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Filmkritik: “Dead Within” (2014)

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DEAD WITHIN

Story

 
 
 
Inmitten einer post-apokalyptischen Welt haben sich Kim und Mike in einer kleinen Hütte verschanzt und versuchen nun zu überleben. Doch leider gehen sechs lange Monate des Versteckens aus Schutz vor virusinfizierten Kreaturen nicht spurlos an Kim vorüber. Die leidet unter der momentanen Situation und verliert allmählich den Bezug zur Realität …
 
 
 


 
 
 

DEAD WITHIN – Kritik

 
 
 
Ein Zombiefilm ohne blutgeile Zombies – das geht? Mit DEAD WITHIN zumindest dürfte sich Regisseur BEN WAGNER unter den Fans solcher Filme keine Freunde machen, was angesichts der etwas anderen Herangehensweise an die totgefilmte Zombie-Thematik etwas bedauerlich ist, hat er doch mit seinem Horror-Drama einen gar nicht mal so üblen Vertreter jener Gattung Streifen gemacht. In diesem Film hat das wahllose Erschießen Infizierter und die fürs Genre typischen Fressattacken Selbiger Sendepause. Stattdessen rückt der Macher zwei Menschen in den Mittelpunkt seiner Geschichte, die sich in einer Hütte vor infizierten Menschen und diesmal auch Tieren in Sicherheit gebracht haben und allmählich den Verstand verlieren, weil ein gefahrloses Leben in Freiheit ohne Weiteres nicht möglich scheint. Interessanterweise geht es WAGNER anders an als sonst. Diesmal passiert alles auf kleinstem Raum. Sein klaustrophobische Kammerspiel spielt sich in nur zwei Zimmern ab und rückt ausschließlich die Differenzen zwischen den beiden Protagonisten innerhalb der eigenen vier Wände in den Fokus. Was sich letztendlich auf der anderen Seite der Haustür abspielt wird nie gezeigt. Ein intelligenter Schachzug, wird die Bedrohung hinter der Tür ausschließlich in Form von Geräuschen beschrieben, so dass der Schrecken im Kopf des Zuschauers entstehen kann. Mal ist es der infizierte Hund des Paares, der vor dem Haus knurrend seine Kreise zieht. Ein anderes Mal ist es das Lechzen wilder Zombies, die hungrig an der Tür kratzen und dem Paar nichts Gutes wollen. Der Minimalismus zahlt sich aus, denn WAGNER schafft es mit Leichtigkeit dem Zombiefilm neue Impulse zu verleihen, weil er sich schlicht und einfach den Konventionen jenes Sub-Genres widersetzt.
 
Über sechs Monate fristen Mike (DEAN CHEKVALA) und Kim (AMY CALE PETERSON) in einer provisorischen Behausung ihr Dasein, denn vor der Tür hat sich Tragisches ereignet. Ein globaler Virusausbruch hat dazu geführt, dass sich Menschen und Tiere zu wilden Bestien verwandelt haben, die den Nichtinfizierten nach dem Leben trachten. Während Kim die Hausarbeit übernimmt und versucht, den plötzlichen Tod ihres infizierten Babys zu verarbeiten, erkundet Mike tagtäglich die Umgebung nach Essbarem. Doch die Situation zerrt an den Nerven, was sich vor allem bei Kim bemerkbar macht für die das sichere Heim allmählich zum Gefängnis wird. Bald schon hört sie seltsame Funksprüche und hat grausige Visionen, die die Grenzen zwischen Einbildung und Realität verwischen lassen. Als dann auch noch die Wasserversorgung erlischt, scheint sie den Verstand zu verlieren.
 
Es ist schön, wenn Filmemacher an neuen Ideen tüfteln, damit der Zuschauer auch einmal etwas anderes zu sehen bekommt, als immer nur die gleichen Filmstoffe. DEAD WITHIN ist trotz irreführendem Filmplakat und einem etwas unglücklich gewähltem Filmnamen mit dem kaufwirksamen “Dead” im Titel ein erschütterndes Zeugnis dafür, welch psychischen Verfall Menschen durchleben, wenn Sie in Extremsituationen ihrer Freiheit beraubt werden. Mit nahezu durchdachter Präzision beleuchtet WAGNER hier die Etappen des Wahnsinns seiner Filmheldin Kim, die in ihrer Paranoia schon bald am Vertrauen des Partners zweifelt, weil der das Haus verlassen darf – sie jedoch nicht. Der erlegt auf seinen Streifzügen durch die Stadt nicht nur Horden von Zombies, sondern bringt der Frau auch Unterwäsche von seinen Reisen mit nach Hause, damit das Liebesleben wieder aufgefrischt werden kann. Dass Kim jedoch andere Sorgen plagen, als sich mit dem Gatten im Bett zu vergnügen, dürfte mehr als verständlich sein. Die fühlt sich bald eingeengt und missverstanden, weil der Geliebte partout nicht auf ihre Bedürfnisse eingehen will. In ihrer kleinen Welt und inmitten des ewig gleichen, geregelten Tagesablaufs flüchtet sie sich in Tagträume, die jedoch bald schon einen ungemütlicheren Ton einschlagen.
 
DEAD WITHIN benötigt etwas um in die Gänge zu kommen, wobei WAGNER bewusst auf eine eher langsame Erzählmethode zurückgreift, damit der psychische Zerfall seiner Protagonistin umso schmerzlicher protokolliert werden kann. Dabei verwendet der Regisseur verschiedene Stilmittel, um die seelische Wandlung seiner Heldin besser zum Ausdruck bringen zu können. Mit fortlaufendem Abstieg verändert sich auch die Bildsprache, die in düstere und ungeschönten Farben getaucht wird. Zudem gelingt es WAGNER immer wieder neue Kameraeinstellungen zu finden, um das bedrückende und beschränkte Setting nie langweilig aussehen zu lassen. Die Quintessenz des Streifens sind jedoch die hervorragenden Darsteller, die DEAD WITHIN um eine glaubhafte Charakterisierung bereichern – etwas, was im vor Klischees und Stereotypen strotzenden Horrorfilm mittlerweile ziemlich selten geworden ist. AMY CALE PETERSON verkörpert die Verstand verlierende Kim mit beeindruckender Glaubwürdigkeit und schafft es selbst ihren männlichen Schauspielkollegen im direkten Vergleich blass erscheinen zu lassen. Auch wenn das weniger erfreuliche Happy End wie ein Faustschlag ins Gesicht wirkt und Fans blutiger Zombie-Massaker mit diesem eher anspruchsvoll inszenierten Ausnahme-Horrorfilm nur wenig anfangen dürften, ist DEAD WITHIN eine positive Randerscheinung im stumpfsinnigen und meist wenig originellen Untoten-Genre.

 
 
 


 
 
 

DEAD WITHIN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Der etwas andere Zombiefilm, der eigentlich gar kein Zombiefilm sein will. Regisseur BEN WAGNER geht die Untoten-Problematik anders an und verzichtet auf die üblichen Splatter- und Gewalteskapaden, die man ja sonst in dieser Art von Filmen zu sehen bekommt. Er reduziert seinen Film auf zwei Figuren, die anfänglich einander nahe stehen und sich im Verlauf des Filmes emotional voneinander distanzieren. Statt hohler Zombie-Action hat WAGNER ein minimalistisches und psychologisch feinfühliges Horror-Kammerspiel gemacht, das den Konventionen gängiger Zombie-Streifen trotzt und die bekannte Zombie-Thematik aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet. Demnach rückt DEAD WITHIN nicht den Überlebenskampf seiner Protagonisten gegen Horden Infizierter in den Mittelpunkt, sondern beleuchtet das Seelenheil seiner Helden während eines post-apokalyptischen Weltuntergangsszenarios. Wer Anspruch in Horrorfilmen voraussetzt und Horror nicht ausschließlich mit Gewalt in Verbindung setzt, sollte unbedingt einen Blick riskieren. Gorebauern werden jedoch mit DEAD WITHIN rein gar nicht warm werden – versprochen!
 
 
 


 
 
 

DEAD WITHIN – Zensur

 
 
 
Einiges an Gewalt gibt es natürlich auch in DEAD WITHIN (der eigentlich mal WHAT REMAINS heißen sollte) zu sehen. So rammt sich die Heldin eine Stricknadel in die Hand und klemmt ihrem Gatten mit einer Zange ein paar Finger ab. Zudem wird eine Machete durch einen Körper gejagt. In Deutschland dürfte es der Streifen dennoch bedenkenlos mit einer 16er-Freigabe durch die FSK schaffen.
 
 
 


 
 
 

DEAD WITHIN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Chrysalis (2014)
 
Attack of the Undead (2010)
 
The Last Days (2013)
 
28 Days Later (2002)
 
28 Weeks Later (2007)
 


Filmkritik: “Coherence” (2013)

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COHERENCE

Story

 
 
 
Ein Mystery-Thriller, der nicht viel benötigt: Ein Abendessen, acht Freunde und ein Kometenschweif am Himmel, der seltsame Vorkommnisse zur Folge hat …
 
 
 


 
 
 

COHERENCE – Kritik

 
 
 
Science-Fiction, Horror, Mystery, Drama oder Thriller – COHERENCE ist einer dieser Filme, der sich nicht so einfach kategorisieren lässt, weil er in keine Schublade passen will. Vielmehr bedient sich der auf Festivals gefeierte Überraschungs-Hit verschiedenster Genre, die hier ganz ungezwungen miteinander verschmelzen. Regisseur JAMES WARD BYRKIT, der bereits mit dem Chamäleon -Zeichentrick RANGO (Drehbuch) von sich hat hören lassen, konnte mit seinem kniffligen Rätselspaß schon einige Preise einheimsen und gibt mit dem kunterbunten Genre-Mix sein Regiedebüt, das bei Zuschauern endlich mal wieder die Köpfe rauchen lässt.
 
COHERENCE ist BYRKITS Reaktion auf seine bisherigen Arbeiten an Blockbustern wie RANGO (2011) und die FLUCH DER KARIBIK-Filme, die ihm sichtlich zu durchgeplant gewesen waren und dabei Möglichkeiten zur Improvisation zunichte machten. BYRKIT, der eigentlich vom Theater kommt, wollte sich von Konventionen lösen und sich wieder zu seinen alten Theater-Zeiten zurückbewegen, wo auf der Bühne allein Geschichte und Charaktere im Mittelpunkt gestanden haben und er die Freiheit zu experimentieren genießen konnte. Die Idee von COHERENCE war Schauspieler und Crew-Mitglieder von ihren Zwängen zu befreien. In einer Art spielfilmlangen Version einer TWILIGHT ZONE-Episode sollte durch minimalen Aufwand und mit einfachsten Mitteln maximales Unbehagen heraufbeschwört werden. Dabei war das Ziel ein filmisches Experiment zu schaffen, dass sich wie einst die Serie auch um wenige Protagonisten drehen sollte, die auf begrenztem Raum einem unheimlichen Mysterium auf die Schliche kommen. BYRKIT war darum bestrebt Augenmerk auf das Wesentliche zu legen, was wiederum bedeutete, dass Spezialeffekte vermieden werden und das Budget im überschaubaren Rahmen bleiben sollte. Gedreht wurde nicht einmal eine Woche am Stück mit kleiner Crew. BYRKIT stellte für die Dreharbeiten das eigene Wohnzimmer zur Verfügung und ein Drehbuch gab es nicht. Stattdessen erhielten die Darsteller an jedem Abend der fünf Drehtage Zettel mit Notizen, aus denen ausschließlich Informationen zum eigenem Charakter und der Hintergrundgeschichte für den jeweiligen Drehabend zu entnehmen waren. Weil keiner mit den Interaktionen des anderen vertraut war, mussten die Schauspieler Mut zur Improvisation beweisen. Ein riskantes Unterfangen, das in COHERENCE dennoch wunderbar funktioniert und wie aus einem Guss wirkt – den hervorragend gewählten Schauspielern sei Dank.
 
COHERENCE nimmt den Zuschauer mit zu einem Dinner in ein abgelegenes Haus irgendwo in Californien. Acht Freunde finden sich hier zusammen, um nach langer Zeit einander wiedersehen zu können. Ein besonderes Spektakel steht bevor, schließlich kreuzt nicht alle Tage ein Komet die Erdumlaufbahn. Doch das spektakuläre Himmelsereignis führt zu einer Reihe seltsamer Vorkommnisse. Erst zersplittern Handybildschirme wie von Geisterhand, bald schon verhalten sich die Gäste eigenartig. Als man wenig später auf Doppelgänger stößt bricht Panik unter den Anwesenden aus. Mehr über den grandios verwirrenden Plot zu verraten wäre fatal, nur soviel: Macher JAMES WARD BYRKIT bedient sich ganz clever der Thematik von Paralleldimensionen, versetzten Zeitebenen sowie Quantenphysik und konstruiert ein faszinierendes Stück Zelluloid, das reichlich Aufmerksamkeit voraussetzt, damit der roten Faden nicht verloren geht. Hierbei geht der Regieneuling den gleichen Weg wie zuletzt DENNIS ILIADIS, der im vergangenen Jahr an einem ähnlichen Film werkelte, welcher letztendlich vom deutschen Rechteinhaber UNIVERSUM FILM unter dem Titel PARTY INVADERS (im Original: +1 (2013)) ganz stillschweigend in die Händlerregale gebracht wurde.
 
Erfrischende Rezepturen gänzlich ohne Klischees und Konventionen sind im Kino mittlerweile eine Seltenheit geworden, vor allem wenn die amerikanische Traumfabrik mal wieder zugeschlagen hat, die dem Zuschauer das Denken so einfach wie möglich gestalten möchte. Ein Übel, dass BYRKIT nicht hinnehmen wollte, wie er in einem Interview verriet. Er war darum bestrebt einen Film zu drehen, der eben nicht bis ins kleinste Detail erklärt werden soll, damit ihn auch jeder Filmzuschauer verstehen kann. Vermutlich ein Grund, warum sich ohnehin kein großes amerikanisches Studio hätte finden lassen, das dazu bereit gewesen wäre, sein rätselbepacktes Filmvergnügen zu unterstützen. Dass sein Film mit einem abrupten Abschluss vollkommen aus der Bahn wirft, ohne klärende Antworten zu liefern, ist nur ein Beispiel dafür wie geschickt er sich den vordiktierten Regeln amerikanischer Hochglanzfilme entgegenlehnt, obwohl er im Grunde genommen einst selbst hier Fuß im Filmbusiness gefasst hat. Für diesen unkommerziellen Weg kann man den Filmemacher nur loben, denn auch wenn man COHERENCE vermutlich mehrmals gesehen haben muss, um auch alle Geheimnisse entschlüsseln zu können, ist dieses klug inszenierte und überraschend unkonventionelle Leinwand-Puzzle über jeden Zweifel erhaben. Für ein so sehenswertes und vor allem mutiges Erstwerk, das Hollywood rigoros den Mittelfinger entgegenstreckt, obwohl Macher JAMES WARD BYRKIT einst mit großen Blockbuster-Hits Erfolge feierte, gibt es vom FILMCHECKER eine zu recht verdiente und ungewöhnliche hohe Punktzahl.
 
 
 


 
 
 

COHERENCE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Mysteriös-unheimlicher Puzzle-Trip, der in keiner gut sortierten Filmsammlung fehlen sollte. Manchmal ist eine gute Idee mehr Wert als viel Budget und ausufernde Spezialeffekte. COHERENCE ist ein Triumph des Low-Budget-Filmemachens, denn trotz oder gerade aufgrund der Tatsache, dass die Akteure in diesem Kammerspiels vorwiegend improvisieren und kein Drehbuch als Grundlage besitzen, um sich daran festklammern zu können, gehört COHERENCE zum Besten was das Filmjahr 2014 zu bieten hat. Regisseur JAMES WARD BYRKIT ist hier ein Kunststück gelungen, dass die volle Aufmerksamkeit seiner Zuschauer genießt, die schnell ganz leise werden, um wirklich alle Geheimnisse diese grandios verschachtelten Verwirrspiels ergründen zu können. Da stört dann auch die teils wackelige Kameraführung nicht, die zwar immer nah an den Protagonisten ist, um Authentizität bewirken zu können, aber ab und an mit den üblichen Mankos zu kämpfen hat, die man aus den vielen Found-Footage-Werken kennt. Keine Angst COHERENCE ist keiner dieser überdrüssigen Shaky-Cam-Streifen. Vielmehr ist dieser packende und klug umgesetzte Überraschungs-Hit mit all seinen unerwarteten Wendungen Pflichtprogramm für Fans des Phantastischen Films. Daher: Wer im Genre Anspruch statt Holzhammer braucht, muss diesen Film gesehen haben.
 
 
 


 
 
 

COHERENCE – Zensur

 
 
 
COHERENCE ist kein blutrünstiger Horror-Schocker. Hier passieren weder Mord- noch Totschlag. Am Ende kommt der Deckel eines Toilettenspülkastens zum Einsatz – das war’s dann aber auch schon mit der Gewalt. COHERENCE wird mit blauem FSK16-Sticker in den Handel kommen. Zuvor darf er jedoch auf dem FANTASY FILMFEST 2014 begutachtet werden.
 
 
 


 
 
 

COHERENCE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The House ot the End Times (2013)
 
Warhouse – Kriegszustand (2013)
 
Mine Games (2012)
 
Haunter (2013)
 
Und taglich grüsst das Murmeltier (1993)
 
Triangle – Die Angst kommt in Wellen (2009)
 
Timecrimes – Mord ist nur eine Frage der Zeit (2007)
 


Filmreview: “Rage” (2010)

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RAGE

Story

 
 
 
Nachdem er seine Affäire zu Dana beendet hat, wird Dennis von einem wütenden Motorradfahrer verfolgt, der nichts Gutes im Schilde führt …
 
 
 


 
 
 

RAGE – Kritik

 
 
 
Schmerzverzerrte Gesichter auf Filmplakaten wecken den Horror-Heißhunger bei Fans düsterer Kinoware, schließlich lässt sich meist daran ableiten, dass den Protagonisten im Film viel Leid widerfahren wird. Im Falle von RAGE ist das gar nicht so abwegig, denn in diesem Indie beweist der Sensenmann, dass er eine Leidenschaft für schnelle Flitzer hegt. Die Angst vor dem gewalttätigen Unbekanntem wird in RAGE zum Mittelpunkt der Geschichte deklariert, in der sich Held Dennis Twist (RICK CRAWFORD) vor einem wütenden Motorradfahrer in Sicherheit bringen muss. Dessen Missgunst ruft der ahnungslose Ehebrecher während einer Verabredung mit Affäre Dana (ANNA LODEJ) auf den Plan, die nicht so recht fassen mag, dass sich ihr Liebhaber letztendlich für Frau Crystal entschieden hat und nicht für ein knisterndes Abenteuer mit ihr. Leider scheint die Einsicht zum falschen Zeitpunkt gekommen zu sein, hat sich doch ein Motorrad fahrender Albtraum aus JASON VOORHEES und MICHAEL MEYERS an die Fersen des potenten Junghengstes geheftet und will nun gern ein makabres Katz- und Mausspiel mit dem unwissenden Dennis treiben. Der Psychopath beginnt sein Opfer durch die Straßen der Stadt zu hetzen, das sich selbst zu Hause nicht in Sicherheit wähnen kann. Der Unbekannte folgt Dennis bis vor die Haustür, wo Gattin Crystal so rein gar nicht erfreut ist über den mordlüsternen Besucher.
 
RAGE ist ein waschechter Indie, der bereits auf einschlägigen Festivals Preise einheimsen konnte. Hinter dem Psycho-Spielchen steckt Autor und Regisseur CHRISTOPHER R. WITHERSPOON, der hier persönliche Schicksalsschläge verarbeitet hat. Zudem lies er sich für seine zweite Regiearbeit von Spielbergs DUELL (1971) inspirieren und hat eine für Indie-Verhältnisse erstaunlich rasante Mixtur aus Verfolgungs-Thriller und Terrorfilm abgeliefert. Gerade einmal 100.000 Dollar soll RAGE gekostet haben – eine Tatsache, die der Zuschauer nicht so recht glauben mag. WITHERSPOON beweist nämlich ein hohes Maß an technischem Verständnis und lässt sein Zweitwerk bedeutend teurer aussehen, als es letztendlich gewesen ist. Hektische Schnitte, durchdachte Kamerafahrten und sogar symbolhafte Bildsprache (die Alarmfarbe Rot dient als Vorbote drohender Gefahr) deuten von Erfahrung auf dem Gebiet des Filmemachens. Die kommt nicht von Ungefähr, hat WITHERSPOON in einem Interview zu verstehen gegeben, dass er Werke von Hitchcock, Spielberg, Carpenter, Craven und Kubrick penibel studiert hat, um deren Erfolgsrezeptur auch für seine (künftigen) Werke nutzen zu können. Die Hausaufgaben hat der Regisseur mit nötiger Sorgfalt erledigt, denn RAGE lässt ganz schnell die schlimmen No-Budget-Streifen aus letzter Zeit vergessen, die durch beliebtes Found-Footage-Gewackel unverständlich viel Aufmerksamkeit erhalten haben. Von allmählich überdrüssigem Kameragewackel sieht WITHERSPOON ab und sorgt stattdessen endlich wieder für Spannung in einem Low-Budget-Indie. Die erreicht der Filmemacher durch rasante Verfolgungsjagden, die WITHERSPOON geschickt in Szene gesetzt hat. Benötigt Filmcharakter Dennis dann doch mal eine Verschnaufpause, wandelt RAGE auf Terror-Pfaden, schließlich frönt der wortkarge Fremde einer Leidenschaft für gemeine Terrorspiele. Er attackiert sein Opfer in der Toilette und verfolgt es sogar bis in die Tagträume – für Zuschauer und Filmheld bleibt da kaum Zeit um aufatmen zu können.
 
Leider verliert WITHERSPOON in der zweiten Filmhälfte das eigentliche Ziel vor Augen, endet doch RAGE im üblichen Blut- und Splatter-Rausch. Der zuvor kontinuierlich aufgebaute Spannungsbogen wird zugunsten bekannter Terror- und Home-Invasion-Regeln außer Acht gelassen. Der anonyme Killer, dessen Identität selbst nach dem Abspann ungeklärt bleibt, vergreift sich an Ehegattin Crystal, die als schuldlose Unbeteiligte die Wut des Fremden mit aller Härte zu spüren bekommt. Dass die obligatorische Vergewaltigung da freilich nicht fehlen darf, dürfte auf die lukrative Ausschlachtung jenes zweifelhaften Filmthemas zurückzuführen sein, das sich vor einigen Jahren großer Beliebtheit erfreut hat. RAGE wurde bereits im Jahr 2010 auf den amerikanischen Filmmarkt geworfen – zu einer Zeit, als kontroverse Remakes zu Klassikern wie I SPIT ON YOUR GRAVE oder LAST HOUSE ON THE LEFT im Kino Kasse machten und sich schmuddeliges Exploitation-Kino schon längst zu Mainstream entwickelt hatte. Dass WITHERSPOON auf dieser durchaus wirtschaftlichen Welle mitreiten wollte, kann man dem Regisseur nicht verübeln, schließlich ist es im Filmgeschäft keine Seltenheit mehr, dass unbekannte Filmemacher lukrative Trends nacheifern, wenn andere damit viele Dollars verdient haben. Auch wenn RAGE nach dem temporeichen Beginn enttäuschend viel Potenzial verschenkt und mal wieder nur die Erwartungen blutgeiler Gorehounds befriedigt werden, kommt immerhin der raue Indie-Look den diversen Brutalo-Momenten gelegen, die mit der ungeschönten Optik dann doch schon recht hart anzuschauen sind. So bedient sich der Killer wie einst LEATHERFACE aus dem berüchtigten TEXAS CHAINSAW MASSACRE auch einer Kettensäge und zerteilt zur Freude der Splatter-Gemeinde die netten Nachbarn von Nebenan. Die wimmern vergebens ums Überleben und werden ziemlich ruppig ins Jenseits befördert. Dass die Szene jedoch vollkommen deplatziert wirkt und rein gar nicht zum Rest des Filmes passen will, ist nur eines der vielen kleinen Vergehen, für die man WITHERSPOON nicht tadeln sollte. Unterm Strich ist RAGE kein übler Film, betrachtet man das erschreckend niedrige Budget, das dem Streifen zur Verfügung gestand hat. Eigentlich wollte Macher WITHERSPOON statt RAGE unheimlichen Anthologie-Horror drehen. Weil ihm das benötigte Kapital fehlte, entschied er sich vorerst für die Umsetzung dieses blutreichen Thriller-Plots. Da kann man nur hoffen, dass Horrorfans auch Jahre nach der Fertigstellung von RAGE Interesse bekunden und sich das Filmchen kaufen. Nur so dürften garantiert werden, dass WITHERSPOON eifrig weiter werkeln kann. Insofern man ihm die Gelegenheit geben würde mit mehr Budget drehen zu dürfen, könnte da durchaus etwas Kultiges entstehen – da sind wir uns sicher.
 
 
 


 
 
 

RAGE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Spielbergs DUELL trifft auf FREITAG DER 13. und HALLOWEEN. RAGE ist ein temporeicher Indie-Horrorstreifen, der die Gewaltschraube am Ende nahezu im Minutentakt fester dreht. Man muss schon eine Vorliebe für ungeschliffenes Indie-Kino besitzen, um WITHERSPOONS Slasher-Variante von Spielbergs DUELL überhaupt genießen zu können. Mainstream verwöhnte Kinogänger werden an den teils schlecht ausgeleuchteten Bildern und den manchmal hölzern agierenden Schauspielern kaum Gefallen finden. Tadeln darf man Regisseur CRISTOPHER WITHERSPOON dafür jedoch nicht, hat er schließlich mit einem Mikro-Budget von gerade einmal 100.000 Dollar einen soliden Thriller auf die Beine gestellt, den manch Filmschaffender selbst mit millionenschwerem Kapital nicht besser gemacht hätte. Sichtlich von Meistern wie HITCHCOCK, CARPENTER und SPIELBERG inspiriert beweist WITHERSPOON ein talentiertes Händchen für geschickt platzierte Spannungsmomente und rasante Verfolgungsjagden – auch ohne Bluescreen-Technik und CGI. Dass er sogar an die Gorebauern unter den Horrorfans gedacht hat, gehört leider zum notdürftigen Übel, schließlich erwarten Fans von “bösen” Filmen nun mal heutzutage, dass in Horrorfilmen reichlich Lebensaft zu sehen ist. Fazit: Offene Horror-Zuschauer dürfen gern mal einen Blick wagen, denn RAGE ist ein ambitioniertes Projekt eines eifrigen und talentierten Filmemachers, dem man auf jeden Fall eine Chance geben sollte.
 
 
 


 
 
 

RAGE – Zensur

 
 
 
RAGE gibt sich nicht zurückhaltend. Gerade das Ende geizt nicht mit reichlich Brutalität. Da werden Körper mit Kettensäge und Messer bearbeitet. Zudem schlägt die Vergewaltigung einer Protagonistin auf den Magen. Sollte RAGE in Deutschland veröffentlicht werden gibt’s den roten FSK-Flatschen. Keine Jugendfreigabe – ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

RAGE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Duell (1971)
 
Jeepers Creepers (2001)
 
Joyride – Spritztour (2001)
 
Death Proof (2007)
 


Filmreview: “Animal” (2014)

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ANIMAL

Story

 
 
 
Fünf Freunde geraten auf die Speisekarte einer gefräßigen Kreatur, die in den Wäldern am Holland Creek ihr Unwesen treibt …
 
 
 


 
 
 

ANIMAL – Kritik

 
 
 
Der amerikanische Horror-Sender CHILLER mausert sich mit seinen eigens produzierten Horrorfilmen so langsam zum Geheimtipp unter Liebhabern finsterer Videounterhaltung. In der sendereigenen Filmwerkstatt namens CHILLER FILMS werden nämlich seit einiger Zeit Horrorstreifen produziert, die kaum erahnen lassen, ob sie nun eigentlich für eine Fernseh- oder Kinoauswertung angedacht waren. Die Macher des Grusel-Studios scheinen bestrebt darin zu sein, den Anspruch ihrer Filmkreationen konsequent steigern zu wollen, hat doch das Schaffen der aktuellen CHILLER FILMS-Staffel mittlerweile Kino-Niveau erreicht. Dem Horrorfan kann das nur recht sein. Schließlich freut dieser sich, wenn er ordentlich gemachte Horror-Ware in den Player legen kann und sich bei Schockern wie CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR (dem übrigens demnächst eine Fortsetzung folgen soll) so richtig “chillig” gruseln kann.
 
Nachdem der Seemonster-Trash BENEATH und der Mystery-Thriller DEAD SOULS aus der CHILLER FILMS-Staffel des Jahres 2013 gut angenommen wurden, schien die Konsequenz daraus nur logisch, dass CHILLER FILMS an der Umsetzung weiterer Horrorfilme tüfteln würde. Die sind nun fertig und warten darauf im TV gezeigt oder lukrativ an den Heimkinofreund verhökert zu werden. Für einen der ersten Beiträge der neuen Season konnte noch einmal BRETT SIMMONS (HUSK) gewonnen werden, der mit THE MONKEY’S PAW ein Jahr zuvor bereits schon einmal Horrorstoff für CHILLER FILMS ins Fernsehen brachte. Statt der Verfilmung einer Kurzgeschichte hat er sich diesmal für die Umsetzung eines soliden Drehbuchs entschieden, dem aber das gewisse Etwas fehlt, um wirklich überzeugen zu können. ANIMAL heißt der Monster-Heuler, der, wie bereits der Titel und das Filmplakat vermuten lassen, dem Genre des Tier-Horrorfilms zuzuordnen ist.
 
Fünf Mittzwanziger müssen den Kampf mit einer hungrigen Bestie aufnehmen, über die man jedoch nur wenig im Film erfährt. Diese lebt in den Wäldern von Holland Creek und wird von ständigen Heißhungerattacken gequält. Damit der immer leere Magen gefüllt werden kann, werden ahnungslose Spaziergänger gejagt, die dann horrorfilmtypisch durch Wald und Flur gehetzt und anschließend in Stücke zerrissen werden. Auch den fünf stereotypen Jungdeppen in ANIMAL steht gleiches Schicksal bevor. Hätten diese jedoch einige Horrorfilme der letzten Jahre gesehen, wäre ihnen aufgefallen, dass Orte mit “Creek” im Namen meist nichts Gutes zu bedeuten haben. Bei einer Tageswanderung durch die Wälder am Holland Creek treffen sie ganz unvorbereitet auf das mutierte Mauskopf-Predator-Wolfsmensch-Ding, dem sogleich einer der Freunde zum Opfer fällt. Der Rest flüchtet zu einer nahestehenden Hütte, in dem bereits eine andere Gruppe älteren Semesters Schutz vor den Attacken des blutgierigen Wesens gefunden hat. Kaum Zuflucht gefunden werden wie in Romeros NIGHT OF THE LIVING DEAD Zugänge verbarrikadiert und Fenster vernagelt. Doch das Monster lässt keine Möglichkeit aus, um irgendwie ins Innere der schützenden Behausung zu gelangen.
 
DREW BARRYMORE hat “nach Hause telefoniert”. Diesmal jedoch nicht um mit E.T. neuste Schmink- und Modetipps auszutauschen, sondern um sich an der Produktion von ANIMAL zu beteiligen. Der smarte Engel für Charlie fungierte hier als Finanzspritze und hat den Streifen quasi mitproduziert. Leider scheint die Gute noch etwas unbewandert im Horror-Bereich zu sein, denn würde sie etwas Ahnung von Horrorfilmen haben, hätte sie vermutlich ihr Geld in die Herstellung anderer, weitaus besserer Gruselstreifen investiert. Auch wenn ANIMAL trotz Trash-Note wirklich bemerkenswert gut ausschaut und zwischen ASYLUM-Billig-Nonsens und Edel-Trash-Welt liegt, mangelt es diesem Film zu sehr an neuen und unverbrauchten Ideen. Die Geschichte von dummen Kids, die nacheinander von einem Mann im Monsterkostüm zerfetzt und gefressen werden strotzt nicht gerade vor Innovationen. Da Regisseur BRETT SIMMONS jedoch ziemlich oft Blutfontänen spritzen lässt, um die Mattscheibe rot färben zu können, dürften die teils hektisch geschnittenen Blutmomente zumindest den Freunden übertriebener Gore-Einlagen reichlich Spaß bereiten.
 
Apropos hektisch: Wenn einem Horrorfilm das Tempo fehlt, kann manch eifrig zusammengeflicktes Schnittmassaker selbst aus langweiligen Schlaftabletten unterhaltsame Filme machen. Macher BRETT SIMMONS nimmt sich dieser Methodik hier nur allzu gerne an, um die minimalistische Handlung des Streifens voranzutreiben. Auch einige Defizite im Design des von GARY J. TUNNICLIFFE entworfenen Monsters konnten mit dem Hektik-Gimmick geschickt verschleiert werden. Löblicherweise sieht man in ANIMAL zudem von günstigem Einsatz schlecht umgesetzter Computereffekte ab. Alle Gore- und Creature-Effekte sind handgemacht, was vor allem Retro-Fans zusagen dürfte, schließlich lässt ANIMAL ab und an Erinnerungen an charmante Tier- und Monsterheuler der 80er wach werden und schafft es mit lautem Grunzen und Quieken der Kreatur, den Besitzern von Surround-Anlagen die Nackenhaare aufzusträuben. Somit sind achtzig solide Unterhaltungsminuten garantiert, auch wenn ANIMAL mit Sicherheit kein nennenswertes Highlight im Genre der Tier- und Monsterstreifen darstellt.
 
 
 


 
 
 

ANIMAL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein charmanter Monster- und Tiergrusler, wie man sie in den 80ern häufiger im Video-Recorder hatte. Natürlich hat sich seit Filmen wie RAZORBACK, CUJO und DER WERWOLF VON TARKER MILLS so einiges verändert: Die Schnitte sind hektischer geworden, der Look ist tadellos auf Hochglanz poliert und die Protagonisten hören Musik mit der Mp3-Funktion ihrer Handys, anstelle ihres Walkmans. Handmade-Effekte an die Macht heißt die Devise in ANIMAL, denn trotz B-Movie-Charme hat man auf den Einsatz überflüssiger Computereffekte verzichtet, was man in Horrorfilmen neueren Datums immer seltener zu sehen bekommt. Denn seit Trash-Schmieden wie ASYLUM oder der TV-Sender SYFY miserablen Abfall am Band produzieren, ist der Einsatz von CGI im Horrorfilm zur Gewohnheit geworden. Im Gegensatz zu genannten Produktionshäusern schaut der für den Horrorsender CHILLER produzierte ANIMAL ganz passabel aus und erreicht optisch fast schon Kino-Niveau. Dennoch vermiesen die austauschbare Handlung und die für das Genre obligatorischen Klischees den positiven Gesamteindruck. Wie in Filmen dieser Art typisch sind die meist jugendlichen Stereotypen nicht gerade die hellsten Kerzen auf dem Kuchen. So finden eine farbigen Powerfrau (Hip-Hop-Sängerin KEKE PALMER), der muskelbepackte Beschützertyp, eine Sprüche klopfende Obertucke und der smarte Sunnyboy in ANIMAL wenig überraschend einen schnellen Tod. Ausgerechnet die unsympathische Filmzicke darf am Ende überleben. Dass sich das Finale die Option für eine Fortsetzung offen lässt, war auch schon in ähnlich gestrickten Schockern der 80er der Fall. Wer eine Leidenschaft für trashige Monster- und Tierheuler besitzt ist mit ANIMAL gut beraten. Denn auch wenn sich der Film ausschließlich auf das beliebte 10-kleine-Negerlein-Prinzip konzentriert, gefällt der Film durch sein nicht übel getrickstes Filmmonster und das strafe Filmtempo. Daher: Solider Horrorfilm, der vom FILMCHECKER-Team das Prädikat “Edel-Trash” verliehen bekommt.
 
 
 


 
 
 

ANIMAL – Zensur

 
 
 
ANIMAL ist ein waschechter Vertreter des Tier-Horrorgenres. Bei solcher Art Filmen passiert es nicht selten, dass die FSK milder einstuft. Meist sind derart Streifen bereits für Jugendliche geeignet. ANIMAL macht da keine Ausnahme. Bis auf einige Blutfontänen gibt es nicht viel Gewalt zu sehen. In wenigen Szenen bekommt der Zuschauer zudem nur die Ergebnisse der Attacken der Kreatur zu sehen. Sonderlich hart ist ANIMAL demnach nicht anzuschauen und dürfte mit FSK16 in die Kaufhäuser kommen.
 
 
 


 
 
 

ANIMAL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Piranhaconda (2012)
 
Primal (2010)
 
The Cave (2005)
 
Mosquito Man (2004)
 
They Nest – Tödliche Brut (2000)
 


Filmreview: “Willow Creek” (2013)

willow-creek-2013
 
 
 

WILLOW CREEK

Story

 
 
 
Ein junges Paar reist nach Kalifornien, um in den abgelegenen Wäldern von Bluff Creek der Legende von Bigfoot auf den Grund gehen zu können …
 
 
 


 
 
 

WILLOW CREEK – Kritik

 
 
 
Eigentlich könnten wir FILMCHECKER in Zukunft auch FOUND-FOOTAG-CHECKER oder WACKELCAM-TESTER nennen, denn was wir in letzter Zeit an Streifen mit dem allmählich nicht mehr so beliebten Found-Footage-Gimmick besprochen haben, ernüchtert selbst das FILMCHECKER-Team so langsam. Leider scheint der polarisierende Trend vom angeblich gefundenen Filmmaterial kein Ende zu nehmen, was vermutlich auch an den erschreckend niedrigen Herstellungskosten liegen mag, die das Drehen solcher Werke voraussetzen. Erschreckender als das minimale Produktionsbudget ist jedoch die Tatsache, dass jene Streifen immer einfältiger werden und bis auf planloses Gewackel und dem Wiederholen der ewig gleiche Klischees und Geschichten nichts Neues zu bieten haben. Ein Paradebeispiel für jene überflüssige Filmkunst ist der Bigfoot-Schlamassel WILLOW CREEK, der wahrscheinlich nur deshalb gedreht wurde, um mit wenig Aufwand schnelle Kasse zu machen. Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler BOBCAT GOLDTHWAIT hat den Murks verbrochen und beweist nach seinem grandios schwarzhumorigen GOOD BLESS AMERICA (2011), dass ihm eigentlich egal ist, was die Horrorfilmgemeinde von ihm denkt – Hauptsache sie zahlt. Mit fast schon beschämender Gleichgültigkeit kopiert er hier dreist das, was BLAIR WITCH PROJECT (1999) seinerzeits so verstörend gemacht hat, vergisst aber nach der unüberschaubaren Anzahl ähnlich gestrickter Gähner, dass ein bisschen Kameragewackel, nicht deutbare Geräusche im Wald und mit Tränen besudelte Gesichter verängstigter Protagonisten fünfzehn Jahre nach BLAIR WITCH PROJECT kaum noch Gänsehaut verursachen. GOLDTHWAITS erster Found-Footage-Ausflug ist auf wahre Begebenheiten zurückzuführen, denn die Grundlage für WILLOW CREEK lieferten die Bigfoot-Fans ROGER PATTERSON und BOB GIMLIN, die im Jahre 1967 nach Nordkalifornien reisten, um dort am Bluff Creek im Six Rivers Nationalpark den mysteriösen Waldmenschen zu suchen. Glücklichweise wurde ihre Suche von Erfolg gekrönt, denn ihnen gelang es den sagenumwobenen Bigfoot auf Film zu bannen. Bis heute ist die Echtheit der Filmaufnahmen umstritten, auch wenn bisher niemand das Gegenteil beweisen konnte.
 
WILLOW CREEK spinnt die realen Gegebenheiten weiter und lässt ein junges Paar 40 Jahre nach den Ereignissen noch einmal den Ort erkunden, um darüber eine eigene Bigfoot-Dokumentation drehen zu können. Die Gegend um die Fundstelle hat sich mittlerweile zu einem Tourismusmagneten entwickelt, so dass sich auch die Einheimischen auf den Ansturm selbsternannter Bigfoot-Forscher eingestellt haben, um etwas Geld mit den Legenden verdienen zu können. Die sind natürlich auch für einige Interviews offen und beantworten die Fragen des zweiköpfigen Drehteams geduldig, damit das Paar zügig die Suche nach der legendären Affenkreatur fortsetzen kann. Nach ersten ergebnislosen Erkundungsstreifzügen durch die Wildnis am Bluff Creek bricht die Nacht herein und trotz der Warnungen einiger Ortsansässiger wird ein provisorisches Nachtlager mitten im Wald aufgeschlagen. Was folgt dürfte vermutlich niemanden überraschen: Eine neugierige Kreatur, nennen wir sie einfach Bigfoot, schleicht des Nachts um das Zelt und hat einen Mordsspaß daran den ungebetenen Gästen einen gehörigen Schrecken einzujagen.
 
Alles wie immer und dennoch viel langweiliger als sonst. Wir sehen unwichtige Interviews mit Bewohnern des Ortes, die teils interessanter sind als das, was uns Macher BOBCAT GOLDTHWAIT in den übrigen 60 Minuten unterjubeln möchte. Die Protagonisten stolpern unvorsichtig durch die Wildnis, trotzen Warnungen vor gefährlichen Tieren und geraten in Rage, nachdem sie sich im Nationalpark verlaufen haben. Als wäre das nicht alles schon vorhersehbar und ausgelutscht genug, geraten die Suchenden nach nur wenigen Stunden Fußmarsch zufälligerweise in das Jagdgebiet des ominösen Waldmenschen und werden nicht von Klappschlangen, Berglöwen und Bären attackiert, sondern von einer dicken, nackten Frau, die mit Faschingsmaske bekleidet komische Töne von sich gibt. Doch bevor der Zuschauer überhaupt den erlösenden Abspann dieser überflüssigen Bigfoot-Doku zu sehen bekommt und die unvorsichtigen Protagonisten winselnd über den Waldboden geschleift werden, gibt es eine 20-minütige Einstellung zu sehen, die man vermutlich in derart Form in noch keinem Horrorfilm zu sehen bekommen hat: Kojotengebell und Grillenzirpen reißen die Helden aus dem Schlaf. Die sitzen wie versteinert in ihrem Zelt und halten sich verängstigt in den Armen; die Kamera filmt die verschreckten Gesichter des Paares nahezu eine viertel Stunde am Stück – selbstverständlich ohne Schnitt. Was sich für den entnervten Filmfreund zur Geduldsprobe entwickelt, erweist sich für die Macher als cleverer Schachzug, schließlich kann man natürlich auch so ein aus drei Sätzen bestehendes Skript unnötig auf Spielfilmlänge blasen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es scheinbar immer noch genügend Käufer gibt, die nicht ohne täglich Ration Wackelbilder über die Runden kommen. So lange solch Abfall gekauft wird, wird es auch weiterhin derart billig produzierten Quatsch geben – leider!
 
 
 


 
 
 

WILLOW CREEK – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Eine simple Horror-Rechnung: BLAIR WITCH PROJECT – Hexe + Bigfoot = WILLOW CREEK.
WILLOW CREEK dürfte euphorisches Jubelgeschrei bei Found-Footage-Liebhabern verursachen, verzweifeltes Kopfschütteln stattdessen bei den Gegnern. Auch dieser Film mit der berüchtigten Shaky Cam-Methodik wird die Horrorgemeinde in zwei Lager spalten, schließlich kann man Filme im Wackelcam-Stil nur lieben oder hassen. Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler BOBCAT GOLDTHWAIT macht es sich leicht und kopiert lieber die BLAIR WITCH PROJECT-Erfolgsrezeptur, statt dem ausgelutschten Found-Footage-Genre durch raffinierter Erzählweise und gut getricksten Effekten neue Energie einzuverleiben. Was folgt hat man eigentlich bis zum Erbrechen in bereits bedeutend besser gemachten Filmen dieser Horror-Art gesehen. Es wird gerannt, geflennt und gewimmert. Unebener Waldboden wird gefilmt und das Licht der Kamera bohrt sich orientierungslos durch das Dunkel der Nacht. Sollte man nach 70 Minuten Langeweile immer noch neugierig die Auflösung herbeisehnen, ernüchtert die wirklich schlecht geschminkte Bigfoot-Frau im Evakostüm. Immerhin gibt es kurz Brüste zu sehen – den männlichen Filmfreund dürfte das zumindest aufhorchen lassen. Ansonsten ist WLLOW CREEK eine einzige Schlaftablette, deren teils gute Bewertungen im Netz entweder gekauft wurden oder gefakt sind.
 
 
 


 
 
 

WILLOW CREEK – Zensur

 
 
 
WILLOW CREEK ist nicht nur vollkommen ereignislos, hier herrscht auch Flaute was das Thema Gewalt angeht. Nicht einmal eine harmlose Kratzwunde bekommt der Zuschauer zu sehen, was zumindest minderjährige Horrorfans freuen dürfte, schließlich wird WILLOW CREEK bedenkenlos die FSK mit einer FSK12 passieren.
 
 
 


 
 
 

WILLOW CREEK – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bigfoot – Der Blutrausch einer Legende (2012)
 
Bigfoot County (2012)
 
Exists (2014)
 
Boggy Creek – Das Bigfoot Massaker (2010)
 
 


Filmreview: “Frost” (2012)

Frost-2012-Reynir-Lyngdal
 
 
 

FROST

Story

 
 
 
Tief im Eis lauert das Böse. Ein Forscher-Team kehrt von den Arbeiten an einem Gletscher nicht zurück. Wissenschaftlerin Agla (Anna Gunndís Guðmundsdóttir) macht sich Sorgen und beginnt mit Freund Gunnar (Björn Thors) nach den vermissten Kameraden zu suchen. Was die beiden jedoch finden, lässt ihnen das Blut in den Adern gefrieren …
 
 
 


 
 
 

FROST – Kritik

 
 
 
Jawohl, es ist wieder soweit. Willkommen zu einer weiteren Ausgabe unserer beliebten Rubrik: Found-Footage-Filme, die eigentlich keiner mehr sehen will und kann. Kaum ein Sub-Genre hat in der Vergangenheit so stark polarisiert, wie jene Filmgattung, die sich mit meist fiesem Kameragewackel ins Gedächtnis der Zuschauer gebrannt hat. Immerhin ist der bereits mehrfach totgesagte Trend nun auch in Island angekommen, wo sich die Produzenten von REYKJAVIK WHALE WATCHING MASSACRE (2009) dem unbeliebten Filmthema angenommen und den vorliegenden FROST finanziert haben. Der wurde vom bisher komödienerprobten REYNIR LYNGDAL gedreht und hat eigentlich kaum Neuerungen zu bieten, schließlich ist das Kopieren bereits dagewesener Erfolgsrezepturen einfacher, als den eigenen Kopf anzustrengen. Das Resultat ist ein x-beliebiger Found-Footage-Streifen, der eigentlich den gleichen Regeln folgt, wie man sie schon in ganz vielen Werken dieser Art zu sehen bekommen hat, nur mit dem Unterschied, dass in FROST zur Abwechslung nicht in Englisch sondern Isländisch geschrieen und gewinselt wird.
 
FROST handelt von Filmemacher Gunnar (BJÖRN THORS), der einen Dokumentarfilm über eine Gletscher-Forschungseinrichtung als Vorwand nutzt, um Freundin Agla (ANNA GUNNDIS) zu besuchen. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin arbeitet sie in einem abgelegenen Teil des Polarkreises in einer Art Camp, wo sie zusammen mit einem Team aus Physio- und Geologen Proben aus Gletschern entnimmt, um diese zu untersuchen. Neustes Forschungsprojekt ist eine geheimnisvolle Gletscherspalte, aus der immer wieder seltsame Lichter und Geräusche dringen. Dass derart rätselhafte Vorkommnisse in Horrorfilmen meist nichts Gutes verheißen erlebt das Paar am eigenen Leib, denn als die übrigen Wissenschaftliche von ihren Untersuchungen nicht heimkehren wollen, machen sich Agla und Gunnar auf die Suche nach den verschollenen Forschern. Fündig werden sie schnell. Die scheinbar leblosen Körper hat der Schnee unweit der Spalte begraben. Weitere Wissenschaftler entdeckt Gunnar regungslos auf dem Grund der Gletscherspalte liegen. Leider lauert dort auch die Ursache des Unheils: Etwas Böses wurde aus seinem Schlaf gerissen und hat sich den Körpern der Wissenschaftler bemächtigt.
 
FROST zieht seinen Reiz aus der schneebedeckten Kulisse, die schon dem Horrorklassiker THE THING zum Erfolg verholfen haben. Wenn immer sich die Kamera durch tobende Schneestürme kämpft und die Protagonisten orientierungslos durch frostige Landschaften irren, erlebt FROST seine besten Momente. Isoliert von der Außenwelt und ohne Hoffnung auf schnelle Hilfe entwickelt sich die scheinbar malerische Schneekulisse rasch zur Hölle auf Erden, aus der irgendwie kein Weg nach draußen führen will. Lobenswerterweise kommt der dichte Schneereigen nicht aus dem Computer. Die Dreharbeiten fanden unter harten Bedingungen statt, denn REYNIR LYNGDAL wollte seinen Antarktis-Grusler so authentisch wie möglich inszenieren. Demnach wurde während echten Schneestürmen gedreht, was den Schauspielern und der Rest der Crew einiges abverlangte. So ambitioniert das Projekt auch verwirklicht wurde, so enttäuschend die Tatsache, dass FROST ziemlich langweilig ist. LYNGDAL ist zwar um einen stetig steigenden Spannungsboden bestrebt, bis aber endlich überhaupt etwas passiert vergehen fast 40 Minuten. Demnach wird der Zuschauer bis zur Halbzeit unfreiwilliger Zeuge von belanglosen Beziehungsstreitigkeiten, die Protagonist Gunnar selbstverständlich mit der Kamera filmen muss. Der hält nämlich vehement alles auf Band fest, was vor die Linse kommt und sei es noch so unwichtig. Dass der Charakter laut Drehbuch eigentlich ein professioneller Kameramann sein soll, will man beim permanenten Gerüttel seines Arbeitsgerätes nicht so recht glauben, denn wie man es von Found-Footage-Werken nun mal gewöhnt ist, wird hier gewackelt als gäbe es keinen Morgen mehr.
 
Langsames Erzählen muss nicht zwangsläufig schlecht sein. Macher REYNIR LYNGDAL nimmt jene Filmweisheit leider etwas zu genau und quält den Filmfan durch eine Handlung, die sich zieht wie Kaugummi. Dreiste Taschenspielertricks lässt der Regisseur außer Acht, denn wenn kurz vor Ende seltsame Geräusche, Lichter und Beben auf mutierte Kreaturen aus einer fremden Welt schließen, setzt er lieber auf subtile Mehrdeutigkeiten und lässt das Grauen im Kopf des Zuschauers entstehen. Der dürfte leider mit einer Menge Fragen vor der Glotze zurückbleiben und sich ein wenig veräppelt fühlen, hat er doch 70 Minuten lang auf fiese Monster gewartet, die für das Verschwinden der vermissten Wissenschaftler verantwortlich gemacht werden. Trotz interessanter und teils beklemmender Kulisse ist FROST kein Highlight. Dem Grusler fehlen nicht nur die Monster, sondern auch die Phantasie eines TROLLHUNTER (2010) und der Nervenkitzel eines [REC] (2007). Stattdessen wird kopiert ohne Rücksicht auf Verluste, schließlich soll der erste isländische Wackelcam-Film den amerikanischen Vorbildern in nichts nachstehen. Leider hat man das hier Gezeigte woanders schon bedeutend besser gesehen. Die Liste der Found-Footage-Klischees wird nahezu zwanghaft abgearbeitet. So stört lästiges Pixelgewitter gerade dann das Bild der Kamera, wenn die Ereignisse interessant werden und natürlich sucht man auch in FROST vergebens nach dem Sinn, weshalb Protagonisten in Momenten der Angst immer noch Kraft besitzen, die Kamera halten zu können. Wer eine Vorliebe für Schnee-Horror besitzt, sollte lieber Zeit in bessere Horrorfilme investieren. An BLUTGLETSCHER (2013) und DEVIL’S PASS (2013) dürften jene Filmfans vermutlich bedeutend mehr Spaß haben, denn FROST setzt sein interessantes Potenzial sprichwörtlich in den Sand.
 
 
 


 
 
 

FROST – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
FROST ist die isländische Antwort auf THE THING. Der erste isländische Found-Footage-Film glänzt mit beklemmender Schneekulisse und subtiler Gruselstimmung. Im Vergleich zum derzeitigen Wackelcam-Standard reicht das in FROST Gezeigte jedoch nicht aus, um das Interesse der hungrigen Horrorgemeinde für sich gewinnen zu können. Streifen wie V/H/S 2 und AFFLICTED haben die Messlatte für Found-Footage-Ware deutlich nach oben getrieben, an der sich alle künftigen Horrorfilme dieses Sub-Genres messen müssen. Leider erreicht FOST nicht einmal annähernd die Qualitäten seiner amerikanischen Vorbilder, denn Regisseur REYNIR LYNGDAL hält sich mit zu vielen Unwichtigkeiten auf und langweilt den Zuschauer schnell. Hinzukommt, dass hier wenig Energie in das Finden eigener Ideen investiert wurde. Stattdessen wird dreist kopiert und die Liste der Found-Footage-Klischees abgehakt. Auch wenn am Ende das Kopfkino des Filmfreundes angekurbelt werden soll, enttäuscht die fade Auflösung, weil sie statt Antworten zu liefern nur noch mehr Fragen aufwirft. Von daher sei FOST nur absoluten Fans jener Filmgattung empfohlen, die sich selbst am zigsten Wackelfilm erfreuen können. Wer seit jeher keinen Draht zu Found-Footage findet, wird auch mit FROST nur wenig anzufangen wissen.
 
 
 


 
 
 

FROST – Zensur

 
 
 
In FROST passiert so wenig, dass selbst die FSK froh sein dürfte, wenn der Abspann über die Filmleinwand flimmert. Bis auf einige plötzlich blutende Nasen gibt es hier keine Gewalt zu sehen. Demnach könnte es gut sein, dass FROST hierzulande bereits für Zwölfjährige freigegeben wird.
 
 
 


 
 
 

FROST – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Barricade (2012)
 
The Frankenstein Theory (2013)
 
The Frozen (2012)
 
The Colony (2013)
 
Das Ding aus einer anderen Welt (1982)
 
30 Days of Night (2007)
 
Der eisige Tod (2007)
 


Filmreview: “In Fear” (2013)

in-fear-2013
 
 
 

IN FEAR

Story

 
 
 
Tom und Lucy daten sich seit einiger Zeit und sind bis über beide Ohren ineinander verschossen. Leider erleitet die zuckersüße Turtelei einen herben Niederschlag, als sich die beiden in der ländlichen Einöde Irlands verfahren und anfangen zu streiten. Als dann das Paar auch noch von einem maskierten Irren verfolgt wird, steht die frische Beziehung vor einer harten Bewährungsprobe …
 
 
 


 
 
 

IN FEAR – Kritik

 
 
 
Auch wenn die neuste Elektronik das Leben oft erheblich erleichtert, ist es manchmal besser sich nicht allzu sehr auf den hochmodernen Kram zu verlassen. Im Horrorfilm zum Beispiel passiert es nämlich ständig, dass just in Momenten der Gefahr Telefon und Internet versagen und das Opfer dumm aus der Wäsche schaut, weil es keine Hilfe anfordern kann. Unsere beiden Protagonisten im Gruselfilm IN FEAR haben mit dem ganzen Hightech-Schnickschnack ebenso wenig Glück. Die hatten gerade in einem Pub mit ein paar Einheimischen Ärger und befinden sich nun auf dem Weg zu einem irländischen Musikfestival, wo sie sich mit guten Freunden treffen wollen. Lucy (ALICE ENGLERT) ist schon ganz aufgeregt, aber Freund Tom (IAIN DE CAESTECKER) hat vorerst andere Pläne, schließlich gilt es das zweiwöchige (!) Bestehen der noch frischen Beziehung zu feiern. Ein kuscheliges Zimmer in einem Hotel fernab der Straße soll das Ereignis besonders machen. Doch der Weg dahin will sich einfach nicht finden lassen. Eine Karte hat man nicht eingepackt und das Navigationssystem fällt in der trostlosen Einöde ganz unerwartet aus. Schon bald stellen die Frischverliebten fest, dass hier irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Die Fahrt hat kein Ziel, weil man immer nur im Kreis düst und ein maskierter Mann scheint Gefallen daran gefunden zu haben, ahnungslose Städter zu Tode zu ängstigen. Als dann auch noch das Benzin knapp wird, ist guter Rat teuer.
 
(Er)Schrecken am laufendem Band: Filmfans, die ohnehin schon ihre Problemchen mit der Pumpe besitzen, sollten den vorliegenden IN FEAR möglichst meiden, denn in diesem finsteren Horrortrip werden die Helden nahezu minutiös von unerwarteten Überraschungen aus dem Dunkel der Nacht heimgesucht. Wie der Titel bereits verrät, hat sich der TV-erprobte JEREMY LOVERING der Angst verschrieben. Die Inspiration zum Film kam dem Regisseur bei Dreharbeiten zu einer Dokumentation in Sligo (nördliches Irland), wo er von den Einheimischen an der Nase herumgeführt wurde. Die hatten die Beschilderung des Ortes verändert, so dass LOVERING immer wieder zu einem nahe liegenden Pub gelotst wurde und kurz davor war den Verstand zu verlieren. Geschwind kam ihm die Idee von der Urangst-Problematik in den Sinn – der Angst vor Dunkelheit und der damit verbundenen Orientierungslosigkeit. Die erleben IAIN DE CAESTECKER und ALICE ENGLERT auf ziemlich authentische Weise, denn den Schauspielern wurde bei den Dreharbeiten so einiges abverlangt. Ein Drehbuch gab es für die beiden nicht. Sie erhielten lediglich Anweisungen am Tag des Drehs. Das bescherte maximales Adrenalin und authentische Angstschreie, da die Schauspieler nie wussten, was ihnen am aktuellen Drehtag blühen wird. Schaut man im Film etwas genauer hin, wird das mehr als einmal deutlich. Viele der gut platzierten Schocks kommen ganz unerhofft und zerren am Nervengerüst – nicht nur beim Zuschauer. Leider findet die anfänglich gute Vorangehensweise mal wieder eine unerwartete Wendung. Wie es im Horrorfilm nämlich üblich ist, muss ein obligatorischer Twist her. Aus unheimlichem Mystery wird bedrückendes Terrorkino, das sich vorwiegend in der zunehmend klaustrophobischen Enge von Toms Auto abspielt. Das verliebte Paar gabelt einen verletzten Fremden auf einer kaum befahrbaren Landstraße auf, der sich selbstverständlich wenig später als kranker Psychopath entpuppt und es nur auf das möglichst hinterlistige Ermorden der ahnungslosen Durchreisenden abgesehen hat. LOVERING selbst gibt zu zuvor Streifen wie FUNNY GAMES, THE HITCHER und BURIED studiert zu haben, um seinen Erstling möglichst intensiv angsteinflößend und unangenehm klaustrophobisch in Szene setzen zu können. Der Ideenklau hat gut funktioniert, denn den spielerischen Umgang mit den Konventionen des modernen Horrorfilms beherrscht der Filmemacher ziemlich souverän. Das Spielfilmdebüt glänzt mit anhaltend bedrohlicher Atmosphäre und ziemlich gemeinen Schocks, die den Genrefan einmal mehr spüren lassen, warum sich der Horrorfilm immer noch großer Beliebtheit erfreut. Zwar ist IN FEAR nicht sonderlich brutal; ertönt dann jedoch erst einmal der aggressiv-pumpende Bass während die Protagonisten in Panik durch den Wald flitzen, ist das weitaus verstörender als literweise Filmblut und Kunstgedärm.
 
 
 


 
 
 

IN FEAR – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
BLAIR WITCH PROJECT meets THE HITCHER. Schlichter, aber hochgradig verstörender Schocker, der dem Zuschauer mal wieder vor Augen hält, dass Genre-Werke nicht immer zwangsläufig nur in Blut ersoffen werden müssen. Loverings IN FEAR führt den Filmfreund zu den Wurzeln des Horrorfilms zurück. Seit nämlich ultra-harte Gewaltgurken unentwegt in den Heimkinos rotieren, ist das eigentlich Ziel von Horrorfilmen in Vergessenheit geraten. Regisseur JEREMY LOVERING holt die angestaubten Tugenden des Horrorfilms zurück auf die Leinwand und versucht es mal wieder mit der altmodischen Art: Dem Angst einjagen. Er macht die menschlichen Urängste zum Thema seines Streifens und ist dabei sogar noch recht gut darin. Zwar gibt’s trotzdem den obligatorischen Twist kurz vor Ende, bis dahin dreht LOVERING ziemlich geschickt an der Schock- und Spannungsschraube – ganz so wie einst die Altmeister des modernen Genrefilms. Gut gemacht!
 
 
 


 
 
 

IN FEAR – Zensur

 
 
 
IN FEAR setzt vermehrt auf Angst und Schocks, hält sich aber mit Gewalt weitestgehend zurück. Das hat dem Horrorfilm hierzulande eine ungeschnittene FSK 16 eingebracht.
 
 
 


 
 
 

IN FEAR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Studiocanal

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: In Fear; Großbritannien (2013)

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 21.08.2014

 
 
 

In Fear [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZOn kaufen

 
 
 


 
 
 

IN FEAR – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Hitcher (1986)
 
Blair Witch Project (1999)
 
Funny Games (1997)
 
Joyride – Spritztour (2001)
 
Jeepers Creepers (2001)
 


Filmreview: “The Crypt” (2009)

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THE CRYPT

Story

 
 
 
Sechs Kleinkriminelle träumen vom großen Geld und folgen der smarten PJ (Sarah Oh) in Katakomben unter der Stadt. Schnell werden Gräber aufgebrochen und kostbarer Schmuck der hier Ruhenden entwendet. Leider ruft das skrupellose Vergehen die Wut der Toten auf den Plan, die natürlich so rein gar nicht darüber erfreut sind, dass man ihnen ihre Kostbarkeiten stibitzt hat. So stürzen Wände ein und die habgierige Meute sitzt in der Fall. Doof nur, dass die rastlosen Geister hier unten ihre ganz eigenen Regeln besitzen, wie man mit gerissenen Gauner ins Gericht zu gehen hat …
 
 
 


 
 
 

THE CRYPT – Kritik

 
 
 
Kleinkriminelle sind auch nicht mehr das was sie einmal waren. In THE CRYPT nämlich, schauen die aus wie Kandidaten aus Klums Modelshow und hätten mit makelloser Optik freilich mehr Kohle einnehmen können, als beim planlosen Grabraub im vorliegenden Gruselfilm. Hier haben wir es mal wieder mit attraktiven aber höchst dummen Protagonisten zu tun, die sich reichlich unvorbereitet in ein kleines Abendteuer stürzen und sich später darüber wundern, warum sie partout vom Pech verfolgt werden. Initiator CRAIG MCMAHON wollte mit seinem Billigding vermutlich nur schnell ein paar Bündel Dollarscheinchen verdienen und investierte nur wenig Liebe zum Detail. Er brachte eine simple und nicht gerade vor Ideenvielfalt strotzende Geschichte zu Papier, die es selbstverständlich so schnell und günstig wie möglich umzusetzen galt. Da wurden flink ein paar Elemente aus THE DESCENT stibitzt und mit ständige wiederholenden Geisterelementen aus diversen Spukhits kombiniert. Fertig war mal wieder ein Gruseltrip unter vielen, der mit knapp fünf Jahren Verspätung nun auch in Deutschland ausgewertet wird. Dass Macher MCMAHON nicht gerade eine Leuchte seines Fachs ist beweist nicht nur der lieblos heruntergekurbelte THE CRYPT, welcher eigentlich was ganz Großes hätte werden können. Bereits 2007 lies er den nicht minder gehaltlosen Beitrag zur damals beliebten Torturwelle mit dem Titel SPORTKILL auf die Menschheit los, der jedoch in Deutschland der Zensurproblematik wegen sprichwörtlich in der Luft zerrissen wurde. Immerhin hat es sein THE CRYPT da wesentlich einfacher bei der FSK gehabt. Die hat der Katakomben-Exkursion eine ungeschnittene KJ-Freigabe attestiert, was jetzt nicht sonderlich verwundert, geht es doch in diesem Geisterspuk erheblich züchtig vonstatten. Lobenswerterweise muss man dennoch gestehen, dass THE CRYPT trotz inhaltlicher Leere in technischen Belangen gefällt. Die Kulisse ist finster und glänzt mich vielen unheimlichen Momenten; die wenigen Geistererscheinungen- und Schockmomente sind zwar ALLE vorhersehbar, lassen aber schrecksame und wenig erfahrene Horrorzuschauer des Öfteren zusammenzucken. Besonderes Augenmerk gilt jedoch den teils wirklich grausigen Geistern, die in THE CRYPT wirklich sehr schauderhaft in Szene gesetzt werden. Die bewegen sich stakkatoartig durch die düsteren Gänge der Gruft und rächen sich blutig an denen, die sich habgierig dem Schmuck der Verstorbenen bemächtigt haben. Es werden Köpfe zermatscht und Arme abgerissen, was angesichts der handgemachten Spezialeffekte einen gewissen Charme versprüht und an all die netten Old School Horrorstücke der 80ern erinnert.
 
Leider ist das hervorragende Geisterdesign auch das einzig Positive, was es in THE CRYPT hervorzuheben gilt. Denn auch wenn der Trailer mit all den hektischen Schnitten und der kuriosen Hochglanzästhetik an fettes Mainstream-Kino erinnert, so dürfte schnell Ernüchterung einsetzen, wenn man das Filmchen letztendlich zu sehen bekommt. Ein ungenießbarer Charme günstig heruntergekurbelter Dutzendware durchzieht den gesamten Grusler, was angesichts der stümperhaften deutschen Übersetzung auch noch verstärkt wird. Immerhin wird nicht so viel gesprochen, schließlich sind die handvoll Protagonisten vehement damit beschäftigt vor den Geistererscheinungen zu flüchten. Damit der Film auf seine Laufzeit kommt werden die immer gleichen Szenenabläufe geboten, die zudem mit reichlich trivialen Dialogfetzen bestückte wurden, deren Sinn man erst gar nicht hinterfragen sollte. Das alles gipfelt in einem kaum nachvollziehbaren Ende, welches eben nur aus der Feder jener Script- und Drehbuchdichter stammen kann, die null Plan vom Schreiben und Kreativsein haben. Schlussendlich wird dem Zuschauer erneut klar, dass gerade jene Streifen nur von minderwertiger Qualität sein können, auf deren Blu-ray-Einlegern plakativ mit EXTREME HORROR COLLECTION geworben wird. Denn auch wenn THE CRYPT erst für ein volljähriges Publikum geeignet ist, so ist dieser reißerische Vermerk auf dem Heimkinomedium schon arg weit hergeholt.
 
 
 


 
 
 

THE CRYPT – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Es gibt Filme, die haben enormes Potenzial und scheitern doch kläglich an der mangelnden Leidenschaft ihrer Macher. SPORTKILL-Regisseur CRAIG MCMAHON hat mit THE CRYPT einen austauschbaren Geisterfilm dahingerotzt, der eigentlich kaum der Rede wert ist und eigentlich nur aus einer Aneinanderreihung der ewig gleichen Szenen besteht. THE CRYPT ist quasi THE DESCENT nur ohne Monster. Dafür gibt es altmodische Geister-Thematik zu bestaunen, die hin und wieder sogar ihre Momente besitzt. Leider ist das meiste an Budget in die wirklich gelungene Umsetzung der Geistermasken und der lobenswerten akustischen Untermalung geflossen. Mehr Kohle war scheinbar nicht vorhanden, um ein gescheites Drehbuch zu Papier zu bringen. So musste sich MCMAHON selbst an den Schreibtisch setzten, um an einen 08/15-Plot zu kritzeln. Wer SPORTKILL gesehen hat sollte so ungefähr einschätzen können, was dem Zuschauer hier an filmischen Abfall zugemutet wird.
 
 
 


 
 
 

THE CRYPT – Zensur

 
 
 
THE CRYPT wurde von der FSK für ein erwachsenen Publikum freigegeben. Die deutsche Fassung ziert der rote KJ-Stempel. Angesichts der eher zurückhaltenden Gewaltdarstellungen geht die Einstufung völlig in Ordnung, auch wenn hier der blaue FSK16-Stempel vollkommen ausgereicht hätte.
 
 
 


 
 
 

THE CRYPT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the crypt blu-ray

(c) Edel Germany

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Crypt; USA 2009

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch Dolby Digital 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer

Release-Termin: 31.01.2014

 
 
 

The Crypt – Gruft des Grauens [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE CRYPT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Underneath (2013)
 
The Descent (2005)
 
The Descent 2 – Die Jagd geht weiter (2009)
 
The Cave (2005)
 


Filmreview: “The Human Race” (2013)

the human race 2013
 
 
 

THE HUMAN RACE –

THE “RACE OR DIE” TOURNAMENT

Story

 
 
 
Achtzig nichtsahnende Menschen finden sich gemeinsam auf einem seltsamen Parkours wieder und sollen um ihr Überleben laufen. Niemand weiß, wie er hierher gekommen ist. Eine Stimme aus dem Off erklärt den Anwesenden die Spielregeln. So stirbt ein jeder, der gegen selbige verstößt und nicht zu laufen beginnt. Ziel ist das menschliche Rennen zu meistern, doch es kann nur einer gewinnen …
 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Kritik

 
 
 
THE HUMAN RACE lief bereits auf dem 2013er FANTASY FILMFEST und mauserte sich dort nicht unbegründet zum Geheimtipp. Es scheint mal wieder an der Zeit, in der ein frisches und erfolgreiches Filmfranchise unzählige Plagiate nach sich ziehen muss. Diesmal hat es die TRIBUTE VON PANEM-Reihe erwischt: Glattpolierte Romanverfilmungen der Bücher von Schriftstellerin SUZANNE COLLINS, die aktuell Millionenumsätze an den Kinokassen und auf dem Heimkinomarkt erzielen. Aufgrund der beachtlichen Popularität jener Serie war es nur eine Frage der Zeit, bis ähnliche Streifen in den Handel und in die weltweiten Lichtspielhäuser kommen sollten. PAUL HOUGH ist einer dieser Filmschaffenden, der sich durch den Erfolg der PANEM-Thematik sichtlich inspirieren lies und einen Film drehte, der der populären Romantrilogie nicht unähnlich ist. Wie in DIE TRIBUTE VON PANEM (OT: THE HUNGER GAMES) werden in seinem ersten Langfilm Menschen aller sozialer Schichten in eine befremdliche Szenerie transferiert, in der sie sich gegenseitig ausradieren müssen, um zu überleben. Damit das fragwürdige Treiben stets brisant und kurzweilig bleibt, befinden sich unter den Mitstreitern natürlich auch einige Bösewichte, die unberechenbar und rücksichtslos zur Tat schreiten, schließlich sind auch im wahren Leben nun mal nicht alle Menschen friedlich gesinnt.
 
Wir sehen zwei ehemalige Kriegsveteranen, zwei Taubstumme, eine Schwangere, zwei elternlose Kinder, eine gerissene Karrierefrau, einen Rentner und diverse Kleinkriminelle, die sich nach einem hellen Lichtblitz in einer Art Arena wiederfinden, in der sich keiner der Teilnehmer daran erinnern kann, wie er eigentlich hierhergekommen ist. Eine Stimme aus dem Off erklärt den Anwesenden die Spielregeln: So darf nicht auf das Gras getreten oder die Wegmarkierungen umgangen werden. Des Weiteren sollte jeder der Mitspieler in Bewegung bleiben, denn wer zweimal überrundet wird oder zuwider den Spielregeln handelt muss eines grausamen Todes sterben. Der wird SCANNERS-like mittels computeranimierter Kopfexplosion zelebriert und dürfte vor allem das Interesse der Splatter-Fraktion auf den Plan rufen, denn blutig sind die Tötungen in THE HUMAN RACE allemal. Damit es nicht zu eintönig wird und weil eben nur einer der zig gesichtlosen Spieler gewinnen kann, wird natürlich reichlich beim Ausradieren nachgeholfen. Ein Counter hält die noch Lebenden stets auf den aktuellen Teilnehmerstand, was zusätzlich dafür sorgt, dass der Überlebenstrieb jedes Einzelnen verstärkt wird. So verwandeln sich scheinbar gewissenhafte Zeitgenossen zu skrupellosen Handlangern der Hölle, die für das eigene Überleben über Leichen gehen.
 
Auch wenn es bei THE HUMAN RACE mal wieder reichlich Lebenssaft zu sehen gibt und die Protagonisten möglichst graphisch über die Klinge springen müssen, damit Liebhaber des Groben unterhalten werden, sind Parallelen zum aktuellen Zeitgeschehen nicht von der Hand zu weisen. Das menschliche Rennen in HUMAN RACE kann gut und gerne auch als bitterböse sozialkritische Endzeitparabel gesehen werden, in welcher der egoistischen und selbstsüchtigen Gesellschaft von Heute der Spiegel vorgehalten wird. Wie es nun mal in der Realität der Fall ist, erliegen auch in HOUGHS Erstling die Schwächeren und (körperlich) Benachteiligten den vordiktieren Regeln der makabren Spiel-Initiatoren als erstes. In THE HUMAN RACE zählt das Gesetz des Stärkeren; den Glauben an Moral und Menschlichkeit verdrängt man da zugunsten des eigenen Überlebenswillens schon mal im Eifer des Gefechts. Ähnlich Kontroverses gab es übrigens bereits Jahre vor THE HUMAN RACE und COLLINS Erfolgstrilogie im Kino zu sehen. Mit BATTLE ROYALE drehte der Japaner KINJI FUKASAKU 2000 eines der diskussionswürdigsten Horror-Dramen des 21. Jahrhunderts und löste dabei sogar eine weltweite Debatte über Gewalt in Filmen aus. Die war nicht ganz unbegründet, mussten sich doch in seinem Kultwerk ausgewählte Mittelschüler in einem staatlich sanktionierten Todesspiel gegenseitig auf arg krude Weise töten.
 
Rabiat geht es natürlich auch in THE HUMAN RACE zu. Hier lauert der Tod an jeder Ecke. Sei es durch das Nichteinhalten von Spielregeln oder durch die Hand der übrigen Teilnehmer; je näher sich der Wettlauf dem Ende nähert, umso roter färbt sich das Spielgeschehen. Die Splatter-Momente sind nicht ohne und dürften für die deutsche Fassung erheblich Federn lassen. Natürlich hat so ein kleiner Indie wie THE HUMAN RACE auch so seine Schwächen. Nach einem simplen aber sehr hübsch animierten Intro, in dem die Kamera wie in einem Parkours von Namen zu Namen hetzt, ernüchtert der teils billige Videolook des Streifens. Hier macht sich das beschränkte Budget bemerkbar, das in HOUGHS Debüt mit drei Millionen US-Dollar für unabhängigen Horror zwar üppig ausgefallen ist, aber vermutlich nicht ausgereicht hat, um all die kreativen Visionen des Regisseurs in die Tat umzusetzen. So musste gespart werden wo es nur ging, was sich vor allem bei den wichtigsten Protagonisten bemerkbar macht. Die agieren teils derart hölzern und unerfahren, dass man meinen könnte, einen bescheidenen Amateurstreifen zu sehen. Auch wenn an der Charakterisierung der Protagonisten ziemlich oberflächlich und stereotyp geschustert wurde, sei dieses Manko in THE HUMAN RACE zu verschmerzen, werden die Teilnehmer ohnehin im Verlauf der Handlung kurz und schmerzlos ausradiert. Ungewöhnlicherweise trifft es die Sympathieträger als erstes, der gemeingefährliche Rest bleibt bis kurz vor Schluss am Leben. Auch wenn sich die rudimentäre Handlung einzig auf das Töten und Getötet werden konzentriert, so muss man doch sagen, dass Regisseur PAUL HOUGH einen verdammt kurzweiligen Thriller geschaffen hat, bei dem man am Ende das Gefühl nicht los wird, mehr davon sehen zu wollen. THE HUMAN RACE ist kurz, knackig und temporeich inszeniert. Das Rennen vergeht wie im Flug und das böse, offene Ende lässt auf eine Fortsetzung hoffen. Mit mehr Kapital und besseren Darstellern könnte die sogar ein Kracher werden.
 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Auf die Plätze, fertig, Tod. THE HUMAN RACE wurde nicht unbegründet zum Geheimtipp auf dem FANTASY FILMFEST 2013. Hier gibt es genug Splatter und Gewalt für all jene, denen DIE TRIBUTE VON PANEM zu jugendkonform gewesen ist. PAUL HOUGH hat mit seinem menschlichen Rennen einen soliden und recht rasanten Adrenalinkick gedreht, der trotz Schwächen in der Story und einigen untalentierten Darstellern stets unterhaltsam, kurzweilig und rasant bleibt. Für Fans von BATTLE ROYALE und DIE TRIBUTE VON PANEM definitiv Pflichtprogramm, denn THE HUMAN RACE ist ein bitterböses und verdammt blutiges Filmchen, das man unbedingt gesehen haben sollte. Von uns gibt es daher auch das Geheimtipp-Prädikat!
 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Zensur

 
 
 
Anfänglich schien es, als ob THE HUMAN RACE Probleme mit der FSK bekommen würde, schließlich ist das gerissene Vorgehen einiger Protagonisten schon ziemlich grausam anszusehen. Die morden gegen Ende nämlich krude, um den Wettlauf gewinnen zu können. Seltsamerweise konnte Rechteinhaber NEW KSM eine ungeschnittene Freigabe mit rotem Flatschen durch die FSK boxen. Die dürfte vermutlich einen guten Tag gehabt haben, denn anders lässt sich nicht erklären wie der Film nun doch ungeschnitten in den stationären Handel kommen darf.
 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The-human-race-bluray

(c) NEW KSM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Human Race, USA 2013

Genre: Action, Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min. (uncut)

FSK: FSK18 – KEINE JUGENDFREIGABE (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Audiokommentar, Deleted Scenes, Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: 19.05.2014

 
 
 

The Human Race – The "Race or Die" Tournament (Uncut-Edition) [Blu-ray] auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Tribute von Panem – The Hunger Games (2012)
 
Battle Royale (2000)
 
Die Insel der Verdammten (1982)


Filmreview: “Trail of Blood” (2011)

trail of blood 2011
 
 
 

TRAIL OF BLOOD

Story

 
 
 
Einige Kids wollen es sich im Wald so richtig schön gemütlich machen und schlagen ihre Zelte ahnungslos auf einer Waldlichtung auf. Als sie in der Nähe eine Blutspur finden und dieser folgen, geraten sie an ein psychopathisches Pärchen, das so richtig Lust darauf hat, den Freunden den Campingausflug zu vermasseln …
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Kritik

 
 
 
WES CRAVEN hat es getan und ELI ROTH war nicht abgeneigt. Nun tut es auch JOE DANTE und gibt seinen guten Namen für einen günstig heruntergeleierten Horrorfilm her, damit er sich besser vermarkten lässt. Auf dem Filmplakat des Wildnis-Slashers TRAIL OF BLOOD wird kräftig mit DANTE als Zugpferd geworben, schließlich macht ein bekannter Name auf dem Cover hellhörig und lässt ganz nebenbei zusätzliche Dollars in die leeren Kassen gewinnorientierter Produzenten fließen. In Zeiten offensichtlicher Kassenflops altbekannter Horrormaestros, ist es ratsam sich vorab über die Qualität jener Werke im Internet kundig machen, denn was einem da an Lobpreisungen von in-die-Jahre-gekommenen Kultregisseuren auf dem Einleger untergejubelt wird, hat mit dem Inhalt oft nur wenig gemein. Immerhin hat DANTE bei TRAIL OF BLOOD als Produzent fungiert, schließlich muss der Mann auch irgendwie seinen Lebensunterhalt bestreiten. Die Jahre erfolgreicher Kinohits sind schon längst vorbei und der Schöpfer der beliebten GREMLINS Reihe hat in der Vergangenheit eher durch Produzententätigkeit geglänzt und als Regisseur für seichte TV-Serien von sich hören lassen. Mit TRAIL OF BLOOD kehrt er mal wieder zum Genre zurück, auch wenn er hier einzig als Geldgeber in Erscheinung tritt und das Regiezepter den Brüdern JOSEPH GUERRIERI und JUSTIN GUERRIERI überlassen hat. Die beiden sind recht neu im Geschäft, haben zuvor nur kleine Kurzfilme gedreht und präsentieren mit TRAIL OF BLOOD ihr Spielfilmdebüt, bei dem sie sich auch direkt die Freiheit genommen, das Drehbuch zum Streifen niederzukritzeln. Viel Geschick steckt da leider nicht dahinter, denn die Geschichte von TRAIL OF BLOOD liest sich wie das Best-of aller halbwegs bekannten (Backwood)Slasher- und Torturwerke der letzten zehn Jahre.
 
Viel Neues hat der Horrorfan von TRAIL OF BLOOD nicht zu erwarten. Es ist es mal wieder die altbewährte Geschichte von einigen neunmalklugen Kids, die während einer entspannten Campingsause an ein dynamisches Duo geraten, das eine Vorliebe für makabre Spiele hegt. Der männliche Part entpuppt sich schnell als durchgeknallter Ex-Marine-Soldat, der sich selbst als “Angel of Death” bezeichnet und sein Stirnband vermutlich etwas zu fest um den Kopf gebunden hat, so dass es ihm offensichtlich schwer fällt gescheit zu denken. Seine stumme, ebenso schein-intellektuelle Mitspielerin ist stattdessen einfach nur da und hat die Haare schön, frönt dem frivolen Treiben wortlos bei und freut sich einen Ast ab, wenn “Angel” mal wieder ein wehrloses Menschlein erbarmungslos und heimtückisch um die Ecke gebracht hat. Natürlich lassen sich die Kids ihren friedlichen Camping-Trip nicht von zwei kranken Irren vermasseln und versuchen immer wieder dem fleischgewordenen Albtraum zu entkommen. Bis jedoch die erlösende Rettung eintrifft und die beiden Psychopathen in die Schranken gewiesen werden können, müssen vorab jedoch erst einmal einige der verschüchterten Jungspunde auf unschöne Weise das Zeitliche segnen, schließlich will manch Horrorfan auch etwas Gewalt im Heimkino zu sehen bekommen.
 
Es ist schon etwas verwunderlich, was DANTE dazu bewegt haben muss, für diesen Bullshit Geld locker zu machen. Nach einem zugegebenermaßen wirklich schönen Intro, das eigentlich eher einen unheimlichen Geisterfilm vermuten lässt, gibt es mal wieder Folter- und Überlebenskampf light für einfache Gemüter, die von einem Genrefilm partout keinen Anspruch erwarten, sondern einfach nur hohle Gewalt sehen wollen. Nach dem obligatorischen Tohuwabohu, in dem jedem der Protagonisten eine notdürftige Charakterisierung aufgezwungen wird, geht es auch schon geradezu in die Kampfarena, wo sich die Kids gegen ihre gemeingefährlichen Widersacher behaupten müssen. Zum Glück ist einer der Guten ebenso ein gestandener US-Marine-Soldat, der natürlich gelernt hat, wie man sich in einer derartigen Situation zu verhalten hat. Glaubhaft ist das natürlich nicht gerade, was vor allem daran liegen mag, dass für die Rolle des Helden ausgerechnet der Film-unerfahrene TIM BARRACE verpflichtet wurde, der seinem gefährlichen Widersacher (TREVOR TRSETH) nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen kann. Die ihm zugeteilte Charakterentwicklung ist so das dümmste was die Filmgeschichte bisher hervorgebracht hat, denn Held Jim mausert sich in knapp 80 Minuten vom mutigen Helden zum eiskalten Psychopath, der bald nicht mehr zwischen Gut und Böse unterscheiden kann und alles niederballert, was seinen Weg kreuzt. Ansonsten wird dem Zuschauer hier mal wieder der ewig gleiche Standartbrei aufgetischt, der eigentlich in jedem zweiten Slasher zum Thema gemacht wird. Die Protagonisten sind mal wieder so flach, wie die Oberweite von Schauspielerin KEIRA KNIGHTLEY und ihr unüberlegtes Handeln, dürfte den Zuschauer mehr als einmal fassungslos fluchend vor der Glotze zurücklassen. Immerhin gibt es ab und an Terror zu sehen. Da werden die Kids auf eine Runde Russisches Roulett eingeladen und sogar auf falsche Fährten gelockt. Gut ist TRAIL OF BLOOD deshalb aber noch lange nicht, denn so hanebüchen wie er angefangen hat, endet der Streifen letztendlich auch. Am Ende bleibt ein bedeutungsloses Süppchen aus Slasher, Tortur- und Terrorelementen mit vielen Klischees und dummen Protagonisten, das Genre-Neulinge durchaus zu fesseln versteht. Wer aber das ABC des modernen Horrorfilms bereits in- und auswendig kennt, dem wird hier nur ein müdes Lächeln entlockt werden können.
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Es geht abwärts mit JOE DANTE, dem aktuell vermutlich vollkommen egal ist, für welchen Stuss er seinen Namen hergibt, insofern die Kohle stimmt. TRAIL OF BLOOD ist belangloser Überlebens-Horror mit dummen Teens, trivialer Story und einigen gut platzierten Kopfschüssen. Immerhin gibt es für wenig bewanderte Horrorfans etwas Kurzweil auf der Mattscheibe zu sehen. Ansonsten ist TRAIL OF BLOOD kaum der Rede wert. Nichts, was man unbedingt in der Sammlung haben müsste: gesehen, abgehakt und wieder verkauft.
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Zensur

 
 
 
Im Überlebens-Thriller TRAIL OF BLOOD werden die Opfer hauptsächlich durch Kopfschüsse erledigt. Demnach sollte man hier kein Gewaltfeuerwerk der Extraklasse erwarten. Zwar sind die Gemeinheiten ziemlich fies in Szene gesetzt, was aber durchaus KJ-tauglich sein dürfte. Wir meinen TRAIL OF BLOOD wird ungeschnitten in Deutschland mit der KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung erscheinen.
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Mooring (2012)

If a Tree falls (2010)

Last House on the Left (2009)

Last House on the Left (1972)


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