Filmreview: “Home Sweet Home” (2013)
Home Sweet Home
Story
Frank und Sarah sind ein glückliches Paar. Nach einer durchzechten Partynacht zieht es die beiden zurück in die heimischen vier Wände, wo sie jedoch bald feststellen müssen, dass dort irgendetwas nicht zu stimmen scheint. Die Erklärung offenbart sich schnell. Ein Killer hat sich Zugang zur Wohnung verschafft und beginnt nun ein erbarmungsloses Spiel mit dem jungen Paar zu spielen. Jegliche Fluchtwege sind verbarrikadiert, ein Entkommen scheint unmöglich …
Home Sweet Home – Kritik
Horrorfilme aus Frankreich sind inzwischen häufig Garanten für deftigen Schlachthaus-Stil. Nach Beispielen wie HIGH TENSION, MARTYRS, INSIDE und FRONTIER(S) steht Gekröse aus dem benachbarten Ausland nach wie vor für astrein-derbes Splatter-Vergnügen, auch wenn der Erfolg solch “böser” Produktionen in den letzten Jahren merklich abnehmen musste. Auch Regisseur DAVID MORLET ist einer derer, der sich zu jener jungen Garde mutiger Filmemacher zählen darf, der es eindrucksvoll gelang, den unlängst vergessenen europäischen Horrorfilm zurück in die Lichtspielhäuser der Welt zu transferieren. Sein düsteres Weltuntergangszenario MUTANTS aus dem Jahre 2009 dürfte dem interessierten Horrorfilmfan noch merklich in Erinnerung sein und gehört zu einem der wenigen noch sehenswerten französischen Beiträge. Nun wandelt der Regieneuling auf internationalen Pfaden, was kaum verwundert, wenn man sich die steilen Karrieren seiner ebenso erfolgreichen Landsgenossen betrachtet. Ob ALEXANDRE AJA, XAVIER GENS oder PASCAL LAUGIER; für sie alle bot der moderne, französische Horrorfilm das Sprungbrett ins lukrative Hollywood, wo ihnen die Möglichkeit geboten wurde, ihr cineastisches Talent mittels hoch budgetierten Hochglanzstreifen breitem Publikum zugänglich zu machen.
HOME SWEET HOME von DAVID MORLET betritt die just besprochenen internationalen Pfade. Der Home-Invasion-Thriller ist sein englischsprachiger Einstand. Vom klassischen Heim-Terrorfilm Marke FUNNY GAMES (MICHAEL HANEKE), und KIDNAPPED (MIGUEL ANGEL VIVAS) inspiriert, verbrennt er hier ein durchaus beängstigendes Slasher-Feuerwerk, dass zwar bei Weitem nicht die brutale Intensität eines INSIDE (ALEXANDRE BUSTILLO, JULIEN MAURY) erreicht, aber doch für 80 Minuten schweißtreibende Schocker-Unterhaltung sorgt. Die Umschreibung “Schocker” kommt HOME SWEET HOME dabei ganz gelegen, denn nach all den ultra-brutalen Folterwerken der Vergangenheit holt Regisseur MORLET die traditionellen Zutaten des einst so berüchtigten Horrorkinos zurück auf die große Leinwand. Schreckhaften Gemütern sei mit dieser Kritik an Herz gelegt, dass HOME SWEET HOME in Bezug auf treffsichere Schocks ein ganz schön fieses Filmchen ist, das den Horrorfilmfreund nicht nur einmal ziemlich gemein zusammenzucken lässt. Auch wenn einige dieser Momente erheblich vorhersehbar erscheinen, verfehlen sie ihre Wirkung nur sehr selten. Anders als in klassischen Home-Invasion-Thrillern beginnt HOME SWEET HOME nicht damit, die potenziellen Opfer ausführlich zu charakterisieren. Die ersten 15 Minuten sind gänzlich dem identitätslosen Psychopathen gewidmet, der sich Zutritt zu einem ihm unbekannten Haus verschafft, die Räumlichkeiten studiert und mögliche Fluchtwege versperrt. Danach bereitet er sich auf sein Verbrechen vor, kleidet sich in seine “Arbeitsuniform” und versteckt sein Gesicht hinter einer perfiden Maskierung. Erst nachdem er seine Vorbereitungen getroffen und sich ein Versteck im Anwesen gesichert hat, werden die potenziellen Opfer eingeführt, die bald realisieren müssen, dass es kein Entkommen aus dem vermeintlich sicheren Heim gibt.
HOME SWEET HOME ist ein Paradebeispiel, wie finsterer, gemeiner Horror auszuschauen hat. Auch wenn die Geschichte im Grunde genommen kaum Neues zu bieten hat, durchlebt der Zuschauer zusammen mit den beiden Opfern ein wahres Martyrium, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Ungewöhnlicherweise hält sich MORLET gesittet mit dem Abhandeln obligatorischer Schauwerte zurück, was ein wenig verwundert, wenn man sich den Horror-Mainstream vor Augen führt, der aktuell erfolgreich über die internationalen Leinwände flimmert. Die Taten des unbekannten Killers werden zwar angedeutet, jedoch im Off zelebriert, so dass der Zuschauer oftmals nur das Ergebnis der kranken Handlungen zu Gesicht bekommt. Dem vorliegenden HOME SWEET HOME schadet diese Prämisse jedoch keineswegs, wirkt der Film gerade aufgrund seiner durchweg wortkargen und sachlich protokollierten Inszenierung erstaunlich hart und lässt natürlich gegen Ende noch soviel Lebenssaft fließen, dass zumindest der Gorehound zufriedengestellt werden kann. Leider trüben einige altbackene Klischees wie so oft den durchweg positiven Gesamteindruck. So mag man als Zuschauer schon wieder rein gar nicht verstehen wollen, warum der Handyempfang ausgerechnet in solchen Situationen wie diesen auszufallen beginnt und die Protagonisten teilweise vollkommen unüberlegt handeln. Zudem wirkt die letztendliche Auflösung des gesamten Spuks etwas arg reißerisch und ziemlich makaber, was aber dennoch kein Grund sein sollte, HOME SWEET HOME zu verschmähen.
DAVID MORLETS englischsprachiges Debüt ist erstaunlich kompromissloser Erwachsenen-Horror, der souverän inszeniert wurde und teilweise schon deutlich professioneller und polierter daherkommt, als sein Erstlingswerk MUTANTS. Der Genre-Freund darf sich überraschen lassen, was MORLET als nächstes aus dem Hut zaubern wird. Dass er ein sicheres Händchen in der Umsetzung spannender Schocker besitzt, beweist er mit HOME SWEET HOME eindrucksvoll. Der Film ist zwar kein Meisterwerk, hebt sich im Vergleich zu all den austauschbaren Filmchen der letzten Zeit aber allemal positiv ab.
Home Sweet Home – Fazit

Schockintensiver Home-Invasion-Thriller für nervenstarke Filmfreunde. DAVID MORLETS englischsprachiges Debüt ist ein ziemlich schmerzhafter Horrorfilm geworden, der den Verlgeich zu ähnlich gestrickter Terrorware nicht scheuen braucht.
Home Sweet Home – Zensur
Zwar sind die hier bebilderten Gewaltszenen durchaus hart anzuschauen. Dennoch schwenkt die Kamera wohlwollend in den entscheidenden Momenten weg, so dass dem Zuschauer allzu grausame Szenen erspart bleiben, was aber nicht zwangsläufig bedeuten muss, dass der Film dadurch weniger schroff wirkt. Es gibt immer noch genügend Gewaltakte, damit der Film in seiner ungeschnittenen Fassung den “Keine Jugendfreigabe”-Flatschen erhalten wird.
Home Sweet Home – Trailer
Marcel Demuth / Hellraiser80
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Filmreview: “Aftershock” (2012)
Aftershock
Story
Es hätte ein entspannter Urlaub im südamerikanischen Chile werden können. Weiber, Sex und Alkohol. Doch die muntere Sause entwickelt sich für den verzogenen Proll-Millionär Pollo (Nicolás Martinez) und seine Freunde Ariel (Ariel Levy) und Gringo (Eli Roth) rasch zum tödlichen Alptraum. Während des Besuches eines der angesagtesten Clubs Valparaisos lernen die drei Freunde nicht nur die amerikanischen Schwestern Monica (Andrea Osvárt) und Kylie (Lorenza Izzo) und deren Freundin (Natasha Yarovenko) kennen, sondern machen alsbald auch die bittere Bekanntschaft mit einer der unberechenbarsten Naturgewalten der Erde. Ein unerwarteter Tsunami verursacht ein fürchterliches Erbeben, das innerhalb von nur wenigen Sekunden die gesamte Küstenregion des Landes zerstört und tausende Menschen unter herabstürzenden Trümmerteilen vergräbt. Während die wenigen Überlebenden versuchen, sich in Sicherheit zu bringen, sehen sich die Freunde mit einer ganz anderen Bedrohung konfrontiert. Eine skrupellose Gruppe entflohener Häftlinge geistert durch die zerstörten Gassen des Ortes und sorgt für Angst und Schrecken …
Aftershock – Kritik
Wenn auf einem Filmplakat damit geworben wird, dass kein geringerer als Regisseur ELI ROTH (HOSTEL, HOSTEL 2) für die Realisierung von AFTERSHOCK verantwortlich zeichnet, dann dürften sich interessierte Horrorfans vermutlich gierig die Hände reiben und hoffen, dass der reißerisch angepriesene Horror-Thriller auch das hält, was der Name ELI ROTH bereits seit seinem Erstlingswerk CABIN FEVER verspricht: Zeigefreudiges und hart umgesetztes Gematsche. Für den kommenden Horrorschocker AFTERSHOCK hat es sich ROTH nicht nehmen lassen, als Co-Produzent zu fungieren und wie bereits in einigen seiner früheren Werke auch vor der Kamera zu agieren. Das Regiezepter überließ er hierbei seinem Kollegen NICOLÁS LÓPEZ, der bereits mit gerade einmal 21 Lenzen einen abendfüllenden Spielfilm inszeniert hat und nun mit AFTERSHOCK seinen ersten englischsprachigen Film präsentiert. Dass der chilenische Filmemacher jetzt mit gerade einmal 30 bereits allerhand Erfahrungen im Herunterkurbeln günstig produzierter Filmchen besitzt, bezeugt seine durchaus umfangreiche Vita. Wo Gleichaltrige gerade ihr Studium abgeschlossen haben und nun versuchen Gelerntes in die Tat umzusetzen, kann LÓPEZ bereits auf eine bewegte Karriere zurückblicken. Neben mehreren Auszeichnungen für Musikvideos, der Gründung einer Unterhaltungs-Webseite und einer stattlichen Anzahl mehr oder weniger gelungener Regiearbeiten, versucht er sich nun mit AFTERSHOCK auch auf dem internationalen Filmmarkt zu behaupten.
Gut, denkt sich der Filmfreund, mit ROTH als kompetentem und erfahrenem Partner an der Seite kann dieser Thriller nur ein potenzieller Hit-Kandidat werden. Denkste! Denn wer meint, mit AFTERSHOCK einen durchweg spannenden und klug inszenierten Survival-Trip serviert zu bekommen, der wird schnell eines Besseren belehrt. AFTERSHOCK ist eines dieser vollkommen naiven Filmchen, das sich einzig darin feiert, möglichst viele grausame Szenen aneinanderzureihen, um den nicht vorhandenen Sinngehalt der Geschehnisse zu verschleiern. Hier wird Wert auf reißerische Exploitation gelegt, wobei es den Film keinen Deut interessiert, die “richtigen” Schicksale und die panische Angst “tatsächlicher” Überlebenden zu protokollieren. Stattdessen begleitet der Zuschauer drei jämmerliche Loser, die nicht nur wie Versager handeln sondern auch danach ausschauen, bei ihrem unwichtigen Kampf ums nackte Überleben. Um die Tatsache zu unterstreichen, wie amerikanisch dieser Film doch ist, werden dem Trio drei sexy Bunnys zur Seite gestellt, die natürlich, wie hätte es auch anders sein können, ernsthaft sexuelles Interesse an den Schwachmaten hegen. Natürlich findet der vielversprechende Lusttrip durch ein unerwartetes Erbeben ein frühes Ende und die sechs Überlebenden sehen sich mit einer Schar flüchtender Häftlinge konfrontiert, die nichts anderes im Sinn haben, als die drei sexy Chicas zu verfolgen und sie möglichst schnell zu begatten (man hat ja sonst nichts anderes zu tun, wenn Menschen im Betonhagel zerquetscht werden). Mal im Ernst, wer Bitte schön hat sich eigentlich so einen Käse ausgedacht? Wäre der Film in der zweiten Filmhälfte nicht derart bierernst inszeniert, man hätte vermutlich noch irgendetwas Positives von AFTERSHOCK abgewinnen können. In Anbetracht der Umstände, dass LÓPEZ´ Beitrag auf tatsächliche Ereignisse zurückzuführen ist, hinterlässt die arg notdürftig zusammengezimmerte und grotesk in Splattrige abdriftende Handlung einen durchaus fragwürdigen Beigeschmack. Spätestens dann, wenn vor der Linse zermalmte Neugeborene gezeigt, Frauen vergewaltigt und Menschen bei lebendigen Leib verbrannt werden, dürfte die Grenze des guten Geschmacks erreicht sein. Überhaupt bleibt zwischen all den zerfetzten Leibern, effekthascherischen Schocksequenzen und sadistischen Tötungsszenen der Sinngehalt dieses Filmes weitestgehend unschlüssig. Die Frage, was uns NICOLÁS LÓPEZ mit seinem haarsträubenden Erdbeben-Horror eigentlich mitteilen wollte, bleibt vollkommen ungeklärt. Das eigentliche Thema vom Zusammenbruch jedweder Zivilisation kommt zwar anfänglich noch zum Tragen, wird aber im Verlauf der Handlung zugunsten perfider Ekelszenen vollkommen außer Acht gelassen. Stattdessen konzentriert sich LÓPEZ zu steif darauf, seine unzugänglichen Protagonisten schön deutlich und blutig über die Klinge springen zu lassen und den erwartungsfreudigen Gorehound so mit professionell gemachter Splatter-Effektkunst zu beglücken.
Mit einem ernstzunehmenden Katastrophenfilm hat AFTERSHOCK kaum etwas am Hut. Statt sich vornehmlich auf die Ausweglosigkeit der Protagonisten zu konzentrieren, driftet der Film ins Horrorlastige ab und verfängt sich in einem vollkommen hirnlosen Subplot, der sich einzig damit beschäftigt, die ohnehin unsympathischen Helden schön reißerisch zu meucheln. Die Rolle der Frau wurde in AFTERSHOCK einmal mehr auf das Nötigste reduziert. Die Protagonistinnen im Film bilden einzig Mittel zum Zweck, die vorwiegend männlichen Zuschauer zu belustigen, bzw. um als Besamungsziele für die triebgesteuerten Fieslinge des Films zu dienen. So bildet eine widerwärtige Vergewaltigung einer der Heldin in AFTERSHOCK das klägliche Schlusslicht des vollkommen zweckentfremdeten Erdbeben-Schockers. Bei derart moralisch fragwürdiger Darstellung der im Film gezeigten Grausamkeiten verwundert es kaum, dass die amerikanische MPAA mit AFTERSHOCK arg streng ins Gericht ging und die US-Kinoauswertung mit dem kommerziell vernichtenden Rating NC-17 abstrafte. Grund genug für den amerikanischen Verleih, das Trash-Werk für ein lukrativeres R-Rating herabzuschnippeln, und den Film überhaupt in den Kinos auswerten zu können. Ob die ungeschnittene Fassung AFTERSHOCK jedoch besser macht, mag bezweifelt werden. Denn mehr als ein spannungsarmer, anspruchsloser aber technisch durchaus souverän umgesetzter Horrorfilm ist AFTERSHOCK leider nicht geworden.
Aftershock – Fazit

Harter Erdbeben-Schocker, der nicht mit deftigen Splatter-Exzessen geizt. Inhaltlich darf man jedoch nicht wirklich viel erwarten. AFTERSHOCK ist primitive, uninspirierte und moralisch bedenkliche Horrorkost für Freunde des schlechten Geschmacks.
Aftershock – Zensur
Der Film ist ziemlich derbe was seine Gewaltszenen betrifft, wobei die Darstellungen der hier bebilderten Grausamkeiten moralisch derart fragwürdig in Erscheinung treten, dass der Film in seiner ungeschnittenen Fassung selbst in Amerika mit einem vernichtendem NC-17 abgestraft wurde. Demnach musste der Verleih die Schere ansetzen, um ein lukratives Rated R erhalten zu können. Hierzulande dürfte selbst die zerschnippelte R-Rated-Fassung so ihre Probleme bekommen. Eine Freigabe durch die FSK mit einer “keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung dürfte fraglich sein. Dennoch wäre zumindest für diese Filmfassung eine “SPIO/JK“-Freigabe realistisch.
Aftershock – Trailer
Marcel Demuth / Hellraiser80
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Filmreview: “Last Passenger” (2013)
Last Passenger
Story
Lewis Shaler (Dougray Scott) ist vielbeschäftigter Arzt und alleinerziehender Vater. Auf dem Weg nach Hause begibt er sich mit seinem kleinen Sohnemann in den letzten Zug nach London, wo er der schönen Fremden Lewis ( Kara Tointon) begegnet und sich ihr sofort verbunden fühlt. Doch die Liaison währt nicht lang. Als der Zug nicht wie erhofft am Zielbahnhof ankommt, die Notbremsen nicht zu funktionieren scheinen und weit und breit kein Zugbegleiter anzutreffen ist, schwant den wenigen Passagieren Übles. Ein irrer Selbstmörder hat die Kontrolle des Zugs übernommen und will unweigerlich mit Gefährt und Besatzung in den Tod rasen. Können die Reisenden ihrem Schicksal entkommen?
Last Passenger – Kritik
Führt man sich einmal viele durchaus gelungene Horrorfilme der letzten Dekaden vor Augen, so fällt verblüffend oft auf, dass es sich hier um Genrebeiträge handelt, die von Jungregisseuren inszeniert wurden, die vorher wenige bis gar keine Regieerfahrungen vorweisen konnten. Gerade im Horrorbereich scheint der Trend allmählich weg vom kommerziellen Mainstream, hin zum günstig hergestellten Independentfilm zu gehen, wobei das natürlich nicht zwangsläufig negativ gewertet werden sollte. Auch der vorliegende LAST PASSENGER ist einer dieser einfallsreich umgesetzten Filmbeiträge, der ohne millionenschweres Budget auskommen musste und es trotzdem schafft, den Puls des ahnungslosen Zuschauer ordentlich in die Höhe zu treiben. Regisseur und Co-Drehbuchautor OMID NOOSHIN, der zuletzt auf dem Gebiet des Kurzfilms einige Regie-Erfahrungen sammeln konnte, inszeniert mit LAST PASSENGER seinen ersten abendfüllenden Spielfilm und beweist mit seiner minimalistisch erzählten Geschichte eindrucksvoll, dass es manchmal nur ein wenig Einfallsreichtums bedarf, einen schweißtreibenden und spannenden Schocker zu realisieren. Das sah vermutlich auch das britische Produktionshaus UK FILM COUNCIL (IRON LADY und MY WEEK WITH MARYLIN) so und fungierte als verlässlicher Geldgeber.
In LAST PASSENGER erlebt der Filmfreund die hilflosen Interaktionen einiger ahnungsloser Reisender, die vehement alles erdenklich Mögliche unternehmen, um einen außer Kontrolle geratenen Zug in ihre Gewalt zu bringen und das eigene Überleben zu sichern. Hierbei versucht Regisseur OMID NOOSHIN sein erschütterndes Szenario so glaubwürdig wie möglich zu zeichnen. Auch wenn die Verhaltensmuster der wenigen Fahrgäste zu Beginn noch den vermeintlich typischen Klischees des Genres unterliegen, so ändert sich das im Verlauf der Handlung, so dass LAST PASSENGER am Ende sogar gänzlich ohne Unsympathen auskommt. Das Verhalten der wenigen Fahrgäste erscheint vollkommen nachvollziehbar, ihre Verzweiflung wirkt stets authentisch, wobei sich der Zuschauer nicht nur einmal dabei ertappen dürfte, das Szenario selbst zu hinterfragen und dabei eine Antwort zu finden, wie er sich selbst in einer derart verzweifelten Situation verhalten würde. Auch wenn die zugrundeliegende Idee des Films nicht wirklich originell erscheint und die Charaktere ein wenig Zeit benötigen, um die zündenden, letztlich rettenden Gedanken in die Tat umzusetzen, so schafft es NOOSHIN mit einer Leichtigkeit, eine erschreckend klaustrophobische Atmosphäre zu erzeugen, die den Grundton der Geschichte vortrefflich zu unterstreichen weiß. Hier sorgt nicht die Enge der Zugabteile für ein beklemmendes Angstgefühl, sondern die Hilflosigkeit der Charaktere, die vorerst rein gar nichts unternehmen können, den Zug stoppen zu können. Wer gerade gegen Filmmitte einige der durchaus adrenalinfördernden Szenen kaum ertragen kann und nicht hinschauen mag, wenn die Fahrgäste versuchen von Außen die Abteile zu entkoppeln, dem sei an dieser Stelle vergewissert, dass der Film natürlich ein gutes Ende nimmt.
Dennoch, bis der erlösende Abspann über den Bildschirm flimmert, erlebt der Filmfreund Suspense-Unterhaltung aller erster Güte. Wer eine Vorliebe für kurzweilig-unterhaltsames Thriller-Kino hegt, ist mit LAST PASSENGER optimal beraten. Ein Thriller der zwar nicht ganz befreit von budgetbedingten Schnitzern ist; für ein Regie-Debüt jedoch erstaunlich souverän in Szene gesetzt wurde.
Von daher: Nächster Halt: LAST PASSENGER – wir wünschen eine gute Fahrt! .
Last Passenger – Fazit

Schweißtreibend inszenierter Suspense-Thriller für Nervenstarke. Ein Beitrag, der gerade für jene Genre-Fans interessant sein dürfte, die ein Faible für sauber inszenierte Filme hegen, deren Spannungsschraube von Minute zu Minute fester gezogen wird. Überraschend guter Indie-Beitrag!
Last Passenger – Zensur
Der Film ist nicht brutal und zeigt kaum Grausamkeiten. Zwar sterben im Film auch Menschen, wobei hier dennoch mit einer ungeschnittenen FSK16 gerechnet werden kann.
Last Passenger – Trailer
Marcel Demuth / Hellraiser80
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Filmreview: “Coffin Baby” (2013)
Coffin Baby
Story
Ein Killer geht um in Hollywood. Als eine Frau brutal ermordet in ihrem Apartment vorgefunden wird, beginnt ihre Schwester Samantha (Chauntal Lewis) bei den zuständigen Ermittlungen zu helfen. Dumm nur, dass sie alsbald selbst ins Visier des Killers gerät, kurz darauf entführt und in die Behausung des Psychopathen verschleppt wird. In eine Zelle eingepfercht, muss sie fortan dem unbarmherzigen Treiben der vermummten Gestalt beiwohnen, die darin Erfüllung findet, ahnungslose Bürger in das kuschelige Heim zu entführen, wo diese dann vor den Augen der verängstigten Frau kaltblütig gefoltert, zersägt und gekocht werden …
Coffin Baby – Kritik
Wir erinnern uns: als Hollywood vor über einem Jahrzehnt verhäuft damit begann, einschlägige Horror-Klassiker gewinnträchtig zu recyceln, spendierte Kult-Regisseur TOBE HOOPER (TEXAS CHAINSAW MASSACRE) auch dem Slasher-Klassiker THE TOOLBOX MURDERS eine vielversprechende Frischzellenkur. Nach Jahren vornehmlich erfolgloser Low-Budget-Produktionen erntete HOOPER mit seiner Neuauflage endlich wieder die Aufmerksamkeit, die ihm bereits in den 70/80ern zuteil wurde. Mit seinem souverän abgedrehten TOOLBOX MURDERS Remake gelang es ihm spielend, die Gunst der Genre-Fans wiederzugewinnen und mit seinem Reboot des 70er-Jahre Horrorschockers endlich wieder an die frühen Erfolge seiner Karriere anzuknüpfen.
Zehn Jahre sind seither ins Land gegangen; Zeit, den maskierten Killer ein weiteres Mal zur Tat schreiten zu lassen. Etwas mysteriös scheint die Realisierung des Projektes vorangegangen zu sein. Anfänglich noch TOOLBOX MURDERS 2 betitelt, trägt der Film nun den weniger bedeutsamen Titel COFFIN BABY. Als Filmfreund ahnt man bei derart rigoroser Umbenennung nichts wirklich Gutes und in der Tat, das Sequel entpuppt sich als absolute Vollkatastrophe, die es tatsächlich nicht einmal ansatzweise verdient, einen derart bekannten Titel tragen zu dürfen. Autor und Regisseur DEAN JONES hat mit der Quasi-Fortsetzung einen vollkommen wirren Film geschaffen, der zwar nach wie vor den bekannten Killer zum Thema, aber mit der eigentlichen Vorlage rein gar nichts mehr gemein hat.
JONES, bekannt geworden durch seine Make-up und Spezialeffekt-Künste in einschlägigen Genre-Produktionen (ebenso im Remake zu THE TOOLBOX MURDERS), präsentiert nun mit COFFIN BABY sein eigentliches Regie-Debüt, wobei die schwierige Entstehungsgeschichte des Werks leider zu offensichtlich ins Gewicht fällt und den Film dadurch einfach nur noch verworren erscheinen lässt. Viel zu oft kann sich der Zuschauer des Gefühls nicht erwehren, mehrere Autoren hätten abwechselnd versucht, des Drehbuchs Herr zu werden. Die Geschichte um den sagenumwobenen Hollywood-Killer wirkt unlogisch, unausgegoren und unstrukturiert. Die vielen Ideen der Drehbuchautoren durchzieht kein roter Faden, so dass JONES verzweifelt darum bemüht ist, die ohnehin nicht vorhandene Geschichte in einer losen Aneinanderreihung möglichst ekelhafter Goreszenarien zu ersäufen. Hierbei fließen derart viele Elemente aktuell so beliebter Horrorware in den Plot von COFFIN BABY, dass man nicht leugnen kann, bereits nach nur wenigen Minuten die Übersicht über die Geschehnisse verloren zu haben. Ob Slasher-, Folter oder Kannibalismus-Szenen; der moralisch fragwürdige Kontext des gesamten Szenarios dürfte auch hierzulande Grund genug sein, dem Film keine Freigabe zu erteilen.
Immerhin, und das muss man dem Film dennoch positiv anrechnen, schafft er es mit Leichtigkeit, die Gorehounds unter den Filmfreunden zufriedenzustellen. Hier werden menschliche Körper wie am Fließband zersägt, zerhackt und filetiert und ein wahrliche bluttriefendes Spezialeffekt-Feuerwerk abgebrannt, wie man es vermutlich schon lange nicht mehr in einem Horrorfilm erleben durfte. Sinn ergibt das natürlich alles rein gar nicht, wobei im Falle COFFIN BABY auch nicht wirklich ersichtlich ist, ob es sich denn hier nun um einen ernsthaften Horrorfilm oder eher eine rabenschwarze Komödie handeln soll. Gerade Opfer SAMANTHA durchlebt im Verlauf der Handlung nicht nur ihr ganz persönliches Martyrium; sie versucht auch ihren wirren Geisteszustand mit den dämlichsten Interaktionen zu unterstreichen. So wohnt sie nicht nur dem widerwärtigen Treiben des Killers mit Tüten von Popcorn bei; sie beginnt auch die unmöglichsten Dinge mit den Bergen von Leichenteilen in ihrer Zelle zu veranstalten. Manche dieser Szenen wirken derart überspitzt, das man meinen könnte, mit COFFIN BABY eine vollkommen überzogene Persiflage bekannter Folter-Schocker serviert zu bekommen. Trotzdem, bis auf die Unmengen an Ekelszenen besitzt COFFIN BABY keinen erkennbaren Mehrwert. Die Handlung bietet nichts, was man nicht schon unzählige Male in anderen Folterstreifen zu Genüge gesehen hätte. Das Motiv des Killers ist kaum zu erkennen, ganz geschweige das es plausibel nachwirken will. Die Entwicklung einer Art Stockholm-Syndrom beim Opfer wirkt lächerlich und der unbeholfene Geister-Subplot vollkommen fehl am Platz. Da kann man nur hoffen, dass Regieneuling DEAN JONES demnächst zu alter Größe zurückfindet und sich lieber wieder als kreativer Spezial-Effekte-Macher verdingt, statt auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen.
Bei COFFIN BABY handelt es sich um ein ganz schön übles Stück Zelluloid, das da demnächst deutsche Zuschauer beglücken möchte. In welcher Form dieser Film dabei über die heimischen Mattscheiben flimmern wird, dürfte vermutlich gänzlich außer Frage stehen. COFFIN BABY ist eines dieser Werke, das in ungeschnittener Form nie und nimmer seinen Weg nach Deutschland finden wird, wobei an dieser Stelle noch einmal die “harte” Arbeit der hiesige FSK erwähnt werden sollte, die den Fan regelmäßig vor allzu zeigefreudiger Splatterkunst bewahrt und wahrlich dummen Filmen wie COFFIN BABY die Freigabe verweigert. Lobenswert, denn im Falle von COFFIN BABY könnte die Arbeit der deutschen Zensurbehörde nach all der langen Zeit endlich einmal Sinn ergeben. Dieser Film ist eine wahrhafte Lachnummer und ergeht sich augenscheinlich nur im Abhandeln möglichst widerwärtiger Ekelexzesse und unmenschlicher Grausamkeiten, ohne dabei überhaupt eine gehaltvolle Geschichte zu erzählen. Immerhin dürfte COFFIN BABY als ansprechendes Bewerbungsvideo eines ambitionierten F/X-Künstler dienen, der mit Hilfe offensichtlich realistisch wirkender Gräueltaten versucht, die Karriereleiter ein klein wenig nach oben zu klettern. Dieser Versuch ist leider trotzdem gescheitert, da die Fortsetzung des TOOLBOX MURDERS Remakes leider vollkommen ungenießbar ist. Hier gilt einmal mehr die Devise: literweise Blut und Ekeleffekte machen noch lange keinen guten Horrorfilm. Außer dem möglichst graphischen Abschlachten hilfloser Menschen besitzt der Film leider keinen prägnanten Inhalt. Schade, dass ein so kultiges Franchise, wie das des TOOLBOX MURDERS, mit so einer unterbelichteten Fortsetzung derart in den Schmutz gezogen wird.
Coffin Baby – Fazit

COFFIN BABY überzeugt mit einem Body Count, der selbst im Genre seinesgleichen suchen dürfte. Das war’s dann leider aber auch schon! Ganz miese Fortsetzung!
Coffin Baby – Zensur
Der Film zelebriert regelrecht alle denkbar möglichen Gewaltexzesse. Da wird einem Opfer bei lebendigen Leib Fleischfetzen vom Körper gerissen und genüßlich verspeisst, es werden Augäpfel zerschlitzt und Menschen gefoltert. Derart zeigefreudig, dass COFFIN BABY in Deutschland nur stark zensiert erscheinen wird. Es würde uns nicht wundern, wenn der Film sogar auf dem Index landen würde.
Coffin Baby – Trailer
Marcel Demuth / Hellraiser80
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Demonic Possession
Story
Die authistisch veranlagte Sarah (Skye Bennett) leidet an einer mysteriösen Krankheit und wird daraufhin in ein Krankenhaus eingeliefert, wo sie sich jedoch vollkommen verschließt und beschließt fortan nicht mehr zu sprechen. Da keiner der anwesenden Ärzten dem Mädchen helfen kann, beschließt Vater Ben (Noah Huntley) das Kind mit nach Hause zu nehmen. Somit flüchtet er mit der Tochter in einen überfüllten Fahrstuhl, der alsbald mit technischen Problemen zu kämpfen hat und zum Erliegen kommt. Als die Fahrt nach wenigen Minuten fortgeführt wird, sehen sich Vater, Tochter und die übrigen Personen im Fahrstuhl mit seltsamen Wesen konfrontiert, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen …
Demonic Possession – Kritik
Dass nicht nur die Amerikaner ein goldenes Händchen für herrlich düstere Unterhaltung besitzen, zeigt eindrucksvoll der bereits im Jahre 2008 veröffentlichte, finnische Horrorfilm DARK FLOORS, der nun vom hiesigen Label INTERGROOVE/SAVOY FILM erneut unter dem Titel DEMONIC POSSESSION auf Blu-ray und DVD ausgewertet wird. Mit knapp 4,2 Millionen Euro gilt DARK FLOORS als der teuerste finnische Film aller Zeiten und entstand in einer Kooperation mit der Hardrock-Band LORDI, die nicht nur zeitgleich die Rollen der grotesken Figuren im Film übernahmen, sondern auch einen Song zum Film mit dem Titel BEAST LOOSE IN PARADISE beisteuerten. DARK FLOOR ist das Regie-Debüt des Finnen PETE RISKI, der sich zuvor für einige Musikvideos der Band verantwortlich zeichnete und mit einer erstaunlichen Souveränität beweist, wie gruseliger Horror optimal in Szene gesetzt werden kann. Hierbei legt RISKI enorm Wert auf eine erschreckend düstere Atmosphäre und kommt fast gänzlich ohne ausschweifendes Blutvergießen aus, was in Anbetracht der aktuell so beliebten Folterwelle vermutlich etwas arg altbacken wirkt. Hin und wieder mag man als Zuschauer nicht das Gefühl los werden wollen, als würde man hier einen weiteren Teil des doch so beliebten “Silent Hill”-Franchise serviert bekommen, denn viele der Elemente des Films erinnern doch erschreckend arg an die beliebte Videospielreihe aus dem Hause KONAMI. Dennoch, auch wenn vieles in DARK FLOORS ganz schön unverschämt aus viel besseren Dämonen- und Geisterfilmchen stibitzt wurde, so kann man dennoch nicht behaupten, dass der LORDI-Film versemmelt wurde. Die nebelige und verlassene Krankenhaus-Kulisse sorgt für so einige Gänsehaut-Momente und das etwas seltsam anmutende Ende lässt Spielraum für eigene Interpretationsmöglichkeiten. Wer es gern subtil und gruselig mag und auf grobschlächtige Szenen mit dem Holzhammer verzichten kann, ist bei DARK FLOOR gut aufgehoben. Ein Grusel-Thriller aus Nord-Europa, der löblich unterstreicht, dass auch unsere finnischen Zeitgenossen den Trend der Zeit erkannt und Mut bewiesen haben, auf den kommerziell rentablen Horrorfilm-Zug aufzuspringen. Herr RISKI, Bitte mehr von diesen mollig gruseligen Filmchen!
Demonic Possession – Fazit

SILENT HILL aus Finnland – Unheimlich, gutes Gruselvergnügen für Freunde subtilen Horrors made in Europa!
Demonic Possession – Zensur
Der Film ist nicht sonderlich brutal, daher ist die deutsche Heimkinofassung ungeschnitten ab FSK 16 freigegeben.
Demonic Possession – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: Dark Floors; Finnland/Island 2008
Genre: Thriller, Horror
Ton: Deutsch DD 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DD 5.1, Englisch DD 2.0
Untertitel: Deutsch
Bild: 2.35:1 (1920x1080p)
Laufzeit: ca. 82 Min.
FSK: FSK 16
Verpackung: Amaray mit Wendecover
Extras: Originaltrailer, Behind the Scenes-Material, Dokumentation zur Weltpremiere, Trailershow, 2 Music-Videos, Audiokommentar – alle Extras ohne dt. UT
Bei der aktuell veröffentlichten Scheibe DEMONIC POSSESSION handelt es sich um haargenau die gleiche Blu-ray-Auflage des vor einiger Zeit veröffentlichten DARK FLOORS, nur mit dem Unterschied, dass hier das Cover verändert und umbenannt wurde.
Es gibt einen Audiokommentar zum Film, Behind the Scenes-Material (11 min), eine Dokumentation zur Weltpremiere (23 min) des Films, Zwei Videos der Band LORDI (zusammen ca. 6 min), den Original-Trailer und weitere Trailer aus dem Programm des Labels. Alles Extras sind nicht Deutsch untertitelt. Einzig während des Hauptfilms wird eine deutsche Untertitelspur filmbegleitend geboten. Technisch ist die Blu-ray kaum nennenswert. Die Schärfe des Bildes ist unzureichend, der Schwarzwert verbesserungswürdig. Das Bild ist ab und an derart dunkel, dass sich kaum etwas erkennen lässt. Zudem gibt es Szenen, bei denen sogar ganze Details im Bild unterschlagen werden. Schade. Tontechnisch liegt DEMONIC POSSESSION im Mittelmaß, wobei der Druck und die Dynamik oftmals arg zu wünschen übrig lassen. Bleibt zu erwähnen, dass das Label INTERGROOVE/ SAVOY FILM dieser Blu-ray-Veröffentlichung ein Wendecover spendiert. Zudem ist die Scheibe günstig zu erwerben. HD- und Technikfans zumindest, kommen hier leider rein gar nicht auf ihre Kosten.
Demonic Possession [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON bestellen
Demonic Possession – Trailer
Marcel Demuth / Hellraiser80
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Filmreview: “The Lords of Salem” (2012)
The Lords of Salem
Story
Heidi LaRoc ist Radiomoderatorin von Salems beliebter Musikshow Salem Rocks. Zusammen mit ihrem Hund Troy bewohnt sie ein Apartment in der kleinen Stadt und versucht ihr Leben nach ihrer Drogenabhängigkeit wieder auf die Reihe zu bekommen. Eines Tages erhält sie in der Radiostation eine mysteriöse hölzerne Kiste, speziell an sie adressiert, mit Absender von den „Lords“. In dieser Kiste enthalten ist eine alte Schallplatte welche eine seltsame Melodie spielt, von welcher es Heidi zunehmend schlechter ergeht. Als sie sich entscheidet die Platte in ihrer Radiosendung zu spielen, entfesselt sie damit Salems düstere Vergangenheit. Halluzinationen und die merkwürdigen Ereignisse im Nachbarapartment nehmen sie psychisch immer schwerer in ihre Gewalt. Versinkt Heide in Wahnsinn oder sind die Lords of Salem tatsächlich zurück, um blutige Rache zu nehmen?
The Lords of Salem – Kritik
„On a rare occasion, a special child appears.“ „Don’t you wanna ride it? Educated Horses“ ( ROB ZOMBIE IM INTERVIEW MIT JOBLOMOVIE NETWORK ) ( ROB ZOMBIE IM INTERVIEW MIT DEM WALL STREET JOURNAL ) „We’ve been waiting, Heidi… We’ve always been waiting.“ ( JOHN 5 IM INTERVIEW MIT NOISECREEP )
Rob Zombie ist einer der schwerbeschäftigsten Männer unserer Zeit. Neben seiner Musikkarriere, die seit Anfang der 90er Jahre steil bergauf geht und zuletzt Zombies neustes Album VENOMOUS RAT REGENERATION VENDOR (seit dem 19. April 2013 im Handel) hervorbrachte, ist er auch ein sehr erfolgreicher Regisseur mit einer treuen Fanbase geworden. Sein neuester Streifen THE LORDS OF SALEM läuft momentan mit einem limitierten Kinostart in den USA und ist seit Ende April in England auf DVD erhältlich. Zusätzlich veröffentlichte Rob Zombie zusammen mit B.K. Evenson eine Romanadaption von THE LORDS OF SALEM, welche auf Zombies originalem Drehbuchentwurf basiert und weitaus umfangreicher als der Film sein soll. Diese soll in deutscher Übersetzung am 9. Dezember 2013 hierzulande erscheinen. Allerdings steht eine hiesige Veröffentlichung des Filmes selbst noch aus.
THE LORDS OF SALEM ist das erste Werk seit THE DEVIL’S REJECTS, in welchem Rob Zombie wieder eine komplett eigene Geschichte umsetzt. Verbrachte er die letzten vier Jahre in den Klauen der Weinstein Brüder, um dem HALLOWEEN-Franchise eine Frischzellenkur zu verpassen, welche in der Öffentlichkeit sowohl großen Zuspruch fand als auch Missmut unter den Fans der alten Filme um Michael Myers auslöste. Die Story von THE LORDS OF SALEM ist recht simpel und ganz nach Zombies Geschmack an die 70er Jahre angelehnt. Einer Zeit in der manche Rock-Alben Rückwärtsbotschaften enthielten und der Jugend auch sonstige satanische Gedanken einflößen sollten, wenn man den meisten christlichen Verbänden von damals Glauben schenken mag.
Die Idee zum THE LORDS OF SALEM kam Rob Zombie schon vor vielen Jahren, als er zu Gast auf einer Hochzeit in Salem, Massachusetts war und ihn das Geschehen dort ziemlich langweilte. Aufgewachsen in Massachusetts erinnerte er sich an die geschichtlichen Hintergründe der kleinen Stadt. Genauer gesagt, an die Hexenprozesse von Salem (1692), in Folge derer 20 unschuldige Menschen der Hexerei bezichtigt und hingerichtet wurden. Doch was wäre, wenn nicht alle unschuldig waren? Was wäre, wenn einige der hingerichteten Menschen tatsächliche Hexen waren und diese einen Fluch auf das Städtchen Salem legten? Zombie begann mit dem Drehbuch welches er aber zu diesem Zeitpunkt nicht umsetzten konnte, da kein Studio sonderlich großes Interesse zeigte. Also wurden aus dem Drehbuch zunächst zwei Songs. „American Witch“ und „The Lords of Salem“ welche beide auf Rob Zombies 2006 erschienenen Album EDUCATED HORSES zu finden sind, sich aber mehr auf die eigentlichen Ereignisse von 1692 beziehen. Jahre später kamen die Produzenten von INSIDIOUS und PARANORMAL ACTIVITY auf Rob Zombie zu und fragten nach dem Anliegen, ob er nicht einen übernatürlichen Low-Budget Film für deren Studio schreiben und drehen wollte. Zombie willigte ein und bekam sogar vertraglich das Recht auf den Final Cut zugesichert.
Für seine Geschichte wandelte er die eigentlichen Ereignisse von 1692 etwas ab und orientiert sich eher an die Methoden europäischer Hexenprozesse, in welchen als Hexen und Hexer Beschuldigte verbrannt wurden oder auch in die „Eiserne Jungfrau“ mussten. Bei den Hexenprozessen von Salem griff man lediglich darauf zurück die Angeklagten zu hängen.
„Ich wollte einfach nur einen atmosphärischen Film machen. Oft scheint dabei der Plot sekundär zu sein. Die Filme die ich mag, eine Menge davon sind europäische, haben diesen besonderen Vibe. Wenn ich mir einige Werke von Dario Argento oder Lucio Fulci ansehe sage ich irgendwann zu mir selbst: „Moment mal, ich habe keine Ahnung was gerade los ist!“ Aber man ist gefangen in dieser Atmosphäre und dem Gefühl welche diese Filme einem vermitteln. Und genau das wollte ich für meinen Film. Eine sehr traumartige Atmosphäre. Auch wenn der Film eine Story hat der man folgt ging es mir in aller erster Linie darum dem Zuschauer das Gefühl eines surrealen Alptraums zu vermitteln.“
Mit THE LORDS OF SALEM beschreitet Rob Zombie völlig neue Wege und liefert einen der unkonventionellsten Horrorfilme der letzten Jahre ab. Vor allem kommt es Zombie auf die Atmosphäre und die Wirkung des Filmes an und das seine Charaktere im Vordergrund stehen. Dabei wirkt THE LORDS OF SALEM eher wie ein sehr düsteres und extremes Drama, was auch die Intention des Regisseurs war, der sein Werk nicht wie einen typischen Horrorfilm des Jahres 2013 drehen und aussehen lassen wollte und sich eher am Stil von Roman Polanski, Stanley Kubrick oder Ken Russell orientierte. Im Gegensatz zu seinen vorangegangenen Streifen, wie zum Beispiel THE DEVIL’S REJECTS oder HALLLOWEEN II gibt es in THE LORDS OF SALEM keine Hand-held Kamera Einlagen oder unruhige Szenen, wo Zombie die Kamera auch mal für kurze Momente unscharf werden ließ, um den Filmen einen raueren und spontaneren Touch zu geben. In THE LORDS OF SALEM ist die Kameraführung sehr ruhig. Alles ist klar strukturiert, komponiert und wirkt durch das Cinemascope 2,35:1 Format gigantisch. Und tatsächlich: THE LORDS OF SALEM hat die leichte Atmosphäre von ROSEMARIES BABY, mit der bildgewaltigen Ruhe eines Stanley Kubrick Filmes und den obskuren Ausbrüchen eines Ken Russell Streifens, wie zum Beispiel DIE TEUFEL. Dabei kopiert Zombie aber nicht einfach Motive aus diesen Klassikern, sondern bleibt gleichzeitig seiner alten Linie treu und schafft seine eigenen alptraumhaften Bilder. Man spürt deutlich, dass man einen Rob Zombie Film sieht. Gerade das psychedelische Ende von THE LORDS OF SALEM erinnert leicht an den Showdown von HAUS DER 1000 LEICHEN und macht den Eindruck eines 70er-Jahre-artigen halluzinogenen Musikvideos.
„Ich denke das Horror-Genre hat sich in eine Richtung hin entwickelt die nach dem Plan verläuft: ‘Gib mit dein iPhone und wir drehen den Film’. […] Ich wollte das genaue Gegenteil von dem machen. Ich wollte dem Film den Look einer großen Produktion verpassen wo Cinematografie und all diese Dinge noch Wert haben.“
Nicht nur was den Look des Films und das echte Feeling eines 70er Jahre Okkult-Horrors anbelangt, so setzt Zombie auch in Sachen Schocks auf die altmodische Art und Weise den Zuschauer durch Bilder, Atmosphäre und unheimlichen Sounddesings innerlich zusammenfahren zu lassen, statt, wie man es heute viel zu oft sieht, einfach nur ein lautes Geräusch unter einen billigen Jumpscare zu legen. Oftmals passieren Dinge nur sehr langsam, leise oder sehen so bizarr aus, dass einem für einen kurzen Moment das Herz stehen bleibt. Zum Vergleich kann man THE LORDS OF SALEM in einem Atemzug mit Filmen wie DER EXORZIST, AMITYVILLE HORROR, DAS GRAUEN, SHINING oder SUSPIRIA nennen, welche ebenfalls auf ruhige unheimliche Schockmomente und unheimliche Bilder setzten.
Die Riege an Schauspielern, die sich Rob Zombie für seinen neusten Streich ausgesucht hat, ist ebenfalls beachtlicht und dürfte für Fans des Horror-Genres einige Schauwerte bereithalten. So spielen Judy Geeson (DER ADLER IST GELANDET), Patricia Quinn (THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW) und Dee Wallace (THE HOWLING, CUJO, CRITTERS) die drei Schwestern, die im unteren Teil des Apartments wohnen. Ken Foree (DAWN OF THE DEAD, THE DEVIL’S REJECTS) und Maria Conchita Alonso (RUNNING MAN, PREDATOR 2) spielen in Nebenrollen und sogar Sid Haig (THE DEVIL’S REJECTS) und Michael Berryman (HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN) dürfen mal ganz kurz vorbeischauen. Doch zwei Leute sind die absoluten Showstealer in THE LORDS OF SALEM. Diese sind zum einen Rob Zombies Ehefrau Sheri Moon Zombie, welche hier die Hauptrolle der Figur Heidi übernimmt und bereits in allen vorangegangenen Filmen von Rob Zombie mitspielte. In THE LORDS OF SALEM spielt sie so gut wie noch nie und verleiht der anspruchsvollen Rolle Tiefe und Sympathie. Für ihr schauspielerisches Können spricht vor allem die Tatsache, dass der Zuschauer auch dann noch mit ihrer Figur mitfiebert, wenn diese zum Ende hin kaum noch Text hat und Sheri Moon Zombie nur noch über Mimik und Körpersprache, die Gefühle ihrer Rolle transportiert. Außerdem haben wir Meg Foster, die man aus Kultklassikern wie DER SMARAGDWALD (1985), MASTERS OF THE UNIVERSE oder SIE LEBEN! kennen dürfte. Foster spielt in THE LORDS OF SALEM die Anführerin des Hexenzirkels Margaret Morgan und nimmt diese Rolle voll und ganz ein. Man findet nichts Gütiges in dieser Figur. Die Bewegungen, ihre Aura, ihre Stimme und ihr Lachen wirken von Grund auf böse. Am Hexenzirkel wird darüber hinaus wieder Zombies Begeisterung für Charles Manson deutlich. Für seinen Film stellte er sich die Hexen wie ausgeflippte Manson-Hippies, bzw. Manson-Girls vor. Ein für Rob Zombies typisches Erkennungsmerkmal ist dabei ein Symbol auf der Stirn. Man erinnert sich an die Anhänger von Charles Manson, die sich damals während der Gerichtsverhandlung ein X in ihre Stirn ritzten. Dies schlug sich sowohl in Zombies Musik nieder (dem White Zombie Song „Real Solution #9“, als auch dem Cover von HELLBILLY DELUXE im Jahre 1998), sondern auch in seinen Filmen wie HAUS DER 1000 LEICHEN, HALLOWEEN II, oder nun eben auch THE LORDS OF SALEM, wo die Hexen das Zeichen ihres Zirkels ebenfalls auf der Stirn tragen.
„Ich würde eine Akustikgitarre nehmen und einen Violinenbogen benutzen um sie so zu stimmen das sie klingt wie eine Violine oder eine Viola. Ich benutzte viele recht unorthodoxe Methoden um den Soundtrack besonders und cool klingen zu lassen.“
Für den Soundtrack zu THE LORDS OF SALEM holte sich Rob Zombie John 5, den Gitarristen seiner eigenen Band an Board, welcher damit ebenfalls Neuland betrat. Einen kompletten Film musikalisch einzuspielen war für ihn eine Herausforderung, bei der er jedoch sein Bestes gab. Neben einigen recht emotionalen Stücken finden sich auf dem Soundtrack auch recht hypnotisierende und sehr atmosphärische düstere Stücke wie zum Beispiel der Track „The Curse of Margaret Morgan“ oder allen voran das Stück „The Lords Theme“, welches einen hohen Wiedererkennungswert hat und sehr oft im Film zu hören ist. Ebenfalls auf dem Soundtrack vorzufinden sind wieder jede Menge alter Rock Songs, wie „Blinded by the Light“ von Manfred Mann’s Earth Band, „The Spirit of the Radio“ von Rush oder „All Tomorrow’s Parties“ von The Velvet Underground. Letzterem schrieb Rob Zombie eine besondere Bedeutung für den Film zu. So habe er zum Beispiel von Anfang an gewusst, dass dieser Song perfekt für THE LORDS OF SALEM sei. Ähnlich ging es Zombie bei der Auswahl des Songs „Free Bird“ von Lynyrd Skynyrd für THE DEVIL’S REJECTS oder „Nights in White Satin“ von The Moody Blues für HALLOWEEN II.
THE LORDS OF SALEM ist ein Film, der sehr einfach zu hassen ist. Gerade in unserer heutigen Zeit, wo sich die Sehgewohnheiten des Publikums sehr stark verändert haben, wird der Film mit seiner sehr altmodischen Erzählweise und seinem eigenwilligen Stil das Publikum spalten. Für Freunde des makaberen und düsteren Kinos wird THE LORDS OF SALEM jedoch ein Fest werden. Rob Zombie huldigt mit seinem neusten Werk sowohl Regielegenden wie Roman Polanski oder Ken Russell, als auch den 70er Jahre Okkult-Horror Film. THE LORDS OF SALEM ist atmosphärisch und spannend erzählt und einer der individuellsten und interessantesten (Horror-)Filme der letzten Jahre!
The Lords of Salem – Fazit

THE LORDS OF SALEM ist ein bizarrer satanischer Fiebertraum wie ihn sich nur Rob Zombie erdenken konnte. Der Film kommt dabei weitestgehend ohne Splattereinlagen aus und versucht den Zuschauer durch seine starke Optik und düstere Atmosphäre in seinen Bann zu ziehen.
The Lords of Salem – Zensur
Der neue ROB ZOMBIE kommt erstaunlich züchtig daher, sodass davon ausgegangen werden kann, dass THE LORDS OF SALEM hierzulande ungeschnitten mit FSK16 erscheinen wird.
The Lords of Salem – Trailer
Sam Freissler
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Filmreview: “State of Emergency” (2010)
State of Emergency
Story
Nach einer verheerenden Explosion in einer Chemiefabrik herrscht in einer Kleinstadt der Ausnahmezustand. Das freigesetzte, toxinhaltige Gas verwandelt die Bürger in rastlose Killer, die durch die Strassen sausen und über jeden Überlebenden herfallen, um ihn daraufhin in Stücke zu reißen. Einer dieser Überlebenden, Jim (Jay Hayden), kann sich in das Büro einer leer stehenden Scheune retten und versucht nun den schmerzlichen Verlust seiner Verlobten Emilie zu verarbeiten. Hilfe scheint unerreichbar zu sein, bis plötzlich das Telefon klingelt und weitere Überlebende aus der Lagerhalle nebenan versuchen, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Schnell beginnt man einander zu vertrauen und im Kampf der Horden infizierter Mitbürger Herr zu werden. Doch noch ist keine Rettung in Sicht und die Nahrungsmittel werden knapp …
State of Emergency – Kritik
Es gibt Sub-Genres im Bereich des Horrorfilms, die sind einfach nicht totzukriegen. Neben Slasher-, Spuk- und Folterfilmen ist es vor allem der Zombiefilm, der sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut und es immer wieder in irgendeiner Form schafft, das Interesse vorfreudiger Horrorfilmfans für sich zu gewinnen. Kaum ein Monat vergeht, ohne das nicht mindestens einer dieser Filme auf den Markt geworfen wird und man versucht, den Filmfreund, mit teilweise haarsträubend miesen Umsetzungen um sein hart verdientes Geld zu bringen. Gerade im Low-Budget- und Independentsektor ist die Anzahl solcherlei günstig heruntergekurbelter Dutzendware kaum noch überschaubar, so dass es keine Seltenheit ist, wenn aufgrund der Masse ähnlich thematisierter Horrorfilmchen gerade jene Werke zu Unrecht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, die es eigentlich verdient hätten, gesehen zu werden. Der unscheinbare britische Indie-Kracher STATE OF EMERGENCY ist einer jener Filme, der vermeintlich zur falschen Zeit veröffentlicht wurde und nun im Fahrtwasser der durchaus erfolgreichen Untoten-Hatz THE WALKING DEAD hilflos mitzuschwimmen versucht aber vermutlich kaum die Aufmerksamkeit verdienen wird, die er offenkundig verdient hätte. Schade drum, denn neben all den fast schon inflationär thematisierten Zombie-Gurken der letzten Dekaden, weiß sich STATE OF EMERGENCY wohlwollend abzuheben. Das äußert sich vor allem darin, dass es sich bei diesem Film um keinen dieser derben Reißer handelt, die ihre Existenz nur dadurch rechtfertigen können, den Blutdurst splattergeiler Gorehounds befriedigen zu wollen und versuchen, sich durch allerhand ekelerregende Fress- und Ballerszenen selbst zu feiern. Wer von STATE OF EMERGENCY ein schön deftiges Henkersmahl erwartet, dürfte schnell enttäuscht werden, denn hier schafft es ein Regisseur endlich einmal wieder, eine halbwegs glaubhafte und nachvollziehbare Geschichte zu erzählen, die dem Begriff Horror dennoch nur bedingt gerecht werden möchte.
Newcomer TURNER CLAY, der sich zudem auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnete, ist vermutlich einer der wenigen Horrorfilm-Macher der letzten Jahre, die sich keinen Deut darum scheren, ihre kleinen Geschichte in literweise Kunstblut und genreüblichen Klischees ertränken zu müssen, um die Gunst der Fanbase für sich gewinnen zu können. Hier stehen die Charaktere im Mittelpunkt, nicht die Zombies, wobei der Begriff des “Untoten” in STATE OF EMERGENCY wohlmöglich auch vollkommen falsch gewählt scheint. Vielmehr handelt es sich im Film um Menschen, die aufgrund einer Umweltkatastrophe und der hierbei freigesetzten Toxine, ein erhöhtes Gewaltpotenzial entwickelt haben und nun unkontrolliert niederen Instinkten gehorchen. Auch wenn die infizierten Bürger der Stadt gierig lechzend durch die Gassen des Ortes flitzen, unterscheiden sie sich dennoch wesentlich von den Bestien aus den typischen Zombiefilmen der letzten Zeit. Ihr Agieren wirkt menschlicher, wobei es ihnen nicht einmal verwehrt bleibt, sogar mittels Sprache kommunizieren zu können; obgleich auch aus reinem Selbstzweck, um das potenzielle Opfer der Begierde um den Finger wickeln zu können. In STATE OF EMERGENCY herrscht Klasse statt Masse. Horden von Untoten, die sich auf hilflose Überlebende stürzen, sucht man hier vergebens. Die infizierten Bürger der Kleinstadt sind zwar überraschend schnell und verhalten sich erstaunlich schlau, dennoch sind sie nicht im Rudel anzutreffen, sondern tauchen allein irgendwo in der Ferne auf, so dass die noch menschlichen Opfer durchaus die Möglichkeit besitzen, sich in Sicherheit zu bringen. Das mag den eingefleischten Zombiefan vermutlich bitter aufstoßen, dennoch funktioniert der Film mit seinen spärlich gestreuten Actionszenen besser als so manch dummer Zombie-Heuler, der sich allein nur auf das möglichst immer gleiche Filmthema konzentriert: Töten, Fressen und erschossen werden.
STATE OF EMERGENCY überrascht mit einem erstaunlich ruhigen und langsamen Erzählfluss, was gerade in Zeiten effektüberladener Actionkost etwas altbacken wirkt, aber nicht zwangsläufig schlecht sein muss. Der Film lässt dem Zuschauer erstaunlich viel Zeit sich mit den wenigen Protagonisten zu identifizieren, die allesamt nahbar und zugänglich wirken. Immerhin, und das muss man diesem Endzeit-Thriller hoch anrechnen, schafft es TURNER CLAY gänzlich ohne Unsympathen auszukommen. Hier haben wir es mit Figuren zu tun, die einmal nicht dem typischen Klischee gängiger Horrorfilmware entsprechen. CLAY achtet penibel darauf, dass sich die wenigen Protagonisten so glaubhaft und nachvollziehbar wie möglich verhalten. Statt unüberlegt mit dem Schrotgewehr in den Krieg gegen die Infizierten zu ziehen, geht man lieber unnötigen Konfrontationen aus dem Weg, denkt erst, um anschließend zu reagieren. Die Zombies werden in STATE OF EMERGENCY nicht der Erwartungshaltung des Zuschauers wegen ins Jenseits befördert, sondern nur dann um die Ecke gebracht, wenn es wirklich von Nöten ist und sich die Protagonisten aus der Verteidigung heraus wehren “müssen”. Das ist im modernen Horrorfilm keine Selbstverständlichkeit, denn oftmals werden die Figuren beabsichtigt in Gefahr gebracht, um dann schön hölzern und selbstzweckhaft in den Filmhimmel gemeuchelt zu werden. Gerade aufgrund des bedachten Handelns und der Unvorhersehbarkeit der folgenden Geschehnisse, wirken gerade die Begegnungen mit den infizierten Opfern erstaunlich schweißtreibend und deren Angriffe geschickt inszeniert, so dass diese Momente packend zu unterhalten wissen.
Wer glaubt, schon alle Regeln des modernen Zombiefilms zu kennen, dürfte mit STATE OF EMERGENCY eines besseren belehrt werden. Hohle Stereotypen und dumme Klischees sucht man hier vergebens. Stattdessen erzählt uns Regisseur und Drehbuchautor TURNER CLAY mit seinem neuen Film ein packendes, apokalyptisches Szenario, das gerade aufgrund der logischen Interaktion seiner Charaktere sympathisch und echt wirkt. Die wenigen Überlebenden verhalten sich nachvollziehbar, sodass hier einmal gänzlich auf das allseits bekannte 10-kleine-Negerlein-Prinzip verzichtet wird, was den Film wohlwollend von der Masse ähnlich gestrickter Ware abhebt. Es wäre vermutlich auch vollkommen unangebracht, STATE OF EMERGENCY als waschechten Zombiefilm zu bezeichnen. Aufgrund der vermehrt in Rückblenden geschilderten Schicksale der Überlebenden und ihrer auswegslosen Hoffnung auf Rettung, wirkt der Film oftmals eher wie ein Drama, das mit einigen Horrorelementen bestückt wurde. Die bleichenden Filter und Stilelemente des vorliegenden Beitrages steigern nicht nur die Endzeitstimmung in STATE OF EMERGENCY, sondern bereichern den Film ungemein, sodass CLAYs Beitrag trotz minimalistischen Settings oftmals hochwertiger ausschaut, als er letztendlich überhaupt ist. Wer apokalyptische Weltuntergangsszenarien a la 28 DAYS LATER oder THE CRAZIES mag, ist mit STATE OF EMERGENCY optimal beraten – ein sehenswerter und spannender Genre-Beitrag!
State of Emergency – Fazit

Es muss nicht immer laut, blutig und grausam sein – STATE OF EMERGENCY ist ein spannender Schocker, für Freunde atmosphärisch dichter Endzeit-Thriller.
State of Emergency – Zensur
Der Film ist nicht sonderlich brutal, geizt aber nicht mit der ein oder anderen Kopfschuss-Szene, sodass STATE OF EMERGENCY hierzulande ungeschnitten mit einer “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichung veröffentlicht wird.
State of Emergency – Trailer
Marcel Demuth / Hellraiser80
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Filmreview: “Possession – Das Dunkle in Dir” (2012)
Possession – Das Dunkle in Dir
Story
Auf einem kleinen Hausflohmarkt kauft Emily eine geheimnissvolle Kiste. Schon bald hört sie Stimmen, es geschehen unerklärliche Dinge und sie entfremdet sich mehr und mehr von ihrer Umwelt. Zuerst nur vom Vater bemerkt, scheint es so, als würde sie auf die Trennung der Eltern reagieren. Nachdem sich die Lage immer mehr zuspitzt und Emily von einer Freundin in der Box spricht, findet der Vater heraus, dass es sich um eine sogennante Dibbuk Box handelt. Laut jüdischem Glauben werden darin böse Dämonen und Geister eingeschlossen. Er sucht Rat bei jüdischen Gelehrten, da er in ihr immer häufiger besessene Wesenszüge erkennt. Von den älteren Gelehrten abgewiesen, macht er sich zusammen mit einem jüngeren Rabbi auf den Weg um einen Exorzismus durchzuführen. Dieser endet in einem Katz und Mausspiel, in dem der Dämon “Abisu” letztendlich besitz vom Vater ergreift, dann aber doch in die Box zurückkehrt. Doch die Gefahr scheint noch nicht gebannt …
Possession – Kritik
Die Welt des Paranormalen erfreut sich nicht erst seit kurzem regem Zuspruch beim heutigen Filmpublikum. Gruselschocker wie INSIDIOUS oder PARANORMAL ACTIVITY sind in voller Munde. Hierbei fällt auf, das manche Filme das Label “Beruht auf wahren Begebenheiten” tragen. Durchforstet man also das Internet nach näheren Informationen zur Geschichte von POSSESSION – DAS DUNKLE IN DIR, wird man überraschender Weise fündig.
Im großen und ganzen geht es hier um eine Weinkiste, die Ende des zweiten Weltkrieges von einer Polin mit nach Amerika gebracht wurde. Nach dem Tod der alten Dame kauft ein Antiquitätenhändler diese auf einem Nachlassverkauf in Portland, Oregon. Mit der Zeit geschehen unerklärliche Dinge innerhalb der Familie und dem Umfeld des Händlers. In der Zeit, in der dieser die Box besaß, teilte ihm eine Angestellte seines Ladens per Handy mit, dass jemand im Keller sei, der alle Ein und Ausgänge blockiert, seine Mutter erleidete einen plötzlichen Schlaganfall und die Familie wird von schrecklichen Alpträumen heimgesucht. Er entschloss sich, die Weinkiste bei Ebay zu verkaufen. Ein Student aus Missouri erwarb die geheimnisvolle Weinkiste. Nachdem auch dieser von unerklärlichem heimgesucht wurde, verkaufte er die Weinkiste erneut an einen dritten. Dieser informierte sich über beide Besitzer und hat noch heute Kontakt zu diesen. Er stelle Nachforschungen an und fand heraus, dass es sich um eine sogenannte “Dibbuk Box” handelt, die im jüdischen Glauben als Gefängniss für böse Dämonen oder Geister angefertigt wird. Noch heute befindet sich diese im Besitz des dritten Käufers und wird von ihm streng unter Verschluss gehalten.
Ob nun wahre Geschichte oder pure Erfindung: Es war sehr interessant, mehr über den Hintergrund des Filmes zu erfahren. Dieser Umstand macht den Film in meinen Augen zu einem wahren Erlebnis. Abwechselnd gaben sich kurze Gänsehaut, als auch berechtigte Schauer die Klinke in die Hand. Technisch als auch visuell wurde hier von Regisseur Ole Bornedal und Kultproduzent Sam Raimi ein kleines Meisterwerk erschaffen. Der Film verliert in keiner Sekunde seine düster gehaltene Stimmung in Verbindung mit perfekt platzierten Schockmomenten. Jungschauspielerin Natascha Calis (Emily) spielt zudem sehr authentisch und realistisch das besessene, kleine Mädchen, dass sich langsam verändert. Gerade die Szenen, in denen Emily deutlich vom Dämonen besessen ist, trieben den Puls extrem nach oben und ließen mich an William Friedkins Meilenstein DER EXORZIST denken. Das Ende des Films lässt außerdem alles offen und lässt auf eine eventuelle Fortsetzung hoffen.
Possession – Fazit

Großartiger Film, der nur weiterempfohlen werden kann. Gerade Fans des wirklich schon ausgenommen Genres werden einen heiden Spaß an Story und verlauf des Filmes haben. Hier wurde definitiv geklotzt, nicht gekleckert. Neben DRAG ME TO HELL und natürlich TANZ DER TEUFEL einer der nächsten Meilensteine im Filmportfolio des Sam Raimi.
Possession – Zensur
Die deutsche Heimkinofassung beinhaltet die Unrated-Version des Grusel-Schockers und ist auf Blu-ray und DVD ungeschnitten ab 18 Jahren freigegeben.
Possession – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: The Possession; USA 2012
Genre: Thriller, Horror
Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,40:1 (1080/24p) Full HD
Laufzeit: ca. 119 Min.
FSK: FSK 18 – Keine Jugendfreigabe
Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover
Extras:Featurette „Die wahre Geschichte der Dibbuk-Box“, Audiokommentar von Ole Bornedal, TV-Spot, Trailer
Bei POSSESSION – DAS DUNKLE IN DIR hat Label STUDIOCANAL eine anständige Veröffentlichung auf die Beine gestellt, über die sich Filmfreunde nicht beschweren können. Aus einem düsteren und durchaus gruseligen Menü heraus, kann der Filmfreund zwischen Film und Extras wählen. Das Bild dieses Gruselschockers fällt hierbei durchaus hochwertig ins Gewicht. Das Bild ist unglaublich scharf, die kühlen und farblosen Bilder unterstreichen den unheimlichen Grundton des Filmes erheblich trefflich. Was wäre ein Horrorfilm ohne einen anständigen Sound, der den Zuschauer hin und wieder gehörig zusammenzucken lässt? Ganz dieser Devise präsentiert sich die akustische Untermalung von POSSESSION – DAS DUNKLE IN DIR. In den bedrohlichen Szenen raddert der Subwoofer und der Score sorgt hin und wieder für wohlverdienten Schauer. Bei den Extras jedoch gibt sich POSSESSION erstaunlicherweise sehr züchtig. Es findet sich ein Audiokommentar des Regisseurs (dt. UT) auf der Scheibe, den Trailer in Deutsch und Englisch, einen TV-Spot sowie die filmbegleitende Dokumentation “Die wahre Geschichte der Dibbuk-Box” (13 min mit UT). Das war es dann leider aber auch schon. Sechs Trailer zu weiteren Highlights aus dem Hause STUDIOCANAL runden das Paket ab. Alle Extras sind Deutsch untertitelt. Zudem gibt es deutsche UT für den Hauptfilm. Ein Wendecover wurde dem Film ebenfalls spendiert. Filmfreunde werden sich über die edle, schwarze Amaray freuen, die sogar im 3D-Schuber daherkommt; vermutlich jedoch nur in der Erstauflage!
Possession – Das Dunkle in dir (Uncut Edition) [Blu-ray]
Possession – Trailer
Dominik S.
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Besessen – Der Teufel in Mir (2012)
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Filmreview: “Comedown” (2012)
Comedown
Story
Sechs Freunde aus einem Londoner Problemviertel wollen sich ein paar Pfund dazu verdienen. Ihre Aufgabe besteht darin, eine Sender-Antenne für einen geheimen Piratensender im obersten Stockwerk eines verlassenen Hochhauses anzubringen. Keine unüberwindbare Herausforderung für die taffen Ghetto-Kids, handelt es sich doch um ein Gebäude, was ihnen durchaus vertraut ist und in dem sie als Kinder gelebt hatten. Lloyd (Jacob Anderson), gerade frisch verliebt, scheint den Auftrag nur zögernd annehmen zu wollen. Verständlich, wurde er soeben aus dem Gefängnis entlassen und möchte mit Freundin Jemma (Sophie Stuckey) einen neuen Lebensabschnitt bestreiten. Doch die Freunde können ihn überreden und so machen sich die Teens an die Arbeit, das verlassene Gebäude zu erkunden. Anfänglich guter Dinge, bemerken sie alsbald, dass in irgendeinem der Stockwerke ein mysteriöser Killer haust, der so rein gar nicht erfreut über den unangemeldeten Besuch ist! …
Comedown – Kritik
Kids, Bedrohung, Ghetto und Horror? So gänzlich unbekannt scheint derart Kombination dem Horrorfan nicht zu sein, denn bereits im Jahre 2011 haben übermütige, sozial benachteiligte Teenager im Thriller ATTACK THE BLOCK versucht, gegen eine Bedrohung aus dem All anzukämpfen – natürlich mit Erfolg. Der erheiternde Mix aus Comedy und Sci-Fi-Horror avancierte rasch zum Publikumsliebling des 26. Fantasy Filmfest´s und stieß bei hiesigen Horrorfilms auf allgemeine Zustimmung. Der nun vorliegende COMEDOWN thematisiert einen ähnlichen kontroversen Brennpunkt und verfrachtet eine handvoll Ghetto-Kids in einen leerstehenden Wohnblock, in dem sie alsbald auf einen irren Psychopathen stoßen, der sich in seiner kuscheligen Behausung ersichtlich gestört in seiner Ruhe fühlt. Anders als im benannten ATTACK THE BLOCK gestaltet sich die hier zugrundeliegende Geschichte, weniger komödiantisch und schlägt durchweg ernstere und vor allem düstere Töne an. Zu lachen haben die hier unwissenden Teenager leider nichts, denn nachdem sie das leerstehende Gemäuer erkundet und sich dem Drogenrausch hingegeben haben, sehen sie sich mit einem reichlich gestörten Unbekannten konfrontiert, dessen Intentionen jedoch erst am Ende des Films gelüftet werden. Regisseur MENHAJ HUDA mag vermutlich eine Leidenschaft für Filme im Ghetto-Milieu zu pflegen, denn bereits seine beiden zuvor abgedrehten Filme ADULTHOOD und KIDULTHOOD bebilderten ein ähnliches, soziales Umfeld, nur mit dem Unterschied, dass es sich bei seinen Vorwerken um keine Horrorfilme handelt, sondern um eher diskussionswürdige Dramen.
COMEDOWN ist ein waschechter und vor allem kompromissloser Slasher, wie man ihn aktuell leider zu oft zu Gesicht bekommt. Es gibt unterbelichtete Kids, die sich einmal mehr, weder um Logik scheren und stattdessen die unglaublichsten Dinge veranstalten, um sich letztendlich doch im Netz des Killers zu verfangen, der sie wiederum für ihre unduldbare Dummheit über die Klinge springen lässt. Warum Drehbuchschreiber nicht endlich einmal damit beginnen, ihren ohnehin gesichtslosen Protagonisten halbwegs anständig Gribs in die Birne zu pflanzen, verstehe wer will. Warum muss ein Slasher im Jahre 2013 stattdessen immer wieder von den gleichen Klischees zerren, die man bereits seit Bestehen dieses Sub-Genres bis zum Erbrechen ausgereizt und unzählbar wiederholt hat? Warum können die Opfer in diesen Filme nicht halbwegs vernünftig agieren und warum dürfen die Charaktere nicht auch einmal damit beginnen logisch zu denken, bevor sie unfreiwillig komisch entscheiden? Immerhin sorgt Regisseur MENHAJ HUDA für ansprechendes Ambiente, dass es zumindest trefflich versteht, den durchaus bösen Gegebenheiten entsprechend bedrohliche Atmosphäre einzuhauchen. Düster ist es in COMEDOWN allemal. So düster, dass der Zuschauer oftmals rein gar nicht erkennen kann, was die Kids und der sagenumwobene Killer da eigentlich auf der heimischen Mattscheibe veranstalten.
Das muss er eigentlich auch gar nicht, reduzieren sich die Geschehnisse einzig und allein auf lautes Schreien, hektisches Davonlaufen, ergebnisloses Suchen und bedeutungsloses Winseln – ganz so, wie es eben in einem 08/15-Teenie-Slasher seit jeher gehandhabt wird.
Trotzdem; im Unterschied zu den typischen Vertretern aus Übersee lässt sich in COMEDOWN, trotz aller stereotypischen Verhaltensmustern und allseits bekannter Szenen-Abfolgen, zumindest hin und wieder so etwas wie Spannung und Stimmung verzeichnen. Spätestens dann, wenn sich die Teens mit dem Killer konfrontiert sehen und versuchen müssen ihrem Tod zu entkommen, präsentiert der austauschbare Slasher seine wahren Stärken. Und die sind eben im halbwegs sadistischen Abhandeln der obligatorischen Greulszenen zu suchen. Ja, die perfiden und sadistischen Todesarten in COMEDOWN haben es in sich. Vermutlich punkten sie mit einer derart schonungslosen Zeigefreudigkeit, dass hier natürlich die hiesige FSK keinen wirklichen Spaß verstehen dürfte. Wie in Filmen dieser Art typisch, greift der Killer auf ein umfangreiches Arsenal an allerlei Folterwerkzeug zurück, um die Kids möglichst kreativ ins Jenseits meucheln zu können. Allen voran, sei eine formschöne Nagelpistole genannt, deren Einsatz sich womöglich aktuell in vielen Filmen der letzten Dekaden großer Beliebtheit erfreut hat. Dennoch machen ja bekanntlich viele bösartige Hinrichtungen, noch lange keinen wirklich sehenswerten Film aus. Auch wenn einige der Schock-Effekte im Film allzu zartbesaitete Filmzuschauer deftig zusammenzucken lassen dürften, lässt sich dennoch nicht leugnen, dass COMEDOWN ein Horrorfilm unter vielen ist, der mit seinen unsympathischen Figuren und der unüberschaubaren Fülle an Déjà-vu-Momenten es zu keinem Moment schafft, dem gebeutelten Slasher ansatzweise frischen Wind einzuverleiben. Somit ist COMEDOWN leider nur einer dieser vielen Filme, deren Sichtung einzig und allein Fans zu raten ist, die eine Vorliebe für kompromissloses 80er Jahre Slasher-Kino besitzen. Wer sich angenehm gruseln mag, ist hier leider an der falschen Adresse, denn hier gibt es vorwiegend grobe Hausmannskost von der Stange zu bewundern!
Comedown – Fazit

SAW & ATTACK THE BLOCK meet HALLOWEEN!
Düsteres Slasher-Kino mit arg sadistischem Metzel-Szenen, dennoch altbekannter Story und nur wenig erfrischenden Ideen. Leider nur Dutzendware!
Comedown – Zensur
Der Film wird ungeschnitten vermutlich keine Freigabe durch die FSK erhalten. Vor allem die Nagelpistolen-Szene dürfte der FSK sprichwörtlich ein “Dorn im Auge” sein!
Eine SPIO/JK-Prüfung wird es dem Film dennoch ermöglichen hierzulande ungeschnitten zu erscheinen!
Comedown – Trailer
Marcel Demuth / Hellraiser80
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House Hunting
Story
Zwei Familien auf der Suche nach dem kleinen Stück Glückseligkeit fernab jeglichen Stadttreibens. Ein kleines Haus irgendwo im Wald hat es den beiden Familien angetan, wobei trotz einladend offener Tür, kein Makler weit und breit zu sehen ist, der hätte den Anwesenden Rede und Antwort stehen können. Etwas verwirrt und entmutigt verlassen die beiden Familie das Anwesen, ohne jedoch zu ahnen, dass die einschneidende Begegnung mit jenem verlassenen Gemäuer alsbald seinen Tribut fordern würde. Jegliche Versuche nach Haus zurückzukehren scheitern, als würde die gruselige Hütte die verstörten Gäste nicht gehen lassen wollen. Es dauert nicht lang, bis die Familien auf ein verwirrtes Mädchen stoßen, dem scheinbar die eigene Zunge aufs Unmenschlichste entrissen wurde und das Schreckliches erlebt haben muss. Vollkommen entkräftet beschließen die unfreiwilligen Gäste die Nacht in dem mysteriösen Anwesen zu verbringen. Eine Entscheidung, die den Familien zum Verhängnis werden wird, denn das Haus kann und will nur EINE der Familie beherbergen …
House Hunting – Kritik
Filmfreunde, die nur die Perlen aus dem riesigen Angebot aktueller Genre-Produktionen fischen wollen, sollten sich vor dem kommenden “House Hunting” vorsehen, denn mit diesem vorliegenden Filmchen dürfte er die Schlaftablette der Saison in den Händchen halten. Wir haben keine Ahnung, was Filmneuling “Eric Hurt” mit seinem ersten, abendfüllenden Langfilm bezwecken wollte und wir können auch die bisher veröffentlichten, positiven Online-Rezensionen zum Film im Internet nicht gänzlich nachvollziehen. Fakt ist, dass “House Haunting” unbegreiflich langweilig und mit seiner stolzen Lauflänge von 100 Minuten einfach unverschämt zäh geraten ist.
Die Gurke äußert sich durch eine vollkommen wirre Inszenierung, bei der irgendwie rein gar nichts stimmen möchte. Dabei bietet die Ausgangssituation durchaus einige ganz nette Einfälle, die jedoch aufgrund der unstrukturierten und überladenen Geschichte vollkommen im Nichts verlaufen. Zu viele Zutaten verderben bekanntlich den Brei und so muss der Genre-Liebhaber erschreckend feststellen, dass es Regisseur “Eric Hurt” mit seinem Debütwerk vermeintlich zu gut gemeint hat und darin all das irgendwie unterbringen wollte, was ihm beim Schreiben des Drehbuchs an kreativen Ideen in den Sinn gekommen ist. Herausgekommen ist eine Geschichte, die sich aus diversen Genres zusammensetzt und sich irgendwie nicht wirklich entscheiden möchte, was sie denn nun eigentlich sein will. Die Familien sind von allerlei Schicksalen gezeichnet und versuchen einander näher zu kommen. Auf engsten Raum zusammengepfercht, werden künstliche und selten glaubhafte Konflikte geschürt, die alsbald eskalieren und ein munter blutiges Treiben in Gang setzen, um der perfiden Blutgeilheit des Hauses und der darin umherspukenden Geister Genüge tragen zu können. Das beginnt mit etwas Mysterie, schlägt alsbald ins Dramenlastige um, wird von etwas Spuk abgelöst und endet im obligatorischen Thrill. Vermutlich wäre dieser unausgegorene Genre-Cocktail noch halbwegs goutierbar gewesen, hätte Regisseur “Eric Hurt” seine Grusel-Geschichte rund um das mysteriöse Gebäude und die darin gefangenen Gäste halbwegs spannend in Szene gesetzt. Das Geschehen in “House Hunting” jedoch zieht sich zäh wie Kaugummi, sodass der Zuschauer vermutlich nicht nur das schläfrige Geschehen vage im Blick behält, sondern auch den Timer des heimischen Film-Abspielgerätes. Die wenigen Charaktere sind derart unsympathisch skizziert und nerven mit ihrem hysterischen Gegacker bereits nach nur wenigen Minuten, dass sich der Film für alle Freunde des düsteren Genres zu einer wahren Geduldsprobe entwickeln dürfte. Zudem mag man als Filmfreund nur selten verstehen, warum die wenigen Protagonisten so willkürlich handeln.
Zum einen wäre da die nahbarste, zugänglichste und verletzlichste Figur des gesamten Films: ein namenloses Mädchen, dass irgendwo im Wald aufgegabelt wird, und bereits zuvor Bekanntschaft mit dem verlassenen Gebäude gemacht haben muss. Ein Herausschneiden der Zunge hindert das traumatisierte Ding daran, mit den Neuankömmlingen zu kommunizieren. Sie weiß mehr über das leerstehende Gebäude und über die darin umherspukenden Wesen, als anfänglich vermutet. Umso unverständlicher, warum sie in ihrer Angst nicht irgendwie versucht, den Anwesenden von ihrem Martyrium in jener Hütte zu berichten. Vermutlich scheint das gebeutelte Mädchen nicht nur die eigen Stimme verloren zu haben, sondern auch jegliche Kenntnisse über das Kommunizieren durch Wort und Schrift.
Auch die übrigen Protagonisten wollen sich nicht wirklich glücklich in die vollkommen überfrachtete Szenarie einfügen. Es gibt den notorischen Weiberheld, der in absurden Momenten, wie diesen nur an die Begattung anderer Protagonisten zu denken scheint und auch die obligatorische, stereotype Kämpferin findet ihren Weg in den Film. Hin und wieder huschen bleich bemalte Geister durch das Setting, die stümperhaft versuchen, die Hintergründe ihres Ablebens zu rechtfertigen, sodass die Anwesenden das Mysterium des Hauses näher beleuchten können. Der Funke will trotz der immensen Ideen- und Informationsflut leider nicht überspringen und eine sympathische Identifikationsfigur, mit der sich der Zuschauer verbunden fühlt, sucht man in “House Hunting” vergebens. Umso mehr dürfte der Filmfreund eine köstlich aufbereitete Splatter- und Gröselfarce erhoffen, deren Vorhandensein sich aktuell in Horrorfilmen dieser Art zum guten Umgangston entwickelt hat. Auch wenn die Geschichte bereits zu Beginn suggeriert, dass die Handlung wohl oder übel darauf hinauslaufen wird, dass sich die Familien in welcher Art auch immer bekriegen und auslöschen werden, so bekräftigen die fertigen Spezialeffekte im Films den vollkommen desaströs zusammengezimmerten Unterton des ohnehin schon unwichtigen Films. Zwar wird hier gestorben und sich selbst ins Jenseits befördert; wirklich reißerisch und spektakulär ist das alles jedoch nicht wirklich. Immerhin lässt sich hier einer der dümmsten Morde der Filmgeschichte bewundern, bei welchem eine Konservendose durchaus nützliche Dienste erweist – die unfreiwillige Komik, welche diese bierernst gemeinte Szene begleitet, lässt sich dabei kaum in Worte fassen.
Der kleine Indie-Grusler “House Hunting” ist trotz aller unbeholfener Versuche eine ganz schön dumme Schlafpille, vor deren Sichtung nur gewarnt werden kann. Zwar wollen die vielen kleinen Einfälle gefallen; die Geschichte bleibt aber dennoch stets unwichtig und langweilig. Die vollkommen unterschiedlichen Charaktere prasseln mit all ihren Eigenarten aufeinander und finden sich alsbald in ziemlich grotesk wirkenden Konflikten wieder. Das ist zwar alles ambitioniert gemeint, wirkt aber wirr und fad und beginnt dem Zuschauer schnell den letzten Nerv zu rauben. Gruselstimmung kommt in “House Hunting” zu keiner Minute auf, auch wenn Regisseur “Eric Hurt” hin und wieder diverse Geistermomente in die konfuse Handlung streut, die sich aber selten harmonisch in die Szenarie einfügen möchten. Immerhin sieht eine der anwesenden Protagonisten des Films die arg löchrige Inszenierung von “House Hunting” kommen, sodass sie sich bereits zu Beginn des Gruslers den erlösenden Strick um den Hals schnürt und sich selbst erlösend in den Filmhimmel mordet. Alle Achtung – bei derart Weitblick kann man nur staunen!
House Hunting – Fazit

Langweiliger als die Polizei erlaubt: desaströs-wirrer Gruselhausfilm mit einer Menge nervender Protagonisten, die dem Zuschauer bereits nach nur wenigen Minuten gehörig auf den Zündern gehen! Warum erlöst sie nur niemand bereits zu Beginn von ihrem bevorstehenden Leiden?
House Hunting – Zensur
Insofern der Film in Deutschland veröffentlicht wird, dürfte er ungeschnitten mit einer “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichung die FSK passieren!
House Hunting – Trailer
Marcel Demuth / Hellraiser80
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Filmreview: “A Little Bit Zombie” (2012)
A Little Bit Zombie
Story
Was für ein Pech: ausgerechnet am letzten Wochenende vor den Vorbereitungen zu seiner Hochzeit wird Steve (Kristopher Turner) von einer Mücke gestochen, die sich einige Minuten zuvor am Blut eines Zombies beköstigt hat. Es dauert nicht lang, bis Steve sich arg unwohl beginnt zu fühlen und wenig später feststellt, dass er sich scheinbar mit einem seltsamen Virus infiziert hat, der ihn nun selbst zum Zombie werden lässt. Zusammen mit seiner Verlobten Tina (Crystal Lowe) und den beiden Freunden Craig und Sarah versucht er nun eine Lösung für das Problem zu finden. Wäre da nicht die allgegenwärtige Gier nach menschlichen Hirn, die ihm allmählich den Verstand rauben möchte …
A Little Bit Zombie – Kritik
Während eines bierseligen Wochenendtrips zur Vorbereitung der Hochzeitsvorbereitungen (tatsächlich) wird ein weicher Bürolurch, Personaler um genau zu sein, von einer übergschnappten Stop Motion Mücke gestochen. Die trägt einen Zombifizierungsvirus in sich. Über die nächsten anderthalben Stunden stellen wir uns nun die Frage, was schlimmer ist: Der Hunger des Protagonisten auf Menschenhirnsudel oder der garstige Kampf um die Gestaltung des propagandistisch schönsten Tag im Leben der eigentlich hasserfüllten Liebenden.
Die Sache mit der Ansicht. Wieso der Human Resources-Waschlappen seine Hardcore-Nervensäge von Schuhtick-Verlobter nicht schon nach dem Prolog in den nächsten Unkrauthäcksler wirft, kann nur mit hochengagierter Wahrnehmung ihrer ehelichen Pflichten zusammenhängen. Will sagen: Macht sie sich gut, wenn das Licht ausgeht? Diesen metaphorischen Elefanten, wie man so sagt, aus dem Auge und Wege geräumt, bleibt die Erklärung, dass die Figurenkonstellation so hingenommen werden muss. Sonst käme diese unschöne Melange aus IKEA-Süchtigen-Humor und aufgewärmter Zombiekost, quasi eine LADYKRACHER-fizierung der Genrespielregeln gar nicht erst zu Stande.
Oh ja, der Prolog. Praktisch das nächste Metaebene-Fass schaler Ironie aufmachend, wirft uns das Filmteam in die Wirren eines auf überdreht getrimmten Zombiejäger-Heulers. Es gibt sogar einen markigen Fake-BRUCE CAMPBELL und eine mopsige Pornoassistentin mit professoraler Hornbrille. Nach gorigem Spaß-Geballer, was uns in die Untiefen eines Kinosessels beliebiger Fantasy Filmfest Splatterkomödiendepphaftigkeit drückt, lernen wir fix, dass die unsympathischen Sympathieträger vom A LITTLE BIT ZOMBIE gerade in einem Autokino sitzen. Halbnette Idee, etwa fünf Tonnen zu selbstbewußt vorgetragen. Der Stallhase der baldigen Braut ist der coolste Typ im Auto. Ohne Schwierigkeiten. Cooler als der kanadische CHRISTOPH MARIA HERBST, um beim unappetitlichen Vergleich mit deutschem Fernsehhumor, der mir gerade in aller Eitelkeit so gut gefällt, zu bleiben in der Hauptrolle oder dem dauerrülpsenden Klischee-Partytier von bestem Kumpel.
Es mag altmodisch klingen aber sollte es nicht das – zumindest beiläufige – Ziel einer komödiantischen Darbietung sein, den Zuschauer wenigstens an den Rand eines Lachmoments zu transportieren? Der Irrglaube, vor lauter Ironie fast in die Hosen machende BWL-Spießer beim Sarkasmus mit Verbaldurchfall verwechseln abzulichten und das als des Humors letztes Hurra verkaufen zu können, war eigentlich fast verendet. Leider wird er aber durch den nicht enden wollende Hagel unwitziger Horror- meist Zombie-Komödien am nervtötenden Leben gehalten. Bis in die Haarspitzen durchkalkulierte und doch überraschend einschlagende Post-Everything Mainstream fare wie CABIN IN THE WOODS fällt dazu ein. Das war jetzt übrigens kein wohlwollender Nicker in Richtung der hippen Hütte. Nein, wirklich nicht. Es spricht nicht für die auf Schülertheater agierenden jungen Menschen im Crowdfundingrausch, wenn sie humoristisch von einer Plastikmücke überboten werden, die zu fiesem NuMetal den Angriffsflug unternimmt und dabei Geräusche macht wie der gefährliche Weihnachtsmann LAVA LAVA im gleichnamigen Drogencartoon aus dem Frankreich der 1990er.
A Little Bit Zombie – Fazit

A LITTLE BIT ZOMBIE ist leider nur eine bedingt spassige Zombie-Komödie, der irgendwie das gewisse Etwas fehlt.
A Little Bit Zombie – Zensur
Die erhältliche, deutsche Heimkino-Fassung ist mit der “FSK16“-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten.
A Little Bit Zombie – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: A Little Bit Zombie; Kanada 2012
Genre: Horror / Komödie
Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1.78:1 / 16:9 (1080/24p)
Laufzeit: ca. 88 Min.
FSK: FSK 16
Verpackung: Amaray mit Wendecover
Extras: Vier Interviews (ca. 5 Min.), Originaltrailer in Deutsch & Englisch, Trailershow anderer Filme aus dem Hause ASCOT ELITE
ASCOT ELITE spendiert der Zombiekomödie A LITTLE BIT ZOMBIE eine arg bescheidene HD Auswertung. Zwar weiß das Bild durchaus zu gefallen, der Ton bleibt jedoch weitestgehend zweckmäßiger Natur, zumal der Film eher sehr dialoglastig inszeniert wurde und von seinem Dialogwitz lebt, sodass hier kaum Sound-Wunder erwartet werden sollten. Auch der Extra-Sektor schaut eher überschaubar aus. Aus dem schlichten, aber animierten Hauptmenü lassen sich gerade einmal vier Interview-Fetzen entnehmen. Zusammen ergibt das nicht einmal fünf Minuten Laufzeit. Immerhin hat ASCOT ELITE diese deutsch untertitelt. Abgerundet wird das magere Bonuspaket mit dem englischsprachigen sowie deutschen Trailer zum Film. Für Puristen wurde zudem an ein Wendecover ohne FSK-Sticker beigelegt.
A Little Bit Zombie [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON bestellen
A Little Bit Zombie – Trailer
Christian Ladewig
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Filmreview: “Dredd” (2012)
Dredd
Story
„Judge Dredd“ vertritt das Gesetz in Mega-City und tut diesem, wenn nötig, auch gleich an Ort und Stelle genüge!
In Mega-City, einer Metropole im Amerika der Zukunft, regiert die Angst und der Schrecken. Die Kriminalität hat ein Rekordhoch erreicht, sodass sich die Gesetzeshüter kaum noch in der Lage sehen, der Vielzahl an kriminellen Machenschaften das Handwerk zu legen. Darum wurde ein neues und radikales Rechtssystem geschaffen, dass den sogenannten “Judges” erlaubt, Verbrecher vor Ort und Stelle zu bestrafen. Zu einem der besten seiner Art, gehört “Judge Dredd”, dem die noch unerfahrene Auszubildende “Cassandra Anderson” zur Seite gestellt wird, die aufgrund einer genetischen Mutation über hellseherische Fähigkeiten verfügt. “Dredds” Aufgabe besteht nun darin, die Tauglichkeit der potenziellen Anwärterin zu prüfen, wobei es die beiden bei ihrem ersten, gemeinsamen Einsatz in ein weit abgelegenes Stadtgebiet verschlägt, in welchem der gefürchtete Drogenboss “Ma-Ma” sein Unwesen treibt und an einem Rauschmittel mit dem Namen “Slo-Mo” werkelt, welches die Wahrnehmung der Realität verändern soll. Kaum angekommen, scheint “Ma-Ma” über die unwillkommenen Ankömmlinge rein gar nicht amused zu sein, sodass sie die Eingänge des Viertels verbarrikadiert und eine blutige Jagd auf die Gesetzeshüter anzettelt …
Dredd – Kritik
Aktuell erlebt das unlängst vergessene Superhelden-Popcornkino ein regelrechtes Revival. Kaum eine bekannte Comicfigur existiert, der nicht bereits eine mehr oder weniger gelungene Filmadaption spendiert wurde und welche nicht die Kinokassen hat klingeln lassen. In Zeiten, in denen die Präsenz nur eines Superhelden kaum noch genügen möchte und sich die Figuren beliebter Comic-Universen zusammenschließen müssen, um gegen hundsgemeine Oberbösewichte zu kämpfen, kehren auch jene Helden aus der Versenkung zurück, denen bisher nur wenig Aufmerksamkeit zuteil wurde. Ganz der Devise, selbst aus unbekannten Comic-Vorlagen, gewinnbringenden Reibach herauszuschlagen, folgten Realfilm-Umsetzungen wie “The Green Hornet” oder “Punisher: War Zone“, die aber aufgrund mangelndem Bekanntheitsgrades, sowie der oftmals dürftigen Inszenierung gnadenlos an den Kinokassen scheiterten und nur selten als lukratives Geschäft für die jeweiligen Filmstudios betitelt werden konnten. Auch der vorliegende “Dredd” erlitt gleiches Fiasko und schaffte es noch nicht einmal ansatzweise die Hälfte des stolzen Produktionsbudgets von rund 50 Millionen Dollar an den weltweiten Kinokassen einzuspielen.
Der radikale Richter “Dredd” aus Mega-City gewann bereits im Jahre 1995 mit seiner ersten Realverfilmung Weltruhm. Obwohl die erste Spielfilmumsetzung des beliebten Comics nur selten den grimmig-radikalen Unterton der Vorlage in Bilder fassen konnte, avancierte der SciFi-Spaß zum überzeugenden Kino-Renner der Filmjahres 1995. Ganz zum Unverständnis der Fanbase, die sich aufgrund der enorm jugendgerechten Inszenierung arg hinter das Licht geführt fühlte und einzig den Erfolg dadurch begründeten sah, weil sich Action-Star “Sylvester Stallone“, seinerzeits international erfolgreich gefeiert durch die diversen “Rocky“- und “Rambo“-Filme, die Hautrolle des gnadenlosen Rächers siegessicher erstreiten konnte.
Der aktuelle Kino-Ausflug in das korrupte und gewalttätige Mega-City der Zukunft kommt dem Original-Comic aus dem Jahre 1977 erstaunlich nahe. Das erste Mal tauchte der gnadenlose Rächer mit dem klobigen Helm (den der Held übrigens im Film nie absetzt) bereits Ende der 70er Jahre in der britischen Comic-Anthologie “2000 A.D.” auf, wo die Geschichten rund um den wortkargen Gesetzeshüter aufgrund der kompromisslosen Härte, vor allem von der erwachsenen Leserschaft beachtlich positiv aufgenommen wurden. Auch der aktuelle Kinoauftritt macht da keine Ausnahme und richtet sich mit den durchaus schaufreudigen Gewaltexzessen an ein vorwiegend volljähriges Publikum. In Zeiten unendlich vieler Prequels, kindgerechte Blockbustern und unzähligen Remakes ein erstaunlich erfrischendes Unterfangen, denn auch wenn hier die Geschichte vollkommen nebensächlich scheint, ist “Dredd” einer derer Filme, der einem als erwachsener Filmfreund deswegen so beeindruckt, weil er konsequent versucht, die altmodisch-rauhen Action-Knaller der 80er Jahre zurück auf die Leinwand zu transferieren. Gelungen ist dieses äußest superbe Unterfangen Regisseur “Pete Travis” mit einer erstaunlichen Selbstsicherheit. Also hätte er sich in seinem bisherigen Schaffen allein nur der Umsetzung schroffer Action-Schocker gewidmet, daddelt er in “Dredd” eine grimmig-brutale Verbrecherhatz herunter, die dem Zuschauer aufgrund der temporeichen Inszenierung gänzlich den Atem stocken dürfte. Hier wird sich Ego-Shooter-ähnlich durch die Stockwerke eines riesigen Hochhauses geballert, wobei in “Dredd” gleich ganze Horden von korrupten Fieslingen ins Nirvana verfrachtet werden. Dem unbarmherzigen Rächer dient hierbei eine groteske Multi-Funktions-Pistole, die allerhand neckiger Methoden beherbergt, unberechenbare Bösewichte ins Jenseits zu befördern. Bei derart sinnbefreiter Baller-Methoden dürfte das Herz eines jeden Gorehounds vor Freude im Kreis tanzen, zumal sich der Film aufgrund der vollkommen drastischen Szenen selten Ernst zu nehmen scheint. Auch wenn “Dredd” vorwiegend auf Humor verzichtet, sorgen gerade die Vielzahl vollkommen überzogener Effekt-Szenen und die trockenen, aber durchaus zynischen Wortfloskeln des Comichelden für allerhand erheiternde Momente.
Die Comicumsetzung “Dredd” ist vermutlich eine der wenigen Verfilmungen bekannter Superhelden, die sich an ein eher erwachsenes Publikum richten, dabei auf Political Correctness pfeifen und sogar noch als gelungen zu betiteln sind. Die gesamte Inszenierung erinnert in seiner Darstellung an bekannte Konsolenspiele, in denen sich ein furchtloser Held durch die Level bis hin zum Endboss metzelt. Das dürfte bei einigen Filmfans für diverse Déjà-vu-Momente sorgen, erinnert die Umsetzung doch ein wenig arg an den erst kürzlich erschienen, indonesischen Kinohit “The Raid“, dem eine ähnlich radikale Problematik zugrunde lag. Zwar bleibt in “Dredd” die Handlung durchweg rudimentär und die Figuren gesichtslos; das hier bebilderte derbe und hektisch geschnittene Geballere sorgt dennoch für ausreichend Spaß, sodass dem Zuschauer kaum Zeit zum Verschnaufen geboten wird und sich die 90 Minuten Filmlaufzeit durch die Bank weg als unterhaltsam-kurzweiliges Sehvergnügen entpuppen. Auch wenn sich die Handlung nur auf das Wesentliche beschränkt und der Actionanteil bedeutend überwiegt, so schaffen es Regisseur “Pete Travis” und Autor “Alex Garland” an wenigen Stellen im Film sogar so etwas wie gesellschaftkritische Akzente (Korruption, Gewalt, Armut) zu setzen. Filmfreunde, die ein Faible für düsteres und gewaltüberladenes Actionkino haben sind bei “Dredd” genau richtig. Auch wenn dem gesichtslosem Einzelkämpfer nur selten Zeit zur Charakterentwicklung eingeräumt wird und “Dredd” kein Mann der vielen Wort zu sein scheint, so lässt sich nicht leugnen, bedauern zu müssen, dass aufgrund der desaströsen Kino-Einspielergebnisse in absehbarer Zukunft eine Fortsetzung ausgeschlossen werden dürfte. Absolut unverständlich!
Dredd – Fazit

“Dredd” ist eine der kompromisslosesten Comic-Verfilmungen der letzten Jahre – Absolut sehenswert!
Dredd – Zensur
Die deutsche Fassung ist mit der “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten.
Dredd – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: Dredd 3D; Großbritanien 2012
Genre: Science Fiction / Action
Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,40:1 (1080p/24)
Laufzeit: ca. 95 Min.
FSK: keine Jugendfreigabe – FSK18
Verpackung: Amaray mit Wendecover
Extras: 6 Featurettes (Dredd: 2000 AD The Original, Slo Mo, Welcome to Peachtrees, The 3rd Dimension, Dredd´s Gear, Dredd), Interviews mit Cast & Crew, Kinotrailer, Trailershow zu anderen Filmen aus dem Programm von UNIVERSUM FILM
Wie eigentlich gewohnt von “Blockbuster”-Blu-rays aus dem Hause “UNIVERSUM FILM” bekommt auch “Dredd” eine lobenswerte, technische Veröffentlichung spendiert. Sattes Schwarz brilliert, trotz leichter Grobkörnigkeit, vor allem in den dunklen Szenen, wobei sich bei Tagaufnahmen das HD-Bild besonders eindrucksvoll präsentiert. Knackige Schärfe ist stets präsent, sodass hier dem Medium “Blu-ray” alle Ehre erwiesen wird. Aber auch Freunde laut-tobender Actionkost dürften schnell Gefallen an der akustischen Ausstattung der vorliegenden HD-Fassung finden. Der Ton wummert aus den Boxen, dass es eine Wonne ist “Dredd” bei seinem rabiaten Rachefeldzug beiwohnen zu dürfen. Leider macht sich nach der Erkundung des Bonussektor schnell Ernüchterung breit. Die Boni schauen zwar auf den Blick recht umfangreich aus, hinter all den hier angebotenen Features verstecken sich grob 2-minütige Clips, die arg lieblos diverse Hintergründe des Films durchleuchten. Grob zusammengefasst beträgt das Bonusmaterial nicht einmal 30 Minuten, was aufgrund der eigentlich gelungenen Umsetzung des Hauptfilms etwas bedauerlich ist, aber nicht weiter verwundert, bedenkt man, dass “Dredd” als kommerzieller Filmflop des Jahres 2012 gewertet werden darf. Immerhin hat sich “UNIVERSUM Film” nicht lumpen lassen und alle Extras deutsch untertitelt. Zudem spendiert der Vertrieb ein flatschenfreies Wendecover. Für Freunde ausufernder 3D-Technik wird die Blu-ray zudem auch als dreidimensionale Variante angeboten – 3D-Heimkino-Equipment wird hierbei jedoch vorausgesetzt!
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Dredd – Trailer
Hellraiser80
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Filmreview: “Redd Inc.” (2012)
Redd Inc.
Story
Willkommen in der neuen Firma: sechs unwissende Menschen finden sich in einem heruntergekommenen Bürokomplex wieder. An einen Schreibtisch gekettet, empfängt sie alsbald der ehemalige Regionalleiter “Thomas Reddman”, der nach einem ihm zugeschobenen Mord, alsbald hinter Gitter wandert, aber letztendlich entkommen kann. Nun fordert er Vergeltung und eine korrekte Darstellung der Gegebenheiten, denn seine Unschuld ist ihm wichtig. Alle sechs Anwesenden scheinen mit dem fälschlicherweise ihm zugeschobenen Mord in irgendeiner Weise in Verbindung zu stehen. Ihre Aufgabe ist es nun, den mysteriösen Fall zu rekonstruieren und Reddmanns Unschuld zu beweisen. Damit sich die unfreiwilligen Zeugen auch durchweg motiviert fühlen, die Gegebenheiten möglichst gründlich zu bearbeiten, drohen den neuen “Angestellten” schmerzhafte Bestrafungen, insofern sie ihre essentiellen Aufgaben zur Aufklärung der Vorfälle nicht ernst genug nehmen …
Redd Inc. – Kritik
Man stelle sich vor, man sucht händeringend nach einer neuen Herausforderung und gerät bei seiner eifrigen Suche nach einer neuen Arbeitsstelle geradezu an den Arbeitgeber aus der Hölle. Für viele Arbeitnehmer vermutlich keine wirklich unbekannte Geschichte, gehören leistungsbedingter Druck und körperlich zermürbender Stress im Beruf fast schon zum guten Umgangston erfolgsorientierter Unternehmen von Heute. Auch die unfreiwilligen Arbeitnehmer des nun vorliegenden Horror-Schockers “Redd Inc.” haben sich ihren ersten Arbeitstag in der neuen, kleinen Firma des ehemaligen Regionalbetreuers “Thomas Reddmann” gänzlich anders vorgestellt, denn der vermeintlich seriös wirkende Chef im noblen Zwirn entpuppt sich alsbald als vollkommen durchgeknallter Psycho, der seine ganz eigene Art besitzt, potenzielle Berufs-Quereinsteiger ausreichend zu motivieren.
Ursprünglich als “Inhuman Resources” betitelt, gehört dieser australische Independent-Thriller zu einer ganzen Reihe günstig produzierter Low-Budget-Filmchen, die zum größten Teil durch Crowdfounding finanziert wurden und die aufgrund der teilweise schon zu Tode gerittenen Folterthematik und der Masse ähnlich gewerkelter Gewaltware nur selten die Gunst interessierte Horrorfans für sich gewinnen können. Im Falle von “Redd Inc.” eigentlich bedauernswert, denn hinter diesem vermeintlich vollkommen belanglosen Terrorfilm versteckt sich ein durchaus bösartiger Horrorspaß, denn sich ausgehungerte Genre-Fans bereits jetzt schon einmal vormerken sollten. Zwar spielen sich die Gegebenheiten in “Redd Inc.” nach bereits bekannten Folter-Einerlei ab, aber trotzdem lässt sich nicht leugnen, dass der hier bebilderte Überlebenskampf durchweg spannend und kurzweilig inszeniert wurde. Klischees gibt es hier zuhauf. Die wenigen “Angestellten” handeln grob fahrlässig und scheinen vermutlich eine Vorliebe für adrenalingetränkte Momente zu besitzen, in denen sie fast schon zwanghaft-genüsslich, das eigene Leben in Gefahr bringen müssen. Die Interaktionen gestalten sich demnach als vollkommen planlos und bedeppert, was aber aufgrund des teilweise bitterbös-zynischen Untertons vollkommen in Ordnung geht und es durchaus Freude bereitet, den vollkommen geistlosen Intelligenzbestien beim Sterben beizuwohnen. Das eigentliche Plus verdient sich “Redd Inc.” jedoch durch seinen ziemlich kompromisslosen Hauptdarsteller “Nicholas Hope“, der die Rolle des vollkommen gestörten “Thomas Reddman” mit Bravour meistert. Seine Agieren als psychotischer Bösewicht, ist derart grandios, dass der Qualitätsgehalt der Handlung mit seinem Erscheinen steigt und fällt. Eigentlich schade, dass sich eine derart böswillige und dennoch charismatische Figur in einen derart uninspirierenden Horrorfilm verirrt hat, denn der Charakter hätte durchaus Potenzial dazu gehabt, in Serie zu gehen. Trotzdem, auch wenn die Geschichte schon irgendwie arg an die diversen Hochglanz-Fortsetzungen des “Saw”-Franchise erinnert und einige wirklich derbe Szenen (übrigens, umgesetzt von „Tom Savini“) gerade zartbesaitete Gemüter durchaus erhitzen dürfte, so ist “Redd Inc.” einer der wenigen Thriller seiner Art, dessen grobmotorische Ungereimtheiten zwar offensichtlich in Erscheinung treten, aber zu verschmerzen sind. Immerhin ist der vorliegende Schocker einer der wenigen Fälle, denen die teilweise etwas unbeholfene und unprofessionelle Inszenierung vollends zugute kommt. Die Ausleuchtung ist teilweise derart grenzwertig, dass man als Zuschauer nur erahnen kann, was sich da vor der Kamera abspielt. Immerhin entwickelt die spärlich ausgeleuchtete Kulisse eine unfreiwillig gespenstig-düstere Atmosphäre, die den morbiden Unterton des Filmes vortrefflich zu unterstreichen weiß.
Damit sich “Redd Inc.” zumindest ein wenig vom einfältig, unkreativem Folter-Nonsens abheben kann, spendiert Regisseur “Daniel Krige” seiner zynischen, böswilligen Terror-Hatz eine verblüffende Wendung. Derart Vorgehen scheint sich ja aktuell im Genre großer Beliebtheit zu erfreuen. Der abrupte Plott wertet den bis dato routiniert inszenierten Horrorfilm erfrischend auf, sodass es “Redd Inc.“mit einer Leichtigkeit schafft, sich positiv von gängig dummer Gewaltkost prägnant abzuheben. Zwar erfindet auch dieser Film das Rad nicht neu; der Indie-Schocker beweist aber, dass es oftmals nicht notwendig ist, viel Geld in ein unterhaltsames Filmchen zu investieren, sondern dass man auch mit nur wenig finanziellen Mitteln Gorehounds und Horror-Fans kurzweilig bei Stange halten kann. Von daher: Praktikum in der “Redd Inc.” gefällig?
Redd Inc. – Fazit

Darf ich vorstellen: der kleine Bruder von “SAW” – Gemeines Kammerspiel mit einem ziemlich bösartigen Psychopathen. Willkommen zum Vorstellungsgespräch direkt in der Hölle!
Redd Inc. – Zensur
Schwierig über eine Freigabe zu spekulieren. Für eine ungeschnittene “Keine Jugendfreigabe” ist er zu zeigefreudig. Um Zensuren für eine Freigabe vorzunehmen, ist “Redd Inc.” zu harmlos. Wir schätzen jedoch, dass er ungekürzt mit der “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichung durch die FSK kommen wird.
Redd Inc. – Trailer
Hellraiser80
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Dark Skies
Story
Für Familie „Barrett“ ist nichts mehr so, wie es einmal war, als sie plötzlich mit unerklärlichen Vorfällen konfrontiert werden. Erst schleicht sich des abends ein ungebetener Gast in das Haus, dann prasseln drei bestimmte Vogelarten aus allen erdenklichen Richtungen gegen die heimischen Dachfenster. Hinzukommt, dass die Familienmitglieder mit seltsamen Blackouts zu kämpfen haben und groteske Wundmale an ihrem Körper vorfinden. In ihrer Panik wenden sich die Gepeinigten an einen Spezialisten, der den Eltern offenbart, dass die Familie Teil eines außerirdischen Experiments zu sein scheint …
Dark Skies – Kritik
Wenn auf einem Filmplakat suggeriert wird, dass hinter dem vorliegenden Filmchen, die Macher der legendären „Paranormal Activity“-Serie stecken sollen, dann dürfte in der hiesigen Filmszene vermutlich schnell ein lauthalses Stöhnen die Runde machen und alteingesessene Horror-Fans den kommenden Schocker „Dark Skies“ rasch entnervt von ihrer Must-See-Liste streichen. Die Horror-Schmiede „Blumhouse Productions“ hat sich in Genre-Kreisen mit ihren günstig produzierten Found Footage-Filmchen einen beneidenswerten Namen erkämpft und versucht nach diversen Geisterfilmchen nun auch im Science Fiction-Genre Fuß zu fassen.
„Dark Skies“ ist einer jener Filme, bei denen man irgendwie nicht so wirklich weiß, wie man sie im Endeffekt bewerten soll. Ist man bereits mit dem Genre bewandert, dürfte schnell klar werden, wie der Hase läuft. Da werden die Geschehnisse mit allerlei mysteriösen Begebenheiten eingeläutet und natürlich im Verlauf der Handlung auf die Spitze getrieben. Hierbei versucht der Film sich bis zum Ende die Option offen zu halten, ob es sich denn bei all dem seltsamen Schabernack, um eine wirkliche Heimsuchung durch Aliens handelt, oder ob die Familie eventuell doch durch eine rationell erklärbare Bedrohung heimgesucht wird. Dabei gelingt es „Dark Skies“ durch allerlei einfache Mittel eine durchaus bedrohliche Atmosphäre zu entwickeln, die es dabei sogar kongenial schafft, falsche Fährten zu legen, um den Zuschauer reichlich zu verwirren. Das beginnt mit einem vollkommen belanglosen Durchwühlen des heimischen Kühlschranks durch etwas vollkommen Unbekanntem und endet damit, dass die Familienmitglieder von unerklärlichen Blutergüssen geplagt werden und mit absoluten Totalausfällen zu kämpfen haben. Effektiv ist das natürlich durchaus und spannend mit Sicherheit, und doch mag man am Ende irgendwie das Gefühl nicht loswerden wollen, nach der plausiblen Auflösung doch etwas vollkommen Spektakuläres und Verblüffendes erwartet zu haben.
Mit all seinem zwar effektiven, aber dennoch reichlich banalen Hokuspokus erinnert „Dark Skies“ durchweg an eine, auf Spielfilmlänge gezerrte Folge der berüchtigten Kult-Serie „The Twilight Zone“, nur mit dem Unterschied, dass das natürlich alles weniger charmant und kultig wirkt und stattdessen auf ein effektgeiles Mainstream-Publikum zugeschnitten wurde. Das wird spätestens dann offensichtlich, wenn die Protagonisten versuchen, ihre Wohnung mit Überwachungskameras zu spicken und man sich als Zuschauer wieder an die diversen „Paranormal Activity“-Filme und Plagiate zurückerinnert. Verwunderlich ist das natürlich bei weitem nicht, steht ja hinter „Dark Skies“ auch das Produzenten-Team des berüchtigten Wackelcam-Geister-Franchise, das wohl der Meinung war, die bisher kassentauglichste Zutat ihrer Filmschmiede auch in ihren aktuellen Beitrag unterbringen zu müssen.
„Dark Skies“ scheint grob betrachtet, nicht wirklich viel Neues bieten zu können. Der Grundplot erinnert in seiner einigermaßen geschickten Umsetzung bemerkenswert stark an den Grusel-Kultfilm „Poltergeist“ aus dem Jahre 1982. Auch hier sieht sich eine typisch amerikanische Familie mit seltsamen Vorfällen konfrontiert, deren Auslöser bei einem der Familienmitglieder zu suchen ist. Doch nicht nur Elemente aus „Invasion of the Body Snatchers“ (1978) und „Signs“ (2002) sind im Film selbst wiederzufinden, auch Zutaten aus den hauseigenen Werken, wie „Insidious“ (2010) haben es letztendlich in irgendeiner Form in den nun vorliegenden „Dark Skies“ geschafft.
Der bereits mit dem Horror-Genre vertraute Drehbuchautor und Regisseur “Scott Stewart” (“Legion“(2010) und “Priest” (2011)) hat mit seinem aktuellen Beitrag den wohl bisher besten Film seines Regie-Daseins geschaffen, der zudem auch als der Film des Jahres 2013 betitelt werden darf, der sich am dreistesten an den diversen Kultfilmen des Genres vergangen hat. Hier findet man fast all das ansprechend recycelt wieder, was man bereits in diversen, in der Regel besseren Filmen innerhalb des Genres, zu Gesicht bekommen hat. Das schamlose Zitieren erfolgreicher Kultfilme dürfte bei dem ein oder anderen Filmfreund vermutlich die Schamesröte ins Gesicht treiben lassen, aber dennoch lässt sich behaupten, dass „Dark Skies“ trotz aller beschriebenen Vergehen, durchaus kurzweilig unterhält und gar nicht so übel ist, wie anfänglich gedacht. Zwar wirkt der Film nicht wirklich nachhaltig, aber als kleines Mysterie-Häppchen für Zwischendurch eignet sich „Dark Skies“ durchaus. Deshalb: dem Filmgenuß erwartungsfrei entgegenfiebern, um nicht allzu derb enttäuscht zu werden!
Dark Skies – Fazit

Willkommen in der „Twilight Zone“: konventioneller Mysterie-Schocker für ein ausgehungertes Mainstream-Publikum. Trotz altbekannter Zutaten ein durchaus gruseliges Filmchen in der Tradition der „Poltergeist“ und „Paranormal Activity“-Schocker
Dark Skies – Zensur
Der eher harmlose “Dark Skies” wird hierzulande in seiner ungeschnittenen Fassung eine “FSK16” erhalten.
Dark Skies – Trailer
Hellraiser80
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Poltergeist (1982)
Insidious (2010)
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Filmreview: “Stranded” (2013)
Stranded
Story
Nach einem verheerenden Metroiden-Sturm befindet sich ein eifriges Mond-Forschungs-Team in größter Not. Nicht nur, dass durch das unerwartete Unglück ein Kontakt mit der „Außenwelt“ unmöglich scheint, auch die Stromversorgung wurde unglücklicherweise durch den Metroiden-Schauer gänzlich zerstört, sodass die Wissenschaftler feststellen müssen, dass eine Rückkehr zur Erde aus eigener Kraft unmöglich realisierbar ist und sie nun hilflos auf dem Mond verweilen müssen. In der Hoffnung, dass aufgrund des abrupten Kontaktabbruchs dennoch schnellstmöglich Hilfe eintreffen wird, vertreiben sich die Forscher derweil die Zeit mit der Untersuchung des noch warmen Metroiden-Gesteins, in dessen Kern sie seltsame Sporen vorfinden, mit welchen sich alsbald eine unachtsame Wissenschaftlerin infiziert. Innerhalb von nur weniger Stunden beginnt etwas zutiefst Böses in ihrem Leib heranzuwachsen, was sich wenig später für die gesamte Crew zu etwas durchaus Bedrohlichen entwickelt …
Eine ausführliche Review folgt demnächst!
Filmreview: “Battle of the Damned” (2013)
Battle of the Damned
Story
„Dolph Lundgren“ ein weiteres Mal in der Rolle seines Lebens: als wortkarger Einzelkämpfer „Max Gatling“ ballert er sich durch unzählige Horden blutgeiler Zombies, um die Tochter eines reichen Geschäftsmannes ausfindig machen zu können. Die Stadt wurde von einem todbringenden Virus heimgesucht, der abermals aus einer Forschungseinrichtung entkommen konnte und die Bevölkerung nun kurzerhand in wandelnde Untote verwandelt. Schnell trifft er auf eine Gruppe Überlebender, unter denen auch das gesuchte Mädchen gehört. Doch wie zu den abgesperrten Zugängen der Stadt gelangen, ohne von den Millionen durch die Strassen tobenden Kreaturen infiziert zu werden? Das Problem ist rasch gelöst, denn es dauert nicht lang, bis die Gruppe auf einen Trupp skurriler Roboter trifft, die sich ihren Weg dadurch bahnen, indem sie sich durch das untote Fleisch der rastlosen Monster metzeln …
Die Review zum Film folgt demnächst!
Filmreview: “The Wicked” (2013)
The Wicked
Story
Legenden ranken um eine kleine amerikanische Kleinstadt. Geschichten, die von einer bösartigen Hexe berichten, die tief in den Wäldern hausen und sich den Kinder des Ortes bemächtigen soll, um sich an deren Fleisch zu laben, dass sie bereits über Jahrhunderte am Leben hält. Auch die siebenjährige Amanda fällt beinahe dem blutigen Treiben der gierigen Greisin zum Opfer, wären da nicht sechs Kids, die dem Wahrheitsgehalt der urbanen Legende auf den Grund gehen wollen. Zu aller Überraschungen müssen die Freunde kurzerhand feststellen, dass der Mythos über die Kinder verschlingende Kreatur reeller ist, als anfänglich gedacht. In einem leerstehenden Häuslein weit draußen im Wald, stoßen die Jugendlichen nicht nur auf die kürzlich verschwundene Amanda, sondern auch auf die wütende Hexe aus all den geheimnisvollen Legenden …
The Wicked – Kritik
Nachdem kreative Folterfürsten, menschenfleischgierige Zombies und dreiste Poltergeister die heimischen Mattscheiben und Kinosäle mannigfach bevölkert haben, sind nun bösartige Hexen an der Reihe, um den Filmfreund den unlängst gebeutelten Horrorfilm erneut schmackhaft zu machen. Nach dem internationalen Action-Spektakel “Hänsel und Gretel – Hexenjäger” und dem durchweg stimmigen “Mama” keine üble Idee, denn im Fahrtwasser erfolgreicher Mainstream-Filmchen lässt sich am effizientesten der schnelle Dollar erwirtschaften. Um den vorliegenden “The Wicked” optimal genießen zu können, sollte man im Vorfeld alle Erwartung gehörig zurückschrauben, denn nur so lässt sich dieser vollkommen banale B-Movie-Aufguss am Besten goutieren. Im Zentrum der Geschehnisse stehen einige übermütige Kids, die natürlich vollkommen angstbefreit, den Legenden einer sagenumwobenen Hexe auf die Schliche kommen wollen und dabei natürlich tatsächlich auf jenes Monster stoßen.
Im Keller einer zerfallenen Holzhütte hat die ihre eigene “Fleischerei” eingerichtet und scheint mit einer Genüsslichkeit allzu neugierige Kids durch ihren hauseigenen Fleischwolf zu jagen. Doch bis es überhaupt soweit kommt, benötigt “The Wicked” einen ziemlich zähen Anlauf. Nach einem stimmigen Auftakt und ansprechenden Opening-Credits vergeudet der Film geschlagene 30 Minuten damit die richtige Richtung zu finden. Da werden eine handvoll naiver Kids in die Szenarie geworfen und blabbern fortan dummes Zeug, was der Handlung nur selten dienlich sein will. Hierbei scheint dem Film nicht gänzlich schlüssig zu sein, wie er denn nun eigentlich zum Punkt kommen soll. Es werden die obligatorischen Stereotypen eingeführt, dem ungenierten Beischlaf gefrönt und natürlich allerhand Schabernack getrieben, der nur selten wichtig für den Fortgang der Handlung sein möchte. Alles hat den Anschein, als würde dem Zuschauer hier eine erschreckend bedeutungslose Episode einer x-beliebigen TV-Serie serviert, was natürlich nicht wirklich verwundert, wenn man sich die Filmografie des Regisseurs “Peter Winther” zu Gemüte führt. Seine bisherigen Regiearbeiten beschränken sich vorwiegend auf ein breit gefächertes Sammelsurium bekannter TV-Formate. Und so überrascht nicht wirklich, dass es “The Wicked” mit einer spielerischen Leichtigkeit gelingt, dem Niveau eines günstig heruntergekurbelten Fernsehfilmchen vollends gerecht zu werden.
Wer jetzt jedoch denkt, dass “The Wicked” aufgrund der beschriebenen Defizite zwingend schlecht sein muss, der irrt. Denn mit dem Einbruch der Nacht, erwacht auch der Film aus seiner bedeutungslosen Lethargie und verpulvert ein kurzweiliges Actionfeuerwerk, dass den penetrant-billigen Unterton dieser Low Budget-Produktion rasch vergessen lässt. Die Kids flüchten waldein, waldaus, erkunden die Hütte der Hexe, laufen erneut in den Wald, um anschließend festzustellen, doch jemanden in der heruntergekommenen Behausung zurückgelassen zu haben. Auch wenn das alles eigentlich vollkommen bedeppert scheint und die Kids natürlich brenzlich dumm agieren, so schafft es der Film ein enormen Tempo zu entwickeln, das die rund 100 Minuten(!) Spiellaufzeit wie im Flug vergehen lassen. Aufgrund der künstlich verursachten Hektik fallen auch die unzählig schlechten CGI-Bluteffekte weniger ins Gewicht, die in ihrer dilettantischen Darstellung kaum zu übertreffen sind und in ihrer nichtvorhandenen Fingerfertigkeit eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit denen aus den miesen “Wrong Turn“-Fortsetzungen besitzen. Immerhin greift “The Wicked” neben unnötigen CGI-Gekröse auch auf traditionelle Handmade-Effekte zurück und verzeichnet einen überschaubaren, wenn auch nicht minder unterhaltsamen, Splatter-Score.
Dass “billig” nicht immer zwingend “Schlechtes” bedeuten muss, hat Regisseur “Peter Winther” mit seinem ersten eigenen abendfüllenden Filmchen durchaus ansprechend bewiesen. Auch wenn die gesamte Inszenierung technisch nur selten besser ist, als die grandiosen “Kultfilme” der unsäglich schlechten “The Asylum“-Kreativeschmiede, so bekommt der Filmfreund hier dennoch gehörig Kurzweil und Action geboten. Die Protagonisten des Szenarios werden unermüdlich durch die geradezu flache Geschichte getrieben, sodass nur selten Langeweile aufkommen will und die eigentlich vollkommen hanebüchene Geschichte geradezu bemerkenswert flott aufgewertet wird. Die Script-Schreiber haben sich zudem vom Action-Heuler “Jumper” ausreichend inspirieren lassen. Denn die schauderhafte Kreatur “jumpt” sich mit einem wahnsinnigen Einfallsreichtum durch Wald und Wiesen. Vermutlich scheint das gesamte Effekte-Budget allein nur in die etwas gewöhnungsbedürftige Fortbewegungsmöglichkeit der Hexe geflossen zu sein, sodass kaum Geld für wichtige Krösel-Effekte zur Verfügung gestanden haben muss. Die Spezial-Effekte schauen in ihrer günstig umgesetzten CGI-Pracht wahnsinnig unprofessionell aus – ein trashiger Unterton ist hierbei nicht von der Hand zu weisen.
Dennoch ist “The Wicked” ein kleiner, netter Horrorbeitrag, der sich trotz seiner etwas dilettantischen Inszenierung immer noch besser macht, als all die miserablen Werke aus der grottigen “The Asylum“-Filmwerkstatt zusammen. Als kleiner “Snack” für Zwischendurch auf jeden Fall zu empfehlen!
The Wicked – Fazit

Kleines, unscheinbares Gruselmärchen, dass es aber deftig in sich hat. Böse Hexe mit eigenem Schlachthaus auf der Suche nach allzu neugierigen Kiddis – da lacht das Splatter-Herz!
The Wicked – Zensur
Die deutsche Fassung dürfte eine “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erhalten. Da der Film nur wenige Splatter-Effekte aufweisen kann, dürfte “The Wicked” vielleicht sogar mit etwas Glück mit einer 16er-Freigabe die FSK passieren.
The Wicked – Trailer
Hellraiser80
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Filmreview: “Under the Bed – Es lauert im Dunkeln” (2012)
Under the Bed – Es lauert im Dunkeln
Story
Vater Hausmann gibt seinem ältesten Sohn „Neal“ die alleinige Schuld an dem furchtbaren Feuertod seiner geliebten Frau, sodass Sohnemann kurzum aus der Familie verbannt wird und fortan bei der Tante leben muss. Zwei Jahre später entlässt diese ihn aus ihrer Obhut und der verstoßene Sohn kehrt zurück in seine Familie. Diese ist natürlich Feuer und Flamme und erwartet Neals Rückkehr sehnsüchtig. Doch der Junge fühlt sich auch zwei Jahre nach dem schrecklichen Ereignis gänzlich bedroht von etwas zutiefst Bösem. Als er auf seinen jüngeren Bruder Paulie trifft und dieser ihm anvertraut, dass sich unter seinem Bett eine bösartige Kreatur versteckt hält und dem eingeschüchterten Knaben nur Böses will, werden in Neal furchtbare Erinnerungen wach. Genau jenes Wesen trieb die Mutter zwei Jahre zuvor in den Tod. Jetzt fordert „Neal“ Vergeltung und stellt sich seinen Ängsten. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder schmiedet er einen raffinierten Plan, um dem Ding endlich den Garaus machen zu können …
Under the Bed – Kritik
ACHTUNG: SPOILERALLARM !!!
Ein jeder von uns kennt bestimmt das allabendliche Ritual aus seiner Kindheit, wenn die Dunkelheit hereinbricht und ein unwohliges Gefühl die vermeintlich friedliche Nachtruhe zu trüben scheint. Flink werden noch einmal Kleiderschränke und Bettkästen nach “ungebetenen Zaungästen” abgegrast, um auch ja sicher gehen zu können, dass sich keines der bösartigen Wesen aus alle den schlimmen Träumen und Filmen im heimischen Kinderzimmer einquartiert hat. Mit genauer jener Angst setzt sich der nun vorliegende “Under the Bed” auseinander, wobei der Titel schon trefflich
umschreibt, mit welcher Problematik sich die Protagonisten des Films alsbald konfrontiert sehen.
Nach seinem erfrischend kurzweilig und stark unterhaltsamen “The Agression Scale” hatte Regisseur “Steven C. Miller” überraschend viel Zuspruch in der Horrorfilmszene ernten können. Mit seiner nicht kindgerechten “Kevin allein zu Hause“-Variante für Erwachsene, traf er nicht nur den Nerv weltweiter Genre-Fans, sondern schaffte es sogar dem allmählich angestaubten Home-Invasion-Genre frische Facetten einzuverleiben. Nun folgt mit “Under the Bed” sein nächster Streich, bei dem sich der Filmfreund natürlich unweigerlich die Frage stellt, ob sein Folgewerk es überhaupt schaffen könne, den hohen Erwartungen der Fanbase gerecht zu werden. Überraschenderweise distanziert sich „Miller“ in “Under the Bed” gänzlich von penetrant effekthascherischen Gekröse und allzu derben Gewalteinlagen. Sein aktueller Ausflug in das Phantastische Genre befasst sich stattdessen mit leiseren und subtileren Tönen. Auch wenn die Geschichten zu „The Agression Scale“ und „Under the Bed“ oberflächlich betrachtet vollkommen unterschiedlich scheinen, so haben sie eines gemeinsam: im Mittelpunkt der Geschehnisse stehen zwei Geschwisterpaare, die Grausames erleben und sich gegenseitig unterstützen müssen, um sich am Ende fest verbunden fühlen zu können. Hierbei beginnen beide Film mit einem Neuanfang, wobei beide Familien darum bestrebt sind, nach erlebten Schicksalsschlägen ein gänzlich neues und normales Leben zu beginnen. Während “Owen” in “The Agression Scale” aufgrund seiner Gewaltbereitschaft heraus sein Dasein in einer psychatrischen Anstalt fristen musste und nach diversen Therapien von seinem Vater zurück in die Familie geführt wird, so teilt “Neals” in “Under the Bed” ein ähnliches Schicksal. Er verlor bei einem Hausbrand seine geliebte Mutter und wird seither von Schuldgefühlen und Angstzuständen geplagt, die ihn auch zwei Jahre nach der Katastrophe schwerwiegend zeichnen. Da sein Vater die alleinige Ursache für das Unglück bei seinem Sohn sah, wurde dieser kurzerhand in die Obhut seiner Tante übergeben, wo er schließlich nach zwei Jahren “Verbannung” ebenso zurück in die Familie geführt wird, um mit dieser einen Neuanfang zu starten.
Natürlich ist die Rückkehr nicht vor Komplikationen gefreit. Ähnlich wie in “The Aggression Scale” werden auch die Helden des vorliegenden “Under the Bed” rasch mit reichlich schrecklichen Vorfällen konfrontiert. Die Bedrohung wartet im Kinderzimmer und birgt ein beängstigendes Szenario. Denn schenkt man den beiden Söhnen Glauben, so scheint unter dem Bett ein bösartiges Wesen zu hausen, dass sich von den Hautschuppen der Kids ernähren soll und über deren Anwesenheit die Kinder lieber wortkarg schweigen, anstatt sich den Erwachsenen glaubhaft anzuvertrauen. In “Under the Bed” werden die obligatorischen Kindheitsängste auf Zelluloid gebannt und natürlich schaufreudig auf die Spitze getrieben. War es bereits schon in “Poltergeist“eine mysteriöse Clownpuppe, die für reichlich Unbehagen sorgte und allzu ängstliche Kinder gierig unter das Bett zerrte, so versucht nun auch in “Under the Bed” ein undefinierbares Etwas den Protagonisten des Filmes einen gehörigen Schauer einzujagen. Das gelingt der Kreatur mit einer erschreckenden Intensität, denn der 10-jährige „Paulie“ und sein fast volljähriger Bruder “Neal” meiden seither den Kontakt mit dem komfortablen Bett und ziehen es stattdessen lieber vor, auf einer ungemütlichen Kommode zu nächtigen.
Auch wenn sich das seltsame Etwas erst am Ende des Films in seiner grotesken Gesamtheit offenbart und sich in seiner blutrünstigen Schaufreudigkeit den Regeln des modernen Horrorfilms unterwirft, so muss man dennoch erschreckend feststellen, dass sich “Millers” aktueller Ausflug in die Welt des Schreckens als ganz schön fauler Budenzauber entpuppt. Auch wenn “Under the Bed” durch die Bank weg absolut hochwertig ausschaut und einige wirklich derbe Schreckmomente beherbergt, so lässt sich nicht leugnen, dass hier dem Zuschauer ganz schön fauler Käse unter die Nase gerieben wird. Um die Logik des Films verstehen zu können, bedarf es einer blühenden Fantasie, denn nur so lassen sich die diversen Ungereimtheiten und Filmfehler erklären, die „Millers“ mit einer erstaunlich kreativen Fingerfertigkeit zu vertuschen versucht.
Wirklich plausibel ist “Under the Bed” zu keinem Zeitpunkt. Während sich die Gegebenheit anfänglich noch halbwegs nachvollziehbar gestalten, so verläuft die gesamte Inszenierung im Verlauf der Handlung ins Absurdum. Das mysteriöse Wesen scheint in einer “Parallelwelt” zu hausen, deren Zugang sich unter(!) dem Bett der Kinder befindet. Mit „Neals“ erneuter Eingliederung in die Familie scheint auch die Kreatur leichtsinniger und risikobereiter zu werden und wandelt fortan auf dem gesamten Grundstück umher, um sowohl mit den Eltern seinen frivolen Schabernack zu treiben, als auch den Nachbarn hin und wieder gehörig den Kopf zu „verdrehen“. Welchen Sinn das alles hat, warum ausgerechnet die Hausmanns von dem Ding bedroht werden und warum das Wesen erst zwei Jahre später seinen blutgeilen Amoklauf antritt, wenn es doch zuvor auch schon die Möglichkeit dazu gehabt hätte, verstehe wer will. Die Kids rechtfertigen das etwas „verspätete“ Agieren der Kreatur damit, dass es nur auf die erneute Zusammenkunft der Familie gewartet habe – doch warum zwei Jahre warten, wenn sich das Monster letztendlich vollkommen sinnbefreit und vor allem unüberlegt durch das Haus bewegt und sich am Ende fast schon suizidgefährdet vor die Kettensäge wirft.
Aber nicht nur das Wesen scheint in seinen Handlungen wirrer zu agieren, als Sohnmann „Neals“ selbst. Auch des Vaters Verhalten wirkt nur selten schlüssig. Der dreht Glühbirnen aus Lampen und verriegelt des Nachts die Zimmer der Kinder, in der Hoffnung, dass die traumatisierten Söhne durch derart Sanktionen schnellstmöglich wieder “normal” werden. Sein durchaus konsequentes Handeln
bringt die Kinder nicht nur unnötig in Gefahr, sondern schädigt den ohnehin fragilen Familienfrieden ungemein. Das Handeln der Kinder wird nicht einmal annähernd hinterfragt, ganz Geschweige davon, dass der Vater sich die Zeit nimmt, mit den Kindern ernsthaft über deren Ängste zu sprechen. Überhaupt fragt man sich als Zuschauer, dass bei derart traumatisierenden Erlebnissen kein Psychologe zu Rate gezogen wurde. Vermutlich mag das wohl daran liegen, dass es für die Familie vollkommen normal geworden sein muss, dass sich hin und wieder mysteriöse Dinge im eigenen Haus ereignen. So interessiert es weder Mutter noch Vater, dass des Nachts massive Kommoden durch das Kinderzimmer geschleudert werden und gegen die dünnen Holzwände donnern. Nun denn – it´s only a Movie!
„Millers“ vorliegender Beitrag „Under the Bed“ ist von den Qualitäten eines „The Aggression Scale“ meilenweit entfernt. Vielmehr orientiert sich sein Gruselfilmchen an die arg durchwachsene Inszenierung seines „Silent Night“-Remakes aus dem vergangenen Winter. Dort viel auch schon die durchweg hochwertige und technische Fingerfertigkeit ins Gewicht, die zwar durchweg überzeugen konnte, den Film dadurch jedoch auch nicht besser machte. „Under the Bed“ mag sicher seine Momente besitzen und schafft es sogar hin und wieder einige Gänsehaut-Momente zu bewirken. Trotzdem lässt sich leider nicht leugnen, dass „Millers“ aktueller Ausflug ins Horror-Genre ganz schöner einfältiger Blödsinn ist, den man als erfahrener Horrorfilmfreund wahrlich selten ernst nehmen kann. Bis überhaupt irgendwas Spektakuläres passiert vergeht fast eine geschlagene Stunde. Bis dahin vertreiben sich die Kids die Zeit damit, schlicht und einfach vollkommen verstört in die Kamera zu blinzeln. Damit „Miller“ zumindest halbwegs Anklang bei den Genre-Fans findet, schmückt er sein „Under the Bed“ im letzten Drittel mit deutlich handfesterer Kost. Da werden zwei Köpfe zermalmt und eine Kettensäge kommt zum Einsatz – wirklich spektakulär ist das leider nicht. Vielmehr wirkt das vollkommen abrupte Ende so, als müsste der Film nach geschlagenen 90 Minuten Langeweile irgendeinen erlösenden Abschluss finden. Ob sich „Steven C. Miller“ mit diesem durchwachsenen Hochglanz-Grusler einen Gefallen getan hat, bleibt abzuwarten – denn wirklich sehenswert ist “Under the Bed” leider nicht!
Under the Bed – Fazit

Fauler Hokuspokus im heimischen Kinderzimmer mit unzählbaren Ungereimtheiten
Under the Bed – Zensur
Die deutsche Fassung ist mit der “FSK 16“-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten.
Under the Bed – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: Under the Bed; USA 2012
Genre: Horror/Thriller
Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 7.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1080p/24, 1:1,85
Laufzeit: 87 Min.
FSK: FSK 16
Verpackung: Amaray mit Wendecover
Extras: diverse Werbetrailer, Trailer zum Film in Deutsch und Englisch
Die Blu-ray aus dem Hause “Sunfilm” ist technisch tadellos. Knackiges Bild, bombastischer Sound. Extras leider mangelware. Bis auf den Trailer in Deutsch und Englisch, sowie einige Werbeclips kommender Filme ist auf der Scheibe nichts zu finden. Immerhin gibt es ein Wechselcover ohne FSK-Logo.
Under the Bed – Es lauert im Dunkeln [Blu-ray] bei AMAZON bestellen
Under the Bed – Trailer
Hellraiser80
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Filmreview: “Zombie Driller Killer” (2010)
Zombie Driller Killer
Story
Der Film fängt mit ‘nem deftig exploitativen Eyecatcher an: Johanna (ganz cinema verité Johanna Gustavsson) sieht aus, als würde sie ihr Geld unter Einsatz aller körperlichen Vorzüge verdienen und tut sich auf dem Weg des Joggens etwas Gutes. Leider hat die namensgebende Figur des doofen deutsch/englischen Titels anderes vor. Diese ist nämlich ein Unhold mit Mundschutz und orangefarbenem Overall, der sie im Walde fängt und mit einer elektrischen Perle des Baumarktwesens am Kopfe bebohrt. Man findet die Leiche im Wald und der Vater, ein Musiklehrer mit Namen Morten, auch stilsicher von einem Morten, Ruda genau, gespielt wird von den Ermittlern angerufen. Großes Wundern auf seiner Seite, sitzt die tote Tochter statt im Wartezimmer zum Jenseits bloß vorm Computer und bittet per SHINING-artiger Tippkaskade um Hilfe. Dann geht das Elend in die nächste Runde und Johanna spuckt und heult schwarze, ölige Suppe.
Kurzer Sprung in die Zukunft und der Zuschauer lernt, dass sich die Sache mit den aufgebohrten Kürbissen, orangenen Handwerksburschen und der hochinfektiösen Ölspuckerei epidemieartig verbreitet hat. Herr Lehrer wird von der Polizei nicht ernstgenommen und ermittelt auf eigene Rechnung.
Ohne zu Spoilern: Es wird sogar ein wenig Lovecraft zitiert.
Zombie Driller Killer – Kritik
Tja, seltsame Zeiten, in denen sich jedes Land der Welt mit ein bis zwei Horror- derzeit bevorzugt Zombie-Genrebeiträgen pro Quartal aufdrängt. ZOMBIE DRILLER KILLER, dessen norwegischer Originaltitel weit weniger erschießungswürdig “Schwarze Seelen” bedeutet, ist auf den ersten Blick nur der übliche unispirierte Quäl- und Kreischterz, den die zynische Industrie der foltergeilen Neuhorror-Kundschaft Woche für Woche auftischt. Das ganze dann noch in anämischer Digitalvideo-Optik. Die Darsteller sind unaufgeregt bis unauffällig, leiden aber unter einer der beschissensten Synchronisationen der letzten Jahre und das will Anno Domini 2013 etwas heißen. Das Niveau der Sprecherleistungen unterkellert noch mit Schmackes den üblichen Pornosingsang der jüngeren Vergangenheit. Ja, es erreicht den Grad von Sechzehnjährigen, die auf Youtube HARRY POTTER oder STAR WARS im Dialekt zu persiflieren versuchen aber an sich und der Natur der Sache scheitern. Die dünngesäten Splattereffekte führen den Zuschauer, unterstrichen durch die einfach zu griffige, direkte Optik der vermaledeiten und ob ihrer kostengünstigen Natur allgegenwärtigen Pest Digitalvideo zurück zum Abschluss des Kreises: Das Gemansche in angerührtem Pamp sieht wieder aus wie bei HERSCHELL GORDON LEWIS vor fast einem halben Jahrhundert.
Überraschenderweise verbirgt sich hinter ZOMBIE DRILLER KILLERs Fassade des einfallslosen Schlachtheulers etwas, das ich an dieser Stelle kaum erwartet hätte und das mein von mehreren Regalkilometern unterschiedlichst zu wertender Genrefilme geschundenes Herzchen dann doch noch zu erfreuen wusste: Ungewollt vermutlich hat der Film das Zeug zu einer lupenreinen Hommage an den großen JEAN ROLLIN. Einige geschultere oder schlicht ältere Leser werden jetzt zurecht aufmerken, dass der dämliche Rezensent doch hier in seinen Tiraden gar nichts von nackten Ex-Pornodarstellerinnen, französischen Vampiretten und Kerzenleuchtern geschrieben hat aber – bleiben sie mir gewogen – geht es konkret um den unterschätzten LA NUIT DES TRAQUEES. In diesem Science-Fiction/Horrorthriller aus dem Jahre 1980 flüchten die Protagonistinnen vor einem finsteren Konzern, der sie mit irgendetwas infiziert hat. Der Clou: Kulisse bieten horrible Industriegebietsschluchten wie sie auch ZOMBIE DRILLER KILLERs eindrucksvoll nutzt. Dazu sind die orangegewandeten Bösewichter ähnlich gesichtslos und bis zum oben erwähnten Lovecraft-Motiv nicht greifbar, dazu in der alptraumartigen Schwere der Darstellung genau passend.
Für diesen Schlenker bekommt ZOMBIE DRILLER KILLERS von mir 7 Exotik-Punkte.
Zombie Driller Killer – Fazit
Zombie Driller Killer – Zensur
Die deutsche Fassung kommt ungeschnitten mit einer “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung daher.
Zombie Driller Killer [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON bestellen
Zombie Driller Killer- Trailer
Christian Ladewig
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Filmreview: “Hypothermia – The Coldest Prey” (2010)
Hypothermia – The Coldest Prey
Story
Es hätte ein erholsames Wochenende beim Eisfischen für Ray Pelletier und seine Familie werden können, wären da nicht Vater Stevie Cote und sein Sohn Stevie Jr., die plötzlich wie aus dem Nichts auf dem Eis auftauchen und ihr Lager wenige Meter entfernt aufschlagen. Mit ihrem unkläglichen Lärm stören die beiden nicht nur den friedlichen Familienausflug der Pelletiers, sondern verjagen zudem auch noch alle Fische. Schnell sind jedoch die Fronten geklärt und die beiden Familien lernen sich kennen. Doch der Frieden währt nicht lange, denn unter dem Eis lebt etwas unbeschreiblich Böses, dass bereits alle Fische verschlungen hat und nun an die Oberfläche krabbeln muss, um seinen unermüdlichen Appetit nach frischem Fleisch stillen zu können …
Hypothermia – Kritik
Wer sich selbst als Horrorfilmfan bezeichnet, wird vermutlich unlängst erkannt haben, dass die im Genre ansässigen Filmregisseure durchaus als eifrige Arbeitstiere betitelt werden können und in einer erschreckenden Regelmäßigkeit teilweise haarsträubende Kost auf Zelluloid bannen, um diese dann wenig später lukrativ auf dem Heimkinomarkt zu verscherbeln. Die Betonung liegt hierbei leider Gottes zu oft auf „B“ wie „billig“, denn günstig produzierte Filmchen kosten nun mal wenig „Dollars“ und spielen erschreckend viele „Dollars“ ein, ohne großartig Aufwand für die Realisierung aufbringen zu müssen. Von der minderen Qualität dieser Werke erfährt der Filmfreund leider erst dann, wenn es letztendlich zu spät ist und er die Scheibe in seinen DVD-Player wirft. Dass diese Low Budget Mentalität die Freude am Konsumieren phantastischer Filmkost mittlerweile erheblich geschmälert hat, dürfte auf der Hand liegen, denn der Horrorfilmmarkt wird aktuell von Unmengen derartiger Werke überschwemmt, sodass es kaum noch möglich scheint, die wirklich sehenswerten Beiträge darunter herauszufischen.
Der nun vorliegende “Hypothermia” ist eines dieser seltenen Exemplare, dass in der Masse an momentan veröffentlichten No-Budget-Werken vollkommen untergeht. Unverständlich, denn „Hypothermia“ hat eigentlich all das, was man von einem Genre-Film erwartet: eine durchaus klaustrophobische Grundstimmungen, gute Schauspieler, ein bedrückendes Setting und endlich mal wieder ein vernünftiges Drehbuch, dass sich Zeit für das Wesentliche nimmt und nicht Knall auf Fall ins Getümmel taumelt. Regisseur “James Felix McKenney” hat sich bisher mit diversen Null-Budget-finanzierten Beiträgen über Wasser halten können und überrascht mit dem vorliegenden „Hypothermia“ endlich durch ein wirklich ansprechendes Gruselfilmchen, dass nun auch einmal der Bezeichnung „Film“ vollends gerecht werden kann. Waren seine bisherigen Ausflügen in die Welt des „bösen“ Films mit einer nicht vorhandenen Fingerfertigkeit gesegnet, so verblüfft umso mehr, was der Filmemacher mit seinem Hybriden-Schocker auf die Beine gestellt hat. Lobenswert, dass auch Kult-Legende “Michael Rooker“, („The Walking Dead“, „Henry – Portrait Of A Serial Killer“) das durchaus vielversprechende Potenzial dieser kleinen unscheinbaren Geschichte entdeckt und sich zur durchaus stimmigen Gesamt-Schauspielriege dazugesellt hat.
“Hypthermia” ist ein typischer Vertreter des Creature-Feature-Genre. Die Geschichte thematisiert ein mysteriöses Wesen, dass sich unbemerkt unter dem Eis entwickeln konnte und sich nun vermutlich in seiner Ruhe bedroht fühlt. Zumindest deutet das die Geschichte an. Wie es in den Teich gekommen ist und welche Intentionen das Geschöpft letztendlich wirklich hegt, weiß der Film durchaus ansprechend zu verschleiern, sodass dem Zuschauer am Ende einige lose Interpretationsmöglichkeiten geboten werden, die durchaus zum Nachdenken anregen dürften. Die kritische Botschaft an der unüberlegten Ausbeutung des eigenen Lebensraums durch den Menschen ist unüberhörbar. Während die Männer versuchen die Bedrohung durch eine planlose und gewaltgeile Herangehensweise zu bekämpfen, versuchen die Frauen einen kühlen Kopf zu bewahren und das Problem taktisch zu lösen. Ihnen ist es in erster Linie wichtig, unversehrt an das Festland zu gelangen. Über die Vernichtung des Wesens machen sie sich keinerlei Gedanken. Ein kluger Schachzug, denn am Ende ist es ausgerechnet das schwache Geschlecht, dass durchaus effektiver der Bedrohung zu entkommen weiß und sich in Sicherheit bringen kann.
In „Hypothermia“ werden kurzum aus Jägern Gejagte und aus Gejagten letztendlich Jäger.
Die Bestie Mensch, die sich für das Ausrotten diverser Tierarten verantwortlich zeichnet und dabei unweigerlich dem ökologischen Gleichgewicht schadet, wird hier für das Vergehen an seiner kostbaren Umwelt bestraft. Regisseur “James Felix McKenney” schafft es die nicht unwichtige Botschaft in ein überzeugend gespieltes Filmchen zu verpacken. Sein Film ist trotz mangelndem Budget durchweg spannend, geschickt gefilmt und unglaublich stimmig; wäre da jedoch nicht das etwas sehr groteske Monster, dessen Glaubwürdigkeit spätestens dann zu bröckeln beginnt, als es das erste Mal durch die Linse dackelt. Hierbei wäre vermutlich weniger mehr gewesen, denn dem Zuschauer bleibt leider nicht verborgen, dass hier vermutlich aus Budgetgründen auf ein geschmacklich sehr „spezielles“ Gummikostüm zurückgegriffen werden musste, dass in seinem unprofessionellen Design schon arg lächerlich wirkt. Der trashige Unterton trübt hier leider den anfänglich hervorragenden Gesamteindruck, da hilft es dem Film letztendlich auch wenig, dass die Kamera permanent versucht, die missglückte Fingerfertigkeit des Effekt-Teams durch hektisches Umhergewackel zu vertuschen.
Dennoch, wem Atmosphäre und das glaubhafte Interagieren der Anwesenden durchaus wichtiger ist, als ausufernde Spezialeffekte, ist bei „Hypothermia“ genau richtig. Die Geschichte beginnt unspektakulär und steigert sich in ihrer Intensität von Minute zu Minute. Während anfänglich noch unklar scheint, von welcher Gefahr die Familie bedroht wird, so ist selbige umso unberechenbarer, je später der Abend wird. „Hypothermia“ ist ein geradliniges Monster-Filmchen, dass sich an die traditionellen Komponenten eines jeden Creature-Features orientiert. Neue, frische Ideen sucht man hier zwar vergebens, dennoch ist es der Film durchaus wert, gesehen zu werden.
Hypothermia – Fazit

Zwar erfindet “Hypothermia – The Coldest Prey” das Rad nicht neu, unterhält aber dennoch durchaus packend. Wenn da nicht das vollkommen missratende Monster wäre, dass den eigentlich positiven Gesamteindruck schmälert – Schade!
Hypothermia – Zensur
Die deutsche Fassung ist mit der “FSK 16“-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten.
Hypothermia – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: Hypothermia; USA 2010
Genre: Horror/Thriller
Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1080p, 1.78:1, 16:9
Laufzeit: 73 Min.
FSK: FSK 16
Verpackung: Amaray mit Wendecover
Extras: The Making of Hypothermia (Die Dreharbeiten wurden mit einer Videokamera begleitet – 21min), Ron & Reel (kleiner Insider-Gag des Films – ca. 5min), deutscher Trailer (ca. 2min), Bildergalerie, Give me Shelter: An Ice Fishing House … Halfway across the Country (Regisseur gibt kurze Einblicke in die Entstehung des Films – 11min), 5 Clips anderer Filme des Labels
Für eines Low Budget-Film, wie Hypothermia ist das Bonus erstaunlich umfangreich ausgefallen, zudem kann sich die Abmischung des Tons hören lassen. Immer dann, wenn das groteske Wesen Screentime erhält, hat der Subwoofer ordentlich zu meckern, sodass einige Schauer und Schreckmomente durchaus sitzen werden. Alle Extras wurden löblicherweise deutsch untertitelt. Bildtechnisch sieht man dem Film seine Herkunft an. In hellen Momenten ist der HD-Effekt offensichtlich. Sobald es dunkel wird, treten hier diverse Mankos auf. Dennoch, alles im grünen Rahmen. Wer auf spannenden Trash mit kritischer Öko-Botschaft steht, ist hier definitiv gut beraten.
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Hypothermia – Trailer
Hellraiser80
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The Mooring
Story
Alle 40 Sekunden verschwindet ein Mensch unter oftmals ungeklärten Umständen. So auch in Nord-Idaho, wo eine Gruppe Teenager hinaus in die Natur pilgert, um eine schöne Zeit ohne lästige Telefone, Tablets und MP3-Player zu erleben. Es soll ein Sommer der Veränderungen werden, eine Zeit, in der die Mädchen lernen sollen, dass da draußen auch eine spannende Welt fernab von Chat, TV und Videospielen darauf wartet, erkundet zu werden. Als ihr Hausboot mitten im Nirgendwo strandet und die einzig erwachsene Begleitperson krampfhaft darum bemüht ist, die pubertäre Herde im Zaum zu halten, trifft die Gruppe auf ein seltsam-ungleiches Pärchen, dass nichts Gutes im Schilde zu führen scheint. Die anfängliche Skepsis gegenüber dem Duo schlägt alsbald in Furcht um, denn hinter der vermeintlich freundlichen Fassade, verbirgt sich das personifizierte Böse. Schneller als die Kids erahnen können, sehen sich die hilflosen Mädchen mit einem unmenschlichen Killer-Paar konfrontiert, dass nur ein Ziel kennt: die Gruppe möglichst grausam zu dezimieren …
The Mooring – Kritik
Wer regelmäßig den „Filmchecker“-Filmblog verfolgt dürfte mittlerweile bereits erkannt haben, dass wir zwar große Horrorfilmfans sind, bei uns aber der Spaß am Genre ein frühes Ende findet, wenn in Genre-Werken Kinder selbstzweckhaft missbraucht, gefoltert oder sonst wie zu Tode gemeuchelt werden. Auch wenn wir natürlich durchaus zwischen Fiktion und Realität unterscheiden können, birgt derart Thematik einen bitteren Nachgeschmack und findet bei uns nur selten Zustimmung.
Der Film „The Mooring“ ist ein derartiger Kandidat, der sich aus Sensationsgeilheit heraus auf das Hinrichten unschuldiger Kinder konzentriert, und unter dem Deckmantel wahrer Gegebenheiten versucht, eine schockierende Geschichte zu erzählen. Überhaupt rechtfertigt das Genre in letzter Zeit diverse Produktionen damit, dass die oftmals haarsträubenden Geschichten, auf wahrhaftig zugetragenen Ereignisse zurückzuführen sind. Ob das im Endeffekt nun wirklich der Fall ist, bleibt oft vollkommen ungeklärt, zumal es nicht selten dubios erscheint, dass sich die fragwürdigen Filmchen einzig auf das Zurschaustellen möglichst gemeiner Foltereffekte reduzieren.
„The Mooring“ stellt da natürlich keine Ausnahme dar und begründet den dürftigen Plot damit, dass alle 40 Sekunden irgendwo auf der Welt Menschen unter mysteriösen Umständen abhanden kommen und ihr rätselhaftes Verschwinden in nur wenigen Fällen aufgeklärt werden kann. Um diese etwas sehr allgemein gehaltene Aussage schön reißerisch zu bekräftigen, „verschwindet“ in „The Mooring“ natürlich nicht nur eine Person, sondern gleich eine ganze Gruppe ahnungsloser halbwüchsiger Mädchen, die von einem vollkommen gerissenen Pärchen erst durch Wald und Wiesen gejagt und anschließend genretypisch nach bekannten 10-kleine-Jägerlein-Prinzip ins Jenseits befördert werden. Der krude Realismus ist dem Film hierbei erschreckend förderlich, denn die pubertierenden Kinder wirken echt und authentisch, ihr Handeln stets nachvollziehbar und realistisch. War es im britischen Survival-Thriller „Eden Lake“ ein sich liebendes Pärchen, dass sich mit einer bedrohlichen Gruppe pöbelnder Jugendlicher konfrontiert sah und um das eigene Überleben kämpfen musste, so werden in „The Mooring“ die Rollen quasi vertauscht. Hier wird eine Gruppe kleiner Mädchen von einem tyrannischen Killer samt pubertierender Freundin aufs unmenschlichste terrorisiert. Interessanterweise sind die beiden Geschichten nicht wesentlich unterschiedlich, denn die eigentliche Grundaussage beider Filme thematisiert eine vollkommen verrottete, perspektivlose Jugend, die durch das Ausleben niederer Instinkte versucht, die quälend lange (Frei)Zeit halbwegs produktiv totzuschlagen. Der Killer des Films handelt aus purer Freude am Töten heraus. Seine wesentlich jüngere Freundin wird zur Mittäterin aus Liebe deklariert, deren Interaktionen von einer erschreckenden Unterwürfigkeit begleitet werden und die nicht einmal annähernd hinterfragt, zu was sie da ihr eigentlich liebender Freund verleitet.
Dramaturgisch darf man von „The Mooring“ nicht viel erwarten. Die Szenarie gestaltet sich erstaunlich wortkarg, die Gegebenheiten werden Sachlichkeit protokolliert. Zudem wird für eine präzise Charakterentwicklung keine Zeit investiert, sodass die Kinder gesichtslos bleiben und ihr Ableben unwichtig erscheint. Stattdessen vergeudet der Film viel zu viel Laufzeit damit, die Kinder beim Davonlaufen und bei ihrer unweigerlichen Suche nach möglichen Verstecken zu begleiten. In regelmäßigen Abständen erliegt eines der Kinder in bester „King of the Hill“-Manier einem Kugelhagel aus der Ferne und wird wenig später vom triumphierenden Täter aus der Nähe begutachtet.
Was sich Regisseur „Glenn Withrow“ bei seinem ersten abendfüllenden Langfilm eigentlich gedacht hat, dürfte vermutlich nie geklärt werden. Horrorfilm hin oder her; das Martyrium der hier bebilderten Mädchen wirkt geschmacklich indiskutabel. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wer an derart moralisch zweifelhaften Filmchen so seinen Gefallen finden wird. Fakt ist, dass „The Mooring“ gerade aufgrund der Tatsache, dass hier Kinder im Akkord dezimiert werden, unerträglich hart wirkt. Auch wenn der Film unnötig viel Zeit damit vergeudet, die Kids rastlos durch die Wälder zu hetzen und kaum Schauwerte für Gorehounds zu bieten hat, so ist „The Mooring“ dennoch schwer zu verdauen. Die nüchterne und durchweg emotionslose Atmosphäre unterstreicht den vollkommen unzugänglichen Kontext des Films, wobei vor allem das Ende für ratlos zuckende Schultern sorgen dürfte. Da sich die Kinder leider davor scheuen, sich dem kaltblütigen Killer-Paar zu stellen und ausschließlich wie kleine Rehkitze verschreckt durch das Dickicht des Waldes sausen, will so wahrlich keine Spannung aufkommen. Regisseur „Glenn Withrow“ ist allein damit beschäftigt, die verstörten Mädchen möglichst lang durch das Gebüsch zu scheuchen, um sie dann unspektakulär über die Klinge springen zu lassen. Das wirkt auf Dauer trotz der realistischen Interaktionen der Opfer unglaublich ermüdend. Da „The Mooring“ kein Tatsachenbericht sein möchte, sondern eine fiktive Geschichte erzählen will, fehlt hier eindeutig ein konsequenter Racheakt, der die Mädchen wachrüttelt und zur Tat schreiten lässt.
Immerhin achtet der Film präzise darauf, den Handlungsakt des Täters nicht im Blut zu ertränken.
Die Morde passieren vorwiegend im Hintergrund; oftmals bekommt der Zuschauer nur das Resultat der perfiden Handlungen zu Gesicht.
The Mooring – Fazit

Derber Survival-Schocker für hartgesottene Filmfreunde, der durchaus kontroversen Zündstoff bieten und einmal mehr die Debatte in den Raum werfen wird, wie weit man eigentlich in einem Horrorfilm gehen darf.
The Mooring – Zensur
Eine mögliche deutsche Fassung dürfte ungeschnitten das “Keine Jugendfreigabe“-Symbol zieren, obwohl fraglich bleiben dürfte, ob ein Film mit derart Thematik überhaupt je nach Deutschland finden wird.
The Mooring – Trailer
Hellraiser80
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The Frankenstein Theory
Story
Professor John Venkeheim ist regelrecht besessen von der Vorstellung, dass die Schriftstellerin Mary Shelley sich für ihren “Frankenstein”-Roman von geschichtlichen Fakten hat inspirieren lassen und das die Erzählung auf reelle Ereignisse zurückzuführen ist. Aufgrund seines Eifers hat er bereits kürzlich sein Amt an einer der renommiertesten Universitäten Amerikas verloren und versucht nun mittels einer Dokumentation all die Skeptiker von der Echtheit des mysteriösen Wesen zu überzeugen, die bisher der Meinung waren, dass Venkeheim mit seinen Theorien nicht ganz auf geistiger Höhe zu sein scheint. Um seinen akademischen Ruf retten und die Beweise aus Zelluloid bannen zu können, beauftragt er ein Kamerateam, dass ihn bei seiner Exkursion in das verschneite Kanada begleiten soll. Dort wurde die Kreatur angeblich zuletzt gesichtet, die einst einem schrecklichen Experiment entkommen konnte und nun mordgierig durch die winterliche Einöde Nordkanadas umhergeistern soll …
The Frankenstein Theory – Kritik
Schon etwas sehr hanebüchen, wenn eine „Mocumentary“ (also eine fiktive Dokumentation) dem Zuschauer einbläuen möchte, dass der Roman einer gewissen Mary Shelley keiner Fiktion entspringen, sondern auf wahren Begebenheiten beruhen soll. Bei derart sinnbefreiten Idee fragt sich der Zuschauer natürlich unweigerlich, woher eigentlich amerikanische Drehbuchautoren und Skriptschreiber die Drogen hervorkramen, die sie eingenommen haben müssen, um derart Nonsens zu Papier bringen zu können und welch üble Geschichten denn in Zukunft noch alles ihren Weg in die weltweiten Heimkinos finden werden. Bereits im Jahre 2001 haben findige Nachwuchsfilmer das Mittel der Medienmanipulation kongenial für ihren Film nutzen können. Das “Blair Witch Project” war eines der ersten (und vermutlich auch einzigen) Werke, das bereits im Vorfeld für Furore sorgte und es erstaunlich selbstsicher schaffte, Filmfans einzutrichtern, dass irgendwo in den Wäldern Amerikas eine mysteriöse Hexe ihr Unwesen treiben soll. Zehn Monate nachdem die Regisseure “Dan Myrick” und “Ed Sanchez” ihren Film fertiggestellt hatten, stellten sie eine Webseite ins Internet, auf welcher sie als Tatsachenbericht getarnt, über das Verschwinden dreier Studenten informierten, die einen Dokumentarfilm über die berüchtigte „Blair“-Hexe auf Zelluloid bannen wollten. Mittels fiktiver Interviews versuchten die Filmemacher den Besuchern jener Webseite glaubhaft zu machen, dass irgendwo in den Wäldern wirklich eine derart ominöse Präsenz hausen würde und die unweigerlich mit dem Verschwinden jener Kids in Verbindung stehen sollte. Die Täuschung war perfekt, sodass Filmfans weltweit von der Echtheit des Falls überzeugt waren und in die landesweiten Lichtspielhäuser strömten, um das vermeintlich von den Studenten gefilmte und gefundene Bildmaterial bewundern zu dürfen, was “Dan Myrick” und “Ed Sanchez” letztendlich zum bekannten Kino-Hit mit dem Titel “Blair Witch Project” zusammengeschnitten hatten.
Ganz so groß und raffiniert, wie “The Blair With Project” kommt “The Frankenstein Theory” natürlich nicht daher, viel zu sehr wirkt die Ausgangssituation an den Haaren herbeigezerrt, sodass der Filmfreund bei derart Kontext nur unverständlich mit dem Kopf schütteln dürfte, den uns hier die “Macher” von “The Last Exorcism” aufzutischen versuchen. Immerhin wissen sie diesen vollkommen blödsinnigen Hirnshit halbwegs ansprechend zu verpacken, den es lässt sich wahrlich nicht leugnen, dass “The Frankenstein Theory” durchaus kurzweilig zu unterhalten weiß. Zu verdanken ist dieser Fakt, den trefflich gewählten Protagonisten, die durchweg glaubhaft und sympathisch in Erscheinung treten. Gott sei Dank hat es der Zuschauer hier mit halbwegs gestandenen Persönlichkeiten zu tun – ein teen´reskes Gebrabbel und planloses Umhergekreische darf demnach hier ausgeschlossen werden, was den Film durchaus positiv aufzuwerten weiß. Trotzdem obliegt auch “The Frankenstein Theory” den obligatorisch klischeebehafteten Genre-Regeln. Da werden natürlich Exkursionen in die verschneite Winterlandschaft nicht im Team vollzogen, sondern getrennt. Nachdem das Filmteam auf das sagenumwobene Monster stößt und den ersten Toten zu beklagen hat, soll Hilfe angefordert werden. Hier wird natürlich nur ein Crew-Mitglied in die Ödnis geschickt, das nun dringend Hilfe suchen soll. Allein lässt sich scheinbar der korrekte Weg durch das schneebdeckte Kanada besser finden, als im Doppelpack. Zudem fragt man sich als Zuschauer ohnehin die ganze Zeit, warum die Beteiligten bei einer derart Bedrohung nicht unweigerlich versuchen ihr Equipment zusammenzupacken, um in den nächstliegenden Ort per Fußmarsch zu pilgern. Stattdessen machen Sie es sich tagelang in des Monsters Holzhütte gemütlich – verständlich, dass die Kreatur keinen Spaß mit den unwillkommenen Gästen versteht.
Apropos Monster; das gibt es natürlich auch im Film zu sehen und hat, wie so oft in derart Produktionen, augenscheinlich bis kurz vor Ende Sendepause. Erst dann führen die Gegebenheiten ins Absurdum und das Wesen erhält einige Sekunden Screentime. Wer aber hier meint glaubhaft ausufernde Creature-Effekte serviert zu bekommen, dürfte ersichtlich enttäuscht werden. Die Anwesenden protokollieren die Interaktionen der mysteriösen Roman-Kreatur mit ihrer Kamera aus der Entfernung, sodass sich das Ding kaum erkennen lässt und eher eine aufdringliche Ähnlichkeit mit einem tollwütigen Neandertaler besitzt, der planlos durch den Schnee stapft und dabei unsittliche Laute von sich gibt. Eine unfreiwillige Komik lässt sich hier nicht leugnen, machen gerade die vollkommen unspektakulären Auftritte des Wesens, die eigentlich hervorragend-klaustrophobische aufgearbeitete Stimmung des Films zunichte. Hier hat man wahrlich etwas Spektakuläres erwartet, zumal man als Zuschauer wieder einmal nicht verstehen kann, warum ausgerechnet immer dann, wenn die Bedrohung seinen obligatorischen Auftritt erhält, Kameras unentwegt stören, wackeln oder ausfallen müssen.
“The Frankenstein Theory” ist eine kleine Enttäuschung. Die Atmosphäre wird Schritt für Schritt aufgebaut und punktet mit beklemmender Intensität; die traumhafte aber dennoch ausweglose Schneelandschaft offenbart ein bedrückendes Gruselerlebnis das durchaus seine Momente besitzt. Eigentlich gibt es bei “The Frankenstein Theory” kaum etwas Nennenswertes zu bemängeln. Die gefakte Dokumentation im aktuell so beliebten Found Footage-Stil ist stimmig erzählt, gut bebildert und glaubhaft gespielt. Wäre da nicht das vollkommen lächerliche Monster, dass im Verlauf des Films für Zucht und Ordnung sorgt und die Beteiligten zwanghaft in den Tod meucheln muss. Hierbei wäre weniger Schaufreudigkeit mehr gewesen. Denn nachdem sich das Ding das erste Mal vor der Kamera blicken lässt, geht es mit dem hier vorliegenden “The Frankenstein Theory” auch merklich bergab. Für einen derart plakativen Filmtitel ist der hier bebilderte Höhlenmensch, den Regisseur “Andrew Weiner” in seinem Film versucht dem Zuschauer zu verkaufen, eine mehr als dreiste Unverschämtheit. Immerhin, und das muss man dem Film zugute halten, lässt er dem Zuschauer genug Interpretationsspielraum. Handelt es sich hier wirklich um das besagte Monster aus dem Roman oder um eine vollkommen andere, unbekannte Gestalt. Dieser Frage beantwortet “The Frankenstein Theory” nämlich leider vollkommen unzureichend, was hoffentlich KEIN überflüssiges Sequel/Prequel zur Folge haben wird!
The Frankenstein Theory – Fazit

Found Footage Dokumentation mit einem zugegeben entäuschenden Monster – Durchschnittware ohne Überraschungen!
The Frankenstein Theory – Zensur
Die kommende deutsche Fassung dürfte ungeschnitten das FSK16-Kennzeichen tragen – wahrlich grausame Schauwerte sucht man hier vergebens.
The Frankenstein Theory- Trailer
Hellraiser80
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