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Beiträge mit Schlagwort “Found Footage-Genre

Filmreview: “The Ouija Experiment” (2011)

The Ouija Experiment 2011
 
 
 

THE OUIJA EXPERIMENT

Story

 
 
 
Die drei goldenen Regeln der Benutzung eines Hexenbretts:
1. Frage den Geist nie, wie er gestorben ist.
2. Frage den Geist nie, wie du sterben wirst.
3. Verabschiede dich nach jedem Kontakt mit dem Jenseits.
Hätten die Freunde Michael (Justin Armstrong), Brandon (Carson Underwood), Lisa (Miranda Martinez) La’nette (Swisyzinna), Calvin (Eric Window) die wichtigen Regeln beim Umgang mit einem Ouija-Brett befolgt, wäre ihnen so einiger Ärger erspart geblieben. Durch unachtsames Verhalten öffnen sie das Tor zur Geisterwelt und verhelfen dabei drei Geisterwesen in die unsrige zu schlüpfen. Leider ist mit einer der Kreaturen nicht wirklich gut Kirschen essen, so dass die Freunde bald um ihr Leben bangen müssen.

 
 
 


 
 
 

THE OUIJA EXPERIMENT – Kritik

 
 
 
Was für Eltern müssen das sein, die ihrem Sohnemann mit gerade einmal fünf Jahren erlauben, sich FRIEDKINS Teufelsaustreibungs-Schocker DER EXORZIST (1973) anschauen zu dürfen? Nun gut, hätte LINDA BLAIR als besessene Regan dem Regisseur des vorliegenden THE OUIJA EXPERIMENT in jungen Jahren nicht derart den “Kopf verdreht”, wir hätten dieses günstig produzierte No-Budget-Stück vermutlich nie vor die Funzel bekommen. Auch wenn diese kleine Anekdote Regisseur ISRAEL LUNA maßgeblich dazu bewegt haben soll, im Filmbusiness Fuß zu fassen, hat sich LUNA bisher als Filmemacher nicht wirklich mit Ruhm bekleckert. Zwar konnte er mit LA LUNA FILMS und LA LUNA ENTERTAINMENT zwei eigene Produktionsfirmen ins Leben rufen; wirklich nennenswertes Horrormaterial ist den beiden Kreativschmieden bisher noch nicht entsprungen. Ob sich das mit seinem THE OUIJA EXPERIMENT ändern wird? Wir meinen nein, denn LUNAS neustes Schaffen ist mal wieder einer dieser unendlich vielen Filme, die versuchen, aus der erfolgreichen PARANORMAL ACTIVITY-Mixtur schnell noch etwas Kohle zu schlagen. Bei seinem aktuellen Ausflug in das Phantastische Genre hat sich der Filmemacher für ein Remake eines eigenen Filmes entschieden. Bereits 2002 hatte LUNA die Idee zu seiner Geister-Geschichte und verfilmte sie unter dem spektakulären Titel IS ANYBODY THERE?. Nun, weit mehr als zehn Jahre später spendierte er dem Gruselstück eine Frischzellenkur:
 
Wir erleben erneut, wie ein paar Mittdreißiger auf die glorreiche Idee kommen, einige paranormale Ereignisse auf digitales Filmmaterial bannen zu wollen. Diesmal sollen die Geister direkt über ein Hexenbrett mit den Protagonisten in Verbindung treten, was auch anfänglich ganz gut funktioniert. Nur scheinen es die Helden der Geschichte nicht wirklich ernst mit dem Kontakt ins Jenseits zu nehmen, denn nach der ersten Sitzung vergessen sie sich von den vermeintlich freundlichen Geisterwesen zu verabschieden, was zur Folge hat, dass sich die Toten einen Weg in die Welt der Lebenden bahnen können.
 
Bereits das schmale Budget von gerade einmal 1.200 US-Dollar (!) lässt nichts Gutes erahnen, wobei dennoch positiv Erwähnung finden sollte, dass THE REALM (so sollte das Ding ursprünglich eigentlich heißen) bei weitem teurer ausschaut, als die knapp bemessenen Produktionskosten erahnen lassen. Immerhin stimmt auf technischer Ebene alles. THE OUJA EXPERIMENT ist souverän gefilmt, zügig erzählt und die Laufzeit vergeht wie im Flug. Trotzdem hinterlässt der Film keinen bleibenden Eindruck. Zu oft hat man die Found-Footage-Rezeptur zuletzt auf dem TV-Apparat gehabt. Zudem vergreift sich LUNA fast schon schamlos an diversen, meist besseren Filmen, ohne überhaupt eigene Ideen zu liefern. Wir sehen Geister mit weit aufgerissenen Mündern, die eine verblüffende Ähnlichkeit zu den Kreaturen aus den beiden GRAVE ENCOUNTERS Filmen besitzen. Und wir erleben den üblichen Hokuspokus, den der Horrorfilmfreund nun schon zu Genüge in den zahllosen Geisterfilmen der letzten Zeit gesehen hat. Da bewegen sich Türen wie von Geisterhand und unheimliche Stimmen dienen als Vorboten drohenden Unheils. Wirklich unheimlich ist der unausgegorene Spuk leider nicht und Gruselfeeling will partout nicht eintreten wollen. Ein Fakt, der beweist, dass es sich bei THE OUJA EXPERIMENT um keinen wirklich sehenswerten Beitrag handelt. Denn was nützt der zigste Geisteraufguss, wenn er doch seine Wirkung verfehlt und dem Zuschauer einfach keine Angst einzujagen vermag. Immerhin wird im Film für einen wirklich sehenswerten Schauerstreifen Werbung betrieben. Ganz beiläufig findet der Terror-Flick THE ENTITY aus dem Jahre 1981 Erwähnung. Schade nur, dass sich Regisseur ISRAEL LUNA kein Beispiel an SIDNEY J. FURIES Filmarbeit genommen hat, denn dann wüsste er wie effektives Geisterkino auszuschauen hat: schaurig, beängstigend und vor allem nachhaltig!
 
 
 


 
 
 

THE OUIJA EXPERIMENT – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Wer PARANORMAL ACTIVITY und GRAVE ENCOUNTERS mochte, wird diesen Film lieben. Alle anderen Filmfreunde werden mit diesem unspektakulären Quark wohl keine Freude haben. THE OUIJA EXPERIMENT ist seichte Gruselware ohne Höhepunkte und erschreckend wenig Gänsehautfeeling.
 
 
 


 
 
 

THE OUIJA EXPERIMENT – Zensur

 
 
 
Gewalt gibts hier nicht zu sehen. Stattdessen bekommt der Zuschauer nur die Resultate der Geisterangriffe zu Gesicht. Wirklich brutal, blutig oder schockierend ist das natürlich nicht, so dass THE OUIJA EXPERIMENT, insofern er überhaupt in Deutschland veröffentlicht werden wird, eine jugendfreie FSK16-Einstufung erhalten wird.
 
 
 


 
 
 

THE OUIJA EXPERIMENT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stripped (2012)

The Dyatlov Pass Incident (2013)

The Vatican Exorcisms (2013)

The Frankenstein Theory (2013)

Apollo 18 (2011)

Grave Encounter 2 (2012)

The Dinosaur Project (2012)

The Bay (2012)

Blair Witch Project (1999)


Filmreview: “The Dyatlov Pass Incident” (2013)

devils pass 2013
 
 
 

DEVIL’S PASS

Story

 
 
 
Ein Gruppe amerikanischer Studenten macht sich auf den Weg ins verschneite Russland, um Licht in eines der größten Mysterien der letzten Jahrzehnte zu bringen. Ausgestattet mit Kameras, beginnen die Freunde im Ural-Gebirge Antworten darauf zu suchen, wie im Jahre 1959 neun Sportler im heutigen DYATLOV PASS unter mysteriösen Umständen ums Leben kamen. Was das Filmteam jedoch dort findet, scheint jegliche Vorstellungen zu überschreiten …
 
 
 


 
 
 

DEVIL’S PASS – Kritik

 
 
 
Seit geraumer Zeit ermöglicht das Wackelcam-Genre noch unbekannten Filmregisseuren, den Sprung in die vorderen Reihen. Filme wie BLAIR WITCH PROJECT oder PARANORMAL ACTIVITY haben es vorgemacht. Es bedarf keines großen Budgets, einen beunruhigenden Film zu drehen. Es zählen eine raffinierte Idee und einige Dollars fürs notwendige Equipment. Aufgrund der unüberschaubaren Masse an Filmen, hat sich das Found-Footage-Genre (also Filme mit angeblich gefundenem, “echten” Filmmaterial) in den letzten Jahres zu einer wahren Plage entwickelt. Vor allem der Mangel an kreativer Eigenständigkeit und interessanten Filmthemen hat dem Wackelkamera-Film dazu verholfen, dass er heute einen eher unliebsamen Stellenwert innehat. Ob Superhelden, Trolle oder Aliens – es gab bisher keine Filmidee, die nicht lukrativ “verwackelt” auf den Heimkinomarkt geworfen wurde. Auch wenn sich der genervte Zuschauer vom dauerangepriesenen Pseudorealismus kaum noch verwirren lassen möchte und derartige Filme nur selten die Intensität eines BLAIR WITCH PROJECT (1999) erreichen, will der Found-Footage-Wahn einfach kein Ende finden. Es wird produziert, als gäbe es keinen Morgen. Ganz zum Leidwesen für den Horrorfilmfan, der vermutlich schon längst den Überblick verloren hat.
 
DEVIL’S PASS oder THE DYATLOV PASS INCIDENT (so wie er ursprünglich betitelt wurde) ist ein weiterer Kandidat dieser ominösen Filmgattung und wäre vermutlich auch einer dieser vielen unbedeutenden Beiträge, auf die der Genre-Freund getrost verzichten könnte. Dennoch lässt ein Name auf dem Filmplakat manchen Fan düsterer Unterhaltung aufhorchen, denn nach kurzer Kinoabstinenz meldet sich Regisseur RENNY HARLIN zurück, der unter Horrorzuschauern kein Unbekannter ist. Neben Blockbustern wie STIRB LANGSAM 2 (1990) und CLIFFHANGER (1993) hat er sich unter Horrorjüngern mit DEEP BLUE SEA (1999) und NIGHTMARE ON ELM STREET 4 (1988) einen ehrenhaften Ruf erkämpft. Umso mehr verwundert es, dass sich ein durchaus geschickter Filmemacher wie er an einen eher zwiespältigen Found-Footage-Schocker wagt. Ganz uninteressant ist seine Entscheidung jedoch nicht. Denn sein DEVIL’S PASS beruht auf einem mysteriösen Vorfall aus dem Jahre 1959, der sich in Russland tatsächlich zugetragen haben soll und nie wirklich geklärt werden konnte. Im Mittelpunkt standen neun erfahrene Wintersportler, deren Erkundungstour sich im schneebedeckten Osthang des Berges CHOLAT SJACHL (nördlicher Ural, die Stelle wurde später in DYATLOV PASS benannt) zu einem der größten Mysterien der letzten Jahrzehnte entwickelte. Nach tagelanger Funkstille wurde das Team während einer großangelegten Suche tot aufgefunden. Zum Teil nur in Socken bekleidet müssen die Männer und Frauen mitten in der Nacht aus ihren Zelten geflüchtet und während eines Schneesturms erfroren sein. Einer Person fehlte die Zunge, andere wiesen Verletzungen auf, die nicht auf menschlichen Ursprung zurückzuführen waren. Zudem waren die Kleidungsstücke der Opfer aus unerklärlichen Umständen radioaktiv kontaminiert. Bis heute konnte der Vorfall nicht plausibelgemacht werden.
 
Es ist eine spannende Idee, wirklich wahre Begebenheiten zum Thema eines Horrorfilms zu machen. Leider erweist sich DEVIL’S PASS als bestes Beispiel dafür, dass selbst der talentierteste Regisseur kläglich an der Umsetzung seines Films scheitert, wenn das Drehbuch einfach vollkommen schwachsinnig ist. Auch wenn die zugrundeliegenden Ereignisse zu DEVIL’S PASS zwar ungeklärt aber dennoch real sind, ist der Erklärungsversuch den uns Drehbuchautor VIKRAM WEET unterjubeln möchte, das vermutlich dilettantischste, was dem Horrorfilmzuschauer in letzter Zeit aufgetischt wurde. Vermutlich war WEET mit seinen Arbeiten an unvergesslichen Glanzstunden sinnbefreiter TV-Unterhaltung (THE REAL WORLD; KEEPING UP WITH THE KARDASHIANS) derart ausgepowert, dass kaum noch Kreativität übrig geblieben war, den DEVIL’S PASS glaubhaft weiterzuspinnen. Während der Film in der ersten Hälfte alles richtig macht und ein Gefühl des Unbehagens verursacht, gipfelt die Filmgurke in einer der wohl miesesten Enden der Filmgeschichte. Der Autor will der eigentlich wahren Grundlage eine möglichst spektakuläre Auflösung liefern, verfängt sich dabei jedoch in einem arg haarsträubenden Phantasie-Plot, der selbst jeden Science-Fiction-Autor die Schamesröte ins Gesicht treiben würde. Die bescheidenen CGI-Effekte unterstreichen das idiotische Durcheinander in dem der Film gipfelt trefflich und lassen die unausgereiften Effekt-Szenen der trivialen ASYLUM – Trashschmiede fast schon Oscar-verdächtig erscheinen.
 
Regisseur RENNY HARLIN scheitert mit seinem DEVIL’S PASS auf ganzer Linie. Schade, sein Film hätte großartiges Gruselkino werden können. Selten hat ein Film eine interessante Geschichte mit wahren Background so uneffektiv genutzt, wie dieser. HARLINS Beitrag will authentisch sein und an die wahren Ereignisse des Winters 1959 anknüpfen. Leider wirkt nicht nur das Ende vollkommen konfus, sondern auch die Interaktionen der wenigen Protagonisten. Die lassen sich natürlich trotz aller Warnungen nicht vom Weg abbringen und sind selbst dann noch guter Dinge, als eine riesige Schneelawine losbricht (übrigens die beste Szene des ganzen Films) und eines der Crewmitglieder in den Tod reißt. Auch wenn der Film mit hohem Produktionsstandard überzeugt (Found-Footage muss nicht immer mies gefilmt sein), lässt sich nicht von der Hand weisen, dass selbst Produktionen mit beachtlichem Budget nicht zwingend fehlerfrei sein müssen. DEVIL’S PASS besitzt derart viele Logiklöcher, dass Puristen ihre Freunde daran haben dürften, die vielen Ungereimtheiten im Film zu studieren. Was bleibt ist ein Horrorfilm, der über weiter Strecken kurzweilig unterhält aber weit hinter den Erwartungen zurückbleibt, die sich der Fan von einer Produktion diesen Kalibers erhofft hätte. Mit DEVIL’S PASS hat sich RENNY HARLIN keinen großen Gefallen getan. In Anbetracht der Umstände, dass viele bekannte Hollywood-Blockbuster auf sein Konto gehen, erweist sich der aktueller Beitrag des Filmemachers als ein einziges, großes Desaster!
 
 
 


 
 
 

DEVIL’S PASS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein Albtraum in Weiß – Schauderhaftes Gruselvergnügen in schneebedeckter Kulisse. DEVIL’S PASS bzw. THE DYATLOV PASS INCIDENT (so der Originaltitel) ist ein beängstigender Found-Footage Film für Freunde des Genres, der jedoch nicht das verspricht, was der Zuschauer zuvor erhofft hat. Nach spannenden 60 Minuten endet der Film in einem unbeschreiblich schlechten Mix aus allerlei Peinlichkeiten. Die Auflösung wirkt derart lächerlich und an den Haaren herbeigezerrt, dass sich der eigentlich spannende Film rasch zum Flop des Filmjahres 2013 entwickelt!
 
 
 


 
 
 

DEVIL’S PASS – Zensur

 
 
 
THE DYATLOV PASS INCIDENT oder DEVIL´S PASS, so wie er nach Fertigstellung benannt wurde, ist nicht sonderlich brutal. Es gibt eine kurzer Fressszene, einen Einschuss und einen Beinbruch. Hier zählt eher das subtile Gruseln. Daher erhielt der Film problemlos den jugendfreien FSK16-Sticker!
 
 
 


 
 
 

DEVIL’S PASS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Dyatlov Pass Incident; Großbritannien, Russland, USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Keine

 
 
 
DEVIL’S PASS erscheint nun auch hierzulande auf DVD und Blu-ray. Anbieter ASCOT ELITE HOME ENTERTAINMENT hat sich dem Streifen angenommen und bringt den Found Footage-Grusler in die deutschen Heimkinos. Nach dem Einlegen der Scheibe gibt es erstmal etwas Werbung zu sehen. Mit Clips zu DALLAS BUYERS CLUB und THE PHILISOPHERS betreibt der Rechteinhaber Eigenwerbung. Zudem gibt es den Trailer zu METALLICA TROUGH THE NEVER und zu DSCHUNGELCAMP – WELCOME TO THE JUNGLE zu sehen. Danach lädt auch schon das Hauptmenü, das aus Szenen des Filmes besteht. Für einen Wackelcam-Film ist die Bildqualität recht ordentlich geworden. Oft wird sogar HD-Feeling erreicht, was sich vor allem während der Tagszenen bemerkbar macht. Dabei gefällt die Schärfe, die nicht selten viele Details erkennen lässt. Leider bleibt der gute Eindruck nicht konstant, denn sobald es dunkel wird verliert der Schwarzwert an Intensität. Beim Ton erweist sich der Mystery-Thriller als höchst effektiv. Die Naturkulisse sorgt für Authentizität, die Stimmen und Umgebungsgeräusche sind stets hervorragend zu orten und schaffen angenehme Räumlichkeit, vor allem Ende, wenn die Helden in einer Art Tunnelsystem nach Antworten suchen. Mit dem Lawinenunglück ab Filmmitte grummelt auch mächtig der Subwoofer, so dass Gruselatmosphäre garantiert ist. Bei den Extras sieht es recht mau aus. Bis auf ein kurzes Making of (10 Minuten, deutsche Untertitel) hat es nur der Trailer zum Film in deutscher und englischer Sprache auf die Scheibe geschafft. Abgerundet wird das Paket mit einer umfangreichen Trailershow, die aus sechs weiteren Veröffentlichungen von ASCOT ELITE besteht. Wer wie immer das Wechselcover ohne FSK-Flatschen benötigt, kann sich freuen. Das ist nämlich auch wieder mit dabei. Die Blu-ray zu DEVIL’S PASS ist nichts Großes, erfreut aber durch einen ordentlichen Film und guten Ton. Wer Mystery in Kombination mit Found Footage bevorzugt, kann bedenkenlos zugreifen.
 
 
 

Devil’s Pass [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

DEVIL’S PASS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blair Witch Project (1999)

The Vatican Exorcisms (2013)

The Frankenstein Theory (2013)

Apollo 18 (2011)

Grave Encounter 2 (2012)

The Dinosaur Project (2012)

The Bay (2012)


Filmreview: “The Vatican Exorcisms” (2013)

THE VATICAN EXORCISM (2013)
 
 
 

THE VATICAN EXORCISMS

Story

 
 
 
Das Thema Exorzismus ist immer für eine Dokumentation gut, besonders, dann wenn der Fokus allen Übels auf Italien liegt. Drum reist Joe Marino mit einem Kamerateam in den Vatikan, um dort einen geschulten Dämonenaustreiber bei seiner täglichen Arbeit zu begleiten und seine Praktiken mit der Kamera festzuhalten.
 
 
 


 
 
 

THE VATICAN EXORCISMS – Kritik

 
 
 
Man hat als Horrorfilmkritiker bereits schon so einige faule Tomaten gesehen. Filme, die oftmals so mies waren, dass sich die Spielzeit von knapp 90 Minuten zu einer halben Ewigkeit entwickelt haben. Ob sich die Produzenten hinter den Machwerken manchmal überhaupt im Klaren sind, was sie mit ihren miserablen Schundfilmchen aussagen oder gar bewirken wollen, sei einmal dahingestellt. Fakt ist, dass es auf dieser Welt eindeutig zu viele dieser unbrauchbaren Titel gibt. Das kostet den Zuschauer einfach zu viel Lebenszeit! THE VATICAN EXORCISMS fügt sich perfekt in die Riege der Filme ein, auf die die Welt nur gewartet hat – um sie zu meiden! Das hübsche (natürlich an THE LAST EXORISM angelehnte) Cover schaut zwar durchaus vielversprechend aus, wurde aber vermutlich nur gestrickt, um Käufer neugierig zu machen. Auf besessene Geschöpfe, die grotesk verdreht die Wände emporklettern wartet man in THE VATICAN EXORCISMS vergebens. Stattdessen hat es der Zuschauer hier mit kostengünstigem Pseudo-Grusel zu tun, der so unsagbar schlecht umgesetzt wurde, dass sich einem während der Sichtung die Zehennägel krümmen.
 
THE VATICAN EXORCISMS ist wohl DER dilettantischste und schlechteste Wackelcam-Thriller, den man die letzten Jahren auf der Mattscheibe hatte. Dabei ist Regisseur JOE MARINO zwar leidlich bemüht, seinem unterirdischen Schocker so etwas wie Authentizität einzuhauchen. Das Treiben gestaltet sich aber derart beschämend, dass sich diese Peinlichkeit kaum in Worte fassen lässt. THE VATICAN EXORCISMS ist Quasi die unspektakuläre Version des 2012 erschienenen THE DEVIL INSIDE. Unter dem Deckmantel realer Gegebenheiten wird hier eine Dokumentation gezeigt, die sich mit dämonischer Besessenheit im tiefreligiösen Süden Italiens beschäftigt und einem Exorzisten bei seiner täglichen Arbeit beiwohnt. Nun gut, vermutlich kein schlechter Stoff für einen schick reißerischen Found-Footage-Beitrag. Die Umsetzung gestaltet sich jedoch derart ereignislos, dass dem Zuschauer zu raten ist, sich diesen ermüdenten Quark möglichst wach anzuschauen. Da werden tagebuchartig Geschehnisse protokolliert und Angehörige der vermeintlich vom Teufel Besessenen vor der Kamera mit unangenehmen Fragen gelöchert, um dem Zuseher unwichtiges Hintergrundwissen zu bieten. Danach werden vier Fälle geschildert, in denen sich PATER LUIGI leidlich darum bemüht sieht, den besessenen Opfern Heilung zu verschaffen. Während eine betagte Nonne vermutlich bereits seit Jahren im Wachkoma liegt und ab und an wütend Zähne aus ihrem Mund spuckt, wenn LUIGI aus seiner Bibel vorliest, beobachtet das Kamerateam woanders ein kleines Mädchen, das düstere Bilder malt und wirres Zeug faselt, wenn der Exorzist ihr etwas arg nah zu Leibe rückt. Die nicht vorhandenen schauspielerischen Leistungen lassen sich kaum verschleiern, wobei sich die wenigen Leidtragenden leidlich darum bemüht sehen, durch ihr Schreien, Kichern und Umherwälzen so etwas wie Gruselfeeling entstehen zu lassen. Das kommt jedoch nie zustande, auch dann nicht, als sich JOE MARINO (der im Übrigen auch den fiktiven Regisseur des Films mit gleichen Namen mimt) vom Teufel höchstpersönlich verfolgt fühlt.
 
Das Found-Footage-Genre will sich partout keine Auszeit gönnen. Mit THE VATICAN EXORCISMS beweist der Wackelcam-Film einmal mehr, dass dieses Subgenre bereits unlängst seinen erfrischenden Reiz verloren hat. Regisseur JOE MARINO spielt sich selbst, um dem Film die nötige Glaubwürdigkeit zu verleihen. Das wäre ihm um Haaresbreite gelungen, würden da nicht die grottigen Schauspieler den Film zur Lachnummer machen. Grandiose Effektszenen sucht man hier vergebens. Die Besessenen versuchen den Zuschauer mit einfachen Mitteln zum “Lachen” zu bringen. Während eines der geplagten Opfer mit seinen Leibeswindungen beeindruckend den Fußboden wischt, weiß ein anderer wie er sich mit ausgiebigen Leibesübungen selbst “beglücken” kann. Was bleibt, ist eine vollkommen schwachsinnige Pseudo-Reportage, die ideenlos versucht auf den aktuell so beliebten Exorzisten-Zug aufzuspringen. Hände weg von diesem Nonsens!
 
 
 


 
 
 

THE VATICAN EXORCISMS – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
Schockierend, beängstigend, beunruhigend! DAS alles ist THE VATICAN EXORCISMS natürlich nicht, auch wenn es das Filmplakat suggeriert. Einer der miesesten Filme im Kinojahr 2013.
 
 
 


 
 
 

THE VATICAN EXORCISMs – Zensur

 
 
 
Mit etwas Glück dürfte THE VATICAN EXORCISMS hierzulande ungeschnitten mit FSK12-Freigabe erscheinen. Ob es der miese Film jedoch überhaupt je nach Deutschland schaffen wird, steht vermutlich in den Sternen.
 
 
 


 
 
 

THE VATICAN EXORCISMS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der letzte Exorzismus 2 (2013)

Besessen – Der Teufel in mir (2012)

Possession – Das Dunkle in Dir (2012)

Apartment 143 (2011)

Der Exorzist (1973)

Exorzist 2 – Der Ketzer (1977)

The Devil Inside (2012)


Filmreview: “Der letzte Exorzismus 2″ (2013)

der-letzte-exorzismus-2-Filmposter
 
 
 

DER LETZTE EXORZISMUS 2

Story

 
 
 
Nell (Ashley Bell), die Farmerstochter aus dem ersten Teil, hat die Dämonenbeschwörungen überlebt, kann sich aber an die mysteriösen Vorfälle nicht mehr erinnern. In einem Wald wird das verstörte Mädchen aufgefunden und wenig später in ein Frauenhaus gebracht, wo es unter der Obhut des Therapeuten Frank Merle (Muse Watson) lernen soll, ein geregeltes Leben zu führen. Das gelingt anfänglich auch mit erstaunlicher Selbstsicherheit. Die 17-jährige Waise beginnt Kontakte zu gleichaltrigen Zimmergenossinnen zu knüpfen, verliebt sich in Chris (Spencer Treat Clark) und findet als Zimmermädchen in einem Hotel Arbeit. Doch der vermeintlich besiegte Dämon Abalam scheint nicht endgültig vernichtet zu sein. Immer wieder verspürt Nell die unheilvolle Präsenz der bösartigen Kreatur und wird von seltsamen Visionen geplagt. Bald schon muss sie erkennen, dass der Dämon aus der Vergangenheit allgegenwärtig ist und nichts Gutes im Schilde führt …
 
 
 


 
 
 

DER LETZTE EXORZISMUS 2 – Kritik

 
 
 
Drei Jahre ist es nun schon her, dass das lukrative Found-Footage-Prinzip im Exorzistenfilmgenre Einzug hielt. Von ELI ROTH (HOSTEL, 2002) produziert, entwickelte sich DER LETZTE EXORZISMUS (2010) zum Publikumsliebling. Der vom Hamburger Regisseur DANIEL DAMM inszenierte Gruseltrip kostete magere zwei Millionen Dollar und konnte weltweit über 70 Millionen in die Kassen spülen. Bei einem solchen Erfolg ließ eine Fortsetzung natürlich nicht auf sich warten. DER LETZTE EXORZISMUS 2 (2012) knüpft nahtlos an die Geschehnisse des Vorgängers an, verzichtet dabei aber vollkommen auf dessen dokumentarisch protokollierte Wackelkameraperspektive. Stattdessen werden die Geschehnisse mit den Mitteln eines Erzählfilmes geschildert, was bei Gegnern der Found-Footage-Werke sicherlich Zuspruch findet. Trotzdem; ob dieser abrupte stilistische Wandel der Filmreihe dienlich sein wird, bleibt abzuwarten. Bereits in der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass derart mutige Entscheidungen oftmals auf wenig Gegenliebe stoßen. So wurde die Fortsetzung zum erfolgreichsten Indie-Film aller Zeiten THE BLAIR WITCH PROJECT (1999) zu einem überraschenden Flop und konnte mit ihren düsteren Hochglanzbildern nicht einmal annähernd an den Erfolg anknüpfen, den kurze Zeit zuvor das verwackelte, amateurhafte Original verbuchen konnte.
 
Gleiches Schicksal dürfte nun auch DER LETZTE EXORZISMUS 2 erleiden. Denn so wirklich innovativ, reißerisch und effekthascherisch wie der drei Jahre zuvor abgedrehte Erstling kommt die Fortsetzung leider nicht daher. Stattdessen haben sich die Macher des Sequels dazu entschlossen, aus dem doch sehr spannenden Wackelcam-Schocker ein eher ruhig erzähltes Drama werden zu lassen, das mit einigen mystischen Elementen bereichert wurde. So wird die Geschichte aus der Sicht der Farmerstochter Nell geschildert, die nach den schrecklichen Erlebnissen des ersten Teils versucht, sich ein neues Leben aufzubauen. Lobenswerterweise hat man sich für die Besetzung erneut für die ASHLEY BELL (THE DAY, 2010) entschieden, der nun deutlich mehr Spielfläche eingeräumt wird und die in der Fortsetzung auf allzu gelenkige Körperverdrehungen verzichten darf. Dass BELL, trotz mangelnder Filmerfahrung, eine durch und durch hervorragende Schauspielerin ist, wird auch in der DER LETZTE EXORZISMUS 2 deutlich. Ihr Leiden wirkt echt und markerschütternd, ihre Unsicherheit stets authentisch. Parallelen zur von SISSY SPACEK gegebenen Rolle der CARRIE (1976) sind unverkennbar, wobei man sich als Zuschauer bei derart talentreicher Schauspielkunst eigentlich fragt, warum ASHLEY BELL nicht direkt für die Titelrolle der amoklaufenden Außenseiterin im anstehenden CARRIE-Remakes besetzt wurde.
 
Wie bereits bei den zahlreichen Exorzismus-Filmen der letzten Jahre steht auch in DER LETZTE EXORZISMUS 2 ein Mädchen im Mittelpunkt, das sich mit allerlei seltsamen Vorkommnissen konfrontiert sieht und sich am Ende durch eine graphische Teufelsaustreibung quälen muss, wobei dem Film die wirklich hervorstechenden Ideen fehlen. Da donnern Krähen als Vorbote des Unheils gegen die Fenster einer Kirche, unsympathische Figuren erleiden unvorhersehbare Epilepsieanfälle und gemeine Visionen spielen der Titelheldin bitterböse Streiche. Hat man alles bereits unzählige Male in diversen Vertretern dieses Subgenres gesehen und entlockt auch hier dem Zuschauer nur ein müdes Lächeln. Während der kanadische Regisseur ED GASS-DONNELLY in der ersten Hälfte des Öfteren ein durchaus geschicktes Gefühl für spekulative Schockeffekte an den Tag legt und der Protagonistin eine zugängliche und dennoch spannende Entwicklung widmet, ist ihm wenig später vermutlich die Muse abhanden gekommen und der Film tritt auf der Stelle. Was folgt, sind die altbekannten Klischees, die das Exorzisten-Genre seit jeher so berüchtigt gemacht haben. Allerdings wird der Filmfreund das Gefühl nicht los, man hätte krampfhaft wahllos hanebüchene Szenen aneinandergefügt, um überhaupt auf Spielfilmlaufzeit zu kommen.
 
Als würdige Fortsetzung lässt sich DER LETZTE EXORZISMUS 2 nicht betiteln. Der gute Beginn geht aufgrund des ideenlosen Plots flöten. Das Sequel tritt so in die Fußstapfen unzähliger uninspirierter Fortsetzungen. Warum man jedoch die Fans des Erstlings dadurch vergrault, sich gegen eine Weiterführung des Found-Footage-Stils zu entschließen, dürfte wohl auf ewig unergründet bleiben. Das Resultat schaut zwar durchweg hochwertiger aus als die Vorlage; inhaltlich ist der Film trotzdem so leer, wie eine aufgefutterte Tüte Chips! Da hilft es dem Horror-Drama letztendlich auch nicht, dass DER LETZTE EXORZISMUS 2 in den letzten wenigen Minuten vor Ende noch einmal so richtig böse sein will und den Turbo anwirft.
 
 
 


 
 
 

DER LETZTE EXORZISMUS 2 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Schockgefülltes Exorzistenfilmchen mit guter Besetzung. Leider mangelt es der Inszenierung an frischen Ideen, so dass DER LETZTE EXORZISMUS 2 so unnötig ist wie eine Grippe im Sommer!
 
 
 


 
 
 

DER LETZTE EXORZISMUS 2 – Zensur

 
 
 
Bis auf einen Kehlenschnitt gibt es hier keine nennenswerten Gewaltakte zu sehen. Deshalb ist DER LETZTE EXORZISMUS – THE NEXT CHAPTER frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

DER LETZTE EXORZISMUS 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Der-Letzte-Exorzismus-2-Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Last Exorcism 2: The Beginning of the End; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interview mit Produzent Eli Roth, Interview mit Ashley Bell, Trailer, Trailershow

 
 
 
Dass DER LETZTE EXORZISMUS: THE NEXT CHAPTER an den Kinokassen nicht so der Reißer gewesen sein muss, macht sich vor allem an der etwas knausrigen Blu-ray-Umsetzung bemerkbar. Zwar findet sich Bild und Ton auf einem beachtlich hochwertigen Niveau; bei den Extras sieht es jedoch etwas mau aus. Es wird gerade einmal ein Interview mit ELI ROTH (11:14 min) geboten, der munter über die Realisierung des Sequels plaudert und erklärt, dass er für diesen Film als Produzent tätig gewesen ist. Ebenso bekommt der Zuschauer ein Interview mit der Hauptdarstellerin ASHLEY BELL (12:25 min) zu sehen, die mit beachtlicher Intensität Protagonistin Nell Sweezer im Film verkörpert. Dass mit Filmschnipseln unterlegtem Hauptmenü schaut zwar durchaus stimmig aus, weitere nennenswerte Extras findet der Filmfreund hier nicht. Immerhin darf sich der Filmfreund an weiteren Trailern erfreuen. Neben dem Trailer zum Hauptfilm (01:02 min), betreibt Rechteinhaber STUDIOCANAL noch etwas Eigenwerbung mit fünf weiteren Trailern aus dem eigenen Filmfundus. Alles Extras liegend in hoher Auflösung vor und wurden zudem mit deutschen Untertiteln versehen. Zudem darf sich der Sammler über ein Wendecover freuen. Wer wissen mag, wie die Geschichte rund um Heldin Nell weitergesponnen wird, sollte DER LETZTE EXORZISMUS: THE NEXT CHAPTER vielleicht vorher erst einmal leihen. Denn ein wirkliches Must-Have ist die vorliegende Heimkinoauswertung des Streifens leider nicht.
 
 

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DER LETZTE EXORZISMUS 2 – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Possession – Das Dunkle in Dir (2012)

Besessen – Der Teufel in Mir (2012)

Apartment 143 (2011)

Der Exorzismus von Emily Rose (2005)

The Rite – Das Ritual (2011)

Der Exorzist (1973)


Filmreview: “Stripped – Frisches Fleisch” (2012)

stripped_2012
 
 
 

STRIPPED – FRISCHES FLEISCH

Story

 
 
 
Vier Freunde planen einen trinkfreudigen Ausflug nach Las Vegas, um dort eine Geburtstagssause halten zu können. Auch die hübsche Capri (Nicole Sienna) ist mit von der Partie. Sie wittert in dem Kurztrip eine günstige Mitfahrtgelegenheit, will sie doch in der Stadt ihren Boy-Freund Jake wiedertreffen. Unterwegs bemerkt einer der Freunde ein kleines Visitenkärtchen an der Windschutzscheibe des Autos, auf dem leicht bekleidete Damen eine Menge Spaß versprechen. Grund genug für die Clique, die Nummer auf dem Kärtchen zu wählen und die Adresse aufzusuchen, die ihnen eine verheißungsvolle Stimme am Telefon nennt. Fataler Fehler. Der erhoffte Bordellbesuch entwickelt sich rasch für alle Beteiligten zum wahren Albtraum. Denn was die Freunde nicht wissen: hinter dem schlüpfrigen Freudenhaus versteckt sich ein skrupelloser Organhändler-Ring …
 
 
 


 
 
 

STRIPPED – Kritik

 
 
 
Willkommen in unserer Rubrik Filme, die die Welt nicht braucht. Diesmal haben wir es, welch Überraschung, erneut mit einer dieser vollkommen minderbemittelten Found Footage-Gurken zu tun, die einmal mehr trefflich unterstreichen, wie aufgebläht dieses Subgenre bereits geworden ist. Innovation sucht man hier vergebens – wozu auch, wenn sich doch mit dem ständig gleichen Käse rasch einige harte Dollars verdienen lassen. Und so verwundert es kaum, dass STRIPPED spannungsarm nach dem allseits bekannten Wackel-Cam-Rezept geköchelt wird und dabei einmal mehr jeglichen Unterhaltungswert missen lässt.
 
Regisseur und Produzent J.M.R. LUNA, der bereits als Kameramann für diverse Kurzfilme und Werbespots verantwortlich zeichnete und sogar an Großproduktionen wie BURTONS CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK mitwirkte, war es vermutlich Leid, immer nur als kleiner Fisch im Hintergrund zu agieren, so dass er sich dazu entschloss, selbst einen ersten abendfüllenden Indie-Film zu produzieren und dazu auch gleich den Regieposten übernahm, um etwas Geld zu sparen. Was wirklich Gescheites ist hierbei natürlich nicht zustande gekommen, was auch kaum verwundert, führt man sich einmal vor Augen, wie dilettantisch unprofessionell das Ding zusammengezimmert wurde.
 
Als Erinnerungsvideo für einige pubertäre Jungspunde getarnt, begegnet uns mit STRIPPED quasi die Billig-Version des Organhandel-Schockers TURISTAS aus dem Jahre 2006 mit wackeligen Bildern und in unscharfer Handycam-Optik. Natürlich werden hier nicht einmal annähernd die Qualitäten der Vorlage erreicht. Das mag hauptsächlich daran liegen, dass der Film einfach zu lange braucht, eine Richtung zu finden. Bis der Film überhaupt zu Potte kommt, vergehen geschlagene 45 Minuten. Dabei müht der Regisseur sich nach Kräften, die hanebüchene Handlung mit unbedeutende Szenen aufzublähen, um so wenigstens auf Spielfilmlänge zu kommen. So füllt er die notdürftig zusammengesponnene Geschichte mit massig pubertärem AMERICAN PIE-Gequassel, das in seiner erschreckenden Bedeutungslosigkeit schnell zu nerven beginnt. Die wenigen, übrigens ausschließlich von Produzenten des Films gemimten Jungdarsteller verhalten sich reichlich unreif, was für den erwachsenen Zuschauer schnell zur Geduldsprobe wird. Da werden Saurier-Statuen auf dem Spielplatz einer Raststätte begattet, ein anwesender Protagonist beim harten Stuhlgang mit der Kamera gefilmt und besoffen durch die überfüllten Hallen der Spielcasinos gewandelt. Mit zehn Flaschen Bier intus mag das ja durchaus vergnüglich sein; für den nüchternen Filmfreund wirkt das aber alles andere als unterhaltsam und lässt die wenigen Figuren des Film nur noch unsympathischer erscheinen.
 
Immerhin kriegt der Film kurz vor Ende noch halbwegs die Kurve und die Geschehnisse führen zum obligatorischen Blut- und Leichenzoll. Nachdem die Freunde das vermeintliche Bordell ausfindig gemacht haben und auf den schnellen Beischlaf hoffen, vergeht ihnen alsbald der Spaß, als sie plötzlich bei lebendigen Leibe von einem vermummten Arzt ausgeweidet werden. Während die Geschehnisse bis dato aus der typischen Egosicht geschildert wurden, werden die Morde nun aus dem Blickwinkel von Überwachungskameras gezeigt. Überraschenderweise funktioniert das erstaunlich gut, zumal das spartanisch eingerichtete und düstere Setting durchaus seinen Reiz besitzt und die verwinkelte Kulisse für einige unangenehme Momente sorgt. Dennoch, wer nun hofft hier hilflose Opfer sehen zu dürfen, die schön explizit durch den Fleischwolf gejagt werden, dürfte schnell eines Besseren belehrt werden. Blutige Schauwerte gibt es hier kaum zu bewundern. Trotzdem wirkt das hier dokumentierte Gewinsel, Geschrei und Gejammer ziemlich hart, was durchaus dafür sorgen dürfte, dass dem Thriller STRIPPED in hiesigen Gefilden keine Jugendfreigabe attestiert werden dürfte.
 
Wer auch nach den unzähligen Wackelcam-Gurken der letzten Zeit weiterhin Gefallen am Found Footage-Genre findet, kann gern einen Blick riskieren. Der Rest wird auch mit STRIPPED garantiert nichts anzufangen wissen. Auch dieser Schocker ist nichts anderes als ein weiterer, hölzerner Wackelcam-Beitrag unter ach so unzählig vielen!
 
 
 


 
 
 

STRIPPED – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Fieser Found Footage-Thriller, der ein wenig an die Organhandel-Schocker TURISTAS oder CAGED erinnert. Dennoch, wirklich fesselnd wie seine Vorlagen ist J.M.R. LUNAS günstig zusammengeklautes B-Movie noch lange nicht!
 
 
 


 
 
 

STRIPPED – Zensur

 
 
 
Wirklich viele “böse” Schauwerte besitzt STRIPPED nicht, so dass die ungeschnittene Filmfassung in Deutschland die FSK mit KEINE JUGENDFREIGABE passieren hat.
 
 
 


 
 
 

STRIPPED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
STRIPPED-FRISCHES-FLEISCH-Blu-ray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: STRIPPED; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.77:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: FSK18 – Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 13.05.2014

 
 
 

Stripped – Frisches Fleisch [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

STRIPPED – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Caged (2010)

Turistas (2006)


Filmreview: “Dark Skies” (2013)

Dark-Skies-2013
 
 
 

Dark Skies

Story

 
 
 
Für Familie „Barrett“ ist nichts mehr so, wie es einmal war, als sie plötzlich mit unerklärlichen Vorfällen konfrontiert werden. Erst schleicht sich des abends ein ungebetener Gast in das Haus, dann prasseln drei bestimmte Vogelarten aus allen erdenklichen Richtungen gegen die heimischen Dachfenster. Hinzukommt, dass die Familienmitglieder mit seltsamen Blackouts zu kämpfen haben und groteske Wundmale an ihrem Körper vorfinden. In ihrer Panik wenden sich die Gepeinigten an einen Spezialisten, der den Eltern offenbart, dass die Familie Teil eines außerirdischen Experiments zu sein scheint …
 
 
 


 
 
 

Dark Skies – Kritik

 
 
 
Wenn auf einem Filmplakat suggeriert wird, dass hinter dem vorliegenden Filmchen, die Macher der legendären „Paranormal Activity“-Serie stecken sollen, dann dürfte in der hiesigen Filmszene vermutlich schnell ein lauthalses Stöhnen die Runde machen und alteingesessene Horror-Fans den kommenden Schocker „Dark Skies“ rasch entnervt von ihrer Must-See-Liste streichen. Die Horror-Schmiede „Blumhouse Productions“ hat sich in Genre-Kreisen mit ihren günstig produzierten Found Footage-Filmchen einen beneidenswerten Namen erkämpft und versucht nach diversen Geisterfilmchen nun auch im Science Fiction-Genre Fuß zu fassen.
 
Dark Skies“ ist einer jener Filme, bei denen man irgendwie nicht so wirklich weiß, wie man sie im Endeffekt bewerten soll. Ist man bereits mit dem Genre bewandert, dürfte schnell klar werden, wie der Hase läuft. Da werden die Geschehnisse mit allerlei mysteriösen Begebenheiten eingeläutet und natürlich im Verlauf der Handlung auf die Spitze getrieben. Hierbei versucht der Film sich bis zum Ende die Option offen zu halten, ob es sich denn bei all dem seltsamen Schabernack, um eine wirkliche Heimsuchung durch Aliens handelt, oder ob die Familie eventuell doch durch eine rationell erklärbare Bedrohung heimgesucht wird. Dabei gelingt es „Dark Skies“ durch allerlei einfache Mittel eine durchaus bedrohliche Atmosphäre zu entwickeln, die es dabei sogar kongenial schafft, falsche Fährten zu legen, um den Zuschauer reichlich zu verwirren. Das beginnt mit einem vollkommen belanglosen Durchwühlen des heimischen Kühlschranks durch etwas vollkommen Unbekanntem und endet damit, dass die Familienmitglieder von unerklärlichen Blutergüssen geplagt werden und mit absoluten Totalausfällen zu kämpfen haben. Effektiv ist das natürlich durchaus und spannend mit Sicherheit, und doch mag man am Ende irgendwie das Gefühl nicht loswerden wollen, nach der plausiblen Auflösung doch etwas vollkommen Spektakuläres und Verblüffendes erwartet zu haben.
 
Mit all seinem zwar effektiven, aber dennoch reichlich banalen Hokuspokus erinnert „Dark Skies“ durchweg an eine, auf Spielfilmlänge gezerrte Folge der berüchtigten Kult-Serie „The Twilight Zone“, nur mit dem Unterschied, dass das natürlich alles weniger charmant und kultig wirkt und stattdessen auf ein effektgeiles Mainstream-Publikum zugeschnitten wurde. Das wird spätestens dann offensichtlich, wenn die Protagonisten versuchen, ihre Wohnung mit Überwachungskameras zu spicken und man sich als Zuschauer wieder an die diversen „Paranormal Activity“-Filme und Plagiate zurückerinnert. Verwunderlich ist das natürlich bei weitem nicht, steht ja hinter „Dark Skies“ auch das Produzenten-Team des berüchtigten Wackelcam-Geister-Franchise, das wohl der Meinung war, die bisher kassentauglichste Zutat ihrer Filmschmiede auch in ihren aktuellen Beitrag unterbringen zu müssen.
 
Dark Skies“ scheint grob betrachtet, nicht wirklich viel Neues bieten zu können. Der Grundplot erinnert in seiner einigermaßen geschickten Umsetzung bemerkenswert stark an den Grusel-Kultfilm „Poltergeist“ aus dem Jahre 1982. Auch hier sieht sich eine typisch amerikanische Familie mit seltsamen Vorfällen konfrontiert, deren Auslöser bei einem der Familienmitglieder zu suchen ist. Doch nicht nur Elemente aus „Invasion of the Body Snatchers“ (1978) und „Signs“ (2002) sind im Film selbst wiederzufinden, auch Zutaten aus den hauseigenen Werken, wie „Insidious“ (2010) haben es letztendlich in irgendeiner Form in den nun vorliegenden „Dark Skies“ geschafft.
 
 
 
Der bereits mit dem Horror-Genre vertraute Drehbuchautor und Regisseur “Scott Stewart” (“Legion“(2010) und “Priest” (2011)) hat mit seinem aktuellen Beitrag den wohl bisher besten Film seines Regie-Daseins geschaffen, der zudem auch als der Film des Jahres 2013 betitelt werden darf, der sich am dreistesten an den diversen Kultfilmen des Genres vergangen hat. Hier findet man fast all das ansprechend recycelt wieder, was man bereits in diversen, in der Regel besseren Filmen innerhalb des Genres, zu Gesicht bekommen hat. Das schamlose Zitieren erfolgreicher Kultfilme dürfte bei dem ein oder anderen Filmfreund vermutlich die Schamesröte ins Gesicht treiben lassen, aber dennoch lässt sich behaupten, dass „Dark Skies“ trotz aller beschriebenen Vergehen, durchaus kurzweilig unterhält und gar nicht so übel ist, wie anfänglich gedacht. Zwar wirkt der Film nicht wirklich nachhaltig, aber als kleines Mysterie-Häppchen für Zwischendurch eignet sich „Dark Skies“ durchaus. Deshalb: dem Filmgenuß erwartungsfrei entgegenfiebern, um nicht allzu derb enttäuscht zu werden!
 
 
 


 
 
 

Dark Skies – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Willkommen in der „Twilight Zone“: konventioneller Mysterie-Schocker für ein ausgehungertes Mainstream-Publikum. Trotz altbekannter Zutaten ein durchaus gruseliges Filmchen in der Tradition der „Poltergeist“ und „Paranormal Activity“-Schocker
 
 
 


 
 
 

Dark Skies – Zensur

 
 
 
Der eher harmlose “Dark Skies” wird hierzulande in seiner ungeschnittenen Fassung eine “FSK16” erhalten.
 
 
 


 
 
 

Dark Skies – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Poltergeist (1982)

Insidious (2010)

Signs (2002)


Filmreview: “The Frankenstein Theory” (2013)

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THE FRANKENSTEIN THEORY

Story

 
 
 
Professor John Venkeheim ist regelrecht besessen von der Vorstellung, dass die Schriftstellerin Mary Shelley sich für ihren “Frankenstein”-Roman von geschichtlichen Fakten hat inspirieren lassen und das die Erzählung auf reelle Ereignisse zurückzuführen ist. Aufgrund seines Eifers hat er bereits kürzlich sein Amt an einer der renommiertesten Universitäten Amerikas verloren und versucht nun mittels einer Dokumentation all die Skeptiker von der Echtheit des mysteriösen Wesen zu überzeugen, die bisher der Meinung waren, dass Venkeheim mit seinen Theorien nicht ganz auf geistiger Höhe zu sein scheint. Um seinen akademischen Ruf retten und die Beweise aus Zelluloid bannen zu können, beauftragt er ein Kamerateam, dass ihn bei seiner Exkursion in das verschneite Kanada begleiten soll. Dort wurde die Kreatur angeblich zuletzt gesichtet, die einst einem schrecklichen Experiment entkommen konnte und nun mordgierig durch die winterliche Einöde Nordkanadas umhergeistern soll …
 
 
 


 
 
 

THE FRANKENSTEIN THEORY – Kritik

 
 
 
Schon etwas sehr hanebüchen, wenn eine MOCUMENTARY (also eine fiktive Dokumentation) dem Zuschauer einbläuen möchte, dass der Roman einer gewissen Mary Shelley keiner Fiktion entspringen, sondern auf wahren Begebenheiten beruhen soll. Bei derart sinnbefreiten Idee fragt sich der Zuschauer natürlich unweigerlich, woher eigentlich amerikanische Drehbuchautoren und Skriptschreiber die Drogen hervorkramen, die sie eingenommen haben müssen, um derart Nonsens zu Papier bringen zu können und welch üble Geschichten denn in Zukunft noch alles ihren Weg in die weltweiten Heimkinos finden werden. Bereits im Jahre 2001 haben findige Nachwuchsfilmer das Mittel der Medienmanipulation kongenial für ihren Film nutzen können. Das BLAIR WITCH PROJECT war eines der ersten (und vermutlich auch einzigen) Werke, das bereits im Vorfeld für Furore sorgte und es erstaunlich selbstsicher schaffte, Filmfans einzutrichtern, dass irgendwo in den Wäldern Amerikas eine mysteriöse Hexe ihr Unwesen treiben soll. Zehn Monate nachdem die Regisseure DAN MYRICK und ED SANCHEZ ihren Film fertiggestellt hatten, stellten sie eine Webseite ins Internet, auf welcher sie als Tatsachenbericht getarnt, über das Verschwinden dreier Studenten informierten, die einen Dokumentarfilm über die berüchtigte „Blair“-Hexe auf Zelluloid bannen wollten. Mittels fiktiver Interviews versuchten die Filmemacher den Besuchern jener Webseite glaubhaft zu machen, dass irgendwo in den Wäldern wirklich eine derart ominöse Präsenz hausen würde und die unweigerlich mit dem Verschwinden jener Kids in Verbindung stehen sollte. Die Täuschung war perfekt, sodass Filmfans weltweit von der Echtheit des Falls überzeugt waren und in die landesweiten Lichtspielhäuser strömten, um das vermeintlich von den Studenten gefilmte und gefundene Bildmaterial bewundern zu dürfen, was DAN MYRICK und ED SANCHEZ letztendlich zum bekannten Kino-Hit mit dem Titel BLAIR WITCH PROJECT zusammengeschnitten hatten.
 
Ganz so groß und raffiniert, wie THE BLAIR WITCH PROJECT kommt THE FRANKENSTEIN THEORY natürlich nicht daher, viel zu sehr wirkt die Ausgangssituation an den Haaren herbeigezerrt, sodass der Filmfreund bei derart Kontext nur unverständlich mit dem Kopf schütteln dürfte, den uns hier die Macher von THE LAST EXORCISM aufzutischen versuchen. Immerhin wissen sie diesen vollkommen blödsinnigen Hirnshit halbwegs ansprechend zu verpacken, den es lässt sich wahrlich nicht leugnen, dass THE FRANKENSTEIN THEORY durchaus kurzweilig zu unterhalten weiß. Zu verdanken ist dieser Fakt, den trefflich gewählten Protagonisten, die durchweg glaubhaft und sympathisch in Erscheinung treten. Gott sei Dank hat es der Zuschauer hier mit halbwegs gestandenen Persönlichkeiten zu tun – ein teen´reskes Gebrabbel und planloses Umhergekreische darf demnach hier ausgeschlossen werden, was den Film durchaus positiv aufzuwerten weiß. Trotzdem obliegt auch THE FRANKENSTEIN THEORY den obligatorisch klischeebehafteten Genre-Regeln. Da werden natürlich Exkursionen in die verschneite Winterlandschaft nicht im Team vollzogen, sondern getrennt. Nachdem das Filmteam auf das sagenumwobene Monster stößt und den ersten Toten zu beklagen hat, soll Hilfe angefordert werden. Hier wird natürlich nur ein Crew-Mitglied in die Ödnis geschickt, das nun dringend Hilfe suchen soll. Allein lässt sich scheinbar der korrekte Weg durch das schneebdeckte Kanada besser finden, als im Doppelpack. Zudem fragt man sich als Zuschauer ohnehin die ganze Zeit, warum die Beteiligten bei einer derart Bedrohung nicht unweigerlich versuchen ihr Equipment zusammenzupacken, um in den nächstliegenden Ort per Fußmarsch zu pilgern. Stattdessen machen Sie es sich tagelang in des Monsters Holzhütte gemütlich – verständlich, dass die Kreatur keinen Spaß mit den unwillkommenen Gästen versteht.
 
Apropos Monster; das gibt es natürlich auch im Film zu sehen und hat, wie so oft in derart Produktionen, augenscheinlich bis kurz vor Ende Sendepause. Erst dann führen die Gegebenheiten ins Absurdum und das Wesen erhält einige Sekunden Screentime. Wer aber hier meint glaubhaft ausufernde Creature-Effekte serviert zu bekommen, dürfte ersichtlich enttäuscht werden. Die Anwesenden protokollieren die Interaktionen der mysteriösen Roman-Kreatur mit ihrer Kamera aus der Entfernung, sodass sich das Ding kaum erkennen lässt und eher eine aufdringliche Ähnlichkeit mit einem tollwütigen Neandertaler besitzt, der planlos durch den Schnee stapft und dabei unsittliche Laute von sich gibt. Eine unfreiwillige Komik lässt sich hier nicht leugnen, machen gerade die vollkommen unspektakulären Auftritte des Wesens, die eigentlich hervorragend-klaustrophobische aufgearbeitete Stimmung des Films zunichte. Hier hat man wahrlich etwas Spektakuläres erwartet, zumal man als Zuschauer wieder einmal nicht verstehen kann, warum ausgerechnet immer dann, wenn die Bedrohung seinen obligatorischen Auftritt erhält, Kameras unentwegt stören, wackeln oder ausfallen müssen.
 
THE FRANKENSTEIN THEORY ist eine kleine Enttäuschung. Die Atmosphäre wird Schritt für Schritt aufgebaut und punktet mit beklemmender Intensität; die traumhafte aber dennoch ausweglose Schneelandschaft offenbart ein bedrückendes Gruselerlebnis das durchaus seine Momente besitzt. Eigentlich gibt es bei THE FRANKENSTEIN THEORY kaum etwas Nennenswertes zu bemängeln. Die gefakte Dokumentation im aktuell so beliebten Found Footage-Stil ist stimmig erzählt, gut bebildert und glaubhaft gespielt. Wäre da nicht das vollkommen lächerliche Monster, dass im Verlauf des Films für Zucht und Ordnung sorgt und die Beteiligten zwanghaft in den Tod meucheln muss. Hierbei wäre weniger Schaufreudigkeit mehr gewesen. Denn nachdem sich das Ding das erste Mal vor der Kamera blicken lässt, geht es mit dem hier vorliegenden THE FRANKENSTEIN THEORY auch merklich bergab. Für einen derart plakativen Filmtitel ist der hier bebilderte Höhlenmensch, den Regisseur ANDREW WEINER in seinem Film versucht dem Zuschauer zu verkaufen, eine mehr als dreiste Unverschämtheit. Immerhin, und das muss man dem Film zugute halten, lässt er dem Zuschauer genug Interpretationsspielraum. Handelt es sich hier wirklich um das besagte Monster aus dem Roman oder um eine vollkommen andere, unbekannte Gestalt. Dieser Frage beantwortet THE FRANKENSTEIN THEORY nämlich leider vollkommen unzureichend, was hoffentlich KEIN überflüssiges Sequel/Prequel zur Folge haben wird!
 
 
 


 
 
 

THE FRANKENSTEIN THEORY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Found Footage Dokumentation mit einem zugegeben entäuschenden Monster – Durchschnittware ohne Überraschungen!
 
 
 


 
 
 

THE FRANKENSTEIN THEORY – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung ist ungeschnitten und trägt das FSK16-Kennzeichen. Kein Wundern, denn grausame Schauwerte sucht man hier vergebens.
 
 
 


 
 
 

THE FRANKENSTEIN THEORY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the-frankenstein-theory-bluray

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Frankenstein Theory, USA 2013

Genre: Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min. (uncut)

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 23.05.2014

 
 
 

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THE FRANKENSTEIN THEORY – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “Crowsnest” (2012)

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Crowsnest

Story

 
 
 
Fünf Freunde wollen sich ein schönes Wochenende bereiten und planen eine aufregende Reise hinaus ins Grüne, um in einer entlegenen Hütte Justin´s Geburtstag ausgiebig feiern zu können. Gut, dass selbiger von Freundin Brooks eine technisch hochwertige Video-Kamera als Geschenk zum Geburtstag erhalten hat, sodass er das Ereignis auch präzise auf Video dokumentieren kann. Unterwegs werden sie von einem skurrilen Hinterwäldler davor gewarnt, die Fahrt fortzusetzen, denn die Gegend um den friedlichen Ort “Crowsnest” birgt viele Gefahren. Nichtsdestotrotz lassen sich die Teens nicht beirren und setzen die spontane Feiersause fort. Ein fataler Fehler, denn es dauert nicht lang bis ein Trupp hungriger Kannibalen die Fährte der Kids gewittert und aufgenommen hat…
 
 
 


 
 
 

Crowsnest – Kritik

 
 
 
Wenn in Filmen Teenager zur Digicam greifen, mit den Freunden einen kuscheligen Camping-Ausflug unternehmen und das frivole Treiben sogar noch auf Videoband bannen wollen, ahnt dem interessierten Zuschauer vermutlich Schlimmes. Denn oftmals bedeutet ein derart vielversprechender “Buddy”-Trip nicht nur, dass die Protagonisten im Verlauf der nächsten 90 Minuten von irgendetwas Bedrohlichen unermüdlich durch Wald und Wiesen gejagt werden, sondern auch, dass die minderbemittelten Charaktere in diesen Filmen mit ihrem planlosen Gekreische den Filmfreund vermutlich an den Rand des Wahnsinns treiben werden. Der vorliegende “Crowsnest” bestätigt diese Vermutung einmal mehr und ist eines dieser Werke, dass sich grandios in die Reihe vollkommen sinnentleerter Horrorunterhaltung einzureihen weiß. Da düsen eine handvoll Freunde mit dem Auto orientierungslos in die Einöde umher und werden vollkommen unerwartet von einem unheimlichen Wohnwagen gerammt, der permanent versucht, die Kids von der Straße zu drängen. Schlau wie Teens sind können sie den Attacken des ominösen Fahrzeugs natürlich unbeschadet entkommen und folgen schließlich wenig später furchtlos den Spuren des ominösen Wohnmobils. Dass natürlich derart Vorgehensweise von mangelndem Menschenverstand zeugt und die Kids einen unweigerlichen Hang zum Selbstsuizid besitzen müssen, dürfte bei derart unklarem Handeln auf der Hand liegen. Was folgt ist der obligatorische Bodycount, den der Horrorfilmfreund im Jahr 2013 nun einmal von einem derartigen Film erwartet. Da wird geschrien, gehetzt und gewimmert und natürlich alle fein akribisch mit der eigenen Digicam protokolliert, man hat ja scheinbar sonst nichts anderes zu tun, wenn man um sein Überleben bangen muss.
 
Crowsnest” ist der gefühlte 1000. Versuch, den unzähligen Wackelcam-Fans da draußen endlich den Spaß an diesem vollkommen inflationären Sub-Genre zu nehmen. Als im Jahr 2001 mit dem durchaus lukrativen “Blair Witch Project” das längst vergessenes Found Footage-Thema der Spät-70er (“Cannibal Holocaust“, “Eaten Alive“) erneut aufgegriffen und durchaus innovativ wiederverwertet wurde, ahnte vermutlich keiner der Millionen Filmfans da draußen, dass derart Filmstil zehn Jahre später zu einer waschechten Plage avancieren würde. Kaum ein Monat vergeht, ohne dass sich weitere Filmemacher von derart Sub-Genre inspirieren lassen und den Heimkinomarkt mit ihren oftmals vollkommen desaströs zusammengekleisterten Möchtegern-Gurken verseuchen. Hierbei ist der Heimkino-Sektor in Deutschland als noch halbwegs überschaubar zu betiteln. Blickt man aber nach Übersee, so hat sich das Found Footage-Thema zu einer wahrlichen Epidemie entwickelt, dass sich schon längst nicht mehr allein nur im Horrorfilm-Sektor beheimatet fühlt.
 
Dabei vermag in der kostengünstige Realisierung dieser Werke der wesentliche Grund für die nicht abebbende Welle an derart Filmkost zu suchen sein. Denn wahrlich viel überteuertes Equipment ist bei einem Wachelcam-Grusler nicht von Nöten. Eine Handvoll sterbewilliger Nichtskönner ist im eignen Freundeskreis schnell gefunden und ein zweckmäßiges Script in die Notizfunktion des eigenen Smartphones gehämmert, sodass das Projekt “Found Footage” alsbald beginnen kann. Nun gut, “Crowsnest” will man jetzt nicht allzu laienhafte Unkenntnis vorwerfen. Im Groben betrachtet ist der Film einer der Besseren Vertretung seiner Gattung. Wäre, da nicht wieder das vollkommen stereotype Umhergekreische aller Beteiligten, die bereits ab Filmmitte handeln, als hätte man ihnen ins Hirn gerotzt. Zudem versuchen die Protagonisten auch zu keiner Minute ihrem drohenden Schicksal zu entkommen, sondern werden vom Bösen magisch angezogen, wie Motten vom grellen Licht der Straßenlaternen. Immerhin weiß der Film mit einigen durchaus makaberen Einfällen zu überzeugen. Zu erwähnen sei an dieser Stelle, der durchaus zynische Moment, als einer der Anwesenden kurz das Auto verlässt, um sich den Magen aus dem Leib zu reiern und in bester “Final Destination“-Manier von einem entgegenkommenden Fahrzeug “geschrottet” wird. Schrecksamen Gemütern, dürfte dieser Moment durchaus einige Tage in Erinnerung bleiben.
 
Trotzdem, auch wenn sich “Crowsnest” offensichtlich von Filmen wie “Joyride-Spritztour“, “Duell” und “Jeepers Creepers” hat inspirieren lassen und dabei versucht, sich gänzlich von der momentan lukrativen “Poltergeist-Welle” in Found-Footage-Filmen zu distanzieren, so ist dennoch auch dieser Versuch kläglich gescheitert, dem unlängst totgemolkenen Wackelcam-Genre neue Facetten einzuverleiben. Hier bleibt alles beim Alten. In hektischen Momenten gerät die Kameraführung aus dem Ruder und auch sonst dürfte sich der Horrorfilmfreund einmal mehr erzürnt dabei ertappen, wie er genervt gen TV schreit, und versuchen möchte, den Protagonisten den Weg aus der Misere zu erklären. Auch wenn dem Filmfreund hier durchweg durchschnittliche Found Footage-Kost geboten wird, so lässt sich dennoch nicht leugnen, dass “Crowsnest” leider nur ein weiterer unbedeutender Vertreter einer ganzen Reihe unzähliger Fake-Homevideos darstellt, die man im Grunde genommen gar nicht ernst nehmen kann. Die Charaktere sind platt, notdürftig skizziert und verhalten sich vollkommen unglaubwürdig. Zudem möchte man Einige derer am liebsten eigenhändig den Gnadenstoß erteilen, weil deren unsympathisches Gewimmere zum Teil schon fast grenzwertig in Erscheinung tritt. “Crowsnest” ist ein Found Footage-Film wie jeder andere auch – weder Fisch noch Fleisch. Frische Ideen sucht man hier vergebens. Da kommt es dem Film auch nicht wirklich zugute, dass man sich hier einer gänzlich anderen Thematik gewidmet und statt zornige Poltergeister, eine menschenfleischgierige Kannibalen-Familie in den Fokus der Gegebenheiten rückt. Wirklich blutig (bis auf ein paar undefinierbare Abfälle, die die Kannibalen in regelmäßigen Abständen am Wegesrand hinterlassen), wie man vermutlich erhofft, wird es hier zu keinem Zeitpunkt, sodass “Crowsnest” selbst hartgesottene Horrorfilmfans durchaus enttäuschen dürfte.
 
 
 


 
 
 

Crowsnest – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Auch die Kannibalen haben es jetzt ins Found Footage Genre geschafft – Leider vollkommen unbrauchbarer Wackelcam-Aufguß mit ziemlich grenzwertigen Protagonisten, die handeln, als wöllten sich geradzu sterben wollen.
 
 
 


 
 
 

Crowsnest – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung dürfte ungeschnitten für volljährige Erwachsene geeignet sein. Es gibt einen einzigen blutigen Mord: eine Enthauptung, die zwar einfach getrickst wurde, aber durchaus krude in Erscheinung tritt.
 
 
 


 
 
 

Crowsnest – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “Undocumented” (2010)

"Undocumented" (2010) Filmposter - Filmkritik auf Filmchecker
 
 
 

Undocumented

Story

 
 
 
Eine Gruppe ambitionierter, amerikanischer Dokumentarfilmer arbeitet an einem Film, der sich mit illegal eingewanderten mexikanischen Immigranten beschäftigen soll. Um der Doku den nötigen Diskussionsstoff bieten zu können, reisen die Freunde nach Mexiko und begleiten eine Gruppe Flüchtlinge bei ihrer strafbaren Reise in die USA. Mit dem Wunsch, endlich der Armut und der erschütternden Perspektivlosigkeit entfliehen zu können, begeben sich die Immigranten in einen Flüchtlingstransporter, der sie sicher in das Land ihrer Träume transportieren soll. Doch die Reise schlägt fehl, denn auf ihrem Weg in die Freiheit geraten die Einwanderer an eine Gruppe radikaler amerikanischer Rassisten, die das Gesetz schlichtweg selbst in die Hand nehmen und die Truppe in ein eigens zusammengezimmertes Konzentrationslager verschleppen. Das amerikanische Filmteam soll hierbei die nun folgenden Grausamkeiten dokumentieren, mit welchen die selbsternannten Ordnungshüter die verstörten Einwanderer bestrafen. Zudem soll das abartige Filmmaterial als Propagandafilm fungieren, der weitere illegale Immigranten davon abhalten soll, unrechtmäßig amerikanischen Boden zu betreten.
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Kritik

 
 
 
Mit dem vorliegenden Genre-Beitrag „Undocumented“ hat es einmal mehr ein Nachwuchsregisseur geschafft, mit reichlich Zündstoff auf sich aufmerksam zu machen. „Chris Peckover“, der sich zuvor sein Lohn und Brot mit einigen Kurzfilmchen verdient hat, teilt in seinem vorliegenden abendfüllenden Erstlingswerk herbe Kritik an der Unfähigkeit der amerikanischen Regierung aus. Hier wird nichts verschönert, oder vereitelt, sondern sein Film kritisiert einmal mehr, zu welchen rassistischen Abartigkeiten vermeintlich friedliebende Bürger fähig sein können und mit welcher Blindheit die amerikanische Führungsriege dem grotesken Treiben beiwohnt. Grundlage für seine Geschichte dient die aktuelle Immigranten-Problematik der USA, die scheinbar kaum noch in der Lage zu sein scheint, perspektivlose und in Armut lebenden Mexikaner davon abhalten zu können, illegal in das Land einzureisen. Da werden Mauern um die Grenzen gezimmert und der vollkommen übertriebene Patriotismus vieler Amerikaner, sowie die Angst vor dem eigenen sozialen Abstieg (denn die Mexikaner haben natürlich nichts anderes im Sinn als den Amerikanern die Jobs zu „stehlen“) sorgen nicht selten für ein unverständlich rassistisches Gedankengut gegenüber der mexikanischen Bevölkerung. Forscht man im Internet nach, so scheint es sogar kriminelle (amerikanische) Banden vor amerikanischen Grenzpunkten zu geben, die einzig darauf spezialisiert sind, ahnungslosen mexikanischen Einwanderern aufzulauern, auszurauben und schließlich zu töten. Hinzukommt, dass es bisher noch kein modernes, amerikanisches Einwanderungs-Recht gibt, dass die legale Einwanderung für Immigranten erleichtert, sodass viele Einreisende den illegalen und gefährlichen Weg in Kauf nehmen müssen, um von einem sorgenfreien Leben träumen zu dürfen.
 
Peckerovers „Undocumented“ ist kein einfach zu verdauender Film. Das wahrlich perverse und menschenverachtende Treiben geht verdammt nah und sorgt nicht nur einmal dafür, dass der Zuschauer als Zeuge der Geschehnisse mit einer verständlichen Fassungslosigkeit und einen brodelnden Wut vor dem heimischen Fernsehapparat zurückbleibt. Parallelen zum kürzlich erschienen „Territories“ sind unverkennbar. Auch dort wurde der radikale Weg gewählt und ein äußerst politisch brisantes Thema zur Grundlage des Films gemacht. Angesichts der erschütternden realen Geschehnisse, auf welche beiden Filme fungieren, wirkt die herbe Kritik in Form einer nicht enden wollenden Schreckens-Achterbahn der Grausamkeiten auch für den Zuschauer wie eine Martyrium. Anders als der kanadische Beitrag „Territories“ geizt der vorliegende „Undocumented“ nämlich nicht mit blutigen Details. Ob derart sadistische Zeigefreudigkeit jedoch wirklich hätte sein müssen, scheint fraglich, denn der Film hätte auch ohne die diversen Abartigkeiten seine erschütternde Wirkung keinesfalls verfehlt. Trotzdem, die wenigen (verdammt realistischen) F/X gehen durch Mark und Bein und verstärken vermutlich allein nur die Erkenntnis, zu welch unmenschlichen Fähigkeiten die Bestie Mensch fähig sein kann und dass derart unannehmbaren Menschenrechtsverletzungen zu keiner Zeit toleriert werden dürfen.
 
 
 
Nach „Saw“, „Hostel“ und Co. beweist ein motivierter Nachwuchsregisseur, dass der Horror nicht immer nur rein fiktiv sein muss. Man braucht als Filmfreund einfach nur den Fernseher einschalten und die Berichterstattungen in den aktuellen Nachrichtensendungen verfolgen. Der tagtägliche erschreckende Wahnsinn, der uns dort präsentiert wird, bietet auch die Grundlage des vorliegenden Thrillers „Undocumented“. Ein, teilweise schonungsloses Dokument über grausame Menschenrechtsverletzungen, welche sich Tag für Tag tatsächlich an der amerikanischen Grenze ereignen. Auch wenn Peckovers Geschichte rein fiktiv aus der „Found Footage“-Sicht eines Kamerateams geschildert wird, so birgt am Ende die Erkenntnis, dass illegale Immigranten aus Mexiko, die von einem besseren Leben träumen und tagtäglich dennoch für ihren Traum mit dem Leben bezahlen müssen, ein merklich befremdliches Bauchgefühl. Peckovers Film ist bereits seit geraumer Zeit als hochwertige Heimkinofassung auf dem amerikanischen Markt erhältlich. Warum sich hierzulande noch niemand für die Auswertung des Films entschieden hat, stößt meinerseits auf vollkommenes Unverständnis. Ein Film, der sich vor allem in die Sammler-Reihe „Kino Kontrovers“ ideal einfügen würde.
 
 
Im übrigen: wen dieser Film kalt lässt und wer sich nach Sichtung in seinem rassistischen Gedankengut (in welcher Art auch immer) bestätigt fühlt, sollte dringend den Psychiater seines Vertrauens aufsuchen!
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
“Undocumented” ist ein erschreckend, kontroverses und wichtiges Dokument für mehr Menschlichkeit, Verständnis und Toleranz!
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Zensur

 
 
 
Der Film selbst ist kein Splatter-Feuerwerk. Dennoch verfehlen die wenigen grafischen Gewaltdarstellungen nicht ihre Wirkung. Mit ganz viel Glück dürfte der Film ungeschnitten mit einer „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erscheinen.
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Territories (2010)

The Afflicted (2010)

Darfur (2009)

The Road to Guantanamo (2006)

 

 

 


Filmreview: “The Bay” (2012)

The Bay Filmposter
 
 
 

THE BAY

Story

 
 
 
Es ist der 4. Juli 2009 und das kleine amerikanische Städtchen „Claridge“ feiert den Unabhängigkeitstag. Was keiner ahnt, dass dieses Fest für viele das Letzte sein wird. Denn unzählige Bewohner werden sich an diesem Tag mit einem todbringenden Parasiten infizieren. Grund für das Desaster ist in den skrupellosen Machenschaften des Bürgermeisters zu suchen, denn der fördert die Massen-Tierhaltung und lässt Hühner mit erfolgsversprechenden Steroiden mästen. Um sich den Exkrementen der Tiere zu entledigen, werden diese einfach in die angrenzende Bucht geschüttet, aus welcher ebenso das Trinkwasser für die Menschen der Kleinstadt gefördert wird. Kaum haben die Feierlichkeiten begonnen, beginnen auch schon die ersten Gäste über körperliches Unwohlsein zu klagen. Wenig später kommt es zu ersten Todesopfern, die allesamt groteske Fressspuren am Körper aufweisen. Nachdem Panik unter den Bewohnern ausbricht und erste Untersuchungen an den Leichen vorgenommen werden, erkennen Wissenschaftler, dass sich etwas im Wasser befindet, dass sich von menschlichen und tierischen Lebewesen ernährt und sich seinen Weg vom Inneren des Wirts nach außen frisst …
 
 
 


 
 
 

THE BAY – Kritik

 
 
 
Nicht scheint grausamer, als die Tatsache, dass sich die Natur an all den Vergehen rächt, die ihr die Menschheit alltäglich ungeniert zumutet. Im Falle von THE BAY scheint dies tatsächlich der Fall zu sein, denn in dieser fiktiven Dokumentation hat Mutter Natur eindeutig genug von der unachtsamen Umweltverschmutzung und sagt den Menschen den Kampf an. Im Vergleich zu heutigen Vergehen an unsere Umwelt rührt der Plot gar nicht einmal von ungefähr, denn THE BAY zeigt, was passieren könnte, wenn die verschwenderische Menschheit nicht bald aus ihren Fehlern lernt und rücksichtsvoller mit seinem Lebensraum umgeht. Natürlich hat Regisseur BERRY LEVINSON die Gegebenheiten ein wenig arg phantastisch skizziert, handelt es sich schließlich, trotz der kontroversen Thematik, um einen Horror-Thriller. Dennoch, mit erschreckendem Realismus konfrontiert er dem Zuschauer mit welch Chaos der Mensch im Falle einer Umwelt-Katastrophe rechnen müsste.
 
Die Geschichte wird hierbei aus der Sicht von Donna Thompson geschildert, die am Tag der Gegebenheiten als Praktikantin für einen ansässigen TV-Sender arbeitete und die tragischen Geschehnisse protokollierte. Sie überlebte wie durch ein Wunder die furchtbare Epidemie, die am 4.Juli 2009 eine kleine amerikanisches Stadt heimsuchte und innerhalb von nur wenigen Stunden fast alle Bewohner des Ortes dezimierte. Die tragischen Umstände von einst wurden jahrelang von der Regierung verschwiegen. Nun, da sich diverse Dokumente im Internet zusammengesammelt haben, trägt sie die Fakten erneut zusammen und schildert die Erlebnisse anhand von YouTube-Clips, eigenen Interviews und Home-Video-Aufnahmen einiger Opfer, die die Ereignisse nicht überlebt haben.
 
Erstaunlicherweise funktioniert das wahllose Zusammenschneiden der diverser FOUND-FOOTAGE-Elemente erstaunlich gut. Alles hat den Anschein als würde man authentisches Material präsentiert bekommen, dass in penibler Kleinstarbeit von irgendeinem Redakteur zusammengetragen wurde. Die Gegebenheiten werden Stück für Stück entziffert und in chronologischer Reihenfolge abgehandelt. Regisseur BERRY LEVINSON beweist hierbei ein selbstsicheres Händchen für unangenehme Einstellungen und deftige Schocks, denn einige Szenen haben es wahrlich in sich. Überhaupt überrascht es, dass gerade eine Oscar-Preisträger, wie LEVINSON (RAIN MAN) sich an derart totgefilmtes Subgenre wagt, hat doch der FOUND-FOOTAGE-Film unlängst besser Zeiten erlebt. Dennoch, er schafft es dem gebeutelten FOUND-FOOTAGE-Genre, nach all den trivialen und katastrophal-zusammengeschusterten Wackel-Kamera-Filmen der letzten Dekaden, gänzlich neue Impulse zu verleihen. Die Tatsache allein, dass in THE BAY keine unzureichend talentierten Laiendarsteller auf Heller und Pfennig ihre Handykamera zücken und auf Zwang und Drang jede noch so brenzligen Situation dokumentieren müssen, macht diesen Film so sehenswert und glaubhaft. Vielmehr nutzt LEVINSON eine Kombination der verschiedensten Kommunikationsmöglichkeiten unserer Zeit. Da verschmilzt ein Skype-Chat mit SMS-Dialogen und Fragmente aus TV-Sendungen werden virtuos mit persönlichen Home-Video und Polizeiüberwachungs-Aufnahmen kombiniert. Erzählerisch ein geschickt gewählter Schachzug, entsteht bereits nach dem recht temporeichen Beginn beim Zuschauer ein gesteigerter Drang nach mehr Informationsgehalt über die Ereignisse. Die filmischen Hinterlassenschaften der Opfer treiben dabei die Spannung auf Höchstmaß, möchte doch der Filmfreund gern wissen, welche mysteriösen Wesen für das planlose Massensterben verantwortlich gemacht werden.
 
Die Auflösung gestaltet sich als äußerst unangenehm und dürfte vor allem zartbesaitete Gemüter unschön aufstoßen lassen. In THE BAY geht es teilweise nicht zimperlich von statten. Sicher darf der Filmfreund keine Splatter-Granate der Extraklasse erwarten. Vielmehr schockieren hier einige recht unangenehme Creature-Effekte der Parasiten, die sich raffiniert in den Wirtskörper einnisten und gerade in unerwarteten Momenten über die Kinoleinwand flitzen. Auch der optisch ansprechend in Szene gesetzte Hautausschlag, der als Vorbote für das qualvolle Ableben der diversen Leidtragenden gilt, schaut alles andere als gesund aus und sorgt in Kombination mit derart realistischen Bildern für gehörig Gänsehaut beim Zuschauer.
 
Mit THE BAY erhält der Filmfreund einen weiteren Wackelcam-Thriller, der aber zu den besseren Vertretern seiner Gattung gehört und uneingeschränkt zu empfehlen ist. Hier werden keine altbackenen Brötchen erneut unter die Leute gebracht, sondern innovativ und erschreckend realistisch frisch zubereitet. Der packende Umwelt-Thriller im Mockumentary-Stil gehört zu einem der Besten seiner Gattung und läutet die Renaissance des klassischen Öko-Horrorfilms der 70er Jahre ein. Bereits vor mehr als 30 Jahren bewiesen findige Filmemacher mit Schockern wie FROGS(1972) und LONG WEEKEND (1977), dass Mutter Natur durchaus mit gnadenloser Härter durchgreifen kann, wenn sie sich von der Menschheit ungerecht ausgebeutet fühlt. Dass Regisseur BERRY LEVINSON sein Handwerk selbstsicher beherrscht zeigt eindrucksvoll die recht straffe Inszenierung und die schroffe Schonungslosigkeit der Darstellung aller Gegebenheiten, die im Verlauf des Filmes an den Tag gelegt wird. Die knapp 80 Minuten Filmlaufzeit vergehen wie im Flug, die Geschehnisse fesseln und werden zudem packend erzählt. Trotz des recht sachlichen Erzählstils lässt THE BAY niemanden kalt. Die kontroverse Erkenntnis, dass wie Menschen uns selbst die schlimmsten Feinde sind, wirkt noch lang nach und bietet vermutlich Anlass zu einer Selbstanalyse, um letztendlich festzustellen, was man selbst dazu beitragen könnte, damit auch Generationen nach uns die Schönheit unserer einzigartigen und vielfältigen Umwelt genießen können.
 
 


 
 
 

THE BAY – Fazit

 
 
8 Punkte Final
 
 
Packender und erschreckend-unangenehmer Umwelt-Thriller im FOUND-FOOTAGE-Stil, dessen Botschaft aktueller denn je ist und noch lange nachwirkt. Absolut sehenswert!
 
 
 


 
 
 

THE BAY – Zensur

 
 
 
Der Film wurde in Deutschland ungeschnitten mit FSK16 veröffentlicht. Kein Wunder, denn der Film zeigt kaum explizite Gewaltakte.
 
 
 


 
 
 

THE BAY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the bay blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Bay; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover/ 3D-Schuber

Extras: Original Kinotrailer, Deutscher Kinotrailer, Interview mit dem Regisseur (11 min./dt. UT), Audiokommentar mit dem Regisseur (keine dt. UT), 3 Trailer anderer Filme aus dem hause KOCH MEDIA

 
 
 
Rechteinhaber KOCH MEDIA sah genug Potenzial in der Veröffentlichung von THE BAY und steckt die deutsche Blu-ray in einen schicken Hologrammschuber. Aber nicht nur die Präsentation kann sich sehen lassen. Auch der Inhalt ist nicht von schlechten Eltern. Zwar darf bei dieser Art von Film keine Referenz erwartet werden, dennoch kann die technische Umsetzung als durchaus solide bezeichnet werden. Da es sich hier um einen Found-Footage-Film handelt, der aus verschiedenen Filmschnipseln diverser Kameraarten zusammengeschnitten wurde, wird selten HD-Feeling erreicht. Die Tonspur fällt sehr dialoglastig aus und das Geschehen spielt sich vorwiegend im Frontbereich ab – keine Offenbahrung aber man sollte bedenken, dass es sich hier um eine Fake-Dokumentation handelt. Immerhin bekommt man eine anständige Synchronisation geboten, was man KOCH MEDIA lobend anrechnen sollte. Nicht selten verzichtet man gerade bei Filmen aus dem Horror-Bereich auf eine gescheite Übersetzung. Die Extras sind überschaubar. Neben einem Audiokommentar mit dem Regisseur (ohne deutsche Untertitel), gibt es noch den Trailer in Deutsch und Englisch und ein elfminütiges Interview (mit deutscher Untertitlung) mit dem Filmemacher. Drei Trailer hauseigener Filme runden den Bonussektor ab. Wer mit dem FSK-Flatschen nicht warm werden möchte, kann das Cover umdrehen. KOCH MEDIA bringt THE BAY mit Wendecover und edlem 3D-Schuber in den Handel.
 
 

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THE BAY – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
 
Apollo 18 (2011)

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