Filmreview: “The Lords of Salem” (2012)
The Lords of Salem
Story
Heidi LaRoc ist Radiomoderatorin von Salems beliebter Musikshow Salem Rocks. Zusammen mit ihrem Hund Troy bewohnt sie ein Apartment in der kleinen Stadt und versucht ihr Leben nach ihrer Drogenabhängigkeit wieder auf die Reihe zu bekommen. Eines Tages erhält sie in der Radiostation eine mysteriöse hölzerne Kiste, speziell an sie adressiert, mit Absender von den „Lords“. In dieser Kiste enthalten ist eine alte Schallplatte welche eine seltsame Melodie spielt, von welcher es Heidi zunehmend schlechter ergeht. Als sie sich entscheidet die Platte in ihrer Radiosendung zu spielen, entfesselt sie damit Salems düstere Vergangenheit. Halluzinationen und die merkwürdigen Ereignisse im Nachbarapartment nehmen sie psychisch immer schwerer in ihre Gewalt. Versinkt Heide in Wahnsinn oder sind die Lords of Salem tatsächlich zurück, um blutige Rache zu nehmen?
The Lords of Salem – Kritik
„On a rare occasion, a special child appears.“ „Don’t you wanna ride it? Educated Horses“ ( ROB ZOMBIE IM INTERVIEW MIT JOBLOMOVIE NETWORK ) ( ROB ZOMBIE IM INTERVIEW MIT DEM WALL STREET JOURNAL ) „We’ve been waiting, Heidi… We’ve always been waiting.“ ( JOHN 5 IM INTERVIEW MIT NOISECREEP )
Rob Zombie ist einer der schwerbeschäftigsten Männer unserer Zeit. Neben seiner Musikkarriere, die seit Anfang der 90er Jahre steil bergauf geht und zuletzt Zombies neustes Album VENOMOUS RAT REGENERATION VENDOR (seit dem 19. April 2013 im Handel) hervorbrachte, ist er auch ein sehr erfolgreicher Regisseur mit einer treuen Fanbase geworden. Sein neuester Streifen THE LORDS OF SALEM läuft momentan mit einem limitierten Kinostart in den USA und ist seit Ende April in England auf DVD erhältlich. Zusätzlich veröffentlichte Rob Zombie zusammen mit B.K. Evenson eine Romanadaption von THE LORDS OF SALEM, welche auf Zombies originalem Drehbuchentwurf basiert und weitaus umfangreicher als der Film sein soll. Diese soll in deutscher Übersetzung am 9. Dezember 2013 hierzulande erscheinen. Allerdings steht eine hiesige Veröffentlichung des Filmes selbst noch aus.
THE LORDS OF SALEM ist das erste Werk seit THE DEVIL’S REJECTS, in welchem Rob Zombie wieder eine komplett eigene Geschichte umsetzt. Verbrachte er die letzten vier Jahre in den Klauen der Weinstein Brüder, um dem HALLOWEEN-Franchise eine Frischzellenkur zu verpassen, welche in der Öffentlichkeit sowohl großen Zuspruch fand als auch Missmut unter den Fans der alten Filme um Michael Myers auslöste. Die Story von THE LORDS OF SALEM ist recht simpel und ganz nach Zombies Geschmack an die 70er Jahre angelehnt. Einer Zeit in der manche Rock-Alben Rückwärtsbotschaften enthielten und der Jugend auch sonstige satanische Gedanken einflößen sollten, wenn man den meisten christlichen Verbänden von damals Glauben schenken mag.
Die Idee zum THE LORDS OF SALEM kam Rob Zombie schon vor vielen Jahren, als er zu Gast auf einer Hochzeit in Salem, Massachusetts war und ihn das Geschehen dort ziemlich langweilte. Aufgewachsen in Massachusetts erinnerte er sich an die geschichtlichen Hintergründe der kleinen Stadt. Genauer gesagt, an die Hexenprozesse von Salem (1692), in Folge derer 20 unschuldige Menschen der Hexerei bezichtigt und hingerichtet wurden. Doch was wäre, wenn nicht alle unschuldig waren? Was wäre, wenn einige der hingerichteten Menschen tatsächliche Hexen waren und diese einen Fluch auf das Städtchen Salem legten? Zombie begann mit dem Drehbuch welches er aber zu diesem Zeitpunkt nicht umsetzten konnte, da kein Studio sonderlich großes Interesse zeigte. Also wurden aus dem Drehbuch zunächst zwei Songs. „American Witch“ und „The Lords of Salem“ welche beide auf Rob Zombies 2006 erschienenen Album EDUCATED HORSES zu finden sind, sich aber mehr auf die eigentlichen Ereignisse von 1692 beziehen. Jahre später kamen die Produzenten von INSIDIOUS und PARANORMAL ACTIVITY auf Rob Zombie zu und fragten nach dem Anliegen, ob er nicht einen übernatürlichen Low-Budget Film für deren Studio schreiben und drehen wollte. Zombie willigte ein und bekam sogar vertraglich das Recht auf den Final Cut zugesichert.
Für seine Geschichte wandelte er die eigentlichen Ereignisse von 1692 etwas ab und orientiert sich eher an die Methoden europäischer Hexenprozesse, in welchen als Hexen und Hexer Beschuldigte verbrannt wurden oder auch in die „Eiserne Jungfrau“ mussten. Bei den Hexenprozessen von Salem griff man lediglich darauf zurück die Angeklagten zu hängen.
„Ich wollte einfach nur einen atmosphärischen Film machen. Oft scheint dabei der Plot sekundär zu sein. Die Filme die ich mag, eine Menge davon sind europäische, haben diesen besonderen Vibe. Wenn ich mir einige Werke von Dario Argento oder Lucio Fulci ansehe sage ich irgendwann zu mir selbst: „Moment mal, ich habe keine Ahnung was gerade los ist!“ Aber man ist gefangen in dieser Atmosphäre und dem Gefühl welche diese Filme einem vermitteln. Und genau das wollte ich für meinen Film. Eine sehr traumartige Atmosphäre. Auch wenn der Film eine Story hat der man folgt ging es mir in aller erster Linie darum dem Zuschauer das Gefühl eines surrealen Alptraums zu vermitteln.“
Mit THE LORDS OF SALEM beschreitet Rob Zombie völlig neue Wege und liefert einen der unkonventionellsten Horrorfilme der letzten Jahre ab. Vor allem kommt es Zombie auf die Atmosphäre und die Wirkung des Filmes an und das seine Charaktere im Vordergrund stehen. Dabei wirkt THE LORDS OF SALEM eher wie ein sehr düsteres und extremes Drama, was auch die Intention des Regisseurs war, der sein Werk nicht wie einen typischen Horrorfilm des Jahres 2013 drehen und aussehen lassen wollte und sich eher am Stil von Roman Polanski, Stanley Kubrick oder Ken Russell orientierte. Im Gegensatz zu seinen vorangegangenen Streifen, wie zum Beispiel THE DEVIL’S REJECTS oder HALLLOWEEN II gibt es in THE LORDS OF SALEM keine Hand-held Kamera Einlagen oder unruhige Szenen, wo Zombie die Kamera auch mal für kurze Momente unscharf werden ließ, um den Filmen einen raueren und spontaneren Touch zu geben. In THE LORDS OF SALEM ist die Kameraführung sehr ruhig. Alles ist klar strukturiert, komponiert und wirkt durch das Cinemascope 2,35:1 Format gigantisch. Und tatsächlich: THE LORDS OF SALEM hat die leichte Atmosphäre von ROSEMARIES BABY, mit der bildgewaltigen Ruhe eines Stanley Kubrick Filmes und den obskuren Ausbrüchen eines Ken Russell Streifens, wie zum Beispiel DIE TEUFEL. Dabei kopiert Zombie aber nicht einfach Motive aus diesen Klassikern, sondern bleibt gleichzeitig seiner alten Linie treu und schafft seine eigenen alptraumhaften Bilder. Man spürt deutlich, dass man einen Rob Zombie Film sieht. Gerade das psychedelische Ende von THE LORDS OF SALEM erinnert leicht an den Showdown von HAUS DER 1000 LEICHEN und macht den Eindruck eines 70er-Jahre-artigen halluzinogenen Musikvideos.
„Ich denke das Horror-Genre hat sich in eine Richtung hin entwickelt die nach dem Plan verläuft: ‘Gib mit dein iPhone und wir drehen den Film’. […] Ich wollte das genaue Gegenteil von dem machen. Ich wollte dem Film den Look einer großen Produktion verpassen wo Cinematografie und all diese Dinge noch Wert haben.“
Nicht nur was den Look des Films und das echte Feeling eines 70er Jahre Okkult-Horrors anbelangt, so setzt Zombie auch in Sachen Schocks auf die altmodische Art und Weise den Zuschauer durch Bilder, Atmosphäre und unheimlichen Sounddesings innerlich zusammenfahren zu lassen, statt, wie man es heute viel zu oft sieht, einfach nur ein lautes Geräusch unter einen billigen Jumpscare zu legen. Oftmals passieren Dinge nur sehr langsam, leise oder sehen so bizarr aus, dass einem für einen kurzen Moment das Herz stehen bleibt. Zum Vergleich kann man THE LORDS OF SALEM in einem Atemzug mit Filmen wie DER EXORZIST, AMITYVILLE HORROR, DAS GRAUEN, SHINING oder SUSPIRIA nennen, welche ebenfalls auf ruhige unheimliche Schockmomente und unheimliche Bilder setzten.
Die Riege an Schauspielern, die sich Rob Zombie für seinen neusten Streich ausgesucht hat, ist ebenfalls beachtlicht und dürfte für Fans des Horror-Genres einige Schauwerte bereithalten. So spielen Judy Geeson (DER ADLER IST GELANDET), Patricia Quinn (THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW) und Dee Wallace (THE HOWLING, CUJO, CRITTERS) die drei Schwestern, die im unteren Teil des Apartments wohnen. Ken Foree (DAWN OF THE DEAD, THE DEVIL’S REJECTS) und Maria Conchita Alonso (RUNNING MAN, PREDATOR 2) spielen in Nebenrollen und sogar Sid Haig (THE DEVIL’S REJECTS) und Michael Berryman (HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN) dürfen mal ganz kurz vorbeischauen. Doch zwei Leute sind die absoluten Showstealer in THE LORDS OF SALEM. Diese sind zum einen Rob Zombies Ehefrau Sheri Moon Zombie, welche hier die Hauptrolle der Figur Heidi übernimmt und bereits in allen vorangegangenen Filmen von Rob Zombie mitspielte. In THE LORDS OF SALEM spielt sie so gut wie noch nie und verleiht der anspruchsvollen Rolle Tiefe und Sympathie. Für ihr schauspielerisches Können spricht vor allem die Tatsache, dass der Zuschauer auch dann noch mit ihrer Figur mitfiebert, wenn diese zum Ende hin kaum noch Text hat und Sheri Moon Zombie nur noch über Mimik und Körpersprache, die Gefühle ihrer Rolle transportiert. Außerdem haben wir Meg Foster, die man aus Kultklassikern wie DER SMARAGDWALD (1985), MASTERS OF THE UNIVERSE oder SIE LEBEN! kennen dürfte. Foster spielt in THE LORDS OF SALEM die Anführerin des Hexenzirkels Margaret Morgan und nimmt diese Rolle voll und ganz ein. Man findet nichts Gütiges in dieser Figur. Die Bewegungen, ihre Aura, ihre Stimme und ihr Lachen wirken von Grund auf böse. Am Hexenzirkel wird darüber hinaus wieder Zombies Begeisterung für Charles Manson deutlich. Für seinen Film stellte er sich die Hexen wie ausgeflippte Manson-Hippies, bzw. Manson-Girls vor. Ein für Rob Zombies typisches Erkennungsmerkmal ist dabei ein Symbol auf der Stirn. Man erinnert sich an die Anhänger von Charles Manson, die sich damals während der Gerichtsverhandlung ein X in ihre Stirn ritzten. Dies schlug sich sowohl in Zombies Musik nieder (dem White Zombie Song „Real Solution #9“, als auch dem Cover von HELLBILLY DELUXE im Jahre 1998), sondern auch in seinen Filmen wie HAUS DER 1000 LEICHEN, HALLOWEEN II, oder nun eben auch THE LORDS OF SALEM, wo die Hexen das Zeichen ihres Zirkels ebenfalls auf der Stirn tragen.
„Ich würde eine Akustikgitarre nehmen und einen Violinenbogen benutzen um sie so zu stimmen das sie klingt wie eine Violine oder eine Viola. Ich benutzte viele recht unorthodoxe Methoden um den Soundtrack besonders und cool klingen zu lassen.“
Für den Soundtrack zu THE LORDS OF SALEM holte sich Rob Zombie John 5, den Gitarristen seiner eigenen Band an Board, welcher damit ebenfalls Neuland betrat. Einen kompletten Film musikalisch einzuspielen war für ihn eine Herausforderung, bei der er jedoch sein Bestes gab. Neben einigen recht emotionalen Stücken finden sich auf dem Soundtrack auch recht hypnotisierende und sehr atmosphärische düstere Stücke wie zum Beispiel der Track „The Curse of Margaret Morgan“ oder allen voran das Stück „The Lords Theme“, welches einen hohen Wiedererkennungswert hat und sehr oft im Film zu hören ist. Ebenfalls auf dem Soundtrack vorzufinden sind wieder jede Menge alter Rock Songs, wie „Blinded by the Light“ von Manfred Mann’s Earth Band, „The Spirit of the Radio“ von Rush oder „All Tomorrow’s Parties“ von The Velvet Underground. Letzterem schrieb Rob Zombie eine besondere Bedeutung für den Film zu. So habe er zum Beispiel von Anfang an gewusst, dass dieser Song perfekt für THE LORDS OF SALEM sei. Ähnlich ging es Zombie bei der Auswahl des Songs „Free Bird“ von Lynyrd Skynyrd für THE DEVIL’S REJECTS oder „Nights in White Satin“ von The Moody Blues für HALLOWEEN II.
THE LORDS OF SALEM ist ein Film, der sehr einfach zu hassen ist. Gerade in unserer heutigen Zeit, wo sich die Sehgewohnheiten des Publikums sehr stark verändert haben, wird der Film mit seiner sehr altmodischen Erzählweise und seinem eigenwilligen Stil das Publikum spalten. Für Freunde des makaberen und düsteren Kinos wird THE LORDS OF SALEM jedoch ein Fest werden. Rob Zombie huldigt mit seinem neusten Werk sowohl Regielegenden wie Roman Polanski oder Ken Russell, als auch den 70er Jahre Okkult-Horror Film. THE LORDS OF SALEM ist atmosphärisch und spannend erzählt und einer der individuellsten und interessantesten (Horror-)Filme der letzten Jahre!
The Lords of Salem – Fazit

THE LORDS OF SALEM ist ein bizarrer satanischer Fiebertraum wie ihn sich nur Rob Zombie erdenken konnte. Der Film kommt dabei weitestgehend ohne Splattereinlagen aus und versucht den Zuschauer durch seine starke Optik und düstere Atmosphäre in seinen Bann zu ziehen.
The Lords of Salem – Zensur
Der neue ROB ZOMBIE kommt erstaunlich züchtig daher, sodass davon ausgegangen werden kann, dass THE LORDS OF SALEM hierzulande ungeschnitten mit FSK16 erscheinen wird.
The Lords of Salem – Trailer
Sam Freissler
Ähnliche Filme:
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Die Teufel (1971)
Der Exorzist III (1990)
Filmreview: “House at the End of the Street” (2012)

House at the End of the Street – Story
Die verwitwete Sarah Cassidy (Elisabeth Shue) zieht zusammen mit ihrer Tochter Elissa (Jennifer Lawrence) in ein neues Haus am Rande der Stadt. Schön gemütlich ist es hier, die Natur und der Wald rund um das Haus versprechen Entspannung und Erholung. Doch der Frieden währt nicht lange, als Tochter Elissa erfährt, dass sich im Nachbarhaus einige Meter weiter waldein, Schreckliches ereignet haben soll. Dort soll ein kleines Mädchen die eigene Familie kaltblütig ausgelöscht haben und daraufhin in den Wald geflüchtet sein. Eilssa stellt Nachforschungen an und lernt dabei den Bruder jenes kleinen Mädchens kennen, der nun allein in dem riesigen Anwesen wohnt, indem sich das schreckliche Verbrechen abgespielt haben soll. Schnell verliebt sie sich in den introvertierten Außenseiter, ein fataler Fehler wie sich alsbald herausstellt…
House at the End of the Street – Kritik
Es ist oftmals erstaunlich, nach welch nicht nachvollziehbaren Kriterien so mancher Filmvertrieb die Filme auswählt, welche dann die Vorzüge einer nationalen Kinoauswertung genießen dürfen. Da flimmern hirnlose Actionblockbuster über die Kinoleinwand und unbedeutende Psychothriller verwehren den kleinen, wirklich sehenswerten Perlen das lukrativen Screening in den deutschlandweiten Lichtspielhäusern. Einer derer Filme, über dessen Kino-Daseinsberechtigung ausgiebig gestritten und diskutiert werden darf ist zweifelsohne der kommende Thriller “House at the End of the Street“, der einmal mehr beweist, wie unkreativ Hollywood geworden ist und mit welch zweifelhaften Schwachsinn die Filmverleiher versuchen, den hungrigen Filmfreund die hart verdienten Euronen aus der Tasche zu stibitzen.
Der aktuelle Genre-Beitrag “House at the End of the Street” des Regisseurs “Mark Tonderai” ist einer dieser Filme, für die man bereits nach nur wenigen Minuten bereut, überhaupt Eintritt gezahlt zu haben, denn dieses Stück verschwendetes Zelluloid ist eine einzige, vorhersehbare Lachnummer, die im Mittwoch-Abend TV-Programm einschlägiger Privatsender wohl besser aufgehoben gewesen wäre, als auf der großen Leinwand. Der Titel des Filmes erweist sich hierbei als einzige Raffinesse, mit welcher dieser Film punkten kann, denn der lässt Düsteres erahnen und scheint allein nur deshalb gewählt, um unwissende Horrorfilmfreunde in die Kinos zu locken. Wer natürlich unwissend Filme besucht, ohne sich zuvor über deren Inhalt in einschlägigen Filmforen zu informieren, dürfte bei dieser Mogelpackung schlichtweg schnell und bitter enttäuscht werden, denn so wirklich finster, böse und gruselig will es “im Haus am Ende der Straße” (bis auf die Einführungs-Sequenz) dann wohl doch nicht werden. Viel zu sehr orientiert sich der Film an ein vorwiegend jüngeres, mainstream-orientiertes Publikum, dem vermutlich bereits schon allein beim Anblick von gewöhnlichen Hausspinnen der Atem stockt und das bereits dann aufschreit, wenn sich einer der jugendlichen aufgehübschten Helden des Films das Shirt von seinem muskulösen Körper zerrt. Überhaupt ertrinkt der Film in desaströsen Teenie- und Horrorklischees. Die hübsche Neue, verliebt sich in den geheimnisvollen, gutaussehenden Außenseiter, der natürlich ein Geheimnis verbirgt, von dem die Mutter letztendlich ahnt und dabei Recht behält. Das ist alles so unglaublich dumm, vorhersehbar und unspektakulär, dass man sich zu Recht fragen darf, wer sich diesen hanebüchenen Blödsinn ausgedacht hat. Die Interaktionen der wenigen Protagonisten erweisen sich als schier lächerlich stereotyp, sodass man bereits nach nur wenigen Filmminuten errät, wie dieses pseudo-gruselige Teenie-Drama ausgehen wird und hofft, dass in der nächsten Szene ein “Predator” über die Leinwand brettert, der alle beteiligten Charaktere in die ewigen Jagdgründe befördert, um dem gelangweilten Zuschauer zumindest den versemmelten Filmabend zu retten.
Eigentlich hätte aus “House at the End of the Street” wirklich was werden können, hätte man in die Geschichte einige kleine Gemeinheiten eingeflochten und hätte man für all die Geschehnisse eine wirklich innovative und bahnbrechend neue Erklärung gefunden, die dem Zuschauer beim obligatorischen Storytwist den Atem raubt. Das tatsächliche Gesamtwerk ist derart vorhersehbar, dass man sich als eingeübter Filmfreund schon wahrlich veräppelt fühlt, für den zigsten Aufguss eines zweitklassigen “Fear – Wenn Liebe Angst macht” Geld ausgegeben zu haben. Jede Szene lässt bereits die nächste erahnen – wer im Verlauf des Filmes das Zeitliche segnet ist schnell ergründet. Eingeübte Filmkenner dürften sogar nach nur wenigen Minuten Filmlaufzeit, dass gesamte Geheimnis rund um the “House at the End of the Street” gelüftet haben – denn das Rätsel zu entschlüsseln ist wahrlich nicht schwer. Gerade weil der gesamte Plot an den Haaren herbeigezerrt wirkt und jeglichen Funken Nachvollziehbar- und Glaubwürdigkeit missen lässt, will einfach so rein gar keine Spannung aufkommen. Trotz traditionellen Spannungsbogen, will der Unterhaltungswert rein gar nicht zünden. Da hilft es dem Film auch in keinster Weise, dass es in den letzten 15 Minuten, trotz PG-13-Freigabe, etwas rabiater zur Sache geht.
Gruseln im “House at the End of the Street“: Fehlanzeige. Was einen düsteren Horror-Schocker der Marke „The Last House on the Left” erahnen lässt, ist eine einzige Enttäuschung. Hier werden altbekannte Thriller- und Horrorregeln gänzlich ohne einen Funken Originalität abgespult und spannungsfrei heruntergedaddelt. Trotz hübscher Hochglanz-Optik und einer handvoll Schauspieler, die zuletzt in erfolgreichen Hollywood-Produktionen zu sehen waren, hat der Film rein gar nichts zu bieten, was überhaupt von Interesse wäre. Die Geschichte hat man in dieser Weise schon unzählige Weise gesehen und auch der abschließende Überraschungseffekt, der die Gegebenheiten plausibel versucht zu erklären, will so rein gar nicht überraschend daherkommen. Vor allem die jugendfreie Erzählweise machen diesen Film für Horrorfilmfreunde vollkommen uninteressant, sodass sich der Filmfreund den Gang ins Kino sparen dürfte. Die vernichtende Kritik rührt dennoch nicht von ungefähr. Bereits 2004 sollte das Drehbuch zu “House at the End of the Street” verfilmt werden, ging jedoch erst 2010 in Produktion – ein Schelm wer da Böses denkt. Zudem stand auch der amerikanische Filmstart unter keinem glänzenden Stern. Dieser wurde flink von April 2012 auf September 2012 verschoben. Macht man sich als Filmfreund selbst ein Bild von den Qualitäten dieses Psychothrillers, dürften derart Unschlüssigkeiten überraschend schnell geklärt werden.
House at the End of the Street – Fazit
House at the End of the Street – Zensur
Die deutsche Filmversion ist ungeschnitten ab FSK 16 freigegben!
House at the End of the Street – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
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The Woman – Jack Ketchum (2010)
Inside the Darkness – Ruhe in Frieden (2011)
Filmreview: “Dream House” (2011)
SPOILERGEFAHR:
Wer sich die Überraschungsmomente nicht vorwegnehmen lassen möchte, sollte von dieser Review und dem (zu viel verratenden) Trailer Abstand nehmen!
Der Familienvater Will (gespielt von Daniel Craig) kündigt seinen Job in der Großstadt und zieht mit seiner Frau Libby (Rachel Weisz) und den beiden Töchtern in ein kleines idyllisches Landhaus weit entfernt von Hektik und Trubel.
Doch kaum häuslich eingerichtet. passieren auch schon erste mysteriöse Vorfalle: die Mädchen sehen eine schemenhafte Gestalt am Fenster stehen und unheimliche Fußabdrücke im Schnee sorgen für allgemeines Unbehagen. Hinzukommt, dass vor allem die Kinder seltsame Vorahnungen, über ihr eigenes Ableben und das der Mutter, entwickeln.
Will beginnt nach der Vorgeschichte des Hauses zu forschen, und entdeckt, dass der frühere Besitzer des Hauses im Wahn seine Familie erschossen haben muss.
Einen arg seltsamen Film, den uns Regisseur Jim Sharidan da serviert.
Rein technisch gibt es an „Dream House“ definitiv nichts auszusetzen.
Die schneebedeckte und richtig hübsch gefilmte Winterkulisse macht einen ersichtlich hochwertigen Eindruck und erinnert in seiner bedrückenden, aber dennoch idyllischen Atmosphäre sehr an die filmische Umsetzung des Stephen King Klassiker „The Shining“.
Der Wurm knausert jedoch weniger in der Art und Weise der Filmumsetzung, als vielmehr am Drehbuch, denn das ist vollkommen haarsträubend.
Vermutlich hat sich Drehbuchautor David Loucka zu intensiv mit den bisherigen cineastischen Beiträgen eines M. Night Shyamalan („The Sixth Sense“, “The Village“) beschäftigt, der sich in Hollywood mit seinen (nicht minder haarsträubenden) extravaganten Plottwists einen Namen gemacht hat.
„Dream House“ setzt neue Maßstäbe in Sachen überraschenden Filmauflösungen, denn das aktuelle Werk des Regisseurs Sharidans versucht mit 2 (!) überraschenden Plottwist zu punkten. Eigentlich keine schlechte Idee, den Zuschauer auf falsche Fährten zu locken und ihn intelligent zu verblüffen, wären der Plottwist und die Überraschungseffekte von „Dream House“ nur halbwegs originell geraten.
Die erste Filmhälfte (die eine Geistergeschichte vermuten lässt) funktioniert prima. Die Story gewinnt an Fahrt, die Schauspieler agieren glaubwürdig, und die Geschichte klingt interessant, frisch und geheimnisvoll. Der „erste“ Plottwist sitzt perfekt und kommt völlig unerwartet. Im Grunde genommen hätte der Film jetzt enden „müssen“!
Drehbuchautor David Loucka macht aber den Fehler und spinnt die Geschichte weiter, was die restlichen 50 Minuten Filmlaufzeit unerträglich zäh und langweilig gestalten.
Da der Zuschauer mit dem Verkünden der überraschenden Filmwendung nun über die Hintergründe rund um das Haus und seine neuen Bewohner bescheid weiss, wirkt der Rest der Story überaus konstruiert, wohlmöglich um „Dream House“ auf Spielfilmlaufzeit dehnen zu können.
Aus dem anfänglichen Mystery-Grusler, wird ein lupenreines Selbstfindungs-Drama, das am Ende mit einem weiteren Überraschungseffekt aufwartet, der aber irgendwie in dieser Combo nicht so richtig zünden möchte, da man sich als Zuschauer, trotz charmanter Inszenierung und hochkarätiger Besetzung, irgendwie veräppelt fühlt.
Trotzdem, wer ein Faible für Mysteryfilme mit Überraschungseffekt besitzt, der dürfte zumindest an der ersten Filmhälfte von „Dream House“ Gefallen finden.
Für die kalten Wintertage bei Schneefall und heimeligen Kerzenschein eignet sich „Dream House“ dennoch ideal für ausgiebig seichtes Couch-Gruseln.
Fazit:
Erste Filmhälfte: 7,5/ 10 Punkte – Zweite Filmhälfte: 3,5/10 Punkte
Im neuen „Dream House“ ist wahrlich der Wurm drin.
Was anfänglich für molliges Schaudervergnügen sorgt, wird ab Filmmitte zum wirren und arg konstruiert wirkenden Genre-Mixcocktail.
(FSK Prognose: ungekürzt mit FSK 16)
Hellraiser80
“Total Recall” nach 20 Jahren endlich ungekürzt ab 16 Jahren freigegeben
Es passieren in jüngster Vergangenheit wahrlich noch Wunder.
Erst wurden “Predator” und “Scream” vom Index gestrichen und ab 16 Jahren ungeschnitten freigegeben. Danach folgte “Rambo” und ermöglichte eine ungeschnittene legale Veröffentlichung der Original Triologie für die deutschen Kaufhäuser.
Jetzt folgt überraschenderweise der Paul Verhoven Klassiker “Total Recall” mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle. Der Film wurde scheinbar neu geprüft und ab 16 Jahren freigegeben. Erfreulicherweise handelt es sich hierbei sogar um die ungeschnittene Version.
Sicherlich Grund für den Vertrieb Kinowelt pünktlich zum Start des Remakes eine Neuauflage des Klassikers auf Blu-ray zu veröffentlichen.
Hellraiser80
Filmreview: “Quarantäne 2: Terminal” (2011)

Als die Passagiere an Bord der TSR 318 kommen ahnen sie noch nicht, dass in diesem Flugzeug auch der Tod lauert.
Ein durch Tierbisse übertragbarer und höchst infektiöser Virus macht aus der Flugzeugbesatzung willenlose und blutgierige Zombies.
Nachdem man nach dem Ausbruch des Virus zur Notlandung gezwungen ist und auf Rettung hofft, wird der angepeilte Flughafen alsbald auch von der Außenwelt hermetisch abgeriegelt und unter Quarantäne gestellt. Ein Wettlauf um Leben und Tod zwischen den Passagieren untereinander beginnt.
2007 überraschte und schockierte uns der Spanische Horrorthriller „[REC]“, der von einem Reportteam handelt, dass einen Einsatztrupp Feuerwehmänner begleitet, welcher zu einem Herrenhaus gerufen wird, um die Bewohner des Hauses zu evakuieren.
Leider stellte sich schnell heraus, dass dort ein Virus die Runde macht, der einen Mieter nach dem nächsten zu menschenfleischgierigen Zombies umfunktioniert.
Das besondere an diesem Thriller war, dass er vorwiegend aus dem gedrehten Material der Filmcrew bestand – sozusagen ein „Blair Witch Project“, nur mit Zombies.
Da der Film rasant zum Hit avancierte, wurde auch Hollywood recht schnell hellhörig und sicherte sich die Filmrechte an dem höchst brisanten Stoff.
2008 folgte demnach die typische Amerikanische Umsetzung des Stoffes mit „Quarantäne“, die es an den Kinokassen auch zu einem überraschenden und recht ordentlichen Erfolg brachte.
Grund zum Anlass, die Kuh noch einmal ordentlich mit einer unnötigen Fortsetzung zu melken.
Dabei verzichtete man diesmal auf eine Umsetzung für das Kino und veröffentlichte „Quarantäne 2: Terminal“ auch gleich direkt auf Blu-ray und DVD (fragt sich nur warum).
Vorab sollte man erst mal die eigenen Erwartungen nach unten schrauben. Innovationen eines “[Rec] ” und sogar “[Rec]²” sollte man hier keinesfalls erwarten. Vielmehr darf man sich über arg ideenlose Handlungsstränge, und wirklich richtig schön nervige Charaktere „freuen“.
Alle Charaktere verhalten sich dermaßen unlogisch, dass man einfach nur mit dem Kopf schütteln kann, wie leichtsinnig doch alle bisher Überlebenden mit ihrem Leben pokern.
Natürlich bedient sich „Quarantäne 2“ ordentlich der Klischeeküche und “bestreut” seine Protagonisten mit ordentlich hohler Würze.
Natürlich gehören zu einem Epidemie und Zombiestreifen, wie man sie derzeit überhäuft zu sehen bekommt, auch bösartige Effekte und viel Splatter und Gore. Hier verzichtet der Streifen jedoch, bis auf 1-2 Bissszenen und der „Augenszene“ am Ende“, auf allzu heftiges Gekrösel und hält sich gekonnt zurück.
Überraschenderweise funktioniert das aber recht gut und bietet den Charakteren somit mehr Zeit zum rennen, schreien, jammern und flüchten.
Wie bei dem meisten Filmen dieses Genres bleibt bei „Quarantäne 2“ auch das Ende mehr oder weniger offen, was auf eine Fortsetzung erahnen lässt. Ob man die jedoch wirklich braucht und ob diese frischen Wind in das schon arg übersättigte „Zombie“ – Genre bringen wird, vage ich zu bezweifeln. Bereits mit dem Sequel zu „Quarantäne“ ist, meines Erachtens, die Luft raus. Zu oft hatte ich das Gefühl alles bereits schon einmal gesehen zu haben. Dennoch, über die rasante und schnörkellose technische Umsetzung kann man nicht meckern. Nach kurzen und knappen 83 Minuten Laufzeit ist der Spuk bereits verpufft.
Fazit 5/10 Punkte
Kurzweilige und rasante Zombie – Hatz auf TV Niveau, mit wirklich holen Protagonisten, überraschend weniger Splatter und null Eigenständigkeit.
DVD einlegen, Glotze anschalten und den Kopf ausschalten!
Hellraiser80








