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Artikel mit Schlagwort “Geisterfilme 2012

Filmreview: “Fairytale” (2012)

Fairytale(2012)
 
 
 

Fairytale

Story

 
 
 
Die alleinerziehende Mutter “Sophia” (Harriet MacMasters-Green) bezieht mit ihrer kleinen Tochter “Helena” eine kleine, neue Wohnung.
Anfänglich voller Lebensmut, den Start in ein neues Leben gewagt zu haben, verblasst die Euphorie umgehend, als die kleine Helena den ersten Milchzahn verliert und fortan seltsames Gestammel von sich gibt.
Eine Zahnfee soll ihr angeblich des nachts erscheinen, die sich den Tag über in ihrem neuen Kleiderschrank versteckt und am Abend aus ihrem Versteck kriecht, um die verschüchterte “Helena” dazu aufzufordern ihr mehr Zähne zu bringen.
Nachdem sich das Verhalten des Kindes maßgeblich verändert, beginnt die besorgte Mutter Nachforschungen anzustellen und stößt hierbei auf ein makabres Geheimnis.
 
 
 


 
 
 

Fairytale – Kritik

 
 
 
Wirklich subtile und angsteinflößende Grusler sind in der aktuellen Horrorfilmlandschaft wahrlich selten geworden. Viel zu oft wird das mollige Schauerfeeling durch obligatorische Schlachterplatten ersetzt, um dem Begriff “Horror” auch im Jahr 2013 vollends gerecht werden zu können. Umso mehr erfreut es alteingesessene Filmhasen wie mir, wenn im Fahrtwasser penetrant nerviger Zombie-, Found Footage- und Foltergurken auch hin und wieder kleine Filmwerke das Licht der Welt erblicken, die sich souverän gegen die Masse an beliebig austauschbaren Horror-Nonsens behaupten und dem Filmfreund den klassischen, blutarmen Horrorfilm erneut schmackhaft machen wollen.
Hat sich Spanien in den vergangenen Jahren als kleiner Geheimtipp in Sachen subtilen Gruselns entwickelt, so versuchen nun auch die Italiener auf diesen lukrativen Zug aufzuspringen und präsentieren uns mit dem vorliegenden “Fairytale” ihre ganz eigene Version der Geschichte von der bösen Zahnfee. Weniger ist manchmal mehr lautet hier die Devise und so beginnt der Film fernab jeglichen Gekröses mit einigen wirklich düster-melancholischen Kamerafahrten und durchaus ansprechend-superben Bildern, die das Gruselfeeling wunderbar altmodisch zu steigern wissen. Zentrum des ultimativen Bösen ist diesmal ein seltsamer Kleiderschrank, der ein durchaus böses Geheimnis birgt.
Nachdem das groteske Möbelstück das Zimmer der kleinen Helena ziert, beginnt fortan auch der zunehmend geistige Zerfall der kleinen Hauptdarstellerin einzutreten, deren plausible Erklärungsversuche wie so oft in derart Filmen kaum Beachtung geschenkt werden. Dennoch fühlt sich auch Mutter “Sophia” von reichlich Unbehagen bedroht und beginnt den skurrilen Aktionen der Tochter nachzuforschen.
 
Der große Pluspunkt von “Fairytale” ist dabei in der wirklich unglaublich düsteren, fast schon märchenhaft-anmutenden Atmosphäre zu suchen. Der vornehmlich kindlich anmutende Kleiderschrank, wirkt in den faden, dreckigen und farblosen Bildern gespenstig bedrohlich und die Geschichte um das antike Möbelstück bleibt konsequent spannend – zumindest bis zur Hälfte des Films.
Denn trotz aller positiven Ansätze, die dieser italienische Genre-Beitrag in sich birgt, schaffen es die beiden Regie-Newcomer „Christian Bisceglia“ und „Ascanio Malgarini“ nicht, das hohe Niveau ihrer wirklich stimmigen Geschichte bis zum Ende zu halten.
Ab Filmmitte wird die Geschichte kurzum in ein skurriles Sanatorium verlagert, wo sich die kleine Heldin mit allerlei seltsamen Erscheinungen umherplagen muss. Hierbei rückt nun das Schicksal der Mutter in den Vordergrund, die versucht, dass Rätsel rund um die Herkunft des Kleiderschrankes zu lösen. Die sterile Krankenhaus-Atmosphäre will hierbei irgendwie nicht so recht zum Grundtenor der eigentlichen Geschichte passen. Vielmehr wirkt der schroffe Schauplatzwechsel auf Zwang konstruiert, um auf Krampf eine Brücke zur Herkunft des Möbelstücks schaffen zu können. Auch wenn sich das muntere Treiben gegen Ende in einer reichlichen Achterbahn des Schreckens entlädt und mit unzähligen “Buh“-Effekten aufwartet, so mag man als Filmfreund irgendwie nicht das Gefühl loswerden wollen, dass die beiden Filmregisseure „Christian Bisceglia“ und „Ascanio Malgarini“ reichlich Potenzial verschenkt haben. Zugunsten eine kommerziellen, massentauglichen Inszenierung erspinnen sie ein arg hanebüchenes Ende, dass in derart Form an die unendlich vielen Horrorfilme aus Hollywood erinnert. Schade eigentlich, denn kaum ein aktueller Horrorfilm der letzten Dekaden kann mit ähnlich exzellent altmodischen Raffinessen überzeugen.
 
 
 
Subtiler Horror bevorzugt? Dann dürfte der kommende Grusler “Fairytale” genau die richtige Wahl für einen verregneten Sonntagabend sein. Statt eimerweise Eingeweide und unmenschliches Folter-Gewerkle zählen hier Stimmung, Optik und die Geschichte.
Umso mehr dürfte “Fairytale” für Freunde etwas härterer Filmkost reichlich unbeholfen daherkommen. Denn die Erzählstil der Geschichte vollzieht sich sehr gemacht, ruhig und stimmig durch die gesamte Szenarie. Hin und wieder werden einige nette Gruseleffekte in die Handlung gestreut, die ihre bedrohliche Wirkung zu keiner Minute verfehlen. Auch wenn der Beitrag ab Filmmitte in reichlich haarsträubende Sphären abdriftet und der wohldosierte Gruselfaktor aufgrund konstruiert wirkender Detektivarbeit flöten geht, so kann man nicht behaupten, dass “Fairytale” ein schlechter Film ist. Das geschickte Spiel von Licht und Schatten, sowie der debile, märchenhafte Grundton der Erzählung erinnert in seiner Darstellung arg an kommerzielle Horrorfilme aus Amerika. Und so verwundert es ein wenig, dass “Fairytale” oftmals ein wenig zu sehr nach “Der Fluch von Darkness Falls” (2003) oder “Possession” (2012) ausschaut, denn das uninspirierte Kopieren bekannter Filmformeln hätte dieser Debütwerk vermutlich rein gar nicht nötig gehabt.
Trotzdem, für ein Erstlingswerk haben die beiden Regisseur-Neulinge „Christian Bisceglia“ und „Ascanio Malgarini“ erstaunliche Arbeit geleistet. Der Film ist trotz seine oftmals unweigerlichen Vorhersehbarkeit spannender als das übliche Horroreinerlei, welches aktuell den hiesigen Heimkinomarkt überschwemmt. Zudem darf der Horrorfilmfreund eine der besten Szenen ever in der Geschichte des Phantastischen Films genießen:
 
Mutter “Sarah” ist einen Moment unachtsam im Straßenverkehr, gerät von der Fahrbahn ab und brettert mit dem Fahrzeug vom Rand einer Brücke hinein in die Fluten eines reißenden Flusses.
Die virtuose Kameraarbeit dieser Szene, welche sich in Zeitraffermethode entlädt, ist derart genial, außergewöhnlich und atemberaubend, dass man allein nur dieser Szene wegen “Fairytale” gesehen haben sollte. Beachtlich!
 
 
 


 
 
 

Fairytale – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein Vertreter der alten Schule – Kleines stimmiges und atmosphärisches Gruselmärchen, das für einige wohldosierte Schauer sorgen dürfte.
 
 
 


 
 
 

Fairytale – Zensur

 
 
 
Hier zählen vorwiegend die leisen Töne, von daher geht es hier eher “blutfrei” zugange. Eine ungeschnittene Filmversion dürfte die “FSK16“-Kennzeichnung zieren.
 
 
 


 
 
 

Fairytale – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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Der Fluch von Darkness Falls (2003)

Possession – Das Dunkle in Dir (2012)


Filmreview: “The Frozen” (2012)

The Frozen_2012_poster
 
 
 

The Frozen – Story

 
 
 
Ein traumhaft winterlicher Campingausflug wird für das junge Pärchen „Mike“ (Seth David Mitchell) und „Emma“ (Brit Morgan) zu einem unvergesslichen Psychotrip. Nachdem die beiden mit dem Schneemobil einen Unfall gebaut haben und irgendwo tief weit draußen in den verschneiten Wäldern auf rettender Hilfe hoffen, werden Sie auch noch von einem seltsamen Fremden verfolgt, der scheinbar nichts Gutes im Schilde führt. Als „Mike“ plötzlich auf mysteriöse Weise verschwindet, ist die verängstigte „Emma“ ganz auf sich allein gestellt. In ihrer Panik beginnt sie sich einen Weg hinaus aus der eisigen Gegend zu bahnen – mit einer erschreckenden Einsicht, wie sich bald herausstellen wird … 
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Kritik

 
 
 
Winterliche Landschaften sind wahrlich geradewegs dafür prädestiniert eine unheimliche und subtile Gruselstimmung zu erzeugen. Denn auch hinter vermeintlich friedliebender Kulisse kann sich oftmals das abgrundtief Böse verstecken. Dass angsteinflößendes Unbehagen auch im eisigen Schnee lauern kann haben schon einige Filmemacher eindrucksvoll bewiesen, denn winterlich verstörende Filme gab es zuletzt zuhauf (u.a. “The Shinning” (1980), “Der eisige Tod” (2007)). Auch der vorliegender Thriller „The Frozen“ spielt mit der geheimnisvollen Idylle, die so ein verschneit-winterliches Wäldchen birgt. Ganz zum Leidwesen der beiden Protagonisten des Films, für die sich die eigentlich traumhafte Winterpracht zu einem verhängnisvollen Erlebnis gestaltet. Ihre Unvernunft treibt die beiden an den Rande ihrer Wahrnehmungsfähigkeiten, denn nach nur wenigen Stunden bei Temperaturen jenseits des Nullpunkts beginnt vor allem „Emma“ Dinge zu sehen, für deren Existenz sie keine Erklärung findet. Nicht nur, dass sie seltsam bekleidete Personen im Dickicht erblickt, seltsame Stimmen und Schritte spuken des Nachts um das Zelt und stören den Schlaf der verunsicherten Frau. Zudem werden die beiden von einem skurrilen Jäger verfolgt, der das Treiben des Pärchens aus der Ferne beobachtet und „Emma“ zweifeln lässt, warum ihr Freund sie gerade zu derart unmenschlichen Temperaturen zu einem kuscheligen Wanderausflug überreden musste.
 
So wirklich Unrecht hat sie dabei nicht, wirkt die Ausgangssituation des Films schon sehr konstruiert. Immerhin sah sich Drehbuchautor und Regisseur „Andrew Hyatt“ darum bemüht seine kleine Geschichte irgendwie nied- und nagelfest zurechtzufeilen. Trotz Unfall hält „Mike“ nichts davon ab, den Kurztrip fortzuführen, um den geeigneten Zeitpunkt zu finden, seiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen. Und so irren die beiden Liebenden orientierungslos im Wald umher, um letztendlich doch wieder feststellen zu müssen, einmal mehr im Kreis gelaufen zu sein. Auch wenn einige Gegebenheiten etwas arg seltsam anmuten, so kann man „Hyatt“ nicht unterstellen, einen Film gedreht zu haben, der schlecht ist. Einfachste erzählerische Mittel und das stupide Umherirren in der winterlichen Landschaft führen letztendlich zu einem homogenen Ganzen und lassen „The Frozen“ bei weitem besser ausschauen, als die Unmengen teurer Mainstream-Produktionen der letzten Dekaden. Obwohl einige der seltsamen Interaktionen der Anwesenden anfänglich kaum Sinn ergeben wollen und arg befremdlich wirken, so tritt die Erleuchtung nach dem Abspann ein und dürfte vor allem Horrorfilmanfänger reichlich verblüffen.
 
 
 
Mit dem aktuellen Thriller „The Frozen“ erwartet der Zuschauer gänzlich seichte Film-Kost, für die die Bezeichnung Thriller fast schon etwas zu weit hergeholt und schroff scheint. Auch wenn Regisseur „Andrew Hyatt“ des öfteren vollkommen falsche Fährten streut und dem Zuschauer weiß machen will, dass sich hinter den gesamten Geschehnissen etwas zutiefst Böses und Bedrohliches verstecken soll, so dürfte der geneigte Filmfreund nach der recht plausiblen Auflösung etwas verdutzt aus der Wäsche schauen. Der Film „The Frozen“ hat letztendlich mit Horror im herkömmlichen Sinne nur sehr wenig gemein und erinnert über weite Strecken an die Werke des ambitionierten Hollywood-Regisseurs „M. Night Shyamalan“, der bekanntlich ein sicheres Händchen darin besitzt, den Zuschauer mit einer unerwarteten Filmauflösung zu konfrontieren. Wer sich angenehm gruseln möchte, ohne dabei von markerschütternden Schocks verfolgt zu werden oder in Lachen von Blut ertrinken zu müssen, dem dürfte der Mysterie-Thriller vortrefflich munden. Denn bis auf einige ausgeweidete Wildtiere gibt es hier kein Futter für blutgierige Splatterfilm-Fans.
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Seichtes Mysterie-Süppchen in traumhaft winterlicher Kulisse
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Zensur

 
 
 
Im Film wird nicht getötet, daher dürfte “The Frozen” mit einer FSK16 Freigabe ungeschnitten veröffentlicht werden.
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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Der eisige Tod (2007)

The Sixth Sense (1999)


Filmreview: “Cassadaga” (2011)


 
 
 

Cassadaga – Story

 
 
 
Nachdem die gehörlose Grundschullehrerin Lily Morel ihre geliebte kleine Schwester bei einem Autounfall verliert bricht für die junge Frau eine Welt zusammen.
Um die Geschehnisse zu verarbeiten und um den Kopf wieder frei zu bekommen beschließt sie sich nach „Cassadaga“ zurückzuziehen, wo sie sich auch gleich dem Vater einer ihrer Kunst-Schülerinnen anvertraut und sich in selbigen verliebt. Doch der Friede ist nicht von langer Dauer. Nach einem missglückten Séance und dem Versuch mit der toten Schwester in Verbindung zu treten wird Lily fortan vom Geist einer Frau verfolgt, der die junge Lehrerin dazu drängt die mysteriösen Umstände ihres tragischen Todes aufzuklären.
Währenddessen zieht ein brutaler, von Puppen besessener, Killer in dem kleinen idyllischen Örtchen durch die Parkanlagen, um sich der Körper attraktiver Frauen zu bemächtigen, deren Glieder er in seinem Keller auf groteske Art und Weise zu Marionetten zusammenflickt.
 
 
 


 
 
 

Cassadaga – Kritik

 
 
 
Anthony DiBlasi, der zuletzt mit der Clive Barker Verfilmung „Dread“ für Aufsehen in der Horrorfilmszene gesorgt hat, gibt seinen zweiten abendfüllenden Spielfilm zum Besten.
Anders als in seinem letzten Beitrag, in dem er sich recht gekonnt auf das psychologische Ergründen menschlicher Urängste konzentrierte, serviert uns Regisseur Anthony DiBlasi
mit „Cassadaga“ einen recht konventionell gestrickten Horrorfilm, der sich nur recht oberflächlich der psychologischen Schiene bedient und selbige im Film kaum Beachtung findet. Schade eigentlich, denn bereits die Einführung in die Geschehnisse von „Cassadaga“ lies derartiges Hoffen.
Ein kleiner freudiger Knabe, wird von der Mutter beim Puppenspiel mit einigen Marionetten ertappt und für seine „Neigung“ konsequent bestraft. Einige Jahrzehnte später hat dem, nun erwachsenen Mann, die dominante Erziehung der Mutter derart psychisch geprägt, dass er fortan durch die Gärten zieht, um unschuldige Frauen zu überwältigen und in den eigenen Hobbykeller zu verschleppen. Dort „funktioniert“ er seine weiblichen Opfer zu grotesken Marionetten um, um sich daraufhin an dem Leiden der wehrlosen Wesen sexuell zu ergötzen.
Wer hier dennoch glaubt, dass DiBlasi die Psyche eines Serienkillers erforscht, der irrt. Vielmehr sind die wenigen grotesk bebilderten Szenen aus dem Hobbyheimwerker-Keller einzig dafür in die Szenerie gestreut, um „Cassadaga“ auch unter Horrorfans interessanter zu machen und den Film etwas düsterer und reißerischer zu gestalten, denn eigentlich hat der Film diesen überflüssigen Parallel-Plot gar nicht nötig und mag irgendwie nicht zum Grundton der eigentlichen Geschehnisse passen. Denn die Haupthandlung folgt der tauben Hauptprotagonistin Lily, die sich in eine recht abstruse Geistergeschichte verirrt, deren Rätsel sich Schritt für Schritt versucht zu lösen. Dass dem geübten Zuschauer die Verbindung zwischen dem recht aggressiv in Erscheinung tretenden Geist und der parallel erzählten Serienkiller-Story auf Anhieb logisch erscheint ist leider eines der großen Mankos von „Cassadaga“, denn dieses ist leider viel zu schnell ersichtlich und nicht wirklich neu. Die Story vom wütenden Geist, der die Auflösung seines tragischen Todes fordert, hat die Genre-Welt leider zu oft thematisiert („What Lies Beneath“ oder „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“) und birgt, trotz einiger formgerecht eingestreuter Folter-Tortur-Schnipsel, keine gänzlich neuen Facetten.
Trotzdem, „Cassadaga“ überrascht dennoch mit einigen sehr ansprechenden Momenten, wobei dem Zuschauer das Rätselraten um die Identität des perversen Irren die gesamte Filmlaufzeit über gehörig auf Trapp hält. Dass im permanenten hin und her switchen zwischen Geister- und Killer-Genre so einige unschöne Logikschnitzer auffallen und seltsam aufdringliche Zufälle und überflüssige Handlungsstränge ins Gewicht fallen, mag man DiBlasi nicht verübeln, zumal sein erneuter Ausflug ins phantastische Genre kaum störende Längen aufweist und fast zwei Stunden kurzweilig zu unterhalten weiß.
 
 
Die zweite Regiearbeit „Cassadaga“ des Amerikaners Anthony DiBlasi ist ein recht sehenswerter Mix aus diversen Sub-Genres, der trotz recht konventioneller Inszenierung recht kurzweilig erscheint und packend zu unterhalten weiß. Das große Plus in seinem Thriller ist hierbei die recht sympathische Hauptdarstellerin Lily, gespielt von Kelen Coleman, die den recht düsteren und kühlen Gegebenheiten eine gewisse Emotionalität verleiht und dem Zuschauer einmal mehr zum frivolen Mitfiebern einlädt.
Einige seltsame Umstände fallen dennoch ins Gewicht. So fragt sich der Zuschauer den gesamten Film über, welchen dramaturgischen Sinn, die zu Beginn penibel eingeführte Gehörlosigkeit der Protagonistin besitzt, wenn ihr Manko doch kaum irgendeine Relevanz für den Fortlauf der Geschichte besitzt. Auch erschließt sich nicht so recht das Motiv der Taten des Killers „Geppetto”, dass nur oberflächlich zu Beginn des Films beleuchtet wird und kaum Zeit findet im Film weiter ausgebaut und erklärt zu werden.
Trotzdem, die Symbiose zwischen Geister- und Folterfilm sowie dem Serienkiller-Thema funktioniert, trotz ersichtlicher Disharmonie, überraschenderweise erstaunlich solide. Auch wenn ich nach wie vor der Meinung bin, dass „Cassadaga“ die Killer- und Folterschiene nicht nötig gehabt hätte und sich oftmals das Gefühl aufdrängt, als könnte sich „Cassadaga“ nicht entscheiden, was er denn nun eigentlich sein möchte, weiß der Film fast 100 Minuten durchweg zu unterhalten.
Dennoch, dieser kleine sauber abgedrehte ambitionierte Indipendent-Film wird, trotz vieler inhaltlicher Mängel, mit Sicherheit seine Liebhaber finden. Verdient hätte er es allemal!
 
Im übrigen: wer bis nach dem Abspann wartet, dürfte eine kleine Überraschung erleben.
 
 
 


 
 
 

Cassadaga – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Einige verstörende Folterszenen hier, ein paar Geister-Schockszenen da und fertig ist der Genre-Mix Marke „Cassadaga“. Zwar nicht sehr innovativ und nicht wirklich perfekt, aber trotzdem recht unterhaltsam und spannend! Darf man sich gerne ansehen!
 
 
 


 
 
 

Cassadaga – Zensur

 
 
 
Trotz der recht problematischen Thematik ertrinkt „Cassadaga“ nicht in Tonnen von Gedärm und Lebenssaft. Freunde, die hier extremes Folter-Gekröse erwarten dürften ersichtlich schnell enttäuscht werden, da hier kaum etwas von dessen explizit gezeigt wird und vorwiegend im Off stattfindet. Demnach dürften Filmfreunde den Film mit etwas Glück in einer ungeschnittenen FSK16er Freigabe erwarten, wobei ich aber davon ausgehe, dass Anthony DiBlasi´s zweite Filmauswertung in hiesigen Gefilden mit einer ungeschnittenen „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichung abgestraft werden wird.
 
 

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Cassadaga – Trailer

 
 
 

 
 
 

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Filmreview: “7 Below – Haus der dunklen Seelen” (2012)

 

 

Geisterfilm mit allseits bekannten Zutaten:

Vor 100 Jahren tötete ein kleiner Junge im Zustand der Besessenheit seine gesamte Familie.

100 Jahre später suchen einige Durchreisende Zuflucht vor einem tobenden Sturm, in genau diesen Gemäuern.

Die Geschichte von einst scheint sich erneut zu wiederholen…

 

 

 

Es ist oftmals erschreckend, wenn man den Werdegang einstiger Ausnahmedarstellers Hollywoods verfolgt. Von den einstigen ganz großen Leinwandhelden der 80er sind nur noch wenige unter ihnen, die auch aktuell noch fleissig dabei sind an kassenträchtigen Kinoblockbustern mitzuwirken, und dabei sogar noch erfolgreich sind, indem was sie da tun.

Auch Val Kilmer war einer derer, die in den 80ern und zu Beginn der 90er als erfolgreiche Nachwuchstalente gehandelt wurden und sich über mangelnde Filmaufträge nicht beklagen konnten. In letzter Zeit hatte Kilmer sich recht rar in der weltweiten Kinolandschaft gemacht und lies vorwiegend durch günstig produzierte Heimkinoware und TV-Serienauftritte von sich hören, wobei er in den letzten 10 Jahren kaum wirklich talentiertes Gespür für wirklich gute und anspruchsvolle Drehbücher bewies.

Als ich seinen aktuellen Schauspielauftritt in „7 Below“ sah, war ich vorab ein wenig geschockt, schaut Val Kilmer im Jahr 2012 erschreckend aufgequollen und massig aus? Was ist denn nur da passiert? Alkoholprobleme, oder einfach nur fortschreitender Alterungsprozess? Wohlmöglich wird die Antwort darauf nur er allein kennen.

Nach vorwiegend halbgaren Videoproduktionen, in denen er sich scheinbar schauspielerisch enorm unterfordert gefühlt hatte, bekleckert er sich mit seinem aktuellen Kurzauftritt im Horrorfilm „7Below“ ebenfalls nicht mit Ruhm. Als Schauspiel kann man seinen 10minütigen Kurzauftritt wohl kaum betiteln. Relativ lustlos agiert er vor der Kamera, sein Filmtod gestaltet sich als überaus peinlich und vor allem grottig schlecht gespielt. Beschämend, wenn man bedenkt, dass er vor vielen Jahren in anspruchsvollen Filmen („Salton Sea“) sein extravagantes schauspielerisches Können unter Beweis stellen konnte.

Demnach dürfte der interessierte Filmfreund die wahre Intention seines Auftritts im Film „7 Below“ spätestens dann erahnen, als Kilmer am Ende des Films überraschend sinnfrei hinter einer Tür hervorhuscht und nie wieder gesehen wird und man sich als Filman fragt, welchen tiefgründigen Background sich hinter diesem Shortcut verbergen mag.

Mit dem Spukhriller „7 Below“erhält der Filmfreund ein recht unspektakuläres Geisterfilmchen, dass kaum Unterhaltungswert bietet.

Nach einem, zugegeben recht ansprechenden Filmintro und sehr stimmigen und hübsch aufbereiteten Anfangscredits, zieht sich das Geschehen recht zäh wie Kaugummi und bietet keine wirklichen Höhepunkte.

Sämtliche bekannte Geisterklischees werden hier abgearbeitet, wobei die Drehbuchschreiber nicht einmal ansatzweise versucht haben irgendetwas eigenständiges zu entwickeln.

Diverse Schlüsselszenen dürften dem Filmfreund hinreichend aus dem Klassikern „Amityville Horror“ bekannt sein und versprühen in ihrer Trivialität und Belanglosigkeit unfassbare Langeweile beim Zuschauer.

Wer hier Schockeffekte oder halbwegs aufmunterndes Gekrösel erwartet dürfte schnell eines besseren belehrt werden, denn Goreeffekte und Schockeffekte sind in „7 Below“ Mangelware.

Das ist leider enorm ernüchternd, wenn man als Horrorfilmfreund einen Film erwartet, der von Geistern handelt, aber gar nicht gruselig ist, oder gar keinen Schockeffekt bietet.

Aber was man visuell scheinbar nicht umsetzen konnte, oder wollte versuchen die Tontechniker wieder wett zu machen. Den gesamten Film über tobt ein furchterliches Unwetter. Es donnert und grummelt teilweise so stark, dass dem Zuschauer hören und sehen vergeht. Ein recht stimmiger Effekt, der aber spätestens nach der Hälfte der Spielzeit gehörig nervt, weil man sich als Zuschauer kaum auf die galaktisch-gut-ausgefeilten Dialoge und „Wortgefechte“ der Protagonisten konzentrieren kann.

Der Horrorthriller „7Below“ ist leider eine Nullrunde geworden. Kilmer spielt schlecht, die Story ist schlecht, die Effekte sind schlecht und die Interaktionen der Protagonisten lächerlich.

Erfahrene Filmfreunde sollten lieber einen großen Bogen um diesen „Zeiträuber“ machen.

 

 

 

Fazit: 3,5/ 10 Punkte

 

Uninspirierter und enorm spannungsfreier Geisterfilm mit einem erschreckend schlecht agierenden Val Kilmer.

Deutsche Fassung: aufgrund einiger Kehlenschnitzer ungekürzt mit “keine Jugendfreigabe”.

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “The Awakening” (2011)

 

 

England, nach dem ersten Weltkrieg, eine Zeit in der die Menschen noch dem Aberglauben verfallen waren und der Mythos von einem Leben nach dem Tod in den Köpfen der Menschen umherspukte.

Der jungen Romanautorin Florence scheinen diese Märchen ein Dorn im Auge, fühlt sie sich nunmehr dafür verantwortlich, die Menschen darüber aufzuklären, dass Geister und Gespenster allein der Vorstellungskraft der Menschen entspringen und rein gar nicht in real existieren.

So zieht sie durch die Länder, um unerklärliche Erscheinungen zu untersuchen, sowie plausibel zu erklären und um die dunklen Machenschaften dreister Trickbetrüger, die unter dem Deckmantel selbsternannter Geister-Medien am Schicksal der Hinterbliebenen der unzähligen Kriegsopfer die schnelle Mark erhoffen, zu entlarven.

Es dauert nicht lang bis sie auf einen weiteren interessanten Fall stößt.

Im Norden Englands wird sie zu einem Knabeninternat gerufen, in dem angeblich der Geist eines kleinen Jungen umherspukt und der, glaubt man den Schülern,  bereits einen Mitschüler in den Tod getrieben haben soll.

Die ehrgeizige Autorin macht sich an ihre Untersuchung und glaubt, schnellst möglich eine einleuchtende Erklärung für den Vorfall zu finden. Doch im Laufe ihrer Arbeit muss sie sich dennoch eingestehen, dass dieser Fall ihr rationales Denkvermögen auf eine harte Probe stellen wird.

 

 

Nachdem ich vor einigen Wochen bereits den genialen und abwechslungsreichen Genrebeitrag „The Theatre Bizarre“ gesehen hatte, der in seiner unverwechselbaren Einzigartigkeit seinesgleichen suchen dürfte, war ich umso verblüffter als ich vor einigen Tagen den kleinen und recht subtilen Gruselfilm „The Awakening“ sichten durfte, der zwar ein vollkommen anderes Genrepublikum ansprechen dürfte, aber mich dennoch ebenso begeistern konnte, wie „The Theatre Bizarre“ zuvor.

Das von der BBC produzierte Geisterfilmchen ist wahrlich eine einzige Augenweide, überzeugt es doch gekonnt mit allseits beliebter Britischer Gruselstimmung und unverwechselbarem „British-Gotic“ – Charme, durch den vor allem die unzähligen Horrorproduktionen der Hammerstudios bekannt wurden und die bis heute weltweit Zustimmung bei Horrorfreunden auf dem gesamten Erdball finden.

Ähnlich wie zuletzt im aktuellen Kinohit „The Woman in Black“, setzt „The Awakening“-Regisseur Nick Murphy vordergründig auf unglaublich intensives Gänsehautfeeling, dass er gekonnte durch einfachste Mittel erzeugt.

Dichte Nebel, dunkle Schatten und überraschend farblose Bilder unterstreichen das positive Gesamtbild und lassen eigentlich schnell vergessen, dass es sich eigentlich bei „The Awakening“ um ein waschechtes Drama handelt, und nicht um einen stimmungsvollen Gruselfilm, den man vermutlich nach den ersten 15 Minuten Filmlaufzeit erwarten würde.

Demnach wird nach der ersten „Internatsbesichtigung“ der Gruselfaktor, aufgrund von Charakterentwicklung und deren Konflikte untereinander reduziert, auch der Farbfilter verliert nach und nach an Intensität, sodass der Zuschauer sich vollends auf das Schauspiel der handvoll Protagonisten konzentrieren kann. Ich finde diesen konsequenten Cut sehr gut, hat doch die Idee hinter „The Awakening“ mehr zu bieten als stimmig gesetzte Gruselmomente allein.

Neben einem konsequenten Spannungsaufbau überzeugt „The Awakening“ mit einer spannenden und zugleich tragischen Geschichte, die in einem zutiefst traurigen Finale gipfelt, wobei alle gruselerprobten Filmfans dennoch nicht auf weitere schauderhafte Gruselmomente verzichten müssen. Diverse unheimliche Momente sind zwar im weiteren Verlauf der Handlung rar gesät, sorgen aber, gerade gegen Ende hin, für ausgiebig molliges Schauervergnügen.

Mit „The Awakening“ erhält der erwachsene Horrorfilmfan einen überaus atmosphärisch dichten und vor allem sehr ruhig erzählten Horrorfilm, der weniger auf dreist spekulative Schockeffekte setzt, sondern mit kleinen leisen Tönen überzeugen möchte.

Regisseur Nick Murphy ist das definitiv eindrucksvoll gelungen.

Wunderschöne , aber zutiefst traurige und melancholische Bilder, ein toller Soundtrack und liebevoll skizzierte Charaktere runden das Gesamtbild dieses lohnenswerten Gruseldramas ab.

Nach „The Woman in Black“ setzt nun ein weiterer aktueller Genrefilm auf stimmige und vorwiegend optisch-virtuose Raffinessen. Anstatt auf Trivialhorror mit dem Holzhammer zu setzen, zählen hier allein die stimmungsvollen Bilder und das glaubhafte Schauspiel, sowie das Schicksal der Protagonisten. Optisch opulente Gruselfilme, deren Augenmerke einzig und allein auf subtilem Horror liegen, scheinen nach wie vor DER neue Trend im Jahre 2012 zu sein. Ich zumindest, war begeistert.

 

 

 

8,0/10 Punkte

 

Ein kleines Gruseldrama, mit wunderschöner Optik und vorwiegend leisen Tönen.

Arthausfreunde und Liebhaber altmodischer Gruselfilme kommen hier garantiert auf ihre Kosten. Absolut sehenswert!

 

FSK-Prognose: ungeschnitten mit “FSK 16″.

 

 

Hellraiser80


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