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Filmreview: “Asylum Blackout / The Incident” (2011)

 

 

Das Genre des Horrorfilm hat es oftmals nicht leicht. In keinem anderen Genre ist die Rate zugenannter Nachwuchsregisseure so stätig am steigen, wie in diesem.

Was man da regelmäßig als Filmfreund serviert bekommt ist oftmals jenseits von Gut und Böse und hat die Bezeichnung “unterhaltsamer Filmbeitrag” leider meist gar nicht verdient.

Wer regelmäßig den “Filmcheck“-Filmblog verfolgt dürfte vermutlich rasch verstehen, was damit gemeint ist, denn in keinem Filmjahr wie diesem wurde man als Fan des unterschlagenen Filmes so merklich überschüttet von unprofessionell abgefilmten Erstlings-Genre-Filmen, wie 2011/2012.

Umso überraschter war ich, als ich das Debütwerk “Asylum Blackout” des Nachwuchsregisseurs “Alexandre Courtès sichten durfte, denn das ist wirklich überaus sehenwert und vor allem richtig spannend.

 

 

Eine handvoll angehender Rockstars und Freunde wollen hoch hinaus. Tagsüber arbeiten sie als Köche in der Küche einer Psychatrischen Anstalt für aggressive Gewaltverbrecher, des Abends werkeln sie an ihrer Karriere im Musikbusiness.

Doch das Schicksal meint es leider nicht so gut mit den Freunden, denn eines Abends, kurz vor Feierabend zieht ein merklich seltsames Gewitter auf und verursacht einen Stromausfall in der Anstalt. Grund genug für eine Horde Psychopathen, welche soeben in der anstalteigenen Mensa zu Abend speisen, einen munteren Streifzug durch die Gemäuer zu unternehmen. Schnell sind die Sicherheitsbeamten überwältigt und der Weg frei durch die Flure der Anstalt. In der Küche kämpfen derweil die Freunde um das nackte Überleben, denn die blutgieren Freaks wollen nur eins: töten, töten, töten.

 

 

Sicherlich ist das Thema “Revolte” oder “Aufstand” inmitten einer Hochsicherheitskomplexes nicht neu. Ob nun in Gefängnis oder Anstalt sei dahingestellt, es gibt bereits genügend mehr oder weniger sehenswerte Thriller oder Horrorfilme dieser Art.

Was “Asylum Blackout” dennoch sehenswert macht, ist die wirklich arg zermürbende und vor allem überaus klaustrophobische Grundstimmung der Geschehnisse. Man möge sich vorstellen, man ist mit 30 extrem gewaltbereiten Irren in einem Gebaudekomplex gefangen und kann nicht flüchten, da die Tore in die Freiheit, aufgrund hoher Sicherheitsauflagen verschloßen sind und man vergeblich auf Hilfe hofft. Ebenso ergeht es den Helden des Films, die sich den Weg in die Freiheit mit allerlei Schlaggeräten und Stichwaffen erkämpfen müssen. Dass es hierbei nicht minder gewalttätig zur Sache geht dürfte merklich auf der Hand liegen. Trotzdem, trotz einiger wirklich erschütternd-selbstzweckhaften Kröselszenen, schockiert hier weniger der Goregehalt, als vielmehr die kaltschnäutzige Kompromisslosigkeit, mit welcher die geistesgestörten Irren zu Sache gehen.

Allen voran Hauptbösewicht “Harry“, der eine arg unangenehme Präsenz ausstrahlt, extrem sadistisch zur Sache geht und den man vermutlich nicht im Dunklen begegnen möchte.

Wirklich erstaunlich ist, was hier mit mageren 500 000 Dollar Produktionskosten auf die Beine gestellt wurde. Der Film schaut verdammt hochwertig aus und an keiner Stelle in “Asylum Blackout” verrät der Film seine gering budgetierte Herkunft.

Sterile, extrem düstere und farblose Bilder sorgen für merklich Unbehagen und unterstreichen den recht depressiven und grausamen Unterton der Geschehnisse. Auch diverse wirklich subtile Kamerafahrten wissen zu gefallen und heben den Beitrag immens ab von der Masse an ähnlich gestrickten Horrorproduktionen. Dass Alexandre Courtésein wissbegieriger Anhänger diverse “Carpenter“-Klassiker sein muss, fällt direkt ins Ohr, wenn man sich auf den geschickt getricksten Soundtrack konzentriert – Parallelen zu “Assault“, oder “The Thing” sind hier unüberhörbar.

Mit “Asylum Blackout” erhält der Filmfreund eine wirklich heavy Horrorfilmbeitrag, den man als Fan von düsteren Genrebeiträgen unbedingt sichten sollte. Da sich der Film gehörig Zeit lässt, seine Helden zu skizzieren, verursacht letztendlich ihr sadistisches Ableben für arg unangenehme Magenkrämpfe beim Zuschauer. Der Kampf zwischen Gut und Böse fördert gehörig den Puls und ist in seiner ungeschönten Kompromisslosigkeit definitiv ein kleiner Genre-Geheimtipp.

Dass die Geschehnisse ab und an ein wenig an Glaubwürdigkeit verlieren, kehren wir mal schnellst möglich unter den Teppich, denn wir Horrorfilmfreunde wissen doch schon längst: “It´s only a “Horror”-Movie“!

Interessierte Horrorfilmfreunde müssen sich leider noch ein Weilchen Gedulden, den “Asylum Blackout” erscheint aller Voraussicht erst im Spätsommer 2012 in unseren Gefilden.

Einige Szenen im Film dürften der FSK bitter aufstoßen, sodass der Film in seiner ungekürten Form arge Probleme bekommen könnte.

 

 

 

Fazit: 7/10 Punkte

 

Kleiner, böser, ungeschönter Anstalts-Thriller, der einige richtig fiese Momente vorweisen kann.

Suspense und Spannung endlich mal wieder inklusive!

Ein wahrer Genre-Geheimtip!

 

FSK-Prognose: vermutlich nur geschnitten mit “Keine Jugendfreigabe”-Kennzeichnung

 

 

Hellraiser80

 


Filmreview: “The Afflicted” / “Another American Crime” (2010)

Maggi (Leslie Easterbrook) lebt zusammen mit ihren vier Kindern und dem treusorgenden Ehemann (Kane Hodder) in einem kleinen armen Vorort irgendwo in ländlichen Amerika.

Doch die bibeltreue Christin scheint zu oft zur Flasche zu greifen, als das sie geistig in der Lage wäre, ihr Leben und das der Familie in recht Bahnen lenken zu können.

Geistig umnebelt bestraft sie „im Auftrag Gottes“ erst ihren Mann, dem seine Ehefrau vollkommen fremd geworden zu sein scheint, und der außerehelich nach Nähe und Geborgenheit sucht.

Im Streit stößt sie ihn die Treppe hinab, und zertrümmert ihm in ihrer Wut den Schädel.

Mit dem Ableben des Vaters erwartet fortan die ahnungslosen Kinder eine wahres Martyrium.

Mutter Meggi scheint mit dem Leben ihrer Kinder bereits seit längerer Zeit abgeschlossen zu haben, denn emotionslos terrorisiert und schikaniert sie ihre noch minderjährigen Kindern – bis die Lage eskaliert.

Aktuelle Genreproduktionen, die angeblich auf wahren Begebenheiten beruhen scheinen derzeit ja absolut im Kommen zu sein. Ob sich die Geschichten dahinter wirklich so abgespielt haben, oder einzig den kreativen Köpfen der Drehbuchautoren entspringen ist oftmals schleierhaft. Auch das Regie-Erstlingswerk des ehemaligen Tontechnikers Jason Stoddard macht keinen Hehl daraus auf aktuelle Geschehnisse zurückzugreifen, wobei ich dennoch gestehen muss, dass ich das so, wie es der Film zumindest schildert, nicht so wirklich glauben möchte.

Vorab ein großes Lob an Darstellerin Leslie Easterbrook (“The Devils Rejects“, “Halloween“), die in der Rolle der psychisch-debilen Terror-Mutter „Maggi“ wirklich alle Facetten eines verwirrten Geisteszustandes glaubhaft umzusetzen weiß.

Anfänglich noch als liebende Ehefrau und Mutter skizziert, zerfällt ihr vollkommen verletzlicher Geisteszustand von Filmminute zu Filmminute. Dabei zerschmelzen die Übergänge zwischen gottesfürchtigen Wahnvorstellungen, Alkoholismus, Schizophrenie und zermürbende Verachtung und Hass den Kindern zugegen fließend ineinander.

Als Zuschauer hat man keine Chance sich diesem exzellenten Schauspiel zu entziehen, und man mag wahrlich nicht glauben wollen, zu welchen Handlungen eine derart hilflose Mutter fähig sein kann.

Denn nachdem „Maggi“ realisiert hat, dass sie im Halbsuff ihren Ehemann erschlagen hat und ihn in der Gefriertruhe im Schuppen versteckt hält, scheint sie mit ihrem Leben gänzlich abgeschlossen zu haben und beginnt die eigenen Kinder zu terrorisieren.

Parallelen zum kontroversen Thriller „An American Crime“ (lose Verfilmung des Buches „Evil“ von Jack Ketchum) aus dem Jahre 2007 sind unverkennbar, wobei die Leidensgeschichte der Protagonistin aus der Ketum-Verfilmung, minimal schockierender, subtiler und bedrückender auf den Zuschauer einzuwirken weiß.

Die ebenso guten schauspielerischen Leistungen der drei Schwestern in „The Afflicted“ wissen trotzdem ebenso zu überzeugen. Dennoch, das Drehbuch offenbart hier einige wirklich offensichtliche Logiklücken.

Die drei vollkommen unterschiedlichen Schwestern (zwei von ihnen sind fast volljährig und machen nun keinen augenscheinlich hilflosen Eindruck) wissen sich kaum zu wehren und dulden die moralisch fragwürdigen Handlungen der vollkommen labilen und schwachen Mutter. Der einzige Sohn frönt dem makaberen Treiben wortlos bei und dient einzig als Handlanger für die Beseitigung des „Abfalls“ der Mutter. Aus Angst versuchen die Kinder erst kaum sich der Außenwelt zu offenbaren, da sich davon ausgehen, dass ihnen niemand Glauben schenken würde.

Die drei Schwestern unterscheiden sich enorm voneinander. Die älteste Schwester Cathy scheint souverän und erfahren und muss den Großteil der Schikanen ertragen, die 16jährige Carla gibt die taffe Rebellin und Grace, die jüngste der drei Schwestern verkriecht sich lieber wortlos in ihr Zimmer und dokumentiert die Geschehnisse in ihrem Tagebuch.

Warum sich zumindest die älteren Geschwister nicht zu wehren wissen und warum sie kaum versuchen den wirren Wortfetzen der Mutter zu kontern und stattdessen alles brav über sich ergehen lassen, entzieht sich, zumindest mir, jeglicher Logik.

Demnach ist das Ende auch relativ ernüchternd und etwas zu spitz dargestellt und hinterlässt, trotz einem knallharten und konsequenten Abschluss, einen unweigerlich unbefriedigenden Eindruck beim Zuschauer.

The Afflicted“ ist ein recht ordentlicher Thriller, der mit seiner kontroversen Thematik sicher für gehörig Gesprächsstoff sorgen dürfte. Gerade die, im Wind wehende Amerikanische Flagge, welche im Verlauf des Filmes des öfteren vor dem Fenster der Gepeinigten flattert suggeriert, dass derart Geschehnisse scheinbar tagtäglich unentdeckt in diversen gutbürgerlichen und frommen amerikanischen Kleinfamilien vorfallen sollen.

Hält man sich vor Augen, dass es sich bei dieser Produktion um ein niedrig budgetiertes Independent-Werk handelt und Regisseur Jason Stoddard bisher keine Regie-Erfahrung vorweisen kann, so kann man letztendlich behaupten, dass das Endresultat beachtlich sehenswert ausgefallen ist.

Regisseur-Neuling Stoddard kann mit Easterbrook und Hodder zwei einschlägig bekannte Größen aus der Horrorfilmszene vorweisen und hat in den Castriege einige höchst talentierte Schauspieler am Start, die wirklich überzeugend agieren.

Leider erschwert die leidlich glaubhafte Geschichte das Mitfiebern und Mitleiden des Zuschauers und gerade aufgrund des fragwürdig nachvollziehbaren Plots, macht sich nach Filmende etwas Ernüchterung breit, und man mag als Zuschauer das Gefühl nicht loswerden wollen, dass aus „The Afflicted“ mehr herauszuholen gewesen wäre, hätte man das Drehbuch abschließend noch einmal auf grobe Schnitzer in der Handlung überprüft.

Dennoch, offenen Filmfreunden, die eine Vorliebe für authentische und kontroverse Filmen/Dramen besitzen sei „The Afflicted“ ans Herz gelegt. Hier gibt es keine Schlachterplatte (die Gewalthandlungen passieren im Off), sondern hier zählt allein der zermürbende und hilflose Grundton des arg fragwürdigen Geschehens.

Wem „The American Crime“ zugesagt hat, der dürfte vermutlich auch mit „The Afflicted“ gut unterhalten werden, zumal die beiden Geschichten minimal ähnliche Handlungsverläufen besitzen.

Im übrigen ist der Titel („Another American Crime“), der bevorstehenden deutschen Filmversion (Sommer 2012) vollkommen irreführend.

Die deutsche Titelschmiede offeriert einen indirekten Bezug zur Ketchum Verfilmung „An American Crime“ aus dem Jahre 2007, was natürlich vollkommener Quark ist.

Fazit: 6,5/10 Punkte

Ambitioniertes Indiwerk, mit einer hervorragenden „Leslie Easterbrook“, aber einer etwas minder glaubhaften Story. Für ein Regiedebüt trotzdem beachtlich!

(FSK-Prognose: ungeschnitten – keine Jugendfreigabe)

Hellraiser80


Filmreview: “ChromeSkull: Laid to Rest 2″ (2011)

 

 

Der Killer mit der verchromten Totenkopfmaske, der seine Taten akribisch mit einer Webcam protokolliert, ist zurück. Nach dem letzten Schlachtfest wurde er erfolgreich von zwei hartnäckigen Teenies zur Strecke gebracht und in die Knie gezwungen.

Mit hochgradigen Verätzungen im Gesicht und schwer verletzt, wird er in die unterirdischen Katakomben einer Geheimorganisation verschleppt, wo er aufs nötigste zusammengeflickt wird.

Nun, da der „Boss“ sich wieder auf dem Weg der Genesung befindet, macht er sich an die Arbeit, mit den wenigen Überlebenden des Massakers von einst abzurechnen.

Doch seine Geduld wird auf eine harte Probe gestellt, denn inmitten der „Firma“ scheint es ein Mitarbeiter ebenso fanatisch ernst zu meinen und versucht in die Fußstapfen des maskierten Killers zu schlüpfen und seine Taten nachzuahmen.

 

 

Drei Jahre ist es nun bereits her, dass Regisseur Robert Hall mit seinem arg trivialen Slasher- Schnellschuss „Laid to Rest“ für Furore unter weltweiten Filmfans sorgte.

Sein überaus durchwachsener Horrorfilm bestach weniger durch darstellerische Qualitäten, oder einem sauber durchdachten Drehbuch, als vielmehr durch enorm selbstzweckhafte und sadistische Gewaltspitzen. Auch die direkte Fortsetzung „ChromeSkull: Laid to Rest  2“ macht da keine Ausnahme, und dreht sauber an der Gewaltschraube, dass dem Filmfreund Hören und Sehen vergehen dürfte.

Dabei zeigt die Fortsetzung allerlei unglaublich kaltschnäuzig umgesetztes Gekrösel, dass einen wirklich täuschend-echt wirkenden Eindruck hinterlässt und zeigt, dass zumindest die Special-Effect Crew ihr Handwerk überdurchschnittlich gut beherrscht. Das hier das Maß aller Dinge an seh- und umsetzbarer Gewalt ausgereizt wird dürfte auf der Hand liegen und wird vermutlich allein nur die Hardcore-Horror-Fangemeinde befriedigen. Mir waren die diversen aufgeschlitzten Gesichter und Münder doch etwas zu viel des Gutem und rechtfertigen definitiv die 7 Minuten Gewaltzensur in der deutschen Filmfassung.

Leider ist  “ChromeSkull: Laid to Rest  2“ nicht wirklich dass geworden, was man letztendlich eventuell von einer Fortsetzung diesen Kalibers erwartet hätte. Die Fortführung der Geschichte wirkt überaus konstruiert und man mag als Zuschauer das Gefühl nicht loswerden, dass Regisseur Robert Hall aufgrund des überraschenden Erfolges des ersten Teils, bestrebt war, schnellstmöglich eine Fortsetzung drehen zu „müssen“. Viele Szenen wirken unfertig und werden allein nur mit grafisch ordentlich aufpolierter Gewaltpower kaschiert, zumal sich ein nennenswerter Filmplot überschaubar in Grenzen hält und sich in weniger als 3 Sätzen erzählen lässt.

Zwar erfährt man einige wichtige Hintergründe über den Killer und seine Handlanger, diese wirken aber vollkommen an den Haaren herbeigezogen und oftmals unfreiwillig komisch.

Der einzige Lichtblick in diesem etwas konfus geratenen Horror-Flick-Flack ist Ex-Teenie Schwarm „Brian Austin Green“, der zumindest allen weiblichen Filmfreunden, aus der amerikanischen 90er Jahre Soap „Beverly Hills 90210“ ein Begriff sein dürfte. Recht souverän und herrlich fies mimt er den unberechenbaren und emotionslosen Nachwuchskiller, wobei seine Handlungsbeweggründe leider, ebenso wie die des Skull-Killers, irgendwo im Drehbuch-Nirgendwo entschwinden.

Dass „Laid to Rest 2“ einen enorm zwiespältigen Eindruck hinterlässt ist eigentlich recht schade , zumal die Figur des Skull-Killers eigentlich einen gut-wertigen Eindruck vermittelt und in seinem Vorhaben Genregrößen wie Michael Meyer und Jason Vorhees in nichts nachsteht. Geübte Horrorfilmfreunde werden demnach an diesen Horrorsequel nur bedingt ihre Freude haben, denn teilweise ist „Laid to Rest 2“ einfach nur langweilig und vorhersehbar. Sieht man einmal von den hochwertigen FX, und dem filmbezogenen Killer ab, bleibt kaum irgendetwas nennenswertes über, was sich überhaupt positiv abhebt und nicht schon in unzähligen anderen Slasherfilmen thematisiert und abgehandelt wurde.

 

ChromeSkull: Laid to Rest  2“ ist typische 08/15-Metzelware, welche man schon zu oft in dieser Form gesehen hat. Ein wenig „Halloween“ dort, ein bisschen „Freitag der 13.“da, dazu eine Priese „Saw“-Gewalt und fertig ist das Slasher-Ware von der Stange. Hoffen wir, dass mit einem dritten Teil der Gewaltakt zugunsten einer etwas spannenderen Geschichte reduziert wird und man einen homogeneren, und vor allem glaubhafteren, Einklang zwischen Story, Gewalt und Spannung findet.

 

 

 

5,5/10 Filmpunkte

 

Enttäuschende Fortsetzung des Überraschungserfolges aus dem Jahre 2009.

Extremgewalt und ein recht schlitzfreudiger Killer machen noch lange keinen guten Horrorfilm aus.

(Deutsche FSK-Fassung um rund 7 Minuten geschnitten)

 

 

Hellraiser80

 

 


Filmreview: “2-Headed Shark Attack” (2012)

 

Ein riesiger mutierter und zweiköpfiger Haifisch befindet sich auf Beutezug.

Auf einer Jacht geht derweil die Sause so richtig ab – einige Jugendliche erhoffen das große Abendteuer. Leider macht der „hyperintelligente“ Meeresbewohner der Truppe einen Strich durch die Rechnung. Mitten im Meer kommt das Schiff zum erliegen, da der zweiköpfige Gegner ein totes „Etwas“ vor die Schiffswand donnert und es sich in der Schiffsschraube verheddert. Da die Jacht zu sinken droht retten sich die Jugendlichen auf eine Insel mitten im Meer. Aber der Fisch, mit dem überirdischen Wissen lässt nicht locker.

 

 

Eine neue Dimension unbeschreiblich deftigen und verstörenden Terrors bahnt sich demnächst seinen Weg in deutsche Heimkinos.

Der Titel des aktuellen „Asylum“ – Machwerkes „ 2 Headed Shark Attack“ dürfte, ohne den Film zuvor überhaupt gesehen zu haben, schon erahnen lassen, was für unaussprechlich dummer Mist erwartungsfreudige Filmzuschauer demnächst gehörig Albtraumreiche Nächte bereiten wird.

Mit seinem Haifilmmurks hat sich das B-Movie-Studio „Asylum“ erneut selbst übertroffen, denn ich habe in meinem bisherigen Leben selten so einen miesen und vollkommen schlechten Film gesehen.

Bereits der erste minderbemittelte digitale Effekt nach gerade einmal 60 (!) Sekunden Filmlaufzeit, lässt grob erahnen wohin das gesamten Produktionsbudget geflossen sein muss. In die Effektsequenzen vermutlich nicht, denn die sehen, gelinde gesagt, unter aller Kanone aus und haben mit Spezialeffekten so viel gemein, wie der Papst mit Verhütungsmittel.

Selbst die Grafik des Arcade Klassikers „Pac-Man“ gibt mehr her, als die vollkommen desaströsen CGI-Effekte eines „2 Headed Shark Attack“.

Vermutlich wurde hier weniger in glaubhafte Effekte investiert, als vielmehr in die Brust-Operationen der vorwiegend weiblichen Protagonisten, denn eigentlich hätte diese aktuelle Haifischgurke wohlmöglich besser als Softporno, ohne das gesamte Drumherum, funktioniert.

Wobei wir auch gleich bei der peinlich ins Gewicht fallenden Schauspielkunst wären. Die Schauspieler können durch die Bank weg nämlich NICHTS. Statt Schauspiel sehen wir hier eher ein Improvisieren und ein unfreiwillig komisches Interagieren. Irgendwie schon erbärmlich, dass erst bei dieser No-Buget-Produktion ersichtlich wird, dass selbst die Schauspielerin Carmen Elektra eigentlich auch rein gar nix kann, und sich der Filmfreund fragt, wie diese Frau sich bisher mit „NICHTS“ überhaupt im Schauspielgenre über Wasser halten konnte.

Das Drehbuch gestaltet sich als katastrophal wirr und überfordert selbst die unzureichend talentierten Jungschauspieler. Wer der Ideenkasper für diesen Müll gewesen sein muss, will ich erst gar nicht wissen. Die Story ist so dumm und abartig schlecht, dass einem als Filmliebhaber, regelrecht der Spaß auf weitere Haifisch-Horrorfilme vergeht.

Da der zweiköpfige Mutanten-Haifisch scheinbar nunmehr für „zwei“ speisen muss, giert er nach jedem Happen Fleisch, der ihm vor die vier Augen springt. Da sich die gut zwei duzend Teenies auf einer Insel mitten im Meer retten können, hat der blutgierige Hai eine der schlechtesten Ideen der Filmgeschichte ever: er zwingt die Insel (!) zum Untergang um an leckeres Menschenfleisch zu gelangen. Die Logik dahinter sollte man nicht ergründen, physikalische Gegebenheiten sollte man außer acht lassen.

Wer denkt, dass das alles nicht noch schlechter geht, der irrt.

Eine weitere Szene findet Beachtung, aber nicht aufgrund ihrer künstlerischen Einzigartigkeit, sondern aufgrund des einzigartigen Schwachsinns.

Drei Teenager finden Gefallen am ausgiebigen Liebsspiel im hüfttiefen Wasser. Natürlich lässt sich der mutierte, und mit Sicherheit 5m breite und 10m lange, Hai dieses Festmahl nicht entgehen. Nur komisch, dass man dennoch bei hüfttiefen Wasser und des immensen Körperumfangs des Haies, weder Rumpf noch sonst etwas des Tieres entdecken kann.

Gut, mag der interessierte Filmfan sagen, sinnfreie Trashfilme sind immer mal für gehörig Abwechslung gut. Aber „2 Headed Shark Attack“ scheitert auch in diesen Belangen. Mit Trash hat das alles nicht einmal ansatzweise zu tun. Der Film scheint wohlmöglich auch diese Schiene fahren zu wollen, aber selbst auf bewusst inszenierter Trash-Ebene scheitert Asylum, was beweist, dass die B-Movie-Schmiede „Asylum“ rein nichts kann. Wobei sich mir die Frage stellt, wie derart untalentierter Verein sich so viele Jahre über Wasser halten konnte und es schafft auch weiterhin vollkommen unbrauchbare Genrefilme zu produzieren.

Seit ihrem Bestehen, haben die Burschen von „Asylum“ bisher keinen einzigen sehenswerten Film geschaffen. Statt innovative eignen Ideen zu entwickeln werden die der anderen Filmemacher dreist, und vor allem schlecht, kopiert.

 

Auch das aktuelle Werk „2 Headed Shark Attack“ ist derart Fall, wobei dieser No-Budget-Film vermutlich der traurige Tiefpunkt seit dem bisherigen Bestehen des Produktionshauses darstellt. Hier stimmt einfach rein gar nix. Das krampfhaft komödiantisch inszenierte Geschehen ist absolut unwitzig, die Effekte sind so derb mies, dass sie die Bezeichnung „Effekte“ rein gar nicht verdienen und der Hauch einer Handlung entpuppt sich als  vollkommen wirrer und haarsträubend-unlogischer Nonsens. Einzig auf Splatterebene scheint „2 Headed Shark Attack“ ein bis zwei stimmige Momente vorweisen zu können, was darauf schließen lässt, dass die kommende deutsche Fassung mit einer kassenträchtigeren „Keine Jugendfreigabe“ – Einstufung daherkommen dürfte.

 

 

 

Fazit 1/10 Punkten

 

Dieser Film ist nicht schlecht, diese Gurke ist unsagbar schlecht. Wer sich diesen hirnverblödeten Murks ausgedacht hat, gehört gesteinigt.

Freunde, die hier Hochspannung, ähnlich der eines „Der Weiße Hai“ erwarten, sollten einen großen Bogen um diesen Abschaum machen.

FSK-Prognose: ungeschnitten mit “Keine Jugendfreigabe“.

 

Hellraiser80

 


Filmreview: “Sleep Tight” (2011)

 

Cesár ist schon ein seltsamer Kauz.

Tagsüber arbeitet er als vertrauensvoller Hausmeister und Pförtner in einem noblen Mehrfamilienhaus und steht stets jedem Besucher und Hausbewohner bei Fragen und Nöten hilfreich zur Seite.

Doch des nachts zeigt er sein wahres Gesicht. Er schleicht sich unbemerkt in die Wohnungen der Mieter und treibt unverschämten und unterschwelligen Psychoterror mit den ahnungslosen Wohnungsbesitzern. Der Drang andere leiden zu sehen treibt ihn dazu, dass er eines Abends in die Wohnung der jungen Clara einbricht. Versteckt unter dem Bett wartet er bis die Unwissende eingeschlafen ist und narkotisiert sie mit einem Betäubungsmittel, um sicherzugehen, dass die junge Frau nicht merkt, wie er sich an ihr vergeht und ihre Wohnung manipuliert.

Doch eines Tages bringt sie ihren neuen Freund mit in die eigenen vier Wände, ganz zur Überraschung von Cesár, der auf derart Zwischenfall rein gar nicht vorbereitet scheint und erneut unter ihrem Bett darauf wartet, bis die junge Frau eingeschlafen ist …

 

 

Spanien scheint, neben Frankreich, so langsam das Mekka für überaus interessante Horrorfilmkost zu werden.

Nach glattgeschliffenen Juwelen wie „Kidnapped“, der „[Rec]“-Reihe und dem hübsch düsteren Thriller „Julias Eyes“ dreht sich die spanische Genre-Maschinerie weiter produktiv im Kreise und wirft demnächst mit „Sleep Tight“ den nächsten genialen Horrorstreifen in die weltweiten Kinosäle.

Der horrorerprobte Jaume Balagueró, der zuletzt bereits mit den ersten beiden „[Rec]“-Teilen, sowie den Horrorthrillern „Darkness“ und „Fragile“ auf sich aufmerksam machte, hat sich diesmal wahrlich selbst übertroffen.

Neben dem Zombieschocker „[Rec]“ ist sein aktuelles Werk „Sleep Tight“ das bisher Beste, was der Regisseur in seiner bisherigen Filmlaufbahn realisiert hat. Ich untertreibe nicht, würde ich behaupten, dass „Sleep Tight“ stellenweise sogar besser ist, als alle amerikanischen Thrillerproduktionen der letzten drei Jahre zusammen.

Mientras duermes“, so im Original ist kein gewöhnlicher Horrorfilm, vielmehr eine Mischung aus Thriller und zynischem Drama. Denn bis zur Filmhälfte scheint nicht nur Hauptdarsteller Cesár allerlei Schabernack mit den Hausbewohnern zu treiben, auch Regisseur Jaume Balagueró schafft es virtuos dem Zuschauer auf der Nase umherzutanzen.

Anfänglich noch als wehmütiges Opfer und bemitleidenswerte Kreatur betrachtet, entwickelt sich Cesár im Verlauf der Handlung zu einem wahrhaftig bösartigen und skrupellosen Psychopathen, der allein nur dadurch Befriedigung und Bestätigung seiner selbst findet, indem er das Leben anderer zerstört.

Hauptdarsteller Luis Tosar ist als wirrer Schizzo einfach trefflich gewählt, verkörpert er gerade in seiner Darstellung als Cesár ein überaus mysteriösen Misch-Masch zwischen sympathischen Chaoten, dem man, aufgrund diverser Misserfolge im Leben, einfach nur tröstend in die Arme nehmen möchte und unberechenbaren und ausgemerzten Psycho.

Der Wandel zwischen liebenswerten Chaoten zum emotionslosen Soziopathen, vollzieht sich unerwartet ab Filmmitte. Nachdem Clara ihren neuen Freund mit nach Hause bringt und Cesár erneut unter dem Bett auf die junge Frau wartet, gerät sein makabres Spiel aufzufliegen. Diese Szene ist mit Abstand das überhaupt genialste, was ich in letzter Zeit gesehen habe, da die Umsetzung dieser Schlüsselszene so überaus geschickt und schweißtreibend konstruiert wurde, dass selbst ich als erfahrener Filmseher gefühlten 300er Puls hatte.

Der Begriff „Suspense“ dürfte nach Sichtung dieser Szene eine neuen Bedeutung finden und Parallelen zu den frühren früheren Werken eines Alfred Hitchcock sind unverkennbar.

Da sich „Sleep Tight“ vorwiegend an Freunde spannender Thrillerunterhaltung richtet, dürften Splatterfreunde leider mit einem recht unbefriedigten Gefühl das Kino verlassen.

Cesár´s Vorgehen andere Menschen ins Verderben zu reißen sind vordergründig subtiler Natur, und interessierte Filmfreunde sollten hier keine Gewaltspitzen, ähnlich die eines „Martyrs“, erwarten.

Zum Ende hin fließt zwar etwas roter Lebenssaft, der aber nicht explizit und reißerisch gefeiert wird, sonder nur den hilflosen und beklemmenden Grundton des Filmes unterstreicht.

 

Regisseur Jaume Balagueró ist mit seinem „Sleep Tight“ ein wirklich beachtlicher Horrorthriller gelungen, der seinesgleichen suchen dürfte.

Die Idee einen kranken Psychopathen zu schaffen, der sich in unser aller Intimstes einnistet ist zwar nicht neu, die Umsetzung des Geschehens gestaltet sich aber beim Zuschauer als überaus bedrohlich.

Gerade zartbesaitete Gemütern dürften nach Sichtung ein arg unangenehmes und bedrückendes Gefühl in der Magengrube verspüren, wenn sie den Kinosaal verlassen und darauf hoffen, dass sie in ihrem scheinbar „sicheren“ Heim niemanden unter dem Bett vorfinden werden

 

 

 

Fazit  7,5/ 10 Punkte

 

Nach genialer Horrorfilmwelle aus Frankreich folgt nun die aus Spanien. Wo Frankreich mit direkter Holzhammertaktik überzeugen möchte, sind Horrorwerke auf Spanien vorwiegend subtiler Natur.

Nach Sichtung von „Sleep Tight“ dürfte jedem klar sein, dass ein amerikanisches Remake nicht lange auf sich warten lassen wird.

FSK-Prognose: Uncut ab FSK16

 

 

Hellraiser80

 

 

 


Filmreview: “The Woman in Black” / “Die Frau in Schwarz” (2012)

 

Der unerfahrene Anwalt Arthur Kipps (Daniel Radcliffe) wird von seiner Kanzlei beauftragt, in einem kleinen britischen Ort, den Besitz einer verstorbenen Witwe aufzulösen und das einst von ihr bewohnte Anwesen zu verkaufen. Aber irgendetwas scheint nicht mit dem Dorf, den Bewohnern und dem verlassenen Haus der verstorbenen Witwe zu stimmen.

Bei seinen Recherchen nach dem Erbe der Verstorbenen wird er immer wieder von einer seltsamen, in schwarz gekleideten, Dame verfolgt.

Um weitere Informationen über das Herrenhaus und der verdächtigen schwarz gekleideten Frau zu erhalten, wendet er sich an die Bewohner des Dorfes. Aber dort stößt er mit seinen Nachforschungen auf Unverständnis, denn im Dorf geht das Gerücht umher, dass der rachsüchtige Geist der „Frau in Schwarz“ sich die Kinder derer holt, denen er sich offensichtlich zuletzt gezeigt hat.

 

 

Jungschauspieler haben es heutzutage nicht leicht, vor allem gerade dann, wenn sie zuvor immense Erfolge mit überaus prägnanten Filmrolle feiern konnten.

Ob nun Macaulay Culkin in seiner Rolle als Lausbube „Kevin“, Henry Thomas als „Elliot“ im Spielberg Klassiker „E.T. – Der Außerirdische“, oder Linda Blair als vom Teufel besessenes Mädchen im Horrorfilm „Der Exorzist“, ihnen allen gelang es bis heute nicht an die weltweiten Erfolge von einst anzuknüpfen.

Auch Schauspieler „Daniel Radcliffe“ schrieb in der Rolle als Zauberlehrling „Harry Potter“ Filmgeschichte und seit seinem letzten und abschließenden „magischen“ Potter-Kino-Auftritt ist es erstaunlicherweise recht ruhig um das britische Nachwuchstalent geworden.

Dass Radcliff nun seine Rückkehr zurück auf die Leinwand mit einem altmodischen Horrorfilm feiert verblüfft ein wenig, erwartet man doch, gerade nach einem derart kindlich orientieren Effektspektakel wie „Harry Potter“, keinen ernsthaften und ruhig erzählten Gruselfilm für Erwachsene.

Aber indirekt freut es trotzdem, dass sich Radcliff mit „The Woman in Black“ für einen ernsteren und erwachseneren Leinwandauftritt entschieden hat und demnach nun versucht sein Zauberer- und Heldenimage abzustreifen.

Sicherlich ist dieser Wandel wichtig gewesen und sicherlich dürfte es auch nach „The Woman in Black“ enorm viel Arbeit für Radcliff bedeuten, sich als ernstzunehmenden Schauspieler in der Filmwelt zu etablieren, ohne im Schatten seines bisherigen Erfolges als Hogwarts Zauberlehrling unterzugehen.

Sein aktueller Film „Die Frau in Schwarz“ legt zumindest schon einmal einen soliden Grundstein für das Leben nach „Harry Potter“, und anhand der weltweit positiv zu bewertenden Kinoeinspielergebnisse seines aktuellen Genrebeitrages „The Woman in Black“ dürfte sich Daniel Redcliff in seinem Vorhaben wohlmöglich bestätigt fühlen.

Vergleicht man Radcliffs aktuelles schauspielerisches Auftreten mit denen der nunmehr acht Harry Potter Streifen so fällt direkt auf, dass Radcliff ausreichend dazugelernt hat.

Sein Schauspiel erweist sich als souveräner und ernsthafter, hätte aber intensiver und ausdrucksstärker sein können. Das macht aber nichts, da definitiv die superbe und stark gotisch angehauchte Grundstimmung des Filmgeschehens im Mittelpunkt steht und die ist, gelinde gesagt, aller erste Sahne.

Liebhaber für reißerische und effektüberladene Horrorfilme sind hier eindeutig fehl am Platz, handelt es sich bei „The Woman in Black“ um einen atmosphärisch dichten Gruselfilm, der vordergründig von seiner tollen Kulisse und den vielen kleinen liebevollen Details lebt.

Die liebevolle Aufbereitung des Films scheint nicht von ungefähr zu kommen, versucht das neu gegründete Produktionslabel „Hammer Film“ mit seinen aktuellen Produktion an die einstigen Erfolge der großen „Hammer-Studios“ anknüpfen, die in den 50er und 60er Jahren das europäische Horrorkino maßgeblich mitprägten. In den 70ern erlosch der Erfolg der „Hammer-Filme“ und das Studio verschwand in der Versenkung. Nun fast 30 Jahre später, versucht der niederländische  Produzent John de Mol dem Namen „Hammer“ neues Leben einzuhauchen. Unter dem „Hammer-Banner“ produzierte das neu gegründete Studio bereits das, nur mäßig erfolgreiche Remake des schwedischen Horrordramas „So finster die Nacht“, konnte sich aber bisher auf dem internationalen Markt noch nicht wirklich etablieren.

Mit „The Woman in Black“ dürfte sich der bisher bescheidene Erfolg des Labels schlagartig ändern, denn die mollig gruseligen, düsteren und grotesken Bilder des aktuellen Geisterfilmes brennen sich wohlmöglich in die Köpfe aller Horrorfilmliebhaber.

Schon allein die Idee, dass das (very british entworfene) Herrenhaus nur tagsüber bei Ebbe zu erreichen ist (der Wohnsitz der Verstorbenen befindet sich auf einer kleinen Insel) sorgt definitiv schon bei der „Erstbesichtigung“ für ausreichend Gänsehaut, dass man als Zuschauer nur gespannt darauf sein kann, was sich die Filmemacher im Verlauf der weiteren Handlung noch so haben alles einfallen lassen. Der dichte Nebel, die trostlosen Farben und eine handvoll Schreckmomente vervollständigen den positiven Gesamteindruck.

Die überaus virtuose Bildsprache von „The Woman in Black“ erinnert in ihrer Darstellung sehr der, des Tim Burton Klassikers „Sleepy Hollow“, kommt aber erfreulicherweise weniger märchenlastiger daher.

Leider schwächelt der Film, trotz großartiger Bildkompositionen, zumindest auf dramaturgischer Ebene ein wenig. „Die Frau in schwarz“ scheint in der ersten Filmhälfte ein wenig vor sich herzuträumen und der Film verliert hin und wieder gehörig an Fahrt.

Gerade zum Ende hin, erwartet der Filmfan bei derart kreativen Machwerk eigentlich ein deftiges und, vor allem, laut-tobendes Finale.

Leider kann der Film hierbei, trotz makabrem Schlussgag, nicht wirklich überzeugen.

Trotz plausibler Auflösung hält sich der Film in seiner Darstellung von Schreck- und Spezialeffekten sehr züchtig zurückhaltend, was einwenig altbacken wirkt, aber scheinbar als herzliche Hommage an die alten „Hammer-Filme“ gelten soll.

Mit „The Woman in Black“ macht das Horrorfilmgenre zumindest eine positive Kehrtwende.

Nach reißerischen und überaus brutalen Horrorschockern, die vorwiegend mit der Holzhammertaktik überzeugen wollen, versucht Regisseur James Watkins („Eden Lake“) zurück zu den Wurzeln des Horrorfilmgenres zu finden.

Optisch ist es ihm definitiv glaubhaft gelungen.

Die hervorragenden düster-gotischen Bildkompositionen lassen die minimalen Schwächen in Dramaturgie und Story schnell vergessen.

Hoffen wir, dass die Rückkehr zum atmosphärisch dichten und optisch phantasievollen verpackten Horrorfilm Schule macht, „The Woman in Black“ legt, zumindest hierbei, die Meßlatte weit nach oben.

 

 

 

Fazit           Bildsprache: 10/10               -          der Rest: 6/10

 

Liebhaber atmosphärisch dichten Gruselvergnügens kommen hier vollends auf ihre Kosten.

The Woman in Black“ bietet liebvoll-schauderhaftes Retro-Gruselfeeling, dass hoffentlich demnächst Schule machen wird – Super!

 

FSK-Prognose:  Es gibt keinen Bluteffekt im Film. Gewalt wird vorwiegend eher angedeutet, als explizit gefeiert. Da es aber auch eine kurze Verbrennungsszene im Film zu sehen gibt, dürfte eine gerecht Altersfreigabe mit FSK16 wahrscheinlich sein.

 

 

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Filmreview: “Christopher Roth – Der Killer in Dir” (2010)

 

Um etwas Abstand vom immensen Erfolgsdruck zu gewinnen, zieht es den erfolgreichen Romanautor Christopher Roth zusammen mit seiner Frau in ein idyllisches italienisches Dörflein fernab von Stress und Hektik.

Doch von Erholung und Urlaub keine Spur.

Denn ein überaus fanatischer Serienkiller, nutzt die Gunst der Stunde um, inspiriert von Roth´s Romanen, unweit des Ferienwohnsitzes des verliebten Paares auf „Beutezug“ zu gehen.

Als der Schriftsteller wenige Tage nach der Publikation des ersten Mordes ein seltsames Kästchen mit einem, vom Serienkiller selbst verfassten Brief, auf dem Küchentisch vorfindet, ahnt er noch nicht, welch blutrünstigen Alptraum ihn erwarten wird.

 

 

Manchmal überrascht, oder verblüfft es Genrefans weltweit, wer da so alles auf dem Regiestuhl Platz nimmt.

Christopher Roth“ – Regisseur Maxime Alexandre scheint auf den ersten Blick für den Filmfan recht unbedeutend.

Stöbert man aber genauer in seiner Vita so dürften vor allem Horrorfilmfans schnell hellhörig werden.

Maxime Alexandre hat sich bisher als Kameramann  einen Namen gemacht und eindrucksvoll bewiesen, dass er sein Arbeitsutensil perfekt im Griff hat.

Die, von ihm gefilmte Werke wie „High Tension“ (2003), „The Hills have Eyes“ (2006) und „Crazies“ (2010) durften im Rahmen des Genres weltweit gehörige Erfolge verbuchen und scheinbar war es ihm wohlmöglich mit der Zeit und den diversen Lobeshymnen leid, immer nur als unbedeutendes Anhängsel im Atemzug mit Regisseur Alexandré Anja („High Tension“ (2003), „Hills have Eyes“ (2006), „Piranha 3D” (2010)) genannt zu werden, sodass er nun auch sein Können mit dem Thriller „Christopher Roth“ als ernstzunehmender Regisseur und Drehbuchautor unter Beweis stellen möchte.

Ein heikles Vorhaben, scheinen doch diverse Filmemacher mit derart beruflichen Veränderungen gescheitert. Im Falle von „Christopher Roth“, seinem zweiten cineastischen Beitrag als Regisseur, kann ich dennoch alle Skeptiker beruhigen.

Handwerklich hat er mit seinem Horrorthriller wahrlich saubere Arbeit bewiesen und sein Gespür für atmosphärisch dichte Kameraeinstellungen- und Fahrten unterstreichen seinen enorm talentiertes und virtuoses Geschick im Umgang mit der Kamera.

Dabei fällt schnell auf, dass gerade sein perfekt inszeniertes Hin- und Herhüpfen zwischen Gut und Böse von farblich geschickter Verspieltheit geprägt ist.

Immer dann, wenn der Killer rabiat zu Gange geht, werden Farben, Sound und Kulisse auf das Wesentliche reduziert – im Kontrast dazu erstrahlen die prägnanten Auftritte des titelgebenden Helden und das seiner Frau in kräftigen, sonnig-heiteren und stimmungsvollen Farben.

Aufgrund der Kombination von künstlerisch genau durchdachten Kamerafahrten im Einklang mit stimmungsvoll-kontrovers zusammengestrickten Farb- und Soundschnipseln und dem Einfügen überaus harter Gewalteinlagen dürfte Filmkenner schnell an die früheren Werke eines Dario Argento´s erinnert werden.

Die Intension ist scheinbar gar nicht mal an den Haaren herbeigezogen, erinnert „Christopher Roth“ unmerklich an diverse italienische Giallo-Schlitzerfilme der 60er und 70er Jahre.

Demnach sehr einprägsam, und stellvertretend als liebevolle Hommage an dieses Subgenre gesehen, die (fiktive) Szene, in der eine junge schwarzgekleidete Frau in einem steril-wirkenden weißen Bad steht und sich vor dem Badspiegel die Haare fönt. Unerwartet pirscht sich der unbekannte Killer an das ahnungslose Opfer von hinten heran und „schlachtet“ die ahnungsvolle Frau erbarmungslos nieder. Die Klassische Musik, welche das deprimierende Unterfangen unterstreicht in Kombination mit den erschreckend realistisch umgesetzten dunkelroten Flutfontänen und dem klinisch-sterilen weißen Farbton des Badezimmers machen diese Szene zu einem echten Augenschmaus für Filmkenner.

Dass Maxime Alexandre scheinbar ein Gespür für rohe und überaus sadistische Gewalteinlagen besitzt sei an dieser Stelle nicht von der Hand zu weisen, bedenkt man mit welchen, in der Horrorszene anerkannten, Filmregisseuren er bisher zusammengearbeitet hat.

Seine unerträglich grausamen und vor allem explizit gefeierten Gewaltspitzen deuten darauf hin, dass er im Laufe seiner bisherigen Arbeit als Kameramann (in diversen Horrorproduktionen) aufmerksam verfolgt hat, wie er Horrorfilmfreunde auf dem gesamten Erball bei Laune halten kann.

Sein „Christopher Roth“ dürfte vor allem bei den hiesigen Zensurbehörden auf gehörig Unverständnis  stoßen und die Darstellung seiner Morde könnte auf „ungeübte“ Zuschauer überaus radikal wirken.

Demnach gehe ich davon aus, dass Alexandres Zweitwerk in deutschen Gefilden vom Vertrieb “Mr. Banker Film” , FSK-freundlich, “zurechtgestutzt” veröffentlicht  wird.

 

 

Maxime Alexandre´s zweiter abendfüllender Ausflug auf dem Regiestuhl hat vollends funktioniert.

Zwar benötigt der Filme eine Weile bis er in Fahrt kommt und besitzt in der ersten Hälfte einige Leerläufer, legt aber in der zweiten Filmhälfte gehörig nach und kann mit einem überaus spannenden  Finale und einer handvoll recht drastisch-gewählten Goreinlagen überzeugen.

Der aktuelle Horrorthriller „Christopher Roth“ spricht ein vorwiegend älteres, sowie erfahreneres Filmpublikum an und das ist auch gut so, denn von der breiten Masse an dummen Teenie-Horrorfilmen, sich endlos wiederholenden „Paranormal Activity“-Fortsetzungen und Plagiaten, sowie penetrant nervenden Hollywood-Remakeaufgüsse hebt sich dieser kleine überraschend sehenswerte Film sehr positiv ab.

 

 

 

Fazit 6,5/10 Punkte

 

High Tension“ – Kameramann wandelt jetzt auf Drehbuch- und Regisseurpfaden.

Vorhaben geglückt – Bitte weiter so!

 

FSK-Prognose: leicht geschnitten mit FSK “Keine Jugendfreigabe” – Film selbst erscheint Mitte März 2012 in Deutschland auf DVD und Blu-ray Disc von “Mr. Banker Film”

 

 

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Filmreview: “The Theatre Bizarre” (2011)

 

Nachdem sich eine junge Dame in ein leerstehendes Theater locken lassen hat, schockiert sie eine recht ominös anmutende menschengroße Holpuppe (Udo Kier) mit  sechs abwechslungsreichen Horrorkurzgeschichten.

 

Epidsode 1 – The Mother of Toads (Regie: Richard Stanleys -”Dust Devil”/ “M.A.R.K. 13”)

 

„Martin“ und „Karina“, ein amerikanisches Studentenpärchen, zieht es zum Entspannen ins spanische Bergland.

Doch der erhoffte Urlaub endet vorzeitig für das verliebte Paar, als Martin von einer Einheimischen erfährt, dass sie eine Kopie des sagenumwogenen Necronomicon-Buches besitzt.

 

Epidsode 2 – I love You (Regie: Buddy Giovinazzos – „Combat Shock“ / “Maniac 2”)

 

Für den alkoholabhängige „Axel“ bricht eine Welt zusammen. Seine große Liebe „Mo“ scheint ihn wegen eines gemeinsamen Bekannten verlassen zu wollen. In seiner Verzweiflung bittet er um Erklärungen für ihre Entscheidung. Da zeigt „Mo“ ihr wahres Gesicht und beichtet ihm alle Vergehen ihrer beider 3 Jahren Beziehung. Eine Entscheidung mit Folgen …

 

Episode 3 – Wet Dreams (Regie: Tom Savini – „Night of the living Dead“ / „Maniac“)

 

Donnie ist ein Frauenheld und betrügt seine Gattin „Carla“ nach Strich und Faden.

Seltsamerweise besitzt er seit einiger Zeit Alpträume, in denen seine diversen Affären sich den Spaß machen, sein bestes Stück höchst kreativ des Besitzers zu entledigen.

Da der junge Casanova mit der Situation so langsam nicht mehr zurecht zu kommen scheint, vertraut er sich einem Psychologen an – Ein fataler Fehler.

 

Episode 4 – The Accident (Regie: Douglas Bucks – “Sisters”)

 

Ein kleines Mädchen wird zusammen mit ihrer Mutter Zeuge eines tragischen Unfalls.

Auf einer Waldstraße müssen die beiden hilflos mit ansehen, wie ein junger Motorradfahrer mit einem Hirsch zusammenstößt und beide aufgrund ihrer Verletzungen bemitleidenswert verenden.

 

Episode 5 – Vision Stains (Regie: Karim Hussain – „Subconscious Cruelty“)

 

Das recht perfide Hobby einer Schriftstellerin: Eine Autorin bringt Leute um die Ecke und entzieht ihren Opfern im Augenblick ihres Todes Flüssigkeit aus deren Augäpfeln, welche sie sich letztendlich selbst injiziert.

Daraufhin durchlebt sie noch einmal das Leben derer und hält es auf Papier fest.

Der Drang nach neuen Erfahrungen und neuen Geschichten wird immer stärker, als sie eine schwangere Frau vor einem Wohnblock stehen sieht. Der Reiz zu sehen, was ein sterbendes Ungeborenes sehen könnte bevor es stirbt wird ihr letztendlich zum Verhängnis.

 

Episode 6 – Sweets (Regie: David Gregory – “Plague Town”)

 

Estelle und Greg stehen vor den Scherben ihrer Beziehung.

Greg liebt Estelle über alles – Aber Estelle liebt Greg nicht mehr als einen ihrer Freunde.

Auf einer Vernissage soll das „Beziehungsproblem“ ein kulinarisches Ende finden.

 

 

 

Horrorfilm-Freunde aufgepasst!

Nach unzählig dummen und sich ständig wiederholendem Horroreinerlei erscheint auch demnächst in unseren Gefilden (Fantasy Filmfest 2012) der unglaublich kreative und unweigerlich sehenswerte Horrorgeheimtipp namens „The Theatre Bizarre“.

Mit „The Theatre Bizarre“ präsentieren diverse namhafte Horrorregisseure ihre ganz eigenen makabren, zynischen und düsteren Interpretationen des „Théâtre du Grand Guignol“, einem französischem Theater, dass in der Zeit von 1897 bis 1962 mit allerhand Gruselstücken, Krimis und rabiat-derben Komödien versuchte das Publikum zu schockieren und somit das aktuelle Splatter- und Horrorkino maßgeblich mitprägte.

Dabei herausgekommen sind sechs derart unterschiedlich gestrickte Kurzwerke, die allesamt vereint durch ein recht grotesk-anmutendes Story-Rahmengerüst, durchaus Filmkost der etwas anderen und ungewohnteren Art bieten dürfte.

Unter der Führung von David Gregory („Plague Town“) erhielten sechs, in der Horrorfilmszene nicht unbekannte Kult-Regisseure die Aufgabe, unter gleichen Bedingungen und mit jeweils gleichem Budget ausgestattet, ihr cineastisches und künstlerisches Können unter Beweis zu stellen.

Das Endergebnis gestaltet sich als überaus verblüffend interessant, denn kein Film gleicht sich dem anderen – die einzelnen Kurzgeschichten lassen durch ihre gekonnt innovative Umsetzung eindeutig die Bildsprache und Erzählweise des jeweiligen Regisseurs erkennen.

Jeder Filmgeschmack dürfte unter den Kurzgeschichten befriedigt werden.

Ob nun klassisch gruselig, Arthaus-like künstlerisch oder trivial ekelhaft „The Theatre Bizarre“ dürfte auch für den noch so speziellen Horrorfilmgeschmack den passenden Beitrag bieten.

Überraschenderweise gestaltet sich die Entscheidung nach seiner ganz persönlichen Lieblingsepisode als überaus schwierig, da alle Kurzfilme auf ihrer ganz eignen charmanten Weise funktionieren und zu überzeugen wissen. Das merklich minimale Budget ist dem Gesamtmeisterwerk an keiner Stelle anzumerken. Jede Kurzgeschichte wurde stimmig, qualitativ hochwertig und liebevoll umgesetzt. Gerade das Rahmengerüst, dass die einzelnen Glieder miteinander verknüpft strotzt nur so vor diversen Anspielungen diverser Horrorfilme der 70er und 80er Jahre und punktet mit einer derart liebevollen und mollig schaudernden Umsetzung, dass der Horrorfan vor Freude im Kreise tanzen möchte.

Die erste Episode „The Mother of Toads“ ist eine liebevolle Hommage an das triviale, hölzerne, aber dafür sehr atmosphärische italienische Trash-Kino der 70er Jahre und entpuppt sich am Ende weniger als eigenständige Horrorepidode, als vielmehr als stimmiges Horrormärchen.

Horrorfilmfans, die ein Hang zu unzugänglichem asiatischem Extrem-Arthauskinos besitzen dürften in Episode vier vollends auf ihre Kosten kommen. Aufgrund der arg superben Ausgangssituation gepaart mit ein paar überaus markerschütternden Spezialeffekten und dem sehr ernüchternden Ende, dürften sich Freunde von asiatischen Genreproduktionen a lá „Naked Blood“ gierig die Finger warm reiben.

Das dieses aktuelle Horrorprojekt gerade aufgrund der recht durchwachsenen und drastische Darstellung von Gewalt bei deutschen Zensurbehörden für Missgunst sorgen dürfte, sei vorab schon einmal angedeutet.

Gerade Tom Savinis Episode mit dem recht zynischen, aber irgendwie passenden Titel „Wet Dreams“ und der abschließende bitterböse Beitrag „Sweets“ zeigen sich gewalttechnisch ordentlich freizügig, sodass eine ungeschnittene deutsche Veröffentlichung vorab für ausgeschlossen betrachtet werden dürfte.

The Theatre Bizarre“ ist ein richtiger Kracher geworden und dürfte nicht umsonst als potenzieller neuer Kultfilm gehandelt werden.

Sechs abwechslungsreiche und vor allem überaus gehaltvolle Kurzgeschichten, die in ihrer Darstellung ihresgleichen suchen dürften und die jedem offenen Horrorfilmfan aufgrund ihrer absolut unkommerziellen Umsetzung auf jeden Fall zur Sichtung durchaus zu empfehlen sind.

Schade nur, dass bereits (!) nach ordentlichen 120 (!) Minuten Spiellaufzeit bereits der Abspann über den Bildschirm flimmert und man das Gefühl nicht los werden möchte, dass man sofort das Bedürfnis verspürt, mehr sehen zu wollen.

Hoffen wir, dass „The Theatre Bizarre“ die nötige Aufmerksamkeit erntet, die der Film offensichtlich verdient hat und alle weltweiten Filmfans mit einer Fortführung der Idee rechnen dürfen.

 

 

 

Fazit 10/10 Filmpunkte

 

Gerade aufgrund der absolut unkonventionellen Umsetzung und Darstellung der vollkommen haarsträubenden Geschichten dürfte sich „The Theatre Bizarre“ einen Ehrenplatz in den Herzen weltweiter Genrefans sichern dürfen – Pflichtprogramm!

 

FSK-Prognose: “keine Jugendfreigabe” geschnitten.

Eine Uncut-Variante mit dem “Spio“-Kennzeichen halte ich für möglich, insofern sich ein mutiger “Spio-freundlicher & erprobter” Vertrieb findet. Ich flehe darum, dass Capelight sich die Rechte gesichert hat und das Teil im Mediabook veröffentlicht. Das Teil schreit gerade nach einem Buch mit Hintergrundinfos und Bildern!

 

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Filmreview: “Jack the Reaper – Jahrmarkt des Grauens” (2011)

 

Ein Schulausflug der etwas anderen Art:

Um sich die nötige Mindestanzahl an Punkten zu verdienen, nehmen einige Schüler, an einem außerschulischen Exkurs in ein Eisenbahnmuseum teil.

Auf dem Rückweg verunglückt der Schulbus unglücklich mitten in der Pampa und die Schüler realisieren nach dem ersten Schock, dass sie scheinbar allein gelassen wurden.

Weit und breit ist weder der begleitende Lehrer noch der Busfahrer zu sehen und fernab des Busses entdecken die Jugendlichen einen vermeintlich belebten Jahrmarkt.

Nach anfänglicher Skepsis verlassen einige Schüler den Bus und erhoffen die rettende Hilfe auf dem Jahrmarkt.

Trotz bunter Lichterflut findet die missmutige Truppe weder Gäste noch Jahrmarktangestellte vor. Doch leider scheinen sie nicht so allein, wie anfänglich vermutet. Denn irgendetwas scheint die Schüler aus dem Dunkel der Nacht heraus zu beobachten.

 

 

Und da ist er wieder „Candyman“- Darsteller Tony Todd, der sich scheinbar den Posten des cineastischen Vermittlers zwischen Leben und Tod gesichert und vermutlich darin die Rolle seines Lebens gefunden hat.

Ebenso wie in diversen „Final Destination“ – Teilen warnt er auch in „Jack the Reaper“, getarnt als Museumsführer, vor dem bevorstehenden unschönen Ableben der ahnungslosen Protagonisten.

Natürlich scheinen, die extrem oberflächlich skizzierten Charaktere, nicht so wirklich den Sinn seiner weisen Worte zu verstehen, denn hätten sie neben „The Hills have Eyes“ (die „Scream“-reske Anspielung auf aktuelle Horrorfilme im Film ist unverkennbar) auch die „Final Destination“- Filmreihe gesichtet, würden sie wahrscheinlich bereits zu Beginn erahnen können, was ihnen im Laufe ihres Filmes bevorstehen wird.

Der geübte Filmfreund zumindest, dürfte schon nach 10 Minuten Filmlaufzeit wissen, was den skurril agierenden Pappnasen blühen dürfte.

Denn von der wahrlich vernünftigen Sorte, scheint keiner der zig Charaktere zu sein, denn ihr Handeln gestaltet sich, wie hätte es auch anders sein können, als ordentlich dumm und unvernünftig.

Demnach wird natürlich das gesamter Register genreüblicher Klischees abgehandelt und wohl bekömmlich, einfach verständlich, sowie splatter- und blutfrei auf TV-Soap-Niveau geblasen.

Vom fetten Widerling, der perdu aufgrund seiner Körperproportionen gemobbt wird, über den arroganten Football-Schönling, der alles und jeden flachlegt bis hin zum Quotenschwarzen, der ab und an sinnfreies Pseudomoral-Gefasel zum Besten trällert, dürften dem Film vermutlich jedes stereotype Klischee, der letzten 30 Jahre Horrorfilmgeschichte, zu Grunde liegen.

Dabei entpuppt sich das recht dürftig und oberflächlich ausgearbeitete Drehbuch als absolute Spaßbremse.

Denn sieht man einmal von der 10minütigen Filmeinleitung ab, die jeden Charakter oberflächlich skizziert und diverse Konflikte zwischen den Charakteren untereinander grob beschreibt, bleibt letztendlich eigentlich nur noch das kurze 10minütige Finale über, dass überhaupt wesentlich wichtig ist für Geschichte.

Dazwischen geschlagene 60 Minuten nervig sinnfreies Gequassel und Gepose der unzähligen Holzköpfe, die sich gehörig Zeit damit lassen, die diversen Attraktionen des Jahrmarktes zu erkunden. Ist zwar schön und gut, aber für den Filmfan unbrauchbar und quälend langweilig, zumal das munteres Treiben aufgrund chronischer Bluarmut nicht einmal auf dieser Ebene überzeugen kann.

Natürlich sei auch an dieser Stelle zu erwähnen, dass man die Logik des Handelns, der diversen Exkursteilnehmer nicht hinterfragen sollte. Anstatt in einer seltsamen Situation, wie sie dem Film zu Grunde liegt, misstrauisch beäugend alles zu hinterfragen, lassen die Jugendlichen erst einmal ordentlich die Sau heraus.

Gut nur, dass im Verlauf der Handlung titelgebender „Jack the Reaper“ zur außergerichtlichen Verurteilung lospilgert um den Schülern gehörig die Leviten zu lesen, denn derart nervige Kinder, wie in diesem Horrorfilm, müssen einfach bestraft werden.

Dabei dürfte der Killer „Jack“ der einzig nennenswerte Grund sein, warum man sich diesen unzureichend unterhaltsamen Film überhaupt anschauen sollte.

Jacks“ Make-up Design gestaltet sich, mit seinen nichtvorhandenen Augäpfeln und dem diabolischen Grinsen, als recht sehenswert und „really creepy“.

Leider darf der Killer nur unzureichend in Erscheinung treten und seine „Bestrafen“ kommt bedauerlicherweise recht züchtig und vor allem nervend jugendfrei daher.

Etwaige Hintergründe über seine Person bleiben ungeklärt, wohlmöglich um zumindest noch halbwegs goutierbaren Horrorstoff für eine mögliche Fortsetzung zu besitzen.

 

 

 

Fazit 5/10

 

Durchschnittlicher Horrorfilm auf TV-Niveau, der zwar einen recht freakigen Filmkiller parat hält, aber aufgrund der absolut dummen Inszenierung und vor allem des enttäuschend geringen Blutzolls dem geübten Horrorfan, trotz „Tony Todd“ – Kurzauftritt,  kaum zufriedenstellende Unterhaltung bieten dürfte.

 

FSK-Fassung ist mit FSK 16 ungeschnitten.

Es gibt noch eine DVD/Blu-ray, die eine „Keine Jugendfreigabe“ – Kennzeichnung besitzt. Dort bezieht sich die Freigabe vorwiegend auf das Bonusmaterial der Scheibe, nicht aber auf den Hauptfilm, denn der ist uncut frei FSK16.

 

 

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Filmreview: “The Sleeper” (2011)

 

Die Alpha Gamma Theta Studentenvereinigung feiert die Aufnahme zwei neuer Mitglieder. Dumm nur, dass ein recht kranker Psychopath die Feierlichkeit mit seinen nervigen Telefonterror stört und eine Studentin, nach der nächsten lustlos um die Ecke meuchelt.

 

 

Was es nicht alles so gibt.

Ich bin immer wieder erstaunt mit welch eifrigen Enthusiasmus sich selbsternannte Filmfans und talentfreie Möchtegern-Regisseure an die Umsetzung von scheinbar eigens niedergekritzelten Drehbüchern wagen. Waren Amateurfilme, noch vor einigen Jahren leicht als selbige zu erkennen, ist die Technik heute schon sogar soweit vorangeschritten, dass selbst absolute Filmlaien mit ordentlichem HD Film-Equipment und grundlegenden Editierungskenntnissen zumindest optisch halbwegs hochwertige Filme basteln können. Kein Wunder, dass derzeit der Heimkinomarkt regelrecht von überaus minderwertigen Produktionen überflutet wird.

The Sleeper“ scheint wohlmöglich auch derart „Fan-Ding“ zu sein. Und ganz ehrlich, ich hab mir diesen Quark leider nicht bis zur letzten Filmminute geben können.

Dabei scheinen die Filmmacher von „The Sleeper“ es ersichtlich einfach gehabt haben, ihren absolut sinnfreien Plot auf Zelluloid zu bannen.

Man nehme Daddys Urlaubs HD-Kamera, drehe mit ein paar angehenden Schauspielstudenten eine handvoll sinnfreier Mordszenen und füge sie letztendlich mit einer illegal erworbener Editierungssoftware aus dem Hause „Magix“ zusammen.

Um sich zumindest halbwegs in der Filmszene bekannt und vor allem beliebt zu machen, bewirbt man seinen miserabel heruntergekurbelten Dreck, als eine Hommage an den frühen Teenager-Slasherfilm der 80er Jahre, um den dreisten Diebstahl diverser Schlüsselszenen bekannter Slasherklassiker zu rechtfertigen.

Eigene Ideen besitzt „The Sleeper“ null – Kreative Umsetzung? Absolute Fehlanzeige!

Das Storygerippe erinnert unverkennbar an den Klassiker „House on Sorority Row“ (Gratis den gesamten Film hier sehen)  und das Geschehen ist derart hanebüchen und trivial , dass einem schon nach der Sichtung von nur wenigen Filmminuten der Fremdscham ins Gesicht steht.

Der wahrlich „fesselnden“ Storyaufbau, dieses uninspirierenden Machwerks,  gestaltet sich wie folgt:

Der Killer ruft im Haus der Studentenverbindung an, stöhnt etwas sinnfreies in das Telefon und holt sich wenige Filmminuten später das belästigte Opfer. Danach kurzer Smalltalk unter den Studenten und der Anrufer ruft erneut in der Verbindung an, belästigt das nächste Opfer und killt es wenige Minuten später. Nach 60 quälenden Filmminuten ruft der kichernde Psychopath immer noch im Wohnheim der Studenten an und ermordet daraufhin die nächste ahnungslose Studentin.

Da kann man als Filmfan letztendlich eigentlich recht froh sein, dass dem vermeintlichen  Nachwuchsregisseur, nach einer geschlagenen Stunde die Opfer ausgehen, denn die Darstellung der Handlungsszenen wiederholen sich bis zum Erbrechen und gestalten sich als absolut spannungsfrei, dumm und einschläfernd.

Sogar so einschläfernd, dass ich bereits noch vor Filmende narkotisiert auf meinem Filmsessel vor mich dahingeschlummert bin.

Vermutlich war Regisseur Justin Russell dieser ungewollte Nebeneffekt bewusst, denn eine gewisse Zweideutigkeit seines Filmtitels lässt sich nicht von der Hand weisen.

Wie auch immer, „The Sleeper“ ist definitiv kein sehenswerter Film. Mich verwundert es warum man dreist Schlüsselszenen aus bekannten Slashermovies stibitzen muss und sich nicht einmal die Arbeit macht, diese dann zumindest denn aktuellen Sehgewohnheiten anzupassen und mit einigen eignen, kreativen und vor allem neuen Ideen auszubauen.

Gerade weil diverse Szenen recht plakativ kopiert wurden, und definitiv nicht mehr den heutigen Sehgewohnheiten entsprechen, macht sich bereits nach wenigen Filmminuten Langeweile breit.

Hommage hin oder her. Vermutlich hätte „The Sleeper“, neben all den hohlen Teenagerfilmen der 80er Jahre, in dieser Darstellungsform vor 20 Jahren bestens funktioniert. Die arg erheuchelte Oldschool-Umsetzung gestaltet sich leider, trotz aktueller Produktion, aus heutiger Sicht als unnatürlich angestaubt. Einzig einige recht nette und vor allem handgemachte Splatter-Effekte und das schon recht unfreiwillig komische Gewinsel und Gestöhne des Psychopathen haben, trotz aller Kritik, ihren ganz eigenen naiven Charme, dürften aber aufgrund der Fülle an dumm-nerviger „Handlungsszenen“, die bis zum Erbrechen wiederholt und ausgereizt werden, ersichtlich schnell an Bedeutung verlieren und kaum Beachtung finden.

 

 

 

Fazit 2,5/10

 

Ne, das war nix.

Wer sich ehrfürchtig vor den ganz großen Teenagerhorrorklassikern der 80er verbeugen möchte, sollte zumindest den Spagat zwischen Neuem und Alten finden.

The Sleeper“ kopiert dreist diverse Filmszenen unzähliger Klassiker, fügt aber keinen eigenen Ideen dazu. Das ist nicht sehenswert, dass ist frech!

 

FSK Prognose: mit etwas Glück ungeschnitten – keine JugendfreigabeDeutschlandstart bisher noch unbekannt.

 

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Filmreview: “Rosewood Lane” (2011)

 

Nach dem mysteriösen Tod ihres Vaters zieht es die bekannte Radio-Psychologin und Moderatorin Sonny Blake zurück in bekannte Gefilden.

Da das Elternhaus über ein Jahr leergestanden hat, sie es aber bisher nicht übers Herz brachte es zu verkaufen, entschließt sie sich letztendlich dazu, das vertraute elterliche Heim auf der „Rosewood Lane“ selbst zu beziehen.

Doch kaum eingezogen erhält sie recht aufdringlichen Besuch von einem der örtlichen Zeitungsjungen, der ihr ein Abo der Tageszeitung verkaufen möchte. Doch aufgrund seiner recht direkten und unhöflichen Vorgehensweise weist sie den Jungen zurück und bittet ihn sie in Zukunft nicht mehr zu belästigen.

Ein fataler Fehler, denn der Zeitungsjunge lässt nicht locker und beginnt die jungen Frau zu terrorisieren.

 

 

Fast 11 Jahre ist es nun bereits her, das Regisseur und Drehbuchautor mit seinem „Jeepers Creepers“ weltweit Erfolge verbuchen und sich zurück in die Liga nennenswerter Horrorfilmregisseure vorkämpfen konnte.

Kein einfacher Weg den er bis dato zu bestreiten hatte.

Denn während seines Debüthorrorwerkes „Clownhouse“ (1989) vergriff er sich mehrfach sexuell an dem damals 12jährigen Hauptdarsteller des Films (Nathan Forrest Winters) und wurde aufgrund seines Vergehens zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

Seine Rückkehr in die Welt des Films verlief demnach alles andere als rosig, denn aufgrund einer Hetzkampagne, die 1994 zum Filmstart seinen Films „Powder“ durch Ex-Darsteller Winters ins Leben gerufen wurde, floppt sein Comeback an den Kinokassen gewaltig und sorgte dafür, dass ihm wichtige Filmaufträge ausblieben.

Erst fünft Jahre später gelang es dem Regisseur mit dem Horrorfilm „Jeepers Creepers“ der weltweit ganz große Durchbruch – aufgrund des Überraschungserfolges folgte rasch eine Fortsetzung, die nahtlos an den ersten Teil anschloss.

Mit „Rosewood Lane“ hat es Salva vorerst einmal geschafft wieder von sich hören zu lassen.

Sein aktueller Horrorfilm geht recht traditionelle Wege und setzt mehr auf Suspense und Spannung, als auf schauträchtiges Gematsche mit dem Holzhammer, wie man es wohl vermutlich im Jahre 2012 erwartet hätte.

Das kommt dem Thriller recht gelegen, denn das arg seltsame Verhalten des pubertären Milchreisbubis gestaltet sich als recht kreativ und makaber und hätte mit Sicherheit noch Potenzial für mindestens (!) eine Fortsetzung.

Dabei ist ersichtlich, dass Salva nach wie vor ein Händchen für herrlich abartige Schocks besitzt und das recht „unartige“ Vorgehen des Möchtegerncasanovas mehr als nur einmal zum molligen „Zusammenzucken“ einlädt. Das recht forsche und vor allem unerwartete Auftreten des frechen Zeitungsjungen dürfte alle zartbesaitete Gemüter mit Sicherheit schnell an die Grenze des Herzkollaps transferieren.

Mir zumindest hat die Darstellung des kleinen niedlichen Paperboys, der eigentlich gar nicht so niedlich ist, wie er auf den ersten Blick zu sein scheint, recht gut gemundet.

Schon allein der Tatsache wegen, dass es Salva durch die Bank weg gelingt nicht nur die Protagonisten des Films mit den recht diabolischen Aktionen des Zeitungsjungen zu verwirren, er schafft es auch den Zuschauer auf recht gekonnter Weise zu manipulieren.

Salva hinerlässt keinerlei Anhaltspunkte über die Beweggründe des seltsamen Handelns des Nachwuchspsychopathen, und skizziert seinen Bösewicht derart verschroben und eigenartig, dass der Zuschauer mit der Zeit vermutet, dass der Junge mit dem Teufel im Bunde zu stehen scheint.

Bis zur letzten Filmminute bleibt das Geheimnis des ominösen und smart lächelnden Psychopathen wohlwollend behütet und wird erst in den letzten Filmsekunden gelüftet.

Und eins sei gewiss: die Auflösung ist zwar simpel, aber derart verblüffend, dass dem Filmfan das Grinsen im Halse stecken bleiben dürfte.

Mit „Rosewood Lane“ hat es Regisseur Victor Salva geschafft einen recht ordentlichen und vor allem sehr spannenden Horrorfilm abzuliefern, der allen Filmfans des entspannten Gruselns positiv im Gedächtnis haften bleiben dürfte.

Zwar gibt es gerade gegen Filmmitte einige Handlungs- und Spannungsdefizite, aber diese werden mit einem fetten und vor allem genretypischen Horrorfinale wieder wett gemacht.

Nach  Sichtung des Films dürften mit Sicherheit alle Hausbesitzer unter uns Genrefans, ihre Löcher im Gartenzaun mit Bauschaum abdichten und die Fenster mit Vorhängen verdecken wollen. Denn die echsenartig-rotierenden Bewegungen des Augapfels des Zeitungsjungen dürften noch Tage nach Filmsichtung unangenehm bei einigen Filmfreunden nachwirken!

 

 

Fazit 7/10

 

Ganz ordentlich, dieser kleine böse Film.

Der überraschende Plottwist ist so verblüffend wie simpel und dürfte vor allem die letzten unglaublich dummen und vor allem schlechten Filme eines M.Night Shyamalan alt aussehen lassen.

 

(FSK-Prognose: Vermutlich mit etwas Glück ungeschnitten mit einer “FSK 16″-Freigabe  – Aufgrund einiger Gewaltszenen, die von einem Minderjährigen ausgehen, könnte aber auch eine ungekürzte “Keine Jugendfreigabe” möglich sein. Dennoch dürfte der Film von der FSK in seiner ungekürzten Form problemlos eine Freigabe erhalten – Deutschlandstart: Fantasy Filmfest Nights 2012)

 

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Filmreview: “Born Bad” (2011)

 

Die minderjährige Brook zieht zusammen mit ihrem Vater, der neuen Frau des Vaters, sowie deren Sohn in ein hübsches Anwesen fernab der Stadt.

Leider hat es die Mutter mit der rebellierenden neuen Tochter gar nicht so leicht, wie anfänglich gedacht. Denn Brook gibt sich alles andere als handzahm mit ihrem neuen Vormund.

Kaum in das neuen Heim eingezogen, lernt Brook den attraktiven Denny kennen und verliebt sich Hals über Kopf in den leicht cholerischen Junggesellen.

Aber den Eltern ist der neue Freund der Tochter nicht wirklich geheuer, sodass sie beginnen Nachforschungen über den vermeintlich liebenswerten Burschen anzustellen. Ein fataler Fehler, denn als sie Denny aufgrund der Ergebnisse ihrer Recherche zu Rede stellen wollen, eskaliert die Situation und des Tochter´s neuer Freund beginnt sein wahres Wesen zu offenbaren.

 

 

Vorab gehört der deutsche Vertrieb dpt-entertainment, der für die Deutsche Vermarktung von „Born Bad“ verantwortlich ist, gehörig geohrfeigt.

Das Cover der hiesigen Heimkinoauswertung ist eine Zumutung und die deutsche Synchronisation sorgt mit ihrem billig-produzierten Amateurgequassel für unerträgliche Ohrenschmerzen. So manch dummer Billig-Porno wurde in Deutschland sorgfältiger und liebevoller übersetzt und vermarktet, als dieser aktueller Psychothriller, der gerade durch die hölzerne Laien-Synchronisation viel an, der ohnehin schon kaum vorhandenen Atmosphäre, einbüßt.

Und als wären genannte Mängel nicht allein schon Grund genug „Born Bad“ zu meiden, hat das „familienfreundliche“ Label dpt-entertainment natürlich auch gleich für wohlbekömmlichen Jugendschutz gesorgt. Fast alle (nichtvorhandenen) Gewaltszenen wurden in Kombination mit diversen Beschimpfungen zum Schutze der Jugend aus der Handlung geschnippelt.

Aber auch die wenigen Szenen, die im Kontext mit Drogen oder Alkohol stehen, wurden dank des labeleigenen und ersichtlich schnitterfahren dpt-„Cuttermeisters“ FSK-freundlich dem Film entraubt.

Dumm nur, dass die DVD/Blu-ray trotz diverser Kürzungen von der FSK dennoch keine Jugendfreigabe erhielt und mit einer „Keine Jugendfreigabe“ – Plakette abgestraft wurde. Die Frage nun: wer kauft letztendlich derart verstümmelten Film in derart Zustand, und das, obwohl der Film in seiner ungeschnittenen Originalfassung kaum explizit gefeiertem Gewaltterror bietet?

Dabei ist „Born Bad“ eigentlich gar nicht so dumm und schlecht, wie diverse (vorwiegend negative) Kritiken im Internet vorerst vermuten lassen.

Born Bad“ ist einer dieser unwichtigen kleinen Filmchen, die man so nebenbei wahrnimmt, und die trotz des belanglosem Stelldichein und der arg durchwachsenen Umsetzung, dennoch wissen wie sie für zumindest 90 Minuten kurzweiliger Unterhaltung sorgen – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Da es sich bei dieser Produktion um ein waschechtes amerikanisches „TV-Filmchen“ handelt sollte man dementsprechend auch keine bombastisch ausgetüftelten cineastischen Überraschungen erwarten. Der vermutlich günstig produzierte Psychothriller lässt an jeder Stelle im Film seine TV-Herkunft erahnen und die Dramaturgie läuft selten auf Daily Soap-Niveau hinaus.

Die Charaktere verhalten sich, gerade gegen Ende, merklich unlogisch und die Beweggründe des Psychopathen Denny bleiben größtenteils ungeklärt. Das ist eigentlich schade, da „Denny“-Darsteller Michael Welch den wirren Schizzo eigentlich recht gekonnt weiss in Szene zu setzen. Leider bietet sein recht talentiertes Schauspiel in dem, mit extremen Handlungsdefiziten überstreuten Drehbuch kaum tiefgründigen und vor allem ernstzunehmenden Interaktionsspielraum.

Was als echtes Psychopathen-Filmchen beginnt, das sehr an den Teenager-Thriller „Fear – wenn Liebe Angst macht“ mit Mark Wallberg in der Hauptrolle erinnert, mutiert gegen Filmmitte zu einer vollkommen unglaubhaften „Home Invasion Gurke“ a la „Kidnapped“.

Das klingt wohlmöglich für den Filmfan vorerst sehr vielversprechend, will jedoch in der Umsetzung aber irgendwie nicht so wirklich funktionieren.

Die pubertäre Brook nervt, aufgrund ihres vollkommen naiv-sinnfreien Handelns und ihren unerträglichen Diskussionen mit der Stiefmutter, bereits nach nur wenigen Filmminuten. Gegen Ende hin scheint es Regisseur und Drehbuchautor Jared Cohen dennoch versöhnlich mit ihr zu meinen.

Das unerfahrene Mädchen schreit, flennt und stolpert durch die Szenerie und serviert sich förmlich von Filmminute zu Filmminute als unfreiwilliges Opfer auf dem Serviertablett, schafft es aber, trotz ihres vertrottelten Handelns, irgendwie dennoch das Leben der eigenen Familie zu retten.

Nun denn, man sollte mit diesem kleinen Debütthriller nicht zu arg ins Gericht gehen.

Trotz der enormen Logikdefizite schafft es „Born Bad“ auf eine dennoch recht straffe und zügig erzählte Inszenierung und unterhält 90 Minuten.

 

Ein Film, den man nicht gesehen haben muss, der aber (zumindest in seiner ungeschnittenen Fassung) trotz bekannter Vorlagen („Fear“, „Stepfather, „Kidnapped“) und den diversen Filmfehler immerhin geradlinige und solide Genreunterhaltung bietet.

 

 

 

Fazit 5,5/10 Punkte

 

Durchschnittlicher TV-Thriller, dessen plakative und unlogische Zensur in der deutschen Fassung für allgemeines Unverständnis sorgen dürfte.

(FSK-Version: “Keine Jugendfreigabe” – erheblich geschnitten)

 

 

Hellraiser80


Filmreview “The Watermen” (2011)

 

Lust auf richtig guten Horror?

Auf einen Film mit klasse Schockmomente, intelligent konstruierter Story und sexy Chicas, die wissen wie sie sich kreativ zur Wehr setzen müssen?

Ja?

Dann empfehle ich ausdrücklich den aktuellen Backwood-Slasher „The Watermen“ zu meiden, denn hier gibt’s nix was überhaupt von Erwähnung wäre.

Die Story hat man in dieser Form schon bis zum Erbrechen gesehen und ich verstehe nicht, welche Intensionen und Ziele manche Regisseure und die dahinterstehenden Produktionslabel mit ihrem aufgewärmten Kaffee eigentlich verfolgen wollen? Gewinnträchtigen Umsatz dürfte bisher für diesen Quark mit Sicherheit kaum geflossen sein – wohl eher sollte der interessierte Filmfan nach Sichtung Geld für diesen Schund „einklagen“, weil „The Watermen“ dem Zuschauer fast 90 Minuten an kostbarer Lebenszeit raubt, ohne überhaupt ein Fünkchen Unterhaltungswert zu bieten.

Die Geschichte, insofern man das Storygerippe überhaupt „Story“ nennen kann, liest sich demnach auch recht bescheiden und vorhersehbar:

Eine kleine Gruppe Jugendlicher, bestehend aus drei potenten Muskelprotzen und drei paarungswilligen  Bordsteinschwalben, unternimmt einen hübsch idyllischen Segelausflug auf dem Meer

Doch die friedliche Idylle ist schnell verpufft, als das Boot einen Motorschaden erleidet und  die sechs Hohlbirnen nicht mehr wissen, wie sie wieder an Land  kommen sollen.

Der interessierte Filmfan erhofft sich natürlich nun eine Überlebensschocker a la „Open Water“, dürfte dennoch leider rasch enttäuscht werden, als von weitem ein Fischerboot den ratlosen Gestrandeten zu Hilfe eilt.

Nachdem sich die Teens an Bord gerettet haben und den Fischern größten Dank beipflichten, ahnen sie noch nicht, dass ihr vermeintlich friedlicher Ferienausflug bald ein tödliches Ende nehmen wird, denn die Fischer haben sich auf das Fischen mit Menschenfleisch spezialisiert, ganz der Devise: was für Haie gut verdaulich ist, dürfte wohl auch den kleineren Fischen und Muscheln munden.

Was jetzt förmlich nach ordentlich Folter- und Splatter schreit, ist in der Umsetzung eigentlich handfest erbärmlich.

Ich frage mich, wer denn auf derart dumme Idee gekommen ist, einen Film über speckige und ungepflegte Fischer zu drehen, die anstatt im Dreck nach Würmern zu wühlen, sich lieber die Arbeit machen ahnungslose Teenies vom Meer wegzufangen, diese auszuweiden und in kleine Teile zerteilt an die Fische zu verfüttern, um maximale Fischfänge zu erzielen?

So skrupellos und vor allem doof muss man erst mal sein, zumal das zerkleinerte Fleisch dann auch noch auf dem Schwarzmarkt an andere Fischer verhökert wird und ich im Film keinen einzigen Polizisten sehen konnte, der überhaupt annähernd Interesse daran gehabt hätte, dass „irrationale“ Massenverschwinden unendlich vieler Touristen und Teens zu untersuchen.

Nach nachvollziehbarer Logik, ernstzunehmender Glaubwürdigkeit und vor allem tieferen Sinn sucht man in „The Watermen“ demnach vergebens. Nach ausufernder Splatter- und Folterunterhaltung ebenfalls. Bis auf eine recht unangenehme Brustimplantat-Entfernung und eine kurze Häutungssequenz, die sehr an „The Texas Chainsaw Massacre – The Beginning“ erinnert, gibt es in dieser Gurke nichts was überhaupt von Erwähnung wäre.

The Watermen“ entpuppt sich als ein Sammelsurium der unterschiedlichsten und vor allem vorhersehbarsten Horrorklischees, die man schon lange nicht mehr in so trivialer und niveauloser Form sehen konnte. Eigenständige und vor allem frische Ideen sind Mangelware.

Spannung oder ein Mitfiebern entsteht, aufgrund der unerträglichen Vorhersehbarkeit, an keiner Stelle im Film.

Wer einen Faible für das Genre des „Backwood-Horrorfilms“ besitzt sollte einen kurzen Blick riskieren, aber seine Erwartung auf Nullpunkt reduzieren.

Allen anderen Horrorfilmfans sei an dieser Stelle vor diesem Blindgänger gewarnt – Der Film ist absolut „Scheisse“!

 

 

Fazit 3,5/10

 

Dieser überaus dumme Film macht eindeutig KEINEN Spass.

Alle Wörter mit der Vorsilbe “un” sind für diesen Film geradezu prädestiniert – Was für ein wahrhaft  unglaublich, unschöner und uninteressanter Film.

 

(FSK-Prognose:  Keine Jugendfreigabe – geschnitten. Zwei Szenen im Film (Brustimplantat-Entfernung und Häutung) dürften vermutlich Probleme mit der FSK bekommen. Aufgrund der recht kurzen Szenen, vermute ich mal, dass der hiesige Vertrieb den Film nur in gekürzter Version veröffentlichen wird, da die Masse an Gewaltszenen einfach zu überschaubar sind, als das man den Aufwand einer Spio-Prüfung für die ungeschnittenen Fassung tragen würde)

 

Deutschlandstart: bisher unbekannt!

 

Hellraiser80


Filmreview: “Boston Killer Babes” (2010)

Boston Killer Babes Filmreview

 

Carmela und Lynne , zwei innig befreundete Bostoner Vorstadtgirls auf der Suche nach dem ganz großen Glück.

Doch irgendwie meint es das Schicksal nicht sonderlich gut mit den beiden.

Denn Lynne erwischt ihren treuliebenden Freund in flagranti im Bett mit einer anderen, worauf sie ihn zu Rede stellen möchte. Der „neuen“ Bettgenossin wird die Aussprache scheinbar zu turbulent, sodass sie rasch zum Telefonhörer greift und die Polizei herbeiruft. Wenige Minuten später treffen zwei Polizisten auf das aufgescheuchte Mädchenduo, dass sich alsbald in Handschellen abgeführt, auf dem Hintersitz des Polizeiwagens wiederfindet.

Unterwegs scheint einer der Polizisten einen besonders heftigen Druck in der Beckengegend zu spüren und vergewaltigt die wehrlose Carmela.

Ein fataler Fehler, denn angewidert von der hormongeplagten Männerwelt, setzen sich die beiden schlagfertigen Powergirls zur Wehr.

Auf ihrem Rachefeldzug gegen die Männerwelt Bostons meucheln sie alles nieder, was sich den beiden in den Weg stellt.

 

 

What the Hell!?

Eigentlich liest sich die Inhaltsangabe recht vielversprechend und erfrischend: Ein Mädchenduo, dass ersichtlich genervt ist am moralischen Verfall der Gesellschaft und fortan munter in den Krieg zieht um all die zu bestrafen, die sich in jüngster Vergangenheit den beiden Mädchen gegenüber (sexuell) moralisch verwerflich verhalten haben. In einschlägigen Filmproduktionen ist es ja oftmals umgekehrt, denn dort ist es vorwiegend so, dass ein „männlicher“ Serienkiller dem gelüsten Treiben der meist „weiblichen“ Protagonisten durch makabre Folterspiele ein schnelles Ende bereitet.

Demnach war ich eigentlich recht gespannt, was mich mit „Boston Killer Babes“ erwarten würde.

Als erstes der große Schock: das Filmintro zeugt von derart schlechter Aufmachung, dass mir der Film bereits nach 60 Sekunden Dauer-Billig-Rap-Gedudel gehörig auf den Sender ging und ich eigentlich genervt abschalten wollte. Wer da so unglaublich miserable Kenntnisse im Editieren der Anfangscredits hatte, gehört auf jeden Fall erschossen.

Viel zu erwarten gab es demnach nicht, und doch muss ich gestehen, dass ich letztendlich positiver überrascht war als gedacht.

Klar, „Boston Killer Babes“ ist kein wirklich guter Film – keine Frage. Eine Low-Budget-Produktion, wie man sie viel zu oft schon gesehen hat.

Das nichtvorhandene Budget ist dem kleinen Independentfilm an jeder Stelle anzusehen.

Trotzdem muss ich gestehen, dass der Film aus den minimalen Mitteln, die ihm zur Verfügung standen Maximales Potenzial herausgeholt hat. Das ist lobenswert, denn ersichtlich ist, dass der Film trotz seiner enormen dramaturgischen und technischen Schwächen dennoch seinen ganz eigenen, naiven aber trotzdem liebenswerten Charme besitzt, den ich eigentlich sonst bei der Vielzahl ähnlich schnell abgedaddelten Produktionen schmerzlichst vermisse.

So zeigt sich „Boston Killer Babes“ gerade in den Interaktionen des „Mädchen-Duos“ mit- und untereinander ersichtlich makaber und zynisch. Sicherlich ist diese Produktion von keiner meisterlichen Schauspielkunst geprägt und wirkt an vielen Stellen unbeholfen und schon sehr amateurhaft, aber die sehr sarkastischen und prägnanten Kommentare von Carmela und Lynne erweisen sich in Gesamtbild als echte Schenkelklopfer und machen wahrlich Laune.

Ebenfalls sticht nennenswert hervor, dass „Boston Killer Babes“ ein talentiertes Händchen für längst vermisstes 80er Jahre Retro-Feeling besitzt. Die stimmigen Sets, das vollkommen unglaubhaft-übertrieben wirkende Overacting der Protagonisten und die recht unbeholfene, aber dafür experimentierfreudige Kamera erinnern an längst vergessene Genreperlen der 80er Jahre.

Irgendwie wahrlich ironisch, dass eine so unprofessionell und oftmals unfreiwillig komisch wirkende Low-Budget Horrorproduktion mehr Seele besitzt als so mancher aktueller Mainstreamknaller.

Wie auch immer, schlechter Film – oder kleiner Nischengeheimtipp?

Bei „Boston Killer Babes“ werden sich die Geister offensichtlich scheiden.

Die einen werden ihn hassen – andere dafür mögen.

Für alle Freunde fernab des guten Geschmacks und für Freunde mit Interesse an Trash-Filmen sei „Boston Killer Babes“ trotzdem wärmstens empfohlen.

 

 

Fazit: 4/10 Punkte

 

Kleines zynisches und unprofessionelles Low-Budget Filmchen, das mit Sicherheit seine Liebhaber finden wird.

(kommende “Keine Jugendfreigabe” – Version ist ungeschnitten)

 

Hellraiser80


Filmreview: “Bitter Feast – Blutiges Kochduell” (2010)

 

Der Fernsehkoch Peter Grey bangt um die Zukunft seiner TV Kochshow, denn aufgrund schlechter Quoten soll diese abgesetzt werden. Die vernichtende Kritik des Internet-Bloggers JT Franks, dessen Lebenshauptaufgabe vermutlich darin besteht, durch  Falschaussagen die Leben anerkannter Gourmetköche durcheinander zu bringen, kommt Peters Karriere rein gar nicht förderlich.

Prompt verliert er nicht nur seinen Job als Koch in einem Nobelrestaurant, auch die Kochshow, in die er bisher enorm Herzblut investiert hatte wird letztendlich von der Sendeanstalt abgesetzt.

Perspektivlos schmiedet der, nun arbeitslose Koch einen teuflischen Plan: er entführt Franks und verschleppt ihn in seine abgelegene Ferienwohnung, wo er Franks kulinarischen Koch-Qualitäten auf die Probe stellen möchte.

 

 

Vorliegende Inhaltsangabe liest sich eigentlich schon einmal recht ansprechend, oder?

Die Story über einen Koch, der auf Rachefeldzug aus ist, hat das Genrekino bisher noch nicht bis zum Erbrechen ausgewalzt und todgefilmt. Die Idee klingt frisch und hat eigentlich enorm Potenzial für ordentlich perverses Gekrösel und Gekrümel und bietet Spielraum für allerlei ekelerregende und splattrig-schöne Gourmetattacken. Aber wie es nun einmal allzu oft der Fall ist, verbirgt sich hinter hübsch makaberen Blu-ray Coverdesigns und leckeren Inhaltsangaben ganz oft mehr Schein als Sein. Auch „Bitter Feast“ macht da keine Ausnahme und bietet ein recht zähes und ausgegorenes „Kochduell“, dem die gewissen Priese Salz und ein gehörig würziger Schuss Pfeffer fehlt.

Immerhin war Regisseur und Autor Joe Maggio bemüht, dem Zuschauer ein überaus zynisches und sarkastisches Stelldichein zwischen dem recht „engagierten“ Internetautoren Franks und dem zutiefst gekränkten Ex-Koch „Grey“ zu präsentieren, das zwar halbwegs funktioniert, aber das mangels Interaktionsmöglichkeiten Franks nicht wirklich an Fahrt gewinnt.

Denn, der zu Beginn zutiefst böse und unsympathisch beschriebene Franks verliert im Verlauf der Handlung scheinbar seine „böse“ Ader und lässt jede Demütigung Greys schön hübsch und artig über sich ergehen. Inhaltlich hätte ich mir da mehr würzigen Dialogpower zwischen dem akkuraten Fernsehkoch Greys und dem miesen Charakterschwein Franks gewünscht, denn das Schauspiel zwischen den beiden Protagonisten untereinander ist eindeutig etwas zu langatmig ausgefallen. Außerdem fällt auf, dass auch  „Bitter Feast“ gehörig vom allseits bekannten Klischee-Arsenal Gebrauch macht. So scheitert natürlich, wie könnte es auch anders sein, Franks erste Flucht durch den Wald aufgrund eines Stolperanfalls und einem verstauchten Knöchleins. Wie süß!

Auch die genreüblichen dezent gesetzten Gewaltexzesse (Keine Jugendfreigabe-Kennzeichung geht vollkommen in Ordnung) reißen den Thriller, der unpassender Weise gegen Ende zu einem lupenreinen Backwood-Slasher mutiert, nicht über Standartmittelmaß hinweg.

Bitter Feast“ beginnt und endet so, wie man es aus unendlich vielen ähnlichen Backwood-Slasherfilmen/Thrillern bereits schon zig mal (besser) gesehen hat

Der miserabel aufdringliche Billig-Digital-Look und die unglaubhaft billig produzierte deutsche Synchronisation des Sternekochs Grey unterstreichen dabei noch einmal die recht durchwachsene Qualität dieser aktuellen Genre-Produktion.

Trotzdem, meine Kritik liest sich scheinbar schlechter als der Film letztendlich ist.

Ich habe schon schlechteres gesehen. Anhand der (vermute ich mal) beschränkten finanziellen Möglichkeiten ist „Bitter Feast“ dennoch genießbar. Kein Gourmetmenü, eher ein Snack für Zwischendurch.

 

 

Fazit 6/10 Punkte

 

Ein durchschnittlicher Horror-Gourmetbeitrag, der noch einige Minuten länger braten hätte müssen. Als Zwischensnack geeignet!

 

Hellraiser80


Filmreview: “Blood Shower” / “Baby Shower” (2011)

 

Fünf, eigentlich beste Freundinnen feiern in einem Anwesen, weit entfernt jeglicher Zivilisation, die bevorstehende Geburt von Lisas Baby . Doch als die werdende Mutter instinktiv ahnt, dass sie von einer der vermeintlichen Freundinnen betrogen und hintergangen wird, beginnt der Zickenterror, der für die Schwangere Lisa und deren Bekannte ein schlimmes Ende nehmen soll.

 

 

Mal so am Rande: für einen Debütfilm des Nachwuchs-Regisseurs Pablo Illanes, ist der mir vorliegende „Baby Shower“ (so im Original), gar nicht mal so miserabel ausgefallen, bedenkt man, was (vor allem deutsche) Animateurfilmer oder Regisseurneulinge sonst für derart unbrauchbares Material produzieren. Trotzdem, bewertet man das Werk neutral, ohne von diesen Vorteil zu wissen, ist „Baby Shower“ ganz schön hölzern und zäh ausgefallen.

Warum im übrigen, der Deutsche Titel in „Blood Shower“ umbenannt werden musste entzieht sich mir jeglicher Logik. Scheinbar wollte der hiesige Verleih mit einem noch „reißerischeren“ Titel punkten, um zusammen mit dem wirklich furchtbar plakativ gestalteten DVD-Cover noch mehr Käufer um deren schwerverdientes Geld zu prellen. Denn „Blood Shower“ durfte in der deutschen Verkaufsversion ordentlich Federn lassen, wobei wir eigentlich auch gleich beim nennenswerten Teil des gesamten Filmes wären. Richtig, die Blut- und Goreeffekte sind ausreichend vorhanden und sehen wirklich recht professionell und qualitativ hochwertig aus. Zwar wird in „Baby Shower“ kein Gorefest der Extraklasse verbraten, dennoch die Effekte können sich sehen lassen und haben sicherlich ihren selbstzweckhaften Reiz, der die Blutfraktion unter den Horrorfilmliebhaber auf jeden Fall zufrieden stellen dürfte.

Trotzdem, bevor dass arg schwerfällig Geschehen überhaupt in Fahrt kommt benötigt der Film schon eine Weile und fordert ordentlich Sitzfleisch. Es wird gefeiert, gestritten, gezickt und gevögelt und ganz ehrlich, dem Film kommt all das nicht wirklich bekömmlich, zumal einem die Charaktere und deren sinnfreies Gefasel nach einer Weile gehörig aufs Schwein gehen. Da hilft die wirklich hübsch-durchdachte Optik und die überaus professionelle Kamera- und Tonarbeit recht wenig, denn „Baby Shower“ ist alles andere als spannend.

Dabei ist auch auffällig, dass es gerade ab Filmmitte zu derart seltsamen Drehbuchholpern kommt und neue Protagonisten in das Geschehen treten, dass es mir schwerfiel der wirren Handlung und den zig Charakteren überhaupt noch zu folgen. Und natürlich dürfen auch diverse Klischees in derart Produktion nicht fehlen.

So haben die Protagonisten natürlich im Falle des Falles keinen Handyempfang und natürlich gehen die Charaktere auch nicht auf Nummer sicher, wenn sie dem Killer mit deinem Bügeleisen eins gegen die Waffel schlagen, sondern laufen stattdessen panikentbrannt ins stockfinstere Nichts des Waldes, anstatt dem Killer noch einige Male mehr mit dem Bügeleisen auf den Kopf zu keulen. Warum können heutige Drehbuchschreiber nicht minimal kreativer und glaubwürdiger zu Gange gehen? Diese unglaubhaften und altbackenen Klischees sind vollkommen unzeitgemäss und nerven mich langsam!

Letztendlich hätte Regisseurs Pablo Illanes soviel mehr aus seinem „Baby Shower“ machen können, hätte er noch ein wenig mehr an seinem Drehbuch gewerkelt und den völlig verpeilten Endtwist einfach weggelassen. So ist sein Erstlingswerk belanglose Durchschnittsware geworden, das sich schamlos bei diversen Genrevertretern bedient und das einzig mit seiner wirklich virtuosen Kameraarbeit und den sehr professionellen Bluteffekten, sowie den hübsch animierten Endcredits überzeugen kann. Das nächste mal Bitte mehr Inhalt und weniger Kameraarbeit!

 

 

Fazit 5,5/10 Punkte

 

Langweilige, aber hübsch gefilmte Durchschnittsware mit ordentlichem Blutzoll. Wer auf Teenie-Slasher Ware ohne Teenies steht, sollte sein Glück versuchen. Der Rest sollte besser seine produktive Zeit in einen sehenswerteren Film investieren.

 

(FSK-Freigabe: geschnitten – keine Jugendfreigabe)

Hellraiser80


Filmreview: “Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings” (2011)

 

So und nun der, zumindest meiner Meinung nach, bisher schlechteste Genre-Beitrag 2011.

 

Kenja und ihre Clique werden bei ihren winterlichen Ausflügen mit den Schneemobilien von einem Schneesturm überrascht und flüchten in ein naheliegendes leerstehendes Sanatorium.

Leider ist das Lager nicht so sicher wie gedacht, denn 3 entstellte, ehemalige Insassen haben es sich’s dort gemütlich gemacht und haben eine Leidenschaft für frisches Menschenfleisch.

 

Wir erinnern uns: das bereits totgesagte Backwood-Slasher-Subgenre, dass seine Blüte in den 70er Jahren erleben durfte, wurde im Jahre 2003 im Zuge der Reanimation des Slasher-Films („Scream“, „Düstere Legenden“, „Ich weiss was du letzten Sommer getan hast“) mit dem recht fiesen und überraschenderweise sehr effektiven „Wrong Turn“ wiederbelebt.

Nun 8 Jahre später erscheint mit „Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings“ die bereits 3 Fortsetzung, des einst so makaberen und erfolgreichen Horrorfranchise, das von einer handvoll missgebildeter Kannibalen-Hinterwäldler handelt, deren Hauptaufgabe es ist, Menschen zu jagen, die sich fernab der Zivilisation im Dickicht des Waldes verlaufen haben.

Neben dem recht hübsch gefilmten Original “Wrong Turn“, wurden die weitern Teile der Reihe direkt für den Heimkinomarkt produziert, was sich ersichtlich in der lieblosen Inszenierung der Filme widerspiegelte. Da das hauchdünne Story-Grundgerüst bereits mit Teil 1 an seine Grenzen stieß, bemühte sich das Studio bei den Fortsetzungen erst gar nicht, die Geschichte innovativ weiterzuspinnen. Vielmehr erschien mir der Gedanke, dass man schnell noch die Kuh melken wolle, bevor das Franchise in Vergessenheit geraten würde. Daher konzentrierten sich die Produktionen weniger auf Charakterentwicklung, stimmigen Storyaufbau etc. pp. ,als  vielmehr auf das „kreative“ Töten, fernab jeglicher Logik und wirklich schlechten CGI-Effekten, um die Horror-Fanbase halbwegs zufrieden stellen zu können.

Bedingt hat das ersichtlich funktioniert, denn sonst würden wir jetzt nicht einen weiteren Teil sichten „dürfen“.

Wrong Turn 4“ hat wirklich alles was einen wirklich miesen Film ausmacht.

Leute, ich habe derart dumme Scheisse (entschuldigt, aber derart Filme haben nichts mehr mit Freude zum Genre gemein) schon lange nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Die beiden Teile zuvor waren schon derart schrecklich, aber das aktuelle Sequel bringt das Fass zum kochen. Da die „untalentierten“ Schauspieler ihr unausweichliches Ableben, es gibt im Film übrigens KEINEN wirklich produktiven Dialog, so unfreiwillig komisch spielen, konnte ich diese Produktion absolut nicht einordnen. Ist „Wrong Turn 4“ eine Komödie, oder soll dieses „Meisterwerk“ ernstzunehmenden Horror darstellen?

Ich deute mal letzteres. Zumindest dürfte der routinierte Filmkenner Freude daran haben die unzähligen Filmfehler im Machwerk zu zählen.

Apropos Darsteller: schon mal einen Film gesehen, in denen die Protagonisten Angst und Leiden spielen sollen, und ihre panischen Dialoge mit einem leicht unsicheren Grinsen von sich trällern. Spätestens hier war für mich dann der Spaßofen aus. Bei aller Liebe zum Trash, aber im Vergleich zu „Wrong Turn 4“ ist das gefakte Nachmittags-Randgruppen-Fernsehen auf RTL absolut oscarverdächtig.

Was ist denn eigentlich überhaupt nennenswert an diesem 4. Teil der Reihe.

Nix, Nada, Nischewo! Die überaus selbstzweckhaft eingesetzten Ekel- und Goreeffekte bieten, aufgrund der extrem schlechten CGI- Umsetzung, nicht mal annähernd Schauwert.

Warum man für eine derart unwichtige und kleine Horrorproduktion überhaupt CGI einsetzen musste, entzieht sich mit jeglicher Logik.

Da die Goreeffekte minutiös penetrant zelebriert werden, dürfte eine Uncut-Veröffentlichung in Deutschland unwahrscheinlich sein.

Schon allein die Szene, in der die Sippe einem Protagonisten bei lebendigen Leib Stücke aus seiner Haut schneiden und diese genüsslich in heißem Öl wälzen und verspeisen, dürfte bereits für die FSK Anlass genug sein, die Freigabe zu verweigern.

Hätte der Major-Studio „20th Century Fox“  mehr Drehbudget investiert, ein sorgfältig und stimmiges Drehbuch an Land gezerrt und vernünftige Darsteller engagiert, hätte „Wrong Turn 4“ das werden können, was man sich eigentlich nach Teil 1 gewünscht hätte: einen ultra-harten und im Gedächtnis haftenden Ultra-Hardcore-Schocker.

Aber das was man nun mit „Wrong Turn 4“ angeboten bekommen, ist in Worten gar nicht auszudrücken. 100%-iger, unglaublicher Abschaum!

So kann man auch eine eigentlich gute Idee (Teil 1) richtig schön totprügeln.

 

 

Fazit 1,5 / 10 Punkte

 

Schlechter gehts nimmer. Für mich endet mit diesem Teil die „Wrong Turn“ Ära.

Einen weiteren Teil erspar ich mir.

 

FSK-Prognose: 100%ige Freigabeverweigerung

Hellraiser80


Filmreview: “Hellraiser – Revelations” (2011)

 

Nach diversen arg schlechten Filmbesprechungen, der nunmehr bereits 9. Filmumsetzung des Clive Barker Stoffes rund um das berüchtigte „Hellraiser“-Universums, habe ich mir nun selbst ein Bild von „Hellraiser – Revelations“ gemacht und war positiver überrascht als ich eigentlich erwartet hätte.

Nun gut, insofern man seine eigenen Erwartung wirklich ordentlich gen Keller schraubt, dürfte der ein oder andere Filmfan unter Euch, die ein oder andere Überraschung erleben.

Sicherlich ist „Revelations“ der bisher schwächste Teil der gesamten Serie, bietet aber dennoch genug kurzweilige, wenn auch leider recht simpel und trivial-gestrickte, Genreunterhaltung.

Dabei handelt es sich weniger um ein eigenständig erzähltes Sequel mit einer wirklich neuen Story, als vielmehr um eine wenig tiefgründige Neuinterpretation des bekannten Clive Barker-Stoffes.

Dem bewanderten Filmfan dürften daher jede Menge altbewährte und neuaufgebrühte Schlüsselmomente aus den genialen ersten beiden Teilen des Franchise bekannt vorkommen. Von daher ist „Hellraiser – Revelations“ mehr Remake, als eigenständiges erhofftes Sequel.

Der Anfang des neuesten Werkes ist recht stimmungsvoll geraten: die beiden Freunde Nico und Steven geraten während eines Kurzurlaub an den sagenumwogenen Spielwürfel, mit deren Hilfe es möglich ist, mit den Cenobiten (Geschöpfe aus der Hölle) in Kontakt zu treten. Kaum in Besitz des geheimnisvollen Instruments, schafft es der draufgängerische Nico die Kreaturen herbeizurufen, woraufhin die beide Freunde auf recht schmerzlicher Art und Weise Bekanntschaft mit dem Anführer der Cebobiten machen.

Da Nico das Tor zur Hölle mit Hilfe des Würfels geöffnet hat, muss er als Gegenleistung den Cenobiten seinen Körper und sein Fleisch zur allgemeinen „Erkundung“ zur Verfügung stellen und wird letztendlich gemeinsam mit den Cenobiten in den Höllenschlund hinabgerissen -der bedachte und schüchterne Steven bleibt verstört zurück. Doch Nico kann aus der Hölle entfliehen. Einziges Manko: die blutgierigen Geschöpfe aus der Hölle haben ihm seiner Haut entraubt.

Fortan bittet er seinen besten Freund Steven für ihn zu morden, auf das sich Nico am Blut der Opfer stärken kann und wieder die Gestalt eines menschlichen Wesens erhält.

Bedenkt man, was „Hellraiser – Revelations“ für ein katastrophal-geringes Budget zur Verfügung gestanden hat, ist das was man letztendlich als fertiges Werk bewundern darf, gar nicht mal so übel. Sicherlich schauen diverse Schauplätze (es gibt gerade mal eine handvoll unterschiedlicher Schauplätze, da der Hauptteil des Filmes im Haus von Stevens Eltern spielt) wirklich schlimm nach Kulisse aus und die dilettantische Handlungs- sowie Charakterentwicklung des aktuellen Teils ist derart simpel gestrickt, dass die Dramaturgie kaum über TV-Soap-Niveau hinausreicht, aber immerhin hat man tatsächlich alles herausgeholt was aus dem Produktionsbudget herauszuholen war.

Was ich als relativ nervend empfand war die Tatsache, dass man versucht hat aktuelle Horrorfilm – Trends in „Hellraiser – Revelations“ miteiner zu vereinen. Demnach darf der geneigte Horrorfilmfan Fragmente des Geschehens „Blairwitch“-typisch aus der Digitalkamera-Perspektive verfolgen oder Nicos Rückkehr aus der Hölle und seine Folter- und Psychospielchen mit der eigenen Familie exploitationlastig (vergleiche „Mothersday“-Remake, „Funny Games“ …) miterleben.

Sicherlich funktioniert das eigentlich recht gut, aber passt irgendwie nicht in das recht groteske und theatralisch-düstere „Hellraiser“-Universum.

Das wirklich unverzeihbarste Vergehen überhaupt an diesem aktuellen Teil, ist die Tatsache, dass „Pinhead“ nicht von mehr von Doug Bradley dargestellt wird. Jeher waren in allen Sequels der Serie sein Erscheinen und sein Auftritt das eigentliche „Highlight“ eines jeden Hellraiser-Teils.

Der neue „Pinhead“ besitzt nicht einmal annähernd die enorm stolz-majestätische, aber dennoch unheimlich-bösartige Aura eines Doug Bradley und ist für mich, mit seiner arg knochigen und unscheinbaren Erscheinung eher Lachnummer, als angsteinflößend.

Auch wenn man Teil 9 und das eventuell bevorstehende „Hellraiser“-Remake für eine neue Generation an Horrorfreaks neu zugänglich machen möchte, so dürften beide Teile ebenso an der Fanbase scheitern, wie zuletzt das katastrophale Remake von „Nightmare on Elm Street“, das bekanntlich ohne Freddy-Darsteller Robert Englund auskommen musste.

Im übrigen verhält sich „Hellraiser-Revalations“ recht züchtig mit der Zurschaustellung diverser optischer Gemein- und Grausamkeiten. Sicherlich gibt es für eine „Direct-to“-Produktion noch genügend Splatterstuff, dieser hält sich aber dennoch „Hellraiser“-untypisch recht dezent zurück.

 

 

Fazit 4,5/10 Punkte

 

Ja, auch wenn Doug Bradley als „Pinhead“ nicht mehr mit am Start ist, so ist das aktuelle Sequel, das eigentlich mehr Remake als Fortsetzung ist, immer noch bedingt schaubar.

Tiefgründigkeit und Originaliät sind zwar Fehlanzeige, dennoch für einen kurzweiligen Film-Abend gerade noch goutierbar.

 

FSK-Prognose:  Keine Jugendfreigabe

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “Tötet Katie Melone” (2009)

 

Die 3 Freunde Ginger, Jim und Dixie ersteigern auf einer Online-Plattform ein merkwürdiges und scheinbar antikes Kästlein indem laut Verkäufer ein wahrhaftiger Geist leben soll, der dem Besitzer des Kästchens jeden Wusch erfüllt.

Nachdem das Objekt der Begierde im Studentenwohnheim eingetroffen ist sind die 3 Freunde zuvor noch skeptisch, äußern dennoch bedenkenlos zwei Wünsche, die sich zu ihrem Erstaunen tatsächlich erfüllen.

Doch auch der Geist fordert seinen Zoll und tötet ab nun an jeden, der versucht die Clique auseinander zu treiben.

 

 

Vorerst, „Tötet Katie Malone“ ist im Grunde genommen kein schlechter Film.

Wer einen Faible für routinierte 08/15-Teenie Direct-to-DVD-Ware hat, dürfte hier bestens bedient werden.

Zwar stolpert die Grundidee dieses aktuellen DT-DVD-Werkes aufgrund eines total sinnfreien Plots immer wieder über die eigenen Füße (wer kommt denn auf derart unsinnige Idee einen Geist per Ebay zu verkaufen – und warum gibt es Idioten, die so was dann ersteigern??) schafft es aber dennoch kurzweilig zu unterhalten – Glotze an, Hirn aus.

Die Storyschreiberlinge von „Kill Katie Melone“ (so im Original) haben dabei bei diversen Genreklassikern dreist stibitzt und sie altersgerecht, für das vor allem jüngere Publikum, nett aufbereitet. So sehen wir diverse Elemente und Schlüsselszenen aus bekannten Genreklassikern wie „Poltergeist“, „Ring“, „The Wishmaster“ und „Carrie“. Es dürfte dem gierigen Horrorfilm- Allesseher daher auch nicht verwundern, dass der Film erstaunlicherweise fast vollkommen blutleer daher kommt und neben ein paar wirklich schlechten CGI-Effekten keine wirklich nennenswerten Überraschungen zu bieten hat. Was die FSK im übrigen geritten hat, den ersichtlich jugenfreien Spuk-Film mit einer “keine Jugendfreigabe” zu kennzeichnen, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben und muss sich meiner Meinung nach um einen wirklich schlechten Scherz handeln!

Die Story ist recht konventionell geraten, überzeugt aber dennoch mit einer recht flotten und kurzweiligen Inszenierung. Gerde zum Ende hin wird es erstaunlicherweise recht turbulent, aber leider auch etwas zu klischeebeladen und unglaubwürdig. Die Schlusspointe des Films dürfte an Trivialität kaum zu überbieten sein.

Ab und an hatte ich ebenso das Gefühl, dass „Tötet Katie Melone“ direkt fürs TV produziert wurde, da Dialoge und Charakterentwicklung recht flach geraten und nie wirklich über TV-Niveau hinausreichen wollen. Auch die Kulisse schaut recht nach Plastikmüll ordentlich trashig und billig aus.

Das ist eigentlich schade, etwas mehr Budget und eine liebevollere Investitionen in Effekte und Drehbuch hätten den Horrorfilm ganz sicher gut getan. Somit bleibt der seichte Geisterspuk leider nur durchschnittliche und unwichtige Mainstream-Ware, die ersichtlich in den untersten Regalen der Videotheken ihr Dasein fristen wird.

 

 

Fazit 5/10 Punkten

 

Spukmovie auf TV-Niveau, ohne wirkliche Überraschungen. Für einen verregneten und kühlen Winterabend zu zweit mit der schock-unresistenten Freundin aber dennoch brauchbar.

Hellraiser80


Filmreview: “Territories” (2010)

 

Nach einem feierreichen Hochzeitsfest begeben sich 5 Freunde mit dem Auto auf dem Weg nach Hause.
Nachdem Sie die kanadische Grenze überquert haben und sich wieder im heimischen Amerika befinden werden sie von 2 recht unfreundlichen Polizisten angehalten und gebeten aus dem Auto zu steigen. Als die vermeintlichen Polizisten mit ihren Untersuchungen immer dreister und diskriminierender werden, gerät die Situation außer Kontrolle.
Nachdem einer der Freunde sich weigert weiterhin den Polizisten Folge zu leisten wird er erschossen. Völlig verunsichert und hilflos werden die restlichen Mitglieder der Clique weg von der Strasse gezerrt und irgendwo mitten im Wald in Tier-Käfige gesperrt …

 

 

Oh ja, welch äußerst kontroverses Werk zu einem extrem kontroversen Thema.
„Territories“ bringt mit seiner Kompromisslosigkeit wieder extrem frischen Wind in das so schon arg gebeutelte Horror-Filmgenre und dürfte für ordentlich Diskussionsstoff sorgen. Sicherlich sind diverse stilistische Mittel im Film bereits aus vielen anderen Werken bekannt. Doch der frische Mix und die neue Kombination dieser bekannten Fragmente machen den Film wirklich sehenswert und spannend.
Dabei gilt vor allem großes Lob an Regisseur Olivier Abbou´s, der hier nicht selbstzweckhaft nur auf „Splatter“ und „Gewalt“ setzt, wie es in Filmen dieser Art eigentlich sonst üblich ist, sondern eher mit der Psyche der Zuschauer spielt, diesbezüglich dürfte „Territories“ im ähnlichen Fahrtwasser schwimmen, wie zuletzt der französische Terrorstreifen „Martyrs“.
„Territories“ hält sich gekonnt dezent mit grafischen Ekeleffekten. Es steht hier ausschließlich das Martyrium der Protagonisten im Mittelpunkt, welches die 4 Freunde bis zum wahrlich bitteren und hoffnungslosen Ende durchleiden müssen.
Noch bevor die Freunde erkennen in welcher brenzlichen Lage sie sich befinden werden sie in orangene Overalls gesteckt, angekettet und dürfen allerlei skurrile Aktionen vollziehen und sich diversen unerbittlichen Verhören stellen, in welchen sie sich über ihre terroristischen Aktivitäten in den USA rechtfertigen sollen.
Der aufgeklärte Horrorfilmfan dürfte demnach schnell erkennen, dass sich diverse Anspielungen im Film auf die jüngsten Geschehnisse im Gefangenenlager Guantanamo beziehen, in welchem amerikanische Militärsoldaten Kriegsgefangene bis vor einigen Jahren (teils unschuldig) festhielten, diskriminierten und verhörten.
Nachdem der Fall öffentlich wurde und festgestellt wurde, dass die Verhörmethoden gegen jegliche Menschenrechte verstoßen, forderte man die Schließung des Lagers. 2009 wurde es letztendlich geschlossen.

Ab Filmmitte geht der Film dann einen zweiten Weg und erzählt die Geschichte eines drogenabhängigen Privatdetektivs.
Das Schicksal der Jugendlichen rückt in den Hintergrund und Regisseur Olivier Abbou´s konzentriert sich auf den seelischen Verfall des Privatdetektivs, der scheinbar durch den tragischen Tod seiner Tochter den Glauben an sich und die Welt verloren hat und sich im regelmäßigen Drogenrausch sicher wiegt.
Dieser ist dann in der 2. Hälfte damit beschäftigt das Verschwinden der Clique zu untersuchen und gerät bei seiner Recherche ebenso an das Polizisten- Hinterwäldler-Duo.

Leider ist diese Parallelhandlung zwar recht stimmig geraten und man erfährt auch etwas über die 2 Psychopaten und deren Beweggründe, bremst aber den Fortlauf der eigentlichen Handlung enorm und wirkt irgendwie fehl am Platz.

Dennoch, mit „Territories“ ist Olivier Abbou´s ein wirklich packender Film gelungen.
Seine Kritik an die damaligen Vorgehensweisen der Amerikaner und deren Menschenrechtsverletzung in Guantanamo sind unübersehbar und dürften hoffentlich den ein oder anderen (Nicht-)Amerikaner zum Grübeln anregen.
Das wirklich unhübsche Ende ist dann für ALLE Filminteressierte ein heftiger Tritt in die Magengegend.

 

Fazit 8/10 Punkte

 

Ein sehr unangenehmer aber wichtiger Film. Eine packendes, glaubhaftes und erschütterndes Mahnmal.
Filmfans ohne genügend Nerven wie Drahtseile sollten einen ordentlichen Bogen um „Territories“ machen.

FSK-Prognose: ungeschnitten – Keine Jugendfreigabe

Hellraiser80


Filmreview: “Little Deaths” / “Obsession – Tödliche Spiele” (2011)

 

 

 

 

 

Kurzgeschichtensammlung – 3 Episoden die allesamt etwas mit Abhängigkeit, Begierde, Leid und Sexuellem Verlangen zu tun haben:

Geschichte Nummer 1:

Triebgesteuertes Ehepaar auf der Suche nach dem ganzen besonderen Kick fürs Bett

In einer Obdachlosen sehen sie das Objekt ihrer Begierde – eine fatale Entscheidung.

Geschichte Nummer: 2

Ein aus Naziplänen erstelltes menschliches Wesen wird von einem Wissenschaftlicher in einem Keller allerlei abartigen Experimenten ausgesetzt. Gleichzeitig unterzieht sich eine Drogenabhängige eine Behandlung bei ihrem Arzt. Zwei scheinbar unterschiedliche und grundverschiedene Storystränge, die dennoch am Ende zueinander finden.

Geschichte Nummer 3:

Die Geschichte eines jungen Paares, dass voneinander sexuell abhängig und hörig ist und alsbald nicht mehr die Grenzen zwischen Rollenspiele im Bett und dem wahren Leben erkennt.

Nachdem die Frau kein Ende im täglichen Erniedrigen, Demütigungen und Ignorieren ihres Partners findet, schmiedet dieser einen makaberen Plan.

 

 

Filme als Kurzgeschichtensammlungen sind immer so ein Ding.

Entweder man mag sie – oder man hasst sie.

Da die Kurzgeschichten eines Anthologiefilms im Normalfall gerade mal rund 15-20 Minuten pro Episode Zeit haben, eine abgeschlossene Geschichte zu erzählen, ist es oftmals gar nicht so einfach eine kreative und flüssig erzählte Story, den Charakteraufbau der Protagonisten und ein überraschendes Ende in derart kurze Laufzeit zu packen. Daher hat man als Zuschauer oftmals bei filmischen Kurzgeschichten-Sammlungen das Gefühl mehr Quantität statt Qualität zu sehen.

Aber stöbert man einmal in der Geschichte des phantastischen „Anthologie“ – Films, dann darf der gierige Filmfan immer wieder überrascht sein, welch nennenswerte Film-Juwelen er entdecken kann, die wirklich so bestens funktionieren.

„Asylum – Irrgarten des Schreckens“ (1972), „Geschichten aus der Schattenwelt“ (1990) oder „H.P. Lovecraft´s Necronomicon“ (1993) sind auch heute noch würdige Vertreter dieser spezielleren Filmgattung.

Leider kann man das so von „Little Deaths“ nicht wirklich behaupten. Eine wirkliche Rahmenhandlung, wie bei benannten Genre-Klassikern, gibt es dort schon mal nicht, was sehr bedauerlich ist. Die Episoden laufen ohne Füllszenen zwischen den Episoden selbst nacheinander ab, was irgendwie den typischen liebenswerten Anthologie-Flair missen lässt. Der Grundgedanke die Themen „Leid“, „Abhängigkeit“ und „Sex“ miteinander zu vermischen ist eigentlich recht interessant, lässt aber an Logik missen und wirkt sehr konstruiert und an den Haaren herbeigezogen. Am besten funktioniert meines Erachtens noch die Erste Episode. Sie ist auch die einzige der 3, die überhaupt noch irgendetwas mit dem phantastischen Genre gemein haben.

Dabei folgt sie traditionellen Wegen und zeigt deutlich, dass eben schlicht und einfach erzählt, oftmals besser funktioniert, als komplex und wirr.

Ein völliger Fehlgriff ist natürlich auch Episode 3 nicht. Das dramatische Kammerspiel ist flüssig und zügig erzählt und schafft es innerhalb des verfügbaren Zeitrahmens eine enorm unangenehme Spannung zwischen den beiden Protagonisten zu erzeugen. Leider verpufft die liebevoll und mühsam aufgebaute Wirkung, der eigentlich sehenswerten Kurzgeschichte, anhand des total unklaren Endes. Warum der Protagonist gerade in dieser Art und Weise die geliebte Freundin gen Jenseits befördert schien mir völlig unlogisch.

Augenmerk bei dieser Episode sei, am Rande erwähnt, der wirklich nette Farbfilter.

„Suspiria“ – Filmfans dürften hierbei sicherlich ihre Helle Freude haben.

Es ist schon interessant, welche Wirkung der Einsatz von Farbenfiltern auf die Grundstimmung eines Filmes haben können.

 

 

 

Fazit  6/10 Punkte

 

Recht liebloser Anthologie-Mix. Episode 2 geht in seinem wirren „SAW“/“Hostel“ – Mix völlig den Bach hinunter. Epidsode 1 und 2 bieten solide Genre-Unterhaltung.

Mehr aber auch nicht. Ein nennenswerter „Anthologie“ – Streifen ist „Little Deaths“ keinesfalls.

FSK: ungeschnitten – keine Jugendfreigabe

 

Hellraiser80


“Texas Chainsaw Massacre” nach 26 Jahren Index endlich frei in Deutschland verfügbar

Nach  26 Jahren Index ist nun auch das Original “Texas Chainsaw Massacre” aus dem Jahre 1974 in seiner ungekürzten Filmfassung auch für deutsche “erwachsene”  Filmfans frei verfügbar.

Nutzungsrechte-Inhaber “Turbine Medien” hat nach der letzten Folgebeschlagnahmung im Jahre 2010 Beschwerde eingelegt und den Rechtsstreit nun endlich gewonnen.

Es ist nun nicht mehr strafbar den Film “Texas Chainsaw Massacre” in seiner ungekürzten Form in Deutschland zu verbreiten.

Unglaublich – bedenkt man, dass der Film weder “Gore” noch “Splatter” oder expliziete Tötungsarten- und bilder zeigt.

Dennoch sehr löblich von “Turbine Medien” sich für Belange der Deutschen Nischen-Filmfans einzusetzen.

Da sieht man mal wieder, dass da wirklich viel Herz- und Filmfanblut drin steckt. Filmveröffentlichungen von Filmfans – für Filmfans.  Gut gemacht.

Hoffentlich folgen noch weitere Streichungen von Index-Filme in naher Zukunft.

 

Hellraiser80


Filmreview: “Mask Maker – Meet your Maker” / “Maskerade” (2010)

 

 

 

 

 

 

 

Evan schenkt seiner Freundin Jennifer zum Geburtstag ein arg sanierungsbedürftiges Haus, über das im Ort einige skurrile Legenden ranken.

Nach anfänglicher Skepsis beginnt auch Jennifer Gefallen an dem Anwesen zu finden.

Um die Renovierungsarbeiten voranzutreiben werden flink alle Freunde des jungen Paares zusammengetrieben und in die Sanierungsarbeiten eingespannt.

Doch als Evan im Friedhof hinter dem Haus einen seltsamen Stab mit seltsamen Verzierungen entdeckt und ihn aus seiner losen Verankerung reißt ahnt er nicht, dass er damit auch einen vermeintlich ruhenden „Mask – Maker“ -Killer zum Leben erweckt, der alsbald Jagd auf die Freunde und deren Gesichter macht.

 

 

 

Gemerkt? Story kommt einem irgendwie recht bekannt vor.

Der Killer mit der Maske wurde gekonnt aus „Halloween“ stibitzt, das ein Psychopath gern die Gesichtshaut seiner Opfer trägt kennt man aus „Texas Chainsaw Massacre“ und hübsche Jugendliche, die auf gekonnt kreativer Art und Weise um die Ecke gebracht werden hat man schon zu oft in „Freitag der 13.“ gesehen.

Aber, und das muss man „Maskerade“ positiv anrechnen, auch wenn man diverse Klischees schon bereits in unzähligen „Slasher – Movies“ bis zum Erbrechen ausgewalzt hat, bietet „Maskerade“ trotzdem irgendwie 90 Minuten kurzweilige und doch spannende Unterhaltung.

Griff Fust´s (bekannt als Darsteller in diversen B-Genrehorrorproduktion) neuste Regiearbeit legt dabei recht viel Wert auf Stimmige Kamerafahrten und schicken 80er Jahre-Grusel-Sound. Kein Wunder daher, dass sich „Maskerade“ so schick old – school – like anfühlt. Mir zumindest hat dieses Retro – Feeling recht ordentlich gemundet.

Großer Pluspunkt für „Maskerade“: die hervorragend gewählte Darstellerin der Jennifer.

Noch nie habe ich ihn einem Slasher – Film eine derart sympathische „Scream – Queen“ erleben dürfen.

Nikki Deloach  spielt ihrer Rolle mit einer derartigen Leichtigkeit und bringt soviel Charme und Charisma entgegen,  dass man es schon echt bedauerlich findet, wenn letztendlich das Un – Happy – Ed über den Fernsehaperrat flimmert. Sie besitzt irgendwie dieses natürliche „Girl von nebenan“ – Image, dass ihre Rolle und ihre Leiden gleich viel authentischer skizzieren.

Hier erkennt man mal wieder, dass ein sympathischer Hauptcharakter mit dem sich der Zuschauer identifizieren kann, das A und O eines jeden guten Horrorfilms ist.

Was den Genretypischen Metzel- und Goreanteil betrifft, so dürfte der routinierte Horrorfilmfan eher enttäuscht werden. Auch wenn der „Mask – Maker“ hin und wieder hübsche Gesichtsmasken tragen darf, so hält sich „Maskerade“ mit bösartigen Schauwerten dennoch zurück, was aber nicht heißen soll, dass gänzlich auf roten Lebenssaft verzichtet wird. Vielmehr werden voranging Genicke gebrochen und Gewalttaten im „Off“ zelebriert. Hierzulande dürfte „Maskerade“ mit einer ungeschnittenen „Keine Jugendfreigabe“ – Verzierung die FSK passieren dürfen. Obwohl man ja bekanntlich heutzutage nie sicher sein kann, wie die FSK letztendlich entscheidet.

 

 

Fazit 6/10 Punkte

 

 

„Maskerade“ erfindet das Rad garantiert nicht neu, bietet aber dennoch kurzweilige Horrorunterhaltung mit wirklich stimmigen Momenten und einer überaus sympathischen Hauptdarstellerin.

Hellraiser80


Filmreview: “Uninhabited” (2011)

 

 

 

 

 

 

Es sollte ein wunderschöner idyllischer Ferienausflug werden.

Harry und Beth suchen den ganze besonderen Kick: einige Tage Ferien ohne Hektik und Stress fernab jeglicher Zivilisation  allein auf einer der Inseln im größten Korallenriff der Erde vor der Küste Australiens, dem „Great Barrier Reef“. Dort angekommen genießen sie die unberührte Natur, den Strand und das Wasser. Doch plötzlich müssen Sie feststellen, dass sie vermutlich nicht allein auf der Insel sind. Trotz aller Erkundungstouren, das Paar kann niemanden entdecken. Als sie dann auf dem eigenen Camcorder entdecken, dass sie jemand beim Schlafen gefilmt haben muss, gerade beide in Panik …

 

 

Oh ja, derartige Filme mag ich.

Filme, die man sich ohne Erwartungen anschaut, und von denen man letztendlich doch positiv überrascht wird.

„Uninhabited“ (zu deutsch: „menschenleer“/ „unbewohnt“) ist so ein Fall.

Ohne zuviel zu spoilern, handelt es sich bei diesem kleinen Juwel um einen Genremix, der wirklich erfrischender nicht hätte ausfallen können.

Die Lokalität ist frisch – die Idee selbst ganz nett. Zumindest habe ich derartige Filme bisher in dieser Form noch nicht gesehen. Ein paar wenige Grundfragmente der Geschichte findet man eventuell im Haifrischthriller „Open Water“ oder “Robinson Crusoe” wieder, aber der Film geht dennoch ganz andere Wege.

Dabei lässt „Uninhabited“ dem Zuschauer bis kurz vor Ende im Dunkeln tappen, was er denn letztendlich eigentlich sein will. Drama, Thriller, oder doch gar Horror? Der Geduldige Filmfan muss sich wohl mit der Auflösung bis zum Filmende gedulden. Erst kurz vor dem Abspann schafft diese kleine Indi-Produktion Klarheit.

Besonders hervorstechend ist, dass der Film den Zuschauer immer wieder auf falsche Fährten lockt. Immer dann, wenn man glaubt des Rätsels Lösung erraten zu haben, konfrontiert  „Uninhabited“ dem Zuschauer mit einem weiteren Storytwist, der sogleich die eigentliche Lösung des Rätsels revidiert. Das Verwirrspiel geht Regisseur Bill Bennett so locker von der Hand, dass man recht überrascht ist, dass bereits nach ca. 90 Minuten abrupt der Abspann läuft und man ganz verwirrt drein schaut, über die Auflösung.

Ebenso nennenswert, die überaus tollen Landschaftsaufnahmen. Otto-Normal-Verbraucher wird wohl so schnell nicht in den Genuss kommen, sich einen kleinen spontanen und mehrtägigen Trip auf eine der Inseln zu gönnen. Umso erfreulicher, dass Regisseur Bill Bennett den Spagat zwischen phantastischem Naturambiente und wahrlich unheimlicher Gruselatmosphäre findet. Da verzeiht man ihm glatt auch das relativ konventionell geratene Ende.

Gorehounds sollten an dieser Stelle gewarnt sein. Auch wenn ein paar Krümel Blut spritzen dürfen, so handelt es sich bei „Uninhabited“ eher um einen atmosphärisch dichten Nischenfilm, der eher auf Charakterausbau und einer ruhigeren Erzahlstruktur Wert legt.

Sollte sich ein Label in Deutschland finden, so dürfte besagter Film problemlos die FSK mit einer 16er Freigabe passieren.

 

 

Fazit 7/10 Punkten

 

 

Super erfischender Genre-Mix, der in seiner Ausweglosigkeit und dem Ozeanflair ein wenig an „Open Water“ erinnert. Wer mal wieder was anderes als Zombies, mordlüsterne Hinterwäldler oder irgendwelche dummen Remakes sehen mag, ist bei „Uninhabited“ bestens aufgehoben.

Hellraiser80


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