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Artikel mit Schlagwort “Folterfilm

Filmreview: “Home Sweet Home” (2013)

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Home Sweet Home

Story

 
 
 
Frank und Sarah sind ein glückliches Paar. Nach einer durchzechten Partynacht zieht es die beiden zurück in die heimischen vier Wände, wo sie jedoch bald feststellen müssen, dass dort irgendetwas nicht zu stimmen scheint. Die Erklärung offenbart sich schnell. Ein Killer hat sich Zugang zur Wohnung verschafft und beginnt nun ein erbarmungsloses Spiel mit dem jungen Paar zu spielen. Jegliche Fluchtwege sind verbarrikadiert, ein Entkommen scheint unmöglich …
 
 
 


 
 
 

Home Sweet Home – Kritik

 
 
 
Horrorfilme aus Frankreich sind inzwischen häufig Garanten für deftigen Schlachthaus-Stil. Nach Beispielen wie HIGH TENSION, MARTYRS, INSIDE und FRONTIER(S) steht Gekröse aus dem benachbarten Ausland nach wie vor für astrein-derbes Splatter-Vergnügen, auch wenn der Erfolg solch “böser” Produktionen in den letzten Jahren merklich abnehmen musste. Auch Regisseur DAVID MORLET ist einer derer, der sich zu jener jungen Garde mutiger Filmemacher zählen darf, der es eindrucksvoll gelang, den unlängst vergessenen europäischen Horrorfilm zurück in die Lichtspielhäuser der Welt zu transferieren. Sein düsteres Weltuntergangszenario MUTANTS aus dem Jahre 2009 dürfte dem interessierten Horrorfilmfan noch merklich in Erinnerung sein und gehört zu einem der wenigen noch sehenswerten französischen Beiträge. Nun wandelt der Regieneuling auf internationalen Pfaden, was kaum verwundert, wenn man sich die steilen Karrieren seiner ebenso erfolgreichen Landsgenossen betrachtet. Ob ALEXANDRE AJA, XAVIER GENS oder PASCAL LAUGIER; für sie alle bot der moderne, französische Horrorfilm das Sprungbrett ins lukrative Hollywood, wo ihnen die Möglichkeit geboten wurde, ihr cineastisches Talent mittels hoch budgetierten Hochglanzstreifen breitem Publikum zugänglich zu machen.
 
HOME SWEET HOME von DAVID MORLET betritt die just besprochenen internationalen Pfade. Der Home-Invasion-Thriller ist sein englischsprachiger Einstand. Vom klassischen Heim-Terrorfilm Marke FUNNY GAMES (MICHAEL HANEKE), und KIDNAPPED (MIGUEL ANGEL VIVAS) inspiriert, verbrennt er hier ein durchaus beängstigendes Slasher-Feuerwerk, dass zwar bei Weitem nicht die brutale Intensität eines INSIDE (ALEXANDRE BUSTILLO, JULIEN MAURY) erreicht, aber doch für 80 Minuten schweißtreibende Schocker-Unterhaltung sorgt. Die Umschreibung “Schocker” kommt HOME SWEET HOME dabei ganz gelegen, denn nach all den ultra-brutalen Folterwerken der Vergangenheit holt Regisseur MORLET die traditionellen Zutaten des einst so berüchtigten Horrorkinos zurück auf die große Leinwand. Schreckhaften Gemütern sei mit dieser Kritik an Herz gelegt, dass HOME SWEET HOME in Bezug auf treffsichere Schocks ein ganz schön fieses Filmchen ist, das den Horrorfilmfreund nicht nur einmal ziemlich gemein zusammenzucken lässt. Auch wenn einige dieser Momente erheblich vorhersehbar erscheinen, verfehlen sie ihre Wirkung nur sehr selten. Anders als in klassischen Home-Invasion-Thrillern beginnt HOME SWEET HOME nicht damit, die potenziellen Opfer ausführlich zu charakterisieren. Die ersten 15 Minuten sind gänzlich dem identitätslosen Psychopathen gewidmet, der sich Zutritt zu einem ihm unbekannten Haus verschafft, die Räumlichkeiten studiert und mögliche Fluchtwege versperrt. Danach bereitet er sich auf sein Verbrechen vor, kleidet sich in seine “Arbeitsuniform” und versteckt sein Gesicht hinter einer perfiden Maskierung. Erst nachdem er seine Vorbereitungen getroffen und sich ein Versteck im Anwesen gesichert hat, werden die potenziellen Opfer eingeführt, die bald realisieren müssen, dass es kein Entkommen aus dem vermeintlich sicheren Heim gibt.
 
HOME SWEET HOME ist ein Paradebeispiel, wie finsterer, gemeiner Horror auszuschauen hat. Auch wenn die Geschichte im Grunde genommen kaum Neues zu bieten hat, durchlebt der Zuschauer zusammen mit den beiden Opfern ein wahres Martyrium, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Ungewöhnlicherweise hält sich MORLET gesittet mit dem Abhandeln obligatorischer Schauwerte zurück, was ein wenig verwundert, wenn man sich den Horror-Mainstream vor Augen führt, der aktuell erfolgreich über die internationalen Leinwände flimmert. Die Taten des unbekannten Killers werden zwar angedeutet, jedoch im Off zelebriert, so dass der Zuschauer oftmals nur das Ergebnis der kranken Handlungen zu Gesicht bekommt. Dem vorliegenden HOME SWEET HOME schadet diese Prämisse jedoch keineswegs, wirkt der Film gerade aufgrund seiner durchweg wortkargen und sachlich protokollierten Inszenierung erstaunlich hart und lässt natürlich gegen Ende noch soviel Lebenssaft fließen, dass zumindest der Gorehound zufriedengestellt werden kann. Leider trüben einige altbackene Klischees wie so oft den durchweg positiven Gesamteindruck. So mag man als Zuschauer schon wieder rein gar nicht verstehen wollen, warum der Handyempfang ausgerechnet in solchen Situationen wie diesen auszufallen beginnt und die Protagonisten teilweise vollkommen unüberlegt handeln. Zudem wirkt die letztendliche Auflösung des gesamten Spuks etwas arg reißerisch und ziemlich makaber, was aber dennoch kein Grund sein sollte, HOME SWEET HOME zu verschmähen.
 
DAVID MORLETS englischsprachiges Debüt ist erstaunlich kompromissloser Erwachsenen-Horror, der souverän inszeniert wurde und teilweise schon deutlich professioneller und polierter daherkommt, als sein Erstlingswerk MUTANTS. Der Genre-Freund darf sich überraschen lassen, was MORLET als nächstes aus dem Hut zaubern wird. Dass er ein sicheres Händchen in der Umsetzung spannender Schocker besitzt, beweist er mit HOME SWEET HOME eindrucksvoll. Der Film ist zwar kein Meisterwerk, hebt sich im Vergleich zu all den austauschbaren Filmchen der letzten Zeit aber allemal positiv ab.
 
 
 


 
 
 

Home Sweet Home – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Schockintensiver Home-Invasion-Thriller für nervenstarke Filmfreunde. DAVID MORLETS englischsprachiges Debüt ist ein ziemlich schmerzhafter Horrorfilm geworden, der den Verlgeich zu ähnlich gestrickter Terrorware nicht scheuen braucht.
 
 
 


 
 
 

Home Sweet Home – Zensur

 
 
 
Zwar sind die hier bebilderten Gewaltszenen durchaus hart anzuschauen. Dennoch schwenkt die Kamera wohlwollend in den entscheidenden Momenten weg, so dass dem Zuschauer allzu grausame Szenen erspart bleiben, was aber nicht zwangsläufig bedeuten muss, dass der Film dadurch weniger schroff wirkt. Es gibt immer noch genügend Gewaltakte, damit der Film in seiner ungeschnittenen Fassung den “Keine Jugendfreigabe”-Flatschen erhalten wird.
 
 
 


 
 
 

Home Sweet Home – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
The Aggression Scale (2012)

In their Skin (2012)

Kidnapped (2010)

The Strangers (2008)

Funny Games (1997)

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Filmreview: “Stripped” (2012)

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Stripped

Story

 
 
 
Vier Freunde planen einen trinkfreudigen Ausflug nach Las Vegas, um dort eine Geburtstagssause halten zu können. Auch die hübsche Capri (Nicole Sienna) ist mit von der Partie. Sie wittert in dem Kurztrip eine günstige Mitfahrtgelegenheit, will sie doch in der Stadt ihren Boy-Freund Jake wiedertreffen. Unterwegs bemerkt einer der Freunde ein kleines Visitenkärtchen an der Windschutzscheibe des Autos, auf dem leicht bekleidete Damen eine Menge Spaß versprechen. Grund genug für die Clique, die Nummer auf dem Kärtchen zu wählen und die Adresse aufzusuchen, die ihnen eine verheißungsvolle Stimme am Telefon nennt. Fataler Fehler. Der erhoffte Bordellbesuch entwickelt sich rasch für alle Beteiligten zum wahren Albtraum. Denn was die Freunde nicht wissen: hinter dem schlüpfrigen Freudenhaus versteckt sich ein skrupelloser Organhändler-Ring …
 
 
 


 
 
 

Stripped – Kritik

 
 
 
Willkommen in unserer Rubrik Filme, die die Welt nicht braucht. Diesmal haben wir es, welch Überraschung, erneut mit einer dieser vollkommen minderbemittelten Found Footage-Gurken zu tun, die einmal mehr trefflich unterstreichen, wie aufgebläht dieses Subgenre bereits geworden ist. Innovation sucht man hier vergebens – wozu auch, wenn sich doch mit dem ständig gleichen Käse rasch einige harte Dollars verdienen lassen. Und so verwundert es kaum, dass STRIPPED spannungsarm nach dem allseits bekannten Wackel-Cam-Rezept geköchelt wird und dabei einmal mehr jeglichen Unterhaltungswert missen lässt.
 
Regisseur und Produzent J.M.R. LUNA, der bereits als Kameramann für diverse Kurzfilme und Werbespots verantwortlich zeichnete und sogar an Großproduktionen wie BURTONS CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK mitwirkte, war es vermutlich Leid, immer nur als kleiner Fisch im Hintergrund zu agieren, so dass er sich dazu entschloss, selbst einen ersten abendfüllenden Indie-Film zu produzieren und dazu auch gleich den Regieposten übernahm, um etwas Geld zu sparen. Was wirklich Gescheites ist hierbei natürlich nicht zustande gekommen, was auch kaum verwundert, führt man sich einmal vor Augen, wie dilettantisch unprofessionell das Ding zusammengezimmert wurde.
 
Als Erinnerungsvideo für einige pubertäre Jungspunde getarnt, begegnet uns mit STRIPPED quasi die Billig-Version des Organhandel-Schockers TURISTAS aus dem Jahre 2006 mit wackeligen Bildern und in unscharfer Handycam-Optik. Natürlich werden hier nicht einmal annähernd die Qualitäten der Vorlage erreicht. Das mag hauptsächlich daran liegen, dass der Film einfach zu lange braucht, eine Richtung zu finden. Bis der Film überhaupt zu Potte kommt, vergehen geschlagene 45 Minuten. Dabei müht der Regisseur sich nach Kräften, die hanebüchene Handlung mit unbedeutende Szenen aufzublähen, um so wenigstens auf Spielfilmlänge zu kommen. So füllt er die notdürftig zusammengesponnene Geschichte mit massig pubertärem AMERICAN PIE-Gequassel, das in seiner erschreckenden Bedeutungslosigkeit schnell zu nerven beginnt. Die wenigen, übrigens ausschließlich von Produzenten des Films gemimten Jungdarsteller verhalten sich reichlich unreif, was für den erwachsenen Zuschauer schnell zur Geduldsprobe wird. Da werden Saurier-Statuen auf dem Spielplatz einer Raststätte begattet, ein anwesender Protagonist beim harten Stuhlgang mit der Kamera gefilmt und besoffen durch die überfüllten Hallen der Spielcasinos gewandelt. Mit zehn Flaschen Bier intus mag das ja durchaus vergnüglich sein; für den nüchternen Filmfreund wirkt das aber alles andere als unterhaltsam und lässt die wenigen Figuren des Film nur noch unsympathischer erscheinen.
 
Immerhin kriegt der Film kurz vor Ende noch halbwegs die Kurve und die Geschehnisse führen zum obligatorischen Blut- und Leichenzoll. Nachdem die Freunde das vermeintliche Bordell ausfindig gemacht haben und auf den schnellen Beischlaf hoffen, vergeht ihnen alsbald der Spaß, als sie plötzlich bei lebendigen Leibe von einem vermummten Arzt ausgeweidet werden. Während die Geschehnisse bis dato aus der typischen Egosicht geschildert wurden, werden die Morde nun aus dem Blickwinkel von Überwachungskameras gezeigt. Überraschenderweise funktioniert das erstaunlich gut, zumal das spartanisch eingerichtete und düstere Setting durchaus seinen Reiz besitzt und die verwinkelte Kulisse für einige unangenehme Momente sorgt. Dennoch, wer nun hofft hier hilflose Opfer sehen zu dürfen, die schön explizit durch den Fleischwolf gejagt werden, dürfte schnell eines Besseren belehrt werden. Blutige Schauwerte gibt es hier kaum zu bewundern. Trotzdem wirkt das hier dokumentierte Gewinsel, Geschrei und Gejammer ziemlich hart, was durchaus dafür sorgen dürfte, dass dem Thriller STRIPPED in hiesigen Gefilden keine Jugendfreigabe attestiert werden dürfte.
 
Wer auch nach den unzähligen Wackelcam-Gurken der letzten Zeit weiterhin Gefallen am Found Footage-Genre findet, kann gern einen Blick riskieren. Der Rest wird auch mit STRIPPED garantiert nichts anzufangen wissen. Auch dieser Schocker ist nichts anderes als ein weiterer, hölzerner Wackelcam-Beitrag unter ach so unzählig vielen!
 
 
 


 
 
 

Stripped – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Fieser Found Footage-Thriller, der ein wenig an die Organhandel-Schocker TURISTAS oder CAGED erinnert. Dennoch, wirklich fesselnd wie seine Vorlagen ist J.M.R. LUNAS günstig zusammengeklautes B-Movie noch lange nicht!
 
 
 


 
 
 

Stripped – Zensur

 
 
 
Wirklich viele “böse” Schauwerte besitzt STRIPPED nicht, sodass man davon ausgehen kann, der die ungeschnittene Filmfassung in Deutschland die FSK mit der “Keine Jugendfreigabe“-Plakette passieren wird.
 
 
 


 
 
 

Stripped – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Caged (2010)

Turistas (2006)


Filmreview: “Redd Inc.” (2012)

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Redd Inc.

Story

 
 
 
Willkommen in der neuen Firma: sechs unwissende Menschen finden sich in einem heruntergekommenen Bürokomplex wieder. An einen Schreibtisch gekettet, empfängt sie alsbald der ehemalige Regionalleiter “Thomas Reddman”, der nach einem ihm zugeschobenen Mord, alsbald hinter Gitter wandert, aber letztendlich entkommen kann. Nun fordert er Vergeltung und eine korrekte Darstellung der Gegebenheiten, denn seine Unschuld ist ihm wichtig. Alle sechs Anwesenden scheinen mit dem fälschlicherweise ihm zugeschobenen Mord in irgendeiner Weise in Verbindung zu stehen. Ihre Aufgabe ist es nun, den mysteriösen Fall zu rekonstruieren und Reddmanns Unschuld zu beweisen. Damit sich die unfreiwilligen Zeugen auch durchweg motiviert fühlen, die Gegebenheiten möglichst gründlich zu bearbeiten, drohen den neuen “Angestellten” schmerzhafte Bestrafungen, insofern sie ihre essentiellen Aufgaben zur Aufklärung der Vorfälle nicht ernst genug nehmen …
 
 
 


 
 
 

Redd Inc. – Kritik

 
 
 
Man stelle sich vor, man sucht händeringend nach einer neuen Herausforderung und gerät bei seiner eifrigen Suche nach einer neuen Arbeitsstelle geradezu an den Arbeitgeber aus der Hölle. Für viele Arbeitnehmer vermutlich keine wirklich unbekannte Geschichte, gehören leistungsbedingter Druck und körperlich zermürbender Stress im Beruf fast schon zum guten Umgangston erfolgsorientierter Unternehmen von Heute. Auch die unfreiwilligen Arbeitnehmer des nun vorliegenden Horror-Schockers “Redd Inc.” haben sich ihren ersten Arbeitstag in der neuen, kleinen Firma des ehemaligen Regionalbetreuers “Thomas Reddmann” gänzlich anders vorgestellt, denn der vermeintlich seriös wirkende Chef im noblen Zwirn entpuppt sich alsbald als vollkommen durchgeknallter Psycho, der seine ganz eigene Art besitzt, potenzielle Berufs-Quereinsteiger ausreichend zu motivieren.
 
Ursprünglich als “Inhuman Resources” betitelt, gehört dieser australische Independent-Thriller zu einer ganzen Reihe günstig produzierter Low-Budget-Filmchen, die zum größten Teil durch Crowdfounding finanziert wurden und die aufgrund der teilweise schon zu Tode gerittenen Folterthematik und der Masse ähnlich gewerkelter Gewaltware nur selten die Gunst interessierte Horrorfans für sich gewinnen können. Im Falle von “Redd Inc.” eigentlich bedauernswert, denn hinter diesem vermeintlich vollkommen belanglosen Terrorfilm versteckt sich ein durchaus bösartiger Horrorspaß, denn sich ausgehungerte Genre-Fans bereits jetzt schon einmal vormerken sollten. Zwar spielen sich die Gegebenheiten in “Redd Inc.” nach bereits bekannten Folter-Einerlei ab, aber trotzdem lässt sich nicht leugnen, dass der hier bebilderte Überlebenskampf durchweg spannend und kurzweilig inszeniert wurde. Klischees gibt es hier zuhauf. Die wenigen “Angestellten” handeln grob fahrlässig und scheinen vermutlich eine Vorliebe für adrenalingetränkte Momente zu besitzen, in denen sie fast schon zwanghaft-genüsslich, das eigene Leben in Gefahr bringen müssen. Die Interaktionen gestalten sich demnach als vollkommen planlos und bedeppert, was aber aufgrund des teilweise bitterbös-zynischen Untertons vollkommen in Ordnung geht und es durchaus Freude bereitet, den vollkommen geistlosen Intelligenzbestien beim Sterben beizuwohnen. Das eigentliche Plus verdient sich “Redd Inc.” jedoch durch seinen ziemlich kompromisslosen Hauptdarsteller “Nicholas Hope“, der die Rolle des vollkommen gestörten “Thomas Reddman” mit Bravour meistert. Seine Agieren als psychotischer Bösewicht, ist derart grandios, dass der Qualitätsgehalt der Handlung mit seinem Erscheinen steigt und fällt. Eigentlich schade, dass sich eine derart böswillige und dennoch charismatische Figur in einen derart uninspirierenden Horrorfilm verirrt hat, denn der Charakter hätte durchaus Potenzial dazu gehabt, in Serie zu gehen. Trotzdem, auch wenn die Geschichte schon irgendwie arg an die diversen Hochglanz-Fortsetzungen des “Saw”-Franchise erinnert und einige wirklich derbe Szenen (übrigens, umgesetzt von „Tom Savini“) gerade zartbesaitete Gemüter durchaus erhitzen dürfte, so ist “Redd Inc.” einer der wenigen Thriller seiner Art, dessen grobmotorische Ungereimtheiten zwar offensichtlich in Erscheinung treten, aber zu verschmerzen sind. Immerhin ist der vorliegende Schocker einer der wenigen Fälle, denen die teilweise etwas unbeholfene und unprofessionelle Inszenierung vollends zugute kommt. Die Ausleuchtung ist teilweise derart grenzwertig, dass man als Zuschauer nur erahnen kann, was sich da vor der Kamera abspielt. Immerhin entwickelt die spärlich ausgeleuchtete Kulisse eine unfreiwillig gespenstig-düstere Atmosphäre, die den morbiden Unterton des Filmes vortrefflich zu unterstreichen weiß.
 
Damit sich “Redd Inc.” zumindest ein wenig vom einfältig, unkreativem Folter-Nonsens abheben kann, spendiert Regisseur “Daniel Krige” seiner zynischen, böswilligen Terror-Hatz eine verblüffende Wendung. Derart Vorgehen scheint sich ja aktuell im Genre großer Beliebtheit zu erfreuen. Der abrupte Plott wertet den bis dato routiniert inszenierten Horrorfilm erfrischend auf, sodass es “Redd Inc.“mit einer Leichtigkeit schafft, sich positiv von gängig dummer Gewaltkost prägnant abzuheben. Zwar erfindet auch dieser Film das Rad nicht neu; der Indie-Schocker beweist aber, dass es oftmals nicht notwendig ist, viel Geld in ein unterhaltsames Filmchen zu investieren, sondern dass man auch mit nur wenig finanziellen Mitteln Gorehounds und Horror-Fans kurzweilig bei Stange halten kann. Von daher: Praktikum in der “Redd Inc.” gefällig?
 
 
 


 
 
 

Redd Inc. – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Darf ich vorstellen: der kleine Bruder von “SAW” – Gemeines Kammerspiel mit einem ziemlich bösartigen Psychopathen. Willkommen zum Vorstellungsgespräch direkt in der Hölle!
 
 
 


 
 
 

Redd Inc. – Zensur

 
 
 
Schwierig über eine Freigabe zu spekulieren. Für eine ungeschnittene “Keine Jugendfreigabe” ist er zu zeigefreudig. Um Zensuren für eine Freigabe vorzunehmen, ist “Redd Inc.” zu harmlos. Wir schätzen jedoch, dass er ungekürzt mit der “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichung durch die FSK kommen wird.
 
 
 


 
 
 

Redd Inc. – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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Vile (2011)

SAW (2004)


Filmreview: “Community” (2012)

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Community

Story

 
 
 
Zwei ambitionierte Filmstudenten bei ihrem Versuch nach ganz oben: mit einer Dokumentation, die sich mit den “sozialen Ungerechtigkeiten” in der Bevölkerung beschäftigen soll, führt sie ihr Projekt auch in ein sagenumwobenes Stadtviertel, wo Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit zur der Tagesordnung gehören und um welches selbst die Polizei einen großen Bogen zieht. Glaubt man den Gerüchten, so ist die Siedlung ein Vorort der Hölle. Hier blühen Kriminalität, Drogenhandel und Armut. Schnell haben die beiden die Wohnung eines gewissen Mr. Lowman ausfindig gemacht, der die Studenten zu einem Interview geladen hat und Mysteriöses über die Siedlung zu berichten weiß. Doch den Studenten zwängt sich ein schrecklicher Verdacht auf, als sie die katastrophal zugerichtete Wohnung betreten und niemanden darin vorfinden. Stattdessen treffen sie wenig später auf eine Schar vermeintlich heimatlose Kids, die in ihrer Freizeit genüsslich Tiere quälen und perspektivlos von einem Tag zum nächsten hangeln. Schnell ist den Filmemachern klar, dass hier einiges im Argen liegt – doch die Wahrheit offenbart den beiden das blanke Entsetzen …
 
 
 


 
 
 

Community – Kritik

 
 
 
Die Engländer scheinen so langsam die eigenen Missstände im Land mit Hilfe schaufreudiger Horrorfilme aufarbeiten zu wollen.
Nach “Eden Lake“, “Comedown” und Co. ist nun bereits der vorliegende “Community” ein weiterer dieser Filme, der ein durchaus kontroverses Milieu zum Mittelpunkt der Gegebenheiten macht und dabei hilflos versucht, so etwas wie eine brisante, gesellschaftskritische Botschaft in die notdürftig zusammengebastelte Geschichte zu flechten. Gelang dem Thriller “Eden Lake” das immerhin mit beeindruckend realistischer Härte, so bietet derart diskussionswürdige Grundlage dem pseudo-dokumentarischen Terrorfilm “Community” nur Anlass dafür, den Zuschauer mit rund 80 Minuten asozialer Psychogewalt zu beschallen. In bester “Texas Chainsaw Massacre“-Tradition sehen sich im Verlauf der Geschichte zwei allzu neugierige Hochschulstudenten mit einer durchaus skurrilen Herde sozial abgeglittener Rednecks konfrontiert. Da wird ein heruntergekommener Stadtteil samt klappriger Holzbaracken bebildert, auf dessen Straßen sich fetthaarige Kinder die Zeit mit dem Abschlachten von eingefangenen Tieren vertreiben und sich Eltern ihrem stündlichen Drogenrausch hingeben müssen, sodass ihnen dabei kaum Zeit bleibt, sich um die orientierungslosen Kids kümmern zu können. So weit, so gut – eigentlich. Wären da nicht einmal mehr die typisch stereotypen Regeln des modernen Horrorfilms, die natürlich auch diesem Film unweigerlich vordiktieren müssen, dass eben derart sozial benachteiligte Unterschicht eigentlich nur Böses im Schilde führen kann. Schön plakativ prallen hier die Gegensätze aufeinander und werden, wie hätte man es auch anders erwartet, moralisch fragwürdig in die klapprige Szenarie verfrachtet. Die attraktiven Hochschulstudenten werden genüsslich von ungebildeten und verdreckt-entstellten Freaks durch das Viertel gehetzt, um letzendlich als Dünger für die im Keller eines Hauses herangezüchteten Marihuana-Pflanzen zu enden. Da wird einmal mehr geschrien und gehetzt und natürlich vollkommen sinnbefreit gehandelt, mit Klischees gespielt und Extreme ausgereizt. Dreckig-subtile psychologische Gewalt gibt es hier zuhauf, handelt es sich hier ja schließlich auch um einen Horrorfilm. Trotz „vielversprechender“ Thematik, dürften die Gorehounds unter den Genre-Fans im Film nur wenig Schauwerte entdecken können, denn “Community” sieht von ausufernden “Schlacht”-Szenen gänzlich ab und setzt stattdessen auf Terror, Terror und nochmals Terror. Immerhin gelingt dies dem Film mit einer beachtlichen Souveränität. Viele der beklemmenden Szenen erinnern in der Tat an bekannte Genre-Schocker. Ebenso wurde die unangenehm schmuddelige Atmosphäre und einige geniale Zitate gekonnt aus Filmen wie “Texas Chainsaw Massacre“, “F” und “Mum and Dad” stibitzt und durchaus ansprechend in die Szenarie transferiert.
 
In einige Szenen schafft es “Community” mit einer bemerkenswerten Leichtigkeit eine durchaus bedrohliche und unangenehme Stimmung zu entwickeln, die mit gesellschaftskritischen Seitenhieben nicht geizt. Während die Erwachsenen im Drogenkoma ihr (scheinbar friedliches) Dasein auf der heimischen Couch fristen, sammeln die ganz Kleinen vor der elterlichen Wohnung bereits erster Erfahrungen im Umgang mit Stichwaffen, wobei die Jugendlichen des Viertels fast schon primitiv-animalische Instinkte entwickelt haben und weder sprechen noch denken können, sondern grunzen, schreien und töten. Ein gewisser geistiger und sozialer Verfall lässt sich hier nicht von der Hand weisen, wird den Kids ja nichts anderes vorgelebt, was ihnen förderlich für die Zukunft wäre. Die erschreckende Perspektivlosigkeit der Eltern wird ihnen unweigerlich übertragen und vorgelebt – ein Kreislauf aus dem es kein Entrinnen gibt.
Eine Kettenreaktion folgt, an deren Ende Hass, Wut und Gewalt regieren. Während die Eltern ihr Schicksal noch mit einer unbekümmerten Gelassenheit hinnehmen und Ihren unterdrückten Existenzängste im Konsum von Rauschmitteln ertränken, ist der von Generation zu Generation übertragene moralische und intellektuelle Verfall bei den Nachkommen umso ersichtlicher.
Die heranwachsenden Kids wirken seelenlos, kaltblütig und unberechenbar, agieren wie emotionslose Killerroboter und sind im Endeffekt das Resultat, der Perspektivlosigkeit der eigenen Eltern. In Anbetracht dieser Erkenntnis kann “Community” vollends überzeugen. Die Ansätze wirken durchaus interessant, was aber natürlich nicht zwingend bedeuten muss, dass der Film daher uneingeschränkt zu empfehlen sei.
 
Die eigentlich ambitionierte Botschaft will einfach nicht in einen Film mit diesem Kontext passen. Keine Ahnung was sich Regisseur „Jason Ford“ dabei gedacht hat, seine kontroverse Thematik in einer Horrorfilms (mit teilweise hanebüchenen, phantastischen Elementen) zu verpacken. Auch wenn der Beginn durchaus seine Momente besitzt, so driftet der Rest dieses Genre-Beitrages in einer vollkommen haarsträubenden und horrorlastigen Wendung ab, die angesichts der Thematik vollkommen unglaubwürdig und lächerlich wirkt. Da wird im Keller eines Hauses Marihuana angepflanzt und der Wachstum mit “menschlichen Dünger” beschleunigt. Zudem verspeist die “Community” das Fleisch ihrer Opfer. Natürlich bleibt das alles unentdeckt und natürlich kennen sich die Bewohner des Viertels trotz Armut und geistiger Schwindsucht, bestens mit der Bedienung neumodischer Handys aus. Vielleicht hätte der Film als Drama besser funktioniert, denn die nicht uninteressante Kritik an der heutigen selbssüchtigen Gesellschaft bietet durchaus ausreichend Diskussionsbedarf. Dennoch, aufgrund der recht unnötigen Terrorspitzen, ist „Community“ leider nur bedingt zu empfehlen. Gerade gegen Ende hin, entpuppt sich dieser vorliegende Terror-Schocker einmal mehr, als vollkommen dummer und einfältiger Horrorfilm der nichts thematisiert, was man nicht schon bereits in 10000 Terrorfilmen zuvor gesehen hätte.
 
 
 
[Achtung, es folgt ein SPOILER]
 
 
 
Trotz aller Kritik, stößt der Film am Ende dem Zuschauer mit einer gnadenlosen Konsequenz vor den Kopf. Kameramann „Will“ , einzige Sympathieträger der Geschichte, mit dem sich der Zuschauer verbunden fühlt und der sich bis dato nichts zu Schulden kommen lassen hat, wird im Verlauf der Handlung sadistisch in den Tod gejagt und das, obwohl er seine Freundin, die Filmstudentin „Isabelle“ permanent versucht von ihrem Vorhaben abzuhalten. Die lässt sich natürlich nicht von ihrem Tun abbringen und zerrt beide geradezu ins Verderben. Die diversen Alarmzeichen des Films werden hier natürlich unweigerlich missachtet (es ist ja auch ein Horrorfilm), und „Isabelle“ die ein durchaus finsteres Geheimnis birgt und eigentlich zum Sündenbock der Geschichte deklariert wird, überlebt das Martyrium. Dem Zuschauer dürfte derart unbefriedigender Schlussakt durchaus bitterlich munden, zumal das “Böse” überlebt und der eigentliche Symphatieträger über die Klinge springen muss …
 
 
 


 
 
 

Community – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Durchaus derbe Gesellschaftstudie, die im Kontext eines Horrorfilms etwas unangebracht wirkt.
 
 
 


 
 
 

Community – Zensur

 
 
 
Eine mögliche deutsche Fassung dürfte ungeschnitten das “Keine Jugendfreigabe“-Symbol zieren.
 
 
 


 
 
 

Community – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
F (2010)

Eden Lake (2008)

Society (1989)

Texas Chainsaw Massacre (1974)

Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)


Filmreview: “Hansel & Gretel get baked” (2013)

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Hansel & Gretel get baked

Story

 
 
 

Hansel (Michael Welch) und seine Schwester Gretel (Molly C. Quinn) haben mal wieder so richtig Lust einen gehörig fetten Joint durchzupfeifen. Kurzum macht sich Gretel´s Freund Ashton (Andrew James Allen) auf den Weg, einige Gramm hochwertiges Marihuana zu besorgen. Glaubt man den Gerüchten, so soll die alte Agnes (Lara Flynn Boyle) über den besten Stoff der Stadt verfügen. Doch der friedliche und gastfreundliche Schein der gebrechlichen Dame trügt, denn hinter der Fassade des eigentlich harmlos wirkenden Mütterchen, verbirgt sich das unberechenbare Böse. Sie lockt nichtsahnende Teenager in ihr Haus, wo sie die Kids genüsslich foltert und anschließend verspeist, um sich deren jugendliche Lebenskraft einzuverleiben zu können. Nachdem Gretel vergebens auf die Rückkehr ihres Freundes wartet, machen sich die Geschwister auf die Suche nach dem vermissten Freund und stoßen bei ihren Recherchen auf das dubiose Geheimnis der blutgierigen Hexe Agnes!
 
 
 


 
 
 

Hansel & Gretel get baked – Kritik

 
 
 
Kaum erblickt eine lukrative Film-Idee das Licht der Zelluloid-Welt, kann man als Filmfreund flink davon ausgehen, dass unzählig thematisch ähnliche Werke, wie Pilze aus dem Boden sprießen werden, die im Zuge des Originals schnell auch noch einige Dollars Gewinn machen möchten. Zu einem der wohl bekanntesten Kandidaten dieser Art gehört das ominöse Filmstudio “The Asylum“, das sich seit jeher dieser dreisten Masche bedient und wohl jedem interessierten Horrorfilmfreund hinreichend bekannt sein dürfte. Seit ihrem fragwürdigem Bestehen hat es sich die B-Movie-Schmiede zur Aufgabe gemacht, die Ideen bekannter Mainstream-Filmchen preisgünstig und fachgerecht zu recyceln, um oftmals noch vor dem eigentlichem Kinostarts der Vorlage, Genre-Fans mit ihren trashig-belanglosen No-Budget-Werken gehörig auf den Zünder zu gehen. Auch das massentaugliche Horrormär “Hänsel und Gretel: Hexenjäger” aus dem Hause “Paramount/MGM” scheint hierbei einigen sehr emsigen Filmemachern eine vielversprechende Vorlage geboten zu haben, sodass der Heimkinomarkt aktuell einmal mehr mit einem ziemlich dreisten Etikettenschwindel überschwemmt wird. Insofern sich der interessierte Genre-Filmfreund nicht bereits in unzähligen Foren über das Vorhandensein diverser “Hänsel und Gretel“-Duplikate informiert haben sollte, dürfte er aufgrund der diversen Mogelpackungen vermutlich schnell den Überblick verlieren und sich fragen, bei welchen dieser diversen Filme es sich denn nun eigentlich um das glattgebügelte Kino-Original handelt?
 
Auch der vorliegende “Hansel & Gretel get baked” lässt, aufgrund der ziemlich absurden Story, einmal mehr vermuten, dass es sich bei dieser etwas sehr frei interpretierten “Hänsel und Gretel“-Version um ein billig heruntergekurbeltes “Asylum“-Werk handelt. All denen sei jedoch versichert, das hier Entwarnung gegeben werden darf. Wie das, zugegebenermaßen, sehr groteske Filmplakat bereits verlauten lässt, haben sich hier die Produzenten des erfolgreichen “Twilight“-Franchise zusammengerafft und einen Film geschaffen, der diesmal rein gar nicht jugendkonform daherkommen möchte. Hier werden keine weichgespült-verliebten Teenies mit allerhand pubertären Alltagsproblemchen konfrontiert, sondern die wenigen Protagonisten dürfen sich mit einer durchaus boshaft-grimmigen Zeitgenössin umherschlagen, die daran Gefallen gefunden hat, nichtsahnende Teenager schön sadistisch in kleine Scheibchen zu filetieren, damit sie diese formgerecht den gierigen Schlund hinabwürgen kann. Hierbei sollte das gelüstge Treiben durchaus mit einem zwinkernden Auge genossen werden, denn “Hansel and Gretel get baked” hat im Grunde genommen nur im entferntesten überhaupt noch irgendetwas mit der Grimmschen Vorlage zu tun. Stattdessen gibt es hier Fun-Splatter nonstop für all die Horrorfans, die einmal mehr mit Vorliebe den Intellekt ausschalten und sich von schön dümmlicher Horrorware berieseln lassen möchten. Regisseur „Duane Journey“ gelingt es mit viel Wortwitz einen durchweg unterhaltsamen Partyfilm zu kreieren, der sich vollkommen unbeschwert bedeutend besser durchschlägt, als die letzten 20 “Asylum“-Werke zusammen. Immerhin bietet das kuschelige Heim der mordgeilen Hexe Agnes Unterschlupf für allerhand skurrile Zeitgenossen, die in den unmöglichste Momenten, die vollkommen schwachsinnigsten Dinge veranstalten. Da werden “unbrauchbare” Kids kurzum in Zombies verwandelt, die es sich in Mülltonnen und Küchenschränken gemütlich machen und Hexe Agnes fortan treue Dienste erweisen. Auch ein dämonischer Killerhund sorgt für Zucht und Ordnung im Haushalt, sodass es allzu neugierigen Kids durchaus erschwert werden dürfte, einen Ausweg aus dem absurden Folter-Irrgarten zu finden.
 
In seinen besten Momenten erinnert “Hansel & Gretel get baked” ziemlich grandios an die kreativen “Night of the Demons“-Filme der späten 80er Jahre, in denen die dämonische Präsenz einer gewissen Angela unter Teenagern für Angst und Schrecken sorgte und welche sich deren Körper durch allerhand perfiden Ideen entledigte. “Hansel & Gretel get baked” macht da natürlich auch keine Ausnahme, nur mit dem Unterschied, dass das Töten im Jahre 2013 natürlich etwas expliziter und handfester daherkommt, als es vermutlich in den 80ern der Fall gewesen ist. Hier werden Augäpfel zweckentfremdet und Beine amputiert, damit diese dann köstlich aufbereitet auf dem Küchentisch serviert werden dürfen. Das liest sich zwar vermutlich durchaus widerlich, wird aber mit einem derart zynischen Unterton gewürzt, dass diese Szenen schnell ihren eigentlichen Schrecken verlieren.
 
 
 
Manchmal fragt man sich als Horrorfilmfreund, auf welch seltsame Ideen so manch Filmschreiberling kommt. Da werden Hänsel und Gretel als Teenager in die Gegenwart transferiert und geraten an eine Marihuana-dealende Frau, die sich im Endeffekt als Fleisch verspeisende Furie entpuppt. Okay, dass wirkt wahrlich arg gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber in der Umsetzung erfrischend unterhaltsam. Hierbei sei vor allem die Leichtigkeit zu nennen, mit welcher der Film es schafft, eine durchaus kurzweilige Geschichte zu erzählen, die im Grunde genommen einen Gehalt von Null besitzt. Macht nichts, hier gibt es Blut und Gemeinheiten satt für alle Horrorfilmfans, die es blutig und witzig zu gleich mögen! Von daher, ein 6er-Pack Bier zur Hand, Glotze an und Hirn auf Standby herabgefahren – “Hansel & Gretel get baked” rockt!
 
 
 


 
 
 

Hansel & Gretel get baked – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Fieser Splatter-Partyfilm für all die Fans, der etwas handfester Zunft.
 
 
 


 
 
 

Hansel & Gretel get baked – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung dürfte ungeschnitten eine „Keine Jugendfreigabe“-Einstufung erhalten.
 
 
 


 
 
 

Hansel & Gretel get baked – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “Would you Rather” (2012)

would your rather
 
 
 

Would you Rather

Story

 
 
 

Um die wichtige Operation ihres krebskranken Bruders finanzieren zu können, lässt sich die hilfsbereite und rücksichtsvolle Iris von einem ihr unbekannten Milliardär namens Lambert überreden, an einer seiner großzügigen Veranstaltung teilzunehmen. Dort können interessierte Gäste eine großzügige Summe Geld verdienen, wenn sie sich nur dazu bereit erklären, an einem eigens von Lambert entwickelten Spiel mitzuspielen. Unwissend, was den Teilnehmern nach ihrer Zusage erwartet, willigen die ahnungslosen Gäste ein in der Hoffnung, jene Veranstaltung mit einer gefüllten Brieftasche verlassen zu können. Hierfür werden die Räumlichkeiten verschlossen und jedem Spieler die Aufgabe erteilt, entweder sich selbst physische Schmerzen zuzufügen oder einen der anwesenden Gäste zu verstümmeln …
 
 
 


 
 
 

Would you Rather – Kritik

 
 
 
Das dreckige Tortur-Kino der 70er Jahre ist einfach nicht totzukriegen. Nach einem geglückten, generalüberholten und äußerst sadistischen Revival, dass durch Filme wie das “Texas Chainsaw Massacre Remake“, “Hostel” und “Saw” im Jahre 2003 eindrucksvoll ins Leben gerufen wurde und an brutaler Zeigefreudigkeit kaum zu übertreffen war, folgten bisher unzählige Plagiate, die mal mehr und mal weniger überzeugen konnten. Ob bei lebendigen Leibe zersägt, schaufreudig gefoltert oder lukrativ gehäutet – kaum eine perfide und präzis-dokumentierte Todesart wurde hierbei ausgelassen, um auch ja der sensationsgeilen Erwartungshaltung angehender Hobby-Masochisten gerecht werden zu können. Nach dem (eigentlich) abschließenden siebenten Teil des bekannten “Saw“-Franchise wurde es verdächtig “handzahm” und ruhig um die expliziten und (teilweise) menschenverachtenden Tortur-Reißer, sodass es vermutlich Liebhaber dieses zweifelhaften Sub-Genres erfreuen dürfte, dass nun im Zuge der langsam abebbenden Folter-Welle ein weiterer Indie-Kandidat ins Rennen geschickt wurde, um einmal mehr die stahlharten Nerven unterversorgter Horrorfilmfans auf die Probe zu stellen zu dürfen. Erstaunlicherweise reduzieren sich die bisher letzten Veröffentlichungen jener Art (“True or Dare“, “Vile“, “The Helpers“, “Schlaraffenhaus“) nicht mehr allein nur auf das blutige Ausreizen perverser Gewaltakte, sondern verfrachten das derbe Zurschaustellen abartiger Grausamkeiten auf vordergründig psychischer Ebene, wie es bereits in den Werken der experimentierfreudigen 70er Jahre der Fall gewesen war. Der krude Horror-Folterporno von Heute scheint eine Kehrtwende eingeschlagen zu haben und sich zu seinen Wurzeln zurückbegeben zu wollen, wobei nach wie vor auch heute noch der fragwürdige Ideenreichtum emsiger Filmemacher keine Grenzen findet. Und so werden grafisch ansprechende Folterakte weitestgehend in ihrer Blutgeilheit reduziert und mehr das Martyrium des Hauptdarstellers in den Mittelpunkt der Geschehnisse verfrachtet (“Martyrs“), wobei deren Überlebenskampf sich unweigerlich auf den Gemütszustand des Zuschauers überträgt. Waren es vor mehr als 30 Jahren hauptsächlich Frauen, die in derart Filmen genüsslich gedemütigt, missbraucht und gequält wurden, so findet im “aufgeklärten” und “toleranten” 21. Jahrhundert eine Art geschlechtliche Gleichberechtigung statt, was zur Folge hat, das aktuell sogar auch männliche Protagonisten um ihr Überleben winseln, jammern und betteln dürfen.
 
Auch der vorliegende “Would you Rather” ist einer dieser sagenumwobenen “Meisterwerke”, welche sich virtuos in die Reihe der Zurschaustellung perverser Abartigkeiten einzureihen weiß und sich mit allerhand moralisch zweifelhaften Interaktionen und den verstörten Denkstrukturen seiner Protagonisten beschäftigt. Dabei, und das sollte man diesem Film positiv anrechnen, erinnert sich Autor und Regisseur „David Guy Levy“ zurück an die Glanzzeiten des allseits beliebten Terrorkinos und verfrachtet seine Geschehnisse in eine ansprechend düstere Umgebungskulisse, die in ihrem dreckigen Look teilweise an den Beginn des allseits beliebten Tortur-Kinos erinnert, welches in Filmen wie “Texas Chainsaw Massacre” und “Last House on the Left” seinen Anfang fand.
Unüblicherweise wartet “Would you Rather” mit einem ansprechenden Staraufgebot aus. War Hauptdarstellerin “Brittany Snow” zuletzt noch munter trällernd und vor allem ungeniert jugendfrei im Teenie-Komödchen “Pitch Perfect” unterwegs, so scheint sie ihr facettenreiches Schauspiel mit dem Auftritt in diesem Schreckensszenario erweitern zu wollen. Löblicherweise recht ambitioniert, scheitert doch ihre Rolle nicht an jenen stereotypen Verhaltensmustern, mit welchen man so oft in ähnliche Produktionen dieser Art konfrontiert wird. Ihr Verhalten durchzieht sich relativ glaubwürdig durch die dünne Handlung, auch wenn ihr das Drehbuch hin und wieder suspekte Denkphrasen eintrichtern möchte, die so rein gar nicht zu ihrem Charakter passen möchten.
Neben Ex-Porostar „Sasha Gray“, welche eine äußerst unsympathische Leidensgenossin miemt, dürften vermutlich alle Fans der Horrorlegende “Jeffrey Combs” überrascht sein, dass einer der ganz großen Gerne-Helden der 80er Jahre sich für derart Quark hat überreden lassen. Dennoch bieten gerade Combs kongenialen Auftritte den eigentlichen Schauwert dieses fragwürdigen Tortur-Filmchens. Der Mann beweist einmal mehr, dass er es auch nach Kultfilmen wie “Re-Animator” und “From Beyond” immer noch drauf hat, selbst dem miesesten Film das gewisse Etwas zu verleihen. Seine schwarzhumorigen Wortfloskeln bereichern den eigentlich vollkommen unwichtigen “Would you Rather” ungemein, sodass die plumpe Foltergeschichte einen halbwegs seh- und ertragbaren Unterhaltungswert erreicht. Die Rolle des kompromisslosen Sadisten scheint Combs einmal mehr wie auf den Leib geschneidert zu sein und als Zuschauer spürt man regelrecht mit welcher Inbrunst der Schauspieler selbige lebt. Mit seinem Auftritt fällt und steigt der Qualitätsgehalt der Handlung und heben den zynischen Folter-Nonsens weitestgehend über den Durchschnitt.
 
Would you Rather” ist einer dieser Filme, die ihre Wirkung trotz aller Vorhersehbarkeit keinesfalls verfehlen. Zwar geht es hier nicht maßgeblich blutig zugange, trotzdem wirken einige Szenen aufgrund ihrer schonungslosen Kompromisslosigkeit erheblich hart, sodass vermutlich einige zartbesaitete Zuschauer flink zur Fernbedienung ihres Heimkino-Abspielgerät greifen dürften, um die gewalttätigen “Show-Einlagen” leichter ertragen zu können. Die Protagonisten werden hierbei mit allerlei physischen und psychischen Unannehmlichkeiten konfrontiert, wobei sich der Film immer wieder die Frage stellt, wie kostbar letztendlich ein Menschenleben ist und wie weit jeder Einzelne gehen würde, um aus seinem selbstsüchtigen Handeln das meiste Kapital zu schlagen. Statt Augenmerk auf altbekannte Mordwerkzeuge, wie Kettensägen, Macheten und Schusswaffen zu legen, rücken hier traditionelle Folterinstrumente in den Mittelpunkt der Gegebenheiten. Neben einem primitiv zusammengewerkelten Fass gefüllt mit klarem Leitungswasser, finden sogar Silvesterraketen und Reitgerten vollkommen neue Einsatzgebiete. Zwar beginnt das muntere Treiben mit erheblich leichten Aufgaben (Vegetarierin soll Fleisch essen), diese bilden jedoch nur den Auftakt eines perfiden Sammelsuriums an kranken Ideen.
Auch wenn der moralische Background durchaus Diskussionsstoff bietet, so wirkt das widerliche Szenario durchaus selbstzweckhaft, sodass die brenzliche Kontroversität des Themas im Zuge breit ausgewalzter Foltereinlagen vollkommen untergeht. Die Beweggründe der Gastgeber bleiben weitestgehend ungeklärt, sodass der Zuschauer mit allerhand Fragen zurückbleibt und nur darüber spekulieren kann, aus welchem Beweggrund Lambert diese Veranstaltung organisiert hat.
 
 
 


 
 
 

Would you Rather – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Would you Rather” ist ein moralisch fragwürdiges Filmchen, das aufgrund seiner kompromisslosen Darstellung ziemlich hart daherkommt. Zudem beweist „Jeffrey Combs“ einmal mehr, dass seine Auftritte selbst den miesesten Horrorfilm aufwerten können.
 
 
 


 
 
 

Would you Rather – Zensur

 
 
 
Eine deutsche, ungeschnitten Fassung dürfte mit viel Glück eine „Keine Jugendfreigabe“-Einstufung erhalten. Dennoch dürfte sich die FSK bei derart Thema erheblich vor den Kopf gestoßen fühlen, sodass es auch sein könnte, dass Schnitte für einen „KJ“-Release vorgenommen werden müssen.
 
 
 


 
 
 

Would you Rather – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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The Helpers (2012)


Filmreview: “The Helpers” (2012)

the helpers 2012
 
 
 

The Helpers

Story

 
 
 
Es hätte für die sieben Freunde dieser kleinen Geschichte ein wahrlich feierfreudiges Wochenende werden können.
Doch wie so oft in Horrorfilmen dieser Art, meint es das Schicksal mit den Teens gänzlich anders, als anfänglich erwartet. Ihre euphorische Reise nach Sin City, Las Vegas, wird kurzum durch eine Autopanne unterbrochen.
Gott sei Dank entdeckt die Gruppe irgendwo im Nirgendwo ein kleines Motel, dass sich scheinbar auf die Reparatur derart “zufälliger” Pannen spezialisiert zu haben scheint. Guter Dinge, die Fahrt bald fortsetzen zu können, verbringen die Freunde die Nacht in der abgelegenen Herberge. Ein fataler Fehler, denn hinter der hilfreichen und gastfreundlichen Fassade der zuvorkommenden Motel-Inhaber, verbirgt sich das personifizierte Böse …
 
 
 


 
 
 

The Helpers – Kritik

 
 
 
Es gibt Filmthemen, die scheinen derart begehrt zu sein, das man sie wieder und wieder lukrativ recyceln muss.
War es vor einigen Jahrzehnten noch das beliebte Slasher-Genre, dass mit Vorliebe durch den Fleischwolf gezwirbelt und gehörig abgemolken wurde, so zieren aktuell blutgierige Killerviren, menschenverachtende Folterspielchen oder Wackelcam-geile Poltergeister die internationale Filmlandschaft. Kaum ein Genre-Werk entsteht derzeit, das sich nicht mit derart totgefilmten Horrorstoffen beschäftigt und um die Gunst der Zuschauer buhlt, in der Hoffnung halbwegs Beachtung geschenkt zu bekommen, damit die Macher hinter dem Beitrag rasch die schnelle Mark verdienen können.
Der vorliegende Vertreter “The Helpers” reiht sich hierbei ideal in die endlos lange Reihe aktueller Folterfilme ein, die mit Vorliebe dem nachgehen, was sie vermutlich am besten können: zu langweilen.
Ohne ein Fünkchen Originalität zu vermitteln oder kreative Eigenständigkeit zu beweisen wird hier genüsslich gefoltert und sadistisch gedemütigt, einzig der Gewalt und der Provokation wegen. Die Vorgeschichte (insofern man das Konstrukt überhaupt als Geschichte betiteln kann) ist schnell erzählt, sodass dieser aktuelle Folteraufguss erstaunlich straff zum Punkt kommt, damit der gewaltgierige Gorehound auch rasch das genießen darf, was er letztendlich von Filmen dieses Kalibers erwartet: sinnentfremdete Quälerei nonstop.
 
Wer jetzt dennoch darauf hofft, dass das auch alles hübsch hart anzuschauen ist, der irrt.
Vielmehr irrt Regisseur “Chris Stokes” zu euphorisch seinen großen Vorbildern “Hostel” und “Motel” hinterher, sodass er bereits nach nur wenigen Film-Minuten die Orientierung über seine ohnehin dürftig zusammengeflickte Filmchen verliert. Nicht nur, dass die Interaktionen der wenigen Protagonisten vollkommen hirnrissig erscheinen, auch die Geschichte wirkt zunehmend konfus, sodass der Film zur echten Geduldsprobe avanciert. Vor allem die skrupellosen “Helfer” beginnen bereits nach ihrem ersten Auftauchen gehörig zu nerven und versuchen im Verlauf der Handlung zwanghaft böse und hinterlistig zu wirken. So wirklich eindrucksvoll will ihnen das jedoch nicht gelingen, denn ihr lustloses Agieren wirkt weniger bedrohlich, als vielmehr konsequent einschläfernd. Und so hilft es dem Film letztendlich auch nicht, dass es zwei weibliche “Helferinnen” offensichtlich zu gut mit Ihrem übertriebenen Overacting meinen und in einer Tour versuchen mit Hilfe zynischer Wortfloskeln ihren männlichen Mitstreitern die Show stehlen zu wollen.
Das permanent überspitzte Gegacker wirkt hierbei derart störend und unfreiwillig komisch, dass man sich als Zuschauer vollkommen verwirrt fragt, ob es sich nun bei “The Helpers” um eine rabenschwarze Komödie oder einen vermeintlich bösen Terrorfilm handeln soll. Zudem lässt sich nicht leugnen, dass einige der ambitionierten Jungdarsteller unglaublich mies vor der Kamera agieren, sodass es dem vorliegenden “The Helpers” nur selten gelingt, über Amateurfilmniveau hinaus zu schlittern.
 
 
 
Nachwuchs für emsige Folterexperten gesucht? Dann sollte dieser aktuelle Nonsens möglichst gemieden werden.
Das aktuelle “Meisterwerk” aus der Serie sadistisch-angehauchte “Möchte-gern-Folterstreifen” ist ein wirklich haarsträubend schlechter Vertreter seiner Gattung, denn hier wird schauspielerisches “Nichtkönnen” erstaunlich groß geschrieben. Ein grandiose Feuerwerk unweigerlichen Fremdschams. Gerade weil dem Film keine wirklich halbwegs spannende Geschichte zugrunde liegt und die improvisierenden Leistungen der wenigen Darsteller sehr zweifelhaft in Erscheinung treten, kommt rasch Langeweile auf, welche das muntere Treiben auf der heimischen Mattscheibe unerträglich gestalten dürfte. Dabei sind es nicht die Demütigungen und Folterungen selbst, die bitter aufstoßen, sondern die gesamten Inszenierung, die nur selten über Amateurstatus hinausreicht. Regisseur “Chris Stokes” schafft es mit einer unglaublichen Leichtigkeit, in einfach jedes Fettnäpfchen zu stiefeln. Seinem “The Helpers” gelingt es erstaunlich selbstsicher alles falsch zu machen, was man bei einem Film diesen Kalibers falsch machen könnte. Er ist langweilig und bedeutungslos, von Terror ist im Film kaum eine Spur. Ein Mitfiebern gestaltet sich als schwieriges Unterfangen, denn die wenigen Protagonisten im Film wirken unsympathisch, eindimensional und unzugänglich.
Auch auf Gewaltebene erfindet “The Helpers” das Genre nicht neu. Erstaunlicherweise gibt es hier für ausgehungerte Gorehounds nur wenig zu bestaunen. Ein groteske Zweiteilung sowie eine überraschende Enthauptung sind die einzig wahren “Highlights” in diesem vollkommen überflüssigen Film.
Für einen Terror- und Folterfilm vermutlich viel zu unspektakulär, dürfte die belanglose Darstellungen der obligatorischen Greueltaten einzig für ein müdes Lächeln unter alteingesessenen Horrorfilmfans sorgen.
 
Seltsamerweise handelt es sich bei Regisseur “Chris Stokes” um einen eigentlich halbwegs erfahrenen Filmemacher, der bereits eine umfangreiche Vita vorzuweisen hat. Neben einigen (in Amerika) erfolgreichen Horror- und Musikfilmen (“House Party 4” und “Somebody Help Me 1+2“), verdiente er sich vor allem als erfolgreicher Produzent namhafter Pop-Größen (“Destiny ‘s Child“, “Bobby Brown“) ein goldenes Näschen. Sein aktuelles Schaffen jedoch, dürfte er vermutlich am liebsten wieder in der Versenkung verschwinden lassen, denn “The Helpers” ist wahrlich ein vollkommen desaströses Stück Zelluloid, auf das der Filmfreund getrost verzichten kann!
 
 
 


 
 
 

The Helpers – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Motel” & “Hostel” erneut schlecht kopiert – Ein vollkommen unbrauchbarer und überflüssiger Film!
 
 
 


 
 
 

The Helpers – Zensur

 
 
 
Dürfte ungeschnitten mit “Keine Jugendfreigabe”-Kennzeichnung nach Deutschland kommen.
 
 
 


 
 
 

The Helpers – Trailer

 
 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 

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Filmreview: “Undocumented” (2010)

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Undocumented – Story

 
 
 
Eine Gruppe ambitionierter, amerikanischer Dokumentarfilmer arbeitet an einem Film, der sich mit illegal eingewanderten mexikanischen Immigranten beschäftigen soll. Um der Doku den nötigen Diskussionsstoff bieten zu können, reisen die Freunde nach Mexiko und begleiten eine Gruppe Flüchtlinge bei ihrer strafbaren Reise in die USA. Mit dem Wunsch, endlich der Armut und der erschütternden Perspektivlosigkeit entfliehen zu können, begeben sich die Immigranten in einen Flüchtlingstransporter, der sie sicher in das Land ihrer Träume transportieren soll. Doch die Reise schlägt fehl, denn auf ihrem Weg in die Freiheit geraten die Einwanderer an eine Gruppe radikaler amerikanischer Rassisten, die das Gesetz schlichtweg selbst in die Hand nehmen und die Truppe in ein eigens zusammengezimmertes Konzentrationslager verschleppen. Das amerikanische Filmteam soll hierbei die nun folgenden Grausamkeiten dokumentieren, mit welchen die selbsternannten Ordnungshüter die verstörten Einwanderer bestrafen. Zudem soll das abartige Filmmaterial als Propagandafilm fungieren, der weitere illegale Immigranten davon abhalten soll, unrechtmäßig amerikanischen Boden zu betreten.
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Kritik

 
 
 
Mit dem vorliegenden Genre-Beitrag „Undocumented“ hat es einmal mehr ein Nachwuchsregisseur geschafft, mit reichlich Zündstoff auf sich aufmerksam zu machen. „Chris Peckover“, der sich zuvor sein Lohn und Brot mit einigen Kurzfilmchen verdient hat, teilt in seinem vorliegenden abendfüllenden Erstlingswerk herbe Kritik an der Unfähigkeit der amerikanischen Regierung aus. Hier wird nichts verschönert, oder vereitelt, sondern sein Film kritisiert einmal mehr, zu welchen rassistischen Abartigkeiten vermeintlich friedliebende Bürger fähig sein können und mit welcher Blindheit die amerikanische Führungsriege dem grotesken Treiben beiwohnt. Grundlage für seine Geschichte dient die aktuelle Immigranten-Problematik der USA, die scheinbar kaum noch in der Lage zu sein scheint, perspektivlose und in Armut lebenden Mexikaner davon abhalten zu können, illegal in das Land einzureisen. Da werden Mauern um die Grenzen gezimmert und der vollkommen übertriebene Patriotismus vieler Amerikaner, sowie die Angst vor dem eigenen sozialen Abstieg (denn die Mexikaner haben natürlich nichts anderes im Sinn als den Amerikanern die Jobs zu „stehlen“) sorgen nicht selten für ein unverständlich rassistisches Gedankengut gegenüber der mexikanischen Bevölkerung. Forscht man im Internet nach, so scheint es sogar kriminelle (amerikanische) Banden vor amerikanischen Grenzpunkten zu geben, die einzig darauf spezialisiert sind, ahnungslosen mexikanischen Einwanderern aufzulauern, auszurauben und schließlich zu töten. Hinzukommt, dass es bisher noch kein modernes, amerikanisches Einwanderungs-Recht gibt, dass die legale Einwanderung für Immigranten erleichtert, sodass viele Einreisende den illegalen und gefährlichen Weg in Kauf nehmen müssen, um von einem sorgenfreien Leben träumen zu dürfen.
 
Peckerovers „Undocumented“ ist kein einfach zu verdauender Film. Das wahrlich perverse und menschenverachtende Treiben geht verdammt nah und sorgt nicht nur einmal dafür, dass der Zuschauer als Zeuge der Geschehnisse mit einer verständlichen Fassungslosigkeit und einen brodelnden Wut vor dem heimischen Fernsehapparat zurückbleibt. Parallelen zum kürzlich erschienen „Territories“ sind unverkennbar. Auch dort wurde der radikale Weg gewählt und ein äußerst politisch brisantes Thema zur Grundlage des Films gemacht. Angesichts der erschütternden realen Geschehnisse, auf welche beiden Filme fungieren, wirkt die herbe Kritik in Form einer nicht enden wollenden Schreckens-Achterbahn der Grausamkeiten auch für den Zuschauer wie eine Martyrium. Anders als der kanadische Beitrag „Territories“ geizt der vorliegende „Undocumented“ nämlich nicht mit blutigen Details. Ob derart sadistische Zeigefreudigkeit jedoch wirklich hätte sein müssen, scheint fraglich, denn der Film hätte auch ohne die diversen Abartigkeiten seine erschütternde Wirkung keinesfalls verfehlt. Trotzdem, die wenigen (verdammt realistischen) F/X gehen durch Mark und Bein und verstärken vermutlich allein nur die Erkenntnis, zu welch unmenschlichen Fähigkeiten die Bestie Mensch fähig sein kann und dass derart unannehmbaren Menschenrechtsverletzungen zu keiner Zeit toleriert werden dürfen.
 
 
 
Nach „Saw“, „Hostel“ und Co. beweist ein motivierter Nachwuchsregisseur, dass der Horror nicht immer nur rein fiktiv sein muss. Man braucht als Filmfreund einfach nur den Fernseher einschalten und die Berichterstattungen in den aktuellen Nachrichtensendungen verfolgen. Der tagtägliche erschreckende Wahnsinn, der uns dort präsentiert wird, bietet auch die Grundlage des vorliegenden Thrillers „Undocumented“. Ein, teilweise schonungsloses Dokument über grausame Menschenrechtsverletzungen, welche sich Tag für Tag tatsächlich an der amerikanischen Grenze ereignen. Auch wenn Peckovers Geschichte rein fiktiv aus der „Found Footage“-Sicht eines Kamerateams geschildert wird, so birgt am Ende die Erkenntnis, dass illegale Immigranten aus Mexiko, die von einem besseren Leben träumen und tagtäglich dennoch für ihren Traum mit dem Leben bezahlen müssen, ein merklich befremdliches Bauchgefühl. Peckovers Film ist bereits seit geraumer Zeit als hochwertige Heimkinofassung auf dem amerikanischen Markt erhältlich. Warum sich hierzulande noch niemand für die Auswertung des Films entschieden hat, stößt meinerseits auf vollkommenes Unverständnis. Ein Film, der sich vor allem in die Sammler-Reihe „Kino Kontrovers“ ideal einfügen würde.
 
 
Im übrigen: wen dieser Film kalt lässt und wer sich nach Sichtung in seinem rassistischen Gedankengut (in welcher Art auch immer) bestätigt fühlt, sollte dringend den Psychiater seines Vertrauens aufsuchen!
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
“Undocumented” ist ein erschreckend, kontroverses und wichtiges Dokument für mehr Menschlichkeit, Verständnis und Toleranz!
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Zensur

 
 
 
Der Film selbst ist kein Splatter-Feuerwerk. Dennoch verfehlen die wenigen grafischen Gewaltdarstellungen nicht ihre Wirkung. Mit ganz viel Glück dürfte der Film ungeschnitten mit einer „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erscheinen.
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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Filmreview: “The Collection” (2012)


 
 
 

The Collection – Story

 
 
 
Elena (Emma Fitzpatrick) erlebt die Party ihres Leben: zusammen mit einigen Freunden schleicht sie sich auf eine angesagte Underground-Party und somit dem perfiden Killer namens “Collector” genau in die Arme. Der hat die Lokalität mit allerlei Fallen gespickt und dezimiert die gesamten (!) Party-Gäste innerhalb von nur wenigen Minuten auf recht krude Art und Weise. Die verwirrte Elena wird als “Spieleinsatz” in einen Koffer gequetscht und in ein leerstehendes Hotel verschleppt. Doch ihr wohlhabender Vater scheint gänzlich in großer Sorge zu sein und um das Wohlergehen der vermissten Elena besorgt. Schnell engagiert er einige Söldner, die sich zusammen mit einem ehemaligen Opfer des Killers (Josh Stewart), auf den Weg machen, die junge Frau zu finden. Kaum das leerstehende Hotel ausfindig gemacht, sehen sich die Retter mit einem Killer konfrontiert, der für jede noch so unerwartete Überraschung siegessicher gewappnet zu sein scheint …
 
 
 


 
 
 

The Collection – Kritik

 
 
 
Es ist immer wieder überraschend, welch steile Karriere so manch raffinierter Filmschreiberling in Hollywood einschlägt. Kaum hat man dort einige Drehbücher kommerziell erfolgreicher Horrorschnellschuss-Ware zu Papier gebracht, darf man flink davon ausgehen, dass jener Drehbuchautor sich selbst als kreativer Filmemacher auf dem Regiestuhl feiert. So auch im Falle von „Marcus Dunstan“, der sich in der Horrorfilmwelt als Drehbuchschreiber für die “Feast“-Trilogie und “Saw 5-7” einen anerkannten Namen gemacht hat. So wirklich zufrieden schien er jedoch mit seiner unscheinbaren Rolle im Hintergrund nicht gewesen zu sein, sodass er sich mit seiner ersten, eigenen Regiearbeit namens “The Collector” selbst einen langjährigen Traum erfüllte und dabei sogar noch großes Lob seitens der Horrorfilmbase erntete. Dass bei derart schweißtreibend und geschickt zusammengeflickter Thriller-Kost eine Fortsetzung nicht lang auf sich warten lies, liegt auf der Hand. Und so startete nun vor einigen Wochen der direkte Nachfolger des recht frischen Franchise in den amerikanische Lichtspielhäusern, wobei eine deutsche Veröffentlichung immer noch auf sich warten lässt.
 
Natürlich bürgt sich nun für Fans des Originals direkt die obligatorische Frage auf, ob das Niveau der packenden Killer-Hatz auch konsequent in der Fortsetzung gehalten werden kann. Nun, sagen wir so – “The Collection” besitzt all das, was man von einer würdigen Fortsetzung erwarten würde: mehr bösartige Fallen, mehr Opfer und mehr blutgeiles Gekröse. Das war´s dann aber auch leider schon. Regisseur “Marcus Dunstan” vergisst in seiner gänzlichen Euphorie und detailgetreuen Zeigefreudigkeit obligatorischer Gewaltexzesse hinfällige Fragen zu beantworten und spielt im Grunde genommen erneut die gleiche Geschichte, nach gleichem Schema, nur im größeren Maßstab ab. Schauplatz des frivolen Treibens ist diesmal ein leerstehendes Hotel, in welches er hunderte tote Körper aufbewahrt und zudem einige potenzielle Kandidaten verschleppt, die um ihr Über- und Ableben kämpfen müssen. Über Sinn und Unsinn des gesamten Treibens lässt sich wahrlich streiten, denn so wirklich erfrischend klaustrophobisch und so kongenial fies wie sein “The Collector” kommt der aktuelle Aufguss leider nicht daher. Vielmehr verläuft sich das Sequel in einer wahrhaftigen Splatter-Tour-de-Farce, die mit allerhand optischen Gemeinheiten aufwartet. Auch wenn die Geschehnisse auf der Kinoleinwand einen gewissen Kurzweil versprühen, so muss der Filmfreund nach Sichtung des Films bitter realisieren, dass “The Collection” doch irgendwie enttäuscht und eigentlich vollkommen überflüssig ist. Die Identität des Killers bleibt weitestgehend ungeklärt und seine Intentionen verlaufen merklich im Sande. Auch wenn in “The Collector” und “The Collection” reichlich mit dem “Was” und “Wie” gepockert wird, so zwängt sich im Verlauf der Sichtung ein hilfloses “Wer ist dieser Killer” und “Warum mach er das” auf. Immerhin lässt das obligatorisch offene Ende darauf schließen, dass der kommende dritte Teil der Reihe die diversen unbeantworteten Fragen klären wird, zumal sich der Killer am Ende mit dem Opfer konfrontiert sieht und selbiges auf schonungslose Rache sinnt. Die Täter/Opfer-Rolle wird zugunsten eines perfiden Racheakts ausgetauscht, sodass der Filmfreund einen vermutlich weiteren blutigen Vertreter seiner Gattung erwarten dürfte.
 
 
 
The Collection” ist mitnichten ein schlechter Vertreter seiner Gattung, wenn man denn nur seinen Vorgänger ausblendet, denn die Fortsetzung ist, bis auf kleine Nebenstränge, eine etwas ideenlose Kopie des Originalfilms. Regisseur Marcus Dunstan füllt sein recht kurzes Sequel mit allerlei derben Gore-Effekten und spickt es mit einigen sehr schmerzhaften Gemeinheiten, die vor allem zarte Gemüter gehörige Albträume bescheren dürften. Überhaupt treibt es der “Collector” überaus blutig, sodass das Splatterherz vor Freunde im Kreis tanzen dürfte. Leider erfährt die Geschichte des öfteren einige markerschütternde Schnitzer in der Logik, die sehr an Glaubwürdigkeit missen lassen. Zum einen skizziert “Dunstan” seinen skrupellosen und unkaputtbaren Killer als wahrhaftigen Glückspilz. Er schiesst, schlitzt und legt frivol gemeine Fallen, ohne selbst je Schaden zu nehmen. Im Nahkampf erweist sich der zähe Bursche als relativ geschickt und überhaupt scheint der “Sammler” mit einer beachtenswerten Vorahnung gesegnet zu sein, welche ihm sogar oftmals überraschend das Leben retten dürfte.
 
Dass solide Hotel-Setting lässt jegliche Inspiration missen und ist aufgrund der mangelnd erklärten Beweggründe des Killers halt einfach da. Wie so oft in derart Filmchen schert sich kein Außenstehender oder Polizist einen Deut darum, was sich hinter vermeintlich leerstehenden Mauern abspielt. Anhand der geschätzten 500 Körper, die der „Collector“ im Keller des Hause munter vor sich her verrotten lässt, dürfte ein barrierefreies Atmen im und um das Haus vermutlich rein gar nicht möglich sein, geschweige von den Horden an Insekten, die den Protagonisten aufgrund der im Haus verstreuten Leichenteile eigentlich das Leben zur Hölle machen müssten. Im den Räumlichkeiten selbst flitzen mittels Drogen manipulierte Zombies durch die Gänge und im Foyer darf der geneigte Horrorfilmfreund seltsame, blau beleuchtete Vitrinen bestaunen, in deren Inneren sich seltsame Körper befinden , die der “Collector” aus diversen Leichenteilen eigenhändig zusammengezimmert haben muss. Wie leider viel so oft in “The Collection” drängt sich hier eine vollkommen Ratlosigkeit des Zuschauers auf, der sich nicht nur einmal fragen dürfte, was der titelgebende Killer mit all seinen grotesken Aktion denn letztendlich bezweckt und was der gesamte sinnfreie Spuk denn nun eigentlich soll.
 
Immerhin, Fans eines “Saw” dürften sich im “Collection“-Universum direkt heimisch fühlen. Regisseur und Drehbuchautor „Marcus Dunstan“ scheint von der Kult-Reihe derart beeindruckt gewesen zu sein, sodass er kurzum einige Elemente aus der “Darren Lynn Bousman“-Vorlage vorbildlich zitiert hat. Das beginnt mit befremdlich ausgeleuchteten Settings, wirren Schnitten sowie seltsamen Farbfiltern und endet mit kreativ ausgetüftelten Fallen, die die Unmengen an unwichtigen Protagonisten schön zeigegeil über den Jordan meucheln.
 
Wer seine hohen Erwartungen herabstuft und keine weiteren Überraschungs-Hit erwartet, dürfte wohl möglich 80 kurzweilige Minuten voller blutigen Nonsens erleben – Filmfreunde, die bei “The Collection” einen ebenso raffiniert ausgetüftelten Horror-Thriller erhoffen, werden gnadenlos enttäuscht werden. Von daher: Bier in die Hand, Hirn ausschalten und genießen …
 
 
 


 
 
 

The Collection – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Krudes Splatter-Feuerwerk, das nicht einmal ansatzweise dem Vorgänger die Hand reichen kann
 
 
 


 
 
 

The Collection – Zensur

 
 
 
The Collection” hat es hierzulande nicht durch die FSK geschafft. Demnach musste der hiesige Vertrieb Schnitte für eine “KJ“-Freigabe vornehmen. Dennoch existiert natürlich auch eine ungeschnittene Filmfassung. Diese trägt die “SPIO/JK“-Kennzeichnung. Deshalb: beim Kauf sorgfältig auf den Freigabestempel achten!
 
 
 


 
 
 

The Collection – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Collection; USA 2012

Genre: Thriller, Horror, Splatter

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 / 16:9 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 82 Min. (uncut)

FSK: Keine Jugendfreigabe (cut) / SPIO/JK (uncut)

Verpackung: Schwarze Amaray (SPIO/JK-Fassung) / Blaue Amaray mit Wendecover (KJ-Fassung)

Extras: Deutscher Trailer (HD 2min), Originaltrailer (HD – 2min), Alternative Szenen (HD – ca. 6min), Make-up und Effekte (HD – ca. 5min), Produktionsdesign (HD – ca. 5min), Spezialeffekte (HD – ca. 6min), Stunts (HD – ca. 4min), Die Vision des Regisseurs (HD – ca. 5min), Audiokommentar mit Regisseur Marcus Dunston und Patrick Melton (keine UT), Trailershow mit 3 Filmen aus dem Portfolio des Vertriebs

 
 
 
Nun ist er endlich da, die deutsche Blu-ray zum Film “The Collector 2“.
Planet Media” hat weder Kosten noch Mühen gescheut, dem Film eine gerechte Veröffentlichung zu spendieren. Uns lag zum Test die ungeschnittene Fassung mit SPIO/JK-Aufdruck vor, die in einer edlen, schwarzen Amaray daherkommt und kein Wendecover besitzt – wozu auch. Die herkömmliche geschnittene Kaufhaus-Fassung trägt das “KJ“-Symbol und wird jedoch über eine Wendecover verfügen. Nach dem Einlegen der Scheibe erwarten den Filmfreund einige Trailer aus dem Hause “Planet Media” danach gehts geradeaus ins Hauptmenü, dass mit einigen Szenen des Films unterlegt wurde. Von hier aus kann der Zuschauer sich neben dem Hauptfilm auch einige Extras zu Gemüte führen. Diese sind durch die Bank weg hochauflösend; wurden aber leider nicht deutsch untertitelt. Gleiches gilt übrigens auch für den Audiokommentar, dem ebenso keine deutsche Untertitelspur spendiert wurde. Wer sich den Film gern im Original anschauen und dabei filmbegleitende Untertitel genießen möchte, darf jedoch aufatmen, denn diese sind immerhin vorhanden. Die Tonabmischung ist über jeden Zweifel erhaben und auch das Bild bleibt stets auf hohem Niveau. Wer den Film in seiner ungeschnittenen Form sein Eigen nennen möchte, sollte sich sputen. Uns würde es nicht wundern, würde die ungeschnittene SPIO-Fassung demnächst indiziert werden.
 
 

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The Collection – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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Saw (2004)

Mother´s Day (2010)


Filmreview: “Vile” (2011)


 
 
 

Vile – Story

 
 
 
Nichtsahnend erwachen einige junge Menschen in einem verbarrikadierten Gebäudekomplex.
Keiner der Anwesenden weiß, wie er hierhergekommen ist. An ihren Hinterköpfen befinden sich Schläuche, die aus ihren Schädeln herausragen und an dessen Enden sich kleine leere Behälter befinden. In Panik getrieben entdecken die Gruppe im Nachbarraum eine TV-Apparat auf dessen Bildschirm ihnen eine fremde Frau die Anweisung gibt sich selbst körperlich die schlimmsten Schmerzen zuzufügen, da im Extremfall perversester Qualen, das Gehirn ein überaus brauchbares Sekret aussondert. Diese kostbare Flüssigkeit wird dazu verwendet um eine beliebtes Designer-Droge herzustellen und das allein nur aus dem Hirn menschlicher Probanden gewonnen werden kann.
Nur wenn das Gefäß an den Hinterköpfen der Anwesenden innerhalb eines Tages gefüllt werden kann, ist den Überlebenden die Freiheit gewiss. Vollkommen verunsichert und von Todesangst getrieben, schreiten die Teilnehmer zur Tat und beginnen sich körperlich selbst auf schlimmster Art und Weise zu verstümmeln. Ein Vielzahl an „brauchbaren“ Werkzeugen und Utensilien sollen die „Kreativität“ fördern und sind schnell gefunden. Was der Gruppe anfänglich noch viel Überwindung kostet, geht selbiger von Stunde zu Stunde lockerer von der Hand, denn der stete Überlebenswille jedes einzelnen Probanden lassen moralischen Normen und Werte letztendlich vollkommen vergessen.
 
 
 


 
 
 

Vile – Kritik

 
 
 
Wer denkt, dass er in sieben „Saw“-Teilen gänzlich alles gesehen hat, was sich verzweifelte Menschen in Ihre Panik vor dem eigenen Tod so alles antun können, der irrt.
Denn der aktuelle Horrorstreifen „Vile“ reiht sich in jene Reihe perverser und unnötiger Folter-Tortur-Streifen, die mit allerlei ekligen und widerlichen Grausamkeiten um die Gunst der Käuferschar buhlen wollen, siegessicher ein.
Mein lieber Scholli, was dem Horrorfilmfreund hier vorgesetzt wird, ist einmal mehr absolut moralisch zweifelhaft und kommt mit einer unerhört-dreisten Selbstverständlich- und Kaltschnäuzigkeit daher, dass einem als Genre-Liebhaber der Spaß am phantastischen Film glatt vergehen könnte. In „Vile“ regiert die Gewalt, der Gewalt wegen und ist wirklich einziges Mittel zum Zweck, um diesen Film überhaupt tragen zu können. Hier werden Unterkiefer eingeschlagen, Arme in kochendes Wasser getaucht, Haut mittels Käse-Reibe „abgerieben“ sowie ein heißes Bügeleisen auf menschliches Fleisch gepresst und das alles letztendlich einzig im Namen der Freiheit. Zu allem Entsetzen fügen sich die FX auch noch derart professionell in die Szenarie ein, dass sich „Vile“ sogar für „geübte“ Alles-Seher zu einer deftigen Nervenprobe entwickeln dürfte. Erstaunlicherweise handelt sich bei diesem aktuellen Werk um ein Regie-Debüt, dass zumindest in technischer Hinsicht zu überzeugen weiß und selbstverständlich die Blut-und Gore-Fraktion zufriedenstellen dürfte. Das Set ist stimmig und die Geschichte straff inszeniert. Leerlauf gibt es selten und die besagten Ekeleffekte verfehlen ihr Wirkung keinesfalls.
Nachwuchs-Regisseur “Taylor Sheridan“, der sich zuvor bisher nur als Darsteller in einschlägigen Fernsehserien einen Namen gemacht hat, scheint die Drehbücher seiner bisherigen TV-Rollen genauestens studiert zu haben, denn trotz technischer Selbstsicherheit ist das notdürftig zusammengewerkelte Drehbuches seines „Vile“ kaum der Rede wert und stolpert selten auf TV-Serien-Niveau hinaus. Eine brauchbare Charakterisierung, Tiefgang oder Emotionalisierung kann Sheridian´s Erstlingswerk nicht vorweisen und so geht einem als Zuschauer das pervers-kreative Selbstverstümmeln der beliebig austauschbaren Opfer am Allerwertesten vorbei. Welche Drogen die Storyschreiber eingeworfen haben müssen, um derart kranken Quark überhaupt zu Papier bringen zu können, entzieht sich meiner Kenntnis – Fakt ist, dass „Vile“ einer dieser Filme ist, worauf die Filmwelt nun wahrlich nicht gewartet hat und letztendlich auch nicht braucht.
Am Rande erwähnt, erklärt sich natürlich von selbst, dass ein Film mit derart moralisch fragwürdiger Rahmenhandlung hiesige Zensurbehörden auf die Barrikaden bringen dürfte, denn „Vile“ wird definitiv in seiner ungeschnittenen Originalversion bei der FSK keine Chance haben.
 
 
Der kranke Ideen- und Erfindungsreichtum mancher Drehbuchschreiber scheint keine Grenzen zu kennen. „Vile“ ist ein später Nachzügler des bekannten „Saw“- Franchise und kommt nicht weniger pervers und blutrünstig daher. Die Kamera hält dreist auf die Geschehnisse und der Horrorfilmfreund bekommt das, was er letztendlich auch laut Filmplakat erwartet: Gekröse, ekelige Folterspiele und perverse Abartigkeiten nonstop. Trotz inhaltlicher Leere dürfte „Vile“ zumindest die Hardcore-Fraktion befriedigen, denn die Spezialeffekte sind aller erste Sahne.
Ob jedoch die Kombination aus technischem Können und inhaltlicher Leere einen guten Film zaubern, erklärt sich spätestens nach dem Abspann. Denn einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt „Vile“ leider nicht.
Taylor Sheridan” erster abendfüllender Filmbeitrag ist ein recht spezieller Film, der aufgrund seiner unkompromissbereiten Kaltschnäuzigkeit für Otto-Normalzuschauer vollkommen unzumutbar ist und scheint einer dieser Filme zu sein, die einzig dafür geschaffen sind, um den perversen Voyeurismus der blutgierigen Käuferschaft zu befriedigen.
 
 
 


 
 
 

Vile – Fazit

 
 
4 Punkte Final
 
 
Ein absolut ekliger, moralisch fragwürdiger und vollkommen perverser Schund, auf den die Welt nun wahrlich nicht gewartet hat!
 
 
 


 
 
 

Vile – Zensur

 
 
 
Der Film zeigt explizit fragwürdig derbe Folterszenen und zelebriert sie teilweise minutiös, sodass eine ungeschnittene Freigabe in Deutschland undenkbar ist!
 
 
 


 
 
 

Vile – Trailer

 
 

 
 
 
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Filmreview: “Rites of Spring” (2011)


 
 
 

Rites of Spring – Story

 
 
 
Auf dem Weg nach Hause werden Rachel und ihre beste Freundin von einem unbekannten älteren Mann überwältigt und in eine abgelegene Scheune irgendwo am Rande der Stadt verschleppt, wo sie unfreiwilliger Weise Opfer eines seltsamen Rituals werden. Zeitgleich am anderen Ende der Stadt: Ben und seine Freunde planen den ganz großen Coup. Sie wollen die Tochter eines wohlhabenden Industrie-Hais entführen und für selbige ein ordentliches Lösegeld kassieren. Doch das Vorhaben misslingt und die 5 Freunde stoßen bei der erhofften Lösegeld-Übergabe auf die verstörte Rachel, die sich zwar aus den Fängen ihres Peinigers befreien konnte, dafür aber von einer beängstigenden Wesen verfolgt wird, das nur ein Ziel kennt: töten!
 
 
 


 
 
 

Rites of Spring – Kritik

 
 
 
Schon einmal Raufbold „Jason“ aus dem Kult-Klassiker „Freitag der 13.“ im Filmuniversum eines „Texas Chainsaw Massacre“ gesichtet, der aufgrund von „Kinder des Zorns“-ähnlichen Beweihräucherungen zurück ins Lebens gerufen wird und so sein Töten im Stil eines „Jeepers Creepers“ fortführt ? Wenn nicht, dann sollten sich findige Filmfreunde einmal den Horrorthriller „Rites of Spring“ zu Gemüte führen, denn dieser Schocker schaut wahrlich so aus, als hätte man zig bekannte Horrorfilme in einen Topf geworfen, aufgekocht und als köstlich aufgewärmtes Mahl noch einmal neu aufgetischt. Was sich eigentlich vollkommen bescheuert und überaus grotesk liest, wirkt dennoch in der Umsetzung erstaunlich homogen und überraschenderweise wie aus einem Guss.

„Rites of Spring“ beginnt wie jeder typische 08/15 Backwood-Horrorfilm, der den Zuschauer versucht mit ekligen Folterquark bei Laune zu halten, doch schnell wird klar, dass Regie-Neuling Padraig Reynolds weit mehr auf den Kasten zu haben scheint, als NUR altbekannte Genre-Regeln und Horror-Klischees uninspiriert und gedankenlos neu zu recyclen.

„Rites of Spring“ entpuppt sich als traditionelles Monsterkino wie es im Buche steht. Schnörkellos, konsequent und erfreulicherweise richtig spannend. Das Tempo ist straff, die Kills deftig und das düster-dreckige Setting überzeugend. Trotzdem, hier ist nicht die Art und Weise Programm, mit der das mysteriöse Wesen zur Tat schreitet, sondern die Vorgehensweise mit welcher Regisseur Padraig Reynolds sein Geschichte schildert. Die Erzählweise seines „Rites of Spring“ lässt sich schon als arg seltsam betiteln, denn Reynolds lässt quasi zwei scheinbar vollkommen unterschiedliche Story-Zweige unabhängig voneinander parallel Revue passieren und knüpft diese gegen Ende hin virtuos zusammen. Während zu Beginn altbekannter Backwood-Horror die Geschehnisse prägen, mutiert „Rites of Spring“ gegen Filmmitte zu einen schweißtreibenden Entführungsthriller, der sich am Ende als knüppelharter Slasher-Flick-Flack entlädt. Unterhaltsam ist das allemal, gerade weil Reynolds es immer wieder schafft, gänzlich entgegen der Erwartungen des Zuschauers vollkommen falsche Fährten zu legen, die den Film immer wieder in eine ganz andere Richtung drängen. Auch fügen sich die Übergänge so unverhofft stimmig ineinander, dass man als Horrorfilmfreund wohlwollend die Arme ineinander verschränken und genüsslich dem munteren Treiben auf der Mattscheibe beiwohnen darf. Auch wenn Reynolds Film für ein Debüt-Werk beachtlich sehenswert ausgefallen ist, so kann er dennoch nicht vertuschen, dass der Zuschauer im Verlauf der Gegebenheiten mit einer Menge mysteriöser Zufälle konfrontiert und am Ende mit einer Menge Fragen allein zurückgelassen wird. Der Film bricht nach dem letzten Fight mit dem geheimnisvollen Wesen abrupt ab und liebäugelt als offenes Ende getarnt, vermutlich mit einer anschließenden Fortsetzung, die aufgrund der hervorragenden Machart von „Rites of Spring“ auf jeden Fall wünschenswert wäre!

Was will der Horrorfilmfreund denn mehr? „Rites of Spring“ ist spannend, blutig und gut durchdacht. Auch wenn einige Umstände schon etwas arg aufgezwungen-konstruiert wirken, kann man Nachwuchregisseur „Padraig Reynolds“ nicht vorhalten, einen x-beliebigen Horrorfilm gedreht zu haben, der sich wie so oft zu uninspiriert diverser Klassikern seines Genres bedient und den Zuschauer damit zu Tode langweilt. Sicher erkennen Filmfreunde sofort diversen Parallelen und Gegebenheiten aus bekannten anderen Filmen seiner Art. Dennoch, anstatt Filmfans erneut wieder nur mit belanglosen und klischeebeladenen Folter-, Backwood- oder Slasherfilm zu quälen, stibitzt Reynolds einfach die besten Zutaten aus besagten Subgenres und kreiert sie zu etwas ganz eigenem. Selten hat ein derart haarsträubender Cocktail aus diversen Subgenres und Horrorelementen zu gut harmoniert wie in „Rites of Spring“. Kein Wunder, munkelt man in der Filmszene, dass „Jeepers Creepers“-Erfinder „Victor Salva“ an dieser kleinen souveränen Indie-Produktion mit beteiligt gewesen sein soll. Und so verwundert es letztendlich auch kaum einen Horrorfilmfan, dass das seltsame Wesen in „Rites of Spring“ mit all seinen grotesken Abartigkeiten sehr an das Wesen aus Salvas „Jeepers Creepers“ erinnert.
 
 
 


 
 
 

Rites of Spring – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Man nehme etwas „Freitag der 13.“ kombiniere es mit „Jeepers Creepers“, würze es mit „Children of the Corn“ und garniere es zu „Texas Chainsaw Massacre“ – Klingt zwar geschmacklos, ist aber wirklich sehr sehr lecker!
 
 
 


 
 
 

Rites of Spring – Zensur

 
 
 
Sicherlich werden in “Rites of Spring” Köpfe gespalten und Gliedmaßen abgetrennt, dennoch die optischen Grausamkeiten halten sich ersichtlich in Grenzen und der Film zelebriert auch kein Gorefest der Sonderklasse. Die optischen Leckereien sind rar gesät, und dürften dafür sorgen, dass dieses Filmchen unbeschadet die FSK mit einer ungeschnittenen “Keine Jugendfreigabe” passieren dürfte.
 
 
 


 
 
 

Rites of Spring – Trailer

 
 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
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Filmreview: “Schlaraffenhaus” (2011)


 
 
 

Schlaraffenhaus – Story

 
 
 

„Maria“ lebt zusammen mit ihrem Vater in einer riesigen Villa am Meer, fernab von Hektik und turbulenten Trubels.

Nach dem Tod der geliebten Mutter brach für die kleiner Familie eine Welt zusammen, sodass die älteste Tochter „Kira“ die Familie verließ und seither als verschollen galt.

Jegliche Emails, die an die großen Schwester verschickt wurden blieben unbeantwortet, und trotzdem hofft „Maria“ sehnsüchtig auf eine baldige Rückkehr.

Kaum die Hoffnung beerdigt, steht eines Tages unerwarteter Besuch ins Haus. Nicht nur, dass „Kira“ überraschenderweise zurückgekehrt ist, auch ein merklich seltsam uniformiertes Pärchen verschafft sich Zutritt in das opulente Anwesen und fordert auf schmerzhafte Art und Weise den „Schatz“ des Hauses.

 
 
 


 
 
 

Schlaraffenhaus – Filmkritik

 
 
 
„Marcel Walz“, ein ambitionierter Regisseur aus deutschen Landen, der sich bisher in der Horrorfilmszene mit arg durchwachsenen Billig-Amateur-Produktionen („Popular“, „Avantgarde“, „La Petite Mort“) eine Namen gemacht hat ist zurück. Sein aktueller Independent-Beitrag „Schlaraffenhaus“ bietet überraschenderweise eine enorme Steigerung seiner bisherigen Werken zugegen und hat fast kaum noch etwas mit günstig heruntergekurpelten Amateurfilmen gemein.

Direkt nach Beginn fällt dem Filmfreund sofort auf, dass Regisseur Walz enorm viel Wert auf eine halbwegs professionelle Inszenierung gelegt hat. Die Kamerafahrten- und Einstellungen sind, bis auf wenige recht unnötig lange Patzer, überaus stimmig und recht interessant umgesetzt. Auch die musikalische Untermalung, und die gut platzierten Schnitte der einzelnen Szenen gestalten sich als überaus gelungen und tragen enorm zur Atmosphäre von „Schlaraffenhaus“ bei. Mit gering-budgetierter Nonsens-Ware aus der Amateur-Schmiede eines„Olaf Ittenbachs“ hat das Ganze kaum noch etwas am Hut. Erstaunlich souverän gefilmt und an den internationalen (Folterfilm)Markt angelehnt, überschlagen sich die recht blutigen Ereignisse von Filmminute zu Filmminute und gipfeln in einem vermeintlich überraschenden End-Plot-Twist.

Soweit so gut, auf technischer Ebene weiß „Schlaraffenhaus“ im Rahmen seiner Möglichkeiten vollends zu überzeugen, aber nicht die technische Inszenierung bereitet hier für schwindelerregende Kopfschmerzen, vielmehr liegt der Hund im total unklaren Drehbuch und der recht dilettantisch ins Gewicht fallenden Schauspielkunst der handvoll Protagonisten begraben, denn was dem Filmfreund dort untergejubelt wird, ist in seiner Trivialität kaum zu übertreffen. Eine wirklich glaubhafte Geschichte bietet Walz´s Beitrag nämlich nicht. Ein bisschen Smalltalk hier, etwas Gezicke dort, ein paar Spaziergänge rund um das Anwesen und eh sich der Filmfreund versieht sind bereits 30 Minuten mit unbrauchbaren Lückenfüllern vorüber, ohne das eigentlich überhaupt etwas nennenswertes passiert wäre.

Erst nach einer gefühlten Ewigkeit kommt das Geschehen so langsam in die Gänge und präsentiert mit den beiden Kleinkriminellen Simona und Franky zwei recht hilflose Psychopathen, denen man ihre Rolle als mordgierige Schizzos irgendwie nicht so wirklich abnehmen möchte. Nachdem die beiden in das Haus eingedrungen sind und die Anwesenden beginnen zu terrorisieren, fragt sich der interessierte Filmfreund, was der gesamte vollkommen grotesk-aufgeblasene Irrsinn denn nun eigentlich soll. Nicht nur, dass die beiden Psychopathen recht abstrus gekleidet sind (diverse S/M-Pornos lassen grüßen) auch ihr Handlungshintergrund, vergleicht man ihn mit der schlussendlichen Filmauflösung, ist derart löchrig, kaum nachvollziehbar und hanebüchen, dass man sich als Filmfreund nach Filmsichtung eigentlich recht veräppelt fühlt.

Das anfänglich recht harmonische Opfer-Täter-Zusammenspiel leidet unter dem recht unglaubhaft arrogant inszenierten Overacting der „bösen“ Hauptdarstellerin, die zudem unter dem Einsatz diverse „Kraftausdrücke“ und Folterspielchen versucht die Kontrolle über ihre Opfer zu erlangen, es aber nie schafft wirklich glaubhaften Terror zu erzeugen. Vielmehr beginnt ihr Schauspiel nach nur wenigen Minuten unglaublich zu nerven, ihre Handlungen sind derart inkonsequent und ihre Monologe zu künstlerisch-übertrieben, dass ein böses „F“-Wort aus ihrem Mund unweigerlich lächerlich wirkt. Die übrigen Schauspieler schaffen es auch nicht mit ihren recht dilettantisch-wirkenden Wortgefechten und dem unweigerlich nervtötenden Gewinsel „Schlaraffenhaus“ über den Folter-Tortur-Durchschnitt zu heben. Vielmehr gestaltet sich Walz Beitrag als recht uneffektive Kopie bekannter und ähnlicher „Home Invasion“ – Produktionen, wobei einzig die recht gekonnt getricksten Krösel-Effekte den ein oder anderen Schauwert bieten, diese wiederum in Folterfilm „Neighbour“ effektiver und schmerzlicher in Erscheinung treten.

Mit „Schlaraffenhaus“ hat sich Regisseur „Marcel Walz“ gänzlich von seinen Amateur-Horrorfilm-Wurzeln verabschiedet. Das Setting passt, die musikalische Untermalung ist als gelungen zu bezeichnen und auch die handvoll Krösel-Szenen wissen zu gefallen. In der Summe erinnert „Schlaraffenland“ kaum noch an ein niedrig-budgetiertes Amateurfilmchen, sondern an routiniert abgedrehten TV-Standart. Dennoch, der ganz große Sprung ist ihm mit seinem aktuellen Beitrag trotzdem nicht gelungen. Die Story ist platt und erinnert zu stark an, bedeutend bessere, „Home Invasion“-Thriller Marke „Funny Games“ und „Kidnapped“.

Sein aktuelles Genre-Werk bietet keine eigenständigen und wirklich spannende Ideen und plätschert in seiner Belanglosigkeit genüsslich vor sich daher. Die überraschende Auflösung des gesamten Spuks wirkt mehr als konstruiert und das aufdringlich-nervige Overacting der „bösen“ Hauptprotagonistin vermiest die Sichtung dieses eigentlich recht ambitionierte Folter-Werkes.

Wollen wir hoffen, dass Marcel Walz beim nächsten Film ein glücklicheres Händchen bei der Auswahl seiner Drehbücher und Schauspieler besitzt, denn mit derart sehenswerter technischer Umsetzung könnte sich letztendlich auch Deutschland endlich einmal mehr im internationalen Extrem-Horrorfilm-Sektor blicken lassen.
 
 
 


 
 
 

Schlaraffenhaus – Fazit

 
 
 
Bewertung  4/10 Punkten

Ein Folterfilm wie so viele vor ihm, nur mit dem Fakt, dass dieser aus deutschen Landen kommt. Trotz guter technischer Umsetzung, ist das Schauspiel und das Drehbuch so derart durchwachsen und wirkt oftmals unfreiwillig komisch, dass dem Filmfreund die Lust an der Sichtung von „Schlaraffenhaus“ schnell vergehen dürfte.

Trotzdem, für Amateurfilm-Freunde und Trash-Liebhaber definitiv einen Blick wert!
 
 
 


 
 
 

Schlaraffenhaus – Zensur

 
 
 
Deutsche Filmversion: die in Deutschland erhältliche FSK18-Version ist stark gestrafft in den Folterszenen. Über das deutschsprachige Ausland erschien jüngst ein Mediabook aus dem hause NSM mit der ungeschnittenen Filmversion.
 

Hellraiser80

 
 
 


 
 
 

Schlaraffenhaus – Trailer

 
 
 

 
 

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The Bunny Game (2010)

Nictophobia – Folter in der Dunkelheit (2011)

If a Tree Falls (2010)

Penance – Sie zahlen für Ihre Sünden (2009)


Filmreview: “Nictophobia – Folter in der Dunkelheit” / “The Brazen Bull” (2010)

 

 

 

„Tyler“, ein unerfolgreicher (warum hat Schauspieler „Michael Madson“ nicht gleich diese Rolle erhalten, sie wäre ihm wie auf dem Leib geschneidert gewesen) Immobilien-Makler wittert das große Geschäft: er kauft ein heruntergekommenen Warenhaus in der Innenstadt günstig auf, um dieses dann, umfunktioniert als Wohnkomplex, gewinnbringend zu vermieten.

Bei der ersten Besichtigung der gekauften Lokalitäten geht jedoch alles schief. Zusammen mit seiner Freundin „Lauren“ und einer ihrer Bekannten „Natasha“ gerät er in die Fänge eines skrupellosen Psychopathen, der sich in dem leerstehenden Gebäude verschanzt hat.

 

 

 

Geübten Cineasten dürfte der Name „Michael Madson“ sofort ein Begriff sein, denn in den frühen 90ern machte er vorwiegend mit Nebenrollen in bekannten Kultfilmen („The Doors“, „Thelma & Louise“) auf sich aufmerksam. Nicht unproduktiv, dafür weniger beeindruckend liest sich seine Filmografie ab den späten 90ern, denn dort erging es ihm ähnlich wie zig anderen Actiondarstellern der 80er Jahre zuvor, die von der Kinoleinwand verschwanden, ihren Kummer in Drogen und Alkohol ersoffen und hauptsächlich in minderbemittelten B-Movies und „Direct-to-Video“- Produktionen ihr Lohn und Brot verdienten. Schenkt man diversen Interviews Glauben, so sieht Madson sogar ein, in seinem Leben viel Mist gedreht zu haben. Obwohl seine Filmvita bis heute bereits über 110 Film vorweisen kann behauptet „Michael Madson“ sogar, gerade mal fünf bis sechs Werke in seinem bisherigen Leben gedreht zu haben, auf welche er wirklich stolz sei.

Hut ab vor dieser bodenständigen Selbsteinsicht.

Seine aktueller Auftritt im Horrorbeitrag „Nictophobia – Folter in der Dunkelheit“ erweitert die Reihe von unbrauchbaren Billig-Filmen in seinem bisherig kreativen Schaffen, den Mr. Madson mit Sicherheit am liebsten unter den Teppich kehren und gänzlich aus dem Gedächtnis streichen würde, denn dieser später Folter-Nachzügler ist katastrophaler Videotheken-Nonsens unter aller Güte, der es nicht einmal ungeschnitten in unsere Gefilden geschafft hat.

Bereits die ersten Filmminuten lassen, zumindest in der deutschen Synchronisation, schlimmes erahnen. Die beiden weiblichen Protagonisten und Freundinnen „Lauren“ und „Natasha“ (eine davon trägt die nervige deutsche Synchronstimme von “Jennifer Tilly“) sind so unweigerlich schlecht und nervig ins Deutsche übersetzt, dass einem als Horrorfilmfreund direkt die Nackenhaare zu Berge stehen, sobald die beiden „blonden“ Hohlbirnen das erste Mal den Mund öffnen. Oftmals wirken ihre Dialoge so unweigerlich lächerlich und der Klang ihrer (deutschen) Stimmen zu unverständlich schrill, dass man als Zuschauer nicht weiß, ob man jetzt lachen oder lieber weinend abschalten soll.

Das fast schon penetrant dumme Vorgehen der beiden „Intelligenzbestien“ unterstreicht demnach auch das Niveau des Genre-Beitrages „Nictophobia – Folter in der Dunkelheit“, welcher zudem auch rein gar nichts mit der titelgebenden „Nyktophobie“ (Nachtangst, Angst vor der Dunkelheit) am Hut hat. Hierbei merkt der Zuschauer einmal mehr, wie hilflos deutsche Vertriebe darum bemüht sind, mit einer fiktiv reißerischen Titelumbenennung von der minder überzeugenden Qualität ihrer eingekauften Produkte werben „müssen“. Außer der Tatsache, dass die handvoll orientierungsloser Protagonisten fast 40 Minuten lang durch die Gänge des düstere Lagerhauskomplexes irren, ohne das überhaupt irgendetwas spannendes passiert, hat „The Brazen Bull“, so wie der Film im Original heißt, rein gar nichts mit der deutschen Titelschmiede gemein.

Apropos spannend: Der vorliegenden Beitrag ist von schweißtreibendem Suspense meilenweit entfernt. Denn nachdem „Tyler“ mit seinen zwei „hyper-intelligenten“ Gespielinnen das Gebäude betreten hat und eifrig die neuerworbene Immobilie erkundet, verschwindet der neue Hauseigentümer überraschend und taucht wenige Minuten später als unfreiwilliger Filmstar, gefesselt auf einer Trage in seinem eigenen „Snuff-Movie“ erneut auf, welchem die beiden Freundinnen unweigerlich beiwohnen müssen, als sie bei ihrer Erkundungstour in einem leeren Raum einen eigens für sie aufgebauten TV-Apparat entdecken.

Was nun kommt ist routinierter Folter-Quark, der aufgrund seiner Belanglosigkeit ebenso vollkommen unwichtig ist und es nicht einmal annähernd schafft das Ruder dieser Filmgurke herumreißen, um zumindest die Horrorfraktion zufriedenzustellen zu können. Die wenigen Krösel-Szenen gestalten sich als relativ unspektakulär und im Vergleich zu ähnlichen Genre-Kandidaten Marke „Hostel“ zudem auch noch absolut „harmlos“. Hier ein Kehlen-Schnitt, dort ein abgetrennter Finger – damit lockt man zumindest bei routinierten Horrorfilm-Allesseher kein verschwitztes Lächeln mehr ins Gesicht.

Einzig B-Movie-Junkie „Michael Madson“ gewinnt als skrupelloser Psychopath zumindest den einzigen Gnadenpunkt in dieser vollkommen verpeilten „Direct-to“-Produktion.

In der englischen Originalversion wächst er als zynisch-irrer Schizzo über sich hinaus, sodass man als Filmfreund zumindest über einige recht makabere Sprüche Madsons lachen darf.

Dass diese unweigerlich in der deutschen Syncho untergehen, erübrigt eigentlich die Sichtung von „Nictophobia – Folter in der Dunkelheit“ in der deutschen geschnittenen Version.

 

 

 

Interessierte Filmfans sollten einen großen Bogen um „Nictophobia – Folter in der Dunkelheit“ einschlagen, denn dieses Billigwerk ist absolut ungenießbar.

Hier stimmt rein gar nichts. Der Titel ist falsch erdacht, die Schauspieler falsch gewählt, das Drehbuch falsch geschrieben und die handvoll Folter-Krösel-Szenen schlecht kopiert.

Ein Film, der gänzlich versucht, auf der langsam abebbenden Welle an ähnlich-gestrickten Folter-Tortur-Werken mitzuschwimmen, aber dabei gnadenlos ersäuft.

Die Story ist bahnbrechend schlecht und die wenigen Gewaltspitzen dürften den Genre-Freund absolut kalt lassen.

Zudem wurde die deutsche Filmfassung gänzlich allen Ekelszenen entraubt, sodass nur noch ein katastrophal-zusammengewerkeltes Gerüst an nervenden Belanglosigkeiten überbleibt.

In der englischsprachigen Originalversion kann einzig B-Movie-Legende „Michael Madson“ überzeugen, der es zumindest schafft mit einigen makaber-zynischen Kommentaren, dem Zuschauer vor dem Einschlafen zu bewahren.

In der deutschen Version ist „ Nictophobia – Folter in der Dunkelheit“ einer der schlechtesten Genreproduktionen, die das Genre zuletzt gesehen hat – Parallelen zu der ähnlich schlechten filmischen Qualität eines „“Penance – Sie zahlen für ihre Sünden sind nicht zu übersehen.

 

 

 

Fazit 1,5/10 Punkte

 

Achtung, Achtung auf Gleis 1 hält Einfahrt der Zug aus Hollywood mit Weiterfahrt direkt in die untersten Regalen der Videotheken. Der Zug endet dort – Bitte alle aussteigen!

Deutsche Version: “Keine Jugendfreigabe” – Version ist geschnitten. Eine ungeschnittene deutsche Filmfassung wird demnächst über das deutschsprachige Ausland erscheinen. Ich rate dennoch ab, da die wenigen Gewaltszenen kaum der Rede wert sind und den miesen Film auch nicht besser machen.

 

 

Hellraiser80


Filmreview “The Watermen” (2011)

 

Lust auf richtig guten Horror?

Auf einen Film mit klasse Schockmomente, intelligent konstruierter Story und sexy Chicas, die wissen wie sie sich kreativ zur Wehr setzen müssen?

Ja?

Dann empfehle ich ausdrücklich den aktuellen Backwood-Slasher „The Watermen“ zu meiden, denn hier gibt’s nix was überhaupt von Erwähnung wäre.

Die Story hat man in dieser Form schon bis zum Erbrechen gesehen und ich verstehe nicht, welche Intensionen und Ziele manche Regisseure und die dahinterstehenden Produktionslabel mit ihrem aufgewärmten Kaffee eigentlich verfolgen wollen? Gewinnträchtigen Umsatz dürfte bisher für diesen Quark mit Sicherheit kaum geflossen sein – wohl eher sollte der interessierte Filmfan nach Sichtung Geld für diesen Schund „einklagen“, weil „The Watermen“ dem Zuschauer fast 90 Minuten an kostbarer Lebenszeit raubt, ohne überhaupt ein Fünkchen Unterhaltungswert zu bieten.

Die Geschichte, insofern man das Storygerippe überhaupt „Story“ nennen kann, liest sich demnach auch recht bescheiden und vorhersehbar:

Eine kleine Gruppe Jugendlicher, bestehend aus drei potenten Muskelprotzen und drei paarungswilligen  Bordsteinschwalben, unternimmt einen hübsch idyllischen Segelausflug auf dem Meer

Doch die friedliche Idylle ist schnell verpufft, als das Boot einen Motorschaden erleidet und  die sechs Hohlbirnen nicht mehr wissen, wie sie wieder an Land  kommen sollen.

Der interessierte Filmfan erhofft sich natürlich nun eine Überlebensschocker a la „Open Water“, dürfte dennoch leider rasch enttäuscht werden, als von weitem ein Fischerboot den ratlosen Gestrandeten zu Hilfe eilt.

Nachdem sich die Teens an Bord gerettet haben und den Fischern größten Dank beipflichten, ahnen sie noch nicht, dass ihr vermeintlich friedlicher Ferienausflug bald ein tödliches Ende nehmen wird, denn die Fischer haben sich auf das Fischen mit Menschenfleisch spezialisiert, ganz der Devise: was für Haie gut verdaulich ist, dürfte wohl auch den kleineren Fischen und Muscheln munden.

Was jetzt förmlich nach ordentlich Folter- und Splatter schreit, ist in der Umsetzung eigentlich handfest erbärmlich.

Ich frage mich, wer denn auf derart dumme Idee gekommen ist, einen Film über speckige und ungepflegte Fischer zu drehen, die anstatt im Dreck nach Würmern zu wühlen, sich lieber die Arbeit machen ahnungslose Teenies vom Meer wegzufangen, diese auszuweiden und in kleine Teile zerteilt an die Fische zu verfüttern, um maximale Fischfänge zu erzielen?

So skrupellos und vor allem doof muss man erst mal sein, zumal das zerkleinerte Fleisch dann auch noch auf dem Schwarzmarkt an andere Fischer verhökert wird und ich im Film keinen einzigen Polizisten sehen konnte, der überhaupt annähernd Interesse daran gehabt hätte, dass „irrationale“ Massenverschwinden unendlich vieler Touristen und Teens zu untersuchen.

Nach nachvollziehbarer Logik, ernstzunehmender Glaubwürdigkeit und vor allem tieferen Sinn sucht man in „The Watermen“ demnach vergebens. Nach ausufernder Splatter- und Folterunterhaltung ebenfalls. Bis auf eine recht unangenehme Brustimplantat-Entfernung und eine kurze Häutungssequenz, die sehr an „The Texas Chainsaw Massacre – The Beginning“ erinnert, gibt es in dieser Gurke nichts was überhaupt von Erwähnung wäre.

The Watermen“ entpuppt sich als ein Sammelsurium der unterschiedlichsten und vor allem vorhersehbarsten Horrorklischees, die man schon lange nicht mehr in so trivialer und niveauloser Form sehen konnte. Eigenständige und vor allem frische Ideen sind Mangelware.

Spannung oder ein Mitfiebern entsteht, aufgrund der unerträglichen Vorhersehbarkeit, an keiner Stelle im Film.

Wer einen Faible für das Genre des „Backwood-Horrorfilms“ besitzt sollte einen kurzen Blick riskieren, aber seine Erwartung auf Nullpunkt reduzieren.

Allen anderen Horrorfilmfans sei an dieser Stelle vor diesem Blindgänger gewarnt – Der Film ist absolut „Scheisse“!

 

 

Fazit 3,5/10

 

Dieser überaus dumme Film macht eindeutig KEINEN Spass.

Alle Wörter mit der Vorsilbe “un” sind für diesen Film geradezu prädestiniert – Was für ein wahrhaft  unglaublich, unschöner und uninteressanter Film.

 

(FSK-Prognose:  Keine Jugendfreigabe – geschnitten. Zwei Szenen im Film (Brustimplantat-Entfernung und Häutung) dürften vermutlich Probleme mit der FSK bekommen. Aufgrund der recht kurzen Szenen, vermute ich mal, dass der hiesige Vertrieb den Film nur in gekürzter Version veröffentlichen wird, da die Masse an Gewaltszenen einfach zu überschaubar sind, als das man den Aufwand einer Spio-Prüfung für die ungeschnittenen Fassung tragen würde)

 

Deutschlandstart: bisher unbekannt!

 

Hellraiser80


Filmreview: “Bereavement – In den Händen des Bösen” (2010)

 

Es gibt in der riesigen Welt der Filme, Querschläger, die ich einfach nicht moralisch vertreten kann. Filme in denen Kinder in die Rolle kranker Psychopathen schlüpfen „müssen“ und vor laufender Kamera einen kranken Irren mimen „sollen“.

Dabei ist es mir grundsätzlich egal, ob die kindlichen Schauspieler zuvor vom Drehteam über ihr Handeln in ihrer Rolle aufgeklärt werden oder nicht. Wenn Kinder laut Drehbuch mit Messer, Axt und diversen anderen Mordutensilien explizit auf ihrer Opfer eindreschen und die Kamera dabei freizügig draufhält, ist zumindest bei mir die Toleranzgrenze überschritten und der Spaßofen aus.

Bereavement“ ist ein derartiger Fall.

 

Die Geschichte erzählt von einem psychisch gestörten Mann, der in einem geschlossenen Schlachthaus haust und dort Frauen und Mädchen abschlachtet.

Scheinbar fühlt er sich im ewig monotonen Ausweiden seinen Opfer mit der Zeit recht einsam und unterfordert, sodass er sich auf dem Weg macht einen Komplizen für sein perverses Treiben zu finden. In dem 6jährigen autistisch veranlagten Knaben Martin findet er letztendlich den gewünschten Nachfolger für sein makabres Unterfangen.

Schnell überwältigt er das Kind und verschleppt es in sein heruntergekommenes Heim, wo er den Jungen zum Handlanger seiner kranken Phantasien ausbildet.

 

Das Grundgerüst von „Bereavement“ dürfte freilich jedem halbwegs interessierten Horrorfilm-Fan bekannt vorkommen, denn diverse Handlungsverläufe und Schauplätze wurden dreist aus dem „Texas Chainsaw Massacre“, sowie dem Horrorfilm „Dämonisch“ (mit ähnlicher Thematik) entnommen.

Bereavement“ kann den beiden Genreperlen, aber nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen. Anstatt mehr auf psychologische Erklärungen zu setzen und dichter in die kranke Psyche des Irren einzudringen, verhaart dieser aktuelle Genrefilm vorwiegend auf die spannungsfreie Zurschaustellung und Aneinanderreihung diverser optischer Grausamkeiten, die einem mit der Dauer gehörig auf den Sender gehen. Dabei gestaltet sich das Geschehen, die Rahmenhandlung und die Interaktion der Charaktere mit- und untereinander so ersichtlich unglaubwürdig, dass bereits nach nur weniger Minuten klar ist worauf der Film hinaus will und dabei die eigentliche Spannungsschraube flöten geht. Die handvoll kurzer pseudo-psychologischer Ansätze und Erklärungen über die Beweggründe der Taten des Psychopathen gehen in dem voyeuristischen Ausschlachten dieser sinnfreien Metzelorgie leider gehörig unter.

Da der irre Psychopath scheinbar Gefallen daran findet junge Mädchen zu verschleppen und im „kuscheligen“ Heim nieder zu meucheln, stellt sich nun mir die Frage, warum in diesem kleinen ländlichen Vorort, indem die Geschichte des Films spielt, niemand dem Verschwinden der (Unmengen an) Teenager nachgehen möchte. Ebenso kann ich das Handeln der Hauptdarstellerin nicht nachvollziehen, die in das Haus eines Irren einbricht, nichtsahnend diverse blutverschmierte Folterutensilien, ein blutverschmiertes Tagebuch mit den Anzeigen von vermissten Jugendlichen vorwindet und nichts anderes im Sinn hat, als weiter in die Behausung des Psychopathen vorzudringen und umherzustöbern, anstatt sich schnellstmöglich aus dem Staub zu machen und die Polizei zu rufen. Das sind nur einige der unzähligen Logiklücken, die „Bereavement“ zum Besten gibt – zumindest konnte ich mich vor lauten unlogischen Handlungsverläufen kaum auf den eigentliche Filmhandlung konzentrieren.

Die dilettantisch ins Gewicht fallenden Filmfehler und die haarsträubende Story machen die Quasi-Vorgeschichte zu „Malevolence“, einem Horror-Slasher aus dem Jahre 2004, mehr schlecht als recht.

Ein bedeutungsloser und vor allem dummer Film, der trotz seiner professionellen Machart (die Kameraarbeit, Schnitt, Ton und Musik sind allererste Sahne und machen keinen billigen Eindruck) sicher nur blutgeile Hardcore-Horrorfans zufrieden stellen dürfte. Doch selbst die dürften nach Sichtung ein unbefriedigendes Gefühl in der Magengegend verspüren, denn “Bereavement” ist zwar brutal, ausuferndes Gekrösel wird aber selten geboten.

Das offene Ende und das explizite Involvieren von Kindern ins Abschlachten von hilflosen Menschen dürfte nicht nur mir bitter aufstoßen!

 

 

Fazit 5,5/10 Punkte

 

Ein geschmackloser Film, der vollkommen zu Recht in der deutschen Fassung verstümmelt wurde. Mordende Kinder, deren Treiben blutgeil von der Kamera effekthascherisch in Szene gesetzt wird, will ich demnächst nicht mehr sehen! Sorry, dass ist zumindest für mich ein absolutes NoGo!

 

Alle kommenden deutschen (FSK/Spio) Fassungen sind geschnitten!

 

Hellraiser80


Filmreview: “Hostel 3″ (2011)

 

Ein paar Freunde düsen nach Las Vegas um mal so richtig die Sau raus lassen zu können – der Alkohol fliest, die Weiber sind willig. Leider wird die Feiersause schnell zum Partygau, denn die Freunde stellen schnell fest, dass Las Vegas nicht nur für seine Casinos, für Blitzhochzeiten und Tigershows bekannt ist, sondern auch für unangenehme Folterspiele an Menschen.

Eine geheime Untergrundorganisation namens „The Hunters“ hat es sich zur Hauptaufgabe gemacht, aus den makabren Folterspielchen an ahnungslosen Las-Vegas-Touristen, Kapital zu schlagen.

Dumm nur, dass gerade unsere feierfreudigen Freunde nun ins Visier der „Hunters“ geraten.

 

 

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die erfolgreiche „Hostel“-Serie mit einem weiteren Teil fortgeführt werden sollte.

Im Jahre 2005 als echter Kassenschlager gefeiert avancierte der Exploitationkracher schnell zum Publikumsliebling unter Horrorfilmfans und Otto-Normal-Kinozuschauern. Aufgrund des Erfolges zog das Filmstudio schnell eine weitere Fortsetzung mit gleichem Konzept nach, die aber leider kläglich an den Kinokassen scheiterte und bereits im Vorfeld (von Kritikern und der FSK) verrissen wurde. Kein gutes Omen, für eine weitere Fortsetzung!

Jetzt über 4 Jahre später, erscheint nunmehr ein weiterer Teil der Serie und das seltsamerweise nicht im Kino, sondern direkt auf DVD und Blu-ray. Ein guter Schachzug, denn „Hostel: Part III“ ist nichts weiter als ein cineastischer Schnellschuss, bei dem man das Gefühl nicht loswerden möchte, dass er einzig dafür gedreht wurde, um noch schnell etwas Kohle aus dem allmählich abebbenden „Folter-Tortur“-Genre herauszuschlagen.

Demnach sollte man seine Erwartungen gänzlich gen Nullpunkt schrauben, um nicht allzu sehr enttäuscht zu werden. „Hostel 3“ ist, wie so viele Direct-to-Bluray Filmproduktionen zuvor, nichts halbes und auch nichts ganzes.

Die Charakterentwicklung wurde auf ein Minimum reduziert, die lieblose Story kommt überraschenderweise schnell zum Punkt.

Was folgt ist das selbstzweckhafte und grafisch-ordentlich zubereitete Ableben diverse unfreiwilliger „Kandidaten“, die gänzlich zur Belustigung der „Hunter“-Mitglieder kreativ um die Ecke „gefoltert“ werden. Das mag zwar für blutgeile Filmfans reißerisch und erfüllend genug sein, für anspruchsvolle Gemüter, oder routinierte Filmseher ist das jedoch quälend langweilig.

Und hierbei liegt letztendlich auch der Hund begraben: außer „kreatives“ Meucheln, bietet „Hostel 3“ nichts Neues, oder gar Nennenswertes. Nur Blut und nur Gewalt machen (zumindest für mich) noch lange keinen guten Horrorfilm.

Im Original „Hostel“ aus dem Jahre 2005 hat man sich zumindest noch halbwegs Mühe gegeben, das hauchdünne Storygerüst effektiv in Szene zu setzen, indem man sich genug Zeit nahm, die stereotypen Protagonisten sympathisch zu skizzieren, sodass der Zuschauer genug Mitgefühl entwickeln konnte, um bei den Folterszenen unerträglich mitleiden und mitfiebern zu können.

Teil 3 hat nichts dessen fortgeführt. Die Charakterentwicklung der Protagonisten ist so derartig reduziert, dass einem derer Ableben letztendlich am Allerwertesten vorbeigeht und man eigentlich froh ist, wenn der Abspann gen Filmschirm flimmert.

Neben den qualitativ durchwachsenen Goreeffekten (von Handmade-Gekrösel, über unglaublich dummen CGI-Effekten, ist alles vertreten) fallen immense Logiklücken aufdringlich ins Gewicht.

So, wird natürlich ein „Kandidat“ seiner Fesseln entledigt, um dem Folterspiel mehr Spannung zu teil kommen zu lassen, und darf sich mit Waffen gegen seinen „Henker“ zur Wehr setzen. Was jedoch im Falle eines Sieges des traumatisierten Kandidaten passieren darf und soll, hat scheinbar niemand der ominösen Foltersekte bedacht. Denn das Folteropfer bricht aus seinem Vorführraum aus und macht Jagd auf seine Peiniger.

Was bleibt ist das arg konstruierte Ende, dass trotz alle Kritik, recht zügig, rasant und forsch in Szene gesetzt wurde. Der Racheakt wurde prägnant und reißerisch gestaltet und dürfte zumindest die Gorefraktion befriedigend können.

Hostel 3“ ist das geworden, was man letztendlich erwartet hat: hohle und sinnfreie Genreunterhaltung, für anspruchslose Gemüter. Die Ekel- und Schockeffektivität eines „Hostel: Part1“ wird nicht einmal ansatzweise erreicht. Durchschnittskost, die man so schon viel zu oft gesehen hat.

 

 

Fazit 5,5/10 Punkte

 

Durchschnitliche Direct-to-Heimkinomarkt Produktion, die wie so oft schlechter ist, als seine Kinovorgänger.

Hirn aus – Glotze an.

 

FSK: Prognose – keine Freigabe / ungekürzte Spioversion wahrscheinlich

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “Spiderhole” (2009)

 

Unglückliche Hausbesetzer-Karriere: nachdem Molly und ihre Freunde sich’s in einem runtergekommenen Haus gemütlich gemacht haben und vom mietfreiem Wohnen träumen, ahnen sie nicht, dass ihr Domizil bereits von einem älteren Herren bewohnt wird, der scheinbar nur auf die Anwesenheit der 4er Bande gewartet hat.

 

Nervenstarke Filmkenner aufgepasst:

Wenn es einen Preis für den „verheultesten“ Film und die wahrscheinlich größten „Angsthasen“ geben würde, dann würde „Spiderhole“ vermutlich den Hauptpreis gewinnen – für meinen Geschmack eindeutig zu viel „…Drama, Baby…“ und wirklich nur für Zuschauer mit enorm starken Nerven zu empfehlen!

Das wirklich furchtbare „Herumgeflenne“ der 4 Charaktere wäre vermutlich noch halbwegs ertragbar gewesen, würden sich die Protagonisten nach einigen Tränenergüssen endlich mal zusammenreißen und eine Lösung für ihre Misere finden. Nachdem die Freunde nach einigen anfänglichen genretypischen Sex- und Alkoholeskapaden plötzlich feststellen, dass es aus ihrem neu errichteten Domizil kein Entkommen gibt, weil sie jemand absichtlich eingeschlossen hat, geht der „Tränenterror“ los.

Anstatt erst einmal die noch begehbaren Räumlichkeiten nach Hinweisen abzugrasen, wird stattdessen geweint, geflucht und geschrieen. Als Zuschauer möchte man allzu gern in den Fernseher fassen und wirklich allen Beteiligten eine recht und links ballern, in der Hoffnung, das endlich die Vernunft wieder eintritt, zumal das Geschehen sich innerhalb von nur wenigen Stunden abspielt und ich nicht verstehen kann, wie man nach nur weniger Filmminuten sich so gänzlich aufgeben kann.

Wer sich diesen schier unglaublich nervigen Terror ersparen möchte, darf natürlich gern zur Fernbedienung greifen und bis zur 50. Filmminute spulen. Erst dann wird es für den gierigen Horrornerd mehr oder weniger interessant, ohne jedoch wesentlich wichtige Filmstränge verpasst zu haben.

Als einer der Protagonisten plötzlich durch ein Loch in der Wand, hinter einem Schrank versteckt, aus der kuscheligen Behausung gezerrt wird, werden nun endlich auch der Rest der Bande mutiger und folgt der Spur durch das Loch. Wer aber denkt, dass das Weinen ein Ende hat, der irrt.

Neben einigen recht dummen, aber intensiven Folter- und Operationsaktionen (der scheinbar arg in die Tage gekommene Psychopath „schnibbelt“ u.a. ein Auge heraus – den Sinn dahinter habe ich leider nicht verstanden)  bietet  „Spiderhole“ ab der 2. Filmhälfte kaum wirklich nennenswerten Schauwert, um halbwegs überzeugen zu können. An Logik hapert es an jeder Ecke, an Dummheit an jeder Kante.

Einzig positiv hervorzuheben ist der recht düstere Grundton zum Ende des Filmes hin, der ein wenig an das Remake zu „The Texas Chainsaw Massacre“ erinnert, sowie einige wirklich sehr stimmungsvolle und effektiv eingesetzte Kamerafahrten- und Einstellungen.

Recht hektisch und „unfertig“ fällt auch das Filmende aus. Unzählige Fragen, vor allem nach dem überraschend-ausgefallenen Storytwist, bleiben unbeantwortet und stehen offen im Raum – Unglaublich hohl.

Warum es im übrigen Protagonisten im Endkampf mit den Superbösewicht nie schaffen, den Killer zur Vorsicht zu köpfen, zu pfählen oder noch 10 mal mit einer Waffe in den Kopf zu ballern, entzieht sich mir immer wieder jeglicher Logik.

Stattdessen wird sein Morden oftmals mit „nur“ seichtem K.O. schlagen bestraft, worauf sich der Killer Minuten später purtzmunter von seinem Tiefschlaf erholt und sein blutgieriges Morden fortsetzt.

„Spiderhole“ macht da auch keine Ausnahme, macht das Geschehen dadurch noch unglaubwürdiger, da es sich bei besagtem Killer um einen Rentner handelt.

 

 

Fazit  4,5/10

 

Zäher Bullshit, mit überaus nervigen Darstellern. Wer ein Faible für seichte Folter-Filme hat, darf gern einen Blick riskieren. Der Rest vergeudet seine kostbare Zeit an diesem recht undurchdachten Quark.

(FSK Prognose: vermutlich Keine Jugendfreigabe)

Hellraiser80


Filmreview “Jack Ketchum: The Woman”

 

Die Cleerks – eine scheinbar völlig normale Familie.

Bis “Daddy Cleerks” bei seinen Jagdausflügen eines Abends eine völlig verwahrloste Wilde im Wald entdeckt, sie niederschlägt und die “Daheimgebliebenen” mit einem neuen “Kellergast” beglückt.

Sein Ziel die Wilde zu “sozialisieren” lüftet den Schleier eines über Jahre gut “geplegten”, derb-makaberen Familiengeheimnisses.

 

Nach diversen guten und mittelprächtigen Verfilmungen kontroverser Romane des Buchautors “Jack Ketchum” erschien nun ein weiterer cineastischer Ableger seines Schaffens mit “The Woman“.

Bereits bei der Erstaufführung des Filmmaterials auf dem diesjährigen Sundance – Festival zu Beginn des Jahres soll es, glaubt man diversen Internetforen, die ersten Eskalationen gegeben haben. Angeblich soll einer der Zuschauer mit dem stark frauenverachtenden Grundton des Filmes so psychisch überfordert gewesen sein, dass er die sofortige Vernichtung des Filmmaterials forderte.

Gerüchte hin oder her, als raffinierter Schachzug für eine Bessere Vermarktung des Machwerks allemal eine recht förderliche Sache. Zumindest um das kleine “Indie-Juwel” aus dem Sumpf der Masse an Filmproduktionen positiv hervorzuheben.

Eins vorweg,  “The Woman” ist hart und frauenverachtend geworden – zumindest auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick offenbahrt uns ein ergreifendes Familiendrama das den Zuschauer an die Grenzen seiner psychischen Belastbarkeit drängt.

Otto-Normal-Filmkonsument wird die Thematik (wie bei diversen “Ketchum“- Verfilmungen zuvor) bitter und übel aufstossen – zu kontrovers, zu mainstream-fern, zu blutig.

Für alle offenen Filmfans ist “The Woman” eine Offenbahrung: tiefgründig, makaber, spannend.

Die teilweise ins Extrem driftenden schauspielerischen Leistungen seien an dieser Stelle für eine derart niedrigbudgetierte Independent-Produktion positiv hervorzuheben. Die gepeinigte Wilde (grandios und authentisch gespielt von Pollyana McIntosh), ebenso die geschundene Ehefrau (Angela Bettis hat nie besser performt) führen den Zuschauer glaubhaft, sicher und intensiv entlang dem Story-Faden bis zum bitteren und harten Ende.

Mit selbstzweckhafter, grafischer Gewalt geizt auch die neueste “Ketchum“-Verfilmung nicht.  Beginnt der Film noch recht unscheinbar und idyllisch, steigert sich bis zum erlösenden Ende auch der Spannungs-, Gore – und Splatteranteil. Dem geübten Gorehound wird das sicher munden, der deutschen FSK-Zensurbehörde mit Sicherheit nicht. Noch wurde der Film vom Vertriebs-Label CAPELIGHT Pictures nicht zur Prüfung vorgelegt. Wundern dürfte es mich zumindest nicht, würde “The Woman” in hiesigen Gefilden eine Freigabe-Verweigerung erhalten.

Fazit: 8/10 Punkte

Hartes,  glaubhaftes und intensives Horror-Drama, das für den geübten Mainstream-Zuschauer nur bedingt zu empfehlen ist.  Offene und nervenstarke  “Nieschen”-Filmschauer werden an diesem kleinen Horrorjuwel ihre helle Freude haben.

 

Hellraiser80

 

 


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