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Beiträge mit Schlagwort “Geisterfilme

Filmkritik: “Grave Halloween” (2013)

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GRAVE HALLOWEEN

Story

 
 
 
Maiko (Kaitlyn Leeb) will die Seele ihrer verstorbenen Mutter mit Hilfe eines Rituals befreien und reist mit ihren Freunden an jenen Ort, wo sich die Mutter einst an einem Baum erhangen hat. Leider spukt es dort gewaltig, so dass die Kids bald um ihr eigenes Leben bangen müssen …
 
 
 


 
 
 

GRAVE HALLOWEEN – Kritik

 
 
 
Alle Jahre wieder die gleiche Prozedur: Pünktlich zur Herbstzeit wollen DVD-Label ihre eingekauften Horrorfilme an den Filmfreund bringen, schließlich gehört es für den Gruselfan alljährlich zur Pflicht, sich das Halloween-Fest mit schaurig-schöne Horrorstreifen zu verschönern. Der Oktober steht ganz im Zeichen des düsteren Genres, denn in keinem anderen Monat des Jahres werden so viele Horrorfilme in Handel, Videotheken und Fernsehen gebracht, wie es während der goldenen Jahreszeit der Fall ist. GRAVE HALLOWEEN ist Gruselstoff den man sich, wie der Name schon sagt, mit Freunden am Halloween-Abend gemeinsam auf der Couch anschaut, um sich gegenseitig Angst einzujagen. Leider ist jedoch nicht überall dort wo “Halloween” draufsteht auch wirklich gutes Gruselmaterial enthalten, denn wie der Trailer zum Film bereits erahnen lässt, handelt es sich bei GRAVE HALLOWEEN um leidlich unterhaltsamen und vor allem günstig produzierten Horror-Schrott fürs Fernsehen. Hinter dem überflüssigen TV-Beitrag steckt STEVEN R. MONROE. Der genießt seit dem Remake zu I SPIT ON YOUR GRAVE (2010) und dessen Fortsetzung I SPIT ON YOUR GRAVE 2 (2013) unter Folterfans Kultstatus. Bevor er jedoch Frauen in Filmen misshandeln und deren Peiniger durch den Fleischwolf jagen lies, drehte er bevorzugt TV-Ware und wurde nun vom amerikanischen Fernsehsender SYFY noch einmal damit beauftragt, seinen guten Namen für billig gemachten Fernseh-Kram herzugeben.
 
Wie so oft im Horrorfilm wirbt man auch in GRAVE HALLOWEEN damit, dass der Streifens von wahren Begebenheiten inspiriert wurde, schließlich lässt sich heutzutage nur mit einem Echtheits-Zertifikat auf dem Cover Kasse machen. Die Grundlage lieferten die Legenden von “Aokigahara” – einem dicht bewachsenen Wald in Japan, der für seine hohe Selbstmordrate berüchtigt ist und von den Japanern auch als “Selbstmordwald” bezeichnet wird. Darin verirren sich Maiko (KAITLYN LEEB) und ihre Freunde. Erstere will hier ein Ritual durchführen, um den Geist ihrer leiblichen Mutter zu befreien, die sich im Wald einst selbst das Leben genommen hat und deren Seele nun darin festsitzt. Leider kommt natürlich alles anders als erwartet. Schnell werden kostbare Hinterlassenschaften der hier Verstorbenen in eigene Taschen gesteckt und somit die Wut all jener Seelen auf den Plan gerufen, die sich in den Wäldern selbst umgebracht haben. Auch Maikos verstorbene Mutter ist über das Fehlverhalten der Rasselbande so erbost, dass sie mit harter Hand durchgreifen und einen nach dem anderen blutig bestrafen muss.
 
Nichts Neues an der Horror-Front. Für GRAVE HALLOWEEN bedient man sich erneut der japanischen Geister-Mythologie und lässt bleich geschminkte Asiaten auf nervende Kanadier los, die mal wieder das tun, was normal denkende Zuschauer nicht nachvollziehen können. STEVEN R. MONROE bekleckert sich für GRAVE HALLOWEEN nicht mit Ruhm, denn was er mit diesem Murks verbrochen hat entspricht letztendlich dem, was man eben von flink fürs TV gedrehten Filmen erwartet: hirnloser Sondermüll mit Platz für viele Werbepausen. Dabei lässt MONROE keine Katastrophe aus und bedient sich sogar der längst nicht mehr ganz so frischen Found-Footage-Thematik. Freundin Cassi ist Filmstudentin und benötigt noch reißerisches Material für ihre Abschlussarbeit. Eine Dokumentation über den unheimlichen Selbstmordwald am Fuß des Flusses Fuji scheint ihr dafür geradezu gelegen. Demzufolge sieht der Zuschauer einen kleinen Teil der Geschehnisse aus der Egoperspektive in Form verwackelter Waldansichten, wo asiatische Geistermädchen mit ungewaschenen Haaren kurz durchs Bild sausen damit die Teenager Panik bekommen. Immerhin besitz Regisseur STEVEN R. MONROE bereits Übung im Machen anspruchsloser TV-Movies, was dem Streifen des Öfteren über die Runden hilft. Tiefgang ist zwar nicht vorhanden, dafür wird es aber nicht langweilig. In GRAVE HALLOWEEN ist immer was los, so dass der Zuschauer erst gar nicht mitbekommt, welch formelhaftes Klischee-Gebräuch ihm hier eingeflösst wird. Hierbei dürften vor allem die fürs TV ungewöhnlich grafischen Splatter-Momente manch Logikloch vergessen lassen, den MONROE hatte wohl noch ein paar kranke Ideen übrig, die in seinem letzten I SPIT ON YOUR GRAVE-Ausflug keine Verwendung finden konnten. So werden die Kids nacheinander vom wütenden Geist der Mutter ins Jenseits befördert, damit der Zuschauer ein paar ekelige Szenen zu sehen bekommt. GRAVE HALLOWEEN ist Fastfood-Horror, der zwar kurzzeitig den Appetit stillt, von dem man jedoch nach nur wenigen Minuten schon wieder Magenknurren bekommt. Der Film ist ein typischer SYFY ORIGINAL-Titel und dürfte wahrscheinlich nur den Horrorfans schmecken, die sich auch über die bisherigen Gurken aus der SYFY-Kreativschmiede amüsieren konnten.
 
 
 


 
 
 

GRAVE HALLOWEEN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Effektreiches Grusel-Vergnügen für Fans asiatischer Geisterfilme. I SPIT ON YOU GRAVE-Macher STEVEN R. MONROE dreht den Gewaltgang zurück und besinnt sich zurück zu einer Zeit, in der er vornehmlich Filme fürs TV gedreht hat. Sein GRAVE HALLOWEEN ist kein nennenswertes Horror-Spektakel, dazu fehlen dem Streifen einfach neue Ideen. Stattdessen werden bewährte Horrorformeln nach bekanntem Schema kombiniert, damit sich der Zuschauer nicht überfordert fühlt. So bedient man sich von Elementen, die man bereits in J-Schauerwerken wie THE RING oder THE GRUDGE zu sehen bekommen hat, mixt diese mit vorhersehbaren Slasher-Klischees und für TV-Verhältnisse überraschend grafischen Gewaltmomenten. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse und das etwas arg gehetzt wirkende Finale endet in einem lauten Effekte-Gewitter, bei dem sich MONROES langjährige TV-Erfahrung bezahlt macht. GRAVE HALLOWEEN (was für ein bescheuerter Titel) ist ein solider Fernsehfilm mit ein paar netten Gewalteinlagen inklusive Überraschungs-Twist. Mehr aber leider auch nicht.
 
 
 


 
 
 

GRAVE HALLOWEEN – Zensur

 
 
 
Einige netten Gewaltmomente hat GRAVE HALLOWEEN zu bieten. So wird ein Bein gebrochen und ein Ast bohrt sich durch die Kehle eines Protagonisten. Mit viel Glück wird’s eine FSK 16.
 
 
 


 
 
 

GRAVE HALLOWEEN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sadako 3D – Ring Originals (2012)
 
Still 2 (2014)
 
Ring (2002)
 
Der Fluch – The Grudge (2004)
 


Filmkritik: “Still 2 – Tai Hong Tai Hien” (2014)

Tai-Hong-Tai-Hien-still2-2014
 
 
 

STILL 2

(TAI HONG TAI HIEN)

Story

 
 
 
Eine weitere Kurzgeschichtensammlung aus Thailand: In vier unheimlichen Halbstündlern, wird von rachsüchtigen Geistern berichtet, die sich nicht grundlos an den Lebenden vergehen …
 
 
 


 
 
 

STILL 2 – Kritik

 
 
 
Die Thailänder produzieren fleißig Anthologien. Neben 4BIA (2007), dessen Fortsetzung PHOBIA 2 (2009) und dem vor einigen Jahren veröffentlichten TAI HONG (2010) folgt Letzterem nun auch ein Sequel, welches man für den internationalen Filmmarkt zum besseren Verständnis in STILL 2 (Originaltitel: TAI HONG TAI HIEN) umbenannt hat. Wie bereits im Vorgänger werden erneut vier Kurzgeschichten in den Fokus gerückt, die von tatsächlichen Schlagzeilen aus der thailändischen Presse inspiriert wurden und dem Zuschauer nun wohlverdiente Schauer in Form einer unheimlichen Gruselsammlung garantieren sollen. Mit knapp zwei Stunden ist die dann aber auch recht lang geraten, was nicht immer von Vorteil sein muss – vor allem dann nicht, wenn der Qualitätsgehalt der einzelnen Geschichten eher durchwachsen ist. Nach einem vielversprechenden und knackig inszenierten Einstieg geht STILL 2 nämlich erst einmal die Puste aus. Was folgt ist typisch asiatisches Geister-Einerlei dem es vor allem an einem mangelt: Originalität. Der Zuschauer bekommt die Wut zorniger Geister zu spüren, die selbstverständlich immer dann ganz unbemerkt vor die Kamera sausen, wenn es der Horror-Freund nicht erwartet hat. So dürfte das Nervenkostüm all jener reichlich strapaziert werden, die mit Asia-Horror bisher noch nicht so oft zu tun gehabt haben. Kennt man stattdessen die wichtigsten Geisterfilme aus Fernost, verlieren auch die wenigen Schreckmomente im Film an Wirkung, schließlich läuft das konventionelle Erschrecken hier nach bekanntem Schema ab und hat nicht selten mit Vorhersehbarkeit zu kämpfen. Immerhin hält man in dieser Horror-Anthologie Abstand von nervigen Gören, die aus Brunnen und TV-Apparaten krabbeln. Pitschnasse und stinkwütende Geisterplagen haben seit den RINGU-Erfolgen in den 90ern ziemlich oft für Chaos im asiatischen Horror-Kino gesorgt. Mittlerweile scheint der internationale Filmmarkt genug davon gesehen zu haben, so dass die Zahl jener Spukfilme rückläufig geworden ist. In STILL 2 wandeln die etwas anderen Geister durchs Heimkino, welche oftmals sogar mit Zombies gleichzusetzen sind, da sie hier in jener körperlichen Verfassung durch die Kulisse spuken, wie sie letztendlich den Tod gefunden haben. Bis auf die Optik hat sich aber auch in thailändischen Geisterfilmen nicht viel geändert. Nach wie vor beschränkt sich auch hier ihr körperloses Dasein auf das Rächen und Töten. Da den rastlosen Seelen zu Lebzeiten Schlimmes angetan wurde dürfte verständlich sein, dass nun Vergeltung ausgeübt werden muss, um endlich Ruhe finden zu können.
 
Interessanterweise haben die vier thailändischen Regisseure ihre ganz eigene Methode entwickelt, wie sie die vier Rachegeschichten an den Zuschauer bringen wollen. So macht es Regisseur THAMMANOON SAKULBUNTHANOM subtil, während es THANADOL NUALSUTH mit seinem Segment blutig bevorzugt. STILL 2 bietet die gewohnte Abwechslung, die Horror-Anthologien nun mal ausmachen – auch wenn die Grusel-Fortsetzung mit ihrem recht trägen und gemächlichen Tempo nicht unbedingt zu den Schnellsten dieser Gattung von Filmen gehört.
 
Los geht es mit dem subtilen und wohl besten Segment der gesamten Sammlung namens “14”. Das wurde von THAMMANOON SAKULBUNTHANOM solide aber spannend in Szene gesetzt und erzählt von der Büroangestellten Ant, die nach zig Überstunden entscheidet am späten Abend mit einem Sammel-Taxi nach Hause zu fahren, weil ihr betrügender Boy-Friend Pope mal wieder andere Frauen im Kopf hat, statt die eigene Freundin von der Arbeit abzuholen. Nachdem Ant im Taxi Platz genommen hat, entwickelt sich für sie die Heimfahrt zum Albtraum, schließlich folgt ihr ein rachsüchtiger Geist auf Schritt und Tritt mit dem nicht gut Kirschen essen ist.
 
Weiter geht es mit einem eher überzogenen und bewusst um Slapstick bereicherten Beitrag von ACHIRA NOKTHET. Der berichtet in seinem “16” von drei pubertären Kids, die sich in einem mysteriösen Bordell mit “Nr. 16″ vergnügen wollen – einer attraktiven Dame, die wohl nicht ganz freiwillig hier Freiern ihre Dienste anbieten muss. Als die Teenager dem Mädchen zur Flucht verhelfen wollen, geht einiges schief.
 
Den leichten Lachern folgt die wohl zäheste Geschichte der Anthologie. Regisseur POJ ARNON begleitet in “15” einem adretten Helden in ein Hotelzimmer mit gleicher Nummer. Dort geht es nicht mit rechten Dingen zu, denn in jüngster Vergangenheit hat sich hier Tragisches ereignet. Bald schon wird die Aufmerksamkeit eines ruhelosen Geistes auf den Plan gerufen, der in den Räumlichkeiten ein grausames Ende gefunden und mit dem neuen Hotelgast noch ein Hühnchen zu rupfen hat.
 
Nach klassischem Geiserspuk geht es ins Finale, wo STILL 2 noch einmal zu Hochtouren aufläuft. Hier kommen sogar Fans blutiger Metzelstreifen auf ihre Kosten, denn der abschließende “13” geizt nicht mit unangenehmen Schauwerten. THANADOL NUALSUTH erzählt hier von der ermordeten Kin, die als Geistergestalt in die Welt der Lebenden zurückkommt, weil ihr Freund sie brutal getötet und in eine Kiste gequetscht hat. Da die Ermordete mit ihrem unfreiwilligen Ableben gar nicht einverstanden ist, macht sie genau das, was wohl jeder Geist in ihrer Situation tun würde: sie folgt ihrem mörderischen Freund auf Schritt und Tritt und quält ihn durch die Filmhölle, damit dieser die gleichen Qualen zu spüren bekommt, die sie selbst einst erdulden musste. Was folgt ist nichts für Zartbesaitete. Es werden Zähnen mit Hilfe eines Teppichmessers abgesägt, Arme gebrochen und Zungen zerfetzt – den Splatterfan freut es.
 
Vier Geschichten über Liebe, Hass, Enttäuschung und Tod. STILL 2 erzählt vom Schmerz der Liebe und rastlosen Seelen, die zwischen Dies- und Jenseits wandeln, um auch nach dem Tode dem Pfad der Liebe folgen zu können. Das Regie-Quartett schielt mit STILL 2 nach ähnlich gestrickter Ware wie V/H/S 2 oder THE ABC’S OF DEATH, die aus der Horrorfilmwelt mittlerweile nicht mehr wegzudenken sind. Im Unterschied zu den bekannten Anthologie-Erfolgen aus Übersee verblasst STILL 2 dagegen deutlich, denn dazu mangelt es dem Streifen einfach an richtigen guten Ideen und Tempo, um im Gedächtnis bleiben zu können. Auch wenn sich thailändische Mädchen an den sportlichen Knaben im Film vermutlich nicht sattsehen konnten (STILL 2 wurde offensichtlich für ein jüngeres Publikum gemacht), dürften hiesige Filmfans trotz blutigem Rot und einigen Schreckmomenten nur ein müdes Lächeln für diese Grusel-Anthologie übrig haben. STILL 2 ist verschenktes Potenzial und leider nur Durchschnittshorror.
 
 
 


 
 
 

STILL 2 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein stimmiger Mix aus Blut, Schocks und Gänsehaut. Die Fortsetzung des thailändischen Horrorerfolgs TAI HONG (2010) ist typisch asiatisches Geisterkino, das vorwiegend vom subtilen Angstmachen lebt. In vier vollkommen unterschiedlichen Geschichten wird von rachsüchtigen Geistern berichtet, die mit der Liebe abgerechnet haben und nun Vergeltung für das fordern, was ihnen von den Partnern zu Lebzeiten angetan wurde. Wie in Anthologien üblich, unterscheiden sich die Segmente von der Machart, schließlich steckt hinter jedem Halbstündler ein anderer Regisseur. Die versuchen mit individueller Handschrift etwas Abwechslung in die Horror-Sammlung zu bringen. Gelungen ist ihnen das nur bedingt, denn das Erzähltempo ist teils ziemlich langsam, so dass STILL 2 vor allem in der Halbzeit mit einigen Längen zu kämpfen hat. Immerhin gibt es neben subtilen Gänsehautmachern auch deftige Hausmannskost zu bestaunen. Die letzte Geschichte geizt nämlich nicht mit unangenehmen Schauwerten. So bietet STILL 2 unterm Strich für jeden etwas, bleibt aber trotzdem nur Durchschnittsware, schließlich will man partout nicht das Gefühl loswerden wollen, dass man das hier Gebotene schon irgendwo mehrfach gesehen hat.
 
 
 


 
 
 

STILL 2 – Zensur

 
 
 
Geschichte Nummer vier reißt alles heraus. Hier werden ziemlich derbe Spezialeffekte gezeigt, die STILL 2 in der deutschen Fassung eine KJ-Freigabe bescheren dürften. Insofern sich ein Verleih daran wagt den Film hierzulande zu veröffentlichen (asiatische Horrorfilme finden bekanntlich immer seltener den Weg in deutsche Händlerregal), wird STILL 2 erst für ein erwachsenes Publikum freigegeben werden – ungeschnitten!
 
 
 


 
 
 

STILL 2 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tom Holland’s Twisted Tales (2013)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
The Penny Dreadful Picture Show (2013)
 
5 Senses of Fear (2013)
 


Filmkritik: “Raised by Wolves” (2014)

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RAISED BY WOLVES

Story

 
 
 
Einige Kids wagen sich auf die Ranch eines ehemaligen Sektenanführers, dessen Geist hier scheinbar immer noch sein Unwesen treibt …
 
 
 


 
 
 

RAISED BY WOLVES – Kritik

 
 
 
Auch große Namen hinter Filmprojekten müssen nicht gleichzeitig Qualität bedeuten. Manchmal können auch Regisseure Filme vermasseln, die eigentlich bisher immer sehenswerte Horror-Hits in die Heimkinos gebracht haben. MITCHELL ALTIERI und PHIL FLORES sind im Genre mittlerweile keine Unbekannten mehr. Unter dem Namen BUTCHER BROTHERS ist ihnen vor einigen Jahren mit ihrem Indie-Grusler THE HAMILTONS (2006) ein Überraschungshit gelungen, der sechs Jahre später mit THE THOMPSONS erfolgreich fortgesetzt werden konnte. Für HOLY GHOST PEOPLE wagte MITCHELL ALTIERI im Jahr 2013 den Schritt in die “Selbstständigkeit” und erhielt für sein Solo-Projekt von Kritikern und Fans nur lobende Worte, so dass der Regisseur darin bekräftigt wurde, noch einmal allein Regie zu führen. RAISED BY WOLVES heißt der filmische Schnellschuss, der vermutlich Beweis dafür ist, dass die BUTCHER BROTHERS erst einmal eine kreative Pause einlegen sollten, um nach guten Ideen für neue Filme zu suchen.
 
Es geht um einige Skater-Kids, die das Abenteuer suchen, weil sie mit ihrer Freizeit nichts anzufangen wissen. Der leere Pool einer verlassenen Ranch soll den ultimativen Kick zum Skateboarden bescheren. Dort hat einst Sektenguru Ernest Plainsong sein Unwesen getrieben und seinen minderjährigen Anhängern eingetrichtert, dass sie angeblich von Dämonen besessen wären. Die wurden paranoid und ermordeten sich gegenseitig. Nun, viele Jahre später scheinen sich die Ereignisse erneut so abzuspielen, wie sie sich in den 70ern zugetragen haben. Mit der Ankunft der neugierigen Teenager geschehen abermals seltsame Dinge auf dem Grundstück des verfallenen Anwesens, die erwartungsgemäß kein gutes Ende nehmen werden. Schnell sind die Körper der Kinder vom Bösen besessen, die sich wie Zombies durch die Flure der morschen Hütte bewegen und Jagd auf Jene veranstalten, die noch nicht vom Bösen infiziert wurden. Mikey (Evan Crooks) hält mit seiner Kamera alles auf Film fest und hat sogar einen Ersatzakku dabei, damit er das Massaker an seinen Freunden am Stück filmen kann.
 
Regisseur MITCHELL ALTIERI bedient sich für seinen RAISED BY WOLVES der momentan beliebten Sekten-Filmwelle, die bereits mit THE SACRAMENT, Apocalyptic und CHILDREN OF SORROW einige ähnliche Vertreter vorzuweisen hat, die in letzter Zeit das Licht der Zelluloid-Welt erblickt haben. Offensichtlich von den Morden der Charles Manson Family inspiriert, hat ALTIERI hier einen eher bescheidenen Beitrag zur zwiespältigen Found-Footage-Thematik geschaffen, der nicht einmal ansatzweise dem gerecht werden kann, was man eigentlich bisher von den BUTCHER BROTHER zu sehen bekommen hat. Viel zu sehr kopiert RAISED BY WOLVES jene Erfolgsformeln, die weitaus bessere “Wackelfilme” zum Erfolg verholfen haben. Eigenständigkeit ist hier Fehl am Platz, denn das Meiste wirkt in diesem Horrorsüppchen derart lieblos zusammenstibitzt, dass ein frühzeitiges Abschalten vorprogrammiert sein dürfte, schließlich lässt sich ohnehin recht schnell vorausahnen, was den einfältigen Protagonisten am Ende blühen wird. Die gehören zu jenen unsympathischen Zeitgenossen, denen man ohnehin das grausame Ausradieren wünscht, ist es dem Zuschauer aufgrund der nicht vorhandenen Identifikationsfiguren ohnehin kaum möglich, überhaupt für einen der Jugendlichen Sympathien zu entwickeln.
 
Konstruiert wirkende Panikmache durch planloses Umhergeirre ist auch in RAISED BY WOLVES Programm. Macher MITCHELL ALTIERI lässt die Kamera nie zur Ruhe kommen, die permanent damit beschäftigt ist, möglichst viele verzerrte Einstellungen zu zeigen, damit dem Zuschauer ganz schnell der Geduldsfaden reißt. Vor allem während der zweiten Filmhälfte wird das Nervenkostüm des Filmfans auf eine harte Probe gestellt. ALTIERI verlagert sein Szenario vom Tag in die Nacht und zeigt nur dass, was das Kameralicht preisgibt. Meist ist das jedoch nur Wand und Boden, denn mit fortschreitender Dunkelheit werden auch die Kids panischer, die bald nur noch verschreckt und orientierungslos durch das Gelände flitzen und reichlich zu kreischen haben. Aus Testosteron gesteuerten Jungs werden scheue Angsthasen und zuvor selbstbewusste Kampfamazonen schreien sich um Kopf und Kragen. Förderlich ist das dem Film leider nicht, zumal sich keiner der Protagonisten einige Minuten Zeit nimmt um darüber nachzudenken, wie man der Misere Herr werden könnte. Stattdessen scheint ALTIERI Spaß daran zu haben, mit immer gleichen Schockmomenten erschrecken zu wollen. Die reduzieren sich auf das meist wenig überraschende Erscheinen der dämonisch infizierte Skater-Freunde, die just dann in den Lichtkegel der Kamera stolpern, wenn diese endlich mal zur Ruhe kommt.
 
RAISED BY WOLVES ist kein guter Film. Hier hält der Horrorfan ein austauschbares Found-Footage-Debakel in den Händen, das aufgrund der Masse an ähnlich gestrickter Billig-Ware schnell wieder vergessen sein dürfte. Apropos: Während die männlichen Kollegen leidlich talentiert um ihr Überleben schreien, haben sie immerhin Ahnung vom Skaten. Leider reicht das nicht aus, um RAISED BY WOLVES halbwegs erträglich zu gestalten. Demnach sollten sich nur Fans der Wackelkamera auf diese Ranch wagen. Gegner der Found-Footage-Plage werden nämlich auch an diesem Schüttel-Ausflug rein gar keine Freude haben. Wir haben gewarnt!
 
 
 


 
 
 

RAISED BY WOLVES – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Beliebiges Wackel-Chaos ohne Höhepunkte, das nur von all jenen gesehen werden sollte, die sich jedes Found-Footage-Desaster reinziehen, um mitreden zu können. RAISED BY WOLVES besitzt weder neue Ideen noch gute Effekte, die den Streifen aus der Masse an ähnlichen Filmen hervorstechen lassen könnten. Ganz übel ist im Übrigen (was für eine Überraschung) die Kameraführung, die den Zuschauer mit heftigem Geschüttel scheinbar an den Rand des Wahnsinns treiben will. RAISED BY WOLVES ist überflüssiger Sekte-trifft-auf-Dämonen-Blödsinn, den man getrost im Händlerregal stehen lassen sollte. Daher: Den nächsten Found-Footage-Film, bitte – Schließlich gibt es ja nicht bereits genug solcher Streifen!
 
 
 


 
 
 

RAISED BY WOLVES – Zensur

 
 
 
Außer einigen Kratzern an Bein und Rücken sowie einem Rohr, das sich durch den Körper eines Protagonisten bohrt, gibt es in RAISED BY WOLVES kaum Gewalt zu sehen. Demnach darf man bedenkenlos mit einer ungeschnittenen FSK16 rechnen.
 
 
 


 
 
 

RAISED BY WOLVES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Sacrament (2013)

Children of Sorrow (2012)

Apocalyptic (2014)

The Manson Family (2003)

Helter Skelter (2004)

Helter Skelter – Die Nacht der langen Messer (1976)


Filmkritk: “At the Devil’s Door” (2014)

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AT THE DEVIL’S DOOR

Story

 
 
 
Ein teuflischer Pakt hat für drei Frauen schwerwiegende Konsequenzen: sie können sich ihres Lebens nicht mehr sicher sein, weil ihnen eine bösartige Gestalt nichts Gutes will …
 
 
 


 
 
 

AT THE DEVIL’S DOOR – Kritik

 
 
 
Einmal Horrorfilm – immer Horrorfilm, zumindest scheinen diesem Credo schon so manche Nachwuchsregisseure blindlings gefolgt zu sein, schließlich bekommt man den Ruf des Angstmachers schwer wieder los, wenn man Zuschauer erfolgreich um den Schlaf gebracht hat. So ähnlich dürfte es in Zukunft auch NICHOLAS MCCARTHY ergehen, der sich sichtlich im Horror-Bereich festgefahren hat und ein Faible für subtilen Schauer besitzt, wie er im Falle seines neusten Gruselstreifens einmal mehr unter Beweis gestellt hat. Der nennt sich AT THE DEVIL’S DOOR und ist nach seinem kleinen Indie-Hit THE PACT (dem demnächst ein weitere Teil folgen soll) bereits der zweite Ausflug in die Welt der Dämonen und Geister, den er mal so ganz nebenbei aus dem Ärmel geschüttelt hat. Glücklicherweise wiederholt er hier nicht einfach nur geistlos das, was seinem Erstling zum Erfolg verholfen hat. Stattdessen ist eine konsequente Weiterentwicklung zu verzeichnen, die einen Gänsehaut verursachenden Gruselzoll zur Folge hat. MCCARTHY gelingt das, was vielen Horrormachern oftmals verwehrt bleibt. Mit langsamen Kamerafahrten, spartanisch ausgeleuchteten Sets und wohl überlegten Schreckmomenten jagt er Angst ein und wirkt darin so erfahren, dass man meinen könnte er habe bisher weit zwei Dutzend solcher Filme auf Zelluloid gebannt. Dem ist jedoch nicht so, was einmal mehr beweist, dass der Regisseur nicht im Akkord filmt, sondern Qualität walten lässt – etwas, was man im Horrorfilm mittlerweile schmerzlich vermisst.
 
Die Dreharbeiten zu AT THE DEVIL’S DOOR wurden bereits im Jahr 2012 begonnen, kurz nachdem THE PACT international vermarktet wurde und reichlich Lobeshymnen einheimsen konnte. Die Idee zum Film kam MCCARTHY während einer Taxifahrt nach der Sundance-Premiere seines Erstlings, als ihm der Taxifahrer von einem gruseligen Ereignis aus seinem Leben in Chile berichtete, bei dem er seine Seele an einen Medizinmann verkauften wollte, um seinen Freunden zu beweisen, wie mutig er ist. Kurze Zeit später wurde er von unheimlichen Stimmen gerufen, die ihm reichlich Unbehagen beschert haben. MCCARTHY war von dieser Gruselgeschichte derart fasziniert, dass er nur wenig Zeit vergeudete und zügig ein Drehbuch schrieb in das er die Erzählung implementieren konnte – Wer AT THE DEVIL’S DOOR aufmerksam verfolgt, dürfte des Taxifahrers Anekdote im Opening wiederentdecken. Selbstverständlich ist MCCARTHY seinem Stil treu geblieben, denn wie bereits im Erstwerk THE PACT bekommt der Zuschauer auch in HOME (so wie AT THE DEVIL’S DOOR anfänglich heißen sollte) die eher leisen Töne serviert. Das mag zwar in einer Zeit dumpfer Gewaltstreifen und hanebüchenen Mainstream-Spuks durchaus altbacken anmuten; die Geschichte und das Drumherum jedoch, das MCCARTHY hier an den Zuschauer bringen will, ist so geschickt und spannend konstruiert, dass die obligatorische “Toilettenpause” definitiv warten muss. Die Thematik “Pakt” hat es ihm sichtlich angetan, denn wie im Film mit gleichem Titel handelt auch sein neuer Streifen von einem teuflischen Abkommen, das eine Reihe ungeahnter Ereignisse zur Folge hat.
 
Im Mittelpunkt stehen drei Frauen, deren Schicksale miteinander verknüpft sind. Es ist der Leibhaftige, der ihnen nichts Gutes will und mit dem die 17-jährige Hannah als erstes unfreiwillig Bekanntschaft machen muss, weil sie ihre Seele aus Liebe zu Ihrem neuen Freund an den Teufel verkauft hat. Der ist auf der Suche nach einem neuen zuhause und nutzt ihren Körper, um es sich darin gemütlich zu machen. Für Hannah eine Qual. Als sie keinen Ausweg findet und sich beginnt vor sich selbst zu fürchten, erhängt sie sich im Haus ihrer Eltern. Was folgt ist wahrlich nichts für sensible Gemüter: Immobilienmaklerin Leigh (CATALINA SANDINO MORENO) nimmt sich dem Häuschen an, in dem die Heimgesuchte ihre letzten Tage verbracht hat. Die Eltern möchten die trostlosen Räumlichkeiten verkaufen, um die schreckliche Vergangenheit hinter sich lassen. Doch das Böse scheint hier immer noch präsent zu sein. Bald schon nimmt der Teufel erneut die Witterung auf und beginnt Leigh samt Schwester aufzulauern, um die Frauen für seine Zwecke missbrauchen zu können.
 
Wenn Luzifer dreimal klingelt, sollten lieber alle Türen abgeschlossen werden, denn mit dem Besuch aus der Hölle ist meist nicht gut Kirschen essen. In AT THE DEVIL’S DOOR ist der Teufel obdachlos und schleicht als finstere Gestalt durch die Leben dreier Frauen, die durch die Begegnung mit dem Bösen völlig aus der Bahn geworfen werden. Regisseur NICHOLAS MCCARTHY bewegt sich weg vom Paranormalen und probiert Okkultes aus, das irgendwo zwischen DER EXORZIST, ROSEMARIES BABY und DAS OMEN zu finden ist. Dabei bahnt sich das Grauen mit leisen Schritten durch das clever geschriebene Drehbuch, das nur häppchenweise Informationen liefert und niemals zu viel verrät. Ein guter Schachzug, denn so kann der Spannungsbogen konstant gehalten werden, der bei einem gemächlich erzähltem Gruselstreifen wie AT THE DEVIL’S DOOR unverzichtbar ist. Natürlich haben auch viele “böse” Szenen ihren Weg in den Streifen gefunden. Da MCCARTHY seit jeher eher auf’s Subtile Wert legt und ein Verfechter klassischer Horrorelemente ist, hat das Schlachthandwerk Sendepause. Hier huschen finstere Schatten durch lange Flure, Türen schlagen wie von Geisterhand zu und Frauen werden von einer unsichtbaren Präsenz durch die Luft gewirbelt – THE ENTITY (1982) lässt grüßen. Lobenswerterweise hält sich der Gruselmacher mit dem inflationären Zeigen der ewig gleichen Genre-Zutaten zurück. Diese finden wenn nur sparsam Verwendung, wobei sich das meiste Grauen ohnehin nur im Kopf des Zuschauers abspielt. Erst gegen Ende darf ein kurzer Blick auf das Filmmonster geworfen werden für das sich MCCARTHY scheinbar ein wenig Inspiration bei PAN’S LABYRINTH geholt haben dürfte. AT THE DEVIL’S DOOR ist altmodischer Schauer mit viel Atmosphäre, der vor allem von der Prämisse zehrt, dass er nicht verrät, worauf er denn nun eigentlich hinaus will. Das Puzzle wird erst am Ende gelöst, wenngleich auch im Finale die leisen Töne zählen und auf effekthascherisches Brimborium verzichtet wurde. So ruhig und unerwartet wie AT THE DEVIL’S DOOR begonnen hat, endet er auch – einziges Manko: Der offene Ausgang lässt wie bei so vielen Horrorfilmen mal wieder Spekulationen für ein Sequel offen. Im Falle dieses in sich stimmigen Albtraums ist dies jedoch vollkommen überflüssig, denn um plausible Antworten zu erhalten, sollte der Zuschauer lieber die Phantasie spielen lassen.
 
 
 


 
 
 

AT THE DEVIL’S DOOR – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
AT THE DEVIL’S DOOR ist garantiert kein Film, den man vor dem zu Bett gehen anschauen sollte. Nach dem Indie-Hit THE PACT ist Macher NICHOLAS MCCARTHY seinem Grusel-Konzept treu geblieben und setzt wieder auf eher subtilen Horror statt blutgeilem Splatter-Quatsch mit dem Holzhammer. AT THE DEVIL’S DOOR ist stilistisch nicht weit von THE PACT entfernt. Wieder gibt es langsam Kamerafahrten, düstere Gänge und genug unheimliche Momente, die reichlich Gänsehaut verursachen. Neu hingegen ist, dass sich MCCARTHY weg vom Geister-Genre hin zum Okkultismus bewegt und eine in sich stimmige Geschichte zu Papier gebracht hat, die erst am Ende Sinn ergibt. Bis dahin darf sich durch eine morbide und nahezu depressiv wirkende Szenerie gegruselt werden, für die man Macher NICHOLAS MCCARTHY nur Dank beipflichten kann. Der versteht nämlich wie man dem Zuschauer mit einfachsten Mitteln Angst einjagen kann. Für INSIDOUS und CONJURING-Schöpfer JAMES WAN eine gute Gelegenheit für die geplanten 100 Pre- und Sequels seiner bisherigen Erfolgsfilme die ein oder andere Idee zu stibitzen. Wir meinen: In letzter Zeit kann keiner so gut gruseln wie NICHOLAS MCCARTHY. Sein AT THE DEVIL’S DOOR gehört zweifelsohne mit zur Referenz atmosphärischer Schauerstreifen.
 
 
 


 
 
 

AT THE DEVIL’S DOOR – Zensur

 
 
 
Wir sehen besessene Frauen die in der Luft schweben und aus Fenstern und gegen Wände geworfen werden. Gewalt wird hier kaum gezeigt. Daher ist eine ungeschnittene FSK16 denkbar.
 
 
 


 
 
 

AT THE DEVIL’S DOOR – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Pact (2012)
 
Besessen – Der Teufel in mir (2012)
 
Cassadaga (2011)
 
The Innkeepers (2011)
 
The Awakening (2011)
 
The Devils Backbone (2001)
 
Das Omen (1976)
 
Der Exorzist (1973)
 


Filmkritik: “Long Weekend – Thongsook 13″ (2013)

long-weekend-thongsook-13
 
 
 

LONG WEEKEND

THONGSOOK 13

Story

 
 
 
Sechs Jugendliche wollen auf einer verlassenen Insel – wo auch sonst – eine trinkfreudige Wochenendsause in einem Strandhaus veranstalten. Leider birgt das friedliche Eiland auch eine dunkle Vergangenheit. Früher wurden dort während des sogenannten Blutmondes geheimnisvolle Opferriten durchgeführt, um die Geister der Insel zu besänftigen. Hätten die Kids gewusst, dass ihr Feiervorhaben in genau jenen Ritualzyklus fällt, wären sie vermutlich zu Haus geblieben …
 
 
 


 
 
 

LONG WEEKEND – Kritik

 
 
 
Wenn uns der Horrorfilm eins gelehrt hat, dann dass man Außenseitern besser keine gemeinen Streiche spielt, denn derart rücksichtsloses Verhalten wird im Genre eigentlich immer mit dem Tod bestraft. Bereits in Filmen wie Kings CARRIE (1976) oder dem Slasher BRENNENDE RACHE (1981) war das der Fall. Hier wurde Außenseitern derart übel mitgespielt, dass die Geschehnisse eine ungeahnte Wendung erfuhren und im Blutbad enden mussten. Auch in Thailand finden jene beständigen Horror-Regeln im Film immer wieder Verwendung. So auch in LONG WEEKEND – einem weiteren Teenie-Grusler, der freilich nichts mit dem australischen Öko-Horror von COLIN EGGLESTON zu tun hat, dem im Jahr 2008 unter gleichem Titel eine aufgehübschte Neuverfilmung folgen musste. Im thailändischen LONG WEEKEND ist es nicht Mutter Natur, die mit Umweltsündern kurzen Prozess veranstaltet, sondern eine Gruppe Thai-Kids, die unbeabsichtigt einen geheimnisvollen Schrein nach einem fiesen Streich an einem Mitschüler entweihen und die Missgunst böser Geister auf den Plan rufen. Einzelgänger und Schul-Mobbingopfer CHINAWUT INDRACUSIN fungiert hier als Medium, in dessen Körper die zornigen Geister schlüpfen nachdem dieser von seinen Klassenkameraden in eine Art Opferkammer gesperrt und seines Schutzamuletts beraubt wurde. Wenig später ist die Hölle los, denn der Rechner leistet ganze Arbeit, schließlich sind fast alle Horror-Elemente in LONG WEEKEND (der sich übrigens im Original THONGSOOK 13 schimpft) computeranimiert. Regisseur TAWEEWAT WANTHA (was für ein Zungenbrecher) übertreibt es in seinem glattgebügeltem Gruselstück ein wenig arg mit CGI-Gespuke. Zwar können sich die Spezialeffekte durchaus sehen lassen; der Film ist jedoch teilweise derart effektüberladen, dass das Wesentliche aus den Augen verloren wird. WANTHA verschwendet wenig Zeit mit der Charakterentwicklung. Stattdessen legt der Filmemacher Wert auf einem unhomogenen Klangteppich, der von anhaltendem Gewitterdonner begleitet wird und künstlich aus den TV-Boxen grummelt. Letzterer wurde zudem derart laut eingespielt, dass der Zuschauer permanent damit beschäftigt ist die Lautstärke des Fernsehapparats zu regulieren, weil ihm der Donnergeröll zu laut und die Dialoge zu leise abgemischt wurden. Die künstlichen, durch Lautstärke verursachten Schreckmomente hat LONG WEEKEND jedoch auch bitter nötig, denn ein Gruselfaktor ist kaum zu verzeichnen. Wie soll der auch entstehen, wenn ein atmosphärischer Erzählstrang und der konstant steigende Spannungsbogen zugunsten oberflächlicher Effekthascherei vernachlässigt wurde.
 
LONG WEEKEND oder THONGSOOK 13 ist jugendkonformer Teenie-Horror, der sich offensichtlich an ein junges Publikum richtet. Filmische Experimente werden nicht gewagt, stattdessen wird sich an den Konventionen des modernen Horrorkinos orientiert. Für den Zuschauer bedeutet das: Stereotype Helden, die nach dem Prinzip der 10 kleinen Negerlein das Zeitliche segnen müssen, damit der Horrorfan auch etwas Gewalt zu sehen bekommt. Für Geister-Horror aus Fernost kommt die überraschend schaufreudig daher, so dass sich auch der ein oder andere europäische Horrorfan mit LONG WEEKEND anfreunden dürfte. Warum an der hauchdünnen Handlung ausgerechnet vier (!) Autoren gleichzeitig kritzeln mussten, dürfte jedoch für immer ein Mysterium bleiben. Vermutlich war der aufgezwungene Schluss-Twist nicht anders zu bewerkstelligen.
 
 
 


 
 
 

LONG WEEKEND – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
(Er)Schreckreiche Geisterhatz aus Thailand mit bitterbösem Ausgang. LONG WEEKEND (oder THONGSOOK 13, so wie er ins seinem Entstehungsland ins Kino gebracht wurde) ist garantiert nichts für Liebhaber des Old-School-Horrors. Die Macher haben sichtlich viel Spaß mit den Fähigkeiten von Hochleistungsrechner gehabt und reichlich Bath in Computereffekte fließen lassen. Die sehen zwar ganz brauchbar aus, können aber nicht verbergen, dass das Drehbuch zum Film kaum vom Hocker reißen will. In LONG WEEKEND treffen stereotype Kids auf animierte Geister und werden nacheinander in den Filmhimmel transferiert. Gruselig ist das zwar nicht, dafür aber ziemlich schockintensiv, weil die Ton-Macher dreist an den Lautstärkereglern ihrer Mischpulte hantiert haben. Unterm Strich ist der thailändische Horrortrip keine Offenbarung – Mainstream verwöhnte Kids haben an diesem halbherzigen Spuk-Quark vermutlich trotzdem ihre Freude.
 
 
 


 
 
 

LONG WEEKEND – Zensur

 
 
 
Einiges an Gewalt wird geboten. So wird ein Kopf im Motorboot-Motor zermatscht und Gegenstände durch Köpfe gejagt. Wir rechnen mit einer Freigabe für Erwachsene: KEINE JUGENDFREIGABE.
 
 
 


 
 
 

LONG WEEKEND – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Phobia (2009)
 
House of Dust (2013)
 
The Damned (2013)
 
The Quiet Ones (2013)
 


Filmkritik: “Gallows Hills” (2013)

the-damned-gallows-hill-2013
 
 
 

GALLOWS HILL

(THE DAMNED)

Story

 
 
 
Ein Unwetter macht fünf Reisenden einen Strich durch die Rechnung. Sie suchen Unterschlupf in einem verlassenen Hotel und stoßen dort auf das ultimativ Böse …
 
 
 


 
 
 

GALLOWS HILL – Kritik

 
 
 
Wirft man den Namen VICTOR GARCIA in die Horror-Runde, dürften sich bei dem ein oder anderen wutentbrannten Horrorfan zügig die Zehennägel krümmen. Seitdem der Regisseur eine besondere Leidenschaft für billige Videofortsetzungen erfolgreicher Horror-Hits entwickelt hat, läuten bei Freunden düsterer Unterhaltung die Alarmglocken sobald ein weiteres Werk bei ihm in der Mache ist. Für die, die vielleicht nicht so mit Filmen bewandert sind: GARCIA lies nach Ajas Hochglanz-Remake MIRRORS im Jahr 2010 ein überflüssiges Video-Sequel folgen und ist zudem für die Zelluloid-Katastrophen HELLRAISER: REVELATIONS (2012) und RETURN TO HAUNTED HILL (2007) verantwortlich. Umso verwunderlicher, dass der gebürtige Spanier mit seinem neusten Horror-Flick etwas Eigenständiges gedreht hat, bei dem zur Abwechslung kein bekanntes Filmfranchise dahintersteckt. Anders als erwartet, macht GARCIA jetzt was Eigenes. Sein neuster Streifen erzählt von Besessenheit und Geistern und orientiert sich – welch Zufall – erneut bei einem ganz großen Klassiker der Horrorfilmwelt: EVIL DEAD. Sein GALLOWS HILL (der international unter THE DAMNED vermarktet wird) ist quasi eine Light-Version des berüchtigten Originals, dem im vergangenen Jahr eine Neuverfilmung zuteil wurde, die international reichlich Kasse machen konnte. GARCIA bereichert sich der Erfolgszutaten des EVIL DEAD Remakes und ändert diese ein klein wenig ab, damit nicht so offensichtlich ins Gewicht fällt, dass selbst kaum Ideen vorhanden gewesen waren. So wurde aus der klapprigen Hütte im Wald ein finsteres Hotel und das Buch der Toten wurde durch einen wütenden Geist ersetzt, der von den Protagonisten unbeabsichtigt aus seinem Gefängnis befreit wird und sich den Körpern seiner Retter bemächtigt.
 
Macher VICTOR GARCIA entführt den Zuschauer nach Kolumbien wo eine Gruppe von fünf Menschen nach einem Autounfall Zuflucht in einem geschlossenen Hotel suchen. Der Besitzer tut sich anfangs schwer die Hilfesuchenden aufzunehmen, lässt sich jedoch erbarmen und bietet den fünf Durchreisenden Unterschlupf. Schon bald vernimmt die Gruppe beunruhigende Stimmen, die aus dem Kellergeschoss dringen und zum Erkunden der Herberge einladen. Die Schnüffeleien führen zum Erfolg: In einem kleinen Raum unter dem Haus befreien die Gäste ein kleines Mädchen, dass sich hier unten sich selbst überlassen wurde. Der Hausherr findet die Rettungsaktion jedoch gar nicht erfreulich, haust doch in dem Kinderkörper der Geist einer bösen Hexe, die sich nun freigelassen den Körper der Zufluchtsuchenden bemächtigt, um sie gegeneinander aufzubringen. Was folgt, kennt man bereits aus Filmen wie Carpenters THE THING oder Rodriguez THE FACULTY: Niemand ist sich seines Lebens mehr sicher, schließlich bleibt meist gut verschleiert, in welchem Körper der Geist als nächstes schlummert.
 
GARCIA schafft mit GALLOWS HILL das, was vermutlich kaum jemand vermutet hätte. Nach seinen bisher missglückten Ausflügen ins Horror-Geschäft hat der Spanier doch noch einen brauchbaren Streifen abgeliefert, der um Welten besser ist als das, mit dem er die Filmwelt bisher gequält hat. Trotz dreistem Ideenraub beweist der Regisseur, dass er ein talentiertes Händchen für stimmige Bilder besitzt. Düstere Flure, spartanisch eingerichtet Zimmer, vergilbte Tapeten und lichtarme Settings lassen schnell unangenehme Atmosphäre aufkommen, die dem Streifen einen soliden Gruselpegel bescheren. GARCIA fällt nicht gleich mit der Tür ins Haus. Die Geschichte entwickelt sich gemächlich und überrascht dennoch mit einem stetigen Spannungsaufbau, der gekonnt verschleiert, worauf GALLOWS HILL nun eigentlich hinauslaufen will. Ist das Gröbste abgehakt, geht’s dennoch zur Sache und das Tempo wird konsequent angezogen. Ein höherer Splatter-Zoll hätte dem Treiben hierbei sichtlich besser gestanden. Denn anders als im blutreichen Teufelstanz von SAM RAIMI hält sich GARCIA dezent zurück mit der Zurschaustellung splattriger Raffinessen. Die Gewalt hält sich in Grenzen. Neben einigen Verwandlungs-CGI’s und Gewehreinschüssen ist von gewinnbringender Filmgewalt kaum etwas zu verzeichnet. Somit eignen sich GALLOWS HILL vor allem für zartbesaitete Gemüter, die sich einen kurzweiligen Gruselabend bescheren wollen, ohne gleich mit permanentem Brechreiz rechnen zu müssen. Auch wenn GALLOWS HILL des Öfteren an EVIL DEAD erinnert: Für Fans der härteren Filmgattung ist GALLOWS HILL leider vollkommen unbrauchbar.
 
 
 


 
 
 

GALLOWS HILL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein kurzweiliges Gruselvergnügen für Fans klassisch erzählter Angstmacher. GALLOWS HILL hat all das, was konventionell erzählte Horrorfilme benötigen: Ein Haus mit einem düsteren Geheimnis, zahlreiche Schreckmomente und wohlige Gruselatmosphäre, die sich langsam ihren Weg durch eine stimmig inszenierte Geschichte bahnt. Eine überschaubare Anzahl unappetitlicher Szenen runden das gelungene Gesamtpaket ab und machen aus dem Geister-Besessenheits-Flick einen soliden Grusler ohne Längen. Nach überflüssigen Videofortsetzungen bekannter Horror-Hits hätte vermutlich niemand daran geglaubt, dass der Spanier VICTOR GARCIA doch noch einen halbwegs brauchbaren Film drehen würde. Seine Light-Version des kultigen EVIL DEAD ist nämlich ein stimmig-kurzweiliges Horrorfilmchen geworden, das sich geradezu für einen Gruselabend mit Freunden eignet – mehr aber auch nicht. Immerhin stimmt die Richtung. Die sollte GARCIA auf jeden Fall für künftige Werke beibehalten. Dass er einen Blick für stimmige Bilder besitzt, lässt sich nämlich nicht von der Hand weisen. Kombiniert er den mit interessanteren und vor allem weniger abgedroschenen Filmthemen, dürfte einen neuer Schauer-Hit ins Haus stehen.
 
 
 


 
 
 

GALLOWS HILL – Zensur

 
 
 
GALLOWS HILL (oder THE DAMNED so wie er im Ausland vermarktet wird) ist kein sonderlich blutiger Film. Es gibt einige Gewehreinschüsse zu sehen, ein spitzer Gegenstand wird durch das Auge eines Protagonisten gejagt und einem Filmcharakter wird das Genick gebrochen. Hierzulande darf man wohl mit KEINE JUGENDFREIGABE rechnen. Insofern die FSK einen guten Tag haben sollte, ist sogar eine FSK16 drin. TIBERIUS FILM (SUNFILM) hat sich die Rechte gesichert und wird den Streifen in absehbarer Zukunft veröffentlichen.
 
 
 


 
 
 

GALLOWS HILL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Besessen – Der Teufel in Mir (2012)
 
Speak No Evil (2013)
 
Beneath (2013)
 
The Quiet Ones (2014)
 
Here Comes the Devil (2012)


Filmkritik: “Phobia 2″ (2009)

phobia-2-2009
 
 
 

PHOBIA 2

Story

 
 
 
Fünf teuflisch-makabre Kurzgeschichten, die von hungrigen Geistern, komatösen Hirntoten, scheintoten Schauspielerinnen, skrupellosen Autoverkäuferinnen und unvorsichtigen Rucksacktouristen erzählen …
 
 
 


 
 
 

PHOBIA 2 – Kritik

 
 
 
Verbucht ein Horrorfilm im Kino Erfolge, lass ihm schnell eine Fortsetzung folgen. Auch in Thailand kennt man die Formel des schnellen Geldes. Anders als hier in Deutschland scheint es dort finanziell lukrativ zu sein landeseigene Gruselware in die Lichtspielhäuser zu bringen, die sogar noch Zuschauer findet. Nach dem überraschenden Geldsegen der thailändischen Horror-Anthologie 4BIA (2008) war die logische Konsequenz daraus, so schnell wie möglich einen weiteren Ableger zu drehen, damit der Erfolg zeitnah wiederholt werden konnte. Die Rechnung ging auf: Die Fortsetzung PHOBIA 2 wurde im Inland ein Hit, spülte in der ersten Woche rund 65 Millionen Baht in die Kinokassen und entwickelte sich zum bis dato kommerziell erfolgreichsten Horrorstreifen in Thailand. Ein Grund hierfür dürfte vermutlich die äußerst konventionelle Inszenierung gewesen sein. Die Macher der Kurzgeschichtensammlung (die übrigens auch an SHUTTER und THE ABC’S OF DEATH beteiligt gewesen waren) klammern sich nicht krampfhaft an befremdliche Erzählmethodik aus Fernost, sondern schielen gen Westen, um PHOBIA 2 auch dort möglichst gewinnbringend vermarkten zu können. Das Resultat ist konventioneller als anfänglich erwartet und erinnert mit all den makabren Pointen an die Erwachsenen-Version der beliebten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Reihe, die Ende der 80er im Fernsehen zum Kult wurde. Wie bereits im Vorgänger 4BIA reduziert sich auch der Nachfolger auf das clever konstruierte Schock- und Filmtwist-Prinzip, wobei auch in PHOBIA 2 großen Wert auf möglichst makabre Enden gelegt wurde. Die jeweiligen Episoden sind abwechslungsreich, glänzen mit atmosphärischer Dichte und gefallen durch visuelles Raffinesse. Im Gegensatz zum ein Jahr zuvor veröffentlichten 4BIA besitzt keine der Geschichten inszenatorische Hänger. Stattdessen legen die Regisseure ein beachtliches Tempo an den Tag und räumen dem Zuschauer kaum Zeit zum Verschnaufen ein. Im Mittelpunkt stehen fünf lose Geistergeschichten, die mit keiner Rahmenhandlung verknüpft wurden und für die fünf unterschiedlichen Thai-Regisseure verantwortlich waren. Die Kurzgeschichten erzählen von Vergeltung und begangenen Sünden, was für die Helden der knapp zwanzigminütigen Segmente meist kein gutes Ende zur Folge hat, schließlich müssen die für ihr meist skrupelloses Vorgehen bestraft werden. Während in der ersten Episode mit dem Titel NOVICE ein kleinkrimineller Jugendlicher von seiner Mutter in einem buddhistischen Kloster versteckt wird und schon bald den Zorn hungriger Geistern zu spüren bekommt, weil er sich den Regeln der Klostergemeinschaft widersetzt, führt uns WARD in ein Krankenhaus in dem sich seltsame Dinge ereignen. Dort hofft der junge Arthit auf Genesung, der sich wegen seiner verletzten Beine mit einem komatösen Patienten ein Zimmer teilen muss. Doch der schlummernde Zimmergenosse ist nicht so hirntot wie eigentlich vermutet, was den Krankenhausaufenthalt für Arthit zum quälenden Albtraum werden lässt. Für die dritte Kurzgeschichte wurden Elemente aus Zombie- und Geisterfilmen vermischt. Entstanden ist die vermutlich beste Episode der gesamten Anthologie. BACKPACKERS beginnt wie ein einfältiges WOLF CREEK-Duplikat, streut aber immer wieder falsche Fährten, um den Zuschauer zu verwirren. Am Ende gibt’s das erste Mal Gekröse zu sehen, damit auch der Gorehound unter den Zuschauern zufriedengestellt wird. Regisseur SONGYOS SUGMAKANAN berichtet hier von zwei japanischen Rucksacktouristen, die von zwei hilfsbereiten Truckern nach Bangkok mitgenommen werden. Hätten die jedoch geahnt, welch tödliches Frachtgut auf der Ladefläche schlummert, wären die beiden Tramper wohl lieber nach Bangkok gelaufen.
 
Weiter geht’s mit dem zynischen SALVAGE, in dem eine Autoverkäuferin Kunden über den Tisch zieht. Sie richtet Unfallautos her und verkauft sie an gut zahlende und nichtsahnende Kunden. Als ihr Sohn Toey beim Spielen auf dem Autohof verschwindet, schlagen die verunglückten Seelen der ehemaligen Autobesitzer Alarm. Eine schreckliche Nacht gespickt mit punktgenauen Schockeffekten folgt und läutet die letzte Episode mit dem Titel IN THE END ein, für die sich noch mal einige Schauspieler aus dem Erstling vor der Kamera versammelten, um PHOBIA 2 mit selbstironischem Gruselquatsch abschließen zu können. In dieser Kurzgeschichte erkrankt eine Schauspielerin am Set eines Horrorfilms. Als sie unter mysteriösen Umständen aus dem Krankenhaus verschwindet und noch kränklicher am Filmset erscheint, sind die Kollegen fest davon überzeugt, dass die Gute nicht mehr unter den Lebenden weilt. Ähnlich wie in SCREAM – SCHREI! (1996) werden hier die Klischees moderner Horrorware wunderbar selbstironisch durch den Kakao gezogen. Dabei achtet Macher BANJONG PISANTHANAKUN penibel darauf, dass seine Geschichte nicht zu arg ins Alberne abgleitet und stets den Anspruch unterhaltsamen Gruselfutters beibehält. Neben einigen humoristischen Anspielungen, in denen selbst nicht davor gescheut wird den Vorgänger 4BIA auf die Schippe zu nehmen, übertrumpft sich die Episode mit einem göttliche erheiterndem Twist-im-Twist.
 
PHOBIA 2 darf zweifelsohne als eine der gelungensten Horror-Anthologien gewertet werden und gehört neben THE ABC’S OF DEATH, CREEPSHOW, NECRONOMICON und V/H/S 2 zum Besten was das Sub-Genre bisher hervorgebracht hat. Das sah auch das neue deutsche Label FROZEN DICE MEDIA so und veröffentlicht den Grusler leicht verspätet als Teil der labeleigenen Filmreihe EPIC ASIA nun auch in Deutschland. Wer nur die Perlen unter den Horrorstreifen sucht darf getrost zugreifen, denn PHOBIA 2 richtet sich vor allem an ein Mainstream verwöhntes Publikum.
 
 
 


 
 
 

PHOBIA 2 – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Ein pikant gewürzter Horror-Mix, der Lust auf mehr macht. Für PHOBIA 2 sollte man schockresistent sein. Die thailändische Kurzgeschichtensammlung geizt nämlich nicht mit handfesten Schreckmomenten, die ein gesundes Herz voraussetzen. Nachdem der Erstling mit dem Titel 4BIA bereits 2008 ordentlich Kasse machte, folgte mit der Fortsetzung PHOBIA 2 der bis dato erfolgreichste Horrorfilm Thailands. Für Horror-Anthologie-Fans sind beiden Teile ein Must-See, schließlich waren die Macher um eine konventionelle Inszenierung bemüht, damit auch westliche Zuschauer mit der Horrorsammlung etwas anfangen konnten. Umso verwunderlicher, dass sich bis heute kein deutscher Verleih finden konnte, der die beiden Horrorfilme hierzulande auswerten wollte. Das junge Label FROZEN DICE MEDIA schafft Abhilfe und bringt zumindest den besseren zweiten Teil in die Wohnzimmer. Wir meinen: PHOBIA 2 gehört in jede gut sortierte Horrorsammlung – darum kauft Leute, kauft!
 
 
 


 
 
 

PHOBIA 2 – Zensur

 
 
 
Ein paar wenige grausame Momente hat PHOBIA 2 zu bieten. Es werden einem Jungen Steine ins Gesicht geworfen, die obligatorischen Zombie-Beissattacken gibt es zu sehen und ein zermatschtes Kind unter der Motorhaube vervollständigen das kleine Splatter-Paket. Nicht viel, aber reicht für eine Freigabe mit dem roten FSK-Flatschen: KEINE JUGENDFREIGABE, ungeschnitten. Das neue Label FROZEN DICE MEDIA wird PHOBIA 2 komme was wolle im Dezember 2014 ungeschnitten veröffentlichen.
 
 
 


 
 
 

PHOBIA 2 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
P.O.E. Project of Evil (2012)

The Penny Dreadful Picture Show (2013)

5 Senses of Fear (2013)

Sanitarium (2013)

Scary or Die (2012)


Filmreview: “Beneath” (2013)

beneath-2013
 
 
 

BENEATH – ABSTIEG IN DIE FINSTERNIS

Story

 
 
 
Nach einem Unfall ist eine Gruppe Bergleute Untertage von der Außenwelt abgeschottet und muss 72 Stunden auf Rettung warten. Die beklemmende Situation scheint jedoch noch das Beste zu sein, was ihnen an diesem Tag widerfahren ist, denn mit dem Einsturz wurde auch etwas Unheimliches freigelegt …
 
 
 


 
 
 

BENEATH – Kritik

 
 
 
Das Wort BENEATH scheint derzeit immer wieder Verwendung bei der Titelkreation von Horrorfilmen zu finden. Erst kürzlich haben wir einen Streifen mit gleichem Titel besprochen, der vom amerikanischen Horror-Kanal CHILLER in Produktion gegeben wurde und inhaltlich mit seiner Monsterfisch-Thematik jedoch eine ganz andere Richtung einschlägt. Gleiches gilt übrigens auch für den von DAGEN MERRILL inszenierten Mystery-Thriller, der von PARAMOUNT CLASSICS und MTV FILMS hergestellt und für eine lukrative DVD-Auswertung bereits im Jahr 2007 in die Händlerregale gebracht wurde. Der nun vorliegende BENEATH schmückt sich zwar mit gleichem Namen, ist jedoch im Unterschied zu den genannten Genre-Werken um Längen besser. Demnach sollte der interessierte Horrorfan Vorsicht walten lassen und beim Kauf darauf achten, dass er auch wirklich den richtigen BENEATH in den Einkaufskorb legt. Schließlich verliert man bei so vielen Filmen mit gleichem Schriftzug auf dem Cover schnell den Überblick.
 
In der Tiefe hört dich niemand schreien – mit einem derart reißerischen Untertitel hätte man vermutlich der Verwechslungsgefahr entgegenwirken und das Interesse der Zuschauer für sich gewinnen können, schließlich umschreibt der Slogan trefflich, was den verängstigten Protagonisten in BEN KETAIS Thriller passieren wird. Umso verwunderlicher, dass der Streifen, zumindest in seinem Herstellungsland, von solch werbewirksamen Floskeln absieht und ohne mediales Brimborium auf Heimkinomedium ausgewertet wurde. Eine durchaus mutige Entscheidung der Macher, hat sich doch Regisseur BEN KETAI mit der miserablen Video-Fortsetzung zu 30 DAYS OF NIGHT nicht gerade mit Ruhm bekleckert, so dass sein neuer Film BENEATH verständlicherweise mit eher gemischten Gefühlen von Fans erwartet werden dürfte. Allen Skeptikern zum Trotz darf man jedoch verlauten lassen, dass KETAI einen überraschend sehenswerten Film abgeliefert hat, der sich recht effektiv bei den menschlichen Urängsten bedient und die auch gleich zum Thema eines bemerkenswert guten Grusel-Trips gemacht hat.
 
Samantha Marsh (KELLY NOONAN) steigt in BENEATH zusammen mit ihrem Vater (ein erschreckend gealterter JEFF FAHEY) und dessen Arbeitskollegen hinab in ein dunkles Bergwerk, um einerseits den kränkelnden Papa an seinem letzten Arbeitstag noch einmal über die Schulter schauen zu können und um den übrigen Herrschaften zu beweisen, dass auch eine Rechtsanwältin in Extremsituationen ihren Mann stehen kann. Frauen am Arbeitsplatz bringen Unglück – eine Bergbauweisheit, die sich in BENEATH rasch bewahrheitet, denn während Bohrarbeiten im Inneren der Mine kommt es zu einem Unfall und die Gruppe wird verschüttet. Nun ist guter Rat teuer, denn bis Rettung eintrifft werden knapp 72 Stunden vergehen. Zeit, die die Überlebenden jedoch nicht haben, schließlich ist hier unten nicht nur der Sauerstoff knapp. Glaubt man den Legenden wurden in den 1920ern hier bereits schon einmal 19 Bergleute unter ähnlichen Umständen begraben. Leider konnten deren Überreste bis heute nicht ausfindig gemacht werden. Eine Tatsache, die den Verschütteten während ihres Überlebenskampfes nicht gerade förderlich ist, erkennen sie doch, dass mit dem Einsturz etwas Unheimliches befreit wurde.
 
Paranoia-Thriller oder Geister-Horror? So wirklich festlegen wollten sich die beiden Drehbuchautoren PATRICK DOODY und CHRIS VALENZIANO beim Schreiben vermutlich nicht. BENEATH ist nämlich einer dieser doppelbödigen Filme, deren Erklärung sich der Zuschauer selbst zusammenreimen muss. Die verschütteten Protagonisten müssen sich diversen Ängsten stellen. So werden die Charaktere nicht nur mit permanenter Sauerstoffknappheit konfrontiert. Zusätzliche Stressfaktoren wie Dunkelheit, Klaustrophobie und plötzlich auftretende Panikattacken erschweren den Kampf ums Überleben enorm. Nach körperlichem Stress folgt Realitätsverlust, der dafür sorgt, dass sich die Kumpels gegenseitig abschlachten, spielt ihnen doch die eigene Psyche gemeine Streiche. Dass die Paranoia durch die Legende von den verschollenen Bergarbeitern aus den 20ern nur unnötig vorangetrieben wird, dürfte nur logisch sein. Wer sich im Übrigen mit plausiblen Erklärungen schwer tut, darf sich natürlich auch gern seinen eigenen, paranormalen Erklärungsansatz zusammenwürfeln, denn auf Horror-Ebene funktioniert BENEATH genauso gut. So werden aus Wahnvorstellungen flink besessene Minenarbeiter, in deren Körper die Geister jener Bergleute geschlüpft sind, die vor fast 100 Jahren mehrere Meter unter der Erde einen grausamen Tod gefunden haben.
 
Regisseur BEN KETAI jongliert ganz selbstsicher mit Nervenkitzel und Gänsehaut. Das schwach beleuchtete Setting bewirkt zusammen mit einigen grotesk anmutenden Morphing-Effekten maximales Gruselfeeling und eine temporeich inszenierte Höhlen-Hatz (THE DESCENT lässt grüßen) macht aus BENEATH packend gewerkelte Gruselunterhaltung. KETAIS Überlebensfilm lässt sich in keine Schublade pressen. Die Tatsache, dass der Zuschauer keine Antworten auf dem Silbertablett serviert bekommt, macht BENEATH äußerst reizvoll. Und gerade der Umstand, dass Macher BEN KETAI den Zuschauer bis zum Abspann im Unklaren lässt, welche Richtung BENEATH nun einschlagen wird, sorgt dafür, dass der Spannungspegel konstant beibehalten werden kann. Leider stört mal wieder das “Alles total wahr”-Gequassel zu Beginn. Seit jedes zweite Horrorwerk mit dem “Inspiriert von”-Slogan um die Gunst der Käuferschar buhlt, geht einem als Horrorfan jene Vermarktungsstrategie gehörig auf den Zünder. Dennoch, sieht man von diesem kleinen Manko ab, ist BENEATH zweifelsohne beängstigend-klaustrophobisches Horror-Kino, das für einen schnellen Pulsschlag sorgen dürfte.
 
 
 


 
 
 

BENEATH – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Im Dunkeln ist gar nicht gut Munkeln. BENEATH ist klaustrophobischer Höhlen-Horror, der die Spannungsschraube minutiös fester dreht. Die menschlichen Urängste haben nun bereits schon unzählige Regisseure zum Thema ihrer Filme gemacht und nur wenigen von ihnen ist es in letzter Zeit gelungen Gruselstreifen in die Heimkinos zu bringen, die auch dem Zuschauer einiges abverlangt haben. Regisseur BEN KETAI hat nach 30 DAYS OF NIGHT: DARK DAYS endlich guten Horror gebastelt, der sich der Urangst-Problematik bedient und dennoch nicht zwingend im Horror-Bereich einzuordnen ist. Er überlässt dem Zuschauer nämlich selbst, in welche Schublade er BENEATH stecken möchte. Ob nun nur packender gedrehter Paranoia-Überlebens-Thriller oder unheimlich inszenierter Geister-Schocker – die Entscheidung fällt letztendlich der Horrorfan selbst. Fakt ist, dass BENEATH beidseitig funktioniert und 90 Minuten wohliges Schauern garantiert. Deshalb: Ein sehenswerter Horrortrip unter Tage.
 
 
 


 
 
 

BENEATH – Zensur

 
 
 
BENEATH ist kein Metzel-Feuerwerk für Splatter-Fans. Hier töten sich die Protagonisten selbst, wobei unklar bleibt, ob sie im Wahn handeln oder von Geistern besessen sind. Meist bekommt der Zuschauer jedoch nur das Ergebnisse deren Handelns zu Gesicht. Einige verstörende Morphing-Effekte verstärken das Grusel-Feeling. Der Film wurde ungeschnittenen ab FSK16 freigegeben.
 
 
 


 
 
 

BENEATH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) METEOR FILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Beneath; USA 2013

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover – Erstauflage im Schuber

Extras: Interviews, Drehvorbereitungen, Featurette “Die Neunzehn”, Newsreel, Teaser, Trailershowr

Release-Termin: 24.10.2014

 

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BENEATH – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Underneath (2013)
 
The Descent (2005)
 
The Cave (2005)
 
The Descent 2 (2009)
 
The Cavern – Abstieg ins Grauen (2005)
 
Underground – Tödliche Bestien (2011)
 
In Darkness We Fall (2014)
 


Filmreview: “The Visitant” (2012)

the-visitant-(2012)
 
 
 

THE VISITANT

Story

 
 
 
Wenn Samantha (Janie Michele Simms) was Vernünftiges gelernt hätte, wäre ihr vermutlich einiges an Ärger erspart geblieben. Als Kunden prellende Wahrsagerin verdient sie sich ihren Lebensunterhalt in einem Vergnügungspark und gerät an eine Immobilienmaklerin, die ihr von den regelmäßigen Attacken eines wütenden Poltergeistes berichtet. Der hat aber scheinbar genug von seinem letzten Opfer und beginnt schon bald damit, die ahnungslose Samantha in ihrer Wohnung zu terrorisieren …
 
 
 


 
 
 

THE VISITANT – Kritik

 
 
 
Im Jahre 1982 brachte SIDNEY J. FURIE einen durchaus unangenehmen Dämonen-Spuk in die Lichtspielhäuser, der von einer Frau berichtete, die von einer unsichtbaren, dämonischen Präsenz terrorisiert wurde. Leider ist das auf angeblich wahre Begebenheiten beruhende Stück Terror-Kino mit dem Titel THE ENTITY heutzutage kaum einem Horrorfan mehr ein Begriff, was vermutlich daran liegen mag, dass Streifen wie THE CONJURING oder PARANORMAL ACTIVITY dem (jüngeren) Zuschauer das Nonplusultra vorgaukeln. Weitaus besser Geister- und Spukfilme gab es jedoch schon viel früher, wobei Klassiker wie DER UNHEIMLICHE GAST (1944), SCHLOSS DES SCHRECKENS (1961), BIS DAS BLUT GEFRIERT (1963), DAS GRAUEN (1980) oder POLTERGEIST (1982) zu den wohl wichtigsten Werken innerhalb des Spuk-Genres gehören und zumindest jeder aufgeschlossene Filmfreund mal auf dem Bildschirm gehabt haben sollte. Regisseur JOHN BINKOWSKI erweitert die lange Reihe an Geisterstreifen um sein Low-Budget-Ding THE VISITANT, das in seiner Machart dem genannten Terror-Flick THE ENTITY nicht unähnlich ist. Auch hier wird eine Protagonistin von einem bösartigen Poltergeist attackiert, der sein Opfer versucht in den Wahnsinn zu treiben. Hinter dem Spuk steckt die Produktionsfirma FWC PICTURES, die vom Regisseur persönlich mit ins Leben gerufen wurde und bereits vor einigen Jahren mit SCARE ZONE (2009) semierfolgreich versucht hat Horrorstoff an den Fan zu bringen. Leider ist auch der zweite Genre-Streich nicht Großes, denn wie bei Indie-Produktionen üblich, herrscht auch bei THE VISITANT Ebbe in der Kasse. Die Kulisse ist mager, Effekte sind bescheiden und die Gruselatmosphäre wird auf Sparflamme geköchelt.
 
Ähnlich wie bei THE ENTITY beruht die Geschichte des Gruseltrips auf Ereignisse, die sich so ähnlich zugetragen haben sollen, wie sie der Film beschreibt. Dennoch bleibt im Falle von THE VISTANT fraglich, ob die “wahre” Grundlage nicht das Ergebnis eine doch sehr blühenden Phantasie gewesen ist, schließlich lässt sich ein Streifen mit Echtheitszertifikat auf dem Cover weitaus besser verkaufen, als manch fiktive Geschichte. So verriet Produzentin LISA ENOS SMITH in einem Interview, dass sie einige seltsame Ereignisse im Jahr 1999 sehr beunruhigt hätten. Die schreckhafte Dame musste für Recherchezwecke an Bord des ehemaligen Passagierschiffes Queen Mary reisen, von dem behauptet wird, dass es drin spuken soll. Kaum in die eigenen vier Wände zurückgekehrt wurde SMITH von einer unheimlichen Stimme verfolgt, die nicht nur dafür sorgte, dass die Milch im Tee saurer wurde, sondern jede Menge Schabernack im Haus veranstaltete. Ob nun wirklich passiert oder geschickt konstruierter PR-Schachzug sei mal dahingestellt. Fakt ist jedoch, dass sich SMITHS Geschichte (hier das Interview) weitaus spannender anhört, als THE VISITANT letztendlich geworden ist. Dabei beginnt und endet eigentlich alles so, wie man es sonst aus Kurzgeschichten der berüchtigten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Serie kennt. Splatter und Cryptkeeper sucht man im Film zwar vergebens, dafür glänzt THE VISITANT wie einst die TV-Serie auch mit makabrem Ende und zwei gar nicht mal so uncharmanten Darstellerinnen, die den Zuschauer durch eine rudimentäre Handlung führen, die man gut und gerne auch in 30 Minuten hätte abhandeln können.
 
Doch wie füllt man eine Geistergeschichte, deren Inhalt sich in zwei Sätzen zusammenfassen lässt? Richtig, in dem man die Anleitung für Hobby-Spukmeister aus dem Internet lädt und den ohnehin dünnen Plot um die nervigsten Spukhaus-Klischees bereichert. So dürfen plötzlich zuschlagende Türen ebenso wenig fehlen, wie der Kontakt zum Toten mittels Seance. Die beste Freundin ist zwar immer per Telefon- und Skype-Konferenz zugegen, kann aber mit ihrem oftmals recht erheiterndem Mundwerk nicht verhindern, dass THE VISITANT ganz zäher Budenzauber bleibt. Während sich anfänglich nur Dinge bewegen, unheimliche Stimmen vernommen werden und sich Protagonistin Samantha durch unerklärliche Geräusche verunsichert fühlt, ändert der gemeine Poltergeist recht zügig seine Taktik und geht weitaus aggressiver zugange. Wie bereits im am Anfang genannten THE ENTITIY sind körperliche Angriffe die Folge, denen die naive Hausbewohnerin schutzlos ausgeliefert ist. Die ist wiederum alles andere als eingeschüchtert, schließlich vermutet Samantha in der bedrohlichen Präsenz den verstorbenen Ehegatten, der ein Jahr zuvor bei einem schweren Autounfall ums Leben gekommen ist. Auch wenn sich ein unerfreuliches Happy End nach reichlich Gepolter und falschen Wendungen nicht vermeiden lässt, wirkt die letztendliche Auslösung etwas sehr aufgesetzt und arg konstruiert. Das Finale wirkt unfertig und bricht abrupt ab, was darauf folgen lässt, dass sich Drehbuchautor und Regisseur JOHN BINKOWSKI unschlüssig war, wie seine Geschichte denn nun eigentlich abgeschlossen werden soll. Aufgrund der wenig überraschenden Inszenierung ist das aber auch nicht weiter tragisch, denn THE VISITANT ist ohnehin einer jener Filme, die das Spuk-Genre nicht gerade nachhaltig bereichern.
 
 
 


 
 
 

THE VISITANT – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Wer Filme wie POLTERGEIST, THE CONJURING oder PARANORMAL ACTIVITY gemocht hat, dürfte sich hier gut aufgehoben fühlen. Dennoch ist THE VISTIANT alles andere, als ein sehenswerter Spukstreifen, was vor allem an der überraschungsarmen Geschichte liegt, die man gut und gerne auch in Kurzfilmform hätte erzählen können. Der Zuschauer wird mit einer Menge Spuk-Klischees gequält, die zu einem reichlich konstruiert wirkenden und ziemlich abrupt endenden Abschluss führen. Auch wenn dem Filmfreund nicht unbemerkt bleibt, dass hier nur Mikro-Budget zur Verfügung gestanden hat, ist THE VISITANT einer jener Filme, deren Umsetzung nicht zwangsläufig hätte sein müssen. Das knappe Geld wäre anderweitig wohl besser investiert gewesen.
 
 
 


 
 
 

THE VISITANT – Zensur

 
 
 
THE VISITANT ist ein typischer Geisterfilm, ohne Blutzoll. Hier stirbt nur ein Hamster – das war`s. Insofern der Film hierzulande überhaupt veröffentlicht werden sollte, dürfte er locker mit FSK16 in den Handel kommen.
 
 
 


 
 
 

THE VISITANT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ghost of Goodnight Lane (2014)
 
The Quiet Ones (2014)
 
House of Dust (2013)
 
Der unheimliche Gast (1944)
 
Schloss des Schreckens (1961)
 
Bis das Blut gefriert (1963)
 
Das Grauen (1980)
 
Poltergeist (1982)
 


Filmreview: “Rigor Mortis – Leichenstarre” (2013)

rigor-mortis-2013
 
 
 

RIGOR MORTIS – LEICHENSTARRE

Story

 
 
 
Chin Siu-Ho (ganz Cinema Verité gespielt von, ja genau, Chin Siu-Ho) war mal Schauspieler. Jetzt hat er gar nüscht mehr. Familie ist ihm weggelaufen, Konto leer und die Rollen bleiben selbstverständlich auch aus. Also mietet sich der völlig gebrochene in eine Parzelle eines verarmten Wohnbunkers ein und bereitet schon mal den Strick vor. Leider gelingt ihm nicht mal die letzte Hängepartie so richtig und der greise Hausmeister Yau pflückt den fast verendeten Chin vom selbsgebauten Galgen. Dieser Yau war, als man an so etwas Unvernünftiges und Unzeitgemäßes noch glaubte, Vampirjäger buddhistisch/taoistischer Schule. Damit der Selbstmordkandidat mal auf andere Gedanken kommt, tragen ihm Yau und sein Assistent schließlich auf, sich um eine Mutter mit Kind, die auch im Appartementkomplex lebt, zu kümmern. Chin lernt einiges über die Geschichte des Gebäudes und der Menschen. So hat ein paar Türen weiter die verwitwete Schneiderin Mui einen fiesen Schwarzmagier mit der Wiederbelebung ihres Mannes betreut.
 
 
 


 
 
 

RIGOR MORTIS – Kritik

 
 
 
Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger war Hongkong so etwas wie der esoterikschwangere, Grenzen der Logik und des guten Geschmacks geflissentlich ignorierende Hinterwäldler-Cousin des westlichen Horrorfilms. Als in den USA machetenschwingende Muttersöhne ganze Zeltlager entvölkerten und in Kontinentaleuropa pizzagesichtige Zombies auf rotem Latex herumkauten, sprangen in den Horrorkrachern aus der damaligen britischen Kronkolonie vor Chinas Küste fusselbärtige Zauberer ihre Opfer an und kotzten auch mal verhexte Spinnentiere und Eidechsen aus (zum Beispiel BLACK MAGIC, 1975, oder der super-durchgedrehte THE BOXER’S OMEN, 1983). Vampire interessierten sich nicht für Holzpfähle oder (im Lande mit dem höchsten Knoblauchexport der Welt) stinkige Knollen, nein die waren meist blind, hopsten vorwärts, konnten nur mit klebrigem Reis zur Raison gebracht werden und reagierten fatal auf magische Schriftrollen (MR.VAMPIRE und Fortsetzungen, 1985ff.).
 
Irgendwann schämte man sich dann, in Indien ist das übrigens ähnlich, für die simple Unterhaltung, die Horror den vermeintlich noch simpleren Gemütern bietet und spezialisierte sich auf eine landeseigene Gattung blutiger und pedantisch durchchoreographierter Polizeiactionfilme, wie sie von späteren Hollywood-Regisseuren wie John Woo oder Ringo Lam durchexerziert wurden. Jetzt, Horror ist bei aller Albernheit ein monetär sicheres Pferd, sieht man in fernen Osten auch das Übernatürliche wieder lieber. Freilich ohne sich allzu sehr im überdrehten Knallchargieren alter Tage zu üben. Im Gegenteil, RIGOR MORTIS macht durchaus Zugeständnisse an die digital nachgefilterte Düsternis zeitgenössischen Mainstream-Horrors. Der Film schafft den Spagat, sich lokaler Genretraditionen zu bedienen und trotzdem die Moderne zu atmen. Faszinierend. Regiedebütant Juno Mak stand beim Verfassen des finalen Drehbuchs (ursprünglich war RIGOR MORTIS’ Script nur Zeitvertreib während anderer Dreharbeiten) mit Takashi Shimizu einer der Retter des japanischen Horrorkinos zur Seite. Ob der Mann hinter dem Ju-On-Franchise Mak nur dramaturgisch oder auch beim Produktionsdesign zur Seite stand, ist nicht bekannt. Sollte dem nicht so gewesen sein, haben wir hier einen Filmemacher am Start, von dem wir, mit seiner glasklaren Vorstellung von Atmosphäre und Optik, gepaart mit einer bewundernswerten Kenntnis seiner landestypischen Horror-Geschichte, noch einiges erwarten dürfen.
 
 
 


 
 
 

RIGOR MORTIS – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Finstere Neo-Horror-Großtat oder Hommage an vergessene Zeiten asiatischer B-Film-Kunst? RIGOR MORTIS ist beides und dürfte Fans der Moderne den gleichen Spaß machen wie ganz abgehangenen Hasen.
 
 
 


 
 
 

RIGOR MORTIS – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von RIGOR MORTIS – LEICHENSTARRE ist vollkommen ungeschnitten. Die Heimkinoversion wurde von der FSK für Volljährige freigegeben und besitzt den roten KEINE JUGENDFREIGABE-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

RIGOR MORTIS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Rigor-Mortis-Blu-ray

(c) Ascot Elite

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Jiang Shi; Hong Kong 2013

Genre: Action, Drama, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Kantonesisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover – Erstauflage zusätzlich im Schuber

Extras: Making of, Artworkgalerie, Deutscher Trailer, Originaltrailer, Trailershow, Erstauflage im Schuber

Release-Termin: 15.04.2014

 
 
 

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RIGOR MORTIS – Trailer

 
 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Kiss of the Damned (2012)
 
Dead Mine (2013)
 
Interview mit einem Vampir (1994)
 


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