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Filmreview: “7 Below – Haus der dunklen Seelen” (2012)

 

 

Geisterfilm mit allseits bekannten Zutaten:

Vor 100 Jahren tötete ein kleiner Junge im Zustand der Besessenheit seine gesamte Familie.

100 Jahre später suchen einige Durchreisende Zuflucht vor einem tobenden Sturm, in genau diesen Gemäuern.

Die Geschichte von einst scheint sich erneut zu wiederholen…

 

 

 

Es ist oftmals erschreckend, wenn man den Werdegang einstiger Ausnahmedarstellers Hollywoods verfolgt. Von den einstigen ganz großen Leinwandhelden der 80er sind nur noch wenige unter ihnen, die auch aktuell noch fleissig dabei sind an kassenträchtigen Kinoblockbustern mitzuwirken, und dabei sogar noch erfolgreich sind, indem was sie da tun.

Auch Val Kilmer war einer derer, die in den 80ern und zu Beginn der 90er als erfolgreiche Nachwuchstalente gehandelt wurden und sich über mangelnde Filmaufträge nicht beklagen konnten. In letzter Zeit hatte Kilmer sich recht rar in der weltweiten Kinolandschaft gemacht und lies vorwiegend durch günstig produzierte Heimkinoware und TV-Serienauftritte von sich hören, wobei er in den letzten 10 Jahren kaum wirklich talentiertes Gespür für wirklich gute und anspruchsvolle Drehbücher bewies.

Als ich seinen aktuellen Schauspielauftritt in „7 Below“ sah, war ich vorab ein wenig geschockt, schaut Val Kilmer im Jahr 2012 erschreckend aufgequollen und massig aus? Was ist denn nur da passiert? Alkoholprobleme, oder einfach nur fortschreitender Alterungsprozess? Wohlmöglich wird die Antwort darauf nur er allein kennen.

Nach vorwiegend halbgaren Videoproduktionen, in denen er sich scheinbar schauspielerisch enorm unterfordert gefühlt hatte, bekleckert er sich mit seinem aktuellen Kurzauftritt im Horrorfilm „7Below“ ebenfalls nicht mit Ruhm. Als Schauspiel kann man seinen 10minütigen Kurzauftritt wohl kaum betiteln. Relativ lustlos agiert er vor der Kamera, sein Filmtod gestaltet sich als überaus peinlich und vor allem grottig schlecht gespielt. Beschämend, wenn man bedenkt, dass er vor vielen Jahren in anspruchsvollen Filmen („Salton Sea“) sein extravagantes schauspielerisches Können unter Beweis stellen konnte.

Demnach dürfte der interessierte Filmfreund die wahre Intention seines Auftritts im Film „7 Below“ spätestens dann erahnen, als Kilmer am Ende des Films überraschend sinnfrei hinter einer Tür hervorhuscht und nie wieder gesehen wird und man sich als Filman fragt, welchen tiefgründigen Background sich hinter diesem Shortcut verbergen mag.

Mit dem Spukhriller „7 Below“erhält der Filmfreund ein recht unspektakuläres Geisterfilmchen, dass kaum Unterhaltungswert bietet.

Nach einem, zugegeben recht ansprechenden Filmintro und sehr stimmigen und hübsch aufbereiteten Anfangscredits, zieht sich das Geschehen recht zäh wie Kaugummi und bietet keine wirklichen Höhepunkte.

Sämtliche bekannte Geisterklischees werden hier abgearbeitet, wobei die Drehbuchschreiber nicht einmal ansatzweise versucht haben irgendetwas eigenständiges zu entwickeln.

Diverse Schlüsselszenen dürften dem Filmfreund hinreichend aus dem Klassikern „Amityville Horror“ bekannt sein und versprühen in ihrer Trivialität und Belanglosigkeit unfassbare Langeweile beim Zuschauer.

Wer hier Schockeffekte oder halbwegs aufmunterndes Gekrösel erwartet dürfte schnell eines besseren belehrt werden, denn Goreeffekte und Schockeffekte sind in „7 Below“ Mangelware.

Das ist leider enorm ernüchternd, wenn man als Horrorfilmfreund einen Film erwartet, der von Geistern handelt, aber gar nicht gruselig ist, oder gar keinen Schockeffekt bietet.

Aber was man visuell scheinbar nicht umsetzen konnte, oder wollte versuchen die Tontechniker wieder wett zu machen. Den gesamten Film über tobt ein furchterliches Unwetter. Es donnert und grummelt teilweise so stark, dass dem Zuschauer hören und sehen vergeht. Ein recht stimmiger Effekt, der aber spätestens nach der Hälfte der Spielzeit gehörig nervt, weil man sich als Zuschauer kaum auf die galaktisch-gut-ausgefeilten Dialoge und „Wortgefechte“ der Protagonisten konzentrieren kann.

Der Horrorthriller „7Below“ ist leider eine Nullrunde geworden. Kilmer spielt schlecht, die Story ist schlecht, die Effekte sind schlecht und die Interaktionen der Protagonisten lächerlich.

Erfahrene Filmfreunde sollten lieber einen großen Bogen um diesen „Zeiträuber“ machen.

 

 

 

Fazit: 3,5/ 10 Punkte

 

Uninspirierter und enorm spannungsfreier Geisterfilm mit einem erschreckend schlecht agierenden Val Kilmer.

Deutsche Fassung: aufgrund einiger Kehlenschnitzer ungekürzt mit “keine Jugendfreigabe”.

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “The Moth Diaries” (2010)

 

Nach dem recht kontroversen Thriller „American Psycho“ aus dem Jahre 2000 wurde es verdächtig still um Regisseurin Mary Harron, die mit der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Autor Bret Easton Ellis für gehörig Furore im Filmbusiness sorgte.

Doch statt sich dem, erwartendem Erfolg zu nutze zu machen und sich diversen weiteren interessanten Projekten zu widmen , übernahm die, nunmehr bereits 59jährige, Regie in einigen Folgen recht bekannter Serienformate.

Nun zehn Jahre nach ihrem letzten Kinoausflug möchte es Harrons wohlmöglich noch einmal wissen und realisierte die Filmadaption „The Moth Diaries“, eine weitere Romanverfilmung (Rachel Klein, „Die Sehnsucht der Falter“), die nun endlich den Weg in die amerikanischen Kinos geschafft hat.

Mit internationalen Lobpreisungen dürfte die Ausnahmeregisseurin diesmal nicht rechnen dürfen, richtet sich ihr aktuelles Werk an ein vorwiegend pubertäres und jüngeres „Twilight“- erprobtes Kinopublikum und setzt eher auf unspektakulären Mysterygrusel gepaart mit einigen Alltagsproblemchen vordergründig weiblicher Protagonisten.

 

 

Im Mittelpunkt der „Moth Diaries“ steht die junge Internatsschülerin Rebecca, die noch immer psychisch zu kämpfen hat, mit dem tragischen Selbstmord ihres geliebten Vaters.

Leidlich in das konservative englische Internatsleben eingelebt und sich einen vertrauten Freundeskreis aufgebaut, scheint ihr Leben erneut aus den Fugen zu geraten, als eine neue Schülerin der Mädchenklasse vorgestellt wird. Die mysteriös anmutende Außenseiterin erntet rasch Sympathie bei ihren neuen Klassenkameradinnen und gewinnt schnell die Gunst der übrigen Mädchen, ganz zum Leidwesen von Rebecca, denn die fühlt sich allmählich im Stich gelassen und findet kaum noch Beachtung bei ihren eigentlichen Freunden.

Nach einigen, recht seltsamen Vorkommnissen, steht für Rebecca definitiv fest, dass sich hinter der scheinbar freundlichen und liebenswerten Fassade der neuen Mitschülerin, das pure Böse versteckt muss.

 

 

Was sich hier auf den ersten Blick nach typischen 08/15-Teeniehorror liest, ist in der Umsetzung weniger Horror, als viel mehr Selbstfindungsdrama, dass mit einigen recht schicken, mystischen Elementen versehen wurde. Die Besetzung der neuen Schülerin ist mit „Lily Cole“, perfekt besetzt – die mysteriöse und stille Aura, die sich versprüht, lässt auf nichts Gutes schließen.

Mit ihrer kränklich wirkenden Gesichtsfarbe, den kleinen spitz-roten Lippen und den weit auseinanderstehenden, riesigen Augen ist sie für die Rolle der seltsamen Außenseiterin geradezu prädestiniert und verursacht bereits nach ihrem ersten Erscheinen ein merklich unangenehmes Gefühl beim Zuschauer.

Die Guten Ansätze der Geschichte verlieren sich leider dennoch bereits nach der Filmhälfte, zumal das Drehbuch mit vollkommen belanglos-hysterischen Mädchengebabbel zu kämpfen hat. Die wenigen stimmigen Momente kommen leider zu kurz, die Auflösung der Geschichte gestaltet sich zu unspektakulär und wirkt ein wenig altbacken.

Wohlmöglich hätte die Geschichte und der Film besser funktioniert, hätte Regisseurin Mary Harron die Vorkommnisse der Geschichte aus der Sicht der Außenseiterin Ernessa geschildert, denn dort liegt offensichtlich das Potenzial der Story und wohlmöglich wären die Vorkommnisse im Verlauf des Filmes plausibler erklärbar gewesen.

Da der Film sich vorwiegend an ein jüngeres Publikum richtet, dürfte sich selbiges schnell überfordert mit dem unterschwellig poetischen Kontext der Gegebenheiten fühlen und den Film, aufgrund des unzureichend erklärten Endes, als überflüssig abharken.

Unter dem Deckmantel eines seichten Vampirdramas werden in „The Moth Diaries“ typische Vampirthemen, wie die weibliche Sexualität und die Sehnsucht nach dem Tode fokussiert, gipfeln, und dass muss man dem Film zu Gute schreiben, weder in den typischen Stereotypen und Klischees eines traditionellen Vampirfilms, noch in genretypischen ausgewalzten Grausamkeiten.

Leider ist, dass alles nicht wirklich offensichtlich, sondern lässt nur spekulieren, zumindest dann, wenn man sich noch nicht mit der Filmvorlage „Die Sehnsucht der Falter“ beschäftigt hat.

 

The Moth Diaries“ ist ein kleines, ruhig erzähltes Vampir/Selbstfindungs-Drama, dass leider dennoch nicht vollends überzeugen kann. Statt genretypische Vampirstereotypen abzuhandeln, wird hier auf poetische Symbolkraft gesetzt, was zwar ganz erfischend anders wirkt, aber für unerfahrene Filmzuschauer nie wirklich offensichtlich ist. Otto-Normal-Filmfreund wird, ohne den Background und die Intension des Regisseurs/Buchautor zu kennen, vermutlich nach Filmende etwas fragend und ratlos den Kinosaal verlassen.

Eine plausiblere Grundaussage der Filmbotschaft, hätte diesen Genrebeitrag vermutlich über den Filmdurchschnitt gehoben. Daher nur:

 

 

 

5,5 / 10 Filmpunkte

 

Kleines, ruhig und poetisch erzähltes Vampirmär, dass mehr Drama ist, als Horror.

Männliches Genrefans dürfen sich vermutlich hier ausklinken – hier stehen vorwiegend „Frauenprobleme“ im Vordergrund. *g*

 

FSK-Prognose: ungeschnitten mit FSK16

 

 

Hellraiser80

 


Filmreview: “The Awakening” (2011)

 

 

England, nach dem ersten Weltkrieg, eine Zeit in der die Menschen noch dem Aberglauben verfallen waren und der Mythos von einem Leben nach dem Tod in den Köpfen der Menschen umherspukte.

Der jungen Romanautorin Florence scheinen diese Märchen ein Dorn im Auge, fühlt sie sich nunmehr dafür verantwortlich, die Menschen darüber aufzuklären, dass Geister und Gespenster allein der Vorstellungskraft der Menschen entspringen und rein gar nicht in real existieren.

So zieht sie durch die Länder, um unerklärliche Erscheinungen zu untersuchen, sowie plausibel zu erklären und um die dunklen Machenschaften dreister Trickbetrüger, die unter dem Deckmantel selbsternannter Geister-Medien am Schicksal der Hinterbliebenen der unzähligen Kriegsopfer die schnelle Mark erhoffen, zu entlarven.

Es dauert nicht lang bis sie auf einen weiteren interessanten Fall stößt.

Im Norden Englands wird sie zu einem Knabeninternat gerufen, in dem angeblich der Geist eines kleinen Jungen umherspukt und der, glaubt man den Schülern,  bereits einen Mitschüler in den Tod getrieben haben soll.

Die ehrgeizige Autorin macht sich an ihre Untersuchung und glaubt, schnellst möglich eine einleuchtende Erklärung für den Vorfall zu finden. Doch im Laufe ihrer Arbeit muss sie sich dennoch eingestehen, dass dieser Fall ihr rationales Denkvermögen auf eine harte Probe stellen wird.

 

 

Nachdem ich vor einigen Wochen bereits den genialen und abwechslungsreichen Genrebeitrag „The Theatre Bizarre“ gesehen hatte, der in seiner unverwechselbaren Einzigartigkeit seinesgleichen suchen dürfte, war ich umso verblüffter als ich vor einigen Tagen den kleinen und recht subtilen Gruselfilm „The Awakening“ sichten durfte, der zwar ein vollkommen anderes Genrepublikum ansprechen dürfte, aber mich dennoch ebenso begeistern konnte, wie „The Theatre Bizarre“ zuvor.

Das von der BBC produzierte Geisterfilmchen ist wahrlich eine einzige Augenweide, überzeugt es doch gekonnt mit allseits beliebter Britischer Gruselstimmung und unverwechselbarem „British-Gotic“ – Charme, durch den vor allem die unzähligen Horrorproduktionen der Hammerstudios bekannt wurden und die bis heute weltweit Zustimmung bei Horrorfreunden auf dem gesamten Erdball finden.

Ähnlich wie zuletzt im aktuellen Kinohit „The Woman in Black“, setzt „The Awakening“-Regisseur Nick Murphy vordergründig auf unglaublich intensives Gänsehautfeeling, dass er gekonnte durch einfachste Mittel erzeugt.

Dichte Nebel, dunkle Schatten und überraschend farblose Bilder unterstreichen das positive Gesamtbild und lassen eigentlich schnell vergessen, dass es sich eigentlich bei „The Awakening“ um ein waschechtes Drama handelt, und nicht um einen stimmungsvollen Gruselfilm, den man vermutlich nach den ersten 15 Minuten Filmlaufzeit erwarten würde.

Demnach wird nach der ersten „Internatsbesichtigung“ der Gruselfaktor, aufgrund von Charakterentwicklung und deren Konflikte untereinander reduziert, auch der Farbfilter verliert nach und nach an Intensität, sodass der Zuschauer sich vollends auf das Schauspiel der handvoll Protagonisten konzentrieren kann. Ich finde diesen konsequenten Cut sehr gut, hat doch die Idee hinter „The Awakening“ mehr zu bieten als stimmig gesetzte Gruselmomente allein.

Neben einem konsequenten Spannungsaufbau überzeugt „The Awakening“ mit einer spannenden und zugleich tragischen Geschichte, die in einem zutiefst traurigen Finale gipfelt, wobei alle gruselerprobten Filmfans dennoch nicht auf weitere schauderhafte Gruselmomente verzichten müssen. Diverse unheimliche Momente sind zwar im weiteren Verlauf der Handlung rar gesät, sorgen aber, gerade gegen Ende hin, für ausgiebig molliges Schauervergnügen.

Mit „The Awakening“ erhält der erwachsene Horrorfilmfan einen überaus atmosphärisch dichten und vor allem sehr ruhig erzählten Horrorfilm, der weniger auf dreist spekulative Schockeffekte setzt, sondern mit kleinen leisen Tönen überzeugen möchte.

Regisseur Nick Murphy ist das definitiv eindrucksvoll gelungen.

Wunderschöne , aber zutiefst traurige und melancholische Bilder, ein toller Soundtrack und liebevoll skizzierte Charaktere runden das Gesamtbild dieses lohnenswerten Gruseldramas ab.

Nach „The Woman in Black“ setzt nun ein weiterer aktueller Genrefilm auf stimmige und vorwiegend optisch-virtuose Raffinessen. Anstatt auf Trivialhorror mit dem Holzhammer zu setzen, zählen hier allein die stimmungsvollen Bilder und das glaubhafte Schauspiel, sowie das Schicksal der Protagonisten. Optisch opulente Gruselfilme, deren Augenmerke einzig und allein auf subtilem Horror liegen, scheinen nach wie vor DER neue Trend im Jahre 2012 zu sein. Ich zumindest, war begeistert.

 

 

 

8,0/10 Punkte

 

Ein kleines Gruseldrama, mit wunderschöner Optik und vorwiegend leisen Tönen.

Arthausfreunde und Liebhaber altmodischer Gruselfilme kommen hier garantiert auf ihre Kosten. Absolut sehenswert!

 

FSK-Prognose: ungeschnitten mit “FSK 16″.

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “The Woman in Black” / “Die Frau in Schwarz” (2012)

 

Der unerfahrene Anwalt Arthur Kipps (Daniel Radcliffe) wird von seiner Kanzlei beauftragt, in einem kleinen britischen Ort, den Besitz einer verstorbenen Witwe aufzulösen und das einst von ihr bewohnte Anwesen zu verkaufen. Aber irgendetwas scheint nicht mit dem Dorf, den Bewohnern und dem verlassenen Haus der verstorbenen Witwe zu stimmen.

Bei seinen Recherchen nach dem Erbe der Verstorbenen wird er immer wieder von einer seltsamen, in schwarz gekleideten, Dame verfolgt.

Um weitere Informationen über das Herrenhaus und der verdächtigen schwarz gekleideten Frau zu erhalten, wendet er sich an die Bewohner des Dorfes. Aber dort stößt er mit seinen Nachforschungen auf Unverständnis, denn im Dorf geht das Gerücht umher, dass der rachsüchtige Geist der „Frau in Schwarz“ sich die Kinder derer holt, denen er sich offensichtlich zuletzt gezeigt hat.

 

 

Jungschauspieler haben es heutzutage nicht leicht, vor allem gerade dann, wenn sie zuvor immense Erfolge mit überaus prägnanten Filmrolle feiern konnten.

Ob nun Macaulay Culkin in seiner Rolle als Lausbube „Kevin“, Henry Thomas als „Elliot“ im Spielberg Klassiker „E.T. – Der Außerirdische“, oder Linda Blair als vom Teufel besessenes Mädchen im Horrorfilm „Der Exorzist“, ihnen allen gelang es bis heute nicht an die weltweiten Erfolge von einst anzuknüpfen.

Auch Schauspieler „Daniel Radcliffe“ schrieb in der Rolle als Zauberlehrling „Harry Potter“ Filmgeschichte und seit seinem letzten und abschließenden „magischen“ Potter-Kino-Auftritt ist es erstaunlicherweise recht ruhig um das britische Nachwuchstalent geworden.

Dass Radcliff nun seine Rückkehr zurück auf die Leinwand mit einem altmodischen Horrorfilm feiert verblüfft ein wenig, erwartet man doch, gerade nach einem derart kindlich orientieren Effektspektakel wie „Harry Potter“, keinen ernsthaften und ruhig erzählten Gruselfilm für Erwachsene.

Aber indirekt freut es trotzdem, dass sich Radcliff mit „The Woman in Black“ für einen ernsteren und erwachseneren Leinwandauftritt entschieden hat und demnach nun versucht sein Zauberer- und Heldenimage abzustreifen.

Sicherlich ist dieser Wandel wichtig gewesen und sicherlich dürfte es auch nach „The Woman in Black“ enorm viel Arbeit für Radcliff bedeuten, sich als ernstzunehmenden Schauspieler in der Filmwelt zu etablieren, ohne im Schatten seines bisherigen Erfolges als Hogwarts Zauberlehrling unterzugehen.

Sein aktueller Film „Die Frau in Schwarz“ legt zumindest schon einmal einen soliden Grundstein für das Leben nach „Harry Potter“, und anhand der weltweit positiv zu bewertenden Kinoeinspielergebnisse seines aktuellen Genrebeitrages „The Woman in Black“ dürfte sich Daniel Redcliff in seinem Vorhaben wohlmöglich bestätigt fühlen.

Vergleicht man Radcliffs aktuelles schauspielerisches Auftreten mit denen der nunmehr acht Harry Potter Streifen so fällt direkt auf, dass Radcliff ausreichend dazugelernt hat.

Sein Schauspiel erweist sich als souveräner und ernsthafter, hätte aber intensiver und ausdrucksstärker sein können. Das macht aber nichts, da definitiv die superbe und stark gotisch angehauchte Grundstimmung des Filmgeschehens im Mittelpunkt steht und die ist, gelinde gesagt, aller erste Sahne.

Liebhaber für reißerische und effektüberladene Horrorfilme sind hier eindeutig fehl am Platz, handelt es sich bei „The Woman in Black“ um einen atmosphärisch dichten Gruselfilm, der vordergründig von seiner tollen Kulisse und den vielen kleinen liebevollen Details lebt.

Die liebevolle Aufbereitung des Films scheint nicht von ungefähr zu kommen, versucht das neu gegründete Produktionslabel „Hammer Film“ mit seinen aktuellen Produktion an die einstigen Erfolge der großen „Hammer-Studios“ anknüpfen, die in den 50er und 60er Jahren das europäische Horrorkino maßgeblich mitprägten. In den 70ern erlosch der Erfolg der „Hammer-Filme“ und das Studio verschwand in der Versenkung. Nun fast 30 Jahre später, versucht der niederländische  Produzent John de Mol dem Namen „Hammer“ neues Leben einzuhauchen. Unter dem „Hammer-Banner“ produzierte das neu gegründete Studio bereits das, nur mäßig erfolgreiche Remake des schwedischen Horrordramas „So finster die Nacht“, konnte sich aber bisher auf dem internationalen Markt noch nicht wirklich etablieren.

Mit „The Woman in Black“ dürfte sich der bisher bescheidene Erfolg des Labels schlagartig ändern, denn die mollig gruseligen, düsteren und grotesken Bilder des aktuellen Geisterfilmes brennen sich wohlmöglich in die Köpfe aller Horrorfilmliebhaber.

Schon allein die Idee, dass das (very british entworfene) Herrenhaus nur tagsüber bei Ebbe zu erreichen ist (der Wohnsitz der Verstorbenen befindet sich auf einer kleinen Insel) sorgt definitiv schon bei der „Erstbesichtigung“ für ausreichend Gänsehaut, dass man als Zuschauer nur gespannt darauf sein kann, was sich die Filmemacher im Verlauf der weiteren Handlung noch so haben alles einfallen lassen. Der dichte Nebel, die trostlosen Farben und eine handvoll Schreckmomente vervollständigen den positiven Gesamteindruck.

Die überaus virtuose Bildsprache von „The Woman in Black“ erinnert in ihrer Darstellung sehr der, des Tim Burton Klassikers „Sleepy Hollow“, kommt aber erfreulicherweise weniger märchenlastiger daher.

Leider schwächelt der Film, trotz großartiger Bildkompositionen, zumindest auf dramaturgischer Ebene ein wenig. „Die Frau in schwarz“ scheint in der ersten Filmhälfte ein wenig vor sich herzuträumen und der Film verliert hin und wieder gehörig an Fahrt.

Gerade zum Ende hin, erwartet der Filmfan bei derart kreativen Machwerk eigentlich ein deftiges und, vor allem, laut-tobendes Finale.

Leider kann der Film hierbei, trotz makabrem Schlussgag, nicht wirklich überzeugen.

Trotz plausibler Auflösung hält sich der Film in seiner Darstellung von Schreck- und Spezialeffekten sehr züchtig zurückhaltend, was einwenig altbacken wirkt, aber scheinbar als herzliche Hommage an die alten „Hammer-Filme“ gelten soll.

Mit „The Woman in Black“ macht das Horrorfilmgenre zumindest eine positive Kehrtwende.

Nach reißerischen und überaus brutalen Horrorschockern, die vorwiegend mit der Holzhammertaktik überzeugen wollen, versucht Regisseur James Watkins („Eden Lake“) zurück zu den Wurzeln des Horrorfilmgenres zu finden.

Optisch ist es ihm definitiv glaubhaft gelungen.

Die hervorragenden düster-gotischen Bildkompositionen lassen die minimalen Schwächen in Dramaturgie und Story schnell vergessen.

Hoffen wir, dass die Rückkehr zum atmosphärisch dichten und optisch phantasievollen verpackten Horrorfilm Schule macht, „The Woman in Black“ legt, zumindest hierbei, die Meßlatte weit nach oben.

 

 

 

Fazit           Bildsprache: 10/10               -          der Rest: 6/10

 

Liebhaber atmosphärisch dichten Gruselvergnügens kommen hier vollends auf ihre Kosten.

The Woman in Black“ bietet liebvoll-schauderhaftes Retro-Gruselfeeling, dass hoffentlich demnächst Schule machen wird – Super!

 

FSK-Prognose:  Es gibt keinen Bluteffekt im Film. Gewalt wird vorwiegend eher angedeutet, als explizit gefeiert. Da es aber auch eine kurze Verbrennungsszene im Film zu sehen gibt, dürfte eine gerecht Altersfreigabe mit FSK16 wahrscheinlich sein.

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “Playback” (2012)

 

Vor genau 15 Jahren brachte „Harlan“, ein kamerafanatischer Teenager, die gesamte eigene Familie kaltblütig um die Ecke, wobei er die Taten akribisch auf Videotape protokollierte. Sein letztes vermeintliches Opfer, ein nur wenige Monate alter Säugling, entgeht nur knapp dem Terror und wird von Polizeibeamten in letzter Minute gerettet. „Harlan“ selbst stirbt im Kugelhagel der Polizei.

15 Jahre später, die Geschehnisse von damals scheinen schon längst vergessen, werden einige Teenager auf den ungelösten Fall aufmerksam.

Als sie von der tatsächlichen Existenz der Filmbänder erfahren, entfacht unter den Freunden der Erkundungsdrang und sie beginnen in den Archiven der Polizeiwache zu stöbern.

Quinn, der Einzelgänger der Clique, findet letztendlich das Band mit dem versuchten Mord an jenem Baby. Bei der Sichtung des Materials scheint eine unheimliche Macht sich seines Körpers zu bemächtigen. Willenlos und besessen von einer unbekannten Präsenz setzt Quinn das grausame Morden von damals fort.

 

 

Schauspieler Christian Slater scheint auch schon bessere Tage erlebt zu haben.

Dem Mädchenschwarm von damals, stand in den 80ern eine große Schauspielkarriere bevor.

Nach Kassenhits wie „Der Name der Rose“ und „Robin Hood – König der Diebe“ wurde es jedoch in den letzten Jahren recht still um den charismatischen Schauspieler.

Anstatt filmische Erfolge zu feiern, machte er vorwiegend durch Skandale und Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam. Wohl ein Grund dessen, warum diverse seiner letzten Projekte kläglich floppten und Slater ausschließlich in drittklassigen Heimkinofortsetzungen bekannter Genrefilme zu sehen war.

Nun, einige schlechte DVD-Produktionen später versucht er auf den unkonventionellen Weg erneut Fuß zu fassen und an damalige Erfolgen anzuknüpfen.

Mit etwas Glück und gutem Willen könnte er es vermutlich sogar halbwegs schaffen, zumindest etwas Aufmerksamkeit auf einschlägigen Genre-Filmfestivals zu erhaschen, denn „Playback“ ist eigentlich gar nicht so dumm, wie es die recht triviale Story vorerst vermuten lässt.

Der Hintergrund über die Veröffentlichungspolitik des Thrillers ist dabei als recht interessant zu betiteln. Denn das eigenfinanzierte Independentfilmchen fand nach Fertigstellung einen mutigen Publisher, der eine völlig neuartige, aber auch riskante, Veröffentlichungstaktik verfolgt. Bevor der Film im März diesen Jahres in die amerikanischen Lichtspielhäuser anlaufen wird, nimmt der amerikanische Vertrieb „Magnolia Pictures“ einen Umweg in Kauf und bietet „Playback“ potenziellen Interessenten vorab in einschlägigen Video-on-Demand Netzwerken zum legalen Download an. Ein zwar riskantes Unterfangen, bedenkt man wie schnell demnach Raubkopien im Internet die Runde machen dürften, aber eine brauchbare und willkommene Alternative für all diejenigen, die nicht erst auf einen Heimkinoauswertung warten möchten, die bekanntermaßen erst sechs Monate nach Kinoauswertung erfolgt.

Doch was hat der interessierten Horrorfan denn nun eigentlich vom Mysterythriller „Playback“ zu erwarten? Sagen wir so, keine innovative filmische Offenbarung.

Vielmehr 90 Minuten kurzweilige und erstaunlich straff inszenierte Unterhaltung, ohne Ecken und Kanten.

Dabei ist es schon recht erstaunlich was da Regieneuling, Michael A.Nickles, der einigen Serienfans als Darsteller in diversen drittklassigen Fernsehserien bekannt sein dürfte, mit dieser aktuellen Genreproduktion auf die Beine gestellt hat. Sein aktueller Spielfilm schaut alles andere als „Independent“ aus und die glatt polierte düstere Hochglanzoptik kommt dem Film und vor allem der recht unterschwellig bösen Aura der Geschehnisse definitiv zugute.

Im Vergleich zu Nickles bisherigen laienhaften Ausflügen in die Welt der Regisseure und Drehbuchautoren, ist „Playback“ sogar halbwegs goutierbar, unterhaltsam und spannend.

Dabei ist unverkennbar, dass sich Nickles beim eigens geschriebenen Drehbuch bei unzähligen asiatischen Horrorfilmen der letzten 10 Jahre ausreichend inspirieren lassen hat.

Denn „Playback“ gestaltet sich in der Umsetzung als ein recht gut funktionierender Flick-Flack aus Klassikern, wie „Pulse“, „Ring“ und „Videodrome“.

Hierbei sei wieder positiv hervorzuheben, dass manchmal dreist geklaut, besser sein kann, als neu erfunden, wenn man es zumindest schafft neue und frische Ideen mit altbekannten Zutaten und Regeln schmackhaft zu kombinieren.

Gewalttechnisch wird natürlich auch einiges geboten, wobei sich die Darstellung der gebotenen Grausamkeiten dennoch sehr in Grenzen hält.

Die wenigen „Kills“ sind zwar kurz und prägnant, dürften aber bei einigen zartbesaiteten Filmfans, aufgrund ihrer kaltschnäuzigen Kompromisslosigkeit, für unangenehme Magenschmerzen sorgen. Gerade Slater´s unschönes Ableben kommt schroff und unerwartet daher und wirkt aber aufgrund des arg grotesk dargestellten Kontextes und der auswegslosen Situation seines Charakters doppelt so hart.

 

 

 

6,5/10 Punkte

 

Zwar vollkommen groteske und unglaubwürdige Rahmenhandlung, aber dennoch recht ordentlicher Teenie-Horrorspaß für Zwischendurch.

Es ist wohlmöglich an der Zeit, Nickles bisheriges filmisches Schaffen aus dem Gedächtnis zu streichen und seinen aktuellen Horrorfilm “Playback” als Neustart zu betrachten.

Playback” besitzt eine gut durchdachte und zügig erzählte Geschichte. In Kombo mit einer handvoll Gewaltakte und einigen netten Spezialeffekten gestaltet sich dieser kleine Independent-Neuzugang als recht sehbare und und vor allem gut verdaubare Genreunterhaltung.

 

FSK-Prognose: problemlos ungeschnitten mit “Keine Jugendfreigabe” – Kennzeichnung / Deutschlandstart: bisher ungewiss

 

Hellraiser80


Filmreview: “Jack the Reaper – Jahrmarkt des Grauens” (2011)

 

Ein Schulausflug der etwas anderen Art:

Um sich die nötige Mindestanzahl an Punkten zu verdienen, nehmen einige Schüler, an einem außerschulischen Exkurs in ein Eisenbahnmuseum teil.

Auf dem Rückweg verunglückt der Schulbus unglücklich mitten in der Pampa und die Schüler realisieren nach dem ersten Schock, dass sie scheinbar allein gelassen wurden.

Weit und breit ist weder der begleitende Lehrer noch der Busfahrer zu sehen und fernab des Busses entdecken die Jugendlichen einen vermeintlich belebten Jahrmarkt.

Nach anfänglicher Skepsis verlassen einige Schüler den Bus und erhoffen die rettende Hilfe auf dem Jahrmarkt.

Trotz bunter Lichterflut findet die missmutige Truppe weder Gäste noch Jahrmarktangestellte vor. Doch leider scheinen sie nicht so allein, wie anfänglich vermutet. Denn irgendetwas scheint die Schüler aus dem Dunkel der Nacht heraus zu beobachten.

 

 

Und da ist er wieder „Candyman“- Darsteller Tony Todd, der sich scheinbar den Posten des cineastischen Vermittlers zwischen Leben und Tod gesichert und vermutlich darin die Rolle seines Lebens gefunden hat.

Ebenso wie in diversen „Final Destination“ – Teilen warnt er auch in „Jack the Reaper“, getarnt als Museumsführer, vor dem bevorstehenden unschönen Ableben der ahnungslosen Protagonisten.

Natürlich scheinen, die extrem oberflächlich skizzierten Charaktere, nicht so wirklich den Sinn seiner weisen Worte zu verstehen, denn hätten sie neben „The Hills have Eyes“ (die „Scream“-reske Anspielung auf aktuelle Horrorfilme im Film ist unverkennbar) auch die „Final Destination“- Filmreihe gesichtet, würden sie wahrscheinlich bereits zu Beginn erahnen können, was ihnen im Laufe ihres Filmes bevorstehen wird.

Der geübte Filmfreund zumindest, dürfte schon nach 10 Minuten Filmlaufzeit wissen, was den skurril agierenden Pappnasen blühen dürfte.

Denn von der wahrlich vernünftigen Sorte, scheint keiner der zig Charaktere zu sein, denn ihr Handeln gestaltet sich, wie hätte es auch anders sein können, als ordentlich dumm und unvernünftig.

Demnach wird natürlich das gesamter Register genreüblicher Klischees abgehandelt und wohl bekömmlich, einfach verständlich, sowie splatter- und blutfrei auf TV-Soap-Niveau geblasen.

Vom fetten Widerling, der perdu aufgrund seiner Körperproportionen gemobbt wird, über den arroganten Football-Schönling, der alles und jeden flachlegt bis hin zum Quotenschwarzen, der ab und an sinnfreies Pseudomoral-Gefasel zum Besten trällert, dürften dem Film vermutlich jedes stereotype Klischee, der letzten 30 Jahre Horrorfilmgeschichte, zu Grunde liegen.

Dabei entpuppt sich das recht dürftig und oberflächlich ausgearbeitete Drehbuch als absolute Spaßbremse.

Denn sieht man einmal von der 10minütigen Filmeinleitung ab, die jeden Charakter oberflächlich skizziert und diverse Konflikte zwischen den Charakteren untereinander grob beschreibt, bleibt letztendlich eigentlich nur noch das kurze 10minütige Finale über, dass überhaupt wesentlich wichtig ist für Geschichte.

Dazwischen geschlagene 60 Minuten nervig sinnfreies Gequassel und Gepose der unzähligen Holzköpfe, die sich gehörig Zeit damit lassen, die diversen Attraktionen des Jahrmarktes zu erkunden. Ist zwar schön und gut, aber für den Filmfan unbrauchbar und quälend langweilig, zumal das munteres Treiben aufgrund chronischer Bluarmut nicht einmal auf dieser Ebene überzeugen kann.

Natürlich sei auch an dieser Stelle zu erwähnen, dass man die Logik des Handelns, der diversen Exkursteilnehmer nicht hinterfragen sollte. Anstatt in einer seltsamen Situation, wie sie dem Film zu Grunde liegt, misstrauisch beäugend alles zu hinterfragen, lassen die Jugendlichen erst einmal ordentlich die Sau heraus.

Gut nur, dass im Verlauf der Handlung titelgebender „Jack the Reaper“ zur außergerichtlichen Verurteilung lospilgert um den Schülern gehörig die Leviten zu lesen, denn derart nervige Kinder, wie in diesem Horrorfilm, müssen einfach bestraft werden.

Dabei dürfte der Killer „Jack“ der einzig nennenswerte Grund sein, warum man sich diesen unzureichend unterhaltsamen Film überhaupt anschauen sollte.

Jacks“ Make-up Design gestaltet sich, mit seinen nichtvorhandenen Augäpfeln und dem diabolischen Grinsen, als recht sehenswert und „really creepy“.

Leider darf der Killer nur unzureichend in Erscheinung treten und seine „Bestrafen“ kommt bedauerlicherweise recht züchtig und vor allem nervend jugendfrei daher.

Etwaige Hintergründe über seine Person bleiben ungeklärt, wohlmöglich um zumindest noch halbwegs goutierbaren Horrorstoff für eine mögliche Fortsetzung zu besitzen.

 

 

 

Fazit 5/10

 

Durchschnittlicher Horrorfilm auf TV-Niveau, der zwar einen recht freakigen Filmkiller parat hält, aber aufgrund der absolut dummen Inszenierung und vor allem des enttäuschend geringen Blutzolls dem geübten Horrorfan, trotz „Tony Todd“ – Kurzauftritt,  kaum zufriedenstellende Unterhaltung bieten dürfte.

 

FSK-Fassung ist mit FSK 16 ungeschnitten.

Es gibt noch eine DVD/Blu-ray, die eine „Keine Jugendfreigabe“ – Kennzeichnung besitzt. Dort bezieht sich die Freigabe vorwiegend auf das Bonusmaterial der Scheibe, nicht aber auf den Hauptfilm, denn der ist uncut frei FSK16.

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “The Amityville Haunting” (2011)

 

Trotz  grausamer Vorgeschichte, bezieht Familie Benson das unheimliche „Amityville“ – Spukhaus, indem Jahrzehnte zuvor ein blutiges Familienmassaker stattfand.

Nach anfänglichen und unerklärbaren Phänomenen freundet sich die 6jährige Tochter Melanie mit einem imaginären Freund namens „John“ an, der ihr erzählt, dass er seit sehr langer Zeit in dem alten unheimlichen Haus leben würde. Doch niemand will dem kleinen Mädchen so recht Glauben schenken. Als der Vater, nach diversen seltsamen Vorfällen besorgt um das Wohl seiner Kinder ist, lässt er überall im Haus Überwachungskameras installieren und muss aufgrund der Videoaufzeichnungen erschreckend feststellen, dass die Familie scheinbar doch nicht ganz so allein im Haus ist, wie zu Beginn gedacht.

 

 

Nachdem das Found Footage – Genre nun mit dem Kassenschlager „Paranormal Activity“ weltweit richtig bekannt wurde und bei Filmfans aus aller Welt für gehörig Nervenkitzel sorgte, scheinen sich nun auch diverse Horror-Klassiker dieser recht günstig produzierten Filmmethode zu bedienen.

Der Horrorthriller „The Amityville Horror“ aus dem Jahre 1979 zog bisher unzählige Fortsetzungen nach sich und wittert scheinbar nun mit dem günstig heruntergekurbelten „The Amityville Haunting“ (2011) eine weitere lukrative Einnahmequelle, im Zuge der Kino- und Heimkinoauswertung von „Paranormal Acitivity 3“ .

Alle Heimkino-Zuschauer aus Übersee (eine deutsche Auswertung ist derzeit nicht in Sicht) dürfen seit Januar 2012 erneut auf Geisterjagd, in das vermutlich bösartigste Spukhaus der Filmgeschichte, gehen.

Handwerklich schaut es dabei ganz solide aus, insofern man schwindelfrei genug ist, dass planlose Umhergewackel der Digicam ertragen zu können. Denn wie in unzähligen anderen derartigen Werken zuvor, sieht man das Geschehen vordergründig aus der Perspektive von Home- und Überwachungskameras. Regisseur Geoff Meed scheint dabei seine Hausarbeiten ganz gründlich abgearbeitet zu haben, denn diverse Schockelemente und Kamerawinkel wurden dreist aus dem „Paranormal Activity“ -Universum stibitzt und schauen eher nach einem 4. Teil des beliebten Franchise aus, anstatt nach einem eigenständigen „Amityville“ – Film.

Von Türen, die sich wie von Zauberhand allein schließen und öffnen, bis hin zu Kindern, die mit ihren imaginären „echten“ Freunden quasseln werden alle erdenklich bekannten Spukhausklischees abgeharkt und bis zum Erbrechen wiederholt.

Gerade weil „The Amityville Haunting“ nichts eigenständiges und neues zeigt und sich die Geschehnisse im Gruselhaus recht hölzern und absolut unspektakulär gestalten, macht sich ganz flink Langeweile beim Zuschauen breit.

Die technische Komponente, des Kamerabild-Totalausfalls beim bevorstehenden Erscheinen der bösartigen Präsenz im Haus, ist zwar nach den ersten beiden Malen ganz witzig und effektiv, geht einem aber nach der gefühlten zehnten Wiederholung gehörig auf die Sense. Scheinbar wollte man damit die vermeintlich nicht vorhandene Spannung und die ungruselige Spukatmosphäre steigern, sowie immense Logiklöcher der Geschichte kaschieren.

An Logik happert es bei dem neuesten „Amityville“ -Ableger nämlich gehörig. Von wirklicher Gruselstimmung ist kaum eine Spur.

Die Stumpfsinnigkeit der Protagonisten ist in „The Amityville Haunting“ besonders hervorstechend und kaum zu ertragen.

Zwar sind die Schauspielerischen Leistungen von Mutter und Vater ganz brauchbar, aber die Beweggründe ihres Handelns für normaldenkende Zuschauer in keinster Weise nachvollziehbar.

Dabei fragt sich der kluge Zuschauer, was denn die Familie überhaupt noch in ihrem gruseligen Heim hält, wenn sie einerseits bereits die Vorgeschichte ihrer neuen Zuflucht kennen und andererseits innerhalb von nur wenigen Tagen nach Einzug, drei unschuldige Menschen im Haus ihr Leben lassen mussten.

Sohnemann und Digicam-Führer  Tyler ist dabei von wahrlich unglaublich dummer Sorte. Nicht nur, dass sein Agieren vor der Kamera richtig mies und unprofessionell ins Gewicht fällt, sein Hang zum logischen Denken ist mit dem Bezug seines neuen Zimmers im berüchtigten „Amityville“-Haus wohlmöglich auch flöten gegangen.

So frag ich mich, als aufmerksamer Zuschauer, warum der Sohnemann nach diversen mysteriösen Gegebenheiten, die er eigenhändig gefilmt hat, sich nicht einmal die Zeit nimmt und sich sein eigenhändig gefilmtes Videotape anschaut.

Denn hätte er frühzeitig sein Filmmaterial nach Merkwürdigkeiten durchforstet, dann wäre das Ende, zumindest für den Zuschauer, nicht so derart vorhersehbar ausgefallen.

Spukhausfreunde, die sich bisher noch nicht mit den ganz großen Filmen des „Haunted House“ – Genre beschäftigt haben dürften bei diesem überflüssigen Horrorschnellschuss sicherlich dezent unterhalten werden. Aber auch Horrorfilmneulinge und alle Fans der „Paranormal Activity“- Serie finden garantiert Gefallen am aktuellen Kurztrip in das sagenumwogene Spukhaus.

Alte Filmhasen wiederum, wie ich es einer bin, dürften jedoch für derart lieblos erzählten Einheitsbrei nicht einmal annähernd ein müdes Lächeln finden. Ich empfehle lieber noch einmal den Original „Amityville“ und die diversen anderen  sehenswerten Spukhausfilme zu sichten und zu hoffen, dass uns mit „The Amityville Horror – The lost Tapes“, der demnächst im Kino anlaufen soll, ein sehenswerter und vor allem tatsächlich gruseliger Horrorstreifen erwartet wird.

 

 

Fazit 4/10 Punkte

 

Was sich da wie ein weiterer Teil der beliebten „Amityville“-Serie aufzuzwängen versucht, ist in der Umsetzung weniger „Amityville“ als vielmehr „Paranormal Activity“.

Ein unzureichend Gruseliges Sequel, dass mit Sicherheit mehr Potenzial nach oben gehabt hätte. Altbekannte Geschichte und geklaute Schockeffekte machen noch lange keinen guten Spukhausfilm. Öde!!!!

(FSK – Prognose: vorausichtlich FSK16 – ungeschnitten)

 

Hellraiser80


Filmreview: “Paranormal Activity 3″ (2011)

 

 

„Paranormal Activity 3“ erzählt die Vorgeschichte zu Teil eins.

Die beiden Schwestern Kristi und Katie leben zusammen mit ihrer Mutter und deren neuen Lebenspartner Dennis in einem hübschen Haus am Rande der Stadt. Doch der vermeintliche Familienfrieden wird rapide gestört, als die jüngere der beiden Schwestern mit einem scheinbar imaginären Freund beginnt zu sprechen. Nachdem Dennis überall im Haus Kameras aufgestellt hat und die Videobänder auswerten möchte, kann er nicht glauben, was er auf den Bändern zu sehen scheint.

 

 

2007 als Überraschungserfolg gefeiert mauserte sich „Paranormal Activity“ flink zu einem der erfolgreichsten (Independent)Horrorfilme weltweit.

Dabei war natürlich von vornherein klar, dass mit dem Erfolg auch diverse unnötige Fortsetzungen und ähnlich gestrickte Billigfilm-Ware ihren Weg in die Videotheken und auf die große Kinoleinwand finden sollten.

Da „Pararanormal Activity“ auch knapp fünf Jahre seit Erscheinen des ersten Teils immer noch in aller Munde ist und für den Vertrieb „Paramount Pictures“ nach wie vor ein relativ lukratives Unterfangen darstellt (vergleicht man die unverschämt – minimalen Produktionskosten mit dem weltweit erstaunlich hohen Einspielergebnissen) lief im letzten Jahr ein dritter Teil in den Lichtspielhäusern, der nun in den kommenden Wochen auch auf Blu-ray und DVD ausgewertet werden soll.

Angeblich soll trotz Abschluss der „Paranormal Activity“-Serie mit dem aktuell dritten Teil eine weitere Fortsetzung Ende 2012 im Kino anlaufen. Ob das jedoch vernünftig ist, bleibt abzuwarten.

 

Eigentlich hat das „Found Footage“-Genre (also angeblich echtes „gefundene Filmmaterial“, dass letztendlich pseudodokumentarisch ausgewertet wird) bereits schon fast ein halbes Jahrhundert auf den Buckel. „Paranormal Activity“ ist nur ein kleiner Vertreter dieser Gattung und erfindet das Genre mit Sicherheit nicht neu, baut es jedoch weiter aus – mit Erfolg wie man an den weltweiten Einspielergebnissen erkennen kann.

Bekannt wurde das „Found Footage“-Genre bereits Ende der 70er Jahre mit dem Exploitation-Reißer „Cannibal Holocaust“ (in Deutschland bundesweit beschlagnahmt) , wo es aufgrund recht kruder Mensch- und Tiertötungsszenen für enorm Aufsehen unter Filmfans und Zensurbehörden auf dem gesamten Globus sorgte. Nach einigen ähnlich gestrickten Werken (vorwiegend von der italienischen Film-Fliesbandschmiede zu Beginn der 80er Jahre produziert), die sich allesamt vordergründig mit makaber-blutigen Tötungsszenen übertrumpfen schienen erlosch letztendlich das allgemeine Interesse an derart Produktionen bei den Filmfans in aller Welt.

Erst im Jahre 1998 entdeckten experimentierfreudige Filmemachen mit „The Blair Witch Projekt“ das Genre der „Found Footage“-Fake Dokumentation erneut für sich und sorgten für eine ganze Welle ähnlich produzierter Werke.

Ob nun Zombies („Rec“), Aliens („Apollo 18“) oder Mutanten („The Tunnel“) kaum ein Subgenre des Horrorfilms existiert, dass in letzter Zeit nicht mit einem „Found Footage“ – Werk beschenkt wurde.

 

Leider muss ich gestehen, dass mich die „Paranormal Activity“ – Reihe bisher nicht wirklich vom Hocker reißen konnte. Für mich, als bewanderter Horrorfilmfan, der eigentlich schon so fast alles gesehen hat, was das Arsenal an phantastischer Produktionen so hergibt, ist der immense Erfolg der Trilogie bisher nicht wirklich nachvollziehbar. Gut, Geister und deren Ursprung sind immer noch Stoff aus dem man filmisch ordentlich was bei herausholen kann, bedenkt man was den Filmproduzenten heute für technische Möglichkeiten zur cineastischen Realisierung ihrer Genreproduktionen zur Verfügung stehen.

Das Geisterhorror immer noch richtig unheimlich fesseln kann und das eigentlich nur eine schlichte Grundidee von Nöten ist, auf der das Grauen dann visuell extravagant aufgebaut werden kann zeigen nach wie vor der Klassiker „Poltergeist“ (1982), „The Others“ (2001) und der Gruselthriller „White Noise“ (2005).

Die Idee hinter „Paranormal Acitvity“ ist simpel, wenn auch genial, aber der Reiz nach Sichtung des ersten Teils bereits verflogen.

Die beiden Fortsetzungen sind so unwichtig und unnötig, wie ein Sandkasten in der Sahara, wobei aktuell Teil 3 mit seinem abschließend überraschenden Plotttwist versucht einen, zwar logischen Erklärungsversuch für die Geschehnisse der Trilogie zu liefern, aber aufgrund seiner vollkommenen Bedeutungslosigkeit in der Masse an unendlich ähnlich gestrickten Werken untergeht.

Gut, der Schlussgag von „Paranormal Activity 3“  ist ganz nett, hätte aber auch im original „Paranormal Activity“ eingeflochten werden können, die handvoll lustiger Spezialeffekte ganz brauchbar.

Aber das ganz große Problem, was ich bei der Sichtung von „Paranormal Activity 3“ hatte: es passiert  NICHTS, was man nicht schon in den beiden Teilen zuvor beobachten hätte können.

Türen schlagen zu, Küchengegenstände fallen von der Decke, unheimliche Geräusche sind zu hören, ein Kind spricht mit einer „imaginären“ Präsenz.

Man, Leute ist das öde.

Dabei dürfte jedem Filmfan klar sein, dass da hätte so viel mehr bei umsetzbar gewesen wäre, wenn man nur möchte. Mit derart klischeebeladenen Spukeffekten, lockt man heutzutage keine Katze mehr vom Ofen hervor.

 

Im übrigen sind unzählige Schockeffekte schon als solche zu erkennen, noch bevor sie überhaupt in Erscheinung treten sollen, wenn man nur immer fein brav auf den bassorientierten unterschwelligen Grundton achtet. Immer wenn dieses Brummen in den Vordergrund rückt, ist auch gleich ein weiterer Schockeffekt zu begutachten. Dieser unnötig plakativ eingesetzter Effekt wäre vermutlich noch halbwegs zu verschmerzen gewesen, würde der wohldosierte Erschreckmoment zumindest mit der Erwartungshaltung des Zuschauers spielen. Aber nein, die Kamera schwingt nach links, die Kamera schwenkt nach recht, die Kamera schwenkt wieder nach rechts und gleich, Achtung, da steht etwas …. gähn

Paranormal Activity 3“ ist Quark, richtiger Quark.

Horror „light“ für extrem empfindsame Gemüter und Horror für all die, die soeben halbwegs aus dem Milchzahnalter entwachsen sind.

Wo der erste Teil noch zumindest für ein oder zwei Gruselmomente sorgte, ist die aktuelle Fortsetzung einfach nur langweilig. Die handvoll hochwertiger Spezialeffekte machen „Paranormal Activity 3“ auch nicht besser.

Hoffen wir mal, dass die Serie mit dem dritten und abschließenden Teil wirklich seinen wohlverdienten Frieden finden wird und sich die Gerüchte um ein weiteres Sequel nicht bewahrheiten.

 

Klappe zu und Ende (hoffentlich) !!!

 

 

Fazit 5/10 Punkte

 

Eine weitere Fortsetzung, die man sich getrost schenken kann.

Paranormal Activity 1 und 2“ noch einmal halbgar aufgewärmt.

Zwar mit einigen netten Spezialeffekten gespickt, aber im Grunde genommen ein ähnlicher unbrauchbarer Zeiträuber, wie so viele Fortsetzung anderer bekannter Horrorserien zuvor.

(Die deutsche Heimkinoauswertung mit der FSK16er-Freigabe ist ungeschnitten)

 

Hellraiser80

 


Filmreview: “A Haunting in Salem” (2011)

 

Was es nicht alles gibt.

Scheinbar geht es Billig-Produktions-Filmschmieden momentan so richtig gut, denn was uns an hirnlosem Bockmist im Jahre 2011 über die heimischen TV-Geräte geflimmert ist kann man schon kaum noch an einer Hand abzählen.

Ganz emsig bei seinem kreative Schaffen ist dabei das kleine Trash-Produktionlabel „The Asylum, dass bereits seit 1997 Filmjünger in aller Welt mit unfassbar schlechten Filmen beglückt. Dabei stand bisher vordergründig das Umsetzen billig realisierte Fortsetzungen kassenfüllender Hollywood-Erfolgsfilme auf dem Plan. Doch scheinbar waren eigens von „Asylum“ produzierte Billig-Fortsetzungen, wie „Titanic 2“ und Der Tag an dem die Welt stillstand 2“  so überaus erfolgreich, dass es sich „The Asylum“ aktuell sogar leisten kann, Ableger von kommenden Kinoblockbustern in die Videotheken zu schwemmen, noch bevor die eigentlichen Hitvorlagen überhaupt im Kino anlaufen (“Mega-Pranha”, “11-11-11″, “Paranormal Entity”).

Im Zugwasser erfolgreicher Kinohits wie „Insidious“, oder „Paranormal Activity“ war natürlich von vornherein klar, dass „The Asylum“ auch etwas ab haben mag von der aktuell so beliebten Poltergeist- und Spukhausgoldschmiede.

Mit „A Haunting in Salem“ präsentiert uns das kontroverse Label einen weiteren vollkommen unnötigen Ableger einiger erfolgreicher Spuk-Genrefilme, und setzt dabei plakativ auf den weltweit so beliebten 3D-Gimmik.

 

 

Wayne, der neue Sheriff von Salem, bezieht zusammen mit Frau und Kindern ein neues Haus im amerikanischen Kleinstädtchen Salem.

Leider hat es das Haus bisher nicht wirklich gut mit den vorherigen Bewohnern gemeint, denn diese kamen auf seltsamer Art und Weise in diesem Haus ums Leben.

Nachdem es sich die kleine Familie in ihrer neuen Behausung gemütlich gemacht hat, geht der Spuk-Budenzauber auch schon los…

 

 

Nach dem letztjährigen „The Haunting of Winchester House“ nun „Asylums“ eigene Quasi-Fortsetzung „A Haunting in Salem“, die nun um die Gunst der Horrorfilmfans buhlen möchte. Und natürlich kommt auch dieser Film so derart hanebüchen daher, wie bereits schon unzählige andere „Asylum“-Produktionen zuvor. Immerhin scheint das Label dazugelernt zu haben und macht zumindest auf technischer Ebene einen reiferen Eindruck. „A Haunting in Salem“ hat ganz ordentliche Ansätze. Das Setting des Films zeugt von einem erfahrenen Bühnenausstatter. Nur leider ist die Geschichte um besessene Spukhäuser so alt wie die Erfindung der Sanduhr und es will sich, trotz zur Schaustellung diverser Spukhaus-Klischees, einfach kein Spannung einstellen.

Einige der Storyzweige sind derart trivial skizziert, dass man irgendwie deren Sinn nicht verstehen möchte. So chattet die Tochter Alli unwissend mit einem Geist des Hauses, der sich zufälligerweise „Salem1692“ (*hust*)  nennt. Aber anstatt mit dem Mädchen Tacheles zu reden und ihr mitzuteilen, was er denn von Alli möchte, bockt der Geist scheinbar nur sinnfrei herum, und verschwindet, sobald Alli  ihm eindeutige Fragen stellt.

Ebenso unfreiwillig unklar, warum ein Rabe durch das geschlossene Dachbodenfenster fliegen muss. Nachdem die Familie das jämmerliche Tier verendet auf dem Speicher entdeckt und das Tier entsorgt hat, fragt sich der wissbegierige Zuschauer, worin denn eigentlich der Sinn dieser Szene besteht?!

Natürlich erwarten dem Spukhausfan diverse andere Haunted-House-Klischees. Von knarrenden Türen, über unheimliche Visionen, bis zu Gegenstände, die sich wie von Geisterhand verschieben sind alle wichtigen Spukelemente vertreten, die man so aber schon in unzählig vielen ähnlichen Horrorfilmen schon effektiver und vor allem besser gesehen hat.

Was bleibt ist ein überraschungsarmer Low Budget Horrorfilm, der zwar routiniert heruntergekurbelt wurde, aber dem irgendwie die Seele und vor allem eigenständige Ideen fehlen. Würde sich „The Asylum“ nur halbwegs einmal die Arbeit machen, einen zumindest halbwegs kreativen Drehbuchautoren zu engagieren, der an einem eigenständigen und innovativen Konzept bastelt, dann könnte man auch endlich einmal von diesem Billig-Schund-Label ernstzunehmende Horrorkost erwarten. Die technische Komponente der Produktionen gleicht sich  zumindest so langsam dem sehbaren Standart an.

 

 

Fazit 4/10 Punkte

 

Alles schon gefühlte eine Milliarden Male gesehen. Zwischen all den trivialen Spukhausklischees findet der Zuschauer kaum eine eigenständige und vor allem fesselnd erzählte Story. Warum der Film geschnitten werden musste um eine „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung zu erhalten, entzieht sich mir jeglicher Logik. Es gibt einige kurze Mordsequenzen, die aber weitestgehend auf das Ausschlachten explizite Schauwerte verzichten.

(Keine Jugendfreigabe-Version ist geschnitten!)

Hellraiser80


Filmreview: “Dream House” (2011)

 

SPOILERGEFAHR:

Wer sich die Überraschungsmomente nicht vorwegnehmen lassen möchte, sollte von dieser Review und dem (zu viel verratenden) Trailer Abstand nehmen!

 

Der Familienvater Will (gespielt von Daniel Craig) kündigt seinen Job in der Großstadt und zieht mit seiner Frau Libby (Rachel Weisz) und den beiden Töchtern in ein kleines idyllisches Landhaus weit entfernt von Hektik und Trubel.

Doch kaum häuslich eingerichtet. passieren auch schon erste mysteriöse Vorfalle: die Mädchen sehen eine schemenhafte Gestalt am Fenster stehen und unheimliche Fußabdrücke im Schnee sorgen für allgemeines Unbehagen. Hinzukommt, dass vor allem die Kinder seltsame Vorahnungen, über ihr eigenes Ableben und das der Mutter, entwickeln.

Will beginnt nach der Vorgeschichte des Hauses zu forschen, und entdeckt, dass der frühere Besitzer des Hauses im Wahn seine Familie erschossen haben muss.

 

 

Einen arg seltsamen Film, den uns Regisseur Jim Sharidan da serviert.

Rein technisch gibt es an „Dream House“ definitiv nichts auszusetzen.

Die schneebedeckte und richtig hübsch gefilmte Winterkulisse macht einen ersichtlich hochwertigen Eindruck und erinnert in seiner bedrückenden, aber dennoch idyllischen Atmosphäre sehr an die filmische Umsetzung des Stephen King Klassiker „The Shining“.

Der Wurm knausert jedoch weniger in der Art und Weise der Filmumsetzung, als vielmehr am Drehbuch, denn das ist vollkommen haarsträubend.

Vermutlich hat sich Drehbuchautor David Loucka zu intensiv mit den bisherigen cineastischen Beiträgen eines M. Night Shyamalan („The Sixth Sense“, “The Village“) beschäftigt, der sich in Hollywood mit seinen (nicht minder haarsträubenden) extravaganten Plottwists einen Namen gemacht hat.

Dream House“ setzt neue Maßstäbe in Sachen überraschenden Filmauflösungen, denn das aktuelle Werk des Regisseurs Sharidans versucht mit 2 (!) überraschenden Plottwist zu punkten. Eigentlich keine schlechte Idee, den Zuschauer auf falsche Fährten zu locken und ihn intelligent zu verblüffen, wären der Plottwist und die Überraschungseffekte von „Dream House“ nur halbwegs originell geraten.

Die erste Filmhälfte (die eine Geistergeschichte vermuten lässt) funktioniert prima. Die Story gewinnt an Fahrt, die Schauspieler agieren glaubwürdig, und die Geschichte klingt interessant, frisch und geheimnisvoll. Der „erste“ Plottwist sitzt perfekt und kommt völlig unerwartet. Im Grunde genommen hätte der Film jetzt enden „müssen“!

Drehbuchautor David Loucka macht aber den Fehler und spinnt die Geschichte weiter, was die restlichen 50 Minuten Filmlaufzeit unerträglich zäh und langweilig gestalten.

Da der Zuschauer mit dem Verkünden der überraschenden Filmwendung nun über die Hintergründe rund um das Haus und seine neuen Bewohner bescheid weiss, wirkt der Rest der Story überaus konstruiert, wohlmöglich um „Dream House“ auf Spielfilmlaufzeit dehnen zu können.

Aus dem anfänglichen Mystery-Grusler, wird ein lupenreines Selbstfindungs-Drama, das am Ende mit einem weiteren Überraschungseffekt aufwartet, der aber irgendwie in dieser Combo nicht so richtig zünden möchte, da man sich als Zuschauer, trotz charmanter Inszenierung und hochkarätiger Besetzung, irgendwie veräppelt fühlt.

Trotzdem, wer ein Faible für Mysteryfilme mit Überraschungseffekt besitzt, der dürfte zumindest an der ersten Filmhälfte von „Dream House“ Gefallen finden.

Für die kalten Wintertage bei Schneefall und heimeligen Kerzenschein eignet sich „Dream House“ dennoch ideal für ausgiebig seichtes Couch-Gruseln.

 

 

Fazit:

Erste Filmhälfte: 7,5/ 10 Punkte – Zweite Filmhälfte: 3,5/10 Punkte

 

Im neuen „Dream House“ ist wahrlich der Wurm drin.

Was anfänglich für molliges Schaudervergnügen sorgt, wird ab Filmmitte zum wirren und arg konstruiert wirkenden Genre-Mixcocktail.

 

(FSK Prognose: ungekürzt mit FSK 16)

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “Psalm 21″ (2010)

 

Nach dem unglücklichen und überraschenden Tod des geliebten Vaters, macht sich der Priester Henrik Horneus auf dem Weg in das fernab entlegende Dorf, indem er seine Kindheit verbrachte und in dem er scheinbar behütet aufgewachsen ist, um dort den mysteriösen Tod seines Vaters zu untersuchen. Kaum dort angekommen, wird er von schrecklichen Visionen gequält und von der eigenen düsteren Vergangenheit eingeholt.

 

 

Und wieder ein Film jener Gattung: „aussen hui – innen pfui“.

Mit fast 2 quälend langen Stunden versucht der aktuelle Schwedische Genrebeitrag um die Gunst der Horrorfilmfans zu buhlen. Leider hat es „Psalm 21“ nicht geschafft, mich überhaupt annähernd überzeugen zu können. Wer wieder einmal austesten mag, wie unendlich lang 2 Stunden sein können, dem sei diese Gruselmogelpackung wärmstens empfohlen.

Erwähnungswert an dieser Stelle wäre, dass „Psalm 21“ eigentlich weniger Horrorfilm, als vielmehr Drama ist, das vordergründig von verdrängten Kindheitserinnerungen  und der nun folgenden eigenen Vergangenheitsverarbeitung des Protagonisten Horneus erzählt.

Dabei beginnt dieser schwedische Okkult/Besessenheits- Selbstfindungstrip eigentlich recht vielversprechend und erinnert durch das hübsch getrickste Intro zusammen mit den wirklich sehr sehenswerten Spezialeffekten ein wenig an den Klassiker „Das Omen“.

Schade eigentlich, dass der Film letztendlich vollkommen andere Wege geht und mit seiner spannungsfreien Erzählweise und der total belanglosen Story eher das Schlafpensum der Zuschauer positiv fördert, anstatt spannungsgeladen und schockreich zu unterhalten.

Die steril-kühle Optik und die unnatürlich kontrastreichen Bilder des Filmes wären nur zu prädestiniert gewesen für einen makabren und bösartigen Horrortrip, und mich hat es enorm erstaunt, dass derart optisch hochwertig gefilmtes Filmmaterial aus europäischen Gefilden stammt. An seiner optischen Trostlosigkeit hat mich „Psalm 21“ sehr an das Schwedische Drama „Let the Right One in“ – „So finster die Nacht“ erinnert, dass ebenso mit minimaler Kulisse punktet und sich mehr auf das Zusammenspiel der Charaktere untereinander konzentriert.

Doch leider bleibt „Psalm 21“ weit hinter seinen anfänglichen Erwartungen zurück.

Durch das zu gemächliche Erzähltempo und der sehr trögen Erzählstruktur, die im Verlauf der Handlung immer wieder versucht mit gezielten (eigentlich recht effektiven) Schocks den Zuschauer aus dem Tiefschlaf zu locken, verwirrt die Geschichte mit seinen seltsamen Charakteren und deren unklaren Aktionen gerade gegen Filmende hin enorm.

Und gerade aufgrund der unausgewogenen Identifikationsmöglichkeiten beim Zuschauers, kommt das recht konsequente Ende weniger überraschend, als sicherlich erhofft.

 

 

 

Fazit 4,5/10 Punkten

 

Kein reiner Horrorfilm. Vielmehr Selbstfindungsdrama mit minimalen Schockelementen. „Psalm 21“ verlangt enorm Geduld und viel Sitzfleisch und bietet aufgrund eines mangelnden Spannungsaufbaus und der extrem verwirrenden Erzählweise, unausgewogene Genre-Unterhaltung und gähnende Langeweile. Nur für Hardcore-Filmfans zu empfehlen.

 

Hellraiser80


Filmreview: “The Task” (2010)

 

Einige zufällige ,bei einem Preisausschreiben ausgeloste, Gewinner sind die Kandidaten einer neuen “Reality”-TV-Show.

Bei der Teilnahme an dieser neuen TV-Show winkt eine fettes Preisgeld in Höhe von einigen tausend Dollar.

Die einzige Aufgabe, um an das heißbegehrte Preisgeld zu gelangen, besteht darin eine Nacht in einem verlassenen Gefängnis zu verbringen und diverse unspektakuläre Aufgaben abzuhandeln, in der einige Jahrzehnte zuvor, ein geisteskranker gefängnisaufseher makabere Experimente an den Insassen ausgeführt haben soll.

Dumm nur, dass die psychopatische Seele des Wärters immer noch durch das alte Gemäuer spukt.

 

 

Und hier nun der nächste Beitrag aus der, unter Fankreisen recht populären und beliebten, After-Dark-Filmfest Reihe.

Nachdem Senator bereits zuletzt die aktuellen Beiträge „Prowl“, „Fertile Ground“, „Husk“ und „Seconds Apart“ für den hiesigen Heimkinomarkt ausgewertet hat, folgt nun mit „The Task“ eine weitere Genreproduktion aus der After-Dark-Horrorschmiede.

Mit „The Task“ dürften vor allen Slasher- und Spukhausfilmfans vollends auf ihre Kosten kommen, denn das verlassene Zuchthaus, in dem das Geschehen verlagert wurde, hält ein paar wirklich unheimliche paranormale „Überraschungen“ für die Protagonisten parat.

Dabei dürfte der Filmfreund sofort bemerken, dass „The Task“ sich nicht allzu ernst nimmt und die Charaktere alles anders als sympathisch skizziert wurden. Auch in diesem Film wurden die Leidtragenden „Scream-Queens“ und „Scream-Kings“ hervorragend oberflächlich durch die Klischeeschraube gewalzt. Die völlig übertrieben tuckige Darstellung des Homosexuellen und die hervorragend abgewrackte Verkörperung des Dauerkiffer-Girls haben fast schon einen liebenswerten und comicanmutenden Unterton und ähneln in ihrer extrem aufdringlichen schrulligen Inszenierung ein wenig an längst vergessene Zeichentrick-Helden a lá „Scooby Doo“.

Dennoch, bevor das muntere Treiben auf der heimischen Mattscheibe so richtig in Fahrt kommt vergehen geschlagene 45 Minute – 45 Minuten in denen der Filmfreund den wahrscheinlich ungruseligsten Geist der Filmgeschichte in einigen kurzen Spuksequenzen zu Gesicht bekommt. Bedenkt man, was dem Zuschauer und den Protagonisten an haarsträubenden Hintergrundinfos über das leerstehende Gefängnis vermittelt werden, grenzt die karismalose und lapidare Darstellung des Geisteraufsehers fast schon an einer Veräppelung an Zuschauer und den Filmcharakteren.

Doch bis der vermeintliche „böse“ Geist des Knastwärters in Aktion tritt, darf man den  Protagonisten bei ihren sinnfreien Aktionen beiwohnen, welche sie abhandeln müssen, um an das verlockende Preisgeld zu gelangen. Dabei dürfte dem Zuschauer, aufgrund der Banalität des Gezeigten, das ein oder andere schamhafte Grinsen nicht verwehrt bleiben.

Zumindest ist das Ende mit seinem doppelbödigen Storytwist recht witzig ausgefallen, sodass man getrost über erste Filmhälfte hinwegsehen darf. Denn nachdem der Geist des öfteren auf dem Bildschirm des Studioteams zu sehen ist, und das Kamerateam bemerkt, dass scheinbar doch so einiges nicht mit rechten Dingen in dem stillgelegten Knast zugange geht, kommt letztendlich auch „The Task“ mal langsam aus den Potten und unterhält mit (zwar wenig geistreichen) Wendungen und falschen Fährten. Dabei kommt der gierige Gorehound auch bei der ein oder anderen Splatterszene auf seine Kosten, welche aber dennoch immer im überschaubaren Rahmen bleiben und nicht ausufernd zelebriert dargestellt werden.

 

 

Fazit 5,5/10 Punkte

 

Auf keinen Fall der Beste „After Dark“-Film, aber auch nicht der Schlechteste. Aufgrund der augenzwinkernden Inszenierung schaut man gern über diverse inhaltliche Schwächen hinweg.

Der doppelte Schlusstwist überrascht, der Killergeist enttäuscht mit seiner fast schon ausdruckslosen und lapidaren Inszenierung.

 

Hellraiser80


Filmreview: “Tötet Katie Melone” (2009)

 

Die 3 Freunde Ginger, Jim und Dixie ersteigern auf einer Online-Plattform ein merkwürdiges und scheinbar antikes Kästlein indem laut Verkäufer ein wahrhaftiger Geist leben soll, der dem Besitzer des Kästchens jeden Wusch erfüllt.

Nachdem das Objekt der Begierde im Studentenwohnheim eingetroffen ist sind die 3 Freunde zuvor noch skeptisch, äußern dennoch bedenkenlos zwei Wünsche, die sich zu ihrem Erstaunen tatsächlich erfüllen.

Doch auch der Geist fordert seinen Zoll und tötet ab nun an jeden, der versucht die Clique auseinander zu treiben.

 

 

Vorerst, „Tötet Katie Malone“ ist im Grunde genommen kein schlechter Film.

Wer einen Faible für routinierte 08/15-Teenie Direct-to-DVD-Ware hat, dürfte hier bestens bedient werden.

Zwar stolpert die Grundidee dieses aktuellen DT-DVD-Werkes aufgrund eines total sinnfreien Plots immer wieder über die eigenen Füße (wer kommt denn auf derart unsinnige Idee einen Geist per Ebay zu verkaufen – und warum gibt es Idioten, die so was dann ersteigern??) schafft es aber dennoch kurzweilig zu unterhalten – Glotze an, Hirn aus.

Die Storyschreiberlinge von „Kill Katie Melone“ (so im Original) haben dabei bei diversen Genreklassikern dreist stibitzt und sie altersgerecht, für das vor allem jüngere Publikum, nett aufbereitet. So sehen wir diverse Elemente und Schlüsselszenen aus bekannten Genreklassikern wie „Poltergeist“, „Ring“, „The Wishmaster“ und „Carrie“. Es dürfte dem gierigen Horrorfilm- Allesseher daher auch nicht verwundern, dass der Film erstaunlicherweise fast vollkommen blutleer daher kommt und neben ein paar wirklich schlechten CGI-Effekten keine wirklich nennenswerten Überraschungen zu bieten hat. Was die FSK im übrigen geritten hat, den ersichtlich jugenfreien Spuk-Film mit einer “keine Jugendfreigabe” zu kennzeichnen, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben und muss sich meiner Meinung nach um einen wirklich schlechten Scherz handeln!

Die Story ist recht konventionell geraten, überzeugt aber dennoch mit einer recht flotten und kurzweiligen Inszenierung. Gerde zum Ende hin wird es erstaunlicherweise recht turbulent, aber leider auch etwas zu klischeebeladen und unglaubwürdig. Die Schlusspointe des Films dürfte an Trivialität kaum zu überbieten sein.

Ab und an hatte ich ebenso das Gefühl, dass „Tötet Katie Melone“ direkt fürs TV produziert wurde, da Dialoge und Charakterentwicklung recht flach geraten und nie wirklich über TV-Niveau hinausreichen wollen. Auch die Kulisse schaut recht nach Plastikmüll ordentlich trashig und billig aus.

Das ist eigentlich schade, etwas mehr Budget und eine liebevollere Investitionen in Effekte und Drehbuch hätten den Horrorfilm ganz sicher gut getan. Somit bleibt der seichte Geisterspuk leider nur durchschnittliche und unwichtige Mainstream-Ware, die ersichtlich in den untersten Regalen der Videotheken ihr Dasein fristen wird.

 

 

Fazit 5/10 Punkten

 

Spukmovie auf TV-Niveau, ohne wirkliche Überraschungen. Für einen verregneten und kühlen Winterabend zu zweit mit der schock-unresistenten Freundin aber dennoch brauchbar.

Hellraiser80


Filmreview: “Children of the Corn: Genesis” (2011)

Nachdem das Auto von Tim und Allie aufgrund einer Autopanne mitten in der Wüste zum Erliegen kommt (vielleicht hätten sie ja lieber einen Porsche mieten sollen) und die Nacht einbricht, suchen die beiden im naheliegenden Ort nach Hilfe.

Ein seltsamer und schrulliger Prediger lädt sie nach anfänglicher Skepsis in sein Haus ein und bietet dem Pärchen an, bis zum nächsten Morgen bei ihm zu warten.

Nachdem die beiden erleichtert einwilligen, sind sich Tim und Allie schnell einig, dass irgendetwas mit der Gegend, dem Prediger und seinem Haus nicht zu stimmen scheint.

Wir erinnern uns.

26 Jahren ist es nun bereits her, dass der erste „Kinder des Zorns“–Teil das Licht der Zelluloid-Welt erblickte.

Von Stephen King selbst nicht wirklich gemocht, mauserte sich der kleine Low-Budget-Reisser schnell zum Genreliebling und entwickelte sich zu einem kleinen Kultfilm unter Horrorfilmliebhabern. Es folgten ein TV Remake und diverse Sequels, die von Fortsetzung zu Fortsetzung nur noch den Titel der eigentlichen King-Kurzgeschichte gemein hatten und die mit allerlei dummen Ideen, schlechten Schauspielern, schlimmen Effekten, miserablen Drehbüchern und struntzdummen Charakteren zu kämpfen hatten..

Einzig, die herrlich überzogene und groteske Trash-Fortsetzung des 3. Teils vermag auch heute noch halbwegs zu überzeugen und scheint mit seinen hübschen Stop-Motion-Effekten einen gewissen charmanten Schauwert zu haben.

Nachdem DIMENSION im Jahr 2011 um die Lizenzrechte des Franchise bangen musste, entschied man sich, schnell eine weitere völlig diffuse Fortsetzung zu drehen, damit man auch weiterhin die Rechte für sich beanspruchen und den Filmfan mit dummen Fortsetzungen quälen darf. Dabei gab man sich nicht einmal ansatzweise Mühe, aus dem bereits tot-gekauten Stoff einen ansatzweise frischen, gruseligen und unterhaltsamen Film zu basteln.

Nach den ersten 10 Minuten, dachte ich erst, der neuste „Children of the Corn“-Teil entwickelt sich zu einem „Texas Chainsaw Massacre“ für Arme und schraubte meine Erwartungen, nach all den „Corn“-Fehlschlägen der letzten Jahre, genüsslich positiv nach oben.

Aber weit gefehlt, das Grauen kam schlimmer, unverhoffter und langweiliger, wie in keinem anderen Teil zuvor.

Um was es eigentlich in „Genesis“ wirklich geht, kann ich nur in Fragmenten beschreiben, ich bin während der Sichtung mehrere Male eingeschlafen, scheinbar weil der Film „zu“ mitreißend war. Aber eins sei gesagt, im aktuellen Teil gibt es weder Gore, noch Spannung, noch irgendwelche Kinder, die sich irgendwelchen religiösen „Gelüsten“ im Maisfeld hingeben.

Children of the Corn- Genesis“ ist zu einer Art Kammerspiel „mutiert“ und besitzt total unlogische Elemente aus Genrefilmen wie „Paranormal Activity“ und „Motel“, sowie etwas „Final Destination“ zum Ende hin. Das ist zwar alle ganz hübsch kreativ erdacht und stibitzt, aber grottenschlecht unkreativ umgesetzt. Nicht mal einen einzigen Funkten Trash-Qualität bietet dieser Schund.

Im übrigen habe ich in „Genesis“ den dümmsten Effekt in der Geschichte des Horrorfilms erleben dürfen – vielen Dank schon einmal vorab dafür: ein Polizist nähert sich dem Haus des schrulligen Gastgebers und wird wie von Zauberhand gen Weltall geschleudert. Schon allein nur dieses miesen und total hohlen Effektes wegen sollte man sich das aktuelle Sequel zu Gemüte führen.

Kurzum, „Children of the Corn – Genesis“ ist eine einzige Katastrophe. Selten so einem Mist gesehen. Eine Schande kostbare Lebenszeit vergeudet zu haben.

Ich hoffe, dass man mit dem zigsten „Kinder des Zorns“- Fehlschläger, das Franchise nun endlich ruhen lässt uns sich frischen und eigenen Filmideen widmet.

Fazit 2,5/10 Punkte

FSK Prognose: vermutlich FSK16

Unglaublicher Mist, mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.

Hellraiser80


Filmreview: “Fertile Ground” (2010)

 

Ein klassischer Spukhausfilm.

Nach einer Fehlgeburt wagen Emily und  Nate einen Neuanfang.

Um den Tragischen Vorfall zu vergessen wollen sie weg aus der hektischen Stadt hinaus aufs ruhige Land ziehen.

Auf Anhieb verlieben sich die beiden in das leerstehende Weaver-Haus, dem ehemaligen Wohnsitz der Verwandten von Nate, und lassen sich dort häuslich nieder.

Doch schon bald merkt vor allem Emily eine immer stärker werdende unheimliche Präsenz inmitten der „neuen“ eigenen 4 Wänden.

 

 

„Fertile Ground“ gehört neben „Prowl“  ebenfalls zu den 7 Genrefilmen aus der diesjährigen „After Dark Filmfest“ – Schmiede.

Im Grunde genommen macht dieser Spukhausfilm eigentlich fast alles richtig. Es gibt knarrende Türen, seltsame Erscheinungen, eine sagenumwogenes Herrenhaus mit mysteriöser Vergangenheit und 2 Protagonisten, die im Verlauf des Filmes dem Wahnsinn nahe scheinen.

Aber trotz aller bekannten Zutaten ist „Fertile Ground“ einfach zu konventionell geraten.

Immer wieder hatte ich das Gefühl alles bereits unzählige Male in diversen „Amityville Horror“ oder „Shining“ – Plagiaten gesehen zu haben.

Dabei ist das größte Problem von „Fertile Ground“, seine penetrante Vorhersehbarkeit.

Das ist wirklich schade, da gerade dieses „schon-wissen-was-gleich-passiert“ extrem an der Grundstimmung des Filmes zerrt.

Wer schon den ein oder anderen Film dieser Art gesichtet hat, wird bereits in den ersten Filmminuten erahnen, was auf ihn zukommen und wie der Film letztendlich enden wird. Überraschungs-Momente sind Mangelware, Schockeffekte ebenso.

Dennoch trotz dieser Mankos geizt der Film nicht mit der ein oder anderen hübsche Idee.

So empfand ich es als mollig schauderlich, als ein Handabdruck am Fensterglas wie von Geisterhand erscheint und wieder verschwindet. Warum nicht mehr davon? Davon lebt doch ein klassischer Geister- und Spukhausfilm. Es müssen nicht immer Effekte mit dem Holzhammer sein. Manchmal sind die kleinen dezent eingesetzten Gruseleffekte effektiver als teure plakative eingesetzte CGI-Effekte oder ausgewalzte Splatterszenen.

Ebenfalls nennenswert empfand ich gerade die schauspielerische Leistung der Emily, gespielt von Leisha Hailey , für einen kleinen Low-Budget-Film auf gehobenen TV-Niveau schon sehr beachtlich.

“Leisha Hailey” spielt die Rolle der, verzweifelten und langsam dem Wahnsinn verfallenden, “Emily” recht routiniert und immer glaubhaft. Was man jedoch von ihrem Ehemann “Nate”, gespielt von “Gale Harold”, nicht behaupten kann.

“Gale Harold” als glattgebügelter und fehlerfreier Saubermann Ehegatte passt einfach nicht in diese Rolle. Immer wieder hat man seinen Part als Ekelpaket „Brain“ aus der Serie „Queer as Folk“ vor Augen. Im Grunde genommen spielt er in „Fertile Ground“ eigentlich das völlige Gegenteil dessen.

Aber letztendlich hat man mit „Fertile Ground“ keinen wirklichen Fehltritt im heimischen DVD/ Blu-ray – Player. Wer seine Erwartungen herunterschraubt und dem „Haunted House“ – Thema nicht überdrüssig ist, dürfte recht kurzweilig ohne großartige Hänger unterhalten werden.

 

 

Fazit 6/10 Punkte

 

Kennt man Einen – kennt man Alle.

Solider und routiniert gedrehter Genrebeitrag, der arg mit seiner unerträglichen Vorhersehbarkeit zu kämpfen hat.

Für den kleinen Hunger zwischendurch.

 

Hellraiser80


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