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Filmreview: “Rage” (2010)

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RAGE

Story

 
 
 
Nachdem er seine Affäire zu Dana beendet hat, wird Dennis von einem wütenden Motorradfahrer verfolgt, der nichts Gutes im Schilde führt …
 
 
 


 
 
 

RAGE – Kritik

 
 
 
Schmerzverzerrte Gesichter auf Filmplakaten wecken den Horror-Heißhunger bei Fans düsterer Kinoware, schließlich lässt sich meist daran ableiten, dass den Protagonisten im Film viel Leid widerfahren wird. Im Falle von RAGE ist das gar nicht so abwegig, denn in diesem Indie beweist der Sensenmann, dass er eine Leidenschaft für schnelle Flitzer hegt. Die Angst vor dem gewalttätigen Unbekanntem wird in RAGE zum Mittelpunkt der Geschichte deklariert, in der sich Held Dennis Twist (RICK CRAWFORD) vor einem wütenden Motorradfahrer in Sicherheit bringen muss. Dessen Missgunst ruft der ahnungslose Ehebrecher während einer Verabredung mit Affäre Dana (ANNA LODEJ) auf den Plan, die nicht so recht fassen mag, dass sich ihr Liebhaber letztendlich für Frau Crystal entschieden hat und nicht für ein knisterndes Abenteuer mit ihr. Leider scheint die Einsicht zum falschen Zeitpunkt gekommen zu sein, hat sich doch ein Motorrad fahrender Albtraum aus JASON VOORHEES und MICHAEL MEYERS an die Fersen des potenten Junghengstes geheftet und will nun gern ein makabres Katz- und Mausspiel mit dem unwissenden Dennis treiben. Der Psychopath beginnt sein Opfer durch die Straßen der Stadt zu hetzen, das sich selbst zu Hause nicht in Sicherheit wähnen kann. Der Unbekannte folgt Dennis bis vor die Haustür, wo Gattin Crystal so rein gar nicht erfreut ist über den mordlüsternen Besucher.
 
RAGE ist ein waschechter Indie, der bereits auf einschlägigen Festivals Preise einheimsen konnte. Hinter dem Psycho-Spielchen steckt Autor und Regisseur CHRISTOPHER R. WITHERSPOON, der hier persönliche Schicksalsschläge verarbeitet hat. Zudem lies er sich für seine zweite Regiearbeit von Spielbergs DUELL (1971) inspirieren und hat eine für Indie-Verhältnisse erstaunlich rasante Mixtur aus Verfolgungs-Thriller und Terrorfilm abgeliefert. Gerade einmal 100.000 Dollar soll RAGE gekostet haben – eine Tatsache, die der Zuschauer nicht so recht glauben mag. WITHERSPOON beweist nämlich ein hohes Maß an technischem Verständnis und lässt sein Zweitwerk bedeutend teurer aussehen, als es letztendlich gewesen ist. Hektische Schnitte, durchdachte Kamerafahrten und sogar symbolhafte Bildsprache (die Alarmfarbe Rot dient als Vorbote drohender Gefahr) deuten von Erfahrung auf dem Gebiet des Filmemachens. Die kommt nicht von Ungefähr, hat WITHERSPOON in einem Interview zu verstehen gegeben, dass er Werke von Hitchcock, Spielberg, Carpenter, Craven und Kubrick penibel studiert hat, um deren Erfolgsrezeptur auch für seine (künftigen) Werke nutzen zu können. Die Hausaufgaben hat der Regisseur mit nötiger Sorgfalt erledigt, denn RAGE lässt ganz schnell die schlimmen No-Budget-Streifen aus letzter Zeit vergessen, die durch beliebtes Found-Footage-Gewackel unverständlich viel Aufmerksamkeit erhalten haben. Von allmählich überdrüssigem Kameragewackel sieht WITHERSPOON ab und sorgt stattdessen endlich wieder für Spannung in einem Low-Budget-Indie. Die erreicht der Filmemacher durch rasante Verfolgungsjagden, die WITHERSPOON geschickt in Szene gesetzt hat. Benötigt Filmcharakter Dennis dann doch mal eine Verschnaufpause, wandelt RAGE auf Terror-Pfaden, schließlich frönt der wortkarge Fremde einer Leidenschaft für gemeine Terrorspiele. Er attackiert sein Opfer in der Toilette und verfolgt es sogar bis in die Tagträume – für Zuschauer und Filmheld bleibt da kaum Zeit um aufatmen zu können.
 
Leider verliert WITHERSPOON in der zweiten Filmhälfte das eigentliche Ziel vor Augen, endet doch RAGE im üblichen Blut- und Splatter-Rausch. Der zuvor kontinuierlich aufgebaute Spannungsbogen wird zugunsten bekannter Terror- und Home-Invasion-Regeln außer Acht gelassen. Der anonyme Killer, dessen Identität selbst nach dem Abspann ungeklärt bleibt, vergreift sich an Ehegattin Crystal, die als schuldlose Unbeteiligte die Wut des Fremden mit aller Härte zu spüren bekommt. Dass die obligatorische Vergewaltigung da freilich nicht fehlen darf, dürfte auf die lukrative Ausschlachtung jenes zweifelhaften Filmthemas zurückzuführen sein, das sich vor einigen Jahren großer Beliebtheit erfreut hat. RAGE wurde bereits im Jahr 2010 auf den amerikanischen Filmmarkt geworfen – zu einer Zeit, als kontroverse Remakes zu Klassikern wie I SPIT ON YOUR GRAVE oder LAST HOUSE ON THE LEFT im Kino Kasse machten und sich schmuddeliges Exploitation-Kino schon längst zu Mainstream entwickelt hatte. Dass WITHERSPOON auf dieser durchaus wirtschaftlichen Welle mitreiten wollte, kann man dem Regisseur nicht verübeln, schließlich ist es im Filmgeschäft keine Seltenheit mehr, dass unbekannte Filmemacher lukrative Trends nacheifern, wenn andere damit viele Dollars verdient haben. Auch wenn RAGE nach dem temporeichen Beginn enttäuschend viel Potenzial verschenkt und mal wieder nur die Erwartungen blutgeiler Gorehounds befriedigt werden, kommt immerhin der raue Indie-Look den diversen Brutalo-Momenten gelegen, die mit der ungeschönten Optik dann doch schon recht hart anzuschauen sind. So bedient sich der Killer wie einst LEATHERFACE aus dem berüchtigten TEXAS CHAINSAW MASSACRE auch einer Kettensäge und zerteilt zur Freude der Splatter-Gemeinde die netten Nachbarn von Nebenan. Die wimmern vergebens ums Überleben und werden ziemlich ruppig ins Jenseits befördert. Dass die Szene jedoch vollkommen deplatziert wirkt und rein gar nicht zum Rest des Filmes passen will, ist nur eines der vielen kleinen Vergehen, für die man WITHERSPOON nicht tadeln sollte. Unterm Strich ist RAGE kein übler Film, betrachtet man das erschreckend niedrige Budget, das dem Streifen zur Verfügung gestand hat. Eigentlich wollte Macher WITHERSPOON statt RAGE unheimlichen Anthologie-Horror drehen. Weil ihm das benötigte Kapital fehlte, entschied er sich vorerst für die Umsetzung dieses blutreichen Thriller-Plots. Da kann man nur hoffen, dass Horrorfans auch Jahre nach der Fertigstellung von RAGE Interesse bekunden und sich das Filmchen kaufen. Nur so dürften garantiert werden, dass WITHERSPOON eifrig weiter werkeln kann. Insofern man ihm die Gelegenheit geben würde mit mehr Budget drehen zu dürfen, könnte da durchaus etwas Kultiges entstehen – da sind wir uns sicher.
 
 
 


 
 
 

RAGE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Spielbergs DUELL trifft auf FREITAG DER 13. und HALLOWEEN. RAGE ist ein temporeicher Indie-Horrorstreifen, der die Gewaltschraube am Ende nahezu im Minutentakt fester dreht. Man muss schon eine Vorliebe für ungeschliffenes Indie-Kino besitzen, um WITHERSPOONS Slasher-Variante von Spielbergs DUELL überhaupt genießen zu können. Mainstream verwöhnte Kinogänger werden an den teils schlecht ausgeleuchteten Bildern und den manchmal hölzern agierenden Schauspielern kaum Gefallen finden. Tadeln darf man Regisseur CRISTOPHER WITHERSPOON dafür jedoch nicht, hat er schließlich mit einem Mikro-Budget von gerade einmal 100.000 Dollar einen soliden Thriller auf die Beine gestellt, den manch Filmschaffender selbst mit millionenschwerem Kapital nicht besser gemacht hätte. Sichtlich von Meistern wie HITCHCOCK, CARPENTER und SPIELBERG inspiriert beweist WITHERSPOON ein talentiertes Händchen für geschickt platzierte Spannungsmomente und rasante Verfolgungsjagden – auch ohne Bluescreen-Technik und CGI. Dass er sogar an die Gorebauern unter den Horrorfans gedacht hat, gehört leider zum notdürftigen Übel, schließlich erwarten Fans von “bösen” Filmen nun mal heutzutage, dass in Horrorfilmen reichlich Lebensaft zu sehen ist. Fazit: Offene Horror-Zuschauer dürfen gern mal einen Blick wagen, denn RAGE ist ein ambitioniertes Projekt eines eifrigen und talentierten Filmemachers, dem man auf jeden Fall eine Chance geben sollte.
 
 
 


 
 
 

RAGE – Zensur

 
 
 
RAGE gibt sich nicht zurückhaltend. Gerade das Ende geizt nicht mit reichlich Brutalität. Da werden Körper mit Kettensäge und Messer bearbeitet. Zudem schlägt die Vergewaltigung einer Protagonistin auf den Magen. Sollte RAGE in Deutschland veröffentlicht werden gibt’s den roten FSK-Flatschen. Keine Jugendfreigabe – ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

RAGE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Duell (1971)
 
Jeepers Creepers (2001)
 
Joyride – Spritztour (2001)
 
Death Proof (2007)
 


Filmreview: “Pig” (2010)

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PIG

Story

 
 
 
Irgendwo im Nirgendwo: Ein Sadist hält sich auf einem abgelegenen Waldstück Menschen wie Vieh, die er erniedrigt, foltert und jagt, wann immer er Lust dazu hat …
 
 
 


 
 
 

PIG – Kritik

 
 
 
Dass das Pentium an Abartigkeiten noch längst nicht das Maximum erreicht hat, zeigen immer wieder neue Filmemacher, deren minderbemittelte Hirne stets neue Perversionen austüfteln. Regisseur ADAM MASON hat in seiner bisherigen Laufbahn bereits genug Nonsens gedreht und immer wieder seinen Hang für kranken Horror-Quatsch zum Ausdruck gebracht. Dass es in seinen Streifen nicht gerade zimperlich zur Sache geht, bewies er bereits im Jahre 2006, als er in seinem BROKEN genüsslich Frauen vor der Kamera foltern und demütigen lies. Nach wie vor ist das Werkeln von Quäl- und Folterfilmen eine begehrte Methodik, um schnell Kasse machen zu können, wobei hier die Devise gilt: Je verachtender Menschen vor der Linse behandelt werden, desto mehr Aufmerksamkeit erhalten solche Filme beim Zuschauer. Gleiches dürfte auch MASON gedacht haben, der mit seiner Schmuddel-Gewaltorgie namens PIG jedoch bei Geldgebern auf taube Ohren stieß, schien denen der Kontext des Filmes etwas zu extrem gewesen zu sein. Eine frustrierende Tatsache, die MASON dazu bewegte das Projekt zusammen mit Schauspiel-Kollege ANDREW HOWARD allein zu stemmen und fast gänzlich aus eigener Tasche zu finanzieren. Nach Fertigstellung wurde der Folter-Flick Fans kostenlos zum Download angeboten, um all den ignoranten Produzenten da draußen den Mittelfinger zeigen zu können. Eine Prämisse, die sich durchaus verkaufsfördernd auf den parallel gedrehten LUSTER (2010) ausgewirkt haben dürfte, konnte dieser sogar nach Deutschland verkauft werden, wo er bereits 2011 auf Heimkinomedium ausgewertet wurde.
 
Doch was hat der Horrorfan überhaupt von PIG zu erwarten? Die komplizierte Entstehungsgeschichte zumindest hat Spuren hinterlassen, denn der kontroverse Inhalt hat mit allerhand inszenatorischen Schwächen zu kämpfen. PIG wird in Echtzeit erzählt. Das bedeutet, dass der Streifen fast gänzlich ohne Schnitte auskommt. Ein heikles Experiment, geht MASON damit gleichen Weg, wie bereits wenige Regisseure vor ihm. Bereits HITCHCOCK experimentierte in den 40ern mit ähnlicher Filmmethodik und brachte 1948 COCKTAIL FÜR EINE LEICHE in die Kinos, der ebenso am Stück erzählt und ohne Schnitte gedreht wurde. Gleiches versuchte GUSTAVO HERNÁNDEZ, der vor einigen Jahren für sein SILENT HOUSE (2010) nur eine einzige Kamera-Einstellung benötigte, um dem Zuschauer das Fürchten zu lehren. Ein Jahr später folgte, wie so oft bei filmischen Neuerungen aus dem Ausland, eine überflüssige Neuverfilmung aus Amerika, die den interessanten Filmplot jedoch nur uninspiriert recycelte. Leider hat das Erzählen am Stück auch seine Tücken, denn wenn sich der Zuschauer nicht mit den Protagonisten identifizieren kann oder sich die Geschichte partout nicht weiterentwickeln möchte, passiert das vor dem es jeden Filmemacher grault: Der Zuschauer verliert das Interesse und schaltet ab. Ähnlichen Schicksal dürfte auch PIG erleiden, denn MASON stiert zu verkrampft nach dem rauen Exploitation-Kino der Video-Nasty-Ära, dass er dabei gänzlich den Zuschauer vergisst, der doch letztendlich unterhalten werden soll.
 
PIG handelt von einem perversen Schlächter, dem es ab und zu nach Gewalt dürstet. Dann nämlich fährt er in ein abgeschiedenes Waldgebiet, wo er hilflose Menschen foltern, quälen und ausweiden kann. Eine geistig behinderte Frau dient als Haustier. Die trägt zwar eines seiner Kinder im Leib, wird jedoch wie Vieh in einem Käfig gehalten und bekommt immer dann Auslauf, wenn “Fütterungszeit” ist. Da werden schon mal menschliche Organe auf das Grillrost geworfen, die zuvor am noch lebenden Opfer herausgerissen wurden. Zahm geht es in MASONS Schmuddelfilm wahrlich nicht zugange, was Hobby-Sadisten durchaus hellhörig machen dürfte. PIG ist roher Tortur-Porn für genau diese Fraktion, die sich daran ergötzen kann, wenn wehrlose Opfer verachtend durch den Fleischwolf gejagt werden. Von der rektalen Einführung von Schraubendrehern, über das Anurinieren schreiender Frauen bis hin zum schaufreudigen Ausbluten zuvor zusammengeschlagener Opfer hakt MASON all jene Grausamkeiten auf seiner Liste ab, nach denen sich Gore-Bauern gierig die Hände reiben. Gewalt ist nicht alles, denn das möglichst reißerische Aneinanderreihen roher Gewalt kann aus einem 90-minütigen Film schon mal eine gefühlte Ewigkeit machen. MASONS Film verfügt über keinen Spannungsbogen und das ist das größte Problem. Zwar verkörpert HOWARD den namenlosen Killer mit erschreckend sadistischer Intensität; seine dummen Gewaltakte halten den Zuschauer jedoch nicht die gesamte Laufzeit über bei Laune. Der dürfte sich trotz bestialischem Sadismus schnell gelangweilt fühlen, wirkt zudem das Improvisationstalent von Schauspielkollegin MOLLY BLACK teils derart unbeholfen, dass deren Agieren vor der Kamera so ziemlich rasch auf den Zünder geht. Als geistig umnebelte Schwangere dürfte die als wohl nervigste Protagonistin in die Geschichte des Tortur-Porn eingehen und dem Zuschauer klar machen, dass er künftige Werke MASONS mit Vorsicht genießen sollte. Letztendlich kann man nur froh darüber sein, dass Macher ADAM MASON dann doch zur Schere gegriffen und einige Filmschnitte gesetzt hat. Laut Interview soll die ursprünglich Version von PIG nämlich zwei Stunden lang gewesen sein – Halleluja, das schreit förmlich nach einem Director’s Cut.
 
 
 


 
 
 

PIG – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Eklig, pervers und Brechreiz erregend: Eben Ferien auf dem Schlachthof. Mit PIG wollte ADAM MASON nicht nur Tabus brechen sondern auch zeigen, dass Folterfilme ziemlich langweilig sein können. Die Ursache hierfür liegt nicht am Härtegrad, sondern an der dummen Story, die aus einer wahllosen Aneinanderreihung sadistischer Unmenschlichkeiten besteht. Handwerklich kann man da freilich nicht meckern, denn die Effekte sind nicht gerade förderlich für Magen und Nerven. Zudem erinnert der dreckige Look des Streifens an das raue Exploitation-Kino der Video-Nasty-Ära. Das Ausschlachten kontrovers-schmuddeliger Filmzutaten ist jedoch das einzige auf was sich MASON in PIG konzentriert, denn eine richtige Geschichte gibt es nicht. Als kontroverses Kino-Experiment, das fast gänzlich von Filmschnitten absieht, geht PIG in Ordnung. Betrachtet man PIG jedoch als Horrorfilm enttäuscht MASONS Gewaltorgie auf ganzer Linie.
 
 
 


 
 
 

PIG – Zensur

 
 
 
Eine Fassung für Deutschland ist undenkbar. Der Streifen zeigt Gewalt derart selbstzweckhaft und geht damit so schonungslos offen um, dass bereits nach fünf Minuten Sichtung klar sein dürfte, dass die FSK hier keinen Spaß verstehen dürfte. Insofern sich überhaupt ein Label an eine deutsche Veröffentlichung wagen sollte, wird die ohnehin direkt im deutschsprachigen Ausland vertrieben werden.
 
 
 


 
 
 

PIG – Trailer

 
 
 

(Zum Anschauen auf “Watch on Vimeo” klicken)

 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
The Mooring (2012)
 
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Hostel – Part III (2011)
 
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Vile (2011)
 
The Helpers (2012)
 
The Texas Chainsaw Massacre – Blutgericht in Texas (1974)
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 


Filmreview: “Hotel Inferno” (2013)

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HOTEL INFERNO

Story

 
 
 
Frank Zimosa ist einen Auftragsmörder und erlebt den Einsatz seines Lebens. In einem Hotel soll er ein Killer-Duo auslöschen, erlebt aber hier die Hölle auf Erden …
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Kritik

 
 
 
Nach dutzenden Serienkiller, Folter- und Geisterstreifen ist es für uns FILMCHECKER eine Wohltat, wenn da per Post Filmnachschub eintrudelt, bei dem man einfach mal den Kopf ausschalten kann. Label LFG hat uns ein ansprechendes Mediabook zugeschickt, dessen Inhalt zumindest bei Splatter-Fans gehörig Eindruck hinterlassen dürfte. HOTEL INFERNO heißt der Splatter-Quatsch für den Film- und Videospielschmiede NECROSTORM verantwortlich zeichnet. Das italienische Produktionsstudio hat sich auf die Herstellung ultra-derber Horrorstreifen spezialisiert, in denen Eimer Kunstblut rudimentäre Filmhandlungen rot färben sollen. Mit blutreichen Gore-Hits wie ADAM CHAPLIN (2011) und TAETER CITY (2012) konnte man sich international bereits einen kleinen Fankreis aufbauen, der natürlich gierig darauf wartet, dass die italienischen Splatter-Werkstatt emsig weiter solche Streifen produziert. Für HOTEL INFERNO hat man sich etwas Neues einfallen lassen und wirbt damit ganz dezent auf dem Cover. Als “The First Ego-Shooter Splatter Movie” betitelt, werden hier ganz ungeniert Videospiel-Elemente mit der aktuell so beliebten Found-Footage-Zutat kombiniert, was durch Zugabe von reichlich übertriebenem Splatter eine erfrischende Alternative zu all den minderwertigen Wackelgurken der letzten Jahre darstellt. Regisseur GIULIO DE SANTI schien nach TAETER CITY Gefallen am Horror der harten Gangart gefunden zu haben und lies es sich nicht nehmen auch für HOTEL INFERNO auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen. Ganz nebenbei ist ihm dabei sogar das Kunststück gelungen eine gänzlich neue Filmgattung ins Leben zu rufen, die man tatsächlich so noch nicht auf dem Bildschirm hatte.
 
Die Geschichte des Films dreht sich um Frank Zimosa. Der ist Profilkiller und erhält ein lukratives Angebot bei dem sich eine Menge Geld verdienen lässt. Er wird zu einem Hotel gerufen in dem zwei Mörder ein Zimmer gemietet haben, die nun möglichst kaltblütig um die Ecke gebracht werden sollen. Eine Brille soll die Tat aufzeichnen, die während des Auftrages getragen werden soll. Doch alles läuft anders als erwartet. Auftraggeber Jorge Mistrandia entpuppt sich als gerissenes Schlitzohr und benutzt Zimosa als Marionette, um eine jahrhundertealte Kreatur nähren zu können, die tief unter dem Hotel ihr Dasein fristet. Der Dämon labt sich am Schmerz der Menschen, der mit der Brille eingefangen werden kann. Für Killer Zimosa kein guter Tag, ist doch sein Leben bald selbst in großer Gefahr.
 
HOTEL INFERNO führt den Zuschauer zurück in eine Zeit, in der Horrorfilme mit handgemachten Effekten den Videomarkt erobert haben. Lang ist es her seit Splatter-Streifen wie BRAINDEAD, BAD TASTE oder TANZ DER TEUFEL dem Gewaltfan feuchte Höschen und Zensurbehörden schlaflose Nächte bereitet haben. Für Macher GIULIO DE SANTI vermutlich Grund genug, die glorreichen Zeiten des Splatter-Kinos erneut aufleben zu lassen. Wie zuletzt in Ajas produzierten Remake zu MANIAC (2012) wird der Zuschauer in der Ego-Perspektive durch eine haarsträubende Filmhandlung gejagt und sieht quasi das Geschehen durch die Augen des Filmhelden Frank Zimosa. Der hetzt durch enge Flure, flitzt durch dunkle Gewölbe und kriecht durch dichtes Geäst, um Horden von Gegnern aufzulauern und zur Freude des Horrorfans blutgeil abschlachten zu können. Es werden Köpfe geteilt, Hände zermatscht und Gliedmaßen abgeschlagen – zwar hat der Computer bei einigen Gewaltakten nachgeholfen; die Blutexzesse sehen jedoch so ungekünstelt aus, dass man meinen könnte sie wären in liebevoller Handarbeit entstanden. Leider ist bei soviel Liebe zur Hausmannskost mal wieder der Inhalt etwas sehr kurz gekommen. Auch wenn HOTEL INFERNO mit all seinen Matscheffekten und den diversen Gegner-Invasionen an die berüchtigte Shooter-Reihe DOOM erinnert findet die Geschichte rund um das unheimliche Hotel und seinen grotesken Bewohnern kaum Beachtung. Stattdessen flitzen im Minutentakt Scharen von teils mutierten Filmschurken durch die finstere Szenarie und trachten Held Frank mit allerlei Hieb- und Schusswaffen nach dem Leben. Das Drehbuch wurde zugunsten des Blutzolls auf das Wesentliche beschränkt, besitzt aber dennoch ein annehmbares Tempo, damit es dem Zuschauer bei den oftmals hektischen Schwenks der Kamera nicht langweilig wird. Immerhin lässt Regisseur GIULIO DE SANTI den Zuschauer wissen, dass er eine besondere Leidenschaft für das moderne Horrorkino aus Italien hegt. Sein minimalistisch Score orientierte sich an die kultigen Sound-Kompositionen der italienischen Band GOBLIN, die Ende der 70er und Anfang der 80er durch Soundtracks für italienische Horrorfilme wie SUSPIRIA (1977), DAWN OF THE DEAD (1978) und PHENOMENA (1985) zu Weltruhm gekommen ist. Ob HOTEL INFERNO gleichen Erfolg verbuchen wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist jedoch, dass Studio NECROSTORM nach ADAM CHAPLIN und TAETER CITY einen Schritt in die richtige Richtung gewagt und dem Splatter-Film durch ein neuartiges Filmerlebnis frische Impulse verleiht hat. Gerade weil die Genre-Schmiede vehement darum bemüht ist sich stetig weiterentwickelt zu wollen, darf man gespannt sein, was da demnächst noch an herrlich überzogenem Gewaltmaterial aus dem schönen Italien kommen wird.
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Herrlich überzogener Splatter-Nonsens für Fans bluttriefender Gewaltorgien. Die Schlachtplatte aus dem Hause NECROSTORM verspricht ein gänzlich neues Filmerlebnis, das man so vermutlich noch nie auf dem Bildschirm hatte. In einer Art Splatter-Variante des beliebten Ego-Shooters DOOM werden hier Gegnerscharen im Akkord ins Jenseits befördert und das nicht gerade unblutig. Besonderes Augenmerk sei an dieser Stelle auf die Spezialeffekte gerichtet, die für einen Splatterfilm aller erste Sahne sind und kaum vermuten lassen, dass hier CGI zum Einsatz gekommen ist. Sieht man von der dünnen und leider vollkommen hirnriesigen Geschichte ab, gehört HOTEL INFERNO zweifelsohne zu einer der besten Indie-Gewaltorgien neueren Datums. Bei soviel handwerklichem Geschick können sich deutsche Splatter-Könige wie ITTENBACH, WALZ und Konsorten gern Inspiration holen, schließlich wissen die Jungs von NECROSTORM wie man auch mit kleinem Geld sehbare Splatter-Werke für hungrige Gorehounds werkelt.
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Zensur

 
 
 
Rechteinhaber LFG hat HOTEL INFERNO direkt im deutschsprachigen Ausland veröffentlicht und umgeht dabei den strengen Auflagen der hiesigen FSK. Diese hätte das selbstzweckhafte Blutgemansche niemals in ungeschnittener Form freigegeben. Wer demnach den Streifen komplett haben mag, muss sich an den Händler seines Vertrauens wenden. Der Film kann problemfrei bei Onlinehändlern erworben werden, die indizierte Ware im Programm führen. Wer die Möglichkeit hat Filmbörsen zu besuchen, wird auch dort die deutsche Fassung von HOTEL INFERNO kaufen können.
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Hotel Inferno Mediabook 1
 
Hotel Inferno Mediabook 2
 
Hotel Inferno Mediabook 3
 
Hotel Inferno Mediabook 4
 
Hotel Inferno Mediabook 5

(c) LFG

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hotel Inferno; Italien 2013

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 78 Min.

FSK: nicht von der FSK geprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook mit 16-teiligem Buchteil auf 2000 Stück limitiert

Extras: Fun at Work-Feature (01:08 Min.), Special Effects-Feature (02:04 Min.), Ritual-Clip (00:29 Min.), Deutscher Trailer (01:04 Min.), zusätzliche DVD mit dem Hauptfilm

Release-Termin: 06.06.2014

 
 
 
Nach dem Release des Neo-Giallos TULPA spendiert Rechteinhaber LFG auch dem Splatter-Nonsens HOTEL INFERNO eine schöne Veröffentlichung im beliebten Mediabook, das passend zum Hauptfilm ansprechend bunt gestaltet wurde. Besonderes Lob gilt der Übersetzung. Für einen Nischenfilm wie HOTEL INFERNO konnte LFG professionelle Sprecher gewinnen, so dass eine vernünftige Synchronisation zusammengestellt werden konnte. Leider ist das bei Veröffentlichungen von Low-Budget-Produktionen keine Selbstverständlichkeit, gehören mittlerweile minderwertige Übersetzungen zum obligatorischen Standard in Horrorfilmen. Wer nach Sichtung des Streifens gern wissen möchte, wie man die teils verblüffend echt wirkenden Gewalteffekte umgesetzt hat, kann sich hierfür gern das kleinen Special-Effects-Feature zu Gemüte führen, das sich neben Trailer und einem kleinen Gag-Reel auch auf der Scheibe befindet. Ein richtiges Making of oder einen Audiokommentar sucht man stattdessen vergebens. Das ist ärgerlich. Dafür ist jedoch neben der Blu-ray im Mediabook auch die DVD enthalten, die ebenso den Hauptfilm beinhaltet. Das Sammlerstück ist im Übrigen auf 2000 Exemplare limitiert.
 
 

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HOTEL INFERNO – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Evidence (2011)
 
Alexandre Ajas Maniac (2012)
 
Doom (2005)
 
Cloverfield (2008)
 
Enter the Void (2009)
 
Gamer (2009)
 


Filmreview: “Blood Widow” (2014)

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BLOOD WIDOW

Story

 
 
 
Wenn die psychopathische Nachbarin drei mal klingelt: Laurie (Danielle Lilley) und Hugh (Brandon Kyle Peters) sind ein junges Paar und haben gerade ein Haus irgendwo im Nirgendwo gekauft, wo es selbstverständlich keinen Handyempfang gibt. Als die beiden eine Einweihungsparty geben und einige Freunde zum Feiern vorbeikommen, nutzt auch die Killerin von nebenan die Gunst der Stunde, um die neuen Nachbarn kennenlernen …
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Kritik

 
 
 
In Amerika gibt es immer wieder Nachwuchs-Angstmacher, die dem Horror-Fan die Freunde am Schauen von Horror-Ware verübeln möchten. Der Low-Budget-Markt scheint dort ein beliebtes Sprungbrett für all jene zu sein, die auch ohne Berufsabschluss das Hobby zum Beruf machen wollen: Filmemachen. Leider muss man für das Drehen von Horror-Streifen nicht nur Kohle und das notwendige Equipment besitzen, sondern auch Talent und Ahnung. Voraussetzungen, die jedoch nur die Wenigsten mitbringen. Trotzdem wird auch ohne Können munter drauflos gefilmt, denn die Nachfrage nach amateurhaft zusammengeschnippelten Horrorfilmen scheint größer zu sein, als immer vermutet wird. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass Billig-Grusler in amerikanische Händlerregal gebracht werden. Als wäre das nicht schon übel genug, finden sogar einige dieser Spaßbremsen den Weg nach Deutschland.
 
BLOOD WIDOW ist das Resultat eines langjährigen Fan-Traumes. Newcomer und Sci-Fi-Horrorfan JEREMIAH BUCKHALT steckt hinter der Low-Budget-Produktion, der selbst heute immer noch nicht fassen kann, dass ihm die Möglichkeit gegeben wurde einen Horrorfilm zu drehen. Ähnlich wie Vorbild JOHN CARPENTER (wenn es nach BUCKHALT geht gehört THE THING zu den besten Filmen aller Zeiten) hat der Regie-Neuling jedoch erst einmal kleine Brötchen gebacken und sich an der Umsetzung klassischen Slasher-Stoffs versucht, schließlich gehört nicht viel Grips dazu einen simplen Schlitz-Streifen zu machen. Erfolgreiche Filmtitel nennt BUCKHALT in einem Interview, von denen sich BLOOD WIDOW hat inspirieren lassen. So standen günstig gewerkelte Oldschool-Slasher Pate mit denen der Filmemacher Ende der 70er und zu Beginn der 80er aufgewachsen ist. Bei so viel euphorischer Liebe zum Genre enttäuscht dann leider doch die Tatsache, dass BLOOD WIDOW Lichtjahre von wegweisenden Metzelklassikern wie HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS entfernt ist. Für BLOOD WIDOW musste an allen Ecken gespart werden. So wurden Hauptrollen mit Statisten besetzt, die vermutlich noch nie eine Schauspielschule von Innen gesehen haben. Akustische Raffinessen aus dem MUSIC MAKER sorgen für ungewollte Erheiterung und die rudimentäre Handlung lässt den Zuschauer bereits kurz nach dem Prolog ermüden. Ein Pärchen ist es diesmal, das in ein neues Haus zieht und dort ums Überleben kämpfen muss. Im Keller des scheinbar verlassenen Nachbarhauses lebt eine schwarze Witwe, die nur darauf wartet, dass ihr mal ein paar neugierige Fliegen ins Netz gehen. Als sich ein paar Freunde für eine kleine Einzugssause anmelden und auf dem Grundstück gegenüber herumschnüffeln, packt die BLOOD WIDOW ihre Folterinstrumente zusammen und besucht die neuen Nachbarn um mal blutig “Hallo” sagen zu können.
 
Wenn keine gescheite Geschichte zu Grunde liegt, dann lass Gewalt regieren. Genau jenem Credo folgt BLOOD WIDOW und konzentriert sich auf das möglichst schmuddelige Abschlachten seiner unzureichend talentierten Hauptdarsteller. Die von BUCKHALT selbst entworfene Killerin geht nicht zaghaft mit ihren Opfern um. So werden Protagonisten enthauptet, Arme abgesäbelt oder Gesichter eingeschlagen. Für Indie-Horror mit Mikro-Budget sehen die gebotenen Matsch-Effekt ganz ordentlich aus, zumal die teils unausgereifte Ausleuchtung dem Film einen dreckigen, ungeschliffenen und finsteren Look bescheren. Dennoch, Gewalt im Horrorfilm ist nicht alles, denn ein blosses Aneinanderreihen von sinnlosen Gewaltakten machen aus einem beliebigen Horrorfilm noch lange kein Kultwerk. Nichtsdestotrotz bekommt der Horror-Fan mal endlich wieder eine maskierte Killerin vor die Linse. Die steht männlichen Meuchel-Kollegen wie JASON und MICHAEL in puncto Grausamkeit in nichts nach. Im Unterschied zu genannten Ikonen des modernen Horrorfilms will die BLOOD WIDOW jedoch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, was vor allem daran liegt, dass der Film nichts Rundes ist und überraschungsarm nach Schema F abgehandelt wird. Neue Impulse sucht man hier vergebens, dafür findet man Unmengen an Logiklöchern und Slasher-Klischees. Dass Macher JEREMIAH BUCKHALT bereits mit einer Fortsetzung liebäugelt, verursacht fix wirklich Panik – schließlich ist der Zuschauer froh, wenn er den vorliegenden Erstling wach überstanden hat.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Blutiger Nachschub für Splatter-Fans! Gewalt ist leider auch das einzige, was BLOOD WIDOW halbwegs über Wasser halten kann, denn der Streifen ist nicht nur ein überraschungsarmes, sondern auch ein langweiliges Sammelsurium nerviger Slasher-Regeln und totgefilmter Horror-Klischees. Budget war kaum vorhanden, was im Falle dieses Filmdebüts Vor- und Nachteile besitzt. Einerseits hat die teils unprofessionelle Ausleuchtung Charme und beschert BLOOD WIDOW einen düsteren und dreckigen Look, der dem Film vor allem in den Gewaltmomenten zugute kommt. Andererseits lässt das Mikro-Kapital kaum Experimente zu, so dass an allen Ecken gespart werden musste – vor allen an guten Schauspielern. Unterm Strich ist BLOOD WIDOW ein austauschbarer Slasher ohne Höhepunkte, der immerhin kurz Aufmerksamkeit in Deutschland erhaschen dürfte, weil ihn die hiesige FSK der “bösen” Szenen wegen in der Luft zerreißen wird.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Zensur

 
 
 
Wie für einen Slasher typisch sterben auch in BLOOD WIDOW die Opfer eines grausamen Todes. Zimperlich geht es hier nicht gerade zu, was vor allem der FSK Kopfzerbrechen bereiten dürfte. Da BLOOD WIDOW ziemlich viel blutroten Splatter zu bieten hat, dürfte eine ungeschnittene Freigabe fraglich sein.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Slasher House (2012)
 
Torment (2013)
 
Nurse 3D (2013)
 
Young, High and Dead (2013)
 
Killer Holiday (2013)
 
Bloody Homecoming (2013)


Filmreview: “13 Sins” (2014)

13-Sins-2014
 
 
 

13 SINS

Story

 
 
 
Elliot wird Teilnehmer einer makabren Spielshow am Telefon. Um einen Batzen Geld gewinnen zu können, soll er 13 Aufgaben erfüllen. Leider ahnt der Kandidat schnell, dass er hier in keiner gewöhnlichen Gewinnshow gelandet ist. Bald soll Elliot nämlich über Leichen gehen, um das Preisgeld einstreichen zu können …
 
 
 


 
 
 

13 SINS – Kritik

 
 
 
In Amerika hat man es wieder getan und die Recycling-Maschine angeworfen, um bereits Dagewesenes aus dem Ausland wiederverwerten zu können. Diesmal hat es den thailändischen 13 BELOVED (auch bekannt als 13: GAME OF DEATH) erwischt, der eigentlich vor knapp sieben Jahren vom damaligen Rechteinhaber E-M-S auf Heimkinomedium veröffentlicht werden sollte. Weil das Dortmunder Label aber rote Zahlen schrieb und Insolvenz anmelden musste, wurde die Veröffentlichung des asiatischen Horror-Hits kurzfristig gestrichen. Seitdem warten Filmfans in Deutschland immer noch sehnsüchtig auf eine deutsche Auswertung des thailändischen Geheimtipps, der bereits nach Erscheinen im Jahr 2006 bei Horrorfans auf der ganzen Welt für feuchte Höschen gesorgt hat. Immerhin dürfte die hiesige Veröffentlichung des Remakes weniger lang auf sich warten lassen, wie die des Originals. Regisseur DANIEL STAMM hat nämlich saubere Arbeit abgeliefert und an einen Neuaufguss getüftelt, wie man ihn nun schon seit Beginn der Horror-Remake-Welle vor über zehn Jahren serviert bekommt: Glattpoliert, durchgestylt und überdreht blutig. Den verwöhnten Mainstream-Zuschauer dürfte das mit Sicherheit freuen, schließlich ist 13 SINS (so der Titel der Neuverfilmung) rasantes Horror-Popcornkino in Reinform, für das man den Grips ausschalten darf, um sich an überzogener Splatter-Pampe erfreuen zu können.
 
DER LETZTE EXORZISMUS-Macher DANIEL STAMM hält sich mit seinem 13 SINS (übersetzt: 13 Sünden) weitestgehend an die morbide Vorlage aus Thailand und erzählt die Geschichte vom hoch verschuldeten Verkäufer Elliot, der eines Tages seinen Job und den Mut verliert, die schwangere Freundin zu heiraten. Da klingelt unverhofft das Telefon und die Geldsorgen scheinen ein Ende zu haben. Eine unbekannte Stimme will ein Spiel spielen, macht den Verlierer zum Gewinner und verspricht ihm sechs Millionen Dollar, wenn er nur 13 Herausforderungen bewältigt. Die ersten Aufgaben sind schnell abgehakt. So muss eine Fliege erschlagen und verspeist werden, um das leere Bankkonto klingeln zu lassen. Später soll er Feuer legen und ein Kind zum Weinen bringen. Leider werden die Aufgaben des perversen Showmasters mit jedem Anruf schwieriger und bringen den dollargierigen Helden in Teufels Küche. Der überschreitet aus Liebe zum Geld und aus Angst vor sozialem Abstieg bald Moral und Gesetz und wird zur ferngesteuerten Marionette eines perfiden Spiels. Auch wenn Elliot schon bald über Leichen geht und die Gesetzeshüter dicht auf den Fersen sind, so hat die Teilnahme an der Show einen kleinen Haken: Das Spiel muss zu Ende gespielt werden, um das gewonnene Geld behalten zu können.
 
Seit SAW im Jahr 2004 die Kinolandschaft heimgesucht hat, weht im Horrorfilm ein rauer Wind. Der deutsche DANIEL STAMM hat die diversen Torturstreifen der letzten Jahre studiert und in 13 SINS ziemlich viel Splatter untergebracht. Im Unterschied zum Original hält die Kamera nämlich drauf, wenn Arme abgesägt oder Köpfe abgetrennt werden. Bei soviel kommerzieller Gewalt verliert STAMM manchmal die gesellschaftskritische Botschaft des Films aus den Augen. Denn im Strudel selbstzweckhaftem Blutgemansche verliert die eigentlich diskussionswürdige Thematik des Streifens an Gewichtung. Charakter Elliot durchlebt im Film eine Verwandlung. Aus dem unscheinbaren Verlierer wird rasch ein gewissensloser Gesetzesbrecher, der getrieben von der Gier des Geldes mit moralischen Entscheidungen konfrontiert und allein aufgrund seiner sozialen Situation gezwungen wird am Spiel teilnehmen zu müssen. Aus Angst vor dem sozialen Abstieg hinterfragt Elliot schon bald nicht mehr die Handlungsanweisung des Telefon-Moderators und beginnt allmählich den Bezug zur Realität zu verlieren.
 
Statt sich ernsthaft mit den Folgen der rechtswidrigen Taten seines Protagonisten auseinanderzusetzen ersäuft Macher DANIEL STAMM sein Horror-Flick im Blut und das zugegeben erheiternd schwarzhumorig. Neben den teils abwechslungsreichen und äußerst makabren Aufgaben wird das erstaunlich temporeich inszenierte Filmchen im Gegensatz zum Original um reichlich Zynismus bereichert. So wird Antiheld Elliot zum Kaffeeplausch mit einer modrigen Leiche aufgefordert und in einer anderen Szene ganz unfreiwillig zum tollpatschigen Feuerteufel. Seltsamerweise hat es jene kontroverse Szene aus der thailändischen Vorlage nicht in die Neuverfilmung geschafft, in der dem Hauptprotagonisten ein Teller Exkremente serviert wird, die verspeist werden sollen. Ein etwas seltsam anmutender Entschluss des Regisseurs die Szene aus dem Remake zu streichen, sind die Amis doch sonst so gierig darin, reißerische Momente für ihre glattgebügelten Hochglanzfilmchen wiederverwenden zu können. Auch wenn 13 SINS eigentlich ein unnötiger Aufguss eines bereits sehenswerten Filmes ist und die Frage nach dem Sinn der Wiederverwurstung weitestgehend unschlüssig bleibt, unterhält STAMM mit seinem Reboot ungemein. Trotz oberflächlich thematisierter Gesellschaftskritik und deftigem Blutzoll entpuppt sich die SAW-Light-Version als packende Action-Achterbahn, die ihren Reiz aus den abwechslungsreichen Handlungsanweisungen des ominösen Spielmoderators zieht. Bei so schnörkelloser Umsetzung mag man eigentlich gar nicht so recht glauben wollen, dass 13 SINS eigentlich ein waschechter Indie sein soll, der mit gerade einmal fünf Millionen Dollar Produktionskosten auskommen musste. DANIEL STAMM kitzelt das Maximum aus dem mageren Budget heraus und hat einen schwer unterhaltsamen Horror-Thriller auf die Beine gestellt, der trotz Indie-Status mehr dem Mainstream munden dürfte, als Fans unkommerzieller Filme.
 
 
 


 
 
 

13 SINS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
SAW meets THE MOST DANGEROUS GAME. STAMMS Neuverfilmung des thailändischen 13: GAME OF DEATH ist eine durchgestylte Splatter-Achterbahn mit einer erheiternden Priese schwarzem Humor. Auch wenn es sich beim Remake mit dem Titel 13 SINS um waschechten Indie-Horror handelt, so lässt hier kaum noch etwas darauf schließen, dass nur wenig Geld zu Verfügung gestanden hat. Der Streifen befindet sich auf einem technisch hohen Standard und die souveräne Inszenierung des Regisseurs lässt kaum Zeit zum Verschnaufen. Anders wie in der asiatischen Vorlage fließt reichlich Blut, um gierige Gorehounds zufriedenstellen zu können. Das euphorische Splatter-Gemetzel ist hier das Salz in der Suppe, wird doch die Schlachterplatte mit allerlei makabren Beilagen aufgetischt. Unterm Strich bleibt eine schwer unterhaltsame Horror-Hatz nach dem großen Geld, die ohne Längen auskommt und spannend bis zum Schluss bleibt – auch wenn mal wieder der überraschende Storytwist nicht fehlen darf. Zwar war uns der Sinn dieser Neuverfilmung nicht einleuchtend; dennoch muss das FILMCHECKER-Team gestehen, dass wir uns während der Sichtung des überraschend kurzweiligen 13 SINS gut unterhalten gefühlt haben. Wer nicht auf die tägliche Dosis Gewalt verzichten kann, ist daher mit dem zynischen 13 SINS optimal beraten. Ein sehenswerter Horrorfilm!
 
 
 


 
 
 

13 SINS – Zensur

 
 
 
Zimperlich geht es in 13 SINS nicht gerade zu. Im späteren Verlauf des Streifens werden Köpfe mit einer Drahtschnur abgedrennt, die über eine Strasse verlegt wurde. Außerdem muss Antiheld Elliot einem anderen Filmprotagonisten einen Arm absägen. Blut fließt reichlich und Gewalt wird ziemlich oft eingesetzt. In Deutschland dürfte 13 SINS demnach erst für Erwachsene freigegeben werden – KEINE JUGENDFREIGABE!
 
 
 


 
 
 

13 SINS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Saw (2004)
 
Saw II (2005)
 
Saw III (2006)
 
Saw IV (2007)
 
Saw V (2008)
 
Saw VI (2009)
 
Saw 3D – Vollendung (2010)


Filmreview: “Wolf Creek 2″ (2013)

wolf-creek-2-2013
 
 
 

WOLF CREEK 2

Story

 
 
 
Outback-Killer Mick Taylor ist wieder zurück und hat auch gleich die Fährte zweier Touristen aus Deutschland gewittert, die planlos durch die Einöde Australiens trampen. Auf der Flucht vor dem irren Schlitzer geraten sie an den Briten Paul Hammersmith, der eigentlich nur helfen will und dabei ebenfalls ins Visier des Touristen-Mörders gerät …
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Kritik

 
 
 
Im australischen Outback hört dich niemand schreiben – das zumindest suggerierte der Horror-Schocker WOLF CREEK, der im Jahr 2005 in die Kinos gebracht wurde und inspiriert von den Survival-Thrillern der 70er gekonnt auf der damals boomenden Terrorwelle mitritt. Mittlerweile sind neun Jahre vergangen und den Horror-Machern die Ideen ausgegangen, so dass man ganz fleißig Altbewährte neu aufbrüht, um noch einmal Geld damit machen zu können. Schlicht und einfach WOLF CREEK 2 nennt sich der unoriginelle Käse, der mit knapp einem Jahrzehnt Verspätung nachgeschoben wird und quasi die besten Szenen des Erstlings mit zusätzlichem Ekelgehalt anreichert, damit einfach gestrickte Horrorgemüter feuchte Höschen von der hier gezeigten Brutalität bekommen. WOLF CREEK-Regisseur GREG MCLEAN hat sich die Blöße gegeben und auch gleich die überflüssige Fortsetzung gedreht, die quasi eine ähnliche Geschichte wie sein Vorgänger erzählt und sich einen Deut darum schert sich überhaupt weiterzuentwickeln zu wollen. Die australische Kulisse wurde beibehalten und der zuvor schweigsame Killer entwickelt sich zur zynischen Plaudertasche, der seinen Schlitzer-Kollegen FREDDY KRUEGER, LEPRECHAUN und CHUCKY Konkurrenz machen möchte. Der Rest ist wie gehabt: Einige ahnungslose Rucksack-Touristen verirren sich im Wolfe-Creek-Krater-Nationalpark und geraten dabei in das Jagdgebiet des ominösen Fremden aus dem vorhergehenden Teil, der auch gleich mit seiner Metzel-Hatz beginnt.
 
Der Ton ist rauer geworden, denn mit subtilem Terror gewinnt man im Horrorfilm schon lange keinen Blumentopf mehr. MCLEAN dreht daher an der Gewaltschraube und lässt Köpfe explodieren, Finger absägen und Opfer enthaupten. Wurde die Gewalt im Erstling noch weitestgehend angedeutet wird in WOLF CREEK 2 schonungslos draufgehalten, was natürlich das Interesse der Fans solcher Filme wecken dürfte. Leider macht stumpfe Gewalt allein schon lange keinen guten Horrorfilm mehr aus, denn aufgrund der Vielzahl ähnlicher Streifen ist WOLF CREEK 2 nur ein weiterer Film dieser Art in einer nahezu nicht enden wollenden Reihe trivial gestrickter Brutalo-Werke. Immerhin wird der Filmfan mit Kurzweil belohnt. Psychopath MICK TAYLOR (gespielt von JOHN JARRATT) entpuppt sich als scheinbar unkaputtbarer Super-Killer, der jede Situation vorausahnen kann und trotz Liebe zum Alkohol mit ner Menge Glück gesegnet wurde. Der Schlitzer ist seinen Opfern weitaus überlegen und immer einen Schritt voraus. Er hetzt das menschliche Schlachtgut von einem Ort zum nächsten und zieht trotz geistiger Beschränktheit stets am längeren Hebel. Macher und Produzent GREG MCLEAN gönnt dem Zuschauer kaum Verschnaufpausen und verknüpft den dünnen Slasher-Plot mit recht packend inszenierten Verfolgungsjagden durch die trostlose Einöde Australiens. Hier wächst der Film zu wahrer Größe heran, denn einige Duelle zwischen Opfer und Killer auf den Straßen im Nirgendwo wurden von MCLEAN ziemlich spannend in Szene gesetzt. Leider werden derart Momente immer wieder durch die obligatorischen Gewaltszenen ausgebremst, denn irgendwie mag man in WOLF CREEK 2 das Gefühl nicht loswerden wollen, als ob man fast schon besessen daran gearbeitet hat, der Fanbase gerecht werden zu wollen. Der dürstet es seit harten Sicko-Streifen, wie I SPIT ON YOUR GRAVE 2 (2013) und dem gefeierten MARTYRS (2008) nach möglichst krankem Folter-Dreck, um nach Sichtung prahlen zu können, welch abartigen Nonsens man soeben gesehen hat. Regisseur GREG MCLEAN hat diesbezüglich etwas zu sehr nach den ganz Großen Metzelorgien geschielt und dabei ganz vergessen die Geschichte rund um seinen Charakter Mick Taylor konsequent weiterzuspinnen. Wirklich Neues erfährt der Horrorfan nämlich nicht, so dass die Fortsetzung auch eher als professionell gedrehtes Splatter-Remake gewertet werden darf.
 
Auch wenn die männliche Scream-Queen am Ende unter nicht nachvollziehbaren Umständen überleben darf und zuvor durch eine finstere und effekthascherische Geisterbahn geführt wird, so ist die Fortsetzung zu WOLF CREEK ein weiteres, schnell heruntergeleiertes Sequel, auf das nun wahrlich niemand gewartet hat. Im Übrigen bekommt der Zuschauer in WOLF CREEK 2 eine der geschmacklosesten Szene der letzten Jahre zu Gesicht: Während Opfer Paul Hammersmith (RYAN CORR) mit seinem Auto vor dem übertrieben patriotisch veranlagtem Mörder Mick Taylor flüchtet, überquert ein Rudel Kängurus die Fahrbahn. Die Tiere schlagen in fast schon erheiternder Detailfreude auf den Windschutzscheiben der Fahrzeuge auf und werden anschließend blutig von den Rädern überrollt. Herr MCLEAN, auch wenn WOLF CREEK 2 nur ein Film ist, finden Sie das witzig?
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
WOLF CREEK 2 ist ein derbes Splatter-Gewitter für Freunde brutaler Metzelfilme. Leider ist der Gewaltgrad auch das einzig Nennenswerte, was der Streifen zu bieten hat, denn im Grunde genommen ist das Sequel mehr überflüssiges Remake statt Fortsetzung und bietet mehr Splatter statt subtilem Terror. Aufgrund der schonungslos dargestellten Brutalitäten, die nun wahrlich nichts für zarte Gemüter sind, dürften die hiesigen Zensurbehörden das Stück Tortur-Kino gnadenlos in der Luft zerreißen. Ungeschnitten wird der Film hierzulande mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erscheinen; profitgeile Ösi-Unternehmen dürfte das freuen, schließlich kann man im Nachbarland viel Geld mit ungeschnittenen Mediabooks machen.
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Zensur

 
 
 
WOLF CREEK 2 ist ziemlich brutal. Opfer werden ausgeweidet und zerhackt, Kehlen durchgeschnitten und Köpfe weggeschossen. Wir wünschen Rechteinhaber KSM viel Glück mit der FSK, denn die deutsche Fassung dürfte vermutlich nur geschnitten im Sommer in die Kinos kommen.
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wolf Creek (2005)
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 
The Butcher Boys (2012)
 
The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen (2006)
 
High Tension (2003)
 
Haus der 1000 Leichen (2003)
 


Filmreview: “Savaged” (2013)

Savaged-2013
 
 
 

SAVAGED

Story

 
 
 
Die taubstumme Zoe wird von einigen Hinterwäldlern verschleppt, vergewaltigt und lebendig begraben. Ein Schamane findet die geschunden Frau und verhilft ihr zur blutigen Rache …
 
 
 


 
 
 

SAVAGED – Kritik

 
 
 
Weit 60 Jahre nach seiner Blütezeit erfreut sich der Exploitationfilm auch weiterhin enormer Beliebtheit und ruft vor allem das Interesse jener Filmfans auf dem Plan, die sich diese Machwerke aus dem deutschsprachigen Ausland in schicken Sonderauflagen importieren, um sie sich stolz in ihre Sammler-Virtrinen stellen zu können. In Deutschland haben es diese Streifen nämlich oft nicht leicht, schließlich werden darin meist reißerische Grundsituationen ausgenutzt, um den Zuschauer mittels schmuddeligem Sex und abscheulicher Gewalt an die Grenze des Ertragbaren zu treiben. Dass der hiesigen FSK das Sichten derart Kinokost so gar keine Freude bereitet, dürfte auf der Hand liegen, denn nicht selten ist es der Fall, dass jene Gewaltflicks ganz schnell die Wut der Zensurbehörden zu spüren bekommen und in ungeschnittener Form erst gar nicht den Weg in den stationären Handel finden. Wie gut, dass es das Wunderland Österreich gibt, wo Veröffentlichungen “böser” Filme ganz legal und ungeprüft über die Ladentheke wandern können. Dort sind es vor allem einschlägige Rape’n Revenge-Movies, die stets aufs Neue in aufwändigen Hartboxen und Mediabooks veröffentlicht werden und trotz gleichem Inhalt auch immer wieder genug Käufer finden, die menschenverachtende Rape-Filme mit dazugehörigem Racheakt kaufen wollen. Seit das Rape-and-Revenge-Genre mit den Remakes zu I SPIT ON YOUR GRAVE (2010) und LAST HOUSE ON THE LEFT (2009) den Mainstream erreicht hat, ist es vor allem der in Hochglanzbilder getauchte Sadismus, der Horrorfans zum Schauen dieser Filme bewegt, denn seit Tortur-Porn wie SAW und HOSTEL an den Kinokassen Millionen erwirtschaftet haben, hat auch die Gewalt in Horrorfilmen eine neue Dimension erreicht. Möglichst bestialisch soll gemordet werden, am besten lang und ekelerregend, wobei SAVAGED maximales Unterhaltungspotenzial bietet – vorausgesetzt man hat eine Leidenschaft für frauenverachtende Hardcore-Schocker.
 
Wie es in Rape’n Revenge-Streifen nunmal üblich ist wird hier ein ahnungsloses Opfer durch die Hölle gejagt. SAVAGED hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf, sondern dreht bereits nach fünf Minuten an der Action- und Gewaltschraube. Es ist die taubstumme Zoe (AMANDA ADRIENNE), die hier an eine Horde Rassisten gerät, die eine unbeschreibliche Freude daran finden, friedliche Rothäute durch die Wüste zu hetzen, um sie anschließend bestialisch zu ermorden. Leider wird Zoe ganz unfreiwillig Zeuge einer dieser “Jagdausflüge” und von den triebgesteuerten Hinterwäldlern verschleppt, vergewaltigt und anschließend verscharrt. Die Rettung naht in Form eines Schamanen, der den leblosen Körper ausgräbt, heilt und beweihräuchert. Als die junge Frau wieder zu sich kommt, ist der Geist eines wütenden Apatschen in ihren Leib geschlüpft, der mit der durchtriebenen Mörderbande ebenfalls noch ein Hühnchen zu rupfen hat. Beschenkt mit Bärenkräften verwandelt sich Zoe zur unkaputtbaren Kampfamazone und schlitzt sich ganz ungeniert durch das Fleisch ihrer Peiniger. Die sind zwar nicht die hellsten Kerzen auf dem Kuchen, wissen aber immerhin, wie sie sich möglichst grausam zur Wehr setzen müssen.
 
MICHAEL S. OJEDA heißt der gute Mann, der Rachefilm-Fans feuchte Höschen spendieren dürfte, denn auch wenn man in letzter Zeit viel Mist auf der Mattscheibe hatte, SAVAGED bereitet Laune. Lobenswerterweise blendet OJEDA dort weg, wo zuletzt STEVEN R. MONROE mit seinem I SPIT ON YOUR GRAVE-Remake gnadenlos draufgehalten hat. Die Vergewaltigung seiner Heldin lässt der Filmemacher nämlich gänzlich außer Acht und rückt stattdessen das möglichst brutale Auslöschen der Filmbösewichte in den Focus, dem im Gegensatz zu ähnlichen Machwerken erstaunlich viel Screentime eingeräumt wird. Die frauenverachtenden Widerlinge in SAVAGED haben rein gar nichts zu lachen, denn die wütende Zoe arbeitet sich mit fast schon erfrischendem Erfindungsreichtum von Körper zu Körper. Die abwechslungsreiche Art der Morde, die temporeiche Inszenierung und der nahezu permanent vorhandene Action-Gehalt der Geschichte bescheren dem Thriller einer soliden Spannungsbogen, der bis zum bitteren Ende auch noch gehalten werden kann. Ergänzt wird das grausige Gemetzel durch indianischen Hokuspokus, der dem Rachefilm eine ganz eigenständige Note verleiht. OJEDA bringt frischen Wind ins Rape’n Revenge-Genre. Mit einem okkulten Story-Twist verwandelt er das zuvor wehrlose Opfer in eine übermenschliche Rächerin, die ihren unaufhaltsamen Amoklauf fast schon übertrieben comicähnlich inszeniert. Zoe reisst Därme aus den Leibern der Schurken, schiesst Pfeile in die Gesichter der Filmbösewichte und zerrt sich sogar die eigenen Organe aus dem Körper, um den Magen anschließend mit Dreck zu füllen und mittels Tesafilm verschließen zu können. Trotz wenig Budget schaut der Film mit seiner düsteren Look weitaus professioneller aus, als es Macher MICHAEL S. OJEDA vermutlich überhaupt gewollt hat. Das farblose Szenario glänzt mit dreckig-bedrohlicher Optik und überzeugt durch geschickt getrickste Spezialeffekte, die wahrscheinlich allein schon ausreichen, um die triviale Geschichte beim Gewaltfan interessant machen zu können. Auch wenn auf dem Cover der Heimkino-Fassung unverblümt mit THE CROW geworben wird, ist der Vergleich zu Prosas Kultfilm aus dem Jahre 1994 sehr gewagt. Im direkten Vergleich zieht SAVAGED nämlich den Kürzeren, zumal sich OJEDA einzig darauf konzentriert soviel stumpfe Gewalt wie möglich zu zeigen und kaum Tiefgang bietet. Nichtsdestotrotz bleibt eine herrlich kurzweilige Metzelorgie für Erwachsene, die sogar hierzulande ungeschnitten veröffentlicht wird. So erspart sich der Filmsammler den kostenintensiven Ausflug ins deutschsprachige Ausland und kann die übernatürliche Version von Monres I SPIT ON YOU GRAVE ganz unkompliziert beim Händler seines Vertrauens erwerben. Dennoch sollte der interessierte Käufer wachsam bleiben: Die ungeschnittene SPIO/JK-Fassung ist ein potenzieller Index-Kandidat. Demnach kaufen, so lange der Streifen noch frei erhältlich ist.
 
 
 


 
 
 

SAVAGED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein rauer Splatter-Trip für Freunde “böser” Gewaltschocker. SAVAGED entpuppt sich als okkulte I SPIT ON YOUR GRAVE-Version und bringt aufgrund der übernatürlichen Elemente auch gleich frischen Wind ins knüppelharte Rape-and-Revenge-Genre. Vergewaltigt wird löblicherweise im Off und von langgezerrter Frauenquälerei hält Macher OJEDA Abstand. Dafür bekommen die Schurken des Films endlich mal wieder ordentlich Dresche. Lang gefackelt wird in SAVAGED nämlich nicht. Nach knapp zehn Minuten ist das Fass schon am Brodeln und das Gemetzel wird mit fast schon schwarzhumorigem Ideenreichtum auf der Mattscheibe zelebriert. Schnell wird aus dem eigentlichen Racheplot ein blutreicher Slasher der alten Schule, der es hin und wieder sogar schafft einigen Kult-Schlitzern der 80er Konkurrenz zu machen. Wer Freude am grobschlächtigen Handwerk besitzt sollte schnell zugreifen, denn SAVAGED dürfte mit Sicherheit ebenso schnell das Interesse selbsternannter Jugendschützer auf den Plan rufen, schließlich wird brutale Selbstjustiz auch 2014 im Kino nicht gern gesehen.
 
 
 


 
 
 

SAVAGED – Zensur

 
 
 
SAVAGED ist ein potenzieller Index-Kandidat. Der Film ist in zwei Versionen erhältlich. Die KJ-Fassung mit dem roten Flatschen auf der Vorderseite ist geschnitten. Ungeschnitten ist dagegen die SPIO/JK-Fassung, die nach Meinung der Juristenkommission “nicht schwer jugendgefährdend” ist. Trotzdem gehen wir von einer späteren Indizierung aus.
 
 
 


 
 
 

SAVAGED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
savaged-bluray

(c) Ascot Elite Home Entertainment – Abbildung: Cut-Fassung

 
Savaged_Cinema-Extreme_Blu-ray

(c) Ascot Elite Home Entertainment – Abbildung: Uncut-Fassung

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Savaged; USA 2013

Genre: Drama, Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 94 Min (cut) / ca. 95 Min. (uncut)

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung) / SPIO JK (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making of, Animierte Skizzen von Kampfszenen, Deleted Scenes, Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 15.04.2014

 
 
 

Savaged – uncut (Cinema Extreme) [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 

Savaged [Blu-ray] geschnittene Fassung auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

SAVAGED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I Spit on Your Grave (2010)

I Spit on Your Grave 2 (2013)

The Last House on the Left (2009)

Straw Dogs – Wer Gewalt sät (2011)


Review: “Tulpa – Dämonen der Begierde” (2012)

tulpa-2013
 
 
 

TULPA – DÄMONEN DER BEGIERDE

Story

 
 
 
Die sexhungrige Karrierefrau Lisa (Claudia Gerini) gerät an einen maskierten Irren, der ihren Sexpartnern auf gar kaltblütige Weise nach dem Leben trachtet …
 
 
 


 
 
 

TULPA – Kritik

 
 
 
Wenn in der Filmrunde der Begriff GIALLO fällt, dürften bei erfahrenen Horrorfans die Alarmglocken läuten. Das italienische Subgenre des Thrillers hat es in den 70ern dank ARGENTO, BAVA und MARTINO zu großer Bekanntheit gebracht und auch den Prüfern der FSK schlaflose Nächte bereitet. Berüchtigte Streifen wie PROFONDO ROSSO (1975), DIE SÄGE DES TEUFELS (1973) oder TENEBRAE (1982) befinden sich in ihrer ungeschnittenen Form selbst heute nochauf der Liste für jugendgefährdende Medien und haben sich mittlerweile zu begehrten Sammlerobjekten bei Liebhabern beschlagnahmten Materials entwickelt. Leider fristet der damals gefeierte Giallo seit Jahren ein mehr als jämmerliches Dasein in der Horrorlandschaft. Altmeister DARIO ARGENTO versucht zwar immer mal wieder den vergessen geglaubten Giallo erneut aufleben zu lassen, scheint aber allmählich auch zu begreifen , dass die von ihm entwickelte Suspense-Rezeptur bei Weitem nicht mehr so gut funktioniert, wie vor 30 Jahren. Immerhin sind ambitionierte Nachwuchsregisseure seit einigen Jahren emsig dabei, die brutale Filmform generalüberholt in die Wohnzimmer zu bringen. Streifen wie MASKS (2011), AMER (2009) und EYES OF CRYSTAL (2004) zeigen eindrucksvoll, dass der Giallo immer noch Daseinsberechtigung besitzt und auch Jahre nach Entstehung Zuschauer in den Bann zu ziehen weiß.
 
FREDERICO ZAMPAGLIONE ist einer von denen. Der ist eigentlich Musiker und Frontmann der Band TIROMANCINO, hält aber seine Leidenschaft zum phantastischen Genre ganz souverän auf Film fest. Auf seine Kappe geht der 2007 veröffentlichte SHADOW – IN DER GEWALT DES BÖSEN mit dem er bereits beweisen konnte, dass er nicht nur gut komponieren und singen kann, sondern zusätzlich auch noch das Regiehandwerk beherrscht. TULPA heißt sein neuster Streich und ist ein lupenreiner Giallo der alten Schule. Es geht um Lisa (CLAUDIA GERINI), die tagsüber die knallharte Geschäftsfrau mimt und am Abend Entspannung in einem exklusiven Privatclub genießt. TULPA nennt sich das anrüchige Etablissement, wo gut zahlende Kunden anonymen Sex in exotischem Ambiente erleben können. Leider entwickeln sich die regelmäßigen Clubbesuche für die Karrierefrau schon bald zum Albtraum, denn ein irrer Mörder hat es auf jene Mitglieder abgesehen, mit denen die unwissende Lisa intim gewesen ist. Um das geheime Doppelleben zu wahren, beginnt sie eigene Recherchen anzustellen, schließlich soll auf der Arbeit niemand von ihrer extravaganten Freizeitgestaltung erfahren. Weit kommt sie mit der Detektivarbeit jedoch nicht, denn schon bald stehen sich Opfer und Killer Auge in Auge gegenüber.
 
Einen Giallo zu drehen ist kein Zauberwerk. Man nehme möglichst grausame Morde, umwebe sie mit einer rudimentären Handlung und garniere sie mit befremdlichen Farbspielereien und akustischen Raffinessen. Für Letztere zeichnet ZAMPAGLIONE logischerweise auch gleich mitverantwortlich. Der Regisseur hat es sich nicht nehmen lassen am Soundtrack mitzuschreiben und selbigen auch gleich einzuspielen. Kultband GOBLIN (a.a. Soundtrack zu DAWN OF THE DEAD, SUSPIRIA) hat die Inspiration geliefert. Die hat bei den bekanntesten Gialli der 70er für stimmungsvolle Akustik gesorgt und wird hauptsächlich mit dem schmuddeligen Schlitzer-Krimis in Verbindung gebracht. ZAMPAGLIONES Sound ist dem von GOBLIN nicht unähnlich. Die ätherischen Klänge besitzen Widererkennungswert, gehen ins Ohr und bringen das blutreiche Treiben auf den Punkt. Mit Blut wird selbstverständlich nicht gegeizt. Das Lebenselixier darf in TULPA reichlich fließen, denn wie in den bekanntesten Streifen dieser Art sind auch hier die Gewaltmomente das Salz in der Suppe. Dabei hat sich ZAMPAGLIONE in ihrer Machart eng an das grausame Gemetzel in den klassischen Gialli orientiert, denn einige der Morde sind in ihrer bizarren Ausführung schon als ziemlich obskur zu bezeichnen. Es werden Gesichter mit Stacheldraht verschandelt und Augen aus Höhlen gerissen. Das obligatorische Abstechen aus der Egosicht des Killers darf natürlich auch nicht fehlen. Übrigens hat der Filmemacher ein Urgestein des italienischen Horrorkinos gewinnen können. Autor DARDANO SACCHETTI war Ideenlieferant und hat zusammen mit dem ambitionierten Regisseur an der Geschichte zum Film gefeilt. Für den manchmal etwas zähen TULPA ein definitiver Zugewinn, hat doch SACCHETTI legendären Horrormeilensteinen wie DAS HAUS AN DER FRIEDHOFSMAUER (1981) und ÜBER DEM JENSEITS (1981) zum Erfolg verholfen indem er deren Drehbücher schrieb.
 
Trotz guter Voraussetzungen sollte der Fan jedoch die Erwartungen dämpfen, denn Macher FREDERICO ZAMPAGLIONE stiert zu sehr nach den Großen, vergisst dem Film aber eine individuelle Note zu verleihen, weil er zu oft kopiert und nacheifert. Zudem vermisst man Spannung und Atmosphäre, die sich vor allem in den wenigen Tagesszenen gänzlich verabschieden. Teilweise ist das Geschehen derart simpel und ereignisfrei gestrickt, dass nur der nächste Mord den teils behäbigen TULPA aus seiner Lethargie reißen kann. Immerhin hält der Fan mit TULPA einen der wohl erotischsten Vertreter seiner Art in den Händen. Heldin Lisa kann sich bei ihren Swinger-Spielchen nämlich nicht so recht zwischen den Geschlechtern entscheiden und treibt es stattdessen mit Frauen und Männern. Dabei beweist ZAMPAGLIONE einen souveränen Sinn für Ästhetik, denn die Erotikszenen schauen weder billig noch unbeholfen aus. Unterm Strich ist TULPA ein Neo-Giallo, der vermutlich nur dem Fan munden wird und der seinen Reiz hauptsächlich aus seinen grafischen Gewaltspielereien zieht. Die krude Mischung aus Gewalt und Sex besitzt mit Sicherheit einige Höhepunkte, wirkt aber vielerorts etwas arg aufgesetzt. Nichtsdestotrotz ist TULPA ohnehin für den Giallo-Fan Pflichtprogramm. Der wird ZAMPAGLIONES Verbeugung zu schätzen wissen, zumal der brutale Krimiflick bei Weitem besser ist, als das was DARIO ARGENTO in letzter Zeit semi-erfolgreich fabriziert hat.
 
 
 


 
 
 

TULPA – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein kruder Cocktail aus Sex und Gewalt – TULPA bringt den klassischen Giallo zurück in die Wohnzimmer und lässt bewanderte Horrorfans in Erinnerung schwelgen. Auch wenn Regisseur FREDERICO ZAMPAGLIONE ziemlich präzise bei den Großmeistern des Giallos stibitzt; die Klasse eines (jungen) ARGENTO erreicht er mit seinem TULPA nie. Der erotische Schlitzer-Krimi ist des Öfteren ganz schön hölzern, das Ende ist mit der schwachsinnigen Auflösung für den Fan solcher Filme als ziemlich enttäuschend zu betiteln und die teils übertriebene Gewalt wirkt manchmal enorm aufgesetzt. Trotzdem muss man ZAMPAGLIONE für die gelungene musikalische Untermalung loben, die sich nicht nur einmal an Stücke der bekannten Band GOBLIN orientiert. Schlecht ist TULPA auf keinen Fall, auch wenn der Film nur Fans des Subgenres zu empfehlen ist, denn Mainstream-Zuschauer werden an TULPA ganz klar nur wenig Gefallen finden.
 
 
 


 
 
 

TULPA – Zensur

 
 
 
Die bisher einzige, deutsche Fassung von TULPA ist ungeprüft und wurde demnach auch der FSK nicht für eine Prüfung vorgelegt. Die hätte den Streifen in ungeschnittener Form ohnehin nicht passieren lassen. Verwunderlich ist das nicht, denn in TULPA geht es übertrieben blutig zur Tat. Wer den Film in deutscher Sprache kaufen möchte, muss ins deutschsprachige Ausland düsen. Denn nur dort kann man den problemlos Giallo erwerben. Eine offizielle Fassung für den hiesigen Handel gibt es bis dato noch nicht, wer aber in einem der vielen Uncut-Onlineshops (u.a. Cyber-Pirates) angemeldet ist, kann sich das gute Stück auch dort bestellen.
 
 
 


 
 
 

TULPA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
tulpa blu-ray

(c) LFG

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Tulpa – I demoni del desiderio; Italien 2012

Genre: Horror, Thriller, Erotik

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Italienisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: nicht von der FSK geprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack auf 2000 Stück limitiert

Extras: Making of Tulpa (18:20 Min.), Bildergalerie (02:48 Min.), Deutscher Trailer (01:50 Min.), Originaltrailer (01:46 Min.), Trailershow: Cold Sweat (01:43 Min.), Help me I’m dead (01:19 Min.), Strippers vs. Werewolves (01:45 Min.), S-VHS (01:51 Min.), Yellow (01:56 Min.), kompletter Soundtrack auf CD, zusätzliche DVD mit dem Hauptfilm

Release-Termin: 15.02.2014

 
 
 
Man muss Rechteinhaber LFG an dieser Stelle einmal für die vorbildliche Veröffentlichung loben, denn es passiert nicht oft, dass kleine Labels “spezielle” Filme neueren Datums mit anständigen Synchronisationen und Untertiteln ausstatten. TULPA hat die selbstverständlich an Bord, denn hier wurde nicht nur der Hauptfilm deutsch untertitelt, sondern auch das Bonusmaterial, schließlich will der deutschsprachige Filmfan auch verstehen, was der Regisseur da auf der Mattscheibe zu berichten hat. TULPA kommt in einer limitierten Digipack-Auflage in den Onlinehandel. Da der Film ungeprüft erscheint, muss der Sammler den Umweg übers deutschsprachige Ausland in Kauf nehmen. Dort bekommt der auch was für sein Geld geboten. Neben dem Hauptfilm hat es noch ein Making-of auf die Blaustrahlscheibe geschafft. I-Tüpfelchen ist jedoch der Soundtrack zum Film, der neben der obligatorischen Film-DVD beiliegt. Wer Gialli liebt sollte zugreifen, denn das schöne Digi dürfte recht schnell vergriffen sein.
 
 

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TULPA – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Terror in der Oper (1988)
 
Blutige Seide (1964)
 
Die neunschwänzige Katze (1971)
 
Profondo rosso (1975)
 
 


Filmreview: “Almost Human” (2013)

almost-human-2013
 
 
 

ALMOST HUMAN

TERROR HAS COME HOME

Story

 
 
 
Mark (Josh Ethier) wird von Außerirdischen entführt. Als er nach zwei Jahren wieder auf der Erde „ausgesetzt“ wird, ist nichts mehr so wie es mal war. Er verspürt nicht nur einen permanenten Tötungsdrang; auch anatomisch scheint er nicht mehr ganz Mensch zu sein …
 
 
 


 
 
 

ALMOST HUMAN – Kritik

 
 
 
Ehrenverweise sind ja im Horrorfilm schon längst keine Seltenheit mehr. Viele der heutigen Nachwuchsregisseure verbeugen sich in ihren Streifen gern einmal vor jenen Filmen und Regisseuren, denen sie besondere Anerkennung zollen. Was aber meist als Hommage gerechtfertigt wird, entpuppt sich in letzter Zeit oftmals als hinterlistiger Ideenraub, denn neue und frische Geschichten sind vor allem im Horrorfilm Mangelware geworden. Da wird lieblos recycelt, als gäbe es kein Morgen mehr, weil es immer noch genügend Horrorfans gibt, die die ewig gleichen Mogelpackungen kaufen und sehen wollen.
 
JOE BEGOS ist neu im Filmgeschäft und macht das so ähnlich. Der ist aber immerhin wirklich Verfechter des Old School Horrors der 80er und hat eine besondere Schwäche für Slasher und die Science-Fiction-Meilensteine genannter Dekade. Mit seinem ALMOST HUMAN erfüllte er sich einen langjährigen Traum und drehte einen altmodischen Horrorfilm, in dem er die beiden Subgenres miteinander kombinieren konnte. Das Ziel war es, einen Streifen zu drehen, der anders sein sollte als die bisherigen Genre-Werke der letzten Jahre. Die waren ihm schlicht und einfach zu krank und unatmosphärisch und unterschieden sich hauptsächlich durch Gewaltpegel und Härtegrad. Drum reiste er zurück in seinen Heimatort, wo er in einer idyllischen Kleinstadt heranwuchs, wie sie häufig in Stephen King Roman beschrieben wird. Eine hervorragenden Voraussetzung, gerade wenn nur knappes Budget vorhanden ist.
 
Das Schaffen eines gewissen JOHN CARPENTER dürfte den Jungregisseur stark beeinflusst haben, denn in ALMOST HUMAN hagelt es Verweise und Zitate aus gleich mehreren Horrorfilmen des beliebten Altmeisters. Die nahezu identische Schriftart in den Einführungscredits lässt darauf schließen, dass Carpenters HALLOWEEN nachhaltig geprägt haben muss und eine immer wieder monoton eingespielte Synthesizer-Melodie lässt Erinnerungen an THE THING wach werden. Aber nicht nur Carpenter stand Pate. Der Klassiker DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN (1978) musste ebenfalls für eine Wiederverwurstung herhalten, denn BEGOS scheut nicht davor auch hier einige gut funktionierende Elemente des Science-Fiction-Klassikers loszulösen, um sie anschließend an richtiger Stelle in ALMOST HUMAN einfügen zu können. Schlecht macht der Neuling das nicht, denn auch wenn hier am laufendem Band kopiert und eingesetzt wird muss man BEGOS dafür loben, dass er seinen Wunsch nach mehr atmosphärischer Eigenständigkeit ziemlich selbstsicher umzusetzen versteht. ALMOST HUMAN besitzt einen ganz individuellen Look. Der Schocker ist ziemlich finster, dreckig und vor allem sehr gewalttätig, was Filmfans fürs Grobe hellhörig machen dürfte, geht’s doch im vorliegenden Alien-Entführungs-Slasher nicht gerade zimperlich vonstatten.
 
Wir sehen wie Mark (JOSH ETHIER) von einem blauen Licht erfasst wird und unter nicht erklärbaren Umstanden verschwindet. Zwei Jahre später wird er nackt in einem Waldgebiet von zwei Jägern entdeckt, die zugleich von der scheinbar hilflosen Menschengestalt in die ewigen Jagdgründe befördert werden. Der bis dato Vermisste verhält sich verändert und wird von einem unbändigen Hass- und Tötungstrieb vorangetrieben. Wer sich ihm in den Weg stellt wird ermordet und als Wirtskörper missbraucht, schließlich besitzt Mark neuerdings die Fähigkeit Eier oder Embryonen in menschliche Körper zu legen. Da wächst eine Art Saugrüssel aus seinem Mund, der sich fest an das Geschlechtsorgan seiner Ex-Freundin haftet, um darin ein manipulierendes Etwas verpflanzen zu können. Doch Best Buddy Seth (GRAHAM SKIPPER) ist schon auf dem Weg. Der vermutet nämlich schon seit dem damaligen Verschwinden des besten Freundes, dass hinter all dem etwas Großes stecken muss. Ganz unrecht hat er da natürlich nicht, denn bald wird klar, dass Mark von Außerirdischen entführt und an ihm herumexperimentiert wurde.
 
Eier und Embryonen in Wirtskörper legen? Richtig, auch das kommt bekannt vor und wurde stibitzt. Der österreichische Surrealist H.R.GIGER hat nämlich in der Vergangenheit mit dem berüchtigten Facehugger eine Kreatur mit ähnlichem Fortpflanzungsmechanismus entwickelt, die Horrorfans aus der legendären ALIEN Saga ein Begriff sein dürfte. In ALMOST HUMAN brechen aber nicht gemeingefährliche Kreaturen aus den Brustkörben der Opfer heraus. Vielmehr haben die eingeflössten Fremdkörper eine Art Wesensveränderung des Wirts zur Folge. Aus begatteten Leichen werden gefühllos-aggressive Marionetten, die unter fremdartigem Geschrei nach möglichen Körpern suchen und dabei unkontrolliert durch Wald und Flur flitzen. Ganz wie vom selbsternannten Slasher-Fan und Regisseur gewünscht, kommen bei den Streifzügen allerhand spitze Hiebwaffen zum Einsatz. Es werden Köpfe mit Beilen eingehakt, Kehlen mit Messern aufgeschlitzt und Menschen dank Schrottgewehr enthauptet. Die gewollte Slasher-Rezepur macht es möglich, dass allerhand fieses Gemetzel gezeigt werden kann, wobei Regisseur, Drehbuchautor und Produzent JOE BEGOS großen Wert auf Handgemachtes legt – schließlich gab es in den 80ern auch kein Blut aus dem Computer zu sehen. Leider ist es auch in ALMOST HUMAN mal wieder das Fall, dass das Budget viele gute Ideen zunichte gemacht hat, denn immer wieder fällt auf, dass BEGOS in seiner eifrigen Umsetzungseuphorie eingeschränkt war. In einer Szene sehen wir, wie aus einem enthaupteten Körper ein nicht näher identifizierbares Etwas krabbelt. Vermutlich wollte man hier THE THING-ähnliche Metamorphosen darstellen, realisierte aber bald, dass keine Kohle für extravaganten Schabernack zur Verfügung stand.
 
Trotz kleinem Kapital überrasch dennoch wie solide und kurzweilig ALMOST HUMAN geworden ist. Knapp 70 Minuten hetzt der Science-Fiction-Slasher von Set zu Set, vergisst zwar den Protagonisten eine vernünftige Charakterentwicklung einzuräumen, versorgt aber den Horrorfan mit allerhand harten Gewaltspitzen, die es zudem ganz schön in sich haben. Leerlauf gibt es nicht und mögliche Erklärungen spart sich JOE BEGOS für die Fortsetzung auf. Laut Aussage des Filmemachers soll die definitiv kommen. Mit mehr Geld und besserer Ausstattung steht spätestens dann ein ganz großer Genre-Hit ins Haus. Trotz kleiner Mankos ist ALMOST HUMAN aber auch schon jetzt ein blutiger, kleiner Stern am Horrorhimmel.
 
 


 
 
 

ALMOST HUMAN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Die weitaus brutalere und kompromisslosere Antwort auf Carpenters THE THING und Kaufmans DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN. ALMOST HUMAN ist eine Reminiszenz an den 80er Jahre Old School Horror mit ziemlich derben Gewaltexzessen und einigen recht gut platzierten Zitaten bekannter Kultwerke jener Dekade. Leider hat sich Regisseur JOE BEGOS etwas zu versteift auf die Spezialeffekte und den Blutgehalt konzentriert, so dass seine Figuren etwas arg kurz kommen und der Zuschauer etwas unbeholfen nach Antworten für die Geschehnissen sucht. Die sind leider nahezu kaum vorhanden, sollen aber in der Fortsetzung nachgeschoben werden. Laut Macher soll die auf jeden Fall kommen. Bis es jedoch soweit ist gibt es mit ALMOST HUMAN selbstsicher und schnörkellos abgehandelten Alien-Horror, der fast immer nach mehr ausschaut, als das Budget eigentlich hergegeben hat. Trotz Low-Budget-Status ein ansprechender Science-Fiction-Slasher für Fans von Alienfilmen. Gut gemacht, Herr BEGOS!
 
 
 


 
 
 

ALMOST HUMAN – Zensur

 
 
 
ALMOST HUMAN ist in Sachen Gewalt ganz schön kaltschnäuzig und deftig. Die deutsche FSK schien aber einen guten Tag gehabt zu haben und hat dem Streifen in ungeschnittener Form KEINE JUGENDFREIGABE attestiert. Die Kauffassung kommt demnach mit rotem 18er Flatschen und ist komplett.
 
 
 


 
 
 

ALMOST HUMAN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Almost-Human-Blu-ray

(c) MAD DIMENSION

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Almost Human; Weißrussland 2013

Genre: Science Fiction, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 79 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 27.06.2014

 
 
 

Almost Human [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ALMOST HUMAN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Absence (2013)
 
Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979)
 
Das Ding aus einer anderen Welt (1982)
 
The Thing (2011)
 


Filmreview: “Deadly Weekend” (2013)

Deadly Weekend 2013
 
 
 

DEADLY WEEKEND

Story

 
 
 
Zwei Pärchen wollen es sich bei Camping im Wald so richtig schön gemütlich machen. Leider geraten die vier an zwei gerissene Gören, die eine wahrhaftige Freude am Foltern besitzen …
 
 
 


 
 
 

DEADLY WEEKEND – Kritik

 
 
 
Was passiert eigentlich mit attraktiven Jungs und Mädels im Horrorfilm, die einige Tage entspannen und im Wald campen möchten? Richtig, sie geraten eigentlich fast immer an einen (maskierten) Irren, der ihnen unverfroren nach dem Leben trachtet. Der Slasher ist nach wie vor eines der beliebtesten Subgenres innerhalb des Phantastischen Films und erfreut sich, trotz ewig gleicher Rezeptur, immer noch enormer Beliebtheit. Für noch unerfahrene Filmemacher Grund genug mit einem derartigen Grusel-Mix im Horrorbereich Fuß zu fassen, schließlich hat der verpönte Slasher selbst aktuell erfolgreichen Schauspielern und Regisseuren zu großem Ruhm verholfen. JASON SUTTON versucht das jetzt auch. Der war an Hollywood-Hits wie COWBOYS & ALIENS (2011), HANGOVER 3 (2013) und der TRUE BLOOD-Erfolgsserie mitbeteiligt und möchte jetzt gern eigene Weg gehen. Für sein erstes, eigenes Projekt mit dem Titel ZELLWOOD schrieb er sogar das Drehbuch und übernahm die Regie. Damit ihm beim Umsetzen niemandem reinreden konnte, scheute er keine Kosten und finanzierte seinen ersten Spielfilm selbst. So konnte er seiner Kreativität freien Lauf lassen und all die euphorischen Ideen in die Tat umsetzen, die ihm da so durch den Kopf gegeistert sind. Leider ist sein DEADLY WEEKEND (so der Titel für den amerikanischen Videomarkt) nichts weiter als ein unbeholfener Versuch auf der kassenträchtigen Torturwelle mitzuschwimmen. SUTTON wirft nämlich Slasher- und Folterzutaten lieblos in einen Topf und hofft auf reißenden Absatz. Leider hat er da nicht mit dem verwöhnten Geschmack wählerischer Horrorfans gerechnet, die schon lange nicht mehr alles auf gut Glück goutieren, was man ihnen vor die Nase setzt.
 
DEADLY WEEKEND handelt von zwei Pärchen, die dem Hinweis des Onlinereiseführers Bo (KEVIN J. O’NEILL) folgen und in ein abgelegenes Waldgebiet düsen, um dort vier Tage beim Campen abschalten zu können. Natürlich gibt es Streit und der Wochenendtrip endet im Terror. Man gerät an den Reiseführer Bo höchstpersönlich, der zusammen mit seinen zwei kleinen Gören einem ganz speziellen Hobby frönt und mit unbändiger Leidenschaft dem abgebrühten Foltern ahnungsloser Touristen nachgeht. Die sind natürlich nicht gerade helle, punkten aber mit Waschbrettbäuchen und viel Holz vor der Hütte.
 
DEADLY WEEKEND hat eigentlich all das, was ein Slasher mitbringen sollte. Hier schwingen sexy Mädels und coole Typen Po und Hüften zu taffen Rhythmen und ultracoolen Beats. Die Handlung ist auf das Nötigste beschränkt und Blut gibt es auch zuhauf zu sehen. Leider hapert es trotz Sexyness und Gore mal wieder gehörig beim Schauspiel, denn die Anwesenden bewegen sich derart steif und unbeholfen durch die rudimentäre Handlung, dass man meinen könnte hier all die talentlosen Pappnasen zu sehen, die auf Krampf versuchen vom Porno ins Filmbusiness zu wechseln. Leider nimmt sich das Treiben trotz offensichtlicher Defizite viel zu Ernst, so dass sich das miese Agieren der Jungdarsteller zur peinlichen Farce entwickelt. Texte wurden scheinbar auswendig gelernt und teils emotionslos, teils vollkommen übertrieben in die Kamera gestottert. Das will so gar nicht Laune machen und lässt Horrorfans leider nur fremdschämend vor der Glotze zurück. Immerhin stimmt die Technik. Die Bilder sind auf Hochglanz poliert und zeugen von solidem Können. Verwunderlich ist das natürlich nicht, hat doch Regie-Newcomer JASON SUTTON von den ganz Großen aus Hollywood lernen können. Gott sei Dank konnte er auch dort in Erfahrung bringen, wie man inszenatorische Defizite im Horrorfilm ganz geschickt verschleiern kann. Die Antwort ist im obligatorischen Blut- und Gewalthagel zu suchen, der bereits so manch schlechten Genrefilm über Wasser halten konnte.
 
Gewalt verkauft sich gut – ganz diesem Credo wechselt DEADLY WEEKEND die Fronten und aus einem anfangs bescheiden umgesetzten Slasher wird knüppelharter Tortur Porn. Es werden Heimwerkerutensilien zweckentfremdet und Kunstblut spritzt reichlich in die Gesichter der Opfer. Ein Heckentrimmer wird in Bäuche getrieben, Nägel in Gliedmaßen geschlagen und Gedärm aus Leibern gerissen. Man muss schon sagen, dass die hier bebilderten Gewalteskapaden schon recht ekelhaft anzuschauen sind, zumal SUTTON wirklich gut darin ist, rotes Gekröse realistisch aussehen zu lassen. Leider machen aber die Gewaltspitzen (die übrigens von Heranwachsenden genüsslich zelebriert werden) keinen guten Horrorfilm aus DEADLY WEEKEND, dazu ist dieses Debüt einfach zu ereignislos, überraschungsarm und ideenlos umgesetzt. Darum merke: DEADLY WEEKEND ist trotz netter Optik, böser Gewalt und heißen Bräuten ein Rohrkrepierer wie er im Buche steht.
 
 
 


 
 
 

DEADLY WEEKEND – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Geile Weiber, hartes Gefoltere und markerschütterndes Geschrei: DEADLY WEEKEND ist ein ganz schön einfältiges Filmchen, das mit Laiendarstellern und netter Hochglanzoptik versucht, dem Kunden Geld zu entlocken. Wir können nur warnen, denn dieser Slasher-Folter-Flick raubt dem Zuschauer mit unbeholfenen Akteuren und unwichtigen Dialogfetzen den letzten Nerv. Selten hat man einen Horrorfilm gesehen, in dem selbst nicht einmal die Opfer Ahnung haben, wie man sich richtig durch einen Slasher schreit. Bei Schauspielerinnen, die zuvor “Karriere” im Playboy gemacht haben ist das aber auch kein Wunder. Deshalb Hände weg von diesem unterirdischen Bockmist.
 
 
 


 
 
 

DEADLY WEEKEND – Zensur

 
 
 
Die Folterszenen in DEADLY WEEKEND sind schon sehr explizit. Da wird mit einem Heckentrimmer im Bauch eines der Opfer umhergewühlt. Zudem werden hier allerhand Haushaltswerkzeuge zweckentfremdet. Der Tortur-Part ist nicht lang; das Gezeigte dürfte aber ausreichen, dass es DEADLY WEEKEND hierzulande ungeschnitten schwer haben wird, zumal die Gewalt von Minderjährigen ausgeht.
 
 
 


 
 
 

DEADLY WEEKEND – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Slasher in the Woods (2013)
 
Trail of Blood (2011)
 
Hostel (2005)
 
Hostel 2 (2007)
 


Filmreview: “Zombie Night” (2013)

zombie-night-2013
 
 
 

ZOMBIE NIGHT

Story

 
 
 
Die Toten krabbeln aus unerklärlichen Gründen aus ihren Gräbern und suchen eine friedliche amerikanische Kleinstadt heim. Zwei Familien geraten in Gefahr und versuchen sich vor den gierigen Geschöpfen in Sicherheit zu bringen …
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE NIGHT – Kritik

 
 
 
Man muss ZOMBIE NIGHT nicht zwingend gesehen haben, um feststellen zu müssen, dass dieser Heuler eigentlich vollkommen überflüssig ist. Grund hierfür ist nicht etwa die Tatsache, dass das Treiben mal wieder der ASYLUM Unreaktivschmiede entspringt. Diesmal ist es schlicht und einfach die tröge Zombieproblematik, die mittlerweile einfach Überhand genommen hat und wirklich so rein gar keinen Spaß mehr machen will. Dabei sind es die immer wieder gleichen Geschichten und die sich ständig wiederholenden Verhaltensmuster der Helden, die schlicht und einfach dafür sorgen, dass Zombiefilme kaum noch zu fesseln wissen. Für ASYLUM Verhältnisse geht der aktuelle Horrorausflug zumindest technisch vollkommen in Ordnung. Wir sehen wirklich hervorragende Make-up-Effekte, die ungewöhnlicherweise richtig gut gemacht wurden und sich selbstverständlich in ihrer Machart am Heiligen Horrorgral: THE WALKING DEAD orientieren. Die Kreaturen unterscheiden sich anhand ihres Verwesungsstatus voneinander und schlendern, wie einst im legendären DAWN OF THE DEAD gemütlich und hungrig durch die Kulisse, was in Anbetracht vieler hektisch geschnittener Zombiegurken von heute durchaus charmant gemeint ist, aber irgendwie nicht mehr so recht in unsere Zeit passen will. Da müssen sich schon mal Protagonisten offensichtlich konstruiert auf den Boden werfen oder Ewigkeiten an einem Grabstein verweilen, um von den Untoten gepackt zu werden. Die sind nämlich in ihrer Bewegung oft derart eingeschränkt, dass es nicht selten unfreiwillig komisch wirkt, wenn ihnen dann doch einmal ein Opfer zwischen die Finger gerät. Opfer gibt es in ZOMBIE NIGHT so einige, die statt von, lieber in die Arme der Fleischfresser flitzen. Hier verhält sich das Kanonenfutter mal wieder so unglaublich hirnverbrannt, dass man meinen könnte, keiner von denen hätte in seinem bisherigen Leben je einen Zombiefilm gesehen. Gebissene Angehörige werden lieber bis zur Verwandlung in den Armen gehalten; kehren sie dann als Zombies ins Leben zurück hapert es mal wieder mit treffsicheren Kopfschüssen. ZOMBIE NIGHT ist trotz gutem Splatterzeugs eine Schlafpille vor dem Herrn. Das Drehbuch ist von der Stange und so vorhersehbar, wie eine Portion Kartoffelpüree aus der Tüte. Spannung will da natürlich nicht entstehen, so dass der Zuschauer von einem Zombieüberfall zum nächsten getrieben wird, damit er auch etwas Mord und Totschlag für sein Geld zu sehen bekommt.
 
Es hat halt nicht sein sollen. Auch nach ihrem unerklärlichen Überraschungserfolg SHARKNADO hat die Müllerverwertungs-Werkstatt THE ASYLUM nichts (Neues) dazu gelernt. Hier wird Filmschrott am Fließband produziert, den irgendwie immer niemand gesehen haben will. Trotzdem scheint der Abfall genügend Käufer zu finden, so dass immer mehr davon produziert wird. Kopiert wird bei THE ASYLUM fleißig und das schon seit Anfang an. Hier hat man es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, billige Duplikate kommender Kinohits in die Wohnzimmer zu bringen. Dabei werkelt ASYLUM derart hinterhältig, dass nicht selten Verwirrung entsteht und der Kunde gar nicht mehr weiß, was Original und Fälschung ist. Woher Inspiration für den minderwertigen ZOMBIE NIGHT gekommen ist, dürfte Horrorfans klar sein. Nachdem WORLD WAR Z im letzten Jahr Kinokassen klingeln lassen hat und THE WALKING DEAD immer noch Traumquoten im TV erzielt, verwundert es vermutlich niemanden, wenn THE ASYLUM auch kräftig mitmischt, um ein wenig Taschengeld zu verdienen. Leider ist ASYLUMS neuster Rohrkrepierer ein ebensolcher Unsinn, wie all die anderen Streifen des Trash-Studios. Denn sieht man von den ordentlichen Gewaltszenen ab (übrigens alles handmade), gehört ZOMBIE NIGHT zu den wohl erbärmlichsten Videoproduktionen, die man in letzter Zeit auf der Mattscheibe hatte. Das Drehbuch ist Murks, die rudimentäre Handlung zu keiner Zeit nachvollziehbar und trotz bierernster Inszenierung ist ZOMBIE NIGHT stets unfreiwillig komisch. Da weiß man irgendwie nie so richtig, ob dieser Quatsch denn nun ernster Horrorfilm oder selbstironische Parodie sein soll.
 
Immerhin wird auch dieser Film seine Fans finden, was vor allem daran liegen mag, dass ein kleiner Horrorstar auf dem Regiestuhl Platz genommen hat. Hier versagt nämlich JOHN GULAGER auf ganzer Linie. Der hat zuvor den Edel-Trash PIRANHA 3DD (2012) gedreht und schon Erfahrung in Sachen Splatter sammeln können, schließlich geht die FEAST Trilogie auf seine Kappe. Der TV-Film ZOMBIE NIGHT ist eine einzige Enttäuschung. Da kann man nur hoffen, dass GULAGER bald zu eigentlicher Größe zurückfinden wird.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE NIGHT – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Nicht schon wieder ein Zombiefilm: ZOMBIE NIGHT ist eine Verbeugung vor den klassischen Zombiestreifen des GEORGE A. ROMERO. Leider erreicht dieser unausgegorene THE ASYLUM-Schnellschuss nicht einmal ansatzweise die Qualitäten der besagten Meisterwerke des Zombie-Urvaters. ZOMBIE NIGHT hat wirklich gute und erstaunlich blutige Effekte zu bieten. Aber was nützen die besten Splatter-Exzesse, wenn der eigentliche Film zu Tode langweilt. Wer eine unterhaltsame Freizeitbeschäftigung sucht, sollte lieber Gras beim Wachsen zusehen, denn das ist bei Weitem spannender als dieser Ladenhüter.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE NIGHT – Zensur

 
 
 
Wie es sich für einen ordentlichen Zombiefilm gehört, geht es auch in ZOMBIE NIGHT nicht handzahm zugange. Wir gehen von einer KJ-Freigabe aus, ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE NIGHT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dawn of the Dead (1978)
 
Night of the Living Dead (1968)
 
Day of the Dead (1985)
 
Dawn of the Dead – Reamake (2004)
 
Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies (1979)
 


Filmreview: “Scorned” (2013)

Scorned-2013-Mark Jones
 
 
 

SCORNED

Story

 
 
 
Die Rache einer Frau kann so grausam sein. Genau jene Erfahrung muss Kevin (Billy Zane) machen, dessen Freundin Sadie (AnnaLynne McCord) erfährt, dass er es ab und an mal mit deren bester Freundin Jennifer (Viva Bianca) treibt. Die Betrogene findet das alles aber gar nicht witzig und plant grausige Rache …
 
 
 


 
 
 

SCORNED – Kritik

 
 
 
Unterschätze nie die Rache einer Frau, denn sie wird mit Sicherheit grausam sein. Im Rape’n Revenge-Genre gehört diese Erkenntnis mittlerweile zum obligatorischen Standard, denn seit Regisseur INGMAR BERGMAN mit seiner JUNGFRAUENQUELLE (1960) die Jagd auf skrupellose Frauenschänder vor bereits mehr als 50 Jahren eingeläutet hat, mussten mittlerweile viele jener Sadisten in dutzenden Streifen dieser Art auf oftmals nicht gerade zimperliche Weise ihr Leben lassen. Ob LAST HOUSE ON THE LEFT (1972), EXTREMITIES (1986) oder dem umstrittenen I SPIT ON YOUR GRAVE 2 (2013); der Rape’n Revenge-Film bietet trotz seiner zweifelhaften Darstellung von Gewalt und der nicht minder kontroversen Ausübung von Selbstjustiz Jahrzehnte nach Entstehung immer noch genügend Zündstoff, damit besorgte Sittenwächtern und eifrige Zensurbehörden auf die Barrikaden klettern können. Dem Horrorfan kann’s egal sein, denn auch wenn es derart Werke in Deutschland nicht gerade einfach haben, gibt’s die meisten dieser Gewaltpornos ohnehin im Ausland ungeschnitten zu kaufen. Die Bezeichnung Rape’n Revenge ist für den vorliegenden Rachefilm mit ANNALYNNE MCCORD etwas unglimpflich gewählt, bekommen wir hier zwar kein Rape dafür aber umso mehr Revenge vor die Linse. Die MCCORD spielt hier mal wieder eine ziemlich abgefahrene Hauptrolle und dürfte dem Zuschauer mit ihrer außergewöhnlichen Performance als abnormale Tagträumerin Pauline im Horrordrama EXCISION (2012) in Erinnerung geblieben sein. Dort hat sie sich eine reichlich verhaltensauffällige Rolle ergattern können, mit der sie auf einschlägigen Festivals viel Lob ernten konnte. Die Schauspielerin scheint eine Leidenschaft für verwirrte Filmhelden zu hegen, denn in ihrem neuen Schaffen gibt sie sich nicht minder sonderbar. Für ihren aktuellen Streifen mit dem Titel SCORNED (übersetzt: verachtet) legt sie kurzerhand die schmuddelige College-Kluft ab und wirft sich in sexy Dessous, um ihrem Kevin (BILLY ZANE) zu gefallen.
 
Mit ihm will sie ein romantisches Wochenende verbringen, damit sie dem Liebsten mit der freudigen Kunde über kommenden Nachwuchs überraschen kann. Doch ganz so erfreut ist Kevin über die Botschaft seiner Freundin Sadie (ANNALYNNE MCCORD) nicht gerade, findet er sich doch wenig später festgekettet auf dem eigenen Bett wieder und muss allerhand boshafter Folterspielchen über sich ergehen lassen. Das Warum ist schnell erklärt, denn Freund Kevin ist ein ganz schön triebgesteuerter Lüstling, der es hinterrücks auch gerne mal mit Sadies bester Freundin (VIVA BIANCA) im gemeinsamen Schlafgemach treibt. Die wird natürlich unwissenderweise auch zur erheiternden Foltersause eingeladen, um wenig später ebenso gefesselt die Wut der Betrogenen zu spüren. Da werden Erinnerungen an Stephen Kings MISERY (1990) wach, jenem Lieblingsfilm den Sadie zuvor dutzende Male gesehen hat. Sie schnappt sich ein Stück Holz, legt es zwischen die Füße des Geliebten und trommelt mit einem Ambosshammer dagegen. Dem Kevin tut’s weh, Freundin Jennifer flennt und Folterexpertin Sadie bereitet die neue Freizeitgestaltung sichtlich Vergnügen.
 
Foltern einmal anders und zwar herrlich schräg und wunderbar zynisch. ANNALYNNE MCCORD weiß mal wieder, wie man eigentlich trivialen Video-Stuff raffiniert abnormal aufzuwerten versteht. Die zeigt in SCORNED einmal mehr, dass sie eine richtig gute Schauspielerin ist und ihr vor allem die etwas kranken Rollen liegen. Sie spielt die verschrobene Sadie mit derart souveräner Glaubwürdigkeit, dass man meinen könnte, die MCCORDS sei auch im wahren Leben nicht ganz richtig im Kopf. Hinter dem erheiternden Rache-Thriller steckt MARK JONES, der im Horror-Genre kein Unbekannter ist. Vor Ewigkeiten hat der nämlich für den legendäre LEPRECHAUN auf dem Regiestuhl gesessen und den nicht minder unterhaltsamen RUMPELSTILTSKIN (1995) in die Videotheken gebracht. Nach kleinen Erfolgen in den 90ern ist es danach erstaunlich ruhig um den Filmemacher geworden, was sich aber im Falle von SCORNED auch nicht ändern dürfte. In SCORNED steckt der Wurm. Zwar ist MCCORDS Darbietung der psychopathischen Sadie ein großer Pluspunkt; das eher mittelmäßige Drehbuch lässt aber kaum Spannung aufkommen. Sadie findet eine ganz eigenwillige Methode der Genugtuung und beginnt Partner und Freundin für deren Vergehen zu bestrafen. Anfangs sind es subtile Demütigungen; später kommen Schraubstock und Strömschläge zum Einsatz. Leider hört sich die grobe Zurschaustellung gemeiner Abartigkeiten deftiger an, als sie es eigentlich sind, denn ein neuer ultra-derber Tortur-Reißer ist SCORNED nämlich nicht.
 
Wir sehen einen ziemlich desinteressierten BILLY ZANE, der vermutlich einzig der Kohle wegen, die Rolle des potenten Kevin angenommen hat, um seine Vita um ein weiteres B-Movie zu ergänzen. Immerhin winselt sich VIVA BIANCA als gerissene Freundin Jennifer durchaus glaubhaft durch den Film und fordert immer mal wieder zum Duell zwischen den beiden Frauen, damit die kleine Geschichte auch etwas Dynamik erhält. Übrigens hat hier SADIE KATZ (was für ein Zufall, dass die Heldin des Films gleichen Namen trägt) mit am Drehbuch gepinselt. Die blonde Schönheit war zuletzt im ziemlich schläfrigen Zickenkrieg HOUSE OF BAD zu sehen und meistert ihre erste Arbeit als Co-Autorin ganz solide. So gibt es am Ende sogar einige haarsträubende Wendungen zu sehen, die dem Rache-Streifen einen fast schon komödiantischen Einschlag verleihen. Für knapp zwei Millionen Dollar kann man nicht meckern. SCORNED ist wahrlich kein Meisterwerk und der furchtbare Amateur-Soundtrack lässt nicht gerade Filmkunst erwarten. Dank ANNALYNNE MCCORD mausert sich der eigentlich austauschbare und vollkommen unbedeutende SCORNED zum schwarzhumorigen Rachespaß, der dem Horrorfan ab und an sogar ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern dürfte.
 
 
 


 
 
 

SCORNED – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Achtung, eine Frau sieht rot! SCORNED ist ein erheiterndes und rabenschwarzes Rachefilmchen mit reichlich gemeinen Wendungen und der vermutlich durchgeknalltesten Psychopathin der Filmgeschichte. Wir haben reichlich geschmunzelt, obwohl SCORNED im eigentlichen Sinne gar keine Horrorkomödie ist und vermutlich auch gar nicht zum Lachen animieren möchte. Schuld an allem ist mal wieder ANNALYNNE MCCORD, die nach ihrer Glanzleistung in EXCISION erneut eine äußerst spezielle Rolle gefunden hat, in der sich so richtig aufblühen kann. Die foltert sich erfrischend zynisch durch den Film und hat während der Ausführung ihrer eigenwilligen Erziehungsmethoden stets einen trockenen Spruch auf den Lippen. So gilt hier: Wer die Folterkomödie JULIA X mochte, wird SCORNED lieben.
 
 
 


 
 
 

SCORNED – Zensur

 
 
 
Einige Foltersachen in SCORNED haben es in sich. Da werden Zähne gezogen, mit Strom gefoltert und Füße mit einem Hammer gebrochen. Ganz so rabiat geht es aber nicht zur Sache, so dass SCORNED in Deutschland die KJ-Einstufung in ungeschnittener Form erhalten wird.
 
 
 


 
 
 

SCORNED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Eine Frau sieht rot (1976)
 
Die Frau mit der 45er Magnum (1981)
 


Filmreview: “Cabin Fever 3: Patient Zero” (2013)

cabin fever 3 - patient zero 2013
 
 
 

CABIN FEVER 3: PATIENT ZERO

Story

 
 
 
Das Prequel CABIN EVER 3: PATIENT ZERO erzählt die Vorgeschichte von Teil eins und führt den Zuschauer auf eine scheinbar unbewohnte Insel, auf der einige Wissenschaftler mit einem aggressiven Virus experimentieren. Vier gutgelaunte Kids, die eigentlich auf dem Eiland einen Junggesellenabschied feiern möchten, ahnen davon nichts und kommen mit der tödlichen Bedrohung in Kontakt – mit fatalen Folgen …
 
 
 


 
 
 

CABIN FEVER 3: PATIENT ZERO – Kritik

 
 
 
Als sich das Zombie-Genre im Jahre 2002 noch einmal neu ausrichtete, schien niemand je geahnt zu haben, welche Folgen das für den Horrorfilm haben würde. Nach Streifen wie 28 DAYS LATER (2002) oder dem DAWN OF THE DEAD-Remake (2004) gewann vor allem das realitätsnahe Szenario an Wichtigkeit. Untote stiegen nun nicht mehr nur aus unerfindlichen Gründen aus ihren Gräbern; in Folge von Pandemien, die durch höchst ansteckende Killerviren verursacht wurden, verwandelten sich scheinbar friedliebende Bürger zu rasenden Bestien, die entgegen der bekannten Zombie-Regeln ab und an sogar von ihrem Leiden geheilt werden konnten. Und gerade weil derart Schreckensszenarien weitaus furchterregender waren, als so manch dusseliger und durch Gassen schlendender Zombie, kam ELI ROTH 2002 auf den Trichter, doch auf den Epidemie-Zug aufzuspringen und sein eigenes Virusfilmchen mit dem viel versprechenden Titel CABIN FEVER zu drehen. Der selbstironische und recht düstere Low-Budget-Indie kam bei Fans überraschend gut an und heimste auf zig Festivals diverse Preise ein. Was folgte dürfte bekannt sein: ROTH drehte drei Jahre später HOSTEL und sicherte sich einen festen Platz in der Horror Hall of Fame.
 
Dass derart erfolgreiches Filmfranchise natürlich fortgesetzt werden musste, lag auf der Hand. Dem damals noch unbekannten TI WEST (THE INNKEEPERS) wurde die schwierige Aufgabe zuteil, die Geschichte um den fleischfressenden Virus fortzuführen. Da es zwischen ihm und den Produzenten Streitigkeiten über die bevorzugte Schnittfassung gab, distanzierte sich der Regisseur nach Veröffentlichung von CABIN FEVER 2: SPRING FEVER (2009) ganz von seinem Projekt. Unbegründet war der Rückzug nicht. Das Sequel wurde von Fans und Presse gnadenlos zerrissen und glänzte vornehmlich durch pubertären Fäkalhumor und spannungsfreiem Goregewitter, das selbst in seinen blutigsten Momenten nur selten Sinn ergab. Immerhin schien es soviel Geld in die Kassen geschwemmt zu haben, dass wenig später sogar über eine weitere Fortsetzung nachgedacht wurde.
 
Die kommt nun fast ein Jahrzehnt nach dem gelungenen Erstling in die internationalen Heimkinos. Die frohe Kunde vom weiteren Ableger dürfte nach dem miserablen Vorgänger nicht bei jedem Fan euphorische Freudentänze verursacht haben. Verständlich; dennoch waren wir überrascht, dass Regisseur KAARE ANDREWS aus den Fehlern des zweiten Teils gelernt und die Filmserie wieder auf den korrekten Pfad geführt hat. CABIN EVER 3: PATIENT ZERO ignoriert die bisherigen Geschehnisse der Reihe und erzählt stattdessen die Vorgeschichte von ROTHS Virusschocker aus dem Jahre 2002. Die Ereignisse beginnen auf einer Insel, wo ein größenwahnsinniger Wissenschaftler (CURRIE GRAHAM) in einem unterirdischen Labor mit einem höchst gefährlichen Virus hantiert, dessen Kontakt binnen weniger Stunden die Zersetzung des menschlichen Körpers zur Folge hat. Patient Zero (SEAN ASTIN) scheint bei den Experimenten eine Schlüsselfunktion einzunehmen. Der trägt den Virus zwar in sich, ist aber immun gegen dessen Symptome. Währenddessen stechen vier Großstadtkids mit einer gecharterten Jacht in See, um den Junggesellenabschied von Marcus (MITCH RYAN) zu feiern. Gut, dass einer der Freunde von einer unbewohnten Insel gehört hat, die irgendwo da draußen im Meer schlummern soll. Der Horrorfan ahnt natürlich, dass es sich bei genau jenem unberührten Stück Natur um jenes Eiland handelt, auf dem das geheimnisvolle Labor errichtet wurde. Dort hat sich der Virus mittlerweile einen Weg nach draußen bahnen können und gleich mal für ein Massenfischsterben an der Küste gesorgt. Selbstverständlich wissen die neunmalklugen Kids nichts davon und gehen erstmal genüsslich tauchen. Als sie wieder an Land kommen, plagt sie ein schrecklicher Ausschlag, der wenig später zum Tod führen wird.
 
Es scheint wie ein Neuanfang, den Regisseur KAARE ANDREWS mit seinem zweiten Aufguss einleiten möchte, um von der minderwertigen Qualität des Vorgängers abzulenken. Er hat es geschafft das Niveau zurück in die Serie zu holen und kurzerhand den humoristischen Unterton aus dem Franchise gestrichen. CABIN EVER 3: PATIENT ZERO nimmt Abstand von platten Albernheiten, geschmacklosen Splatter-Extravaganzen und hyperaktiven Teens in Schuluniformen. Der aktuelle Virus-Ausflug ist erheblich düsterer als die beiden bisherigen Ableger der Reihe, was dem Film selbstverständlich zugute kommt. Während wir es in der ersten Hälfte mit typischen Teenie-Gequassel unter schwül-stechender Sonne zu tun haben, geht es ab Filmmitte erstaunlich rabiat zur Sache. Der Virus fordert seine ersten Opfer und zeigt das talentierte Können kreativer SFX-Künstler. Da werden Arme aus Leibern gerissen und literweise Blut erbrochen. Die Zersetzungsstadien wurden herrlich widerwärtig und detailfreudig in Szene gesetzt, so dass der Filmfreund selbstverständlich das zu sehen bekommt, was er von einem Film wie CABIN FEVER erwartet. Hier zeigt sich auch, dass für Teil drei erheblich mehr Budget zu Verfügung gestanden haben muss. Technisch gibt es nämlich nix zu auszusetzen, was sich vor allem auch an der Spannungsschraube bemerkbar macht. Die findet in der zweiten Filmhälfte überraschenderweise an Bedeutung und sorgt für dezenten Thrill und schaurige Atmosphäre. Leider hapert es mal wieder an den stereotypen Protagonisten, die wieder Horrorfilm-typisch austauschbar und unüberlegt durch die Szenarie hetzen. Die sind sich später bewusst, dass sie es mit einem seltenen Virus zu tun haben, plumpsen aber unvorsichtig über zerfressene Körper, obwohl man sich zuvor geschworen hat nix auf dieser Insel anzufassen. Zudem hinterfragt man nicht selten die Absichten manch eifriger Filmschaffender, die weibliche Wissenschaftler in High-Heels am Arbeitsplatz umherstolzieren und ohne Schutzanzug an höchst infektiösen Probanten herumschnippeln lassen. Alles in allem ist CABIN EVER 3: PATIENT ZERO trotz Mängelliste ein erstaunlich solides und spannendes Prequel geworden, das die Geschichte um den Killervirus konsequent weiterspinnt. Wer einen starken Magen hat und den katastrophalen Vorgänger aus dem Gedächtnis streicht, dürfte gut unterhalten werden und wieder Gefallen am CABIN FEVER-Franchise finden.
 
 
 


 
 
 

CABIN FEVER 3: PATIENT ZERO – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wer hätte je daran gedacht, dass die CABIN FEVER-Reihe eine Kehrtwende einschlagen wird. Nach dem versemmelten zweiten Teil findet die Serie wieder zu eigentlicher Größe zurück. CABIN EVER 3: PATIENT ZERO ist absolut humorlos und überraschend spannend geworden. Leider sind aber die nervenden Kids geblieben, die jedoch ohnehin durch den aggressiven Virus ihr Leben lassen müssen. Die Krankheitssymptome erhalten hier noch einmal eine Steigerung, denn der Ekelfaktor ist in CABIN FEVER 3 erneut ziemlich hoch angesetzt. Da zeigt sich wieder, wie wichtig erfahrene SFX-Spezialisten für einen Horrorfilm sind, denn im Falle von CABIN FEVER 3 haben die mal wieder ganze Arbeit geleistet. Wer es blutig und düster mag, ist hier genau richtig – laut offenem Ende wird bald ein weiterer Teil folgen. Hoffentlich auf ähnlichem Niveau.
 
 
 


 
 
 

CABIN FEVER 3: PATIENT ZERO – Zensur

 
 
 
CABIN FEVER 3: PATIENT ZERO ist schon recht eklig. Die Stadien der Zersetzung wurden mit viel Liebe zum Detail realisiert. Bei der hiesigen FSK war der Ekelspass eine FSK 18 wert. Teil drei hat den KJ-Flatschen bekommen und ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

CABIN FEVER 3: PATIENT ZERO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Cabin Fever: Patient Zero; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: keine

Bild: 2,35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK 18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: nur Trailer in Deutsch und Englisch, Trailershow

 
 
 

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CABIN FEVER 3: PATIENT ZERO – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cabin Fever (2002)
 
Cabin Fever 2: Spring Fever (2009)


Filmreview: “Antisocial” (2013)

Antisocial_2013
 
 
 

ANTISOCIAL – ALLES ANDERE ALS EIN NORMALER VIRUS

Story

 
 
 
Für einige Studenten endet der Neujahrsrutsch im Fiasko. Ein Virus bricht aus und verwandelt Menschen in gewalttätige Tötungsmaschinen. Um sich nicht anzustecken und Konfrontationen mit den wilden Horden zu vermeiden, verbarrikadiert man sich im Haus eines der Freunde. Doch selbst hier kann sich die Clique nicht in Sicherheit wähnen, denn der Virus scheint einen anderen Weg gefunden zu haben, sich der Körper seiner Opfer zu bemächtigen …
 
 
 


 
 
 

ANTISOCIAL – Kritik

 
 
 
Seit Mitte der 90er Jahre hat sich das Internet zum Standard für die Verbreitung von Informationen jeder Art entwickelt. Das World Wide Web gilt als eine der größten Veränderungen des Informationswesens seit der Erfindung des Buchdrucks und hat seither enormen Einfluss auf das tägliche Leben genommen. Ob Kontakte knüpfen, Einkaufen gehen oder Bankgeschäfte erledigen; das Internet ist in unserer schnelllebigen Zeit unentbehrlich geworden und wird von immer mehr Menschen weltweit auf ganz unterschiedliche Weise genutzt. Wie abhängig sich die Menschheit mittlerweile von jener sich rasant entwickelten Technologie gemacht hat, zeigt CODY CALAHAN mit seinem Erstling ANTISOCIAL. Hier sind es die sozialen Netzwerke, die gleich mal auf recht bissige Weise ihr Fett abbekommen. Ganz unbegründet ist die schroffe Gesellschaftskritik natürlich nicht, scheint es doch für immer mehr User zum Lebensinhalt geworden zu sein, sich in Social Community-Plattformen wie Facebook, MySpace oder Google+ mitzuteilen oder selbst zu inszenieren.
 
Gleiches erlebt auch Sam (MICHELLE MYLETT), die quasi am letzten Tag des Jahres per Social Redroom (eine Art fiktives Facebook) vom Ende ihrer Beziehung erfährt und daraufhin die Community-App von ihrem Handy löscht. Sie macht sich zu ein paar Freunden, um mit ihnen gemeinsam das neue Jahr zu begrüßen. Leider entwickelt sich die Silvestersause zum Albtraum, denn die Menschen auf den Straßen scheinen von etwas höchst Aggressivem infiziert zu sein, das sich in Windeseile von Körper zu Körper frisst und friedliebende Zeitgenossen in bösartige Wilde verwandelt. Schnell erkennen die Freunde, dass es sich hier um einen Virus handeln muss, der durch Hautkontakt und durch Blut von bereits Infizierten übertragen wird. Doch Sam ist anderer Meinung. Sie findet heraus, dass die Krankheit eine andere Ursache besitzt bei der das Internet eine mehr als tragende Rolle spielt.
 
Not another Zombie Movie. ANTISOCIAL schwimmt selbstverständlich im lukrativen Fahrwasser der beliebten Zombieheuler, denn solange THE WALKING DEAD im TV alle Rekorde bricht, werden auch weitere Streifen dieser Art produziert werden. ANTISOCIAL ist aber immerhin einer der besseren Beiträge dieses Subgenres, wobei CALAHAN mit seinem Debüt ebenso wie einst auch Zombie-Urvater GEORGE A. ROMERO (NIGHT OF THE LIVING DEAD) versucht, den Zuschauer mit reichlich Holzhammertaktik wachzurütteln. Social Network heißt die Seuche, die sprichwörtlich User in “asoziale” Kreaturen verwandelt, die jene Internetseiten für das Kommunizieren aufsuchen. Denn ganz wie im echten Leben haben sich derlei Kommunikationskanäle zu einer regelrechten Plage entwickelt. Menschen sprechen ausschließlich virtuell miteinander; Unterhaltungen werden wenn nur noch per Facebook oder Skype getätigt. Das ist bei weitem einfacher zu bewerkstelligen und bequemer, als sich außerhalb des Netzlebens auf einen Kaffee zu treffen. Zudem schwindet in der Anonymität des Internets zunehmend der Respekt vorm Gesprächspartner. Hier verwandeln sich selbst scheue, graue Mäuschen in tapfere Krieger, die natürlich keine Skrupel davor haben, selbst per Chat oder Email die Beziehung mit der/dem Liebsten zu beenden. Da tut es letztendlich auch mal Not, wenn in der Masse an Plattformen aussortiert wird und sich die Mitglieder in mordgierige Marionetten verwandeln, die sich gegenseitig ausradieren.
 
Ähnliche Thematik griff 2008 übrigens BRUCE MCDONALD auf. In seinem klaustrophobischen Weltuntergangsszenario PONTYPOOL wurde ein Zombievirus auf ebenso ungewöhnliche Weise übertragen. Hier infizierte sich die Bevölkerung auf dem Wege der Sprache. Das Hören bestimmter Wörter hatte im Film eine Erkrankung zur Folge, die aus Menschen aggressive Furien werden ließ, was gut und gerne auch als Anspielung auf die zunehmende Degeneration der heutigen Sprache gewertet werden kann. Auch in ANTISOCIAL spielt Kommunikation eine wesentliche Rolle. CALAHAN fasst mit seinem recht ungewöhnlichen Film den neuen Trend der sozialen Netzwerke auf und kritisiert ihn auf kontroverse Weise. Herausgekommen ist ein recht bizarrer Zombiestreifen, der trotz aller berechtigter Kritik aber immer noch genug Horrorfilm bleibt, um den Fan des Genres zu unterhalten. Wie es im Zombiefilm üblich ist, wird auch hier nicht auf grobes Gemetzel verzichtet. Die Protagonisten infizieren sich der Reihe nach mit einem versehentlich freigesetzten Internetvirus und beginnen sich im Verlauf der Handlung zu töten. Da darf schon einmal eine gut geschärfte Axt nicht fehlen, mit der die Heldin am Ende ein kleines Gemetzel anrichten darf. Ansonsten ist man aber in ANTISOCIAL vordergründig damit beschäftigt, der Ursache der Epidemie auf die Schliche zu kommen. Die kommt aus dem Rechner, sorgt vorerst für Halluzinationen und lässt Nasen- wie Ohrenbluten folgen. Danach verwandelt sich der Infizierte zur Killermaschine, die es aufzuhalten gilt. Unterm Strich ist das Erstwerk des Kanadiers CODY CALAHAN kein dummes Filmchen, insofern man sich mit der Tatsache anfreunden kann, dass hier der Zombievirus auf eher unkonventionelle Weise unter die Leute kommt. ANTISOCIAL ist ein erstaunlich guter Film geworden, der handwerklich solide umgesetzt wurde und dabei trotz Indie-Status eine richtige gute Figur macht. Auch wenn die Wege der Heilung schon etwas sehr haarsträubend beschrieben werden, sollte man sich ANTISOCIAL nicht entgehen lassen, denn sehenswert ist dieser kanadische Genre-Beitrag allemal.
 
 
 


 
 
 

ANTISOCIAL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
ANTISOCIAL darf mit Sicherheit als einer der diskussionswürdigsten und blutigsten kanadischen Horrorfilme gewertet werden. Der kontroverse Weckruf gegen die Sucht nach Selbstinszenierung in den sozialen Netzwerken und den Einfluss auf unsere Kommunikation durch das Internet macht einmal mehr als deutlich, welchen Stellenwert die Datenautobahn in der heutigen Zeit genießt. Ohne das World Wide Web geht schon lange nix mehr, was im Falle von ANTISOCIAL ein (zwar absurdes aber dennoch) mehr als erschreckendes Ende findet. Regisseur CODY CALAHAN schafft es, selbstsicher einen blutigen Zombiestreifen mit aktuellem Zeitgeschehen zu kombinieren. Insofern man sich nicht an der etwas ungewöhnlichen Thematik stört, dürfte sein Filmdebüt mit Sicherheit neugierig auf das machen, was der Regisseur in Zukunft aus dem Ärmel schütteln wird. ANTISOCIAL bringt endlich frischen Wind ins leicht angestaubte Zombiegenre – wer hätte das ausgerechnet von so einem kleinen Indie erwartet?
 
 
 


 
 
 

ANTISOCIAL – Zensur

 
 
 
ANTISOCIAL wird gegen Ende recht blutig. Da werden auch mal Köpfe angebohrt und Gliedmaßen abgehackt. ANTISOCIAL wurde von der FSK ungeschnitten freigegeben. Der Film hat den roten KEINE JUGENDFREIGABE-Flatschen erhalten.
 
 
 


 
 
 

ANTISOCIAL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Antisocial Blu-ray

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Antisocial; Kanada 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 21.02.2014

 
 
 

Antisocial [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ANTISOCIAL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Pontypool (2008)
 
The Last Days on Mars (2013)
 
Open Graves (2013)
 
Terror Z – Der Tag danach (2013)
 


Filmreview: “The Human Race” (2013)

the human race 2013
 
 
 

THE HUMAN RACE –

THE “RACE OR DIE” TOURNAMENT

Story

 
 
 
Achtzig nichtsahnende Menschen finden sich gemeinsam auf einem seltsamen Parkours wieder und sollen um ihr Überleben laufen. Niemand weiß, wie er hierher gekommen ist. Eine Stimme aus dem Off erklärt den Anwesenden die Spielregeln. So stirbt ein jeder, der gegen selbige verstößt und nicht zu laufen beginnt. Ziel ist das menschliche Rennen zu meistern, doch es kann nur einer gewinnen …
 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Kritik

 
 
 
THE HUMAN RACE lief bereits auf dem 2013er FANTASY FILMFEST und mauserte sich dort nicht unbegründet zum Geheimtipp. Es scheint mal wieder an der Zeit, in der ein frisches und erfolgreiches Filmfranchise unzählige Plagiate nach sich ziehen muss. Diesmal hat es die TRIBUTE VON PANEM-Reihe erwischt: Glattpolierte Romanverfilmungen der Bücher von Schriftstellerin SUZANNE COLLINS, die aktuell Millionenumsätze an den Kinokassen und auf dem Heimkinomarkt erzielen. Aufgrund der beachtlichen Popularität jener Serie war es nur eine Frage der Zeit, bis ähnliche Streifen in den Handel und in die weltweiten Lichtspielhäuser kommen sollten. PAUL HOUGH ist einer dieser Filmschaffenden, der sich durch den Erfolg der PANEM-Thematik sichtlich inspirieren lies und einen Film drehte, der der populären Romantrilogie nicht unähnlich ist. Wie in DIE TRIBUTE VON PANEM (OT: THE HUNGER GAMES) werden in seinem ersten Langfilm Menschen aller sozialer Schichten in eine befremdliche Szenerie transferiert, in der sie sich gegenseitig ausradieren müssen, um zu überleben. Damit das fragwürdige Treiben stets brisant und kurzweilig bleibt, befinden sich unter den Mitstreitern natürlich auch einige Bösewichte, die unberechenbar und rücksichtslos zur Tat schreiten, schließlich sind auch im wahren Leben nun mal nicht alle Menschen friedlich gesinnt.
 
Wir sehen zwei ehemalige Kriegsveteranen, zwei Taubstumme, eine Schwangere, zwei elternlose Kinder, eine gerissene Karrierefrau, einen Rentner und diverse Kleinkriminelle, die sich nach einem hellen Lichtblitz in einer Art Arena wiederfinden, in der sich keiner der Teilnehmer daran erinnern kann, wie er eigentlich hierhergekommen ist. Eine Stimme aus dem Off erklärt den Anwesenden die Spielregeln: So darf nicht auf das Gras getreten oder die Wegmarkierungen umgangen werden. Des Weiteren sollte jeder der Mitspieler in Bewegung bleiben, denn wer zweimal überrundet wird oder zuwider den Spielregeln handelt muss eines grausamen Todes sterben. Der wird SCANNERS-like mittels computeranimierter Kopfexplosion zelebriert und dürfte vor allem das Interesse der Splatter-Fraktion auf den Plan rufen, denn blutig sind die Tötungen in THE HUMAN RACE allemal. Damit es nicht zu eintönig wird und weil eben nur einer der zig gesichtlosen Spieler gewinnen kann, wird natürlich reichlich beim Ausradieren nachgeholfen. Ein Counter hält die noch Lebenden stets auf den aktuellen Teilnehmerstand, was zusätzlich dafür sorgt, dass der Überlebenstrieb jedes Einzelnen verstärkt wird. So verwandeln sich scheinbar gewissenhafte Zeitgenossen zu skrupellosen Handlangern der Hölle, die für das eigene Überleben über Leichen gehen.
 
Auch wenn es bei THE HUMAN RACE mal wieder reichlich Lebenssaft zu sehen gibt und die Protagonisten möglichst graphisch über die Klinge springen müssen, damit Liebhaber des Groben unterhalten werden, sind Parallelen zum aktuellen Zeitgeschehen nicht von der Hand zu weisen. Das menschliche Rennen in HUMAN RACE kann gut und gerne auch als bitterböse sozialkritische Endzeitparabel gesehen werden, in welcher der egoistischen und selbstsüchtigen Gesellschaft von Heute der Spiegel vorgehalten wird. Wie es nun mal in der Realität der Fall ist, erliegen auch in HOUGHS Erstling die Schwächeren und (körperlich) Benachteiligten den vordiktieren Regeln der makabren Spiel-Initiatoren als erstes. In THE HUMAN RACE zählt das Gesetz des Stärkeren; den Glauben an Moral und Menschlichkeit verdrängt man da zugunsten des eigenen Überlebenswillens schon mal im Eifer des Gefechts. Ähnlich Kontroverses gab es übrigens bereits Jahre vor THE HUMAN RACE und COLLINS Erfolgstrilogie im Kino zu sehen. Mit BATTLE ROYALE drehte der Japaner KINJI FUKASAKU 2000 eines der diskussionswürdigsten Horror-Dramen des 21. Jahrhunderts und löste dabei sogar eine weltweite Debatte über Gewalt in Filmen aus. Die war nicht ganz unbegründet, mussten sich doch in seinem Kultwerk ausgewählte Mittelschüler in einem staatlich sanktionierten Todesspiel gegenseitig auf arg krude Weise töten.
 
Rabiat geht es natürlich auch in THE HUMAN RACE zu. Hier lauert der Tod an jeder Ecke. Sei es durch das Nichteinhalten von Spielregeln oder durch die Hand der übrigen Teilnehmer; je näher sich der Wettlauf dem Ende nähert, umso roter färbt sich das Spielgeschehen. Die Splatter-Momente sind nicht ohne und dürften für die deutsche Fassung erheblich Federn lassen. Natürlich hat so ein kleiner Indie wie THE HUMAN RACE auch so seine Schwächen. Nach einem simplen aber sehr hübsch animierten Intro, in dem die Kamera wie in einem Parkours von Namen zu Namen hetzt, ernüchtert der teils billige Videolook des Streifens. Hier macht sich das beschränkte Budget bemerkbar, das in HOUGHS Debüt mit drei Millionen US-Dollar für unabhängigen Horror zwar üppig ausgefallen ist, aber vermutlich nicht ausgereicht hat, um all die kreativen Visionen des Regisseurs in die Tat umzusetzen. So musste gespart werden wo es nur ging, was sich vor allem bei den wichtigsten Protagonisten bemerkbar macht. Die agieren teils derart hölzern und unerfahren, dass man meinen könnte, einen bescheidenen Amateurstreifen zu sehen. Auch wenn an der Charakterisierung der Protagonisten ziemlich oberflächlich und stereotyp geschustert wurde, sei dieses Manko in THE HUMAN RACE zu verschmerzen, werden die Teilnehmer ohnehin im Verlauf der Handlung kurz und schmerzlos ausradiert. Ungewöhnlicherweise trifft es die Sympathieträger als erstes, der gemeingefährliche Rest bleibt bis kurz vor Schluss am Leben. Auch wenn sich die rudimentäre Handlung einzig auf das Töten und Getötet werden konzentriert, so muss man doch sagen, dass Regisseur PAUL HOUGH einen verdammt kurzweiligen Thriller geschaffen hat, bei dem man am Ende das Gefühl nicht los wird, mehr davon sehen zu wollen. THE HUMAN RACE ist kurz, knackig und temporeich inszeniert. Das Rennen vergeht wie im Flug und das böse, offene Ende lässt auf eine Fortsetzung hoffen. Mit mehr Kapital und besseren Darstellern könnte die sogar ein Kracher werden.
 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Auf die Plätze, fertig, Tod. THE HUMAN RACE wurde nicht unbegründet zum Geheimtipp auf dem FANTASY FILMFEST 2013. Hier gibt es genug Splatter und Gewalt für all jene, denen DIE TRIBUTE VON PANEM zu jugendkonform gewesen ist. PAUL HOUGH hat mit seinem menschlichen Rennen einen soliden und recht rasanten Adrenalinkick gedreht, der trotz Schwächen in der Story und einigen untalentierten Darstellern stets unterhaltsam, kurzweilig und rasant bleibt. Für Fans von BATTLE ROYALE und DIE TRIBUTE VON PANEM definitiv Pflichtprogramm, denn THE HUMAN RACE ist ein bitterböses und verdammt blutiges Filmchen, das man unbedingt gesehen haben sollte. Von uns gibt es daher auch das Geheimtipp-Prädikat!
 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Zensur

 
 
 
Anfänglich schien es, als ob THE HUMAN RACE Probleme mit der FSK bekommen würde, schließlich ist das gerissene Vorgehen einiger Protagonisten schon ziemlich grausam anszusehen. Die morden gegen Ende nämlich krude, um den Wettlauf gewinnen zu können. Seltsamerweise konnte Rechteinhaber NEW KSM eine ungeschnittene Freigabe mit rotem Flatschen durch die FSK boxen. Die dürfte vermutlich einen guten Tag gehabt haben, denn anders lässt sich nicht erklären wie der Film nun doch ungeschnitten in den stationären Handel kommen darf.
 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The-human-race-bluray

(c) NEW KSM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Human Race, USA 2013

Genre: Action, Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min. (uncut)

FSK: FSK18 – KEINE JUGENDFREIGABE (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Audiokommentar, Deleted Scenes, Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: 19.05.2014

 
 
 

The Human Race – The "Race or Die" Tournament (Uncut-Edition) [Blu-ray] auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Tribute von Panem – The Hunger Games (2012)
 
Battle Royale (2000)
 
Die Insel der Verdammten (1982)


Filmreview: “Thanatomorphose” (2012)

Thanatomorphose-2012
 
 
 

THANATOMORPHOSE

Story

 
 
 
Das Wort THANATOMORPHOSE stammt aus dem Französischen und beschreibt die sichtbaren Zeichen der natürlichen Zersetzung eines Organismus, die durch den Tod verursacht werden. Ebensolche Symptome durchlebt eine namenlose Protagonistin (Kayden Rose), die scheinbar von innen heraus zu faulen beginnt …
 
 
 


 
 
 

THANATOMORPHOSE – Kritik

 
 
 
Igitt, was ist denn das? Bereits seit einer geraumen Ewigkeit geistert nun schon der Trailer zu THANATOMORPHOSE durchs Internet, der vor allem die Aufmerksamkeit jener Horrorfilmfans geweckt hat, die sonst schon jeden erdenklichen Horrormist gesehen haben. Aus Kanada kommt dieser Körperhorror, der mit ekelerregenden Bildern, einer Menge Splatter und vielen abnormalen Abscheulichkeiten zum Kauf animieren soll. Witzigerweise ist THANATOMORPHOSE kein Einzelfall. Bereits vor geraumer Zeit berichteten wir über CONTRACTED, der im Grunde genommen gleiche Geschichte mit mehr Budget und glatt polierter Hochglanzoptik erzählt hatte und von ERIC ENGLAND (MADISON COUNTY) inszeniert wurde. Der hat nach einer Flut von Anfragen empörter Zuschauer vehement zu erklären versucht, dass sein CONTRACTED keine ideenlose Kopie des kanadischen THANATOMORPHOSE von ÉRIC FALARDEAU ist, sondern eine ganz andere Geschichte erzählt. Indirekt hat er da sogar recht. Obwohl wir hier zwei thematisch ähnliche Filme vorliegen haben, gehen doch beide Werke gänzlich andere Wege. Während CONTRACTED eine Brechreiz verursachende Metamorphose einer jungen Frau schildert, die sich nach ungeschütztem Geschlechtverkehr mit etwas infiziert, das zu körperlichem Verfall führt, geht es da in THANATOMORPHOSE reichlich bizarrer, experimenteller und expressionistischer zur Sache. Hier rührt die Verwandlung durch keinen Infekt, sondern symbolisiert das kränkliche Seelenheil der namenlosen Protagonistin, deren Leben alles andere als rosarot verläuft.
 
THANATOMORPHOSE schildert den körperlichen wie seelischen Zerfall seiner Heldin. Die führt ein wahrlich trostloses Leben. Die Suche nach einem gescheiten Job erweist sich als ergebnislos und auch die Männer an ihrer Seite sehen in ihrer Anwesenheit nur Mittel zum Zweck, um sexuellen Druck abzubauen (in einer Traumszene werden die männlichen Protagonisten des Films sogar als primitive Höhlenmenschen dargestellt). Das macht sich auch in ihrem Leib bemerkbar. Dort herrscht schon lange Leere, dort haust seit geraumer Zeit der Tod. Die Hoffnung je Geborgenheit und Liebe zu finden, hat sie bereits längst aufgegeben, so dass sie ihr nahendes Schicksal mit erschreckender Selbstverständlichkeit herbeisehnt. Schon bald setzt die Verrottung ein. Die frisst sich von innen nach außen und hat körperliche Veränderungen zu Folge. Erst sind es blaue Flecke, die ihren Körper zieren. Später fallen Fingernägel ab und Zähne aus, die sie in Alkohol konserviert. Von der Außenwelt unbeachtet und elendig einsam verendet sie schließlich still und leise in den eigenen vier Wänden.
 
Gleich zu Beginn wird der Zuschauer mit verstörenden Zusammenschnitten konfrontiert. Ein laut pochender Score, verfremdete Farben und eine höchst aggressive Ton- und Geräuschkulisse ebnen den teilweise schon experimentellen und avantgardistischen Charakter dieses Ausnahmefilmchens, das seine Indie-Wurzeln nicht verbergen kann. ÉRIC FALARDEAU hat mit gerade einmal kostengünstigen 40000 Kanadischen Dollars gewirtschaftet und einen durchweg sonderbaren Amateurfilm gedreht, der deutsche Amateurwerke alt ausschauen lässt. Trotz technischer Mankos (schlechte Ausleuchtung, unbeholfene Unschärfen) erstaunt, wie gut doch THANATOMORPHOSE geworden ist. Eine ungemütliche Atmosphäre der Traurigkeit ist allgegenwärtig und die wirklich widerwärtigen Make-up-Effekte verfehlen ihre Wirkung nie. Die bilden den eigentlichen Kern in Falardeaus Debüt, denn ein wirkliches Drehbuch scheint es hier nicht zu geben. Unsere Protagonistin bewegt sich größtenteils nackt durch die trist und spärlich dekorierte Wohnung und entdeckt Veränderungen an sich; gesprochen wird kaum und wenn, dann nur in kurzen Satzfetzen, die sich auf das Nötigste reduzieren. Der Fokus liegt in THANATOMORPHOSE auf schroffe Bildsprache und unterschwellige Symbolhaftigkeit. Da klafft an der Decke des Schlafzimmers ein Loch, das anfänglich die Form eines weiblichen Geschlechtsorgans besitzt und im späteren Verlauf beginnt zu schimmeln. Ebenso skurril und unangenehm verläuft auch die innerliche Verwesung der nicht näher vorgestellten Protagonistin, die die Schönheit und den Willen zum Leben schon längst abgeschrieben hat und den erlösenden Tod herbeisehnt. In knapp 90 Minuten verwandelt sich die Leitragende vom Mensch zum Skelett, verliert Körperteile und hat ihren Stuhlgang schon bald nicht mehr unter Kontrolle. Für Zartbesaitete ist die hier dargestellte Verwandlung natürlich eine regelrechte Herausforderung, denn die Metamorphose in THANATOMORPHOSE ist schon ziemlich harter Tobak und erinnert vom Ekelfaktor und der rebellischen Machart her nicht selten an Buttgereits NEKROMANTIK Zweiteiler von 1987 bzw. 1991. Leider hat FALARDEAUS Erstling auch seine Schwächen, denn leider ist sein Body Horror viel zu lang geraten und hätte als Kurzfilm erheblich besser funktioniert. Dadurch, dass kaum gesprochen wird und sich die Ekelmomente ziemlich träge auf den Film verteilen, zieht sich THANATOMORPHOSE leider etwas arg. Hier hat Englands CONTRACTED eindeutig die Nase vorn, auch wenn es dort im direkten Vergleich bedeutend züchtiger vonstatten geht.
 
Der Körperhorror THANATOMORPHOSE ist eindeutig ein sehr spezielles Filmchen, das sich ebenso an ein ganz spezielles, nervenstarkes Publikum richtet. Mit viel Geschick und hohem technischem (Make-up)Verständnis hat ÉRIC FALARDEAU das Glanzstück vollbracht einen Amateurfilm zu drehen, der kaum noch erahnen lässt, dass hier eigentlich Laien im Filmemachen am Start gewesen sind. THANATOMORPHOS hat zwar viele unschöne Szenen zu bieten, ist aber nicht zwingend im Horrorgenre anzusiedeln. Aufgrund der zermürbenden Atmosphäre, der depressiven Ausgangslage und der tot-traurigen Botschaft des Films, hält der Filmfreund hier ein außergewöhnliches Drama in den Händen, das man nur lieben oder hassen kann. Wer das Außergewöhnliche sucht und auf kommerziellen Mainstream pfeift, ist hier genau richtig!
 
 
 


 
 
 

THANATOMORPHOSE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Der härteste Film des Jahres: THANATOMORPHOS ist ultraharter Body Horror, der eine hohe Ekelgrenze voraussetzt. Regie-Newcomer ERIC ENGLAND hat mit seinem Erstling einen Film geschaffen, der trotz deftigem Körper-Terror und vielen unappetitlichen Momenten immer noch versucht eine erschreckende und aktuelle Botschaft an den Mann zu bringen. THANATOMORPHOS ist ein deprimierendes aber auch sehr spezielles Horror-Drama über die verzweifelte Sehnsucht nach Liebe, Geborgenheit und Zugehörigkeit, das mit Sicherheit seine Fans finden wird. Aufgrund der teils experimentellen, eigensinnigen und sehr radikalen Inszenierung ist dieser Film nämlich nicht für jeden Filmfan geeignet.
 
 
 


 
 
 

THANATOMORPHOSE – Zensur

 
 
 
THANATOMORPHOSE wird ungeschnitten in Deutschland keine Freigabe erhalten. Nicht zwingend des Verwandlungsprozesses wegen. Vielmehr aufgrund zweier grafischer Morde, die ziemlich lang und brutal ausgefallen sind. Demnach dürfte es möglich sein, dass THANATOMORPHOSE vom hiesigen Rechteinhaber vorab gestrafft wird, um eine KJ-Einstufung zu erhalten.
 
 
 


 
 
 

THANATOMORPHOSE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Contracted (2013)
 
Nekromantik (1987)
 
Die Fliege (1986)
 
Thinner – Der Fluch (1996)
 
Lizard – Die totale Mutation (1990)
 


Filmreview: “Army of the Damned” (2013)

Army of the Damned 2013
 
 
 

ARMY OF THE DAMNED

Story

 
 
 
Ein dämonisch besessenes Haus verwandelt Besucher und Bewohner zu unberechenbaren Monstern, die nur eines kennen: Töten, Töten, Töten …
 
 
 


 
 
 

ARMY OF THE DAMNED – Kritik

 
 
 
Bei ARMY OF THE DAMNED gilt es mal wieder, das Hirn auszuschalten, schließlich haben wir Filmfutter vorliegen, das die niederen Instinkte des Zuschauers befriedigen soll. In diesem überflüssigen Billigwerk wird geballert und gesplattert was das SFX-Budget so hergab. Die knapp 90 Minuten Spielzeit wurden mit allerhand überzogenen Splatter-Orgien befüllt damit der Genrefan nicht merkt, dass inhaltlich wie dramaturgisch tote Hose vorherrscht. Konsoleros dürften sich vermutlich noch an die Anfangsjahre der beliebten RESIDENT EVIL Videospiel-Reihe erinnern. Dort untersuchte ein kampferprobtes Rettungsteam ein unheimliches Herrenhaus, indem man wenig später auf Horden von Zombies, Mutanten und Killerhunde stieß. So ähnlich, aber bedeutend seelenloser und unkreativer geht’s auch in ARMY OF THE DAMNED zu, nur mit dem Unterschied, dass gruselige Atmosphäre und schweißtreibende Spannung kurzum aus dem Drehbuch getilgt wurden, damit der Zuschauer nicht überfordert wird.
 
ARMY OF THE DAMNED erzählt von Polizisten, die nach merkwürdigem Notruf zu einem schmucken Eigenheim in einem amerikanischen Vorort gerufen werden. Mit im Schlepptau ist ein Kamerateam, das die Beamten für eine Reality-Show begleiten soll. Schnell stößt man auf übel zugerichtete Leichen und ein mundfaules Kind, dass im Film nix anderes zu tun hat, als im Rotkäppchen-Umhang sinnfrei durch die Kulisse zu flitzen. Das wird zügig eingefangen und in Sicherheit gebracht, besitzt aber keinen Puls oder Herzschlag. Darüber wundert sich aber erstmal niemand, schließlich muss im Haus noch ein Mörder gefunden werden, der die unschuldigen Bewohner gemeuchelt haben soll. Leider erschweren helle Lichterscheinungen und ein unerträglicher Lärm die Suche nach dem Übeltäter, denn das Haus scheint ein abstruses Eigenleben zu führen und Besitz von seinen uniformierten Besuchern zu ergreifen. Die verwandeln sich wenig später in dämonisch besessene Handlanger der Hölle und trachten den noch nicht Heimgesuchten nach den Leben.
 
Regisseur TOM DENUCCI ist noch recht neu auf dem Gebiet des Filmemachens und das merkt man auch. Vor geraumer Zeit hat er den unsäglich schlechten SELF STORAGE abgeliefert und damit vermutlich soviel Kohle scheffeln können, dass er einen weiteren unnötigen Horrorfilm drehen konnte. Um seinen schwachsinnigen Firlefanz bei Horrorfans interessant zu machen, konnte er für ARMY OF THE DAMNED sogar ein großes Ensemble an bekannten Gesichtern gewinnen. Wir sehen JOEY FATONE in einer Nebenrolle, der mit der Boyband NSYNC in den 90ern Karriere machte und auch Wrestler TOMMY DREAMER wird gleich zu Beginn schaufreudig und blutig dahingeschlitzt. Zudem war sich auch Genre-Ikone TONY TOOD (CANDYMAN) nicht zu schade zusammen mit MICHAEL BERRYMAN (HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN) auf minderbemittelte Dämonenjagd zu gehen, so dass der Splatter-Flick zumindest zwei halbwegs erfahrene Schauspieler vorzuweisen hat. Die waren auch bitter nötig, denn trotz der unzähligen Gastauftritte halbwegs bekannter Z-Prominenz Amerikas wird schnell mehr als deutlich, dass keiner von denen wirklich schauspielern kann. Es wird dumm herumgealbert und talentfrei in die Kamera gestottert. Dem Zuschauer werden lässige Sprüche geboten, die cool wirken sollen, aber nur beschämen. Hier wollte es DENUCCI Kultregisseur QUENTIN TARANTINO gleichmachen. Letzterer stattet seine Werke ja immer mal wieder mit intelligenten Wortspielereien aus. Die sucht man natürlich in ARMY OF DAMNED vergebens, denn der hirnlose NIGHT OF THE DEMONS trifft RESIDENT EVIL Abklatsch ist wohl das Erbärmlichste, was man 2013 auf der Mattscheibe hatte. Manche Filmschaffende bringen es eben einfach nicht, werkeln aber immer wieder an neuen Machwerken, die an Dümmlichkeit kaum zu überbieten sind. TOM DENUCCI ist einer von vielen Regie-Newcomern, die sich ihrer Talentlosigkeit einfach nicht bewusst zu sein scheinen und auf Biegen und Brechen Filme drehen, welche eigentlich niemand sehen möchte.
 
ARMY OF THE DAMNED ist wirr, doof und bietet keinerlei Eigenständigkeit. Zwar wird in den ersten Minuten so etwas wie interessanter Mystery geboten; der wird aber zugunsten eines unspektakulären Schlachtfestes ganz schnell beiseite geräumt, damit das Geschehen im Blut ersaufen kann. Auch wenn bei soviel selbstironischem Splatter-Eifer (man muss erwähnen, dass sich ARMY OF THE DAMNED nur selten ernst nimmt) einige Lacher nicht ausbleiben werden, dürfte die hiesige FSK bei derart grafischem Munitionsgewitter keinen Spaß verstehen. Kehlen werden aufgeschlitzt, Körperteile abgesäbelt und in Körper geballert. Dem hauseigenen Filmzensierer des Rechteninhabers wird das nicht gerade erfreuen, denn im Falle von ARMY OF THE DAMNED müssen mal wieder Überstunden geleistet werden.
 
 
 


 
 
 

ARMY OF THE DAMNED – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
NIGHT OF THE DEMONS meets RESIDENT EVIL. Auch wenn in ARMY OF DAMNED mal wieder ne Menge Körperteile unter tosendem Hardrock-Gedudel durch die Luft sausen und sich heiße Dämonengirls lasziv vor der Kamera räkeln, handelt es sich bei diesem Splatter-Ding um einen wirklich unbeholfenen und miserabel geschusterten Schmarrn, dem eindeutige neue Ideen, gute Darsteller, knisternde Spannung und grausige Atmosphäre fehlen. Weil man derartigen Bockmist zuletzt einfach zu oft auf dem Bildschirm hatte, macht ein so unwichtiges Schlachtfest die Kuh auch nicht mehr fett. Den nächsten Film, Bitte!
 
 
 


 
 
 

ARMY OF THE DAMNED – Zensur

 
 
 
ARMY OF THE DAMNED hat einige Splattermomente zu bieten. Zwar sind die nicht selten sehr ironisch, trotzdem könnte die FSK mit derart viel Gematsche so ihre Probleme besitzen. Demnach kann nicht ausgeschlossen werden, dass ARMY OF THE DAMNED nur gekürzt nach Deutschland kommen wird.
 
 
 


 
 
 

ARMY OF THE DAMNED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Night of the Demons (1988)
 
Night of the Demons 2 (1994)
 
Demon Night – One Night in Hell (1997)
 
Night of the Demons – Remake (2009)
 
Resident Evil (2002)
 
Evil Dead (1981)
 
Evil Dead (2013)
 


Filmreview: “Basket Case” (1982)

basket-case-1982
 
 
 

BASKET CASE – DER UNHEIMLICHE ZWILLING

Story

 
 
 
Duane (KEVIN VAN HENTENRYCK) mietet sich in einer der ekelhafteren Ecken New Yorks ein Hotelzimmer. Mit sich schleppt der junge Mann einen Korb, dessen scheinbar wenig menschlichen Bewohner er mit Hamburgern versorgt. Besagter Korbbewohner ist Duanes siamesischer Zwilling Belial, ein monströses Schrumpelwesen, zu dem der gesunde Bruder ein, nun ja, zwillingshaft enges Verhältnis pflegt. Die Brüder wurden im Kleinkindalter auf Geheiß des Vaters getrennt und Belial war eigentlich dem Tode geweiht. Jetzt sind sie gemeinsam in der Millionenstadt unterwegs und wollen die Ärzte, die dem Vater seinerzeit Folge leisteten, zur finalen Verantwortung ziehen.
 
 
 


 
 
 

BASKET CASE – Kritik

 
 
 
Ich möchte einmal mehr das Wort Zeitkapsel benutzen, was mein Seitenbetreiber hier so gerne hört, wenn’s um Filme aus einer Zeit geht, in der wir für abgenudelte VHS-Kassetten mittelgroße Anstrengungen unternehmen mussten. BASKET CASE ist ein Kultfilm dieser Generation Horrorvideo, nicht weniger. In dieser Zeitkapsel glänzt ein Film, in dem ein klauenbewehrter Kopffüßler wahlweise als Gummibiest oder als fanherzerweichend staubige Stop-Motion-Miniatur blutig für Ordnung sorgt sehr, sehr hell. Auch das New York, von einem Regisseur auf Material gebannt, der die schmierigen Zeiten der alten 42nd Street mit ihrem Dutzend gefährlich-versiffter Rotlicht-Kinos noch kannte und verehrte, ist heute nur noch Historie. Wo Belial Anfang der Achtziger noch wütete, begehen heute MICKEY MOUSE und seine höllischen Heerscharen größere Missetaten.
 
BASKET CASE deckt ein breites Spektrum Untergrund-Kino ab. Neben dem fiesen Unterhaltungswert eines Latexungetüms, das burgerfressend und Geister der Vergangenheit richtend in einem Weidenkorb transportiert wird wie ein pervertierter Moses durchs Babylon New York, bekommt man, wenn die Analyse denn derart ernst arbeiten möchte, sogar noch Sozialkritik: Der Vater der Zwillinge will keinen verkrüppelten Fortsatz an seinem gesunden Sohn und überlässt den Missgestalteten seinem Schicksal und dem Skalpell. Wie schon im Horrorklassiker FREAKS von TOD BROWNING, 1932 unter großen Skandalgejohle gedreht, wird der Zuschauer mühelos auf die Seite der äußerlich hässlichen, weil verunstaltet geborenen Protagonisten gezogen, da die gesunde, schöne und erfolgreiche Welt doch so viel kälter und in Endeffekt schlicht züchtigungswürdiger ist. Dazu funktioniert BASKET CASE tatsächlich auch noch als schwarze Komödie. Der Cocktail aus erwähnter Sozialkritik, rauem No-Budget-Splatter á la H.G. LEWIS goes Eighties und treffsicher geschmacklosem Humor war dem Kleinkinogänger vor dreißig Jahren aber nicht geheuer und die Beschaffer des Mörderetats von nicht ganz 40.000 Dolares mussten schließlich bis zur Explosion des Heimkinomarktes auf ihre Rendite warten. Die kam dann allerdings vielfach ins Haus zurück und verführte HENENLOTTER über die Jahre zum Auf-die-Beine-stellen zweier Fortsetzungen und mit ELMER einer leichten Variation des Themas.
 
Die Erkenntnis, dass der arbeitende Regisseur ein schlauerer Welcher ist, hätte auch dem deutschsprachigen Zuschauer spätestens mit dem Titelwortspiel kommen müssen. Aber Synchron-Germania lehrt leider traditionell nur unzureichendes Englisch und BASKET CASE wurde trotz seines kommerziellen Erfolges während der VHS-Ära nur zu einer – dazu auch noch oft zensiert erhältlichen – Videogewaltferkelei unter ferner liefen. Vor die amateurhafte Analyse amerikanischer Teekesselchen wollen wie heute aber einmal die filmischen und besonders filmhistorischen Leistungen des Mannes stellen. FRANK HENENLOTTER versteht sich selbst nicht als Horrorschaffender. Eher sieht er sich als Schüler der großen Exploitationregisseure der 60er und 70er Jahre. Windige Geschäftsmänner
 
wie HARRY NOVAK oder H.G. LEWIS’ Kollaborateur DAVID F. FRIEDMAN, die oftmals erst ein reißerisches Plakat mit ordentlich Möpsen und Metzel drauf anfertigten, um potentiellen Geldgebern den Finanzierungsplan aus den Rippen zu leiern. Selbstverständlich bevor denn ein Drehbuch bei der Hand war. Diesen Vätern des amerikanischen Grindhousefilms – deutsches Pendant wäre das Bahnhofskino – konnte HENENLOTTER im Dienste des VHS/DVD-Labels SOMETHING WEIRD VIDEO ab den frühen 1990ern sogar wieder Tantiemen zufließen lassen. Ja, durch die Homevideoveröffentlichungen dieser ruppigen Leinwandraketen begründete sich eine ganze Untergrundkultur um den Drive-In-Trash; inklusive aufwändiger Audiokommentare, teurer Memorabilia-Sammlungen, Festivals und Magazinen, die sich mit nichts anderem beschäftigen als etwa den Softsexabenteuern des nackichten Robin Hood.
 
Nach regelmäßigen Auftritten in Dokumentationen über die wilde Welt des Exploitationfilms, in denen er, jahrelang geschult, Rede und Antwort auch zu den abseitigeren Bereichen eines an sich schon schrägen Metiers stand, drehte HENENLOTTER mit HERSCHELL GORDON LEWIS – THE GODFATHER OF GORE (2010) und THAT’S SEXPLOITATION (2013) selbst zwei hervorragende Beiträge.
 
 
 


 
 
 

BASKET CASE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
BASKET CASE ist ein Kultfilm des modernen Horrorkinos. Eine Zeit, in der wöchentlich Premiere feiernder ach-so-sexy Splatter im Multiplex undenkbar war, brachte dann konsequenterweise Filme hervor, die sich wagten, ihre Zuseher zu ekeln, zu unterhalten, zum Lachen und von mir aus sogar zum Nachdenken zu bringen.
 
 
 


 
 
 

BASKET CASE – Zensur

 
 
 
BASKET CASE ist nach wie vor in Deutschland indiziert. Daher sollte man beim Kauf darauf achten, dass sich auf der Front kein dicker 18er Stempel befindet, denn die erhältliche KJ-Variante ist geschnitten. Wer den Film ungeschnitten sein Eigen nennen möchte, sollte daher immer darauf achten, dass die Rückseite ein SPIO/JK-Symbol ziert. Denn nur juristisch geprüfte Scheiben des Films sind komplett.
 
 
 


 
 
 

BASKET CASE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Basket Case; USA 1982

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0 Stereo, Englisch Dolby Digital 2.0 Stereo

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,37:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK 18 – SPIO/JK (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Einleitung von Frank Henenlotter (02:26 Min. – deutsche UT), Audiokommentar Regisseur Frank Henenlotter, Produzent Edgar Ievins, Trailer & TV-Spots (02:55 Min.), Spanischer Trailer (01:02 Min.), “In Search of the Hotel Broslin” (15:30 Min.), “Beverly Bonner’s Laugh Track” (07:20 Min.), Bildergalerie (12:31 Min.), Outtakes (06:13 Min.), Featurette: What’s in the Basket (78:35 Min. – deutsche UT, HD), Ein Blick hinter die SFX-Kulissen (06:34 Min. – deutsche UT, HD), Radio-Spots (01:49 Min.), Radiointerviews (08:55 Min.), Besonderheiten der deutschen Fassung (02:29 Min.), Weitere Trailer: Alien – Die Saat des Grauens kehrt zurück (03:20 Min.), Bloodnight (01:18 Min.), The Boogey Man (01:02 Min.), Puppet Master (01:38 Min.)

 
 
 
Es gibt immer wieder Indie-Labels, die mit ihren Veröffentlichungen aus der Masse herausstechen. Da werden kleine Nischenfilme oder beliebte Kultklassiker mit Liebe zum Detail neu veröffentlicht, erhalten eine Menge Bonusmaterial und sogar schicke Sammlerverpackungen. Anbieter CMV LASERVISION ist ein derartiger Fall. Hier ist nicht nur das Feedback der Kunden wichtig; mit der beliebten Retro- und Trashkollektion hat sich der Publisher unter Anhängern des Horrorgenres einen besonderen Ruf erkämpft. Seit geraumer Zeit hat CMV auch im HD-Bereich Fuß gefasst und bringt begehrte Kultklassiker auf Blaustrahl in den Handel. Das neuste Release ist die B-Movie-Perle BASKET CASE, der zum 15. Firmenjubiläum eine ganz besondere Veröffentlichung zuteil wurde. Die kommt, wie alle hauseigenen Blu-rays zuvor, im edlen Mediabook. Das besitzt zwar keinen Buchteil, macht aber im Sammlerregal eine wirklich gute Figur. Lobenswerterweise überlässt CMV LASERVISION dem Kunden die Qual der Wahl, denn die Jubiläumsedition des Kultklassikers erscheint in drei Ausführungen. So kann sich der Käufer zwischen einer Retro-Version im Super-Jewelcase (auf 199 Stück limitiert), sowie einer weißen und einer schwarzen Edition im Mediabook entscheiden, wobei die Bücher auf jeweils 500 Stück limitiert und durchnummeriert wurden. Natürlich sollte man bei der Technik keine Quantensprünge erwarten. Bereits im Vorwort wird von Autor und Regisseur FRANK HENENLOTTER erläutert, dass man für die HD-Fassung wieder zu den Ursprüngen zurückkehren wollte. BASKET CASE wurde auf 16mm gedreht und soll nun auch auf Blu-ray im ursprünglichen Glanz und Originalbildformat erstrahlen. Die für 16mm-Filmmaterial typisch grobe Körnung wurde belassen und auch sonst schaut BASKET CASE auf Blaustrahl so aus, wie er nun eben ausgesehen hatte, als er vor fast 30 Jahren veröffentlicht wurde. Auch wenn das Bild für heutige HD-Maßstäbe kaum der Rede wert ist, bietet der Transfer im direkten Vergleich zur hochwertigen LEGEND FILM DVD (im Digipak) aus dem Jahr 2002 eine erstaunliche Steigerung. Zwar füllt das Bild jetzt nicht mehr den ganzen Bildschirm aus, sondern besitzt links und rechts schwarze Balken; trotz miserablem Ausgangsmaterial lassen sich dennoch bedeutend mehr Details erkennen, als in allen bisher erhältlichen DVD-Auflagen, von denen es nicht wenige gab. Immerhin hat das körnige Bild auch seine Vorteile: es unterstreicht geradezu perfekt den schmuddeligen Charme des Films und lässt nostalgisches VHS-Feeling aufkommen. Kernstück der Veröffentlichungen ist aber das Bonusmaterial. Für einen derartigen Streifen ist das nahezu spektakulär umfangreich. Neben allen Extras der damaligen LEGEND-Auflage (in SD), hat CMV LASERVISION auch Bonus der erhältlichen SECOND SIGHT Blu-ray aus England lizensiert. So darf sich der Zuschauer auf die Dokumentation WHAT’S IN THE BASKET (in HD) freuen, die sogar Spielfilmlänge und selbstverständlich deutsche Untertitel besitzt. Zudem gefällt der Menüpunkt EIN BLICK HINTER DIE SFX-KULISSEN in dem der Zuschauer den Spezialeffekte-Künstler GABE BARTALOS beim Rundgang durch seine SFX-Firma ATLANTIC WEST EFFECTS (in HD) begleitet. Leider besitzt auch das durchweg gelungene Mediabook von CMV einen kleinen Wehmutstropfen. So hat nur das neue Zusatzmaterial eine Untertitelspur erhalten. Die bereits bekannten Extras der LEGEND-Scheibe sind auch auf dieser Veröffentlichung ohne Untertitel vorzufinden. Immerhin hat der Anbieter auch ein Feature selbst produziert. So wird in einem kleinen Bericht auf die Unterschiede in der deutschen VHS-Fassung eingegangen, die sich in der Titelsequenz vom Rest der Welt unterscheidet. Außerdem betreibt CMV mit vier weiteren HD-Klassikern etwas Eigenwerbung. Wer sich die Jubiläumsedition sichert, sahnt übrigens doppelt ab. Neben der tollen Blu-ray liegt jeder Veröffentlichung eine Extra-DVD mit einem Klassiker der beliebten CMV-Trashkollektion bei. In dem uns vorliegenden Produkt versteckte sich DIE LEICHENMÜHLE. Wer sich nur die HD-Perlen unter den Klassiker-Releases aussucht, kommt an BASKET CASE nicht vorbei. Die Veröffentlichung aus dem Hause CMV LASERVISION ist nicht nur optisch ein Hingucker; auch inhaltlich ist dieses Mediabook ein Traum und den Preis auf alle Fälle wert.
 
 
 

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BASKET CASE – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig (Filmkritik) / Marcel Demuth (BD-Vorstellung)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Basket Case 2 (1990)
 
Basket Case 3 – Die Brut (1991)
 
Die Unzertrennlichen (1988)
 
Seconds Apart (2011)


Filmreview: “Lesson of the Evil” (2012)

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LESSON OF THE EVIL

Story

 
 
 
Seiji Hasumi (HIDEAKI ITÔ) ist beliebter Lehrer an einer japanischen Oberschule. Er setzt sich für das Wohl der Schüler ein und versucht, das organisierte Schummeln bei Klassenarbeiten zu unterbinden. Leider hat selbst der beste Lehrer so seine Geheimnisse, denn in Wahrheit ist Hasumi ein gemeingefährlicher Irrer, der in seiner Kindheit etwas zu oft Brechts Dreigroschenoper gelauscht hat …
 
 
 


 
 
 

LESSON OF THE EVIL – Kritik

 
 
 
Jawohl, Kult-Regisseur TAKASHI MIIKE hat es wieder getan: Er hat einen Horrorfilm gedreht. Der Mann ist ja bekannt dafür, fleißig einen Streifen nach dem nächsten aus dem Ärmel zu schütteln und schaffte sogar, sich international einen Namen zu machen. Auf sein Konto gehen Werke wie THE CALL (2003), ICHI THE KILLER (2001) und 13 ASSASSINS (2010), wobei er sich mit seiner IMPRINT-Episode für die beliebte MASTERS OF HORROR-Reihe auch im amerikanischen TV-Programm behaupten konnte. Nun folgt splattriger Nachschub für die Anhänger der etwas deftigeren Unterhaltung, denn immerhin versteht es MIIKE trefflich, Kinoleinwände rot zu färben. Sein neuster Ausflug ins Genre ist allerdings kaum der Rede wert, schließlich passiert es selbst dem besten Filmemacher, dass er hin und wieder Grütze fabriziert. LESSON OF THE EVIL heißt der aktuelle Fehltritt und wird vermutlich allein der kontroversen Thematik wegen zu fragwürdigen Ruhm kommen. Speziell in Deutschland dürften sich da schon einige Hinterhofunternehmen gierige die Hände reiben, schließlich kann man Filme, die es ohnehin nicht durch die FSK schaffen, rentabel im deutschsprachigen Ausland verscherbeln. Der Horrorfan greift zu und löhnt ordentlich, selbst wenn sich dahinter oft nur ein laues Lüftchen verbirgt.
 
Wie das Plakat zum Film bereits verrät besitzt Seiji Hasumi (HIDEAKI ITÔ) zwei Gesichter. Tagsüber ist er der nette Englischlehrer an einer Oberschule und bei allen Schülern beliebt. Privat jedoch schlummert hinter der friedliebenden Fassade das abgrundtief Böse. Der smarte Dozent hat bereits ein paar Menschenleben auf dem Gewissen und natürlich viele Leichen im Keller. Als ein paar Schüler und Kollegen in der Vergangenheit Hasumis stöbern, stoßen sie immer wieder auf ungeklärte Selbstmorde. So auch an einer Schule, in der der smarte Schönling zuletzt tätig gewesen ist. Doch Neugier schützt vor Strafe nicht und Hasumi beginnt all diejenigen auszuradieren, die zu eifrig damit beschäftigt sind, sein kleines Geheimnis auffliegen zu lassen.
 
Vielleicht hätte MIIKE diesmal nicht selbst am Drehbuch Hand anlegen sollen, denn seine Filmadaption eines Romans des Autors YÛSUKE KISHI hat weder Hand noch Fuß. Langweilig geht es hier zu und mit seiner stolzen Laufzeit von knapp zwei Stunden ist LESSON OF THE EVIL einfach viel zu lang geraten. MIIKE hält sich mit zu vielen Nebensächlichkeiten auf. Wir erleben, wie unwichtige Schüler wirres Zeug quasseln. Von denen gibt es im Film zuhauf und wie es nun mal in asiatischen Filmen der Fall ist, schauen die auch irgendwie alle gleich aus, so dass man schnell den Überblick verliert. Zudem nimmt man HIDEAKI ITÔ die Rolle des geheimnisvollen Psychopathen zu keiner Zeit ab. Zwar ist mal wieder die vermasselte Kindheit an allem schuld und ITÔ ist sichtlich darum bemüht, wirklich böse in seiner Rolle zu sein; glaubhaft oder nachhaltig ist das aber nicht im Geringsten, so dass man nicht glauben möchte, dass MIIKE vor Jahren mit ICHI THE KILLER einen der besten, modernen Splatter-Schinken aus Fernost gedreht hat. Immerhin knistert es im Streifen gewaltig. Lehrer Hasumi ist nämlich äußerst begehrt bei den Mädchen. Der nutzt die Gunst der Stunde und beginnt mit einer Schülerin eine Affäre. Überhaupt scheint man in dieser Schule kaum moralische Bedenken zu besitzen. Das Kollegium treibt es gern einmal mit naiven Schutzbefohlenen, was für Psychopath Hasumi Grund genug ist, gleich einmal einen seiner Lehrer-Kollegen zu erpressen, der eine homosexuelle Beziehung zu einem seiner Schüler hegt. Leider ist das ganze Bindungs- und Intrigengeflecht derart zäh, antriebslos und oberflächlich geschustert, dass viele der Zuschauer vermutlich nicht den fulminanten Höhepunkt erleben werden, auf den LESSON OF THE EVIL eigentlich hinauslaufen soll. Denn erst nach knapp 90 Minuten befremdlich asiatischer Inszenierungskunst, packt Hasumi seine Pumpgun aus und donnert alles über den Jordan, was ihm zu unüberlegt vor die Flinte saust. Da fliegen die Körper nichts ahnender Kinder in bester BATTLE ROYALE Manier durch die Luft und werden im Kugelhagel mit ausreichend Blei durchsiebt. Makabererweise geht das aufgescheuchte Geschrei selten nahe, schließlich hat MIIKE gänzlich darauf verzichtet, den grünschnäbligen Kiddis eine gescheite Charakterentwicklung einzuräumen. So versinkt das Treiben belanglos und überraschungsarm im tiefroten Lebenselixier, damit zumindest die Splatter-Fraktion etwas Sauerei zu sehen bekommt.
 
 
 


 
 
 

LESSON OF THE EVIL – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Gehören die Glanzzeiten des TAKASHI MIIKE der Vergangenheit an oder sind ihm für LESSON OF THE EVIL einfach mal wieder die Ideen ausgegangen? Sein neuester Ausflug ins Splatter-Genre gehört zweifelsohne zu den schwächsten Produktionen seines bisherigen Schaffens. Hier donnert sich ein psychopathischer Lehrer unter lautem Munitionsverschleiß durch eine japanische Oberschule, was angesichts mangelnder Gesellschaftskritik und nicht vorhandener Identifikationsmöglichkeiten schon etwas sehr geschmacklos anmutet. Die kontroverse Thematik ist in LESSON OF THE EVIL einzig Mittel zum Zweck, damit der Gorehound belustigt wird. Leider nimmt sich das Teil bis zum grotesken Amoklauf einfach zuviel Zeit für Nebensächlichkeiten, so dass die Geduld blutgeiler Horrorfans arg auf die Probe gestellt wird. Ob die dann nach knapp 90 Minuten Langeweile überhaupt noch Lust auf ein spannungsfreies Schlachtfest haben, steht auf einem anderen Blatt.
 
 
 


 
 
 

LESSON OF THE EVIL – Zensur

 
 
 
Schon allein die Tatsache, dass in LESSON OF THE EVIL unschuldige Schüler grafisch vor der Kamera in den Filmhimmel transferiert werden wäre für die hiesige FSK Grund genug gewesen, MIIKES neustem Werk erst gar keine Freigabe zu erteilen. Am Ende läuft Lehrer Seiji Hasumi Amok und ballert alles über den Haufen, was bei drei nicht auf den Bäumen ist. Dass die FSK den Streifen dennoch ungeschnitten mit nur KEINE JUGENDFREIGABE durchgewunken hat, dürfte mal wieder auf die Willkür der Prüfer zurückzuführen sein. Andere, bei weitem harmlosere Streifen hätten wohl an dieser Stelle keine Freigabe erhalten.
 
 
 


 
 
 

LESSON OF THE EVIL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Rapid Eye Movies

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Aku no kyôten; Japan 2012

Genre: Thriller, Horror, Drama

Ton: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Japanisch (DTS-HD MA 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 129 Min.

FSK: FSK18 – Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover (ohne FSK-Flatschen)

Extras: Making of, Kinotrailer, Trailershow

Release-Termin: 13.06.2014

 
 
 

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LESSON OF THE EVIL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Amoklauf (1994)
 
Elephant (2003)
 
Rampage (2009)
 


Filmreview: “Raptor Ranch” (2013)

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RAPTOR RANCH

Story

 
 
 
Auf der RAPTOR RANCH gehen merkwürdige Dinge vor sich. Dort führt Dr. Cane (Jack Gould) ominöse Experimente durch. Er züchtet prähistorische Raptoren, die von Durchreisenden versehentlich aus ihren Käfigen befreit werden. Dass das kein gutes Ende nehmen wird, liegt auf der Hand …
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Kritik

 
 
 
Seit die Dinos aus JURASSIC PARK 3 im Jahr 2001 das letzte Mal die Lichtspielhäuser heimgesucht haben, ist der Hype um die gefräßigen Urzeitbewohner schneller abgeebbt, als erwartet. Zwar bekommt man die prähistorischen Monster ab und an im Bildungsfernsehen der Öffentlich Rechtlichen zu Gesicht, im Genre haben sie sich jedoch rar gemacht, was für die Regiedebütanten DAN BISHOP und MICHAEL BEBERASHVILI Grund genug gewesen sein dürfte, ihren RAPTOR RANCH auf die Filmfans loszulassen. Die versuchen mit ihrem Dino-Quatsch eine unterversorgte Lücke im Horrorfilm zu schließen und knüpfen nahtlos dort an, wo Streifen wie PTERODACTYL – URSCHREI DER GEWALT (2005) oder RAPTOR (2001) kläglich gescheitert sind: unterhaltsamer Dino-Murks. Trotz TRASH-Prädikat entstand diesmal nichts unter der Fuchtel der gefürchteten ASYLUM-Müllschmiede, die ja berüchtigt dafür ist, geistlosen Hirnshit in Gold zu verwandeln. Bei RAPTOR RANCH handelt es sich um eine kleine Independent-Produktion, die sich nur selten ernst nimmt und es tatsächlich schafft, ausreichend Spaß zu bereiten. Ein Teil dessen ist der arg überzogenen Situationskomik zu schulden. Die sorgt nicht selten dafür, dass man meinen könnte mit RAPTOR RANCH eine sinnentleerte Parodie auf die beliebte JURASSIC PARK-Reihe aus SPIELBERGS Dreamwork-Fabrik in den Händen zu halten. Der dürfte sich vermutlich durch derart abgefahrenen Klamauk ganz schön veräppelt fühlen, denn nach Gehalt sucht man in diesem selbstironischen Splatter-Quatsch vergebens.
 
Wie es in amerikanischen Filmen stets der Fall ist, geht natürlich Durchreisenden irgendwo mitten in der Einöde Texas entweder das Benzin aus oder das Gefährt kommt unter beißendem Motorqualm abrupt zum Erliegen. So auch einigen Protagonisten, die sich mit Panne und ohne Sprit zu einer Tankstelle retten können, an der es kurioserweise weder Hilfe noch Benzin gibt. Die gehört einem schleimigen Widerling, der nicht nur als Tankwart arbeitet, sondern auch ein Restaurant betreibt. In dem arbeitet Kellnerin Abbi Whitecloud (eine desinteressierte und gesichtslose JANA MASHONEE) die Schulden ihrer verstorbenen Mutter ab und bringt die Gestrandeten zu einer nahe liegenden Ranch, wo Dr. Cane (JACK GOULD) komische Experimente durchführt. Davon weiß aber der unwillkommene Besuch natürlich nichts und befreit unachtsamerweise einige Dinosaurier, die nun gierig lospirschen, um sich die knurrenden Mägen zu füllen.
 
Man nehme eine handvoll skurriler Gestalten, die so unwirklich agieren, dass man meinen könnte sie wären einem Comic entsprungen, werfe sie mit nicht mehr zeitgemäßen Monstereffekten in einen Topf und würze das Ganze mit reichlich Blut und allerhand dummen Sprüchen. Fertig ist RAPTOR RANCH, ein Film der keinen Hehl daraus macht, dass er eigentlich total bescheuert ist. Die Geschichte ist hier nur notdürftiges Flickwerk und die bescheidenen Effekte befinden sich irgendwo auf Playstation 1-Niveau. Immerhin, wird trotz großzügigen Einsatzes durchwachsener CGI auch auf altbewährte Puppenanimatronik zurückgegriffen. Die schaut teilweise sogar besser aus, als das Pixelgewitter aus dem Computer, kann aber auch nicht kaschieren, dass RAPTOR RANCH nach den ersten grandios bescheuerten 45 Minuten erheblich die Puste ausgeht. Nachdem die gefährlichen Fleischfresser aus ihren Zellen entkommen konnten, verharrt der Dino-Brüller nämlich unspektakulär auf der Stelle. Das Chaos bricht aus und die Helden sehen sich leidlich darum bemüht, um ihr Überleben zu kämpfen. Immerhin haben sie während des Überlebenskampfes nicht ihren Humor verloren, denn statt gegruselt darf gelacht werden. Es wird reichlich ge-overacted, sinnbefreit gehandelt und wirr in der Gegend umhergerannt. Wir sehen, wie verschiedengroße Raptoren den Helden nach dem Leben trachten, wild in die Kamera geifern und sich die Protagonisten in den gierigen Schlund hinabwürgen. Das mag zwar anfänglich noch durchaus unterhaltsam sein; die Rezeptur wird jedoch bis zum Erbrechen wiederholt, dass schnell der Spaßofen aus ist und das permanente Rennen, Verstecken, Schreien und Gieren ganz schön auf den Zünder geht. Am Ende bleibt eine mittelprächtige Monster-Gurke, die ihr Potenzial eindeutig verschenkt hat. Was anfänglich hervorragend funktioniert, wird ab Filmmitte mangels Ideen fast schon zwanghaft wiederholt, damit man halbwegs Filmlänge erreicht. Schade eigentlich, denn wirklich guten Urzeit-Trash hätte dem Genre durchaus mal wieder gut getan. So sei RAPTOR RANCH einzig nur den Zuschauern empfohlen, die ein Faible für schlechten Geschmack besitzen, denn die dürften mit diesem Billig-Streifen trotz qualitativer Mängel eindeutig ihren Spaß haben.
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
RAPTOR RANCH punktet mit hohem Spaß-Faktor und einer herrlich selbstironischen Inszenierung, die man natürlich zu keiner Zeit ernst nehmen kann. Der Splatter-Quatsch gefällt durch schräge Typen, liebenswert grottige Effekte und natürlich viel Kunstblut und einer Menge Körperteile aus Plastik. Monster-Trash wie er im Buche steht, der nicht nur Liebhabern bewusst schlecht gemachter Filme gefallen dürfte. Auch Besitzer einer Heimkinoanlage geraten bei so viel “dinoströsem” Schnaufen und Stampfen vor Freude in Entzückung.
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Zensur

 
 
 
RAPTOR RANCH ist eine Dino-Splatter-Komödie. Da man die übertriebenen Grausamkeiten zu keiner Zeit ernst nehmen kann und hier die Gewalt von Tieren ausgeht, dürfte RAPTOR RANCH in der ungeschnittenen Filmfassung schon für Kids ab 16 Jahren geeignet sein.
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Raptor (2001)
 
Carnosaurus (1993)
 
Carnosaurus 2 – Attack of the Raptors (1995)
 
Jurassic Park (1993)
 


Filmreview: “Contracted” (2013)

contracted 2013
 
 
 

CONTRACTED

Story

 
 
 
Samantha schaufelt sich ihr eigenes Grab: Bei einem One Night Stand vergisst sie, zu verhüten und infiziert sich mit einer seltsamen Krankheit. Die frisst sich rasend schnell durch ihren Körper und sorgt für körperlichen Zerfall …
 
 
 


 
 
 

CONTRACTED – Kritik

 
 
 
Es mag ja immer wieder Überraschungen im Horrorgenre geben. Noch überraschender ist es aber, wenn ein Regisseur mit cineastischen Schrott Fuß im Filmbusiness gefasst hat, danach aber kurioserweise nur noch gute Filme dreht. ERIC ENGLAND ist so ein Ausnahmetalent. Der hat nämlich mit dem unsäglich miesen MADISON COUNTY (2011) Slasher-Fans den Spaß am Backwood-Horror verdorben, danach alle mit seinem Beitrag zur sehenswerten Kurzgeschichtensammlung CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR (2013) eines Besseren belehrt. Nun kommt mit CONTRACTED wieder ein Werk in den Handel, bei dem ENGLAND Regie übernommen hat und interessanterweise ist auch dieser Streifen wirklich gut geworden. Diesmal hat sich der Macher des Körperhorrors bedient. Den hat bereit Horror-Legende DAVID CRONENBERG virtuos beherrscht und Kultfilme wie RABID (1977) oder SCANNERS (1981) in die Kinos gebracht, die heute zur Grundausstattung jeder DVD-Sammlung gehören. Zu seinem bekanntesten Schaffen gehört jedoch zweifelsohne das Hochglanz-Remake von DIE FLIEGE (1986), das ihm unweigerlich zum Meister des Body Horrors krönte. Dort durchlebte Hauptdarsteller JEFF GOLDBLUM eine markerschütternde Metamorphose vom Mensch zur Fliege, die vielen Filmfans heute noch durch ekelerregende Make-Up-Künste in Erinnerung sein dürfte.
 
Ähnliches erlebt auch CONTRACTED-Protagonistin Samantha (NAJARRA TOWNSEND). Die verwandelt sich zwar nicht zum Killerinsekt, steckt sich stattdessen aber mit einer nicht näher beschriebenen Krankheit an. Auf einer Privatparty wird sie von einem Fremden durch Drogen gefügig gemacht und findet sich wenig später bei einem Schäferstündchen auf dem Rücksitz eines Autos wieder. Als sie am nächsten Morgen wieder zu sich kommt, spürt sie merkliche Veränderungen an sich und in ihrem Körper. Erst klagt sie über abnormal blutigen Ausfluss; später bemängelt ihr Arzt den ungewöhnlich langsamen Herzschlag. Der körperliche Zerfall schlägt sich aber nicht nur auf Samanthas Gemüt nieder. Auch die privaten Beziehungen zu Mutter (CAROLINE WILLIAMS – Die Scream-Queen aus TEXAS CHAINSAW MASSACRE 2) und Girlfriend Nikki (KATIE STEGEMAN) haben erheblich unter der “Verwandlung” der Unwissenden zu leiden. Als der Infizierten am dritten Tag Maden aus der Vagina fallen und Freundin Nikki vom Seitensprung erfährt, überschlagen sich die Ereignisse.
 
CONTRACTED ist der beste Beweis dafür, wie wichtig es doch ist von Kondomen Gebrauch zu machen. Denn hätte Heldin Samantha eines dieser Verhüttungsmittel zur Hand gehabt, wäre ihr so Manches erspart geblieben. Das suggeriert auch das Behandlungszimmer des Frauenarztes, in dem es vor Verhütungs-Broschüren und Flugblättern nur so wimmelt, damit sich die unachtsame Samantha auch wirklich richtig schäbig fühlt. Wie bereits bei der erwähnten DIE FLIEGE-Neuverfilmung funktioniert auch in CONTRACTED (der laut Twitter-Account des Regisseurs kein Remake des kanadischen Indie-Eklers THANATOMORPHOSE von ÉRIC FALARDEAUIST ist) die schleichende Verwandlung vom Mensch zur Bestie erheblich gut. Dabei bleibt bis kurz vor Ende im Unklaren, zu welchem Resultat die Infizierung führen wird. Endet CONTRACTED im Monster-Chaos oder haben wir es hier einfach nur mit einer Krankheit zu tun, die irgendwann zum Tod führen wird. Fragen, die ENGLAND erst in den letzten Sekunden lüftet. Bis dahin erlebt der Zuschauer allerhand unappetitliche Szenen, die nicht selten ziemlich unangenehm auf den Magen schlagen. Da fallen Zähne aus, Augen beginnen ekelhaft zu eitern und Haare fallen büschelweise vom Kopf. Bei derart abstoßenden Momenten geraten empfindsame Reizmägen schon einmal außer Kontrolle. Das beweist aber nur, dass das Effekte-Team perfekte Arbeit geliefert hat. Am Ende sehen wir, wie eine anfänglich makellose Frau zu einem widerlichen Etwas mutiert ist und es bleibt die Erkenntnis, dass nur Kondome vor unschönen Geschlechtskrankheiten schützen.
 
 
 


 
 
 

CONTRACTED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
CONTRACTED ist kein Film für Hypochonder oder empfindliche Mägen. Ein Film, der mit solider Idee und vielen Ekelmomenten punktet und vielleicht gerade aufgrund dessen durchweg spannend und interessant bleibt. Ein großes Lob gilt an dieser Stelle dem Make-Up-Team, das beachtliche Arbeit geleistet hat. Denn deren Künste sind das eigentliche Geheimnis dieses Ausnahmefilmchens. Von daher: CONTRACTED ist ziemlich gutes und ekelerregendes Horrorkino für Erwachsene – Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

CONTRACTED – Zensur

 
 
 
CONTRACTED ist zwar nicht sonderlich brutal, die körperlichen Veränderungen der Protagonistin haben es jedoch ganz schön in sich. Das ist wahrlich nicht jedermanns Sache. Demzufolge kommt CONTRACTED mit großer Wahrscheinlichkeit mit KJ-Flatschen in den Handel.
 
 
 


 
 
 

CONTRACTED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Thanatomorphose (2012)
 
Die Fliege (1986)
 
Thinner – Der Fluch (1996)
 
Lizard – Die totale Mutation (1990)
 


Filmreview: “Bela Kiss: Prologue” (2013)

Bela-Kiss-Prologue
 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE

Story

 
 
 
Fünf Jugendliche geraten nach einem Bankraub ins Visier des sagenumwobenen Serienkillers Béla Kiss, der zu Beginn des letzten Jahrhunderts mehrere Frauen ermordet hat, aber nie gefasst wurde. Bisher blieb sein Verbleib ungeklärt, doch aus irgendeinem Grund weilt er auch über 100 Jahre später immer noch unter den Lebenden …
 
 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Kritik

 
 
 
Wenn Horror aus Deutschland auf dem Programm steht, bekommen viele Filmfans das kalte Grausen. Verwunderlich ist das natürlich nicht, gehört doch das Horrorgenre in der Bundesrepublik zu einer bedrohten Filmspezies und findet, wenn überhaupt, nur im Amateursektor (ITTENBACH, WALZ und Co. lassen grüßen) Erwähnung. Dennoch werden neben anstrengenden Arthouse-Gurken und schmalzigen Tragikomödien auch ab und an ungeförderte Schauerwerke produziert, die dann still und leise in die Videotheken wandern, damit das Kinopublikum nicht merkt, wie desaströs angestaubt und zwanghaft sozialkritisch der deutsche Film ist. Dass das aber auch anders geht, haben einige wenige nationale Produktionen bewiesen. Filme, wie ANATOMIE und ZIMMER 205 – TRAUST DU DICH REIN (wir berichteten) haben sich von den biederen Konventionen des deutschen Spielfilms verabschiedet und sich stattdessen ein Beispiel am internationalen Treiben genommen. So kam es, dass im Jahr 2010 der vom ZDF mitfinanzierte RAMMBOCK nicht nur ausreichend Lob und Preise abstauben konnte; Deutschlands Antwort auf die beliebte Zombieproblematik wurde sogar gewinnbringend ins Ausland verkauft und dort mit natürlich weitaus reißerischem Namen in den Handel gebracht. Auch BELA KISS: PROLOGUE ist einer jener ambitionierten Streifen, der vermutlich im Ausland mehr Aufmerksamkeit erhaschen wird, als es im eigenen Land der Fall sein dürfte. Hierzulande wurde das Debütwerk bisher etwas sehr stiefmütterlich behandelt, erhielt aber Anfang 2013 immerhin einen limitierten Leinwandausflug. Mitbekommen haben das vermutlich nur die wenigsten Horrorfans, so dass jetzt ein Jahr später die Heimkinofassung ins Haus steht, damit sich Liebhaber des grausigen Meuchelns von der beachtlichen Qualität dieses Schauermärchens überzeugen können. Hinter dem Gruselausflug steckt das Team von MIRROR MAZE, bestehend aus den vier ehemaligen Filmstudenten LUCIEN FÖRSTNER, SYLVIA GÜNTHER, STEVEN WEBER und ERIC KAZAK. Die hatten die Idee aus der Biografie des berüchtigten Serienmörders BELA KISS ein Diplomprojekt zu machen. Viel Geld war nicht vorhanden und eine Förderung nicht möglich, da die Macher zum Zeitpunkt des Projektstarts noch Studenten waren, was eine Filmförderung ausschließt. So wurde viel improvisiert und hauptsächlich selbst finanziert, was dem fertigen Streifen aber zu keinem Zeitpunkt anzusehen ist.
 
BELA KISS: PROLOGUE handelt vom mysteriösen Treiben des geheimnisumrankten ungarischen Serienmörders Béla Kiss, der um die Zeit des Ersten Weltkriegs mindestens 23 jungen Frauen ermordet und deren Leichen (darunter auch seine Frau) in großen Metallbehältern auf seinem Grundstück gebunkert haben soll. Gefasst wurde er nie und dass, obwohl er im Verlauf seines Lebens an verschieden Plätzen rund um den Globus gesichtet wurde. In BELA KISS: PROLOGUE wird der Mythos des geisteskranken Mörders fiktiv weitergesponnen und aus dem berüchtigten Irren ein blutgeiler Schlächter gemacht, der sich durch den Lebenssaft seiner Opfer am Leben erhält. Seine treusorgende Sippschaft führt im 21. Jahrhundert irgendwo in einem Wald nahe Budapest (wo auch sonst) ein verstecktes Stundenhotel. Dorthin flüchten ein paar Kleinkriminelle, die nach einem Bankraub einen sicheren Unterschlupf für sich suchen. Fast angekommen, vermiest ihnen ein besorgter Jäger die Freude am schnellen Geld. Der wird jedoch kurzerhand in die ewigen Jagdgründe befördert, und die Stimmung der Gruppe ist im Keller. Kaum im Hotel eingecheckt, geht der Streit erst richtig los. Die Freunde beginnen, einander zu misstrauen und Konflikte werden geschürt. Da verschwindet plötzlich einer nach dem anderen auf mysteriöse Weise und wird im Keller seines Lebenssaftes beraubt.
 
Wie bereits der Titel erahnen lässt, möchten die Macher des Films, dass deren neu kreiertes Franchise in Serie gehen soll. Ob das jedoch gelingen wird, bleibt abzuwarten, wünschenswert wäre es zumindest, gab es nach ANATOMIE (2000) und ANATOMIE 2 (2003) keine deutsche Horror-Reihe mehr im Kino zu sehen, die Lust auf mehr gemacht hätte. Den Anfang macht aber nun erst einmal BELA KISS: PROLOGUE, der für ein günstig gedrehtes Debütstück erstaunlich hochwertig anzuschauen ist und sich offensichtlich an den Regeln des amerikanischen Hochglanz-Horrorkinos orientiert. Für den Fan deutscher Filme eine etwas gewöhnungsbedürftige Angelegenheit, schaut BELA KISS: PROLOGUE nicht im Geringsten nach dem aus, was dem Gebührenzahler sonst so im Öffentlich Rechtlichen TV angedreht wird. Der Zuschauer erlebt verspielte Kamerafahrten, die fast schon künstlerisch um die Protagonisten schweben und ein detailverliebtes Ausstattung, bei der man stets spürt, dass hier enorm Herzblut investiert wurde (das Team hat bereits ein Jahr vor Drehbeginn Möbel aus Haushaltsauflösungen gesammelt, um Geld zu sparen). Zudem erfreut eine permanent unheimliche Atmosphäre, die anfänglich nicht so wirklich ahnen lässt, worauf der Film nun eigentlich hinauslaufen soll. Natürlich steht die titelgebende Hauptfigur im Mittelpunkt, die am Ende nach Haus zurückkehrt, um ihr krankes Hobby fortführen zu können: hübschen Frauen aufzulauern, um sie anschließend kaltblütig zu töten. Ungewöhnlicherweise fällt BELA KISS: PROLOGUE nicht mit der Tür ins Haus, denn der Antagonist findet hier nur in kurzen Rückblenden Erwähnung, in denen noch einmal die Etappen seines bisherigen Daseins beleuchtet werden. Der Film selbst konzentriert sich in erster Linie um KISS’ Komplizen, die sich in einem Hotel niedergelassen haben und nun sehnsüchtig auf die Ankunft des “Meisters” warten. Damit ihnen ohne dessen Anwesenheit nicht allzu langweilig wird, kommen ihnen einige neugierige Gäste gerade recht. Die stellen viele komische Fragen, spionieren auf dem Anwesen umher und finden sogar jene Metallbehälter, in denen KISS’ seine ermordeten Opfer versteckt hält. Dass soviel unverfrorene Schnüffelei bestraft werden muss, merken die fünf Bankräuber recht schnell. Denn noch bevor die Freunde hinter das Geheimnis des gruseligen Hotels kommen, finden sie sich bereits im Keller wieder, wo sie kopfüber zum Ausbluten über Schüsseln aufgehangen werden. Auch wenn man sich bis dahin etwas sehr viel Zeit lässt, gefällt, wie rabiat es für deutsche Verhältnisse zur Sache geht. Das Team rund um LUCIEN FÖRSTNER hat die Hausaufgaben perfekt erledigt und BELA KISS: PROLOGUE entwickelt sich souverän zu einer blutigen Mixtur aus Vampirfilm, MICHAEL BAY’S TEXAS CHAINSAW MASSACRE (2003) und ELI ROTHS kontroversem HOSTEL (2005).
 
Ob BELA KISS: PROLOGUE fortgeführt wird, wird sich zeigen. Der Film wurde auf Englisch gedreht, was es erleichtert, den Streifen auch im Ausland zu verkaufen. Da kann man nur hoffen, dass man dort auf den Geschmack deutscher Blutwurst kommt und möglichst schnell ein Sequel gedreht wird. Bleibt die Produktion auf ähnlich technischem Niveau und hält an derartig schroffer Bildsprache fest, könnte deutscher Horror nach Frankreich und Spanien ebenso international Kasse machen.
 
 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Lecker Blutwurst aus Deutschland. Ungewohnt blutig und rabiat geht es für deutsche Verhältnisse in BELA KISS: PROLOGUE zu. Wer Filme wie TEXAS CHAINSAW MASSACRE und HOSTEL mag, sollte definitiv einen Blick riskieren und die Scheibe kaufen, damit möglichst schnell eine Fortsetzung nachgeschoben wird.
 
 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Zensur

 
 
 
BELA KISS: PROLOGUE ist auf Blu-ray und DVD ungeschnitten zu haben. Zu Beginn und am Ende kommt das Special Effect-Make up reichlich oft zum Einsatz und verfehlt seine Wirkung nicht. Daher hat es bei der FSK auch für eine KJ-Freigabe gereicht.
 
 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
bela kiss prologue blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bela Kiss: Prologue; Deutschland 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: FSK 18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: 2 Making Ofs, 2 Audiokommentare, B-Roll, Deleted Scenes, Special zur Deutschlandpremiere, Original 35mm-Aufnahmen, Bildergalerie, Storyboard-Vergleich, 2 Trailer

 
 
 
BELA KISS: PROLOGUE ist nun auf Blu-ray erschienen und glänzt mit einer prunkvollen Ausstattung und einem phänomenal hochwertigen Bild. Das kann für ein deutsches Indie-Projekt fast schon als Glanzstück betiteln werden, wenn man bedenkt, dass BELA KISS von unerfahrenen Filmstudenten umgesetzt wurde. Die Schärfe ist beachtlich und der Kontrast unglaublich satt. Hier lassen sich sogar Falten und Poren auf Händen und Gesichter erkennen; selbst die Tannennadeln der Bäume des Waldes lassen sich zählen, insofern man sich die Arbeit machen möchte. Leider gab es zu Beginn auch einen Bildfehler, der vermutlich so nicht gewollt gewesen ist. Während einer Flugszene über den Wald (00:13:15) werden die Bilder einige Sekunden lang verzehrt und unscharf dargestellt. Das verschandelt zwar die hübsche Naturaufnahme, ist aber zu verschmerzen. Auch beim Ton überzeugt der Streifen. Der Score ist kraftvoll und lässt die Boxen arbeiten, die Stimmen sind stets gut zu verstehen und eine dezent eingesetzte Geräuschkulisse bewirkt eine angenehme und stimmige Räumlichkeit. Wer sich nach dem Film noch über BELA KISS: PROLOGUE informieren möchte, kann in einer umfangreichen Auswahl an Bonusmaterial stöbern. Da es sich hier um einen deutschen Genrefilm handelt, sind demzufolge auch die meisten Extras in deutscher Sprache vorzufinden. Es gibt zwei Audiokommentare der Macher (in deutscher Sprache), ein Making of in Deutsch (14 Minuten, HD) und eins in Englisch (ca. 23 Minuten, HD, feste dt. Untertitel) sowie ein dreiminütiges Special zur Deutschlandpremiere des Streifens (in deutscher Sprache, HD). Weiter geht’s mit gelöschten Szenen, die es nicht in den fertigen Film geschafft haben (rund 8 Minuten, unbearbeitet Filmmaterial ohne Musik) und interessante Storyboard-Vergleiche (rund 8 Minuten) in denen man zwei Szenen parallel in Skizzen betrachten darf. Hinter dem Menüpunkt „B-Roll“ verstecken sich Filmaufnahmen vom Set, die von den Machern per Voice-over kommentiert werden (in deutscher Sprache, rund 15 Minuten). Außerdem haben es noch einige Original 35-mm-Aufnahmen auf die Scheibe geschafft, die das Leben von BELA KISS in Rückblenden schildern (rund 3 Minuten) sowie eine animierte Bildergalerie mit Fotos aus dem Film (rund 2 Minuten, mit Musik unterlegt). Der Trailer in deutscher und englischer Sprache darf natürlich nicht fehlen.
 
Die Blu-ray von BELA KISS: PROLOGUE ist ein Traum. Nicht nur das die Technik stimmt; ein derart dickes Bonuspaket hat man auf einer Horror-Blu-ray eines deutschen Horrorfilms vermutlich noch nie gesehen. Wir können diese Veröffentlichung nur empfehlen, denn hier stimmt das Preis/Leistungsverhältnis, auch wenn es leider keine deutsche Untertitlung für den Hauptfilm gibt.
 
 

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BELA KISS: PROLOGUE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 
Texas Chainsaw Massacre: The Beginning (2006)

Wrong Turn 5 (2012)


Filmreview: “The Devil’s Dozen” (2013)

TheDevilsDozen
 
 
 

THE DEVIL’S DOZEN – DAS TEUFLISCHE DUTZEND

Story

 
 
 
Zwölf Auserwählte werden in einen Raum gesperrt und sollen sich gegenseitig töten. Der, der letztendlich am Leben bleibt erhält das Ticket in die Freiheit …
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOZEN – Kritik

 
 
 
Dass unrechtmäßiges Handeln im Horrorfilm meist mit dem Tod bestraft wird, dürfte dem interessierten Filmgucker und Sammler hinreichend bekannt sein. Wer in derartigen Streifen Böses tut, dem widerfährt natürlich auch Schreckliches und wird nicht selten mit dem Filmtod bestraft. Im Titel THE DEVIL’S DOZEN ist das auch so. Schade nur, dass Regisseur JEREMY LONDON nicht auch gleich ebenso für seine Schandtat zur Rechenschaft gezogen wurde, denn der Kracher ist sein geistloses Machwerk leider nicht geworden. Wie der Titel bereits erahnen lässt geht es hier teuflisch zu Sache, was aber im Falle dieses Terrorflicks nicht positiv zu werten sei. Billig heißt hier einmal mehr die Devise, was ja auf dem amerikanischen Videomarkt mittlerweile Gang und Gebe geworden ist. Für THE DEVIL’S DOZEN wurden schnell zwölf leidlich talentierte Akteure engagiert, die mit unbeholfenem Schultheater-Charme knapp 90 Minuten Horrorfilm tragen sollen. Fertig ist mal wieder ein Schocker für Zwischendurch, auf den man aber auch gut und gerne verzichten kann und der vermutlich mal wieder nur Daseinsberechtigung besitzt, um möglichst viele Dollars aus den Brieftaschen gutgläubiger Horrorfans stehlen zu können.
 
Wir erleben, wie etwa zwei Dutzend nichts ahnende Menschen in einem Raum erwachen und feststellen müssen, dass sie irgendjemand an die Wand gekettet hat. Die Hälfte von Ihnen wird kurzerhand erschossen, die restlichen zwölf in einen weiteren Raum getrieben. Nun gilt es herauszufinden wer von den Anwesenden Dreck am Stecken hat. Im Zwölfminuten-Takt müssen die Überlebenden entscheiden, wer es verdient hat zu sterben und wer nicht. Kommt man nach der vorgegebenen Zeit zu keinem Entschluss, muss wahllos einer der Protagonisten das Zeitliche segnen. Nach anfänglicher Skepsis geht auch schon das Morden los und längst verdrängte Verbrechen kommen ans Tageslicht.
 
Wo sich LONDON für sein austauschbares Horrorstück bedient hat, liegt auf der Hand, denn hier wird mal wieder einer der ganz großen des Torturkinos zitiert: SAW (2001). So werden erneut makabre Spielchen unter Zeitdruck gespielt, damit der gewaltgeile Zuschauer viel Leid zu sehen bekommt. Bevor sich jedoch Splatterfans gierig die Hände reiben, sei erwähnt, dass in THE DEVIL’S DOZEN viel zu viel gequasselt, geflennt und diskutiert wird – unprofessionell schlecht versteht sich natürlich von selbst. Die “bösen” Szenen kommen bei derart unfreiwilliger Komik etwas sehr kurz und werden reichlich unspektakulär abgehandelt. Den Leidtragenden steht der Tod durch Messer und Pistole zur Wahl, wobei sich der Gruppenstärkste (ein gemeingefährlicher Einbrecher) gleich zu Beginn die Waffe unter den Nagel reißt und erst einmal munter drauflos feuert. Immerhin werden seinen Entscheidungen relativ unerwartet getroffen, was zumindest halbwegs Unterhaltungswert besitzt. Dennoch, auch wenn die Teilnehmer dieses hinterhältigen Spiels überraschend in den Himmel getrieben werden, mag man das Gefühl nicht loswerden, als habe man die filmbezogene wir-bestrafen-uns-gegenseitig-Thematik in letzter Zeit zu oft im Heimkino ertragen müssen. Filme, wie WOULD YOU RATHER (2012), AMONG FRIENDS (2012) und VILE (hierzulande: PAIN) haben die Folterproblematik teilweise schmerzhafter und spannender bebildert, oftmals sogar mit weitaus besseren Schauspielern. Letztere scheinen in THE DEVIL’S DOZEN mal wieder von der Straße aufgelesen zu sein, denn ein Meister seines Faches ist definitiv keiner von denen. Zudem tun sich JUDY DINELLA und PATRICK DURHAM mit ihrem unlogischen Drehbuch keinen Gefallen. Das strotzt nur so vor Unlogik und Lächerlichkeit. Da feuert ein unberechenbarer Einbrecher wahllos auf die übrigen elf, doch keiner derer besitzt Courage genug, den strunzdummen Egomanen zur Strecke zu bringen. Selbst als die Waffe im weiteren Verlauf den Besitzer wechselt, lässt man sich lieber durch dessen Hand in den Filmtod treiben, als ihn durch einen gezielten Kopfschuss ins Jenseits zu befördern. Wer THE DEVIL’S DOZEN goutiert, sollte nicht zuviel nachdenken – das schlägt nur aufs Gemüt. Andererseits macht es schon wieder Spaß, die vielen Logiklöcher des Films zu zählen. Letztendlich überzeugt THE DEVIL’S DOZEN einzig durch die geglückte Auflösung, schließlich befinden sich die zwölf Auserwählten nicht von ungefähr in derart verzwickter Situation. In einer Gastrolle lässt sich übrigens ERIC ROBERTS (der ältere Bruder von JULIA ) blicken. Der huscht in den letzten Filmminuten durchs Bild und dürfte dafür vermutlich ausreichend entlohnt worden sein. Unterm Strich ist LONDONS Debütwerk nichts Großes. Hier wird der foltererprobte Zuschauer angesprochen, der aber aufgrund der eher zurückhaltenden Morde nicht viel Spaß mit THE DEVIL’S DOZEN haben dürfte. Vielleicht wäre es dann wohl doch besser, Regie-Newcomer JEREMY LONDON würde das machen, was er wohl eindeutig besser kann: in unbekannten Kino- und Videostreifen schauspielern!
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOZEN – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Boshafter Tortur-Thriller mit gemeinen Überraschungsmomenten und raffiniertem Ende. Leider ist es wie so oft, die Geizmentalität lässt jeglichen Charme missen. THE DEVIL’S DOZEN ist billig inszeniert und schaut stets nach bedeutungsloser 08/15-Videoware aus. Die Schauspieler sind ein Graus und die vielen Logiklücken eine regelrechte Herausforderung. Wer wirklich jeden Horrorfilm sehen muss, kommt auch an THE DEVIL’S DOZEN nicht vorbei. Alle anderen Zuschauer können diesen Streifen getrost von ihrer Must-See-Liste streichen.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOZEN – Zensur

 
 
 
THE DEVIL’S DOZEN ist zwar ein typischer Tortur-Thriller aber nicht sonderlich grausam. Die KJ-Einstufung ist für diesen Horrorfilm ausreichend.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOZEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
devils-dozen-blu-ray

(c) Mig Filmgroup

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Devil’s Dozen; USA 2013

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch Dolby Digital 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.77:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: keine

Release-Termin: 17.04.2014

 
 
 

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THE DEVIL’S DOZEN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Panic Button (2010)
 
Among Friends (2012)
 
Pain (2011)
 
Would You Rather (2012)
 
Battle Royale (2000)
 
Die Tribute von Panem – The Hunger Games (2012)


Filmreview: “Found” (2012)

found 2012
 
 
 

FOUND

Story

 
 
 
Marty ist 12 Jahre alt, geht in die 5. Klasse und schnüffelt gern mal im Zimmer des großen Bruders herum. Der ist ein Serienkiller und bringt gern die Köpfe seine Opfer mit nach Hause, wo er sie im Wandschrank versteckt hält …
 
 
 


 
 
 

FOUND – Kritik

 
 
 
Kinder können so grausam sein, vor allem dann, wenn sie sich mitten in der Pubertät befinden. Da durchleben Heranwachsende nicht nur eine komplizierte Persönlichkeitsentwicklung; auch der Reiz des Verbotenen und die Neugier auf das “Nicht-Alltägliche” macht diese Phase für werdende Erwachsene zu einer aufregenden und besonderen Zeit. Leider bedeutet Erwachsenwerden auch, sich behaupten zu müssen. Rangeleien und Machtkämpfe unter Gleichaltrigen sind keine Seltenheit und die Schwelle zum Mobbing ist in vielen Fällen fließend. Wer sich nicht durchsetzen kann und schwach bleibt, gerät schnell ins Visier gehässiger Mitschüler, die den Schulalltag für Leidtragende zur Hölle machen. Auch der Fünftklässler Marty (authentisch gespielt von Newcomer GAVIN BROWN) in FOUND hat so seine Probleme mit den Klassenkameraden. Die haben ihren Spaß daran, gemeine Lügen über den Außenseiter zu verbreiten und ihm in der Schultoilette aufzulauern. Für Marty Grund genug, sich immer weiter in seine eigene Welt zurückzuziehen. Er malt Superhelden-Comics in denen er die Hauptrolle spielt und geht gern auch unerlaubt auf heimliche Entdeckungstour in das Zimmer seines älteren Bruders Steve (brillant aggressiv und beängstigend verkörpert von ETHAN PHILBECK). Der hat nämlich nicht nur eine umfangreiche VHS-Sammlung der besten Horrorstreifen aus den 80ern, sondern versteckt in seinem Wandschrank eine Tasche, in der er skalpierte Köpfe vorwiegend farbiger Frauen verstaut. Für den introvertierten Schüler keiner große Sache, hat er sich schon längst an den schockierenden Anblick der Häupter gewöhnt und findet die Mutprobe immer wieder spannend, den Köpfen der Opfer ins Gesicht zu schauen. Als Marty mal wieder in der Schule schikaniert wird und erneut keinen Rückhalt durch die Eltern erhält, weiht er seinen vermeintlich besten Freund David (ALEX KOGIN) in die geheimen Aktivitäten des größeren Bruders ein. Bruderherz bekommt jedoch schnell von den Schnüffeleien des Geschwisterchens Wind und nimmt sich Marty zur Brust – mit fatalen Folgen.
 
Was man nicht alles mit knappen 8000 US-Dollar auf die Beine stellen kann. Oft ist das wirklich nicht viel. Aber hin und wieder gelingt es Filmemachern trotz geringen Budgets gute Filme zu machen, die dann sogar noch teurer ausschauen, als es der Fall war. FOUND ist mal wieder so ein Beispiel. Der Streifen kann seine Herkunft (trotz hübsch-blutiger Titelsequenz im Comiclook von LOWELL ISAAK) nicht verleugnen und schaut unweigerlich nach Independent aus. Sieht man jedoch von der Prämisse ab, gehört der Horror-Thriller mit zu dem Besten, was das Indie-Horrorgenre hervorgebracht hat. Unkonventionell heißt hier das Zauberwort, das jedem verwöhnten Mainstream-Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren lassen dürfte, denn FOUND pfeift darauf, sich den gängigen Mustern des austauschbaren Horrorfilms zu unterwerfen. Regisseur SCOTT SCHIRMER hat sich dem Roman von TODD RIGNEY angenommen und daraus einen ziemlich umfangreichen Spielfilm über die Suche nach sich selbst gedreht, der sowohl als Coming-of-Age-Drama als auch als Horrorfilm funktioniert. Die Kombination macht’s und hebt sich dabei sogar noch innovativ vom sonstigen Horrorquatsch ab, der dem Filmfan ja derzeit reichlich oft angedreht wird. Wir erleben zwei Brüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sich aber untereinander aufrichtig verbunden fühlen. Beide hegen die Leidenschaft für den Horrorfilm und scheinen fast schon eine Obsession für diese Streifen entwickelt zu haben, was den Eltern seltsamerweise ziemlich egal ist. Bruder Steve hat sich vom trauten Familienfrieden schon längst verabschiedet und stellt das Treiben seines Lieblingsvideos “Headless” in der realen Welt nach. Sein Augenmerk liegt auf dem Ausradieren der Farbigen, die seiner Meinung nach schon alle Bereiche des täglichen Lebens in Beschlag genommen und verseucht haben. Für den jüngeren Marty gelten jene grausigen Streifen stattdessen als naive Mutprobe, ist er doch kindlich fasziniert von den gar grotesken Monstern in diesen Filmen und kann partout nicht genug von diesen Schauerwerken vor die Linse bekommen. Jedes Wochenende fährt er zusammen mit den Eltern in die örtliche Videothek, um sich dort neuen Gruselstoff besorgen zu können, wobei derartige Riten in manch Horrorfan längst vergessene Kindheitserinnerungen wach werden lassen dürften.
 
 

“…my life is a horror movie, but who is the monster? …”

(Marty)

 
 
An Gesellschaftskritik mangelt es in FOUND nicht. Themen wie Rassismus, Mobbing, Homosexualität oder Nachlässigkeit in der Erziehung von Kindern werden auf besonders unangenehme, sogar drastische Weise an den Pranger gestellt. Die schroffe Gesellschaftskritik ist aktueller denn je und Auslöser für die recht unerfreulichen Geschehnisse in FOUND. Auch wenn SCHIRMERS Debüt am Ende doch mehr Drama als Horror ist, sind die wenigen Gewalteskapaden nicht von schlechten Eltern. Hier hat man gänzlich aus dem Vollen geschöpft. Es werden Augen aus den Höhlen gerissen und genüsslich verspeist, Frauen enthauptet und in deren Köpfe penetriert. Schön anzuschauen ist das wahrlich nicht, dürfte aber immerhin den Gore- und Splatter-Nerd erheblich Freude bereiten. FOUND ist ein Nischenfilm und wird mit Sicherheit sein Publikum finden. Im Ausland hat der Schocker selbst abgebrühteste Genrefans in Entzückung versetzt und lief sogar auf dem beliebten AFTER DARK FILMFEST 2013 im kanadischen Toronto, wo er in den Kategorien Beste Titelsequenz und Bester Gore Auszeichnungen erhielt. Auch wenn natürlich nicht alles perfekt ist, waren wir dennoch von der unverbrauchten Idee überrascht, die trotz Low-Budget-Inszenierung nie billig, uninspiriert oder langweilig heruntergerasselt wird. Wer intelligentes Horrorfutter sucht, ist mit diesem Geheimtipp auf jeden Fall gut beraten. Da kann man nur hoffen, dass FOUND ein Indie bleibt und nicht das Interesse “gemeingefährlicher” Majors auf den Plan ruft. Denn uns würde es nicht wundern, würde der halbwegs unverbrauchten Vorlage bald ein glatt poliertes und konventionelles Remake folgen.
 
 
 


 
 
 

FOUND – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
FOUND ist einer der besten Independent-Horrorfilme der letzten Zeit – raffiniert, abartig, kontrovers und intelligent. Das hat auch die internationale Presse erkannt und FOUND mit dem Prädikat “Geheimtipp” ausgezeichnet. Wir können dem nichts entgegensetzen und waren erstaunt, wie “anders” FOUND doch ist. Wer unkommerzielles und unabhängiges Kino mag, sollte auf jeden Fall einen Blick wagen.
 
 
 


 
 
 

FOUND – Zensur

 
 
 
Schwierig zu sagen, ob FOUND hierzulande ungeschnitten durch die FSK kommen wird. Es gibt einige Szenen in denen in Körperteile toter Frauen penetriert wird. Solcher Content dürfte für die deutsche Zensurbehörde kaum zu dulden sein. Mit etwas Glück wäre aber eine ungeschnittene KJ-Einstufung möglich.
 
 
 


 
 
 

FOUND – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mike Mendez’ Killers (1996)
 
Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon (2006)
 
The Orphan Killer (2011)
 
ChromeSkull: Laid to Rest 2 (2011)


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