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Filmreview: “Inside the Darkness – Ruhe in Frieden” (2011)

 

 

Mit „Inside the Darkness“ hält der Filmfreund einen Film in den Händen, der sich vordergründig an ein jüngeres Kinopublikum richtet, und bei dem erfahrene Filmzuschauer wohl möglich das kalten Grausen packen dürfte. Denn mal abgesehen von der wirklich hochwertigen Inszenierung (der Film schaut optisch edel aus) verursacht hier nicht der unheimliche Score, oder das markerschütternde Setting für Gänsehaut, sondern die Handlungsbeweggründe und Interaktionen der handvoll Charaktere, die sich so dermaßen dumm verhalten, dass man als Mitt-30er eigentlich nur noch fassungslos mit dem Kopf schütteln kann und sich fragt, ob denn das Drehbuch abschließend auch so etwas wie eine Endkontrolle widerfährt, oder nicht. So wirklich ernst nehmen lässt sich Martin Guigui´s aktueller Filmbeitrag nicht gerade, denn neben pubertärem Shakespeare-Gequassel und aufdringlich aufgepeppter MTV-Ästhetik wird hier statt spannungsgeladenen Suspense der Extraklasse vordergründig Light-Thrill serviert, der merklich ohne Höhepunkte vor sich her plätschert.

 

Eine handvoll typisch amerikanischer Vorstadtkids rund um „Abby“, scheinen in ihrem kläglich tristen Eintagsleben wenig zu erleben, sodass sie bereits allein beim Schmöckern der Shakespeares Tragödie „Macbeth“ gehörig „geflasht“ sind, als die Lehrerin das Werk zusammen mit den Schülern im Unterricht bespricht. Grund dafür einen Abstecher zum Haus des Bestatters „Ely Vaughn“ zu unternehmen, über welches man munkelt, dass es darin wohl spuken soll.

Natürlich sehen die vier Freunde sogleich das was sie sehen möchten: am Schlafzimmerfenster erblicken sie den Schatten des Hauseigentümers „Ely Vaughn“, der zusammen mit einem weiblichen Wesen im Arm, ein paar Pirouetten durch das Schlafgemach dreht. Dass Herr Vaughn auch ab und an „Bedürfnisse“ besitzen könnte, darauf schließt keiner der Jugendlichen, denn dass was er da im Arm hält, kann letztendlich eigentlich nur ein Geist sein. (äh klar, ja was auch sonst!!!)

Um ihre Erkenntnisse zu unterstreichen, brechen sie in der Haus des Bestatters ein und entdecken ein, von ihm gut behütetes und makaberes Geheimnis. Dass mit dem stadtbekannten Bestatter scheinbar irgendetwas nicht zu stimmen scheint, erfahren die Nachwuchseinbrecher am eigenen Leibe, als sie plötzlich vom Hauseigentümer himself, bei ihren ausgiebigen Erkundungstouren im Hause, überrascht werden und einer der Freunde auf bösartige Weise den Tod findet.

Die minderbemittelte Provinz-Polizei glaubt zuerst der Bande kein Wort, handelt es sich doch bei „Ely Vaughn“ um einen ehemals überaus erfolgreichen und beliebten Footballspieler (ein wirklich handfestes Argument!!!), sodass „Abby“ und ihre Freunde letztendlich das Gesetz allein in die Hand nehmen, um den Psychopathen zu entlarven.

 

Die kurze Inhaltsangabe beschreibt nur einen minimalen Teil der inhaltlich groben Drehbuch-Logikpatzer.

Demnach sollte man als Filmfreund von vornherein jeglichen Hang zu Logik und Verstand unterbinden. Einziger Lichtblick in diesem etwas ungaren Einheitsbrei aus Teenhorror und “Dawson´s Creek“-Verschnitt ist Dennis Quaid, der der Rolle des arg garstigen Psychopathen „Ely Vaughn“ zumindest ein/zwei interessante Facetten verleiht. Im Verlauf seines recht effektiv skizzierten Amoklaufes schafft er es ein merklich unwohles und bedrohliches Gefühl zu vermitteln, und mit seinen merklich zynischen und arg strengen Kommentaren gelingt es ihm, die übrigen Grünschnäbel vollends gegen die Wand zu spielen.

Dennoch, auch er kann letztendlich den Film nicht davor bewahren, dass dieser in seiner unkreativen Belanglosigkeit, zusammen im Fahrtwasser ähnlich gestrickter Horror-Light-Produktionen bedingungslos untergehen wird.

 

 

Inside the Darkness“ ist Diät-Filmkost, wie so oft.

Seichte Horrorunterhaltung ohne Tiefgang. Einzig die recht straffe Inszenierung, die zudem auch noch edel ausschaut, weiß zu überzeugen. „Inside the Darkness“ bietet trotz besprochener Schnitzer recht kurzweilige Unterhaltung und kommt überraschend schnell auf den Punkt. Leider Gottes ist die Story so ziemlich das Dümmste, was ich in letzter Zeit gesehen habe und die wenigen Jungschauspieler so dermaßen unbrauchbar, dass man als Filmfreund in jeder zweiten Filmszene gern zur Fernbedienung greifen und diese den Pappnasen gen Kopf schleudern würde. Anhänger bluttriefenden Gekrösels sei vorab an dieser Stelle vorgewarnt, denn dieser Film bietet nichts dergleichen. Da es sich bei „Inside the Darkness“ vordergründig um einen Film für ein eher jugendliches Publikum handelt, hält sich der Gewaltpegel auch im überschaubaren Rahmen dezent zurück. Bis auf eine Schussverletzung, einem Skelett und einen Tritt auf den Kopf wird hier nichts geboten, was Freunde der etwas blutigeren Unterhaltung zufriedenstellen könnte.

 

 

Fazit: 5/10 Punkte

 

Ein belangloser Film unter unzählig Vielen. Horror-Light meets “Dawson´s Creek“.

Erwachsenen Horrorfilmfreunden dürfte dieser Quark vermutlich bitter aufstoßen, dafür immerhin pubertären Filmfans gehörig munden.

 

Deutsche Fassung: ungeschnitten mit einer FSK16-Freigabe

 

Hellraiser80

 

 

 


Filmreview: “Babycall” (2011)

 

 

Nachdem uns die Schweden zuletzt mit ihrem kongenialen Vampir-Drama „So finster die Nacht“ eindrucksvoll bewiesen haben, dass auch nordeuropäisches Gruselkino in der Lage sein kann, für gehörig Gänsehaut zu sorgen, erscheint demnächst ein weiterer Vertreter aus dem fernen Norden auch in unseren Gefilden.

Der norwegische Mysterythriller „Babycall“ scheint auf den ersten Blick gewisse Parallelen zum obig genannten schwedischen Meisterwerks zu besitzen, handelt „Babycall“ doch auch von trostloser Einsamkeit, von der Suche nach Geborgenheit und Verständnis und von Menschen, die eigentlich anders sind, als deren Umfeld.

Mutter „Anna“ und ihr wortkarger 8-jähriger Sohn sind derart bemitleidenswerte Kreaturen.

 

 

Nachdem Sohn „Anders“ jahrelang vom eigenen Vater misshandelt wurde, ziehen Mutter und Sohn in die anonyme Großstadt um in einer kleinen Sozialwohnung ein neues Leben zu beginnen.

Doch der erhoffte Neubeginn birgt Unmengen an Problemen und Herausforderungen.

Fast panisch überwacht und kontrolliert „Anna“ ihren kleinen Schützling, immer die Angst im Nacken, dass der Kindsvater herausfinden könnte, wo sich die kleine Familie momentan aufhält.

In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an den Elektronikfachverkäufer „Helge“, der ihr ein Babyphone verkauft, mit welchen „Anna“ auch des Nachts unbekümmert jeden Schritt des Sohnes verfolgen kann.

Es dauert nicht lang, bis die besorgte Mutter, seltsame Schreie und Geräusche aus dem neu erstandenen Utensil wahrnimmt, deren Herkunft sie nicht erklären kann …

 

 

Vorab, der Film(trailer) sorgt freilich für überaus Verwirrung, denn mit „Babycall“ hat Regisseur Pål Sletaune einen zwar soliden Film geschaffen, der aber mehr Sozialdrama ist und nur minimale Mystery-Elemente vorweisen kann.

Wobei diese Genre-Unschlüssigkeit das größte Problem dieses Thrillers ist, denn die Mystery-Elemente passen einfach nicht zum Grundgedanken des Filmes und wirken, gerade zum Ende hin, zunehmend konstruiert und vor allem vollkommen deplatziert.

Dabei hätte die zutiefst traurige Geschichte derart Schiene gar nicht nötig gehabt, lebt sie doch allein von den 3(!) Hauptprotagonisten, die sich fast 90 Minuten ohne Worte zu verständigen wissen und der wahrhaftig genialen Bildkomposition, die es ohne großartiges virtuoses Tam-Tam mit minimalen Mitteln schafft, ein unglaublich depressives und hilfloses Gefühl beim Zuschauer zu entwickeln.

Farbenfrohe Szenen sucht man hier vergebens, eine begleitenden akustische Untermalung ebenso, denn die tritt nur in wenigen ruhigen Minuten in Erscheinung, sodass sich der Zuschauer gänzlich auf das absolut vortreffliche Schauspiel der wenigen Protagonisten konzentrieren kann.

Noomi Rapace , in der Rolle als hilflose Übermutter „Anna“ ist vortrefflich gewählt, unterstreicht ihr psychisch labiles Schauspiel den vollkommen zermürbenden Grundton des Filmes.

Auch Kristoffer Joner als Elektro-Fachverkäufer „Helge“, der sich in die hilflose „Anna“ verliebt, sie aber emotional nicht erreicht, ist in seiner Darstellung zwar überaus zurückhaltend fügt sich dennoch perfekt in die trostlose Handlung ein.

Leider passen die vollkommen aufdringlichen Gruseleffekte nach Annas Kauf des Babyphones nicht wirklich in die Handlung und zerstören den wesentlichen Teil, der arg verstörenden Atmosphäre des Films. Das ist recht schade, denn diese Genre-Unschlüssigkeit schraubt die Filmqualität enorm gen Keller. Hier wollte Regisseur Pål Sletaune vermutlich den ganz großen Coup beweisen und mit einem trefflich überraschenden Storytwist im Stile eines M. Night Shyamalan punkten. Gebracht hat das leider wenig, denn seine unbrauchbare Auflösung fühlt sich an, wie kalter ungenießbarer Kaffee, den man in derart Form in fast schon jedem zweiten Mysterythriller der letzten Jahre gesehen hat.

Babycall“ ist leider eine kleine Enttäuschung geworden. Es gibt wahrlich viele gute Ansätze, die den Film hätten über den Durchschnitt heben können. Ein fast schon unerträglich trauriger und depressiver Grundton unterstreicht den gesamten Film. Die schauspielerischen Qualitäten sind vortrefflich, wäre da nicht der erzwungene Mystery-Abklatsch ab Filmmitte, der den Film vollkommen unbrauchbar macht.

Hätte sich Regisseur Pål Sletaune gänzlich auf die Drama-Komponente konzentriert wäre ihm ein einzigartiger Film gelungen, der mit seinem kontroversen Filmstoff mit Sicherheit den ein oder anderen Zuschauer zum Nachdenken hätte anregen können.

Das Endresultat ist recht ernüchternd und bietet leider nur noch durchwachsene Filmkost, deren Logiklücken gen Ende hin unweigerlich schwer ins Gewicht fallen – überaus Schade!

 

 

 

Fazit 5,5 / 5 Punkten

 

Ein durchschnittlicher Film, der sich leider vollkommen in seinem überflüssigen Genre-Wirrwar verirrt.

Eigentlich schade, zumal die bedrückende Sozialdrama-Komponente zu gefallen weiß.

Deutschlandfilmstart: Juni 2012

FSK-Prognose: ungeschnitten mit FSK16

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “Evidence” (2011)

Oh man, hört denn dieser gesamte Found-Footage Filmwahn nie auf?

Was vor 10 Jahren mit „The Blair Witch Project” sensationell gefeiert wurde, entwickelt sich jetzt, unzählige Jahre nach dem überraschenden Erfolg des kleinen Independent-Geheimtipp zu einer überaus nervigen Trend, der vermutlich in der aktuellen Produktion „Evidence“ seinen unerträglich schlechten Höhepunkt erreicht hat.

An Ideen fehlte es den Filmemachern bisher kaum, denn einige kreative Ansätze entwickelten sich auch nach „Blair Witch“ zu beeindruckenden Kinodauerbrennern und spielten oftmals bedeutend mehr Umsatz ein, als die Filme letztendlich selbst gekostet haben. Das Genre an sich gilt also etwas her aber vermutlich sind die arg überschaubaren Produktionskosten der einzige, der ausschlaggebender Fakt, warum der weltweite Filmmarkt derzeit mit diesen, teilweise haarsträubend schlechten No-Budget-Pseudo-Dokus überschwemmt wird.

Jeder offene Filmfan, mit zumindest halbwegs vernünftigen Wahrnehmungsfähigkeiten sei ausdrücklich mit dieser Filmreview, vor dem arg billig herunter gekurbelten Filmchen “Evidence“ gewarnt, denn was eigentlich recht nett und vielversprechend beginnt, ist spätestens nach der Filmhälfte kaum noch seh- und ertragbar, sprich unglaublich schlecht.

Vier Freunde planen einen netten Trip mit dem Wohnmobil in die Berge, um entspannt in der Natur einige schöne Tage zu verbringen und die gemeinsame Zeit zu genießen.

Nachdem sie sich ein hübsches Plätzchen zur Rast ausgesucht haben, an dem sie die Nacht verbringen möchten, realisieren sie auch schon einige recht seltsame Laute aus dem Dickicht des Waldes. Doch die Freunde nehmen die unheimliche Vorahnung und die grotesken Geräusche bedauerlicherweise nicht ernst, sodass sie in der Nacht mit dem ultimativen Bösen konfrontiert werden.

Routinierte Horrorfilmkenner dürften schon erahnen, was nun den vier Freunden und dem interessierten Zuschauer blühen dürfte. Wer sich bereits schon einmal einen Found Footage Film zu Gemüte geführt hat, dürfte bereits wissen, aus welchen Elementen derart Nischengenre besteht. Das Geschehen wird entweder aus der Sicht von Überwachungskameras oder pseudo-dokumentarisch durch, angeblich gefundenes und zusammengeschnittenes Filmmaterial geschildert.

Aber auch ein Hauptcharakter kann das Geschehen live mit einer Kamera aufzeichnen, wobei der Zuschauer in Echtzeit dem munteren Treiben beiwohnen darf und die Geschehnisse aus der sogenannten Egoperspektive miterlebt.

Regisseur Howie Askins hat sich für die Letztere und die, für den Zuschauer anstrengendere Variante entschieden, denn nachdem die Protagonisten realisieren, dass sie von (das ist kein Scherz!) Bigfoot ähnlichen Kreaturen und Gasmasken tragenden Zombies verfolgt werden, ist der Spaßofen leider aus und der Film beginnt sich in unfassbar miesen Kameragewackel zu verlieren.

Die wenigen recht ansprechenden Momente werden, aufgrund hektischen Umherschwenkens der Kamera und dem ständigen Totalausfall des Bildes vollkommen zerstört.

Dabei gestaltet sich der Beginn des Filmes eigentlich recht sympathisch. Alles hat den Anschein, als bekäme man ein privates Urlaubs-Homevideo von vier überaus netten Menschen zu Gesicht. Die Kameraverlauf gestaltet sich erstaunlicherweise als sehr professionell und man hofft, ein ordentlich und ansprechend gefilmtes Found Footage Movie zu sehen, das sich hoffentlich nicht mit den genreüblichen Klischees umherschlagen muss.

Aber nachdem die vier, vor allem die weiblichen Protagonisten, mysteriöse Geräusche aus dem Dunkel des Waldes vernehmen und irgendetwas über den Wohnwagen krabbelt, geraten die Freunde in Rage und beginnen planlos durch den Wald zu flitzen, wobei der Zuschauer demnach minutiös über weite Strecken nur Waldboden zu Gesicht bekommt, oder ein sich ständig wiederholendes Hinstolpern des Vordermannes. Warum man in derart Ausnahmesituation immer noch den Nerv besitzt, das Geschehen mit der Kamera weiter filmen zu müssen, stößt zumindest bei mir auf Unverständnis. Unterlegt wird die merklich sinnfreie Hetzjagd mit hysterischem Geschrei und einer unglaublich konstruiert wirkenden Panikmache, die einem nach quälend langen 50 Minuten eindeutig auf den Sender geht.

Das ist zwar vermutlich alles ganz nett gewollt, wirkt aber trotzdem so wirr, dass man kaum noch den roten Faden sieht und dem Geschehen folgen kann.

Demnach gestaltet sich die Auflösung des gesamten Budenzaubers als unzureichend glaubhaft und vor allem unzureichend erklärt.

Dem Zuschauer werden kaum Erklärungen über die Geschehnisse gegeben und es lässt nur darüber spekulieren, woher denn die Kreaturen nun überhaupt kommen (gescheitertes Militärexperiment?).

Nachdem zwei der Freunde in ein scheinbar leerstehendes Haus flüchten können und dort auf Rettung hoffen, müssen sie feststellen, dass dort womöglich der Herd allen Übels lauert. Kaum dort angekommen, stürmen aus allen Richtungen seltsame Kreaturen auf die ahnungslosen Überlebenden ein. Ein merklich seltsamer Ego-Shooter-ähnlicher Unterton lässt sich hier nicht von der Hand weisen.

Durch die konstant andauernde Dauerpanikmache im letzten Drittel des Filmes wirken die diversen Creature-Effekte oftmals so geschickt getrickst, dass man rein gar nicht beurteilen kann, ob es sich bei den zig Mutanten, Krabbelwesen und Zombies vorwiegend um digitale Spielereien handelt, oder es sich wohl eher um Schauspieler in Halloween-Kostümen handelt.

Mit „Evidence“ erlebt das Found Footage Genre einen erneut typisch schlechten Vertreter dieses Subgenres. Statt auf eine nette und stimmige Geschichte zu setzen, verliert sich das Geschehen erneut in bekanntem Kameragewackel und hysterischer Pseudopanikmache.

Einzig die recht geschickt getricksten Spezialeffekte haben Schauwert und lassen sich nicht gleich auf Anhieb durchschauen.

Wer von Vornherein keinen Draht zum Found Footage Genre besitzt, wird den Film ebenso als vollkommen überflüssig beurteilen.

Mir hat der Beginn des Film sehr gut gefallen, der Rest des Machwerks war wirklich sehr sehr mies und teilweise, aufgrund der Kameraführung, kaum noch sehbar.

Für Genrefans mit Hang zu Epilepsie definitiv nicht empfehlenswert.

Fazit 3/10 Filmpunkte

Ein Found Footage Film wie so oft, der auf miese Kameraführung und planloses Umhergeirre der Protagonisten setzt. Nur für Hardvorefans des Subgenres empfehlenswert.

FSK-Prognose: ungeschnitten FSK16

Hellraiser80


Filmreview: “The Moth Diaries” (2010)

 

Nach dem recht kontroversen Thriller „American Psycho“ aus dem Jahre 2000 wurde es verdächtig still um Regisseurin Mary Harron, die mit der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Autor Bret Easton Ellis für gehörig Furore im Filmbusiness sorgte.

Doch statt sich dem, erwartendem Erfolg zu nutze zu machen und sich diversen weiteren interessanten Projekten zu widmen , übernahm die, nunmehr bereits 59jährige, Regie in einigen Folgen recht bekannter Serienformate.

Nun zehn Jahre nach ihrem letzten Kinoausflug möchte es Harrons wohlmöglich noch einmal wissen und realisierte die Filmadaption „The Moth Diaries“, eine weitere Romanverfilmung (Rachel Klein, „Die Sehnsucht der Falter“), die nun endlich den Weg in die amerikanischen Kinos geschafft hat.

Mit internationalen Lobpreisungen dürfte die Ausnahmeregisseurin diesmal nicht rechnen dürfen, richtet sich ihr aktuelles Werk an ein vorwiegend pubertäres und jüngeres „Twilight“- erprobtes Kinopublikum und setzt eher auf unspektakulären Mysterygrusel gepaart mit einigen Alltagsproblemchen vordergründig weiblicher Protagonisten.

 

 

Im Mittelpunkt der „Moth Diaries“ steht die junge Internatsschülerin Rebecca, die noch immer psychisch zu kämpfen hat, mit dem tragischen Selbstmord ihres geliebten Vaters.

Leidlich in das konservative englische Internatsleben eingelebt und sich einen vertrauten Freundeskreis aufgebaut, scheint ihr Leben erneut aus den Fugen zu geraten, als eine neue Schülerin der Mädchenklasse vorgestellt wird. Die mysteriös anmutende Außenseiterin erntet rasch Sympathie bei ihren neuen Klassenkameradinnen und gewinnt schnell die Gunst der übrigen Mädchen, ganz zum Leidwesen von Rebecca, denn die fühlt sich allmählich im Stich gelassen und findet kaum noch Beachtung bei ihren eigentlichen Freunden.

Nach einigen, recht seltsamen Vorkommnissen, steht für Rebecca definitiv fest, dass sich hinter der scheinbar freundlichen und liebenswerten Fassade der neuen Mitschülerin, das pure Böse versteckt muss.

 

 

Was sich hier auf den ersten Blick nach typischen 08/15-Teeniehorror liest, ist in der Umsetzung weniger Horror, als viel mehr Selbstfindungsdrama, dass mit einigen recht schicken, mystischen Elementen versehen wurde. Die Besetzung der neuen Schülerin ist mit „Lily Cole“, perfekt besetzt – die mysteriöse und stille Aura, die sich versprüht, lässt auf nichts Gutes schließen.

Mit ihrer kränklich wirkenden Gesichtsfarbe, den kleinen spitz-roten Lippen und den weit auseinanderstehenden, riesigen Augen ist sie für die Rolle der seltsamen Außenseiterin geradezu prädestiniert und verursacht bereits nach ihrem ersten Erscheinen ein merklich unangenehmes Gefühl beim Zuschauer.

Die Guten Ansätze der Geschichte verlieren sich leider dennoch bereits nach der Filmhälfte, zumal das Drehbuch mit vollkommen belanglos-hysterischen Mädchengebabbel zu kämpfen hat. Die wenigen stimmigen Momente kommen leider zu kurz, die Auflösung der Geschichte gestaltet sich zu unspektakulär und wirkt ein wenig altbacken.

Wohlmöglich hätte die Geschichte und der Film besser funktioniert, hätte Regisseurin Mary Harron die Vorkommnisse der Geschichte aus der Sicht der Außenseiterin Ernessa geschildert, denn dort liegt offensichtlich das Potenzial der Story und wohlmöglich wären die Vorkommnisse im Verlauf des Filmes plausibler erklärbar gewesen.

Da der Film sich vorwiegend an ein jüngeres Publikum richtet, dürfte sich selbiges schnell überfordert mit dem unterschwellig poetischen Kontext der Gegebenheiten fühlen und den Film, aufgrund des unzureichend erklärten Endes, als überflüssig abharken.

Unter dem Deckmantel eines seichten Vampirdramas werden in „The Moth Diaries“ typische Vampirthemen, wie die weibliche Sexualität und die Sehnsucht nach dem Tode fokussiert, gipfeln, und dass muss man dem Film zu Gute schreiben, weder in den typischen Stereotypen und Klischees eines traditionellen Vampirfilms, noch in genretypischen ausgewalzten Grausamkeiten.

Leider ist, dass alles nicht wirklich offensichtlich, sondern lässt nur spekulieren, zumindest dann, wenn man sich noch nicht mit der Filmvorlage „Die Sehnsucht der Falter“ beschäftigt hat.

 

The Moth Diaries“ ist ein kleines, ruhig erzähltes Vampir/Selbstfindungs-Drama, dass leider dennoch nicht vollends überzeugen kann. Statt genretypische Vampirstereotypen abzuhandeln, wird hier auf poetische Symbolkraft gesetzt, was zwar ganz erfischend anders wirkt, aber für unerfahrene Filmzuschauer nie wirklich offensichtlich ist. Otto-Normal-Filmfreund wird, ohne den Background und die Intension des Regisseurs/Buchautor zu kennen, vermutlich nach Filmende etwas fragend und ratlos den Kinosaal verlassen.

Eine plausiblere Grundaussage der Filmbotschaft, hätte diesen Genrebeitrag vermutlich über den Filmdurchschnitt gehoben. Daher nur:

 

 

 

5,5 / 10 Filmpunkte

 

Kleines, ruhig und poetisch erzähltes Vampirmär, dass mehr Drama ist, als Horror.

Männliches Genrefans dürfen sich vermutlich hier ausklinken – hier stehen vorwiegend „Frauenprobleme“ im Vordergrund. *g*

 

FSK-Prognose: ungeschnitten mit FSK16

 

 

Hellraiser80

 


Filmreview: “The Awakening” (2011)

 

 

England, nach dem ersten Weltkrieg, eine Zeit in der die Menschen noch dem Aberglauben verfallen waren und der Mythos von einem Leben nach dem Tod in den Köpfen der Menschen umherspukte.

Der jungen Romanautorin Florence scheinen diese Märchen ein Dorn im Auge, fühlt sie sich nunmehr dafür verantwortlich, die Menschen darüber aufzuklären, dass Geister und Gespenster allein der Vorstellungskraft der Menschen entspringen und rein gar nicht in real existieren.

So zieht sie durch die Länder, um unerklärliche Erscheinungen zu untersuchen, sowie plausibel zu erklären und um die dunklen Machenschaften dreister Trickbetrüger, die unter dem Deckmantel selbsternannter Geister-Medien am Schicksal der Hinterbliebenen der unzähligen Kriegsopfer die schnelle Mark erhoffen, zu entlarven.

Es dauert nicht lang bis sie auf einen weiteren interessanten Fall stößt.

Im Norden Englands wird sie zu einem Knabeninternat gerufen, in dem angeblich der Geist eines kleinen Jungen umherspukt und der, glaubt man den Schülern,  bereits einen Mitschüler in den Tod getrieben haben soll.

Die ehrgeizige Autorin macht sich an ihre Untersuchung und glaubt, schnellst möglich eine einleuchtende Erklärung für den Vorfall zu finden. Doch im Laufe ihrer Arbeit muss sie sich dennoch eingestehen, dass dieser Fall ihr rationales Denkvermögen auf eine harte Probe stellen wird.

 

 

Nachdem ich vor einigen Wochen bereits den genialen und abwechslungsreichen Genrebeitrag „The Theatre Bizarre“ gesehen hatte, der in seiner unverwechselbaren Einzigartigkeit seinesgleichen suchen dürfte, war ich umso verblüffter als ich vor einigen Tagen den kleinen und recht subtilen Gruselfilm „The Awakening“ sichten durfte, der zwar ein vollkommen anderes Genrepublikum ansprechen dürfte, aber mich dennoch ebenso begeistern konnte, wie „The Theatre Bizarre“ zuvor.

Das von der BBC produzierte Geisterfilmchen ist wahrlich eine einzige Augenweide, überzeugt es doch gekonnt mit allseits beliebter Britischer Gruselstimmung und unverwechselbarem „British-Gotic“ – Charme, durch den vor allem die unzähligen Horrorproduktionen der Hammerstudios bekannt wurden und die bis heute weltweit Zustimmung bei Horrorfreunden auf dem gesamten Erdball finden.

Ähnlich wie zuletzt im aktuellen Kinohit „The Woman in Black“, setzt „The Awakening“-Regisseur Nick Murphy vordergründig auf unglaublich intensives Gänsehautfeeling, dass er gekonnte durch einfachste Mittel erzeugt.

Dichte Nebel, dunkle Schatten und überraschend farblose Bilder unterstreichen das positive Gesamtbild und lassen eigentlich schnell vergessen, dass es sich eigentlich bei „The Awakening“ um ein waschechtes Drama handelt, und nicht um einen stimmungsvollen Gruselfilm, den man vermutlich nach den ersten 15 Minuten Filmlaufzeit erwarten würde.

Demnach wird nach der ersten „Internatsbesichtigung“ der Gruselfaktor, aufgrund von Charakterentwicklung und deren Konflikte untereinander reduziert, auch der Farbfilter verliert nach und nach an Intensität, sodass der Zuschauer sich vollends auf das Schauspiel der handvoll Protagonisten konzentrieren kann. Ich finde diesen konsequenten Cut sehr gut, hat doch die Idee hinter „The Awakening“ mehr zu bieten als stimmig gesetzte Gruselmomente allein.

Neben einem konsequenten Spannungsaufbau überzeugt „The Awakening“ mit einer spannenden und zugleich tragischen Geschichte, die in einem zutiefst traurigen Finale gipfelt, wobei alle gruselerprobten Filmfans dennoch nicht auf weitere schauderhafte Gruselmomente verzichten müssen. Diverse unheimliche Momente sind zwar im weiteren Verlauf der Handlung rar gesät, sorgen aber, gerade gegen Ende hin, für ausgiebig molliges Schauervergnügen.

Mit „The Awakening“ erhält der erwachsene Horrorfilmfan einen überaus atmosphärisch dichten und vor allem sehr ruhig erzählten Horrorfilm, der weniger auf dreist spekulative Schockeffekte setzt, sondern mit kleinen leisen Tönen überzeugen möchte.

Regisseur Nick Murphy ist das definitiv eindrucksvoll gelungen.

Wunderschöne , aber zutiefst traurige und melancholische Bilder, ein toller Soundtrack und liebevoll skizzierte Charaktere runden das Gesamtbild dieses lohnenswerten Gruseldramas ab.

Nach „The Woman in Black“ setzt nun ein weiterer aktueller Genrefilm auf stimmige und vorwiegend optisch-virtuose Raffinessen. Anstatt auf Trivialhorror mit dem Holzhammer zu setzen, zählen hier allein die stimmungsvollen Bilder und das glaubhafte Schauspiel, sowie das Schicksal der Protagonisten. Optisch opulente Gruselfilme, deren Augenmerke einzig und allein auf subtilem Horror liegen, scheinen nach wie vor DER neue Trend im Jahre 2012 zu sein. Ich zumindest, war begeistert.

 

 

 

8,0/10 Punkte

 

Ein kleines Gruseldrama, mit wunderschöner Optik und vorwiegend leisen Tönen.

Arthausfreunde und Liebhaber altmodischer Gruselfilme kommen hier garantiert auf ihre Kosten. Absolut sehenswert!

 

FSK-Prognose: ungeschnitten mit “FSK 16″.

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “ATM” (2011)

 

 

Der letzte Arbeitstag vor den Weihnachtsfeiertagen: die beiden besten Freunde und Arbeitskollegen Corey und David beschließen den Feierabend bei der betriebseigenen Weihnachtsfeier ausklingen zu lassen.

Kaum dort angekommen trifft der schüchterne David auf die hübsche Emily, die zwar in der gleichen Abteilung arbeitet wie er, aber bisher kaum ein Wort mit dem zurückhaltenden Chaoten gewechselt hat. Die anfänglichen Gesprächsblockaden sind schnell überwunden und die beiden erkennen schnell, dass sie sich einander hingezogen fühlen.

Nachdem die Feierlichkeit ein frühes Ende findet und sich die drei zusammen mit dem Auto auf dem Heimweg machen, ahnen sie noch nicht, dass ihr Zwischenstop an einem Bankautomaten, einen schicksalhaften Ausgang finden wird.

 

 

Mit „ATM“ hat erneut ein unbekannter Nachwuchsregisseur voll ins Schwarze getroffen.

Regisseur David Brooks, der sein Können zuvor mit kleinen Kurzfilmen unter Beweis stellen durfte, hat mit „ATM“ einen wahrlich kleinen fiesen und recht spannenden Thriller geschaffen, der relativ geradlinig und schnell zum Punkt kommt und auch ohne kassenträchtiges Blutvergießen für schweißtreibende Unterhaltung sorgen dürfte.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht ein ATM-Container, sprich einer der Geldausgabeautomaten, der unabhängig der Öffnungszeit einer Bankfiliale, 24 Stunden am Tag das Geldabheben ermöglicht, wobei das Kunststück des Films darin liegt, das knapp 80minütige Filmgeschehen allein auf den räumlich begrenzten Container und die drei Hauptfiguren zu konzentrieren.

Nachdem die drei Kollegen, die Geldausgabefiliale erreicht haben und das Gebäude betreten, werden sie von einer unbekannten Gestalt in einem dunklen Parka terrorisiert.

Jeder Versuch aus dem Container zu flüchten wird von dem unbekannten Fremden unterbunden und scheitert, jeder Hilfeversuch von Außen wird für den „Helfenden“ mit dem Tode bestraft. Wer der dunkle Kerl im schwarzen Wintermantel ist, sei an dieser Stelle nicht verraten, Fakt jedoch ist, dass sich vor allem die arg kurze Laufzeit und die straffe Inszenierung des Films positiv auf den Erzählfluss auswirken.

Der Film wirkt trotz beschränktem Handlungsspielraum (das gesamte Geschehen konzentriert sich auf das Innere des kleinen Bankcontainers) nie konstruiert, zäh und langweilig, dass Verhalten der drei Protagonisten ist kaum klischeebeladen, stehts nachvollziehbar und logisch.

Ein Kunststück, bedenkt man, dass die drei Schauspieler allein mit ihren Interaktionen und Emotionsausbrüchen versuchen müssen, den Film zu tragen. Regisseur David Brooks weiß zumindest wie er das Horrorpublikum zufrieden stellen muss. Das arg düstere und auswegslose Geschehen wird von einem überaus schroffen und markerschütternden Soundtrack unterstrichen, der in dieser Form seines Gleichen suchen dürfte. Immer dann, wenn die drei Freunde versuchen dem Unbekannten zu entkommen, ertönt ein lauter und hektischer Elektronsound, der vor allem Besitzern von Heimkinoanlagen die Nackenhaare zu Berge stehen lassen dürfte.

Lobenswert, denn diese akustische Spielerei ist bei weitem effektiver und gruseliger als so mancher Schreck- oder Ekeleffekt und dürfte interessierten Filmfans gehörig den Puls in die Höhe schießen lassen..

Soviel Lob, soviel Tadel – denn gerade zum Ende hin, wenn sich die Ereignisse überschlagen und „ATM“ zum lautstarken Finale aufbläst, kann der Thriller mit seiner etwas hanebüchenen Auflösung nicht überzeugen. Die Erklärungs-Ansätze scheinen logisch, die Handlungsbeweggründe des scheinbar unbekannten Psychopathen wirken aber auf den Zuschauer überaus unbefriedigend und vor allem deplaziert.

Das ist recht schade und enttäuschend, da der Film durch die Bank zu fesseln und zu überzeugen weiß, dass Ende jedoch ein enttäuschenden und faden Nachgeschmack hinterlässt, da man als Filmfan dann doch irgendwie eine doch etwas aussagekräftigere und vor allem kreativere Erklärung der Geschehnisse erwartet hätte.

Nichtsdestotrotz, mit „ATM“ hat der Nachwuchsregisseur David Brooks einen packenden, kleinen und fiesen Thriller geschaffen, der durch seine klaustrophobische und auswegslose Grundstimmung zu überzeugen weiß.

Statt blutrünstiges Gemetzel, versucht der Film mit Suspense und Hochspannung zu überzeugen, scheitert aber leider an der etwas zu unbefriedigend erklärten Auflösung.

Sei es drum, für ein Debütwerk außerordentlich sehenswert, da sieht man gern über ein paar klischeelastige Schnitzer in der Handlung und das etwas unfertige Ende ab. Man darf gespannt sein, was Regieneuling David Brooks als nächstes hervorzaubern wird, den Namen zumindest sollte man sich schon einmal gut einprägen!

 

 

 

Fazit 6,5/10 Punkte

 

Kleiner fieser Schocker, denen sich thrill-hungrige Filmfans unbedingt vormerken sollten

FSK-Prognose: ungeschnitten mit FSK16

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “Sleep Tight” (2011)

 

Cesár ist schon ein seltsamer Kauz.

Tagsüber arbeitet er als vertrauensvoller Hausmeister und Pförtner in einem noblen Mehrfamilienhaus und steht stets jedem Besucher und Hausbewohner bei Fragen und Nöten hilfreich zur Seite.

Doch des nachts zeigt er sein wahres Gesicht. Er schleicht sich unbemerkt in die Wohnungen der Mieter und treibt unverschämten und unterschwelligen Psychoterror mit den ahnungslosen Wohnungsbesitzern. Der Drang andere leiden zu sehen treibt ihn dazu, dass er eines Abends in die Wohnung der jungen Clara einbricht. Versteckt unter dem Bett wartet er bis die Unwissende eingeschlafen ist und narkotisiert sie mit einem Betäubungsmittel, um sicherzugehen, dass die junge Frau nicht merkt, wie er sich an ihr vergeht und ihre Wohnung manipuliert.

Doch eines Tages bringt sie ihren neuen Freund mit in die eigenen vier Wände, ganz zur Überraschung von Cesár, der auf derart Zwischenfall rein gar nicht vorbereitet scheint und erneut unter ihrem Bett darauf wartet, bis die junge Frau eingeschlafen ist …

 

 

Spanien scheint, neben Frankreich, so langsam das Mekka für überaus interessante Horrorfilmkost zu werden.

Nach glattgeschliffenen Juwelen wie „Kidnapped“, der „[Rec]“-Reihe und dem hübsch düsteren Thriller „Julias Eyes“ dreht sich die spanische Genre-Maschinerie weiter produktiv im Kreise und wirft demnächst mit „Sleep Tight“ den nächsten genialen Horrorstreifen in die weltweiten Kinosäle.

Der horrorerprobte Jaume Balagueró, der zuletzt bereits mit den ersten beiden „[Rec]“-Teilen, sowie den Horrorthrillern „Darkness“ und „Fragile“ auf sich aufmerksam machte, hat sich diesmal wahrlich selbst übertroffen.

Neben dem Zombieschocker „[Rec]“ ist sein aktuelles Werk „Sleep Tight“ das bisher Beste, was der Regisseur in seiner bisherigen Filmlaufbahn realisiert hat. Ich untertreibe nicht, würde ich behaupten, dass „Sleep Tight“ stellenweise sogar besser ist, als alle amerikanischen Thrillerproduktionen der letzten drei Jahre zusammen.

Mientras duermes“, so im Original ist kein gewöhnlicher Horrorfilm, vielmehr eine Mischung aus Thriller und zynischem Drama. Denn bis zur Filmhälfte scheint nicht nur Hauptdarsteller Cesár allerlei Schabernack mit den Hausbewohnern zu treiben, auch Regisseur Jaume Balagueró schafft es virtuos dem Zuschauer auf der Nase umherzutanzen.

Anfänglich noch als wehmütiges Opfer und bemitleidenswerte Kreatur betrachtet, entwickelt sich Cesár im Verlauf der Handlung zu einem wahrhaftig bösartigen und skrupellosen Psychopathen, der allein nur dadurch Befriedigung und Bestätigung seiner selbst findet, indem er das Leben anderer zerstört.

Hauptdarsteller Luis Tosar ist als wirrer Schizzo einfach trefflich gewählt, verkörpert er gerade in seiner Darstellung als Cesár ein überaus mysteriösen Misch-Masch zwischen sympathischen Chaoten, dem man, aufgrund diverser Misserfolge im Leben, einfach nur tröstend in die Arme nehmen möchte und unberechenbaren und ausgemerzten Psycho.

Der Wandel zwischen liebenswerten Chaoten zum emotionslosen Soziopathen, vollzieht sich unerwartet ab Filmmitte. Nachdem Clara ihren neuen Freund mit nach Hause bringt und Cesár erneut unter dem Bett auf die junge Frau wartet, gerät sein makabres Spiel aufzufliegen. Diese Szene ist mit Abstand das überhaupt genialste, was ich in letzter Zeit gesehen habe, da die Umsetzung dieser Schlüsselszene so überaus geschickt und schweißtreibend konstruiert wurde, dass selbst ich als erfahrener Filmseher gefühlten 300er Puls hatte.

Der Begriff „Suspense“ dürfte nach Sichtung dieser Szene eine neuen Bedeutung finden und Parallelen zu den frühren früheren Werken eines Alfred Hitchcock sind unverkennbar.

Da sich „Sleep Tight“ vorwiegend an Freunde spannender Thrillerunterhaltung richtet, dürften Splatterfreunde leider mit einem recht unbefriedigten Gefühl das Kino verlassen.

Cesár´s Vorgehen andere Menschen ins Verderben zu reißen sind vordergründig subtiler Natur, und interessierte Filmfreunde sollten hier keine Gewaltspitzen, ähnlich die eines „Martyrs“, erwarten.

Zum Ende hin fließt zwar etwas roter Lebenssaft, der aber nicht explizit und reißerisch gefeiert wird, sonder nur den hilflosen und beklemmenden Grundton des Filmes unterstreicht.

 

Regisseur Jaume Balagueró ist mit seinem „Sleep Tight“ ein wirklich beachtlicher Horrorthriller gelungen, der seinesgleichen suchen dürfte.

Die Idee einen kranken Psychopathen zu schaffen, der sich in unser aller Intimstes einnistet ist zwar nicht neu, die Umsetzung des Geschehens gestaltet sich aber beim Zuschauer als überaus bedrohlich.

Gerade zartbesaitete Gemütern dürften nach Sichtung ein arg unangenehmes und bedrückendes Gefühl in der Magengrube verspüren, wenn sie den Kinosaal verlassen und darauf hoffen, dass sie in ihrem scheinbar „sicheren“ Heim niemanden unter dem Bett vorfinden werden

 

 

 

Fazit  7,5/ 10 Punkte

 

Nach genialer Horrorfilmwelle aus Frankreich folgt nun die aus Spanien. Wo Frankreich mit direkter Holzhammertaktik überzeugen möchte, sind Horrorwerke auf Spanien vorwiegend subtiler Natur.

Nach Sichtung von „Sleep Tight“ dürfte jedem klar sein, dass ein amerikanisches Remake nicht lange auf sich warten lassen wird.

FSK-Prognose: Uncut ab FSK16

 

 

Hellraiser80

 

 

 


Filmreview: “The Woman in Black” / “Die Frau in Schwarz” (2012)

 

Der unerfahrene Anwalt Arthur Kipps (Daniel Radcliffe) wird von seiner Kanzlei beauftragt, in einem kleinen britischen Ort, den Besitz einer verstorbenen Witwe aufzulösen und das einst von ihr bewohnte Anwesen zu verkaufen. Aber irgendetwas scheint nicht mit dem Dorf, den Bewohnern und dem verlassenen Haus der verstorbenen Witwe zu stimmen.

Bei seinen Recherchen nach dem Erbe der Verstorbenen wird er immer wieder von einer seltsamen, in schwarz gekleideten, Dame verfolgt.

Um weitere Informationen über das Herrenhaus und der verdächtigen schwarz gekleideten Frau zu erhalten, wendet er sich an die Bewohner des Dorfes. Aber dort stößt er mit seinen Nachforschungen auf Unverständnis, denn im Dorf geht das Gerücht umher, dass der rachsüchtige Geist der „Frau in Schwarz“ sich die Kinder derer holt, denen er sich offensichtlich zuletzt gezeigt hat.

 

 

Jungschauspieler haben es heutzutage nicht leicht, vor allem gerade dann, wenn sie zuvor immense Erfolge mit überaus prägnanten Filmrolle feiern konnten.

Ob nun Macaulay Culkin in seiner Rolle als Lausbube „Kevin“, Henry Thomas als „Elliot“ im Spielberg Klassiker „E.T. – Der Außerirdische“, oder Linda Blair als vom Teufel besessenes Mädchen im Horrorfilm „Der Exorzist“, ihnen allen gelang es bis heute nicht an die weltweiten Erfolge von einst anzuknüpfen.

Auch Schauspieler „Daniel Radcliffe“ schrieb in der Rolle als Zauberlehrling „Harry Potter“ Filmgeschichte und seit seinem letzten und abschließenden „magischen“ Potter-Kino-Auftritt ist es erstaunlicherweise recht ruhig um das britische Nachwuchstalent geworden.

Dass Radcliff nun seine Rückkehr zurück auf die Leinwand mit einem altmodischen Horrorfilm feiert verblüfft ein wenig, erwartet man doch, gerade nach einem derart kindlich orientieren Effektspektakel wie „Harry Potter“, keinen ernsthaften und ruhig erzählten Gruselfilm für Erwachsene.

Aber indirekt freut es trotzdem, dass sich Radcliff mit „The Woman in Black“ für einen ernsteren und erwachseneren Leinwandauftritt entschieden hat und demnach nun versucht sein Zauberer- und Heldenimage abzustreifen.

Sicherlich ist dieser Wandel wichtig gewesen und sicherlich dürfte es auch nach „The Woman in Black“ enorm viel Arbeit für Radcliff bedeuten, sich als ernstzunehmenden Schauspieler in der Filmwelt zu etablieren, ohne im Schatten seines bisherigen Erfolges als Hogwarts Zauberlehrling unterzugehen.

Sein aktueller Film „Die Frau in Schwarz“ legt zumindest schon einmal einen soliden Grundstein für das Leben nach „Harry Potter“, und anhand der weltweit positiv zu bewertenden Kinoeinspielergebnisse seines aktuellen Genrebeitrages „The Woman in Black“ dürfte sich Daniel Redcliff in seinem Vorhaben wohlmöglich bestätigt fühlen.

Vergleicht man Radcliffs aktuelles schauspielerisches Auftreten mit denen der nunmehr acht Harry Potter Streifen so fällt direkt auf, dass Radcliff ausreichend dazugelernt hat.

Sein Schauspiel erweist sich als souveräner und ernsthafter, hätte aber intensiver und ausdrucksstärker sein können. Das macht aber nichts, da definitiv die superbe und stark gotisch angehauchte Grundstimmung des Filmgeschehens im Mittelpunkt steht und die ist, gelinde gesagt, aller erste Sahne.

Liebhaber für reißerische und effektüberladene Horrorfilme sind hier eindeutig fehl am Platz, handelt es sich bei „The Woman in Black“ um einen atmosphärisch dichten Gruselfilm, der vordergründig von seiner tollen Kulisse und den vielen kleinen liebevollen Details lebt.

Die liebevolle Aufbereitung des Films scheint nicht von ungefähr zu kommen, versucht das neu gegründete Produktionslabel „Hammer Film“ mit seinen aktuellen Produktion an die einstigen Erfolge der großen „Hammer-Studios“ anknüpfen, die in den 50er und 60er Jahren das europäische Horrorkino maßgeblich mitprägten. In den 70ern erlosch der Erfolg der „Hammer-Filme“ und das Studio verschwand in der Versenkung. Nun fast 30 Jahre später, versucht der niederländische  Produzent John de Mol dem Namen „Hammer“ neues Leben einzuhauchen. Unter dem „Hammer-Banner“ produzierte das neu gegründete Studio bereits das, nur mäßig erfolgreiche Remake des schwedischen Horrordramas „So finster die Nacht“, konnte sich aber bisher auf dem internationalen Markt noch nicht wirklich etablieren.

Mit „The Woman in Black“ dürfte sich der bisher bescheidene Erfolg des Labels schlagartig ändern, denn die mollig gruseligen, düsteren und grotesken Bilder des aktuellen Geisterfilmes brennen sich wohlmöglich in die Köpfe aller Horrorfilmliebhaber.

Schon allein die Idee, dass das (very british entworfene) Herrenhaus nur tagsüber bei Ebbe zu erreichen ist (der Wohnsitz der Verstorbenen befindet sich auf einer kleinen Insel) sorgt definitiv schon bei der „Erstbesichtigung“ für ausreichend Gänsehaut, dass man als Zuschauer nur gespannt darauf sein kann, was sich die Filmemacher im Verlauf der weiteren Handlung noch so haben alles einfallen lassen. Der dichte Nebel, die trostlosen Farben und eine handvoll Schreckmomente vervollständigen den positiven Gesamteindruck.

Die überaus virtuose Bildsprache von „The Woman in Black“ erinnert in ihrer Darstellung sehr der, des Tim Burton Klassikers „Sleepy Hollow“, kommt aber erfreulicherweise weniger märchenlastiger daher.

Leider schwächelt der Film, trotz großartiger Bildkompositionen, zumindest auf dramaturgischer Ebene ein wenig. „Die Frau in schwarz“ scheint in der ersten Filmhälfte ein wenig vor sich herzuträumen und der Film verliert hin und wieder gehörig an Fahrt.

Gerade zum Ende hin, erwartet der Filmfan bei derart kreativen Machwerk eigentlich ein deftiges und, vor allem, laut-tobendes Finale.

Leider kann der Film hierbei, trotz makabrem Schlussgag, nicht wirklich überzeugen.

Trotz plausibler Auflösung hält sich der Film in seiner Darstellung von Schreck- und Spezialeffekten sehr züchtig zurückhaltend, was einwenig altbacken wirkt, aber scheinbar als herzliche Hommage an die alten „Hammer-Filme“ gelten soll.

Mit „The Woman in Black“ macht das Horrorfilmgenre zumindest eine positive Kehrtwende.

Nach reißerischen und überaus brutalen Horrorschockern, die vorwiegend mit der Holzhammertaktik überzeugen wollen, versucht Regisseur James Watkins („Eden Lake“) zurück zu den Wurzeln des Horrorfilmgenres zu finden.

Optisch ist es ihm definitiv glaubhaft gelungen.

Die hervorragenden düster-gotischen Bildkompositionen lassen die minimalen Schwächen in Dramaturgie und Story schnell vergessen.

Hoffen wir, dass die Rückkehr zum atmosphärisch dichten und optisch phantasievollen verpackten Horrorfilm Schule macht, „The Woman in Black“ legt, zumindest hierbei, die Meßlatte weit nach oben.

 

 

 

Fazit           Bildsprache: 10/10               -          der Rest: 6/10

 

Liebhaber atmosphärisch dichten Gruselvergnügens kommen hier vollends auf ihre Kosten.

The Woman in Black“ bietet liebvoll-schauderhaftes Retro-Gruselfeeling, dass hoffentlich demnächst Schule machen wird – Super!

 

FSK-Prognose:  Es gibt keinen Bluteffekt im Film. Gewalt wird vorwiegend eher angedeutet, als explizit gefeiert. Da es aber auch eine kurze Verbrennungsszene im Film zu sehen gibt, dürfte eine gerecht Altersfreigabe mit FSK16 wahrscheinlich sein.

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “Jack the Reaper – Jahrmarkt des Grauens” (2011)

 

Ein Schulausflug der etwas anderen Art:

Um sich die nötige Mindestanzahl an Punkten zu verdienen, nehmen einige Schüler, an einem außerschulischen Exkurs in ein Eisenbahnmuseum teil.

Auf dem Rückweg verunglückt der Schulbus unglücklich mitten in der Pampa und die Schüler realisieren nach dem ersten Schock, dass sie scheinbar allein gelassen wurden.

Weit und breit ist weder der begleitende Lehrer noch der Busfahrer zu sehen und fernab des Busses entdecken die Jugendlichen einen vermeintlich belebten Jahrmarkt.

Nach anfänglicher Skepsis verlassen einige Schüler den Bus und erhoffen die rettende Hilfe auf dem Jahrmarkt.

Trotz bunter Lichterflut findet die missmutige Truppe weder Gäste noch Jahrmarktangestellte vor. Doch leider scheinen sie nicht so allein, wie anfänglich vermutet. Denn irgendetwas scheint die Schüler aus dem Dunkel der Nacht heraus zu beobachten.

 

 

Und da ist er wieder „Candyman“- Darsteller Tony Todd, der sich scheinbar den Posten des cineastischen Vermittlers zwischen Leben und Tod gesichert und vermutlich darin die Rolle seines Lebens gefunden hat.

Ebenso wie in diversen „Final Destination“ – Teilen warnt er auch in „Jack the Reaper“, getarnt als Museumsführer, vor dem bevorstehenden unschönen Ableben der ahnungslosen Protagonisten.

Natürlich scheinen, die extrem oberflächlich skizzierten Charaktere, nicht so wirklich den Sinn seiner weisen Worte zu verstehen, denn hätten sie neben „The Hills have Eyes“ (die „Scream“-reske Anspielung auf aktuelle Horrorfilme im Film ist unverkennbar) auch die „Final Destination“- Filmreihe gesichtet, würden sie wahrscheinlich bereits zu Beginn erahnen können, was ihnen im Laufe ihres Filmes bevorstehen wird.

Der geübte Filmfreund zumindest, dürfte schon nach 10 Minuten Filmlaufzeit wissen, was den skurril agierenden Pappnasen blühen dürfte.

Denn von der wahrlich vernünftigen Sorte, scheint keiner der zig Charaktere zu sein, denn ihr Handeln gestaltet sich, wie hätte es auch anders sein können, als ordentlich dumm und unvernünftig.

Demnach wird natürlich das gesamter Register genreüblicher Klischees abgehandelt und wohl bekömmlich, einfach verständlich, sowie splatter- und blutfrei auf TV-Soap-Niveau geblasen.

Vom fetten Widerling, der perdu aufgrund seiner Körperproportionen gemobbt wird, über den arroganten Football-Schönling, der alles und jeden flachlegt bis hin zum Quotenschwarzen, der ab und an sinnfreies Pseudomoral-Gefasel zum Besten trällert, dürften dem Film vermutlich jedes stereotype Klischee, der letzten 30 Jahre Horrorfilmgeschichte, zu Grunde liegen.

Dabei entpuppt sich das recht dürftig und oberflächlich ausgearbeitete Drehbuch als absolute Spaßbremse.

Denn sieht man einmal von der 10minütigen Filmeinleitung ab, die jeden Charakter oberflächlich skizziert und diverse Konflikte zwischen den Charakteren untereinander grob beschreibt, bleibt letztendlich eigentlich nur noch das kurze 10minütige Finale über, dass überhaupt wesentlich wichtig ist für Geschichte.

Dazwischen geschlagene 60 Minuten nervig sinnfreies Gequassel und Gepose der unzähligen Holzköpfe, die sich gehörig Zeit damit lassen, die diversen Attraktionen des Jahrmarktes zu erkunden. Ist zwar schön und gut, aber für den Filmfan unbrauchbar und quälend langweilig, zumal das munteres Treiben aufgrund chronischer Bluarmut nicht einmal auf dieser Ebene überzeugen kann.

Natürlich sei auch an dieser Stelle zu erwähnen, dass man die Logik des Handelns, der diversen Exkursteilnehmer nicht hinterfragen sollte. Anstatt in einer seltsamen Situation, wie sie dem Film zu Grunde liegt, misstrauisch beäugend alles zu hinterfragen, lassen die Jugendlichen erst einmal ordentlich die Sau heraus.

Gut nur, dass im Verlauf der Handlung titelgebender „Jack the Reaper“ zur außergerichtlichen Verurteilung lospilgert um den Schülern gehörig die Leviten zu lesen, denn derart nervige Kinder, wie in diesem Horrorfilm, müssen einfach bestraft werden.

Dabei dürfte der Killer „Jack“ der einzig nennenswerte Grund sein, warum man sich diesen unzureichend unterhaltsamen Film überhaupt anschauen sollte.

Jacks“ Make-up Design gestaltet sich, mit seinen nichtvorhandenen Augäpfeln und dem diabolischen Grinsen, als recht sehenswert und „really creepy“.

Leider darf der Killer nur unzureichend in Erscheinung treten und seine „Bestrafen“ kommt bedauerlicherweise recht züchtig und vor allem nervend jugendfrei daher.

Etwaige Hintergründe über seine Person bleiben ungeklärt, wohlmöglich um zumindest noch halbwegs goutierbaren Horrorstoff für eine mögliche Fortsetzung zu besitzen.

 

 

 

Fazit 5/10

 

Durchschnittlicher Horrorfilm auf TV-Niveau, der zwar einen recht freakigen Filmkiller parat hält, aber aufgrund der absolut dummen Inszenierung und vor allem des enttäuschend geringen Blutzolls dem geübten Horrorfan, trotz „Tony Todd“ – Kurzauftritt,  kaum zufriedenstellende Unterhaltung bieten dürfte.

 

FSK-Fassung ist mit FSK 16 ungeschnitten.

Es gibt noch eine DVD/Blu-ray, die eine „Keine Jugendfreigabe“ – Kennzeichnung besitzt. Dort bezieht sich die Freigabe vorwiegend auf das Bonusmaterial der Scheibe, nicht aber auf den Hauptfilm, denn der ist uncut frei FSK16.

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “Rosewood Lane” (2011)

 

Nach dem mysteriösen Tod ihres Vaters zieht es die bekannte Radio-Psychologin und Moderatorin Sonny Blake zurück in bekannte Gefilden.

Da das Elternhaus über ein Jahr leergestanden hat, sie es aber bisher nicht übers Herz brachte es zu verkaufen, entschließt sie sich letztendlich dazu, das vertraute elterliche Heim auf der „Rosewood Lane“ selbst zu beziehen.

Doch kaum eingezogen erhält sie recht aufdringlichen Besuch von einem der örtlichen Zeitungsjungen, der ihr ein Abo der Tageszeitung verkaufen möchte. Doch aufgrund seiner recht direkten und unhöflichen Vorgehensweise weist sie den Jungen zurück und bittet ihn sie in Zukunft nicht mehr zu belästigen.

Ein fataler Fehler, denn der Zeitungsjunge lässt nicht locker und beginnt die jungen Frau zu terrorisieren.

 

 

Fast 11 Jahre ist es nun bereits her, das Regisseur und Drehbuchautor mit seinem „Jeepers Creepers“ weltweit Erfolge verbuchen und sich zurück in die Liga nennenswerter Horrorfilmregisseure vorkämpfen konnte.

Kein einfacher Weg den er bis dato zu bestreiten hatte.

Denn während seines Debüthorrorwerkes „Clownhouse“ (1989) vergriff er sich mehrfach sexuell an dem damals 12jährigen Hauptdarsteller des Films (Nathan Forrest Winters) und wurde aufgrund seines Vergehens zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

Seine Rückkehr in die Welt des Films verlief demnach alles andere als rosig, denn aufgrund einer Hetzkampagne, die 1994 zum Filmstart seinen Films „Powder“ durch Ex-Darsteller Winters ins Leben gerufen wurde, floppt sein Comeback an den Kinokassen gewaltig und sorgte dafür, dass ihm wichtige Filmaufträge ausblieben.

Erst fünft Jahre später gelang es dem Regisseur mit dem Horrorfilm „Jeepers Creepers“ der weltweit ganz große Durchbruch – aufgrund des Überraschungserfolges folgte rasch eine Fortsetzung, die nahtlos an den ersten Teil anschloss.

Mit „Rosewood Lane“ hat es Salva vorerst einmal geschafft wieder von sich hören zu lassen.

Sein aktueller Horrorfilm geht recht traditionelle Wege und setzt mehr auf Suspense und Spannung, als auf schauträchtiges Gematsche mit dem Holzhammer, wie man es wohl vermutlich im Jahre 2012 erwartet hätte.

Das kommt dem Thriller recht gelegen, denn das arg seltsame Verhalten des pubertären Milchreisbubis gestaltet sich als recht kreativ und makaber und hätte mit Sicherheit noch Potenzial für mindestens (!) eine Fortsetzung.

Dabei ist ersichtlich, dass Salva nach wie vor ein Händchen für herrlich abartige Schocks besitzt und das recht „unartige“ Vorgehen des Möchtegerncasanovas mehr als nur einmal zum molligen „Zusammenzucken“ einlädt. Das recht forsche und vor allem unerwartete Auftreten des frechen Zeitungsjungen dürfte alle zartbesaitete Gemüter mit Sicherheit schnell an die Grenze des Herzkollaps transferieren.

Mir zumindest hat die Darstellung des kleinen niedlichen Paperboys, der eigentlich gar nicht so niedlich ist, wie er auf den ersten Blick zu sein scheint, recht gut gemundet.

Schon allein der Tatsache wegen, dass es Salva durch die Bank weg gelingt nicht nur die Protagonisten des Films mit den recht diabolischen Aktionen des Zeitungsjungen zu verwirren, er schafft es auch den Zuschauer auf recht gekonnter Weise zu manipulieren.

Salva hinerlässt keinerlei Anhaltspunkte über die Beweggründe des seltsamen Handelns des Nachwuchspsychopathen, und skizziert seinen Bösewicht derart verschroben und eigenartig, dass der Zuschauer mit der Zeit vermutet, dass der Junge mit dem Teufel im Bunde zu stehen scheint.

Bis zur letzten Filmminute bleibt das Geheimnis des ominösen und smart lächelnden Psychopathen wohlwollend behütet und wird erst in den letzten Filmsekunden gelüftet.

Und eins sei gewiss: die Auflösung ist zwar simpel, aber derart verblüffend, dass dem Filmfan das Grinsen im Halse stecken bleiben dürfte.

Mit „Rosewood Lane“ hat es Regisseur Victor Salva geschafft einen recht ordentlichen und vor allem sehr spannenden Horrorfilm abzuliefern, der allen Filmfans des entspannten Gruselns positiv im Gedächtnis haften bleiben dürfte.

Zwar gibt es gerade gegen Filmmitte einige Handlungs- und Spannungsdefizite, aber diese werden mit einem fetten und vor allem genretypischen Horrorfinale wieder wett gemacht.

Nach  Sichtung des Films dürften mit Sicherheit alle Hausbesitzer unter uns Genrefans, ihre Löcher im Gartenzaun mit Bauschaum abdichten und die Fenster mit Vorhängen verdecken wollen. Denn die echsenartig-rotierenden Bewegungen des Augapfels des Zeitungsjungen dürften noch Tage nach Filmsichtung unangenehm bei einigen Filmfreunden nachwirken!

 

 

Fazit 7/10

 

Ganz ordentlich, dieser kleine böse Film.

Der überraschende Plottwist ist so verblüffend wie simpel und dürfte vor allem die letzten unglaublich dummen und vor allem schlechten Filme eines M.Night Shyamalan alt aussehen lassen.

 

(FSK-Prognose: Vermutlich mit etwas Glück ungeschnitten mit einer “FSK 16″-Freigabe  – Aufgrund einiger Gewaltszenen, die von einem Minderjährigen ausgehen, könnte aber auch eine ungekürzte “Keine Jugendfreigabe” möglich sein. Dennoch dürfte der Film von der FSK in seiner ungekürzten Form problemlos eine Freigabe erhalten – Deutschlandstart: Fantasy Filmfest Nights 2012)

 

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Filmreview: “Amphibious 3D” (2011)

 

Die Meeresbiologin „Shane Skylar“ hat sich auf die Erforschung vorgeschichtlicher Lebensformen spezialisiert.

Zusammen mit ihrem Freund und Bekannten „Jack“ macht sie sich auf die Suche nach Proben prähistorischer Lebens im nördlichen Bereich des Meeres vor der Sumatrainsel.

Kaum mit ihrer Reise gestartet entdecken sie mitten auf dem Meer eine schwimmende Fischerei-Plattform, auf der einige Waisen von einer handvoll skrupelloser Schmuggler und Kleinkrimineller zur Kinderarbeit gezwungen werden.

Biologin Shane fühlt sich sogleich mit einer der Waisen, dem Knaben „Tamal“, emotional verbunden und die Forscherin wird von dessen einzigen lebenden Verwandten, einem Zauberer für Schwarze Magie, gebeten das Kind zurück nach Hause zu bringen.

Doch irgendetwas scheint mit „Tamal“ nicht zu stimmen, denn seit seiner Ankunft auf dem schwimmenden Fischkutter scheint ein längst verborgenes prähistorisches Wesen nach Menschenfleisch zu lechzen und das Waisenkind scheint in irgendeiner Art der Schlüssel für das Erscheinen der Kreatur zu sein.

In einschlägigen Fanfachkreisen dürfte der Name „Brian Yuzna“ definitiv ein Begriff sein und für gehörig Begeisterungsstürme, sowie zittrige Hände bei Horrorfans auf dem gesamten Erdball sorgen, wenn im Internet Gerüchte die Runde machen, dass der beliebte Regisseur, Produzent und Drehbuchautor vermutlich an einem neuen Werk bastelt.

Dabei liegen die wirklich erfolgreichen Werke des Kultregisseurs bereits Jahre zurück und der Produzent der berüchtigten „Re-Animator“- Trilogie (deutsche Blu-ray Auswertung des ersten Teils erfolgt noch dieses Jahr durch Vertrieb „Capelight“) machte zuletzt leider hauptsächlich durch qualitativ minderwertige B-Horrorware auf sich aufmerksam.

Jetzt, fast 6 Jahre nach seinem letzten abendfüllenden Spielfilm, nimmt er erneut auf dem Regiestuhl platz und versucht mit „Amphibious 3D“ an seine frühen Erfolge aus den 80er/90ern anzuknüpfen.

Damit er sich auch bei der jüngeren Generation an neuen Horrorfans einen Namen macht, setzt er bei seinem aktuellen Monsterspaß auf den derzeit recht beliebten 3-D Gimmick und erhofft mit „Amphibious 3D“ den Sprung zurück auf die vorderen Ränge der ganz großen Horrorregisseure.

Nun ja, das der Regisseur so langsam in die Jahre gekommen ist, dürfte anhand seiner recht durchwachsenen Regievita der letzten 10 Jahre nicht von der Hand zu weisen sein, denn seine letzten Werke „Beneath Still Waters“ oder „Rottweiler“ waren mehr B-Trash-Horror, als ernstzunehmende und vorm allem stimmige Genreunterhaltung.

Auch sein aktueller Film „Amphibious 3D“ schaut, trotz aktueller 3D-Technik, eher wie ein Abenteuerfilm-Mix aus den 80ern aus und dürfte die heutige MTV-Generation nur mäßig beeindrucken.

Für alle (erwachsen gewordenen ) Horrorfilmfans, die wie ich, mit den Horrorfilmen der 80er großgeworden sind, sei dennoch jauchzend-triumphierend verraten: sein Comeback ist geglückt, Yuzna ist zurück und er hat ganz sicher ALLES richtig gemacht.

Dabei sollte allen Filmfreunden bereits nach Sichtung des Trailers klar sein, dass man „Amphibious 3D“ zu keiner Filmminute überhaupt ernst nehmen kann. Schon das sehr comic-lastige Filmintro lässt bereits erahnen worauf Yuznas „Creature-Feature“ hinauslaufen wird und das bei seinem aktuellen Werk weniger ernstzunehmender Terror und ausgefeilte Spannung im Mittelpunkt steht, als vielmehr Spaß am überzogen dargestellten Horror.

Yuznas unverkennbare Handschrift ist auch in „Amphibious 3D“ deutlich erkennbar und sein aktueller Beitrag reiht sich neben „Faust:Love of the Damned“ (2000), „The Re-Animator“ (1985-2003) und „Return of the living Dead 3“ (1993) passend in die Reihe gleichwertig überzogener comicähnlicher Werke seines bisherigen Schaffens ein.

Das der „Meister“ gerade in der Soundgestaltung enorm viel dazugelernt hat ist vor allem am recht theatralisch wirkenden Filmscore bemerkbar. Denn immer dann, wenn das prähistorische Etwas in Erscheinung tritt wummern die Trompeten und Trommeln aus allen Surround-Kanälen .

Das sorgt im Kino und zuhause bei vollaufgedrehter Kinoanlage für heftiges Zusammenzucken und gestaltet sich effektiver als so manch plakativer Schockeffekt.

Aber auch ohne das Erscheinen der Kreatur, hat die heimische Heimkinoanlage gehörig zu arbeiten. Es knarrt und wummert und zischt durch die Bank hinweg und treiben das Heimkino gerade gegen Ende hin an seine Höchstgrenzen.

Amphibious 3D“ seht demnach, zumindest soundtechnisch, aktuellen Hochglanz-Hollywoodproduktionen in nichts nach.

Das „Creature“- Design ist recht bodenständig ausgefallen, hätte aber auf jeden Fall Potenzial nach oben gehabt. Insofern sich das Wesen nur durch Stampen und durch Durchbohren der Fischereibootwände bemerkbar macht sind die teilweise recht ordentlich ausgearbeiteten CGI-Effekte erste Sahne. Aufgrund des beschränkten Budgets nutzt Yuzna aber vordergründig Handgemachte Effekte, die sich unwesentlich von den computergenerierten Spezialeffekten unterscheiden.

Leider ist das begrenzte Produktionsbudget gerade gegen Ende hin unweigerlich ersichtlich.

Denn dann, als das Monster die handvoll Überlebender in seiner kompletten Erscheinung zum Endfight herausfordert, beschränkt sich die Aktion des Wesens auf wirres und planloses Umhergezappel.

Irgendwie schade, trotzdem gestalten sich die CGI-Spezialeffekte im Vergleich zu diversen anderen aktuellen Produktionen, wie z.B. aus dem Hause „Asylum“ (siehe Review: „A Haunting in Salem“), als glaubhafter, sehbarer und vor allem liebevoller.

Mit „Amphibious 3D“ ist es Brian Yuzna erstaunlicherweise gelungen, nach Jahren minderwertiger Heimkinoveröffentlichungen wieder mit positiven Kritiken auf sich aufmerksam zu machen.

Sicherlich ist sein aktuelles Werk bei weitem nicht so genial, wie die unzähligen Werke, die ihm Mitte der 80er und Anfang der 90er Kultstatus verliehen haben.

Dennoch, sein Monsterfilm erinnert zumindest in der Umsetzung an die ganz Großen Liga grotesker Monsterklassiker („Godzilla“) und verbeugt sich als liebevolle Hommage ehrfürchtig vor den ganz Großen Kultfilmen innerhalb seines Subgenres.

Hoffen wir, dass „Amphibious 3D“ weltweit passablen Erfolg ernten wird und wir demnach erwartungsvoll auf weitere „Yuzna“-typische Filmperlen hoffen dürfen – denn so flüssig wie sein derzeitiger Beitrag umgesetzt wurde, scheint Yuzna gerade wieder zurück zu seiner kreativen Ader gefunden haben.

Alte Filmhasen, die mit den Filmen Yuzna´s aufgewachsen sind, dürften an dieser Monsterhatz ihre helle Freude haben.

Die jüngere Generation an Filmfreunden, die sich vorwiegend für aktuelle Mainstreamware interessiert, wird den Hype ihrer älteren Filmfreunde garantiert nicht nachvollziehen können und dürften für diesen traditionell, unspektakulär und geradlinig umgesetzten Filmspass garantiert kein müdes Lächeln übrig haben.

 

 

Fazit 6,5/10 Punkte

 

Yuzna „kurbelt“ sich wieder warm. Nach diversen schlechten Direct-to Produktionen läuft der Kultregisseur mit „Amphibious 3D“ wieder zu alter Hochform auf.

Ampibious 3D“ nimmt sich zu keiner Minute ernst und hebt sich erfrischend-positiv vom derzeitigen überproduzierten Folter- und Remakefilmmarkt ab. Bitte mehr davon!

(FSK -Prognose: aufgrund kaum expliziter Gewalt, keine Angst das Monster sorgt dennoch für ein paar Tote, dürfte der Filme in seiner ungeschnittenen Version eine FSK16 erhalten)

 

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Filmreview: “The Amityville Haunting” (2011)

 

Trotz  grausamer Vorgeschichte, bezieht Familie Benson das unheimliche „Amityville“ – Spukhaus, indem Jahrzehnte zuvor ein blutiges Familienmassaker stattfand.

Nach anfänglichen und unerklärbaren Phänomenen freundet sich die 6jährige Tochter Melanie mit einem imaginären Freund namens „John“ an, der ihr erzählt, dass er seit sehr langer Zeit in dem alten unheimlichen Haus leben würde. Doch niemand will dem kleinen Mädchen so recht Glauben schenken. Als der Vater, nach diversen seltsamen Vorfällen besorgt um das Wohl seiner Kinder ist, lässt er überall im Haus Überwachungskameras installieren und muss aufgrund der Videoaufzeichnungen erschreckend feststellen, dass die Familie scheinbar doch nicht ganz so allein im Haus ist, wie zu Beginn gedacht.

 

 

Nachdem das Found Footage – Genre nun mit dem Kassenschlager „Paranormal Activity“ weltweit richtig bekannt wurde und bei Filmfans aus aller Welt für gehörig Nervenkitzel sorgte, scheinen sich nun auch diverse Horror-Klassiker dieser recht günstig produzierten Filmmethode zu bedienen.

Der Horrorthriller „The Amityville Horror“ aus dem Jahre 1979 zog bisher unzählige Fortsetzungen nach sich und wittert scheinbar nun mit dem günstig heruntergekurbelten „The Amityville Haunting“ (2011) eine weitere lukrative Einnahmequelle, im Zuge der Kino- und Heimkinoauswertung von „Paranormal Acitivity 3“ .

Alle Heimkino-Zuschauer aus Übersee (eine deutsche Auswertung ist derzeit nicht in Sicht) dürfen seit Januar 2012 erneut auf Geisterjagd, in das vermutlich bösartigste Spukhaus der Filmgeschichte, gehen.

Handwerklich schaut es dabei ganz solide aus, insofern man schwindelfrei genug ist, dass planlose Umhergewackel der Digicam ertragen zu können. Denn wie in unzähligen anderen derartigen Werken zuvor, sieht man das Geschehen vordergründig aus der Perspektive von Home- und Überwachungskameras. Regisseur Geoff Meed scheint dabei seine Hausarbeiten ganz gründlich abgearbeitet zu haben, denn diverse Schockelemente und Kamerawinkel wurden dreist aus dem „Paranormal Activity“ -Universum stibitzt und schauen eher nach einem 4. Teil des beliebten Franchise aus, anstatt nach einem eigenständigen „Amityville“ – Film.

Von Türen, die sich wie von Zauberhand allein schließen und öffnen, bis hin zu Kindern, die mit ihren imaginären „echten“ Freunden quasseln werden alle erdenklich bekannten Spukhausklischees abgeharkt und bis zum Erbrechen wiederholt.

Gerade weil „The Amityville Haunting“ nichts eigenständiges und neues zeigt und sich die Geschehnisse im Gruselhaus recht hölzern und absolut unspektakulär gestalten, macht sich ganz flink Langeweile beim Zuschauen breit.

Die technische Komponente, des Kamerabild-Totalausfalls beim bevorstehenden Erscheinen der bösartigen Präsenz im Haus, ist zwar nach den ersten beiden Malen ganz witzig und effektiv, geht einem aber nach der gefühlten zehnten Wiederholung gehörig auf die Sense. Scheinbar wollte man damit die vermeintlich nicht vorhandene Spannung und die ungruselige Spukatmosphäre steigern, sowie immense Logiklöcher der Geschichte kaschieren.

An Logik happert es bei dem neuesten „Amityville“ -Ableger nämlich gehörig. Von wirklicher Gruselstimmung ist kaum eine Spur.

Die Stumpfsinnigkeit der Protagonisten ist in „The Amityville Haunting“ besonders hervorstechend und kaum zu ertragen.

Zwar sind die Schauspielerischen Leistungen von Mutter und Vater ganz brauchbar, aber die Beweggründe ihres Handelns für normaldenkende Zuschauer in keinster Weise nachvollziehbar.

Dabei fragt sich der kluge Zuschauer, was denn die Familie überhaupt noch in ihrem gruseligen Heim hält, wenn sie einerseits bereits die Vorgeschichte ihrer neuen Zuflucht kennen und andererseits innerhalb von nur wenigen Tagen nach Einzug, drei unschuldige Menschen im Haus ihr Leben lassen mussten.

Sohnemann und Digicam-Führer  Tyler ist dabei von wahrlich unglaublich dummer Sorte. Nicht nur, dass sein Agieren vor der Kamera richtig mies und unprofessionell ins Gewicht fällt, sein Hang zum logischen Denken ist mit dem Bezug seines neuen Zimmers im berüchtigten „Amityville“-Haus wohlmöglich auch flöten gegangen.

So frag ich mich, als aufmerksamer Zuschauer, warum der Sohnemann nach diversen mysteriösen Gegebenheiten, die er eigenhändig gefilmt hat, sich nicht einmal die Zeit nimmt und sich sein eigenhändig gefilmtes Videotape anschaut.

Denn hätte er frühzeitig sein Filmmaterial nach Merkwürdigkeiten durchforstet, dann wäre das Ende, zumindest für den Zuschauer, nicht so derart vorhersehbar ausgefallen.

Spukhausfreunde, die sich bisher noch nicht mit den ganz großen Filmen des „Haunted House“ – Genre beschäftigt haben dürften bei diesem überflüssigen Horrorschnellschuss sicherlich dezent unterhalten werden. Aber auch Horrorfilmneulinge und alle Fans der „Paranormal Activity“- Serie finden garantiert Gefallen am aktuellen Kurztrip in das sagenumwogene Spukhaus.

Alte Filmhasen wiederum, wie ich es einer bin, dürften jedoch für derart lieblos erzählten Einheitsbrei nicht einmal annähernd ein müdes Lächeln finden. Ich empfehle lieber noch einmal den Original „Amityville“ und die diversen anderen  sehenswerten Spukhausfilme zu sichten und zu hoffen, dass uns mit „The Amityville Horror – The lost Tapes“, der demnächst im Kino anlaufen soll, ein sehenswerter und vor allem tatsächlich gruseliger Horrorstreifen erwartet wird.

 

 

Fazit 4/10 Punkte

 

Was sich da wie ein weiterer Teil der beliebten „Amityville“-Serie aufzuzwängen versucht, ist in der Umsetzung weniger „Amityville“ als vielmehr „Paranormal Activity“.

Ein unzureichend Gruseliges Sequel, dass mit Sicherheit mehr Potenzial nach oben gehabt hätte. Altbekannte Geschichte und geklaute Schockeffekte machen noch lange keinen guten Spukhausfilm. Öde!!!!

(FSK – Prognose: vorausichtlich FSK16 – ungeschnitten)

 

Hellraiser80


Filmreview: “The Innkeepers” (2011)

 

Am letzten Wochenende, vor der entgültigen Schließung des „Yankee Pedlar Inn“-Hotel übergibt der Hotelchef höchstpersönlich seine geliebte Herberge in die Hände der beiden (recht schrulligen) Angestellten Claire und Luke, die sich um das Wohlergehen der letzten Gäste kümmern sollen.

Scheinbar ist ihnen der Job als Hotelpersonal mit der Zeit zu Kopf gestiegen, denn um die tägliche Arbeitszeit halbwegs produktiv über die Runden zu bekommen, versuchen die beiden sich ausgiebig als Hobbygeisterjäger.

Glaubt man den Legenden soll es in den endlosen Gängen des  „Yankee Pedlar Inns“ spuken.

Bewaffnet mit Kassenrekorder und allerlei okkultem Schnick-Schnack stoßen Claire und Luke schnell auf den Geist von „Madeline Malloy“, die seit Jahrzehnten ihr Unwesen in dem alten Gebäude treiben soll ….

 

 

Da ist er nun, der mit Spannung erwartete neue Spielfilm von Ti West, der nach seinem umjubelten „House of the Devil“ zu aller Überraschung mit seinem aktuellen Geisterfilm „The Innkeepers“ weiterhin auf seichten Horror setzt und die Fanbase zufrieden stellen möchte.

Ganz ehrlich, ich habe mich nach Sichtung bisher recht schwer mit der Review zu „The Innkeepers“ getan, da mich sein neuer abendfüllender Leinwandauftritt bisher noch nicht wirklich vollends überzeugen konnte.

The Innkeepers” ist eigentlich kein schlechter Film, Freunde atmosphärischer Gruselfilme dürften definitiv auf ihre Kosten kommen. Mein Problem ist, dass leider einfach kaum etwas spektakuläres passiert. Das sehr langsame Erzähltempo ist nicht wirklich nach meinem Geschmack. Die Handlung plätschert recht gemütlich vor sich daher und bis der interessierte Filmfan überhaupt etwas einschlägiges zu sehen bekommt vergehen fast 80 Minuten. Der Film vergeudet einfach zu viel Zeit mit Nebensächlichkeiten, was sich ersichtlich an der recht zähen Spannungsschraube, vor allem in der zweiten Filmhälfte, bemerkbar macht.

„The Innkeepers“ hat definitiv viele gute kreative Ansätze und atmosphärische Momente.

Gerade die recht gekonnt in Szene gesetzten Schockmomente ( der sehr schreckhaften Claire), sind recht einfach gestrickt, aber umso intensiver. West´s  Erschrecken ist absolut unkonventionell geraten, reduziert sich aber leider nur auf den ersten Teil des Films, was ich als sehr bedauerlich empfinde.

Großer Pluspunkt dürfte in „The Innkeepers“ neben dem schön altmodischen und liebevoll gestalteten Gruselseeting definitiv die Charakterskizzierung darstellen.

Claire und Luke sind so überspitzt, schrullig und abgedreht dargestellt, dass man die beiden einfach mögen muss. Die erste geniale Filmhälfte nimmt sich,  meiner Meinung nach zu recht, ausgibig viel Zeit für die sehr liebenswerte Darstellung der beiden Antihelden.

Dennoch hätte es dem Film und dem Spannungsfaden ersichtlich gut getan, hätte West ab der zweiten Filmhälfte den Turbo geladen und sich auf eine prägnantere Inszenierung und das flüssige Weitererzählen der Gruselstory konzentriert.

Stattdessen stolpern einige, ebenso seltsam skizzierten „Zaungäste“ in das Geschehen, deren Erscheinen aber nicht wesentlich wichtig für die eigentliche Story ist.

Hätte sich West in der zweiten Hälfte für eine aalglatte und konventionelle Weiterführung der Gruselgeschichte entschieden, hätte ihm mit Sicherheit mit „The Innkeepers“ ein weiterer ganz großer Clou im Horrorgenre gelingen können.

Gerade für Mainstream-Alles-Seher dürfte Ti West´s aktuelles Werk eine große Herausforderung darstellen. Sein actionfreier Gruselfilm orientiert sich zwar inhaltlich und künstlersich an diversen Klassikern des Genres, aber klammert sich zu verträumt an der visuellen und akustischen Gestaltung des ganzen Drum-Herums, das die eigentlichen Geschichte dabei flöten geht.

Scheinbar hat West dieses Problem dann am Ende selbst bemerkt, denn der (zweideutig ausgelegte) Endplot kommt nach 100 Minuten recht überstützt und gehetzt daher .

Bleibt zu hoffen, dass sein nächstes Werk handwerklich ebenso schick daherkommt wie “House of the Devil” und “The Innkeepers” und das diesmal aber mehr Wert auf eine massentauglichere Inszenierung gelegt wird.

 

 

Fazit 6/10 Filmpunkte

(Erste Filmhälfte: 8 Punkte – Zweite Filmhälfte: 3 Punkte)

 

 

Recht langsam erzählter Gruselfilm, dessen Erzählweise sehr unkonventionell geraten ist.

Nach einem sehr nostalgisch und atmosphärisch erzählten Auftakt wird es im eigentlichen „Geister“-Part sehr zäh bis langweilig.

Geübtes „Sitzfleisch“ wird vorrausgesetzt – Für das Mainstream-Publikum ungeeignet!

(FSK Prognose: FSK16 – ungeschnitten)

Hellraiser80


Filmreview: “Escapee – Nichts kann ihn stoppen” (2011)

 

Abby, eine sehr strebsame Studentin, nimmt an einem Spezialkurs der Uni teil.

Zusammen mit einigen anderen Studenten steht ein Ausflug zur örtlichen Psychiatrie auf dem Lehrplan.

Als ein besonders schwieriger Fall, der Mörder Harmon, in eine anderer Zelle verlegt werden soll, kommt es zu einem innigen Blickkontakt zwischen ihm und der unachtsamen Schülerin.

Eine schicksalhafte Begegnung, denn der unberechenbare Killer kann aus der Anstalt fliehen und macht sich fortan auf die Suche, um die unwissende “Abby”  für sich ganz allein zu beanspruchen.

 

 

Hilfe, was ist denn hier passiert?

Was sich wie der zigste und wirklich unnötigste Abklatsch eines „Halloween – Die Nacht des Grauens“ liest, ist Slasher-Kost der wirklich dümmsten Sorte. Im Verlgeich zu „Escapee“ stellen die unzählig schlechten B-Slasher der 80er Jahre hochgeistreiche Filmkost dar.

Irgendwie will mir nicht in den Kopf, was Serienstar Dominic Purcell (Prison Break) dazu bewegt hat, in dieser unterbelichteten Filmgurke die Rolle eines absolut geistfreien Serienkillers zu übernehmen, dessen Handlungsstruktur für den Zuschauer rein gar nicht nachvollziehbar ist.

Ich hoffe doch schon, dass sich Purcell zumindest die ersten beiden Seiten, des maximal 10-seitigen Drehbuchs (mehr „Story“ gibt dieser Bullshit definitiv nicht her) durchgelesen hat, denn bereits nach Sichtung des Intros dürfte jedem Horrorfilmfan bereits klar sein, dass sich „Escapee“ nicht gerade förderlich in Purcells Filmografie lesen dürfte.

Dabei beginnt dieser Slasher eigentlich recht stimmig und vielversprechend. Auf technischer Ebene ist absolut nichts auszusetzen, denn rein optisch macht „Escapee“ wirklich einen hervorragenden und hochwertigen Eindruck.

Doch nach nur wenigen Filmminuten erreicht dieser Slasher bereits seinen jämmerlichen und eigentlichen Höhepunkt, sodass man sich die weitere Sichtung dieses cineastischen Meilensteins sparen dürfte.

Schon allein die Anfangsszene, in der der äußerst gefährliche Killer bei seiner Zellerverlegung an den Studenten vorbeigeführt wird und diese „nur“ aufgefordert werden sich mit dem Gesicht zu Wand zu drehen, damit „Harmon“ deren Gesicht nicht erkennen kann, ist so unfreiwillig doof und unlogisch (und vor allem realitätsnah), dass man vor lauter Fassungslosigkeit ins Couchkissen schreien mag.

Der Rest dieses uninspirierenden Machwerkes skizziert sich auch dementsprechend ähnlich, langweilig und vor allem unwichtig. Dabei fällt extrem ins Gewicht, dass im Verlauf der Handlung eigentlich nichts brauchbares oder eigenständiges passiert, was den Zuschauer überhaupt bei Stange halten dürfte.

Escapee“ liefert weder Ahnhaltspunkte über die Beweggründe des Psychopathen, noch legt der Film Wert auf eine halbwegs vernünftige Spannungsstruktur.

Harmon metzelt sich vollkommen unglaubhaft und unkreativ durch das Szenarium, wobei sein Morden nicht gerade von Erfindungsreichtum geprägt ist.

Das Morden hält sich recht züchtig in seiner Zurschaustellung und bietet nicht einmal hierbei einen nennenswerten Schauwert für den Horrorfilmfan.

Was bleibt ist ein überaus schlechter Film, der trotz hanebüchenen Storytwist kurz vor Filmende, weder fesseln, noch überhaupt überzeugen kann und möchte.

Das verkrampfte „abhandeln“ gewisser Genrezutaten ist an jeder Stelle von „Escapee“ aufdringlich spürbar, machen den Film dadurch aber nicht sehenswerter. Regisseurneuling Campion Murphy  (Bitte, wer?) enttäuscht mit diesem lieb- und ideenlosen Erstlingswerk auf ganzer Linie. Eine Schande, wenn man bedenkt, dass er mit dem beliebten Serienstar Dominic Purcell eigentlich ein kräftiges Zugpferd an Bord hat und sich die technische Umsetzung eigentlich schon überdurchschnittlich professionell gestaltet. Immens viel Potenzial für einen eigentlichen Genrehitgaranten und trotzdem alles vermasselt.

Glanzleistung!  Setzen, Sechs!

 

 

Fazit  3/10 Punkte

 

Escapee“ ist wirklich so dumm, spannungsarm und hölzern, dass ich um eine dringende Beschlagnahmung dieses Horror-Slashers bitte.

(Deutsche FSK16er Fassung ist vollkommen ungeschnitten)

 

Hellraiser80


Filmreview: “Straw Dogs – Wer Gewalt sät” (2011)

 

Und weiter geht die Remake-Maschinerie, auf das auch weiterhin altbekannte und beliebte Genrestoffe platt aufbereitet und auf Hochglanz poliert, den ein oder anderen Dollar oder Euro an den Kinokassen einspielen. Da im Grund genommen in letzter Zeit so fast jeder populäre Horrorfilmstoff für eine Neuinterpretation herhalten musste, scheinen den „Recycle-Studios“ so langsam die Vorlagen auszugehen, sodass man sich nun bereits schon weniger bekannter Thrillerperlen bemächtigen muss.

 

Vergangenheitsbewältigung:

Amy und ihr Mann, der Drehbuchautor David, kehren zurück in Amys Heimatort.

Dort möchten sie Amys altes Familienanwesen auf Fordermann bringen, um es nun nach dem Tod ihres Vater gewinnbringend zu verkaufen.

Doch die anfängliche Freude der Dorfbewohner über Amys Rückkehr schlägt alsbald in Hass um, als David den geistig behinderten Niles aufnimmt, der von den Dorfbewohnern des Mordes an einer Schülerin beschuldigt wird. 

 

Nach Getaway (1972) hat es nun ein weiteres Werk aus der Regiefeder Sam Packinpah´s, neu aufbereitet, zurück auf die Kinoleinwand geschafft.

Schon, als ich vor einigen Monaten in einschlägigen Filmforen lass, dass Packinpahs Klassiker „Straw Dogs – Wer Gewalt sät“(1971) einer Frischzellenkur unterzogen werden sollte, sträubten sich mir die Nackenhaare.

Aber, zu meiner Überraschung ist das Remake zu „Straw Dogs“ ganz passabel ausgefallen und lohnt durchaus (zumindest auf DVD/ Blu-ray) gesehen zu werden. Überraschenderweise setzt „Straw Dogs“ (2011) nicht auf selbstzweckhafte Darstellung von Grausamkeiten mit dem Holzhammer, wie man es vermutlich im Jahre 2011 erwartet hätte. Die Neuverfilmung hält sich, ebenso wie das Original aus dem Jahre 1971, mit der Zurschaustellung von roher und drastischer Gewalt deutlich zurück, und setzt vielmehr auf psychologisch Härte und unterbewusstest Unbehagen und stellt sich ebenso wie das 71er Original die Frage, inwieweit Menschen in Extremsituationen zu uneingeschränktem Gewaltpotenzial fähig sein können.

Sicherlich erreicht Rod Luries´s Neuinterpretation in keinster Weise die skandalträchtige, rohe und kontroverse Grundstimmung des Originals. Dafür ist das Remake einfach zu glattpoliert, zu durchgestylt und zu belanglos ausgefallen, die Charaktere aufgrund ihrer seelenlosen Darstellung beliebig austauschbar.

Trotzdem, wer das Original nicht kennt, dürfte dennoch 100 Minuten satt und spannend unterhalten werden. Wobei sich „Straw Dogs“ (2011) ebenfalls, wie das 71er Original, in seiner Erzählweise sehr viel Zeit nimmt, die diversen Konfliktpfade auf- und auszubauen, um den Zuschauer letztendlich auf das kontroverse Ende vorzubereiten.

Leider schafft es das Remake dennoch nicht vollends zu überzeugen. Zu unglaubhaft ist die Zuspitzung des Konfliktes dargestellt. Bis auf Filmlegende James Woods, spielen die übrigen Protagonisten solide, verblassen aber deutlich in ihrer unbedeutenden und gesichtlosen Darstellung. James Woods Rolle als betrunkener Coach, der fanatisch immerzu um das Wohlergehen seiner Tochter bangen muss, spielt herausragend und ist definitiv einer der wenigen Pluspunkte der Neuverfilmung.

Der wirklich größte Störfakor der Neuverfilmung findet sich jedoch in der Besetzung der Hauptrollen wieder.

Dort hat man vermutlich aus Marketinggründen auf allseits bekannte Gesichter erfolgreicher TV-Serien gesetzt, um ein vorwiegend jugendliches Publikum in die Kinos zu locken.

Die makellose Optik und die durchtrainierten Astralbodies dürften der MTV-Pop-Generation sicherlich gehörig munden, beeindruckt aber alte Filmhase nicht.

 

 

Fazit 7/10 Punkte

 

1:0 für das Original!

Das Remake ist sicherlich kein Meilenstein der Filmgeschichte und erfindet das Rad auch nicht neu, hat aber dennoch Potenzial, Nichtkenner der Packinpah Vorlage, zu fesseln.

Sieht man einmal von den oberflächlich skizzierten Charakteren ab und lässt die vollkommen (gerade gegen Ende hin) unglaubhaften Handlungsstrukturen außer Acht, dürften sich sogar alteingesessen Filmfans kurzweilig unterhalten fühlen.

 

Hellraiser80


Filmreview: “Basement” (2011)

 

Einige Studenten entdecken bei ihrem Ausflug im Wald ein, scheinbar verlassenes, unterirdisches Kellersystem. Neugierig beginnt man den riesigen Komplex zu erkunden und muss erschreckend feststellen, dass man vermutlich mutwillig in diesem unterirdischen Keller eingeschlossen wurde, denn der zuvor erkundete Kellereingang ist plötzlich fest verschlossen.

Nachdem die Gruppe allmählich in Panik gerät müssen sie erschreckend feststellen, dass sie in dem riesigen Komplex nicht allein sind: Schwarz verhüllte Gestalten scheinen Spaß daran zu finden, die Jugendlichen durch das Gewölbe zu hetzen und mit ihrem Leben zu spielen.

 

 

Der vorliegende Film „Basement“ gehört zu jener Gattung „Film“, die so derart schlecht sind, das man sie gesehen haben muss, um es überhaupt glauben zu können.

Das unüberhörbare „Highlight“ dieses Un-Machwerkes, ist dabei zweifelsohne die absolut talentfreie deutsche Porno-Synchronisation, die dieser Genreproduktion den Rest gibt.

Scheinbar hat das Vertriebslabel Schröder Media das nichtvorhandene Verkaufspotenzial von „Basement“ kurz vor Abgabe im Synchronstudio realisiert und die Finanzierungs-Notbremse gezogen, sodass man sich die Investition einer gescheiten deutschen Übersetzung einfach schlichtweg gespart hat.

Basement“ ist völlig sinnfreie und nervige Horrorunterhaltung, die in seinem Grundkonzept dem ebenfalls sehr durchwachsenen und vor einiger Zeit hier besprochenen „Spiderhole“  überaus ähnlich ist. Gespickt mit einigen Elementen des Schulhorrordramas „F“ und einer vollkommen idiotischen Endauflösung dürfte „Basement“ sich definitiv in die Riege der bisher schlechtesten Movies des Filmjahres 2011 einreihen.

Dabei passiert in den mageren 70 Minuten Nettofilmzeit eigentlich nichts, was von Interesse wäre, oder gar zu überzeugen weiß. Die Kids realisieren nach einigen Minuten, das sie jemand absichtlich in einem unterirdischen Kellerlabyrinth eingeschlossen hat und schreien und diskutieren um ihr Leben. Um den Zuschauer nicht allzu sehr mit unerträglicher Langeweile zu strafen, haben sich die Drehbuchautoren ein ganz besonderes Schmankerl einfallen lassen.

Um die mager-kurze Filmlaufzeit annähernd auf Spielfilmniveau auffüllen zu können, erscheinen in regelmäßigen Abständen schwarz verhüllte Gestalten, die den verwirrten Jugendlichen anfänglich nur Angst einjagen wollen, doch deren Auftreten mit jedem Erscheinen radikaler und grausamer wird. Gut, dachte ich mir, eventuell gib „Basement“ hinsichtlich Splatter- und Gore dem Zuschauer ordentlich Schauwert. Aber, bis auf einige effekthascherische Stickwunden, gibt es weit und breit nix zu sichten.

Die Endauflösung des sinnfreien Schundes und das Mordmotiv der verhüllten Gestalten ist so derart an den Haaren herbeigezerrt, dass man sich als Zuschauer schon irgendwie verarscht vorkommt und nicht glauben kann, jetzt 70 Minuten seines kostbaren Lebens in 100% Langeweile vergeudet zu haben.

 

 

Fazit 2/10 Punkte

 

Spart Euch diesen Mist.

Dagegen ist das deutsche Trivial-Privat-TV oscarverdächtig!

 

Hellraiser80


Filmreview: “Fright Night” (2011)

 

 

Die 80er Jahren sind nach wie vor, zumindest für mich, der Inbegriff des modernen Horrorfilms. Bedenkt man welche Horrorikonen in dieser Dekade das Licht der Zelluloidwelt erblickten, und die sogar heute noch in regelmäßigen Abständen über die Kinoleinwand flattern, meucheln und erschrecken, so darf man vor dem Einfallsreichtum der damaligen Drehbuchautoren und Regisseuren als geneigter Filmliebhaber nur ehrwürdig seinen Hut ziehen. Und genau aus jener kreativen Filmepoche stammt auch die Vorlage des, derzeit im Kino recht unerfolgreich anlaufenden, „Fright Night“(2011).

Es ist mir immer wieder ein Rätsel aus welche Intensionen heraus das heutige Hollywood wahllos und gierig nach irgendwelchen Vorlagen (un)populärer 80er Jahre Horrorfilmkost krallt und diese neu verfilmen muss? Vor bereits ca. 10 Jahren hat das noch mehr oder weniger gut funktioniert – man denke an die recht hübschen Remakes zu „The Texas Chainsaw Massacre“, oder „The Ring“. Aber nachdem nun, Jahre später, eine Neuinterpretation nach der Nächsten gnadenlos an den Kinokassen und bei der Fanbase durchfällt, müsste Hollywood doch so langsam darüber nachdenken, dass es an der Zeit wäre, über das Ausbeuten anderer lohnenswerter Filmstoffe zu denken.

Nun ja, diesmal hat es eben „Eine rabenschwarze Nacht“ (1985) in die Remake-Schrottpresse geschafft, eine recht zynischen Vampirkomödie aus den 80ern, die gerade gegen Ende hin mit recht erfinderischen und höchst beeindruckenden Spezialeffekten trumpfen konnte und die sogar wenig später eine Fortsetzung nach sich zog.

Chucky“ –Erfinder Tom Holland lieferte das Drehbuch für diesen Horrorspass und nahm höchstpersönlich auf dem Regiestuhl platz. Kurzweilige, spannenden Unterhaltung und typisch-charmantes und naiv-ungekünsteltes 80er Lebensgefühl machten diese Komödie schnell zu einem Klassiker des Genres.

Eine wahrlich einflussreiche und bedeutende Vorlage, die sich die Neuinterpretation da ausgesucht hat und an der sie sich nun messen muss.

Und natürlich scheitert „Fright Night“ (2011) gänzlich in allen Belangen. Zu austauschbar, zu seelenlos, zu unbedeutend. 30 Millionen Dollar soll der Schinken gekostet haben – 30 Millionen Dollar, die man dem Film in keiner Sekunde ansieht und die scheinbar ausschließlich auf das Bankkonto Farrells geflossen sein müssen.

Dabei darf man dem arg glattpolierten und an das heutige MTV-Publikum orientierte Geschehen aus der Sicht des Looser´s Charley (Anton Yelchin) beiwohnen, der glaubt, dass sein neuer Nachbar Jerry ( Colin Farrell) ein blutgieriger Vampir sei.

Man könnte meinen Farrell sei völlig unterfordert in seiner Rolle als bösartiger Vampir gewesen, denn außer etwas homoerotisches „Oben-Ohne Posing“ und etwas „Finster-drein-Schauen“ gibt seine Rolle laut Drehbuch offensichtlich nichts weiter her. Ein Rolle, die einzig als Masturbationsvorlage pubertärer 16jährigen/er im Gedächtnis haften bleiben dürfte – mehr Aufmerksamkeit hat Farrells Darstellung als Obervampir leider Gottes nicht verdient. Der Vergleich zur enorm charismatischen Ausstrahlung des Obervampirs Jerry (Chris Sarandon) aus dem OriginalFright Night“ mit Farrells aalglatt-gebügelten Verkörperung in der Neuverfilmung ist allein schon grotesk anmaßend genug und ist dürfte definitiv eine Beleidigung Chris Sarandon, dem Obervampir des Originals, zugegen darstellen.

Einziger Lichtpunkt in dieser recht unbrauchbaren Hochglanz-Gurke sind die recht witzigen Spezialeffekte. Standen im Original noch Liebe zum Detail und Handmade-Goreeffekte auf der Tages-Drehordnung, so glänzt das Remake mit einigen formschönen CGI-Verwandlungen, die trotz allen Lobes dennoch sehr durchwachsen ausfallen. Von grandios (Verwandlung Charley´s Freundin Amy) bist fremdschäm-peinlich (Farrells Verwandlung zum „Quadratkopf“) wurden munter Millionen Dollar für die CGI-Crew verbraten.

Somit ist „Fright Night“ (2011) eine Neuinterpretation, die wieder einmal vollkommen überflüssig ist, und die nicht einmal annähernd dem schrägen und kultigen Originals gerecht wird. So unbedeutend und lapidar wie dieses Remake erschienen ist, dürfte es auch schnell wieder in die hintersten Regalen der Videotheken verschwinden. Ein Film, über den sich in den kommenden Jahrzehnten kaum jemand erinnern wird und auf den die Welt nun wahrlich nicht gewartet hat. Seltsamerweise hat „Fright Night“ (2011) nicht einmal die Aufmerksamkeit des amerikanischen „PG13“- MTV Publikums erhalten, für welche der Film letztendlich vordergründig produziert wurde. Wenn das kein Omen ist!

 

 

Fazit 6/10 Punkte

 

Ein versemmeltes Remake, wie  so oft in letzter Zeit.

Fright Night” (2011) kann nicht einmal ansatzweise dem Original “Eine rabenschwarze Nacht” (1985) das Wasser reichen, punkte aber dennoch mit einigen netten Effekten und kurweiliger 08/15-Unterhaltung.

 

Hellraiser80


Filmreview: “The Thing” (2011)

 

Bei seinen Forschungen entdeckt ein norwegisches Forscherteam in der Antarktis eine, im Eis begrabene, seltsame Lebensform.

Erfreut über den Spektakulären Fund wird alsbald das Wesen untersucht.

Unglücklicherweise gelingt des dem, eigentlich für tot geglaubten „Ding“, zu fliehen und während seiner Flucht einige Forscher des Teams auf grausame Weise zu töten. Doch was will das Wesen und woher kommt es?

 

 

Vor fast 30 Jahren entstand unter der Regie von John Carpenter einer der ganz großen Science Fiction Klassiker unserer Zeit: “Das Ding aus einer anderen Zeit“.

Im Jahre 1982 als jämmerlicher Sommer-Kinoflop im Kino gestartet mauserte sich der unterschätzte Schocker im Laufe der Jahre zu einem wahren Geheimtipp unter Filmfans und erhielt erst Jahre später die Aufmerksamkeit und die Lobpreisungen, die er eigentlich bereits schon bei seinem Erscheinen verdient hätte.

Jetzt, fast 30 Jahre später, pünktlich zum 30.jährigen Jubiläum erscheint mit „The Thing“ die eigentliche Vorgeschichte des 80er Jahre Kultfilms.

Dabei lässt sich der aktuelle Reboot, weniger als Vorgeschichte betrachten, sondern schwimmt vielmehr auf der, aktuell so beliebten, „Remake“-Welle wohlvergnügt mit und bietet leider nur ungenügend eigene, neue Ideen.

Trotz aller Kritik kann man bei „The Thing“ dennoch sagen, dass es sich um einen sehr rasant und flott erzählten Sci-Fi-Horrorschocker handelt und das der Reboot definitiv (insofern man die eigenen Erwartung hinsichtlich der Vorlage zurück schraubt) sehenswert ist.

Das, was der Fan des Originals erwartet, bietet die Neuinterpretation in leicht abgeschwächter Form: ekelhafte Metamorphosen, klaustrophobische Grundstimmung und ausgewalztes „Wer hat das Ding in sich“-Raten.

Im Vergleich zum Original zieht das Prequel dennoch in allen belangen den Kürzeren. Waren Carpenters Spezialeffekte in der 1982er Version noch spektakulär, handgemacht und wegweisend, so sind die Monstereffekte zwar in der aktuellen Version immer noch schön widerlich anzuschauen. Die Tatsache jedoch, das der „The Thing“-Reboot vordergründig ausschliesslich von seinen ekelhaften Effekten lebt und das diese leider in einigen Sequenzen sehr künstlich nach aufdringlichen CGI-Effekten ausschauen, hinterlässt einen sehr faden Beigeschmack. Gerade in Zeiten ausgereifter Spezialeffekt-Technik dürften derartige Patzer nicht mehr passieren, bedenkt man was dem Reboot für ein ausgiebiges Budget zu Grunde lag und was eigentlich dabei herauszuholen gewesen wäre, dann ist das was man letztendlich aus dem Effekte-Sektor sieht mehr als ernüchternd.

Vergleicht man Carpenters Effektszenen im Original, die aufgrund des überschaubaren Budget rar, aber wenn dann beeindruckend in Szene gesetzt wurden, so ist das Effektszenario in der 30 Jahre späteren Version von “The Thing” schon eine gehörig enttäuschende Lachnummer.

Auch in der Charakterzeichnung- und Entwicklung gibt’s es in aktueller Version richtig fiesen „Leerlauf“, denn der Großteil der Protagonisten sind einzig nur dafür in die Szenerie eingebaut worden, um schnellstmöglich auf unangenehme Weise über den Jordan gejagt zu werden. Und das ist leider das größte Ärgernis dieser Neuinterpretation.

Außer diversen Monsterekeleffekten, einem sehr an das Original angelehnten Soundtrack und recht flotten Actionsequenzen bietet der Film leider nix nennenswertes. Irgendwie haben es die Drehbuchschreiberlinge scheinbar verpasst, neben Action und Monster satt, wichtige Dialogsequenzen mit in das Geschehen einzubinden, um überhaupt irgendein Mitgefühl für die Leittragenden und vom „Ding“ befallenen Protagonisten zu entwickeln. Somit dürfe es dem Zuschauer letztendlich auch egal sein, wenn einer nach dem anderen, der gesichtlosen Charaktere das Zeitliche segnet.

Trotzdem, wer seine Erwartungen gänzlich zurückschraubt, Carpenters Version für satte 90 Minuten außer Acht lässt und sich auf sinnfreie und actionorientierte Monsterhatz einstellt, der dürfte dennoch sauber unterhalten werden. Die Verknüpfung des Prequels zum Original-„The Thing“ und die Erklärungsversuche um die Herkunft des „Dings“ geben zwar Logische Schlüsse, sind aber leider Gottes recht unkreativ und unspektakulär „ersponnen“ worden.

 

 

Fazit 7/10 Punkte

 

Action und Ekeleffekte satt. Popcorn-Kino in seiner Reinform.

Vergleiche zum Original sind hier überflüssig. Vergessen wir einfach mal für 90 Minuten, dass es eine deutliche „bessere“ Vorlage dieses Sci-Fi-Schockers gibt.

 

Hellraiser80


Filmreview: “Psalm 21″ (2010)

 

Nach dem unglücklichen und überraschenden Tod des geliebten Vaters, macht sich der Priester Henrik Horneus auf dem Weg in das fernab entlegende Dorf, indem er seine Kindheit verbrachte und in dem er scheinbar behütet aufgewachsen ist, um dort den mysteriösen Tod seines Vaters zu untersuchen. Kaum dort angekommen, wird er von schrecklichen Visionen gequält und von der eigenen düsteren Vergangenheit eingeholt.

 

 

Und wieder ein Film jener Gattung: „aussen hui – innen pfui“.

Mit fast 2 quälend langen Stunden versucht der aktuelle Schwedische Genrebeitrag um die Gunst der Horrorfilmfans zu buhlen. Leider hat es „Psalm 21“ nicht geschafft, mich überhaupt annähernd überzeugen zu können. Wer wieder einmal austesten mag, wie unendlich lang 2 Stunden sein können, dem sei diese Gruselmogelpackung wärmstens empfohlen.

Erwähnungswert an dieser Stelle wäre, dass „Psalm 21“ eigentlich weniger Horrorfilm, als vielmehr Drama ist, das vordergründig von verdrängten Kindheitserinnerungen  und der nun folgenden eigenen Vergangenheitsverarbeitung des Protagonisten Horneus erzählt.

Dabei beginnt dieser schwedische Okkult/Besessenheits- Selbstfindungstrip eigentlich recht vielversprechend und erinnert durch das hübsch getrickste Intro zusammen mit den wirklich sehr sehenswerten Spezialeffekten ein wenig an den Klassiker „Das Omen“.

Schade eigentlich, dass der Film letztendlich vollkommen andere Wege geht und mit seiner spannungsfreien Erzählweise und der total belanglosen Story eher das Schlafpensum der Zuschauer positiv fördert, anstatt spannungsgeladen und schockreich zu unterhalten.

Die steril-kühle Optik und die unnatürlich kontrastreichen Bilder des Filmes wären nur zu prädestiniert gewesen für einen makabren und bösartigen Horrortrip, und mich hat es enorm erstaunt, dass derart optisch hochwertig gefilmtes Filmmaterial aus europäischen Gefilden stammt. An seiner optischen Trostlosigkeit hat mich „Psalm 21“ sehr an das Schwedische Drama „Let the Right One in“ – „So finster die Nacht“ erinnert, dass ebenso mit minimaler Kulisse punktet und sich mehr auf das Zusammenspiel der Charaktere untereinander konzentriert.

Doch leider bleibt „Psalm 21“ weit hinter seinen anfänglichen Erwartungen zurück.

Durch das zu gemächliche Erzähltempo und der sehr trögen Erzählstruktur, die im Verlauf der Handlung immer wieder versucht mit gezielten (eigentlich recht effektiven) Schocks den Zuschauer aus dem Tiefschlaf zu locken, verwirrt die Geschichte mit seinen seltsamen Charakteren und deren unklaren Aktionen gerade gegen Filmende hin enorm.

Und gerade aufgrund der unausgewogenen Identifikationsmöglichkeiten beim Zuschauers, kommt das recht konsequente Ende weniger überraschend, als sicherlich erhofft.

 

 

 

Fazit 4,5/10 Punkten

 

Kein reiner Horrorfilm. Vielmehr Selbstfindungsdrama mit minimalen Schockelementen. „Psalm 21“ verlangt enorm Geduld und viel Sitzfleisch und bietet aufgrund eines mangelnden Spannungsaufbaus und der extrem verwirrenden Erzählweise, unausgewogene Genre-Unterhaltung und gähnende Langeweile. Nur für Hardcore-Filmfans zu empfehlen.

 

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Filmreview: “Panic at Rock Island” (2011)

 

Auf einer Insel im Sydneyer Hafen soll ein spektakuläres Musik-Festival 3 Tage für unausgelassenen Tanzstimmung sorgen. Das junge Paar Ari und Zed versuchen über Umwege auf das Festival zu gelangen. Um dem teuren Ticketkauf zu umgehen, schleichen die beiden durch einen unterirdischen Tunnel, der Festland und Insel miteinander verbindet. Dort stoßen sie auf einem übel zugerichteten Mann, der scheinbar Symptome einer mysteriösen Krankheit aufweist. Kaum die Behörden eingeschaltet und in Kontakt mit dem infizierten Kranken gekommen breitet sich das Virus rasend aus. Unwissend, das, das Pärchen mit dem Virus infiziert ist bringen die beiden es auf das Festival und lösen eine katastrophale Kettenreaktion aus. Ein Festivalbesucher nach dem Anderen infiziert sich mit der todbringenden Seuche und Panik bricht aus. Jim, ein junger euphorischer Arzt, ruft sofort Quarantäne aus – der Staat unternimmt nichts. Als Jim schmerzlich feststellen muss, dass sich seine Kinder mit auf dem Festival befinden, greift er selbst ein.

 

Das ich so was noch erleben darf. Ein Thriller über einen Killervirus, der Menschen ausnahmsweise mal nicht zu fleischgierigen Killermaschinen mutieren lässt.

Der für den Amerikanischen Pay-TV Sender „Sci-Fi“ produzierte „Panic at Rock Island“ ist weniger Zombie-Gurke als vielmehr Katastrophen-Film, der eigentlich recht ordentlich zu unterhalten weiß.

Aufgrund der Vielzahl an unterschiedlichen Charakteren konzentriert sich der Film auf eine handvoll Protagonisten und schildert die Geschichte aus deren Sicht.

Da recht ordentlich was los ist in den knappen 90 Minuten Filmlaufzeit, kommen dabei jedoch die ein oder anderen Schicksalsschläge diverse Hauptfiguren ein wenig zu kurz, ganz zum Leidwesen der Dramaturgie und der Charakterentwicklung. Auch sind mir die penetrant aufgesetzt wirkenden Zufälle, die das Geschehen versuchen rasant vorantreiben , etwas zu unglaubwürdig geraten – etwas mehr Realitätssinn hätte dem Film ersichtlich produktiver gemacht.

Das ist aber alles weiter nicht schlimm, zumal man von einem günstig produzierten TV-Event eigentlich weniger tiefgründige Unterhaltung erwartet und dennoch positiv überrascht ist, wie sehr die Produktion doch zu fesseln vermag.

Überraschenderweise geizt der Film nicht mit genretypischen Ekel- und Effektsequenzen. Sicherlich kommt der Genrefan nicht in Genuss irgendwelcher völlig grotesken Blut- und Splatterexzesse, dennoch das Make-up Design der infizierten Opfer schaut schon recht fies aus und bietet ordentlich Abwechslung zwischen den verschiedenen Status der Krankheit.

Leider waren mir die nervenden Kotz- und Brechszenen der Infizierten mit der Zeit etwas zuwider, diesen Effekt hat man sprichwörtlich bis zum „Erbrechen“ ausgereizt, was gerade zum Ende hin eher peinlich wirkt, als spannend überzeugend.

Nichtsdestotrotz: ein wenig „28 Days later“ ,eine Priese “George A. Romero” (nur ohne Zombies) gewürzt mit etwas „Emergency Room“ machen dieses, fürs TV gedrehte Katastrophen-Movie, zu einem kurzweiligen Filmvergnügen ohne viel überflüssigen Schnick-Schnack.

 

 

Fazit 5,5 / 10 Punkte

 

TV-Event wie er im Buche steht. Rasanter Katastrophenfilm der kaum Platz fürs Verschnaufen bietet. Coole Make-up Effekte runden das Spektakel ab. Kann man sich anschauen!

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Filmreview: “Don´t be afraid of the Dark” (2010)

 

Die kleine Sally zieht zusammen mit ihrem Vater (Guy Pearce) und dessen neuer Lebensgefährtin Kim (Katie Holmes) in ein unheimliches altes Anwesen, welches sie nach einer erfolgreichen Sanierung wieder verkaufen möchten. Ganz allein in dem großen Haus fühlt sich das junge Mädchen recht alleingelassen und findet auf ihren Streifzügen durch das Anwesen eine geheimnisvolle Tür, hinter der sich eine Art Keller befindet. Kaum den seltsamen Raum erkundet befreit sie unachtsamer eine Schar kleiner Kobolde, die nur ein Ziel haben: Tod und Unheil zu verbreiten.

 

Hier ist er nun der neue Film vom Majestro höchstpersönlich: Guillermo del Toro, dem Regisseur einzigartiger Filmperlen, wie „Pan´s Labyrinth“, „Das Waisenhaus“, „Hellboy“, „Mimic“ und „The Devils Backbone“.

Diesmal jedoch nahm er nicht selbst hinter der Kamera platz sondern überlies die Verfilmung des gleichnamigen Remakes, eines 70er Jahre TV-Gruselfilms, seinem Freund Troy Nixey, dem es zwar bildtechnisch gelang in wirklich schauderhaften Bildern seinem großen Lehrer nachzueifern, aber dennoch von seinem Mentor noch viel zu lernen hat.  Guillermo konzentrierte sich diesmal vorwiegend für die Ausarbeitung des Drehbuches, dass er zusammen mit der Hilfe von Matthew Robbins verfasste und Stand für die Finanzierung der Produktion Pate.

Demnach dürfte der interessierte Filmfan schnell diverse Anspielungen und Parallelen zu seinem bisher erfolgreichsten Werk „Pans Labyrinth“ (3 Oscars) entdecken können, denn auch dort sieht sich ein kleines Mädchen in einer unheimlich-düsteren Welt mit bösartigen Kreaturen konfrontiert.

Dabei überzeugt Troy Nixery in „Don´t be afraid of the Dark“ mit einem wirklich sehr beeindruckenden Setting. Das Herrenhaus schaut wirklich überaus unangenehm schauderhaft aus und dürfte sicherlich jeden Geisterjäger vor Entdeckungsdrang das Wasser im Munde überschäumen lassen. In optisch sicherlich bemerkenswerten Kamerafahrten (Bettdeckenszene ist schlicht, aber genial) und unangenehm bedrückenden Kameraeinstellungen darf der Filmfan das leider recht zahme Treiben beobachten, wobei das Zahmhalten der Handlung der eigentliche Knackpunkt der Verfilmung ist. Die Story plätschert zu genüsslich und belanglos vor sich dahin. Sally kommt den winzigen Kobolden auf die Schliche und versucht die ungläubige Erwachsenenwelt von der Existenz der Kreaturen zu überzeugen. Das wars dann auch schon mit der eigentlichen Rahmenhandlung der Geschichte. Für einen Gruselfilm dieses Kalibers einfach zu wenig!

Dabei kommt es der Verfilmung nicht wirklich zugute die unlustigen Gesellen bereits nach nur weniger Filmminuten dem Zuschauer zu offenbaren. Denn nachdem der Zuschauer, die wirklich überzeugend animierten Kobolde zu Gesicht bekommen hat, schwindet auch der Gruselfaktor.

Das ist wirklich überaus Schade, da der Film ab Mitte der Handlung sich noch zusätzlich in diversen Logiklücken verläuft und recht konfus ausartet. Wo zum Beispiel bleibt der eingequetschte Kobold, der in der Bibliothek mittels Bücherregal zermatscht wurde. Hier hätte doch Sally den Beweis der Existenz am lebendigen Kobold beweisen können. Oder warum geht niemand dem wirklich überaus mysteriösen Unfall des älteren Hausmeisters auf den Grund (Schere im Kopf, Einstich-Wunden diverser Werkzeuge können kein „Unfall“ gewesen sein). Außerdem fehlte mir persönlich ein überzeugendes Finale. Der Spuk war mir eindeutig zu belanglos – kein Endbösewicht, nix . Dennoch, trotz aller Kritik. Bailee Madison verkörpert die mutige Sally wirklich grandios und enorm glaubhaft, was man von Katie Holmes und Guy Pearce leider nicht behaupt kann. Beiden kommt kaum Charakterentwicklung zugute, sodass beide redlich unterfordert bemüht wirken, dem recht zuckersüßen Schauspiel der kleinen Bailee (mich erinnert die Kleine irgendwie an den Kinderstar Heather O´Rourke aus der „Poltergeist“- Trilogie) entgegenzuwirken. Eigentlich hätte man die beiden auch vollkommen aus dem Drehbuch streichen können – der arg konstruiert wirkende Beziehungstwist zwischen der Mutter Kim und ihrer Stieftochter Sally wirkt völlig unfertig und deplaziert.

 

 

Fazit: 6/10 Punkte

 

Recht züchtiger Spukfilm, mit einer recht sympathischen Hauptprotagonistin, sehr schicken Creature-Effekten, einer unheimlichen Kulisse, aber leidlich spannender Story und belanglosem Finale.

 

FSK Prognose: vermutlich FSK 16

Hellraiser80


Filmreview: “The Caller” (2011)

 

Auf der Flucht vor ihrem aggressiven Ex-Mann zieht der frische Single Mary in ein eigenes Apartment. Kaum eingezogen und sich´s gemütlich gemacht klingelt alsbald auch das Telefon. Eine nette ältere Dame namens „Rose“ meldet sich am anderen Ende und scheint ersichtlich irritiert, als sie nicht wie erhofft mit „Bobby“ sprechen kann.

Nachdem Mary ihr erklärt, dass es sich wohlmöglich um eine Missverständnis handeln muss, „verwählt“ sich Rose nun öfters und versucht der jungen Mary klarzumachen, dass sie direkt aus der Vergangenheit versucht mit ihr telefonisch Kontakt aufzunehmen.

Verwirrt, ungläubig und ersichtlich genervt von denen stündlichen Anrufen versucht Mary der älteren Frau zu verstehen zu geben, dass sie ihr keinen Glauben schenken möchte und bricht den Kontakt ab.

Doch die Anruferin lässt sich nicht einschüchtern und versucht Marys Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen, indem sie ihr einen plausiblen Beweis nach dem nächsten liefert.

Was jedoch als verwunderliches und neckisches Kinderspiel beginnt dümpelt allmählich in ein verängstigendes und höchst erschreckendes Fiasko.

 

 

Oh, mein Gott.

Schwer einen Film zu reviewen, wenn man darauf achten muss, nicht zu viel des Inhalts zu spoilern.

Wer sich den Spannungsaufbau und den wahrlich verblüffenden Plottwist des wirklich exzellenten Mystery-Streifens nicht vermiesen lassen möchte, sollte ab HIER das Lesen der Review direkt einstellen!

Vorab, warum dieser wirklich höchst effektive in Szene gesetzte Mystery-Thriller es bisher nicht geschafft hat in den hiesigen Lichtspielhäuser anzulaufen ist mir ein Rätsel.

Diese Art von Film ist wahrlich dafür geschaffen auf großer Kinoleinwand zu schockieren und zu erschrecken. Nun gut, die Schockrate des „Anrufers“ ist relativ niedrig (eigentlich schade, das wäre das „I-Tüpfelchen“ gewesen) aber „The Caller“ hat es bei mir alten Horrornerd geschafft, endlich mal wieder für echt fiese Gänsehaut zu sorgen.

Dabei beginnt der Film recht unspektakulär und schafft es innerhalb kürzester Zeit ein enorm unangenehmes Bauchgefühl zu entwickeln.

Großes Lob geht dabei an die Drehbuchschreiberlingen, die wirklich merklich an der Spannungsschraube drehen und mit ihren falschen Fährten und Wendungen für ordentliches Herzrasen sorgen. Die Story hört sich auf den ersten Blick recht belanglos an, aber hat es faust-dick hinter den Ohren. Der Plot-Twist ist eine derartige Ohrfeige wie man sie in dieser Form schon lange nicht mehr gesehen hat. Dabei erinnert das Grundgerüst der Geschichte von „The Caller“ ein wenig an den vor einigen Jahren erschienenen „Frequenzy“, indem ebenfalls ein Vater mit seinem Sohn aus der Vergangenheit Kontakt aufnimmt.

Natürlich bot „Frequenzy“ ein viel lukrativeres Budget für ausufernde jugendgerechte Effekte. „The Caller“ hatte diese Grundlage natürlich nicht und die recht makaberen Spezialeffekte (es gibt nur einen digitalen Effekt und der ist wirklich enorm fies) sind alles andere als ausufernd und jugendfrei – trotzdem, dieser Film beweist mal wieder, dass kein Millionenschweres Budget, völlig überbezahlte Starauftritte und neuste digitale Tricktechnik von Nöten sind, um einen sehenswerten Film zu zimmern. „The Caller“ lebt vordergründig von seiner handvoll sympathischen und überaus talentierten Darstellern (Ex-Freund Steven/ gespielt von Ed Quinn übt eine derart unangenehme Präsenz aus, man muss es gesehen haben), seiner überaus bedrohlichen Atmosphäre, der recht subtil eingesetzten Soundkulisse (an manchen Stellen und einigen Kamerafahrten dürften „Silent Hill“ – Fans ersichtlicht Freude haben) und der Anruferin „Rose“, die eine neue Art des Mordens für sich entdeckt.

Suspense in seiner Reinform, was will der gierige Horrorfilm-Fan eigentlich mehr.

So sollte ein Gruselfilm ausschauen, und nicht anders. Neben den zum erbrechen totgefilmten „Hostel“-, „Saw“- und Slasherplagiaten bietet „The Caller“ enorm frische Abwechslung im riesigen Pool mehr schlechter als rechter Horrorproduktionen.

 

 

Fazit: 8/10 Punkte

 

Ein wahnsinns-erfrischend-makabres Filmchen, wie man es schon lange nicht mehr gesehen hat. Was als verblüffendes Rätselraten beginnt, endet in einem enorm unangenehmen Finale.

Uneingeschränkt empfehlenswert.

 

FSK-Prognose: vermutlich FSK16

Hellraiser80


Filmreview: “Children of the Corn: Genesis” (2011)

Nachdem das Auto von Tim und Allie aufgrund einer Autopanne mitten in der Wüste zum Erliegen kommt (vielleicht hätten sie ja lieber einen Porsche mieten sollen) und die Nacht einbricht, suchen die beiden im naheliegenden Ort nach Hilfe.

Ein seltsamer und schrulliger Prediger lädt sie nach anfänglicher Skepsis in sein Haus ein und bietet dem Pärchen an, bis zum nächsten Morgen bei ihm zu warten.

Nachdem die beiden erleichtert einwilligen, sind sich Tim und Allie schnell einig, dass irgendetwas mit der Gegend, dem Prediger und seinem Haus nicht zu stimmen scheint.

Wir erinnern uns.

26 Jahren ist es nun bereits her, dass der erste „Kinder des Zorns“–Teil das Licht der Zelluloid-Welt erblickte.

Von Stephen King selbst nicht wirklich gemocht, mauserte sich der kleine Low-Budget-Reisser schnell zum Genreliebling und entwickelte sich zu einem kleinen Kultfilm unter Horrorfilmliebhabern. Es folgten ein TV Remake und diverse Sequels, die von Fortsetzung zu Fortsetzung nur noch den Titel der eigentlichen King-Kurzgeschichte gemein hatten und die mit allerlei dummen Ideen, schlechten Schauspielern, schlimmen Effekten, miserablen Drehbüchern und struntzdummen Charakteren zu kämpfen hatten..

Einzig, die herrlich überzogene und groteske Trash-Fortsetzung des 3. Teils vermag auch heute noch halbwegs zu überzeugen und scheint mit seinen hübschen Stop-Motion-Effekten einen gewissen charmanten Schauwert zu haben.

Nachdem DIMENSION im Jahr 2011 um die Lizenzrechte des Franchise bangen musste, entschied man sich, schnell eine weitere völlig diffuse Fortsetzung zu drehen, damit man auch weiterhin die Rechte für sich beanspruchen und den Filmfan mit dummen Fortsetzungen quälen darf. Dabei gab man sich nicht einmal ansatzweise Mühe, aus dem bereits tot-gekauten Stoff einen ansatzweise frischen, gruseligen und unterhaltsamen Film zu basteln.

Nach den ersten 10 Minuten, dachte ich erst, der neuste „Children of the Corn“-Teil entwickelt sich zu einem „Texas Chainsaw Massacre“ für Arme und schraubte meine Erwartungen, nach all den „Corn“-Fehlschlägen der letzten Jahre, genüsslich positiv nach oben.

Aber weit gefehlt, das Grauen kam schlimmer, unverhoffter und langweiliger, wie in keinem anderen Teil zuvor.

Um was es eigentlich in „Genesis“ wirklich geht, kann ich nur in Fragmenten beschreiben, ich bin während der Sichtung mehrere Male eingeschlafen, scheinbar weil der Film „zu“ mitreißend war. Aber eins sei gesagt, im aktuellen Teil gibt es weder Gore, noch Spannung, noch irgendwelche Kinder, die sich irgendwelchen religiösen „Gelüsten“ im Maisfeld hingeben.

Children of the Corn- Genesis“ ist zu einer Art Kammerspiel „mutiert“ und besitzt total unlogische Elemente aus Genrefilmen wie „Paranormal Activity“ und „Motel“, sowie etwas „Final Destination“ zum Ende hin. Das ist zwar alle ganz hübsch kreativ erdacht und stibitzt, aber grottenschlecht unkreativ umgesetzt. Nicht mal einen einzigen Funkten Trash-Qualität bietet dieser Schund.

Im übrigen habe ich in „Genesis“ den dümmsten Effekt in der Geschichte des Horrorfilms erleben dürfen – vielen Dank schon einmal vorab dafür: ein Polizist nähert sich dem Haus des schrulligen Gastgebers und wird wie von Zauberhand gen Weltall geschleudert. Schon allein nur dieses miesen und total hohlen Effektes wegen sollte man sich das aktuelle Sequel zu Gemüte führen.

Kurzum, „Children of the Corn – Genesis“ ist eine einzige Katastrophe. Selten so einem Mist gesehen. Eine Schande kostbare Lebenszeit vergeudet zu haben.

Ich hoffe, dass man mit dem zigsten „Kinder des Zorns“- Fehlschläger, das Franchise nun endlich ruhen lässt uns sich frischen und eigenen Filmideen widmet.

Fazit 2,5/10 Punkte

FSK Prognose: vermutlich FSK16

Unglaublicher Mist, mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.

Hellraiser80


Filmreview: “Wer ist Hanna” (2011)

 

Die junge Hanna wächst fernab der Zivilisation, mit ihrem Vater Eric in einer Hütte irgendwo in der Einöde Finnland, auf.

Eric trainiert Hanna in diversen Nahkampftechniken, lehrt ihr allerlei Sprachen und bringt ihr Wissen und Bildung bei indem er sie selbst unterrichtet.

Als Hanna das 16 Lebensjahr erreicht hat und sie die Neugierde vor dem Unbekannten außerhalb der vier Wände packt händigt ihr Vater ihr einen Sender aus und erklärt ihr, dass Sie die CIA-Agentin Marissa töten muss und in ihn wieder in Berlin treffen soll. Nachdem das junge Mädchen den Sender aktiviert hat und ihr Vater fliehen kann, strömt ein CIA-Team in die Hütte und sperrt das Mädchen in eine Zelle. Nachdem die CIA-Agentin Marissa Hannas Hinterhalt erahnt, schickt sie eine Doppelgänger in die Zelle, die alsbald von Hanna getötet wird. Das Mädchen kann daraufhin aus der Gefangenschaft fliehen und macht sie auf den langen Weg nach Berlin um ihren Vater zu finden.

Doch Marissa ist ihr dicht auf den Fersen und hat nur ein Ziel: Hanna und ihren Vater zu töten.

 

 

Was ist denn nun „Hanna“ (so der Titel im Original) für ein eigenartiger Film?

Thriller, Märchen für Erwachsene, Komödie, Drama, Actionmovie oder Mystery-Film?

Eigentlich egal – sagen wir: einfach von jedem etwas.

Dabei wirkt der Film aufgrund seiner genreübergreifenden Szenarien so schick unverbraucht und frisch, dass man Hanna genüsslich dabei zuschauen möchte, durch welche kontrovers gestaltete Settings sie im Verlauf der Geschichte springt, kämpft und schlitzt.

Gerade hier sind klar die Stärken des Film zu erkennen.

Stapft Hanna zu Beginn des Films noch durch meterhohe Schneeberge (Nostalgiefans dürften sofort den Märchenklassiker „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ vor Augen haben) darf sie im Verlauf der Handlung recht ungewöhnliche Kulissen aufsuchen, die mich irgendwie an die Stationen eines Konsolen-Jump&Run-Games erinnert haben (Wüste, Unterirdischer Gebäudekomplex des Geheimdienst, eine Oase, Rummelplatz).

Ein wahrer Augenschmaus für die Sinne.

Natürlich bleibt das Geheimnis um Hanna bis kurz vor Ende gut bewahrt und gibt ihr Zeit immer wieder in schön gefilmten Kämpfen um ihr Leben zu „fighten“.

Dabei macht ebenfalls der flott komponierte Elektrosoundtrack ein richtig gute Figur und unterstreicht die doch recht flott und kurzweilig inszenierte Handlung enorm.

Zwei Faktoren haben mich dennoch gestört. Einerseits der recht schemenhaft und weniger tiefgründig geratene Charakteraufbau und dessen Entwicklung, sowie die klischeebeladene Darstellung des Deutschen Bösewichts.

Warum dieser als Skinhead dargestellt wird, entzieht sich mir jeglicher Kenntnis.

Scheint wohl bei den Amis gang und gebe zu sein den Deutschen immer in Verbindung mit Rechtsradikalismus, Stasi, Nazis oder Skins darzustellen.

Die unklare Erkenntnis war enormer Störfaktor beim Schauen.

Trotz allem erwartet den offenen Filmfan eine rasante Actionhatz, ohne Verschnaufpause verziert mit wirklich sehr hübschen Bildern – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Bitte mehr davon!

 

 

Fazit 7,5 / 10 Punkte.

 

Rasante Verfolgungsjagd vor spektakulärer Kulisse. Eine Fortsetzung oder ein Prequel ist unbedingt erwünscht! Uneingeschränkt Sehenswert!

 

Hellrasier80

http://www.youtube.com/watch?v=oG5T_Ai5Yv0


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