- Alles rund um Horrorfilme, Thriller, Splatterfilme, Backwood-Slasher und Gruselfilme

Artikel mit Schlagwort “Gewalt

Filmreview: “Dredd” (2012)

dredd-poster
 
 
 

Dredd

Story

 
 
 
„Judge Dredd“ vertritt das Gesetz in Mega-City und tut diesem, wenn nötig, auch gleich an Ort und Stelle genüge!
 
In Mega-City, einer Metropole im Amerika der Zukunft, regiert die Angst und der Schrecken. Die Kriminalität hat ein Rekordhoch erreicht, sodass sich die Gesetzeshüter kaum noch in der Lage sehen, der Vielzahl an kriminellen Machenschaften das Handwerk zu legen. Darum wurde ein neues und radikales Rechtssystem geschaffen, dass den sogenannten “Judges” erlaubt, Verbrecher vor Ort und Stelle zu bestrafen. Zu einem der besten seiner Art, gehört “Judge Dredd”, dem die noch unerfahrene Auszubildende “Cassandra Anderson” zur Seite gestellt wird, die aufgrund einer genetischen Mutation über hellseherische Fähigkeiten verfügt. “Dredds” Aufgabe besteht nun darin, die Tauglichkeit der potenziellen Anwärterin zu prüfen, wobei es die beiden bei ihrem ersten, gemeinsamen Einsatz in ein weit abgelegenes Stadtgebiet verschlägt, in welchem der gefürchtete Drogenboss “Ma-Ma” sein Unwesen treibt und an einem Rauschmittel mit dem Namen “Slo-Mo” werkelt, welches die Wahrnehmung der Realität verändern soll. Kaum angekommen, scheint “Ma-Ma” über die unwillkommenen Ankömmlinge rein gar nicht amused zu sein, sodass sie die Eingänge des Viertels verbarrikadiert und eine blutige Jagd auf die Gesetzeshüter anzettelt …

 
 
 


 
 
 

Dredd – Kritik

 
 
 
Aktuell erlebt das unlängst vergessene Superhelden-Popcornkino ein regelrechtes Revival. Kaum eine bekannte Comicfigur existiert, der nicht bereits eine mehr oder weniger gelungene Filmadaption spendiert wurde und welche nicht die Kinokassen hat klingeln lassen. In Zeiten, in denen die Präsenz nur eines Superhelden kaum noch genügen möchte und sich die Figuren beliebter Comic-Universen zusammenschließen müssen, um gegen hundsgemeine Oberbösewichte zu kämpfen, kehren auch jene Helden aus der Versenkung zurück, denen bisher nur wenig Aufmerksamkeit zuteil wurde. Ganz der Devise, selbst aus unbekannten Comic-Vorlagen, gewinnbringenden Reibach herauszuschlagen, folgten Realfilm-Umsetzungen wie “The Green Hornet” oder “Punisher: War Zone“, die aber aufgrund mangelndem Bekanntheitsgrades, sowie der oftmals dürftigen Inszenierung gnadenlos an den Kinokassen scheiterten und nur selten als lukratives Geschäft für die jeweiligen Filmstudios betitelt werden konnten. Auch der vorliegende “Dredd” erlitt gleiches Fiasko und schaffte es noch nicht einmal ansatzweise die Hälfte des stolzen Produktionsbudgets von rund 50 Millionen Dollar an den weltweiten Kinokassen einzuspielen.
 
Der radikale Richter “Dredd” aus Mega-City gewann bereits im Jahre 1995 mit seiner ersten Realverfilmung Weltruhm. Obwohl die erste Spielfilmumsetzung des beliebten Comics nur selten den grimmig-radikalen Unterton der Vorlage in Bilder fassen konnte, avancierte der SciFi-Spaß zum überzeugenden Kino-Renner der Filmjahres 1995. Ganz zum Unverständnis der Fanbase, die sich aufgrund der enorm jugendgerechten Inszenierung arg hinter das Licht geführt fühlte und einzig den Erfolg dadurch begründeten sah, weil sich Action-Star “Sylvester Stallone“, seinerzeits international erfolgreich gefeiert durch die diversen “Rocky“- und “Rambo“-Filme, die Hautrolle des gnadenlosen Rächers siegessicher erstreiten konnte.
 
Der aktuelle Kino-Ausflug in das korrupte und gewalttätige Mega-City der Zukunft kommt dem Original-Comic aus dem Jahre 1977 erstaunlich nahe. Das erste Mal tauchte der gnadenlose Rächer mit dem klobigen Helm (den der Held übrigens im Film nie absetzt) bereits Ende der 70er Jahre in der britischen Comic-Anthologie “2000 A.D.” auf, wo die Geschichten rund um den wortkargen Gesetzeshüter aufgrund der kompromisslosen Härte, vor allem von der erwachsenen Leserschaft beachtlich positiv aufgenommen wurden. Auch der aktuelle Kinoauftritt macht da keine Ausnahme und richtet sich mit den durchaus schaufreudigen Gewaltexzessen an ein vorwiegend volljähriges Publikum. In Zeiten unendlich vieler Prequels, kindgerechte Blockbustern und unzähligen Remakes ein erstaunlich erfrischendes Unterfangen, denn auch wenn hier die Geschichte vollkommen nebensächlich scheint, ist “Dredd” einer derer Filme, der einem als erwachsener Filmfreund deswegen so beeindruckt, weil er konsequent versucht, die altmodisch-rauhen Action-Knaller der 80er Jahre zurück auf die Leinwand zu transferieren. Gelungen ist dieses äußest superbe Unterfangen Regisseur “Pete Travis” mit einer erstaunlichen Selbstsicherheit. Also hätte er sich in seinem bisherigen Schaffen allein nur der Umsetzung schroffer Action-Schocker gewidmet, daddelt er in “Dredd” eine grimmig-brutale Verbrecherhatz herunter, die dem Zuschauer aufgrund der temporeichen Inszenierung gänzlich den Atem stocken dürfte. Hier wird sich Ego-Shooter-ähnlich durch die Stockwerke eines riesigen Hochhauses geballert, wobei in “Dredd” gleich ganze Horden von korrupten Fieslingen ins Nirvana verfrachtet werden. Dem unbarmherzigen Rächer dient hierbei eine groteske Multi-Funktions-Pistole, die allerhand neckiger Methoden beherbergt, unberechenbare Bösewichte ins Jenseits zu befördern. Bei derart sinnbefreiter Baller-Methoden dürfte das Herz eines jeden Gorehounds vor Freude im Kreis tanzen, zumal sich der Film aufgrund der vollkommen drastischen Szenen selten Ernst zu nehmen scheint. Auch wenn “Dredd” vorwiegend auf Humor verzichtet, sorgen gerade die Vielzahl vollkommen überzogener Effekt-Szenen und die trockenen, aber durchaus zynischen Wortfloskeln des Comichelden für allerhand erheiternde Momente.
 
 
 
 
Die Comicumsetzung “Dredd” ist vermutlich eine der wenigen Verfilmungen bekannter Superhelden, die sich an ein eher erwachsenes Publikum richten, dabei auf Political Correctness pfeifen und sogar noch als gelungen zu betiteln sind. Die gesamte Inszenierung erinnert in seiner Darstellung an bekannte Konsolenspiele, in denen sich ein furchtloser Held durch die Level bis hin zum Endboss metzelt. Das dürfte bei einigen Filmfans für diverse Déjà-vu-Momente sorgen, erinnert die Umsetzung doch ein wenig arg an den erst kürzlich erschienen, indonesischen Kinohit “The Raid“, dem eine ähnlich radikale Problematik zugrunde lag. Zwar bleibt in “Dredd” die Handlung durchweg rudimentär und die Figuren gesichtslos; das hier bebilderte derbe und hektisch geschnittene Geballere sorgt dennoch für ausreichend Spaß, sodass dem Zuschauer kaum Zeit zum Verschnaufen geboten wird und sich die 90 Minuten Filmlaufzeit durch die Bank weg als unterhaltsam-kurzweiliges Sehvergnügen entpuppen. Auch wenn sich die Handlung nur auf das Wesentliche beschränkt und der Actionanteil bedeutend überwiegt, so schaffen es Regisseur “Pete Travis” und Autor “Alex Garland” an wenigen Stellen im Film sogar so etwas wie gesellschaftkritische Akzente (Korruption, Gewalt, Armut) zu setzen. Filmfreunde, die ein Faible für düsteres und gewaltüberladenes Actionkino haben sind bei “Dredd” genau richtig. Auch wenn dem gesichtslosem Einzelkämpfer nur selten Zeit zur Charakterentwicklung eingeräumt wird und “Dredd” kein Mann der vielen Wort zu sein scheint, so lässt sich nicht leugnen, bedauern zu müssen, dass aufgrund der desaströsen Kino-Einspielergebnisse in absehbarer Zukunft eine Fortsetzung ausgeschlossen werden dürfte. Absolut unverständlich!
 
 
 


 
 
 

Dredd – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Dredd” ist eine der kompromisslosesten Comic-Verfilmungen der letzten Jahre – Absolut sehenswert!
 
 
 


 
 
 

Dredd – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung ist mit der “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

Dredd – Deutsche Blu-ray

 
 
 
dredd-bluray-cover
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dredd 3D; Großbritanien 2012

Genre: Science Fiction / Action

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,40:1 (1080p/24)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe – FSK18

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: 6 Featurettes (Dredd: 2000 AD The Original, Slo Mo, Welcome to Peachtrees, The 3rd Dimension, Dredd´s Gear, Dredd), Interviews mit Cast & Crew, Kinotrailer, Trailershow zu anderen Filmen aus dem Programm von UNIVERSUM FILM

 
 
 
Wie eigentlich gewohnt von “Blockbuster”-Blu-rays aus dem Hause “UNIVERSUM FILM” bekommt auch “Dredd” eine lobenswerte, technische Veröffentlichung spendiert. Sattes Schwarz brilliert, trotz leichter Grobkörnigkeit, vor allem in den dunklen Szenen, wobei sich bei Tagaufnahmen das HD-Bild besonders eindrucksvoll präsentiert. Knackige Schärfe ist stets präsent, sodass hier dem Medium “Blu-ray” alle Ehre erwiesen wird. Aber auch Freunde laut-tobender Actionkost dürften schnell Gefallen an der akustischen Ausstattung der vorliegenden HD-Fassung finden. Der Ton wummert aus den Boxen, dass es eine Wonne ist “Dredd” bei seinem rabiaten Rachefeldzug beiwohnen zu dürfen. Leider macht sich nach der Erkundung des Bonussektor schnell Ernüchterung breit. Die Boni schauen zwar auf den Blick recht umfangreich aus, hinter all den hier angebotenen Features verstecken sich grob 2-minütige Clips, die arg lieblos diverse Hintergründe des Films durchleuchten. Grob zusammengefasst beträgt das Bonusmaterial nicht einmal 30 Minuten, was aufgrund der eigentlich gelungenen Umsetzung des Hauptfilms etwas bedauerlich ist, aber nicht weiter verwundert, bedenkt man, dass “Dredd” als kommerzieller Filmflop des Jahres 2012 gewertet werden darf. Immerhin hat sich “UNIVERSUM Film” nicht lumpen lassen und alle Extras deutsch untertitelt. Zudem spendiert der Vertrieb ein flatschenfreies Wendecover. Für Freunde ausufernder 3D-Technik wird die Blu-ray zudem auch als dreidimensionale Variante angeboten – 3D-Heimkino-Equipment wird hierbei jedoch vorausgesetzt!
 
 

Dredd [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON bestellen

 

Dredd 3D [Blu-ray 3D Version] ungeschnitten bei AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

Dredd – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Chillerma (2011)

Dead Shadows (2012)

Hobo with a Shotgun (2011)

The Punisher (2004)


Filmreview: “Redd Inc.” (2012)

Redd-inc-poster
 
 
 

Redd Inc.

Story

 
 
 
Willkommen in der neuen Firma: sechs unwissende Menschen finden sich in einem heruntergekommenen Bürokomplex wieder. An einen Schreibtisch gekettet, empfängt sie alsbald der ehemalige Regionalleiter “Thomas Reddman”, der nach einem ihm zugeschobenen Mord, alsbald hinter Gitter wandert, aber letztendlich entkommen kann. Nun fordert er Vergeltung und eine korrekte Darstellung der Gegebenheiten, denn seine Unschuld ist ihm wichtig. Alle sechs Anwesenden scheinen mit dem fälschlicherweise ihm zugeschobenen Mord in irgendeiner Weise in Verbindung zu stehen. Ihre Aufgabe ist es nun, den mysteriösen Fall zu rekonstruieren und Reddmanns Unschuld zu beweisen. Damit sich die unfreiwilligen Zeugen auch durchweg motiviert fühlen, die Gegebenheiten möglichst gründlich zu bearbeiten, drohen den neuen “Angestellten” schmerzhafte Bestrafungen, insofern sie ihre essentiellen Aufgaben zur Aufklärung der Vorfälle nicht ernst genug nehmen …
 
 
 


 
 
 

Redd Inc. – Kritik

 
 
 
Man stelle sich vor, man sucht händeringend nach einer neuen Herausforderung und gerät bei seiner eifrigen Suche nach einer neuen Arbeitsstelle geradezu an den Arbeitgeber aus der Hölle. Für viele Arbeitnehmer vermutlich keine wirklich unbekannte Geschichte, gehören leistungsbedingter Druck und körperlich zermürbender Stress im Beruf fast schon zum guten Umgangston erfolgsorientierter Unternehmen von Heute. Auch die unfreiwilligen Arbeitnehmer des nun vorliegenden Horror-Schockers “Redd Inc.” haben sich ihren ersten Arbeitstag in der neuen, kleinen Firma des ehemaligen Regionalbetreuers “Thomas Reddmann” gänzlich anders vorgestellt, denn der vermeintlich seriös wirkende Chef im noblen Zwirn entpuppt sich alsbald als vollkommen durchgeknallter Psycho, der seine ganz eigene Art besitzt, potenzielle Berufs-Quereinsteiger ausreichend zu motivieren.
 
Ursprünglich als “Inhuman Resources” betitelt, gehört dieser australische Independent-Thriller zu einer ganzen Reihe günstig produzierter Low-Budget-Filmchen, die zum größten Teil durch Crowdfounding finanziert wurden und die aufgrund der teilweise schon zu Tode gerittenen Folterthematik und der Masse ähnlich gewerkelter Gewaltware nur selten die Gunst interessierte Horrorfans für sich gewinnen können. Im Falle von “Redd Inc.” eigentlich bedauernswert, denn hinter diesem vermeintlich vollkommen belanglosen Terrorfilm versteckt sich ein durchaus bösartiger Horrorspaß, denn sich ausgehungerte Genre-Fans bereits jetzt schon einmal vormerken sollten. Zwar spielen sich die Gegebenheiten in “Redd Inc.” nach bereits bekannten Folter-Einerlei ab, aber trotzdem lässt sich nicht leugnen, dass der hier bebilderte Überlebenskampf durchweg spannend und kurzweilig inszeniert wurde. Klischees gibt es hier zuhauf. Die wenigen “Angestellten” handeln grob fahrlässig und scheinen vermutlich eine Vorliebe für adrenalingetränkte Momente zu besitzen, in denen sie fast schon zwanghaft-genüsslich, das eigene Leben in Gefahr bringen müssen. Die Interaktionen gestalten sich demnach als vollkommen planlos und bedeppert, was aber aufgrund des teilweise bitterbös-zynischen Untertons vollkommen in Ordnung geht und es durchaus Freude bereitet, den vollkommen geistlosen Intelligenzbestien beim Sterben beizuwohnen. Das eigentliche Plus verdient sich “Redd Inc.” jedoch durch seinen ziemlich kompromisslosen Hauptdarsteller “Nicholas Hope“, der die Rolle des vollkommen gestörten “Thomas Reddman” mit Bravour meistert. Seine Agieren als psychotischer Bösewicht, ist derart grandios, dass der Qualitätsgehalt der Handlung mit seinem Erscheinen steigt und fällt. Eigentlich schade, dass sich eine derart böswillige und dennoch charismatische Figur in einen derart uninspirierenden Horrorfilm verirrt hat, denn der Charakter hätte durchaus Potenzial dazu gehabt, in Serie zu gehen. Trotzdem, auch wenn die Geschichte schon irgendwie arg an die diversen Hochglanz-Fortsetzungen des “Saw”-Franchise erinnert und einige wirklich derbe Szenen (übrigens, umgesetzt von „Tom Savini“) gerade zartbesaitete Gemüter durchaus erhitzen dürfte, so ist “Redd Inc.” einer der wenigen Thriller seiner Art, dessen grobmotorische Ungereimtheiten zwar offensichtlich in Erscheinung treten, aber zu verschmerzen sind. Immerhin ist der vorliegende Schocker einer der wenigen Fälle, denen die teilweise etwas unbeholfene und unprofessionelle Inszenierung vollends zugute kommt. Die Ausleuchtung ist teilweise derart grenzwertig, dass man als Zuschauer nur erahnen kann, was sich da vor der Kamera abspielt. Immerhin entwickelt die spärlich ausgeleuchtete Kulisse eine unfreiwillig gespenstig-düstere Atmosphäre, die den morbiden Unterton des Filmes vortrefflich zu unterstreichen weiß.
 
Damit sich “Redd Inc.” zumindest ein wenig vom einfältig, unkreativem Folter-Nonsens abheben kann, spendiert Regisseur “Daniel Krige” seiner zynischen, böswilligen Terror-Hatz eine verblüffende Wendung. Derart Vorgehen scheint sich ja aktuell im Genre großer Beliebtheit zu erfreuen. Der abrupte Plott wertet den bis dato routiniert inszenierten Horrorfilm erfrischend auf, sodass es “Redd Inc.“mit einer Leichtigkeit schafft, sich positiv von gängig dummer Gewaltkost prägnant abzuheben. Zwar erfindet auch dieser Film das Rad nicht neu; der Indie-Schocker beweist aber, dass es oftmals nicht notwendig ist, viel Geld in ein unterhaltsames Filmchen zu investieren, sondern dass man auch mit nur wenig finanziellen Mitteln Gorehounds und Horror-Fans kurzweilig bei Stange halten kann. Von daher: Praktikum in der “Redd Inc.” gefällig?
 
 
 


 
 
 

Redd Inc. – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Darf ich vorstellen: der kleine Bruder von “SAW” – Gemeines Kammerspiel mit einem ziemlich bösartigen Psychopathen. Willkommen zum Vorstellungsgespräch direkt in der Hölle!
 
 
 


 
 
 

Redd Inc. – Zensur

 
 
 
Schwierig über eine Freigabe zu spekulieren. Für eine ungeschnittene “Keine Jugendfreigabe” ist er zu zeigefreudig. Um Zensuren für eine Freigabe vorzunehmen, ist “Redd Inc.” zu harmlos. Wir schätzen jedoch, dass er ungekürzt mit der “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichung durch die FSK kommen wird.
 
 
 


 
 
 

Redd Inc. – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Would you Rather (2012)

Hostel 3 (2011)

Vile (2011)

SAW (2004)


Filmreview: “The ABC´s of Death” (2012)

The ABCs of Death
 
 
 

The ABC´s of Death

Story

 
 
 
26 Todesarten und 26 Horror-Kurzgeschichten. Unter dem Slogan “The ABC´s of Death” schildern 26 verschiedene Regisseure ihre ganz eigene Betrachtungsweise zum Thema Tod. Unter den anwesenden Filmemachern haben sich eine stattliche Anzahl bekannter Genre-Größen versammelt, die in der Horrorfilmszene nicht unbekannt sind:
Nacho Vigalondo“ (“Timecrimes“), „Xavier Gens“ (“Frontier(s)“) „Adam Wingard“ und „Simon Barrett“ (“V / H / S “), „Jason Eisener“ (” Hobo with a Shotgun “), „Ti West“ (“The Innkeepers“) und „Ben Wheatley“ (” Kill List “).
 
 
 


 
 
 

The ABC´s of Death – Kritik

 
 
 
Wenn sich 26 talentierte Köche zusammentun, um an einer Suppe köcheln, so kann man laut Erfahrung oftmals davon ausgehen, dass am Ende eine ziemlich versemmelte Soße bei rauskommen dürfte. Denkste, dachten sich 26 Regisseure und begannen an einem abendfüllenden Spielfilm zu tüfteln, der die Filmwelt vom Gegenteil überzeugen sollte. Unter dem Banner “The ABC´s of Death” bekamen 25 von Ihnen die Aufgabe mit ca. 5000 US Dollar, einen etwas 10-minütigen Filmbeitrag zu kreieren, der sich mit einer möglichst perfiden Art des Sterbens beschäftigen sollte.
Damit nicht nur alteingesessene Filmhasen die Chance ergreifen konnten, ihr künstlerischen Visionen auf die große Leinwand zu transferieren, wurden auch potenzielle Hobby- und Nachwuchsregisseure dazu aufgefordert, ihr kreatives Schaffen der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Kurzum wurde ein Youtube-Wettbewerb ins Leben gerufen, der diverse unbekannte Filmemacher dazu bewegte, eigene Kurzfilme zu drehen und sich mit selbigen für den noch fehlenden 26. Beitrag zu bewerben. Eine rege Teilnahme erfolgte, wobei sich der Brite “Lee Hardcastle” mit seiner skurrilen Tonfiguren-Animation direkt in die Herzen der Jurymitglieder “kneten” und sich auf diesem Wege den Buchstaben “T” ergattern konnte.
 
Nach der Weltpremiere beim internationalen Filmfestival in Toronto wurde “The ABC´s of Death” mit teilweise gemischten Gefühlen aufgenommen. “…Zu viele Filme, zu wenig qualitativ wertvolle Beiträge…” ließen Kritiker verlauten und in der Tat, ein marginaler Teil der Gesamtwerks beinhaltet durchaus durchwachsene und gewöhnungsbedürftige Kost. Hierbei wären vor allem einige durchweg geschmacklose Beiträge zu nennen, die sich mit äußerst kontroversen Themen beschäftigen und sie zugleich in einen durchweg bizarre Background verfrachten. Einer dieser Beiträge ist “Ti West´s” (“House of the Devil“) “M is for Miscarriage“, in welchem eine Frau versucht ihre Fehlgeburt zu beseitigen.
West, der sich zuletzt mit zwei äußerst gelungen Spielfilmen als unkonventioneller Filmemacher behaupten konnte, hat sich mit seinem ziemlich lust- und geschmacklosen Beitrag keinen wirklichen Gefallen getan. Seine Erzählung wirkt durchweg uninspiriert, überflüssig und unwichtig, sodass man als Fan des Ausnahme-Regisseurs rein gar nicht glauben möchte, dass “West” derart Nonsens für ein so ambitioniertes Werk, wie “The ABC´s of Death” beigesteuert haben soll.
 
Doch nicht nur “Ti West” allein, war der Aufgabe nicht annähernd gewachsen einen halbwegs einfallsreichen Kurzfilm zum Thema Tod beizusteuern, auch der Brite “Jason Eisener” (“Hobo with a Shotgun“) wusste mit dem ihm zugeteilten Buchstaben nichts wirklich Kreatives anzufangen. Sein Kurzfilm über einen in die Jahre gekommenen Hausmeister, der eine etwas abartige Vorliebe für die heranwachsenden Knaben einer Grundschule besitzt und mit Genuß deren Schweiß von den Sportbänken der Turnhalle schleckt und deshalb “bestraft” wird, wirkt derb daneben und bereichert diesen Anthologie-Streifen in keinster Weise. Trotzdem, auch wenn sich in “The ABC´s of Death” einige ziemlich misslungene Querschläger eingeschlichen haben, so sollte diese Kurzfilm-Parade von keinem Horrorfilm-Fan unbeachtet bleiben, der sich auch für Werke jenseits des Mainstreams interessiert. Die Produzenten “Tim League” und “Ant Timpson” haben mit ihrem “The ABC´s of Death” ein kreativ ansprechendes Werk geschaffen, dass überwältigt und in derart umfangreichen Form seinesgleichen suchen dürfte. Ob zynisch-makaber, blutgierig-widerwärtig oder kunstvoll-experimentierfreudig; die Vielfalt der verschiedenen Segmente machen diesen außergewöhnlichen Anthologie-Streifen unglaublich abwechslungsreich und heben den Film weit über den Durchschnitt. Vor allem die unterschiedlichen Stile, mit welchen die diversen Regisseuren ihre kleinen Geschichten bereichern, sind nicht zu verkennen. Viele derer, haben das brillante Konzept zu ihrem Vorteil genutzt und kleine, kunstvolle Meisterwerke geschaffen, die es sogar schaffen, so etwas wie Anspruch in das ohnehin gebeutelte Horror-Genre zu bringen. Allen voran “Marcel Sarmiento” („Deadgirl“), der mit seinem “D is for Dogfight” einen unglaublich grandios gefilmten Schaukampf präsentiert, in dem sich Hund und Mensch gegenseitig in den Tod duellieren. Der, in Slow Motion abgedrehte Augenschmaus wirkt unverkennbar stimmig und derart klug ausgetüftelt, dass man diesem Segment fast schon Arthouse-lastige Züge zusprechen möchte und den Shorty zugleich auch als besten Filmbeitrag der gesamten Sammlung bezeichnen darf.
 
 
 
Wer als Horrorfilm-Freund die Nase voll hat, sich ständig mit dem immer wiederkehrenden Stereotypen und vorhersehbaren Klischees in Horrorfilmen umherschlagen zu müssen, sollte definitiv eine Auge auf den kommenden Kurzfilm-Kracher “The ABC´s of Death” werfen. Hier schreiten zur Abwechslung einmal keine Kannibalen, Serienkiller, Geister oder Vampire schaufreudig zur Tat, sondern hier beschäftigen sich 26 ziemlich abwechslungsreiche Kurzfilme mit 26 perfiden Arten das Zeitliche zu segnen. “The ABC´s of Death” schafft es gänzlich jeden Geschmack zu befriedigen. Aufgrund des enormen abwechslungsreichen Inszenierung dürfte hier jeder Filmfreund zumindest ein Episode finden, die seinem Geschmack perfekt zu unterstreichen weiß.
Der Gorehound bekommt mit “Xavier Gens” (“Frontier(s)“) “X for XXL” ein derbes Splatter-Brett vor den Kopf gestoßen und auch Freunde überdreht asiatischer Skurrilitäten dürfen einmal mehr erkennen, dass die Asiaten in Bezug auf Horror und Gewalt einen vollkommen gewöhnungsbedürftigen Humor besitzen, welcher auf uns Europäern ziemlich grotesk und weltfremd wirkt. Gerade aufgrund der Vielfältigkeit der einzelnen Beiträge, sollte der Filmfreund im Laufe der zweistündigen Filmlaufzeit einige Pausen einlegen, um Gesehenes zu verarbeiten. Gerade weil die einzelnen Episoden nahtlos aneinander knüpfen und keine Rahmenhandlung existiert, die die Geschichten miteinander verbindet, dürfte dieses Kurgeschichten-Lexikon am Stück schwer zu verdauen sein. Trotzdem, die bemerkenswert internationale Vielfalt der einzelnen Beiträge beweist, dass guter Horror nicht zwangsläufig aus Amerika kommen muss, sondern eine weltweite Sprache spricht. Die Regisseure der einzelnen Geschichten stammen aus aller Herren Länder und ihre Stile bereichern das brillantes Konzept hinter “The ABC´s of Death” ungemein. Idealerweise sollte man dieses Experiment vollkommen uneingenommen goutieren und auf sich wirken lassen – denn verdient hat es “The ABC´s of Death” definitiv gesehen zu werden!
 
 
 


 
 
 

The ABC´s of Death – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
 
Skurril, makaber, einzigartig und uneingeschränkt sehenswert!
Eine Horrorfilmsammlung, welche man in dieser Form bisher noch nie gesehen hat.
 
 
 


 
 
 

The ABC´s of Death – Zensur

 
 
 
Da es in “The ABC´s of Death” teilweise arg rabiat zur Sache geht (“X is for XXL“) und vor allem die Episode “L for Libido” mit dem  Thema “Pädophilie” nicht gerade zimperlich umgeht, könnte es bei der FSK-Prüfung durchaus Probleme geben. Man kann nur hoffen, dass sich die FSK gnädig stimmen lässt und sich bei diesem sehenswerten Beitrag für den “Keine Jugenfreigabe“-Stempel entscheidet, ohne dafür Schnitte zu verlangen!
 
 
 


 
 
 

The ABC´s of Death – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Scary or Die (2012)

The Theatre Bizarre (2011)

Chillerama (2011)

V/H/S (2012)

Geschichten aus der Gruft (Serie)

Creepshow (1982)


Filmreview: “Nobody gets out alive” (2013)

nobody-gets-out-alive2013
 
 
 

Nobody gets out alive

Story

 
 
 
Um der etwas kränklichen „Jen“ die Vorzüge des Lebens erneut schmackhaft zu machen, unternimmt sie auf den Rat ihrer Eltern hin, einen gemütlichen Campingausflug hinaus in die Wälder. Einige Freunde sind schnell zusammengetrommelt und so begibt sich die Bande in eine vermeintlich feier- und sauffreudige Zeit ohne Eltern, Stress und Hektik.
Doch was die Freunde nicht wissen: unlängst verlor ein Familienvater in jener Gegend seine einzige Tochter, die von einer Gruppe betrunkener und unachtsamer Kids beim Spielen auf offener Straße überfahren wurde. Nun, so erzählt die Legende, sinnt der gebrochene Mann auf blutgierige Rache und meuchelt jeden Jugendlichen über den Jordan, der sich in dem naheliegenden Wald verirrt hat.
Anfänglich für eine bedeutungslose Erzählung gehalten, verschwindet auch schon der erste Teen auf unerklärliche Weise.
 
 
 


 
 
 

Nobody gets out alive – Kritik

 
 
 
Wenn ein scheinbar unbekannter Film mit einem derb-reißerischen Plakat wirbt, rührt die Vermutung oftmals gar nicht so weit her, dass hinter derart vielversprechender Werbebotschaft auch ein derb-unterhaltsames Filmchen stecken muss.
Hat man als Filmfreund jedoch ein geschultes Auge, so erkennt man schnell, dass es Unmengen an Filmen gibt, die ihre filmischen Defizite mittels ansprechender Filmcover versuchen zu vertuschen, um gierige Horrorfans dennoch zum Kauf ihrer hölzernen Filmkost zu bewegen.
Auch der vorliegende “Nobody gets out alive” ist einer jener Filme, der mit einem deftigen Cover wirbt, um von der vollkommen desaströsen Inszenierung der zu Grunde liegenden Geschichte gekonnt abzulenken. Kreative Eigenständigkeit sucht man hier vergebens. Stattdessen wird dem Filmfreund die gefühlt millionste Geschichte eines traumatisierten Irren geschildert, der einmal mehr die Jagdsaison auf eine handvoll ahnungsloser Teenager eröffnet hat. Auch wenn das formschöne Filmposter eine liebevolle Hommage an die diversen Slasher-Klassiker der schmuddeligen 70er und knall-poppigen 80er verspricht, so sind die diversen Zitate im Film eine wahrliche Beleidigung für all die Werke, die dieses Sub-Genre maßgeblich mitgeprägt haben.
Kreative Eigenständigkeit wird in “Nobody gets out alive” konsequent klein geschrieben. Statt dem unlängst totgefilmten “Teenager-in-Angst-Kino” halbwegs neue Facetten einzuverleiben, verharrt der vorliegende Slasher-Aufgruss in einem zähen Gemisch aus “zerfilmten” Genre-Regeln und katastrophaler Einfallslosigkeit. Spannung kommt dabei selten auf und so darf sich der interessierte Horrorfilmfreund durch ein uninspiriertes und bedeutungsloses Filmchen quälen, das krampfhaft versucht in die Fußstapfen seiner großen Vorbilder zu schlüpfen.
 
Auch wenn Regie-Newcomers „Jason Christopher“ stets darum bestrebt ist, aus dem vermutlich kaum vorhandenen Budget das Maximum herauszuholen, so kann er dennoch nicht vertuschen, dass seinem Debüt der unweigerlich amateurhafte Grundton und die stümperhafte Ernsthaftigkeit mitnichten zugute kommt. Diverse Szenen bergen zwar eine gewisse, bedrohliche Stimmung, verlieren aber aufgrund der technischen Defizite und der laienhaften Darstellung einiger Protagonisten immens an Intensität. Einzig durch die erstaunlich rauen Gewaltspitzen dürfte der Film zumindest bei Gore-Liebhaber auf Zustimmung stoßen. Auch wenn einige Spezialeffekte (übrigens durchweg handmade) in ihrer Umsetzung als einfach durchschaubar zu betiteln sind, so verfehlen sie ihre widerwärtige Wirkung nur selten. “Nobody gets out alive” ist erstaunlich ruppig und ziemlich hart, sodass zartbesaitete Gemüter rasch die Nerven verlieren dürften. Zumindest in diesen Belangen ist „Jason Christopher´s“ Erstlingswerk klassischen Vertretern seiner Gattung einiges voraus. Nur ob blut- und menschenverachtende Gewaltexzesse allein einen guten Film ausmachen, sollte jeder für sich selbst entscheiden.
 
 
 
Heute besorgen wir uns eine HD-Cam und drehen mit einigen Freunden geschwind einen überaus schlechten Horrorfilm. Dachte sich Newcomer „Jason Christopher“ und rief unweigerlich den unausgegorenen “Nobody gets out alive” ins Leben. Auch wenn einige befremdlich-kontrastreiche  Filterspielereien zu Gefallen wissen, so kann der erste Lang-Spielfilm des Nachwuchstalents kaum überzeugen. Die dilettantische Ernsthaftigkeit, welche die gesamte Inszenierung seines Slasher-Debakels durchzieht und die fast schon penetrant-peinliche Ideenlosigkeit seiner Geschichte, brechen dem (ursprünglich betitelten) “Down the Road” gänzlich das Genick. Hinzukommt, dass die wenigen Schauspieler kaum Talent besitzen, halbwegs sympathisch und glaubhaft zu agieren. Immerhin sind ihre Weinkrämpfe und Winseleien durchaus zweckhaft, sodass die diversen wirklich deftigen Folterszenen hart anzuschauen sind. Da werden Beine abgesägt und Nägel in Schädeldecken geschlagen – der Gorehound unter den Horrorfilmfreunden dürfte sich hierbei gierig die Händen reiben. Trotzdem, die simplen, aber dennoch recht grafischen Gewaltspitzen machen noch lange keinen guten Horrorfilm aus. “Nobody gets out alive” ist abartiger Nonsens, der unter dem Deckmantel eines klassischen Slasher-Movies versucht, mit einer handvoll schlecht kopierter Szenen und stereotypen Figuren flink Kasse zu machen. Für Horrorfilmfans, die selbst bei Horrorfilmen einen gewissen Anspruch erwarten, ist dieser Genre-Beitrag eine absolute Zumutung.
 
 
 


 
 
 

Nobody gets out alive – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 

Unterbelichtete Slasher-Gurke, die trotz Amateuroptik, mit arg derben Szenen aufwartet – Braucht keiner!
 
 
 


 
 
 

Nobody gets out alive – Zensur

 
 
 
Aufgrund arg derber Szenen, kommt der vorliegende Film nicht ungeschnitten nach Deutschland.
 
 
 


 
 
 

Nobody gets out alive – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
ChromeSkull: Laid to Rest 2 (2011)

The Orphan Killer (2011)

Rites of Spring (2011)

Carl (2012)

Hostel – Part III (2011)

If a Tree falls (2010)

Mask Maker – Meet your Maker / Maskerade (2010)

Scream 4 (2011)

One Way Trip 3D (2011)

 

 


Filmreview: “Texas Chainsaw 3D” (2013)


 
 
 

Texas Chainsaw 3D

Story

 
 
 
Achtung!
Review beinhaltet mögliche Spoiler!
 
 
 
„Heathers“ geregeltes Leben gerät völlig aus den Fugen, als sie das Erbe ihrer unbekannten, verstorbenen Großmutter antreten soll. Sie reist zusammen mit ihren Freunden nach Texas, wo ein riesiges Anwesen auf sie wartet, dessen Schlüssel ihr von einem Nachlassverwalter überreicht werden. Doch das vermeintlich pompöse Anwesen birgt ein dunkles und tödliches Geheimnis, dass mit der Erbschaftsübergabe einen gierigen Blutzoll fordert …
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Kritik

 
 
 
Manche Filmreihen scheinen derart populär, dass sie einfach nicht totzukriegen sind und sich geldgeile Rechteinhaber ein goldenes Näschen an derart Filmstoff verdienen. Ob hierbei eine plausible Geschichte zu Grunde liegt und bekanntes Franchise logisch fortgeführt wird, ist im 21 Jahrhundert schon längst nicht mehr relevant. Da wird die bereits ohnehin kränkelnde Kuh auch schön weiter gierig abgemolken, in der Hoffnung, dass die Ausbeute noch halbwegs gewinnbringende Dollars einspielt. Einer dieser Fälle ist das berüchtigte “Texas Chainsaw Massacre“, dass bereits im Jahre 1974 für reichlich Gesprächsstoff sorgte und den Grundstein für heute so populäres Terror-Kino legte. Tobe Hoopers berüchtigtes “Kettensägen-Massaker” gehört zweifelsohne zum Meilenstein des modernen Horrorfilms und findet in seiner schmuddeligen und exploitationhafte Darstellung des populären 70er Jahre Horrorkinos gleich neben berüchtigten Klassikern wie “Last House on the Left” , „I spit on your Grave“ und „Mark of the Devil“ Erwähnung. Nach nunmehr bereits sechs Verfilmungen steht aktuell mit “Texas Chainsaw 3D” der neuste Teil des berüchtigten Horrorfilmstoffs ins Haus und findet überraschenderweise nicht den direkten Anschluss an “Marcus Nispel” Hochglanz-Remake aus dem Jahre 2003. Anstatt die Gegebenheiten rund um die “Nispel“-Neuverfilmung plausibel weiterzuspinnen geht der aktuelle Aufguss zurück zu den Ursprüngen des Originals und setzt haargenau dort an, wo Hoopers “Texas Chainsaw Massacre” endete.
 
Sally“, die einzige Überlebende aus dem 1974er Originalfilm, entkommt dem Motorsägen schwingenden “Leatherface” und kann sich kurzum in die Nachbarstadt retten. Dort schildert sie dem ansässigen Sheriff, welch gemeine Abartigkeiten sie im Haus der “Sawyer“-Familie erdulden musste, worauf eine selbsternannte wutentbrannte Bürgerwehr zum Schauplatz der Verbrechen eilt, um mit der seltsamen Bande auf ihre ganz eigene Weise abzurechnen. Keiner der (gefühlten 100!) “Sawyer“-Familienmitglieder kann diesem Racheakt lebend entkommen. Nur ein hilfloses Neugeborenes überlebt das blutige Massaker und wird letztendlich in die Obhut einer Pflegefamilie übergeben.
 
Natürlich dürfte der aufmerksame Horrorfilmfreund bereits rasch erahnen, dass es sich bei jenem Waisenkind um die taffe Hauptdarstellerin “Heather” handelt, die im Verlauf der vollkommen hölzernen Geschichte auf einen erschreckend gealterten „Leatherface“ trifft. Der direkt Anschluss an das kultige und große Original erweist sich in diesem Fall als desaströse Entscheidung, denn trotz aller unbeholfener Versuche dem 74er “Texas Chainsaw Massacres” halbwegs gerecht zu werden, mündet das aktuelle Sequel in einer einzigen Katastrophe. Es bedarf hier vermutlich eine ganze Seite zu füllen, um all die Ungereimtheiten eines “Texas Chainsaw 3D” aufzählen zu können. Fakt ist jedoch, dass der neuste Ableger der bisher Schlechteste der gesamten Reihe darstellt. Am prägnantesten werden vor allem die Mankos in der Darstellung der Protagonisten deutlich. Sicher war die gesamte “Texas Chainsaw Massacre”-Reihe noch nie ein Garant für tiefgründige und klug durchdachte Charakterisierung, handelt es sich hierbei schließlich um eine Horror-Serie, die vordergründig seit jeher von derben Terror und bluttriefende Gewalt zerrt. Die vorliegende Fortsetzung jedoch besitzt außer einige Gewaltspitzen nichts was überhaupt von Interesse wäre – Folter und Terror: Fehlanzeige! Die wenigen Figuren sind derart flach skizziert, dass das immens gorige Treiben vollends an Intensität verliert. Zudem lässt “Texas Chainsaw 3D” jeglichen Terrorgedanken missen. Die Geschichte entlädt sich als vollkommen austauschbarer 08/15-Teenhorror, der auch beliebig hätte anders heißen können. Hinzukommt, dass man die Glaubwürdigkeit der hier vorgegaukelten Geschehnisse nicht weiter hinterfragen sollte. “Heather” durchlebt im Verlauf des Films eine haarsträubende Metamorphose, die in ihrer Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist. Anfänglich als Opfer deklariert, entscheidet sie sich am Ende (unverständlicherweise) für das Böse und bietet durchaus Freiraum für eine mögliche Fortsetzung. Welchen Sinn dieser gesamte hanebüchene Nonsens birgt, sei letztendlich dahingestellt, denn eine mögliche Erklärung ihres Tun und Handelns machen „Texas Chainsaw 3D“ leider auch nicht besser!
 
 
 
Ein Albtraum für jeden “TCM“-Filmfan: es war vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis sich auch das bisher langlebigste Horror-Franchise selbst ins Aus befördern würde. Nach sechs Filmen bildet nun der vorliegende “Texas Chainsaw 3D” das miserable Schlusslicht der bekannten Filmreihe. Dass der aktuelle Beitrag nicht einmal ansatzweise dem Niveau der erfolgreichen Vorlage gerecht werden kann, dürfte bereits der unvollständigen Titel erahnen lassen, denn nur dort wo letztendlich auch “Massacre” draufsteht, ist vermutlich auch allein nur “Massacre” drin. Der aktuelle Aufguss bietet außer einer umfangreichen Palette obligatorisch-blutiger Schauwerte nichts, was den interessierten Filmfreund gefallen dürfte. Aufgrund mangelnder Identifikationsmöglichkeiten stumpfen die eigentlich sehr bösen und gut umgesetzten Spezialeffekte gehörig ab und verlieren ihre eigentliche Wirkung. Dass man “Texas Chainsaw 3D” zu keiner Minute ernst nehmen kann, zeigen eindrucksvoll die vielen Logikpatzer, die das gesamte Treiben zu einer vollkommen Lachnummer gestalten. Da findet “Heather” irgendwo im Nirgendwo einen Jahrmarkt und scheint in ihrer Planlosigkeit nichts anderes im Sinn zu haben, als sich auf ein Riesenrad zu schwingen, in der Hoffnung, dass sie dadurch “Leatherface” entkommen kann. Dumm nur, dass sich eine derartige Gerätschaft im Kreis bewegt und “Leatherface“, trotz geistiger Beschränktheit, immer noch klug genug zu sein scheint und einfach am unteren Ende des Riesenrads auf die leicht verwirrte “Heather” wartet. “Texas Chainsaw 3D” ist ein ganz dummer Vertreter seiner Gattung und wäre mit dem Einspielen Sitcom-ähnlicher Lacher vermutlich ein geniales Stück Comedy geworden. So jedoch, dürfte die bierernste Inszenierung mit einer gewissen Vorsicht genossen werden, denn „Texas Chainsaw 3D“ hält mitnichten, was der eigentliche Filmtitel hauptsächlich suggeriert.
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Für alle Fans der Filmreihe: DANGER !!!!! Unglaublich miese Fortsetzung, die bei weitem den desaströsen 4. Teil der Serie (“Die Rückkehr”) an Dummheit überbietet.
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Zensur

 
 
 
Die deutsche Veröffentlichung beruht auf der amerikanischen Rated R-Fassung und hat es in dieser Form auch ungeschnitten nach Deutschland geschafft. Die hier veröffentlichte DVD/Blu-ray wurde mit dem “Keine Jugendfreigabe”-Stempel abgesegnet!
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Texas Chainsaw Massacre 3D Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Texas Chainsaw; USA 2012

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1; (1920x1080p) Full HD

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK 18 – Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interviews (ca. 23 Min.), Blick hinter die Kulissen (ca. 3 Min.), Das Texas Chainsaw Vermächtnis (ca. 10 Min.), Der alte Bauernhof (ca. 15 Min.), Die Wiederauferstehung der Säge (ca. 12 Min.), Besetzungs-Terror (ca. 10 Min.), Leatherface 2013 (ca. 15 Min.), Licht, Kamera, Massaker! (ca. 12 Min.), Es steckt im Fleisch (ca. 10 Min.), Kurzberichte vom Set, Originaltrailer in Deutsch und Englisch, Audiokommentar mit Regisseur John Luessenhop und Dan Yeager (Leatherface), Trailershow

 
 
 
Uns lag zum Test der Heimkinofassung von TEXAS CHAINSAW 3D die dreidimensionale Variante auf Blu-ray vor. Auf dieser Scheibe kann der Zuschauer neben der 3D-Fassung des Films natürlich auch auf die 2D-Variante zurückgreifen. Den Beginn macht der Trailer zum kommenden Action-Thriller „PARKER“; danach geht geradezu ins Hauptmenü, wo der Filmfreund neben dem Hauptfilm in erstaunlich hochwertiger Qualität auch zwischen reichlich Bonusmaterial wählen kann. Hierbei offenbart sich jedoch schon der erste Wehrmutstropfen: bis auf die Interviews der Hauptdarsteller sind keiner der hier vorfindbaren Extras Deutsch untertitelt. Auch wenn das Zusatzmaterial durchaus umfangreich daherkommt; Freunde von Leatherface & Co. sollten für den Genuss der Boni gute Englischkenntnisse mitbringen. Neben diversen „Hinter den Kulissen“-Features, Interviews, einem alternativen Anfang und interessanten Informationen zum Film, haben es auch die jeweiligen Trailer zum Schocker in Englisch und Deutsch auf die Scheibe geschafft. Zudem lässt sich auf der Heimkino-Veröffentlichung auch ein nicht untertitelter Audiokommentar finden. Bleibt zu erwähnen, dass sogar eine umfangreiche Trailershow zu weiteren Titeln des Publishers bewundert werden darf – erfreulicherweise sogar ein 3D-Trailer zum Film „RESIDENT EVIL – RETRIBUTION“. Die 3D-Fassung kommt, ebenso wie die normale Filmfassung, in sehr hochwertiger Bild- und Tonqualität daher, wobei gerade bei der dreidimensionale Filmfassung die diversen Pop-Out-Effekte mit der Motorsäge zu gefallen wissen. Abgesehen vom Film selbst, hält man auf technischer Ebene, einen durchweg gelungenen Release in den Händen, welchen man auf derart technisch ansprechendem Niveau im Horror-Sektor nicht alltäglich zu Gesicht bekommt. Neben der vorliegenden Fassung kann der Filmfan ohne 3D-Equipment natürlich auch zur herkömmlichen 2D-Scheibe greifen. Diese ist nicht nur preislich günstiger, sondern überzeugt mit ebenso wertigem Bild. Beide HD-Varianten wurden mit einem Wendecover und einem Einleger mit Kapitel-Index ausgestattet.
 
 

Texas Chainsaw – The Legend Is Back [Blu-ray] jetzt bei AMAZON bestellen

 

Texas Chainsaw (Uncut) [3D Blu-ray] jetzt bei AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rogue River (2012)

Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)

Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)

Schlaraffenhaus (2011)

Texas Chainsaw Massacre (2003 / 1974)

Rest Stop (2006)

 


Filmreview: “Undocumented” (2010)

"Unducumented" (2010) Filmposter - Filmkritik auf Filmchecker
 
 
 

Undocumented – Story

 
 
 
Eine Gruppe ambitionierter, amerikanischer Dokumentarfilmer arbeitet an einem Film, der sich mit illegal eingewanderten mexikanischen Immigranten beschäftigen soll. Um der Doku den nötigen Diskussionsstoff bieten zu können, reisen die Freunde nach Mexiko und begleiten eine Gruppe Flüchtlinge bei ihrer strafbaren Reise in die USA. Mit dem Wunsch, endlich der Armut und der erschütternden Perspektivlosigkeit entfliehen zu können, begeben sich die Immigranten in einen Flüchtlingstransporter, der sie sicher in das Land ihrer Träume transportieren soll. Doch die Reise schlägt fehl, denn auf ihrem Weg in die Freiheit geraten die Einwanderer an eine Gruppe radikaler amerikanischer Rassisten, die das Gesetz schlichtweg selbst in die Hand nehmen und die Truppe in ein eigens zusammengezimmertes Konzentrationslager verschleppen. Das amerikanische Filmteam soll hierbei die nun folgenden Grausamkeiten dokumentieren, mit welchen die selbsternannten Ordnungshüter die verstörten Einwanderer bestrafen. Zudem soll das abartige Filmmaterial als Propagandafilm fungieren, der weitere illegale Immigranten davon abhalten soll, unrechtmäßig amerikanischen Boden zu betreten.
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Kritik

 
 
 
Mit dem vorliegenden Genre-Beitrag „Undocumented“ hat es einmal mehr ein Nachwuchsregisseur geschafft, mit reichlich Zündstoff auf sich aufmerksam zu machen. „Chris Peckover“, der sich zuvor sein Lohn und Brot mit einigen Kurzfilmchen verdient hat, teilt in seinem vorliegenden abendfüllenden Erstlingswerk herbe Kritik an der Unfähigkeit der amerikanischen Regierung aus. Hier wird nichts verschönert, oder vereitelt, sondern sein Film kritisiert einmal mehr, zu welchen rassistischen Abartigkeiten vermeintlich friedliebende Bürger fähig sein können und mit welcher Blindheit die amerikanische Führungsriege dem grotesken Treiben beiwohnt. Grundlage für seine Geschichte dient die aktuelle Immigranten-Problematik der USA, die scheinbar kaum noch in der Lage zu sein scheint, perspektivlose und in Armut lebenden Mexikaner davon abhalten zu können, illegal in das Land einzureisen. Da werden Mauern um die Grenzen gezimmert und der vollkommen übertriebene Patriotismus vieler Amerikaner, sowie die Angst vor dem eigenen sozialen Abstieg (denn die Mexikaner haben natürlich nichts anderes im Sinn als den Amerikanern die Jobs zu „stehlen“) sorgen nicht selten für ein unverständlich rassistisches Gedankengut gegenüber der mexikanischen Bevölkerung. Forscht man im Internet nach, so scheint es sogar kriminelle (amerikanische) Banden vor amerikanischen Grenzpunkten zu geben, die einzig darauf spezialisiert sind, ahnungslosen mexikanischen Einwanderern aufzulauern, auszurauben und schließlich zu töten. Hinzukommt, dass es bisher noch kein modernes, amerikanisches Einwanderungs-Recht gibt, dass die legale Einwanderung für Immigranten erleichtert, sodass viele Einreisende den illegalen und gefährlichen Weg in Kauf nehmen müssen, um von einem sorgenfreien Leben träumen zu dürfen.
 
Peckerovers „Undocumented“ ist kein einfach zu verdauender Film. Das wahrlich perverse und menschenverachtende Treiben geht verdammt nah und sorgt nicht nur einmal dafür, dass der Zuschauer als Zeuge der Geschehnisse mit einer verständlichen Fassungslosigkeit und einen brodelnden Wut vor dem heimischen Fernsehapparat zurückbleibt. Parallelen zum kürzlich erschienen „Territories“ sind unverkennbar. Auch dort wurde der radikale Weg gewählt und ein äußerst politisch brisantes Thema zur Grundlage des Films gemacht. Angesichts der erschütternden realen Geschehnisse, auf welche beiden Filme fungieren, wirkt die herbe Kritik in Form einer nicht enden wollenden Schreckens-Achterbahn der Grausamkeiten auch für den Zuschauer wie eine Martyrium. Anders als der kanadische Beitrag „Territories“ geizt der vorliegende „Undocumented“ nämlich nicht mit blutigen Details. Ob derart sadistische Zeigefreudigkeit jedoch wirklich hätte sein müssen, scheint fraglich, denn der Film hätte auch ohne die diversen Abartigkeiten seine erschütternde Wirkung keinesfalls verfehlt. Trotzdem, die wenigen (verdammt realistischen) F/X gehen durch Mark und Bein und verstärken vermutlich allein nur die Erkenntnis, zu welch unmenschlichen Fähigkeiten die Bestie Mensch fähig sein kann und dass derart unannehmbaren Menschenrechtsverletzungen zu keiner Zeit toleriert werden dürfen.
 
 
 
Nach „Saw“, „Hostel“ und Co. beweist ein motivierter Nachwuchsregisseur, dass der Horror nicht immer nur rein fiktiv sein muss. Man braucht als Filmfreund einfach nur den Fernseher einschalten und die Berichterstattungen in den aktuellen Nachrichtensendungen verfolgen. Der tagtägliche erschreckende Wahnsinn, der uns dort präsentiert wird, bietet auch die Grundlage des vorliegenden Thrillers „Undocumented“. Ein, teilweise schonungsloses Dokument über grausame Menschenrechtsverletzungen, welche sich Tag für Tag tatsächlich an der amerikanischen Grenze ereignen. Auch wenn Peckovers Geschichte rein fiktiv aus der „Found Footage“-Sicht eines Kamerateams geschildert wird, so birgt am Ende die Erkenntnis, dass illegale Immigranten aus Mexiko, die von einem besseren Leben träumen und tagtäglich dennoch für ihren Traum mit dem Leben bezahlen müssen, ein merklich befremdliches Bauchgefühl. Peckovers Film ist bereits seit geraumer Zeit als hochwertige Heimkinofassung auf dem amerikanischen Markt erhältlich. Warum sich hierzulande noch niemand für die Auswertung des Films entschieden hat, stößt meinerseits auf vollkommenes Unverständnis. Ein Film, der sich vor allem in die Sammler-Reihe „Kino Kontrovers“ ideal einfügen würde.
 
 
Im übrigen: wen dieser Film kalt lässt und wer sich nach Sichtung in seinem rassistischen Gedankengut (in welcher Art auch immer) bestätigt fühlt, sollte dringend den Psychiater seines Vertrauens aufsuchen!
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
“Undocumented” ist ein erschreckend, kontroverses und wichtiges Dokument für mehr Menschlichkeit, Verständnis und Toleranz!
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Zensur

 
 
 
Der Film selbst ist kein Splatter-Feuerwerk. Dennoch verfehlen die wenigen grafischen Gewaltdarstellungen nicht ihre Wirkung. Mit ganz viel Glück dürfte der Film ungeschnitten mit einer „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erscheinen.
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Territories (2010)

The Afflicted (2010)

Darfur (2009)

The Road to Guantanamo (2006)

 

 

 


Filmreview: “Grave Encounters 2″ (2012)


 
 
 

Grave Encounters 2 – Story

 
 
 
Alex Wright (Richard Harmon) ist ein Horrorfilm-Junkie, wie er im Buche steht. Nicht nur, dass er eigene Filme dreht, er bespricht auch regelmäßig Horrorwerke auf seinem Youtube-Kanal. Seit geraumer Zeit beschäftigt ihn der Schocker “Grave Encounters”. Wright scheint fest der Überzeugung zu sein, dass das Filmdokument echt sei und beginnt Recherchen im Internet zu betreiben. Als er herausfindet, dass der gesamte Cast als verschollen gilt, trommelt er ein paar Freunde zusammen, mit deren Hilfe er das Rätsel rund um die Geschehnisse des “Grave Encounter”-Filmes lösen möchte. Kaum haben die Freunde den Schauplatz des Filmes betreten, beginnen sich die Ereignisse in der verlassenen “Collingwood-Psychiatrie” zu wiederholen…
 
 
 


 
 
 

Grave Encounters 2 – Kritik

 
 
 
Angenommen man dreht einen Horrorfilm, der unerwartet zum Geheimtipp avanciert.
Die klügste Vorgehensweise wäre vermutlich die, den lukrativen Überraschungs-Hit mit einer Fortsetzung weiterzuspinnen, um schnell noch im Fahrwasser des Originals die Kasse klingeln zu lassen. Rasch kritzelt man einige Ideen auf Papier und wärmt einige Schockeffekte lau auf, die man bereits unzählige Male im Vorgänger präsentiert bekommen hat. Garniert mit einigen derben Splatter-Szenen hofft man nun, dass sich der Erfolg abermals wiederholt.
 
Der Film “Grave Encounters 2” ist ein derartiger Fall, der nun versucht, in die erfolgreichen Fußstapfen seines Vorgängers zu treten. Zu allem Erstaunen gelingt ihm das recht solide, dennoch erreicht er aber nur in den wenigsten Momenten die unheimlichen Qualitäten des Originals. Was den Film trotzdem durchaus sehenswert macht, ist der konsequente Wandel seines Erzählstils, denn “Grave Encounter 2” bietet im Grunde nichts wirklich bahnbrechend Neues, ist aber trotzdem im Vergleich zum ersten Teil ganz anders.
Das subtil-schauerhafte Gruseln ist hier Mangelware. Vielmehr setzt der Film auf Hektik und Blutzoll. Die actionlastige Geisterhatz verirrt sich in einigen Momenten in recht deftigem Gekröse, sodass vor allem Splatter-Fans auf ihre Kosten kommen dürften.
Ob diese neue Richtung wirklich geschickt gewählt ist, sollte jeder für sich selbst entscheiden, denn vor allem Fans des Originals dürften sich bei “Grave Encounters 2” gehörig vor den Kopf gestoßen fühlen. Die Geister gehen arg rabiat zur Sache, sodass die eigentlich beunruhigend-ängstigende Atmosphäre, zugunsten deftiger Splatter-Exzesse in den Hintergrund rückt. Vermutlich war Regisseur “John Poliquin” darin bestrebt mit seiner Fortsetzung verschiedene Filmgeschmäcker anzusprechen. Gerade in Zeiten unzähliger Geister-Found-Footage-Filme, die allesamt allein nur das unspektakuläre auf-und-zu-schieben von Schränken und Türen fokussieren, scheint “Poliquin” bestrebt darum zu sein, andere Wege gehen zu wollen und sich ein wenig vom Subtilen zu distanzieren. Da aufgrund von “Hostel“, “Saw” und Co. selbstzweckhafte Gewaltakte zum üblichen Bild aktueller Horrorfimlware geworden sind , macht hierbei natürlich auch “Grave Encounters 2” keine Ausnahme und schwimmt geschwind auf dieser populären Welle mit.
 
Natürlich gibt es neben dem teilweise arg schroffen Gesplattere und dem lukrativen Recyclen altbewährter Erfolgsrezepte auch jede Menge “Neues” in “Grave Encounters 2” zu bestaunen. Regisseur “John Poliquin” ist stets darum bemüht, die Geschichte des Anwesens weiterzuerzählen. Auch wenn hin und wieder ein gewisses Déjà-vu Gefühl eintreten will, so schafft er es dennoch etwas Licht rund um die Geschehnisse der leerstehenden Psychiatrie zu bringen. In bekannter “House on Haunted Hill“-Manier erzählen einige groteske Geistererscheinungen von der Geschichte dieser Klinik und beantworten so einige wesentliche Fragen, die bisher unbeantwortet blieben.
Auch wenn es ein wenig an Zeit benötigt, bis der zweite Aufguss überhaupt an Fahrt gewinnt, so kann man “Poliquin” nicht vorwerfen, dass er mit seiner Rückkehr in das Spukgemäuer langweilt. Zwar dauert es geschlagene 40 Minuten bis der Film überhaupt zum Punkt kommt, hat er die dann jedoch erreicht, bietet das schweißtreibende Tempo mit welchem “Grave Encounters 2” davonradelt, dem Zuschauer kaum Zeit zum Verschnaufen. Die ahnungslosen Kids werden von einer Szenarie zur nächsten getrieben, immer die Angst im Nacken haben zu müssen, kreativ um die Ecke gemeuchelt zu werden. Auch wenn die Geschichte gegen Ende hin fast schon surreale Züge erhält und sich die Helden in einer Art Parallelwelt wiederfinden, so kann man sich als Filmfreund nicht darüber beschweren, trotz allem hanebüchenen Hocus Pocus, sich doch irgendwie kurzweilig unterhalten gefühlt zu haben.
 
 
 
Grave Encounters 2” ist ein zweischneidiges Schwert und dürfte vor allem Freunde des ersten Teils vor den Kopf stoßen.
Von unheimlicher und subtiler Atmosphäre ist hier kaum noch irgendwas zu verspüren. Nervenstrapazierende Schockeffekte sind in dieser Fortsetzung Mangelware und werden schier und einfach durch derbe Splatter-Effekte ausgetauscht. Die Geister demonstrieren kontrovers schroff, wie man unwillkommene Gäste wahrhaftig unwillkommen begrüßt, sodass das Sequel für Freunde wohldossierten Gruselns vollkommen unangebracht ist. Statt jugendfreier “Paranormal Activity“-liker Umsetzung geht es hier deftig zur Sache. Da werden Köpfe zerquetscht und eingetreten und Leiber mittels Starkstrom zerfetzt und verbrannt. Das Splatter-Herz dürfte vor derart ungenierter Zeigefreudigkeit vor Freude tanzen. Trotzdem, auch wenn die Erwartungen im Vergleich zum Vorgänger kaum erfüllt werden können, so kann man nicht behaupten, dass “Grave Encounters 2” eine miese Fortsetzung ist. Sicherlich erfindet auch dieser Spuk-Film das Genre nicht neu und auch sonst hat man all das, was der Film letztendlich bietet, bereits um Längen besser woanders gesehen.
Dennoch hat dieses Sequel auch seine Momente, die zudem aufgrund der hervorragenden technischen Fingerfertigkeit zu überzeugen wissen. Gerade gegen Ende hin sind die Grenzen des typischen Found-Footage-Filmstil kaum noch als selbige zu erkennen. Da wird die Kamera von Geistern getragen, die dann um die verbleibenden Protagonisten umherschwirren. Aber auch die wenigen Geistereffekte (siehe Filmplakat!) sind als ziemlich gelungen zu betiteln und heben “Grave Encounters 2” über den Durchschnitt.
 
 
 


 
 
 

Grave Encounters 2 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Deftiger Splatter statt wohldosiertem Gruselvergnügen – Eine gelungen Fortsetzung, die sich zwar altbewährter Mechanismen des ersten Teil bedient, dennoch irgendwie vollkommen anders ist.
 
 
 


 
 
 

Grave Encounters 2 – Zensur

 
 
 
Aufgrund einiger recht deftiger Szenen, dürfte die deutsche Filmfassung ungeschnitten mit “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erscheinen.
 
 
 


 
 
 

Grave Encounters 2 – Trailer

 
 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Paranormal Activity 3 (2011)

The Tunnel (2011)

The Amityville Haunting (2011)

V/H/S (2012)


Filmreview: “Hobo with a Shotgun” (2011)


 
 
 

Hobo with a Shotgun – Story

 
 
 
Nachdem ein Obdachloser (gespielt von “Rudger Hauer“) mit einem Güterzug in die Stadt Hopetown einkehrt um dort als Landschaftsgestalter ein neues Leben zu beginnen, ahnt er noch nicht, welch menschlicher Abschaum hier die Gegend beherrscht.
Der widerwärtige Gangsterboss “Drake” und dessen missratene Söhnen “Ivan” und “Slick” sind einzig damit beschäftigt, im Ort Angst und Schrecken zu verbreiten und die Kriminalität zu legalisieren.
Grausame Gewalt, Korruption und das Gesetz der Straße gehören in Hopetown zur Tagesordnung und so wird der unbekannte Landstreicher Zeuge, wie die junge Prostituierte “Abby” von den beiden skrupellosen Brüdern bedrängt wird.
Ohne über dessen Folgen bewusst, schreitet der namenlose Fremde dazwischen und rette die verängstigte Frau aus den Fängen ihrer Peiniger. Doch “Drake” und seine Bande lassen nicht locker und fordern blutige Rache an jenem Obdachlosen, der die Autorität des gemeinen Dreiergespanns missachtet. Für den “Hobo” Grund genug sich eine Schrotflinte zu besorgen und dem kriminellen Pack die Leviten zu lesen …
 
 
 


 
 
 

Hobo with a Shotgun – Kritik

 
 
 
Als im Jahre 2007 das Horror-Thriller Double-Feature “Grindhouse” in den amerikanischen Kino anlief, haben die beiden Kult-Regisseure “Robert Rodriguez” und “Quentin Tarantino” nicht einmal ansatzweise vermutet, welche weitgreifende Erfolge sie mit dem trashigen Movie-Flick-Flack verbuchen würden. Das ambitionierte und durchaus innovative Film-Projekt vereinte dabei die beiden Filme “Planet Terror” und “Death Proof” zu einem einzigen Kino-Beitrag und bestückte die Übergänge zwischen den Filmen mit ansprechenden Fake-Werbetrailern, angeblich demnächst anlaufender Action- und Horrorwerke. Das experimentelle “Grindhouse“-Projekt, welche als liebevolle Hommage an das schmuddelige Autobahn- und Bahnhofskino der 60er und 70er Jahre erinnern sollte, hinterließ bei Fans des Genres derart prägenden Eindruck, dass Filmfreunde weltweit eine Realisierung der Fake-Trailer forderten.
Dem Ruf der Fanbase wurde Gehör geschenkt und so war es nur eine Frage der Zeit bis mit “Machete” die erste Umsetzung eines Fake-Spots aus dem Trash-Double-Feature “Grindhouse” folgte. Der weitestgehend exploitationlastige Grundton von “Machete” stand dem der beiden Filme “Planet Terror” und “Death Proof” in nichts nach und so wurde auch die erste Umsetzung eines “Grindhouse“-Fake-Trailers zu einem regelrechten Kassenschlager. Aufgrund des überraschenden Erfolges und aufgrund der Unersättlichkeit findiger Horrorfilmfans erreichte 2011 auch der Trailer “Hobo with a Shotgun” Spielfilmlänge, wurde jedoch ohne Kinoauswertung direkt auf Blu-ray und DVD veröffentlicht.
 
Im direkten Vergleich zum Beitrag “Machete” stellt sich nun Fans auf Anhieb die Frage, ob “Hobo with a Shotgun” auf gleichem Niveau schwebt, wie die bisherigen Beiträge des Tarantino/Rodriguez’schen “Grindhouse“-Universums. Die Frage ist mit einem schlichten “auf-jeden-Fall” zu beantworten, denn “Jason Eisener” kehrt die bewusst trashig inszenierten Elemente seiner Vorgänger kreativ zusammen und formt daraus einen ebenso bösen, wie vollkommen grotesk-übertrieben Horror-Spaß.
Fast schon mögen einige enthusiastische Genre-Freunde meinen, dass “Hobo” weitaus stimmiger und besser sei, als der zuvor abgedrehte “Machete“. Ob dem wirklich so sei, sollte jeder Filmfreund selbst beurteilen.
 
Fakt ist dennoch, dass “Hobo with a Shotgun” ebenso kongenial unterhält wie seine Vorgänger, aber dennoch vollkommen anders ist.
Das mag vordergründig auch daran liegen, dass es sich hierbei um die erste Umsetzung eines Fake-Trailers handelt, dem kein großes Produktions-Budget zugrunde lag. Geschadet hat es dem Film in keinster Weise, überzeugt gerade die chaotische und weniger glattpolierte Optik und erinnert der Film doch in seiner Naivität und Absurdität an längst vergessenes Troma-Trash-Kino der 80er Jahre.
Dass “Hobo with a Shotgun” jeglichen Mainstream-Sehgewohnheiten strotzt wird bereits zu Beginn des Filmes deutlich.
Denn nach verheißungsvoll-trällernden Einleitungs-Credits geht gehörig die Post ab.
 
Hier werden Menschen geköpft, Kinder verbrannt und Arme gebrochen – alles vollkommen politisch inkorrekt und dennoch wunderbar unterhaltsam. Die übertriebenen Gewaltexzesse sind derart befremdlich und überzogen, dass sich “Hobo with a Shotgun” teilweise anfühlt, als würde man der filmische Erwachsenen-Version eines Looney-Toons-Comics beiwohnen.
Der groteske und Comic-ähnliche Unterton wird zudem mit verfremdeten und übertönten Farben erreicht, deren Intensität das längst vergessene Technicolor-Kino der 70er Jahre erneut aufleben lässt. Argento-Fans dürften vermutlich bei derart befremdlicher Farben-Flut direkt an Argentos “Suspiria” erinnert werden, dessen Film im groben ebenso von derart innovativen und drastischen Farb-Nuancen zehrt.
 
 
 
 
 
 
Nach “Machete” folgt nun mit “Hobo with a Shotgun“, die bereits zweite Umsetzung eines Fake-Trailers des “Grindhouse“-Projektes aus dem Jahre 2007.
Auch der Beitrag des Newcomers “Jason Eisener” hält sich streng an die Regeln des gewalttätigen Bahnhof-Kinos der wilden 70er Jahre.
Anstatt sich mit einer dramaturgisch plausiblen Geschichte zu beschäftigen, konzentriert sich das Rache-Drama auf reichlich Gore, Fäkalsprache und Gewalt. Hier wird Selbstjustiz der Gewalt wegen zelebriert und scheint einziges Mittel zum Zweck Konflikte lösen zu können.
Schöngeistige Filmkritiker und Otto-Normal-Filmfreunde werden vermutlich kaum irgendeinen hochphilosophischen Sinn hinter alle dem Nonsens entdecken können. Trotzdem, dass Konzept ist zwar simpel, aber dennoch genial.
 
Der comiclastige Unterton überspielt die Geschehnisse des Films grandios und schafft es einmal mehr, dass sinnfreie Exploitation-Kino der 70er Jahre auf die heimische Mattscheibe zu transferieren. Selten war Filmvergnügen erfrischender und kreativer. Teilweise fühlt man sich als Zuschauer an die experimentelle Spaß- und Trash-Ära der Troma-Studios zurückerinnert.
Denn auch hier gilt es nachwievor, einfach den Kopf auszuschalten um dem superben Treiben genüsslich beiwohnen zu können. Dass dem bewusst schlecht-inszenierten und reanimierten Grindhouse-Kino noch lange nicht die Puste ausgegangen ist, beweist die demnächst anlaufende Fortsetzung von “Machete“. Auch Nachwuchsregisseur “Jason Eisener” und “Rudger Hauer” haben beteuert, an eine Fortsetzung von “Hobo with a Shotgun” interessiert zu sein. Man darf gespannt sein!
 
 
 


 
 
 

Hobo with a Shotgun – Fazit

 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Ein Grindhouse-Knaller wie er im Buche steht – derb, sinnfrei und absolut politisch inkorrekt.
Muss man gesehen haben!
 
 
 


 
 
 

Hobo with a Shotgun – Deutsche Veröffentlichung

 
 
 

 

Deutsche Blu-ray und DVD ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 

Wir bedanken uns bei dem Vertrieb Universum Film, der uns freundlicherweise für diese Film-Besprechung eine Ansichtsfassung zur Verfügung gestellt hat. Die Blu-ray besticht durch tadelloses, knackig-farbenfrohes Bild und punktet mit einer handvoll nennenswerter Extras.
Die ungeschnittene Filmfassung ist aktuell beim Händler Eures Vertrauens (einschlägige Onlineshops, wie „Cyber-Pirates.org“/ „Media-Dealer.de” ) zu bekommen und sollte zudem möglichst rasch gekauft werden. Der Film wurde hierzulande mit einer Spio-Kennzeichnung (keine schwere Jugendgefährdung) „gewürdigt“.
Aufgrund des kontroversen und gewalttätigen Inhalts ist die vorliegende deutsche Fassung von einer nachträglichen Indizierung nicht ausgeschlossen.
Zudem ist neben der regulären Blu-ray-Fassung auch eine limitierte Mediabook-Ausgabe erhältlich, die neben einem ansprechenden Buchteil auch die DVD mit an Bord hat.

 
 
 


 
 
 

Hobo with a Shotgun – Zensur

 
 
 
Die deutsche Blu-ray mit Spio/JK-Kennzeichnung ist ungeschnitten!
 
 
 


 
 
 

Hobo with a Shotgun – Trailer

 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
If a Tree falls (2010)

Chillerama (2011)


Filmreview: “Wrong Turn 5 – Bloodlines” (2012)


 
 

Wrong Turn 5 – Bloodlines – Story

 
 
 
Es ist Halloween und in einer kleinen Stadt in West Virginia finden sich kostümierte Menschen zusammen um das sagenumwobene “Mountain Man”-Musikfestival zu feiern. Auch eine Gruppe feierfreudiger Jugendlicher macht sich auf den Weg in das kleine idyllische Örtchen.Doch als sie auf dem Weg zu jener Feierlichkeit einen einsamen Landstreicher mit dem Fahrzeug streifen, ahnen sie noch nicht, wen sie da versehentlich versucht haben in Jenseits zu befördern. Der ominöse Fremde (Doug Bradley) scheint das Familienoberhaupt einer äußerst gefährlichen Inzucht-Bande zu sein, die sich die Zeit damit vertreibt, ahnungslosen Touristen in den Tod zu meucheln, um sich an deren Fleisch zu bedienen.
 
 
 


 
 
 

Wrong Turn 5 – Bloodlines – Kritik

 
 
 
Nachdem Filmfreunde aus aller Welt vor einiger Zeit in einschlägigen Diskussions-Foren von der gelüstgen Kunde einer weiteren Fortsetzung des “Wrong Turn”-Franchise lesen durften, haben sich vermutlich Millionen Fans des düster-gebeutelten Genre-Film gefragt, warum Filmstudio 20th Century Fox der Allgemeinheit einen weiteren Teil dieses cineastischen Abfalls zumuten möchte.
Die Antwort auf diese Frage scheint vollkommen offensichtlich, denn vermutlich müssen einfach zu viele “Volltrottel” den desaströsen Vorgänger gekauft haben, sodass es für Fox lukrativ schien mit “Wrong Turn 5. – Bloodlines” einen weiteren Ableger dieser vollkommen totgefilmten Scheiße (Entschuldigung, aber ich finde keine nett umschreibenden Gesten mehr für diese unterbelichtete Film-Reihe) in Produktion geben zu müssen. Dem Filmstudio kam dabei eine relativ “verrückte” Idee in den Sinn, mit welcher Regisseur Declan O’Brien (“Wrong Turn 4“) es nun letztendlich gelingen könnte, den bisherigen Gegebenheiten dieser Horror-Serie frischen Wind einzuverleiben. Statt die Geschichte rund um die ominöse Kannibalen-Sippschafft weiterzuspinnen, wurden die bisherigen Geschehnisse einfach aus dem Gedächtnis der Produzenten gestrichen und das Grundgerüst der Story zu einem billigen Remakes zusammengezimmert.
 
Die fünfte Reise in die Hölle der niveaulosen Absurditäten erzählt von einer neuen geistig umnebelten Familie, die ebenso wie ihre Vorgänger, nichts anderes im Sinn zu haben scheint, als den Zuschauer an den Rande des Wahnsinns zu langweilen und empfindsame Gemüter zur Öffnung des Toilettenbeckens zu treiben. Der Zuschauer darf dem unglaublich sadistischen Treiben der Sippe beiwohnen und dabei zuschauen, wie die robuste Bande einem ausgehungerten Mädchen die eigenen Gedärme in den hungrigen Schlund stopft, wie die Kreaturen mit Hilfe einer Ackerpflug-Maschine einem jungen College-Burschen den Kopf kürzer scheren und wie einem hormongesteuertem Muskelprotz die Knie dank Amboss-Hammer-Massage pflegeleicht weich „geklopft“ werden. Gorehounds werden vermutlich ihre helle Freude an diesem zeitweise enorm derben Splatter-Quark haben, denn hier geht es, wie bereits in “Wrong Turn 4 – Bloody Beginning”, heftig ungeniert brutal vonstatten. Der Blutzoll ist streckenweise derart zeigefreudig und der Sadismus wird derart nervig-ausgewalzt zelebriert, dass bereits jetzt schon eine ungeschnittene deutsche Freigabe zurecht ausgeschlossen werden darf. Aufgrund der bisher miesen CGI-Effekte in den Teilen 2-4 und der begründeten Kritik seitens der Horror-Fans, darf es dem interessierten Filmfreund eventuell freuen, dass dem Gewimmer der Fanbase Gehör geschenkt wurde, und im aktuellen Streifen vorwiegend hausgemachter Splatter über die Mattscheibe trieft.
 
Immerhin scheint Regisseur Declan O’Brien aus den Vergehen seines unsagbar schlechten, vierten Teils dazugelernt zu haben. “Wrong Turn 5 – Bloodlines” ist nicht ganz so derber Müll geworden wie anfänglich gedacht. Im Vergleich zu den bisherigen Fortsetzung darf man getrost sagen, dass “Wrong Turn 5″ sogar einen positiven Floh-Sprung nach vorn gemacht hat. Sollten sich die Qualitäten der bald folgenden Sequels (das Ende des aktuellen Sequels ist “überraschenderweise” offen) ebenso halbwegs positiv fortsetzen, kann man vermutlich davon ausgehen, dass die “Wrong Turn”-Reihe spätestens bei Teil 30 die nennenswerten Qualitäten des Original-Films erneut erreicht haben dürfte.
 
Vermutlich mag die positive Kehrtwende der Horror-Reihe in der Besetzung des Vaters der drei Freak-Hohlbirnen liegen. Denn die Rolle dieses abgebrühten Filmbösewichts übernahm keinem geringerer als Doug Bradley (“Hellraiser”), der zwar in der Horrorfilmszene bereits zum alten Eisen gehört, sich aber durch die Darstellung des “Pinheads” in der Clive Barker Verfilmungen “Hellraiser” und dessen mehr oder weniger sehenswerten Fortsetzungen, weltweit einen Namen gemacht hat. Nachdem Doug Bradley als bisheriger “Hellraiser”-Darsteller für das Filmstudio “Dimension” keinen lukrativen Nutzen mehr darstellte und er in die ewigen Jagdgründe befördert wurde, schien Bradley nach einem neuen Standbein Ausschau gehalten und seine Bestimmung in der ungenießbaren “Wrong Turn”-Reihe gefunden zu haben. Die Rolle des widerlichen, charismatischen und unberechenbaren Familienoberhaupts steht ihm ersichtlich gut. Tut aber dennoch keinen Abbruch, dass dem Horrorfilmfreund die Seele bluten dürfte, wenn er darüber nachdenkt, dass eine sollche Kult-Größe sich in einem derart miesen C-Movie verbraten lässt. Dass er sich neben den teilweise unzureichend talentierten und beliebig austauschbaren Jungdarstellern reichlich unterfordert fühlt, sieht man Bradley im Verlauf der Handlung des öfteren offensichtlich an. Immerhin sollte man Regisseur Declan O’Brien zugute kommen lassen, dass er diesmal zumindest auf eine halbwegs vorzeigbare Schauspieler-Riege zurückgreifen kann. Die handvoll Nachwuchsschauspieler sind nicht ganz so unfähig, wie zuletzt im Teil davor. Dennoch scheint O´Brain mit seinem bekannten Zugpferd “Bradley” und vermutlich dessen horrender Gage auch finanziell katastrophal aus den Vollen geschöpft zu haben, sodass für essenzielle Dinge demnach kaum noch Produktionsbudget zur Verfügung gestanden haben muss. Das wird vor allem im Make-up Design der Kreaturen und dem faden Setting deutlich. Das Masken-Design der Flachpfeifen von Mutanten gestaltet sich bei genaueren Betrachten als Marke “in der Grundschule selbstgebastelt” und teilweise schauen die Freaks eher so aus, als hätten sie mit halbseitiger Gesichtslähmung zu kämpfen. Hinzu kommt, dass man sogar aufgrund der schlechten Masken nur selten als Zuschauer verstehen kann, was die Missgeburten da überhaupt in ihrer eigenwilligen Sprache in den nichtvorhandenen Bart murmeln.
 
 
Mit “Wrong Turn 5 – Bloodline” hat es Regisseur Declan O’Brien nicht ansatzweise geschafft überhaupt etwas Neues zu erzählen. Die ewig gleiche Geschichte, spielt sich auf ewig gleiche Weise ab. Da nützt es Declan O’Brien leider auch nicht, mit Doug Bradley eine der beliebtesten Horror-Ikonen zur Cast-Riege zählen zu dürfen. Immerhin macht gerade der Auftritt Bradleys den aktuellen “Neuanfang” halbwegs erträglich. Wie schon als “Pinhead” in “Hellraiser” schafft er es eine geheimnisvolle bösartige Aura um die von ihm besetzte Figur zu weben. Dass aufgrund Bradleys Gage vermutlich kaum noch “Dollars” für das Wesentliche vorhanden gewesen sein müssen, sieht man dem trostlosen Setting bereits nach nur wenigen Film-Minuten an. Der Ort des Geschehens schaut überaus monoton und unwirklich aus, was auch daran liegen mag, dass die Straßenzüge und Häuser der fiktiven Stadt den Anschein von gewöhnlich bemalter Pappe haben. Splatter-Freunde werden einmal mehr Gefallen an den teilweise recht schmerzvollen F/X finden, die zudem fast ausschliesslich “Old-School” daherkommt.
 
Im übrigen am Rande, um das Niveau des aktuellen Films bildlich widerzuspiegeln:
 
 
Eine Protagonistin im Film werden aufgrund ihrer naiven Achtlosigkeit die Augen ausgestochen. Fortan wimmert sie vor sich her und bekundet immer wieder von Neuem, wie DUMM sie doch wäre. Wo sie Recht hat, da hat sie Recht!
 
 
 


 
 
 

Wrong Turn 5 – Bloodlines – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Kennste Einen – Kennste Alle. Trotz Neuanfang der gleiche nervige Hirn-Schiss wie eh und je! Nur für Hardcore-Fans zu empfehlen!
 
 
 


 
 
 

Wrong Turn 5 – Bloodlines – Zensur

 
 
Aufgrund der sadistischen Härte und der minutiös zelebrierten Gewaltspitzen, hat es auch dieser 5. Teil nicht ungeschnitten nach Deutschland geschafft. Der Film wurde hierzulande um einige Szenen erleichtert, sodass er mit dem “Keine Jugendfreigabe“-Stempel leider nur geschnitten erhältlich ist.
 
 
 


 
 
 

Wrong Turn 5 – Bloodlines – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Wrong Turn 5 - Bloodlines Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Wrong Turn 5 – Bloodlines; USA 2012

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1; (1920x1080p) Full HD

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK 18 – Keine Jugendfreigabe (geschnitten)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Hinterwäldler-Morde (ca. 6 Min.), Ein Tag im Tod (ca. 5 Min.), Videotagebuch des Regisseurs (ca. 8 Min.), Trailer „Wrong Turn 5“

 
 
 
Den Beginn macht der Trailer zum kommenden Action-Thriller „PARKER“; danach geht geradezu ins nicht animierte Hauptmenü, wo der Filmfreund neben dem Hauptfilm in erstaunlich hochwertiger Qualität, auch zwischen einigen Extras wählen kann. Diese wurden löblicherweise Deutsch untertitelt. Zudem gibt es den Trailer zum Film in deutscher Sprache zu begutachten. Vier weitere Trailer aus dem Programm von CONSTANTIN FILM runden das Bonus-Paket ab. Qualitativ kommt diese Trash-Gurke erstaunlich hochwertig daher, wobei die miese deutsche Synchronisation das Niveau des Films perfekt zu unterstreichen weiß. Trotzdem kann man über Bild- und Tonqualität nicht meckern. Ob man für einen hierzulande geschnittenen WRONG TURN 5 dennoch ein Wechselcover benötigt, dürfte fraglich sein. Dieses wird zwar zusammen mit einem Kapitelindex-Einleger ausgeliefert, aber ist vermutlich ebenso wie diese Fortsetzung vollkommen überflüssig.
 
 

Wrong Turn 5 – Bloodlines [Blu-ray]

 
 


 
 
 

Wrong Turn 5 – Bloodlines – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
Ähnliche Filme:
 
Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)

The Watermen (2011)

Rites of Spring (2011)


Filmreview: “If a Tree falls” (2010)

 

 

Die Geschwister Brad und Lisa befinden sich auf dem Weg zum jährlichen Familientreffen.

Mit an Bord, zwei langjährige Bekannte der Geschwister, Will und Vanessa. Unterwegs legen die Freunde in den Wäldern Ost-Kanadas eine Rast ein, um sich von der anstrengenden Fahrt zu erholen. Doch der erheiternde Camping-Kurztrip wird jeher gestört, als einige vermumte Gestalten auftauchen und die vier grundlos auf derbster Weise schikanieren, terrorisieren und demütigen.

 

 

Mit dem “Grindhouse“-Spektakel “Planet Terror” und “Death Proof” haben es “Robert Rodriguez” und “Quentin Tarantino” im Jahre 2007 geschafft das längst vergessenen “Grindhouse-B-Movie-Genre” der 60er und 70er Jahre zu reanimieren und erneut salonfähig zu machen. Dabei haben sie eindrucksvoll bewiesen, dass auch reißerischer und vorwiegend auf Sex, Horror und Gewalt ausgelegter Billig-Bahnhofskino-Schund, der vor nunmehr bereits 60 Jahren großen Anklang fand, auch heute noch Unmengen Horrorfilm-Liebhaber begeistern und unterhalten kann. Aufgrund des fortschreitenden Kultstatus des Rodriguez/Tarantino- “Grindhouse“-Projektes folgten diverse Nachzügler dieser Werke (“Hobo with a Shotgun“, “Fathers Day“, “Machete“), die mal mehr, oder weniger überzeugen konnten.

Einer dieser kleineren, unbekannten Produktionen ist der nun vorliegende “If a Tree Falls“, der der Bezeichnung “billiger Bahnhofs- und Sex-Kinoschund” , mit seiner kruden und exploitationhaften Inzenierung und der ungeschönten Darstellung genretypischer Zutaten, vollends gerecht wird.

Dabei ist die 10 minütige kontroverse Einleitung nur ein Vorbote dessen, welch haarsträubend kranke Ideen dem jungen Nachwuchs-Drehteams “Gabriel Carrer“(Regie) und “Ryan Barrett” (Drehbuch) in den Sinn gekommen sind und die nun dem Zuschauer grafisch krude untergejubelt werden. Denn nachdem die vier Charaktere aufs nötigste vorgestellt und skizziert wurden, geht die Post gehörig ab und der Filmfreund erhält die gesamte restliche Filmlaufzeit über Gewalt und Terror satt. Nachdem die Freunde ein kuscheliges Nachtlager im Wald gefunden und es sich gemütlich gemacht haben, beginnen 6 mit Strumpfhosen maskierte Fremde, die wehrlosen Opfer aufs unmenschlichste zu malträtieren. Die Beweggründe ihres Handelns bleiben größtenteils verborgen, und dem Zuschauer drängt sich ein merklich ungemütliches und hilfloses Gefühl auf, dass von Filmminute zu Filmminute, durch die recht unmenschliche Vorgehensweise der anonymen Psychopathen, auf die Spitze getrieben wird.

Verstärkt wird dieser, für den Zuschauer arg anstrengender Psycho-Trip, durch den arg selbstzweckhaften “Grindhouse“-Look, der dem Geschehen eine gewisse Authentizität verleiht.

Das Geschehen wechselt zwischen der Sicht der Täter, die ihre Greueltaten mit einer Digital-Kamera filmen und der der Opfer hin und her.

Das Bild weist stellenweise schlimmste Verschmutzungen auf, das Filmmaterial wirkt verwaschen und überbelichtet und Tonaussetzer sind keine Seltenheit.

Wie zuletzt in “Planet Terror” und “Death Proof“, sowie den diversen anderen “Grindhouse“-Beiträgen trägt dieser “billig“-Effekt enorm zu Atmosphäre der genannten Filmen bei und wirkt in “If a Tree Falls” überaus verstörend. Dennoch aufgrund der überaus sadistischen Darstellung und der arg kontroversen Thematik, dürfte “ungeübten” Filmfreunden der Kloß wahrlich im Halse stecken bleiben. Aufgrund des recht geschickt eingesetzten “Grindhouse“-Filters und der, zugeben erschreckend glaubhaften Interaktionen und schauspielerischen Leistungen der Protagonisten, vertuscht Regisseur Gabriel Carrer die diversen Logiklücken und Filmfehler, die zudem auch einen recht amateurlastigen Eindruck hinterlassen. Das arg oberflächliche Skript, gibt den wenige Protagonisten kaum Entfaltungsmöglichkeiten und bietet im Grunde genommen nur Gewalt und Demütigung des Selbstzwecks wegen.

 

 

If a Tree Falls” ist ein wahrlich kranker Film, der vermutlich seine Fans finden wird. Die unmenschliche Vorgehensweise bietet hier die Grundlage dieses überaus dilettantisch inszenierten Werkes, welches sich zudem “Grindhouse“-untypisch bierernst nimmt. Filmische Schwächen, das begrenzte Filmbudget und dramaturgische Tiefschläger werden hier unter dem Deckmantel eines “Grindhouse“-Filmes recht gelungen kaschiert. “If a Tree falls” ist Gewaltpornografie satt, das auf ungeübte Filmzuschauer überaus verstörend wirkt.

Splatter-Effekte oder übertrieben Folterszenen sind hier Mangelware – Die selbstzweckhafte Gewalt spielt sich vorwiegend psychisch ab. Dennoch, aufgrund der geschickt platzierten Schnitte, lassen sich einige “Krösel-Szenen” in ihrer hektischen Inszenierung, nicht so leicht durchschauen.

Für meinen Geschmack jedoch ist ” If a Tree falls” etwas zu viel des Guten, denn wer sich daran ergötzen kann, wie vier unschuldige Menschen über eine halbe Stunde am Stück gedemütigt, geschlagen, erniedrigt und letztendlich ermordet werden, der sollte vermutlich schnellst möglich den Psychiater seines Vertrauens aufsuchen.

Aufgrund der schwierigen und fragwürdigen Thematik wird es “If a Tree falls” vermutlich niemals FSK-tauglich ungeschnitten nach Deutschland schaffen. Eine ungeprüfte Veröffentlichung im deutschsprachigen Ausland dürfte vermutlich nicht allzu lang auf sich warten lassen.

 

 

 

Fazit: 3/10 Punkten

 

Psychische und physische Gewalt des Selbstzwecks wegen und unter dem Deckmantel eines “Grindhouse“-Movies.

Der Hauch einer Story wird mit haarsträubend-unmenschlichen Terrorszenen kaschiert – Wem´s gefällt.

FSK-Prognose: ungeschnitten keine Freigabe! Veröffentlichung über das deutschsprachige Ausland möglich.

 

 

Hellraiser80

 


Filmreview: “Hostel 3″ (2011)

 

Ein paar Freunde düsen nach Las Vegas um mal so richtig die Sau raus lassen zu können – der Alkohol fliest, die Weiber sind willig. Leider wird die Feiersause schnell zum Partygau, denn die Freunde stellen schnell fest, dass Las Vegas nicht nur für seine Casinos, für Blitzhochzeiten und Tigershows bekannt ist, sondern auch für unangenehme Folterspiele an Menschen.

Eine geheime Untergrundorganisation namens „The Hunters“ hat es sich zur Hauptaufgabe gemacht, aus den makabren Folterspielchen an ahnungslosen Las-Vegas-Touristen, Kapital zu schlagen.

Dumm nur, dass gerade unsere feierfreudigen Freunde nun ins Visier der „Hunters“ geraten.

 

 

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die erfolgreiche „Hostel“-Serie mit einem weiteren Teil fortgeführt werden sollte.

Im Jahre 2005 als echter Kassenschlager gefeiert avancierte der Exploitationkracher schnell zum Publikumsliebling unter Horrorfilmfans und Otto-Normal-Kinozuschauern. Aufgrund des Erfolges zog das Filmstudio schnell eine weitere Fortsetzung mit gleichem Konzept nach, die aber leider kläglich an den Kinokassen scheiterte und bereits im Vorfeld (von Kritikern und der FSK) verrissen wurde. Kein gutes Omen, für eine weitere Fortsetzung!

Jetzt über 4 Jahre später, erscheint nunmehr ein weiterer Teil der Serie und das seltsamerweise nicht im Kino, sondern direkt auf DVD und Blu-ray. Ein guter Schachzug, denn „Hostel: Part III“ ist nichts weiter als ein cineastischer Schnellschuss, bei dem man das Gefühl nicht loswerden möchte, dass er einzig dafür gedreht wurde, um noch schnell etwas Kohle aus dem allmählich abebbenden „Folter-Tortur“-Genre herauszuschlagen.

Demnach sollte man seine Erwartungen gänzlich gen Nullpunkt schrauben, um nicht allzu sehr enttäuscht zu werden. „Hostel 3“ ist, wie so viele Direct-to-Bluray Filmproduktionen zuvor, nichts halbes und auch nichts ganzes.

Die Charakterentwicklung wurde auf ein Minimum reduziert, die lieblose Story kommt überraschenderweise schnell zum Punkt.

Was folgt ist das selbstzweckhafte und grafisch-ordentlich zubereitete Ableben diverse unfreiwilliger „Kandidaten“, die gänzlich zur Belustigung der „Hunter“-Mitglieder kreativ um die Ecke „gefoltert“ werden. Das mag zwar für blutgeile Filmfans reißerisch und erfüllend genug sein, für anspruchsvolle Gemüter, oder routinierte Filmseher ist das jedoch quälend langweilig.

Und hierbei liegt letztendlich auch der Hund begraben: außer „kreatives“ Meucheln, bietet „Hostel 3“ nichts Neues, oder gar Nennenswertes. Nur Blut und nur Gewalt machen (zumindest für mich) noch lange keinen guten Horrorfilm.

Im Original „Hostel“ aus dem Jahre 2005 hat man sich zumindest noch halbwegs Mühe gegeben, das hauchdünne Storygerüst effektiv in Szene zu setzen, indem man sich genug Zeit nahm, die stereotypen Protagonisten sympathisch zu skizzieren, sodass der Zuschauer genug Mitgefühl entwickeln konnte, um bei den Folterszenen unerträglich mitleiden und mitfiebern zu können.

Teil 3 hat nichts dessen fortgeführt. Die Charakterentwicklung der Protagonisten ist so derartig reduziert, dass einem derer Ableben letztendlich am Allerwertesten vorbeigeht und man eigentlich froh ist, wenn der Abspann gen Filmschirm flimmert.

Neben den qualitativ durchwachsenen Goreeffekten (von Handmade-Gekrösel, über unglaublich dummen CGI-Effekten, ist alles vertreten) fallen immense Logiklücken aufdringlich ins Gewicht.

So, wird natürlich ein „Kandidat“ seiner Fesseln entledigt, um dem Folterspiel mehr Spannung zu teil kommen zu lassen, und darf sich mit Waffen gegen seinen „Henker“ zur Wehr setzen. Was jedoch im Falle eines Sieges des traumatisierten Kandidaten passieren darf und soll, hat scheinbar niemand der ominösen Foltersekte bedacht. Denn das Folteropfer bricht aus seinem Vorführraum aus und macht Jagd auf seine Peiniger.

Was bleibt ist das arg konstruierte Ende, dass trotz alle Kritik, recht zügig, rasant und forsch in Szene gesetzt wurde. Der Racheakt wurde prägnant und reißerisch gestaltet und dürfte zumindest die Gorefraktion befriedigend können.

Hostel 3“ ist das geworden, was man letztendlich erwartet hat: hohle und sinnfreie Genreunterhaltung, für anspruchslose Gemüter. Die Ekel- und Schockeffektivität eines „Hostel: Part1“ wird nicht einmal ansatzweise erreicht. Durchschnittskost, die man so schon viel zu oft gesehen hat.

 

 

Fazit 5,5/10 Punkte

 

Durchschnitliche Direct-to-Heimkinomarkt Produktion, die wie so oft schlechter ist, als seine Kinovorgänger.

Hirn aus – Glotze an.

 

FSK: Prognose – keine Freigabe / ungekürzte Spioversion wahrscheinlich

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “Straw Dogs – Wer Gewalt sät” (2011)

 

Und weiter geht die Remake-Maschinerie, auf das auch weiterhin altbekannte und beliebte Genrestoffe platt aufbereitet und auf Hochglanz poliert, den ein oder anderen Dollar oder Euro an den Kinokassen einspielen. Da im Grund genommen in letzter Zeit so fast jeder populäre Horrorfilmstoff für eine Neuinterpretation herhalten musste, scheinen den „Recycle-Studios“ so langsam die Vorlagen auszugehen, sodass man sich nun bereits schon weniger bekannter Thrillerperlen bemächtigen muss.

 

Vergangenheitsbewältigung:

Amy und ihr Mann, der Drehbuchautor David, kehren zurück in Amys Heimatort.

Dort möchten sie Amys altes Familienanwesen auf Fordermann bringen, um es nun nach dem Tod ihres Vater gewinnbringend zu verkaufen.

Doch die anfängliche Freude der Dorfbewohner über Amys Rückkehr schlägt alsbald in Hass um, als David den geistig behinderten Niles aufnimmt, der von den Dorfbewohnern des Mordes an einer Schülerin beschuldigt wird. 

 

Nach Getaway (1972) hat es nun ein weiteres Werk aus der Regiefeder Sam Packinpah´s, neu aufbereitet, zurück auf die Kinoleinwand geschafft.

Schon, als ich vor einigen Monaten in einschlägigen Filmforen lass, dass Packinpahs Klassiker „Straw Dogs – Wer Gewalt sät“(1971) einer Frischzellenkur unterzogen werden sollte, sträubten sich mir die Nackenhaare.

Aber, zu meiner Überraschung ist das Remake zu „Straw Dogs“ ganz passabel ausgefallen und lohnt durchaus (zumindest auf DVD/ Blu-ray) gesehen zu werden. Überraschenderweise setzt „Straw Dogs“ (2011) nicht auf selbstzweckhafte Darstellung von Grausamkeiten mit dem Holzhammer, wie man es vermutlich im Jahre 2011 erwartet hätte. Die Neuverfilmung hält sich, ebenso wie das Original aus dem Jahre 1971, mit der Zurschaustellung von roher und drastischer Gewalt deutlich zurück, und setzt vielmehr auf psychologisch Härte und unterbewusstest Unbehagen und stellt sich ebenso wie das 71er Original die Frage, inwieweit Menschen in Extremsituationen zu uneingeschränktem Gewaltpotenzial fähig sein können.

Sicherlich erreicht Rod Luries´s Neuinterpretation in keinster Weise die skandalträchtige, rohe und kontroverse Grundstimmung des Originals. Dafür ist das Remake einfach zu glattpoliert, zu durchgestylt und zu belanglos ausgefallen, die Charaktere aufgrund ihrer seelenlosen Darstellung beliebig austauschbar.

Trotzdem, wer das Original nicht kennt, dürfte dennoch 100 Minuten satt und spannend unterhalten werden. Wobei sich „Straw Dogs“ (2011) ebenfalls, wie das 71er Original, in seiner Erzählweise sehr viel Zeit nimmt, die diversen Konfliktpfade auf- und auszubauen, um den Zuschauer letztendlich auf das kontroverse Ende vorzubereiten.

Leider schafft es das Remake dennoch nicht vollends zu überzeugen. Zu unglaubhaft ist die Zuspitzung des Konfliktes dargestellt. Bis auf Filmlegende James Woods, spielen die übrigen Protagonisten solide, verblassen aber deutlich in ihrer unbedeutenden und gesichtlosen Darstellung. James Woods Rolle als betrunkener Coach, der fanatisch immerzu um das Wohlergehen seiner Tochter bangen muss, spielt herausragend und ist definitiv einer der wenigen Pluspunkte der Neuverfilmung.

Der wirklich größte Störfakor der Neuverfilmung findet sich jedoch in der Besetzung der Hauptrollen wieder.

Dort hat man vermutlich aus Marketinggründen auf allseits bekannte Gesichter erfolgreicher TV-Serien gesetzt, um ein vorwiegend jugendliches Publikum in die Kinos zu locken.

Die makellose Optik und die durchtrainierten Astralbodies dürften der MTV-Pop-Generation sicherlich gehörig munden, beeindruckt aber alte Filmhase nicht.

 

 

Fazit 7/10 Punkte

 

1:0 für das Original!

Das Remake ist sicherlich kein Meilenstein der Filmgeschichte und erfindet das Rad auch nicht neu, hat aber dennoch Potenzial, Nichtkenner der Packinpah Vorlage, zu fesseln.

Sieht man einmal von den oberflächlich skizzierten Charakteren ab und lässt die vollkommen (gerade gegen Ende hin) unglaubhaften Handlungsstrukturen außer Acht, dürften sich sogar alteingesessen Filmfans kurzweilig unterhalten fühlen.

 

Hellraiser80


Filmreview: “Little Deaths” / “Obsession – Tödliche Spiele” (2011)

 

 

 

 

 

Kurzgeschichtensammlung – 3 Episoden die allesamt etwas mit Abhängigkeit, Begierde, Leid und Sexuellem Verlangen zu tun haben:

Geschichte Nummer 1:

Triebgesteuertes Ehepaar auf der Suche nach dem ganzen besonderen Kick fürs Bett

In einer Obdachlosen sehen sie das Objekt ihrer Begierde – eine fatale Entscheidung.

Geschichte Nummer: 2

Ein aus Naziplänen erstelltes menschliches Wesen wird von einem Wissenschaftlicher in einem Keller allerlei abartigen Experimenten ausgesetzt. Gleichzeitig unterzieht sich eine Drogenabhängige eine Behandlung bei ihrem Arzt. Zwei scheinbar unterschiedliche und grundverschiedene Storystränge, die dennoch am Ende zueinander finden.

Geschichte Nummer 3:

Die Geschichte eines jungen Paares, dass voneinander sexuell abhängig und hörig ist und alsbald nicht mehr die Grenzen zwischen Rollenspiele im Bett und dem wahren Leben erkennt.

Nachdem die Frau kein Ende im täglichen Erniedrigen, Demütigungen und Ignorieren ihres Partners findet, schmiedet dieser einen makaberen Plan.

 

 

Filme als Kurzgeschichtensammlungen sind immer so ein Ding.

Entweder man mag sie – oder man hasst sie.

Da die Kurzgeschichten eines Anthologiefilms im Normalfall gerade mal rund 15-20 Minuten pro Episode Zeit haben, eine abgeschlossene Geschichte zu erzählen, ist es oftmals gar nicht so einfach eine kreative und flüssig erzählte Story, den Charakteraufbau der Protagonisten und ein überraschendes Ende in derart kurze Laufzeit zu packen. Daher hat man als Zuschauer oftmals bei filmischen Kurzgeschichten-Sammlungen das Gefühl mehr Quantität statt Qualität zu sehen.

Aber stöbert man einmal in der Geschichte des phantastischen „Anthologie“ – Films, dann darf der gierige Filmfan immer wieder überrascht sein, welch nennenswerte Film-Juwelen er entdecken kann, die wirklich so bestens funktionieren.

„Asylum – Irrgarten des Schreckens“ (1972), „Geschichten aus der Schattenwelt“ (1990) oder „H.P. Lovecraft´s Necronomicon“ (1993) sind auch heute noch würdige Vertreter dieser spezielleren Filmgattung.

Leider kann man das so von „Little Deaths“ nicht wirklich behaupten. Eine wirkliche Rahmenhandlung, wie bei benannten Genre-Klassikern, gibt es dort schon mal nicht, was sehr bedauerlich ist. Die Episoden laufen ohne Füllszenen zwischen den Episoden selbst nacheinander ab, was irgendwie den typischen liebenswerten Anthologie-Flair missen lässt. Der Grundgedanke die Themen „Leid“, „Abhängigkeit“ und „Sex“ miteinander zu vermischen ist eigentlich recht interessant, lässt aber an Logik missen und wirkt sehr konstruiert und an den Haaren herbeigezogen. Am besten funktioniert meines Erachtens noch die Erste Episode. Sie ist auch die einzige der 3, die überhaupt noch irgendetwas mit dem phantastischen Genre gemein haben.

Dabei folgt sie traditionellen Wegen und zeigt deutlich, dass eben schlicht und einfach erzählt, oftmals besser funktioniert, als komplex und wirr.

Ein völliger Fehlgriff ist natürlich auch Episode 3 nicht. Das dramatische Kammerspiel ist flüssig und zügig erzählt und schafft es innerhalb des verfügbaren Zeitrahmens eine enorm unangenehme Spannung zwischen den beiden Protagonisten zu erzeugen. Leider verpufft die liebevoll und mühsam aufgebaute Wirkung, der eigentlich sehenswerten Kurzgeschichte, anhand des total unklaren Endes. Warum der Protagonist gerade in dieser Art und Weise die geliebte Freundin gen Jenseits befördert schien mir völlig unlogisch.

Augenmerk bei dieser Episode sei, am Rande erwähnt, der wirklich nette Farbfilter.

„Suspiria“ – Filmfans dürften hierbei sicherlich ihre Helle Freude haben.

Es ist schon interessant, welche Wirkung der Einsatz von Farbenfiltern auf die Grundstimmung eines Filmes haben können.

 

 

 

Fazit  6/10 Punkte

 

Recht liebloser Anthologie-Mix. Episode 2 geht in seinem wirren „SAW“/“Hostel“ – Mix völlig den Bach hinunter. Epidsode 1 und 2 bieten solide Genre-Unterhaltung.

Mehr aber auch nicht. Ein nennenswerter „Anthologie“ – Streifen ist „Little Deaths“ keinesfalls.

FSK: ungeschnitten – keine Jugendfreigabe

 

Hellraiser80


Filmreview: “The Orphan Killer” (2011)

 

Als das Geschwisterpaar Marcus und Audrey Miller durch einen kaltblütigen Mord eines Einbrechers beide Elternteile verlieren, werden sie in das naheliegende Kinderheim gebracht.

Das jener Vorfall an den beiden nicht unbeschadet vorrübergegangen ist wird deutlich, als Marcus emotionslos ein anderes gleichaltriges Heimkind mit einem Baseballschläger niederknüppelt. Fortan wird er von den betreuenden Schwestern des Heimes gehasst, gedemütigt und misshandelt. Nachdem Audrey liebevoll von Pflegeeltern aufgenommen wird und behütet heranwächst, bleibt Marcus hasserfüllt im Heim zurück.

Jahre später, spürt Marcus seine Schwester auf und meuchelt alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt.

 

 

Hilfe, was ist denn Bitte das?

Vorab, dieser explizite Reißer dürfte es mit einer Veröffentlichung in deutschen Gefilden arg schwer haben. Was in „The Orphan Killer“ gemeuchelt, geschlitzt, gerissen und gesägt wird dürfte selbst den hartgebrühtesten Gorehound vor Erstaunen jauchzen lassen.

Dabei geht „Marcus“ mit einer derartigen Kaltschnäuzigkeit zugange, die selbst Michael Meyers in seinen letzten Werken alt aussehen lässt.

„The Orphan Killer“ setzt dabei generell NUR auf selbstzweckhafte Darstellung diverser Grausamkeiten, was den Film zwar einerseits aus der Masse unzähliger „Slasher-Filme“ hervorhebt, ihn aber dadurch auch nicht besser macht.

Atmosphäre wird dabei durch viele wirklich hübsche Kamerafahrten (trotz Digitallook) erzeugt aber, und das ist neben der dünnen Handlung der größte Manko des Films, durch einem überaus nervigen Hardrocksoundtrack wieder zunichte gemacht.

Immer dann, wenn „Marcus“ zum „Werkzeug“ greift wird der Zuschauer mit einem derartig abartigen Heavy Metal Geschrei-Sound überschüttet, der die wirklich derben Szenen des Films noch einmal so richtig schön plakativ und reißerisch hervorhebt und unterstreicht. Schade, sowas hätte echt nicht sein müssen.

Etwas mehr unheimliche Soundkulisse und einem wirklich atmosphärischen Score, hatte dem Film ersichtlich gut getan, bietet „The Orphan Killer“ doch mit „Marcus“ einen Killer, der sicherlich Potenzial genug gehabt hätte für die eine oder andere Fortsetzung.

Der findige Horrorfilm – Allesseher dürfte, gerade in Betracht auf die Skelett-Maske des Titelhelden, diverse Parallelen zu aktuellen Produktionen wie „Midnight Movie“ oder „Laid to Rest“ erkennen. Hätte Regisseur Matt Farnsworth mehr Wert auf Story-Qualität statt Mordquantität gelegt, wäre ihm sicherlich mit seinem aktuellen Werk, neben besagten Filmen, ebenso der ganze große Sprung gelungen. Auch mit wenig finanziellen Mitteln kann man heutzutage nennenswerte Filme drehen.

Die wenig gelungenen Ansätze in „The Orphan Killer“ konnte mich  dennoch leider nicht überzeugen. Unzählige Blut- und Ekeleffekte allein (obwohl diese wirklich einen sehr professionellen Eindruck gemacht haben) machen für mich leider noch keinen guten Horrorfilm.

Trotz magerer Laufzeit von gerade mal ca. 80 Minuten fühlte ich mich absolut NICHT unterhalten. Vielmehr wurde ich von einer Ekelszene zur nächsten gehetzt, was mich dann doch mehr oder weniger ermüdet hat. Beweggründe über Marcus´s Handelns wurden zwar durch kurze Rückblenden oberflächlich angerissen aber nicht weiter ausgebaut. Da hätte ich mir mehr Hintergrundinfos gewünscht.

 

 

Fazit 3,5/10 Punkte

 

Horrorschnellschuss!

Eine Metzelorgie ohne Sinn und Verstand. Blut und Gewalt allein machen leider noch keinen guten Horrorfilm.

Im übrigen: der Trailer ist von wirklich unterirdischer Qualität. Das Endresultat bietet natürlich „gehobenere“ Digitallook-Qualität!

(Laut FSK-Indizierungsliste vom Januar 2012 gilt die Originalversion von “The Orphan Killer” bis auf weiteres indiziert – Erklärung:  Zur Indizierungsliste “B” gehören alle die Medien, die nach Ansicht der Bundesprüfstelle als strafrechtlich bedenklich einzustufen sind und dadurch einem Verbreitungsverboten nach dem Strafgesetzbuch (StGB) unterliegen)

Hellraiser80


Filmreview: “Repo Men” (2010)

 

In einer nicht allzu fernen Zukunft beherrscht eine Firma namens „The Union“ den Markt der Organtransplantate und ermöglicht das Leben potenzieller Kunden um ein vielfaches zu verlängern. Leider hat das gesamte System einen Haken: der Interessent muss die Organe vorwiegend per Kredit kaufen und diesen zu horrenden monatlichen Raten abstottern. Wer Zahlungstermine nicht einhalten kann bekommt unangenehmen Besuch von den Kopfgeldjägern der Firma: den „ Repo Men“, die dem Schuldner bei lebendigen Leib das geliehene Organ aus dem Körper schneiden.

Bei einem Versuch die Organe eines Schuldners einzutreiben, verunglückt der Repo Men „Remy“ (gespielt von Jude Law) dermaßen schwer, dass er selbst zum Pflegefall wird und dringend ein neues Herz benötigt. Nachdem ihm selbst ein künstliches Organ implantiert wird und er die monatlichen Zahlungstermine der Leihgabe nicht zahlen kann, gerät Remy selbst ins Visier der „Repo Men“.

 

Unglaublich was die FSK heutzutage in seiner ungeschnittenen „Unrated“ – Version ab FSK16 freigibt.

Es scheint schon vollkommen willkürlich geworden zu sein, wie die „Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft“ mit Filmfreigaben pokert.

Was uns in „Repo Men“ an heftig blutigen und grafisch expliziten Szenen entgegendonnert wäre noch vor einigen Jahren auf dem Index gelandet. Gerade gegen Filmende hin wird geschlitzt, herausgerissen und geschossen was das Special – Effekt – Arsenal so hergibt. Ich selber habe mich des öfteren erwischt nicht angeekelt abschalten zu müssen – wäre der gesamt Plot nicht so arg rasant, fesselnd und spannend zusammengekleistert worden.

Man bedenke, weltbekannte Klassiker wie „Dawn of the Dead“, „Tanz der Teufel“ und „Texas Chainsaw Massacre“ sind in ihren ungeschnittenen Fassungen, weit 30 Jahre nach ihrem Erscheinen in der Bundesrepublik Deutschland, immer noch auf der Liste der indexierten Medien gelistet und dürfen selbst volljährigen Mitbürgern nicht zugänglich gemacht werden.

Vergleicht man „Repo Men“ mit seiner laschen „FSK16“-Plakette und einem kaltschnäutzigen Härtegrade, der 10 mal höher ausfällt als der Original – „Dawn of the Dead“, fühl man sich als offener und begeisterter Nischenfilmfan doch schon irgendwie verarscht.

 

Zum Film selbst:

Fabelhafter rasanter und düsterer Actionthriller, der dem Zuschauer kaum Verschnaufpausen bietet.

Auf Logik, tiefgründigen Charakterausbau und auf feinfühlige Dramaturgie wird in „Repo Men“ geschissen. Ein ernstzunehmendes Drama will der Film auch gar nicht sein. Der Grundgedanke einer „sich selbst ausbeutenden kapitalistischen Gesellschaft, ohne Rücksicht auf Gefühle und Belange seiner Mitmenschen“  dient als dünner Leitfaden für Action und Geballere ohne Ende. Und ganz ehrlich, gerade DAS tut dem Thriller verdammt gut. Popcornkino in seiner Reinform – nicht mehr und auch nicht weniger.

Neben der hübsch unterkühlten Hochglanzoptik fällt auch recht überraschend und positiv der markzerschütternde Soundtrack und die verblüffende Auflösung am Ende ins Gewicht. Schade, dass man viel so wenig derartiger Action-Thriller sieht.

 

Fazit 7/10 Punkte

 

Hier wird nicht gekleckert, sondern geglotzt. Action satt, ohne großartige Tiefgründigkeit.

Der Blut- und Gewaltzoll ist enorm hoch. Den Gorefan wird’s freuen – dem Otto-Normal-Filmfan wird „Repo Men“ aufgrund der explizit zur Schau gestellten Grausamkeiten übel aufstoßen.

 

Hellraiser80

 


Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 32 Followern an