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Beiträge mit Schlagwort “FSK16

Filmreview: “Alien Abduction” (2014)

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ALIEN ABDUCTION

Story

 
 
 
Keine Woche vergeht ohne weiteren Found-Footage-Film: Bei einem gemeinsamen Campingurlaub gerät eine unwissende Familie in die Fänge experimentiergeiler Aliens …
 
 
 


 
 
 

ALIEN ABDUCTION – Kritik

 
 
 
Eigentlich hätte aus ALIEN ABDUCTION ein ganz guter Film werden sollen, so zumindest versprach es der ansprechende Filmtrailer, der mit ausreichend Action und schockreichen Schreckensmomenten neugierig auf astreinen Sci-Fi-Terror gemacht hat. Die Enttäuschung naht jedoch mit Sichtung des fertigen Streifens, denn Regisseur MATTY BECKERMANN hat hier nicht nur üblen Found-Footage-Brei geköchelt; die besten Szenen bekommt der Zuschauer auch gleich in der hektisch zusammengeschnittenen Filmwerbung präsentiert. Wer schlau ist erspart sich daher die konfus gefilmte Alien-Geisterbahn, bei der das wackelige Geschehen von teils derart nervigen Störsignalen begleitet wird, dass man oftmals nicht so recht weiß, ob da gerade die eigene Glotze den Geist aufgibt oder BECKERMANN den mehr als nervenden Filmeffekt so gewollt hat. Auch wenn ALIEN ABDUCION kein sehenswerter Vertreter innerhalb des Found-Footage-Genres darstellt, so ist die zugrundeliegende UFO-Thematik immer noch unverbraucht genug, um das Interesse beim unerfahrenen Wackelcam-Freund zu wecken. Der dürfte vermutlich gleich zu Beginn Feuer und Flamme sein, schließlich brüstet sich auch ALIEN ABDUCTION damit, auf wahren Begebenheiten zu beruhen. Als Grundlage dienen Urbane Legenden von mysteriösen Lichterscheinungen am Himmel über Brown Mountain in der Region North Carolinas. Bis heute konnte nicht eindeutig geklärt werden, welchen Ursprung die sogenannten Brown Mountain-Lichter besitzen. Für BECKERMANN Grund genug, das Mysterium der seltsamen Himmelsereignisse auf außerirdisches Leben zurückzuführen, das in bescheidener Regelmäßigkeit auf der Erde landet, um sich ein paar Menschen zu krallen, damit an ihnen Experimente durchzuführt werden können. Ein paar ersponnene Interviews und Nachrichtensendungen im obligatorischen Found-Footage-Dokustil heucheln dem ahnungslosen Zuschauer fiktiven Realismus vor und berichten vom Verschwinden diverser Menschen, die im Jahr 2011 in der Gegend unter unerklärlichen Umständen verschollen sind. Bei einem selbsterklärenden Titel wie ALIEN ABDUCTION (was soviel heißt, wie die Entführung durch Außerirdischen) ahnt der Zuschauer natürlich sofort, dass hinter als dem Schabernack eine heimtückische Alienbrut steckt, die nichts Gutes im Sinn hat. Eine ahnungslose Familie bekommt das am eigenen Leibe zu spüren, die in der Gegend etwas Camping machen möchte und so den Außerirdischen direkt in die Arme läuft.
 
Der Horrorfan erlebt die Ereignisse aus der Sicht des authentisch veranlagte Riley Morris (RILEY POLANSKI), der den aufregenden Familienurlaub mit seiner Handkamera filmt und so den blanken Terror auf Film bannt. Erst sind es verlassene Autos, die viele Fragen aufkommen lassen. Später regnet es Krähen, was vor allem den unwissenden Eltern Sorgen bereitet. In einem dunklen Tunnel kommt es dann auch schon zur ersten Konfrontation mit den fremdartigen Kreaturen. Schnell ist die Spur gewittert und die Jagdsaison auf die Familienangehörigen eröffnet, die von nun an nach bekanntem 10-kleine-Jägerlein-Prinzip ins Raumschiff befördert werden. Viel bekommt der Zuschauer jedoch nicht zu sehen, denn sind die Aliens in der Nähe, fängt auch schon das Bild der Kamera fürchterlich an zu stören. Das mag zwar anfänglich geschickt getrickst sein, beginnt aber nach der zigsten Wiederholung ganz schnell an zu nerven, schließlich will man dann doch ein/zwei Aliens zu Gesicht bekommen. Filmemacher MATTY BECKERMANN (übrigens Produzent des Sci-Fi-Gruslers ISOLATON und dem Remake zu DAS EXPERIMENT) arbeitet für sein Regiedebüt ganz souverän die Checkliste üblicher Found-Footage-Standards ab und beweist weder Eigenständigkeit noch Mut, dem mittlerweile unbeliebten Subgenre neue und interessante Ideen einzuverleiben. Hat man schon einige Filme im Shaky-Cam-Format gesehen, überrascht das Gebotene in ALIEN ABDUCTION wenig. Das Wackelfiasko ist derart klischeebehaftet und vorhersehbar, dass die Langeweile nicht lang auf sich warten lässt. Zudem bleibt auch hier die Frage ungeklärt, wie ein kleiner Junge bei derart grausigen Erlebnissen noch in der Lage sein kann, das Erlebte konsequent durchdacht und perfekt ausgeleuchtet filmen zu können. Am Ende sitzen alle Familienmitglieder in der Falle, Riley schluchzt BLAIR WITCH PROJECT-like in die Kamera und wird als letzter im Bunde ins UFO gebeamt. Nachfolgend wird die Kamera aus dem Raumschiff zurück auf die Erde geschleudert, so dass der Zuschauer Zeuge eines aufregend dokumentierte Aufpralls auf der Erde wird – Übrigens, die besten Szene des gesamten Films, auch wenn unklar bleibt, wie die Kamera bei einem Fall aus mehreren Kiliometern Höhe immer noch funktionieren kann.
 
 
 


 
 
 

ALIEN ABDUCTION – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Rasant inszenierter und effektreicher Alien-Terrorfilm im Found-Footage-Gewand. Leider ist ALIEN ABDUCTION trotz interessanter Grundidee kein guter Vertreter des Wackelkamera-Genres, was vor allem an den ständig auftretenden Störsignalen liegt, die manchmal kaum erkennen lassen, was da auf der Mattscheibe überhaupt passiert. Zudem bekommt der Zuschauer kaum Aliens vor die Linse, was vermutlich mal wieder auf Kostengründen zurückzuführen ist. Aufgrund des reißerischen Titels und des herrlich ansprechenden Trailers enttäuscht das Gebotene auf ganzer Linie, denn Regisseur MATTY BECKERMANN ist ausschließlich damit beschäftigt, die Klischee-Liste für Wackelcam-Streifen nahezu akribisch abzuarbeiten. Am Ende fühlt man sich als Horrorfan doch sehr veräppelt, schließlich erwartet man bei einem vielversprechenden Titel wie ALIEN ABDUCTION eine fiese Alien-Hatz und keinen faulen Budenzauber, der statt Angst einzujagen durch künstlich verursachtes Kameragewackel schlimme Kopfschmerzen verursacht. Wir können nur abraten, denn ALIEN ABDUCTION ist eine gemeine Mogelpackung und Enttäuschung vor dem Herrn.
 
 
 


 
 
 

ALIEN ABDUCTION – Zensur

 
 
 
ALIEN ABDUCTION ist nicht nur ein mieser Film, sondern auch zurückhaltend mit Gewalt. Es gibt ein gebrochenes Rückgrat zu sehen und ein paar verdreht Augen. Das dürfte der FSK eine ungeschnittene FSK16-Freigabe Wert sein.
 
 
 


 
 
 

ALIEN ABDUCTION – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Absence (2013)
 
Cloverfield (2008)
 
Europa Report (2013)
 
Apollo 18 (2011)
 


Filmreview: “Infected” (2012)

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INFECTED

Story

 
 
 
Ein bunt gewürfelter Strauß von Figuren trifft sich in einer Waldhütte, um ein gemeinsames Wochenende zu verbringen. Doch die vermeintliche Idylle wird bald gestört: In den Wäldern streifen fieberkranke Mitmenschen umher, die von einem maßlosen Verlangen nach rohem Fleisch angetrieben werden und sich rasch zu vermehren scheinen. Für unsere Protagonisten beginnt ein Kampf auf Leben und Tod …
 
 
 


 
 
 

INFECTED – Kritik

 
 
 
Fiebrigkeit, Raserei, Hunger auf Menschenfleisch, der Verlust der Ratio und des freien Willens – in allen Bereichen der Popkultur seit Romeros NIGHT OF THE LIVING DEAD hat man uns gelehrt, diese Symptome mit dem Begriff des Zombies zusammenzudenken. INFECTED unterscheidet sich von vielen klassischen Zombiefilmen darin, dass die Figuren, die diese Symptome ausstellen, mit einer Restkapazität ausgestattet sind, dagegen anzukämpfen. Es sind keine bereits Gestorbenen, ihrer Seele geraubten Wiedergänger, sondern tollwütige Kranke, im qualvollen Widerstreit mit den in ihnen wütenden animalischen Kräften. Eine Eigenart, die sich im Laufe des Films oftmals spannungsfördernd auswirkt. Beispiel: Eine infizierte Frau, die in den Wäldern bereits ihr erstes Opfer gerissen hat, wird von einigen unwissenden Bekannten in deren Haus gebracht und gepflegt. Die kalten Tücher und das gute Zureden scheinen Linderung zu bewirken, doch man weiß, dass das Virus wieder überhand nehmen, das Tier im Menschen wieder zuschnappen wird. Bloß wann? Der vollständige Verlust des freien Willens, das Kernelement allen Zombifiziertseins (vgl. TWOHY 2008, S. 5), wird hier nämlich nicht erst angekündigt durch den vorgängigen Tod des Opfers, sondern bleibt eine ständige Gefahr, die die Infizierten zu tickenden Zeitbomben macht. Jeden Moment muss man mit einem Übergriff rechnen. Der Schrecken liegt aber nicht völlig in der Abruptheit der Transformation, er liegt vor allem in der Möglichkeit ihrer Umkehrbarkeit. Diese Möglichkeit hat etwas Grausames an sich, da sie, jedes Mal neue Hoffnungen streut und aufgrund ihres temporären Charakters zugleich neue Verletzbarkeiten schafft.
 
Wenn wir einen Film sehen, schreiben wir den Vorfällen auf der Leinwand eine bestimmte Bedeutung zu (vgl. THOMPSON 2001, S. 426) Man kann sagen, der Zuschauer „liest“ den Film, wie er einen Text liest. Eine Eigenschaft vieler – wenn nicht aller – Texte ist, dass sie auf andere Texte Bezug nehmen (Intertextualiät). Intertextuelle Bezüge hat es im Horrorfilm immer gegeben, aber erst in den vergangenen zwanzig Jahren hat sich im Horrorfilm ein „hyperpostmoderner“ Erzählton herausgebildet, der diese Intertextualität auf die Spitze treibt, indem er die Andeutungen, die vorher nur Subtext waren zum Text macht (vgl. VEE 2005, S. 47). Beispiele dafür sind die von einem maskierten Killer verfolgten Jugendlichen in SCREAM, die ihre eigene Situation im Rückblick auf Motive berühmter Slasherfilme diskutieren (Ebd., S. 45). Oder das popkulturell geprägte Reflektieren der Opfer einer Vampirattacke über Möglichkeiten der Blutsaugervernichtung in FROM DUSK TILL DAWN („Crosses hurt vampires“ – „All you gotta do is put two sticks together and you got a cross” – „Peter Cushing does that all the time“).
 
Obwohl INFECTED zahlreiche Motive aus vergangenen Genrefilmen übernimmt, teilt er nicht den hyperpostmodernen Erzählton letztgenannter Horrorfilme: Die Anleihen werden nicht mit selbstironischer Geste präsentiert, um einem Insiderpublikum zu gefallen, das den Verweis wiedererkennt. Vielmehr reproduziert der Film die Elemente in der Hoffnung, dass sie ihre einstige dramaturgische (erschreckende) Wirkung hier noch einmal tun. Der Rückgriff aufs Klischee, das heißt der Rückgriff auf etwas ursprünglich Innovatives, das sich einst bewährt hat, weil es sich bewährt hat, ist natürlich ein Ausweis mangelnder Originalität. In seinem Screenwriting-Lehrbuch STORY beschreibt ROBERT MCKEE das Klischee als Zentralquell der Publikumsunzufriedenheit und versteht den Krieg gegen Klischees als die wichtigste und anspruchsvollste Aufgabe eines heute lebenden Autoren (vgl. MCKEE 1997, S. 67). Ich stimme damit überein. Ich reagiere oft allergisch auf Klischees in Filmen. Aber im geliebten Genre Horror sieht die Sache etwas anders aus. Im Horrorfilm sehen wir in erster Linie Charakteren zu, die sich in extremer Gefahr befinden. Das Anschauen dieser Momente versetzt unser Bewusstsein in einen alternativen Zustand, in dem unser Fokus verengt und unsere Vernunft behindert wird, und zwar so sehr, dass wir den manipulativen Versuchen der Filmemacher regelrecht ausgeliefert sind (vgl. NORDEN 1980, S. 76f.). Wir werden durch das Miterleben der Leinwandbedrohung vorrübergehend „primitivisiert“, unser analytisches und kritisches Denken – welches u.a. dazu dient, Klischees zu erkennen und abzulehnen – außer Kraft gesetzt (vgl. Ebd., S. 77). Das erklärt, warum im Horror- bzw. Spannungsfilm selbst das Altbackende, Längstbekannte immer wieder zu funktionieren scheint, warum wir jedes Mal voller Angespanntheit und Entsetzen mit ansehen können, wie Clarice Starling durch Buffalo Bills dunklen Keller tappt, obwohl wir die Szene schon zwanzig Mal gesehen haben. Und es erklärt eben auch, warum INFECTED durchaus spannend ist, obwohl: die Protagonisten sich in einem Landhaus verschanzen (Klischee), im Radio etwas über den Ursprung der Epidemie erzählt wird (Klischee), Zombies durch vernagelte Fenster platzen (Klischee), bereits Infizierte am letzten Gefecht teilnehmen (Klischee), ein problematisches Verhältnis zwischen Vater und Sohn besteht (Klischee), eine Frau hochschwanger ist (Klischee), ihr natürlich im Moment größter Gefahr die Fruchtblase platzt usw. usw.
 
All das ist wie gesagt weitestgehend ironiefrei, die Anleihen an Genreklassiker wie NIGHT OF THE LIVING DEAD verbleiben im Subtext und werden von den Filmcharakteren im Dialog nicht reflektierend aufgenommen oder kommentiert wie dies in SCREAM oder FROM DUSK TILL DAWN der Fall ist. Obwohl die popkulturell induzierte Aufgeklärtheit über Ausmaß und Operationsweise der sie bedrohenden antagonistischen Kräfte für die Protagonisten letztgenannter Filme nicht die Gnadenlosigkeit des physischen Übergriffs, nicht das Unerbittliche daran beseitigen kann, so ist diese antagonistische Gewalt in ihrer ursprünglichen Bedrohlichkeit doch arg eingeschränkt. Dem selbstreflexiven Witz des Drehbuchs fällt etwas zum Opfer: nämlich der in der Ungewissheit vergrabene Schrecken eines Anderen, das sich eindeutiger Zuschreibung und kultureller Kategorisierung verweigert. Es fällt schwerer, mit solchen Figuren mitzufiebern, die ein definitorisches Wissen über die ihnen gegenüberstehenden Schrecken besitzen, einfach weil sie dieses Wissen mit einer Macht ausstattet, die sie viel weniger hilflos erscheinen lässt als es die unschuldigen, unaufgeklärten, vom unbegreiflichen Anderen überrumpelten Protagonisten eines INFECTED sind, die ihre Lage mit dem gleichen fassungslosen Schock erleben wie einst Barbara und Ben in NIGHT OF THE LIVING DEAD. Angesichts dieses überraschend ernsten Erzähltons wirkt denn auch eine Szene reichlich deplatziert, in der sich eine Prostituierte im Wald lasziv vor dem lüstern-parodistischen Auge der Kamera entkleidet, nur um kurz darauf von einem Zombie angefallen zu werden. Über die Titten habe ich mich trotzdem gefreut.
 
Noch ein paar Worte zur Erzählstruktur (Achtung Spoiler): Die Geschichte hebt an mit einem Voice-Over MICHAEL MADSENS, der uns darüber aufklärt, dass die Welt von einem mysteriösen Virus heimgesucht worden ist, der die Infizierten in rasende Bestien verwandelt. Es folgt eine Rückblende, in der eine Menschengruppe, deren Mitglieder wir noch nicht zuordnen können, in einem verbarrikadierten Landhaus festsitzt und sich gegen von außen eindringende Zombies zu wehren versucht. Im Höhepunkt des Gefechts bricht die Szene abrupt ab und der Film springt in der erzählten Zeit um einige Stunden zurück, von wo aus sich der Zentralplot entwickelt, in dem nach und nach alle Charaktere vorgestellt und die Ereignisse gezeigt werden, die letztlich zur Eingangssequenz geführt haben. Nachdem der Film diesen Erzählpunkt wieder erreicht hat, unterläuft er die Erwartungen des Zuschauers geschickt, indem die Geschichte noch etwas weiter geht, aber im schicksalsentscheidenden dramaturgischen Moment abermals abgebrochen wird. Nun gibt es einen erzählerischen Sprung in die Zukunft und wir werden plötzlich mit einer postapokalyptischen Welt konfrontiert wie sie im Eingangs-Voice-Over MADSENS lediglich angedeutet blieb. Wir erfahren, wer die ausgesparte finale Konfrontation des Zentralplots überlebt hat und sehen die Überlebenden in den Überresten der Zivilisation nach Versorgungsmitteln und Medizin herumstochern. Stilistisch gesehen fällt der Film hier in zwei Teile. Auf NIGHT OF THE LIVING DEAD folgt MAD MAX 2: THE ROAD WARRIOR. Die Plötzlichkeit, mit der INFECTED diesen Sprung vollführt, hat mich positiv überrascht.
 
 
 


 
 
 

INFECTED – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
INFECTED ist eine im ländlichen Setting spielende moderne Variante des klassischen Zombiefilms, die sich zahlreicher Erzählklischees bedient. Allerdings fügt der Film der klassischen Darstellungsweise des Zombies einen neuen, spannungsfördernden Aspekt hinzu. Er ist kompetent inszeniert und verzichtet auf selbstironische Gesten. Die angehäuften Klischees können ihr Wirkpotenzial dadurch tatsächlich entfalten und sorgen für ein spannendes und unterhaltsames Seherlebnis.
 
 
 


 
 
 

INFECTED – Zensur

 
 
 
In punkto Gore versucht INFECTED nicht mit Genre-Blutorgien wie DAWN OF THE DEAD oder ZOMBI 2 zu konkurrieren. Die Gewaltdarstellung bleibt moderat. Im Falle einer deutschen Veröffentlichung, würde ihn die FSK wohl unangetastet durchwinken. Eine 16er-Freigabe halte ich dabei für möglich.
 
 
 


 
 
 

INFECTED – Trailer

 
 

 
 

Prof. Dr. Chromeskull

 
 
 

INFECTED – Literaturverweise

 
 
 
- MCKEE, Robert (1997): Story. Substance, Structure, Style, and the Principles of Screenwriting. New York. Harper Collins;
- NORDEN, Martin F. (1980): Toward a Theory of Audience Response to Suspenseful Films. In: Journal of the University Film Association, Vol. 32, Nr. 1/2, S. 71-77;
- THOMPSON, Kristin (2001): Neoformalistische Filmanalyse. Ein Ansatz, viele Methoden. In: Albersmeier, Franz-Josef (Hrsg.): Texte zur Theorie des Films. 4. Auflage. Stuttgart. Reclam, S. 409-446;
- TWOHY, Margaret (2008): From Voodoo to Viruses: The Evolution of the Zombie in Twentieth Century Popular Culture. Masterarbeit. Dublin;
- VEE, Valerie (2005): The Scream Trilogy, “Hyperpostmodernism,” and the Late-Nineties Teen Slasher Film. In: Journal of Film and Video, Vol. 57, Nr. 3, S. 44-61.
 
 
 
Ähnche Filme:
 
Battle of the Damned (2012)
 
Resurrection of the Walking Dead (2010)
 
Battle of the Damned (2013)
 
Antisocial (2013)
 


Filmreview: “Autumn Blood” (2013)

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AUTUMN BLOOD

Story

 
 
 
Ein 16-jähriges Mädchen (SOPHIA LOWE) lebt mit der Mutter und dem kleinen Bruder zurückgezogen auf einem kleinen Hof in den Tiroler Bergen. Als die Mutter nach schwerer Krankheit stirbt, durchleben die Kinder die Hölle. Erst wird die Tochter mehrfach vom Sohn des Bürgermeisters vergewaltigt; als eine Sozialarbeiterin nach dem Rechten sehen will und die Misshandlungen aufzufliegen drohen, sollen die verstörten Kids sterben damit sie nichts ausplaudern können. Es beginnt eine erbarmungslose Hetzjagd auf die Geschwister, die keinen anderen Ausweg wissen und in die gefährliche Bergwelt der Tiroler Alpen flüchten …
 
 
 


 
 
 

AUTUMN BLOOD – Kritik

 
 
 
Nachbarland Österreich mischt nun ganz souverän mit auf dem internationalen Filmmarkt und scheint erkannt zu haben, dass deutschsprachige Horrorfilme auch gern im Ausland gesehen werden. Zuletzt hat MARVIN KREN mit seinem kritischen Öko-Schocker BLUTGLETSCHER (2013) von der internationalen Presse viel Lob erhalten und MICHAEL HANEKE schaffte es mit der kontroversen Terror-Satire FUNNY GAMES (1997) sogar bis nach Hollywood, wo er zehn Jahre später seinen eigenen Spielfilm neu drehen und auf Hochglanz poliert in die Kinos bringen durfte. Beim nächsten Glücksgriff handelt es sich um den Tiroler Werbefilmer MARKUS BLUNDER. Der gebürtige Kufsteiner hat sich sein filmisches Handwerk in München und Los Angeles angeeignet und bisher zahlreiche Musikvideos und Werbefilme gedreht. Nun hat er seinen ersten Langfilm inszeniert und damit schon auf einschlägigen Filmfestivals Zuspruch erhalten. Dass der Regisseur mit seinem Debüt aber ganz unfreiwillig ins Horror-Genre geschlittert ist, dürfte der Österreicher vermutlich gar nicht so geplant haben. Der Filmneuling bezeichnet seinen Streifen nämlich selbst als „alpinen Western”. Die für dieses Genre typischen Cowboys, Saloons und taffen Sprüche sucht man hier jedoch vergebens, denn eigentlich ist sein AUTUMN BLOOD eine Mischung aus Heimatfilm, Überlebenstrip und Rape-and-Revenge-Thriller, bei der aber der Racheplot aus dem Drehbuch gestrichen wurde. Gedreht wurde im Ötztal und im Lechtal sowie in der Zugspitzregion, was dem Thriller eine ganz individuelle Note verleiht, weil man derart Filmstoff bisher noch nie vor solch beeindruckender Kulisse erleben durfte. Die Protagonisten hetzen durch bildgewaltige Landschaften, bewegen sich über schwindelerregende Schluchten und durchqueren märchenhaft anmutende Wälder. Die wunderbare Kameraarbeit tut da ihr Übriges und lässt des Öfteren die wenigen Protagonisten vergessen, die äußerst wortkarg durch die dünne Handlung stolpern. Gesprochen wird in AUTUMN BLOOD übrigens kaum, stattdessen glänzen die erfahrenen Schauspieler mit ausdrucksstarkem Schauspiel. Die Prämisse ist zwar anfänglich recht gewöhnungsbedürftig; hat man sich erst einmal an die ungewöhnliche Dialogarmut gewöhnt, fesselt AUTUMN BLOOD trotz hanebüchener Handlung durch anständigem Thrill und schweißtreibende Atmosphäre.
 
Regisseur MARKUS BLUNDER bringt die überwältigende Macht der Bilder zurück in die Kinos. In AUTUMN BLOOD fungiert nicht das magere Drehbuch als Geschichtenerzähler, sondern der stimmige Soundtrack in Kombination mit den geheimnisvollen Landschaften der Tiroler Bergwelt. Demzufolge sei dem Leser geraten, sich diesen Geheimtipp möglichst auf der großen Leinwand anzuschauen, denn nur hier dürfte der Streifen seine ganze Wirkung entfalten können. BLUNDER hat mit seinem Erstling einen einzigartigen Thriller gedreht, der Lust auf mehr von dem macht, was der talentierte Filmneuling in Zukunft auf Zelluloid bannen wird. Auch wenn sein HEIDI meets BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE so seine Logikpatzer besitzt (seit wann kommuniziert man im ländlichen Tirol ausschließlich in Englisch) gehört der beklemmende Survivaltrip zweifelsohne zum Besten, was das europäisches Genrekino hervorgebracht hat. Auf Filme wie AUTUMN BLOOD können die Österreicher zu Recht stolz sein und es würde nicht wundern, wenn BLUNDER als nächster Österreicher demnächst in Hollywood außergewöhnliche Filme drehen darf. Für so wunderschön gefilmtes Grauen bekommt BLUNDERS Debüt vom FILMCHECKER-Team verständlicherweise eine seltene Bewertung von acht Filmklappen und das Prädikat: Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

AUTUMN BLOOD – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
HEIDI meets BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE – Grausamer Überlebenstrip vor der traumhaften Bergkulisse Tirols. AUTUMN BLOOD entpuppt sich als schwindelerregende Hetzjagd durch malerische Landschaft, die statt Dialoge zu nutzen lieber Bilder sprechen lässt. Zwar ist die Geschichte vom Mädchen, das vergewaltigt wird und vor ihren Peinigern in die Wälder flüchtet nicht neu; die etwas gewöhnungsbedürftige Symbiose aus Heimatfilm, Terror- und Rape’n Revenge-Thiller funktioniert jedoch erstaunlich gut und dürfte sogar das Interesse von Expoitationfans auf den Plan rufen, die hier jedoch kein ultra-derbes Gewaltmachwerk erwarten sollten. AUTUMN BLOOD ist österreichische Thriller-Unterhaltung auf hohem Niveau, was vor allem an der bildgewaltigen Machart liegt, wie Regisseur MARKUS BLUNDER hier das Grauen auf Film bannt, denn bei so ansprechend gefilmter Bergkletterei wird dem Zuschauer allein schon beim Zusehen schwindelig. Wer die Chance hat diesen österreichischen I SPIT ON YOU GRAVE-Ableger (freilich ohne Rachepart) auf der großen Leinwand zu sehen, sollte sie nutzen. Denn nur hier dürfte die packende Bilderflut und der spannende Überlebenskampf erst richtig wirken.
 
 
 


 
 
 

AUTUMN BLOOD – Zensur

 
 
 
Für einen Rape’n Revenge-Thriller ist das Gezeigte ziemlich harmlos. Es gibt eine Vergewaltigung zu sehen, die aber im Off stattfindet. Ein paar Einschüsse dürften aber für eine ungeschnittene FSK16 sorgen.
 
 
 


 
 
 

AUTUMN BLOOD – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Mooring (2012)
 
Eden Lake (2008)
 
I SPIT ON YOU GRAVE 2 (2013)
 


Filmreview: “Perfect Sisters” (2014)

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PERFECT SISTERS

Story

 
 
 
Ein Film der auf wahren Begebenheiten beruht: Die beiden Schwestern Beth und Sandra planen den Mord an ihrer Mutter, weil sie die ständigen Alkoholexzesse der Mutter nicht mehr ertragen können …
 
 
 


 
 
 

PERFECT SISTERS – Kritik

 
 
 
Die kleine Miss Sunshine ABIGAIL BRESLIN (SIGNS, HAUNTER) hat es wieder getan und in einem Film mitgespielt, der bei Freunden düsterer Filmkunst auf Interesse stoßen dürfte. Der einst gefeierte Kinderstar scheint das Saubermannimage ablegen zu wollen und ist in letzter Zeit ziemlich oft in glatt polierten Actionfilmen (ENDER’S GAME) und hektischen Hochspannungs-Thrillern (THE CALL-THE LEG NICHT AUF) zu sehen. Auch BRESLINS neuster Streich hat mit sonntäglicher Familienunterhaltung nur wenig am Hut. Regisseur STANLEY M. BROOKS hat sich hier das Buch THE CLASS PROJECT: HOW TO KILL A MOTHER von BOB MITCHELL vorgenommen und daraus den Film PERFECT SISTERS gemacht. Der kontroverse Roman wurde bereits 2008 veröffentlicht, beruht auf wahren Begebenheiten und schildert den gerissenen Mord an LINDA ANDERSEN, die im Jahr 2003 von ihren pubertierenden Töchtern Sandra and Beth im kanadischen Bramton ermordet wurde. Die Töchter waren es leid, dass die alleinerziehende Mutter das hart verdiente Geld für Alkohol verschwendete anstatt dem Nachwuchs einen adäquaten Lebensstandart zu bereiten. Nötigen Input für das Verbrechen holten sich die Kinder aus dem Internet und ertränkten wenig später die zuvor mit Alkohol abgefüllte Mutter in der Badewanne. Leider verhielten sich die Kids nach der Tat arg leichtfertig. Ein Jahr nach dem Vorfall erzählte die alkoholisierte Sandra einem Freund vom Mord. Der rief umgehend die Polizei und die Geschwister wurden zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt.
 
Anders als die damals 15-jährigen Gören des tatsächlichen Mordfalls, verhalten sich die Mädchen Sandra (ABIGAIL BRESLIN) und Beth (GEORGIE HENLEY) in BROOKS Verfilmung deutlich bedachter und reifer. Die sind aus dem Gröbsten heraus und erziehen sich und den kleinen Bruder selbst, weil Mutter Linda (MIRA SORVINO) dazu nicht mehr in der Lage ist. Die jämmerliche Kreatur ertränkt Depressionen im Suff, scheint kaum noch Herr ihrer selbst zu sein und hat die Hoffnung von einem besseren Leben ohnehin schon längst begraben. Umso vertrauter sind sich die Mädchen, die seit der Alkoholsucht der Mutter auf sich allein gestellt sind. Sie verfügen über eine Geheimsprache, können die Gedanken des jeweils anderen lesen und stehen sich näher, als die Mutter es je sein wird. Damit die Tat für den Zuschauer zugänglicher erscheint und die Figuren nicht zu kaltblütige Muttermörderinnen deklariert werden, haben BROOKS Mädchen ein einglaubhaftes Motiv für ihr Handeln. JAMES ROSSO tritt in PERFECT SISTERS als gewissenloser Psychopath in Erscheinung, der sich als neuer Freund der Mutter nicht nur an selbiger vergeht, sondern auch die jüngere der beiden Schwestern sexuell belästigt. Als die Mädchen sehen, wie sehr die Mutter unter den Gewaltausbrüchen des Partners zu leiden hat und sie sich in ihrem Freiheitsgefühl eingeschränkt sehen, weil sie in das Haus des aggressiven Freundes einziehen sollen, planen sie den Mord um alle Beteiligten von der qualvollen Last zu erlösen.
 
PERFECT SISTERS ist ein weiterer Beitrag aus der Reihe: Kriminalfälle, die Geschichte schrieben. Seit jeher lassen sich nämlich solche Leinwand-Tatsachenberichte richtig gut verkaufen, schließlich sind viele Filmfans geradezu fasziniert vom Bösen, dem man nachts lieber nicht allein im Dunkeln begegnen möchte. Macher STANLEY M.BROOKS hat aus der Grundlage einen recht spezielles Filmexperiment geschaffen, das sich in keine Schublade stecken lässt. Der Film ist ein Mix diverser Genres, der aufgrund der ernsten Thematik nicht jedermanns Sache sein dürfte. Während PERFECT SISTERS zu Beginn eine freche Coming-of-Age-Komödie vermuten lässt, kippt die Stimmung spätestens ab Filmmitte. Dann nämlich wird der Streifen zu einem schwer verdaulichen Drama, das mit erschreckender Intensität die unkontrollierten Gewalteskapaden des Freundes der Mutter bebildert. Damit sich der Zuschauer von der teils unangenehmen aber intensiv gespielten Wütausbrüchen ROSSOS erholen kann, zeigt Regisseur STANLEY M.BROOKS seinen Sinn fürs Makabere. Die Mädchen debattieren auf gar schwarzhumorige Weise, wie sie dem Leben der Mutter möglichst spektakulär ein Ende bereiten können. Wenig später wird die Tat fast schon suspenselastig auf der Mattscheibe zelebriert, damit der Film anschließend in einer Art Gerichtsdrama enden kann. PERFECT SISTERS versucht nicht zu moralisieren oder jemandem die Schuld für das Verbrechen zuzuweisen. Dem Zuschauer bleibt eine endgültige Aussage verwehrt, wobei die Entscheidung der Schwestern im Gegensatz zum tatsächlichen Mordfall durchaus schlüssig bleibt. Vor der Tat wenden sich die Geschwister mit ihrem Hilferuf an die örtlichen Behörden, werden aber mangels Beweise nicht ernst genommen. Ebenfalls verweigert auch der getrennt lebende Vater jeglicher Unterstützung, der mittlerweile eine eigene Familie besitzt und mit dem alten Leben nichts mehr zu tun haben möchte.
 
Dank lobenswerter Leistungen von ABIGAIL BRESLIN und GEORGIE HENLEY, die die Schwestern zugänglich, natürlich und sympathisch verkörpern muss sich der Zuschauer am Ende selbst mit der Frage nach Recht und Unrecht auseinandersetzen. PERFECT SISTERS übernimmt keinerlei Stellung, ob es sich bei den Mädchen nun um Opfer oder Täter handelt. Ein kluger Schachzug, der PERFECT SISTERS von den bisher verfilmten Kriminalgeschichten positiv abhebt. Trotz bekannter Kinogesichter ist dieser außergewöhnliche Film nicht für den Massenmarkt gestrickt. Der bisher serienerprobte STANLEY M. BROOKS hat hier seinen ersten Langfilm gedreht, der eigentlich als TV-Film konzipiert war. BROOKS wollte aber die Geschichte unkonventionell und düster umsetzen, was dazu führte, dass das Drehbuch umgeschrieben werden musste und letztendlich ein richtiger Film draus wurde. Auch wenn der teils etwas unbeholfene TV-Look auf kleines Budget zurückzuführen ist, gehört PERFECT SISTERS zu einem der bisher besten Indies im Filmjahr 2014.
 
 
 


 
 
 

PERFECT SISTERS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kontrovers, dramatisch und dennoch nie geizig mit frechenen Sprüchen: PERFECT SISTERS ist ein zwar sonderbares aber dennoch durchaus sehenswertes Filmexperiment mit hervorragenden Schauspielern und durchdachter Inszenierung. Auch wenn sich Regisseur STANLEY M. BROOKS nie so recht entscheiden kann in welche Genre-Schublade er seinen Debütfilm stecken will, funktioniert die Mischung aus schwarzhumoriger Komödie, düsterem Thriller und ergreifendem Coming-of-Age-Drama nahezu perfekt. Wer sehenswerte Filme fernab des Massenmarktes bevorzugt sollte PERFECT SISTERS unbedingt auf seine Filmliste setzen, denn dieser Indie zeigt konventionell gestrickten Machwerken ganz souverän den Mittelfinger.
 
 
 


 
 
 

PERFECT SISTERS – Zensur

 
 
 
PERFECT SISTERS ist keiner dieser schaufreudigen Horrorstreifen, die tatsächlich vorgefallene Kriminalfälle auf möglichst ekelhafte und reißerische Weise darstellen müssen. Das Werk ist mehr Drama als Horror. Gewalt wird eher angedeutet und spielt sich im Kopf des Zuschauers ab. Der Muttermord selbst wird zudem kurz und schmerzlos abgehandelt. Dennoch meinen wird, dass PERFECT SISTERS aufgrund des etwas fragwürdigen Inhalts erst für 16-jährige freigegeben wird.
 
 
 


 
 
 

PERFECT SISTERS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Lizzie Borden Took an Ax (2014)
 
Dahmer (2002)
 
Ed Gein – The Wisconsin Serial Killer (2000)
 
Gacy (2003)
 


Filmreview: “Kiss of the Damned” (2012)

Kiss-of-the-Damned-2013
 
 
 

KISS OF THE DAMNED

Story

 
 
 
Wenn Zwei sich lieben, ärgert das die Dritte. Djuna ist Blutsaugerin, verliebt sich in Paolo und macht ihn zum Vampir. Alles hätte so schön werden können, wäre da nicht Djunas kleine Schwester, die einfach nie auf das hören will, was die Große ihr sagt …
 
 
 


 
 
 

KISS OF THE DAMNED – Kritik

 
 
 
Das waren noch Zeiten, als Eurohorror die Kinos unsicher machte und sich vor allem Vampire aus Großbritannien, Frankreich oder Italien von den oftmals eher züchtigen amerikanischen Blutsaugern abzuheben verstanden. In den 60er und 70er Jahren verging kein Jahr ohne Vampirfilm, wobei europäische Regisseure wie JESS FRANCO und HARRY KÜMEL versuchten dem angestaubten Vampirthema durch Beigabe von Sex und Gewalt neues Leben einzuhauchen. Regie-Neuling XAN CASSAVETES hatte schon immer eine Vorliebe für europäische Filme. Besonders jedoch haben sie die Werke von BERNARDO BERTOLUCCI und JEAN ROLLIN geprägt. Letzterer hatte Ende der 60er den französischen Vampirfilm LE VIOL DU VAMPIRE gedreht und rasch den Ruf des Schmuddel-Vampirfilm-Machers weg, weil sich in seinen Streifen bevorzugt schöne Frauen textilfrei vor der Kamera räkelten. Nicht wesentlich anders geht es in CASSAVETES Erstling KISS OF THE DAMNED zu. Drehbuchautorin, Regisseurin und Tochter des legendären JOHN CASSAVETES (Darsteller in ROSEMARY’S BABY oder TEUFELSKREIS ALPHA) hat sich recht unverfroren bei Klassikern wie Jess Francos ENTFESSELTE BEGIERDE (1973) und Tony Scotts THE HUNGER (1983) bedient. Schenkt man diversen Interviews Glauben, gehört VAMPYROS LESBOS (1971) zu einem der absoluten Lieblinsfilme der Newcomerin, die nun mit fast 50 Lenzen ihren ersten eigenen Film gemacht hat, der sich mit einer Mischung aus Erotikfilm und Vampirmythos vor den Euro-Trashern der 70er verbeugen möchte. Wie in genannten Schmuddelfilmchen wird auch in KISS OF THE DAMNED die erotische Anziehungskraft der Frau in den Mittelpunkt gerückt, schließlich gibt es kein Genre innerhalb des Phantastischen Films, das so sehr prädestiniert ist, Erotik mit Grusel zu verbinden wie der Vampirfilm.
 
Djuna (JOSEPHINE DE LA BAUME) trifft die Liebe ihres Leben in einer Videothek. Beim Stöbern durch die Filmregale lernt sie den attraktiven Drehbuchautoren Paolo (MILO VENTIMIGLIA) kennen, der den Reizen der mysteriösen Schönheit nicht widerstehen kann. Die beiden landen wenig später in der Kiste, wo der liebeshungrige Schönling mit dem Geheimnis seines Betthäschens konfrontiert wird. Djuna ist eine Vampirin, die zurückgezogen in einer Villa auf dem Land lebt und sich vom Blut wilder Tiere ernähren muss. Im Liebesrausch beißt die begehrenswerten Djuna den adretten Fremden, der fortan als Vampir an ihrer Seite lebt. Das Liebesglück scheint nahezu perfekt, wäre da nicht Djunas Schwester Mimi (ROXANE MESQUIDA), die den Turteltauben gleich mal die Freunde am Verliebtsein vermiesen muss. Sie quartiert sich in der abgelegenen Villa ein und streift nachts durch die Straßen der Großstadt, um ihren Durst nach Menschenblut zu stillen. Anders als die große Schwester will sich die rebellische Mimi nicht den Dogmen der Vampirgesellschaft unterwerfen, was Konflikte unter den Geschwistern schürt.
 
Satte Schwarz- und Blautöne treffen auf kräftiges Rot, das den weiblichen Blutsaugern vor allem gegen Ende ganz ungeniert aus den Mündern tropft. KISS OF THE DAMNED schaut wirklich über jeden Zweifel erhaben aus und schafft es, einen gewissen, künstlerischen Anspruch zurück ins Genre zu bringen. Der Zuschauer folgt langsamen Kamerafahrten und akkurat ausgeleuchtete Bildern, die von abwechslungsreichen Klängen begleitet werden. Mal lauscht der Zuschauer klassischen Tönen, die das romantische Schauern auf anspruchsvolle Weise unterstreichen; in einer anderen Szene sind es hämmernde Elektroklänge, die Erotik und Eleganz trefflich miteinander zu verknüpfen wissen. Optisch wird in KISS OF THE DAMNED einiges geboten, was nicht ausschließlich allein an den schönen Damen im Film liegen mag, die des Öfteren zur Freude des männlichen Horrorfans die Hüllen fallen lassen. KISS OF THE DAMNED ist definitiv ein Traum für die Sinne, was im Digitalzeitalter schon eine kleine Seltenheit darstellt, haben doch die Mehrzahl der letzten Horrorstreifen vornehmlich durch billigen Videolook, schlechte Effekte und geistlose Dramaturgie geglänzt. Regisseurin XAN CASSAVETES macht den Vampir-Klassikern alle Ehre und schafft es, zumindest atmosphärisch an die alten Kultschinken anzuknüpfen, vergisst jedoch bei soviel Liebe zum Old School, der Geschichte angemessene Aufmerksamkeit zu schenken. Die ist im Falle von KISS OF THE DAMNED schon etwas sehr dünn und arg trivial gestrickt, denn bis auf reichhaltig gekünstelt wirkender Erotik und einem vorhersehbaren Konflikt zwischen den Schwestern untereinander findet in dieser charmant gemeinten Blutsauger-Hommage kaum etwas Nennenswertes statt. Selbst die für das Filmthema obligatorischen Beißattacken sind überschaubar und werden ziemlich zurückhaltend eingesetzt. Zieht man ähnliche Vertreter aus letzter Zeit zum Vergleich heran, macht KISS OF THE DAMNED mit seinem nahezu kaum vorhandenen Härtegrad eine mehr als bescheidene Figur. Unterm Strich bleibt ein wirklich schön eingefangener Film, der visuell und akustisch vielen aktuellen Horrorfilmen weit voraus ist. Sieht man jedoch von der kunstvollen Umsetzung ab, bleibt nicht mehr viel übrig, was sich dem Zuschauer nennenswert ins Gedächtnis brennen dürfte. Daher sei KISS OF THE DAMNED nur den Filmfans empfohlen, die für rund 90 Minuten in Erinnerungen schwelgen möchten und sich auf eine Zeitreise begeben wollen zu einer Dekade, in der man in Vampirstreifen mehr Haut als Horror zu sehen bekam.
 
 
 


 
 
 

KISS OF THE DAMNED – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Eine optisch beeindruckende Verbeugung vor den ganz Großen erotischen Vampirstreifen der 60er und 70er Jahre. KISS OF THE DAMNED schaut einfach fabelhaft aus, was vor allem deshalb überrascht, weil es sich hier um ein Regiedebüt handelt. Leider kann im Falle von KISS OF THE DAMNED selbst die schönste Optik nicht vom mageren Inhalt ablenken. Regisseurin XAN CASSAVETES hat nicht nur den Film gedreht, sondern auch gleich das Drehbuch verfasst. Leider wurde die Geschichte über Liebe und Intrigen geradezu künstlich auf Spielfilmlänge aufgebläht und erinnert nicht selten an schlimmstes Seifenoper-TV der Privatsender. Ärgerlich, dass hier nicht mit mehr Sorgsam an der Handlung gefeilt wurde, denn hätte CASSAVETES weniger Zeit an der Optik und dafür mehr in die Story investiert, hätte aus KISS OF THE DAMNED ein absoluter Kultkandidat werden können. So bleibt das Debüt weit hinter den Erwartungen zurück und beschert dem Zuschauer gerade einmal 90 prickelnde Minuten mit zwei durchaus schmucken Schönheiten, die ab und an nackt durch die Kamera huschen dürfen – mehr aber auch nicht.
 
 
 


 
 
 

KISS OF THE DAMNED – Zensur

 
 
 
Brutal ist KISS OF THE DAMNED keineswegs. Am Ende werden ganz zaghaft einige Unwissende ausgesaugt. Ansonsten gibt es die üblichen Bisswunden zu sehen. In Deutschland wird der Streifen ungeschnitten mit FSK16 veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

KISS OF THE DAMNED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
KISS OF THE DAMNED-Blu-ray

(c) Capelight Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Kiss of the Damned; USA 2012

Genre: Drama, Horror, Liebesfilme

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Audiokommentar von Autorin und Regisseurin Alexandra Cassavetes, Interviews mit Schauspielerin Joséphine de La Baume und Roxane Mesquida und dem Schauspieler Milo Ventimiglia, Kinotrailer

Release-Termin: 25.04.2014

 
 
 

Kiss of the Damned [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

KISS OF THE DAMNED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Vampyros Lesbos (1971)
 
Circus der Vampire (1972)
 
Draculas Hexenjagd (1972)
 
Bram Stoker’s Dracula (1992)
 


Filmreview: “Armistice” (2013)

Armistice-2013
 
 
 

ARMISTICE – WAROUSE

Story

 
 
 
AJ Budd (Joseph Morgan) erwacht in einem Haus aus dem es kein Entkommen gibt und muss gleichen Tag immer wieder aufs Neue erleben …
 
 
 


 
 
 

ARMISTICE – Kritik

 
 
 
Was ist eigentlich mit ARGENTO, CARPENTER & Co. passiert – jenen Schauer-Maestros, die den Zuschauer über Jahrzehnte mit spannendem Horrorfutter versorgt haben? In letzter Zeit haben die sich recht rar in der Filmlandschaft gemacht und überlassen stattdessen das Gruselhandwerk jungen Nachwuchsregisseuren, die mit überraschend sehenswerten Debütfilmen überzeugen können. Der legendäre EVIL DEAD aus der Mache eines gewissen SAM RAIMI hat den Briten LUKE MASSEY zum Horrorfilm gebracht. Das Multitalent war schon immer vom Filmemachen fasziniert und kam ganz nebenbei mit Gruselstreifen wie dem besagten TANZ DER TEUFEL, THE WICKER MAN und ROSEMARYS BABY in Kontakt. Eine folgenschwere Begegnung, haben doch die Kultwerke MASSEY derart geprägt, dass er schon immer von der Idee besessen war irgendwann selbst einen Horrorfilm zu drehen. Nach Mitarbeit an diversen Kurzfilmen setze er sich mit Co-Autor BENJAMIN READ an einen Tisch und kam auf die Idee, das Beste aus den Lieblingsfilmen GLADIATOR, CASTAWAY und UND TÄGLICH GRÜSST DAS MURMELTIER zu nehmen, um daraus etwas ganz Eigenes zu kreieren. ARMISTICE nennt sich das Endresultat, das mit kleinen Budget umgesetzt wurde und die ungewöhnliche Geschichte von AJ Budd (JOSEPH MORGAN) erzählt, der eines Tages in einem ihm fremden Haus erwacht, aus dem es kein Entkommen gibt. Die Türen sind verriegelt und Fenster lassen sich nicht öffnen. Während der Gefangene krampfhaft nach einem Ausweg sucht, schleicht eine groteske Gestalt durch die Flure, die scheinbar darauf trainiert wurde das Leben des Eingesperrten zu beenden. Rasch bohrt sich ein Messer in den Körper des Monsters und grünes Blut fließt aus der Wunde. Leider ist die Freude über den Sieg nur von kurzer Dauer, denn das Wesen wartet auch am nächsten Tag unversehrt in der Küche. Als wäre es ein Leichtes bringt AJ Budd auch diesmal die Kreatur zu Strecke, nur um am nächsten Tag abermals feststellen zu müssen, dass der Kämpf vermutlich nie ein Ende nehmen wird. Er beginnt im Keller zu graben und findet Aufzeichnungen eines gewissen Edward Sterling (MATT RYAN), der sich zuvor in ähnlich verzwickter Situation befand und den Kummer zu Papier gebracht hat. Große Hoffnungen liefern die Tagebücher jedoch nicht, schließlich schildert Sterling, dass ihm selbst der Freitod keine Lösung brachte. Wenn immer er sich selbst das Leben nahm, begann der ewig gleiche Ablauf am nächsten Morgen von neuem. So gehen die Jahre ins Land, bis AJ Budd zu einer folgendschweren Erkenntnis kommt.
 
ARMISTICE (was soviel heißt wie Waffenstillstand) ist schon sehr außergewöhnliches Kino, das man vermutlich zweimal sehen muss, um es überhaupt verstehen zu können. Regisseur LUKE MASSEY lag die Thematik von Isolation, Einsamkeit und Verzweiflung am Herzen, die er hier mit ganz einfacher Machart umzusetzen verstand. Die wenigen Räume sind eng und spartanisch eingerichtet, die Monologe knapp und auf den Punkt gebracht. Zudem wird von einer überschaubaren Farbpalette Gebrauch gemacht, damit die Ausweglosigkeit und das kränkelnde Seelenheil des Filmhelden besser veranschaulicht werden kann. Der entwickelt sich im ewig gleichen Alltagstrott und ohne soziales Umfeld über die Jahre zu ähnlich primitiver Kreatur, gegen die er bisher jeden Morgen kämpfen musste. Natürlich finden die Qualen nach knapp 70 Minuten ein erlösendes Ende, wobei die Aussage des Films viel Interpretationsspielraum zulässt. Unüberhörbar bleibt jedoch MASSEYS Botschaft vom Leben, das mit einem kontinuierlichen Kampf gleichzusetzen ist, mit dem ein jeder von uns tagtäglich auf Neue konfrontiert wird. ARMISTICE dürfte mit Sicherheit nicht jedem Filmliebhaber schmecken, denn der Low-Budget-Indie ist ziemlich unkonventionell gestrickter Dramen-Mystery und hat mit Horror nur bedingt etwas am Hut. Zudem dürften sich die meisten Zuschauer am trägen Erzählrhythmus stoßen, der sich des Öfteren in einer stagnierenden Ereignislosigkeit verfängt. Wer jedoch das Außergewöhnliche sucht, das auch etwas Tiefgang besitzt, sollte sich ARMISTICE auf jeden Fall vormerken, schließlich gehört WARHOUSE (so der treffendere Alternativtitel) zu den besseren Filmen innerhalb des Phantastischen Films.
 
 
 


 
 
 

ARMISTICE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
ARMISTICE ist ein Ausnahmefilm, mit ernüchtender Botschaft und gutem Hauptdarsteller, dem es gelingt nahezu den gesamten Film allein zu tragen. Die Geschichte ist erfrischend unkonventionell gestrickt, beklemmend inszeniert und bleibt bis zum Ende so ziemlich unvorhersehbar. Dem Briten LUKE MASSEY ist mit dem 250 000 Pfund teuren Erstling ein durchweg sehenswertes Filmchen fernab des ideenlosen Mainstreams gelungen, dass Tiefgang besitzt und anderen Horrorschaffenden zeigt, dass man auch ohne Stereotypen und Klischees sehenswerte Film drehen kann – insofern man das überhaupt möchte.
 
 
 


 
 
 

ARMISTICE – Zensur

 
 
 
ARMISTICE oder WARHOUSE (so wie er ursprünglich betitelt wurde) hat kaum böse Momente zu bieten. Die grausamen Momente bestehen aus dem Erdolchen der Kreaturen, denen grünes Blut aus den Wunden tropft. Für einen Horrorfilm ist das Gezeigte sehr harmlos anzuschauen. Trotzdem dürfte es für eine FSK16 reichen.
 
 
 


 
 
 

ARMISTICE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Und taglich grüsst das Murmeltier (1993)
 
Triangle – Die Angst kommt in Wellen (2009)
 
Timecrimes – Mord ist nur eine Frage der Zeit (2007)
 


Filmreview “Event 15″ (2013)

alpha-allert-event-15-trauma-2013
 
 
 

EVENT 15

Story

 
 
 
Nach einem Kriegseinsatz im Nahen Osten befinden sich drei ehemalige Soldaten in psychologischer Behandlung, um Erlebtes besser verarbeiten zu können. Als sie in den Fahrstuhl eines medizinischen Zentrums der amerikanischen Armee einsteigen ahnen sie noch nicht, welch Unheil ihnen blühen wird. Der Lift bleibt stecken und die drei Ex-Soldaten geraten in Panik …
 
 
 


 
 
 

EVENT 15 – Kritik

 
 
 
ACHTUNG: Kritik beinhaltet einige SPOILER!
 
 
 
Wenn drei Menschen in einen Fahrstuhl einsteigen und überraschend stecken bleiben passiert eigentlich oft das, was der Filmfan bereits aus Streifen wie ELEVATOR oder DEVIL kennt. Meist geraten die Fahrgäste in Panik, die Situation spitzt sich zu und die Steckengebliebenen wollen nur noch eines: raus. Ganz neu ist die Geschichte von EVENT 15 demnach nicht, denn auch hier folgt das Geschehen der gleichen Panikmacherei, die man bereits in ähnlichen Filmen gesehen hat. Damit der Thriller aber länger in Erinnerung bleibt streut Regisseur MATTHEW THOMPSON Gesellschaftskritik in die Handlung. So hat der Zuschauer nach Sichtung noch etwas Zündstoff um über Gesehenes diskutieren zu können. Das Posttraumatische Stress-Syndrom von Soldaten wird in EVENT 15 zum Thema gemacht. Für viele von denen beginnt die eigentlich Aufarbeitung des Erlebten erst dann, wenn sie nach dem Krieg nach Hause zurückkehrt sind und versuchen müssen, das bisher gewohnte Leben fortzuführen. Schenkt man den Studien glauben sterben mehr ehemalige Kriegsteilnehmer durch Selbstmord, als im aktiven Kriegsgeschehen, weil psychologische Unterstützung allein nicht mehr ausreicht, um die schrecklichen Kriegserlebnisse verarbeiten zu können. Ein schwerwiegendes Problem, dem bisher nur wenig Beachtung geschenkt wurde, das aber zunehmend an Brisanz gewinnt. Umso lobenswerter, dass sich MATTHEW TOMPSON der Problematik angenommen und darüber einen Film gedreht hat. Ob die Umsetzung in Form eines Psycho-Thrillers jedoch gut überlegt gewesen ist bleibt fraglich, denn sein EVENT 15 benutzt die heikle Traumathematik nur als Alibi-Funktion, um daraus einen reißerischen und teils auch abstrusen Psychotrip zu zaubern.
 
Die Geschichte von EVENT 15 handelt von den Soldaten White (JENNIFER MORRISON), Diego (STEPHAN RIDER) und Oldsman (JOSH STEWART), die soeben von einem Einsatz im Nahen Osten zurückgekehrt sind und dort Schlimmes erlebt haben. In einem medizinischen Zentrum der amerikanischen Armee sollen nun deren psychische Belastungsstörungen mit Pharmazeutika und Therapiesitzungen behandelt werden. Als wäre das für die drei nicht alles schon belastend genug, bleibt der Lift des Gebäudes stecken und die ehemaligen Rekruten erfahren aus der Gegensprechanlage, dass sich die Stadt soeben im Ausnahmezustand befindet. Washington D.C. wurde Ziel eines nuklearen Terroranschlags und elektrische Gerätschaften funktionieren nicht mehr. Als den drei Soldaten auch noch von einer Wolke mit radioaktivem Gas berichtet wird, die sich in rasender Geschwindigkeit dem Gebäude nähert, bricht unter den Steckengebliebenen Panik aus. Vor allem Oldsman bereitet Probleme. Der Einzelgänger stößt schnell an seine psychischen Grenzen. Die traumatischen Erfahrungen im Krieg haben ihn zu einer unaufhaltsamen Killermaschine werden lassen, die für die beiden anderen Gefangenen zur tödlichen Gefahr wird.
 
Auch wenn die ernstzunehmende Problematik vom Kriegstrauma bei Ex-Soldaten im Falle von EVENT 15 etwas sehr geschmacklos anmuten will, wurde der Streifen zumindest handwerklich durchaus souverän umgesetzt. Die Handlungspalette ist aufgrund des beschränkten Settings enorm eingeschränkt. Dennoch schafft es Macher MATTHEW TOMPSON ein ziemlich bedrückendes Gefühl zu entwickeln, das zusätzlich durch die Enge des Liftes und die bewusst in grau-braun gehaltene, sterile Optik verstärkt wird. Die anfängliche Panik schaukelt sich in Rage, wobei mit Soldat Oldsman auch noch ein höchst aggressiver Zeitgenosse ins Drehbuch gekritzelt wurde, der mit JOSH STEWART erschreckend beängstigend besetzt ist. Der verhält sich alles andere als normal, sorgt für Konflikte innerhalb der ohnehin schon verängstigten Gruppe und offenbart mehr als deutlich, dass ihn das Krieggeschehen nachhaltig geprägt hat. Für ihn hat sich Gewalt als Mittel zum Zweck entwickelt, um selbst einfach Konflikte schnell lösen zu können. Das bekommen die Übrigen am eigenen Leib zu spüren, denn schnell kommt ein Messer zum Einsatz, das die angespannte Situation eskalieren lässt. Leider ist die Auflösung des gesamten Treibens schon mehr als makaber und angesichts aktueller Geschehnisse als äußerst fragwürdig zu betiteln. Hinter dem Ganzen steckt das amerikanische Militär, das die traumatisierten Kriegsheimkehrer für ein Experiment missbraucht. Natürlich gibt es keinen Terroranschlag und auch die radioaktive Gaswolke wird durch harmlosen Qualm simuliert. Als die Situation außer Kontrolle gerät sollen die unfreiwilligen Probanten getötet werden. Dass Sympathieträgerin White am Ende überlebt und die Machenschaften der Enrichtung an die Öffentlichkeit bringen will überrascht da wenig, schließlich sucht man in EVENT 15 ganz oft nach Glaubwürdigkeit, die STEWART in seinem klaustrophobischen Suspense-Ding etwas arg vernachlässigt hat.
 
 
 


 
 
 

EVENT 15 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Beklemmend klaustrophobisches Kammerspiel in der Machweise von DEVIL, CUBE und ELEVATOR. Die kontroverse Ausgangssituation von Posttraumatischem Stress bei Kriegsheimkehrern wird in EVENT 15 (der in Frankreich als TRAUMA und in den USA als ALPHA vermarktet wird) nur als Alibi-Funktion genutzt, um einen reißerischen Psycho-Thriller an den Filmfan zu bringen. Technisch ist das Ding ganz ordentlich umgesetzt und trotz teilweise unglaubhaften Handlungssträngen relativ kurzweilig geraten. Wem was an klaustrophobischen Trillern liegt wird hier ganz solide unterhalten. Fans stumpfer Gewalt kommen dagegen nicht auf ihre Kosten, denn EVENT 15 beschäftigt sich eher mit der Psyche seiner Protagonisten.
 
 
 


 
 
 

EVENT 15 – Zensur

 
 
 
In EVENT 15 gibt es keine Gewalt zu sehen. Außer einen Messerangriff bekommt man hier nix brutales vor die Linse. Demnach kann mit großer Wahrscheinlichkeit gesagt werden, dass EVENT 15 hierzulande ungeschnitten mit FSK16 in den Handel kommen wird.
 
 
 


 
 
 

EVENT 15 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Elevator (2011)

Panic Button (2011)

 
ATM (2011)
 
Devil (2010)
 
Cube (1997)
 
Cube 2 (2002)
 


Filmreview: “Dark House” (2014)

Dark-House-2014
 
 
 

DARK HOUSE

Story

 
 
 
Nick (Luke Kleintank) besitzt hellseherische Fähigkeiten und erbt ein geheimnisvolles Landhaus, in dem sich das Böse versteckt hält, das schon seit vielen Jahren auf die Ankunft des Erben wartet …
 
 
 


 
 
 

DARK HOUSE – Kritik

 
 
 
ACHTUNG: Kritik beinhaltet viele SPOILER!
 
 
 
VICTOR SALVA ist ein ganz schön ausgekochtes Schlitzohr, denn der JEEPERS CREEPERS-Schöpfer scheint nicht nur eine Leidenschaft fürs Phantastische Genre zu hegen. In seinem letzten Psycho-Thriller ROSEWOOD LANE (2011) bewies der Filmemacher, dass er ein ziemlich sicheres Händchen für unerwartete Wendungen besitzt und auch schon mal mit verblüffenden Enden konfrontiert, die der Zuschauer vermutlich so nicht kommen gesehen hat. Weil’s wahrscheinlich gut angekommen ist, macht SALVA auch gleich da weiter, wo er aufgehört hat. DARK HOUSE heißt der aktuelle Kracher aus der Feder des umstrittenen Regisseurs, der in der Vergangenheit eine Menge Probleme mit dem amerikanischen Rechtstaat bekam, weil er sich an einem minderjährigen Darsteller vergriffen hatte. Nach 15 Monaten Haft wurde SALVA wegen guter Führung aus dem Gefängnis entlassen und konzentriert sich seither auf das, was er wirklich gut kann: Filme drehen.
 
Wahrlich extravagant ist die Titelkreation des neusten Schockers nicht gerade und lässt diverse Spuk- und Geisterfilme Revue passieren, die man in letzter Zeit auf dem Schirm hatte. Umso enttäuschender zumindest für jene Horrorfans, die hier Paranormales erwarten, denn mit garstigen Poltergeistern und klassischem Geisterspuk im herkömmlichen Sinne hat DARK HOUSE (der ursprünglich übrigens als HAUNTED in die Kinos kommen sollte) rein gar nichts am Hut. Es geht um Nick Di Santo (LUKE KLEINTANK), der mal wieder seine Mutter in der Klapse besucht, um feststellen zu müssen, dass die wirklich nicht alle Latten am Zaun hat. Die gute Frau will dem Sohnemann partout nichts über den leiblichen Vater verraten, von dem er eine mysteriöse Gabe weitervererbt bekommen hat. Er kann den Tod jener Menschen voraussehen, die er berührt was aber auch Nachteile mit sich bringt, denn oftmals schwirren ihm so Dinge vor Augen, die er eigentlich nicht freiwillig sehen möchte. Als er in Rage nach der Mutter greift, sieht er auch gleich ihr letztes Stündlein schlagen. Wenige Stunden später stirbt sie eines grausamen Todes und vermacht dem Sohn ein riesiges Anwesen. Viel Zeit zum Trauern bleibt nicht, denn Nick kennt das Haus von vielen Bildern und Skizzen, die er seit frühster Kindheit gezeichnet hat. Eine logische Erklärungen hierfür findet er nicht, dafür aber eine Urkunde mit einer Adresse, die ihm direkt zu jenem Gemäuer führen soll. Leider wurde die Gegend um das Haus vor vielen Jahren von einem Hochwasser verwüstet, was die Suche weitaus schwieriger gestaltet, als anfänglich erwartet. Auch die Einheimischen sind keine Hilfe. Die kennen nur die Legenden und warnen vor drohendem Unheil. Gott sei Dank begegnet man drei Landvermessern, die natürlich wissen wo man das verfallene Grundstück finden kann und Nick genau zu jenem Häuslein bringen, das ihn seit Kindertagen bis in die Träume verfolgt. Kaum angekommen stoßen sie auf einen langhaarigen Zottelkopf (TOBIN BELL), der nicht gerade einen vertrauenserweckenden Eindruck hinterlässt. Der hetzt einen Trupp springender Axtwerfer auf die nichtsahnenden Besucher und macht den Fremden unmissverständlich klar, dass sie hier nichts zu suchen haben.
 
TOBIN BELL (Jigsaw aus der SAW-Serie), der hier einen seltsamen Eigenbrödler spielt, hat wieder Lust ein Spiel zu spielen. Diesmal erschließt sich dem Zuschauer aber vorerst nicht, auf welcher Seite er stehen wird. VICTOR SALVI entführt den Zuschauer auf eine rasante Achterbahn voller Twists und Wendungen, der es ganz spielerisch gelingt dem festgefahrenen Horror-Genre frischen Wind einzuverleiben. In diesem Horrortrip ist nichts wie es anfänglich scheint. Hier herrscht verkehrte Welt, denn in DARK HOUSE sind Bösewichte nicht bösartiger Natur, sondern die Guten die Bösen. In SALVAS neustem Genre-Flick ist ne Menge los, was man so in dieser Art mit Sicherheit noch nicht auf dem Bildschirm hatte. Vor allem die fürs Genre wichtigen Horrorgestalten bleiben in Erinnerung, schließlich flimmern nicht alle Tage axtschwingende Riesen über den TV-Apparat, die auf Kommando seitlich im Takt springen. Die stummen und langhaarigen Kreaturen handeln im Auftrag des seltsamen Seth (TOBIN BELL), der dem neuen Hausbesitzer erst einmal einen Heidenschreck einjagen muss, damit dieser mit seinen Freunden möglichst zügig wieder verschwindet. Warum er das tut wird schnell klar, denn eigentlich will er Schlimmes verhindern, schließlich lebt im Keller des Hauses eine dämonische Macht, die nur auf die Ankunft des Erben gewartet hat, um die Hölle auf Erden errichten zu können.
 
Regisseur VICTOR SALVA bringt nach dem Überraschungserfolg JEEPERS CREEPERS ein weiteres Horror-Highlight in die internationalen Wohnzimmer, das wir von FILMCHECKER uneingeschränkt empfehlen können. DARK HOUSE bedient sich bei diversen Subgenres des Horrorfilms und macht daraus etwas vollkommen Neues, das den Fan auch noch packend zu unterhalten versteht. Hier sehen wir übrigens einen der besten Horror-Momente der letzten Jahre: Die Helden rütteln an einer verschlossenen Kellertür während im Mondschein unzählige von axtschwingenden Monstern in Richtung Horrorhaus hüpfen. Als die Freunde von der Tür lassen bleiben die Kreaturen stehen. Nun heißt es sich so leise wie möglich an den langhaarigen Riesenprimaten vorbeizuschleichen. Fünf Minuten Adrenalin pur. Vielen Dank dafür Herr SALVA.
 
 
 


 
 
 

DARK HOUSE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Horrorpflichtprogramm! DARK HOUSE ist eine überraschungsreiche Achterbahn mit cleveren Wendungen und unerwarteten Twists. Der Schöpfer der beliebten JEEPERS CREEPERS-Saga hat hier einen großartigen Horrorfilm gedreht, der sich zwar aus bekannten Horrorelementen zusammensetzt und doch am Ende verblüfft, weil man derart Mixtur bisher noch nicht auf dem Schirm hatte. Hervorzuheben sind die wirklich obskuren Filmmonster und die Tatsache, dass man eigentlich nie weiß wohin die Reise führen wird. Dass der Schocker nicht einmal eine Million Dollar gekostet haben soll, will man gar nicht so recht glauben, denn DARK HOUSE macht trotz Indie-Status alles andere als einen billigen Eindruck. Letztendlich bleibt zu erwähnen, dass Regisseur VICTOR SALVA hier schwer unterhaltsame Genreware gedreht hat, die man auf keinen Fall verpassen sollte. Denn nach dem genannten JEEPERS CREEPERS (2001) gehört DARK HOUSE zu dem Besten, was der Filmemacher bisher hervorgebracht hat.
 
 
 


 
 
 

DARK HOUSE – Zensur

 
 
 
DARK HOUSE ist nicht sonderlich grausam. Dennoch schwingt man hier leidenschaftlich mit der Axt, so dass auch mal ein Kopf gespalten wird. Ansonsten gibt es herausgerissene Herzen und ein wenig Gekröse zu sehen. Das ist nicht sonderlich brutal, dürfte aber für eine FSK18 reichen. Wir gehen davon aus, dass DARK HOUSE mit roter KJ-Kennzeichnung in den Handel kommen wird.
 
 
 


 
 
 

DARK HOUSE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Haunt (2013)
 
House of Bad (2013)
 
Haunter (2013)
 
Jeepers Creepers (2001)
 


Filmreview: “Apartment 1303″ (2007)

Apartment-1303-(2007
 
 
 

APARTMENT 1303

Story

 
 
 
Weil Mariko nicht daran glaubt, dass ihre Schwester Sayaka Selbstmord begangen hat, geht sie dem mysteriösen Unfall selbst auf die Spur. Die Antworten scheinen in Sayakas alten Apartment verborgen zu sein …
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 1303 – Kritik

 
 
 
APARTMENT 1303 ist ein Geister-Horrorfilm von ATARU OIKAWA aus dem Jahre 2007. Er basiert auf einem Drehbuch von KEI ÔISHI, welcher sich für mehrere Romanfassungen von TAKASHI SHIMIZUS bekannten Horrorfilm JU-ON: THE GRUDGE (2003) verantwortlich zeichnet. Man könnte nun also davon ausgehen, dass sich der Film in guten Händen befand. Immerhin prahlt auch das Cover mit dem Zusatz „Von den Machern von THE GRUDGE“… Leider war dem nicht so. KEI ÔISHIS Geschichte ist uninteressant und vorhersehbar, und wird nur noch mal durch ATARU OIKAWAS schlechte Regie unterboten. Es ist wirklich schwer etwas Gutes über diesen Film zu erzählen, denn er ist nicht nur unglaublich langweilig, sondern vereinzelt unfreiwillig komisch oder peinlich schlecht. Man sollte dem Label wohl danken das es eine derart furchtbare Synchronisation für APARTMENT 1303 hat anfertigen lassen, denn so hat der Zuschauer zwischenzeitlich etwas worüber er lachen kann und wird dadurch immerhin etwas unterhalten. Größtenteils wird man sich aber durch diesen Streifen quälen müssen. Weder die Geschichte, noch die Charaktere sind in irgendeiner Hinsicht interessant, die Filmmusik ist langweilig oder kaum vorhanden und die Sets sehen billig und steril aus. Hinzu kommt das der Film einen sehr unschönen digitalen Videolook hat. Ein kleiner Lichtblick war immerhin NORIKO NAKAGOSHI, die eine halbwegs vernünftige schauspielerische Leistung erbracht hat. 2012 entstand unter der Regie von MICHAEL TAVERNA (SHOWDOWN IN MANAGUA, 1996) ein Remake mit dem Titel APARTMENT 1303 3D, welches, wenn man den Kritiken Glauben schenken mag, noch mal eine ganze Ecke schlechter als sein Original sein soll. Wie dies möglich sein soll möchte ich gerne wissen.
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 1303 – Fazit

 
 
 
1 Punkte Final
 
 
 
APARTMENT 1303 ist ein durch und durch uninteressanter Film, um den man einen großen Bogen machen sollte.
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 1303 – Zensur

 
 
 
Der Film ist am 27. Februar 2014 von Movie Power/KNM auf DVD erschienen und trägt in seiner ungeschnittenen Form das FSK 16-Siegel. Das Remake wird hierzulande am 25. April 2014 von UNIVERSUM FILM direkt auf DVD und Blu-ray Disc veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 1303 – Deutsche DVD

 
 
 
Apartment-1303-DVD

(c) MIG Film GmbH

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Apartment 1303; Japan 2007

Genre: Horror

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Japanisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Englisch

Bild: 1,85:1

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 06.03.2014

 
 
 

Apartment 1303 (DVD) ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

APARTMENT 1303 – Trailer

 
 

 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Last Summer (2013)
 
Sadako 3D (2012)
 
Two Moons (2012)
 
RING (1998)
 
JU-ON (2000)
 
THE EYE (2002)
 
Dark Water (2002)
 


Filmreview: “Haunt” (2013)

haunt-2013
 
 
 

HUNT

Story

 
 
 
Manche Türen sollte man einfach verschlossen halten. Für die Teenager Evan (Harrison Gilbertson ) und Sam ( Liana Liberato ) kommt die Warnung leider etwas zu spät, denn sie finden auf einem Dachboden einen mysteriösen EVP-Rekorder, mit dem man Kontakt zu den Toten aufnehmen kann. Der wird sogleich ausprobiert und weckt das Interesse eines rachsüchtigen Geistes …
 
 
 


 
 
 

HUNT – Kritik

 
 
 
ACHTUNG: Kritik beinhaltet viele SPOILER!
 
 
 
Spuk- und Geisterfilme gehen im Kino eigentlich immer. Zuletzt haben THE CONJURING, SINISTER und INSIDIOUS ordentlich Kasse gemacht und den Produzenten Millionenumsätze beschert. Grund genug die Kuh fleißig weiter zu melken, denn solange der Horrorfan für Gruselstimmung anständig löhnt und sich an der Thematik nicht sattgesehen hat, gibt’s Gänsehaut-Feeling von der Stange auch weiterhin im Multiplex zu bestaunen. HAUNT heißt der nächste Geisterstreich, der jetzt eifrig versucht im Fahrwasser der ganz Großen mitzuschwimmen. Hier ist bereits der Titel Programm, denn der verrät ganz ungeniert, wohin die Reise führen wird. Neuling MAC CARTER war am Werk. Der Mann hat eigentlich bisher keinerlei Erfahrungen im Filme drehen. Umso beachtlicher, was er mit seinem Debüt fabriziert hat. HAUNT ist optisch eine Wucht. Das Ding macht alles andere als einen günstig produzierten Eindruck, wobei die visuelle Aufbereitung in Erinnerung bleibt, weil sie von viel Herzblut zeugt. Der Streifen schaut ziemlich hochwertig aus, was vor allem fürs Auge eine regelrechte Wohltat ist, weil man zuletzt einfach zu viele drittklassige Geisterfilme auf der Mattscheibe hatte, die mit unterirdischen Effekten und billiger Machart versucht haben, dem Horrorfan das hart verdiente Geld abzuknöpfen.
 
HAUNT erzählt die Geschichte des 18-jährigen Teenagers Evan (HARRISON GILBERTSON), der mit seiner Familie ein ohnehin schon gruseliges Landhaus weit draußen im Wald bezogen hat. Als wäre das nicht schon schauerhaft genug, hat sich darin auch noch Tragisches ereignet, denn die Vormieter mussten auf gar mysteriöse Weise ihr Leben lassen. Auch Evan erfährt vom unheimlichen Morello Fluch, als er seine kesse Nachbarin Sam (LIANA LIBERATO) kennenlernt, die zusammen mit ihrem aggressiven Vater gleich um die Ecke lebt. Die berichtet ihm von unheimlichen Geschichten, die um das düstere Anwesen ranken und findet im Haus ach gleich eine alte EVP-Maschine, mit der man Kontakt zu den Toten aufnehmen kann. Kaum eingeschalten, kommen auch schon die ehemaligen Hausbewohner zu Wort. Die flüstern allerhand nicht deutbares Zeug und jagen den neugierigen Kids erst einmal eine Heidenangst ein. Doch mit dem Kontakt ins Totenreich haben sie auch die Aufmerksamkeit einer wütenden Kreatur auf sich gelenkt. Die huscht nun nachts im Haus umher und beginnt die Familie zu terrorisieren.
 
Die Geister, die sie riefen werden sie nun nicht mehr los. Regie-Newcomer MAC CARTER hat eine klassische Geistergeschichte gedreht, die sich den typischen Klischees des Haunted House-Genre bedient. Hierbei hat der Filmemacher vor allem Horrorfilme neueren Datums analysiert, um die darin gut funktionierenden Elemente auch für seinen Streifen nutzen zu können. Vor allem die Sache mit dem EVP (Electronic Voice Phenomenon) ist nicht gänzlich neu. Hier dürfte vermutlich der Mystery-Thriller WHITE NOISE aus dem Jahre 2005 als Vorlage gedient haben, in dem MICHAEL KEATON mit ähnlicher Technik die tote Ehefrau kontaktierte und dabei auch das Interesse böser Geister auf den Plan gerufen hat. Trotz Mangel an eigenen Ideen hat HAUNT immerhin all das, was einen guten Gruseltrip ausmachen sollte. So dient ein düsteres Haus mit schicksalhafter Vergangenheit als Grundlage. Natürlich ist ebenfalls der böse Geist vorhanden, der den neuen Bewohnern das Leben zu Hölle macht und das obligatorische Rätsel darf selbstverständlich auch nicht fehlen, schließlich spukt die rastlose Seele nicht grundlos durch das Gemäuer. Gespukt wird übrigens reichlich und das nicht gerade zurückhaltend, denn von Spukhausfilmen ist man es ja mittlerweile gewohnt, dass man schön plakativ erschreckt wird. Das passiert natürlich auch in CARTERS Streifen, der zudem auch noch mit ziemlich guter Effektemacherei und einem hervorragend animierten Geist punkten kann. Dessen morbide Optik allein reicht schon aus, um genug Gänsehautmomente zu verursachen, die empfindsame Gemüter um den Schlaf bringen werden.
 
Wie es in Spukfilmen üblich ist, sind nicht alle Geister friedlicher Natur. Die verlorene Seele in HAUNT hat ausschließlich Böses im Sinn, was nicht ganz unbegründet ist. Der Zuschauer erfährt im späteren Verlauf, dass die vorherigen Besitzer ganz eigene Methoden angewandt haben, um den Familienfrieden zu wahren. Da wurde flink die Affäre des Gatten um die Ecke gebracht, in eine kleine Nische auf den Dachboden geschleift und unter dem klapprigen Holboden verscharrt. Das ein so ungemütliches Grab gar keine Freude bereiten will, dürfte einleuchtend sein. Im Filmprolog erlebt der Zuschauer die Folgen des Verbrechens: Der Geist fordert Rache schlüpft in die Körper der Familienmitglieder und treibt diese in den Selbstmord – die vergilbten Autopsiefotos der Morde protokollieren die Unberechenbarkeit der vergeltungssüchtigen Kreatur. Natürlich soll gleiches Schicksal nun auch den neuen Hausbewohnern ereilen, schließlich hat der Geist gerade eine “Mordslaune” bekommen. Ziel ist Teenager Evan, der zuvor mit Nachbarin Sam das Spukwesen genau in jener Kammer kontaktiert hat, in welcher die sterblichen Überreste des boshaften Geistes begraben liegen.
 
Leider hapert es in HAUNT ganz schön oft mit der Spannung, denn auch wenn das Filmchen visuell bemerkenswert stimmig umgesetzt wurde, muss MAC CARTER in Zukunft etwas am Aufbau feilen. Immer dann, wenn der Streifen an Fahrt und Atmosphäre gewinnt, bremst sich der Streifen selbst aus. Viel zu oft zieht der Regisseur die Notbremse und zerstört das zuvor langsam aufgebaute Grusel-Feeling durch eine deplatzierte Liebesgeschichte zwischen seinen pubertierenden Hauptdarstellern. CARTER, selbst großer Horror- und Comicfan, fand die Idee eine Liebesgeschichte in einen Geisterfilm zu implementieren durchaus reizvoll und war von der Idee geradezu besessen aus dem Script eine Art Romeo und Julia-Horrorstory zu basteln. Während der Dreharbeiten lies er sich von Tomas Alfredsons Vampirdrama LET THE RIGHT ON IN inspirieren, in dem sich eine Liebelei zwischen Mensch und Vampir entwickelte. Selbstverständlich wird die Kombination aus Kitsch und Grusel dem angestrebten (jugendlichen) Zielpublikum keine Sorgen bereiten; der alteingesessene Horrorfan jedoch dürfte bei soviel deplatzierten Liebesgeturtel nur mit dem Kopf schütteln.
 
 
 


 
 
 

HUNT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
HAUNT ist visuell über jeden Zweifel erhaben. Der Streifen ist zwar ein waschechter Indie, erinnert in seiner wunderbaren Optik jedoch an aktuelles Mainstream-Horrorkino Marke SINISTER, INSIDIOUS oder THE CONJURING. Da will man irgendwie gar nicht so recht glauben, dass Macher MAC CARTER zuvor noch nie einen Spielfilm gedreht haben soll und es sich bei HAUNT um ein Debüt handelt. HAUNT ist schockreicher Geisterhorror und garantiert nix für Weicheier, wäre da nicht dieses unbrauchbare Liebesgeflatter zwischen den pubertierenden Hauptdarstellern. Das macht den Streifen leider ziemlich madig, zumal sich HAUNT immer wieder selbst ausbremst, weil sich CARTER immer wieder auf die Liebesgeschichte seiner Helden konzentriert, anstatt sich verstärkt mit der Gruselei zu beschäftigen. So ist HAUNT zwar immer noch ein schauerhaft-unterhaltsames Spukpaket, das qualitativ mit aktuellen Grusel-Kinohits vergleichbar ist; bei dem aber viel mehr möglich gewesen wäre, hätte sich Regisseur MAC CARTER auf der Wesentliche konzentriert: Das Erschrecken und Angst einjagen. Nichtsdestotrotz kann man von CARTER in Zukunft Großes erwarten. Der Regisseur ist selbst leidenschaftlicher Horrorfan und wird wie viele seiner Regie-Kollegen ausschließlich Genrefilme drehen. Wenn man sich HAUNT so anschaut, kann man nur ganz ungeduldig darauf warten, was der Newcomer demnächst noch alles aus dem Ärmel schütteln wird. Zwar ist der Erstling nun wahrlich nicht perfekt, dafür aber immer noch besser als das, was man selbst von alteingesessenen Filmemachern zuletzt vorgesetzt bekommen hat.
 
 
 


 
 
 

HUNT – Zensur

 
 
 
HUNT setzt wie die meisten Filme dieser Art vordergründig auf subtilen Schauer und jede Menge Schocks. Es gibt zwei kurze Gewaltmomente. Einmal fällt ein Mann kopfüber von einer Treppe und bricht sich das Genick. In einer anderen Szene schlägt eine Protagonisten mit dem Hammer auf den Kopf des Filmhelden ein. In Amerika hat das für ein RATED R gereicht, hier dürfte das dem Film eine ungeschnittene FSK16 bescheren.
 
 
 


 
 
 

HUNT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Insidious (2010)
 
The Conjuring (2013)
 
Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)
 
Poltergeist (1982)
 
Wite Noise (2005)
 


Filmreview: “Big Ass Spider” (2013)

big_ass_spider-2013
 
 
 

BIG ASS SPIDER

Story

 
 
 
Kammerjäger Alex (Greg Grunberg) allein gegen eine Riesenspinne: Ein Experiment der Regierung ist mal wieder gehörig danebengegangen und aus einem harmlosen Arachnoid verwandelt sich ein gefräßiges Monster, dass ganz Los Angeles auf Trapp hält …
 
 
 


 
 
 

BIG ASS SPIDER – Kritik

 
 
 
Der verschollen geglaubte MIKE MENDEZ lässt die Spinnen los. Mitte der 90er war der damals gefeierte Nachwuchsregisseur ein kleiner Hoffnungsschimmer am Horrorhimmel und drehte mit MIKE MENDEZ KILLERS eine ziemlich ruppige Horrorsatire, die sich ganz unverfroren an Gewaltstreifen wie NATURAL BORN KILLERS und RESERVOIR DOGS verging. In Europa entstand ein regelrechter Hype um das kontroverse Stück Low-Budget-Kino, das sich binnen weniger Jahre zum Kultfilm des Genres entwickelte. Dem bis dato unbekannten MENDEZ eröffnete der Erfolg neue Möglichkeiten: 2000 entstand sein Zweitwerk mit dem Titel CONVENT, dem deutlich mehr Kohle zur Verfügung stand und das aber von Kritikern und Horrorfans mit eher gemischten Gefühlen aufgenommen wurde. Nach einer Horrordokumentation und dem lieblos heruntergekurbelten THE GRAVEDANCERS (2005) war plötzlich Schluss mit Filmemachen und es wurde verdächtig ruhig um den einst umjubelten Horrormacher. Nach fast acht Jahren Regieabstinenz gibt es endlich wieder etwas von MENDEZ zu sehen. Mit diesmal bedeutend mehr Geld in der Tasche und einigen bekannten TV- und Leinwandstars im Petto hat er einen Spinnenheuler auf Zelluloid gebannt, den man natürlich zu keiner Zeit ernst nehmen kann.
 
MENDEZ scheint eine Vorliebe für selbstironischen Trash zu besitzen. Bereits mit dem Splatterfest CONVENT bewies der Regisseur, dass er gern Horrorfilme dreht, die man lieber mit einem gehörigen Augenzwinkern genießen sollte. Ernst ist der neuste Abstecher ins Gruselmilieu keineswegs, denn auch wenn Spinnen bei den meisten Menschen vorwiegend Angst und Ekel hervorrufen, muss man bei MENDEZ über die langbeinigen Krabbeltiere vor allem eines: Lachen. BIG ASS SPIDER heißt das neuste Machwerk sinnbefreiter Komik für das er sogar einige namhafte Schauspieler gewinnen konnte. GREG GRUNBERG (HEROES – Die Serie) spielt hier den Kammerjäger Alex Mathis, der Haushalte von Ungeziefer und Parasiten befreit und nach einem gemeinen Spinnenbiss in die Notaufnahme eilt. Zufälligerweise wurde dort auch soeben eine Leiche eingeliefert aus deren Brustkorb eine Spinne kriecht, die wenig später die ganze Stadt in Aufruhr versetzt. Das, mit außerirdischer DNA in Berührung gekommene Krabbeltier, bekommt den Hals nicht voll und frisst sich durch Massen von Menschen. Stunden später ist das Vieh zu stattlicher Größe herangewachsen, krabbelt auf einen Wolkenkratzer um darin die Brut ablegen zu können. Spinnenflüsterer Alex findet das gar nicht gut, schnappt sich einen mexikanischen Wachmann und rettet am Ende selbstverständlich die Welt.
 
Seit Nonsens wie SHARKNADO selbst in renommierten Fachzeitschriften lobend Erwähnung finden, ist auch der Tierhorror wieder in aller Munde. Das Mülllabel ASYLUM hat gut vorgelegt und produziert seit Bestehen fleißig Horrorschund in dem Tiere die abstrusesten Dinge tun. Ob Hai mit zwei Köpfen oder Kampf zwischen Riesenschlange und Krokosaurier – das Schaffen dieser Filmwerkstatt ist der Inbegriff cineastischer Dummheit. BIG ASS SPIDER macht da keine Ausnahme. Das Ding strotzt nur so vor schlechten Dialogen, miserablen Handlungssträngen und kaum vorhandener Logik. Was den Streifen aber vom minderwertigen Quark aus den ASYLUM-Studios abhebt sind die hervorragend computeranimierten Spinnen-Effekte, die den Spaßfaktor erheblich steigern. BIG ASS SPIDER macht alles andere als einen billigen Eindruck, punktet mit lautem Munitionsgerassel und erheiternd trivialer Action, die sich natürlich pausenlos selbst auf die Schippe nimmt. Da feuert das Militär planlos den ganzen Film über mit Schusswaffen auf den aggressiven Arachnoid, obwohl im Film mehrfach erläutert wird, dass die Spinne unverwundbar ist. Zudem will sich dem Zuschauer nicht erschließen, wie es das Rieseninsekt letztendlich geschafft hat sich allein zu befruchten. Immerhin hat MIKE MENDEZ, wie andere Regisseure in letzter Zeit auch, an eine Hommage gedacht. Das mutierte Etwas hat sich für die Kinderstube ausgerechnet einen Wolkenkratzer im Zentrum von Los Angeles ausgesucht und krabbelt hinauf ins letzte Stockwerk, um darin den Nachwuchs ablegen zu können. Kult-Gorilla KING KONG hat in seiner Filmlaufbahn auch schon ne Menge ähnlicher Gebäude bestiegen. Leider hat das haarige Filmmonster bisher immer erst reichlich spät bemerkt, dass so ein bisschen Hauswandkletterei zu rein gar nichts führt. Auch wenn das Rad in BIG ASS SPIDER nun nicht gerade neu erfunden wird, bleibt dem Fan solcher Filme nix anderes übrig, als sich auch diesen Film in die Sammlung zu stellen. MENDEZ schafft es mit Situationskomik, guten Darstellern und Kurzweil zu überzeugen. Der haarsträubende Mix aus Science Fiction, Tierhorror und Komödie unterhält trotz inhaltlicher Leere ungemein – den hervorragend getricksten Spinnenmomenten sei Dank.
 
 
 


 
 
 

BIG ASS SPIDER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
BIG ASS SPIDER ist eine willkommene Abwechslung zum üblichen Tier-Trash des Produktionsstudios ASYLUM, welcher den meisten Filmfans die Laune am Sichten von Tierhorrorfilmen mittlerweile vermiest hat. Der neuste Brüller von MIKE MENDEZ überrascht mit erstaunlich guten Effekten und jeder Menge sinnbefreiter Action, die immerhin soviel temporeichen Kurzweil bietet, dass dem Zuschauer kaum Zeit bleibt darüber nachzudenken, was ihm da gerade für Schwachsinn untergejubelt wird. Der Spinnenekel bleibt aus und die handvoll Gags machen Laune, so dass BIG ASS SPIDER auch von jenen Filmfans goutiert werden kann, die sonst mit Arachnophobie so ihre Probleme besitzen.
 
 
 


 
 
 

BIG ASS SPIDER – Zensur

 
 
 
BIG ASS SPIDER wurde in Deutschland ungeschnitten veröffentlicht und ist bereits für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet. Viel Blut gibt es nicht gesehen, von daher ist die niedrige Freigabe gerechtfertigt.
 
 
 


 
 
 

BIG ASS SPIDER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
big-ass-spider-blu-ray

(c) Splendid Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Big Ass Spider; USA 2013

Genre: Horror, Science Fiction, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Orangene Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 03.01.2014

 
 
 

Big Ass Spider! [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

BIG ASS SPIDER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Arac Attack – Angriff der achtbeinigen Monster (2002)
 
Spiders (2000)
 
Spiders 2 (2001)
 
Camel Spiders – Angriff der Monsterspinnen (2011)
 
Arachnophobia (1990)
 


Filmreview: “Home Invasion” (2012)

home invasion 2012
 
 
 

HOME INVASION

Story

 
 
 
Nicole hat kein leichtes Los gezogen. Erst bricht man bei ihr ein, danach läuft in ihrem Leben alles drunter und drüber. Ganz unbegründet sind die privaten Tiefschläge nicht, werden sie doch von der schönen Jade inszeniert, die sich für den Mord an ihren Einbrecherfreund rächen will, den Adoptivmutter Nicole in Notwehr erschossen hat …
 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Kritik

 
 
 
Es ist immer wieder erstaunlich zu welch hirnrissigen Aktionen Menschen in Horrorfilmen fähig sind, wenn sie sich unter fadenscheinigen Gründen in rachsüchtige Psychopathen verwandeln “müssen”. Bei Jade (HAYLIE DUFF) zum Beispiel brennen die Sicherungen durch, weil ihr Lover schlicht und einfach zu blöd zum Einbrechen war. Der lauert gemeinsam mit seinem Kumpel der ahnungslose Nicole (LISA SHERIDAN) auf, die von den zwei Gaunern in den heimischen vier Wänden überfallen wird. Kohle ist dem Kleinkriminellen Will (TAYMOUR GHAZI) zu wenig, so dass er gleich erstmal am Opfer herumfingern muss. Das findet im Geldtresor eine Waffe, drückt den Auslöser und schießt wild um sich. Leider hat sie dabei ausgerechnet den grabschenden Langfinger erwischt, der eine neunmalkluge Groupie-Freundin trauernd zurücklässt. Die ist selbstverständlich unglaublich sauer über den schmerzlichen Verlust und schwört grausige Rache, weil sie scheinbar sonst nichts anderes in ihrem Leben zu tun hat. Leider ist Jade aber nicht gerade die hellste Kerze auf dem Kuchen, denn ihr hundsgemeines Rachespiel führt nur selten zum Erfolg. Mit unbeholfenen Intrigen will sie der sympathischen Nicole das Leben vermiesen, schleicht sich in ihr Leben und stiftet lächerliches Chaos.
 
Ja, wir sind hier im TV, denn bei diesem Film handelt es sich um hastig heruntergekurbeltes Fernsehmaterial ohne Nachdruck und Tiefgang. HOME INVASION nennt sich das Trauerstück, dass mit vielversprechendem Titel lockt und gar reißerische Horrorfilme Revue passieren lässt, die in jüngster Vergangenheit dank der titelgebenden Problematik zu Ruhm gekommen sind. Doch von kontroversen Machwerken wie KIDNAPPED, FUNNY GAMES oder IN THEIR SKIN ist das vorliegenden Fernsehsüppchen weit entfernt. Unbequemes Terrorkino und kaltschnäuzige Brutalitäten sucht man hier vergebens. Verwunderlich ist das natürlich nicht, will man ja schließlich kleine Grünschnäbel nicht um den wohlverdienten Schlaf bringen, die da zusammen mit den Eltern neugierig im TV-Vorabendprogramm durch die Kanäle zappen und bei HOME INVASION hängen geblieben sind. Für eingefleischte Horrorfans ist HOME INVASION mit Sicherheit eine Lachnummer. Gewalt ist fast nicht vorhanden, der Unterhaltungsfaktor gleich null und wirklich böse will der Film mit der irreführenden Titelkreation auch nicht werden. So reicht es letztendlich aus, wenn man sich den taktisch unklug geschnittenen Trailer anschaut, der praktisch den gesamten Film in knapp zwei Minuten zusammenfasst. Auch wenn man die Trailermacher für eine derartige Dummheit bestrafen müsste, hat das Werbefilmchen auch etwas Gutes, schließlich spart man sich so kostbare Lebenszeit, die man in die Sichtung weitaus wichtigerer Horrorfilme investieren kann.
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Ermüdender Psycho-Thriller, der aufgrund fehlender Gewaltmomente und null Suspense im Kinderkanal vermutlich besser aufgehoben wäre. Es ist unverschämt mit welch irreführenden Titeln Filmemacher die Aufmerksamkeit der Zuschauer gewinnen wollen. HOME INVASION ist ein unspektakulärer TV-Event, der sich dem Stalker-Subgenre bedient und eigentlich kaum Daseinsberechtigung besitzt. Mit Home-Invasion-Horrorfilmen hat dieser Streifen rein gar nichts am Hut und dürfte vermutlich nicht einmal Kindern ein müdes Lächeln entlocken können.
 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Zensur

 
 
 
Die Mogelpackung HOME INVASION dürfte, insofern sie in Deutschland einen Rechteinhaber finden sollte, problemlos ab 16 Jahren freigegeben werden, denn Gewalt ist in diesem Film kaum vorhanden.
 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
In their Skin (2012)
 
The Aggression Scale (2012)
 
Funny Games (1997)
 
Kidnapped (2010)
 


Filmreview: “The Occupants” (2014)

The Occupants 2014
 
 
 

THE OCCUPANTS

Story

 
 
 
Das Leben hat es bisher mit Lucy und Wade gut gemeint. Die beiden sind ein glücklich verheiratetes Paar, haben ein erfülltes Berufsleben und sind stolze Eltern eines gesunden Babys. Leider währt die Freude am neuen Familienglück nicht lang, denn nach Bezug des kleinen Eigenheims passieren seltsame Dinge. Immer wieder wird Lucy von seltsamen Visionen heimgesucht, in denen sie einen Familienvater sieht, der Frau und Tochter um die Ecke bringt. Die junge Frau sucht sich Rat bei ihrer Babysitterin und einem Medium, die der verängstigten Mutter jedoch nicht helfen können. Schon bald scheint Lucy an ihrem Verstand zu zweifeln. Sie geht den Geschehnissen auf den Grund und stellt fest, dass sie selbst in Verbindung mit den Vorkommnissen steht und plausible Erklärungen für den Spuk in ihrer Vergangenheit suchen muss …
 
 
 


 
 
 

THE OCCUPANTS – Kritik

 
 
 
Auch das Spukgenre unterliegt vordiktierten Regeln. Meist wird dort eine glückliche Familie mit merkwürdigen Vorfällen konfrontiert, die den Besuch eines Mediums zu Folge haben. Das wittert eigentlich fast immer die Anwesenheit rastloser Seelen, die den Lebenden mit stets gleichen Streichen zur Last fallen. Es schlagen Türen ins Schloss, Gegenstände bewegen sich wie von Geisterhand und Familienmitglieder werden von unsichtbaren Gegnern heimtückisch attackiert. Am Ende verliert sich fast jeder Geisterfilm im obligatorischen Effektgewitter, bei dem die Leidgeplagten mit vereinten Kräften versuchen die unwillkommenen Gäste zurück in ihre Welt zu drängen. Das gelingt zwar meist immer, hält die meisten Filmemacher aber nicht davon ab, sich ein Hintertürchen für eine mögliche Fortsetzung offen zu halten.
 
Mit THE OCCUPANTS meldet sich der nächste Streifen dieser Art zu Wort. Hier flimmert sogar vor Filmbeginn der Banner der vermutlich langlebigsten Horrorzeitschrift der Welt über den Bildschirm: FANGORIA. Seit nunmehr 30 Jahren gehört das Blatt zur Pflichtlektüre amerikanischer Horrorfans und produziert seit den frühen 90ern sogar eigene Filme. In letzter Zeit „präsentiert“ FANGORIA aber auch gern hin und wieder mal und verhilft dadurch manch wertlosem Horrorschund zu bescheidenem Ruhm. Einer dieser, für den Heimkinomarkt gedrehten Streifen ist THE OCCUPANTS, der vermutlich ohne die Unterstützung des Horrorheftchens kaum Aufmerksamkeit erhalten würde. Regisseur TODD ALCOTTS zeichnet verantwortlich und harkt ganz ungeniert die populäre Liste der bekannten Geisterklischees ab. Dass das bei der nahezu unfassbaren Menge an ähnlich gestrickten Werken so rein gar nicht mehr vom Hocker reißen will, dürfte auf der Hand liegen. Die Familie ist vorhanden, die Geister sind da und das Medium hat es auch in den Film geschafft, um den Heimgesuchten Beistand zu spenden. Bei derart Vorhersehbarkeit leidet die Spannung erheblich, denn aufgrund permanenter Einfallslosigkeit dürfte der Zuschauer an THE OCCUPANTS ganz schnell das Interesse verlieren.
 
THE OCCUPANTS ist schnell und billig gedrehter Horror-Trash, wie man ihn eigentlich fast nur noch auf der Mattscheibe erlebt. Der Rohrkrepierer erinnert vornehmlich an TV-Massenware und lässt kaum Atmosphäre aufkommen. Wie soll die sich auch entwickeln, wenn man gänzlich auf die für das Subgenre essentiellen optischen und akustischen Raffinessen verzichtet. Die Geräuschkulisse ist platt; unheimliche Momente, die durch virtuoses Zusammenspiel von Licht und Schatten bewirkt werden, existieren nicht. Zudem fehlt auch der Behausung der gespenstige Feinschliff. ALCOTTS lässt seine Protagonisten in stilvoller Moderne ums Überleben kämpfen. Die gruselig-gotische Spukvilla sucht man vergebens; vermutlich hätte man für derart Kulisse auch gar kein Budget gehabt. Immerhin geben die beiden Hauptdarsteller ihr Bestes. CRISTIN MILIOTI (könnte als kleine Schwester von JENNIFER LOVE HEWITT durchgehen) ist stets konzentriert bei der Sache, vergisst aber immer mal wieder, dass sie hier nicht auf der Theaterbühne steht, sondern für einem beliebigen Horrorfilm vor der Kamera. Etwas euphorisches Overacting kann ja manchmal ganz erheiternd sein, geht aber schnell auf den Zünder, wenn der Schauspieler vergisst, dass die Macher des Films eigentlich ernste Absichten hegen und kein Spoof-Filmchen drehen wollen. MICHAEL RADY als Ehegatte Wade fällt da schon angenehmer auf, ist aber in THE OCCUPANTS ohnehin nur Nebendarsteller, dreht sich die Geschichte vornehmlich um Mutter Lucy (CRISTIN MILIOTTI), die im Verlauf der Handlung eine psychische Verwandlung durchlebt. Die betreut anfangs misshandelte und verängstigte Frauen und wird am Ende selbst zur traumatisierten Irren deklariert, weil sie von längst verdrängten Kindheitserinnerungen eingeholt wird. Apropos psychisches Durcheinander: TOBY HUSS (BAD MILO und TEUFLISCH) spielt hier einen wütenden Geist, der sich Zutritt in das Haus der kleinen Familie verschafft und Lucy ausgefuchst beginnt zu terrorisieren. Skurrilerweise sind Parallelen zu SHINING zu erkennen, denn scheinbar handelt es sich bei Filminitiator TODD ALCOTTS um einen eingeschworenen Stephen King-Fan. Geisterdarsteller HUSS trägt nämlich nicht nur gleiche Mode, wie einst NICHOLSONS Charakter im King’schen Kultfilm; er verhält sich auch noch ebenso diabolisch und äußerst verhaltensauffällig. Leider wird THE OCCUPANTS durch diesen kleinen Insider auch nicht besser, kränkelt der Film doch an vorhersehbaren Wendungen, der unwichtigen Story und einer billigen Inszenierung, bei der dem Zuschauer die Lust am Sehen ganz schnell vergehen dürfte. Wir können nur hoffen, dass der nächste Geisterfilm besser wird, denn auf so planlos und kostengünstig dahin geschluderte Videoware hat die Welt nun wahrlich nicht gerade gewartet.
 
 
 


 
 
 

THE OCCUPANTS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Fatal, wenn ein Geisterfilm nicht gruselig ist: THE OCCUPANTS ist ein unspannender Mystery-Horror-Mix, der kaum Atmosphäre besitzt und dazu auch noch ziemlich billige Optik bietet. Der Streifen erinnert eher an einen TV-Film, ist zugedröhnt mit ganz üblen Klischees und ist so überflüssig wie der Pimmel am Papst. Daher besser den zwar thematisch ähnlichen aber weitaus besseren DARK CIRCLES schauen, der die Bezeichnung Gruselfilm auch wirklich verdient hat. Was FANGORIA übrigens vertraglich aushandeln konnte, um THE OCCUPANTS zumindest in Amerika „präsentieren“ zu können, werden wir hier in Deutschland vermutlich nie erfahren. Ist wahrscheinlich auch besser so.
 
 
 


 
 
 

THE OCCUPANTS – Zensur

 
 
 
An THE OCCUPANTS wurde gespart wo es nur ging – auch an Gewalt. Die ist nahezu nicht vorhanden und dürfte dafür sorgen, dass THE OCCUPANTS hierzulande ungeschnitten für bereits 16-jährige erhältlich sein wird.
 
 
 


 
 
 

THE OCCUPANTS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mama (2013)
 
Dark Circles (2013)
 
Last Summer (2013)
 
I am ZoZo (2012)
 
Two Moons (2012)
 


Filmreview: “The House of the End Times” (2013)

The House Of The End Times
 
 
 

THE HOUSE OF THE END TIMES

Story

 
 
 
Eine Familie erlebt in ihrem Haus den ultimativen Terror. Die Kinder verschwinden auf unerklärliche Weise, der Vater kommt unter ominösen Umständen ums Leben und Hausfrau Dulce (Ruddy Rodríguez) wird für das Chaos zur Verantwortung gezogen. Sie sucht nach Antworten und findet heraus, dass ein gut gehütetes Geheimnis um das vermeintlich sichere Heim rankt …
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE OF THE END TIMES – Kritik

 
 
 
Es gruselt wieder. Diesmal jedoch auf venezolanisch und das auch noch zum allerersten Mal in der Geschichte des Landes. LA CASA DEL FIN DE LOS TIEMPOS heißt das grandiose Stück Gänsehaut aus Venezuela und ist der beste Beweis dafür, dass guter Horror schon längst nicht mehr nur aus der Traumfabrik kommt. In der internationalen Horrorszene brodelt es und das gewaltig. Da kochen unerfahrene aber höchst ambitionierte Filmregisseure mit allerlei experimentellen Zutaten extravagante Süppchen, so dass nicht selten der Gaumen des Horrorfans Samba tanzt, wenn er Horrorstreifen aus fernen Ländern zu sehen bekommt. Hat man dann erst einmal Gefallen am Unkonventionellen gefunden, fällt es schwer den ewig gleichen Gewohnheitsfraß aus Hollywood zu goutieren, schließlich wird dort meist bevorzugt Altbekanntes immer nur neu und anspruchslos aufgewärmt. Nachwuchsregisseur ALEJANDRO HIDALGO macht all das richtig, was man eigentlich als Neuer in der Filmwelt beachten sollte. Der weiß nämlich, dass Horror dafür da ist, um Angst einzujagen. Zudem hat er eine wirklich gute Geschichte zu Papier gebracht, an der sich Gurkenzüchter wie M.NIGHT SHYAMALAN (THE VILLAGE, AFTER EARTH) ein Beispiel nehmen sollten. Letzterer hat ja ein goldenes Händchen dafür qualvoll-dumme Mystery-Thriller zu drehen, die den Zuschauer mit abstrusen und nahezu peinlich-beschämenden Überraschungsplots quälen. Hätte der einst talentierte Regisseur Leute wie ALEJANDRO HIDALGO an der Hand gehabt, SHYAMALAN müsste sich heute nicht für seine ach so strunz-doofen Machwerke schämen.
 
LA CASA DEL FIN DE LOS TIEMPOS orientiert sich in seiner Machart an die Anfangsgrusler des berüchtigten SHYAMALAN, der im Jahr 1999 mit seinem THE SIXTH SENSE einen Filmhit landete und quasi den wendungsreichen Horrorfilm mit Überraschungsmoment zurück in die Kinosäle holte. Ähnlich überraschend geht es auch in THE HOUSE OF THE END TIMES (so die amerikanische Titelkreation für den internationalen Markt) zu. Der Film beginnt wie einer dieser typischen Geisterfilme und versucht den Zuschauer mit plötzlich schließenden Türen, schemenhaften Gestalten und merkwürdigen Geräuschen zu erschrecken. Was aber anfänglich austauschbaren Spukhorror vermuten lässt, entpuppt sich am Ende als wahrlich klug ersponnener und clever verschachtelter Mystery-Horror, der mit Geistern rein gar nix am Hut hat, sondern eher in der Zeitschleifenproblematik verschachtelt ist.
 
Im Mittelpunkt von THE HOUSE OF THE END TIMES steht eine kleine Familie, die vor fünf Jahren eine alte Villa bezogen hat. Günstig war das Haus gewesen, drum wurde es schnell erworben. Jetzt muss die Rechnung für den niedrigen Kaufpreis gezahlt werden. Eines Nachts passieren seltsame Dinge. Die Kinder müssen mal wieder hungrig ins Bett, weil Vater Juan José (GONZALO CUBERO) partout keine Arbeit findet, um die leeren Mägen füllen zu können. Es kommt zum Streit zwischen den Eltern und das Familienoberhaupt verlässt wutentbrannt das Schlafzimmer. Was folgt lässt sich nicht erklären: Seltsame Schatten huschen durch die Gänge, die Kinder verschwinden unter mysteriösen Umständen, der Vater wird erdolcht im Schlafzimmer vorgefunden und Mutter Dulce (RUDDY RODRíGUEZ) wird für die unerklärlichen Vorkommnisse zur Verantwortung gezogen. Als sie nach 30 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen wird, kehrt sie ergraut und gebrechlich an den Ort der Geschehnisse zurück. Noch immer herrscht hier eine Aura grausigen Unbehagens und mysteriöse Erscheinungen ängstigen die traumatisierte Dulce zu Tode. Die ältere Dame wird schon bald von der schicksalsreichen Vergangenheit eingeholt, fasst jedoch allen Mut zusammen und beginnt die Geheimnisse des geschichtsträchtigen Gebäudes zu entschlüsseln. Bei ihren Untersuchungen stößt sie auf ein Mysterium, für das sie keine plausiblen Erklärungen findet kann.
 
Welchen Mehrwehr so eine sorgfältig und gut durchdachte Geschichte doch haben kann. THE HOUSE OF THE END TIMES ist einer jener Filme, die auch ohne großes Blutvergießen auskommen und fast gänzlich auf Effekthascherei verzichten. Hier wird mit minimalistischen Mitteln maximales Grauen verursacht. Sei es die morbid-farblose Kulisse, die oft an spanisches Horrorkino erinnert und düstere Gruselwerke wie JULIA’S EYES (2010) oder THE DEVIL’S BACKBONE (2001) ins Gedächtnis zurückkehren lassen. Oder die detailreich durchdachte Story, die den Zuschauer häppchenweise mit Informationen versorgt, aber nie zuviel verrät. Echte Spannung zeichnet sich hier ab, die sich konsequent durch den gesamten Film zieht. ALEJANDRO HIDALGO jongliert mit Rückblenden, schließlich sind viele Antworten der rätselhaften Story in der Vergangenheit zu suchen. Demnach bewegt sich die kleine Geschichte lückenhaft zwischen den Zeitebenen. Wir erfahren, was sich einst zugetragen hat und welch seelische Qualen Mutter Dulce nach der Haftentlassung erleiden muss. Am Ende wird eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart geschlagen bei der das Haus eine wichtige Schlüsselfunktion einnimmt. Aus anfänglichen Plot- und Logiklöchern ergibt sich ein plausibles Ganzes, wobei man Macher ALEJANDRO HIDALGO für das wirklich intelligente Drehbuch loben muss, das er da selbst verfasst hat.
 
Was wäre, wenn wir die Zeit beeinflussen könnten. Eine Frage, die sich vermutlich ein jeder schon einmal gestellt haben dürfte. THE HOUSE OF THE END TIMES ist Indie-Horror, der sich die Frage zueigen macht und sie auf ganz eigene Weise versucht zu interpretieren. Für seinen ersten Gruselhit könnte Regie-Debütant ALEJANDRO HIDALGO die international erfolgreiche RUDDY RODRíGUEZ gewinnen, die nicht nur gern gesehene Kino, TV- und Theaterschauspielerin ist, sondern auch als gefragtes Model in den 80ern Karriere machte. Für THE HOUSE OF THE END TIMES läuft sie noch einmal auf Hochform auf, lässt sich vom Make-up-Team um Jahrzehnte älter schminken und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise voller Überraschungen. ALEJANDRO HIDALGOS Erstling ist willkommen abwechslungsreicher Horror mit einem Schuss Mystery, der zwar auf falsche Fährten lockt, den Zuschauer aber nie an der Nase herumführt. Wenn das Rätsel am Ende gelüftet wird und der Abspann über die Mattscheibe flimmert, dürfte sich der ein oder andere Filmfreund einen Wolf freuen, weil er soeben einen außergewöhnlich guten Film gesehen hat, von dem er dringend seinen Freunden erzählen muss. Wir haben uns schon lange nicht mehr so “unheimlich” gut unterhalten gefühlt. Von daher gibt’s vom FILMCHECKER das Prädikat: Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE OF THE END TIMES – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Regie-Neuling ALEJANDRO HIDALGO wirft Klischees über Bord und bringt angenehm schauriges Horrorfutter in die Heimkinos bei dem sich der Horror vornehmlich im Kopf des Zuschauers abgespielt. Sein Debüt ist einer der besten Gruselstreifen der letzten Jahre von denen es in der Vergangenheit dank Found Footage und PARANORMAL ACTIVITY einfach viel zu viele gegeben hat. Der erste, in Venezuela produzierte Horrorfilm beeindruckt mit subtiler Schauerstimmung, morbider Atmosphäre und bedrückenden Bildern. Die erinnern in ihrer farblosen Tristesse ziemlich oft an viele spanische Horrorwerke jüngeren Datums, die ja bekanntlich weniger durch Gewalt- und Blutexzesse, als vielmehr durch unheimliche Momente und düstere Bildkompositionen aufgefallen sind. THE HOUSE OF THE END TIMES überzeugt mit einem penibel ausgearbeiteten Drehbuch, überraschenden Wendungungen und konsequentem Spannungsbogen. Das FILMCHECKER-Team war angetan und meint: Wer THE HOUSE OF THE END TIMES verpasst ist selber schuld!
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE OF THE END TIMES – Zensur

 
 
 
LA CASA DEL FIN DE LOS TIEMPOS oder THE HOUSE OF THE END TIMES (so wie er international genannt wird) ist ein subtiler Gruselfilm, der eher durch unheimliche Stimmung und permanente Spannung unterhalten möchte. Hier gibt es nur ein Messer im Rücken zu sehen – das war’s auch schon an Gewaltmomenten. THE HOUSE OF THE END TIMES dürfte locker mit dem blauen 16er-Stempel durch die FSK kommen.
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE OF THE END TIMES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mama (2013)
 
The Sixth Sense (1999)
 
The Devil’s Backbone (2001)
 
Darkness (2002)
 
Fragile – A Ghost Story (2005)
 
Das Waisenhaus (2007)
 


Filmreview: “Caníbal” (2013)

Canibal 2013
 
 
 

CANíBAL

Story

 
 
 
Einzelgänger Carlos führt ein Doppelleben. Tagsüber ist er Schneider für Herrenmode, der von allen wegen seines Könnens geschätzt wird. Abends verwandelt er sich in ein Monster und ermordet ausländische Frauen, um seinen Vorrat an menschlichem Fleisch aufzufüllen. Als er der schönen Nina begegnet gerät sein bisher geregeltes Leben aus den Fugen und sein Geheimnis droht aufzufliegen …
 
 
 


 
 
 

CANíBAL – Kritik

 
 
 
Carlos (ANTONIO DE LA TORRE) ist schon ein eigensinniger Kerl. Freunde hat er keine und Erfüllung findet er wenn dann nur im Berufsleben. Er ist Schneider, hat einen ausgeprägten Sinn für schöne Dinge, ist diszipliniert und beherrscht. Leider frönt er auch einer sehr speziellen Leidenschaft, denn in der Filmwelt ist es nicht selten der Fall, dass gerade die unscheinbaren Charaktere dutzende Leichen im Keller stapeln. Wie der Titel bereits verrät ist der stille Schönling ein Kannibale, besitzt eine schlichte Hütte in den Bergen, wo er bevorzugt schöne Damen ausnimmt um anschließend deren Fleisch in das Stadtapartment zu bringen. Dort versteckt er das Schlachtgut akkurat übereinandergelegt im Kühlschrank und gönnt sich allabendlich menschliches Steak zu gutem Wein. In Spanien scheint man neuerdings die Vorzüge von Kannibalismus im Kino erkannt zu haben, denn nach OMNíVOROS kommt nun mit CANíBAL bereits der zweite Streifen in Folge in die weltweiten Wohnzimmer, der sich mit der kontroversen Problematik der Menschenfresserei beschäftigt. Doch bevor der Horrorfan bei derart zusagender Inhaltsangabe Freudensprünge veranstaltet, dürfte die euphorische Stimmung schnell wieder einen Dämpfer bekommen, schließlich wird mit CANíBAL eher anspruchsvoll in Szene gesetztes Arthouse-Kino geboten und keine dieser unnötigen Blutorgien, in denen die Opfer möglichst detailgenau und blutig ermordet werden.
 
Getreu dem Motto „Auch Kannibalen brauchen Liebe“ thematisiert CANíBAL eine sehr sonderbare Liebesgeschichte, die von einem Mann handelt, der im Grunde genommen keinerlei Sympathien oder Mitgefühle für seine Mitmenschen entwickeln kann. Umso leichter geht ihm das Töten von der Hand. Er inszeniert Unfälle, um an menschliche Beute zu gelangen und geht dabei stets nach gleichem Muster vor. Sein gesamtes Leben folgt einer präzisen Choreografie und gleiche Abläufe helfen dem Eigenbrödler den Alltag zu bestreiten. Doch die genau durchgeplante, tägliche Linearität verliert an Gewichtung als Carlos die attraktive und zurückhaltende Nina (OLIMPIA MELINTE) kennenlernt. Die hat schon seit Ewigkeiten nichts mehr von der Schwester gehört und hofft nun auf Antworten über ihren Verbleib. Nina bezieht die Wohnung ihrer Zwillingsschwester und freundet sich mit Carlos an, der im Haus gegenüber wohnt. Schnell entwickelt sich Sympathie zwischen den beiden und eine innige Zuneigung beginnt sich anzubahnen. Natürlich erahnt Nina schon bald, dass mit ihrem neuen Nachbarn so einiges nicht zu stimmen scheint, denn je näher sie dem Sonderling kommt, um so zwanghaft distanzierter verhält sich Carlos.
 
Der Spanier MANUEL MARTIN CUENCA hat mit seinem CANíBAL einen sehr unkonventionellen Kannibalenfilm gedreht, der die Thematik vom Menschenfleisch verzehrenden Außenseiter nur als Alibifunktion benutzt und eigentlich mehr Drama als Horror ist. Die Kannibalenthematik wird, insofern sie dann überhaupt einmal an Bedeutung gewinnt, nur sehr oberflächlich angerissen. Stattdessen ist CUENCA damit beschäftigt die verbohrte Persönlichkeit eines gefühlskalten Mannes zu beleuchten, der vehement versucht gegen Gefühle und Emotionen anzukämpfen. Für hohle Gewalt und blutgeilen Splatter bleibt da keine Zeit, schließlich ist CUENCA bestrebt einen gewissen Anspruch zu bewahren. Wir sehen lange Kameraeinstellungen, in denen kaum gesprochen wird, nahezu spartanisch und altmodisch eingerichtete Bühnenbilder sowie einen stillen Killer, der eine distanzierten Haltung zu menschlichen Nähe besitzt und bedrückend authentisch von Schauspieler ANTONIO DE LA TORRE verkörpert wird. Der gehört in Spanien zur Schauspielelite, ist Multitalent und sowohl in Spielfilmen und Theateraufführungen als auch in TV-Serien präsent.
 
Auch wenn die unmenschlichen Verbrechen im Film zu keiner Zeit bebildert, die Beweggründe für die Morde nicht näher beleuchtet werden und es sich bei Carlos um keinen dieser kaltblütigen Irren handelt, die in ähnlichen Horrormachwerken partout damit beschäftigt sind die Leinwand rot zu färben, lohnt eine Sichtung des Streifens. Die langsam erzählte Charakterstudie konzentriert sich auf das Wesentliche, nimmt sich Zeit für seine Figuren und besitzt gute Schauspieler, die auch mit wenigen Worten einander verständigen können. So dürfte das minimalistische Drama zumindest für jene Horrorfans von Interesse sein, die sich hin und wieder lieber gut durchdachte und präzis erzählte Geschichten mit Anspruch gönnen, als reißerische Horrorfilme, in denen sich Foltergesellen ausschließlich im Blut ihrer Opfer suhlen.
 
 
 


 
 
 

CANíBAL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Der Kannibalenfilm goes Arthouse. Spanien entdeckt das Menschenfresser-Genre für sich, bringt aber mit CANíBAL einen etwas ungewöhnlichen Streifen dieser Art in die internationalen Wohnzimmer. Hier wird weder blutgeil vor der Kamera gemordet, noch das gar abartige Fressen von Menschenfleisch zelebriert. Statt Exploitation gibt es hier Drama satt für all jene, die einen gewissen Anspruch auch bei Horrorfilmen erwarten. Für den Streifen hat man hervorragende Schauspieler gewinnen können, deren Figuren genügend Entwicklungsmöglichkeiten eingeräumt werden, damit sich der Zuschauer schnell mit ihnen identifizieren kann. Kannibale Carlos nimmt hier eine Sonderstellung ein. Der wird nämlich nicht zur unberechenbaren Killermaschine deklariert, sondern entpuppt sich als gesitteter und geheimnisvoller Schönling, dem die Frauen zu Füßen liegen. Hat man sich erst einmal an die seltsamen Umstände dieser etwas andere Liebesgeschichte gewöhnt, lässt CANíBAL so schnell nicht wieder los. Ein Grund mehr, warum sich Horrorfilmmacher so langsam mal bewusst werden sollten, dass man Genrestreifen nicht zwangsläufig im Blut ertränken muss. Anständiges Niveau, intelligente Geschichten und Sinn für Ästhetik sind auch im Jahr 2014 stets willkommene Filmzutaten – auch im Horrorfilm.
 
 
 


 
 
 

CANíBAL – Zensur

 
 
 
CANíBAL ist keiner dieser Filme, in denen schaufreudig Menschenfleisch gefressen wird. Es gibt nicht einen expliziten Gewaltakt zu sehen. Das Meiste passiert im Off und in den Köpfen der Zuschauer. Dennoch gehen wir aufgrund der heiklen Thematik des Films von einer ungeschnittenen FSK16 aus.
 
 
 


 
 
 

CANíBAL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Butcher Boys (2012)
 
Hannibal (2001)
 
Lebendig gefressen (1980)
 
Ravenous – Friss oder stirb (1999)
 
Cannibal (2006)
 


Review: “Lizzie Borden Took an Ax” (2014)

lizzie-borden-took-an-ax_2013
 
 
 

LIZZIE BORDEN TOOK AN AX

Story

 
 
 
Weil die Eltern der Tochter den Umgang mit der reichen Gesellschaft verbieten, greift Lizzie Borden (Christina Ricci) zur Axt und tötet den Vater und die Stiefmutter auf heimtückische Weise …
 
 
 


 
 
 

LIZZIE BORDEN TOOK AN AX – Kritik

 
 
 
Im Horrorbereich brüsten sich in letzter Zeit ziemlich viele Filme damit, dass die zugrunde liegenden Geschichten auf wahren Begebenheiten beruhen. Das ist vor allem dann absurd, wenn plötzlich Monster durch die Kamera sausen oder Außerirdische zum Kaffeeplausch auf der Erde landen. Nicht weniger absurd sind die millionenschweren Umsätze, die durch solche Werke generiert werden und natürlich die dreisten Marketingmethoden der Filmlabel, die den Käufer unter irreführenden Werbesprüchen zum Kauf animieren. TV-Sender LIFETIME mischt nun auch auf dem “Alles genauso passiert”-Markt mit. Im Gegensatz zum üblichen Horror-Käse, der als scheinwahr an den Genrefan gebracht wird, ist LIZZIE BORDEN TOOK AN AX auf historische Fakten zurückzuführen.
 
Als Grundlage für den vom Sender produzierten TV-Film dienen die Morde an der Familie Borden, die heute zu den bekanntesten Verbrechen der amerikanischen Geschichte gehören. 1892 tötete die damals 32-jährige LIZZIE BORDEN den Vater und die Stiefmutter mit einer Axt, weil ihr die Eltern den Umgang mit der wohlhabenden Gesellschaft untersagten. Der Kriminalfall erhielt seinerzeit große mediale Aufmerksamkeit, weil die Geschworenen der Verdächtigen keine Schuld nachweisen konnten und LIZZIE BORDEN freigesprochen werden musste. Bis heute konnte der Mordfall nicht entschlüsselt werden – eine Tatsache, die die Verfilmung ganz einfach zu lösen versucht und den Doppelmord kurzerhand der Verdächtigen LIZZIE in die Schuhe schiebt.
 
Die wird überraschend gefühllos von CHRISTINA RICCI verkörpert, die hier erschreckend abgemagert in die Rolle einer der wohl abgebrühtesten Mörderinnen der Filmgeschichte schlüpft und alle Regeln der Kunst beherrscht ihr Gegenüber erfolgreich zu manipulieren. Mit großen Augen und langen Wimpern klimpert sich die RICCI souverän durch den Streifen und schafft es immer wieder aufs Neue selbst den eingeschworenen Skeptiker von ihrer (erlogenen) Unschuld zu überzeugen. Anders ergeht es da aber dem Zuschauer, der sich nicht zu leicht hinter das Licht führen lässt und schnell erkennt, dass die gute LIZZIE ein ganz schön ausgefuchstes Miststück ist.
 
So gut die Schauspieler, so bescheiden die Umsetzung. Das durchaus interessante Ausgangsmaterial wurde im Falle von LIZZIE BORDEN TOOK AN AXT doch sehr anspruchslos fürs TV zurechtgetrimmt und erinnert eher an eine überlange LAW & ORDER-Episode. Das enttäuscht vor allem der prominenten Besetzung wegen, deren Talent hier sprichwörtlich für lau verbraten wird. Hinter dem eher mauen und fast schon widerlich konventionellen Drehbuch steckt STEPHEN KAY, der zuvor sogar bekannte Filme wie BOOGEYMAN – DER SCHWARZE MANN (2005) oder GET CARTER (2000) gedreht und an vielen bekannten Vorabendserien mitgearbeitet hat. Am Drehbuch zu LIZZIE BORDEN TOOK AN AXT hat er vermutlich eher weniger bedacht geschrieben, konzentriert sich die Geschichte vorwiegend auf die Geschehnisse nach den Morden und die gerichtlichen Prozesse. Die persönlichen Hinter- und Beweggründe der Tat werden in diesem Soap-Opera-Mysteryding nur sehr oberflächlich betrachtet. Hier wäre es vermutlich weitaus interessanter gewesen den Konflikt zu beäugen, der letztendlich zum geschichtsträchtigen Verbrechen geführt hat. Stattdessen verirrt sich LIZZIE BORDEN TOOK AN AXT im akribischen Verhör aller Beteiligten im Gerichtssaal, bietet aber immerhin schnörkellosen Kurzweil, der das Hirn nicht zu übermäßig strapaziert.
 
 
 


 
 
 

LIZZIE BORDEN TOOK AN AX – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Werft Perlen vor die Säue. Oder: Wie sich CHRISTINA RICCI unter Wert verkauft. Gott weiß, was der erfolgsverwöhnten Schauspielerin für den Auftritt im eher mittelmäßigen TV-Film LIZZIE BORDEN TOOK AN AXT gezahlt wurde, damit sie die Rolle einer gerissenen Doppelmörderin übernahm, deren Fall Jahrhunderte vor Boulevard-Sendungen wie EXPLOSIV (RTL) oder TAFF (PROSIEBEN) mediales Aufsehen erregte. Hier wird dem Filmfreund platter TV-Standard ohne Anspruch und Tiefgang vorgesetzt, der sich aber mit wahrem Background brüstet. SONY PCTURES TELEVISION hat im Auftrag des US-Spartensenders LIFETIME produziert und bietet genau das Niveau, das man eben von typisch amerikanischen TV-Events gewohnt ist: Schnörkelloses Fensehfutter von dem man sich berieseln lässt, das aber schon wieder aus dem Gedächtnis entschwunden ist, sobald man die Couch verlassen hat. Dennoch fällt die RICCI positiv auf. Die verschmilzt zwar förmlich mit ihrer diabolischen Rolle, lässt aber den Zuschauer ratlos vor der Glotze zurück, der nicht verstehen will warum die zierliche Schauspielerin ihr qualifiziertes Können für so eine trashige Seifenoper hergegeben hat.
 
 
 


 
 
 

LIZZIE BORDEN TOOK AN AX – Zensur

 
 
 
Der Mord an den Eltern wird in fast schon grotesker Regelmäßigkeit in den Träumen der Hauptprotagonistin wiederholt. Vor allem das Gesicht des Vaters wird für TV-Verhältnisse recht oft und ziemlich explizit vor der Kamera zermatscht. Für eine FSK16 dürfte das ausreichen.
 
 
 


 
 
 

LIZZIE BORDEN TOOK AN AX – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dahmer (2002)
 
Ed Gein – The Wisconsin Serial Killer (2000)
 
Gacy (2003)
 


Filmreview: “Buck Wild” (2013)

buck-wild-2013
 
 
 

BUCK WILD

Story

 
 
 
Vier Amateurjäger im Jagdrausch. Sie quartieren für ein Wochenende auf der Buck Wild-Ranch, um ein paar Hirsche zu erledigen. Leider kommen ihnen ein paar gefräßige Zombies und eine Gruppe einheimischer Hillbillies in die Quere, die ihnen den Jagdausflug natürlich gehörig vermasseln …
 
 
 


 
 
 

BUCK WILD – Kritik

 
 
 
Och nö, schon wieder bricht ein Zombie-Virus aus, im Horrorfilm ist das nichts Ungewöhnliches mehr. Doch diesmal wird die Gefahr nicht von Menschenhand verursacht. Das Grauen erscheint in Form eines tollwütigen Hundes (im Film auch als Chupacabra bezeichnet), der sich sogleich über einen schrulligen Ranch-Betreiber hermacht und zubeißt. Was folgt ist das Übliche: Der Gebissene besitzt bald die Symptome einer nicht näher beschriebene Zombieseuche, taumelt in ein Dorf voller Hinterwäldler und infiziert dort in null Komma nichts jeden, der einfach zu faul ist zum arbeiten. Der Splatter-Klassiker BRAINDEAD lässt grüßen, denn der dürfte beim vorliegenden BUCK WILD Pate gestanden haben. Dort passierte Ähnliches: Eine neue Spezies halb Affe, halb Ratte war schuld, dass am Ende ein göttliches Zombie-Gemetzel auf der Mattscheibe gefeiert werden konnte.
 
Es mag ja immer noch Horrorfans geben, die in Zeiten von MARTYRS, HOSTEL und SAW nicht wissen, dass es “krasse” Horrorfilme auch schon viel früher gab. Zu einem dieser ganz “bösen” Streifen gehörte jene von PETER JACKSON inszenierte Splatter-Persiflage auf das blutrünstige Zombie-Genre mit dem Titel BRAINDEAD. Die genießt heute Kultstatus und hat in den 90ern der FSK ne Menge Kopfzerbrechen bereitet. Nach viel Splatter-Klamauk (darunter auch BAD TASTE) hat sich Jackson viele Jahre später mit der Buchverfilmung zu Tolkiens DER HERR DER RINGE ein Denkmal gesetzt. Dennoch ist vielen Filmfans heute nicht bewusst, dass der neuseeländische Filmemacher in den Anfangsjahren viel Horror gemacht hat und damit auch noch erfolgreich war.
 
Was Jackson mit viel Herz- und Kunstblut 1992 auf Zelluloid festgehalten hat, will TYLER GLODT nun auch mal ausprobieren. Der ist zwar noch recht unbekannt im Filmbusiness, hat aber bereits beim Kassenhit POSSESSION – DAS DUNKLE IN DIR in der Postproduktion mitarbeiten dürften. Nun versucht er auch mit einer Horrorkomödie was Eigenes auf die Beine zu stellen. Damit sein Schaffen auch die nötige Aufmerksamkeit bei Horrorfans findet, wird gleich erstmal ausgiebig kopiert und bei anderen Filmen Inspiration geholt. So bildet der Plot aus BRAINDEAD das Fundament und die aus Spoof-Komödien wie SCARY MOVIE bekannten Albernheiten das Gerüst für diesen Film.
 
Die Geschichte dreht sich um vier Freunde, die den gängigen Klischees entsprechen und ein chilliges Jagdwochenende in ländlicher Natur verbringen möchten. Der naive Craig (Matthew Albrecht) hat die Sause geplant und will partout nicht wahrhaben, dass ihn die Verlobte nach Strich und Faden betrügt. Immer wieder versucht er die Freundin auf dem Telefon zu erreichen. Die hat Besseres im Sinn und vergnügt sich viel lieber mit knackigen Kerlen auf trinkfreudigen Partys und hatte auch schon ein Techtelmechtel mit Kumpel und Bunny-Checker Lance (Isaac Harrison), der als Großstadtcasanova eine Schwäche für paarungsbereite Frauen hegt, die für ihn wichtiger sind, als die Luft zum atmen. Als Reiseführer fungiert Cousin Jerry (Jarrod Pistilli). Selbiger kennt sich bestens in der dörflichen Tristesse aus und ist dazu noch ein Hillbilly wie er im Buche steht. Er hat nicht nur eine Leidenschaft für schnelle Schusswaffen, sondern auch noch einen riesigen Sprung in der Schüssel. Jerry liebt nämlich nicht nur allmorgendliches Karate ohne Klamotten, er besitzt auch noch einen sehr speziellen Humor, der den Freunden nicht nur einmal aus der Patsche hilft. Letzter im Bunde ist Tom (Dru Lockwood), ein gar nerdiger Clark Kent-Verschnitt. Der gerät im späteren Verlauf des Streifens an den exzentrischen Gangster Billy Ray, der ihm zusammen mit seiner Hinterwäldler-Bande (kein Scherz) den blanken Hintern versohlt.
 
Natürlich dürfen in einer Zombiekomödie nicht die Zombies fehlen, die im Horrorfilm grundsätzlich damit beschäftigt sind, sich die Mägen mit Menschenfleisch zu füllen. Doch bevor die Untoten über noch lebendes Buffet herfallen dürfen muss der Horrorfan etwas Geduld aufbringen, schließlich braucht der tollwutartige Virus etwas Zeit um sich in der südtexikanischen Einöde verbreiten zu können. Bis dahin bekommen die Freunde erst einmal Stress mit den eigenbrötlerischen Bewohnern des Kaffs. Die mögen es nämlich gar nicht, wenn verzogene Großstadtkids ungefragt ihr Revier erkunden und zu viele Fragen stellen. In BUCK WILD gibt es ne Menge abgedrehtes Zeug zu sehen. Hier drehen dumme Hinterwäldler triviales Trash-TV, das sogar noch im regionalen Fernsehen gezeigt wird. Zudem kommt die legendäre PATE-Trilogie von FRANCIS FORD COPPOLA ganz ungefragt in die Gunst einer mehr als lächerlichen Hommage. Und als wäre das alles nicht schon dämlich genug, finden Haschisch-Brownies in BUCK RANCH auch noch einen neuen Verwendungszweck. Der Kuchen wird versehentlich an einen Zombie verfüttert, der sich wenig später zurück in zivilisierte Wesen verwandelt. Wenn da mal nicht Schleichwerbung für den Konsum von Drogen betrieben wird.
 
REDNECKS VS. COLLEGE KIDS VS. ZOMBIES hätte die wilde Mischung auch heißen können, die uns TYLER GLODT mit seinem BUCK WILD auf schlabbrigen Papptellern serviert. Für gutes Porzellan hat es nämlich nicht mehr gereicht, denn die Zombie- und Hinterwädler-Parodie kränkelt an billigen und flachen Witzen, die zudem nicht gerade vor Originalität strotzen. Viele der etwas sehr hanebüchenen Wortspielchen zünden nur selten und wiederholen sich auch noch ständig. Für eine Komödie kein gutes Omen, wenn den Lachern die Puste ausgeht. Immerhin wuseln durch BUCK WILD ne Menge bescheuerter Typen, deren stereotypen Rollen bei Weitem erheiternder sind, als deren krampfhaft auf cool getrimmten Dialoggefechte. Da verblassen selbst die Zombies, deren obligatorische Fress-Exzesse in BUCK RANCH leider arg kurz kommen. Der Splatter-Faktor ist erstaunlich gering, was angesichts der Thematik bei Horrorfans nicht gerade Freudensprünge verursachen dürfte. So bleibt unwichtiger Light-Spass, der erfolgreichen Horrorparodien nachzueifern versucht, aber dem irgendwie die wirklich guten Gags fehlen, damit er länger in Erinnerung bleibt. BUCK WILD ist zwar mit Sicherheit kein Zeiträuber, enttäuscht aber durch mageren Splatter-Gehalt und erreicht nicht einmal annähernd die Qualitäten jener Filme, mit denen Regisseur TYLER GLODT des Öfteren liebäugelt. Von daher Anspruch drosseln und Bier zur Hand, denn nur mit gut gekühltem Alkohol kann man sich diesen Murks schöntrinken und darüber auch noch lachen.
 
 


 
 
 

BUCK WILD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
REDNECKS VS. COLLEGE KIDS VS. ZOMBIES – BUCK WILD ist ein abgedrehter Zombie-Spaß mit gut platzierten Schenkelklopfern und ner Menge skurriler Typen, die den lieben langen Tag nur abstruses Zeug von sich geben. Das ist nicht negativ zu verstehen, sondern ein Grund warum BUCK WILD lohnt gesehen zu werden. Leiden gehen dem Film ganz schnell die guten Sprüche aus, denn die meisten der lustig gemeinten Gags wollen einfach nicht zünden. Zudem kommen die Untoten für eine Zombieparodie etwas sehr kurz, was vor allem Fans solcher Filme bitter aufstoßen dürfte. Im Vergleich zu erfolgreichen Spoof-Komödien mit ähnlichem Inhalt zieht BUCK WILD nämlich den Kürzeren, denn der Streifen erreicht nicht einmal annähernd die Genialität von Horrorkomödien wie BRAINDEAD, ZOMBIELAND oder SHAUN OF THE DEAD. Denen wollte Regisseur TYLER GLODT mit seinem selbstironischen Machwerk nacheifern. Um seine Geschichte abheben zu können wirft er zusätzlich noch allerlei Hinterwäldlerklischees in die Handlung und verdirbt damit den Brei. Vielleicht wäre es besser gewesen der Regisseur hätte sich nur auf eine Zutat konzentriert, denn der Mix aus Hillbilly- und Zombiefilm verliert sich des Öfteren in der Unentschlossenheit seines Machers. Der wollte vermutlich besonders kreativ sein und mit seiner schwarzhumorigen Hinterwädler-Untoten-Verarsche etwas ganz Neues machen, hat aber schon bald keine Kontrolle mehr über seinen Flick. Die handvoll inhaltsloser Gags können da leider auch nix mehr retten – schade!
 
 
 


 
 
 

BUCK WILD – Zensur

 
 
 
Aufgrund des humoristischen Untertons, dürfte es BUCK WILD hierzulande mit blauen FSK16-Flatschen in den Handel schaffen. Der Gewaltpegel ist so in etwa mit dem von SHAUN OF THE DEAD zu vergleichen, erreicht aber nie die übertrieben splattrige Intensität eines BRAINDEAD.
 
 
 


 
 
 

BUCK WILD – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Little Bit Zombie (2012)
 
Juan of the Dead (2011)
 
Shaun of the Dead (2004)
 
Braindead (1992)
 
Dead Snow (2009)
 


Filmreview: “Flowers in the Attic” (2014)

Flowers-in-the-Attic-2014-Lifetime
 
 
 

FLOWERS IN THE ATTIC

Story

 
 
 
Die geldgeile Corrine (Heather Graham) sperrt ihre vier Kinder jahrelang auf dem Dachboden der Großeltern ein, damit sie die Zuneigung und das Vertrauen des eigenen Vaters zurückgewinnen kann. Der liegt im Sterben und hat seine Tochter aus dem Nachlass gestrichen hat, weil die vor Jahren dessen Halbbruder geheiratet hat …
 
 
 


 
 
 

FLOWERS IN THE ATTIC – Kritik

 
 
 
Im TV tut sich was, vor allem in den USA, wo Serien nicht selten Kinoqualität erreichen und oftmals sogar erfolgreicher sind, als manch teurer Blockbuster im Lichtspielhaus. Einige prominente Leinwandsternchen scheinen den Trend erkannt zu haben und lassen sich hin und wieder dazu verleiten, parallel zu ihren Kinoproduktionen auch mal in unbedeutenden Fernsehfilmen und TV-Serien aufzutreten, schließlich sind so kleine Gastrollen im anspruchslosen Trivial-TV recht lukrative Geldquellen. HEATHER GRAHAM macht’s nun auch und verkörpert mal nicht das kleine, heiße Püppchen, das das männliche Publikum vor allem in Werken wie BOOGIE NIGHTS (1997), KILLING ME SOFTLY (2002) und HANGOVER (2009) mit sexy Kurven vernebeln konnte. Fürs Fernsehen distanziert sich die GRAHAM mal vom auf dem Leib geschriebenen Hot-Girl-Image und schlüpft stattdessen in die Rolle einer geldgeilen Mutter, die zugunsten von Wohlstand und Luxus das Leben der eigenen Kinder in Gefahr bringt. FLOWERS IN THE ATTIC heißt das Gruselstück und ist nun bereits schon die zweite Verfilmung des gleichnamigen Besteller-Romans von VIRGINIA CLEO ANDREWS. Der wurde nämlich schon einmal im Jahr 1987 ins Kino gebracht und hierzulande unter der Titelneuschöpfung BLUMEN DER NACHT ausgewertet.
 
Im Film geht es um Mutter Corrine (HEATHER GRAHAM), die zusammen mit ihrem Mann und den vier gemeinsamen Kindern ein Leben wie im Bilderbuch führt. Leider gerät die heile Welt recht schnell aus den Fugen, als Vater Christopher bei einem Autounfall tödlich verunglückt. Nun ist guter Rat teuer, denn der hohe Lebensstandard soll ja schließlich beibehalten werden. Weil Geld im Leben nun mal wichtig ist, zieht die junge Witwe mit den Kids zu den wohlhabenden Eltern in ein riesiges Anwesen. Corrine hat nämlich erfahren, dass ihr Vater im Sterben liegt und ein üppiges Testament zu Papier gebracht hat. Leider wurde die habgierige Tochter aus dem Erbe gestrichen, weil sie einst des Vaters Halbbruder geheiratet hat. Damit sie das Vertrauen des bald Sterbenden zurückgewinnen kann, werden die Kinder gezwungen auf dem Dachboden zu hausen, weil der Vater nichts vom Nachwuchs wissen darf. Unter dem strengen Regime der dominanten Großmutter vergehen Monate ohne Kontakt zur Außenwelt. Als die einst regelmäßigen Besuche von Mutter Corrine plötzlich ausbleiben und die Kinder aus unerklärlichen Umständen krank werden, ahnen die Kids, dass ihre Mutter ein ganz böses Spiel mit ihnen spielt.
 
Nach amerikanischen Sendern wie AMC, CHILLER oder SHOWTIME glänzt nun auch US-Kanal LIFETIME durch Selbstgebasteltes, das sich souverän ins Ausland verkaufen lassen dürfte. Auch wenn sich für Kenner der Originalverfilmung und des vielverkauften Buches mal wieder nicht der Grund für diesen Neuaufguss erschließen lässt, überrascht doch die kurzweilige Erzählweise, die dem Fan düsterer Psychothriller einige packende Minuten verspricht. Die unangenehme Problematik ist der Grund, denn die schafft es den Zuschauer direkt in ihren Bann zu ziehen. Bereits Filme wie JACK KETCHUM’S EVIL (2007), AN AMERICAN CRIME (2007) oder THE AFFLICTED (2010) haben auf recht zweifelhafte Weise Verbrechen innerhalb der Familie zum Thema gemacht, wobei jene Filme mit ihrer teils sehr schroffen Zurschaustellung menschlicher Abgründe in Form von abstoßender Gewalt für ein eher genreverliebtes Publikum angedacht waren. Das Remake zu FLOWERS IN THE ATTIC hält sich da dezent zurück und setzt vermehrt auf subtile Psychoquälerei, die vor allem von Großmutter Olivia (grandios beängstigend verkörpert von ELLEN BURSTYN) in Form von Demütigungen, boshafter Verachtung und religiösem Fanatismus gegenüber den vier liebreizenden Kindern eingesetzt wird, welche von ihr hasserfüllt als die „Ausgeburten des Teufels“ bezeichnet werden. Mutter Corrine scheint in ihrer Kindheit eine äußerst strenge und diktatorische Erziehung genossen zu haben, die sie nun ein weiteres Mal durchleben muss, scheut doch die Großmutter nicht davor die Tochter vor den Augen ihrer vier Kinder abschreckend bloßzustellen.
 
HEATHER GRAHAM spielt hier mal was ganz anderes. Die knappe Strip-Uniform hängt sie kurzum an den Nagel, bürstet das Haar akkurat und zwängt sich mit ihren (kleinen) Schauspielkollegen in fast schon biedere 1950er Klamotten. Mit fast schon schrulligem Overacting spielt sie hier eine herzlose Mutter, die sich im Verlauf des Streifens von der sorgenden Schutzbefohlenen zur habgierigen Schmuckelster verwandelt. Im Unterschied zur Erstverfilmung von JEFFREY BLOOM hält sich die aktuelle Adaption etwas präziser an den düsteren Roman, mit welchem VIRGINIA CLEO ANDREWS im Jahre 1979 ihr Debüt feierte und letztendlich auch den Beginn ihrer fünfteiligen FOXWORTH SAGA einläuten konnte. Das Buch sorgte seinerzeits vor allem der Thematisierung von Inzucht und Sadomasochismus wegen für reichlich Gesprächsstoff, schließlich wird hier eine inzestuöse Entwicklungen zwischen den älteren Geschwistern beschrieben, die sich im Rahmen ihres sexuellen Reifeprozesses und der jahrelangen Gefangenschaft auf dem Dachboden Schritt für Schritt näher kommen. Leider wird der Tabubruch ebenso wie in der BLOOM-Verfilmung mit eher zurückhaltender Distanz betrachtet, was mal wieder daher rührt, weil man derart heikle Themen natürlich nicht so ungeniert im amerikanischen TV abhandeln kann, schließlich handelt es sich bei FLOWERS IN THE ATTIC um einen Fernsehfilm für die ganze Familie. Dennoch funktioniert der Psychotrip gerade aufgrund seiner fast schon zwanghaften Zurückhaltung bebilderter Tabubrüche. Gewalt passiert wenn nur im Off und die Liaison zwischen Bruder und Schwester wird mit fast schon kindlicher Naivität in zaghafte Bilder getaucht. Unterm Strich ist FLOWERS IN THE ATTIC kein dummes Filmchen und das trotz mangelndem Mord und Totschlag. Die Kulisse ist zermürbend und die kleinen Jungdarsteller meistern ihre Sache souverän. Zwar lässt sich die GRAHAM recht selten sehen, dafür sorgt aber Großmutter Olivia für Zucht und Ordnung. Betritt die nämlich den Raum sinkt die Temperatur rapide unter die Nullgradgrenze.
 
 
 


 
 
 

FLOWERS IN THE ATTIC – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Romanverfilmung die Zweite: Bereits zum wiederholenden Male wird der Besteller-Roman FLOWERS IN THE ATTIC für den lesefaulen Suspense-Fan für die Mattscheibe aufbereitet. Im Gegensatz zur Adaption aus dem Jahre 1987 hält sich das von DEBORAH CHOW fürs amerikanische TV gedrehte Remake weitaus genauer an die Buchvorlage. Gruselstimmung ist garantiert, vor allem dann, wenn ELLEN BURSTYN als boshafte Großmutter den Dachboden betritt, um die eingesperrten Kinder zu bestrafen. Trotz guter Ansätze erreicht FLOWERS in THE ATTIC nicht einmal annähernd die Kontroverse, welche seinerzeits der Roman verursacht hat. Der Film ist schick gefilmt, spannend inszeniert und überrascht durch wirklich gute Schauspieler (KIERNAN SHIPKA als ältere Schwester Cathy erinnert doch etwas arg an EMMA WATSON), hätte aber ein Müh mutiger und vor allem einen Tick ruppiger sein können. Da es sich hier aber um fürs TV gedrehte Unterhaltung handelt, muss man mit eher seichtem Gewaltpegel leben. Trotz allem gibt es aber mit FLOWERS IN THE ATTIC eine durchweg unheimliche und spannende Familientragödie zu sehen, die wie einst der Roman eine äußerst unangenehme Botschaft an den Zuschauer bringt, über die es lohnt im Anschluss zu diskutieren.
 
 
 


 
 
 

FLOWERS IN THE ATTIC – Zensur

 
 
 
FLOWERS IN THE ATTIC ist ein fürs amerikanische TV gedrehter Psychothriller, mit dezenten Horrorelementen. Blut und derbe Gewalt gibt es hier nicht zu sehen. Das Grauen spielt sich hauptsächlich im Kopf des Zuschauers ab. Wird es dann doch einmal kurz unangenehm, blendet die Kamera weg. FLOWERS IN THE ATTIC wird in Deutschland vermutlich ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben werden.
 
 
 


 
 
 

FLOWERS IN THE ATTIC – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
An American Crime (2007)
 
Another American Crime (2010)
 
Jack Ketchum’s Evil (2007)
 
Blumen der Nacht (1987)
 


Filmreview: “Mara – The Killer Inside” (2013)

mara-the-killer-inside-2013
 
 
 

MARA – THE KILLER INSIDE

Story

 
 
 
Jenny (Angelica Jansson) muss ihr Trauma aufarbeiten. Als Kind musste sie miterleben, wie die depressive Mutter den Vater ermordet hat. Damit sie sich ihren Ängsten stellen kann, reist sie mit einigen Freunden zum Ort des Geschehens. Dort passieren jedoch bald seltsame Dinge. Liegt es daran, dass die Mutter in jüngster Vergangenheit aus der Anstalt entlassen wurde und nun zurückgekehrt ist. Oder sind die Ursachen hierfür wo ganz anders zu suchen?
 
 
 


 
 
 

MARA – Kritik

 
 
 
Es passiert nicht selten, dass sich der Filmfreund nach dem “Warum” fragt und unentwegt nach Antworten sucht, weshalb Filme wie MARA – THE KILLER INSIDE gedreht und sogar auf Blu-ray und DVD gepresst werden müssen. Der schwedische Low-Budget-Indie ist nämlich mal wieder so ein dreister Zeiträuber, der nix anderes zu bieten hat außer nervenzerfetzender Langeweile und viel Lärm um eigentlich nix. Man sollte sich nicht vom aufgebläht deutschen Titel irritieren lassen, denn der ist mal wieder so was von unglücklich gewählt, dass er dem Zuschauer schon einmal vorab vom überraschenden Filmtwist berichtet auf den MARA letztendlich hinauslaufen will. Okay, Butter bei die Fische. Man muss keine Horror-Leuchte sein, um bereits nach nur wenigen Minuten zu erahnen, wohin das Treiben im MARA führen wird. Die drei Macher AKE GUSTAFSSON, FREDRIK HEDBERG und JACOB KONDRUP haben hier einen rudimentären Grundplot zu Papier gebracht, der den Zuschauer irgendwie auf falsche Fährten locken soll. Leider scheitert es mal wieder an der vollkommen unspektakulären, lahmen und vor allem ideenlosen Machart, dass jedwede Überraschungsmomente im Keim erstickt werden. Da wird von einer psychisch labilen Mutter gefaselt, die den Gatten vor Ewigkeiten aus Eifersucht ermordet haben soll und anschließend Jahre in einer geschlossenen Anstalt verbringen musste. Seither leidet Tochter und Filmheldin Jenny (ANGELICA JANSSON) unter quälenden Angstzuständen und hat mit nahezu täglichen Albträumen zu kämpfen in denen sie allerhand blutiges Zeug erlebt. Um Erlebtes zu verarbeiten reist sie mit einigen Freunden zu genau jener Hütte in der sie als Kind dem grausamen Ereignis beiwohnen musste. Doof nur, dass plötzlich komische Dinge passieren und Jenny von der Entlassung der Mutter erfährt.
 
Wenn eine junge, hübsche Heldin Unmengen Pillen in sich hineinschaufelt weiß der geübte Horrorfilmseher, dass da meistens so einiges im Argen liegt. Und wenn die Protagonistin dann auch noch bei schummrigem Licht mit ihrem Psychologen plaudert, dürfte es wohl niemanden verwundern, wenn ein anfänglich hilfloses Opfer recht bald zum gemeingefährlichen Killer mutiert. Das schwedische Playboy-Model (ahja!) ANGELICA JANSSON spielt hier wenig glaubwürdig ein traumatisiertes Mädchen, das mit so einigen Erinnerungslücken zu kämpfen hat und den Zuschauer mit allerhand ungeschickten Flashbacks durch ein ereignisloses Filmchen quält. Vielleicht wäre es besser gewesen, die kühne Schönheit hätte sich auf das konzentriert, was sie auch wirklich gut kann – schauspielern gehört nämlich leider nicht dazu. Gleiches gilt ebenfalls für das Regie-Trio um AKE GUSTAFSSON, das MARA nicht nur gedreht und geschrieben, sondern auch gleich noch produziert hat. Trotz magerer Laufzeit von knapp über einer Stunde ist ihr Psycho-Ding immer noch viel zu lang geraten, was nicht gerade für die drei Macher spricht. Die Charaktere sind flach, die Geschichte holprig und die deutsche Synchronisation mal wieder ungnädig stumpfsinnig. Da fragt man sich glatt, was Rechteinhaber MARITIM PICTURES dazu bewegt haben muss, den überhaupt nicht gelungenen MARA – THE KILLER INSIDE in den Einkaufkorb zu legen. Wer sich nur die Perlen unter den Horror-Indies aussucht, sollte sich möglichst genau überlegen, ob er sich diese Horror-Gurke ins Regal stellen will. Denn trotz angepriesener Folterei auf dem Cover bleibt das erhoffte Tortur-Gematsche aus. Zumindest können sich die Macher des Blu-ray-Einlegers auf die Schulter klopfen. Denn wer mit derart irreführenden Marketing-Methoden Umsätze generiert und den Horrorfan zum Kauf animiert, kann nur Meister seines Faches sein.
 
 
 


 
 
 

MARA – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Langweiliger Indie-Horror aus Schweden, der mit permanenter Ereignislosigkeit und viel zu viel Leerlauf zu kämpfen hat. Wirklich interessant wird es nie, was vor allem daran liegen mag, dass dem Film eindeutig der gewisse Biss fehlt. Die Charaktere sind flach, die Geschichte unspektakulär und die auf dem Cover beworbene Folterei bleibt auch aus. Was lernen wir daraus? Vertraue nie einem werbegeilen Photoshop-Cover, sondern einzig der Horror-Kompetenz des FILMCHECKER-Team! ;-)
 
 
 


 
 
 

MARA – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von MARA – THE KILLER INSIDE ist ungeschnitten und wurde ab 18 Jahren mit KJ-Einstufung freigegeben. Sonderlich blutig ist der Film nicht, so dass die Freigabe nicht verwundert.
 
 
 


 
 
 

MARA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
mara-the-killer-inside-bluray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mara; Schweden 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Schwedisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch Dolby Digital 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080i)

Laufzeit: ca. 77 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Casting, Interview, Trailer

Release-Termin: 28.01.2014

 
 
 
Die Veröffentlichung von Indie-Horrorfilmen scheint sich in letzter Zeit zu einer lukrativen Einnahmequelle hier in Deutschland entwickelt zu haben. Kleine Genrelabel wie MARITIUM PICTURES, SAVOY FILM oder EDEL GERMANY werfen jene ungeschliffenen Grusler fast schon täglich in den Handel, wobei der Horrorfilmfan nicht selten Abstriche in der Technik machen muss. Beim vorliegenden MARA – THE KILLER INSIDE ist das nicht anders. Man merkt, dass man hier einen Low-Budget-Grusler in den Händen hält. Das Bild geht zwar für einen Film dieser Sparte vollkommen in Ordnung, besitzt aber noch viel Luft nach oben. Beim Ton lauschen wir einmal mehr den ewig gleichen Stimmen, die man auch in jedem zweiten Horrorstreifen der obig genannten Anbieter zu hören bekommt. Scheinbar haben jene Sprecher Jahresverträge mit dem jeweiligen Synchronstudio abgeschlossen, denn anders lässt sich nicht erklären, warum in jedem Film aus dem Hause MARITIUM PICTURES die Hauptdarstellerin von der gleichen Laien-Sprecherin gesprochen wird. Überraschenderweise gibt es diesmal immerhin Bonus, das aber nicht deutsch untertitelt wurde. So kann sich der Zuschauer nach Sichtung des Hauptfilms an äußerst kurzen Interviews (3 Minuten, HD) mit der adretten Hauptdarstellerin erfreuen. Weiter geht es mit einem wirklich umfangreichen Produktionstagebuch, das mit rund 75 Minuten ziemlich ausführlich ausgefallen ist und das Team auf Schritt und Tritt bei den Dreharbeiten begleitet (HD). Außerdem hat es ein kleines Feature über das Casting auf die Blu-ray geschafft (rund 4 Minuten, HD) sowie der schwedische Originaltrailer zum Film (rund 2 Minuten, HD). Alle Extras sind auf Schwedisch – englische und dänische (!) Untertitel gibt es aber hier gratis dazu. MARA – THE KILLER INSIDE wurde in Deutschland ungeschnitten veröffentlicht. Für die hiesigen Heimkinomedien hat MARITIM PICTURES übrigens ein Wechselcover ohne nervigen FSK-Sticker spendiert.
 
 
 

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MARA – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
High Tension (2003)
 
Psycho (1960)
 
The Ward (2011)
 
Blutiger Sommer – Das Camp des Grauens (1983)
 


Filmreview: “Last Summer” (2013)

last summer (2013)
 
 
 

LAST SUMMER

Story

 
 
 
Feiersause mit unerwartetem Ausgang: Joy (Pimpakan Praekunnatham) stirbt nach einem heimlich eingeflösstem Drogencocktail in Folge einer allergischen Reaktion und kehrt als Geist zurück, um ihren plötzlichen Tod zu vergelten …
 
 
 


 
 
 

LAST SUMMER – Kritik

 
 
 
Ungezogene Kids müssen bestraft werden. Jene Regel gilt nicht nur für amerikanische Horrorfilme. Ob unehelicher Sex, verbotener Drogenkonsum oder hinterhältiges schikanieren; wer im Genre Böses tut, wird nicht selten mit dem Tod bestraft. Auch in Thailand macht man da keine Ausnahme. Dort hat man sich mal wieder die Arbeit gemacht und Horror-Nachschub gedreht, der sich an ein eher jugendliches Kinopublikum richtet. RUEDOO RON NAN CHAN TAI heißt der Gruseltrip, der sich erneut von gängiger Rezeptur bedient, die das asiatischen Horrorkinos so populär gemacht hat. Denn wie es bei Filmen aus Fernost nun mal der Fall ist, darf auch hier das Geistermädchen nicht fehlen, das stets damit beschäftigt ist Protagonisten und Zuschauer zu Tode zu ängstigen. Hinter dem Gruselprojekt stecken drei Regisseure, die mit RUEDOO RON NAN CHAN TAI eine etwas sehr eigensinnige Anthologie gedreht haben, der man aber zu keinem Moment anmerkt, dass hier drei verschiedene Macher am Werk waren. Das hört sich zwar auf den ersten Blick durchaus innovativ an, hat aber umgesetzt weder Hand noch Fuß. Trotz interessanter Grundidee lässt sich RUEDOO RON NAN CHAN TAI in keine Horrorschublade stecken. Der Grusler entpuppt sich als etwas unentschlossene ICH WEISS WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST trifft auf THE RING-Mischung, die sich am Ende sogar gänzlich vom Horror verabschiedet und sich stattdessen zu einem traurigen Familiendrama entwickelt. Jeder der drei Filmschaffenden hat sich der Umsetzung eines Teils des Streifens gewidmet, wobei im Verlauf der Handlung vermehrt die Schicksale von Personen beleuchtet werden, die in irgendeiner Weise mit der Toten in Verbindung gesstanden haben. Die Übergänge zwischen den jeweiligen Arbeiten sind derart fließend, dass man hinter RUEDOO RON NAN CHAN TAI keine Geschichtensammlung vermuten würde, insofern man es nicht wüsste. Ob die filmische Umsetzung in Form einer Anthologie taktisch klug gewesen ist, scheint aufgrund des angestrebten Zielpublikums fraglich zu sein. Denn das dürfte sich aufgrund der etwas unhomogenen Inszenierung sehr vor den Kopf gestoßen fühlen. Immerhin ist der vorliegende Schauerfilm trotz obligatorischer Geisterproblematik kein Vertreter jener Streifen, die sich ausschließlich den typisch asiatischen Regeln des fernöstlichen Horrorkinos unterwerfen. Die Regisseure KITTITHAT TANGSIRIKIT, SITTISIRI MONGKOLSIRI und SARANYOO JIRALAK schielen nämlich ganz euphorisch gen Westen und distanzieren sich recht schnell von eigensinnig asiatischer Filmdramaturgie, die sich für den westlichen Zuschauer oft eher unfreiwillig komisch und meist ziemlich befremdlich anfühlt. Das macht sich vor allem im konventionell gestrickten Einstieg bemerkbar, der eher an amerikanisches Horrorkino erinnert und vermuten lässt, dass man im Falle von RUEDOO RON NAN CHAN TAI daran interessiert war, ihn möglichst gewinnbringend auf dem internationalen Filmmarkt zu verscherbeln.
 
LAST SUMMER (so der Titel für den weltweiten Filmmarkt) handelt von einigen Kids, die mal wieder so richtig die Sau raus lassen wollen. Singh (JIRAYU LA-ONGMANEE) stibitzt die Schlüssel zum Strand-Wochenendhaus des Vaters und will mit reichlich Alkohol und dem besten Kumpel zwei attraktiven Mädchen imponieren. Darunter befindet sich auch die aufstrebende Schauspielerin Joy (PIMPAKAN PRAEKUNNATHAM), die zuvor im Chat geäußert hat, dass sie eigentlich jeglichen Lebenswillen begraben hat. Damit das hübsche Mädchen wieder auf andere Gedanken kommt, wird sie erstmal mit Alkohol abgefüllt. Ein fataler Fehler, denn schon bald erliegt die Schülerin den Folgen einer allergischen Reaktion. Weil die Kids Angst vor Konsequenzen haben, wird die Leiche kurzum ins Meer geworfen, damit der plötzliche Tod des Mädchens vertuscht werden kann. Doch Joys Beseitigung scheint schwieriger zu sein, als anfänglich gedacht. Stunden nach der “Meerbestattung” wird die Leiche erneut zum Strandhaus gespült, so dass Singh einen zweiten Versuch wagt, sich dem toten Körper zu entledigen. Er zwängt die Leiche in einen roten Koffer und ruft dadurch Joys Wut auf den Plan, die sich mit ihrem unerwarteten Ableben noch nicht so recht arrangieren möchte und all jene beginnt heimzusuchen, mit denen sie noch ein Hühnchen zu rupfen hat.
 
Burschen mit glattgebügelter BRAVO-Ästhetik kommen vor allem bei pubertierenden Mädchen gut an. In LAST SUMMER ist das unweigerlich der Fall, denn hier haben wir mal wieder attraktive Jungspunte im Angebot, die Mädchenherzen im Sturm erobern werden. Boy-Power ist in LAST SUMMER Programm, denn hier sind es zur Abwechslung keine kleinen Screem-Queens, die sich verängstigt durch den Film kreischen müssen, was einmal mehr verdeutlicht, dass es das Regietrio eher auf das weibliche, junge Publikum abgesehen hat. Die bekommen selbstverständlich das geboten, was man in sogenannten “Mädchen-Gruselfilmen” halt zu sehen bekommt: Subtile Schauermomente, biegsame Geistergören, kurzweilige Schocks und natürlich bonbonsüße Knaben, die Girlie-Köpfe schön klebrig zu vernebeln wissen. Leider ist LAST SUMMER kein Reißer, was vor allem daran liegen mag, dass die Macher versucht haben mehrere Geschichten in einem Film unterzubringen. Die ersten dreißig Minuten handeln von Joys Ableben, der Beseitigung des Körpers und ihrer Rache als Geist (Regie: KITTITHAT TANGSIRIKIT). Nachdem sie ihre männlichen Kollegen in den Filmhimmel geschickt hat, bekommt die beste Freundin Meen ihr Fett weg (Regie: SITTISIRI MONGKOLSIRI). Danach setzt LAST SUMMER ganz neu an, beleuchtet die familiären Diskrepanzen der verstorbenen Schülerin und Joys Bruder wird in den Mittelpunkt gerückt (Regie: SARANYOO JIRALAK). Das letzte Segment nimmt dem Gruselfilm dabei etwas arg das Tempo und will so rein gar nicht zum Rest des Racheplots passen, zumal hier kaum Horror geboten wird und der ohnehin gemächliche Erzählrhythmus noch träger wird. Immerhin stimmt die Technik. Besitzer einer Heimkinoanlage dürften vor allem am Ton Gefallen finden, denn der Geist der Toten stöhnt und knurrt sich ziemlich beeindruckend durch die Kinoboxen. Ob das allein einen guten Film ausmacht dürfte fraglich bleiben, denn LAST SUMMER ist trotz gelungenem Einstieg und einigen gut sitzenden Schocks ganz schön mittelmäßiger PG13-Buddenzauber.
 
 
 


 
 
 

LAST SUMMER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Nix Neues aus Fernost: RUEDOO RON NAN CHAN TAI oder LAST SUMMER (so wie er international genannt wird) bietet nichts, was man nicht in unzählig anderen Gruselfilmen aus Asien bereits gesehen hat. Hier macht der Zuschauer natürlich einmal mehr Bekanntschaft mit einem biegsamen Geistermädchen, das unspektakulär durch den Film krabbelt und dabei überraschungsarm Protagonisten in den Tod treibt. Neu ist aber, dass man hier zugunsten eines weiblichen Teenie-Publikums auf zuckersüße Boy-Power setzt. Gut getan hat’s LAST SUMMER leider nicht, verliert sich der Grusler in der Unentschlossenheit der Filmmacher, die sich scheinbar nicht so recht einig waren, in welche Schublade sie ihr Anthologie-Machwerk stecken wollten. Aus ICH WEISS WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST meets THE RING wird kurzerhand ein Familiendrama, das irgendwie nicht so recht zum Rest des Filmes passen will. Trotzdem dürfte LAST SUMMER seine (weiblichen) Fans finden – den adretten Jungdarstellern sei Dank.
 
 
 


 
 
 

LAST SUMMER – Zensur

 
 
 
LAST SUMMER wurde für Jugendliche konzipiert und richtet sich an ein PG13-Publikum. Demnach halten sich auch die Grausamkeiten in Grenzen. Einer Leiche werden die Gliedmaßen gebrochen, damit sie in einen Koffer passt, es gibt einen Kehlenschnitt zu sehen und wie ein Mädchen vom Dach der Schule fällt. Das ist alles nicht sonderlich explizit und reicht für eine deutsche FSK16.
 
 
 


 
 
 

LAST SUMMER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sadako 3D – Ring Originals (2012)
 
Two Moons (2012)
 
Aberration (2013)
 
Ring: Kanzen-ban (1995)
 
Ring – Das Original (1998)
 
Ring 2 (1999)
 
Ring: Spiral (1998)
 
Ring Ø (2000)
 
Rasen (1999)
 
The Ring Virus – Kreaonisches Remake (1999)
 
Ring – Amerikanisches Remake (2002)
 
Ring 2 – Amerikanisches Remake (2005)
 


Filmreview: “Here Comes the Devil” (2012)

here comes the devil 2013
 
 
 

HERE COMES THE DEVIL

Story

 
 
 
Eine kleine Familie düst mit dem Auto in die Berge. Nachdem die Kinder von der Bergkletterei nicht zurückkehren alarmieren die Eltern die Polizei. Als die Kids gefunden und zu den besorgten Eltern gebracht werden, beginnt für Mutter Sol ein Albtraum. Sie bemerkt, dass die Geschwister sich reichlich abnormal und wie ausgewechselt verhalten …
 
 
 


 
 
 

HERE COMES THE DEVIL – Kritik

 
 
 
In Mexiko tut sich was im Horrorbereich. Da wird seit geraumer Zeit an Genrezeugs gearbeitet, das sogar seinen Weg nach Deutschland findet und sich erstaunlicherweise vom formelhaften Hochglanzschrott aus Hollywood abzuheben versteht. Für die amerikanische Traumfabrik hat sich mexikanisches Horrorfutter längst zur rentablen Geldquelle entwickelt, denn dort sucht man stets gierig nach unverbrauchten Geschichten, die man möglichst gewinnbringend wiederverwerten kann. Als bestes Beispiel hierfür sei das mexikanische Kannibalendrama WIR SIND WAS WIR SIND (OT: SOMOS LO QUE HAY) zu nennen, das 2010 von JORGE MICHEL GRAU in die Kinos gebracht wurde und relativ zeitnah als amerikanisches Remake mit dem Titel WE ARE WHAT WE ARE (wir berichteten) über die US-Leinwände flimmerte. Ähnlich dürfte es vermutlich auch dem neusten mexikanischen Gruselexport ergehen. Der nennt sich schlicht und einfach HERE COMES THE DEVIL und traut sich mal wieder gegen den Strom zu schwimmen. Hier gibt es weder Zombies, noch Folterei oder nerviges Kameragewackel zu sehen, was für die Amerikaner allein schon Grund genug sein dürfte, sich schnell die Rechte für eine Neuverfilmung unter den Nagel zu reißen. Hinter AHÍ VA EL DIABLO (so der Originaltitel) steckt ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO. Der dürfte dem bewanderten Filmfan kein Unbekannter sein. Wer sich im Horrorfilm auskennt weiß natürlich schnell, dass der Regisseur auch an der THE ABC’S OF DEATH-Anthologie mitgetüftelt und sich dort mit seinem B IS FOR BIGFOOT leidlich unterhaltsam verewigt hat. Ganz grundlos dürfte seine Teilnahme nicht gewesen sein, ist doch der gebürtige Spanier ein leidenschaftlicher Fan des phantastischen Genres und hat zuvor schon einige (miese) Horrorstreifen gedreht, wobei COLD SWEAT (2010) und der schmuddelige I’LL NEVER DIE ALONE (2008) zu den wohl bekanntesten Werken seines bisherigen Schaffens gehören dürften. Nun hat er im Zuge des erfolgreichen Todes-ABC’s die Gunst der Stunde genutzt und endlich mal einen richtig guten Grusler gedreht, der sich überraschenderweise vom Effekthascherischen distanziert und die eher leisen Töne anschlägt.
 
HERE COMES THE DEVIL handelt vom Paar Felix (FRANCISCO BARREIRO) und Sol (LAURA CARO), das bei einem Familienausflug mit den beiden Kindern vom Bösen heimgesucht wird. Während sich die Eltern im Auto vergnügen, gehen die Kids auf Entdeckungstour in die Berge und kehren nicht mehr zurück. Das macht den sorgenden Erziehungsberechtigten verständlicherweise Kummer, so dass man sich an die örtliche Polizei wendet, die die Kinder wenige Stunden später findet und unversehrt der Familie übergibt. Doch die Geschwister scheinen verändert zu sein. Sie sprechen nur noch das Nötigste und verhalten sich seltsam verschlossen. Als die besorgten Eltern Wundmale auf Rücken und Beinen entdecken und der Psychologe von einem Trauma faselt, brennen dem Pärchen die Sicherungen durch. Es gilt einen Kinderschänder zu finden, der für die Taten verantwortlich gemacht werden muss. Der ist schnell gefunden und wird kaltblütig um die Ecke gebracht. Doch bald schon merkt Mutter Sol, dass hier etwas Größeres am Brodeln ist. Ganz so unrecht hat sie mit ihrer Vermutung natürlich nicht, denn als sie noch einmal in die Berge zurückreist, wird sie in einer Höhle mit dem ultimativen Grauen konfrontiert.
 
Horror mit Kindern scheint in Mexiko ganz schön im Trend zu sein. Nachdem die zornigen Kids aus COME OUT AND PLAY (2013) in den blutigen Rachefeldzug gegen Erwachsene gezogen sind, gibt’s nun mit HERE COMES THE DEVIL den zweiten mexikanischen Horrorfilm in Folge, der sich um kleine Rabauken dreht, mit denen irgendwas nicht stimmt. Die sind natürlich nicht freiwillig vom Bösen infiziert, taumeln des Öfteren wie betrunken durch die Szenarie und jagen der verunsicherten Mutter einen gehörigen Schrecken ein. Vater Felix versteht die ganze Aufregung nicht, sieht er im seltsamen Verhalten der Kinder die Folgen von sexuellem Missbrauch, dessen vermeintlicher Verursacher mit einem gut geschärften Messer bereits um die Ecke gebracht wurde. Fast schon möge man meinen BOGLIANO wolle mit seinem Mystery-Drama das Schaudern der 70er zurück auf die Mattscheibe holen. Zu jener Zeit kamen stimmige Geschichten in die Kinos, deren Macher sich sorgsam darum bemühten dem Zuschauer mit gepflegter Atmosphäre das Fürchten zu lehren. Da wurde das Unbehagen langsam und schrittweise aufgebaut, um den Filmfan am Ende da zu packen, wo es ihm am meisten wehtut. Ähnlich verhält es sich auch mit HERE COMES THE DEVIL. Der Film beginnt mit einem blutrünstigen Auftakt, fällt danach wieder und baut bis zum Ende eine nahezu konstant anhaltende Aura des Grauens auf, um dem Zuschauer dann im Finale gehörig ins Gesicht zu spuken. Macher ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO bedient sich mit seinem mysteriösen Gruselding bei einem der ganz Großen des Genres: PICKNICK AM VALENTINSTAG (1975) und liebäugelt vor allem mit all den dämonischen Okkultstreifen, die sich Anfang der 70er großer Beliebtheit erfreut haben. Wir erleben Kinder, die scheinbar wie in DAS DORF DER VERDAMMTEN (1960) von einer fremden Macht dirigiert werden und eine fast schon paranoisch agierende Mutter, die geradezu davon besessen ist zu glauben, dass hinter der Veränderung ihrer Kinder das Böse stecken muss. ROSEMARIES BABY (einer der Vorreiter der 70er-Okkultwelle) lässt grüßen, denn auch in BOGLIANO Machwerk will der Ehefrau mal wieder niemand Glauben schenken, obwohl selbst dem Zuschauer offensichtlich ist, dass es in HERE COMES THE DEVIL mal wieder nicht mit rechten Dingen zugeht.
 
HERE COMES THE DEVIL ist ein kleiner, ungeschliffener Rohdiamant mit Ecken und Kanten. Das Budget muss mal wieder knapp gewesen sein, denn nicht selten mag man das Gefühl nicht loswerden wollen, als ob BOGLIANO mehr zeigen wollte, es aber produktionsbedingt nicht konnte. Dennoch ist sein neuster Grusler einer jener Filme, denen das Unprofessionelle erheblich gut steht und wo vor allem die teils nostalgische Kameraführung gefällt. Da erfreuen nicht selten hektische Zooms auf die Gesichter der Protagonisten, ganz so wie man es eben in vielen Klassikern der 70er zu sehen bekam. Auch wenn das teils unbeholfene Gestrampel der Kiddis davon zeugt, dass die engagierten Jungdarsteller zuvor noch nie etwas vom Schauspielern gehört haben, muss man doch überrascht sagen, dass HERE COMES THE DEVIL ein wirklich sehr guter Film geworden ist. Wer den Holzhammer nicht braucht erlebt hier mal wieder, warum sich das Horrorgenre auch heute noch so großer Beliebtheit erfreut. BOGLIANO bringt das traditionelle Gruseln in die Wohnzimmer. Ihm gelingt es mit souveräner Leichtigkeit die Vorzüge des subtilen Schauderns zurück auf die Mattscheiben zu holen. Nach so viel blutigem Pseudo-Horror, der dem Zuschauer in letzter Zeit untergejubelt wurde, ist so ein Gruseltrip der alten Schule eine regelrechte Wohltat (auch wenn sich BOGLIANO nicht den Spaß nehmen lässt, um auch mit etwas Lebenssaft zu experimentieren). Bei so schnörkellosem und effektivem Old-School-Horror darf man auf das gespannt sein, was da in Zukunft noch alles aus Mexiko kommen wird.
 
 
 


 
 
 

HERE COMES THE DEVIL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Der Teufel macht auch vor Kindern nicht Halt: Regisseur ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO bringt mit seinem HERE COMES THE DEVIL einen der besten mexikanischen Horrorfilme in die Wohnzimmer. Old-School-Horror heißt hier die Devise, denn sein mysteriöses Gruselstück orientiert sich an den okkulten Glanz-Schauerwerken der 70er Jahre, wo gute Geschichten und atmosphärischer Aufbau das Maß aller Dinge gewesen sind. Hier werden Spannungslücken nicht mit obligatorischem Blutzoll kaschiert, denn BOGLIANO arbeitet vehement daran, dass sein HERE COMES THE DEVIL gar nicht erst Leerlauf erhält. Die eigensinnige Geschichte beginnt wie ein Drama und driftet recht schnell ins Okkulte ab. Dabei wird die Spannungsschraube fast schon minutiös fester gedreht, so dass der Horrorfan am Ende feststellen muss, das die knapp 90 Minuten Spiellaufzeit nicht vergebens gewesen sind. Da stellt sich die Frage, warum es nicht mehr von so sehenswerten Horrorfilmen gibt, scheint es doch gar nicht so schwer zu sein derart Streifen zu drehen.
 
 
 


 
 
 

HERE COMES THE DEVIL – Zensur

 
 
 
In HERE COMES THE DEVIL gibt es einen sehr heftigen Rachemord zu sehen, der wahrlich ziemlich roh über die Mattscheibe flimmert. Anonsten hält sich der Film (bis auf die Anfangsszene) recht zurück mit Grausamkeiten. Wir rechnen mit einer ungeschnittenen FSK 16.
 
 
 


 
 
 

HERE COMES THE DEVIL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Picknick am Valentinstag (1975)
 
Das Omen (1976)
 
Rosemaries Baby (1967)


Filmreview: “Ghost Team One” (2013)

ghost-team-one-2013
 
 
 

GHOST TEAM ONE

Story

 
 
 
Einige Hobbygeisterjäger sind vom PARANORMAL ACTIVITY-Virus infiziert. In deren Haus spukt es, so dass man Kameras hervorkramt, um eine Doku zu drehen. Was die Freunde aber noch nicht wissen ist, dass sie es hier mit einem äußerst nymphomanisch veranlagten Geist zu tun haben, der es ab und an auch mal bevorzugt, die Lebenden zu vernaschen …
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Kritik

 
 
 
Was nur stimmt mit den Regisseuren BEN PEYSER und SCOTT RUTHERFORD nicht? Die beiden haben vermutlich unter permanenten Samenstau zu leiden, denn anders lässt sich der Schwachsinn nicht erklären, den sie hier mit GHOST TEAM ONE mehr schlecht als recht verzapft haben. Herr lass Hirn vom Himmel regnen, denn das Niveau in ihrem Comedy-Fehlzünder ist derart tief im Keller, dass dagegen selbst Randgruppen-TV im Privatfernsehen eines Qualitätspreises würdig ist. So was kann eindeutig nur aus dem sonst so prüden Amerika kommen, dort wo in der Vergangenheit schamlos-platte Spoof-Filmchen wie GHOST MOVIE oder die SCARY MOVIE-Reihe das Licht des Zelluloid-Himmels erblickt haben und wo man sich selbst des dümmsten Sexwitzchens wegen lauthals lachend auf dem Boden rollt. GHOST TEAM ONE ist das, was man wohl in Filmkreisen eine beschämende Jugendsünde nennt, denn die teils unwissenden Jungdarsteller dürften sich für diesen peinlichen Fehltritt ein Leben lang schämen. Hier gibt es nahezu keinen Dialog, der nicht irgendeine schlüpfrige Anzüglichkeit beinhaltet und über welche sich vermutlich nur pubertäre Heranwachsende auf dem Schulhof erheitern können.
 
Alles beginnt auf einer ausufernden Party im Haus der dauergeilen Freunde Brad (JR VILLARREAL), Sergio ( CARLOS SANTOS) und Chuck (TONY CAVALERO) bei der man auf die Witterung eines Geistes aufnimmt, der sich später als vietnamesische Bordellbetreiberin entpuppt, die viele Jahre zuvor an gleicher Stelle einige Männer um die Ecke gebracht hat. Gut, dass sich unter den trinkfreudigen Partygästen auch eine Geisterexpertin (FERNANDA ROMERO) gemischt hat, die die Idee einfach großartig findet, aus den mysteriösen Vorfällen einen Dokumentarfilm zu drehen. So werden überall im Haus Kameras montiert, damit das Treiben des Geistes auf Film gebannt werden kann. Doch der macht sich rar und scheint nur dann aktiv zu werden, wenn sich im Haus sexuelle Energien sammeln.
 
Wie lang nur funktioniert das Found Footage-Prinzip denn noch? Kaum ein Filmthema existiert, dass nicht bereits in den Genuss einer Wackelcam-Vergewaltigung gekommen ist. So langsam scheint sich aber ein Verschleiß zu verzeichnen, denn selbst eingefleischte Allesseher erkennen allmählich, dass sich hinter dieser Art von Filmen meist nur laue Lüftchen verbergen und hier oft Filmschaffende am Werkeln sind, die mit wenig Aufwand viel Asche machen wollen. Ganz zum Leidwesen des Filmfans, der sich nicht selten seiner kostbaren Lebenszeit beraubt sieht, weil ihm erneut sich ständig wiederholender und ideenloser Filmabfall untergejubelt wird. GHOST TEAM ONE macht da sicherlich keine Ausnahme. Die Macher haben sich der PARANORMAL ACTIVITY-Erfolgsplage angenommen und versucht, die seichte Kindergeisterbahn mit Hilfe von unreifer Aufklärungsarbeit leidlich unterhaltsam zu parodieren. Hier wird auf Papptellern gekackt, beim Stuhlgang beigewohnt, reichlich masturbiert und sich ausgiebig über möglichen Beischlaf unterhalten, so dass einer der Anwesenden gleich mal vor Erregung versehentlich in seinen Slip ejakuliert. Niveau erhält in GHOST TEAM ONE eine gänzlich neue Bedeutung, denn wer meint Horror-Parodien wie SCARY MOVIE hätten schon längst die Grenzen des guten Geschmacks erreicht, dürfte mit diesem unterirdischen Sexklamöttchen eines Besseren belehrt werden. Leider ist jene Parodie nicht einmal ansatzweise lustig, insofern man sich darüber ergötzen kann, wenn ein Besessener in Frauenmode gekleidet breitbeinig auf einem Bett liegt und verlangt, dass er “geleckt” wird. Hier wird alles fast schon alibimäßig als Selbstironie getarnt durch den Kakao gezogen, was im Geistergenre zuletzt Kasse gemacht hat. Da gibts was aus PARANORMAL ACTIVITY und THE RING zu sehen, aber auch FRIEDKINS Kultfilm DER EXORZIST und Regans legendäre Kopfdrehszene kommen auf recht unterirdische Weise in die Gunst einer Hommage. Immerhin agieren die wenigen Knallscharchen halbwegs vernünftig vor der Kamera. Allen voran TONY CAVALERO, der als stets aggressiver Mitbewohner Chuck stets “fucking” genervt (hier kann man sich den Spaß machen und das von ihm geäußerte “Fuck” im Film zählen) durch die Kulisse rennt und am Ende in einer äußerst grenzwertigen Dämonenaustreibungs-Farce lächerlich und demütigend bloßgestellt wird. Bei soviel unreifer Sauerei will mit Sicherheit keiner der Schauspieler in zwei Jahrzehnten überhaupt noch mit GHOST TEAM ONE irgendwie in Verbindung gebracht werden. Wer dieses schwachsinnige Machwerk gesehen hat, weiß vermutlich aber dann auch warum.
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
PARANORMAL ACTIVITY trifft auf AMERICAN PIE. Übersinnlicher Klamauk in der Tradition der SCARY MOVIE-Reihe, der aber das Niveau noch einmal zusätzlich mit den Füßen tritt, damit es auch ja im Keller bleibt. Man kann gar nicht soviel Alkohol kaufen, um sich GHOST TEAM ONE gut oder gar lustig zu trinken. Hier werden dumme Sexwitze am laufenden Band geboten, so dass man spätestens nach 30 Minuten vollkommen genervt ist, die ständig wiederholenden Anzüglichkeiten nur in abgeänderter Variation ertragen zu müssen. Liebe GHOST TEAM ONE-Macher: Niveau ist keine Creme und Sexwitzchen sind nur dann lustig, wenn man sie so ähnlich nicht schon in hundert anderen Spoof-Komödien bis zum Abwinken erdulden musste.
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es in GHOST TEAM ONE bis auf einen abgerissenen Kopf nicht zu sehen. Demnach ist eine FSK 16 drin.
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hell Baby (2013)
 
Paranornmal Activity 3 (2011)
 
Tucker and Dale vs. Evil (2010)
 
Scary Movie (2000)
 
Scary Movie (2001)
 


Filmreview: “Simon Killer” (2012)

Simon Killer poster
 
 
 

SIMON KILLER

Story

 
 
 
Simon (Brady Corbet) ist ein attraktiver, junger Mann, der schnell mit Frauen in Kontakt kommt und sie rasch in seinen Bann zieht. Als er nach Paris reist, um Abstand von seiner alten Beziehung zu gewinnen, lernt er die Prostituierte Veronika (Mati Diop) kennen, der er bald sein wahres Gesicht offenbart …
 
 
 


 
 
 

SIMON KILLER – Kritik

 
 
 
Nach wie vor sind Killer im Kino ein garantierter Kassenmagnet, der die Filmfans nahezu fasziniert vom Bösen unermüdlich in die Lichtspielhäuser lockt. Dabei muss das Böse nicht immer nur in Gestalt maskierter Irrer über die Leinwand huschen. Oftmals sind es es genau jene Entsetzen auslösende Psycho- und Soziopathen, denen man es auf den ersten nicht Blick ansieht, dass deren Psyche eindeutige etwas zu arg gelitten hat. Zuletzt hat das Regisseur FRANCK KHALFON eindrucksvoll bewiesen, der im Remake zum Klassiker MANIAC statt eines schleimigen Widerlings, einen unscheinbaren und fast schon mitleiderregenden ELIJAH WOOD für die Filmrolle des mordenden Frank Zito wählte, um genau damit zu symbolisieren, dass selbst im netten Jungen von nebenan ein eiskalter Killer schlummern könnte. Nicht ganz so drastisch aber ebenso verabscheuungswürdig (wenn auch auf eine ganz andere Weise) geht Antagonist Simon (gespielt von einem wirklich hervorragender BRADY CORBET) im Zweitwerk von Regieneuling ANTONIO CAMPOS zugange. Der lässt nicht selten die innere Hässlichkeit des Menschen hervorblitzen und entpuppt sich im Verlauf der kleinen Geschichte als Teufel mit dem Gesicht eines Engels.
 
Der titelgebende Held hatte Stress mit seiner Freundin Michelle. Die Beziehung ging in die Brüche, so dass Simon nach Paris reist, um Anstand zu gewinnen. Lang allein bleibt er dort nicht, denn der smarte Amerikaner findet direkt Anschluss bei der Prostituierten Veronika (MATI DIOP). Die rassige Schönheit lebt seit der Trennung von ihrem aggressiven Freund in einem kleinen Apartment und verdient sich ihr Geld in einem Stripclub. Simon schreibt zwar der Ex täglich Emails und hofft auf eine baldige Versöhnung, findet aber bei Veronika vorerst Trost, die sich bald in den geheimnisvollen New Yorker verliebt. Doch dem Touristen gehen allmählich die Geldreserven aus, so dass eine Lösung gefunden werden muss, um die Kasse aufzufüllen. Blind vor Liebe willigt Veronika ein, sich ihre Freier nach Hause zu holen. Dort soll das meist außereheliche Schäferstündchen auf Video festhalten werden, um die Kunden später erpressen zu können. Das hinterhältige Spiel mit dem großen Geld läuft zwar anfänglich gut, doch eines der Opfer macht den Geschäftstüchtigen einen Strich durch die Rechnung.
 
SIMON KILLER weckt falsche Erwartungen, was vor allem am Wort “Killer” im Titel liegen mag. ANTONIO CAMPOS hat hier keine bluttriefende Schlitzer-Orgie auf Zelluloid gebannt, sondern ein beunruhigendes psychologisches Porträt eines jungen Mannes, das dessen kränkliche Beziehungen zu Frauen und seine inneren Dämonen erforscht. Das weibliche Geschlecht scheint für den smarten Simon nämlich nur Mittel zum Zweck zu sein. Das bekommt auch Hure Veronika zu spüren, die dem ihr eigentlich Fremden Obdach und Liebesleistungen bietet, ohne überhaupt etwas dafür zu fordern. Als Simon am Ende mit der liebesblinden Frau nichts mehr anzufangen weiß, macht er kurzen Prozess und erschleicht sich das Vertrauen anderer Frauen. In kurzen Filmszenen erleben wir das Verhältnis zur Mutter. Das ist wie so oft bei Persönlichkeitsgestörten ungewöhnlich innig (man erinnere sich an Norman Bates in PSYCHO), so dass sich Simon auch gut und gerne mal wie ein unselbstständiges, jährzorniges Muttersöhnchen zwanghaft flennend vor die Webcam setzt, um der Mutter seinen Kummer zu beichten, wenn er nicht mehr weiter weiß. Was sich jedoch in der Vergangenheit des Hauptcharakters abgespielt hat bleibt größtenteils unergründet, so dass unschlüssig bleibt, ob sein frauenverachtendes Verhalten einen wirklich tiefverwurzelten Indikator besitzt oder es sich bei Simon doch nur um einen desorientierten und innerlich verwirrten Mann handelt, der in seiner letzten Beziehung einfach nur sehr verletzt wurde. Simons plötzliche Gewaltausbrüche bleiben psychologisch unbeleuchtet, was es für den Zuschauer erschwert SIMON KILLER zu kategorisieren, da sich der Protagonist in keine Schublade zwängen lässt.
 
SIMON KILLER ist kein Film für Zwischendurch. Der Streifen fordert die Aufmerksamkeit des Zuschauers, dem natürlich bewusst sein sollte, dass er es hier mit keinem weiteren Psychoschocker zu tun hat in dem dutzende Frauen gemeingefährlich abgeschlachtet werden. Regisseur FRANCK KHALFON lässt viel improvisieren und hält die Kamera nahezu minutenlang auf die Akteure ohne zu schneiden oder wegzublenden. Das mag zwar künstlerisch durchweg gelungen umgesetzt sein, strapaziert aber die Geduld des Zuschauers, der aufgrund der recht gemächlichen und sehr dialogreichen Inszenierung schnell das Interesse an SIMON KILLER verlieren dürfte. Nach dem kontroversen Drama AFTERSCHOOL (2008) ist SIMON KILLER der zweite Spielfilm von ANTONIO CAMPOS, der sich nach eigenen Angaben von Romanen der Krimiautoren GEORGES SIMENON und JIM THOMPSON inspirieren lassen hat. Auf dem 2012er Sundance Film Festival avancierte der Streifen zum Geheimtipp, was angesichts der etwas eigenwilligen Umsetzung und ziemlich ruhigen Erzählweise etwas sehr weit hergeholt scheint. Nichtsdestotrotz lohnt SIMON KILLER gesehen zu werden, zumindest für jene, denen durchdachte Geschichten in Filmen wichtig sind. Denn für blutgeile Horrorfans gilt nämlich hier vorerst Sendepause.
 
 
 


 
 
 

SIMON KILLER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein AMERICAN PSYCHO in Paris. Unangenehmes Psycho-Thriller-Drama mit charismatischem Hauptdarsteller, viel Sex und nettem Soundtrack, der vermutlich öfter im Player rotieren dürfte, als der Film selbst. Wer langsam erzählte Geschichten bevorzugt, in dem sich das Grauen schleichend seinen Weg durch den Film bahnt, darf gern einen Blick riskieren.
 
 
 


 
 
 

SIMON KILLER – Zensur

 
 
 
SIMON KILLER ist kein blutrünstiger Psychothriller. Simons Handlungen werden nur angedeutet. Somit dürfte der Streifen hierzulande ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben werden.
 
 
 


 
 
 

SIMON KILLER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sleep Tight (2011)
 
American Psycho (2000)
 
One Hour Photo (2002)
 
House at the End of the Street (2012)


Filmreview: “The Butterfly Room” (2012)

butterfly room 2012
 
 
 

THE BUTTERFLY ROOM

Story

 
 
 
Die in die Jahre gekommene Ann (Barbara Steele) erlebt ihren zweiten Frühling. Kinder liebt sie über alles, vor allem dann, wenn diese mit der mysteriösen Dame viel Zeit verbringen. Doch hinter der Fassade der gutherzigen und spendablen Frau verbirgt sich das unberechenbare Böse …
 
 
 


 
 
 

THE BUTTERFLY ROOM – Kritik

 
 
 
Die Liebe einer Mutter stirbt nie. Das mag auch für Nachbarin Ann (BARBARA STEELE) gelten, die einfach derart viel Liebe zu vergeben hat, dass sie gleich für mehrere (ihr fremde) Kinder reicht. Doch die nette, alte Dame von nebenan hat auch ihre Problemchen, denn einen wirklich guten Draht zu ihrer eigenen, erwachsenen und übertrieben hysterischen Tochter Dorothy (HEATHER LANGENKAMP) scheint die gute Frau nicht zu haben. Umso erfreulicher, dass die allein erziehende Mutter Claudia (ERICA LEERHSEN) mit Tochter Julie (ELLERY SPRAYBERRY) in das gegenüberliegende Apartment einzieht. Schnell ist ein guter Kontakt zur neuen Nachbarin aufgebaut, so dass die kleine Julie hin und wieder Zeit mit der schrulligen Ann verbringen kann, wenn Mutter Claudia mal wieder etwas länger auf der Arbeit benötigt. Doch mit der älteren Dame scheint irgendwas im Argen zu liegen. Nachts dringen geheimnisvolle Geräusche aus ihrer Wohnung und Menschen verschwinden spurlos, die zuletzt mit der Rentnerin in Verbindung gestanden haben. Alles hat den Anschein, als wenn Anns mysteriöser Schmetterlingsraum ein Geheimnis wahrt zu dem Julie der Zutritt verboten wurde.
 
Der Giallo ist zurück. Das Subgenre des Thrillers wurde von Horror-Kultikone MARIO BAVA (BLUTIGE SEIDE) Mitte der 60er begründet und hat Dank DARIO ARGENTO und SERGIO MARTINO in den 70ern eine Blütezeit erlebt. Seit einigen Jahren versucht man den scheinbar vergessenen Vorläufer des amerikanischen Slasher-Films wieder aufleben zu lassen. Visuell sehr reizvolle und effizient inszenierte Streifen wie GIALLO (2009) oder MASKS (2011) brachten erneut spannendes Krimi-Feeling in die Wohnzimmer und verhalfen dem einst schmuddeligen Giallo zu neuem Glanz. Auch JONATHAN ZARANTONELLO ist ein großer Verfechter jener Filmgattung. Der wollte mit seinem THE BUTTERFLY ROOM nur zwei Dinge: Eine Hommage an den berüchtigten Giallo-Thriller der 70er mit all seinen Lieblingsdarstellern drehen und einen Film in die Kinos bringen, in dem eine Frau unschuldige Kinder gemeingefährlich um die Ecke meuchelt. Ersteres ist ihm zumindest auf jeden Fall eindrucksvoll gelungen. THE BUTTERFLY ROOM entpuppt sich als Klassentreffen der Altstars des Horrorgenres. Wir sehen BARBARA STEELE als bemitleidenswerte und skrupellose Alte, die bereits in Bavas Klassiker DIE STUNDE WENN DRACULA KOMMT (1960) zu sehen war und dort glänzen konnte. Die Darsteller-Riege wird ergänzt durch Scream Queen HEATHER LANGENKAMP, die es vor mehr als 30 Jahren mit Kinderschlächter Freddy Krueger (ROBER ENGLUND) aufnahm und sich im ersten NIGHTMARE ON ELM STREET um Kopf und Kragen schrie. Außerdem ließen es sich Regisseur JOE DANTE (GREMLINS) und CAMILLE KEATON (das Opfer aus dem Original I SPIT ON YOUR GRAVE) nicht nehmen, mal kurz durchs Bild zu huschen, damit die Klassikerfans unter den Filmzuschauern feuchte Höschen bekommen.
 
THE BUTTERFLY ROOM ist ein durchweg sehenswerter Genrebeitrag, was vor allem daran liegen mag, dass ZARANTONELLO dem Horrorfreund nicht die ewig gleiche Brühe vorsetzt, die er schon in zig anderen Möchtegern-Schockern gesehen hat. Sein dritter Spielfilm hat es wahrlich in sich und besinnt sich zu den Wurzeln des Horrors zurück, die das Genre einst zu erfolgreich gemacht haben. Mit überschaubarem Budget erzählt er eine puzzleartige und packende Geschichte, die nie zuviel verrät und mittels intelligent eingestreuter Zeitsprünge von der düsteren Vergangenheit eines betagten, vereinsamten und mordenden Mütterchens berichtet. Hierbei scheint STEELE als meuchelnde Oma perfekt gewählt. Sie agiert zwar ab und an (bewußt?) sonderbar und unbeholfen vor der Kamera, findet aber stets den Spagat zwischen ausgefuchstem Biest und gutherziger Übermutter, der man das eiskalte Killerspiel irgendwie gar nicht übel nehmen will. Im Gegensatz zu den üblichen Verdächtigen der bekannten Gallio-Ära hält sich ZARANTONELLO mit der Zurschaustellung von Grausamkeiten dezent zurück. Großmütterchen Ann schreitet zumeist im Affekt zur Tat und hat eine ganz eigene Methode zur “Müllbeseitigung” für sich entwickelt, was man natürlich zu keiner Zeit hinterfragen sollte (ist ja schließlich auch ein Horrorfilm), scheint doch Ann im Film mit Bärenkräften gesegnet worden zu sein.
 
Auch wenn es sich bei THE BUTTERFLY ROOM um unverbrauchte Genreware mit viele Liebe zum Detail handelt, hinterlässt das etwas sehr überstützte und viel zu kurze Finale einen recht faden Nachgeschmack. Selbstverständlich arbeitet ZARANTONELLO daraufhin hinaus, dass das perfide Treiben der merkwürdigen Dame am Ende entdeckt wird. Was anfänglich noch nahezu akribisch durchgeplant zu vertuschen versucht wird, verliert am Ende an Wichtigkeit. Ann stapft unüberlegt in ein Fettnäpfchen nach dem anderen und stolpert so in ein Finale, das man fast schon als zwanghaft konstruiert und arg grobmotorisch bezeichnen könnte. Immerhin bleibt das Rätsel um Anns titelgebenden Schmetterlingsraum bis kurz vor Ende gut verschleiert, was auf jeden Fall knapp 90 fesselnde Minuten verspricht. Die sind definitiv gut angelegt, punktet THE BUTTERFLY ROOM doch mit einer unverbrauchten Thriller-Thematik, die zudem sogar auch noch intelligent umgesetzt wurde. Leider hat es bisher noch kein deutscher Verleih riskiert den absolut sehenswerten Streifen auszuwerten, was schon mehr als grotesk anmutet, wenn man sich die Schundwerke anschaut, die tagtäglich in den deutschen Handel gebracht werden. Sollte es dennoch soweit sein: Vormerken und anschauen, denn THE BUTTERFLY ROOM ist eine wirklich liebenswert-schrullige Verbeugung vor den ganz großen Giallo-Regisseuren der 70er Jahre.
 
 
 


 
 
 

THE BUTTERFLY ROOM – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Ein absoluter Leckerbissen für jeden Horrorfan. THE BUTTERFLY ROOM lässt den längst vergessenen, schmuddligen Giallo der 70er Jahre erneut aufleben und haucht ihm sogar noch frischen Wind ein. Selten hat man einen derart betagten Killer auf der Mattscheibe erlebt, der so ausgefuchst und raffiniert zur Tat schreitet, dass im Gegensatz dazu Genre-Kollegen wie Meyers, Voorhees und Co. in Rente gehen können. Regisseur JONATHAN ZARANTONELLO hat alles richtig gemacht und ein kleines Meisterwerk geschaffen, das den ganz großen Giallis der 70er in nichts nachsteht. Wenn nur andere soviel Herzblut in ihr Schaffen investieren würden, gäbe es schon längst nicht mehr so viele minderwertige Filme wie es aktuell der Fall ist. Von uns gibt es daher auch für THE BUTTERFLY ROOM fast volle Punktzahl und den Hinweis auf Horror-Pflichtprogramm!
 
 
 


 
 
 

THE BUTTERFLY ROOM – Zensur

 
 
 
Hierzulande dürfte THE BUTTERFLY ROOM eigentlich problemlos mit FSK16 veröffentlicht werden, denn die wenigen Grausamkeiten sind kaum blutig. Dennoch dürfte der FSK die Problematik des Kindsmords bitter aufstoßen. So würde es uns nicht wundern, wenn THE BUTTERFLY ROOM doch erst für Volljährige mit KJ-Freigabe in den Handel kommen wird.
 
 
 


 
 
 

THE BUTTERFLY ROOM – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sleep Tight (2011)
 
Das Kindermädchen (1990)
 
Fear – Wenn Liebe Angst macht (1996)
 
Stepfather (1987)
 
Stepfather (2009)
 


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