewaltspitzen (die übrigens von Heranwachsenden genüsslich zelebriert werden) keinen guten Horrorfilm aus DEADLY WEEKEND, dazu ist dieses Debüt einfach zu ereignislos, überraschungsarm und ideenlos umgesetzt. Darum merke: DEADLY WEEKEND ist trotz netter Optik, böser Gewalt und heißen Bräuten ein Rohrkrepierer wie er im Buche steht.
 
 
 


 
 
 

DEADLY WEEKEND – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Geile Weiber, hartes Gefoltere und markerschütterndes Geschrei: DEADLY WEEKEND ist ein ganz schön einfältiges Filmchen, das mit Laiendarstellern und netter Hochglanzoptik versucht, dem Kunden Geld zu entlocken. Wir können nur warnen, denn dieser Slasher-Folter-Flick raubt dem Zuschauer mit unbeholfenen Akteuren und unwichtigen Dialogfetzen den letzten Nerv. Selten hat man einen Horrorfilm gesehen, in dem selbst nicht einmal die Opfer Ahnung haben, wie man sich richtig durch einen Slasher schreit. Bei Schauspielerinnen, die zuvor “Karriere” im Playboy gemacht haben ist das aber auch kein Wunder. Deshalb Hände weg von diesem unterirdischen Bockmist.
 
 
 


 
 
 

DEADLY WEEKEND – Zensur

 
 
 
Die Folterszenen in DEADLY WEEKEND sind schon sehr explizit. Da wird mit einem Heckentrimmer im Bauch eines der Opfer umhergewühlt. Zudem werden hier allerhand Haushaltswerkzeuge zweckentfremdet. Der Tortur-Part ist nicht lang; das Gezeigte dürfte aber ausreichen, dass es DEADLY WEEKEND hierzulande ungeschnitten schwer haben wird, zumal die Gewalt von Minderjährigen ausgeht.
 
 
 


 
 
 

DEADLY WEEKEND – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Slasher in the Woods (2013)
 
Trail of Blood (2011)
 
Hostel (2005)
 
Hostel 2 (2007)
 


Filmreview: “Daddy’s Little Girl” (2012)

Daddys-Little-Girl-2012
 
 
 

DADDY’S LITTLE GIRL

Story

 
 
 
Derek (Michael Thomson) und seine Ex-Frau Stacey haben keinen guten Draht zueinander. Seit der Scheidung gehen sich die beiden lieber aus dem Weg, als der gemeinsamen Tochter zuliebe das Kriegsbeil zu begraben. Immer wieder entbrennt Streit, weil sich das Fenster in Georgias Zimmer nicht schließen lässt. Mutter Stacy hat kein Geld für die Reparatur, weigert sich aber vehement Dereks Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein großer Fehler, wie sich bald herausstellen wird. Denn die kleine Georgia wird aus ihrem Zimmer entführt und tot am unweit entfernten Strand gefunden. Weil die polizeilichen Ermittlungen auch sechs Monate nach dem Vorfall zu keinem Ergebnis führen, nimmt Vater Derek das Gesetz selbst in die Hand. Ihm gelingt es den Kindsmörder ausfindig zu machen und an ihm ein grausames Exempel zu statuieren.
 
 
 


 
 
 

DADDY’S LITTLE GIRL – Kritik

 
 
 
Es ist schon höchst fraglich, welch morbide Geschichten manch Scriptschreiber zu Papier bringen muss, um die schonungslose Darstellung widerwärtiger Folterszenen rechtfertigen zu können. In DADDY’S LITTLE GIRL ist es die Thematik des Kindesmissbrauchs, die als Grundlage dient damit der Horrorfan eine halbe Stunde am Stück das sehen darf, was in Filme wie der legendären HOSTEL-Reihe vor allem der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) schlaflose Nächte bereitet hat. Die dürfte sich an diesem neusten Beitrag unmenschlichen Schlachthandwerks sichtlich die Zähne ausbeißen, rückt nämlich hier die eigentliche Problematik von der Trauerbewältigung nach einem Kindsmord ganz schnell im den Hintergrund, um Regisseur CHRIS SUN die Möglichkeit zu geben, möglichst viel selbstzweckhafte und detailfreudige Gewalt aneinanderzureihen. Leider verpufft mit dem ekelerregenden Foltergematsche auch die Ernsthaftigkeit der Geschehnisse, denn die zugrunde liegende Missbrauchs-Kontroverse wird spätestens mit dem elendig lang ausgewalzten Torturpart im Keim erstickt. Hier werden allerhand Abscheulichkeiten mittels zugegebenermaßen realistischen wirkenden F/X gezeigt, die von wirklich fingerfertigem Know How zeugen. Es werden Kniegelenke gebrochen, mit Stacheldraht im Beckenbereich des Opfers gehandwerkelt, Zähne herausgerissen und menschliches Fleisch verbrannt, nachdem es mit einem Cuttermesser bearbeitet wurde. Die Liste der dargestellten Grausamkeiten ist lang, wobei SUN mit fast schon detailgenauer Präzision damit beschäftigt ist zu zeigen, in welcher Art und Weise man an menschlichen Körpern sägen, hämmern und bohren kann.
 
DADDY’S LITTLE GIRL treibt das was man in Filmen wie 7 DAYS (2010) oder THE TORTURED – DAS GESETZ DER VERGELTUNG (in Deutschland übrigens um das “Gröbste” erleichtert) gesehen hat auf die Spitze. Während man dort natürlich nicht minder zimperlich mit pädophilen Kindsmördern ins Gericht geht, dreht Macher CHRIS SUN noch etwas kräftiger an der Gewaltschraube, damit das foltergeile Horrorherz das zu sehen bekommt, was man halt nun einmal von neumodischen Horrorfilmen erwartet: Extremes Gekröse für die ganz Harten. Leider gerät die eigentliche Geschichte des Streifens bei soviel professionell umgesetzter Folterei vollkommen in Vergessenheit. Die wird nämlich zugunsten schaufreudiger Selbstjustiz ab Mitte rigoros aus dem Skript gestrichen, damit sich Vater Derek (MICHAEL THOMSON) vom anfänglich gesetzestreuen Schutzbefohlenen in einen selbsternannten Rächer verwandeln kann, der zuvor im Internet genau studiert hat, wie man bösen Menschen möglichst viel Leid antut. Leider ist die dargestellte Metamorphose nicht sonderlich nachhaltig oder glaubhaft, was man aber nicht Darsteller MICHAEL THOMSON in die Schuhe schieben kann. Der macht seine Sache nämlich ganz ordentlich und bereichert den kleinen Indie ungemein. Überhaupt sind die Darsteller für Low Budget Horror wie DADDY’S LITTLE GIRL durch die Bank weg gut gewählt. Da ärgert es schon ein wenig, dass die Kamera mal wieder nur auf nicht enden wollendes Gemetzel hält und sich Regisseur CHRIS SUN nicht tiefgründiger mit der eigentlichen Problematik beschäftigt hat.
 
 
 


 
 
 

DADDY’S LITTLE GIRL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Unglaublich schmerzhafter Folterstreifen für nervenstarke Horrorfans. Leider ist es in DADDY’S LITTLE GIRL mal wieder so, dass eine äußerst ernste Thematik als Vorwand genutzt wird, damit möglichst viel Tortur gezeigt werden kann. Nachwuchsregisseur CHRIS SUN schlägt gleichen Weg ein, wie viele andere Horrormacher vor ihm. Er nutzt Extremgewalt als Mittel zum Selbstzweck um sich im Genre einen Namen zu erkämpfen. Da wird Mord und Totschlag mit kontroverser Kindsmissbrauchsthematik vermischt, damit auch ja viele Horrorfans hellhörig werden und sich das unnötige Folterwerk ins heimische Filmregal stellen. Immerhin wird in punkto Gewalt geklotzt und nicht gekleckert. Das in DADDY’S LITTLE GIRL Gezeigte ist hart an der Grenze zum Erträglichen und dürfte hierzulande (insofern überhaupt veröffentlicht) Grund genug sein, der deutschlandweiten Verbreitung (in ungeschnittener Form) einen Riegel vorzuschieben.
 
 
 


 
 
 

DADDY’S LITTLE GIRL – Zensur

 
 
 
Die dargestellte Gewalt in DADDY’S LITTLE GIRL wird nahezu fast schon zelebriert, so dass die hiesige FSK diesen Rachefilm nie und nimmer ungeschnitten freigeben wird. Um das grausame Stück Film überhaupt in Deutschland in den Handel bringen zu können bedarf es diverse Schnitte, die im Falle von DADDY’S LITTLE GIRL recht üppig ausfallen dürften. Wir gehen davon aus, dass vom 40-minütigen Folterteil nicht mehr viel übrig bleiben wird, sollte sich ein Verleih erbarmen und diesen Film hierzulande veröffentlichen.
 
 
 


 
 
 

DADDY’S LITTLE GIRL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
7 Days (2010)
 
Big Bad Wolves (2013)
 
Tortured – Das Gesetz der Vergeltung (2010)
 


Filmreview: “Scorned” (2013)

Scorned-2013-Mark Jones
 
 
 

SCORNED

Story

 
 
 
Die Rache einer Frau kann so grausam sein. Genau jene Erfahrung muss Kevin (Billy Zane) machen, dessen Freundin Sadie (AnnaLynne McCord) erfährt, dass er es ab und an mal mit deren bester Freundin Jennifer (Viva Bianca) treibt. Die Betrogene findet das alles aber gar nicht witzig und plant grausige Rache …
 
 
 


 
 
 

SCORNED – Kritik

 
 
 
Unterschätze nie die Rache einer Frau, denn sie wird mit Sicherheit grausam sein. Im Rape’n Revenge-Genre gehört diese Erkenntnis mittlerweile zum obligatorischen Standard, denn seit Regisseur INGMAR BERGMAN mit seiner JUNGFRAUENQUELLE (1960) die Jagd auf skrupellose Frauenschänder vor bereits mehr als 50 Jahren eingeläutet hat, mussten mittlerweile viele jener Sadisten in dutzenden Streifen dieser Art auf oftmals nicht gerade zimperliche Weise ihr Leben lassen. Ob LAST HOUSE ON THE LEFT (1972), EXTREMITIES (1986) oder dem umstrittenen I SPIT ON YOUR GRAVE 2 (2013); der Rape’n Revenge-Film bietet trotz seiner zweifelhaften Darstellung von Gewalt und der nicht minder kontroversen Ausübung von Selbstjustiz Jahrzehnte nach Entstehung immer noch genügend Zündstoff, damit besorgte Sittenwächtern und eifrige Zensurbehörden auf die Barrikaden klettern können. Dem Horrorfan kann’s egal sein, denn auch wenn es derart Werke in Deutschland nicht gerade einfach haben, gibt’s die meisten dieser Gewaltpornos ohnehin im Ausland ungeschnitten zu kaufen. Die Bezeichnung Rape’n Revenge ist für den vorliegenden Rachefilm mit ANNALYNNE MCCORD etwas unglimpflich gewählt, bekommen wir hier zwar kein Rape dafür aber umso mehr Revenge vor die Linse. Die MCCORD spielt hier mal wieder eine ziemlich abgefahrene Hauptrolle und dürfte dem Zuschauer mit ihrer außergewöhnlichen Performance als abnormale Tagträumerin Pauline im Horrordrama EXCISION (2012) in Erinnerung geblieben sein. Dort hat sie sich eine reichlich verhaltensauffällige Rolle ergattern können, mit der sie auf einschlägigen Festivals viel Lob ernten konnte. Die Schauspielerin scheint eine Leidenschaft für verwirrte Filmhelden zu hegen, denn in ihrem neuen Schaffen gibt sie sich nicht minder sonderbar. Für ihren aktuellen Streifen mit dem Titel SCORNED (übersetzt: verachtet) legt sie kurzerhand die schmuddelige College-Kluft ab und wirft sich in sexy Dessous, um ihrem Kevin (BILLY ZANE) zu gefallen.
 
Mit ihm will sie ein romantisches Wochenende verbringen, damit sie dem Liebsten mit der freudigen Kunde über kommenden Nachwuchs überraschen kann. Doch ganz so erfreut ist Kevin über die Botschaft seiner Freundin Sadie (ANNALYNNE MCCORD) nicht gerade, findet er sich doch wenig später festgekettet auf dem eigenen Bett wieder und muss allerhand boshafter Folterspielchen über sich ergehen lassen. Das Warum ist schnell erklärt, denn Freund Kevin ist ein ganz schön triebgesteuerter Lüstling, der es hinterrücks auch gerne mal mit Sadies bester Freundin (VIVA BIANCA) im gemeinsamen Schlafgemach treibt. Die wird natürlich unwissenderweise auch zur erheiternden Foltersause eingeladen, um wenig später ebenso gefesselt die Wut der Betrogenen zu spüren. Da werden Erinnerungen an Stephen Kings MISERY (1990) wach, jenem Lieblingsfilm den Sadie zuvor dutzende Male gesehen hat. Sie schnappt sich ein Stück Holz, legt es zwischen die Füße des Geliebten und trommelt mit einem Ambosshammer dagegen. Dem Kevin tut’s weh, Freundin Jennifer flennt und Folterexpertin Sadie bereitet die neue Freizeitgestaltung sichtlich Vergnügen.
 
Foltern einmal anders und zwar herrlich schräg und wunderbar zynisch. ANNALYNNE MCCORD weiß mal wieder, wie man eigentlich trivialen Video-Stuff raffiniert abnormal aufzuwerten versteht. Die zeigt in SCORNED einmal mehr, dass sie eine richtig gute Schauspielerin ist und ihr vor allem die etwas kranken Rollen liegen. Sie spielt die verschrobene Sadie mit derart souveräner Glaubwürdigkeit, dass man meinen könnte, die MCCORDS sei auch im wahren Leben nicht ganz richtig im Kopf. Hinter dem erheiternden Rache-Thriller steckt MARK JONES, der im Horror-Genre kein Unbekannter ist. Vor Ewigkeiten hat der nämlich für den legendäre LEPRECHAUN auf dem Regiestuhl gesessen und den nicht minder unterhaltsamen RUMPELSTILTSKIN (1995) in die Videotheken gebracht. Nach kleinen Erfolgen in den 90ern ist es danach erstaunlich ruhig um den Filmemacher geworden, was sich aber im Falle von SCORNED auch nicht ändern dürfte. In SCORNED steckt der Wurm. Zwar ist MCCORDS Darbietung der psychopathischen Sadie ein großer Pluspunkt; das eher mittelmäßige Drehbuch lässt aber kaum Spannung aufkommen. Sadie findet eine ganz eigenwillige Methode der Genugtuung und beginnt Partner und Freundin für deren Vergehen zu bestrafen. Anfangs sind es subtile Demütigungen; später kommen Schraubstock und Strömschläge zum Einsatz. Leider hört sich die grobe Zurschaustellung gemeiner Abartigkeiten deftiger an, als sie es eigentlich sind, denn ein neuer ultra-derber Tortur-Reißer ist SCORNED nämlich nicht.
 
Wir sehen einen ziemlich desinteressierten BILLY ZANE, der vermutlich einzig der Kohle wegen, die Rolle des potenten Kevin angenommen hat, um seine Vita um ein weiteres B-Movie zu ergänzen. Immerhin winselt sich VIVA BIANCA als gerissene Freundin Jennifer durchaus glaubhaft durch den Film und fordert immer mal wieder zum Duell zwischen den beiden Frauen, damit die kleine Geschichte auch etwas Dynamik erhält. Übrigens hat hier SADIE KATZ (was für ein Zufall, dass die Heldin des Films gleichen Namen trägt) mit am Drehbuch gepinselt. Die blonde Schönheit war zuletzt im ziemlich schläfrigen Zickenkrieg HOUSE OF BAD zu sehen und meistert ihre erste Arbeit als Co-Autorin ganz solide. So gibt es am Ende sogar einige haarsträubende Wendungen zu sehen, die dem Rache-Streifen einen fast schon komödiantischen Einschlag verleihen. Für knapp zwei Millionen Dollar kann man nicht meckern. SCORNED ist wahrlich kein Meisterwerk und der furchtbare Amateur-Soundtrack lässt nicht gerade Filmkunst erwarten. Dank ANNALYNNE MCCORD mausert sich der eigentlich austauschbare und vollkommen unbedeutende SCORNED zum schwarzhumorigen Rachespaß, der dem Horrorfan ab und an sogar ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern dürfte.
 
 
 


 
 
 

SCORNED – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Achtung, eine Frau sieht rot! SCORNED ist ein erheiterndes und rabenschwarzes Rachefilmchen mit reichlich gemeinen Wendungen und der vermutlich durchgeknalltesten Psychopathin der Filmgeschichte. Wir haben reichlich geschmunzelt, obwohl SCORNED im eigentlichen Sinne gar keine Horrorkomödie ist und vermutlich auch gar nicht zum Lachen animieren möchte. Schuld an allem ist mal wieder ANNALYNNE MCCORD, die nach ihrer Glanzleistung in EXCISION erneut eine äußerst spezielle Rolle gefunden hat, in der sich so richtig aufblühen kann. Die foltert sich erfrischend zynisch durch den Film und hat während der Ausführung ihrer eigenwilligen Erziehungsmethoden stets einen trockenen Spruch auf den Lippen. So gilt hier: Wer die Folterkomödie JULIA X mochte, wird SCORNED lieben.
 
 
 


 
 
 

SCORNED – Zensur

 
 
 
Einige Foltersachen in SCORNED haben es in sich. Da werden Zähne gezogen, mit Strom gefoltert und Füße mit einem Hammer gebrochen. Ganz so rabiat geht es aber nicht zur Sache, so dass SCORNED in Deutschland die KJ-Einstufung in ungeschnittener Form erhalten wird.
 
 
 


 
 
 

SCORNED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Eine Frau sieht rot (1976)
 
Die Frau mit der 45er Magnum (1981)
 


Filmreview: “Trail of Blood” (2011)

trail of blood 2011
 
 
 

TRAIL OF BLOOD

Story

 
 
 
Einige Kids wollen es sich im Wald so richtig schön gemütlich machen und schlagen ihre Zelte ahnungslos auf einer Waldlichtung auf. Als sie in der Nähe eine Blutspur finden und dieser folgen, geraten sie an ein psychopathisches Pärchen, das so richtig Lust darauf hat, den Freunden den Campingausflug zu vermasseln …
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Kritik

 
 
 
WES CRAVEN hat es getan und ELI ROTH war nicht abgeneigt. Nun tut es auch JOE DANTE und gibt seinen guten Namen für einen günstig heruntergeleierten Horrorfilm her, damit er sich besser vermarkten lässt. Auf dem Filmplakat des Wildnis-Slashers TRAIL OF BLOOD wird kräftig mit DANTE als Zugpferd geworben, schließlich macht ein bekannter Name auf dem Cover hellhörig und lässt ganz nebenbei zusätzliche Dollars in die leeren Kassen gewinnorientierter Produzenten fließen. In Zeiten offensichtlicher Kassenflops altbekannter Horrormaestros, ist es ratsam sich vorab über die Qualität jener Werke im Internet kundig machen, denn was einem da an Lobpreisungen von in-die-Jahre-gekommenen Kultregisseuren auf dem Einleger untergejubelt wird, hat mit dem Inhalt oft nur wenig gemein. Immerhin hat DANTE bei TRAIL OF BLOOD als Produzent fungiert, schließlich muss der Mann auch irgendwie seinen Lebensunterhalt bestreiten. Die Jahre erfolgreicher Kinohits sind schon längst vorbei und der Schöpfer der beliebten GREMLINS Reihe hat in der Vergangenheit eher durch Produzententätigkeit geglänzt und als Regisseur für seichte TV-Serien von sich hören lassen. Mit TRAIL OF BLOOD kehrt er mal wieder zum Genre zurück, auch wenn er hier einzig als Geldgeber in Erscheinung tritt und das Regiezepter den Brüdern JOSEPH GUERRIERI und JUSTIN GUERRIERI überlassen hat. Die beiden sind recht neu im Geschäft, haben zuvor nur kleine Kurzfilme gedreht und präsentieren mit TRAIL OF BLOOD ihr Spielfilmdebüt, bei dem sie sich auch direkt die Freiheit genommen, das Drehbuch zum Streifen niederzukritzeln. Viel Geschick steckt da leider nicht dahinter, denn die Geschichte von TRAIL OF BLOOD liest sich wie das Best-of aller halbwegs bekannten (Backwood)Slasher- und Torturwerke der letzten zehn Jahre.
 
Viel Neues hat der Horrorfan von TRAIL OF BLOOD nicht zu erwarten. Es ist es mal wieder die altbewährte Geschichte von einigen neunmalklugen Kids, die während einer entspannten Campingsause an ein dynamisches Duo geraten, das eine Vorliebe für makabre Spiele hegt. Der männliche Part entpuppt sich schnell als durchgeknallter Ex-Marine-Soldat, der sich selbst als “Angel of Death” bezeichnet und sein Stirnband vermutlich etwas zu fest um den Kopf gebunden hat, so dass es ihm offensichtlich schwer fällt gescheit zu denken. Seine stumme, ebenso schein-intellektuelle Mitspielerin ist stattdessen einfach nur da und hat die Haare schön, frönt dem frivolen Treiben wortlos bei und freut sich einen Ast ab, wenn “Angel” mal wieder ein wehrloses Menschlein erbarmungslos und heimtückisch um die Ecke gebracht hat. Natürlich lassen sich die Kids ihren friedlichen Camping-Trip nicht von zwei kranken Irren vermasseln und versuchen immer wieder dem fleischgewordenen Albtraum zu entkommen. Bis jedoch die erlösende Rettung eintrifft und die beiden Psychopathen in die Schranken gewiesen werden können, müssen vorab jedoch erst einmal einige der verschüchterten Jungspunde auf unschöne Weise das Zeitliche segnen, schließlich will manch Horrorfan auch etwas Gewalt im Heimkino zu sehen bekommen.
 
Es ist schon etwas verwunderlich, was DANTE dazu bewegt haben muss, für diesen Bullshit Geld locker zu machen. Nach einem zugegebenermaßen wirklich schönen Intro, das eigentlich eher einen unheimlichen Geisterfilm vermuten lässt, gibt es mal wieder Folter- und Überlebenskampf light für einfache Gemüter, die von einem Genrefilm partout keinen Anspruch erwarten, sondern einfach nur hohle Gewalt sehen wollen. Nach dem obligatorischen Tohuwabohu, in dem jedem der Protagonisten eine notdürftige Charakterisierung aufgezwungen wird, geht es auch schon geradezu in die Kampfarena, wo sich die Kids gegen ihre gemeingefährlichen Widersacher behaupten müssen. Zum Glück ist einer der Guten ebenso ein gestandener US-Marine-Soldat, der natürlich gelernt hat, wie man sich in einer derartigen Situation zu verhalten hat. Glaubhaft ist das natürlich nicht gerade, was vor allem daran liegen mag, dass für die Rolle des Helden ausgerechnet der Film-unerfahrene TIM BARRACE verpflichtet wurde, der seinem gefährlichen Widersacher (TREVOR TRSETH) nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen kann. Die ihm zugeteilte Charakterentwicklung ist so das dümmste was die Filmgeschichte bisher hervorgebracht hat, denn Held Jim mausert sich in knapp 80 Minuten vom mutigen Helden zum eiskalten Psychopath, der bald nicht mehr zwischen Gut und Böse unterscheiden kann und alles niederballert, was seinen Weg kreuzt. Ansonsten wird dem Zuschauer hier mal wieder der ewig gleiche Standartbrei aufgetischt, der eigentlich in jedem zweiten Slasher zum Thema gemacht wird. Die Protagonisten sind mal wieder so flach, wie die Oberweite von Schauspielerin KEIRA KNIGHTLEY und ihr unüberlegtes Handeln, dürfte den Zuschauer mehr als einmal fassungslos fluchend vor der Glotze zurücklassen. Immerhin gibt es ab und an Terror zu sehen. Da werden die Kids auf eine Runde Russisches Roulett eingeladen und sogar auf falsche Fährten gelockt. Gut ist TRAIL OF BLOOD deshalb aber noch lange nicht, denn so hanebüchen wie er angefangen hat, endet der Streifen letztendlich auch. Am Ende bleibt ein bedeutungsloses Süppchen aus Slasher, Tortur- und Terrorelementen mit vielen Klischees und dummen Protagonisten, das Genre-Neulinge durchaus zu fesseln versteht. Wer aber das ABC des modernen Horrorfilms bereits in- und auswendig kennt, dem wird hier nur ein müdes Lächeln entlockt werden können.
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Es geht abwärts mit JOE DANTE, dem aktuell vermutlich vollkommen egal ist, für welchen Stuss er seinen Namen hergibt, insofern die Kohle stimmt. TRAIL OF BLOOD ist belangloser Überlebens-Horror mit dummen Teens, trivialer Story und einigen gut platzierten Kopfschüssen. Immerhin gibt es für wenig bewanderte Horrorfans etwas Kurzweil auf der Mattscheibe zu sehen. Ansonsten ist TRAIL OF BLOOD kaum der Rede wert. Nichts, was man unbedingt in der Sammlung haben müsste: gesehen, abgehakt und wieder verkauft.
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Zensur

 
 
 
Im Überlebens-Thriller TRAIL OF BLOOD werden die Opfer hauptsächlich durch Kopfschüsse erledigt. Demnach sollte man hier kein Gewaltfeuerwerk der Extraklasse erwarten. Zwar sind die Gemeinheiten ziemlich fies in Szene gesetzt, was aber durchaus KJ-tauglich sein dürfte. Wir meinen TRAIL OF BLOOD wird ungeschnitten in Deutschland mit der KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung erscheinen.
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Mooring (2012)

If a Tree falls (2010)

Last House on the Left (2009)

Last House on the Left (1972)


Filmreview: “Lesson of the Evil” (2012)

Lesson-of-the-evil
 
 
 

LESSON OF THE EVIL

Story

 
 
 
Seiji Hasumi (HIDEAKI ITÔ) ist beliebter Lehrer an einer japanischen Oberschule. Er setzt sich für das Wohl der Schüler ein und versucht, das organisierte Schummeln bei Klassenarbeiten zu unterbinden. Leider hat selbst der beste Lehrer so seine Geheimnisse, denn in Wahrheit ist Hasumi ein gemeingefährlicher Irrer, der in seiner Kindheit etwas zu oft Brechts Dreigroschenoper gelauscht hat …
 
 
 


 
 
 

LESSON OF THE EVIL – Kritik

 
 
 
Jawohl, Kult-Regisseur TAKASHI MIIKE hat es wieder getan: Er hat einen Horrorfilm gedreht. Der Mann ist ja bekannt dafür, fleißig einen Streifen nach dem nächsten aus dem Ärmel zu schütteln und schaffte sogar, sich international einen Namen zu machen. Auf sein Konto gehen Werke wie THE CALL (2003), ICHI THE KILLER (2001) und 13 ASSASSINS (2010), wobei er sich mit seiner IMPRINT-Episode für die beliebte MASTERS OF HORROR-Reihe auch im amerikanischen TV-Programm behaupten konnte. Nun folgt splattriger Nachschub für die Anhänger der etwas deftigeren Unterhaltung, denn immerhin versteht es MIIKE trefflich, Kinoleinwände rot zu färben. Sein neuster Ausflug ins Genre ist allerdings kaum der Rede wert, schließlich passiert es selbst dem besten Filmemacher, dass er hin und wieder Grütze fabriziert. LESSON OF THE EVIL heißt der aktuelle Fehltritt und wird vermutlich allein der kontroversen Thematik wegen zu fragwürdigen Ruhm kommen. Speziell in Deutschland dürften sich da schon einige Hinterhofunternehmen gierige die Hände reiben, schließlich kann man Filme, die es ohnehin nicht durch die FSK schaffen, rentabel im deutschsprachigen Ausland verscherbeln. Der Horrorfan greift zu und löhnt ordentlich, selbst wenn sich dahinter oft nur ein laues Lüftchen verbirgt.
 
Wie das Plakat zum Film bereits verrät besitzt Seiji Hasumi (HIDEAKI ITÔ) zwei Gesichter. Tagsüber ist er der nette Englischlehrer an einer Oberschule und bei allen Schülern beliebt. Privat jedoch schlummert hinter der friedliebenden Fassade das abgrundtief Böse. Der smarte Dozent hat bereits ein paar Menschenleben auf dem Gewissen und natürlich viele Leichen im Keller. Als ein paar Schüler und Kollegen in der Vergangenheit Hasumis stöbern, stoßen sie immer wieder auf ungeklärte Selbstmorde. So auch an einer Schule, in der der smarte Schönling zuletzt tätig gewesen ist. Doch Neugier schützt vor Strafe nicht und Hasumi beginnt all diejenigen auszuradieren, die zu eifrig damit beschäftigt sind, sein kleines Geheimnis auffliegen zu lassen.
 
Vielleicht hätte MIIKE diesmal nicht selbst am Drehbuch Hand anlegen sollen, denn seine Filmadaption eines Romans des Autors YÛSUKE KISHI hat weder Hand noch Fuß. Langweilig geht es hier zu und mit seiner stolzen Laufzeit von knapp zwei Stunden ist LESSON OF THE EVIL einfach viel zu lang geraten. MIIKE hält sich mit zu vielen Nebensächlichkeiten auf. Wir erleben, wie unwichtige Schüler wirres Zeug quasseln. Von denen gibt es im Film zuhauf und wie es nun mal in asiatischen Filmen der Fall ist, schauen die auch irgendwie alle gleich aus, so dass man schnell den Überblick verliert. Zudem nimmt man HIDEAKI ITÔ die Rolle des geheimnisvollen Psychopathen zu keiner Zeit ab. Zwar ist mal wieder die vermasselte Kindheit an allem schuld und ITÔ ist sichtlich darum bemüht, wirklich böse in seiner Rolle zu sein; glaubhaft oder nachhaltig ist das aber nicht im Geringsten, so dass man nicht glauben möchte, dass MIIKE vor Jahren mit ICHI THE KILLER einen der besten, modernen Splatter-Schinken aus Fernost gedreht hat. Immerhin knistert es im Streifen gewaltig. Lehrer Hasumi ist nämlich äußerst begehrt bei den Mädchen. Der nutzt die Gunst der Stunde und beginnt mit einer Schülerin eine Affäre. Überhaupt scheint man in dieser Schule kaum moralische Bedenken zu besitzen. Das Kollegium treibt es gern einmal mit naiven Schutzbefohlenen, was für Psychopath Hasumi Grund genug ist, gleich einmal einen seiner Lehrer-Kollegen zu erpressen, der eine homosexuelle Beziehung zu einem seiner Schüler hegt. Leider ist das ganze Bindungs- und Intrigengeflecht derart zäh, antriebslos und oberflächlich geschustert, dass viele der Zuschauer vermutlich nicht den fulminanten Höhepunkt erleben werden, auf den LESSON OF THE EVIL eigentlich hinauslaufen soll. Denn erst nach knapp 90 Minuten befremdlich asiatischer Inszenierungskunst, packt Hasumi seine Pumpgun aus und donnert alles über den Jordan, was ihm zu unüberlegt vor die Flinte saust. Da fliegen die Körper nichts ahnender Kinder in bester BATTLE ROYALE Manier durch die Luft und werden im Kugelhagel mit ausreichend Blei durchsiebt. Makabererweise geht das aufgescheuchte Geschrei selten nahe, schließlich hat MIIKE gänzlich darauf verzichtet, den grünschnäbligen Kiddis eine gescheite Charakterentwicklung einzuräumen. So versinkt das Treiben belanglos und überraschungsarm im tiefroten Lebenselixier, damit zumindest die Splatter-Fraktion etwas Sauerei zu sehen bekommt.
 
 
 


 
 
 

LESSON OF THE EVIL – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Gehören die Glanzzeiten des TAKASHI MIIKE der Vergangenheit an oder sind ihm für LESSON OF THE EVIL einfach mal wieder die Ideen ausgegangen? Sein neuester Ausflug ins Splatter-Genre gehört zweifelsohne zu den schwächsten Produktionen seines bisherigen Schaffens. Hier donnert sich ein psychopathischer Lehrer unter lautem Munitionsverschleiß durch eine japanische Oberschule, was angesichts mangelnder Gesellschaftskritik und nicht vorhandener Identifikationsmöglichkeiten schon etwas sehr geschmacklos anmutet. Die kontroverse Thematik ist in LESSON OF THE EVIL einzig Mittel zum Zweck, damit der Gorehound belustigt wird. Leider nimmt sich das Teil bis zum grotesken Amoklauf einfach zuviel Zeit für Nebensächlichkeiten, so dass die Geduld blutgeiler Horrorfans arg auf die Probe gestellt wird. Ob die dann nach knapp 90 Minuten Langeweile überhaupt noch Lust auf ein spannungsfreies Schlachtfest haben, steht auf einem anderen Blatt.
 
 
 


 
 
 

LESSON OF THE EVIL – Zensur

 
 
 
Schon allein die Tatsache, dass in LESSON OF THE EVIL unschuldige Schüler grafisch vor der Kamera in den Filmhimmel transferiert werden ist Grund genug, dass MIIKES neustes Werk erst gar nicht bei der FSK in ungeschnittener Form vorgelegt werden wird. Ungekürzt kommt der Streifen garantiert nicht nach Deutschland. Somit bleibt nur der Umweg über das deutschsprachige Ausland.
 
 
 


 
 
 

LESSON OF THE EVIL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Amoklauf (1994)
 
Elephant (2003)
 
Rampage (2009)
 


Filmreview: “Bela Kiss: Prologue” (2013)

Bela-Kiss-Prologue
 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE

Story

 
 
 
Fünf Jugendliche geraten nach einem Bankraub ins Visier des sagenumwobenen Serienkillers Béla Kiss, der zu Beginn des letzten Jahrhunderts mehrere Frauen ermordet hat, aber nie gefasst wurde. Bisher blieb sein Verbleib ungeklärt, doch aus irgendeinem Grund weilt er auch über 100 Jahre später immer noch unter den Lebenden …
 
 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Kritik

 
 
 
Wenn Horror aus Deutschland auf dem Programm steht, bekommen viele Filmfans das kalte Grausen. Verwunderlich ist das natürlich nicht, gehört doch das Horrorgenre in der Bundesrepublik zu einer bedrohten Filmspezies und findet, wenn überhaupt, nur im Amateursektor (ITTENBACH, WALZ und Co. lassen grüßen) Erwähnung. Dennoch werden neben anstrengenden Arthouse-Gurken und schmalzigen Tragikomödien auch ab und an ungeförderte Schauerwerke produziert, die dann still und leise in die Videotheken wandern, damit das Kinopublikum nicht merkt, wie desaströs angestaubt und zwanghaft sozialkritisch der deutsche Film ist. Dass das aber auch anders geht, haben einige wenige nationale Produktionen bewiesen. Filme, wie ANATOMIE und ZIMMER 205 – TRAUST DU DICH REIN (wir berichteten) haben sich von den biederen Konventionen des deutschen Spielfilms verabschiedet und sich stattdessen ein Beispiel am internationalen Treiben genommen. So kam es, dass im Jahr 2010 der vom ZDF mitfinanzierte RAMMBOCK nicht nur ausreichend Lob und Preise abstauben konnte; Deutschlands Antwort auf die beliebte Zombieproblematik wurde sogar gewinnbringend ins Ausland verkauft und dort mit natürlich weitaus reißerischem Namen in den Handel gebracht. Auch BELA KISS: PROLOGUE ist einer jener ambitionierten Streifen, der vermutlich im Ausland mehr Aufmerksamkeit erhaschen wird, als es im eigenen Land der Fall sein dürfte. Hierzulande wurde das Debütwerk bisher etwas sehr stiefmütterlich behandelt, erhielt aber Anfang 2013 immerhin einen limitierten Leinwandausflug. Mitbekommen haben das vermutlich nur die wenigsten Horrorfans, so dass jetzt ein Jahr später die Heimkinofassung ins Haus steht, damit sich Liebhaber des grausigen Meuchelns von der beachtlichen Qualität dieses Schauermärchens überzeugen können. Hinter dem Gruselausflug steckt das Team von MIRROR MAZE, bestehend aus den vier ehemaligen Filmstudenten LUCIEN FÖRSTNER, SYLVIA GÜNTHER, STEVEN WEBER und ERIC KAZAK. Die hatten die Idee aus der Biografie des berüchtigten Serienmörders BELA KISS ein Diplomprojekt zu machen. Viel Geld war nicht vorhanden und eine Förderung nicht möglich, da die Macher zum Zeitpunkt des Projektstarts noch Studenten waren, was eine Filmförderung ausschließt. So wurde viel improvisiert und hauptsächlich selbst finanziert, was dem fertigen Streifen aber zu keinem Zeitpunkt anzusehen ist.
 
BELA KISS: PROLOGUE handelt vom mysteriösen Treiben des geheimnisumrankten ungarischen Serienmörders Béla Kiss, der um die Zeit des Ersten Weltkriegs mindestens 23 jungen Frauen ermordet und deren Leichen (darunter auch seine Frau) in großen Metallbehältern auf seinem Grundstück gebunkert haben soll. Gefasst wurde er nie und dass, obwohl er im Verlauf seines Lebens an verschieden Plätzen rund um den Globus gesichtet wurde. In BELA KISS: PROLOGUE wird der Mythos des geisteskranken Mörders fiktiv weitergesponnen und aus dem berüchtigten Irren ein blutgeiler Schlächter gemacht, der sich durch den Lebenssaft seiner Opfer am Leben erhält. Seine treusorgende Sippschaft führt im 21. Jahrhundert irgendwo in einem Wald nahe Budapest (wo auch sonst) ein verstecktes Stundenhotel. Dorthin flüchten ein paar Kleinkriminelle, die nach einem Bankraub einen sicheren Unterschlupf für sich suchen. Fast angekommen, vermiest ihnen ein besorgter Jäger die Freude am schnellen Geld. Der wird jedoch kurzerhand in die ewigen Jagdgründe befördert, und die Stimmung der Gruppe ist im Keller. Kaum im Hotel eingecheckt, geht der Streit erst richtig los. Die Freunde beginnen, einander zu misstrauen und Konflikte werden geschürt. Da verschwindet plötzlich einer nach dem anderen auf mysteriöse Weise und wird im Keller seines Lebenssaftes beraubt.
 
Wie bereits der Titel erahnen lässt, möchten die Macher des Films, dass deren neu kreiertes Franchise in Serie gehen soll. Ob das jedoch gelingen wird, bleibt abzuwarten, wünschenswert wäre es zumindest, gab es nach ANATOMIE (2000) und ANATOMIE 2 (2003) keine deutsche Horror-Reihe mehr im Kino zu sehen, die Lust auf mehr gemacht hätte. Den Anfang macht aber nun erst einmal BELA KISS: PROLOGUE, der für ein günstig gedrehtes Debütstück erstaunlich hochwertig anzuschauen ist und sich offensichtlich an den Regeln des amerikanischen Hochglanz-Horrorkinos orientiert. Für den Fan deutscher Filme eine etwas gewöhnungsbedürftige Angelegenheit, schaut BELA KISS: PROLOGUE nicht im Geringsten nach dem aus, was dem Gebührenzahler sonst so im Öffentlich Rechtlichen TV angedreht wird. Der Zuschauer erlebt verspielte Kamerafahrten, die fast schon künstlerisch um die Protagonisten schweben und ein detailverliebtes Ausstattung, bei der man stets spürt, dass hier enorm Herzblut investiert wurde (das Team hat bereits ein Jahr vor Drehbeginn Möbel aus Haushaltsauflösungen gesammelt, um Geld zu sparen). Zudem erfreut eine permanent unheimliche Atmosphäre, die anfänglich nicht so wirklich ahnen lässt, worauf der Film nun eigentlich hinauslaufen soll. Natürlich steht die titelgebende Hauptfigur im Mittelpunkt, die am Ende nach Haus zurückkehrt, um ihr krankes Hobby fortführen zu können: hübschen Frauen aufzulauern, um sie anschließend kaltblütig zu töten. Ungewöhnlicherweise fällt BELA KISS: PROLOGUE nicht mit der Tür ins Haus, denn der Antagonist findet hier nur in kurzen Rückblenden Erwähnung, in denen noch einmal die Etappen seines bisherigen Daseins beleuchtet werden. Der Film selbst konzentriert sich in erster Linie um KISS’ Komplizen, die sich in einem Hotel niedergelassen haben und nun sehnsüchtig auf die Ankunft des “Meisters” warten. Damit ihnen ohne dessen Anwesenheit nicht allzu langweilig wird, kommen ihnen einige neugierige Gäste gerade recht. Die stellen viele komische Fragen, spionieren auf dem Anwesen umher und finden sogar jene Metallbehälter, in denen KISS’ seine ermordeten Opfer versteckt hält. Dass soviel unverfrorene Schnüffelei bestraft werden muss, merken die fünf Bankräuber recht schnell. Denn noch bevor die Freunde hinter das Geheimnis des gruseligen Hotels kommen, finden sie sich bereits im Keller wieder, wo sie kopfüber zum Ausbluten über Schüsseln aufgehangen werden. Auch wenn man sich bis dahin etwas sehr viel Zeit lässt, gefällt, wie rabiat es für deutsche Verhältnisse zur Sache geht. Das Team rund um LUCIEN FÖRSTNER hat die Hausaufgaben perfekt erledigt und BELA KISS: PROLOGUE entwickelt sich souverän zu einer blutigen Mixtur aus Vampirfilm, MICHAEL BAY’S TEXAS CHAINSAW MASSACRE (2003) und ELI ROTHS kontroversem HOSTEL (2005).
 
Ob BELA KISS: PROLOGUE fortgeführt wird, wird sich zeigen. Der Film wurde auf Englisch gedreht, was es erleichtert, den Streifen auch im Ausland zu verkaufen. Da kann man nur hoffen, dass man dort auf den Geschmack deutscher Blutwurst kommt und möglichst schnell ein Sequel gedreht wird. Bleibt die Produktion auf ähnlich technischem Niveau und hält an derartig schroffer Bildsprache fest, könnte deutscher Horror nach Frankreich und Spanien ebenso international Kasse machen.
 
 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Lecker Blutwurst aus Deutschland. Ungewohnt blutig und rabiat geht es für deutsche Verhältnisse in BELA KISS: PROLOGUE zu. Wer Filme wie TEXAS CHAINSAW MASSACRE und HOSTEL mag, sollte definitiv einen Blick riskieren und die Scheibe kaufen, damit möglichst schnell eine Fortsetzung nachgeschoben wird.
 
 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Zensur

 
 
 
BELA KISS: PROLOGUE ist auf Blu-ray und DVD ungeschnitten zu haben. Zu Beginn und am Ende kommt das Special Effect-Make up reichlich oft zum Einsatz und verfehlt seine Wirkung nicht. Daher hat es bei der FSK auch für eine KJ-Freigabe gereicht.
 
 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
bela kiss prologue blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bela Kiss: Prologue; Deutschland 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: FSK 18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: 2 Making Ofs, 2 Audiokommentare, B-Roll, Deleted Scenes, Special zur Deutschlandpremiere, Original 35mm-Aufnahmen, Bildergalerie, Storyboard-Vergleich, 2 Trailer

 
 
 
BELA KISS: PROLOGUE ist nun auf Blu-ray erschienen und glänzt mit einer prunkvollen Ausstattung und einem phänomenal hochwertigen Bild. Das kann für ein deutsches Indie-Projekt fast schon als Glanzstück betiteln werden, wenn man bedenkt, dass BELA KISS von unerfahrenen Filmstudenten umgesetzt wurde. Die Schärfe ist beachtlich und der Kontrast unglaublich satt. Hier lassen sich sogar Falten und Poren auf Händen und Gesichter erkennen; selbst die Tannennadeln der Bäume des Waldes lassen sich zählen, insofern man sich die Arbeit machen möchte. Leider gab es zu Beginn auch einen Bildfehler, der vermutlich so nicht gewollt gewesen ist. Während einer Flugszene über den Wald (00:13:15) werden die Bilder einige Sekunden lang verzehrt und unscharf dargestellt. Das verschandelt zwar die hübsche Naturaufnahme, ist aber zu verschmerzen. Auch beim Ton überzeugt der Streifen. Der Score ist kraftvoll und lässt die Boxen arbeiten, die Stimmen sind stets gut zu verstehen und eine dezent eingesetzte Geräuschkulisse bewirkt eine angenehme und stimmige Räumlichkeit. Wer sich nach dem Film noch über BELA KISS: PROLOGUE informieren möchte, kann in einer umfangreichen Auswahl an Bonusmaterial stöbern. Da es sich hier um einen deutschen Genrefilm handelt, sind demzufolge auch die meisten Extras in deutscher Sprache vorzufinden. Es gibt zwei Audiokommentare der Macher (in deutscher Sprache), ein Making of in Deutsch (14 Minuten, HD) und eins in Englisch (ca. 23 Minuten, HD, feste dt. Untertitel) sowie ein dreiminütiges Special zur Deutschlandpremiere des Streifens (in deutscher Sprache, HD). Weiter geht’s mit gelöschten Szenen, die es nicht in den fertigen Film geschafft haben (rund 8 Minuten, unbearbeitet Filmmaterial ohne Musik) und interessante Storyboard-Vergleiche (rund 8 Minuten) in denen man zwei Szenen parallel in Skizzen betrachten darf. Hinter dem Menüpunkt „B-Roll“ verstecken sich Filmaufnahmen vom Set, die von den Machern per Voice-over kommentiert werden (in deutscher Sprache, rund 15 Minuten). Außerdem haben es noch einige Original 35-mm-Aufnahmen auf die Scheibe geschafft, die das Leben von BELA KISS in Rückblenden schildern (rund 3 Minuten) sowie eine animierte Bildergalerie mit Fotos aus dem Film (rund 2 Minuten, mit Musik unterlegt). Der Trailer in deutscher und englischer Sprache darf natürlich nicht fehlen.
 
Die Blu-ray von BELA KISS: PROLOGUE ist ein Traum. Nicht nur das die Technik stimmt; ein derart dickes Bonuspaket hat man auf einer Horror-Blu-ray eines deutschen Horrorfilms vermutlich noch nie gesehen. Wir können diese Veröffentlichung nur empfehlen, denn hier stimmt das Preis/Leistungsverhältnis, auch wenn es leider keine deutsche Untertitlung für den Hauptfilm gibt.
 
 

BELA KISS: Prologue [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 
Texas Chainsaw Massacre: The Beginning (2006)

Wrong Turn 5 (2012)


Filmreview: “The Devil’s Dozen” (2013)

TheDevilsDozen
 
 
 

THE DEVIL’S DOZEN – DAS TEUFLISCHE DUTZEND

Story

 
 
 
Zwölf Auserwählte werden in einen Raum gesperrt und sollen sich gegenseitig töten. Der, der letztendlich am Leben bleibt erhält das Ticket in die Freiheit …
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOZEN – Kritik

 
 
 
Dass unrechtmäßiges Handeln im Horrorfilm meist mit dem Tod bestraft wird, dürfte dem interessierten Filmgucker und Sammler hinreichend bekannt sein. Wer in derartigen Streifen Böses tut, dem widerfährt natürlich auch Schreckliches und wird nicht selten mit dem Filmtod bestraft. Im Titel THE DEVIL’S DOZEN ist das auch so. Schade nur, dass Regisseur JEREMY LONDON nicht auch gleich ebenso für seine Schandtat zur Rechenschaft gezogen wurde, denn der Kracher ist sein geistloses Machwerk leider nicht geworden. Wie der Titel bereits erahnen lässt geht es hier teuflisch zu Sache, was aber im Falle dieses Terrorflicks nicht positiv zu werten sei. Billig heißt hier einmal mehr die Devise, was ja auf dem amerikanischen Videomarkt mittlerweile Gang und Gebe geworden ist. Für THE DEVIL’S DOZEN wurden schnell zwölf leidlich talentierte Akteure engagiert, die mit unbeholfenem Schultheater-Charme knapp 90 Minuten Horrorfilm tragen sollen. Fertig ist mal wieder ein Schocker für Zwischendurch, auf den man aber auch gut und gerne verzichten kann und der vermutlich mal wieder nur Daseinsberechtigung besitzt, um möglichst viele Dollars aus den Brieftaschen gutgläubiger Horrorfans stehlen zu können.
 
Wir erleben, wie etwa zwei Dutzend nichts ahnende Menschen in einem Raum erwachen und feststellen müssen, dass sie irgendjemand an die Wand gekettet hat. Die Hälfte von Ihnen wird kurzerhand erschossen, die restlichen zwölf in einen weiteren Raum getrieben. Nun gilt es herauszufinden wer von den Anwesenden Dreck am Stecken hat. Im Zwölfminuten-Takt müssen die Überlebenden entscheiden, wer es verdient hat zu sterben und wer nicht. Kommt man nach der vorgegebenen Zeit zu keinem Entschluss, muss wahllos einer der Protagonisten das Zeitliche segnen. Nach anfänglicher Skepsis geht auch schon das Morden los und längst verdrängte Verbrechen kommen ans Tageslicht.
 
Wo sich LONDON für sein austauschbares Horrorstück bedient hat, liegt auf der Hand, denn hier wird mal wieder einer der ganz großen des Torturkinos zitiert: SAW (2001). So werden erneut makabre Spielchen unter Zeitdruck gespielt, damit der gewaltgeile Zuschauer viel Leid zu sehen bekommt. Bevor sich jedoch Splatterfans gierig die Hände reiben, sei erwähnt, dass in THE DEVIL’S DOZEN viel zu viel gequasselt, geflennt und diskutiert wird – unprofessionell schlecht versteht sich natürlich von selbst. Die “bösen” Szenen kommen bei derart unfreiwilliger Komik etwas sehr kurz und werden reichlich unspektakulär abgehandelt. Den Leidtragenden steht der Tod durch Messer und Pistole zur Wahl, wobei sich der Gruppenstärkste (ein gemeingefährlicher Einbrecher) gleich zu Beginn die Waffe unter den Nagel reißt und erst einmal munter drauflos feuert. Immerhin werden seinen Entscheidungen relativ unerwartet getroffen, was zumindest halbwegs Unterhaltungswert besitzt. Dennoch, auch wenn die Teilnehmer dieses hinterhältigen Spiels überraschend in den Himmel getrieben werden, mag man das Gefühl nicht loswerden, als habe man die filmbezogene wir-bestrafen-uns-gegenseitig-Thematik in letzter Zeit zu oft im Heimkino ertragen müssen. Filme, wie WOULD YOU RATHER (2012), AMONG FRIENDS (2012) und VILE (hierzulande: PAIN) haben die Folterproblematik teilweise schmerzhafter und spannender bebildert, oftmals sogar mit weitaus besseren Schauspielern. Letztere scheinen in THE DEVIL’S DOZEN mal wieder von der Straße aufgelesen zu sein, denn ein Meister seines Faches ist definitiv keiner von denen. Zudem tun sich JUDY DINELLA und PATRICK DURHAM mit ihrem unlogischen Drehbuch keinen Gefallen. Das strotzt nur so vor Unlogik und Lächerlichkeit. Da feuert ein unberechenbarer Einbrecher wahllos auf die übrigen elf, doch keiner derer besitzt Courage genug, den strunzdummen Egomanen zur Strecke zu bringen. Selbst als die Waffe im weiteren Verlauf den Besitzer wechselt, lässt man sich lieber durch dessen Hand in den Filmtod treiben, als ihn durch einen gezielten Kopfschuss ins Jenseits zu befördern. Wer THE DEVIL’S DOZEN goutiert, sollte nicht zuviel nachdenken – das schlägt nur aufs Gemüt. Andererseits macht es schon wieder Spaß, die vielen Logiklöcher des Films zu zählen. Letztendlich überzeugt THE DEVIL’S DOZEN einzig durch die geglückte Auflösung, schließlich befinden sich die zwölf Auserwählten nicht von ungefähr in derart verzwickter Situation. In einer Gastrolle lässt sich übrigens ERIC ROBERTS (der ältere Bruder von JULIA ) blicken. Der huscht in den letzten Filmminuten durchs Bild und dürfte dafür vermutlich ausreichend entlohnt worden sein. Unterm Strich ist LONDONS Debütwerk nichts Großes. Hier wird der foltererprobte Zuschauer angesprochen, der aber aufgrund der eher zurückhaltenden Morde nicht viel Spaß mit THE DEVIL’S DOZEN haben dürfte. Vielleicht wäre es dann wohl doch besser, Regie-Newcomer JEREMY LONDON würde das machen, was er wohl eindeutig besser kann: in unbekannten Kino- und Videostreifen schauspielern!
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOZEN – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Boshafter Tortur-Thriller mit gemeinen Überraschungsmomenten und raffiniertem Ende. Leider ist es wie so oft, die Geizmentalität lässt jeglichen Charme missen. THE DEVIL’S DOZEN ist billig inszeniert und schaut stets nach bedeutungsloser 08/15-Videoware aus. Die Schauspieler sind ein Graus und die vielen Logiklücken eine regelrechte Herausforderung. Wer wirklich jeden Horrorfilm sehen muss, kommt auch an THE DEVIL’S DOZEN nicht vorbei. Alle anderen Zuschauer können diesen Streifen getrost von ihrer Must-See-Liste streichen.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOZEN – Zensur

 
 
 
THE DEVIL’S DOZEN ist zwar ein typischer Tortur-Thriller aber nicht sonderlich grausam. Die KJ-Einstufung ist für diesen Horrorfilm ausreichend.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOZEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mig Filmgroup

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Devil’s Dozen; USA 2013

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch Dolby Digital 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.77:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: keine

Release-Termin: 17.04.2014

 
 
 

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THE DEVIL’S DOZEN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Panic Button (2010)
 
Among Friends (2012)
 
Pain (2011)
 
Would You Rather (2012)
 
Battle Royale (2000)
 
Die Tribute von Panem – The Hunger Games (2012)


Filmreview: “Found” (2012)

found 2012
 
 
 

FOUND

Story

 
 
 
Marty ist 12 Jahre alt, geht in die 5. Klasse und schnüffelt gern mal im Zimmer des großen Bruders herum. Der ist ein Serienkiller und bringt gern die Köpfe seine Opfer mit nach Hause, wo er sie im Wandschrank versteckt hält …
 
 
 


 
 
 

FOUND – Kritik

 
 
 
Kinder können so grausam sein, vor allem dann, wenn sie sich mitten in der Pubertät befinden. Da durchleben Heranwachsende nicht nur eine komplizierte Persönlichkeitsentwicklung; auch der Reiz des Verbotenen und die Neugier auf das “Nicht-Alltägliche” macht diese Phase für werdende Erwachsene zu einer aufregenden und besonderen Zeit. Leider bedeutet Erwachsenwerden auch, sich behaupten zu müssen. Rangeleien und Machtkämpfe unter Gleichaltrigen sind keine Seltenheit und die Schwelle zum Mobbing ist in vielen Fällen fließend. Wer sich nicht durchsetzen kann und schwach bleibt, gerät schnell ins Visier gehässiger Mitschüler, die den Schulalltag für Leidtragende zur Hölle machen. Auch der Fünftklässler Marty (authentisch gespielt von Newcomer GAVIN BROWN) in FOUND hat so seine Probleme mit den Klassenkameraden. Die haben ihren Spaß daran, gemeine Lügen über den Außenseiter zu verbreiten und ihm in der Schultoilette aufzulauern. Für Marty Grund genug, sich immer weiter in seine eigene Welt zurückzuziehen. Er malt Superhelden-Comics in denen er die Hauptrolle spielt und geht gern auch unerlaubt auf heimliche Entdeckungstour in das Zimmer seines älteren Bruders Steve (brillant aggressiv und beängstigend verkörpert von ETHAN PHILBECK). Der hat nämlich nicht nur eine umfangreiche VHS-Sammlung der besten Horrorstreifen aus den 80ern, sondern versteckt in seinem Wandschrank eine Tasche, in der er skalpierte Köpfe vorwiegend farbiger Frauen verstaut. Für den introvertierten Schüler keiner große Sache, hat er sich schon längst an den schockierenden Anblick der Häupter gewöhnt und findet die Mutprobe immer wieder spannend, den Köpfen der Opfer ins Gesicht zu schauen. Als Marty mal wieder in der Schule schikaniert wird und erneut keinen Rückhalt durch die Eltern erhält, weiht er seinen vermeintlich besten Freund David (ALEX KOGIN) in die geheimen Aktivitäten des größeren Bruders ein. Bruderherz bekommt jedoch schnell von den Schnüffeleien des Geschwisterchens Wind und nimmt sich Marty zur Brust – mit fatalen Folgen.
 
Was man nicht alles mit knappen 8000 US-Dollar auf die Beine stellen kann. Oft ist das wirklich nicht viel. Aber hin und wieder gelingt es Filmemachern trotz geringen Budgets gute Filme zu machen, die dann sogar noch teurer ausschauen, als es der Fall war. FOUND ist mal wieder so ein Beispiel. Der Streifen kann seine Herkunft (trotz hübsch-blutiger Titelsequenz im Comiclook von LOWELL ISAAK) nicht verleugnen und schaut unweigerlich nach Independent aus. Sieht man jedoch von der Prämisse ab, gehört der Horror-Thriller mit zu dem Besten, was das Indie-Horrorgenre hervorgebracht hat. Unkonventionell heißt hier das Zauberwort, das jedem verwöhnten Mainstream-Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren lassen dürfte, denn FOUND pfeift darauf, sich den gängigen Mustern des austauschbaren Horrorfilms zu unterwerfen. Regisseur SCOTT SCHIRMER hat sich dem Roman von TODD RIGNEY angenommen und daraus einen ziemlich umfangreichen Spielfilm über die Suche nach sich selbst gedreht, der sowohl als Coming-of-Age-Drama als auch als Horrorfilm funktioniert. Die Kombination macht’s und hebt sich dabei sogar noch innovativ vom sonstigen Horrorquatsch ab, der dem Filmfan ja derzeit reichlich oft angedreht wird. Wir erleben zwei Brüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sich aber untereinander aufrichtig verbunden fühlen. Beide hegen die Leidenschaft für den Horrorfilm und scheinen fast schon eine Obsession für diese Streifen entwickelt zu haben, was den Eltern seltsamerweise ziemlich egal ist. Bruder Steve hat sich vom trauten Familienfrieden schon längst verabschiedet und stellt das Treiben seines Lieblingsvideos “Headless” in der realen Welt nach. Sein Augenmerk liegt auf dem Ausradieren der Farbigen, die seiner Meinung nach schon alle Bereiche des täglichen Lebens in Beschlag genommen und verseucht haben. Für den jüngeren Marty gelten jene grausigen Streifen stattdessen als naive Mutprobe, ist er doch kindlich fasziniert von den gar grotesken Monstern in diesen Filmen und kann partout nicht genug von diesen Schauerwerken vor die Linse bekommen. Jedes Wochenende fährt er zusammen mit den Eltern in die örtliche Videothek, um sich dort neuen Gruselstoff besorgen zu können, wobei derartige Riten in manch Horrorfan längst vergessene Kindheitserinnerungen wach werden lassen dürften.
 
 

“…my life is a horror movie, but who is the monster? …”

(Marty)

 
 
An Gesellschaftskritik mangelt es in FOUND nicht. Themen wie Rassismus, Mobbing, Homosexualität oder Nachlässigkeit in der Erziehung von Kindern werden auf besonders unangenehme, sogar drastische Weise an den Pranger gestellt. Die schroffe Gesellschaftskritik ist aktueller denn je und Auslöser für die recht unerfreulichen Geschehnisse in FOUND. Auch wenn SCHIRMERS Debüt am Ende doch mehr Drama als Horror ist, sind die wenigen Gewalteskapaden nicht von schlechten Eltern. Hier hat man gänzlich aus dem Vollen geschöpft. Es werden Augen aus den Höhlen gerissen und genüsslich verspeist, Frauen enthauptet und in deren Köpfe penetriert. Schön anzuschauen ist das wahrlich nicht, dürfte aber immerhin den Gore- und Splatter-Nerd erheblich Freude bereiten. FOUND ist ein Nischenfilm und wird mit Sicherheit sein Publikum finden. Im Ausland hat der Schocker selbst abgebrühteste Genrefans in Entzückung versetzt und lief sogar auf dem beliebten AFTER DARK FILMFEST 2013 im kanadischen Toronto, wo er in den Kategorien Beste Titelsequenz und Bester Gore Auszeichnungen erhielt. Auch wenn natürlich nicht alles perfekt ist, waren wir dennoch von der unverbrauchten Idee überrascht, die trotz Low-Budget-Inszenierung nie billig, uninspiriert oder langweilig heruntergerasselt wird. Wer intelligentes Horrorfutter sucht, ist mit diesem Geheimtipp auf jeden Fall gut beraten. Da kann man nur hoffen, dass FOUND ein Indie bleibt und nicht das Interesse “gemeingefährlicher” Majors auf den Plan ruft. Denn uns würde es nicht wundern, würde der halbwegs unverbrauchten Vorlage bald ein glatt poliertes und konventionelles Remake folgen.
 
 
 


 
 
 

FOUND – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
FOUND ist einer der besten Independent-Horrorfilme der letzten Zeit – raffiniert, abartig, kontrovers und intelligent. Das hat auch die internationale Presse erkannt und FOUND mit dem Prädikat “Geheimtipp” ausgezeichnet. Wir können dem nichts entgegensetzen und waren erstaunt, wie “anders” FOUND doch ist. Wer unkommerzielles und unabhängiges Kino mag, sollte auf jeden Fall einen Blick wagen.
 
 
 


 
 
 

FOUND – Zensur

 
 
 
Schwierig zu sagen, ob FOUND hierzulande ungeschnitten durch die FSK kommen wird. Es gibt einige Szenen in denen in Körperteile toter Frauen penetriert wird. Solcher Content dürfte für die deutsche Zensurbehörde kaum zu dulden sein. Mit etwas Glück wäre aber eine ungeschnittene KJ-Einstufung möglich.
 
 
 


 
 
 

FOUND – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mike Mendez’ Killers (1996)
 
Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon (2006)
 
The Orphan Killer (2011)
 
ChromeSkull: Laid to Rest 2 (2011)


Filmreview: “Darkroom – Das Folterzimmer” (2013)

Darkroom 2013
 
 
 

DARKROOM – DAS FOLTERZIMMER

Story

 
 
 
Michelle (Kaylee DeFer) hat in der Vergangenheit Schlimmes erlebt und versucht ihr Leben erneut auf die Reihe zu bekommen. Leider müssen ihre Pläne vorerst warten, denn sie findet sich bald im Keller eines riesigen Anwesens wieder, wo sie von drei Geschwistern gefoltert wird …
 
 
 


 
 
 

DARKROOM – Kritik

 
 
 
Mit DARKROOM (der natürlich nix mit dunklen Begattungsräumen für sexuell aktive Zeitgenossen am Hut hat) gibt es Nachschub für die heimische Foltersammlung, denn ohne Demütigen, Misshandeln und Foltern gewinnt man heutzutage im Horrorfilm keinen Trostpreis mehr. Jahre nach HOSTEL (2005), SAW (2004) und Co. erfreut sich das Torturgenre immer noch großer Beliebtheit und findet unter Fans der düsteren Unterhaltung genügend Käufer, um stets neue Streifen dieser Sorte zu rechtfertigen. In Deutschland hat man es da jedoch nicht so leicht, denn viele dieser grausamen Machwerke finden den Weg erst gar nicht in den hiesigen Handel – schließlich hat die FSK da ein Wörtchen mitzureden. Mit Gewalt als Mittel zum Selbstzweck scheint die deutsche Zensurbehörde so ihre Problemchen zu haben, was in den meisten Fällen eine Freigabeverweigerung zur Folge hat. Die ist oftmals nicht unbegründet, denn frauenverachtender Videomist wie I SPIT ON YOUR GRAVE 2 (2013) beweist, dass es im Bereich des grausamen Tötens genügend Luft nach oben gibt und Tabus da sind, um gebrochen zu werden. Im direkten Vergleich mit den ganz Großen des modernen Torturkinos sind die Grausamkeiten in DARKROOM schon Kinderfasching. Hier wird eher zurückhaltend und fast schon “sanft” gefoltert, was aber noch durchaus genügend Potenzial besitzen dürfte, um die Zartbesaiteten unter den Horrorfans geschickt zu verstören. Regisseurin BRITT NAPIER wechselt für diesen Streifen ganz souverän die Fronten. Statt vor der Linse zu agieren, macht sie es sich diesmal dahinter gemütlich und gibt mit DARKROOM ihren Regieeinstand. Schlecht ist der wahrlich nicht geworden, denn trotz altbewährter Folterthematik ist ihr Debütstück überraschend spannend, auch wenn man hier mal wieder die altbekannte Geschichte vom Opfer und ihren Peinigern auf der Mattscheibe hat.
 
Diesmal verschlägt es Michelle (KAYLEE DEFER) in eine pompöse Villa, wo das schnelle Geld wartet. Ein Fotoshooting soll dort stattfinden; den Hinweis hat sie von ihrer Psychotherapeutin Rachel (ELISABETH RÖHM) erhalten. Kurz zuvor hat das taffe Mädchen unter Alkoholeinfluss einen Unfall gebaut und dabei drei Freunde in den Tod gerissen. Nach langer Zeit unerträglicher Schuldgefühle und Therapiesitzungen versucht sie nun, ihr Leben neu zu ordnen – der lukrative Job kommt ihr da gerade recht. Doch natürlich kommt alles anders als erhofft, denn das geplante Shooting entpuppt sich rasch als hinterlistige Falle. Drei Geschwister locken unwissende Frauen in ihr Anwesen, wo sie im Keller gefoltert und so vom Bösen gereinigt werden sollen. Michelle erkennt schnell, dass sie nun ein weiteres Martyrium durchleben muss und die Peiniger ihr keine Unbekannten sind. Die haben viel Spaß daran, sich mit allerhand Elektrowerkzeugen durch das Fleisch ihrer wehrlosen Gäste zu bohren, schließlich können ihre verdorbenen “Patienten” nur auf diesem Weg begangene Sünden begleichen.
 
Alles wie immer. Man nehme eine gruselige Villa, die nur als Vorwand dienen soll, damit drei christliche Extremisten im Keller viel gemeinen Schabernack veranstalten können und werfe drei wehrlose Opfer in die Handlung, die den Folterspaß über sich ergehen lassen müssen. Fertig ist mal wieder Tortur von der Stange, auch wenn man feststellen muss, dass DARKROOM zwar nichts Neues bietet, aber immerhin wirklich kurzweilig umgesetzt wurde. Knapp 80 schmerzhafte Minuten dauert der Überlebenstrip, der mit wirklich hervorragenden Darstellern besetzt wurde, die zur Abwechslung mal wieder Ahnung vom Wimmern und fies sein haben. Damit der Zuschauer für Hauptdarstellerin KAYLEE DEFER Sympathien entwickeln kann, hat Drehbuchautor MICHAELBRENT COLLINGS einen kleinen Mitleidsbonus in die Geschichte eingebaut. Ihr privates Schicksal wird in kurzen Flashbacks beleuchtet, so dass es dem Filmfan einfacher gelingt am Ende mit der Heldin mitzufiebern. Die entpuppt sich im Film als wackere Gegenspielerin, die lieber handelt und denkt, als ihren vordiktierten Filmtod nichts sagend hinzunehmen. Dabei boxt sich Opfer Michelle durch die Pappwände der Villa und bewegt sich ähnlich wie in WES CRAVENS HAUS DER VERGESSENEN (1991) zwischen den Wänden durch die Szenarie. Ganz zum Leidwesen der drei Antagonisten, die bald keine Kontrolle mehr über ihr Versuchskaninchen besitzen und selbstverständlich am Ende ihre gerechte Strafe erhalten. Natürlich ist mal wieder die skrupellose Mutter an allem schuld, die den Tätern in Kindheitstagen ins Unterbewusstsein geflüstert hat und ihre gewissenlosen Taten rechtfertigen soll. Die Erklärung wirkt natürlich unglaubwürdig aufgetragen, gehört aber im Horrorfilm ohnehin grundsätzlich zum Standard, wenn aus Menschen gemeingefährliche Serienkiller werden.
 
Unterm Strich ist DARKROOM kein dummes Filmchen. Es gibt einige nette Wendungen, eine wirklich atmosphärische Kulisse und für den Liebhaber der etwas härteren Filmgattung einige blutige Momente, die empfindsame Gemüter kurz zum Wegschauen bringen werden. Das meiste passiert jedoch im Off oder wird angedeutet, war der FSK dennoch die höchste Altersfreigabe wert. Bis zur nächsten I SPIT- oder HOSTEL-Fortsetzung ist DARKROOM ein durchweg solider, gut gefilmter und wirklich spannender Lückenfüller für alle jene , die härtere Kost bevorzugen.
 
 
 


 
 
 

DARKROOM – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Bohrmaschinen an die Macht. In DARKROOM werden einmal mehr gebräuchliche Werkzeuge aus dem Heimwerkerkasten zweckentfremdet und für ein kleines Stück böses Kino verwendet. Zwar kein neuer DRILLER KILLER und auch kein weiterer HOSTEL; DARKROOM bietet dafür aber trotzdem immerhin knapp 80 Minuten kurzweilige und spannende Unterhaltung mit einigen unappetitlichen Szenen, guten Darstellern und einem wirklich atmosphärischen Setting. Kein Meisterwerk oder Must-See, kann aber trotzdem als eines der kleinen Geschwister des legendären HOSTEL gewertet werden.
 
 
 


 
 
 

DARKROOM – Zensur

 
 
 
Sicherlich geht es in DARKROOM nicht zimperlich vonstatten. Säure wird ins Gesicht gespritzt, Bohren drehen sich in menschliche Hüften und Köpfe werden zermatscht. Das alles erreicht aber nicht einmal ansatzweise die Härte aktuell so beliebter Folterstreifen, so dass die FSK den vorliegenden DARKROOM mit KJ-Kennzeichnung freigegeben hat. Natürlich ungeschnitten!
 
 
 


 
 
 

DARKROOM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Darkroom-das-Folterzimmer-bluray

(c) Edel Germany

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Darkroom; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 31.01.2014

 
 
 
Und wieder hat es ein durchaus sehenswerter Indie-Horrorfilm auf das HD-Medium geschafft, der hierzulande von PARAGON MOVIES und EDEL GERMANY in den Handel gebracht wird. Jene Label haben sich auf die Veröffentlichung kleiner Trash-Streifen spezialisiert und bringen in regelmäßigen Abständen sogar manch kleine Horror-Perle in die deutschen Wohnzimmer, die man sonst vermutlich nie zu Gesicht bekommen hätte. Leider muss man bei diesen Veröffentlichungen mit so manchem Manko leben, denn viele dieser Streifen kränkeln oftmals aufgrund ihrer miserablen Synchronisation. Bei DARKROOM – DAS FOLTERZIMMER ist das nicht anders, denn hier hört der Filmfan mal wieder die ewig gleichen Synchronstimmen, die zuletzt in vielen Streifen der Rechteinhaber MIG, EDEL GERMANY oder MARITIUM PICTURES vor dem Mikro standen. Es ist zwar schön, dass sich diese Anbieter auf eine Filmnische spezialisiert haben, aber derart unprofessionelle Übersetzungen rauben dem Liebhaber des Genres arg schnell den letzten Nerv, so dass die Freude am Schauen jener Werke recht schnell vergeht. Gleiches Grauen dürfte vermutlich auch Bildpuristen ergreifen, denn DARKROOM – DAS FOLTERZIMMER glänzt mit arg grobkörnigem Bildrauschen. Das passt aber zum Film und verpasst dem Folterschocker ein herrlich ungeschliffenen, düsteren und rauen Charakter. Leider ist bei den Extras Flaute. Hier wird gerade einmal der Filmtrailer in englischer Sprache (2 Minuten, HD) geboten. Einen Audiokommentar oder ein umfangreiches Making of sucht man leider vergebens. Ebenso haben es mal wieder keine deutschen Untertitel auf die deutsche Blaustrahlauswertung geschafft. Insofern man sich die grottige Übersetzung ersparen und DARKROOM – DAS FOLTERZIMMER im Original erleben möchte, schauen Horrorfans ins die Röhre, die auf Untertitel angewiesen sind. Trotz aller Kritik gibt es ein Wechselcover, was ja nicht bei jedem Anbieter zum Standard gehört.
 
 
 

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DARKROOM – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Hostel (2005)
 
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Mum and Dead (2008)
 
Grotesque (2009)
 
Panic Room (2002)
 
Captivity (2007)
 


Filmreview: “Young, High and Dead” (2013)

young high an dead 2013
 
 
 

YOUNG, HIGH AND DEAD

Story

 
 
 
Einige nichtsahnende Kumpels treffen auf einen irren Kinderschänder, der es gar nicht so dufte findet, dass die Freunde auf genau jenem Stückchen Erde campen, unter dem er seine Opfer verscharrt hat …
 
 
 


 
 
 

YOUNG, HIGH AND DEAD – Kritik

 
 
 
Manch unterbelichteter Horrorschund benötigt einen kleinen Anschub, damit er in der Horrorgemeinde auf Interesse stößt. Das ist zum Beispiel dem berüchtigten A SERBIAN FILM im Jahr 2010 gelungen, der durch einige kinderpornografische und nekrophile Elemente zu unappetitlichem Ruhm gekommen ist und ohne Kontroverse auch nicht die Aufmerksamkeit erhalten hätte, die ihm nach Erscheinen zuteil wurde. Mit ähnlich diskussionswürdigem Zündstoff will auch der britische Streifen YOUNG, HIGH AND DEAD trumpfen, dessen Macher nun vermutlich hoffen, dass ihr Stümperwerk möglichst lukrativ auf dem internationalen Horrormarkt verscherbelt werden wird. Zu allem Übel dürfte das sogar auch noch gelingen, versucht der Film doch einmal mehr, die Grenzen des moralisch Vertretbaren zu überschreiten und dürfte dadurch ganz schnell die Gunst sensationsgeiler Horrorfans wecken. Dass YOUNG, HIGH AND DEAD trotz fragwürdiger Thematik ganz schön dilettantischer Pfeffer ist, offenbart sich dem Zuschauer erschreckend schnell, wenn er nach geschlagenen 60 Minuten feststellen muss, dass in dieser filmischen Katastrophe partout nichts passieren will. Dabei köchelt der Beitrag nicht nur inhaltlich erheblich auf Sparflamme. Auch die technische Komponente dürfte dem Zuschauer die Nackenhaare sträuben lassen, denn YOUNG, HIGH AND DEAD entpuppt sich schnell als amateurhafter Schnellschuss vierer passionierter Horrorfilmfans, die eigentlich vom Filmemachen gar keine Ahnung haben. Das Regiequartett, bestehend aus LUKE BRADY, JANATHAN BRADY, THABO MHLATSHWA und DANIEL FENTON, hat an diesem langweiligen Haufen filmischen Abfalls getüftelt und alles fein unprofessionell und anständig verwackelt auf Digital gedreht. Damit der Streifen nicht ganz so offensichtlich laienhaft wirkt, wurden immerhin halbwegs vernünftige Akteure gebucht, die aber vehement damit beschäftigt sind, unerträglich miteinander zu streiten oder ihre Nasen in Berge von Koks zu vergraben. Immerhin gehören einige von ihnen zur britischen B-Prominenz und wurden schon in diversen, für den internationalen Videomarkt gedrehten Filmen gesichtet (darunter sogar der Kinder-Horror THE CHILDREN von 2008). Das mag zwar alles schön und gut sein, macht YOUNG, HIGH AND DEAD aber auch nicht zwingend besser.
 
Im Mittelpunkt stehen einige Mittzwanziger, die zum Camping in den Wald düsen und sich zuvor in einem britischen Pub zum feuchtfröhlichen Trinkgelage treffen. Währenddessen ist ein irrer Psychopath damit beschäftigt, kleine Mädchen von Spielplätzen zu locken, um sie zu Hause in Stücke zu hacken. Die zerteilten Körper werden in Mülltüten gestopft und in einem angrenzenden Waldgebiet verscharrt, leider aber auch genau dort, wo die nichts ahnenden Freunde ihr Zeltlager aufgeschlagen haben. Der Kindermörder ist darüber freilich gar nicht erfreut, befürchtet er doch, dass sein kleines Geheimnis aufzufliegen droht. So beginnt er, Jagd auf die zugekokste Bande zu machen, die natürlich in ausgerechnet dieser heiklen Situation damit beschäftigt ist, private Konflikte untereinander zu klären.
 
Wenn in Horrorfilmen minderjährige Kids von pädophilen Perverslingen zerstückelt werden, dürften nicht nur bei besorgten Eltern die Alarmglocken läuten. Auch die hiesige FSK verstand bei solch fraglichen Treiben bisher keinen Spaß und verweigert nicht selten die Freigabe. Im Falle von YOUNG, HIGH AND DEAD dürfte sich der erwartungsfreudige Filmzuschauer umsonst die Hände reiben, denn die blutige Sauerei wird Gott sei Dank nicht auf der Mattscheibe bebildert, schließlich ist es schon pervers genug, so einen schwierigen Kontext als Grundlage für einen dummen Slasher zu missbrauchen. Das meiste wird in YOUNG, HIGH AND DEAD nämlich nur angedeutet oder passiert im Off, was die Freude der Gore- und Splatterfraktion gewiss erheblich schmälern dürfte. Wird dann am Ende doch einmal jemand vergewaltigt, erdolcht oder mit einem Auto über den Haufen gebrettert, sind die Schnitte derart hektisch und schnell gesetzt, dass sich kaum etwas erkennen lässt. Bis es jedoch soweit ist, muss der Zuschauer genügend Geduld und Sitzfleisch mitbringen. Der irre Killer und seine als Spaziergängerin getarnte Komplizin haben sich erst nach geschlagenen 75 Minuten Spiellaufzeit warmgeschlitzt. Da fliegt schon mal ein Beil durch den Wald und ein Messer rammt sich durch das Dach des Autos direkt in eine Hand. Spektakulär ist das alles nicht einmal ansatzweise, wobei das Finale ohnehin von nur wenigen Filmfans aufmerksam beäugt werden dürfte. Aufgrund der absolut unspannenden Inszenierung ist es wahrscheinlich, dass die Mehrheit der Zuschauer bereits nach wenigen Minuten in den Tiefschlaf dahingeschlummert ist – der Rest wird nach der Filmhälfte entnervt abgeschaltet haben. Da wäre es vermutlich besser gewesen, die Macher hinter YOUNG, HIGH AND DEAD hätten das grausige Stück Film als Komödie konzipiert, denn nicht nur der Titel suggeriert Horror-Spoof der Extraklasse, auch das behäbige Treiben auf dem TV-Apparat ist, trotz bierernster Umsetzung, nicht selten unfreiwillig komisch.
 
 
 


 
 
 

YOUNG, HIGH AND DEAD – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
Der von Kindern selbstgekritzelte Vorspann demonstriert eindrucksvoll, in welch unbeholfene Richtung YOUNG, HIGH AND DEAD tapsen wird. Dieser britische Low-Budget-Titel ist trotz kontroverser Thematik eine einzige Schlafnummer. Bis in YOUNG, HIGH AND DEAD überhaupt etwas passiert, ist der Film bereits schon wieder zu Ende. Der kriselige und oftmals unerträglich verwackelte Amateur-Look mag zwar herrlich indielike ausschauen, verschleiert aber nur ganz geschickt, dass hier Leute am Werk waren, die von Filmemachen keinen Plan haben. YOUNG, HIGH AND DEAD – LANG, ÖDE und UNSPEKTAKULÄR.
 
 
 


 
 
 

YOUNG, HIGH AND DEAD – Zensur

 
 
 
Die Problematik des Kindsmord ist zwar in YOUNG, HIGH AND DEAD sehr heikel; die Misshandlungen oder Morde werden jedoch nur angedeutet. Dennoch dürften einige böse Szenen (an den erwachsenen Darstellern) für die FSK Grund genug sein, den Streifen hierzulande erst für ein volljähriges Filmpublikum zugänglich zu machen. YOUNG, HIGH AND DEAD dürfte ungeschnitten mit KJ-Freigabe in den Handel kommen.
 
 
 
 


 
 
 

YOUNG, HIGH AND DEAD – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “Omnívoros” (2013)

Omnívoros  2013
 
 
 

OMNíVOROS

Story

 
 
 
Ein renommierter Restaurant-Kritiker und Schriftsteller gerät an ein ominöses Lokal, das seinen gut zahlenden Kunden Menschenfleisch zum Verzehr anbietet …
 
 
 


 
 
 

OMNíVOROS – Kritik

 
 
 
Bereits Anfang der 1970er kam der Kannibalenfilm durch UMBERTO LENZIS MONDO CANNIBALE (1972) in Mode und zog bis weit in die 80er Jahre hinein diverse, vorwiegend von italienischen Filmemachern inszenierte Duplikate nach sich. Zu einem der wohl bekanntesten Beispielen dieses Subgenres gehört zweifelsohne NACKT UND ZERFLEISCHT (OT: CANNIBAL HOLOCAUST), der vom italienischen Schmuddel-Regisseur RUGGERO DEODATO gedreht, 1980 in die Kinos gebracht wurde und bis heute den Höhepunkt des Kannibalengenres ausmacht. Der Streifen geriet nicht nur aufgrund der üblen Tiertötungsszenen in Kritik, sondern weckte ebenso schnell das Interesse der weltweiten Zensurbehörden. Immerhin war der Film trotz Kontroversen ein Erfolg und schwemmte genügend Geld in die Kinokassen. Mit MONDO CANNIBALE 4 – NACKT UNTER WILDEN erschien 1984 der letzte große Menschenfresserfilm in den Lichtspielhäusern; danach war die Kuh gemolken. Immerhin hat das zweifelhafte Filmthema in den letzten Jahren wieder an Bedeutung gewonnen, wenn auch in Symbiosen mit anderen Subarten innerhalb des Horror-Genres. Primitive Kulturen, die sich in Exploitationfilmen gierig an den Innereien ihrer Opfer laben, hat man jedoch seit den Höhepunkten des Kannibalenfilms nicht mehr im Heimkino gesehen. Der Menschenfleisch fressende Gourmet von Heute ist nämlich zivilisiert und kultiviert, so dass er sich mit Stil durch die Körper seiner Beute frisst. Ganz nach dieser Devise geht es auch in OMNíVOROS (was soviel heisst, wie ALLESFRESSER) zugange – ein spanischer Film, der jetzt auch außerhalb der Landesgrenzen verdiente Aufmerksamkeit erhaschen dürfte. Für das eher Grusel erprobte Land am Mittelmeer Premiere, betritt man nach eher subtilen Schauermärchen wie JULIAS EYES (2010), DAS WAISENHAUS (2007) und SLEEP TIGHT (2011) mit OMNíVOROS Neuland im Kannibalensektor. Ganz so zaghaft, wie anfänglich vermutet, sind die ersten Gehversuche auf diesem Gebiet wahrlich nicht, denn zimperlich geht es im Zweitwerk des Spaniers ÓSCAR ROJO nämlich nicht vonstatten. Wie bereits in seinem Debüt BRUTAL BOX (2011) hält der Filmemacher auch in seinem neusten Schaffen der Gesellschaft den Spiegel vor. Diesmal sind es jedoch nicht die sozial Benachteiligten, die zum Mittelpunkt des Films werden, sondern die gutbürgerlichen Snobs, die meinen, sich mit Geld jeden noch so kranken Wunsch erfüllen zu müssen. Die Fragen der Moral und ihre Grenzen bilden in OMNíVOROS den Grundplot für ein übelkeiterregendes Drei-Gänge-Menü, das aber mehr Horrorfilm ist, als ernstzunehmende Gesellschaftsstudie.
 
Der Film handelt von Matarife (PACO MANZANEDO), der als Kind mit ansehen musste, wie die Mutter jämmerlich verstorben ist. Verwandte hatte er keine, so dass er sich kurzerhand dazu entschloss, an den toten Knochen der Mutter zu nagen. Viele Jahre später arbeitet er für eine ominöse Gesellschaft, die in einem geheimen Restaurant gut zahlenden Kunden Spezialitäten aus Menschenfleisch auftischt. Weil es “von” Mutti zu gut geschmeckt hat, übernimmt er dort auch gleich das Schlachthandwerk. Materife fängt Menschen von der Straße und zerteilt deren Fleisch in mundgerechte Häppchen, damit die Gäste nicht zu schwer zu kauen haben. Auch Kritiker und Schriftsteller Marcos Vela (MARIO DE LA ROSA) erfährt vom geheimen Restaurant. Er schläft sich nicht nur durch die Betten flüchtiger Bekanntschaften, sondern hat sich zudem auch auf das Rezensieren skurriler Gasthäuser spezialisiert. In der Hoffnung, die Top-Story gewittert zu haben, kontaktiert er die Betreiber der Lokalität und findet sich wenig später auf einem riesigen Anwesen wieder, auf dem das Festmahl gehalten werden soll. Doch die anfängliche Freude am Beruf vergeht dem smarten Undercover-Journalisten recht schnell, denn die zwielichtigen Köpfe der Organisation verstehen absolut gar keinen Spaß.
 
Serranoschinken einmal anders. ÓSCAR ROJO bringt mit seinen OMNíVOROS die spanische Antwort des KOCHDUELLS in die internationalen Wohnzimmer. Der unabhängige Horror-Thriller ist ganz schön harter Tobak, auch wenn man hier weitaus weniger Gewalt und Gekröse zu sehen bekommt, wie zuletzt in den diversen mittelmäßigen Horrorstreifen aus dem unkreativen Amerika. Auch die Europäer wissen, wie böse Filme gemacht werden und haben vor einigen Jahren in Folge des erneut aufgeköchelten Terrorkinos aus Frankreich bewiesen, wie Horror im neuen Jahrtausend auszusehen hat: pikant und deftig. Der Sprung vom subtilen Gruseln hin zum schroffen Horror-Thrill hat Spanien eindeutig mit Bravour bewiesen, denn OMNíVOROS ist ein neumodischer Schocker, der aufgrund der kurzen Torturszenen nicht jedermanns Sache sein dürfte. Wenn das Schlachtgut in die sterile Küche gezerrt und mit kochendem Wasser übergossen wird und wenn Messer in Hauptschlagadern gestochen werden, damit die Opfer ausbluten können, wähnt sich der HOSTEL-vertraute Horrorfan direkt im Filmparadies. Den übrigen Zuschauern dürfte bei derart fragwürdiger Problematik ganz schnell der Appetit an OMNíVOROS vergehen, ist der Ton in diesem Machwerk unbequem und bedrohlich. Auch wenn die gemeinen Momente ihre Wirkung nicht verfehlen, kränkelt OMNíVOROS mal wieder an seinen Protagonisten. Die agieren zwar ganz geschickt; bleiben aber, wie meist üblich im Horrorfilm, größtenteils eindimensional und farblos. Sympathien bleiben da auf der Strecke, so dass der überraschende Rachepart fast schon gelegen kommt und am Ende jedes Mitglied der geldgeilen Sippe ins Jenseits befördert wird. Matarife – The Butcher, die vermutlich einzig interessante Figur im Film lässt viele Fragen zurück. Der wortkarge Charakter scheint vom Leben gezeichnet und ist wie sein Berufsgenosse LEATHERFACE (TEXAS CHAINSAW MASSACRE) einzig der Handlanger jener Arbeiten, für die sich der übrige Rest zu schade ist. Der überlebt zwar am Ende; auf welchem dubiosen Weg er überhaupt zu jener ominösen Gesellschaft gekommen ist und wie er nun sein Leben bestreiten soll, bleibt mal wieder ungeklärt – die Fortsetzung wird es schon richten.
 
 
 


 
 
 

OMNíVOROS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Spanisches Fingerfood: OMNíVOROS ist die spanische Antwort auf HOSTEL. Hier wird nicht gegen Kohle gefoltert, sondern hier können Snobs Menschen gegen Geld direkt vor Ort verspeisen. ÓSCAR ROJO hat eine ziemlich unbequeme und neumodische Kannibalengroteske gedreht, die für ungeübte Horrorfans zwar hart anzuschauen ist, dafür aber nicht mit gesellschaftkritischen Tönen geizt. Spannend, unvorhersehbar und kurzweilig ist das Teil gerade aufgrund seiner unverbrauchten Thematik allemal, so dass OMNíVOROS für all jene empfehlenswert ist, die eine Leidenschaft für deftige Mahlzeiten besitzen.
 
 
 


 
 
 

OMNíVOROS – Zensur

 
 
 
Für einen Kannibalenfilm ist OMNíVOROS erstaunlich zurückhaltend, was aber nicht heißen soll, dass es hier nicht auch ganz schön schroff zur Sache geht. Bevor das menschliche Fleisch verspeist werden kann, müssen die Opfer nämlich noch allerhand unangenehme Prozeduren über sich ergehen lassen, so dass OMNíVOROS hierzulande ungeschnitten mit KJ-Stempel auf DVD und Blu-ray erscheinen wird.
 
 
 


 
 
 

OMNíVOROS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:

Butcher Boys (2012)

We Are What We Are (2013)

Wir sind was wir sind (2010)

Ravenous – Friss oder stirb (1999)

Cannibal (2006)

Überleben (1993)

Hannibal (2001)


Filmreview: “Shiver” (2012)

shiver (2012)
 
 
 

SHIVER

Story

 
 
 
Sekretärin Wendy Alden (Danielle Harris) muss sich vor einem irren Serientäter (John Jarratt) in Sicherheit bringen, der Frauen ermordet, um ihre Köpfe in Einmachgläsern zu konservieren …
 
 
 


 
 
 

SHIVER – Kritik

 
 
 
Scream Queen (und neuerdings auch Regisseurin von AMONG FRIENDS) DANIELLE HARRIS gehört nicht nur zu den Koryphäen des modernen Horrorfilms, sie ist auch emsig dabei in möglichst vielen Genre-Produktionen mitzuwirken und greift dabei auch hin und wieder mit ihren Aufträgen deftig ins Klo. Gerade weil sich HARRIS für kein filmisches Desaster zu schade und auch Jahre nach ihrem Horroreinstand in HALLOWEEN 4 der Fanbase treu geblieben ist, freut man sich als Horrorfilmfan doch immer wieder aufs Neue, wenn mit der HARRIS auf dem Filmplakat geworben wird. Nach Hauptrollen in der unter Horrorjüngern beliebten HATCHET-Reihe hat die kesse Amerikanerin scheinbar mal wieder Lust gehabt, in einem eher lauen Filmchen mitzuwirken. Filmemacher JULIAN RICHARDS gilt mit seinem THE LAST HORROR MOVIE (2003) und DARKLANDS (1996) als Ausnahmeregisseur im Genre und hat die smarte Schauspielerin für sein neustes Werk SHIVER gewinnen können – der Verfilmung eines Romans von BRIAN HARPER, der seine Serienkillergeschichte bereits 1992 in die Buchläden brachte. Trotz der Banalität dieser etwas unausgegorenen Buchverfilmung hat es der Regisseur geschafft, einige bekannte Gesichter für seinen Thriller um sich zu scharren, die auch schon in anderen düsteren Vertreter des Horrorfilms zu sehen waren. So konnten für knapp vier Million Dollar Produktionskosten neben JOHN JARRATT (der Bösewicht in WOLF CREEK) auch Ex-Käfervernichter CASPER VAN DIEN (STARSHIP TROOPERS) engagiert werden, wobei letzterer in der Vergangenheit eher semi-erfolgreich durch Unmengen TV-und Videoquark getingelt ist. Der Erfolg von SHIVER dürfte vermutlich auch auf sich warten lassen, hat doch dieser Film nichts, was sich von ähnlichen und vor allem besseren Serienkillerstreifen wie DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER (1991) oder THE CALL (2013) abzuheben versteht.
 
In SHIVER bekommt der Zuschauer wie eh und je die gleiche Geschichte vom Serienkiller serviert, der so seine Probleme mit der weiblichen Emanzipation besitzt und demzufolge adrette Frauen von der Straße fängt und diese kurz und schmerzvoll mit einer Angelschnur um die Ecke bringt. Die Köpfe seiner Opfer werden als Trophäen in Gläsern konserviert, damit der etwas gestörte Mittfünfziger auch lange Freude an seinen hübschen Dekogegenständen hat. Sekretärin Wendy Alden (DANIELLE HARRIS) gerät als nächstes ins Visier des ausgefuchsten Perverslings, der der Polizei einfach nicht ins Netz gehen möchte. Er lauert der jungen Dame auf und überfällt sie in ihrem Apartment. Die gibt jedoch nicht klein bei und kann sich aus den Klauen des Killers befreien. Frauenmörder Franklin Rood (JOHN JARRATT) ist fasziniert vom Überlebenswillen der Büroangestellten und konstruiert einen weiteren Überfall auf Wendy. Er verschleppt die vollkommen verängstigte Frau in eine Hütte im Nirgendwo und zwingt sie zu einem makabren Spiel. Doch Kommissar Sebastian Delgado (CASPER VAN DIEN) ist dem kranken Schlitzer bereits dicht auf den Fersen.
 
Wo die beachtliche Summe an Budget für SHIVER hingeflossen sein muss, dürfte auf ewig unergründet bleiben. Das Teil schaut billiger aus, als manch geistlos heruntergekurbeltes B-Movie, wobei in nicht wenigen Fällen selbst jeder Indie bei weitem besser ist, als das was uns Regisseur JULIAN RICHARDS hier mit SHIVER vorgesetzt hat. SHIVER fängt ganz mies an. Das Kanonenfutter für die teils bösen Kills scheinen irgendwo auf einer Porno-Convention aufgegabelt worden zu sein. Die Opfer agieren mies vermutlich, weil sie ohnehin kaum Relevanz für den weiteren Fortgang der Geschichte besitzen. Sobald HARRIS auf der Mattscheibe erscheint geht’s zumindest kurzzeitig auch mit SHIVER bergauf. Sie macht ihre Sache ganz ordentlich und ist die Einzige, die diesen Film noch halbwegs zusammenzuhalten versteht. Das leidlich unterhaltsame Katz-und-Mausspiel zwischen ihr und Bösewicht JOHN JARRATT nimmt den Hauptteil des Filmes ein. Wendy flüchtet, wird jedoch von Rood eingefangen. Später flüchtet sie mehrmals erneut und scheitert aufgrund ihrer Inkompetenz, so dass sie sich ihrem Schicksal fügt und das Spiel des Mörders kurzzeitig mitspielt. Wirklich viel passiert dennoch in diesem Thriller nicht, außer dass die Opfer einmal mehr lieber schreien und winseln, statt sich klug und überlegt zur Wehr zu setzen. HARRIS macht da keine Ausnahme und fuchtelt lieber mit einer Schusswaffe vorm Killer umher, als direkt von ihr Gebrauch zu machen. So wird sie immer wieder vom Schurken überwältigt und treibt so die Schläfrigkeit des Zuschauers in gefährliche Bereiche. Nach kurzem Aufschwung im Mittelteil erleidet SHIVER am Ende die gleiche Talfahrt wie bereits zu Beginn. Es gibt mal wieder ein unglaublich aufgesetztes Finale und Bösewicht Rood mutiert zum Aufstehmännchen MICHAEL MEYERS. Auf der Fahrt in den Hochsicherheitstrakt bringt der Killer-Opa gleich zwei Aufseher zur Strecke und beginnt seine Suche nach Wendy fortzusetzen, scheinbar hat der Fast-Rentner sonst nichts weiter in seinem kläglichen Leben zu tun, als hübschen Damen und horrorerprobten Zuschauern auf den Zünder zu gehen. Unterm Strich ist SHIVER kein wirklich sehenswertes Filmchen. Man mag kaum glauben, dass der Macher hinter diesem Thrillerflick die hochgelobte Fake-Serienmörder-Doku THE LAST HORROR MOVIE gedreht haben soll. Im Vergleich zum genialen Schocker aus dem Jahre 2003 ist SHIVER absoluter Quark mit Soße. HARRIS und JARRATT machen ihre Sache gut, können aber auch nicht verbergen, dass das Drehbuch nicht nur viele Logiklücken aufweist, sondern schlicht lieblos, unglaubwürdig und lückenhaft abgehandelt wird. SHIVER ist kein Film, den man gesehen haben muss. Immerhin gibt´s für die Gewaltfraktion ein paar schmerzhafte Splatterszenen. Ob die jedoch den Film besser machen, ist fraglich.
 
 
 


 
 
 

SHIVER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Düsterer und blutrünstiger Serienkiller-Albtraum in der Machart von DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER. Auch wenn die HARRIS mit an Bord ist; ein guter Horrorfilm ist SHIVER leider nicht, dazu ist die Geschichte rund um den Mörder, der Frauen von der Straße fängt und nach Schema F abschlachtet einfach zu beliebig und uninspiriert. Wirklich Neues wird hier nicht geboten, auch wenn zwei bis drei kurze Gewaltexzesse die Aufmerksamkeit der Gorehounds unter den Horrorfilmfans wecken dürften. Lieber noch einmal ALEXANDRE AJAS MANIAC anschauen, denn so muss ein richtiger Serienkillerkracher im Jahr 2013 ausschauen!
 
 
 


 
 
 

SHIVER – Zensur

 
 
 
SHIVER hat einige ziemlich schmerzhafte Make up-Künste zu bieten. Wenn sich der Killer mit einer Angelschnur durch das Fleisch seiner Opfer schneidet, dürfte die hiesige FSK so ihr Probleme damit haben. Eigentlich könnte der Serienkillerstreifen unbeschadet mit KJ-Kennzeichnung in den Handel kommen; aber die Wege der FSK sind in letzter Zeit einmal wieder unergründlich, so dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Rechteinhaber Schnitte vornehmen muss um eine Freigabe erhalten zu kommen. Hoffen wir das Beste für SHIVER!
 
 
 


 
 
 

SHIVER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:

The Call – Leg nicht auf (2013)

Das Schweigen der Lämmer (1991)

Alexandre Ajas Maniac (2012)

Dahmer (2002)

H6 – Tagebuch eines Serienkillers (2005)


Filmreview: “Butcher Boys” (2012)

butcher-boys-2013
 
 
 

BUTCHER BOYS

Story

 
 
 
Sissy und ihre wirklich dummen Freunde ziehen nach einem Unfall die Aufmerksamkeit der Butcher Boys auf sich, die nicht lange zögern und Jagd auf die Kids veranstalten. Als einzige Überlebende wird Sissy anschließend in deren Bau verschleppt und erlebt ihren ganz persönlichen Albtraum …
 
 
 


 
 
 

BUTCHER BOYS – Kritik

 
 
 
Was ist denn nur mit KIM HENKEL los? Der Drehbuchautor hatte zusammen mit TOBE HOOPER in den 70ern am legendären Drehbuch zu THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974) mitgetüftelt und scheint später im Horrorfilmbereich hängengeblieben zu sein. Nicht nur, dass er mit an den Drehbüchern aller weiteren TEXAS CHAINSAW-Teile mitgewirkt hat; 1994 nahm er sogar auf dem Regiestuhl Platz und drehte das wohl bisher dato unbeliebtestes Sequel der ganzen Kettensägen-Saga: TEXAS CHAINSAW MASSACRE: DIE RÜCKKEHR. Eifrig im Schreiben ist er bis heute geblieben und haut mit seinem neuesten Drehbuch zu BUTCHER BOYS ganz schön auf die Kacke. Vielleicht wäre etwas weniger des Guten für BUTCHER BOYS besser gewesen, denn irgendwie ist bei seinem neusten Mindfuck ganz schön komischer Quatsch rausgekommen. Wie eh und je hat sich HENKEL auch bei diesem Wurf im Kannibalen-Sektor festgefahren, denn auch in BUTCHER BOYS geht es um Menschenfleisch fressende Knilche.
 
Diesmal haben wir es mit einer Horde LOST BOYS zu tun, die nicht nur einer ebenso großen Leidenschaft für menschlichen Lebenssaft frönen wie KIEFER SUTHERLAND und Konsorten im kultigen Vampir-Horror aus dem Jahre 1987. Menschenblut allein ist ihnen nicht genug, so dass sie hin und wieder auch einmal am Fleisch ihrer Opfer nagen. Für die vier Jugendlichen rund um Sissy (ALI FAULKNER) eine folgenschwere Begegnung, ziehen sie doch durch einen Unfall die Aufmerksamkeit der düsteren Zeitgenossen auf sich und winseln wenig später ums nackte Überleben. Während Sissys Freunde nicht gerade von Intelligenz gesegnet wurden und ausradiert werden, schlägt sie sich wacker und wird wenig später sogar in den Unterschlupf der neumodischen Kannibalen verschleppt. Was sie jedoch dort erwartet, dürfte sie wohl ihr Lebtag nicht wieder vergessen werden. Die BUTCHER BOYS gehören zu einem ganzen Trupp seltsamer Gestalten, die vorwiegend weibliches Schlachtgut von der Straße fangen und der gutbürgerlichen Gesellschaft der Stadt in einem der angesagtesten Clubs filetiert und in kleinen Portionen auftischen. Klar, dass Sissy alles mögliche anstellen muss, um aus dieser verzwickten Situation entkommen zu können.
 
Wirklich ernstzunehmen ist BUTCHER BOYS mit Sicherheit zu keiner Minute. Während sich die Geschehnisse zu Beginn noch als typisches Slasher-Futter entpuppen und noch eine nötige Ernsthaftigkeit aufweisen, driften die Gegebenheiten spätestens ab der Filmmitte ins Groteske ab und verlieren sich in allerhand überzogenen Albernheiten. Da springt plötzlich ein halbnackter, mit Butter oder Schmalz eingeriebener aufgescheuchter Greis mit Schrotgewehr umher und will den Köpfen der ominösen Bande den Garaus machen. Die scheinen jedoch keinen und niemanden wirklich für voll nehmen zu wollen und dürften ein wenig zu viel weißen Zauberschnee geschnüffelt haben. Mit überdrehtem, derbem und schwarzem Humor wird in der zweiten Filmhälfte nicht gegeizt und der Zuschauer bekommt ein ganzes Ensemble vollkommen abgefahrener Typen zu Gesicht, die zwar in ihrer psychopathischen Boshaftigkeit durchaus zu gefallen wissen, aber aufgrund der viel zu kurzen Screentime vollkommen flach bleiben. Wir sehen, wie ein LEATHERFACE-ähnlicher Riese an einer Wand angekettet ist und sich hasserfüllt durch den halben Film schreit. Ein anderer Bösewicht hegt eine unbeschreibliche Leidenschaft für adrette Damenkleider und hetzt mit allerhand Mordwerkzeug als Transe durch die düstere Szenarie. Das ist zwar alles exzentrisch, vollkommen bescheuert und erinnert nicht selten in seiner grotesken und comicartig überzogenen Darstellung an den Klassiker TEXAS CHAINSAW MASSACRE 2 (1986); eh sich BUTCHER BOYS diesbezüglich jedoch richtig warmgefahren hat, ist der Film aber auch schon wieder zu Ende und lässt den Zuschauer mit vielen unbeantworteten Fragen zurück. Ganz so ähnlich dürfte es vermutlich auch Scream-Queen ALI FAULKNER ergehen. Die schreit sich authentisch durch den Schocker und wird von einem Schauplatz zum nächsten getrieben, immer auf der Flucht vor ihren scheinbar geistig verwirrten Widersachern. Langweilig wird es in BUTCHER BOYS tatsächlich zu keiner Zeit, wobei die Absurdität der Geschichte am Ende auf die Spitze getrieben wird und in einem lautstarken Finale mündet. Dort rast einer der Schurken mit einem Raketenwerfer der flüchtenden Sissy hinterher, die der fleischgewordenen Geisterbahn entkommen konnte und sich vor dem irren Amokläufer in Sicherheit bringen muss. Dem scheint jeder Realismus abhanden gekommen und daddelt sich mit seiner Schusswaffe durch Massen von Passanten.
 
BUTCHER BOYS entpuppt sich als waschechtes Kettensägen-Abenteuer und könnte auch ebenso als weiterer TEXAS CHAINSAW MASSACRE-Aufguss durchgehen. KIM HENKEL hat mal wieder das getan, was er wohl am Besten kann: Drehbücher über Irre zu schreiben, die Kids von der Straße wegfangen und zu Mett verarbeiten. Im Gegensatz zu HOOPERS bekannten Kultwerk haben wir es in BUTCHER BOYS mit keinen zurückgebliebenen Inzucht-Hinterwäldlern zu tun. Diesmal wurde die Geschichte vom Land in die Stadt verlagert und entpuppt sich als ein schräger Mix aus besagtem TEXAS CHAINSAW MASSACRE und 80er Jahre Flicks wie THE LOST BOYS (1987) oder THE OUTSIDERS (1983). Innovativ ist das freilich nicht, Spaß macht’s aber trotzdem, zumal wir sogar einige Akteure der früheren TCM-Filmen in kurzen Cameos zu Gesicht bekommen. So geben sich BILL WISE (TEXAS CHAINSAW MASSACRE: DIE RÜCKKEHR) und BILL JOHNSON (TEXAS CHAINSAW MASSACRE 2) die Klinke in die Hand und dürfen zur Freude des Horrorfans mal kurz in die Kamera winken. Übrigens: wer in BUTCHER BOYS die ultra-schroffe Gewaltschiene der MICHAEL BAY-Neuauflage erwartet ist in diesem Terrorstreifen vollkommen falsch. Wie bereits im Original-Kettensägenmassaker setzt man in BUTCHER BOYS vorrangig auf Terror durch psychische Gewalt. Es wird geschrien, gehetzt und gejammert – wirklich blutig wird’s jedoch nicht, sieht man einmal von einer kurzen Fressszene und diversen Kanoneneinschüssen ab. Das dürfte sich zwar für einige Genrefans anfühlen, wie Horror aus einer anderen Ära, unterhält aber aufgrund der temporeichen Inszenierung durchweg solide. Zum neuen Kulttrip hat es jedoch nicht gereicht, dazu ist BUTCHER BOYS einfach nicht nachhaltig genug! Für gierige Horrornerds, die ihre tägliche Ration Abscheulichkeiten benötigen, um über die Runden zu kommen ist BUTCHER BOYS dennoch die perfekte Wahl.
 
 
 


 
 
 

BUTCHER BOYS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
TEXAS CHAINSAW MASSACRE meets THE LOST BOYS. BUTCHER BOYS ist exzentrisch, abgefahren und vollkommen irre. Ein abartiger Horrortrip für Zuschauer, die nach unzähligen Kettensägenmassakern immer noch nicht genug vom Kettensägenterror haben können.
 
 
 


 
 
 

BUTCHER BOYS – Zensur

 
 
 
Überraschenderweise ist BUTCHER BOYS kein Splatter- und Goreschmaus geworden und das obwohl der Autor der TEXAS CHAINSAW MASSACRE-Reihe auch hier als Drehbuchschreiberling fungiert hat. Es gibt eine kurze Kannibalen-Szenen. Der Rest geht eher in die Psychoterror-Schiene. Daher wurde der Film hierzulande ungeschnitten mit KJ-Freigabe in den Handel gebracht.
 
 
 


 
 
 

BUTCHER BOYS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
butcher-boys-blu-ray

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Butcher Boys; USA 2012

Genre: Action, Horror, Komödien, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Englisch (DTS-HD MA 5.1)

Untertitel: keine

Bild: 1,78:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover (ohne FSK-Flatschen)

Extras: Trailershow

Release-Termin: 18.04.2014

 
 
 

Butcher Boys [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 
 


 
 
 

BUTCHER BOYS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Texas Chainsaw Massacre (1974)

Texas Chainsaw Massacre – Die Rückkehr (1994)

The Lost Boys (1987)

The Outsiders (1983)


Filmreview: “Cabin Massacre” (2008)

farmhouse 2008
 
 
 

CABIN MASSACRE

Story

 
 
 
Chad und Scarlet wollen nach dem Tod ihres Kindes ein neues Leben beginnen, geraten jedoch an ein schrecklich heimtückisches Winzer-Pärchen, dass eine unbeschreibliche Leidenschaft für die grausamen Seiten des Lebens hegt. …
 
 
 


 
 
 

CABIN MASSACRE – Kritik

 
 
 
Es ist jedesmal ärgerlich, wenn ein Cover mit einem “Massacre” lockt und das blutrote Matschfest dann leider auf sich warten lässt. Für kleine Labels wie SCHRÖDER MEDIA, EDEL FILM, SAVOY und Co. scheint es in letzter Zeit zu einer – lukrativen natürlich – Selbstverständlichkeit geworden zu sein, kleine unbedeutende Filme mit brutalstmöglich plakativen Titeln neu zu veröffentlichen. Die klingen nicht selten nach berüchtigten Klassikern aus den 80ern oder erfolgreichen Horrorserien der Neuzeit und führen den Filmfan ganz schön unverschämt hinters Licht. Da wird aus dem interessanten Western-Wurm-Flick THE BORROWERS kackendreist DAWN OF THE UNDEAD und der finnische DARK FLOORS erhält mit DEMONIC POSSESSION einen weitaus reißerischen Namen. Auch der Titel des hier besprochenen Terrorfilms FARMHOUSE war Rechteinhaber SAVOY FILM scheinbar etwas zu lasch, so dass einmal mehr die unkreative Titelmaschinerie angekurbelt und FARMHOUSE kurzum in CABIN MASSACRE umbenannt wurde. Für den Käufer eine erheblich irreführende Prozedur, verbirgt sich hinter dem gekauften Film nicht selten das, was er so eigentlich gar nicht sehen wollte. CABIN MASSACRE macht da natürlich keine Ausnahme, steckt doch in diesem Film soviel CABIN und MASSACRE wie Essig oder Kochschinken in Schokolade. Der Leidtragende ist natürlich der ahnungslose Kunde, der durch diese krumm wirtschaftlich motivierten Neuschöpfungen hinterlistig um sein hart verdientes Geld gebracht und sich zukünftig genauer über die Veröffentlichungen jener Labels informieren wird. Auch wenn Horrorjüngern eine derart unverfrorene Veröffentlichungspolitik irgendwann die Lust am Sammeln von Filmen verderben dürfte, sei an dieser Stelle versichert, dass CABIN MASSACRE trotz irreführende Titel-Eigenkreation kein wirklich schlechtes Kino ist. Der Streifen wurde bereits 2008 von GEORGE BESSUDO abgedreht, der ein Jahr zuvor mit dem eher bescheidenen LAKE DEAD einen Beitrag zum berüchtigten AFTER DARK HORRORFILMFEST beisteuern durfte, aber damit ungnädig untergegangen ist. Umso erfreulicher, dass BESSUDO mit der darauffolgenden (und seiner bisher letzten) Regiearbeit beweisen konnte, dass es sich bei seinem Erstling einfach nur um einen Ausrutscher gehandelt hat und er auch gute Filme drehen kann. Merklich vom Erfolg des in Genre-Kreisen lobgepriesenen STORM WARNING (2007) inspiriert, fühlt sich CABIN MASSACRE auch so an, als würde dem Zuschauer hier die Light-Variante des australischen Backwood-Slashers geboten.
 
Die Geschichte dreht sich um die von Schmerz gezeichneten Eltern Scarlet (JAMIE ANNE ALLMAN) und Chad (WILLIAM LEE SCOTT), die ihr altes Leben nach dem tragischen Tod ihres neugeborenen Sohnes hinter sich lassen und nun in Seattle einen Neuanfang wagen wollen. Doch die Reise dorthin ist nicht frei vor Gefahren. Nicht nur dass Chad nach achtstündiger Autofahrt am Steuer einschläft und den Wagen sprichwörtlich in den Sand setzt; auch ein naheliegendes Weingut, in welchem das Paar auf Hilfe hofft, entpuppt sich praktisch als Vorhof zur Hölle. Dort haust Winzer Samael (STEVEN WEBER) und seine liebreizende Gattin Lilith (KELLY HU), die die beiden Leidtragenden herzlich zum Abendbrot einladen. Doch hinter dem gastfreundlichen Pärchen versteckt sich das abgrundtiefe Böse. Kaum bricht die Nacht herein, werden Chad und Scarlet von den Gastgebern überwältigt und im ersten Stock ihres Hauses zu Folteropfern.
 
Mit fünf Jahren Verspätung trudelt CABIN MASSACRE nun auch in Deutschland ein. Wobei sich dieser Torture Flick perfekt in die Reihe der weitaus härteren Genrevertreter einzureihen versteht. Hier wird eine Käsereibe zweckentfremdet und Augen mit einem scharfen Küchenmesser ausgestochen. Die gemeinen Gewaltexzesse sind zwar rar gesät, verfehlen die übertragene Schmerzwirkung beim Zuschauer keineswegs. Lobenswerterweise ist CABIN MASSACRE dennoch keiner dieser unerträglichen Gewaltpornos geworden, die sich einzig darum bemüht sehen, möglichst ganz viele Ekelszenen aneinander zu reihen, um die Nerven der Horrorfans zu strapazieren. BESSUDO findet den Spagat zwischen stimmiger Inszenierung und wohldosierten Grausamkeiten, die CABIN MASSACRE zu einer kurzweiligen und vor allem spannenden Angelegenheit machen. Hier steht vor allem das Schicksal der gebeutelten Hauptdarsteller im Mittelpunkt, die mit ihrer tragischen Vergangenheit gehörig zu kämpfen haben. Allen voran der labile Chad, der etwas arg fragil von WILLIAM LEE SCOTT verkörpert wird. Der ist zwar mit Herz und Seele dabei seinem Charakter so etwas wie Glaubwürdigkeit einzuverleiben; die Rolle des von Gewissensbissen geplagten Ehemanns nimmt man ihm jedoch zu keiner Minute ab. Geschickter beim Agieren sind da die beiden Bösewichte des Films, die herrlich zynisch von STEVEN WEBER und KELLY HU verkörpert werden. Gerade Erstgenannter glänzte ja bereits in der King-TV-Verfilung THE SININING als psychotischer Familienvater und schafft es auch in CABIN MASSACRE einen herrlich abgedrehten, dennoch zutiefst bösen Schlitzer zu mimen. Dass das Aufeinandertreffen der beiden Familien nicht von ungefähr kommt, hebt CABIN MASSACRE vom üblichen Foltersud ab. Denn der Zuschauer erfährt durch eingestreute Rückblenden, dass Scarlet und Chad eine Menge dummes Zeug veranstaltet haben, um letztendlich aus gutem Grund von Winzer Samuel und dessen Frau gerichtet zu werden. Während die teils wirren Flashbacks anfänglich noch kaum Sinn ergeben wollen, tritt die überraschende Auflösung am Ende den Zuschauer in die Magengegend. Was bleibt ist ein stimmig und düster erzählter Horrorfilm, dem es trotz bekannter Versatzstücke gelingt, eine merklich unangenehme Atmosphäre zu erzeugen, die 90 Minuten gut unterhält und den Filmfreund schnell vergessen lässt, dass er Filme wie CABIN MASSACRE eigentlich schon unzählige Male auf der Mattscheibe hatte.
 
 
 


 
 
 

CABIN MASSACRE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Zwar nicht neu, dafür aber geschickt inszeniert: Kleiner, düsterer Terror-Slasher mit Foltereinlagen, die es ganz schön in sich haben. Trotz B-Movie-Charakter ist Regisseur GEORGE BESSUDO das Kunststück gelungen, einen durchweg spannenden Schocker zu produzieren, der sich nicht bloß mit dem Abhandeln der obligatorischen Ekligkeiten beschäftigt.
 
 
 


 
 
 

CABIN MASSACRE – Zensur

 
 
 
CABIN MASSACRE ist in Deutschland vollkommen ungeschnitten erschienen. Die DVD und Blu-ray ist mit der KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung ab sofort im Handel erhältlich.
 
 
 


 
 
 

CABIN MASSACRE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
cabin massacre blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Farmhouse; USA 2008

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: ohne Bonusmaterial

 
 
 

Cabin Massacre [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

CABIN MASSACRE – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Storm Warning (2007)

Wrath (2011)

The Bates Haunting (2012)

Jack the Reaper – Jahrmarkt des Grauens (2011)

Silent Night (2012)

ChromeSkull: Laid to Rest 2 (2011)

Urban Explorer (2011)


Filmreview: “Confine” (2013)

confine 2012
 
 
 

CONFINE

Story

 
 
 
Ein Unglück kommt selten allein. Nach einem schweren Autounfall ist Ex-Model Pippa (Daisy Lowe) gar nicht mehr so hübsch, wie einst auf all denn schönen Hochglanzcovern der Modezeitschriften. Und als ob das nicht schon Bestrafung für Pippa genug wäre, bekommt die verängstigte Frau auch noch ungebetenen Besuch von einer adretten Gangsterbraut, die sich als waschechte Psychopathin entpuppt …
 
 
 


 
 
 

CONFINE – Kritik

 
 
 
Das Böse muss nicht immer nur widerwärtig, dreckig und düster aussehen. Manchmal kann die Bedrohung auch in Gestalt einer echten Schönheit in Erscheinung treten, die dann ebenso fies zur Tat schreiten kann, wie ihre männlichen Killer-Kollegen. Während 2007 eine Hochschwangere im französischen INSIDE von einer mysteriösen Fremden in den eigenen vier Wänden terrorisiert wurde, schwimmt der Home-Invasion-Thriller CONFINE auf ähnlicher Welle. Zwar erwartet Opfer Pippa keinen Nachwuchs, hat aber dafür mit einem anderen Handicap zu kämpfen, das es der gewaltbereiten Einbrecherin Kayleigh leicht macht, ihre Geisel gefügig zu machen. Die hat nämlich nur nicht panische Angst, vor der Welt jenseits ihrer Haustür, sondern auch sonst mit allerlei Neurosen und Ängsten zu kämpfen, denen sie einzig durch Hyperventilieren in eine Papiertüte entgehen kann. Der Brite TOBIAS TOBBELL zeichnet für diesen Wohnungs-Terror verantwortlich, hat hier nicht nur Regie geführt, sondern auch das Drehbuch geschrieben. Trotz kaum vorhandenen Budgets konnte er für die Hauptrolle der leidtragenden Pippa das bekannte Model DAISY LOWE gewinnen, die zwar schon ab und an TV-Luft schnuppern konnte, aber in CONFINE ihre erste eigene Hauptrolle übernahm. Für diese erweist sich LOWE als durchweg gelungene Wahl, wobei ihr das etwas haarsträubende Drehbuch kaum die Möglichkeit bietet, nachhaltigen Eindruck bei Zuschauern und Kritikern zu hinterlassen. Dass LOWE was kann, ist unumstritten. Den großen Sprung nach oben ist ihr jedoch mit CONFINE nicht gelungen.
 
Im Thriller CONFINE lag Model Pippa (DAISY LOWE) der Erfolg einst zu Füssen. Sie war schön, reich und begehrenswert – konnte sich vor männlichen Verehren kaum retten. Das war einmal, denn die Zeiten haben sich geändert. Ein schweren Unfall hat sie nicht nur körperlich gezeichnet; auch psychisch leidet die einst erfolgreiche Geschäftsfrau unter den Folgen des Schicksalsschlags. Seit vier Jahren hat sie ihr kleines Apartment im Herzen Londons nicht mehr verlassen. Da ihre familiären Beziehungen belastet sind, sucht sie Trost bei Freunden im Internet. Neurosen und Ängste begleiten ihr tägliches Dasein, bis die aufgedrehte Kayleigh (ELIZA BENNETT) in ihr Leben tritt und ihr geordnetes Leben aus den Bahnen wirft. Die sucht nämlich dringend nach einem geheimen Unterschlupf, um sich nach einem gescheiterten Raubüberfall vor der Polizei zu verstecken. Sie bricht in die Wohnung Pippas ein und scheint etwas verdutzt, als sie dort auf die vollkommen verängstigte Bewohnerin trifft. Schnell sieht sich das Ex-Modell geknebelt und ans Bett gefesselt, wobei sich der dreiste Eindringling rasch als gemeingefährliche Psychopathin entpuppt und mit ihren Machtspielchen eine Kette von Ereignissen entfacht.
 
Das größte Problem in CONFINE heißt fehlende Glaubwürdigkeit. Sicherlich handelt es sich hier um einen Horrorfilm und sicher sollte man gerade im phantastischen Genre von Logik und Sinn Abstand halten. Was uns jedoch Filmemacher TOBBELL hier lauwarm aufzuköcheln versucht, ist schon etwas arg skurril, zumal sich seine eindimensionalen Figuren nicht nur künstlich sondern auch vollkommen willkürlich verhalten. Das beginnt bereits bei kleinen Rangeleien zwischen Pippa und Kayleigh, die in ihrer vehementen Unbeholfenheit offensichtlich nach Choreografie schreien. Zudem hat die kleine Geschichte ab Filmmitte mit fast schon beschämenden Zufällen und überraschenden Wendungen zu kämpfen, die vermutlich ambitioniert gemeint sind, aber nicht wirklich Sinn ergeben wollen. Außerdem will man die Handlungen der beiden Frauen partout nicht verstehen. Vor allem Kayleigh verhält sich selten nachvollziehbar, wobei irgendwie nicht ersichtlich wird, welches Problem die schmucke Dame denn nun hat. Einerseits verschanzt sie sich in Pippas Wohnung in der Hoffnung von der Polizei nicht entdeckt zu werden. Andererseits poltert sie mit ihren halbgaren Folterspielen lautstark durch die Szenerie und provoziert mit ihrem unbedachten Handeln das Interesse von Nachbarn und Polizei. Schnell geraten die überzogenen Machtspielchen der adretten Blondine aus den Fugen und lassen das neunmalkluge Gör ganz schön doof aus der Wäsche schauen. Damit es nicht allzu langweilig wird, wird in CONFINE ein wenig gefoltert. Warum sich Regisseur TOBBELL für das Grobe entscheidet, mag vermutlich nur er selbst wissen. Fakt ist, dass das irgendwie so rein gar nicht in den Film passen will und aus heiterem Himmel passiert. Wer jedoch glaubt, dass die wenigen “bösen” Szenen blutig zelebriert werden, der irrt. Da wird etwas in “Hand-Maniküre” vorgenommen – das war´s. Wirklich förderlich ist es der Handlung nicht – hätte demnach auch unter den Teppich gekehrt werden können. Technisch ist CONFINE über jeden Zweifel erhaben. Kameramann EBEN BOLTER ist es zu verdanken, dass dieses britische Terrorwerk nicht ganz den Bach hinabrauscht. Ihm gelingt es mit geschickten Kamerawinkeln und Schnitten, dass der Thriller trotz beschränktem Handlungsort nie langweilig wird und hochwertiger ausschaut, als er eigentlich ist. Trotz unlogischer Schnitzer flimmert der Abspann ganz unerwartet nach bereits 80 Minuten über den Bildschirm. Zwar hebt sich CONFINE mittels Zicken-Fight erfrischend von üblicher Haus-Terror-Ware ab; das Oscar-verdächtige Meisterwerk ist TOBBELL mit seinem ersten Genrefilm jedoch nicht gelungen.
 
 
 


 
 
 

CONFINE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
In CONFINE wird dem Zuschauer die wohl sexieste Filmpsychopathin der Filmgeschichte geboten. Trotzdem kann ELIZA BENNETT in ihrer Rolle als unfreiwilligen Killerin nicht verhindern, dass CONFINE ganz schön einfältiger Dummfug ist und mit vielen Logiklücken zu kämpfen hat. Wer jedoch mit der nur selten glaubwürdigen Geschichte leben kann, dürfte hier spannend unterhalten werden. Denn sieht man einmal von den genannten Unzulänglichkeiten ab, erweist sich CONFINE als einer der klaustrophobischsten und fiesesten Terrorflicks der letzten Jahre.
 
 
 


 
 
 

CONFINE – Zensur

 
 
 
Was mit Folterrei angepriesen wird, muss nicht zwangsläufig in derben Gematsche ausarten. CONFINE ist keiner dieser unterträglichen Terror-Schocker, wo exploitationhaft vergewaltigt und gemeuchelt wird. Der Film kommt nahezu ohne Gewalt aus, was aber nicht bedeutet, dass hier nicht auch etwas Lebenssaft fließt. Die Grausamkeiten halten sich jedoch in Grenzen, so dass davon ausgegangen werden kann, dass CONFINE in Deutschland ungeschnitten ab 16 Jahren erscheinen wird.
 
 
 


 
 
 

CONFINE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Penthouse North (2013)

In their Skin (2012)

The Aggression Scale (2012)

Kidnapped (2010)


Filmreview: “Among Friends” (2012)

Among-Friends
 
 
 

AMONG FRIENDS

Story

 
 
 
Eine Abschlussfeier der etwas anderen Art: acht Freunde werden während einer feuchtfröhlichen Party mit ihren am liebsten verborgenen Geheimnissen konfrontiert und für ihr unkameradschaftliches Verhalten schmerzhaft bestraft …
 
 
 


 
 
 

AMONG FRIENDS – Kritik

 
 
 
Jeder hat so seine Leichen, über die er kaum sprechen möchte und wohl am liebsten ganz schnell wieder aus dem Gedächtnis streichen würde, im Keller. Umso problematischer, wenn scheinbar vertraute Personen lange verdrängte Gewissensbisse aus der Mottenkiste kramen und sie ungefragt und skrupellos ans Tageslicht bringen. Die naiven Knallchargen in AMONG FRIENDS hätten sich vermutlich auch Besseres vorstellen können, als von der besten Freundin an den Pranger gestellt zu werden. Hätte nämlich jeder der Anwesenden geahnt, welch fieses Blutgematsche die selbsternannte Moralapostelette Bernadette mit den selbstsüchtigen Übeltätern veranstalten würde, hätten sie sich wohl eher nicht gerade in den edelsten Zwirn geworfen. DANIELLE HARRIS zeichnet für den cineastischen Denkzettel verantwortlich, und liefert mit AMONG FRIENDS ihre erste eigene Regiearbeit ab. Filmfans dürfte HARRIS keine Unbekannte sein. Sie schrie sich einst als Jamie Lloyd in HALLOWEEN 4 (1988) in die Herzen der Genre-Zuschauer und gehört mittlerweile zu einer der bekannteren Schauspielgrößen des modernen Horrorfilms. Als Marybeth in der Schlitzer-Reihe HATCHET hat sie sich selbst ein Denkmal gesetzt und vermutlich während ihre (Gast)Auftritte in einschlägigen Gruselfilmchen hin und wieder auch den Regisseuren bei ihrer Arbeit über die Schulter geschaut. Umso erfreulicher, dass sie mit AMONG FRIENDS jetzt auch einmal hinter der Kamera Platz genommen hat und beweist, dass sie nicht nur eine charismatische Schauspielerin und Synchronsprecherin ist, sondern durchaus auch ein talentiertes Händchen für ganz schön gemeine Schocker hat. Welche Beliebtheit HARRIS unlängst unter Horrorjüngern genießt, macht ihr erster Ausflug als Filmemacherin deutlich. Hier gibt sich das Who-is-Who der Horrorszene die Klinke in die Hand. Neben JASON-VORHEES-Mime KANE HOODER, der hier gleich zu Beginn mit zynischem Humor vor der Kamera posiert, bekommt der Zuschauer auch einen Kurzauftritt von XAVIER GENS und MICHAEL BIEHN zu sehen, wobei Letzterer ja gut und gerne auch mal selber Filme dreht und produziert. Der scheint mit HARRIS nicht nur gern zusammen zu arbeiten, sondern auch ein freundschaftliches Verhältnis zu hegen, ist doch die smarte Schauspielerin in letzter Zeit ganz schön oft in dessen Streifen zu sehen (THE VICTIM, THE FARM). Nach grandiosen Auftritten in ROSEANNE (1992-93), ZUM TÖTEN FREIGEGEBEN (1990) und DÜSTEREN LEGENDEN (1998), dürfte vermutlich ein jeder interessierte Fan wissen wollen, ob HARRIS´ Spielfilmdebüt eigentlich überhaupt ernstzunehmen ist, denn nicht selten erlebt der Filmfreund, dass offensichtlich erfolgreiche Leinwandgrößen gerade hinter der Kamera eine eher bescheidene Figur gemacht haben. All jenen Skeptikern sei gesagt, HARRIS´Debüt macht im Vergleich zu aktuellen Horrorschockern der letzten Zeit gar keine so dumme Figur und dürfte vor allem Liebhaber der etwas makabren Unterhaltung gut unterhalten. Während HARRIS´ bereits 2008 im Thriller PRANK neben ELLIE CORNELL (HALLOWEEN 5) und HEATHER LANGENKAMP (NIGHTMARE – MÖRDERISCHE TRÄUME) Regieluft schnuppern durfte, ist ihr nun echter Regie-Einstand – welches Wunder – auch ein Horrorfilm geworden. Hier hat sie sich von einem Drehbuch von ALYSSA LOBIT inspirieren lassen, die sogleich auch die Rolle der “wahnsinnigen” Gastgeberin Bernadette übernahm. Während wir in AMONG FRIENDS nicht nur Zitate bekannter Vertreter des Genres serviert bekommen (PROM NIGHT, CARRIE) erweist sich HARRIS´Debüt quasi als mehr oder weniger ernstzunehmendes Duplikat eines aktuellen Thrillers, der unter dem Titel WOULD YOU RATHER (2012) immer noch auf eine deutsche Auswertung wartet.
 
In AMONG FRIENDS werden die Freunde Blane (CHRIS MEYER), Melanie (JENNIFER BLANC), Sara (KAMALA JONES), Marcus (CHRISOPHER BACKUS), Lily (DANA DAUREY) und die Geschwister (AJ BOWEN) und Jules (BRIANNE DAVIS) in das pompöse Anwesen Bernadettes geladen, wo unter dem Motto PROM NIGHT 1984 ein raffiniertes Rollenspiel samt Dinner stattfinden soll. Die Stimmung ist spritzig und Rauschmittel erhöhen den Spielspaß. Leider hat die Gastgeberin anderes im Sinn. Sie reichert die Bowle mit reichlich Drogen an und macht ihre Mitstreiter bewegungsunfähig, um ihnen daraufhin die Leviten zu lesen. Schnell stellt sich heraus, dass ein jeder der Anwesenden gehörig Dreck am stecken hat und dafür natürlich bestraft werden muss. Sie hält ihren Gästen mittels Videobeweisen den Spiegel vors Gesicht und versucht den reichlich unsympathischen Einfaltspinseln einzubläuen, dass die Bezeichnung “Freundschaft” in dieser Clique etwas arg oberflächlich gehandhabt wird. So stellt Bernadette ihre ganz eigenen Freundschaftsregeln auf und schreitet mit Schere und Hammer zu Tat, um Moral und Anstand in die Hirne des reichlich selbstsüchtigen Bekanntenkreises zu schlitzen und zu hämmern. Ganz zum Leidwesen der hilflosen Opfer, die die psychopatisch veranlagte Hausherrin nach dieser versemmelten Party mit Sicherheit aus ihren Facebook-Liste verbannen dürften – vorausgesetzt sie überleben das blutige Abendessen.
 
Unangenehm gehts in AMONG FRIENDS zugange. Nicht nur aufgrund der etwas zweifelhaften Thematik, sondern auch des klaustrophobischen Terrors wegen, der sich schleichend durch die gesamte Szenerie frisst. Anfänglich schön schrill und bunt, wirds im Verlauf der Geschichte ganz schön düster, was vor allem den vielen morbiden Geheimnissen zu schulden ist, die die reichlich hohlen Protagonisten längst im Unterbewusstsein vergraben haben. In AMONG FRIENDS geht ein jeder Charakter im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen, was gerade sensiblen Gemütern ganz schön an die Nieren gehen dürfte, wird die Vergeltung einmal mehr im typischen 08/15-Foltermurks auf dem Bildschirm zelebriert. Da wird munter skalpiert, kastriert und, ähm, pedikürt – was das Splatterherz jedoch nur selten in Wallung bringen dürfte. Die hier bebilderten Gewaltakte sind zwar vollkommen selbstzweckhaft; HARRIS blendet jedoch mit der Kamera weg, sobald es zu hart für den Zuschauer wird. Hart wirkt das alles dennoch, befindet sich das Schauspiel der wimmernden Protagonisten auf erstaunlichen hohem Niveau, so dass sich AMONG FRIENDS mit seinem moralisch fragwürdigen Kontext vortrefflich in die Riege der vielen widerwärtigen HOSTEL-Plagiate einzureihen versteht. Immerhin weiß sich dieser Folterreißer mit seinem bitterbösen Humor vom üblichen Tortur-Gemansche abzuheben. HARRIS scheint eine Schwäche für sarkastischer Gemeinheiten zu besitzen, anders lassen sich einige der bissigen Schweinereien im Film nicht erklären. Die sorgen nämlich trotz kaltschnäutzigen Background für allgemeine Erheiterung. Auch wenn HARRIS mit ihrem zynischen Regie-Debüt ganz den Nerv gieriger Horrorfilmfans trifft, kränkelt auch dieser Film an der immens trivialen Geschichte. Die Szenarie beschränkt sich auf nur einen Schauplatz und auch das Schicksal des unnahbaren “Foltermaterial” samt Richterin dürfte dem Zuschauer vollkommen Schnuppe sein. Dazu fehlt AMONG FRIENDS einfach die Identifikationsfigur. Macht aber nichts, trotz Schnitzern darf Scream-Queen DANIELLE HARRIS gern weiterhin Filme drehen. Der (Horror)Regiestuhl ist wie für die zierliche Schauspielerin geschaffen und AMONG FRIENDS gefällt mit seinen knackigen 80 Minuten Laufzeit durchaus – wenn auch vermutlich nur der Horror-Fanbase, denn Otto-Normal-Filmfreund dürfte an diesem perfiden Treiben nur wenig Freunde haben. Hoffen wir, dass HARRIS auch in Zukunft derart gemeine Streifen drehen darf und ihren ganz eigenen Humor nicht vernachlässigt. Der macht nämlich Laune und bereichert den eigentlich vollkommen austauschbaren AMONG FRIENDS ungemein.
 
 
 


 
 
 

AMONG FRIENDS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein Fest für Horrorfilmfans! HARRIS Regie-Debüt erweist sich als Klassentreffen der Ikonen des modernen Horrorfilms. Blutig, zynisch und unglaublich böse geht es im Terrorstreifen AMONG FRIENDS zugange, was zartbesaiteteren Kinogängern ganz schön an die Nieren gehen dürfte.
 
 
 


 
 
 

AMONG FRIENDS – Zensur

 
 
 
Hart ist AMONG FRIENDS auf alle Fälle – wenn auch eher auf psychologischer Ebene. Die “Kandidaten” dieses Rollenspiels werden vornehmlich auf psychischer Ebene erniedrigt, so dass AMONG FRIENDS hierzulande ungeschnitten durch die FSK kommen dürfte. Mit dem roten KEINE JUGENDFREIGABE-Aufdruck versteht sich!
 
 
 


 
 
 

AMONG FRIENDS – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Would you Rather (2012)

Hostel – Part III (2011)

The Bunny Game (2010)

Vile (2011)

The Helpers (2012)


Filmreview: “Crawl – Home Killing Home” (2011)

crawl 2011
 
 
 

CRAWL – HOME KILLING HOME

Story

 
 
 
Ein mysteriöser und dazu ziemlich wortkarger Kroate (George Shevtsov) entpuppt sich als gerissener Auftragsmörder. Er wird von einem schleimigen Barbesitzer (Paul Holmes) beauftragt, einen zahlungsunwilligen Kunden zu beseitigen. Auf seinem Heimweg wird er in einen Unfall verwickelt, der einer beängstigenden Kettenreaktion auslöst, an deren Ende Kellnerin Marilyn Burns (Georgina Haig) um ihr Leben bangen muss.
 
 
 


 
 
 

CRAWL – Kritik

 
 
 
Home-Invasion-Thriller sind nicht erst seit THE STRANGERS, KIDNAPPED, etc. in aller Munde. Wer heutzutage einen derartigen Streifen produzieren möchte, sollte ihn mit allerlei Bösartigkeiten bestücken, denn nur so brennt sich das Werk auch längerfristig in die Hirne der hungrigen Horrormeute. Mit schön blutigen und psychisch nicht minder grenzüberschreitenden Szenen sollte ein jeder dieser Thriller den Nervenapparat des Fans gehörig strapazieren, damit der sich am Ende schweißgebadet und mit hochfrequenzigem Herzschlag zurück in den Kinosessel lehnen kann. Das kleine “Homevideo” des Australiers PAUL CHINA gehört auch zu jener zwiespältigen Filmgattung und ist, welch Überraschung, ein weiterer Beitrag aus der Kategorie: “Debütstreifen”. CHINA, der für seinen Erstling nicht nur hinter der Kamera Platz genommen hat, sondern auch das Drehbuch quasi über Nacht zu Papier gebracht haben muss, scheint in seinem dunklen Kämmerlein nur unzureichend erkannt haben, was er da eigentlich zusammengekritzelt hat. Womöglich hat er sich die Vor- und Nachteile gängiger Heim-Invasionsfilme zu Gemüte geführt und kurzerhand die Vorteile von seiner To-Do-List gestrichen. Im Vergleich zu nennenswerten “Heim”-Schockern wie FUNNY GAMES und INSIDE zieht CRAWL erbarmungslos den Kürzeren, denn CHINA hat partout aus den Augen verloren, dass ein jeder guter Horrorfilm von der Geschichte und seinen Helden zehrt. CRAWL ist todlangweilig, seine Handlung inhaltsleer und minimalistisch. Durch langsame Kamerafahrten soll die nicht vorhandene Spannung gesteigert werden, kaum gesetzte Schnitte machen CRAWL zu einer eher einschläfernden Angelegenheit. Es will einfach nichts Aufregendes passieren.
 
Die banale Geschichte beginnt mit Bardame Marylin Burns (GEORGINA HAIG), die auf Bald-Ehegatte Travis wartet und schon länger auf einen Heiratsantrag hofft. Daraus wird leider nix, weil der unbedarfte Schönling von einem alternden Cowboy, gleichzeitig Auftragskiller (GEORGE SHEVTSOV) versehentlich über den Haufen gebrettert wurde. Der ominöse Fremde sucht nach Hilfe, kann aber in der Einöde nur ein beleuchtetes Haus entdecken. Doof nur, dass darin ausgerechnet die nichtsahnende Marylin lebt, die dem wortkargen Fremden sogleich als perfektes Aggressionsventil dient und das Katz-und-Maus-Spiel eröffnet wird. Selbiges ist natürlich kaum der Rede wert. Es wird weder gefoltert, noch gedemütigt, was in Zeiten ultra harten Torture Porns schon ziemlich altbacken wirkt. Das Mädchen flüchtet durch die Räumlichkeiten des Hauses, wobei der Widersacher ihr dicht auf den Fersen ist. Unterstrichen wird das lustlose Treiben von allerlei unheilvollen Streich-Akkorden, die auf prägnante und ziemlich ungewöhnliche Art die “bösen” Szenen einläuten. Die sind zwar rar gesät, aber immerhin vorhanden. Es wird wild um sich geschossen, sogar ein Beil zweckentfremdet. Filmfreunde, die die Sichtung eines Films immer vom Trailer abhängig machen, werden verblüfft feststellen, dass der Clip ein wenig arg an A SERIOUS MAN (2009) erinnert. Das fertige Werk kann den im Trailer zitiertem Film der bekannten COEN-Brüder (TRUE GRIT, NO COUNTRY FOR OLD MEN) natürlich nicht im Entferntesten das Wasser reichen. Zwar besitzt auch CRAWL – HOME KILLING HOME (so das deutsche Titelverbrechen) skurrile Typen, bizarre Momente und verzweifelt cool gemeinte Sprüche. Die wirken jedoch in ihrer unfreiwilligen Komik aufgesetzt und wollen irgendwie nicht so recht in den Film passen. Vor allem die Figur des permanent koksenden und schmierigen Barbesitzers Slim Walding mag zwar mit PAUL HOLMES gut besetzt sein, die teils recht gut gewählten Schauspieler gehen aber in der geistlosen und ziemlich dialogarmen Szenarie vollkommen unter.
 
Mit seinen gerade einmal 73 Minuten Nettolaufzeit bietet CRAWL allen schlafgeplagten Leidgenossen eine gute Alternative zu herkömmlichen Pharmazeutika aus der Apotheke. Hier muss der Anwender nur einmal bezahlen und kann sich risikolos vor der Wohnzimmerglotze in den Tiefschlaf flimmern lassen – wann immer er möchte. Zwar gibt es hier einiges an farbintensiven Rot zu sehen; von nervenzerfetzendem Terror oder gar Spannung ist hier jedoch nichts zu verzeichnen. CRAWL ist ein ansprechend gefilmter Thriller, der den Zuschauer aber leider aufgrund seines Schneckentempos schnell zur Vorspultaste greifen lässt. Nach etwas über einer Stunde endet CRAWL genauso unspektakulär, wie er begonnen hat – Gott sei Dank!
 
 
 


 
 
 

CRAWL – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Langsames Tempo, unspektakuläre Handlung und null Identifikationsmöglichkeiten – Wer will denn so was sehen? Auch wenn der Name der Figur Marylin Burns witzigerweise als kleine Hommage an BLUTGERICHT IN TEXAS-Darstellerin MARY LYNN ANN BURNS gemeint ist (der Künstlername der kultigen Sally-Darstellerin schimpft sich nämlich ebenfalls MARYLIN BURNS), so ist CRAWL trotzdem ein langweiliges Debüt-Filmchen, auf das der Horrorfan getrost verzichten kann.
 
 
 


 
 
 

CRAWL – Zensur

 
 
 
Zwar bekommt der Zuschauer in CRAWL einige derbe Einschüsse zu sehen, viel Mord und Totschlag wird aber nich auf der Mattscheibe zelebriert. Die deutsche Fassung ist ungeschnitten und trägt das KEINE JUGENDFREIGABE-Siegel.
 
 
 


 
 
 

CRAWL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Crawl-Home-Killing-Home-Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Crawl; Australien 2011

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Rote Amaray mit Wechselcover

Extras: Trailer, Teaser

 
 
 
Was für eine Name für eine deutsche Heimkinofassung: CRAWL–HOME KILLING HOME. Rechteinhaber EUROVIDEO haut mit dieser Titelneuschöpfung mächtig auf die Kacke und verschleiert so die diversen Unzulänglichkeiten in der Inszenierung des Thrillers. Immerhin schaut die Präsentation des Streifens wirklich gut aus. Die Blu-ray wurde in eine tiefrote Amaray gesteckt und entpuppt sich im Sammlerregal als waschechter Hingucker. Zudem hat der Anbieter an ein Wendecover gedacht. Das wird wie üblich ohne FSK-Flatschen ausgeliefert und erfreut das Sammlerherz. Legt man die Disc in den Player betreibt EUROVIDEO erstmal mit zwei Trailern aus dem hauseigenen Fundus Eigenwerbung. Danach wird der Zuschauer in ein animiertes Hauptmenü gelotst, das mit Szenen aus dem Film untermalt wurde. Interessant dürfte hier vermutlich der Bonusbereich sein. Doch leider verbergen sich hinter dem Menüpunkt „Extras“ lediglich Trailer und Teaser zum Film, was einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt, hätte der Zuschauer dann doch gern gewusst, warum Regisseur PAUL CHINA von teils gewöhnungsbedürftigen Stilmitteln Gebraucht gemacht hat. Der Hauptfilm selbst wird in würdiger Qualität geboten. Ironischerweise ist der HD-Transfer besser geraten, als der durchwachsene Film. Die Schärfe ist gut und der Kontrast gelungen. Hinzukommt, dass man sich bei der Synchronisation erstaunlich Mühe gegeben hat. Für diesen eher lauen Streifen hätte man vermutlich alles erwartet, nur keine professionelle Übersetzung. Hier hat man jedoch Sorgfalt walten lassen und erfahrene Sprecher engagiert, so dass tonal alles im grünen Bereich bleibt. Vor allem die etwas außergewöhnliche, musikalische Untermalung donnert satt aus den Boxen, weshalb man bei aufgedrehter Anlage das ein oder andere Mal herrlich zusammenzucken dürfte. Wer auf Untertitel angewiesen ist, kann sich freuen. Trotz spärlicher Ausstattung haben es die immerhin auf die Blu-ray geschafft, was heutzutage keine Selbstverständlichkeit ist. Vor allem kleine Label verzichten hin und wieder auf diese wichtige Ausstattung, so dass vor allem hörbehinderte Filmzuschauer so rein gar nichts mit diesen Veröffentlichungen anzufangen wissen. Unterm Strich wird dem Filmfreund mit der Blu-ray zu CRAWL-HOME KILLING HOME eine technisch anständige Scheibe geboten, die ruhig etwas mehr Bonus vertragen hätte können. Ob eine so mager ausgestattete Blu-ray direkt am Erstveröffentlichungstag gekauft werden muss, sollte jeder Filmfreund selbst entscheiden.
 
 
 

Crawl – Home Killing Home [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

CRAWL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Home Sweet Home (2013)

The Aggression Scale (2012)

In their Skin (2012)

Kidnapped (2010)

The Strangers (2008)

Funny Games (1997)

Funny Games – Remake (2007)


Filmreview: “Crawlspace – Killerhaus” (1986)

killerh
 
 
 

CRAWLSPACE – KILLERHAUS

Story

 
 
 
Karl Gunther (Klaus Kinski) ist Hausverwalter, Sohn eines berüchtigten Nazi-Arztes und vermietet die Wohnung eines Wohnkomplexes gern an attraktive Frauen, deren erotisches Treiben er mit inbrünstiger, kinskiesker Leidenschaft durch die Lüftungsschlitze des Gebäudes beobachtet. Keine der Mieterinnen scheint zu ahnen, wer Gunther wirklich ist, denn im Dachgeschoss hat er sein Labor eingerichtet, in dem er die unmenschlichen Experimente seines Vaters aus Ehrfurcht und Liebe zu ihm fortführt.
 
 
 


 
 
 

CRAWLSPACE – Kritik

 
 
 
Wenn es um Horrorfilme geht, erinnert sich manch Fan des Genres gern an die goldenen 80er Jahre zurück – zu einer Zeit, in der der Horrorfilm nicht selten für allerhand Überraschungen sorgte. Auch wenn der Fortsetzungswahn der damaligen Filmemacher – eine Parallele zur heutigen Zeit – kein Ende fand und die Gier nach neuem VHS-Futter kaum Grenzen kannte, so lässt sich rückblickend sagen, dass in dieser Zeit mit legendären Horrorikonen wie Freddy Krueger, dem Pinhead aus Hellraiser, Jason Vorhees, dem Leprechaun und Chucky, einige der vermutlich wichtigsten Filmreihen des Genres entstanden sind. Gerade im B-Horror-Bereich war dieses Jahrzehnt eines der Produktivsten, wobei kleine Filmstudios wie CHARLES BANDS EMPIRE und später FULL MOON-Schmiede selbst mit den miesesten Trash-Produktionen beachtliche Erfolge verbuchen konnten und sich mit Filmen wie RE-ANIMATOR, DOLLS und FROM BEYOND einen festen Platz im Herzen eines jeden Genre-Fans sichern konnte. Der nicht wirklich hochpolierte Horrorfilm CRAWLSPACE aus dem Jahre 1986 ist eines dieser Kaum-Budget-Werke von EMPIRE, das einen gewissen Kultstatus hält. Gedreht in den gleichen italienischen Studiowohnungen, die noch für den Über-Trashfilm TROLL gemietet waren, ist er trotzdem nicht ohne Grund eins der weniger beachteten Werke des Produktionshauses, denn im Grunde genommen ist die Geschichte von Karl Gunther, Sohn eines berüchtigten Nazi-Arztes, der eine Leidenschaft für schöne Frauen hegt und diese durch die Lüftungsschlitze des Gebäudes beobachtet, vollkommener Irrsinn. Was den Film aber erwartungsgemäß sehenswert macht, ist Hauptdarsteller und Berufswahnsinniger KLAUS KINSKI, der hier eine seiner letzten Rollen spielt. Dass der extrovertierte und eigensinnige Schauspieler immer ein Garant für sehenswertes Kino ist, dürfte jedem Filmfan hinreichend bekannt sein. Egal wie hanebüchen ein Film auch sein mag; mit dem KINSKI in der Hauptrolle wird selbst das dünnste Drehbuch zu heißbegehrter Kinounterhaltung. Dennoch muss die Arbeit an CRAWLSPACE für Regisseur und Autor DAVID SCHMOELLER traumatisierend gewesen sein. KINSKI gab sich einmal mehr durchweg eigensinnig, so dass er bereits nach nur drei Tagen Drehzeit gefeuert werden sollte. Doch die Produzenten wollten an KINSKI als Verkaufswert festhalten, so dass SCHMOELLER trotz aller Schwierigkeiten mit dem schwierigen Weltstar auskommen musste. 13 Jahre später realisierte SCHMOELLER einen neunminütigen Kurzfilm mit dem Titel “Please Kill Mister Kinski”, in welchem er auf amüsanter Weise die gar grotesken Dreharbeiten mit KLAUS KINSKI dokumentierte. Praktisch die Taschenversion von WERNER HERZOGS Mein liebster Feind, in dem Schreihals Kinski sogar südamerikanische Indios ans Leder wollen.

CRAWLSPACE ist ein kleiner, schmierig-fieser 80er-Thriller, wie man ihn in jener Zeit gerne einmal auf der Mattscheibe hatte. Trotz der vielen Lobeshymnen, die der Film unter Fans einheimsen konnte, gehört dieser Beitrag zu KINSKIS schlechtesten Arbeiten. Die Differenzen am Set spiegeln sich auch in dessen Lustlosigkeit wieder. KINSKI mimt die Rolle des psychopathischen Hausmeisters (übrigens SLEEP TIGHT aus dem Jahre 2011 fasst das Thema in ähnlicher Weise erneut auf) zwar selbstsicher; sein Schauspiel bleibt jedoch weit hinter den Erwartungen zurück. Reichlich unmotiviert und gnadenlos unterfordert bekleckert er sich in diesem Horror-Thriller nicht gerade mit Ruhm, was natürlich auch wenig verwundert, bietet die extrem dünne Handlung kaum Raum zur Entfaltung. Wie in den 80ern üblich, werden Teens hier von weit über 30-jährigen Darstellern verkörpert, was aus heutiger Sicht nicht selten für herzhaftes Lachen sorgt. Bis auf KINSKI sind hier alle Schauspieler eine mittelschwere Katastrophe, das aber zu verschmerzen ist, denn CRAWLSPACE funktioniert gerade deswegen so unglaublich gut, weil er sich nur selten ernst nimmt. Vor allem die Nazi-Doktor-Klischees wirken fast 30 Jahre nach Entstehung schon merklich haarsträubend und die Vergangenheitsbewältigungsstory stört mehr, als dass sie aufklärend wirken möchte. Immerhin ist CRAWLSPACE mit seinen 77 Minuten straff durchgeplant, so dass nur selten Leerlauf entsteht. Die vorhandene Ereignislosigkeit wird mit allerhand Schabernack bestückt. Der Zuschauer bekommt ein paar schmuddelige Sexszenchen zu Gesicht, diverse Rattenauftritte lassen die Nackenhaare empfindsamer Gemüter zu Berge stehen und einige irrsinnige Todesfallen aus der Prä-Saw-Ära lassen auch heute noch wohldosierte Schauer über den Rücken jagen. Wirklich schockierend ist das aber natürlich nicht und dürfte der neuen Generation an Horrorfans eher lasch erscheinen. Trotzdem, Fans der flippigen 80er Jahre werden an diesem Nonsens ihre helle Freude haben. Im, fürs Jahrzehnt typischen Horrorfinale läuft KINSKI erneut zu Hochform auf und der Zuschauer erlebt einmal mehr, wie spielerisch es dem Egozentriker gelingt, seine Rollen statt mit nötigen Feinschliff eher mit der ihm eigenen Bescheuertenschule zu bereichern. Die Rolle des Karl Gunther ist KINSKI wie auf den Leib geschneidert und lässt schnell vergessen, dass CRAWLSPACE im Grunde genommen ein weiterer austauschbarer Horrorfilm ohne Höhepunkte ist, der eigentlich nur deshalb den heutigen Beliebtheitsstatus genießt, weil Regisseur DAVID SCHMOELLER Schauspiel-Legende KLAUS KINSKI für seinen Film gewinnen konnte.
 
 
 


 
 
 

CRAWLSPACE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kruder Horror-Klassiker aus den berüchtigten EMPIRE-Studios CHARLES BAND, der mit einem diabolischen KLAUS KINSKI aufwartet und Jahre vor HOSTEL mit allerhand krudem Folterwerkzeug überrascht. Mit einem Augenzwinkern genossen, dürften vor allem Fans von 80er Jahre-Trash-Gurken mit CRAWLSPACE einen Heidenspaß erleben.
 
 
 


 
 
 

CRAWLSPACE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Filmfassung ist ungeschnitten frei ab 18 Jahren, wobei die Freigabe dennoch etwas hochgegriffen scheint, denn CRAWLSPACE ist fast 30 Jahre nach Entstehung nicht sonderlich hart. Eine Jugendfreigabe mit FSK16 hätte es auch getan!
 
 
 


 
 
 

CRAWLSPACE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
crawlspace-killerhaus Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Crawlspace; USA 1986

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch+Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer bei Disc-Start: Maniac (2:02 Min., 1080p), A Little Bit Zombie (2:18 Min., 1080p), The Invisible Man (1:01 Min., 1080p), Originaltrailer (1:17 Min., 576i), Featurette (3:45 Min., 480i), Please Kill, Mr. Kinski (9:05 Min., 576i), TV-Spot 1 (0:33 Min., 480i), TV-Spot 2 (0:32 Min., 480i), Making Of + Interview (45:14 Min., 576i), Trailershow: Alexandre Ajas Maniac (2:02 Min., 1080p), A Little Bit Zombie (2:18 Min., 1080p), The Invisible Man (1:01 Min. 1080p), Maniac – Das Original (3:00 Min., 576i), 11-11-11 – Das Tor zur Hölle (1:45 Min., 1080p), Der Kreuzmörder (2:06 Min., 576i), Shrooms (1:59 Min., 576i), Splinter (1:39 Min., 576i), The Pact (1:56 Min., 1080p), When The Lights Went Out (2:28 Min., 1080p), Timber Falls (2:10 Min., 576i)

 
 
 
Die Blu-ray zum Film aus dem Hause ASCOT ELITE ist in der neuen hauseigenen Sammlerreihe CINEMA TREASURES erschienen, in welcher auserwählte Klassiker das erste Mal auf dem HD-Medium veröffentlicht werden. Die Umsetzung überrascht, denn trotz Low-Budget-Status wurde CRAWLSPACE – KILLERHAUS eine mehr als würdige Veröffentlichung spendiert. Das beginnt bereits bei der Coverauswahl. Denn hier hat der Sammler die Möglichkeit, sich zwischen zwei verschiedenen Motiven zu entscheiden. Das vorliegende HD-Master zeigt eine gute bis sehr gute Bildschärfe. Es sind viele kleine Details in den Nahaufnahmen zu erkennen, die kräftigen Farben und die angenehme Plastizität sind für einen derartigen Film über jeden Zweifel erhaben. Zwar sind hin und wieder kleine Verschmutzungen zu erkennen und auch minimales Filmkorn muss geduldet werden; die genannten Mankos geben aber kein Grund zum Anlass die Blu-ray zu meiden. Wer meint, die vorliegende Scheibe könne nur durch hervorragende Bildqualität trumpfen, der irrt. Denn der Bonussektor setzt noch einen drauf. Was hier geboten wird ist unglaublich umfangreich. Vom Trailer, über Interviews, wird sogar die neunminütige Dokumentation „Please Kill, Mr. Kinski“ geboten, die Regisseur DAVID SCHMOELLER 13 Jahre später realisierte. Herzstück der vielfältigen Extra-Auswahl ist jedoch das Making of zum Film, das in 45 Minuten allerlei Wissenswertes rund um die Produktion bietet. Alle Extras liegen zwar in bescheidener VHS-Qualität wieder, wurden aber deutsch untertitelt. Bleibt zu erwähnen, dass bei derart Umfang ein wenig an der Aufarbeitung des Tons gespart wurde. Hier wird zwar eine sehr gute Stereofront mit einer kräftigen Musikwiedergabe geboten, dennoch ist ein leichtes Rauschen über die gesamte Laufzeit zu vernehmen. Zudem klingen die Stimmen leicht dumpf, aber dennoch sauber. Wer eine Schwäche für 80er Jahre-Trash besitzt sollte unbedingt zuschlagen. Die Scheibe wurde nicht nur mir viel Liebe zum Detail erstellt; sie ist sogar sehr günstig zu haben.
 
 

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CRAWLSPACE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sleep Tight (2011)


Review: “Evidence – Auf der Spur des Killers” (2013)

Evidence-2013
 
 
 

EVIDENCE – AUF DER SPUR DES KILLERS

Story

 
 
 
Den Polizisten Reese (Stephen Moyer) und Burquez (Radha Mitchell) bereitet ein grausamer Fall Kopfzerbrechen. Ein wahnsinniger Killer hat an einer verlassenen Tankstelle im Nirgendwo ein schreckliches Blutbad angerichtet. Die sichergestellten Handys der Opfer bieten mit ihren Kameras Auskunft darüber, wie der Serienkiller seine Mordphantasien in die Tat umgesetzt hat und die Polizisten sind sich sicher, bald die Lösung der Verbrechensserie in Händen halten zu können. Doch dann kommt alles anders …
 
 
 


 
 
 

EVIDENCE – Kritik

 
 
 
Was haben die beiden Horrorfilme EVIDENCE (2012; Regie: HOWIE ASKINS) und der vorliegende EVIDENCE (2013; Regie: OLATUNDE OSUNSANMI) gemeinsam? Richtig, sie tragen den gleichen Titel. Außerdem wird dem Zuschauer in beiden Fällen unerträglicher Filmschund präsentiert, der sich einmal mehr der aktuell so beliebten wie erfolgreichen Found-Footage-Rezeptur (also angeblich gefundenes Filmmaterial) bedient. Seit jeher hat diese Filmgattung nicht nur durch pseudo-authentisches Filmmaterial von sich hören lassen; auch unscharfes und verwackeltes Bildmaterial hat nicht selten zu ersten epilepsieähnlichen Anfällen unter Fans des Genres geführt. OSUNSANMI hat mit seinem EVIDENCE einen Wackelcam-Film geschaffen, der alle bisher dagewesene Found-Footage in den Schatten stellt. Natürlich im negativen Sinne. Selten hat man einen Horror-Thriller zu Gesicht bekommen, bei dem man eigentlich nur noch erahnen konnte, was sich da auf der Mattscheibe abspielt. Wir erleben die Geschehnisse aus der Sicht dreier übereifriger Kids, die einen Trip planen und dabei natürlich alles auf Video bannen müssen. Es wird gegackert, imponiert und allerhand wirres Zeug gefaselt, bis die Freunde in einen Bus steigen, der irgendwo in den Wäldern unschön zum Erliegen kommt. Warum die Fahrt nicht fortgeführt werden kann, will hier keiner wissen. Viel interessanter scheint da eine Tankstelle zu sein, die die Fahrgäste anzieht wie Motten das Licht. Was folgt ist Futter für die HOSTEL-Fraktion: die Anwesenden werden von einem Killer überrascht, der sich eifrig mit Hilfe eines Schweißbrenners durch das Fleisch der hilflosen Opfer fackelt.
 
Das Idee hinter EVIDENCE erweist sich dabei als recht raffiniert. Hier haben wir es mit einem Film zu tun, der gekonnt zwischen gefunden Bildmaterial und den aktuellen Ermittlungen wechselt und dabei die Geschehnisse Stück für Stück auflöst. Das hat bereits im Kannibalen-Kultwerk CANNIBAL HOLOCAUST (1980) perfekt funktioniert und weiß auch hier die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu wecken. OLATUNDE OSUNSANMI, der sich mit dem Thriller DIE VIERTE ART (2009) im Sci-Fi-Bereich erprobte, konnte für seinen ersten Horrorfilm sogar mit STEPHEN MOYER (TRUE BLOOD) und RADHA MITCHELL (ROGUE, SILENT HILL) zwei bekannte Schauspieler mit Genreerfahrung gewinnen. Warum die beiden allerdings überhaupt engagiert wurden, will nicht so recht einleuchten. Die beiden haben für einen Mainstream-Titel erstaunlich überschaubare Screentime und scheinen handwerklich sichtlich unterfordert zu sein. MOYERS darf in den wenigen Szenen verstört dreinschauen, während MITCHELL damit beschäftigt ist, genervt durchs Bild zu hetzen. Eine Prämisse, die noch halbwegs zu verschmerzen ist, wäre da nicht die katastrophale Kameraführung, die EVIDENCE tatsächlich das Genick bricht. Als Found-Footage-Liebhaber hat man sich nun schon durch so einige Streifen dieser Art “kämpfen” müssen. Nicht wenige von ihnen scheiterten aufgrund mangelhafter technischer Finesse. OSUNSANMI hat das “Wackeln” in “Wackelcam-Film” etwas zu genau genommen. Hier wird der Zuschauer mit Pixelsalat, Wackelterror und Totalausfällen geplagt, dass ihm der Spaß am Sehen dieses Schockers schnell vergehen dürfte. Zu unscharfen Bildern und ruckeligen Filmschnipseln gesellt sich eine permanent andauernde Finsternis, die es kaum möglich macht, die Gegebenheiten zu rekonstruieren. Der euphorische Killer kokelt sich durch seine “Beute” und lässt dabei nur erahnen, was er da eigentlich treibt. Zudem nervt, dass die Technik der Filmgeräte immer dann stört, wenn EVIDENCE gerade an Spannung gewinnt. Das legt nahe, dass der Regisseur vermutlich gar nicht daran interessiert war, den Zuschauer zu unterhalten – die wirklich schweißtreibenden Szenen sucht man in EVIDENCE vergebens. Auch wenn das Mordwerkzeug des Psychopathen für einen Horrorfilm geschickt gewählt scheint, dürfte der Gorehound vom unschlüssigen Treiben auf dem heimischen Fernsehapparat nicht wirklich begeistert sein. Blut fließt hier nur selten und die meisten der hier gezeigten Grausamkeiten werden im Off zelebriert. Immerhin wissen einige Szenen durch die Nachtsicht-Option der Kamera zu gefallen. So sorgt jener Moment für etwas Herzrasen, in der die Gliedmaßen eines Protagonisten mit Hilfe des Schweißbrenners abgetrennt werden und die Geschehnisse durch die Infrarotfunktion dokumentiert werden.
 
Im Falle von EVIDENCE hat OLATUNDE OSUNSANMI alles falsch gemacht, was man in der Umsetzung eines Horrorfilms falsch machen kann. Die Protagonisten sind Abziehbilder aus dem Horror-Panini-Stickeralbum, die Inszenierung wirkt gerade aufgrund des ungeschickt platzierten Found-Footage-Stils unerträglich und spannend will EVIDENCE auch nicht so wirklich werden. Immerhin sorgt der verblüffende Twist am Ende für etwas Erheiterung. Wirklich besser macht dieser EVIDENCE dennoch nicht.
 
 
 


 
 
 

EVIDENCE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Macheten waren gestern – jetzt wird sich durchs Fleisch geschweißt. In EVIDENCE erlebt der Zuschauer einen der wohl hinterhältigsten Killer der Filmgeschichte. Leider kann der Filmfreund nur selten erahnen, was der miese Psycho da überhaupt auf der Mattscheibe veranstaltet. Denn der hier eingesetzte Found-Footage-Stil ist selbst innerhalb des Wackelcam-Genres kaum zu ertragen.
 
 
 


 
 
 

EVIDENCE – Zensur

 
 
 
Hier wird zwar nicht viel explizite Gewalt gezeigt, denn die Kamera schwenkt in den “bösen” Szenen entweder weg oder verfremdet sie mittels der Infrarotbilder der Camcorder/Handys. Die FSK hat den Film hierzulande bereits ungeschnitten ab 16 Jahren freigeben.
 
 
 


 
 
 

EVIDENCE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
evidence-auf-der-spur-des-killers-bluray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Evidence; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1920×1080)

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow mit sieben weiteren Filmen aus dem Hause UNIVERSUM FILM (alle HD, deutsch), Originaltrailer in Deutsch (HD), BD-Live-Zugang

Veröffentlichung 13.12.2013

 
 
 
Bevor EVIDENCE – AUF DER SPUR DES KILLERS beginnt, macht UNIVERSUM FILM mit drei Pflichttrailern etwas Eigenwerbung. So bekommt der BD-Besitzer erst einmal Clips zu OLYMPUS HAS FALLEN, REDEMPTION und dem Thriller THE CALL – LEG NICHT AUF! vor die Linse. Alle Trailer liegen selbstverständlich in HD und Deutsch vor. Danach gefällt ein stilistisch dem Film angepasstes Hauptmenü, das aus Szenen des Films besteht und mit hektischer Musik untermal wurde. Dort fällt direkt ins Auge, dass auf dem Menüpunkt „Extras“ gänzlich verzichtet wurde. Bis auf den Trailer in deutscher Sprache und einer umfangreichen Trailershow mit sieben weiteren Streifen aus dem Fundus des Publishers hat es gerade mal noch ein BD-Live-Zugang auf die Scheibe geschafft. Sprich: wer mehr Extras sehen möchte, benötigt einen Internetzugang. Das Bild zu beurteilen ist schwer. Das Geschehen wird mit verschiedenen Kameraarten protokolliert, dementsprechend ist die Qualität von hervorragend (aus der Sicht des Ermittlungsteams) bis katastrophal (Handykamera) zu beurteilen. Die Synchronisation ist gelungen und der wummernde, hektische Score bewirkt nicht selten eine gute Räumlichkeit. Zudem kommt der Subwoofer erheblich oft zum Einsatz. Vor allem dann, wenn die Schockeffekte einsetzen, verstärkt ein Grummeln aus den Boxen den Schreckmoment. Viele kleine Umgebungsgeräusche (wie Wind) unterstreichen zusätzlich die beunruhigende Atmosphäre, so dass sich der Zuschauer zumindest tonal auf effektreiches Grusel- und Schockfeeling einstellen kann. Trotz mageren Extras haben es deutsche Untertitel für den Hauptfilm auf die Veröffentlichung geschafft. Ein Wendecover gehört zur obligatorischen Grundausstattung von UNIVERSUM FILM.
 
 
 

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EVIDENCE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stripped (2012)

The Dyatlov Pass Incident (2013)


Filmreview: “100 Bloody Acres” (2012)

100BloodyAcres
 
 
 

100 BLOODY ACRES

Story

 
 
 
Die beiden Brüder Lindsay (Angus Sampson) und Reggie Morgan (Damon Herriman) haben eine grandiose Geschäftsidee. Sie fahren die Straßen nach tödlich verunglückten Unfallopfern ab und verarbeiten die Reste zu potentem Pflanzendünger. Währenddessen sind die drei Freunde Sophie (Anna McGahan), James (Oliver Ackland) und Wes (Jamie Kristian) auf dem Weg zu einem Musik-Festival. Die fröhliche Sause findet allerdings ein frühes Ende, als das Auto zum Erliegen kommt und der Hinterwäldler Reggie den Städtern Hilfe anbietet. Die finden sich jedoch bald gefesselt und geknebelt im Schuppen Reggies und seiner Brüder wieder und sind so rein gar nicht erfreut darüber, die Bekanntschaft mit einer in der heimischen Werkstatt gebauten Dünger-Verarbeitungsmaschine zu machen …
 
 
 


 
 
 

100 BLOODY ACRES – Kritik

 
 
 
An 100 BLOODY ACRES kann sich der Zuschauer erneut davon überzeugen, dass es doch noch Filme innerhalb des Horror-Genres gibt, die es schaffen, ein Grinsen ins Gesicht zu zaubern. Vor nunmehr fast zwei Jahrzehnten brachte WES CRAVEN mit seiner legendären SCREAM-Trilogie (1996-2000) frischen Wind in die angestaubte Horrorfilmwelt und bewies eindrucksvoll, dass Horror nicht immer zwangsläufig ernst sein muss, sondern sich auch gut und gern mal auf die Schippe nehmen darf. Im Zuge der neuen ironischen Slasher-Welle Mitte der 90er Jahre, folgten mit der beliebten SCARY MOVIE Reihe mehr oder weniger gelungene Horror-Parodien, die zuletzt mit GHOST MOVIE ihren kläglichen Höhepunkt fanden. Der vorliegende 100 BLOODY ACRES erweist sich jetzt als Glücksgriff für die Geschwister CAMERON und COLIN CAIRNES, die die Muse fanden, einen herrlich bösartigen Schenkelklopfer zu schaffen. Das fertige Filmdebüt steht groß-budgetierten Produktionen, wie der herrlich abgedrehten Zombie-Komödie SHAUN OF THE DEAD (2004), in nichts nach. Wer sich noch an den kanadischen TUCKER AND DALE VS. EVIL (2010) erinnern kann, dürfte vermutlich vor Freunde im Kreis springen, wenn er liest, dass 100 BLOODY ACRES quasi die australische Antwort auf den selbstironischen Backwood-Slasher ist.
 
Hier heißen die beiden Brüder jedoch nicht Tucker und Dale, sondern Lindsay (ANGUS SAMPSON) und Reggie Morgan (DAMON HERRIMAN), die ein kleines Unternehmen betreiben, das sich auf die Herstellung von Dünger aus menschlichen Überresten spezialisiert hat. Die Geschwister streifen die Landstraßen nach Roadkill ab und werfen ihre Funde wenig später in den Fleischwolf ihrer Werkstatt, der aus den verwesenden Überresten einen durchaus potenten Wundersaft zaubert. Natürlich treffen die beiden Landeier auf drei ziemlich abgedrehte Stadtmenschen und die Rezeptur ihre Geheimzutat droht aufzufliegen, was natürlich verhindert werden muss. Was folgt ist eine wunderbar schwarzhumorige Low-Budget-Komödie, deren Geschichte eigentlich total bescheuert ist, aber den Zuschauer ungemein unterhält.
 
100 BLOODY ACRES funktioniert deshalb so gut, weil es dem Film immer wieder gelingt mit der Erwartungshaltung des Zuschauers zu jonglieren. An Filme wie TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974) angelehnt, werden hier die Klischees und Stereotypen des berüchtigten Terrorfilms Backwoods-Horror wunderbar auf die Schippe genommen; die Geschichte findet immer wieder ideenreiche Wendungen um die Gegebenheiten kreativ weiterzuspinnen, ohne dabei zu langweilen. Wie bereits in TUCKER AND DALE VS. EVIL finden hier unzählige Einfälle ihren Weg in den Film, die vor allerhand Situationskomik strotzen und unzählige Lacher garantieren. Während die geschäftstüchtigen Geschwister zu Beginn noch als gutmütige Helden deklariert werden, die meinen mit ihrer Arbeit gemeinnützig zu handeln, so wird im Verlauf der Story ein Keil zwischen die Brüder getrieben. Bruder Lindsay, ein bärtiger Koloss, findest bald Gefallen daran auch noch lebende Menschen für seinen Spezialdünger zu opfern, während der zurückhaltende Reggie schnell an der Zurechnungsfähigkeit seines Bruders zweifelt und sich stattdessen von Opfer Sophie (ANNA MCGAHAN) umnebeln lässt. Die ist natürlich mit allen Wassern gewaschen und nicht einmal annähernd so unschuldig, wie sie zu Beginn des Film scheint. CAMERON und COLIN CAIRNES schaffen es innerhalb ihres Films, die Sympathiepunkte neu zu verteilen, so dass sich Reggie am Ende sogar zum Antihelden entwickelt und sich mit Leichtigkeit in die Herzen der Zuschauer spielt. Auch wenn es vermutlich nicht zum neuen Kultfilm reichen wird, ist die Inszenierung über weite Strecken derart abgedreht, dass sich der australischen Comedy-Thriller mit all den unglückliche Todesfällen (die natürlich gar nicht so gewollt waren) immerhin wohlwollend vom pubertären Fakälwitz eines amerikanischen SCARY MOVIE abzuheben versteht. Plumper Fäkalhumor war gestern, in 100 BLOODY ACRES geht es mit viel Wortwitz reichlich intelligent zur Sache, was aber nicht bedeuten soll, dass hier nicht auch der Lebenssaft fließt. Hier wird Over-The-Top-gesplattert, dass das Herz eines jeden Gorehounds schneller zu schlagen beginnt. Trotzdem sollten die diversen “bösen” Szenen mit einem gewissen Augenzwinkern genossen werden, denn wirklich hart anzusehen sind die natürlich nicht.
 
 
 


 
 
 

100 BLOODY ACRES – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Wer meint Australier hätten keinen Humor, der hat 100 BLOODY ACRES nocht nicht gesehen. Reichlich rabenschwarzer Schabernack für Freunde selbstironischer Horrorstreifen. 100 BLOODY ACRES steht Horror-Komödien wie SHAUN OF THE DEAD oder TUCKER AND DALE VS. EVIL in nichts nach! Anschauen lohnt!
 
 
 


 
 
 

100 BLOODY ACRES – Zensur

 
 
 
100 BLOODY ACRES ist nicht besonders brutal. Zwar handelt es sich hier um eine Splatter-Komödie; die dargestellten Grausamkeiten sind jedoch derart überspitzt und ironisch dargestellt, dass das natürlich nicht wirklich hart wirkt. Von daher kann man ausgehen, dass 100 BLOODY ACRES hierzulande frei ab 16 Jahren sein wird.
 
 
 


 
 
 

100 BLOODY ACRES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mega Monster Movie (2009)

A Little Bit Zombie (2012)

Chillerama (2011)

Tucker and Dale vs. Evil (2010)

Scary Movie (2000)

Scary Movie 2 (2001)


Filmreview: “Das Penthouse” (2013)

Penthouse North 2013
 
 
 

DAS PENTHOUSE – GEFANGEN IN DER DUNKELHEIT

Story

 
 
 
Die ehemalige Fotojournalistin Sarah (Michelle Monaghan) hat bei einem Auslandseinsatz ihr Augenlicht verloren. Drei Jahre später wird sie in ihrem Apartment von zwei Unbekannten terrorisiert. Die wollen das Geld und einige Diamanten zurück, die Sarahs Freund Ryan (Andrew W. Walker) unterschlagen haben soll. Dumm nur, dass sie rein gar nichts vom finsteren Doppelleben des Partners weiß, womit sie den Eindringlingen weiterhelfen zu können. Ein Spiel um Leben und Tod beginnt …
 
 
 


 
 
 

DAS PENTHOUSE – Kritik

 
 
 
Regisseur JOSEPH RUBEN (DER FEIND IN MEINEM BETT, DAS ZWEITE GESICHT, MONEYTRAIN) mag zwar nicht zu den gefragtesten Filmemachern Hollywoods gehören; dennoch gilt er als sicherer Handwerker und konnte mit seinen Filmen schon einige Erfolge verbuchen. Interessanterweise hat sich RUBEN bisher meist für das Realisieren hochkarätig besetzter Thriller entschieden, wobei der berüchtigte STEPFATHER (1987) wohl zu seinen bekanntesten Arbeiten gehört. Ihm wurde 2009 sogar ein glattpoliertes aber seelenloses Remake spendiert. Hochkarätigen Stars wie, manchmal ein Who-Is-Who, tummelte sich vor seiner Linse. So inszenierte er Filme mit bekannten Gesichtern wie JENNIFER LOPEZ, JULIANNE MOORE, JULIA ROBERTS, WESLEY SNIPES und WOODY HARRELSON, die er durch schweißtreibende Szenarien hetzte und den Studiobossen so die Konten füllte. Auch die berüchtgten Produzentenbrüder WEINSTEIN sahen in RUBEN einen Gewinnbringer, so dass sie den Regisseur nach fast zehnjähriger Kinorente aus der Versenkung holten und ihm einen weiteren Thriller auf den Leib schneiderten. Wie in vergangenen Zeiten stellten sie ihm prominente Unterstützung zur Seite. Im Altstar MICHAEL KEATON sahen sie den geeigneten Hauptdarsteller für DAS PENTHOUSE (der im Original eigentlich PENTHOUSE NORTH heißt), in welchem er einen Bösewicht mimt, der mit allen Wassern gewaschen ist.
 
KEATON übernimmt in DAS PENTHOUSE die Rolle des Fieslings Hollander, der sich mit seinem Komplizen Zutritt zum Apartment der blinden Sarah (MICHELLE MONAGHAN) verschafft und kurzum deren Freund Ryan (Andrew W. Walker) tötet. Als die ahnungslose Sarah nach Hause kommt und vor vollendete Tatsachen gestellt wird, wird sie mit der düsteren Vergangenheit ihres toten Freundes konfrontiert. Der hat seine Freundin nicht nur dreist hinter das Licht geführt, sondern auch einige Diamanten und reichlich Geld unterschlagen, um ein sorgenfreies Leben genießen zu können. In der Hoffnung, die gestohlene Beute schnell wiederzufinden, wird Sarah fortan von den beiden Unbekannten terrorisiert, was sich in seiner Gesamtheit als durchaus fieses Home-Invasion-Kino entpuppt. Ließen ähnliche Vertreter (KIDNAPPED, THE STRANGERS, INSIDE) zuletzt durch fast unerträglichen Blutgehalt und schonungslose Kompromisslosigkeit von sich hören, ist das Tempo von DAS PENTHOUSE zaghafter. Hier wird nicht der Schaufreudigkeit wegen geschlitzt, vergewaltigt und gequält – zweifelhafte Exploitation ist hier Mangelware! Stattdessen belehrt JOSEPH RUBEN den Zuschauer eines Besseren und beweist, dass ein Terrorfilm auch ohne Blutvergießen auskommen kann.
 
DAS PENTHOUSE ist Suspense in Reinform, wobei RUBEN weniger auf raffinierte Wendungen setzt, als vielmehr einen geradlinigen Thriller inszeniert, der ohne Überraschungen auskommt. Bereits der (zu viel verratende) Trailer lässt erahnen, was dem Zuschauer erwarten wird. Hier gibt es satte 80 Minuten schnörkelfreien Thrill zu begutachten, der trotz seiner Banalität spannungsreich unterhält. Das kleine Kammerspiel ist straff durchdacht und bietet kaum Zeit zu verschnaufen. Protagonistin Sarah erweist sich hierbei zwar als Charakter mit Handicap, schafft es trotz Extremsituation einen kühlen Kopf zu bewahren. Trotz Trauma zerfließt sie nicht in Selbstmitleid, sondern handelt souverän und bedacht, was man vermutlich von einem Film dieser Sparte wohl kaum gedacht hätte. DAS PENTHOUSE beweist einmal mehr, dass selbst das schwächste Script zu kurzweiliger Kinounterhaltung werden kann – vorausgesetzt man bestückt die dünne Geschichte mit erfahrenen Schauspielern, die vorhandene Unzulänglichkeiten des Drehbuchs geschickt kaschieren können. Hauptdarsteller KEATON ist hierbei eine großartige Hilfe. Auch wenn er bisher nur im düsteren DESPERATE MEASURES (1998) als Schurke zu sehen war und sonst lieber die Heldenrollen spielt, schafft er es in DAS PENTHOUSE einen merklich hinterlistigen Killer zu mimen, der ganz schnell vergessen lässt, dass dieser Film eigentlich nur selten über TV-Niveau hinausreicht. Auch wenn dieser Thriller nichts wirklich Neues bieten will und alle Beteiligten unter dem arg ideenlosen Drehbuch leiden, so sollte man dennoch einen Blick in das DAS PENTHOUSE wagen. Für einen verregneten Sonntagabend ist dieser Home-Invasion-Beitrag die optimale Empfehlung!
 
 
 


 
 
 

DAS PENTHOUSE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein Altstar versucht sich noch einmal als Bösewicht. DAS PENTHOUSE ist ein schnörkelloser und spannungsreicher Thriller, der für Herzklopfen sorgen wird. Dank erfahrener Schauspieler und straffer Inszenierung erwarten den Zuschauer hier rund 80 Minuten klassische Home-Invasion-Unterhaltung – Nicht mehr, aber auch nicht weniger!
 
 
 


 
 
 

DAS PENTHOUSE – Zensur

 
 
 
DAS PENTHOUSE verhält sich eher züchtig. Hier wird eher Wert auf Suspense und Thrill gelegt. Es gibt zwar wenige Gewaltszenen, diese haben aber die FSK nicht darin gehindert, den vorliegenden Home-Invasion-Beitrag auch für Jugendliche zugänglich zu machen. DAS PENTHOUSE ist frei ab 16 Jahren erhältlich.
 
 
 


 
 
 

DAS PENTHOUSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Das-Penthouse-Gefangen-in-der-Dunkelheit-Blu-ray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Penthouse North; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Making of (10 Minuten, HD, keine UT), deutscher Trailer zum Film (2 Minuten, HD), BD Live-Zugang, sieben weitere Trailer aus dem Programm von UNIVERSUM FILM (alle HD)

Release-Termin: 29.11.2013

 
 
 
Während der Film für die Heimkinoumsetzung in der Schweiz sogar seinen ursprünglichen Titel beibehalten durfte, kommt der ursprünglich betitelte PENTHOUSE NORTH in Deutschland unter dem neuen Namen DAS PENTHOUSE – GEFANGEN IN DER DUNKELHEIT ohne Kinoauswertung in den Handel. Wie es bei Blu-rays aus dem Hause UNIVERSUM FILM üblich ist, machen den Anfang einige Pflichttrailer aus dem Katalog des Labels. So flimmern Werbefilmchen von THE CALL, OLYMPUS HAS FALLEN und CRUSH über die Mattscheibe – synchronisiert und hochauflösend versteht sich. Danach geht es auch gleich in ein simples aber wirklich schön gestaltetes Menü, was ja in BD-Zeiten nicht immer selbstverständlich ist, werden doch hin und wieder Kunden mit lieblosen Standmenüs abgespeist. Leider ist dort bei den Extras Flaute. Neben einem wirklich knappen Making of (gerade einmal 11 Minuten, HD) gibt es noch den Trailer in Deutsch (rund 2 Minuten, Deutsch, HD) und einen BD-Live-Zugang (Internet vorausgesetzt) – das war es. Zudem ist ärgerlich, dass man sich nicht einmal die Mühe gemacht hat, das wirklich kurze Hinter-den-Kulissen-Feature deutsch zu untertiteln. Eine umfangreiche Trailershow mit sieben Titeln aus dem aktuellen Programm von UNIVERSUM FILM schließen den Extrasektor ab. Für einen derart kommerziellen Streifen etwas sehr wenig. Immerhin ist die technische Ausstattung erstaunlich gut geworden. Das Bild bietet eine gute Detailschärfe sowie hervorragenden Kontrast. Die Synchronisation ist sehr gut geworden und auch der Ton wurde angenehm abgeschmischt, so dass immer wieder eine angenehme Räumlichkeit zu verzeichnen ist, wenn der Score durch die Boxen schallt. Das obligatorische Wendecover ohne FSK-Zeichen gibt selbstverständlich für Sammler dazu. Auf Untertitel für den Hauptfilm muss dagegen verzichtet werden. DAS PENTHOUSE – GEFANGEN IN DER DUNKELHEIT ist mit Sicherheit kein Must-See-Titel, wer aber eine Vorliebe für prominent besetzte Thriller besitzt kann bedenkenlos zuschlagen. Die Blu-ray zumindest gefällt durch gutes Bild und angenehmen Ton.
 
 
 

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DAS PENTHOUSE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
In their Skin (2012)

The Aggression Scale (2012)

Kidnapped (2010)


Filmreview: “Sawney – Menschenfleisch” (2012)

lord of darkness 2012
 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH

Story

 
 
 
Sawney Bean ist Abkömmling einer berüchtigten Kannibalensippe, die um 1500 in Schottland ihr Unwesen trieb. Nun lebt er mit seiner degenerierten Familie unentdeckt irgendwo in den Bergen und fängt des Nachts Tramperinnen, um sich an deren Fleisch zu laben. Das mysteriöse Verschwinden mehrerer Frauen erweckt das Interesse des Kriminaljournalisten Hamish MacDonald (Samuel Feeney). Weil er fest davon überzeugt ist, dass die Polizei unfähig scheint, die Fälle aufzuklären macht er sich selbst daran, eigene Ermittlungen anzustellen. Bei seinen Recherchen stößt er bald auf das geheime Versteck der Kannibalenbrut – mit unvorhersehbaren Folgen …
 
 
 


 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH – Kritik

 
 
 
Gruselige Lagerfeuergeschichten sind seit jeher die beste Möglichkeit, zartbesaiteten Gemütern die wohlverdiente Nachtruhe zu verderben. Gerade dann, wenn es sich bei jenen Erzählungen um Legenden mit angeblich wahren Backgrounds handelt, findet der als Erholung geplante Campingausflug bei phantasiebegabteren Angsthasen rasch ein Ende. Die Legende des Kannibalen SAWNEY BEAN ist derartiger Garn, der sich seit Jahrhunderten hartnäckig in den Köpfen der englischen Bevölkerung festgesetzt hat. Folklore geworden, bot das zweifelhafte Treiben des schottischen Hannibal Lecter vor allem ambitionierten Filmemachern immer wieder ausreichend Inspirationsgrundlage für ihre mehr oder weniger brauchbaren Filme. Zu einem der wohl bekanntesten gehört THE HILLS HAVE EYES von Altmeister WES CRAVEN, der das blutige Handwerk von SAWNEY BEAN bereits 1977 verbraten konnte – in leicht abgewandelter Form versteht sich natürlich.
 
Die Geschichte des Serienkillers ALEXANDER SAWNEY BEAN beginnt im Schottland des 15. Jahrhundert, wo der verschlagene Psychopath in East Lothian geboren wurde, eine wenig ehrbare Frau kennen lernte und beschloss mit ihr eine eigene Familie zu gründen. Beide wurden jedoch aus der Stadt vertrieben und fanden wenig später in der Nähe von Galloway Conty eine versteckte Höhle, die ihnen als Stützpunkt für ruchlosen Lebenswandel dienen sollte. Das Paar begann, unachtsame Reisende zu ermorden und bereicherte sich an deren Besitz. Doch bald sollten die erbeuteten Habseligkeiten nicht mehr ausreichen, um die unzähligen Nachkommen ernähren zu können. Das Fleisch ihrer Opfer füllte bald die leeren Mägen der Kinder. Glaubt man den Erzählungen, soll die Brut bis zu 1000 Menschen verspeist haben. Dennoch konnte eines der Opfer entkommen, worauf König James IV persönlich eine Treibjagd ins Leben rief und die gesamte Familie hinrichten ließ. Bis heute ist nicht genau geklärt, ob es sich bei jenen Geschehnissen um Aberglauben oder historische Fakten handelt. Fakt ist, dass unzählbare Details der Geschichte durch die englische Klatschpresse hinzugedichtet wurden. Dazu heißt es, schwere Hungersnöte sollen viele Schotten im 15. Jahrhundert getrieben haben, Menschenfleisch zu verzehren. Daher ist die Existenz eines SAWNEY BEAN nicht unwahrscheinlich. In welcher Form? Diese Frage wird vermutlich ewig unbeantwortet bleiben.
 
Der Backwood-Slasher SAWNEY – MENSCHENFLEISCH (im Original: LORD OF DARKNESS) ist ein Horrorfilm, der sich jenem rätselhaftem Mythos widmet. Dabei erklärt Autor, Produzent und Regisseur RICK WOODS die unbelegten Fakten kurzum zu Fakten und verlagert die Erzählungen rund um den Menschenfleisch fressenden Irren in die Gegenwart, wo SAWNEY BEAN als Taxifahrer getarnt in die naheliegende Großstadt düst, um unwissende Frauen in seinen Unterschlupf zu verschleppen. SAWNEY BEAN (herrlich widerlich von DAVID HAYMAN verkörpert) ist einer der wenigen Nachkommen, des Sawney-Clans und hat nun seine eigene Familie in den schottischen Bergen gegründet. Im Keller haust ein groteskes Wesen mit Namen Mama, das mit Fleisch versorgt werden will und nur mit Radiomusik zufriedengestellt werden kann. Die entstellten Söhne dienen dem Vater als Handlanger und sorgen sich um das “Wohlergehen” der hilflosen Opfer und natürlich auch um Mama. Originell bösartig geht es in SAWNEY – MENSCHENFLEISCH zu. Anfänglich noch als SAWNEY: FLESH OF MEN betitelt, hat es RICK WOODS geschafft einen vollkommen überzogenen Freak-Schocker zu realisieren, der die volle Aufmerksamkeit hungriger Gorehounds für sich gewinnen dürfte. Da wird in Eimern von Fleisch gewühlt, Innereien zerhackt und zähflüssiges Blut geschlürft – ganz zum Leidwesen manch ungeübten Filmfans, der sich aufgrund derartiger Zeigefreudigkeit rasch angewidert fühlen dürfte. Überhaupt fühlt sich SAWNEY – MENSCHENFLEISCH wie der neuste Ausflug ins TEXAS CHAINSAW MASSACRE-Universum an. Bis auf den tüchtigen Junggesellen LEATHERFACE gibt es hier alles, was die Serie seit jeher so beliebt gemacht hat. In SAWNEY – MENSCHENFLEISCH steht altmodischer Splatter ohne Kettensäge auf dem Speiseplan. Es wird enthauptet, vergewaltigt und geschlitzt, was das F/X-Arsenal hergibt. Für ein günstig produziertes Debüt-Werk durchaus bemerkenswert. Die vielen bösen Szenen erreichen einen unglaublich professionellen Standard, an dem sich viele Mainstreamfilmchen ein Beispiel nehmen sollten. Grund genug, einmal mehr zu loben, dass handgemachter Splatter bei weitem effektiver ist, als Pixelgekröse aus dem Computer.
 
Auch wenn die Prämisse dieses rauen Erstlingswerks nicht gerade vor Innovationen strotzt, so schafft es Regisseur WOODS trotz aller Klischees und Stereotypen, eine merklich beklemmende Atmosphäre zu erzeugen. Die Kulisse der schottischen Berglandschaft pendelt dabei grandios zwischen traumhafter Melancholie und nebeligem Unbehagen. Gerade wenn sich SAWNEY BEAN auf den Weg in die Großstadt begibt, um Opfer für sein Menschengulasch zu suchen, erinnern die wenigen Szenen in ihren grausig-farblosen Bildern an altmodisches Edgar-Wallace-Kino der 60er Jahre und dürften das Filmherz jedes Nostalgikers schnell schlagen lassen. SAWNEY – MENSCHENFLEISCH erfindet das Backwood-Genre nicht neu und lässt am Ende viele Fragen unbeantwortet. Dennoch erlebt der Zuschauer hier handfesten Splatter der alten Schule. Hier wird nicht geklotzt, sondern hier wird gekleckert. Berge von Menschenfleisch werden durch den Fleischwolf gejagt, was der FSK so rein gar nicht schmecken dürfte. Zwar verhält sich SAWNEY – MENSCHENFLEISCH bei den Morden eher kurz und knackig; das Schlachterhandwerk beherrscht Kannibale SAWNEY BEAN dafür umso kreativer. Wer immer noch nicht genug von primitiven Hinterwäldlern hat, die triebhaft durch Büsche und Sträucher huschen, um ahnungslosen Wanderern aufzulauern, ist bei SAWNEY – MENSCHENFLEISCH genau richtig. Da darf man nur hoffen, dass Debütant RICK WOODS genug Erfolg mit seinem Werk einheimsen kann, auf dass schnell eine Fortsetzung in Produktion geht – verdient hätte es dieser raue, kleine Horrorschocker allemal.
 
 
 


 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974) nur ohne LEATHERFACE – ja das gibt es! Der vorliegende SAWNEY – MENSCHENFLEISCH ist Quasi die Light-Version des berüchtigten Terrorfilms von TOBE HOOPER, was dem Film aber nicht negativ angekreidet werden soll. Horror der alten Schule: brutal, kompromisslos und herrlich abartig. Ein Fest für Horrorfilmfans, mit einer Leidenschaft für das Wesentliche!
 
 
 


 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH – Zensur

 
 
 
Hier wird in Fleisch gewühlt und zähflüssiges Blut getrunken. Auch wenn es hier nur wenigen Morde gibt (diese sind dafür umso heftiger) war der düstere Ton in SAWNEY – MENSCHENFLEISCH der hiesigen FSK die höchste Altersfreigabe wert. SAWNEY – MENSCHENFLEISCH ist in Deutschland ungeschnitten nur für Erwachsene geeignet. Die hiesige DVD und Blu-ray trägt die KJ-Kennzeichnung.
 
 
 


 
 
 

SAWNEY – MENSCHENFLEISCH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sawney: Flesh of Man; Großbritannien 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Internationaler Trailer, Interview, Deleted Scenes, Outtakes, Audiokommentar

 
 
 
Lobenswerterweise hat es Anbieter MARITIM PICTURES geschafft den durchaus gelungenen SAWNEY – MENSCHENFLEISCH ungeschnitten durch die FSK zu boxen. Etwas erstaunlich, haben es meist weitaus seichtere Streifen nicht so einfach ungeschoren durch die strenge Zensurinstanz zu kommen. Horrorfans dürfen sich freuen, denn die Blu-ray des Labels ist solide umgesetzt und überzeugt vor allem beim Bonusmaterial. Das ist für einen so kleinen Film überraschend vielfältig ausgefallen. Neben einem Audiokommentar gibt es ein Interview mit Hauptdarsteller DAVID HAYMAN (ca. 3 Minuten, sehr gutes HD), der munter über die Dreharbeiten und die Legende des Titelhelden plaudert. Weiter geht es mit einigen Patzern vom Dreh (ca. 7 Minuten, HD) und einigen gelöschten Szenen (ca. 11 Minuten, HD). Der Trailer in der Originalsprache (ca. 2 Minuten) rundet das Bonuspaket ab. Das I-Tüpfelchen wäre ein komplettes Making-of gewesen; das sucht man aber leider vergebens. Dennoch hat auch eine so gute Ausstattung einen Wehrmutstropfen. Untertitel gibt es nämlich keine. So sind leider die diversen Extras für den nicht englisch sprechenden Zuschauer nutzlos. Zudem schauen auch hörlose Filmfans sprichwörtlich in die Röhre. Denn eine deutsche Untertitelspur für den Hauptfilm hat es ebenso nicht auf den HD-Rohling geschafft. Bild- und Ton sind erreichen zwar zu keiner Zeit Referenzklasse, bewegen sich aber immer noch im grünen Bereich, wobei die deutsche Übersetzung einmal mehr arg gewöhnungsbedürftig aus den Heimkinoboxen schallt. Hier ist wieder einmal ersichtlich, dass die Synchronisation nicht viel kosten durfte, so dass unerfahrene Sprecher engagiert werden mussten. Das ist etwas schade, zerstört die etwas unbeholfene Übersetzung einen Teil der hervorragenden Gruselstimmung und erinnert nicht selten an hölzerne Trashstreifen aus den 80ern. Immerhin bekommt man ein schlichtes, aber stimmig animiertes Hauptmenü und ein Wendecover ohne FSK-Flatschen geboten. Wer ein Faible für düstere Slasher a la WRONG TURN besitzt sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren, zumal die Blu-ray zu SAWNEY – MENSCHENFLEISCH recht erschwinglich zu haben ist.
 
 
 

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SAWNEY – MENSCHENFLEISCH – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen (1977)

The Hills have Eyes (2006)

Wrong Turn (2003)

Wrong Turn 2: Dead End (2007)

Wrong Turn 3: Left For Dead (2009)

Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)

Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)


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