Filmreview: “Dawn of the Undead” (2008)
Dawn of the Undead
Story
Wir schreiben das Jahr 1879 und im mittleren Westen der USA toben noch immer die Kämpfe gegen die Zurückdrängung der indianischen Ureinwohner des Kontinents. Einem derartigen Konflikt scheint auch eine unschuldige Farmerfamilie zum Opfer gefallen sein, worauf sich eine selbsternannte Bürgerwehr sowie eine Einheit der US-Kavallerie auf den Weg macht, den Täter zu finden. Doch die Suche nach der vermeintlich rachsüchtigen Rothaut erweist sich rasch als durchaus schwieriges Unterfangen. Nachts verschwinden Soldaten auf mysteriöse Weise, was plausibel als Fahnenflucht deklariert wird. Doch der wahrer Grund für das Verschwinden lauert tief unter der Erde: nach dem Auslöschen der Büffelherden gieren riesige, wurmartige Ungeheuer nach Beute. Um ihren Appetit zu stillen, verschlägt es die Kreaturen hin und wieder an die Oberfläche, wo friedliche Bürger alsbald in den Schlund der “Burrower” verschwinden …
Dawn of the Undead – Kritik
Zwischen all den konventionellen Horrorgurken der letzten Zeit, mag man als Filmfan kaum glauben, dass es da draußen noch Filmstoffe gibt, denen man bisher kaum Aufmerksamkeit geschenkt hat und die noch nicht bis zum Erbrechen totgefilmt wurden. Zu einer, dieser kleine Genre-Überraschungen gehört der bereits im Jahre 2008 entstandene THE BURROWERS – DAS BÖSE UNTER DER ERDE, der nun unter dem reißerischen Titel DAWN OF THE UNDEAD erneut seinen Weg in die deutschen Kaufhäuser findet. Warum sich das hiesige Label INTERGROOVE/SAVOY FILM für eine Neuveröffentlichung unter einem anderen Namen entschieden hat, ist bei derart lukrativen Titel offensichtlich: hier versucht man auf den aktuell so beliebten Zombie-Zug aufzuspringen, um flink den schnellen Euro zu erhaschen. Natürlich hat DAWN OF THE UNDEAD rein gar nichts mit fleischfressenden Zombies am Hut, denn statt amoklaufender Untoter bekommt es der Zuschauer in diesem Horrorfilm mit raffinierten Killerwürmern zu tun, die tief unter der Erde lauern und ahnungslose Menschen verspeisen. Natürlich lassen sich Parallelen zum Trash-Spaß TREMORS – IM LAND DER RAKETENWÜRMER (1990) nicht leugnen, wobei DAWN OF THE UNDEAD natürlich etwas klassischer daherkommt und eher im Western-Milieu anzusiedeln ist. Dennoch ist das zugrundeliegende Wurm-Prinzip das Gleiche, wenn auch in THE BURROWERS bedeutend ernster, spannender und sozialkritischer inszeniert. Hier stiften mysteriösen Erdbewohnern für reichliche Unfrieden, wobei Regisseur J.T. PETTY stets bedacht ist nur soviel von den seltsamen Kreaturen zu offenbaren, wie nur nötig. Mit jedem Angriff erfährt der Zuschauer mehr über das Vorgehen der grotesken Wesen, wobei die Monster im Verlauf der Handlung natürlich auch in seiner ganzen Pracht präsentiert werden. Das Creature-Design weiß hierbei erstaunlich solide zu überzeugen. In Anbetracht des Low-Budget-Status sind die Effekte sogar als durchaus beachtlich zu betiteln. Die technisch saubere Umsetzung der Würmer sorgt gerade in den Kampf- und Angriffsszenen für einige ziemlich Adrenalin fördernde Momente, so dass der Zuschauer mit THE BURROWERS rund 90 Minuten erstklassig unterhalten wird. Einige sozialkritische Seitenhiebe bekommt der Filmfan in DAWN OF THE UNDEAD natürlich auch zu spüren. So wird nicht nur die sinnlose Gewalt und die Vorurteile gegenüber Minderheiten (in diesem Falle die Ureinwohner Amerikas) zum Thema des Films gemacht, sondern auch das skrupellose Ausbeuten des Lebensraums durch den Menschen. Umso gerechter die Bestrafung durch Mutter Natur, die kurzerhand den Mensch zur neuen Beute der Würmer deklariert, nachdem dieser die Nahrungsgrundlage der Kreaturen vernichtet und für das Ausrotten ganzer Büffelherden verantwortlich gemacht wird.
Dawn of the Undead – Fazit

THE BURROWERS / DAWN OF THE UNDEAD ist ein raffiniert umgesetzter Horror-Western für Horrorfreunde, die ein Faible für klassischen Monster-Trash hegen. Dieses kurzweilige Wurm-Abenteuer ist spannend, originell und ziemlich gemein. Ein kleiner Geheimtipp!
Dawn of the Undead – Zensur
Der Film ist ungeschnitten ab FSK 16 freigegeben. Wirklich viele brutale Schauwerte hat der Film nicht. Dennoch sind einige der ekligen Creature-Effekte nicht ganz ohne.
Dawn of the Undead – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: The Burrowers; USA 2008
Genre: Horror, Thriller, Western
Ton: Deutsch+Englisch DTS-HD MA 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2.35:1 (1920x1080p)
Laufzeit: ca. 98 Min.
FSK: FSK 16
Verpackung: Amaray mit Wendecover
Extras: Originaltrailer, Slideshow, Werbeclip zum Film – alle Extras ohne dt. UT
Bei der Neuauflage zu The BURROWERS unter dem kassenfreudigen Titel DAWN OF THE UNDEAD handelt es sich um ein etwas seelenloses Re-Pack, der bereits erhältlichen Scheibe. Wie bereits bei der Vorlage aus dem Hause Schröder Media kommt diese Blu-ray mit sehr bescheidenem Bild daher. Die Qualität schwankt von sehr gut (vor allem bei den Tageslichtszenen) bis fürchterlich verpixelt und grobkörnig. Vor allem in den dunklen Szenen vermisst man einen anständigen Schwarzwert. Auf tonaler Ebene gibt es jedoch nix zu meckern. Der Ton erweist sich gerade in den Angriffsszenen als durchaus förderlich. Zudem überzeugt er mit einer permanenten Räumlichkeit. Leider sind die Extras etwas mager ausgefallen. Bis auf einer Slideshow, den Trailer und einen Promotion-Clip in bescheidener VHS-Qualität, hat es rein gar nichts Nennenswertes auf die Scheibe geschafft. Bleibt zu erwähnen, dass die Neuauflage mit einem Wechselcover daherkommt und günstig zu haben ist. Für den Hauptfilm gibt es übrigen deutsche Untertitel. Wer über die Mängel hinwegsieht und gern Horrorfilme schaut, die eher ruhig und stimmig erzählt werden, ist bei dem eher unblutigen Creature-Feature THE BURROWERS / DAWN OF THE UNDEAD genau richtig.
Dawn Of The Undead [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen
Dawn of the Undead – Trailer
Marcel Demuth / Hellraiser80
Ähnliche Filme:
Hypothermia – The Coldest Prey (2010)
Tremors – Im Land der Raketenwürmer (1990)
Tremors 2 – Die Rückkehr der Raketenwürmer (1995)
Tremors 3 – Die neue Brut (2001)
Tremors 4 – Wie alles begann (2004)
Filmreview: “Last Passenger” (2013)
Last Passenger
Story
Lewis Shaler (Dougray Scott) ist vielbeschäftigter Arzt und alleinerziehender Vater. Auf dem Weg nach Hause begibt er sich mit seinem kleinen Sohnemann in den letzten Zug nach London, wo er der schönen Fremden Lewis ( Kara Tointon) begegnet und sich ihr sofort verbunden fühlt. Doch die Liaison währt nicht lang. Als der Zug nicht wie erhofft am Zielbahnhof ankommt, die Notbremsen nicht zu funktionieren scheinen und weit und breit kein Zugbegleiter anzutreffen ist, schwant den wenigen Passagieren Übles. Ein irrer Selbstmörder hat die Kontrolle des Zugs übernommen und will unweigerlich mit Gefährt und Besatzung in den Tod rasen. Können die Reisenden ihrem Schicksal entkommen?
Last Passenger – Kritik
Führt man sich einmal viele durchaus gelungene Horrorfilme der letzten Dekaden vor Augen, so fällt verblüffend oft auf, dass es sich hier um Genrebeiträge handelt, die von Jungregisseuren inszeniert wurden, die vorher wenige bis gar keine Regieerfahrungen vorweisen konnten. Gerade im Horrorbereich scheint der Trend allmählich weg vom kommerziellen Mainstream, hin zum günstig hergestellten Independentfilm zu gehen, wobei das natürlich nicht zwangsläufig negativ gewertet werden sollte. Auch der vorliegende LAST PASSENGER ist einer dieser einfallsreich umgesetzten Filmbeiträge, der ohne millionenschweres Budget auskommen musste und es trotzdem schafft, den Puls des ahnungslosen Zuschauer ordentlich in die Höhe zu treiben. Regisseur und Co-Drehbuchautor OMID NOOSHIN, der zuletzt auf dem Gebiet des Kurzfilms einige Regie-Erfahrungen sammeln konnte, inszeniert mit LAST PASSENGER seinen ersten abendfüllenden Spielfilm und beweist mit seiner minimalistisch erzählten Geschichte eindrucksvoll, dass es manchmal nur ein wenig Einfallsreichtums bedarf, einen schweißtreibenden und spannenden Schocker zu realisieren. Das sah vermutlich auch das britische Produktionshaus UK FILM COUNCIL (IRON LADY und MY WEEK WITH MARYLIN) so und fungierte als verlässlicher Geldgeber.
In LAST PASSENGER erlebt der Filmfreund die hilflosen Interaktionen einiger ahnungsloser Reisender, die vehement alles erdenklich Mögliche unternehmen, um einen außer Kontrolle geratenen Zug in ihre Gewalt zu bringen und das eigene Überleben zu sichern. Hierbei versucht Regisseur OMID NOOSHIN sein erschütterndes Szenario so glaubwürdig wie möglich zu zeichnen. Auch wenn die Verhaltensmuster der wenigen Fahrgäste zu Beginn noch den vermeintlich typischen Klischees des Genres unterliegen, so ändert sich das im Verlauf der Handlung, so dass LAST PASSENGER am Ende sogar gänzlich ohne Unsympathen auskommt. Das Verhalten der wenigen Fahrgäste erscheint vollkommen nachvollziehbar, ihre Verzweiflung wirkt stets authentisch, wobei sich der Zuschauer nicht nur einmal dabei ertappen dürfte, das Szenario selbst zu hinterfragen und dabei eine Antwort zu finden, wie er sich selbst in einer derart verzweifelten Situation verhalten würde. Auch wenn die zugrundeliegende Idee des Films nicht wirklich originell erscheint und die Charaktere ein wenig Zeit benötigen, um die zündenden, letztlich rettenden Gedanken in die Tat umzusetzen, so schafft es NOOSHIN mit einer Leichtigkeit, eine erschreckend klaustrophobische Atmosphäre zu erzeugen, die den Grundton der Geschichte vortrefflich zu unterstreichen weiß. Hier sorgt nicht die Enge der Zugabteile für ein beklemmendes Angstgefühl, sondern die Hilflosigkeit der Charaktere, die vorerst rein gar nichts unternehmen können, den Zug stoppen zu können. Wer gerade gegen Filmmitte einige der durchaus adrenalinfördernden Szenen kaum ertragen kann und nicht hinschauen mag, wenn die Fahrgäste versuchen von Außen die Abteile zu entkoppeln, dem sei an dieser Stelle vergewissert, dass der Film natürlich ein gutes Ende nimmt.
Dennoch, bis der erlösende Abspann über den Bildschirm flimmert, erlebt der Filmfreund Suspense-Unterhaltung aller erster Güte. Wer eine Vorliebe für kurzweilig-unterhaltsames Thriller-Kino hegt, ist mit LAST PASSENGER optimal beraten. Ein Thriller der zwar nicht ganz befreit von budgetbedingten Schnitzern ist; für ein Regie-Debüt jedoch erstaunlich souverän in Szene gesetzt wurde.
Von daher: Nächster Halt: LAST PASSENGER – wir wünschen eine gute Fahrt! .
Last Passenger – Fazit

Schweißtreibend inszenierter Suspense-Thriller für Nervenstarke. Ein Beitrag, der gerade für jene Genre-Fans interessant sein dürfte, die ein Faible für sauber inszenierte Filme hegen, deren Spannungsschraube von Minute zu Minute fester gezogen wird. Überraschend guter Indie-Beitrag!
Last Passenger – Zensur
Der Film ist nicht brutal und zeigt kaum Grausamkeiten. Zwar sterben im Film auch Menschen, wobei hier dennoch mit einer ungeschnittenen FSK16 gerechnet werden kann.
Last Passenger – Trailer
Marcel Demuth / Hellraiser80
Ähnliche Filme:
Elevator (2011)
Filmreview: “Demonic Possession” (2008)
Demonic Possession
Story
Die authistisch veranlagte Sarah (Skye Bennett) leidet an einer mysteriösen Krankheit und wird daraufhin in ein Krankenhaus eingeliefert, wo sie sich jedoch vollkommen verschließt und beschließt fortan nicht mehr zu sprechen. Da keiner der anwesenden Ärzten dem Mädchen helfen kann, beschließt Vater Ben (Noah Huntley) das Kind mit nach Hause zu nehmen. Somit flüchtet er mit der Tochter in einen überfüllten Fahrstuhl, der alsbald mit technischen Problemen zu kämpfen hat und zum Erliegen kommt. Als die Fahrt nach wenigen Minuten fortgeführt wird, sehen sich Vater, Tochter und die übrigen Personen im Fahrstuhl mit seltsamen Wesen konfrontiert, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen …
Demonic Possession – Kritik
Dass nicht nur die Amerikaner ein goldenes Händchen für herrlich düstere Unterhaltung besitzen, zeigt eindrucksvoll der bereits im Jahre 2008 veröffentlichte, finnische Horrorfilm DARK FLOORS, der nun vom hiesigen Label INTERGROOVE/SAVOY FILM erneut unter dem Titel DEMONIC POSSESSION auf Blu-ray und DVD ausgewertet wird. Mit knapp 4,2 Millionen Euro gilt DARK FLOORS als der teuerste finnische Film aller Zeiten und entstand in einer Kooperation mit der Hardrock-Band LORDI, die nicht nur zeitgleich die Rollen der grotesken Figuren im Film übernahmen, sondern auch einen Song zum Film mit dem Titel BEAST LOOSE IN PARADISE beisteuerten. DARK FLOOR ist das Regie-Debüt des Finnen PETE RISKI, der sich zuvor für einige Musikvideos der Band verantwortlich zeichnete und mit einer erstaunlichen Souveränität beweist, wie gruseliger Horror optimal in Szene gesetzt werden kann. Hierbei legt RISKI enorm Wert auf eine erschreckend düstere Atmosphäre und kommt fast gänzlich ohne ausschweifendes Blutvergießen aus, was in Anbetracht der aktuell so beliebten Folterwelle vermutlich etwas arg altbacken wirkt. Hin und wieder mag man als Zuschauer nicht das Gefühl los werden wollen, als würde man hier einen weiteren Teil des doch so beliebten “Silent Hill”-Franchise serviert bekommen, denn viele der Elemente des Films erinnern doch erschreckend arg an die beliebte Videospielreihe aus dem Hause KONAMI. Dennoch, auch wenn vieles in DARK FLOORS ganz schön unverschämt aus viel besseren Dämonen- und Geisterfilmchen stibitzt wurde, so kann man dennoch nicht behaupten, dass der LORDI-Film versemmelt wurde. Die nebelige und verlassene Krankenhaus-Kulisse sorgt für so einige Gänsehaut-Momente und das etwas seltsam anmutende Ende lässt Spielraum für eigene Interpretationsmöglichkeiten. Wer es gern subtil und gruselig mag und auf grobschlächtige Szenen mit dem Holzhammer verzichten kann, ist bei DARK FLOOR gut aufgehoben. Ein Grusel-Thriller aus Nord-Europa, der löblich unterstreicht, dass auch unsere finnischen Zeitgenossen den Trend der Zeit erkannt und Mut bewiesen haben, auf den kommerziell rentablen Horrorfilm-Zug aufzuspringen. Herr RISKI, Bitte mehr von diesen mollig gruseligen Filmchen!
Demonic Possession – Fazit

SILENT HILL aus Finnland – Unheimlich, gutes Gruselvergnügen für Freunde subtilen Horrors made in Europa!
Demonic Possession – Zensur
Der Film ist nicht sonderlich brutal, daher ist die deutsche Heimkinofassung ungeschnitten ab FSK 16 freigegeben.
Demonic Possession – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: Dark Floors; Finnland/Island 2008
Genre: Thriller, Horror
Ton: Deutsch DD 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DD 5.1, Englisch DD 2.0
Untertitel: Deutsch
Bild: 2.35:1 (1920x1080p)
Laufzeit: ca. 82 Min.
FSK: FSK 16
Verpackung: Amaray mit Wendecover
Extras: Originaltrailer, Behind the Scenes-Material, Dokumentation zur Weltpremiere, Trailershow, 2 Music-Videos, Audiokommentar – alle Extras ohne dt. UT
Bei der aktuell veröffentlichten Scheibe DEMONIC POSSESSION handelt es sich um haargenau die gleiche Blu-ray-Auflage des vor einiger Zeit veröffentlichten DARK FLOORS, nur mit dem Unterschied, dass hier das Cover verändert und umbenannt wurde.
Es gibt einen Audiokommentar zum Film, Behind the Scenes-Material (11 min), eine Dokumentation zur Weltpremiere (23 min) des Films, Zwei Videos der Band LORDI (zusammen ca. 6 min), den Original-Trailer und weitere Trailer aus dem Programm des Labels. Alles Extras sind nicht Deutsch untertitelt. Einzig während des Hauptfilms wird eine deutsche Untertitelspur filmbegleitend geboten. Technisch ist die Blu-ray kaum nennenswert. Die Schärfe des Bildes ist unzureichend, der Schwarzwert verbesserungswürdig. Das Bild ist ab und an derart dunkel, dass sich kaum etwas erkennen lässt. Zudem gibt es Szenen, bei denen sogar ganze Details im Bild unterschlagen werden. Schade. Tontechnisch liegt DEMONIC POSSESSION im Mittelmaß, wobei der Druck und die Dynamik oftmals arg zu wünschen übrig lassen. Bleibt zu erwähnen, dass das Label INTERGROOVE/ SAVOY FILM dieser Blu-ray-Veröffentlichung ein Wendecover spendiert. Zudem ist die Scheibe günstig zu erwerben. HD- und Technikfans zumindest, kommen hier leider rein gar nicht auf ihre Kosten.
Demonic Possession [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON bestellen
Demonic Possession – Trailer
Marcel Demuth / Hellraiser80
Ähnliche Filme:
Silent Hill 3D – Revelation (2012)
Silent Hill (2006)
Filmreview: “The Lords of Salem” (2012)
The Lords of Salem
Story
Heidi LaRoc ist Radiomoderatorin von Salems beliebter Musikshow Salem Rocks. Zusammen mit ihrem Hund Troy bewohnt sie ein Apartment in der kleinen Stadt und versucht ihr Leben nach ihrer Drogenabhängigkeit wieder auf die Reihe zu bekommen. Eines Tages erhält sie in der Radiostation eine mysteriöse hölzerne Kiste, speziell an sie adressiert, mit Absender von den „Lords“. In dieser Kiste enthalten ist eine alte Schallplatte welche eine seltsame Melodie spielt, von welcher es Heidi zunehmend schlechter ergeht. Als sie sich entscheidet die Platte in ihrer Radiosendung zu spielen, entfesselt sie damit Salems düstere Vergangenheit. Halluzinationen und die merkwürdigen Ereignisse im Nachbarapartment nehmen sie psychisch immer schwerer in ihre Gewalt. Versinkt Heide in Wahnsinn oder sind die Lords of Salem tatsächlich zurück, um blutige Rache zu nehmen?
The Lords of Salem – Kritik
„On a rare occasion, a special child appears.“ „Don’t you wanna ride it? Educated Horses“ ( ROB ZOMBIE IM INTERVIEW MIT JOBLOMOVIE NETWORK ) ( ROB ZOMBIE IM INTERVIEW MIT DEM WALL STREET JOURNAL ) „We’ve been waiting, Heidi… We’ve always been waiting.“ ( JOHN 5 IM INTERVIEW MIT NOISECREEP )
Rob Zombie ist einer der schwerbeschäftigsten Männer unserer Zeit. Neben seiner Musikkarriere, die seit Anfang der 90er Jahre steil bergauf geht und zuletzt Zombies neustes Album VENOMOUS RAT REGENERATION VENDOR (seit dem 19. April 2013 im Handel) hervorbrachte, ist er auch ein sehr erfolgreicher Regisseur mit einer treuen Fanbase geworden. Sein neuester Streifen THE LORDS OF SALEM läuft momentan mit einem limitierten Kinostart in den USA und ist seit Ende April in England auf DVD erhältlich. Zusätzlich veröffentlichte Rob Zombie zusammen mit B.K. Evenson eine Romanadaption von THE LORDS OF SALEM, welche auf Zombies originalem Drehbuchentwurf basiert und weitaus umfangreicher als der Film sein soll. Diese soll in deutscher Übersetzung am 9. Dezember 2013 hierzulande erscheinen. Allerdings steht eine hiesige Veröffentlichung des Filmes selbst noch aus.
THE LORDS OF SALEM ist das erste Werk seit THE DEVIL’S REJECTS, in welchem Rob Zombie wieder eine komplett eigene Geschichte umsetzt. Verbrachte er die letzten vier Jahre in den Klauen der Weinstein Brüder, um dem HALLOWEEN-Franchise eine Frischzellenkur zu verpassen, welche in der Öffentlichkeit sowohl großen Zuspruch fand als auch Missmut unter den Fans der alten Filme um Michael Myers auslöste. Die Story von THE LORDS OF SALEM ist recht simpel und ganz nach Zombies Geschmack an die 70er Jahre angelehnt. Einer Zeit in der manche Rock-Alben Rückwärtsbotschaften enthielten und der Jugend auch sonstige satanische Gedanken einflößen sollten, wenn man den meisten christlichen Verbänden von damals Glauben schenken mag.
Die Idee zum THE LORDS OF SALEM kam Rob Zombie schon vor vielen Jahren, als er zu Gast auf einer Hochzeit in Salem, Massachusetts war und ihn das Geschehen dort ziemlich langweilte. Aufgewachsen in Massachusetts erinnerte er sich an die geschichtlichen Hintergründe der kleinen Stadt. Genauer gesagt, an die Hexenprozesse von Salem (1692), in Folge derer 20 unschuldige Menschen der Hexerei bezichtigt und hingerichtet wurden. Doch was wäre, wenn nicht alle unschuldig waren? Was wäre, wenn einige der hingerichteten Menschen tatsächliche Hexen waren und diese einen Fluch auf das Städtchen Salem legten? Zombie begann mit dem Drehbuch welches er aber zu diesem Zeitpunkt nicht umsetzten konnte, da kein Studio sonderlich großes Interesse zeigte. Also wurden aus dem Drehbuch zunächst zwei Songs. „American Witch“ und „The Lords of Salem“ welche beide auf Rob Zombies 2006 erschienenen Album EDUCATED HORSES zu finden sind, sich aber mehr auf die eigentlichen Ereignisse von 1692 beziehen. Jahre später kamen die Produzenten von INSIDIOUS und PARANORMAL ACTIVITY auf Rob Zombie zu und fragten nach dem Anliegen, ob er nicht einen übernatürlichen Low-Budget Film für deren Studio schreiben und drehen wollte. Zombie willigte ein und bekam sogar vertraglich das Recht auf den Final Cut zugesichert.
Für seine Geschichte wandelte er die eigentlichen Ereignisse von 1692 etwas ab und orientiert sich eher an die Methoden europäischer Hexenprozesse, in welchen als Hexen und Hexer Beschuldigte verbrannt wurden oder auch in die „Eiserne Jungfrau“ mussten. Bei den Hexenprozessen von Salem griff man lediglich darauf zurück die Angeklagten zu hängen.
„Ich wollte einfach nur einen atmosphärischen Film machen. Oft scheint dabei der Plot sekundär zu sein. Die Filme die ich mag, eine Menge davon sind europäische, haben diesen besonderen Vibe. Wenn ich mir einige Werke von Dario Argento oder Lucio Fulci ansehe sage ich irgendwann zu mir selbst: „Moment mal, ich habe keine Ahnung was gerade los ist!“ Aber man ist gefangen in dieser Atmosphäre und dem Gefühl welche diese Filme einem vermitteln. Und genau das wollte ich für meinen Film. Eine sehr traumartige Atmosphäre. Auch wenn der Film eine Story hat der man folgt ging es mir in aller erster Linie darum dem Zuschauer das Gefühl eines surrealen Alptraums zu vermitteln.“
Mit THE LORDS OF SALEM beschreitet Rob Zombie völlig neue Wege und liefert einen der unkonventionellsten Horrorfilme der letzten Jahre ab. Vor allem kommt es Zombie auf die Atmosphäre und die Wirkung des Filmes an und das seine Charaktere im Vordergrund stehen. Dabei wirkt THE LORDS OF SALEM eher wie ein sehr düsteres und extremes Drama, was auch die Intention des Regisseurs war, der sein Werk nicht wie einen typischen Horrorfilm des Jahres 2013 drehen und aussehen lassen wollte und sich eher am Stil von Roman Polanski, Stanley Kubrick oder Ken Russell orientierte. Im Gegensatz zu seinen vorangegangenen Streifen, wie zum Beispiel THE DEVIL’S REJECTS oder HALLLOWEEN II gibt es in THE LORDS OF SALEM keine Hand-held Kamera Einlagen oder unruhige Szenen, wo Zombie die Kamera auch mal für kurze Momente unscharf werden ließ, um den Filmen einen raueren und spontaneren Touch zu geben. In THE LORDS OF SALEM ist die Kameraführung sehr ruhig. Alles ist klar strukturiert, komponiert und wirkt durch das Cinemascope 2,35:1 Format gigantisch. Und tatsächlich: THE LORDS OF SALEM hat die leichte Atmosphäre von ROSEMARIES BABY, mit der bildgewaltigen Ruhe eines Stanley Kubrick Filmes und den obskuren Ausbrüchen eines Ken Russell Streifens, wie zum Beispiel DIE TEUFEL. Dabei kopiert Zombie aber nicht einfach Motive aus diesen Klassikern, sondern bleibt gleichzeitig seiner alten Linie treu und schafft seine eigenen alptraumhaften Bilder. Man spürt deutlich, dass man einen Rob Zombie Film sieht. Gerade das psychedelische Ende von THE LORDS OF SALEM erinnert leicht an den Showdown von HAUS DER 1000 LEICHEN und macht den Eindruck eines 70er-Jahre-artigen halluzinogenen Musikvideos.
„Ich denke das Horror-Genre hat sich in eine Richtung hin entwickelt die nach dem Plan verläuft: ‘Gib mit dein iPhone und wir drehen den Film’. […] Ich wollte das genaue Gegenteil von dem machen. Ich wollte dem Film den Look einer großen Produktion verpassen wo Cinematografie und all diese Dinge noch Wert haben.“
Nicht nur was den Look des Films und das echte Feeling eines 70er Jahre Okkult-Horrors anbelangt, so setzt Zombie auch in Sachen Schocks auf die altmodische Art und Weise den Zuschauer durch Bilder, Atmosphäre und unheimlichen Sounddesings innerlich zusammenfahren zu lassen, statt, wie man es heute viel zu oft sieht, einfach nur ein lautes Geräusch unter einen billigen Jumpscare zu legen. Oftmals passieren Dinge nur sehr langsam, leise oder sehen so bizarr aus, dass einem für einen kurzen Moment das Herz stehen bleibt. Zum Vergleich kann man THE LORDS OF SALEM in einem Atemzug mit Filmen wie DER EXORZIST, AMITYVILLE HORROR, DAS GRAUEN, SHINING oder SUSPIRIA nennen, welche ebenfalls auf ruhige unheimliche Schockmomente und unheimliche Bilder setzten.
Die Riege an Schauspielern, die sich Rob Zombie für seinen neusten Streich ausgesucht hat, ist ebenfalls beachtlicht und dürfte für Fans des Horror-Genres einige Schauwerte bereithalten. So spielen Judy Geeson (DER ADLER IST GELANDET), Patricia Quinn (THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW) und Dee Wallace (THE HOWLING, CUJO, CRITTERS) die drei Schwestern, die im unteren Teil des Apartments wohnen. Ken Foree (DAWN OF THE DEAD, THE DEVIL’S REJECTS) und Maria Conchita Alonso (RUNNING MAN, PREDATOR 2) spielen in Nebenrollen und sogar Sid Haig (THE DEVIL’S REJECTS) und Michael Berryman (HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN) dürfen mal ganz kurz vorbeischauen. Doch zwei Leute sind die absoluten Showstealer in THE LORDS OF SALEM. Diese sind zum einen Rob Zombies Ehefrau Sheri Moon Zombie, welche hier die Hauptrolle der Figur Heidi übernimmt und bereits in allen vorangegangenen Filmen von Rob Zombie mitspielte. In THE LORDS OF SALEM spielt sie so gut wie noch nie und verleiht der anspruchsvollen Rolle Tiefe und Sympathie. Für ihr schauspielerisches Können spricht vor allem die Tatsache, dass der Zuschauer auch dann noch mit ihrer Figur mitfiebert, wenn diese zum Ende hin kaum noch Text hat und Sheri Moon Zombie nur noch über Mimik und Körpersprache, die Gefühle ihrer Rolle transportiert. Außerdem haben wir Meg Foster, die man aus Kultklassikern wie DER SMARAGDWALD (1985), MASTERS OF THE UNIVERSE oder SIE LEBEN! kennen dürfte. Foster spielt in THE LORDS OF SALEM die Anführerin des Hexenzirkels Margaret Morgan und nimmt diese Rolle voll und ganz ein. Man findet nichts Gütiges in dieser Figur. Die Bewegungen, ihre Aura, ihre Stimme und ihr Lachen wirken von Grund auf böse. Am Hexenzirkel wird darüber hinaus wieder Zombies Begeisterung für Charles Manson deutlich. Für seinen Film stellte er sich die Hexen wie ausgeflippte Manson-Hippies, bzw. Manson-Girls vor. Ein für Rob Zombies typisches Erkennungsmerkmal ist dabei ein Symbol auf der Stirn. Man erinnert sich an die Anhänger von Charles Manson, die sich damals während der Gerichtsverhandlung ein X in ihre Stirn ritzten. Dies schlug sich sowohl in Zombies Musik nieder (dem White Zombie Song „Real Solution #9“, als auch dem Cover von HELLBILLY DELUXE im Jahre 1998), sondern auch in seinen Filmen wie HAUS DER 1000 LEICHEN, HALLOWEEN II, oder nun eben auch THE LORDS OF SALEM, wo die Hexen das Zeichen ihres Zirkels ebenfalls auf der Stirn tragen.
„Ich würde eine Akustikgitarre nehmen und einen Violinenbogen benutzen um sie so zu stimmen das sie klingt wie eine Violine oder eine Viola. Ich benutzte viele recht unorthodoxe Methoden um den Soundtrack besonders und cool klingen zu lassen.“
Für den Soundtrack zu THE LORDS OF SALEM holte sich Rob Zombie John 5, den Gitarristen seiner eigenen Band an Board, welcher damit ebenfalls Neuland betrat. Einen kompletten Film musikalisch einzuspielen war für ihn eine Herausforderung, bei der er jedoch sein Bestes gab. Neben einigen recht emotionalen Stücken finden sich auf dem Soundtrack auch recht hypnotisierende und sehr atmosphärische düstere Stücke wie zum Beispiel der Track „The Curse of Margaret Morgan“ oder allen voran das Stück „The Lords Theme“, welches einen hohen Wiedererkennungswert hat und sehr oft im Film zu hören ist. Ebenfalls auf dem Soundtrack vorzufinden sind wieder jede Menge alter Rock Songs, wie „Blinded by the Light“ von Manfred Mann’s Earth Band, „The Spirit of the Radio“ von Rush oder „All Tomorrow’s Parties“ von The Velvet Underground. Letzterem schrieb Rob Zombie eine besondere Bedeutung für den Film zu. So habe er zum Beispiel von Anfang an gewusst, dass dieser Song perfekt für THE LORDS OF SALEM sei. Ähnlich ging es Zombie bei der Auswahl des Songs „Free Bird“ von Lynyrd Skynyrd für THE DEVIL’S REJECTS oder „Nights in White Satin“ von The Moody Blues für HALLOWEEN II.
THE LORDS OF SALEM ist ein Film, der sehr einfach zu hassen ist. Gerade in unserer heutigen Zeit, wo sich die Sehgewohnheiten des Publikums sehr stark verändert haben, wird der Film mit seiner sehr altmodischen Erzählweise und seinem eigenwilligen Stil das Publikum spalten. Für Freunde des makaberen und düsteren Kinos wird THE LORDS OF SALEM jedoch ein Fest werden. Rob Zombie huldigt mit seinem neusten Werk sowohl Regielegenden wie Roman Polanski oder Ken Russell, als auch den 70er Jahre Okkult-Horror Film. THE LORDS OF SALEM ist atmosphärisch und spannend erzählt und einer der individuellsten und interessantesten (Horror-)Filme der letzten Jahre!
The Lords of Salem – Fazit

THE LORDS OF SALEM ist ein bizarrer satanischer Fiebertraum wie ihn sich nur Rob Zombie erdenken konnte. Der Film kommt dabei weitestgehend ohne Splattereinlagen aus und versucht den Zuschauer durch seine starke Optik und düstere Atmosphäre in seinen Bann zu ziehen.
The Lords of Salem – Zensur
Der neue ROB ZOMBIE kommt erstaunlich züchtig daher, sodass davon ausgegangen werden kann, dass THE LORDS OF SALEM hierzulande ungeschnitten mit FSK16 erscheinen wird.
The Lords of Salem – Trailer
Sam Freissler
Ähnliche Filme:
Rosemaries Baby (1968)
Die Teufel (1971)
Der Exorzist III (1990)
Filmreview: “It´s in the Blood” (2012)
It´s in the Blood
Story
October (Sean Elliot) ist wissbegieriger Medizinstudent und besitzt ein fotografisches Gedächtnis. Nach dem schrecklichen Tod seiner Schwester Iris hat sich das Verhältnis zwischen Vater und Sohn deutlich entfremdet, sodass Oktober nun den Versuch vagen möchte, sich seinem Vater vorsichtig anzunähern. Um erneut zueinander finden zu können, beschließt die kleine Familie kurzum, einen abenteuerlichen Wandertrip durch die Wälder zu unternehmen. Mit fatalen Folgen. Nicht nur, dass sich Vater Russell in einem unachtsamen Moment das Bein bricht; auch etwas zutiefst Bedrohliches schleicht durch das Dickicht und beginnt alsbald Vater und Sohn furchteinflößend zu terrorisieren …
It´s in the Blood – Kritik
Es muss nicht immer grobmotorische Filmkost mit dem Fleischerbeil sein. Manchmal sind es vor allem die leisen Tönen, die das Gemüt des Zuschauers durchaus beunruhigen und für ein zutiefst beklemmendes Gefühl sorgen können. Der Film IT´S IN THE BLOOD ist einer jener Kandidaten, der sich vollends von schlachthausreifem Gekröse distanziert und den Filmfreund stattdessen mit psychologischen Horror konfrontiert. Demnach sei vor allem jenen Horrorfans von der Sichtung abgeraten, die hier ein splatter- und horrorlastiges Filmchen erwarten und vorwiegend auf plausibel-offenkundige Erklärungsversuche Wert legen. Regisseur SCOOTER DOWNEY hat mit seinem Debütwerk einen wahrhaftigen Geheimtipp geschaffen, der sich vordergründig mit der Psyche seiner beiden Protagonisten beschäftigt und dem Zuschauer dabei ein vollkommen andersartiges Seherlebnis präsentiert. Hierbei sei zu erwähnen, dass SEAN ELLIOT als sensibler und introvertierter Sohn OCTOBER und LANCE HENRIKSEN (PUMPKINHEAD) als verbittert, emotionsloser Greis RUSSELL eine hervorragende Wahl darstellen. Mit ihrem emotionalen Auf und Ab´s steigt und fällt der Film. Schnell offenbart sich im Verlauf der Geschichte die eigentliche Intention dieser zwar günstig produzierten, aber zu keiner Zeit uneffektiven Low-Buget-Produktion.
Die beiden Protagonisten scheinen mit ihren inneren Dämonen konfrontiert zu werden, wobei die Vorgeschichte alsbald durch haarsträubende Flashbacks erklärt wird, in welchen letztendlich der tragische Grund für die Entfremdung von Vater und Sohn bebildert und erklärt wird. Dabei wechselt die Handlung mit einer virtuosen Leichtigkeit zwischen Vergangenheit und Gegenwart und beschreibt den schrecklichen Verlust der geliebten Schwester/Tochter und die damit verursachten Schuldgefühle, mit denen beide auf unterschiedliche Weise gelernt haben umzugehen. Während Sohn OCTOBER mit einem offensichtlichen Borderline-Syndrom zu kämpfen hat und sein kleines Geheimnis gut zu verbergen weiß, schützt Vater RUSSELL sein verletztes Seelenheil hinter einer dichten Mauer bruchsicheren Gesteins, durch welche niemand vorzudringen vermag. Mit dem bevorstehenden Ausflug in die Natur beginnt letztendlich auch ihr zweites Martyrium, in dessen Verlauf die kleine Familie lernen muss, einander zu vertrauen, um wieder zueinander finden zu können. Ein schwierige Herausforderung, werden Vater und Sohn wenig später vom grotesken Wesen bedroht, deren Herkunft vorerst im Dunkeln bleibt und deren rationale Herkunft erst in den letzten Filmsekunden gelüftet wird. Auch wenn IT´S IN THE BLOOD kein Horrorfilm im herkömmlichen Sinne ist und hier vorwiegend gruselige Elemente in die zermürbende Geschichte gestreut werden, um den inneren Konflikt der beiden Hauptfiguren besser bebildern zu können, so schafft es Regisseur SCOOTER DOWNEY stets eine markerschütternde Grundstimmung zu entwickeln, die mit Gänsehautmomenten nicht geizt. Gerade des Nachts, wenn die Wesen beunruhigend durch den Nebel kriechen und sich wenig später in ihrer absurden Gesamtheit präsentieren, dürften zartbesaitete Gruselfans sich nicht nur einmal dabei ertappen, ihr Gesicht vor Schauder in ein Kissen zu vergraben. Immerhin, und das muss man dem kleinen Indie-Grusler gutheißen, treten die wenigen Effekt-Szenen erstaunlich souverän in Erscheinung. Die Umsetzung ist derart glaubwürdig und professionell gehandhabt, dass sich bei derart Fingerfertigkeit so manche Mainstream-Produktion ein Beispiel nehmen sollte.
Der vorliegende IT´S IN THE BLOOD ist kein gewöhnlicher Horrorfilm im herkömmlichen Sinne. Vielmehr handelt es sich bei dem vorliegenden Genre-Beitrag um ein erschütterndes Familiendrama, dass von Verlust und Versöhnung erzählt und mit einigen Horrorelementen bereichert wurde. In IT´S IN THE BLOOD kämpfen Vater und Sohn mit den Geiseln der Vergangenheit und versuchen nicht nur wieder zueinander zu finden, sondern auch erneut die innere Balance und den Seelenfrieden herzustellen. Hierbei scheut Regisseur SCOOTER DOWNEY nicht davor, den inneren Unfrieden durch diverse Metapher zu umschreiben und in beängstigende Bilder zu packen, was für einige Zuschauer vermutlich durchaus für Verwirrung sorgen dürfte. Gerade aufgrund der etwas poetisch anmutenden Schlusssequenz und der vielseitig interpretierbaren Auflösung, dürfte für Hardcore-Horrorfans die Eingliederung im Genre etwas unglücklich gewählt erscheinen; nichtsdestotrotz ist IT´S IN THE BLOOD eines der erfrischendsten Filmbeiträge der letzten Dekaden, und gerade aufgrund seiner Andersartigkeit durchaus zu empfehlen.
It´s in the Blood – Fazit

Gruseliges Psycho-Drama, dass von Schuld, Sühne, Verlust und Versöhnung handelt. Ein durchaus gelungenes und intelligent-umgesetztes Stück Zelluloid, dass vor allem Freunde tiefgründiger Horrorunterhaltung zusagen dürfte.
It´s in the Blood – Zensur
Der Film dürfte ungeschnitten mit FSK16 in Deutschland erscheinen! Zwar gibt es eine sehr schmerzhafte Bein-Amputation, die aber den auswegslosen Grundton der Geschichte durchaus förderlich ist.
It´s in the Blood – Trailer
Marcel Demuth / Hellraiser80
Ähnliche Filme:
Jersey Devil (2012)
Filmreview: “Compliance” (2012)
Compliance
Story
Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht und die sich in den 90er Jahren in Amerika so ähnlich zugetragen haben soll:
In einem Fast Food Geflügelrestaurant geht das fettige Tagewerk seinen gewohnten Gang, als das Telefon klingelt. Ein Polizist beschuldigt eine junge Kassiererin des Diebstahls bei Kundinnen. Er stiftet die überforderte Filialchefin (ANN DOWD) an, dem Mädchen eine entwürdigende Persönlichkeitsverletzung nach der anderen anzutun, um ihr das Vergehen nachzuweisen. Leider gehorcht die Chefin der Stimme am Telefon und der Zuschauer will sich am liebsten abwenden, wird er Zeuge immer furchtbarerer Eingriffe in die Privatsphäre eines Menschen …
Compliance – Kritik
Wahre Geschichte. Auf Youtube via Überwachungskamera in ihrer ganzen Widerlichkeit zu bewundern. Die Obrigkeit darf nicht anzweifelt werden.
Ironie: Gerade die reale Herkunft der Story blockiert die berühmte suspension of disbelief (also das Ausblenden des Nichtglaubenwollens, bzw. den bedingten Willen, in der Handlung aufgehen zu wollen). Dabei ist diese dem Medium Film, dem Horror, dem Phantastischen, der Science-Fiction so wichtig. Der Zuschauer fragt sich, wieso nicht binnen dreier Minuten die Chefin auf einem zweiten Telefon die Bullen anruft und um das Zurückverfolgen der Nummer eines wahnsinnigen Anrufers bittet. Verwunderlich ist die schier aggressiv machende Passivität und die autoritätsversessene Schicksalsergebenheit, nicht bloß der komplett zum Opfer gemachten Angestellten, die nicht einfach mit einem beherzen “Fuck you” zum Anwalt geht, sondern auch die unter anderem titelgebende Komplizenschaft der Filialleiterin. Des weiteren fehlt der erlösende Moment, in dem dem Anrufer etwas widerfährt, was in Richtung Bolzenschussgerät in den Intimbereich gehen müsste. Drunter macht es der Autor dieser Zeilen heute leider nicht.
COMPLIANCE funktioniert minimalistisch. Die Handlung versetzt wuchtige Tiefschläge. Wir haben eine hervorragend agierende Darstellerriege. Allen voran die professionelle Nebenrolle ANN DOWD als vom kapitalistischen Druck (zu Beginn des Films, vielleicht erklärend für den folgenden Strudel des Terrors, die Szene mit einem Lieferanten) vollends gewissensbefreite Fililachefin. Auch Soapsternchen DREAMA WALKER folgt in ihrem Charakterstrip von Performance anderen Schauspielerinnen ihrer Generation an den Rand eines Abgrunds, den man von einer der durchschnittlichen Paco Rabanne-Kleidchen-Ausfüllerin am Oscargewinnerpult so einfach nicht erwarten könnte. Geschultere Kollegen schrieben früher gerne von einer kammerspielartigen Atmosphäre. Ist hier auch der Fall. Nur dass man hofft, jemand möge diese Kammer in die Luft sprengen.
Nochmal: Die Tatsache, dass diese Episode der menschlichen Komödie auf wahren Begebenheiten beruht, verleiht ihr das Prädikat Horrorfilm eher als manchem Folterporno, der so selbstverständlich ständig auf dem Markt landet.
Compliance – Fazit

Erschreckend, ungemütliche Geschichte, die erschütternd bebildet, wie manipulierbar Menschen sein können! Für Fans der DVD-Reihe “Kino Kontrovers” uneingeschränkt zu empfehlen!
Compliance – Zensur
Die erhältliche, deutsche Heimkino-Fassung ist mit der “FSK16“-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten. Hierbei ist der Film jedoch selbst ab 12 Jahren freigegben. Aufgrund der, auf der Scheibe befindlichen Trailer anderer Filme aus dem Programm von “Mad Dimension” erhielt die vorliegende Blu-ray eine höhere Freigaben-Kategorisierung!
Compliance – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: Compliance; USA 2012
Genre: Thriller, Drama
Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2.35:1 / 16:9 (1920x1080p)
Laufzeit: ca. 90 Min.
FSK: FSK 16
Verpackung: Edle, schwarze Amaray mit Wendecover
Extras: Trailer
Die Scheibe aus dem Hause “Mad Dimension” ist leider etwas arg dürftig ausgefallen. Die Soundkulisse reduziert sich vorwiegend auf Dialoge, sodass kaum der Subwoofer (mal abgesehen vom minimalistischen Einsatz weniger musikalischer Untermalungen) zum Einsatz kommt. Trotzdem lässt sich über die Abmischung nur wenig bemängeln. Auch das Bild ist durchaus anständig und lässt viele Details erkennen. Das größte Manko ist jedoch bei den Extras ersichtlich. Hier werdem dem Filmfreund keinerlei Boni präsentiert. Einzig einige mickrige Trailer haben es auf die Scheibe geschafft. Aufgrund des durchweg kontroversen Inhalts eine herbe Enttäuschung, hätte man doch gern mehr Fakten über die Hintergründe der wahren Geschichte erfahren. Somit bleibt der Film dennoch uneingeschränkt empfehlenswert. Wer jedoch zwischen DVD und Blu-ray entscheiden muss, sollte zur weitaus günstigeren DVD greifen. Denn soviel Mehrwehrt, bis auf das etwas bessere Bild vielleicht, besitzt die Blu-ray gegenüber der DVD nicht. Übrigens: “Mad Dimension” wertet auch diese Veröffentlichung mit einer edlen, schwarzen Amaray auf. Ein Wendecover gibt es natürlich, wie üblich, auch!
Compliance [Blu-ray] jetzt ungeschnitten bei AMAZON bestellen
Compliance – Trailer
Christian Ladewig
Ähnliche Filme:
Community (2012)
Menschenfeind (1998)
We Need To Talk About Kevin (2011)
Michael (2011)
Filmreview: “A Little Bit Zombie” (2012)
A Little Bit Zombie
Story
Was für ein Pech: ausgerechnet am letzten Wochenende vor den Vorbereitungen zu seiner Hochzeit wird Steve (Kristopher Turner) von einer Mücke gestochen, die sich einige Minuten zuvor am Blut eines Zombies beköstigt hat. Es dauert nicht lang, bis Steve sich arg unwohl beginnt zu fühlen und wenig später feststellt, dass er sich scheinbar mit einem seltsamen Virus infiziert hat, der ihn nun selbst zum Zombie werden lässt. Zusammen mit seiner Verlobten Tina (Crystal Lowe) und den beiden Freunden Craig und Sarah versucht er nun eine Lösung für das Problem zu finden. Wäre da nicht die allgegenwärtige Gier nach menschlichen Hirn, die ihm allmählich den Verstand rauben möchte …
A Little Bit Zombie – Kritik
Während eines bierseligen Wochenendtrips zur Vorbereitung der Hochzeitsvorbereitungen (tatsächlich) wird ein weicher Bürolurch, Personaler um genau zu sein, von einer übergschnappten Stop Motion Mücke gestochen. Die trägt einen Zombifizierungsvirus in sich. Über die nächsten anderthalben Stunden stellen wir uns nun die Frage, was schlimmer ist: Der Hunger des Protagonisten auf Menschenhirnsudel oder der garstige Kampf um die Gestaltung des propagandistisch schönsten Tag im Leben der eigentlich hasserfüllten Liebenden.
Die Sache mit der Ansicht. Wieso der Human Resources-Waschlappen seine Hardcore-Nervensäge von Schuhtick-Verlobter nicht schon nach dem Prolog in den nächsten Unkrauthäcksler wirft, kann nur mit hochengagierter Wahrnehmung ihrer ehelichen Pflichten zusammenhängen. Will sagen: Macht sie sich gut, wenn das Licht ausgeht? Diesen metaphorischen Elefanten, wie man so sagt, aus dem Auge und Wege geräumt, bleibt die Erklärung, dass die Figurenkonstellation so hingenommen werden muss. Sonst käme diese unschöne Melange aus IKEA-Süchtigen-Humor und aufgewärmter Zombiekost, quasi eine LADYKRACHER-fizierung der Genrespielregeln gar nicht erst zu Stande.
Oh ja, der Prolog. Praktisch das nächste Metaebene-Fass schaler Ironie aufmachend, wirft uns das Filmteam in die Wirren eines auf überdreht getrimmten Zombiejäger-Heulers. Es gibt sogar einen markigen Fake-BRUCE CAMPBELL und eine mopsige Pornoassistentin mit professoraler Hornbrille. Nach gorigem Spaß-Geballer, was uns in die Untiefen eines Kinosessels beliebiger Fantasy Filmfest Splatterkomödiendepphaftigkeit drückt, lernen wir fix, dass die unsympathischen Sympathieträger vom A LITTLE BIT ZOMBIE gerade in einem Autokino sitzen. Halbnette Idee, etwa fünf Tonnen zu selbstbewußt vorgetragen. Der Stallhase der baldigen Braut ist der coolste Typ im Auto. Ohne Schwierigkeiten. Cooler als der kanadische CHRISTOPH MARIA HERBST, um beim unappetitlichen Vergleich mit deutschem Fernsehhumor, der mir gerade in aller Eitelkeit so gut gefällt, zu bleiben in der Hauptrolle oder dem dauerrülpsenden Klischee-Partytier von bestem Kumpel.
Es mag altmodisch klingen aber sollte es nicht das – zumindest beiläufige – Ziel einer komödiantischen Darbietung sein, den Zuschauer wenigstens an den Rand eines Lachmoments zu transportieren? Der Irrglaube, vor lauter Ironie fast in die Hosen machende BWL-Spießer beim Sarkasmus mit Verbaldurchfall verwechseln abzulichten und das als des Humors letztes Hurra verkaufen zu können, war eigentlich fast verendet. Leider wird er aber durch den nicht enden wollende Hagel unwitziger Horror- meist Zombie-Komödien am nervtötenden Leben gehalten. Bis in die Haarspitzen durchkalkulierte und doch überraschend einschlagende Post-Everything Mainstream fare wie CABIN IN THE WOODS fällt dazu ein. Das war jetzt übrigens kein wohlwollender Nicker in Richtung der hippen Hütte. Nein, wirklich nicht. Es spricht nicht für die auf Schülertheater agierenden jungen Menschen im Crowdfundingrausch, wenn sie humoristisch von einer Plastikmücke überboten werden, die zu fiesem NuMetal den Angriffsflug unternimmt und dabei Geräusche macht wie der gefährliche Weihnachtsmann LAVA LAVA im gleichnamigen Drogencartoon aus dem Frankreich der 1990er.
A Little Bit Zombie – Fazit

A LITTLE BIT ZOMBIE ist leider nur eine bedingt spassige Zombie-Komödie, der irgendwie das gewisse Etwas fehlt.
A Little Bit Zombie – Zensur
Die erhältliche, deutsche Heimkino-Fassung ist mit der “FSK16“-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten.
A Little Bit Zombie – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: A Little Bit Zombie; Kanada 2012
Genre: Horror / Komödie
Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1.78:1 / 16:9 (1080/24p)
Laufzeit: ca. 88 Min.
FSK: FSK 16
Verpackung: Amaray mit Wendecover
Extras: Vier Interviews (ca. 5 Min.), Originaltrailer in Deutsch & Englisch, Trailershow anderer Filme aus dem Hause ASCOT ELITE
ASCOT ELITE spendiert der Zombiekomödie A LITTLE BIT ZOMBIE eine arg bescheidene HD Auswertung. Zwar weiß das Bild durchaus zu gefallen, der Ton bleibt jedoch weitestgehend zweckmäßiger Natur, zumal der Film eher sehr dialoglastig inszeniert wurde und von seinem Dialogwitz lebt, sodass hier kaum Sound-Wunder erwartet werden sollten. Auch der Extra-Sektor schaut eher überschaubar aus. Aus dem schlichten, aber animierten Hauptmenü lassen sich gerade einmal vier Interview-Fetzen entnehmen. Zusammen ergibt das nicht einmal fünf Minuten Laufzeit. Immerhin hat ASCOT ELITE diese deutsch untertitelt. Abgerundet wird das magere Bonuspaket mit dem englischsprachigen sowie deutschen Trailer zum Film. Für Puristen wurde zudem an ein Wendecover ohne FSK-Sticker beigelegt.
A Little Bit Zombie [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON bestellen
A Little Bit Zombie – Trailer
Christian Ladewig
Ähnliche Filme:
Monster Brawl (2011)
Shaun of the Dead (2004)
Zombieland (2009)
Fido (2006)
Filmreview: “Dark Skies” (2013)
Dark Skies
Story
Für Familie „Barrett“ ist nichts mehr so, wie es einmal war, als sie plötzlich mit unerklärlichen Vorfällen konfrontiert werden. Erst schleicht sich des abends ein ungebetener Gast in das Haus, dann prasseln drei bestimmte Vogelarten aus allen erdenklichen Richtungen gegen die heimischen Dachfenster. Hinzukommt, dass die Familienmitglieder mit seltsamen Blackouts zu kämpfen haben und groteske Wundmale an ihrem Körper vorfinden. In ihrer Panik wenden sich die Gepeinigten an einen Spezialisten, der den Eltern offenbart, dass die Familie Teil eines außerirdischen Experiments zu sein scheint …
Dark Skies – Kritik
Wenn auf einem Filmplakat suggeriert wird, dass hinter dem vorliegenden Filmchen, die Macher der legendären „Paranormal Activity“-Serie stecken sollen, dann dürfte in der hiesigen Filmszene vermutlich schnell ein lauthalses Stöhnen die Runde machen und alteingesessene Horror-Fans den kommenden Schocker „Dark Skies“ rasch entnervt von ihrer Must-See-Liste streichen. Die Horror-Schmiede „Blumhouse Productions“ hat sich in Genre-Kreisen mit ihren günstig produzierten Found Footage-Filmchen einen beneidenswerten Namen erkämpft und versucht nach diversen Geisterfilmchen nun auch im Science Fiction-Genre Fuß zu fassen.
„Dark Skies“ ist einer jener Filme, bei denen man irgendwie nicht so wirklich weiß, wie man sie im Endeffekt bewerten soll. Ist man bereits mit dem Genre bewandert, dürfte schnell klar werden, wie der Hase läuft. Da werden die Geschehnisse mit allerlei mysteriösen Begebenheiten eingeläutet und natürlich im Verlauf der Handlung auf die Spitze getrieben. Hierbei versucht der Film sich bis zum Ende die Option offen zu halten, ob es sich denn bei all dem seltsamen Schabernack, um eine wirkliche Heimsuchung durch Aliens handelt, oder ob die Familie eventuell doch durch eine rationell erklärbare Bedrohung heimgesucht wird. Dabei gelingt es „Dark Skies“ durch allerlei einfache Mittel eine durchaus bedrohliche Atmosphäre zu entwickeln, die es dabei sogar kongenial schafft, falsche Fährten zu legen, um den Zuschauer reichlich zu verwirren. Das beginnt mit einem vollkommen belanglosen Durchwühlen des heimischen Kühlschranks durch etwas vollkommen Unbekanntem und endet damit, dass die Familienmitglieder von unerklärlichen Blutergüssen geplagt werden und mit absoluten Totalausfällen zu kämpfen haben. Effektiv ist das natürlich durchaus und spannend mit Sicherheit, und doch mag man am Ende irgendwie das Gefühl nicht loswerden wollen, nach der plausiblen Auflösung doch etwas vollkommen Spektakuläres und Verblüffendes erwartet zu haben.
Mit all seinem zwar effektiven, aber dennoch reichlich banalen Hokuspokus erinnert „Dark Skies“ durchweg an eine, auf Spielfilmlänge gezerrte Folge der berüchtigten Kult-Serie „The Twilight Zone“, nur mit dem Unterschied, dass das natürlich alles weniger charmant und kultig wirkt und stattdessen auf ein effektgeiles Mainstream-Publikum zugeschnitten wurde. Das wird spätestens dann offensichtlich, wenn die Protagonisten versuchen, ihre Wohnung mit Überwachungskameras zu spicken und man sich als Zuschauer wieder an die diversen „Paranormal Activity“-Filme und Plagiate zurückerinnert. Verwunderlich ist das natürlich bei weitem nicht, steht ja hinter „Dark Skies“ auch das Produzenten-Team des berüchtigten Wackelcam-Geister-Franchise, das wohl der Meinung war, die bisher kassentauglichste Zutat ihrer Filmschmiede auch in ihren aktuellen Beitrag unterbringen zu müssen.
„Dark Skies“ scheint grob betrachtet, nicht wirklich viel Neues bieten zu können. Der Grundplot erinnert in seiner einigermaßen geschickten Umsetzung bemerkenswert stark an den Grusel-Kultfilm „Poltergeist“ aus dem Jahre 1982. Auch hier sieht sich eine typisch amerikanische Familie mit seltsamen Vorfällen konfrontiert, deren Auslöser bei einem der Familienmitglieder zu suchen ist. Doch nicht nur Elemente aus „Invasion of the Body Snatchers“ (1978) und „Signs“ (2002) sind im Film selbst wiederzufinden, auch Zutaten aus den hauseigenen Werken, wie „Insidious“ (2010) haben es letztendlich in irgendeiner Form in den nun vorliegenden „Dark Skies“ geschafft.
Der bereits mit dem Horror-Genre vertraute Drehbuchautor und Regisseur “Scott Stewart” (“Legion“(2010) und “Priest” (2011)) hat mit seinem aktuellen Beitrag den wohl bisher besten Film seines Regie-Daseins geschaffen, der zudem auch als der Film des Jahres 2013 betitelt werden darf, der sich am dreistesten an den diversen Kultfilmen des Genres vergangen hat. Hier findet man fast all das ansprechend recycelt wieder, was man bereits in diversen, in der Regel besseren Filmen innerhalb des Genres, zu Gesicht bekommen hat. Das schamlose Zitieren erfolgreicher Kultfilme dürfte bei dem ein oder anderen Filmfreund vermutlich die Schamesröte ins Gesicht treiben lassen, aber dennoch lässt sich behaupten, dass „Dark Skies“ trotz aller beschriebenen Vergehen, durchaus kurzweilig unterhält und gar nicht so übel ist, wie anfänglich gedacht. Zwar wirkt der Film nicht wirklich nachhaltig, aber als kleines Mysterie-Häppchen für Zwischendurch eignet sich „Dark Skies“ durchaus. Deshalb: dem Filmgenuß erwartungsfrei entgegenfiebern, um nicht allzu derb enttäuscht zu werden!
Dark Skies – Fazit

Willkommen in der „Twilight Zone“: konventioneller Mysterie-Schocker für ein ausgehungertes Mainstream-Publikum. Trotz altbekannter Zutaten ein durchaus gruseliges Filmchen in der Tradition der „Poltergeist“ und „Paranormal Activity“-Schocker
Dark Skies – Zensur
Der eher harmlose “Dark Skies” wird hierzulande in seiner ungeschnittenen Fassung eine “FSK16” erhalten.
Dark Skies – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
The Amityville Haunting (2011)
Poltergeist (1982)
Insidious (2010)
Signs (2002)
Filmreview: “Stranded” (2013)
Stranded
Story
Nach einem verheerenden Metroiden-Sturm befindet sich ein eifriges Mond-Forschungs-Team in größter Not. Nicht nur, dass durch das unerwartete Unglück ein Kontakt mit der „Außenwelt“ unmöglich scheint, auch die Stromversorgung wurde unglücklicherweise durch den Metroiden-Schauer gänzlich zerstört, sodass die Wissenschaftler feststellen müssen, dass eine Rückkehr zur Erde aus eigener Kraft unmöglich realisierbar ist und sie nun hilflos auf dem Mond verweilen müssen. In der Hoffnung, dass aufgrund des abrupten Kontaktabbruchs dennoch schnellstmöglich Hilfe eintreffen wird, vertreiben sich die Forscher derweil die Zeit mit der Untersuchung des noch warmen Metroiden-Gesteins, in dessen Kern sie seltsame Sporen vorfinden, mit welchen sich alsbald eine unachtsame Wissenschaftlerin infiziert. Innerhalb von nur weniger Stunden beginnt etwas zutiefst Böses in ihrem Leib heranzuwachsen, was sich wenig später für die gesamte Crew zu etwas durchaus Bedrohlichen entwickelt …
Eine ausführliche Review folgt demnächst!
Filmreview: “The Wicked” (2013)
The Wicked
Story
Legenden ranken um eine kleine amerikanische Kleinstadt. Geschichten, die von einer bösartigen Hexe berichten, die tief in den Wäldern hausen und sich den Kinder des Ortes bemächtigen soll, um sich an deren Fleisch zu laben, dass sie bereits über Jahrhunderte am Leben hält. Auch die siebenjährige Amanda fällt beinahe dem blutigen Treiben der gierigen Greisin zum Opfer, wären da nicht sechs Kids, die dem Wahrheitsgehalt der urbanen Legende auf den Grund gehen wollen. Zu aller Überraschungen müssen die Freunde kurzerhand feststellen, dass der Mythos über die Kinder verschlingende Kreatur reeller ist, als anfänglich gedacht. In einem leerstehenden Häuslein weit draußen im Wald, stoßen die Jugendlichen nicht nur auf die kürzlich verschwundene Amanda, sondern auch auf die wütende Hexe aus all den geheimnisvollen Legenden …
The Wicked – Kritik
Nachdem kreative Folterfürsten, menschenfleischgierige Zombies und dreiste Poltergeister die heimischen Mattscheiben und Kinosäle mannigfach bevölkert haben, sind nun bösartige Hexen an der Reihe, um den Filmfreund den unlängst gebeutelten Horrorfilm erneut schmackhaft zu machen. Nach dem internationalen Action-Spektakel “Hänsel und Gretel – Hexenjäger” und dem durchweg stimmigen “Mama” keine üble Idee, denn im Fahrtwasser erfolgreicher Mainstream-Filmchen lässt sich am effizientesten der schnelle Dollar erwirtschaften. Um den vorliegenden “The Wicked” optimal genießen zu können, sollte man im Vorfeld alle Erwartung gehörig zurückschrauben, denn nur so lässt sich dieser vollkommen banale B-Movie-Aufguss am Besten goutieren. Im Zentrum der Geschehnisse stehen einige übermütige Kids, die natürlich vollkommen angstbefreit, den Legenden einer sagenumwobenen Hexe auf die Schliche kommen wollen und dabei natürlich tatsächlich auf jenes Monster stoßen.
Im Keller einer zerfallenen Holzhütte hat die ihre eigene “Fleischerei” eingerichtet und scheint mit einer Genüsslichkeit allzu neugierige Kids durch ihren hauseigenen Fleischwolf zu jagen. Doch bis es überhaupt soweit kommt, benötigt “The Wicked” einen ziemlich zähen Anlauf. Nach einem stimmigen Auftakt und ansprechenden Opening-Credits vergeudet der Film geschlagene 30 Minuten damit die richtige Richtung zu finden. Da werden eine handvoll naiver Kids in die Szenarie geworfen und blabbern fortan dummes Zeug, was der Handlung nur selten dienlich sein will. Hierbei scheint dem Film nicht gänzlich schlüssig zu sein, wie er denn nun eigentlich zum Punkt kommen soll. Es werden die obligatorischen Stereotypen eingeführt, dem ungenierten Beischlaf gefrönt und natürlich allerhand Schabernack getrieben, der nur selten wichtig für den Fortgang der Handlung sein möchte. Alles hat den Anschein, als würde dem Zuschauer hier eine erschreckend bedeutungslose Episode einer x-beliebigen TV-Serie serviert, was natürlich nicht wirklich verwundert, wenn man sich die Filmografie des Regisseurs “Peter Winther” zu Gemüte führt. Seine bisherigen Regiearbeiten beschränken sich vorwiegend auf ein breit gefächertes Sammelsurium bekannter TV-Formate. Und so überrascht nicht wirklich, dass es “The Wicked” mit einer spielerischen Leichtigkeit gelingt, dem Niveau eines günstig heruntergekurbelten Fernsehfilmchen vollends gerecht zu werden.
Wer jetzt jedoch denkt, dass “The Wicked” aufgrund der beschriebenen Defizite zwingend schlecht sein muss, der irrt. Denn mit dem Einbruch der Nacht, erwacht auch der Film aus seiner bedeutungslosen Lethargie und verpulvert ein kurzweiliges Actionfeuerwerk, dass den penetrant-billigen Unterton dieser Low Budget-Produktion rasch vergessen lässt. Die Kids flüchten waldein, waldaus, erkunden die Hütte der Hexe, laufen erneut in den Wald, um anschließend festzustellen, doch jemanden in der heruntergekommenen Behausung zurückgelassen zu haben. Auch wenn das alles eigentlich vollkommen bedeppert scheint und die Kids natürlich brenzlich dumm agieren, so schafft es der Film ein enormen Tempo zu entwickeln, das die rund 100 Minuten(!) Spiellaufzeit wie im Flug vergehen lassen. Aufgrund der künstlich verursachten Hektik fallen auch die unzählig schlechten CGI-Bluteffekte weniger ins Gewicht, die in ihrer dilettantischen Darstellung kaum zu übertreffen sind und in ihrer nichtvorhandenen Fingerfertigkeit eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit denen aus den miesen “Wrong Turn“-Fortsetzungen besitzen. Immerhin greift “The Wicked” neben unnötigen CGI-Gekröse auch auf traditionelle Handmade-Effekte zurück und verzeichnet einen überschaubaren, wenn auch nicht minder unterhaltsamen, Splatter-Score.
Dass “billig” nicht immer zwingend “Schlechtes” bedeuten muss, hat Regisseur “Peter Winther” mit seinem ersten eigenen abendfüllenden Filmchen durchaus ansprechend bewiesen. Auch wenn die gesamte Inszenierung technisch nur selten besser ist, als die grandiosen “Kultfilme” der unsäglich schlechten “The Asylum“-Kreativeschmiede, so bekommt der Filmfreund hier dennoch gehörig Kurzweil und Action geboten. Die Protagonisten des Szenarios werden unermüdlich durch die geradezu flache Geschichte getrieben, sodass nur selten Langeweile aufkommen will und die eigentlich vollkommen hanebüchene Geschichte geradezu bemerkenswert flott aufgewertet wird. Die Script-Schreiber haben sich zudem vom Action-Heuler “Jumper” ausreichend inspirieren lassen. Denn die schauderhafte Kreatur “jumpt” sich mit einem wahnsinnigen Einfallsreichtum durch Wald und Wiesen. Vermutlich scheint das gesamte Effekte-Budget allein nur in die etwas gewöhnungsbedürftige Fortbewegungsmöglichkeit der Hexe geflossen zu sein, sodass kaum Geld für wichtige Krösel-Effekte zur Verfügung gestanden haben muss. Die Spezial-Effekte schauen in ihrer günstig umgesetzten CGI-Pracht wahnsinnig unprofessionell aus – ein trashiger Unterton ist hierbei nicht von der Hand zu weisen.
Dennoch ist “The Wicked” ein kleiner, netter Horrorbeitrag, der sich trotz seiner etwas dilettantischen Inszenierung immer noch besser macht, als all die miserablen Werke aus der grottigen “The Asylum“-Filmwerkstatt zusammen. Als kleiner “Snack” für Zwischendurch auf jeden Fall zu empfehlen!
The Wicked – Fazit

Kleines, unscheinbares Gruselmärchen, dass es aber deftig in sich hat. Böse Hexe mit eigenem Schlachthaus auf der Suche nach allzu neugierigen Kiddis – da lacht das Splatter-Herz!
The Wicked – Zensur
Die deutsche Fassung dürfte eine “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erhalten. Da der Film nur wenige Splatter-Effekte aufweisen kann, dürfte “The Wicked” vielleicht sogar mit etwas Glück mit einer 16er-Freigabe die FSK passieren.
The Wicked – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
Mama (2013)
Filmreview: “Under the Bed – Es lauert im Dunkeln” (2012)
Under the Bed – Es lauert im Dunkeln
Story
Vater Hausmann gibt seinem ältesten Sohn „Neal“ die alleinige Schuld an dem furchtbaren Feuertod seiner geliebten Frau, sodass Sohnemann kurzum aus der Familie verbannt wird und fortan bei der Tante leben muss. Zwei Jahre später entlässt diese ihn aus ihrer Obhut und der verstoßene Sohn kehrt zurück in seine Familie. Diese ist natürlich Feuer und Flamme und erwartet Neals Rückkehr sehnsüchtig. Doch der Junge fühlt sich auch zwei Jahre nach dem schrecklichen Ereignis gänzlich bedroht von etwas zutiefst Bösem. Als er auf seinen jüngeren Bruder Paulie trifft und dieser ihm anvertraut, dass sich unter seinem Bett eine bösartige Kreatur versteckt hält und dem eingeschüchterten Knaben nur Böses will, werden in Neal furchtbare Erinnerungen wach. Genau jenes Wesen trieb die Mutter zwei Jahre zuvor in den Tod. Jetzt fordert „Neal“ Vergeltung und stellt sich seinen Ängsten. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder schmiedet er einen raffinierten Plan, um dem Ding endlich den Garaus machen zu können …
Under the Bed – Kritik
ACHTUNG: SPOILERALLARM !!!
Ein jeder von uns kennt bestimmt das allabendliche Ritual aus seiner Kindheit, wenn die Dunkelheit hereinbricht und ein unwohliges Gefühl die vermeintlich friedliche Nachtruhe zu trüben scheint. Flink werden noch einmal Kleiderschränke und Bettkästen nach “ungebetenen Zaungästen” abgegrast, um auch ja sicher gehen zu können, dass sich keines der bösartigen Wesen aus alle den schlimmen Träumen und Filmen im heimischen Kinderzimmer einquartiert hat. Mit genauer jener Angst setzt sich der nun vorliegende “Under the Bed” auseinander, wobei der Titel schon trefflich
umschreibt, mit welcher Problematik sich die Protagonisten des Films alsbald konfrontiert sehen.
Nach seinem erfrischend kurzweilig und stark unterhaltsamen “The Agression Scale” hatte Regisseur “Steven C. Miller” überraschend viel Zuspruch in der Horrorfilmszene ernten können. Mit seiner nicht kindgerechten “Kevin allein zu Hause“-Variante für Erwachsene, traf er nicht nur den Nerv weltweiter Genre-Fans, sondern schaffte es sogar dem allmählich angestaubten Home-Invasion-Genre frische Facetten einzuverleiben. Nun folgt mit “Under the Bed” sein nächster Streich, bei dem sich der Filmfreund natürlich unweigerlich die Frage stellt, ob sein Folgewerk es überhaupt schaffen könne, den hohen Erwartungen der Fanbase gerecht zu werden. Überraschenderweise distanziert sich „Miller“ in “Under the Bed” gänzlich von penetrant effekthascherischen Gekröse und allzu derben Gewalteinlagen. Sein aktueller Ausflug in das Phantastische Genre befasst sich stattdessen mit leiseren und subtileren Tönen. Auch wenn die Geschichten zu „The Agression Scale“ und „Under the Bed“ oberflächlich betrachtet vollkommen unterschiedlich scheinen, so haben sie eines gemeinsam: im Mittelpunkt der Geschehnisse stehen zwei Geschwisterpaare, die Grausames erleben und sich gegenseitig unterstützen müssen, um sich am Ende fest verbunden fühlen zu können. Hierbei beginnen beide Film mit einem Neuanfang, wobei beide Familien darum bestrebt sind, nach erlebten Schicksalsschlägen ein gänzlich neues und normales Leben zu beginnen. Während “Owen” in “The Agression Scale” aufgrund seiner Gewaltbereitschaft heraus sein Dasein in einer psychatrischen Anstalt fristen musste und nach diversen Therapien von seinem Vater zurück in die Familie geführt wird, so teilt “Neals” in “Under the Bed” ein ähnliches Schicksal. Er verlor bei einem Hausbrand seine geliebte Mutter und wird seither von Schuldgefühlen und Angstzuständen geplagt, die ihn auch zwei Jahre nach der Katastrophe schwerwiegend zeichnen. Da sein Vater die alleinige Ursache für das Unglück bei seinem Sohn sah, wurde dieser kurzerhand in die Obhut seiner Tante übergeben, wo er schließlich nach zwei Jahren “Verbannung” ebenso zurück in die Familie geführt wird, um mit dieser einen Neuanfang zu starten.
Natürlich ist die Rückkehr nicht vor Komplikationen gefreit. Ähnlich wie in “The Aggression Scale” werden auch die Helden des vorliegenden “Under the Bed” rasch mit reichlich schrecklichen Vorfällen konfrontiert. Die Bedrohung wartet im Kinderzimmer und birgt ein beängstigendes Szenario. Denn schenkt man den beiden Söhnen Glauben, so scheint unter dem Bett ein bösartiges Wesen zu hausen, dass sich von den Hautschuppen der Kids ernähren soll und über deren Anwesenheit die Kinder lieber wortkarg schweigen, anstatt sich den Erwachsenen glaubhaft anzuvertrauen. In “Under the Bed” werden die obligatorischen Kindheitsängste auf Zelluloid gebannt und natürlich schaufreudig auf die Spitze getrieben. War es bereits schon in “Poltergeist“eine mysteriöse Clownpuppe, die für reichlich Unbehagen sorgte und allzu ängstliche Kinder gierig unter das Bett zerrte, so versucht nun auch in “Under the Bed” ein undefinierbares Etwas den Protagonisten des Filmes einen gehörigen Schauer einzujagen. Das gelingt der Kreatur mit einer erschreckenden Intensität, denn der 10-jährige „Paulie“ und sein fast volljähriger Bruder “Neal” meiden seither den Kontakt mit dem komfortablen Bett und ziehen es stattdessen lieber vor, auf einer ungemütlichen Kommode zu nächtigen.
Auch wenn sich das seltsame Etwas erst am Ende des Films in seiner grotesken Gesamtheit offenbart und sich in seiner blutrünstigen Schaufreudigkeit den Regeln des modernen Horrorfilms unterwirft, so muss man dennoch erschreckend feststellen, dass sich “Millers” aktueller Ausflug in die Welt des Schreckens als ganz schön fauler Budenzauber entpuppt. Auch wenn “Under the Bed” durch die Bank weg absolut hochwertig ausschaut und einige wirklich derbe Schreckmomente beherbergt, so lässt sich nicht leugnen, dass hier dem Zuschauer ganz schön fauler Käse unter die Nase gerieben wird. Um die Logik des Films verstehen zu können, bedarf es einer blühenden Fantasie, denn nur so lassen sich die diversen Ungereimtheiten und Filmfehler erklären, die „Millers“ mit einer erstaunlich kreativen Fingerfertigkeit zu vertuschen versucht.
Wirklich plausibel ist “Under the Bed” zu keinem Zeitpunkt. Während sich die Gegebenheit anfänglich noch halbwegs nachvollziehbar gestalten, so verläuft die gesamte Inszenierung im Verlauf der Handlung ins Absurdum. Das mysteriöse Wesen scheint in einer “Parallelwelt” zu hausen, deren Zugang sich unter(!) dem Bett der Kinder befindet. Mit „Neals“ erneuter Eingliederung in die Familie scheint auch die Kreatur leichtsinniger und risikobereiter zu werden und wandelt fortan auf dem gesamten Grundstück umher, um sowohl mit den Eltern seinen frivolen Schabernack zu treiben, als auch den Nachbarn hin und wieder gehörig den Kopf zu „verdrehen“. Welchen Sinn das alles hat, warum ausgerechnet die Hausmanns von dem Ding bedroht werden und warum das Wesen erst zwei Jahre später seinen blutgeilen Amoklauf antritt, wenn es doch zuvor auch schon die Möglichkeit dazu gehabt hätte, verstehe wer will. Die Kids rechtfertigen das etwas „verspätete“ Agieren der Kreatur damit, dass es nur auf die erneute Zusammenkunft der Familie gewartet habe – doch warum zwei Jahre warten, wenn sich das Monster letztendlich vollkommen sinnbefreit und vor allem unüberlegt durch das Haus bewegt und sich am Ende fast schon suizidgefährdet vor die Kettensäge wirft.
Aber nicht nur das Wesen scheint in seinen Handlungen wirrer zu agieren, als Sohnmann „Neals“ selbst. Auch des Vaters Verhalten wirkt nur selten schlüssig. Der dreht Glühbirnen aus Lampen und verriegelt des Nachts die Zimmer der Kinder, in der Hoffnung, dass die traumatisierten Söhne durch derart Sanktionen schnellstmöglich wieder “normal” werden. Sein durchaus konsequentes Handeln
bringt die Kinder nicht nur unnötig in Gefahr, sondern schädigt den ohnehin fragilen Familienfrieden ungemein. Das Handeln der Kinder wird nicht einmal annähernd hinterfragt, ganz Geschweige davon, dass der Vater sich die Zeit nimmt, mit den Kindern ernsthaft über deren Ängste zu sprechen. Überhaupt fragt man sich als Zuschauer, dass bei derart traumatisierenden Erlebnissen kein Psychologe zu Rate gezogen wurde. Vermutlich mag das wohl daran liegen, dass es für die Familie vollkommen normal geworden sein muss, dass sich hin und wieder mysteriöse Dinge im eigenen Haus ereignen. So interessiert es weder Mutter noch Vater, dass des Nachts massive Kommoden durch das Kinderzimmer geschleudert werden und gegen die dünnen Holzwände donnern. Nun denn – it´s only a Movie!
„Millers“ vorliegender Beitrag „Under the Bed“ ist von den Qualitäten eines „The Aggression Scale“ meilenweit entfernt. Vielmehr orientiert sich sein Gruselfilmchen an die arg durchwachsene Inszenierung seines „Silent Night“-Remakes aus dem vergangenen Winter. Dort viel auch schon die durchweg hochwertige und technische Fingerfertigkeit ins Gewicht, die zwar durchweg überzeugen konnte, den Film dadurch jedoch auch nicht besser machte. „Under the Bed“ mag sicher seine Momente besitzen und schafft es sogar hin und wieder einige Gänsehaut-Momente zu bewirken. Trotzdem lässt sich leider nicht leugnen, dass „Millers“ aktueller Ausflug ins Horror-Genre ganz schöner einfältiger Blödsinn ist, den man als erfahrener Horrorfilmfreund wahrlich selten ernst nehmen kann. Bis überhaupt irgendwas Spektakuläres passiert vergeht fast eine geschlagene Stunde. Bis dahin vertreiben sich die Kids die Zeit damit, schlicht und einfach vollkommen verstört in die Kamera zu blinzeln. Damit „Miller“ zumindest halbwegs Anklang bei den Genre-Fans findet, schmückt er sein „Under the Bed“ im letzten Drittel mit deutlich handfesterer Kost. Da werden zwei Köpfe zermalmt und eine Kettensäge kommt zum Einsatz – wirklich spektakulär ist das leider nicht. Vielmehr wirkt das vollkommen abrupte Ende so, als müsste der Film nach geschlagenen 90 Minuten Langeweile irgendeinen erlösenden Abschluss finden. Ob sich „Steven C. Miller“ mit diesem durchwachsenen Hochglanz-Grusler einen Gefallen getan hat, bleibt abzuwarten – denn wirklich sehenswert ist “Under the Bed” leider nicht!
Under the Bed – Fazit

Fauler Hokuspokus im heimischen Kinderzimmer mit unzählbaren Ungereimtheiten
Under the Bed – Zensur
Die deutsche Fassung ist mit der “FSK 16“-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten.
Under the Bed – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: Under the Bed; USA 2012
Genre: Horror/Thriller
Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 7.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1080p/24, 1:1,85
Laufzeit: 87 Min.
FSK: FSK 16
Verpackung: Amaray mit Wendecover
Extras: diverse Werbetrailer, Trailer zum Film in Deutsch und Englisch
Die Blu-ray aus dem Hause “Sunfilm” ist technisch tadellos. Knackiges Bild, bombastischer Sound. Extras leider mangelware. Bis auf den Trailer in Deutsch und Englisch, sowie einige Werbeclips kommender Filme ist auf der Scheibe nichts zu finden. Immerhin gibt es ein Wechselcover ohne FSK-Logo.
Under the Bed – Es lauert im Dunkeln [Blu-ray] bei AMAZON bestellen
Under the Bed – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
Apparition – Dunkle Erscheinung (2012)
Poltergeist (1982)
Filmreview: “Hypothermia – The Coldest Prey” (2010)
Hypothermia – The Coldest Prey
Story
Es hätte ein erholsames Wochenende beim Eisfischen für Ray Pelletier und seine Familie werden können, wären da nicht Vater Stevie Cote und sein Sohn Stevie Jr., die plötzlich wie aus dem Nichts auf dem Eis auftauchen und ihr Lager wenige Meter entfernt aufschlagen. Mit ihrem unkläglichen Lärm stören die beiden nicht nur den friedlichen Familienausflug der Pelletiers, sondern verjagen zudem auch noch alle Fische. Schnell sind jedoch die Fronten geklärt und die beiden Familien lernen sich kennen. Doch der Frieden währt nicht lange, denn unter dem Eis lebt etwas unbeschreiblich Böses, dass bereits alle Fische verschlungen hat und nun an die Oberfläche krabbeln muss, um seinen unermüdlichen Appetit nach frischem Fleisch stillen zu können …
Hypothermia – Kritik
Wer sich selbst als Horrorfilmfan bezeichnet, wird vermutlich unlängst erkannt haben, dass die im Genre ansässigen Filmregisseure durchaus als eifrige Arbeitstiere betitelt werden können und in einer erschreckenden Regelmäßigkeit teilweise haarsträubende Kost auf Zelluloid bannen, um diese dann wenig später lukrativ auf dem Heimkinomarkt zu verscherbeln. Die Betonung liegt hierbei leider Gottes zu oft auf „B“ wie „billig“, denn günstig produzierte Filmchen kosten nun mal wenig „Dollars“ und spielen erschreckend viele „Dollars“ ein, ohne großartig Aufwand für die Realisierung aufbringen zu müssen. Von der minderen Qualität dieser Werke erfährt der Filmfreund leider erst dann, wenn es letztendlich zu spät ist und er die Scheibe in seinen DVD-Player wirft. Dass diese Low Budget Mentalität die Freude am Konsumieren phantastischer Filmkost mittlerweile erheblich geschmälert hat, dürfte auf der Hand liegen, denn der Horrorfilmmarkt wird aktuell von Unmengen derartiger Werke überschwemmt, sodass es kaum noch möglich scheint, die wirklich sehenswerten Beiträge darunter herauszufischen.
Der nun vorliegende “Hypothermia” ist eines dieser seltenen Exemplare, dass in der Masse an momentan veröffentlichten No-Budget-Werken vollkommen untergeht. Unverständlich, denn „Hypothermia“ hat eigentlich all das, was man von einem Genre-Film erwartet: eine durchaus klaustrophobische Grundstimmungen, gute Schauspieler, ein bedrückendes Setting und endlich mal wieder ein vernünftiges Drehbuch, dass sich Zeit für das Wesentliche nimmt und nicht Knall auf Fall ins Getümmel taumelt. Regisseur “James Felix McKenney” hat sich bisher mit diversen Null-Budget-finanzierten Beiträgen über Wasser halten können und überrascht mit dem vorliegenden „Hypothermia“ endlich durch ein wirklich ansprechendes Gruselfilmchen, dass nun auch einmal der Bezeichnung „Film“ vollends gerecht werden kann. Waren seine bisherigen Ausflügen in die Welt des „bösen“ Films mit einer nicht vorhandenen Fingerfertigkeit gesegnet, so verblüfft umso mehr, was der Filmemacher mit seinem Hybriden-Schocker auf die Beine gestellt hat. Lobenswert, dass auch Kult-Legende “Michael Rooker“, („The Walking Dead“, „Henry – Portrait Of A Serial Killer“) das durchaus vielversprechende Potenzial dieser kleinen unscheinbaren Geschichte entdeckt und sich zur durchaus stimmigen Gesamt-Schauspielriege dazugesellt hat.
“Hypthermia” ist ein typischer Vertreter des Creature-Feature-Genre. Die Geschichte thematisiert ein mysteriöses Wesen, dass sich unbemerkt unter dem Eis entwickeln konnte und sich nun vermutlich in seiner Ruhe bedroht fühlt. Zumindest deutet das die Geschichte an. Wie es in den Teich gekommen ist und welche Intentionen das Geschöpft letztendlich wirklich hegt, weiß der Film durchaus ansprechend zu verschleiern, sodass dem Zuschauer am Ende einige lose Interpretationsmöglichkeiten geboten werden, die durchaus zum Nachdenken anregen dürften. Die kritische Botschaft an der unüberlegten Ausbeutung des eigenen Lebensraums durch den Menschen ist unüberhörbar. Während die Männer versuchen die Bedrohung durch eine planlose und gewaltgeile Herangehensweise zu bekämpfen, versuchen die Frauen einen kühlen Kopf zu bewahren und das Problem taktisch zu lösen. Ihnen ist es in erster Linie wichtig, unversehrt an das Festland zu gelangen. Über die Vernichtung des Wesens machen sie sich keinerlei Gedanken. Ein kluger Schachzug, denn am Ende ist es ausgerechnet das schwache Geschlecht, dass durchaus effektiver der Bedrohung zu entkommen weiß und sich in Sicherheit bringen kann.
In „Hypothermia“ werden kurzum aus Jägern Gejagte und aus Gejagten letztendlich Jäger.
Die Bestie Mensch, die sich für das Ausrotten diverser Tierarten verantwortlich zeichnet und dabei unweigerlich dem ökologischen Gleichgewicht schadet, wird hier für das Vergehen an seiner kostbaren Umwelt bestraft. Regisseur “James Felix McKenney” schafft es die nicht unwichtige Botschaft in ein überzeugend gespieltes Filmchen zu verpacken. Sein Film ist trotz mangelndem Budget durchweg spannend, geschickt gefilmt und unglaublich stimmig; wäre da jedoch nicht das etwas sehr groteske Monster, dessen Glaubwürdigkeit spätestens dann zu bröckeln beginnt, als es das erste Mal durch die Linse dackelt. Hierbei wäre vermutlich weniger mehr gewesen, denn dem Zuschauer bleibt leider nicht verborgen, dass hier vermutlich aus Budgetgründen auf ein geschmacklich sehr „spezielles“ Gummikostüm zurückgegriffen werden musste, dass in seinem unprofessionellen Design schon arg lächerlich wirkt. Der trashige Unterton trübt hier leider den anfänglich hervorragenden Gesamteindruck, da hilft es dem Film letztendlich auch wenig, dass die Kamera permanent versucht, die missglückte Fingerfertigkeit des Effekt-Teams durch hektisches Umhergewackel zu vertuschen.
Dennoch, wem Atmosphäre und das glaubhafte Interagieren der Anwesenden durchaus wichtiger ist, als ausufernde Spezialeffekte, ist bei „Hypothermia“ genau richtig. Die Geschichte beginnt unspektakulär und steigert sich in ihrer Intensität von Minute zu Minute. Während anfänglich noch unklar scheint, von welcher Gefahr die Familie bedroht wird, so ist selbige umso unberechenbarer, je später der Abend wird. „Hypothermia“ ist ein geradliniges Monster-Filmchen, dass sich an die traditionellen Komponenten eines jeden Creature-Features orientiert. Neue, frische Ideen sucht man hier zwar vergebens, dennoch ist es der Film durchaus wert, gesehen zu werden.
Hypothermia – Fazit

Zwar erfindet “Hypothermia – The Coldest Prey” das Rad nicht neu, unterhält aber dennoch durchaus packend. Wenn da nicht das vollkommen missratende Monster wäre, dass den eigentlich positiven Gesamteindruck schmälert – Schade!
Hypothermia – Zensur
Die deutsche Fassung ist mit der “FSK 16“-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten.
Hypothermia – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: Hypothermia; USA 2010
Genre: Horror/Thriller
Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1080p, 1.78:1, 16:9
Laufzeit: 73 Min.
FSK: FSK 16
Verpackung: Amaray mit Wendecover
Extras: The Making of Hypothermia (Die Dreharbeiten wurden mit einer Videokamera begleitet – 21min), Ron & Reel (kleiner Insider-Gag des Films – ca. 5min), deutscher Trailer (ca. 2min), Bildergalerie, Give me Shelter: An Ice Fishing House … Halfway across the Country (Regisseur gibt kurze Einblicke in die Entstehung des Films – 11min), 5 Clips anderer Filme des Labels
Für eines Low Budget-Film, wie Hypothermia ist das Bonus erstaunlich umfangreich ausgefallen, zudem kann sich die Abmischung des Tons hören lassen. Immer dann, wenn das groteske Wesen Screentime erhält, hat der Subwoofer ordentlich zu meckern, sodass einige Schauer und Schreckmomente durchaus sitzen werden. Alle Extras wurden löblicherweise deutsch untertitelt. Bildtechnisch sieht man dem Film seine Herkunft an. In hellen Momenten ist der HD-Effekt offensichtlich. Sobald es dunkel wird, treten hier diverse Mankos auf. Dennoch, alles im grünen Rahmen. Wer auf spannenden Trash mit kritischer Öko-Botschaft steht, ist hier definitiv gut beraten.
Hypothermia – The Coldest Prey [Blu-ray] bei AMAZON bestellen
Hypothermia – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
Amphibious 3D (2010)
Filmreview: “The Frankenstein Theory” (2013)
The Frankenstein Theory
Story
Professor John Venkeheim ist regelrecht besessen von der Vorstellung, dass die Schriftstellerin Mary Shelley sich für ihren “Frankenstein”-Roman von geschichtlichen Fakten hat inspirieren lassen und das die Erzählung auf reelle Ereignisse zurückzuführen ist. Aufgrund seines Eifers hat er bereits kürzlich sein Amt an einer der renommiertesten Universitäten Amerikas verloren und versucht nun mittels einer Dokumentation all die Skeptiker von der Echtheit des mysteriösen Wesen zu überzeugen, die bisher der Meinung waren, dass Venkeheim mit seinen Theorien nicht ganz auf geistiger Höhe zu sein scheint. Um seinen akademischen Ruf retten und die Beweise aus Zelluloid bannen zu können, beauftragt er ein Kamerateam, dass ihn bei seiner Exkursion in das verschneite Kanada begleiten soll. Dort wurde die Kreatur angeblich zuletzt gesichtet, die einst einem schrecklichen Experiment entkommen konnte und nun mordgierig durch die winterliche Einöde Nordkanadas umhergeistern soll …
The Frankenstein Theory – Kritik
Schon etwas sehr hanebüchen, wenn eine „Mocumentary“ (also eine fiktive Dokumentation) dem Zuschauer einbläuen möchte, dass der Roman einer gewissen Mary Shelley keiner Fiktion entspringen, sondern auf wahren Begebenheiten beruhen soll. Bei derart sinnbefreiten Idee fragt sich der Zuschauer natürlich unweigerlich, woher eigentlich amerikanische Drehbuchautoren und Skriptschreiber die Drogen hervorkramen, die sie eingenommen haben müssen, um derart Nonsens zu Papier bringen zu können und welch üble Geschichten denn in Zukunft noch alles ihren Weg in die weltweiten Heimkinos finden werden. Bereits im Jahre 2001 haben findige Nachwuchsfilmer das Mittel der Medienmanipulation kongenial für ihren Film nutzen können. Das “Blair Witch Project” war eines der ersten (und vermutlich auch einzigen) Werke, das bereits im Vorfeld für Furore sorgte und es erstaunlich selbstsicher schaffte, Filmfans einzutrichtern, dass irgendwo in den Wäldern Amerikas eine mysteriöse Hexe ihr Unwesen treiben soll. Zehn Monate nachdem die Regisseure “Dan Myrick” und “Ed Sanchez” ihren Film fertiggestellt hatten, stellten sie eine Webseite ins Internet, auf welcher sie als Tatsachenbericht getarnt, über das Verschwinden dreier Studenten informierten, die einen Dokumentarfilm über die berüchtigte „Blair“-Hexe auf Zelluloid bannen wollten. Mittels fiktiver Interviews versuchten die Filmemacher den Besuchern jener Webseite glaubhaft zu machen, dass irgendwo in den Wäldern wirklich eine derart ominöse Präsenz hausen würde und die unweigerlich mit dem Verschwinden jener Kids in Verbindung stehen sollte. Die Täuschung war perfekt, sodass Filmfans weltweit von der Echtheit des Falls überzeugt waren und in die landesweiten Lichtspielhäuser strömten, um das vermeintlich von den Studenten gefilmte und gefundene Bildmaterial bewundern zu dürfen, was “Dan Myrick” und “Ed Sanchez” letztendlich zum bekannten Kino-Hit mit dem Titel “Blair Witch Project” zusammengeschnitten hatten.
Ganz so groß und raffiniert, wie “The Blair With Project” kommt “The Frankenstein Theory” natürlich nicht daher, viel zu sehr wirkt die Ausgangssituation an den Haaren herbeigezerrt, sodass der Filmfreund bei derart Kontext nur unverständlich mit dem Kopf schütteln dürfte, den uns hier die “Macher” von “The Last Exorcism” aufzutischen versuchen. Immerhin wissen sie diesen vollkommen blödsinnigen Hirnshit halbwegs ansprechend zu verpacken, den es lässt sich wahrlich nicht leugnen, dass “The Frankenstein Theory” durchaus kurzweilig zu unterhalten weiß. Zu verdanken ist dieser Fakt, den trefflich gewählten Protagonisten, die durchweg glaubhaft und sympathisch in Erscheinung treten. Gott sei Dank hat es der Zuschauer hier mit halbwegs gestandenen Persönlichkeiten zu tun – ein teen´reskes Gebrabbel und planloses Umhergekreische darf demnach hier ausgeschlossen werden, was den Film durchaus positiv aufzuwerten weiß. Trotzdem obliegt auch “The Frankenstein Theory” den obligatorisch klischeebehafteten Genre-Regeln. Da werden natürlich Exkursionen in die verschneite Winterlandschaft nicht im Team vollzogen, sondern getrennt. Nachdem das Filmteam auf das sagenumwobene Monster stößt und den ersten Toten zu beklagen hat, soll Hilfe angefordert werden. Hier wird natürlich nur ein Crew-Mitglied in die Ödnis geschickt, das nun dringend Hilfe suchen soll. Allein lässt sich scheinbar der korrekte Weg durch das schneebdeckte Kanada besser finden, als im Doppelpack. Zudem fragt man sich als Zuschauer ohnehin die ganze Zeit, warum die Beteiligten bei einer derart Bedrohung nicht unweigerlich versuchen ihr Equipment zusammenzupacken, um in den nächstliegenden Ort per Fußmarsch zu pilgern. Stattdessen machen Sie es sich tagelang in des Monsters Holzhütte gemütlich – verständlich, dass die Kreatur keinen Spaß mit den unwillkommenen Gästen versteht.
Apropos Monster; das gibt es natürlich auch im Film zu sehen und hat, wie so oft in derart Produktionen, augenscheinlich bis kurz vor Ende Sendepause. Erst dann führen die Gegebenheiten ins Absurdum und das Wesen erhält einige Sekunden Screentime. Wer aber hier meint glaubhaft ausufernde Creature-Effekte serviert zu bekommen, dürfte ersichtlich enttäuscht werden. Die Anwesenden protokollieren die Interaktionen der mysteriösen Roman-Kreatur mit ihrer Kamera aus der Entfernung, sodass sich das Ding kaum erkennen lässt und eher eine aufdringliche Ähnlichkeit mit einem tollwütigen Neandertaler besitzt, der planlos durch den Schnee stapft und dabei unsittliche Laute von sich gibt. Eine unfreiwillige Komik lässt sich hier nicht leugnen, machen gerade die vollkommen unspektakulären Auftritte des Wesens, die eigentlich hervorragend-klaustrophobische aufgearbeitete Stimmung des Films zunichte. Hier hat man wahrlich etwas Spektakuläres erwartet, zumal man als Zuschauer wieder einmal nicht verstehen kann, warum ausgerechnet immer dann, wenn die Bedrohung seinen obligatorischen Auftritt erhält, Kameras unentwegt stören, wackeln oder ausfallen müssen.
“The Frankenstein Theory” ist eine kleine Enttäuschung. Die Atmosphäre wird Schritt für Schritt aufgebaut und punktet mit beklemmender Intensität; die traumhafte aber dennoch ausweglose Schneelandschaft offenbart ein bedrückendes Gruselerlebnis das durchaus seine Momente besitzt. Eigentlich gibt es bei “The Frankenstein Theory” kaum etwas Nennenswertes zu bemängeln. Die gefakte Dokumentation im aktuell so beliebten Found Footage-Stil ist stimmig erzählt, gut bebildert und glaubhaft gespielt. Wäre da nicht das vollkommen lächerliche Monster, dass im Verlauf des Films für Zucht und Ordnung sorgt und die Beteiligten zwanghaft in den Tod meucheln muss. Hierbei wäre weniger Schaufreudigkeit mehr gewesen. Denn nachdem sich das Ding das erste Mal vor der Kamera blicken lässt, geht es mit dem hier vorliegenden “The Frankenstein Theory” auch merklich bergab. Für einen derart plakativen Filmtitel ist der hier bebilderte Höhlenmensch, den Regisseur “Andrew Weiner” in seinem Film versucht dem Zuschauer zu verkaufen, eine mehr als dreiste Unverschämtheit. Immerhin, und das muss man dem Film zugute halten, lässt er dem Zuschauer genug Interpretationsspielraum. Handelt es sich hier wirklich um das besagte Monster aus dem Roman oder um eine vollkommen andere, unbekannte Gestalt. Dieser Frage beantwortet “The Frankenstein Theory” nämlich leider vollkommen unzureichend, was hoffentlich KEIN überflüssiges Sequel/Prequel zur Folge haben wird!
The Frankenstein Theory – Fazit

Found Footage Dokumentation mit einem zugegeben entäuschenden Monster – Durchschnittware ohne Überraschungen!
The Frankenstein Theory – Zensur
Die kommende deutsche Fassung dürfte ungeschnitten das FSK16-Kennzeichen tragen – wahrlich grausame Schauwerte sucht man hier vergebens.
The Frankenstein Theory- Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
Grave Encounter 2 (2012)
Blair Witch Project (2001)
Trollhunter (2010)
Filmreview: “Zimmer 205″ (2011)

Zimmer 205 – Traust Du Dich rein?
Story
Die Protagonistin Katrin zieht ins Wohnheim ihrer neuen Uni. Ein neuer Lebensabschnitt. Endlich weg von der Bevormundung durch ihren überbehutsamen Vater und einer traumatisierenden Vergangenheit. Voller Enthusiasmus stürzt sich die Psychopharmaka schluckende Erstsemestlerin ins Uni-Leben, besucht Vorlesungen und macht Bekanntschaften. Dass ihre Vormieterin, die vor Katrin in dem Zimmer mit der Nummer 205 lebte, spurlos verschwunden ist, sorgt sie zunächst wenig. Doch bald darauf findet sie das Videotagebuch der Vermissten, dass ein entsetzliches Licht auf ihre neuen Bekanntschaften fallen lässt. Auf der Suche nach der Wahrheit weckt sie durch ihre Neugier gefährliche Dämonen der Vergangenheit.
Was ist wirklich mit der gesuchten Annika passiert? Was versuchen ihre Mitkommilitonen vor ihr zu verbergen? Was haben eine düstere Vision und eine immer wieder auftauchende Gestalt im roten Kapuzenpulli zu bedeuten? Als mysteriöse Todesfälle auch noch dafür sorgen, dass Katrin selbst im Zentrum der polizeilichen Ermittlungen steht, schwebt sie schon längst selbst in Gefahr… …
Zimmer 205 – Kritik
Also um eins vorweg zu nehmen, ich musste aufs Klo. Schon nach den ersten zehn Minuten. Ich musste wirklich dringend. Wirklich, wirklich dringend.
Aber erlöst wurde ich letztendlich erst nach 107 fesselnden Minuten. Ich wartete den ganzen Film auf eine ermüdende unwichtig erscheinende Szene, doch sie blieb einfach aus. Und das unerwartet! Ich meine, ein deutscher Psychothriller? Hallo?
Wenn ich an deutsche Filme denke kommen mir direkt zwei Arten in den Sinn. Zum Einen schlechte Möchtegernkopien großer Hollywoodblockbuster und zum Anderen diese unglaublich künstlerich wertvollen Kulturbeiträge die so lethargisch und überanspruchsvoll sind, dass am Ende lediglich die Macher noch erahnen können was sie damit eigentlich sagen wollten, während der Rest der Zuschauer ihren Suizidgedanken nachgehen.
Ich ging also mit wirklich niedriger Erwartung in die Pressevorführung und ich wurde tatsächlich überrascht. Bisher haben nur wenige deutsche Filme meine Vorurteile gebrochen, einer davon ist auch nun „Zimmer 205 – Traust Du Dich rein?“. Mag es daran liegen, dass es sich um ein verbessertes dänisches Remake von „Kollegiet“ handelt oder das Regisseur Rainer Matsutani nur ein gewiefter Fuchs ist, am Ende ist es egal, denn der deutsche Psychothriller „Zimmer 205“ hat sich wirklich als ein gelungenes und spannendes Filmereignis entpuppt.
Aber fangen wir von vorn an.
Schon das schnell geschnittene Intro mit düsterer Hintergrundmelodie sorgt für eine unheilversprechende Atmosphäre bevor der Zuschauer in das Leben der Protagonistin eintaucht deren Psyche und Wahrnehmung die ganze Filmlänge im Fokus bleibt.
Ich bin Herrn Matsutani wirklich sehr verbunden, dass uns eine überlange nichtssagende Einführung mit inhaltslosen Szenen erspart blieb. Dennoch wirkt alles flüssig und nicht abgehackt. Auch der erste Todesfall lässt nicht allzu lang auf sich warten. Zwar muss man unweigerlich an diverse mordende Geistermädchen aus bekannten japanischen Remakes denken, dennoch wirkt unsere rote Kapuzengestalt nicht allzu ausgelutscht. Dazu kommt: obwohl man rechtzeitig ziemlich genau erahnen kann, was passieren wird, dennoch kurzzeitig Herzschläge aussetzen können. Zumindest war das bei mir der Fall und ich bin wirklich nicht leicht zu erschrecken (behaupte ich zumindest). Die Todeshergänge geschehen ohne große Massaker, Badewannen voll Blut oder phänomenale Effekte. Unser Rachegeist kommt, verfolgt, erschreckt und sorgt für tragische Unfälle mit Todesfolge. Einerseits könnte man sagen unspektakulär andererseits würde ein aktiv meuchelndes Mädchen aus dem Jenseits die Hauptfrage am Ende nicht zulassen oder absurde Massenkettenreaktionen alá Final Destination, die Stimmung unfreiwillig ins lächerliche ziehen. Ok, ok, obwohl der ein oder andere Abgang auch schon mal ein Schmunzeln herzaubern kann (vorausgesetzt der Herzschlag hat schon wieder eingesetzt). Die Handlung ist flüssig, nachvollziehbar und wirft nur selten Logiklücken auf, die allerdings meistens nach kurzer Zeit wieder geschlossen werden. Ahnt man bei vielen solcher Filme bereits nach den ersten fünf Minuten den Ausgang des Werks wird man bei „Zimmer 205 – Traust Du Dich rein?“ mehrmals durch gut durchdachte Wendungen unterhalten die nicht mit einem zwingenden HÄ?-Ausruf begleitet werden müssen. Ein sehr positiver Aspekt ist, dass man ständig bei der Antwort schwankt, auf die Frage ob unsere traumatisierte Studenten vielleicht einfach die falsche Pillendosis gewählt hat und halluziniert oder ob es sich doch um paranormale gesundheitsgefährdende Phänomene handelt. Das Ende kommt mit einem Äääääh?-Aaaaaah!-Ooh!-Effekt und sorgt somit für einen runden Abschluss. Vor allem danach, kann man rückblickend nicht sicher sein was wirklich die Wahrheit ist und die Hauptfrage nach den realen Geschehnissen bleibt offen.
„Zimmer 205 – Traust Du Dich rein?“ ist ein ausführlich ausgearbeitetes Werk mit fesselnder Handlung, glaubhaften Wendungen und ansprechenden Charakteren der mit wenig Effekten und Kunstblut sehr gut aus kommt. Die Geschichte erfindet das Genre nicht neu, ist jedoch durchaus gelungen und ist zweifellos sehenswert. Matsutani hat wunderbare Arbeit geleistet und meine Meinung über deutsche Psychothriller von Grund auf revidiert. Wer auf eine wendungsreiche, gut strukturierte Unterhaltung mit Fokus auf die wankende Psyche der Hauptfigur steht, sollt sich „Zimmer 205“ auf keinen Fall entgehen lassen. Fans von sinnlosen aber spektakulären Mordorgien werden allerdings nicht auf ihre Kosten kommen.
Zimmer 205 – Fazit

Ein Beweis, dass auch Horror aus Deutschland für deftige Adrenalinschübe sorgen kann
Zimmer 205 – Zensur
Die deutsche Fassung ist ungeschnitten für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet.
Zimmer 205 – Trailer
Sören C.
Ähnliche Filme:
Room 205 – Kollegiet (2007)
Filmreview: “Dead Shadows” (2012)

Dead Shadows
Story
Wenn in Filmen Kometen der Erde etwas zu nah geraten, bedeutet das oftmals nichts Gutes für die Beteiligten des Szenarios.
So muss auch der kleine Chris die Erfahrung machen, dass einer dieser Himmelskörper für den Tod seiner Eltern verantwortlich sein muss. Denn während ein Halleyscher Komet an der Erde vorbeizieht, scheint dieses Himmelsspektakel für einige Menschen den unweigerlichen Tod zur Folge zu haben. 11 Jahre später. Chris ist zu einem adretten Teenager herangewachsen und wird regelmäßig von Angstzuständen geplagt. Da kreuzt erneut ein Komet die Umlaufbahn der Erde. Grund genug für die Menschen der Pariser Innenstadt sich mit allerhand Weltuntergangs-Theorien zu verwirren. Hierbei sprießen skurrile Kometen-Partys wie Pilze aus dem Boden, auf welcher sich alsbald auch Chris wiederfindet. Anfänglich noch guter Laune, beginnen sich einige der anwesenden Gäste auf merklich groteske Art in etwas Nichtmenschliches zu verwandeln. Ehe sich Chris versieht, ist die gesamte Straße mit etwas wahrlich Bösen infiziert, dass sich unweigerlich seinen Weg durch die engen Gassen der verträumten Metropole bahnt …
Dead Shadows – Kritik
Wenn in weltweiten Foren Gerüchte die Runde machen, dass die Franzosen an einem neuen Genre-Werk tüfteln, dürfte flink ein euphorischer Jubelschrei die Runde machen und sich Horrorfilmfans einmal mehr gierig danach die Hände reiben, in der Hoffnung bald wieder mit deftig schonungsloser Gewalt unterhalten zu werden. Nach Filmen, wie “High Tension“, “Inside” und Konsorten haben unsere europäischen Nachbarn bewiesen, dass heftiges Terrorkino schon längst nicht mehr zwangsläufig aus Übersee kommen muss. Auch Frankreich scheint unlängst den Nerv der Zeit erkannt zu haben und versucht sich in einer bemerkenswerten Regelmäßigkeit mit durchweg ansprechenden Genre-Filmchen international zu behaupten. Hierbei haben drei französische Regie-Newcomer die Regeln des Horrors im 21. Jahrhundert maßgeblich vordiktiert, wobei sich von deren Schaffen vor allem amerikanische Filmemacher maßgeblich haben inspirieren lassen. Die Franzosen „Alexandre Aja“, „Xavier Gens“ und „Pascal Laugier“ haben durch ihr knüppelhartes Extremkino die Messlatte in Sachen Horror enorm nach oben getrieben, sodass gerade die Nachfolger der neuen französischen Filmgarde so ihre Probleme besitzen, der in Fankreisen bedingungslos geschürten Erwartungshaltung überhaupt gerecht werden zu können. Somit machte sich in den vergangenen Jahren ein merklich qualitativer Verschleiß des eigentlich so hochgelobten, französischen Genre-Kino bemerkbar, sodass Filme wie “Die Horde“, “Mutants” und “Caged” kaum bis gar nicht Beachtung beim internationalen Horrorpublikum fanden und rasch in der Bedeutungslosigkeit verschwanden.
Auch der kommende “Dead Shadows” hat ein wahrlich schweres Los gezogen, soll er nun ebenso das bedeutsame Erbe seiner wegweisenden Vorgänger antreten und einmal mehr beweisen, dass französisches Genrekino noch lange nicht ausgedient hat. Regie-Neuling “David Cholewa” hat sich hierbei jedoch keinen wirklichen Gefallen getan, denn selbst von den teilweise unzulänglichen Qualitäten jüngst erschienener, französischer Genre-Produktionen ist sein notdürftig zusammengeschusterter Science-Fiction Nonsens meilenweit entfernt. So wirklich stimmen will hier rein gar nichts mehr. Nach einem optisch ansprechenden Einstieg, bei dem der Zuschauer dem Flug eines Kometen durch das All beiwohnen darf, geht es mit “Dead Shadows” bereits merklich bergab. Das mag vordergründig daran liegen, dass der Film nur selten homogen wirkt und die Geschichte letztendlich kaum einen Sinn ergibt. Nachdem Protagonist Chris (Fabian Wolfrom) eine zweckmäßige Charakterisierung erfahren durfte, wird dieser auch gleich in eine vollkommen an den Haaren herbeigeführten Handlung verfrachtet. Hierbei lernt er die taffe Claire kennen, die einzig dafür in die belanglose Geschichte geschrieben wurde, um Chris auf eine feuchtfröhliche Privatparty zu “locken”, welche letztendlich den Auftakt für ein unausgegorenes Splatterfest bildet. Warum Regisseur und Drehbuchautor „David Cholewa“ fast die Hälfte der knappen Filmlaufzeit von gerade einmal 77 Minuten dafür investiert, eine vollkommen sinnentleerte Anbandelei zwischen den beiden Protagonisten zu konstruieren, die eigentlich vollkommen substanzlos bleibt und keinen relevanten Sinn für den Fortgang der Geschichte besitzt, verstehe wer will. Claire segnet ab Filmmitte vollkommen uninspiriert das Zeitliche, wobei Cholowa ersichtlich darum bemüht war, ihr einen halbwegs spektakulären Filmtod zu spendieren. Ihr Ableben läutet eine ziemlich groteske “Melt”-Orgie ein, die zwar durchaus ihre Momente besitzt, aber den Film dadurch auch nicht besser macht.
Da zerfließen Gesichter und aus scheinbar friedliebenden Menschen, werden reißende Bestien, aus deren Gliedmaßen furchterregende Tentakel platzen. Das dürfte vor allem Freunde einer gewissen Videospielreihe erfreuen, in welcher ein mutierter T-Virus dafür verantwortlich gemacht wird, dass sich die Anhänger einer mysteriösen Sekte in todbringende Tentakel-Monster verwandeln. Scheinbar hat „David Cholewa“ die Szenarie des Videospiels “Resident Evil 4” derart ausführlich studiert, sodass sein “Dead Shadows” gegen Ende sich unweigerlich zu sehr in die riesige Welt eines “Resident Evils” verirrt und dabei vollkommen vergisst, eine eigenständige Geschichte zu erzählen. Überhaupt findet “Dead Shadows” keinen wirklichen roten Faden. Die Geschichte bedient sich allerhand erfolgversprechenden Genre-Zutaten, wirkt aber dabei stets unbeholfen und vollkommen unstrukturiert. Da verschmelzen Elemente aus bekannten Weltuntergangs-Zombie-Szenarien mit klassischem Carpenters “The Thing“-Zitaten und ekelerregender “Street Trash“-Bodymelt verbindet sich mit bluttriefender Splatterkost.
Leider wirkt der ambitionierte Zutaten-Cocktail teilweise zu überladen, sodass man als Zuschauer das Gefühl nicht loswerden möchte, vollkommen die Orientierung verloren zu haben. Immerhin wissen die wenigen Spezialeffekte zu überzeugen. Zeugten diese im Trailer noch von mangelnder Fingerfertigkeit, so hat man sich scheinbar die Kritik der Filmfans zu Herzen genommen und an der Umsetzung gearbeitet. Die CGI-Shots wirken überzeugend, vermitteln aber dennoch den Eindruck, als wäre das gesamte Produktionsbudget allein nur in die grafisch ansprechenden Effekt-Szenen geflossen. Vermutlich auch ein Grund dafür, warum das Drehbuch selten über das Niveau bekannter RTL Daily-Soaps hinausreicht. Die Kosten für einen anständigen Skript- und Drehbuchschreiber wären vermutlich explodiert, wobei selbst der talentierteste Drehbuchautor kläglich daran gescheitert wäre, all die merklich unlogischen Zulänglichkeiten aus der dreist zusammengeklauten Geschichte zu korrigieren.
“Dead Shadows” wirkt von Anfang bis Ende unfertig. Die Geschichte ist vollkommen unklar, Erklärungsversuche über den Sinn des gesamten Trubels sucht man hier vergebens. Hinzukommt, dass die wenigen Protagonisten vorwiegend improvisieren, anstatt zu interagieren. Das Drehbuch ist eine einzige Katastrophe und äußert sich durch wirre Gedankenfetzen, die den Hauptcharakter “Chris” von einem Schauplatz zum nächsten hetzen lassen. Zudem scheint ein wahrliches Genie am Tonmischpult gesessen zu haben, das unweigerlich daran Spaß gehabt haben muss, den diversen Schlägen, Hieben und Tritten im Film einen besonderen Comic-ähnlichen Tonschlag einzuverleiben, der dem Film eine unfreiwillige Komik beschert. Hinzukommt, dass die vollkommen amateurhafte deutsche Synchronisation bereits nach nur wenigen Minuten durchaus zu nerven beginnt, aber immerhin treffend den Qualitätsgehalt des Films zu unterstreichen weiß.
Trotzdem, auch wenn sich diese Kritik ziemlich negativ liest, so besitzt “Dead Shadows” ein ziemlich überraschendes Tempo, dass gerade Liebhaber trashiger und sinnentleerter Unterhaltung gefallen dürfte. Dennoch mehr als ein kleiner, anspruchsloser Snack für Zwischendurch ist „Dead Shadows“ leider nicht geworden.
Dead Shadows – Fazit

Horrorschnellschuss mit ansprechenden Effekten, aber null Story!
Dead Shadows – Zensur
Die deutsche Heimkino-Fassung ist mit der “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten. Der Film selbst ist hierbei jedoch in seiner ungeschnittenen Version bereits für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet. Vermutlich ist die 18er-Freigabe auf das Bonusmaterial der Heimkinofassung zurückzuführen.
Dead Shadows – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: Dead Shadows; Frankreich 2012
Genre: Horror/Thriller
Ton: Deutsch + Französisch DTS-HD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1080p/24, 2.35:1
Laufzeit: ca. 76 Min.
FSK: keine Jugendfreigabe
Verpackung: Edle, schwarze Amaray mit Wendecover
Extras: Teaser, Trailer, 30-minütiges Interview mit dem Regisseur (dt. UT), kurzer Einblick in die Spezialeffekte, Deleted Scenes
Über die Qualität der Blu-ray gibt es nichts zu meckern. Das Bild ist ordentlich und der Ton ebenso. Nur die Synchronisation wirkt billig und lieblos. Die Schärfe ist für einen Film dieser Kategorie entsprechend knackig und weiß durch eine Detailgenauigkeit zu überzeugen.
Extras machen sich dennoch rar. Es gibt einen kurzen Einblick in die Spezialeffekte, die kurz bebildern, wie man die diversen CGI-Effekte mittels Bluescreen-Verfahren realisieren konnte. Zudem hat sich ein ca. 30-minütiges Interview mit Regisseur David Cholewa auf die Blu-ray verirrt, dass löblicherweise mit deutschen Untertiteln ausgestattet wurde. Einige Trailer und Deleted Scenes runden das Gesamtpaket ab. Zwar nicht viel, aber immerhin durchaus informativ. Neben der DVD und einer Blu-ray kann der Film auch als 3D Blu-ray erworben werden.
Dead Shadows (Uncut Edition) [Blu-ray] bei AMAZON bestellen
Dead Shadows – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
The Thing (2011)
Street Trash (1987)
Filmreview: “Das Kind” (2012)

Das Kind
Story
Der an einem unheilbaren Hirntumor erkrankte Waisenjunge Simon Sachs (Christian Träumer) freundet sich im Krankenhaus mit Carina Freitag (Sunny Mabrey) an. Um ihm die Angst vor dem Tod zu nehmen, schenkt die Krankenschwester Simon zu seinem zehnten Geburtstag eine „Rückführung“ beim Psychologen Dr. Tiefensee (Luc Feit). Doch der Junge erlebt dabei eine negative Überraschung: Er sieht sich selbst bei der Ermordung eines Menschen. Fortan hält sich Simon für einen Serienmörder und will sich der Polizei stellen. Noch ungläubig hinsichtlich des Wahrheitsgehaltes von Simons Vision geht Schwester Carina darauf ein, einen der Tatorte aufzusuchen und überredet ihren Ex-Freund, den Anwalt Robert Stern, sie und Simon zu begleiten. Der Junge führt sie in eine alte Fabrik, wo sie tatsächlich eine Leiche finden. Der ist, wie in Simons Vision, der Schädel mit einem Beil eingeschlagen wurden. Stern meldet den Vorfall der Polizei, doch die Tatsache, dass der Mord bereits fünfzehn Jahre zurückliegt, also noch vor Simons Geburt, führt dazu, dass der Verdacht bald auf den Anwalt fällt. Es beginnt ein Wettlauf zwischen dem Trio Stern, Simon und Carina auf der einen Seite, der Polizei, einem mysteriösen Erpresser, der von Stern den Namen des Mörders wissen will und dem Mörder selbst. Das unerklärliche Wissen des Jungen, dessen Alpträume ihn zu weiteren Toten führen, macht diesen Trip zunehmend unheimlicher…
Das Kind – Kritik
Was sich vom Setting her spannend anhört, entpuppt sich auf der Leinwand bzw. auf der heimischen Mattscheibe als einigermaßen halbherziger Versuch, einen Hollywood-Blockbuster nachzuahmen. Das Problem des Films sind dabei nicht logische Stolpereien – die schlussendliche Erklärung für Simons Visionen ist zumindest plausibel – oder schlechte Schauspieler, sondern dass es ihm zu keinem Zeitpunkt gelingt, „echt“ zu wirken. „Das Kind“ ist von Deja-vus durchsetzt: „Staranwalt“ Robert Stern (Eric Roberts) gibt mit seiner grauen Fönfrisur einen Aufguss von Richard Gere (witzigerweise ist Eric der Bruder von Julia Roberts), Frederik Losensky (Reiner Schöne) lässt in seinem religiösen Eifer aber auch optisch an die Figur des Chartand aus der Verfilmung von Dan Browns „Illuminati“ denken. Und auch hinsichtlich der Sehgewohnheiten des Mainstream-Kinos bewegt man sich auf der sicheren Seite: Wenn zum Beispiel am Ende Simon stirbt, wird das Pathos mit der großen Suppenkelle verteilt, die Musik dudelt geschmacksverstärkerisch wie in einem der typischen Ami-Schinken. Die Tränendrüse drückt quasi da von selbst, dem Pawlowschen Reflex entgeht niemand. Das Kochrezept ist altbewährt und tausendfach erprobt, allein mangelt es an der eigenen kreativen Beitrag, am letzten Pfiff.
Entstanden ist „Das Kind“ nach dem gleichnamigen Roman von Sebastian Fitzek. Gedreht wurde 2011 in Berlin, der Heimatstadt des Autors. Die Vorlage des Thriller war ein Bestseller, da dürften die Erwartungen der Fans hoch gewesen sein. Doch der Film wirkt aufgesetzt und blutleer, die Figuren mit wenigen Ausnahmen künstlich. Dass „Das Kind“ in englischer Sprache produziert und deutsch synchronisiert wurde, erklärt diesen Effekt des „Fremdelns“ mit dem Personal zwar nicht, dürfte ihn aber ein Stück weit verstärken. Vielleicht liegt ja das Problem bei Regisseur Zsolt Bács, ein Freund Fitzeks, der uns bereits mit solch Sternstunden der Fernsehunterhaltung wie „Der Bergdoktor“, „SOKO Rhein-Main“ oder „Forsthaus Falkenau“ beglückte. Der Mann weiß sicher, mit welchen Zutaten man eine schmackhafte Suppe anrührt, nur wird er deshalb nicht zwangsläufig zum Gourmet-Koch. Handwerklich gibt es nichts zu kritisieren, doch spricht es Bände, wenn Fitzek ihn mit folgenden Worten charakterisiert: „Mit Zsolt kann man allerdings auch nicht wirklich streiten, dazu ist er viel zu nett.“ (aus dem Pressheft zum Film). Wahrscheinlich hätte ein routinierter Thriller-Handwerker wie David Fincher den Stoff adäquat umgesetzt, doch Fitzek hat sich auf seinen Kumpel verlassen. Danach befragt, wieso er die Verfilmung angeht, obwohl viele der Meinung seien, dass ein „deutscher Psychothriller nicht funktioniert“, antwortet der Autor: „Weil ich ein unerschütterlicher Optimist bin… Aber ich wollte es dann auch einfach wissen.“ Mit Optimismus allein lässt sich der internationalen Mainstream-Erfolg wohl nicht herbeireden. Ein Manko des deutschen Films – der häufig genug zu Unrecht kritisiert wird – ist wohl auch das Schielen in Richtung Amerika. Doch dort gelingt es gerade eher eigenständigen Werke zu punkten, so wie Ole Bornedal „Nachtwache“ oder „Monsieur auf Abwegen (Un éléphant ça trompe énormément)“ von Yves Robert, die ein Remake in Hollywood erfuhren. Warum die Amis einen mittelmäßigen „Sieben“-Abklatsch beklatschen sollten, bleibt ein ungelöstes Rätsel.
Erwähnt werden soll an dieser Stelle, dass es zumindest ein kleines Highlight gibt: Die positive Überraschung des Films ist Dieter Hallervorden als Stiemer. Wer Hallervorden nur als blödelnden Grimassenschneider kennt, wird überrascht sein, dass der mittlerweile 78-Jährige in „Das Kind“ glaubwürdig den verrückten Drahtzieher eines Kinderschänderringes spielt. Nicht zu vergessen Ben Becker der sich quasi selbst spielt: Er gibt den Borchert, einen zupackenden Zuhälter mit Herz und großer Schnauze. Eine Rolle, die Becker auf den Leib geschrieben scheint.
Das Kind – Fazit

Alles in allem ist „Das Kind“ durchschnittliche und durchschnittlich spannende Unterhaltung, nicht schlecht aber auch kein großer Wurf. Der Grusel- und Splattergrad ist eher gering. Hartgesottene Slasher-Fans werden den Film als Kinderprogramm einstufen, was auch thematisch ganz gut passt.
Das Kind – Zensur
Die Heimkino-Fassung von “Das Kind“ ist mit einer FSK 16 vollkommen ungeschnitten!
Das Kind – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: Das Kind; Deutschland 2012
Genre: Thriller, Horror, Mysterie, Krimi
Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2.35:1; (1920x1080p)
Laufzeit: ca. 119 Min.
FSK: FSK 16
Verpackung: Amaray mit Wendecover
Extras: Making of, Trailer
Die Verfilmung des bekannten Bestellers wurde von den Lesern des Romans als sehr zwiespältig aufgenommen. Viele Details aus dem Buch fehlen in der Kinoumsetzung gänzlich, sodass der Film nicht annähernd der enorme Erwartungshaltung erfüllen konnte, die DAS KIND bei Fans des Buchvorlage vor dem Kinostart geschürt hatte. Das macht sich leider auch in der Blu-ray-Auswertung bemerkbar. Allzu ausufernd kommt die nicht daher. Zwar ist der Ton und das Bild durchweg auf sehr hohem Niveau, dennoch scheint es hin und wieder etwas gewöhnungsbedürftig, wenn sich die Lippen der teilweise deutschen Schauspielercrew (der Film wurde in englischer Sprache gedreht) vollkommen asynchron zur deutschen Synchronisation bewegen. Das zugegebenermaßen stimmige Menü, bietet gerade einmal ein deutsches Making of (20 min. / HD) und den Trailer zum Hauptfilm, ebenso in deutscher Sprache. Drei weitere Trailer kommender Filme aus dem Hause EUROVIDEO runden das Bonuspaket ab. Bleibt zu erwähnen, dass es noch einen BD-LIVE-Zugang gibt, bei dem ein Zugang zum Internet benötigt wird um Zusatzinformationen zum Film zu erhalten und dem Filmfreund zudem ein Wendecover spendiert wurde. Untertitel zum Film gibt es übrigens keine!
Das Kind [Blu-ray] jetzt bei AMAZON bestellen
Das Kind – Trailer
Ähnliche Filme:
Another American Crime (2010)
Bereavement – In den Händen des Bösen (2010)
The Ghostmaker (2011) - Ebenfalls Beitrag des deutschen After Dark Films
Filmreview: “Mama” (2013)
Mama
Story
Nachdem ein Familienvater zusammen mit seinen kleinen Töchtern Victoria and Lilly bei einem Unfall mit dem Wagen von der Strasse abkommt und in einen Wald brettert, finden sie wenig später eine leerstehende Hütte, in der sich daraufhin Fürchterliches abspielt.
Eine unheimliche Kreatur, welche die Kinder wenig später als “Mama” betiteln, trachtet nach dem Leben des Vaters und zieht die kleinen Mädchen fortan selbst groß. Fünf Jahre später, die kleine Familie gilt als spurlos verschwunden, finden zwei Waldarbeiter das verunglückte Fahrzeug und jene verlassene Hütte, in welcher sie bald auf die kleinen, desaströs verwahrlosten Mädchen stoßen. Vollkommen verstört werden die “wilden” Kinder in die Obhut ihres Onkels Lucas (Nikolaj Coster-Waldau) übergeben, der sich von nun an zusammen mit seiner Freundin Annabel (Jessica Chastain) für das Wohl seiner Nichten verantwortlich fühlt. Anfänglich darum bemüht, den beiden Waisen ein zivilisiertes Miteinander beizubringen, beginnen sich wenig später seltsame Dinge zu ereignen. Die Kinder beginnen seltsame Zeichnungen zu Papier zu bringen und furchterregende Stimmen dröhnen des Nachts aus dem Schlafzimmer der beiden Mädchen. Ist etwa “Mama” zurückgekehrt, oder gibt es für all die ominösen Vorfälle eine plausible Erklärung?
Mama – Kritik
Ausnahmetalent und Filmgenie Guillermo del Toro ist immer für eine Überraschung gut.
Bereits mit seinem ersten Film Chronos hat er eindrucksvoll bewiesen, dass er eine grundlegende Vorliebe für unkonventionelle Filmstoffe besitzt, die sich erfrischend von der breiten Masse an üblicher Mainstream-Kost abheben. Anfänglich selbst als Regisseur für große Filmlabel tätig und an deren Interventionen gebunden, konnte er mit Filmen, wie Mimic und Blade 2 erhebliche Erfolge verbuchen, die ihm die Möglichkeit eröffneten, eigene Werke drehen zu können, ohne sich dabei den Vorstellungen geldgieriger Studiobosse oder Filmproduzenten unterordnen zu müssen. Pan´s Labyrinth war einer der ersten Beiträge, in denen Del Toro sein individuelles, künsterlisches Schaffen auf die Probe stellen durfte – mit Erfolg, denn die düstere und erwachsenengerechte Alice im Wunderland-Version konnte insgesamt 3 der begehrten Oscar-Trophäen einheimsen. Um auch anderen, ambitionierten Filmschaffenden die Möglichkeit bieten zu können, ihre kreativen Ideen auf Zelluloid bannen zu dürfen, erprobte sich Guillermo del Toro, der sich seit jeher selbst als Fan des phantastischen Films bezeichnet, als fundierter Produzent für vorwiegend spanisch/mexikanischer Genre-Produktionen.
Filme, wie Das Waisenhaus oder Julias Eyes, in denen sich Guillermo del Toro als spendabler Geldgeber erwies, ernteten international großen Zuspruch, sodass es nur eine Frage der Zeit war, bis weitere Filme entstanden, die mit Hilfe der Del Tor´schen Finanzspritze um die Gunst der Zuschauerschar buhlen sollten. Das vorliegende Gruselmärchen Mama aus der Feder des Argentiniers Andrés Muschietti ist ein derartiger Fall, der ohne die tatkräftige Unterstützung des erfolgreichen Regisseurs vermutlich nie entstanden wäre. Andrés Muschietti, der die zugrunde liegende Geschichte seines ersten abendfüllenden Spielfilms Mama bereits im Jahre 2008 in Form eines Kurzfilms realisiert hatte, hat mit seinem ersten Langfilm einen unglaublich melancholischen Gruseltrip geschaffen, der sich vor den diversen Vertretern seines Sub-Genres nicht verstecken braucht. Lobenderweise sah dies das amerikanische Publikum genauso, sodass Mama rasch die Spitze der amerikanischen Kinocharts erobern konnte und bereits jetzt als ernstzunehmender Erfolg für den talentierten Jung-Regisseur gewertet werden darf.
Dass der Erfolg vermutlich nicht allein von ungefähr gekommen ist, darf stark bezweifelt werden. Durchleuchtet man als Zuschauer die gesamte Inszenierung dieser kleinen Gruselgeschichte, so fallen offensichtliche Parallelen zu einigen der Werke Del Toro´s ins Gewicht.
Nicht nur einmal drängt sich hierbei dem Filmfreund die Frage auf, ob Guillermo del Toro maßgeblich am künstlerischen Entstehungsprozess von Mama mitbeteiligt war oder ob sich Regisseur Andrés Muschietti einfach nur von dessen bisherigem Schaffen hat inspirieren lassen.
Fakt ist, dass Del Toros unverkennbare Handschrift die gesamte Szenarie durchzieht und sich dadurch unweigerlich die Vermutung aufzwängen will, dass der Ausnahme-Regisseur vielleicht doch nicht nur als Produzent im Hintergrund stand, sondern Muschietti des Öfteren bei seinem Tun beeinflusst hat.
Ähnlich wie die diversen Werke Del Toros, die sich mit einer unglaublichen Leidenschaft an einem reichhaltigen Sammelsurium altbekannter Märchenelemente bedienen, liegt auch Mama einem ähnliches Konzept zugrunde. Hierbei verschmilzt die rationelle Welt ungekünstelt mit der der Fabeln, Märchen und Legenden. Vor allem der Beginn erinnert doch schon ein wenig arg an das Grimmsche Hausmärchen Hänsel und Gretel. Auch viele der gespenstischen, aber zugleich auch leicht melancholischen Szenen und Bilder erinnern in ihrer Darstellung Del Toros bisherigen Filmen, wie Pans Labyrinth und The Devils Backbone.
Trotzdem, Mama ist kein plumpes Plagiat, sondern glänzt dennoch mit einer gewissen Eigenständigkeit. Zwar erfindet der Film das Rad nicht gänzlich neu, bietet aber dennoch einige unerhoffte Überraschungen und den obligatorischen wohldosierten Schauer, den man auch von einem Film diesen Kalibers erwartet. Andrés Muschietti konzentriert sich hierbei auf den klassischen Aufbau einer jeden Gruselgeschichte. Nach einem erschütternden und fulminanten Epilog, werden die Charaktere eingeführt und mit reichlich Unbehagen konfrontiert, um am Ende dem Geheimnis des rastlosen Geistes auf die Schliche zu kommen, damit dieser in einem effektgeladenen Finale in die ewigen Jagdgründe befördert werden kann. So wirklich spektakulär ist das natürlich nicht, dennoch schaffen es vor allem die facettenreichen Charaktere das Interesse der Zuschauer zu wecken. Vor allem die beiden Mädchen Victoria and Lilly, gespielt von Megan Charpentier und Isabelle Nélisse, bereichern Mama ungemein. Ihre verstörenden, wortkargen Aktionen wirken derart suspekt und befremdlich, dass man hätte allein nur von der gesellschaftlichen Wiedereingliederung der verwilderten Kinder einen abendfüllenden Spielfilm drehen können.
Auch wenn Regisseur Andrés Muschietti mit seinem Debütfilm einen durchaus konventionellen Film geschaffen hat, der mit einigen ziemlich klischeehaften Storywendungen zu kämpfen hat, gelingt es ihm dennoch für reichlich Kurzweil zu sorgen und immer wieder stimmige Momente zu schaffen. Die wenigen Schockmomente sitzen trotz vorhersehbarer Inszenierung deftig, überladen den Film glücklicherweise zu keiner Minute. Zudem verliert sich Mama in keinem grobschlächtigen Splatter-Fest. Die ansprechenden Gruselmomente sind vorwiegend subtiler Natur und machen den Film vor allem für seichte Gemüter interessant, die ein Faible für altmodisches Schaudern besitzen. Auch wenn der Geist von Mama im Verlauf der Handlung durchaus bedrohlich in Erscheinung tritt und gerade den erwachsenen Protagonisten des Films das Leben auf garstiger Weise zur Hölle macht, so schafft es Regie-Newcomer Andrés Muschietti dennoch, ihrer Figur eine gewisse Tiefe einzuverleiben. Sicher beschränken sich ihre Interaktionen vorwiegend auf das obligatorische Erschrecken des Zuschauers und das Verwirren der unwissenden Protagonisten, trotzdem ist ihr Verhalten gerade gegen Ende hin von weitaus menschlichen Zügen geprägt und vermittelt eine gewissen Nachvollziehbarkeit. Ihre traurige Erscheinung überzeugt, trotz des konsequenten Einsatzes von CGI und ist stets glaubhaft präsent. So wirklich verwunderlich ist die halbwegs tiefgründige Charakterisierung der Anwesenden nicht wirklich. Jedes Werk aus der Mache von Maestro Guillermo del Toro ist für seine tiefgründige Charakterentwicklung bekannt. Bevor der Filmemacher seine Gedanken in Form von virtuosen Bildern auf Zelluloid bannt, beginnt er für jeden seiner Charaktere eine präzise Vita zu Papier zu bringen, um die mentale Entwicklung des Protagonisten rechtfertigen zu können. Mama macht da keine Ausnahme und beweist einmal mehr, dass der argentinische Regisseur Andrés Muschietti umfangreiche Unterstützung seitens Del Toros für die Umsetzung von Drehbuch und Film genossen haben muss.
Mit seinem Film Mama hat Regie-Neuling Andrés Muschietti einen überraschend geglückten Einstig ins Filmbusiness geschafft, der ihm vermutlich einige gute Drehbücher für kommende Filmwerke bescheren dürfte. Sein kleines Gruselstück bietet durchaus subtile Unterhaltung für alle Gruselfreunde, die es eigentlich weniger blutig mögen. Wohldosierte Schauer und einige merklich effektive Schockmomente zieren die recht klischeebeladene Handlung, welche sich auf das klassische Erzählen einer x-beliebigen Gruselgeschichte konzentriert. Das beginnt mit einem reißerischen Prolog, um das Interesse des Zuschauers für sich zu gewinnen und gipfelt in einem ziemlich effektlastigen Finale, in welchem das Böse in voller Pracht präsentiert und letztendlich in die Schranken gewiesen wird. Natürlich handelt es sich bei Mama um keinen weiteren seelenlosen Mainstream-Grusler. Regisseur Andrés Muschietti hat von Filmemacher und Produzent Guillermo del Toro so einiges gelernt (bekommen??), sodass Mama tiefgründiger scheint, als anfänglich gedacht. Die wenigen Protagonisten erleben im Verlauf der Handlung so etwas wie eine ernstzunehmende Entwicklung, der man ja sonst in derart Filmen kaum Beachtung schenkt. Zudem erinnern einige der Traumszenen und Visionen an diverse japanische Märchen, die dem Film eine ganz eigene Optik bescheren. Kurzum ist Mama ein recht sehenswertes und stimmiges Stück Kino, wie man es leider nur viel zu selten auf der großen Leinwand zu Gesicht bekommt und das definitiv lohnt gesehen zu werden.
Mama – Fazit

Ein wunderbar altmodisches Gruselmärchen, das seine Wirkung auf der großen Kinoleinwand zu keiner Minute verfehlt.
Mama – Zensur
Die ungeschnittene, deutsche Fassung ist ab 16 Jahren freigegeben – Kein Wundern, denn Blut, Gewalt und Gekröse sieht man im Film nicht!
Mama – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
Apparition – Dunkle Erscheinung (2012)
Silent Hill: Revelation 3D (2012)
Der Fluch von Darkness Falls (2003)
Filmreview: “Fairytale” (2012)
Fairytale
Story
Die alleinerziehende Mutter “Sophia” (Harriet MacMasters-Green) bezieht mit ihrer kleinen Tochter “Helena” eine kleine, neue Wohnung.
Anfänglich voller Lebensmut, den Start in ein neues Leben gewagt zu haben, verblasst die Euphorie umgehend, als die kleine Helena den ersten Milchzahn verliert und fortan seltsames Gestammel von sich gibt.
Eine Zahnfee soll ihr angeblich des nachts erscheinen, die sich den Tag über in ihrem neuen Kleiderschrank versteckt und am Abend aus ihrem Versteck kriecht, um die verschüchterte “Helena” dazu aufzufordern ihr mehr Zähne zu bringen.
Nachdem sich das Verhalten des Kindes maßgeblich verändert, beginnt die besorgte Mutter Nachforschungen anzustellen und stößt hierbei auf ein makabres Geheimnis.
Fairytale – Kritik
Wirklich subtile und angsteinflößende Grusler sind in der aktuellen Horrorfilmlandschaft wahrlich selten geworden. Viel zu oft wird das mollige Schauerfeeling durch obligatorische Schlachterplatten ersetzt, um dem Begriff “Horror” auch im Jahr 2013 vollends gerecht werden zu können. Umso mehr erfreut es alteingesessene Filmhasen wie mir, wenn im Fahrtwasser penetrant nerviger Zombie-, Found Footage- und Foltergurken auch hin und wieder kleine Filmwerke das Licht der Welt erblicken, die sich souverän gegen die Masse an beliebig austauschbaren Horror-Nonsens behaupten und dem Filmfreund den klassischen, blutarmen Horrorfilm erneut schmackhaft machen wollen.
Hat sich Spanien in den vergangenen Jahren als kleiner Geheimtipp in Sachen subtilen Gruselns entwickelt, so versuchen nun auch die Italiener auf diesen lukrativen Zug aufzuspringen und präsentieren uns mit dem vorliegenden “Fairytale” ihre ganz eigene Version der Geschichte von der bösen Zahnfee. Weniger ist manchmal mehr lautet hier die Devise und so beginnt der Film fernab jeglichen Gekröses mit einigen wirklich düster-melancholischen Kamerafahrten und durchaus ansprechend-superben Bildern, die das Gruselfeeling wunderbar altmodisch zu steigern wissen. Zentrum des ultimativen Bösen ist diesmal ein seltsamer Kleiderschrank, der ein durchaus böses Geheimnis birgt.
Nachdem das groteske Möbelstück das Zimmer der kleinen Helena ziert, beginnt fortan auch der zunehmend geistige Zerfall der kleinen Hauptdarstellerin einzutreten, deren plausible Erklärungsversuche wie so oft in derart Filmen kaum Beachtung geschenkt werden. Dennoch fühlt sich auch Mutter “Sophia” von reichlich Unbehagen bedroht und beginnt den skurrilen Aktionen der Tochter nachzuforschen.
Der große Pluspunkt von “Fairytale” ist dabei in der wirklich unglaublich düsteren, fast schon märchenhaft-anmutenden Atmosphäre zu suchen. Der vornehmlich kindlich anmutende Kleiderschrank, wirkt in den faden, dreckigen und farblosen Bildern gespenstig bedrohlich und die Geschichte um das antike Möbelstück bleibt konsequent spannend – zumindest bis zur Hälfte des Films.
Denn trotz aller positiven Ansätze, die dieser italienische Genre-Beitrag in sich birgt, schaffen es die beiden Regie-Newcomer „Christian Bisceglia“ und „Ascanio Malgarini“ nicht, das hohe Niveau ihrer wirklich stimmigen Geschichte bis zum Ende zu halten.
Ab Filmmitte wird die Geschichte kurzum in ein skurriles Sanatorium verlagert, wo sich die kleine Heldin mit allerlei seltsamen Erscheinungen umherplagen muss. Hierbei rückt nun das Schicksal der Mutter in den Vordergrund, die versucht, dass Rätsel rund um die Herkunft des Kleiderschrankes zu lösen. Die sterile Krankenhaus-Atmosphäre will hierbei irgendwie nicht so recht zum Grundtenor der eigentlichen Geschichte passen. Vielmehr wirkt der schroffe Schauplatzwechsel auf Zwang konstruiert, um auf Krampf eine Brücke zur Herkunft des Möbelstücks schaffen zu können. Auch wenn sich das muntere Treiben gegen Ende in einer reichlichen Achterbahn des Schreckens entlädt und mit unzähligen “Buh“-Effekten aufwartet, so mag man als Filmfreund irgendwie nicht das Gefühl loswerden wollen, dass die beiden Filmregisseure „Christian Bisceglia“ und „Ascanio Malgarini“ reichlich Potenzial verschenkt haben. Zugunsten eine kommerziellen, massentauglichen Inszenierung erspinnen sie ein arg hanebüchenes Ende, dass in derart Form an die unendlich vielen Horrorfilme aus Hollywood erinnert. Schade eigentlich, denn kaum ein aktueller Horrorfilm der letzten Dekaden kann mit ähnlich exzellent altmodischen Raffinessen überzeugen.
Subtiler Horror bevorzugt? Dann dürfte der kommende Grusler “Fairytale” genau die richtige Wahl für einen verregneten Sonntagabend sein. Statt eimerweise Eingeweide und unmenschliches Folter-Gewerkle zählen hier Stimmung, Optik und die Geschichte.
Umso mehr dürfte “Fairytale” für Freunde etwas härterer Filmkost reichlich unbeholfen daherkommen. Denn die Erzählstil der Geschichte vollzieht sich sehr gemacht, ruhig und stimmig durch die gesamte Szenarie. Hin und wieder werden einige nette Gruseleffekte in die Handlung gestreut, die ihre bedrohliche Wirkung zu keiner Minute verfehlen. Auch wenn der Beitrag ab Filmmitte in reichlich haarsträubende Sphären abdriftet und der wohldosierte Gruselfaktor aufgrund konstruiert wirkender Detektivarbeit flöten geht, so kann man nicht behaupten, dass “Fairytale” ein schlechter Film ist. Das geschickte Spiel von Licht und Schatten, sowie der debile, märchenhafte Grundton der Erzählung erinnert in seiner Darstellung arg an kommerzielle Horrorfilme aus Amerika. Und so verwundert es ein wenig, dass “Fairytale” oftmals ein wenig zu sehr nach “Der Fluch von Darkness Falls” (2003) oder “Possession” (2012) ausschaut, denn das uninspirierte Kopieren bekannter Filmformeln hätte dieser Debütwerk vermutlich rein gar nicht nötig gehabt.
Trotzdem, für ein Erstlingswerk haben die beiden Regisseur-Neulinge „Christian Bisceglia“ und „Ascanio Malgarini“ erstaunliche Arbeit geleistet. Der Film ist trotz seine oftmals unweigerlichen Vorhersehbarkeit spannender als das übliche Horroreinerlei, welches aktuell den hiesigen Heimkinomarkt überschwemmt. Zudem darf der Horrorfilmfreund eine der besten Szenen ever in der Geschichte des Phantastischen Films genießen:
Mutter “Sarah” ist einen Moment unachtsam im Straßenverkehr, gerät von der Fahrbahn ab und brettert mit dem Fahrzeug vom Rand einer Brücke hinein in die Fluten eines reißenden Flusses.
Die virtuose Kameraarbeit dieser Szene, welche sich in Zeitraffermethode entlädt, ist derart genial, außergewöhnlich und atemberaubend, dass man allein nur dieser Szene wegen “Fairytale” gesehen haben sollte. Beachtlich!
Fairytale – Fazit

Ein Vertreter der alten Schule – Kleines stimmiges und atmosphärisches Gruselmärchen, das für einige wohldosierte Schauer sorgen dürfte.
Fairytale – Zensur
Hier zählen vorwiegend die leisen Töne, von daher geht es hier eher “blutfrei” zugange. Eine ungeschnittene Filmversion dürfte die “FSK16“-Kennzeichnung zieren.
Fairytale – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
Babycall (2011)
Apparition – Dunkle Erscheinung (2012)
Der Fluch von Darkness Falls (2003)
Possession – Das Dunkle in Dir (2012)
Filmreview: “The Frozen” (2012)
The Frozen – Story
Ein traumhaft winterlicher Campingausflug wird für das junge Pärchen „Mike“ (Seth David Mitchell) und „Emma“ (Brit Morgan) zu einem unvergesslichen Psychotrip. Nachdem die beiden mit dem Schneemobil einen Unfall gebaut haben und irgendwo tief weit draußen in den verschneiten Wäldern auf rettender Hilfe hoffen, werden Sie auch noch von einem seltsamen Fremden verfolgt, der scheinbar nichts Gutes im Schilde führt. Als „Mike“ plötzlich auf mysteriöse Weise verschwindet, ist die verängstigte „Emma“ ganz auf sich allein gestellt. In ihrer Panik beginnt sie sich einen Weg hinaus aus der eisigen Gegend zu bahnen – mit einer erschreckenden Einsicht, wie sich bald herausstellen wird …
The Frozen – Kritik
Winterliche Landschaften sind wahrlich geradewegs dafür prädestiniert eine unheimliche und subtile Gruselstimmung zu erzeugen. Denn auch hinter vermeintlich friedliebender Kulisse kann sich oftmals das abgrundtief Böse verstecken. Dass angsteinflößendes Unbehagen auch im eisigen Schnee lauern kann haben schon einige Filmemacher eindrucksvoll bewiesen, denn winterlich verstörende Filme gab es zuletzt zuhauf (u.a. “The Shinning” (1980), “Der eisige Tod” (2007)). Auch der vorliegender Thriller „The Frozen“ spielt mit der geheimnisvollen Idylle, die so ein verschneit-winterliches Wäldchen birgt. Ganz zum Leidwesen der beiden Protagonisten des Films, für die sich die eigentlich traumhafte Winterpracht zu einem verhängnisvollen Erlebnis gestaltet. Ihre Unvernunft treibt die beiden an den Rande ihrer Wahrnehmungsfähigkeiten, denn nach nur wenigen Stunden bei Temperaturen jenseits des Nullpunkts beginnt vor allem „Emma“ Dinge zu sehen, für deren Existenz sie keine Erklärung findet. Nicht nur, dass sie seltsam bekleidete Personen im Dickicht erblickt, seltsame Stimmen und Schritte spuken des Nachts um das Zelt und stören den Schlaf der verunsicherten Frau. Zudem werden die beiden von einem skurrilen Jäger verfolgt, der das Treiben des Pärchens aus der Ferne beobachtet und „Emma“ zweifeln lässt, warum ihr Freund sie gerade zu derart unmenschlichen Temperaturen zu einem kuscheligen Wanderausflug überreden musste.
So wirklich Unrecht hat sie dabei nicht, wirkt die Ausgangssituation des Films schon sehr konstruiert. Immerhin sah sich Drehbuchautor und Regisseur „Andrew Hyatt“ darum bemüht seine kleine Geschichte irgendwie nied- und nagelfest zurechtzufeilen. Trotz Unfall hält „Mike“ nichts davon ab, den Kurztrip fortzuführen, um den geeigneten Zeitpunkt zu finden, seiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen. Und so irren die beiden Liebenden orientierungslos im Wald umher, um letztendlich doch wieder feststellen zu müssen, einmal mehr im Kreis gelaufen zu sein. Auch wenn einige Gegebenheiten etwas arg seltsam anmuten, so kann man „Hyatt“ nicht unterstellen, einen Film gedreht zu haben, der schlecht ist. Einfachste erzählerische Mittel und das stupide Umherirren in der winterlichen Landschaft führen letztendlich zu einem homogenen Ganzen und lassen „The Frozen“ bei weitem besser ausschauen, als die Unmengen teurer Mainstream-Produktionen der letzten Dekaden. Obwohl einige der seltsamen Interaktionen der Anwesenden anfänglich kaum Sinn ergeben wollen und arg befremdlich wirken, so tritt die Erleuchtung nach dem Abspann ein und dürfte vor allem Horrorfilmanfänger reichlich verblüffen.
Mit dem aktuellen Thriller „The Frozen“ erwartet der Zuschauer gänzlich seichte Film-Kost, für die die Bezeichnung Thriller fast schon etwas zu weit hergeholt und schroff scheint. Auch wenn Regisseur „Andrew Hyatt“ des öfteren vollkommen falsche Fährten streut und dem Zuschauer weiß machen will, dass sich hinter den gesamten Geschehnissen etwas zutiefst Böses und Bedrohliches verstecken soll, so dürfte der geneigte Filmfreund nach der recht plausiblen Auflösung etwas verdutzt aus der Wäsche schauen. Der Film „The Frozen“ hat letztendlich mit Horror im herkömmlichen Sinne nur sehr wenig gemein und erinnert über weite Strecken an die Werke des ambitionierten Hollywood-Regisseurs „M. Night Shyamalan“, der bekanntlich ein sicheres Händchen darin besitzt, den Zuschauer mit einer unerwarteten Filmauflösung zu konfrontieren. Wer sich angenehm gruseln möchte, ohne dabei von markerschütternden Schocks verfolgt zu werden oder in Lachen von Blut ertrinken zu müssen, dem dürfte der Mysterie-Thriller vortrefflich munden. Denn bis auf einige ausgeweidete Wildtiere gibt es hier kein Futter für blutgierige Splatterfilm-Fans.
The Frozen – Fazit

Seichtes Mysterie-Süppchen in traumhaft winterlicher Kulisse
The Frozen – Zensur
Im Film wird nicht getötet, daher dürfte “The Frozen” mit einer FSK16 Freigabe ungeschnitten veröffentlicht werden.
The Frozen – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
Barricade (2012)
Der eisige Tod (2007)
The Sixth Sense (1999)
Filmreview: “The Evil Inside” (2011)
The Evil Inside – Story
“Sarah” schaut so rein gar nicht gesund aus, sie muss Schreckliches erlebt haben, denn psychisch wirkt sie ein wenig durcheinander. Kein Wunder, beginnt sie soeben fürchterliche Ereignisse aus der Vergangenheit aufzuarbeiten. Um dem traumatisierten Mädchen erneut die Vorzüge des Lebens schmackhaft zu machen, lädt sich die beste Freundin „Lucy“ flink selbst ein und hat sogar einige Bekannte im Schlepptau, die die leidenden “Sarah” etwas aufmuntern sollen. Doch in wirklich ausufernder Feierfreude wägt sich “Sarah” leider nicht, denn sie beginnt schreckliche Visionen zu sehen, Visionen in denen sie ihre Gäste sterben sieht. Bald schon ereignet sich der erste Unfall, der sich haargenau so abgespielt, wie es “Sarah” vorausgesehen hatte …
The Evil Inside – Kritik
Kaum flimmert ein halbwegs erfolgreiches Film-Franchise über die weltweiten Kinoleinwände, darf man flink davon ausgehen, dass sich vor allem die kleinen Produktionsstudios gierig darauf stürzen werden und sich bemüht darin versuchen, derart Filmkonzept gewinnbringend nachzueifern. Der werden schnell einige Gedanken zu Papier gekritzelt und die Ideen der erfolgreichen Vorlage formgerecht originalgetreu recycelt. Hin und wieder kann es dann schon einmal vorkommen, dass das Resultat gar nicht mal so übel ist wie anfänglich gedacht und man als Zuschauer vortrefflich unterhalten wird. Die Regel jedoch birgt unzureichend ansprechende Filmkost, auf die der Horrorfilm-Fan getrost verzichten kann. Auch „The Evil Inside“ (der ursprüngliche Filmtitel “Dead Inside” war scheinbar nicht wirklich überzeugend, sodass die Produzenten speziell für den internationalen Filmmarkt einen reißerischeren Titel wählten) ist einer dieser Filme, die eine großartige Idee gierig aufgreifen und dennoch kläglich daran scheitern, etwas halbwegs Gares daraus zu köcheln. Das mag einerseits daran liegen, dass der lauwarme „Final Destination“-Aufguss rein gar nicht so recht zu Potte kommen möchte, denn die Geschichte rund um das traumatisierte Mädchen zieht sich zäh wie Kaugummi.
Da wird wild durcheinander geplappert, fies intrigiert und frei, ohne jeglichen Sinn, ungeschickt und unfreiwillig komisch im Bilde gestanden. Die wenigen Charaktere gestalten sich als ziemlich unsympathisch und handeln, wie schon so oft, vollkommen unlogisch. Da „verarbeiten“ zwei emotionslose Volldeppen von Protagonisten den tragischen Tod ihrer soeben verunglückten Freundin, indem sie im elterlichen Schlafzimmer einem netten Schäferstündchen nachgehen. Auch die übrigen Anwesenden scheinen nicht wirklich von ausreichend Intelligenz gebeutelt.
In ihrer Panik und der Angst vor dem eignen vorausgesehenen Tod irren sie planlos durch das Haus und drängen die ohnehin schon verängstigte “Sarah” in die Enge. Konflikte werden künstlich geschnürt und dennoch scheint keiner der Anwesenden dazu bereit, sich konsequent um Hilfe zu bemühen. Da wird ein wenig an der Haustür gerüttelt, um rasch festzustellen, dass diese sich nicht öffnen lässt und es wird aus riesigen Fenstern hinaus ins Freie gestarrt, ohne mit dem Gedanken spielen zu wollen, das Glas einschlagen zu müssen, um in die Freiheit flüchten zu können. Immerhin, das Ende überzeugt. Was anfänglich als 08/15-Teenieslasher beginnt, entpuppt sich am Ende als unbedeutendes pseudo-psychologisches Drama, dass zudem einige recht interessante Aspekte über die gebeutelte Psyche der traumatisierten Hauptdarstellerin birgt. Auch wenn die wenigen Erklärungsversuche recht konstruiert und hilflos wirken, so muss man dem Film positiv anrechnen, dass die anfänglich löchrige und hölzerne Inszenierung nach der Auflösung schon irgendwie Sinn macht. Trotzdem, „The Evil Inside“ ist kein Film, den man als interessierter Horrorfilm-Freund gesehen haben muss. Viel zu oft drängt sich der Eindruck auf, dass Regisseur „Pearry Reginald Teo“ kaum Budget zu Verfügung gestanden haben muss, um seinen Werk vielversprechend in Szene setzen zu dürfen. „The Evil Inside“ wirkt von Anfang bis Ende billig, teilweise sogar katastrophal unfertig. Hinzu kommt, dass der aufdringliche Low-Budget-Charakter jegliche Grusel-Stimmung unweigerlich zerstört. Auch wenn einige minimalistisch ausgeleuchtete Räume und gut ausgetüftelte Kameraspielereien durchaus ihre Momente besitzen, ist es einzig und allein “Sarah“-Darstellerin „Hannah Ward“ zu verdanken, das „The Evil Inside“ trotz unausgegorener Inszenierung halbwegs seh- und ertragbar bleibt. Ihr Schauspiel der schrullig-verstört wirkende Hauptdarstellerin überzeugt zwar durchweg – die Kraft, die sie jedoch in ihre Rolle investiert, wirkt in Anbetracht des recht miesen Drehbuchs als vollkommen verschwendet.
Man nehme ein wenig „Final Destination“ und etwas „Carrie“, würze die mysteriösen Gegebenheiten mit einer gehörigen Portion zweifelhafter psychologischer Tiefe sowie einem obligatorisch überraschenden Ende. Fertig ist einmal mehr der Horror von der Stange, der zweifelsohne uninspiriert und ideenlos über die heimische Mattscheibe flimmert. Dass „The Evil Inside“ keine gänzliche Bruchlandung einschlägt, ist der recht interessanten Hauptdarstellerin “Sarah” zu verdanken. Ohne sie wäre dieser Nonsens vermutlich nicht einmal ein lauthalses Seufzen wert gewesen. Sie trägt die gesamte Handlung und schafft es sogar in wenigen Minuten eine emotionale Bindung zum Zuschauer zu knüpfen. Bei all den kaltschnäuzigen Beschuldigung und fies ausgeklügelten Intrigen der übrigen Protagonisten gegen das ohnehin schon gebeutelte Mädchen ist das natürlich auch kein großes Kunststück. „The Evil Inside“ eignet sich hervorragend für Horrorfilmanfänger. Der Blutzoll ist erschreckend gering, sodass sich zartbesaitete Filmfreunde mit einem Faible für seichte TV-Mysteriefilmchen kurzweilig unterhalten fühlen dürften. Alteingesessene Fans des bösen, gemeinen und unterschlagenen Films gehen Bitte weiter, denn hier gibt es wahrhaftig nichts zu sehen, was überhaupt von Interesse wäre!
The Evil Inside – Fazit

Besser schlecht geklaut, als gut neu gemacht – dieses durchwachsene „Final Destination“-Plagiat darf man gekonnt ignorieren!
The Evil Inside – Zensur
„The Evil Inside“ dürfte bedenkenlos mit einer „FSK16“-Einstufung erscheinen. Im Film selbst sieht man keine ausufernden, expliziten Grausamkeiten.
The Evil Inside – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
Panic Button (2011)
Filmreview: “House at the End of the Street” (2012)

House at the End of the Street – Story
Die verwitwete Sarah Cassidy (Elisabeth Shue) zieht zusammen mit ihrer Tochter Elissa (Jennifer Lawrence) in ein neues Haus am Rande der Stadt. Schön gemütlich ist es hier, die Natur und der Wald rund um das Haus versprechen Entspannung und Erholung. Doch der Frieden währt nicht lange, als Tochter Elissa erfährt, dass sich im Nachbarhaus einige Meter weiter waldein, Schreckliches ereignet haben soll. Dort soll ein kleines Mädchen die eigene Familie kaltblütig ausgelöscht haben und daraufhin in den Wald geflüchtet sein. Eilssa stellt Nachforschungen an und lernt dabei den Bruder jenes kleinen Mädchens kennen, der nun allein in dem riesigen Anwesen wohnt, indem sich das schreckliche Verbrechen abgespielt haben soll. Schnell verliebt sie sich in den introvertierten Außenseiter, ein fataler Fehler wie sich alsbald herausstellt…
House at the End of the Street – Kritik
Es ist oftmals erstaunlich, nach welch nicht nachvollziehbaren Kriterien so mancher Filmvertrieb die Filme auswählt, welche dann die Vorzüge einer nationalen Kinoauswertung genießen dürfen. Da flimmern hirnlose Actionblockbuster über die Kinoleinwand und unbedeutende Psychothriller verwehren den kleinen, wirklich sehenswerten Perlen das lukrativen Screening in den deutschlandweiten Lichtspielhäusern. Einer derer Filme, über dessen Kino-Daseinsberechtigung ausgiebig gestritten und diskutiert werden darf ist zweifelsohne der kommende Thriller “House at the End of the Street“, der einmal mehr beweist, wie unkreativ Hollywood geworden ist und mit welch zweifelhaften Schwachsinn die Filmverleiher versuchen, den hungrigen Filmfreund die hart verdienten Euronen aus der Tasche zu stibitzen.
Der aktuelle Genre-Beitrag “House at the End of the Street” des Regisseurs “Mark Tonderai” ist einer dieser Filme, für die man bereits nach nur wenigen Minuten bereut, überhaupt Eintritt gezahlt zu haben, denn dieses Stück verschwendetes Zelluloid ist eine einzige, vorhersehbare Lachnummer, die im Mittwoch-Abend TV-Programm einschlägiger Privatsender wohl besser aufgehoben gewesen wäre, als auf der großen Leinwand. Der Titel des Filmes erweist sich hierbei als einzige Raffinesse, mit welcher dieser Film punkten kann, denn der lässt Düsteres erahnen und scheint allein nur deshalb gewählt, um unwissende Horrorfilmfreunde in die Kinos zu locken. Wer natürlich unwissend Filme besucht, ohne sich zuvor über deren Inhalt in einschlägigen Filmforen zu informieren, dürfte bei dieser Mogelpackung schlichtweg schnell und bitter enttäuscht werden, denn so wirklich finster, böse und gruselig will es “im Haus am Ende der Straße” (bis auf die Einführungs-Sequenz) dann wohl doch nicht werden. Viel zu sehr orientiert sich der Film an ein vorwiegend jüngeres, mainstream-orientiertes Publikum, dem vermutlich bereits schon allein beim Anblick von gewöhnlichen Hausspinnen der Atem stockt und das bereits dann aufschreit, wenn sich einer der jugendlichen aufgehübschten Helden des Films das Shirt von seinem muskulösen Körper zerrt. Überhaupt ertrinkt der Film in desaströsen Teenie- und Horrorklischees. Die hübsche Neue, verliebt sich in den geheimnisvollen, gutaussehenden Außenseiter, der natürlich ein Geheimnis verbirgt, von dem die Mutter letztendlich ahnt und dabei Recht behält. Das ist alles so unglaublich dumm, vorhersehbar und unspektakulär, dass man sich zu Recht fragen darf, wer sich diesen hanebüchenen Blödsinn ausgedacht hat. Die Interaktionen der wenigen Protagonisten erweisen sich als schier lächerlich stereotyp, sodass man bereits nach nur wenigen Filmminuten errät, wie dieses pseudo-gruselige Teenie-Drama ausgehen wird und hofft, dass in der nächsten Szene ein “Predator” über die Leinwand brettert, der alle beteiligten Charaktere in die ewigen Jagdgründe befördert, um dem gelangweilten Zuschauer zumindest den versemmelten Filmabend zu retten.
Eigentlich hätte aus “House at the End of the Street” wirklich was werden können, hätte man in die Geschichte einige kleine Gemeinheiten eingeflochten und hätte man für all die Geschehnisse eine wirklich innovative und bahnbrechend neue Erklärung gefunden, die dem Zuschauer beim obligatorischen Storytwist den Atem raubt. Das tatsächliche Gesamtwerk ist derart vorhersehbar, dass man sich als eingeübter Filmfreund schon wahrlich veräppelt fühlt, für den zigsten Aufguss eines zweitklassigen “Fear – Wenn Liebe Angst macht” Geld ausgegeben zu haben. Jede Szene lässt bereits die nächste erahnen – wer im Verlauf des Filmes das Zeitliche segnet ist schnell ergründet. Eingeübte Filmkenner dürften sogar nach nur wenigen Minuten Filmlaufzeit, dass gesamte Geheimnis rund um the “House at the End of the Street” gelüftet haben – denn das Rätsel zu entschlüsseln ist wahrlich nicht schwer. Gerade weil der gesamte Plot an den Haaren herbeigezerrt wirkt und jeglichen Funken Nachvollziehbar- und Glaubwürdigkeit missen lässt, will einfach so rein gar keine Spannung aufkommen. Trotz traditionellen Spannungsbogen, will der Unterhaltungswert rein gar nicht zünden. Da hilft es dem Film auch in keinster Weise, dass es in den letzten 15 Minuten, trotz PG-13-Freigabe, etwas rabiater zur Sache geht.
Gruseln im “House at the End of the Street“: Fehlanzeige. Was einen düsteren Horror-Schocker der Marke „The Last House on the Left” erahnen lässt, ist eine einzige Enttäuschung. Hier werden altbekannte Thriller- und Horrorregeln gänzlich ohne einen Funken Originalität abgespult und spannungsfrei heruntergedaddelt. Trotz hübscher Hochglanz-Optik und einer handvoll Schauspieler, die zuletzt in erfolgreichen Hollywood-Produktionen zu sehen waren, hat der Film rein gar nichts zu bieten, was überhaupt von Interesse wäre. Die Geschichte hat man in dieser Weise schon unzählige Weise gesehen und auch der abschließende Überraschungseffekt, der die Gegebenheiten plausibel versucht zu erklären, will so rein gar nicht überraschend daherkommen. Vor allem die jugendfreie Erzählweise machen diesen Film für Horrorfilmfreunde vollkommen uninteressant, sodass sich der Filmfreund den Gang ins Kino sparen dürfte. Die vernichtende Kritik rührt dennoch nicht von ungefähr. Bereits 2004 sollte das Drehbuch zu “House at the End of the Street” verfilmt werden, ging jedoch erst 2010 in Produktion – ein Schelm wer da Böses denkt. Zudem stand auch der amerikanische Filmstart unter keinem glänzenden Stern. Dieser wurde flink von April 2012 auf September 2012 verschoben. Macht man sich als Filmfreund selbst ein Bild von den Qualitäten dieses Psychothrillers, dürften derart Unschlüssigkeiten überraschend schnell geklärt werden.
House at the End of the Street – Fazit
House at the End of the Street – Zensur
Die deutsche Filmversion ist ungeschnitten ab FSK 16 freigegben!
House at the End of the Street – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
The Afflicted (2010)
The Woman – Jack Ketchum (2010)
Inside the Darkness – Ruhe in Frieden (2011)
Filmreview: “The Ghostmaker” (2011)
The Ghostmaker – Story
Womanizer “Kyle” verdient sich neben dem Studium einige Dollars dazu, um seine heimliche Drogensucht zu finanzieren. Als Entrümplungs-Experte im Einsatz erhofft er sich von den Wiederverkäufen die schnelle Mark. Als er eines Tages zu einer älteren Frau gerufen wird, staunt er nicht schlecht, als diese ihm einen seltsamen Sarg aus dem 15. Jahrhundert überlassen möchte und ihn bittet, diesen doch für sie zu entsorgen. Doch statt sich der Antiquität zu entledigen, karrt er den Gegenstand in den eigenen Keller, wo er ihn ausgiebig beginnt zu studieren. Schnell gelangt er hinter das Geheimnis des Sarkophags und berichtet seinen beiden besten Freunden von seiner Entdeckung. Unkenntlich auf dem ersten Blick, verbirgt sich im Inneren des Sarges ein geheimnisvoller Mechanismus, der es demjenigen ermöglicht als Geist auf Erden zu wandeln, der sich ohne Scheu in den Sarkophag legt. Anfänglich noch bedacht, schwindet bald die Vorsicht der Freunde. Jeder der drei versucht die Fähigkeit der Maschine für seine Zwecke zu nutzen – ein fataler Fehler, wie sich alsbald herausstellen wird …
The Ghostmaker – Kritik
Genug von perversen Folterhorror und penetranten Laien-Kameragewackel?
Dann dürfte der vorliegende “The Ghostmaker” vermutlich vortrefflich munden, denn “Mauro Borellis” aktueller Grusel-Okkult-Thriller weiß virtuos an die Glanzzeiten atmosphärischen Horrors anzuknüpfen, ohne dabei den Spannungspegel außer Acht zu lassen. Zwar ist die Geschichte der Nahtod-Erfahrung nicht gänzlich neu und erinnert ein wenig an den Hollywood-Klassiker “Flatliners – Heute ist ein schöner Tag zum Sterben“, dennoch ist die gesamte Inszenierung, in Anbetracht des minimalen Budgets, als überaus lobenswert und gelungen zu betiteln. Entgegen der Erwartungen, handelt es sich bei “The Ghostmaker” um ein waschechtes B-Movie, dem man dennoch seine Herkunft nur selten ansieht. Das Setting gestaltet sich zwar als relativ puristisch, was aber nicht zwingend heißen soll, dass die Geschichte um den mysteriösen Kasten nicht weniger gruselig bleibt.
Regisseur “Mauro Borelli” hat wahrlich alles erdenkliche aus dem minimalen Produktionsbudget gezaubert und so überrascht es immens, wie gut getrickst die handvol digitaler Spielereien doch daherkommen und wie stimmig dieser kleiner Gruseltrip letztendlich doch ist. Das mag vor allem an dem sicher und gut eingespielten Darsteller-Trio liegen, dass es schafft mit glaubhaften Konflikten untereinander die Geschichte zum Tragen zu bringen und die Spannung auf Höchstmaß zu treiben. Besonderes Augenmerk sei hierbei, mit welch erzählerisch einfachen Mitteln Regisseur “Borelli” es schafft, die Sympathiepunkte kontrovers zu verteilen. Der anfänglich vermeintliche Bösewicht “Kyle” erweist sich letztendlich als Held der Handlung – sein bester Freund “Sutton” dagegen, der sich nur mittels Rollstuhl fortbewegen kann und zu Beginn der Geschichte als vertrauenswürdig gilt, wird am Ende zum skrupellosen und selbstsüchtigen Gegner deklariert. Die Kunst, mit der Erwartungshaltung des Zuschauers zu jonglieren beherrscht “Borelli” erstaunlich selbstsicher und das geschickte Spiel zwischen Gut und Böse unterhält ungemein. Da überrascht es vor allem, dass eine konventionelle und geradlinig erzählte Geschichte, wie die des “The Ghostmaker” auch ohne obligatorischen Blutzoll und ausufernde Krösel-F/X auskommt, denn kassenträchtige Gewaltspitzen hat dieser Film rein gar nicht nötig!
Insgesamt erlebt der interessierte Filmfreund mit “The Ghostmaker” einen klassischen und geradlinigen Gruselthriller ohne herausragende Überraschungen. Dennoch, gerade die konventionelle Erzählweise macht diesen Mystery-Thriller recht sehenswert. Die Thematik ist in Anbetracht des ewig gleichen Allerleis gängiger Horrorfilmkost, als relativ erfrischend einzuordnen und die Inszenierung erweist sich als straff und selbstsicher, sodass der Zuschauer verblüfft sein dürfte, wenn “schon” nach 90 spannenden Filmminuten die Endcredits über den Bildschirm/Leinwand flimmern. Auf derbe Splatter-Exzesse hat Regisseur “Mauro Borellis” Gott sei Dank verzichtet, sodass “The Ghostmaker” auch für empfindsame Gemütern uneingeschränkt geeignet ist. Einziger Kritikpunk sei anbei die seltsam, ummantelte Figur genannt, die den Freunden nach dem Benutzen des Sarges des öfteren erscheint und die so rein gar nicht zum Gesamtbild passen mag, weil ihr Erscheinen rein gar keinen tiefgreifenden Sinn besitzt, um die Geschichte voranzutreiben. Dennoch, für eine Genre-Produktion mit derart beschränkten Budget-Rahmen, kann ich den Film nur jeden Horrorfilmfreund empfehlen, der sich gern von frischen Filmideen berieseln lassen möchte!
“The Ghostmaker” läuft aktuell im Rahmen einer deutschen “After Dark” Filmreihe zusammen mit einer kleinen Auswahl andere Genre-Filmen Ende November 2012 in den landesweiten Kinos an. Hoffen wir, dass nach amerikanischen Vorbild, auch die deutsche “After Dark“-Kinoreihe zu einem kleinen Genre-Geheimtipp unter Horrorfilmfreunden avanciert, “Borellis” Beitrag dürfte bereits jetzt schon als kleine Indiependent-Perle gehandelt werden. Sehenswert!
The Ghostmaker – Fazit

Ein kleiner, überraschend sehenswerter Geheimtipp für Freunde atmosphärischen Grusels.
The Ghostmaker – Zensur
Der Film lebt weniger von Schocks und derben Terror. Ebenso geht es recht “jugendfreundlich” zu Gange, sodass der Film ungeschnitten ab FSK16 freigegeben ist!
The Ghostmaker – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: The GHostmaker; USA 2011
Genre: Thriller, Horror, Mysterie
Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1
Untertitel: keine
Bild: 2.35:1; (1920x1080p)
Laufzeit: ca. 91 Min.
FSK: FSK 16
Verpackung: Amaray ohne Wendecover
Extras:Trailer, Trailershow
Die kleine Horrorproduktion THE GHOSTMAKER aus dem Hause ASCOT ELITE kommt technisch beeindruckend daher. Für einen derart unbedeutenden Film gestaltet sich die HD-Auswertung unglaublich stimmig. Ein tolles, scharfes Bild weiß zu gefallen. Das HD-Release kommt in zwei verschiedenen Varianten daher. Neben der Blu-ray mit 2D und 3D-Version ist zudem auch eine Veröffentlichung mit zusätzlicher DVD erhältlich. Jede Blu-ray Scheibe bietet dem Zuschauer vor dem Start des Hauptfilms die individuelle Auswahl zwischen der nachträglich konvertierten 3D-Fassung, oder der herkömmlichen 2D-Version des Gruselfilmchens. Beide bestechen durch ein überzeugendes Bild und einem satten Sound. Extra-technisch beeindruckt die Scheibe jedoch nicht wirklich, denn wirklich Bonus gibt es hier nicht zu bestaunen. Lediglich eine Trailershow für zwei Filmen aus dem Programm von LOS BANDITOS Film, sowie den Trailer zu THE GHOSTMAKER in Deutsch und Englisch haben es auf die Blu-ray geschafft. Ebenso sucht man dt. Untertitel zum Hauptfilm vergebens. Für einen so gelungenen Film einfach zu wenig! Bleibt zu erwähnen, dass der Veröffentlichung kein Wechselcover beiliegt, sodass Filmfreunde leider mit dem unschönen FSK-Logo vorlieb nehmen müssen.
The Ghostmaker – Fürchte das Leben nach dem Tod [Blu-ray 3D] jetzt bei AMAZON bestellen
The Ghostmaker – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
Apparition – Dunkle Erscheinung (2012)
Silent Hill: Revelation 3D (2012)
Filmreview: “Apparition – Dunkle Erscheinung” (2012)

The Apparition – Dunkle Erscheinung – Story
Eine mysteriöse Geisterbeschwörung aus den 70er Jahren bewegt die vier Studenten „Ben“, „Greg“, „Patrick“ und „Lydia“ dazu, den seltsamen Fall erneut zu untersuchen und den ominösen Geist eines gewissen „Charles Reamer“ ein weiteres Mal mit Hilfe purer Gedankenkraft zu beschwören . Anders als 40 Jahre zuvor steht den Freunden ein reichhaltiges Equipment neumodischer Technik zur Verfügung, dass die Geisterjagd unbeschwert erleichtern und die eigene Konzentrationsfähigkeit um ein Vielfaches steigern soll. Doch das Experiment geht unweigerlich schief, denn nachdem die angehenden Nachwuchs-Geisterjäger die Seance begonnen haben, öffnet sich alsbald eine grausige Pforte und saugt die unschuldige „Lydia“ in eine unbekannte Parallelwelt.
Wenige Jahre später – „Ben“ hat den Verlust seiner Freundin „Lydia“ bereits unlängst verdrängt und die Hatz nach dem Paranormalen weit hinter sich gelassen. Er bezieht zusammen mit seiner neuen Freundin „Kelly“ ein hübsches Haus weit entfernt hektischen Großstadtlebens. Kaum angekommen häufen sich mysteriöse Erscheinungen für deren Vorkommnisse das junge Paar keinerlei Erklärungen findet. Nachdem eine bösartige Präsenz nach dem Leben der kleinen Familie trachtet, beschließt „Ben“ seinen Freund von einst „Patrick“ zu kontaktieren, der die seltsamen Begebenheiten untersuchen soll …
The Apparition – Dunkle Erscheinung - Kritik
Mit „The Apparition“ melden sich, nach kurzer Verschnaufpause, die Macher hinter dem Genre-Studio „Dark Castle“ zurück, das sich bereits vor einigen Jahren für die perfekt durchgestylten Neuinterpretationen von „House on Haunted Hill“ und „13 Geister“ verantwortlich zeichnete. Seltsamerweise galt der neuste Ableger „The Apparition“ (der zudem fast ausschließlich in den deutschen Babelsberger Filmstudios realisiert wurde) bereits seit zwei Jahren als abgedreht und wurde unlängst im Sommer diesen Jahres mit nur wenigen Kopien in die amerikanischen Lichtspielhäuser geschickt. Ein Schelm, wer da böses denkt. Dennoch, diesmal bewahrheitet sich der fade Beigeschmack, der oftmals Produktionen umgibt, deren Veröffentlichung unweigerlich lang auf sich warten lassen. Denn „The Apparition“ gehört zweifelsohne zu einem der schwächsten „Dark Castle“-Releases überhaupt.
Das mag vor allem daran liegen, dass das eigens von Regisseur Todd Lincoln verfasst Drehbuch von Anfang bis Ende teilweise vollkommen hirnrissig ist, denn bei seiner Geschichte klappert es an allen erdenklichen Ecken und Kanten. Eigentlich hätte aus „The Apparition“ wirklich was werden können, denn einige Facetten der Geschichte gestalten sich als recht innovativ. Denn anders, als der Zuschauer es wahrscheinlich beim Lesen der Inhaltsangabe vermuten würde, handelt es sich bei diesem übernatürlichen Thriller um keinen wirklichen Spuk- oder Geisterfilm im traditionellen Sinne. Vielmehr erzählt die Geschichte von einer finsteren Macht, die sich ihren Weg in eine „über“technisierten Gesellschaft „frisst“. Eine gewisse gesellschaftskritische Symbolhaftigkeit weniger Szenen ist hierbei offensichtlich und nicht von der Hand zu weisen. Aufgrund diverser uninspirierter Spuk-Effekte verliert jedoch dieser, recht interessante Aspekt im Verlauf der Handlung vollkommen an Brisanz und Intensität. Statt sich den eigentlich interessanten Facetten seiner Geschichte zu widmen, pendelt Lincoln stattdessen planlos zwischen kommerziellen Haunted House-Klischees und abgedroschenen Poltergeist-“Buh“-Effekten hin und her. So wirklich homogen will seine Geschichte irgendwie nicht wirken.
Wie ahnungslos er teilweise zu sein scheint macht sich vor allem am unzureichend erklärten Subplot bemerkbar. Hier findet Ben unter dem Haus grotesken Schimmel und an der Küchenwand ein eigenartiges Gewächs, dass allerhand Unerklärliches birgt. Worin die Ursachen dieser Phänomene liegen und warum in Gegenwart der dunklen Präsenz Tier und Pflanzen sofort das Zeitliche segnen, nur die Charaktere der Geschichte nicht, wird angerissen, aber bleibt dennoch vollkommen ungeklärt. Dass sich bei der teilweise arg konventionellen Erzählweise vermutlich das Produktionsstudio eingemischt haben und Todd Lincoln in seinem eigentlich künstlerisch-ansprechenden Handeln zwanghaft beeinflusst und eingeschränkt haben muss, lässt sich zwar nicht beweisen, vermutet aber.
Irgendwie scheint, die Idee hinter „The Apparition“ des öfteren gebremst und unfertig. Die wenigen Spannungsbogen, werden mit hanebüchenen Effekten zugeschüttet, die man so schon bis zum Erbrechen in anderen Filmen gesehen hat. Da kriecht „Ring“-ähnlich ein verkorkstes Grusel-Kind mit strähnigem Haar aus der Waschmaschine(!) und eine kuschelige Bettdecke bewegt sich wie von Geisterhand über das Hotelbett, um die unwissenden „Kelly“ beinahe im Schlaf zu ersticken. Einige optisch ansprechende Effekte, wie die mit der Bettdecke, gestalten sich recht ansehnlich machen dadurch aber Lincoln´s ersten abendfüllenden Spielfilm aber auch nicht besser. Immerhin gibt es auf technischer Ebene nichts zu bemängeln. „The Apparition“ schaut ungewöhnlich düster und stimmig aus. Die kontrastreichen Farben wissen die permanente Bedrohung zuversichtlich zu unterstreichen. Aber nun ja, so etwas erwartet man zumindest von einem Hochglanzhorrorfilm, wenn schon nicht das Drehbuch stimmt.
Mit „The Apparation“ erlebt der Zuschauer einen Spukfilm, der nichts Neues bietet. Ein wenige Hokuspokus hier, etwas Gepoltere da und fertig ist ein Grusel-Thriller von der Stange. Der Thriller aus dem Hause „Dark Castle“ gehört mit Sicherheit zu den bisher schwächsten Umsetzungen des Studios, kann „The Apparation“ doch nur selten überzeugen. Das mag vor allem an dem planlosen Plot liegen, der diverse Dinge anreist, diese aber irgendwie selten zu Ende spinnt. Immerhin schafft der Thriller rund 80 Minuten Kurzweil zu versprühen. Ein, zwei Szenen lassen zusammenschrecken und sitzen in ihrer Inszenierung handfest. Trotzdem, „The Apparition“ ist einer der Filme, die zwar technisch zu Deluxe-Klasse gehören, aber bei denen der Zuschauer nach dem Abspann vermehr das Gefühl nicht los werden möchte, soeben einen Film gesehen zu haben, der einem kostbare Lebenszeit geraubt hat.
Was bleibt ist ein handwerklich sicher gefilmter Thriller, mit unglaublich vielen Plotlöchern und einen unzureichend glaubhaften Story. Will man hoffen, dass das Studio „Dark Castle“ es das nächste Mal wieder schafft, an alte Glanzzeiten anknüpfen zu können.
The Apparition – Dunkle Erscheinung - Fazit

Unausgegorener Spukfilm der Luxusklasse, mit diversen Fehlern und einer wirren Inszenierung.
Da kann man getroste auf die Heimkino-Umsetzung warten.
The Apparition – Dunkle Erscheinung - Zensur
“The Apparition – Dunkle Erscheinung” ist ungeschnitten ab FSK16 freigegeben.
The Apparition – Dunkle Erscheinung - Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
The Pact (2012)
Filmreview: “Silent Hill: Revelation” (2012)
Silent Hill: Revelation – Story
Ein bemitleidendes Leben führt Heather Mason (Haupt-Protagonistin des 3. Teils der Videospielreihe) da.
Nicht nur, dass sie zusammen mit ihrem Vater in permanenter Flucht lebt, immer auf der Hut sein zu müssen, nicht von düsteren Mächten aufgespürt zu werden – an ihrem 18. Geburtstag wird sie zudem auch noch von schrecklichen Albträumen geplagt, für deren Ursache sie keine Erklärungen findet. An ihrem ersten Schultag an einer neuen Schule lernt sie den gleichaltrigen Vincent kennen, der sich ebenso als einzelgängerischen Außenseiter zwischen all den lebenslustigen Kids betrachtet. Anfänglich noch sehr distanziert schließt sie aus der Not heraus Freundschaft mit dem unnahbaren Zeitgenossen. Seine kameradschaftliche Unterstützung wird sie auch dringend benötigen, denn als sie am nächsten Tag schmerzlichst feststellen muss, dass jene bedrohenden Mächte ihren Vater verschleppt haben müssen, führen alle Spuren in das Örtchen ihrer Albträume: „Silent Hill“ …
Silent Hill: Revelation – Kritik
Manchmal kann eine Fortsetzung auch zu einem reichlich bösartigen Fluch werden, zumindest dann, wenn ein Regisseur/Filmstudio auf Heller und Pfennig versuchen möchte, an die ohnehin grandiosen Qualitäten des Originals anzuknüpfen, ohne dabei jedoch eigene Ideen entwickeln zu wollen. Ein derartiger Fall scheint das filmische Sequel eines der gelungensten Videospielumsetzungen ever zu sein. Als vor fünf Jahren die frohe Kundschaft einer kommenden Kinoadaption des „Konami“-Kultspiels „Silent Hill“ durch die weltweiten Filmforen geisterte, stoß der kreative Ideenreichtum des französischen Regisseurs „Christophe Gans´“ gerade unter den Anhängern der Spielreihe auf wenig Gegenliebe. Eben weil die bisherigen Spielfilmumsetzungen anderer bekannter Game-Reihen („Resident Evil“, „Far Cry“, „Super Mario Bros.“) kaum überzeugen konnten und es selten schafften, das jeweilige Game-Feeling auf die Kinoleinwand zu transferieren, sahen Konsolenspiele-Fans bereits vor der kommenden Kinoauswertung rot für den „Silent Hill“-Kinofilm. Als die Umsetzung jedoch 2007 in den weltweiten Lichtspielhäusern anlief, überzeugte „Christophe Gans“ mit seinem Ausflug in das trostlose, kleine Städtchen nicht nur die Fanbase. Auch Kritiker weltweit lobten „Gans´“ für seine äußerst detailverliebte und stimmige Inszenierung des Horrorspiels, die sich teilweise sogar schon zu krampfhaft an der Vorlage klammerte, aber in der zweiten Filmhälfte eigene künstlerische Wege geht. Nach dem überraschenden Erfolg des Filmes beauftragte die Produktionsschmiede „Gans´“ mit einer Fortsetzung des Überraschungs-Hits. Dieser lehnte jedoch, aufgrund von Zeitengpässen, dankend ab und übergab das Regie-Zepter an „Michael J. Bassett“, der bereits einschlägige Erfahrungen im phantastischen Genre vorweisen konnte („Wilderness“, „Deathwatch“) und sich neben der filmischen Umsetzung auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnete.
Nun, fünf Jahre später steht mit „Silent Hill: Revelation“ die angekündigte Fortsetzung ins Haus, die sich bereits seit Frühjahr 2011 in der Produktion befand. Oftmals deuten derart langwierige Produktionsprozesse nicht gerade von filmischen Qualität, denn nicht selten kommt es vor, dass nach Drehschluss selbst Produktionsstudios unzureichend überzeugt von ihren Filmen sind, sodass sie diese direkt auf dem Heimkinomarkt veröffentlichen. Im Falle von „Silent Hill: Revelation“ darf diesbezüglich jedoch Entwarnung gegeben werden, denn gänzlich den ersten Kritiken und Meinungen, ist der zweite Ausflug in das düstere Städtlein ganz passabel ausgefallen. Natürlich liegen im direkten Vergleich zum genialen Vorgänger Welten, was hauptsächlich an der etwas zu offensichtlichen Ideenarmut und dem einfach konzipierten Drehbuch liegen mag. Denn eine wirklich weitreichend tiefgründige Geschichte hält die Rückkehr nach „Silent Hill“ nicht parat. Immerhin war Drehbuchautor und Regisseur „Michael J. Bassett“ darum bemüht die Geschehnisse um die Geisterstadt unterhaltsam weiterzuspinnen und einige Ungereimtheiten des Vorgängers plausibel zu klären.
Einige Rätsel um den Ort werden gelüftet und bringen vor allem für Nichtkenner des Videospiel mehr Licht in das teilweise wirre und surreale Handlungsgestrüpp um „Silent Hill“. Dennoch, trotz lobenswerten Ambitionen bietet „Silent Hill: Revelation“ auch genügend Grund zur Kritik. Zum einen wäre da die arg lieb- und seelenlose Inszenierung. Denn so wirklich „Silent Hill“-typisches Flair will selten aufkommen. Statt auf das stimmige Setting und die subtile Erzählweise der Videospiele und des Vorgängers zu setzen findet sich der Zuschauer in einer äußerst „Hellraiser“-resken Umgebung wieder. Die Geschehnissen gestalten sich als arg düster und unzulänglich hektisch. Der groteske und schaurige Nebel und die superbe Parallelwelt, die der Game-Reihe seinen unverwechselbaren Charme eingebracht haben, spielen selten eine tiefgreifende Rolle.
Stattdessen hetzt die Protagonisten „Heather“ von einem Schauplatz zum nächsten und klappert dabei in Rekordzeit die vom Drehbuchautor vorgesehenen Monsterbegegnungen ab, um zumindest der Fanbase halbwegs gerecht zu werden. So wirklich spektakulär kommen das Monsterdesign und deren Auftritte nicht daher, zumal die grotesken Gestalten teilweise nur in Bruchteilen von Sekunden über die Kinoleinwand huschen. Oftmals mag man als Zuschauer das Gefühl nicht loswerden wollen, als hätte der Film zwingend nach 80 Minuten enden „müssen“, sodass einfach kaum Zeit (und Budget?) vorhanden gewesen wäre, den düsteren Höllenbewohnern mehr Zeit einräumen zu können. Das ist arg bedauerlich, sind doch gerade die theatralischen Auftritte der seltsamen Kreaturen und die unwirkliche Atmosphäre für ein Franchise wie „Silent Hill“ so essentiell.
Immerhin lässt sich eine gewisse Kurzweiligkeit nicht von der Hand weisen. Trotz dem teilweise fast schon hektischen Überschlagen der Ereignisse gegen Ende des Films, sind die mageren 80 Minuten Filmlaufzeit schnell erreicht, machen das Sequel aber zu einem arg zwiespältigen Horror-Genuss, dass zwar irgendwie unterhält, aber dennoch keinen wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt. Da kommt es dem Film letztendlich auch nicht wirklich zugute, die offensichtliche Ideenlosigkeit und die arg seelenlosen Inszenierung mit einigen netten 3D-Effekten zu vertuschen.
„Silent Hill: Revelation“ ist weder Fisch noch Fleisch. Der zweite Ausflug in das verschlafene Höllenstädtchen ist kein wirklich mieser Film, besitzt aber zu keiner Minute die künstlerischen Raffinessen seines Vorgängers und die der ersten drei Videospiele der Reihe. Immerhin schafft es Regisseur „Michael J. Bassett“ etwas Licht ins Dunkel der Gegebenheiten rund um den grotesken Ort zu bringen. Leider fehlt es der Fortsetzung an eigenen und vor allem frischen Ideen, sodass sich das Sequel hauptsächlich als ein uninspirierter Aufguss des Geschehnisse des ersten Teils äußert, dem hauptsächlich die grotesk-süßliche Schaueratmosphäre fehlt, die das Original und die gesamte Spiele-Reihe so unfehlbar einzigartig gemacht haben.
Die superben Monster sind zwar da, spielen aber kaum eine wesentliche Rolle. Sie huschen teilweise nur in Bruchteilen von Sekunden über die Kinoleinwand, enttäuschen aber mit ihren unspektakulären Auftritten. Unterm Strich bleibt ein kurzweiliges Gruselvergnügen mit Ecken und Kanten, das aber den Videospielen (Teil 1-3) gehörig hinterherhinkt und selten zusammenzucken lässt. Im übrigen wirken die wenigen Splatter-Effekte vollkommen unangebracht, lebt „Silent Hill“ seit jeher von seiner subtilen Grundstimmung und der Angst vor dem Ungewissen im dichten Nebel, welcher den unheimlichen Ort umgibt.
Silent Hill: Revelation – Fazit

Ein Sequel, das der schaurigen Vorlage uninspiriert hinterherhinkt und zu keiner Zeit die Qualitäten des Vorgängers erreicht. Schade!
Weitere Informationen rund um den Film, lassen sich zudem auf der filmbezogenen Facebookseite beschmöckern: Silent Hill 2 Facebookseite
Silent Hill: Revelation – Zensur
“Silent Hill: Revelation” ist nicht sonderlich brutal – Die Heimkinofassung ist FSK16-geprüft!
Silent Hill: Revelation – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: Silent Hill: Revelation; USA 2012
Genre: Horror/Thriller
Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9), 1080p
Laufzeit: 94 Min.
FSK: FSK 16
Verpackung: Amaray mit Wendecover, Erstauflage mit Pappschuber
Extras: diverse Werbetrailer, Trailer zum Film in Deutsch und Englisch, Audiokommentar des Regisseurs, Making of (51 min), Entfallene Szenen (11 min) inklusive zuschaltbarer Audiokommentare, Making of des Abspanns (6 min), Die Anatomie von 3 Szenen anhand des Storyboards (6 min), eine kurze Filmeinleitung des Regisseurs (1 min), Bei den Universal Hollywood Horror Nights (5 min)
Für einen arg in der Horrorfilmszene verissenen Film wie “Silent Hill 2″ kommt die nun vorliegende Blu-ray aus dem Hause “Concorde” überraschend hochwertig und umfangreich daher. Dabei hat sich “Concorde” nicht lumpen lassen und der Blu-ray-Veröffentlichung zudem einen hübschen Pappschuber spendiert, der vor allem Sammlern positiv ins Auge stechen dürfte. Neben eine hervoragenden optischen Präsentation gibt es zudem ein Wechselcover, das vor allem FSK-Flatschen-Gegner durchaus zufriedenstellen dürfte. Nach dem Einlegen der Scheibe erwartet dem Filmfreund einige obligatorische Werbetrailer kommender Highlights des Publishers. Ein, aus den besten Szenen des Films zusammengeschnittenes Menü, bietet die Wahl zwischen Hauptfilm und einem umfangreichen Extra-Sektor, der allerhand Einblicke in die Produktion bietet. Lobenswerterweise ist das gesamte Bonusmaterial (bis auf den Audiokommentar des Regisseurs) Deutsch untertitelt, sodass vor allem all jene Fans der Videospielreihe und der Filmserie auf ihre Kosten kommen werden, die dem perfekten Englisch nicht mächtig und auf eine deutsche Untertitelspur angewiesen sind. Über die Ton- und Bildqualität brauchen wir an dieser Stelle kaum ein kritisches Wörtchen verlieren – die technische Ausstattung ist unglaublich hochwertig!
“Silent Hill 2″ wird neben der normalen Blu-ray, auch als DVD und 3D Blu-ray angeboten. Alle Veröffentlichungen sollen über einen attraktiven Schuber verfügen.
Silent Hill: Revelation [Blu-ray] bei AMAZON bestellen
Silent Hill: Revelation 3D (+ Blu-ray) [Blu-ray 3D] bei AMAZON bestellen
Silent Hill: Revelation – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
Barricade (2012)































