Horrorfilm, Mystery, Slasher, Folterfilm, Thriller, Splatterfilm, Gruselfilm, Trashfilm auf FILMCHECK

Beiträge mit Schlagwort “Gruselfilme

Filmkritik: “Treehouse” (2014)

Treehouse-2014
 
 
 

TREEHOUSE

Story

 
 
 
Zwei Brüder entdecken im Wald ein Baumhaus und machen darin eine erschreckende Entdeckung, die ihr Leben verändern wird…

 
 
 


 
 
 

TREEHOUSE – Kritik

 
 
 
Es gibt tausende unheimlicher Orte, an denen Protagonisten in Horrorfilmen effektvoll ihr Leben lassen können. Ein Baumhaus dürfte hierbei jedoch die Ausnahme bilden, was Regisseur MICHAEL BARTLETT dazu veranlasst hat, einen klaustrophobischen Terror-Trip in einer knarrenden Bretterhütte inmitten der Krone eines Baumes zu drehen. Das Horror-Genre ist dem Filmemacher heilig, denn hier ist BARTLETT kein Unbekannter. Einige kleine Indie-Produktionen gehen auf seine Kappe, wobei HOUSE OF LAST THING (Deutschlandstart: November 2014) wohlmöglich zu den bisher besten Werken seines bisher eher durchschnittlichen Schaffens gehört. BARTLETT scheint darum bestrebt zu sein, sich im Genre ausprobieren zu wollen. Nach Zombie-Action, paranormalen Found-Footage-Gewackel und Spukhaus-Horror macht er einen Abstecher ins Suspense- und Terrorfach, wo er auch gleich seine Fähigkeit des Falsche-Fährten-Legens unter Beweis stellt.
 
Etwas Böses macht in TREEHOUSE die Runde, das für das Verschwinden diverser Kinder in einem kleinen Städtchen verantwortlich gemacht wird. Entgegen aller Warnungen machen sich die Geschwister Killian (J. MICHAEL TRAUTMANN) und Crawford (DANIEL FREDRICK) hinaus in den Wald, um dort mit Feuerwerk im Gepäck einen lustigen Abend mit Freunden verbringen zu können. Natürlich wäre TREEHOUSE kein Horrorfilm, würde nicht eine unerwartete Wendung für eine Katastrophe sorgen. Die beiden Brüder entdecken auf einem Baum eine Hütte, klettern hinein und finden dort die verstörte Elizabeth (DANA MELANIE) vor, die ebenfalls zu jenen Kindern gehört, die von ihren Eltern seit einiger Zeit als vermisst gemeldet wurden. Die versteckt sich hier vor einer finsteren Bedrohung, die sogleich die Witterung aufgenommen hat und ihre Kreise unterhalb der Hütte zieht. Für die Kids folgt eine Nacht voller Schrecken, denn ein Hinabsteigen ist unmöglich, ohne vom gewalttätig Bösen am Fuße des Baumes in Stücke gerissen zu werden.
 
Was da letztendlich auf die ahnungslosen Filmhelden unter der Holzhütte lauert, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten, schließlich lebt TREEHOUSE von der Prämisse, dass erst kurz vor Ende verraten wird, gegen was die Kinder am Ende den Kampf aufnehmen müssen. BARTLETT macht fast alles richtig und hält die Spannung konstant, weil er dem Zuschauer keine Anhaltspunkte darüber gibt, mit welcher unbekannten Bedrohung sich die Protagonisten konfrontiert sehen. Hier ein Schatten, da seltsame Geräusche aus dem Walkie-Talkie – erst im Finale gibt das Treiben einen Sinn, was BARTLETT leider mit konventionellem Rache-Quatsch enden lassen muss, der zudem im Kitsch zu ertrinken droht. Angsthase Killian – der jüngere der beiden Brüder – wächst über sich hinaus, erlernt über Nacht das Mutigsein und gewinnt auch noch das Herz der verängstigten Elizabeth, die von ihrem Retter am Ende auch noch geküsst werden darf. Bei einer derart stereotypen Charakterentwicklung kringeln sich manch Filmkritiker schon mal die Zehennägel. Macht aber nix, schließlich gehören derart Oberflächlichkeiten nun mal zum Horrorfilm wie Lacher in eine Komödie.
 
Von einem der hinausging, um das Mutigsein zu erlernen: TREEHOUSE ist nicht perfekt, dazu verliert BARTLETT zu oft den Spannungsbogen aus den Augen, weil er selbigen immer wieder durch fehlplatzierte Rückblenden unterbricht. In denen berichtet er von der schicksalhaften Vergangenheit seines fragilen Hauptcharakters Killian, der unter der strengen Autorität seines Vaters zu leiden hatte. Immerhin entschädigt das Finale. Hier zieht der Regisseur noch einmal alle Register gängiger Terrormacherei und lässt eingeschüchterte Helden zum Tötungswerkzeug greifen. Die bis dato unbekannte Bedrohung erhält ein Gesicht und bekommt einen nicht unblutigen Denkzettel verpasst. Selbstverständlich hat man Filme wie TREEHOUSE schon oft auf dem Bildschirm gehabt. Trotzdem; die Art wie BARTLETT mit der Erwartung der Zuschauer spielt und gekonnt falsche Fährten legt, hebt TREEHOUSE über den Horror-Durchschnitt.
 
 
 


 
 
 

TREEHOUSE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Klaustrophobischer, wendungsreicher und ungemütlicher Terror-Thriller, der diesmal nicht auf den Erdboden stattfindet, sondern in den Bäumen. In TREEHOUSE verwandelt sich der vornehmlich kindliche Tummelplatz zum Schutzort für einige nichtsahnende Teenager, die sich darin vor einer unbekannten Bedrohung in Sicherheit wähnen. Gruselige Momente auch ohne Blutvergießen lautet die Devise, denn in Sachen schaufreudiger Gewalt hält sich der Film ausnahmsweise zurück. Stattdessen wird weitestgehend von psychologischem Horror Gebrauch gemacht, den Regisseur MICHAEL BARTLETT hin und wieder ganz gut in Szene zu setzen versteht. Trotzdem bleibt TREEHOUSE nur ein weiterer solide inszenierter Horror-Thriller, der vor allem wegen seiner unerwarteten Auflösung in Erinnerung bleibt. Die orientiert sich mal wieder am gängigen Rache-Kino und bietet immerhin reichlich Adrenalin. TREEHOUSE ist kein Horror-Hit, zeigt aber das versteckte Talent BARTLETTS, das nach einigen eher durchschnittlichen Horrorfilmen scheinbar endlich zu Tage kommt. Man darf gespannt sein, was der Regisseur in Zukunft inszenieren wird – TREEHOUSE schlägt schon mal die richtige Richtung ein.
 
 
 


 
 
 

TREEHOUSE – Zensur

 
 
 
TREEHOUSE ist eher psychologischer Horror und zeigt sich eher zurückhaltend mit Gewalt. Die reduziert sich auf das Finale und protokolliert hauptsächlich die Resultate einiger Gewaltmomente. Probleme mit der FSK dürfte es nicht geben, so dass TREEHOUSE mit großer Wahrscheinlichkeit schon für Jugendliche ab 16 Jahre geeignet sein dürfte.
 
 
 


 
 
 

TREEHOUSE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Community of Fear (2012)
 
F (2010)
 
Them (2006)
 
The Strangers (2008)
 


Filmkritik: “Extraterrestrial” (2014)

extraterrestrial-2014
 
 
 

EXTRATERRESTRIAL

Story

 
 
 
Im amerikanischen Hinterwäldler-Städtchen Echo Lake ist etwas gewaltig faul. Kleinstadtsheriff Murphy (Gil Bellows) muss sich zusätzlich zu seinem Tageswerk mit seltsamen Erscheinungen beschäftigen, darunter seltsam zerschnittene Kühe, panische Bürger und ein ganz besonderer Fall, bei dem eine Telefonzelle samt Insassin in den Himmel verschwand und wenig später in Einzelteilen wieder zu Boden krachte – allerdings ohne Insassin. Mit all seinen bizarren Vorfällen bildet Echo Lake das beste Setting für eine Gruppe von Jugendlichen, die einen Platz für ihren Sauftourismus suchen. Ihr Traumziel entdecken sie schließlich in einer verlassenen und ominösen Waldhütte. Das Wochenende nimmt seinen schicksalsträchtigen Lauf und wird schon bald von anderen Flüssigkeiten neben Alkohol durchtränkt.

 
 
 


 
 
 

EXTRATERRESTRIAL – Kritik

 
 
 
Das Autoren- und Regieduo Colin Minihan und Stuart Ortiz, besser bekannt als „The Vicious Brothers“ macht keinen großen Hehl aus der Ursache des grausigen Geschehens. Wie der bescheidene Titel bereits verrät, wird das klassische Waldhütten-Genre in „Extraterrestrial“ um den Auftritt einer nicht ganz friedfertigen außerirdischen Rasse bereichert. Die Fusion zweier Genres hört sich zunächst nach einer einigermaßen originellen Grundlage für einen spaßigen Horror-Reißer an. Auch der bisher einzige Film der Vicious Brothers mit dem Titel „Grave Encounters“ ist ein gutes Omen.
 
Leider krankt „Extraterrestrial“ an einigen Problemen, über die man nur schwer hinweg sehen kann. Als großer Störfaktor erweisen sich die ständigen Schwankungen in Ton und Struktur des Films. Anstatt sich auf die Eskapaden seiner jugendlichen Clique zu konzentrieren, etabliert er mit Sheriff Murphy und dem durchgeknallten Verschwörungstheoretiker Travis (Genre-Favorit Michael Ironside, bekannt aus „Total Recall“ und „Starship Troopers“) zwei Charaktere, die zunächst interessant wirken, aber schon recht bald in zweck- und ziellosen Nebenplots versanden. Die Wechsel zwischen Jugendlichen und Erwachsenen resultieren in einem Mischmasch aus Gruselthriller und Horrorkomödie, der zwar entfernt an einen „Tanz der Teufel 2“ erinnert, aber meilenweit von dessen Qualität entfernt ist. Eine viel größere Enttäuschung als das unfokussierte Drehbuch ist allerdings der Mangel an Schauwerten. Die Vicious Brothers schaffen es mit ihren sehr traditionell designten Aliens, eine bedrohliche Präsenz zu kreieren und als Horror-Fan man freut sich durchgehend auf eine Handvoll saftiger Kampfszenen, in denen irdische Projektilwaffen gegen hochentwickelte Laser antreten. Leider lassen die beiden Regisseure ihr Publikum vergeblich darauf warten und entscheiden sich stattdessen dafür, bei fast jeder Tötungsszene frühzeitig die Handbremse zu ziehen und sich mit einem Schnitt herauszumogeln. Mit dieser falschen Bescheidenheit betrügen sie leider die Erwartungen der Horrorgemeinde.
 
Der Grund für Letzteres scheint eine unglückliche Verteilung des Budgets zu sein. Erst in den letzten 20 Minuten von „Extraterrestrial“, auf die man viel zu lange warten muss, zeigt sich das Potential, das die Produktion hat. Wenn der Film schließlich beim versprochenen Konflikt ankommt, überzeugt er durch hochwertige Kulissen, gruselige Atmosphäre und sogar ein wenig Spannung. Leider ist der Weg dahin mit undurchdachten Plots und lieb- und konsequenzlosen Subplots gepflastert.
 
 
 


 
 
 

EXTRATERRESTRIAL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Die wohl gruseligste Begegnung der dritten Art. Fieser, kleiner Indie-Horror mit großartigen Effekten. „Extraterrestrial“ ist eine bunte Tüte, die zwar gute Ansätze bietet, aber viel Potential verspielt. Die Vicious Brothers schaffen es trotz kleinem Budget, einen gut aussehenden Film aus ihrer interessanten Prämisse herauszuholen. Leider scheinen sie sich nie wirklich sicher zu sein, ob sie einen legitimen Schocker oder einen spaßigen Horrorstreifen produzieren wollten, was beiden Aspekten des Films sichtlich schadet.
 
 
 


 
 
 

EXTRATERRESTRIAL – Zensur

 
 
 
Der Film kommt größtenteils sehr zahm daher. Wenn es dann endlich losgeht, liefert er matschige und schmutzige Szenen, die leider viel zu spärlich gesät sind. Mit etwas Wohlwollen könnte der Film eine Freigabe ab 16 erhalten, tendenziell scheint das rote Siegel aber wahrscheinlicher zu sein.
 
 
 


 
 
 

EXTRATERRESTRIAL – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Grave Encounters (2011)
 
Grave Encounters 2 (2012)
 
Attack the Block (2011)
 
Tanz der Teufel 2 (1987)
 


Filmkritik: “Die Verfluchten” (1960)

HOUSE-OF-USHER-die-verfluchten-1960
 
 
 

DIE VERFLUCHTEN

(THE FALL OF THE HOUSE OF USHER)

Story

 
 
 
Der junge Philip (Mark Damon) bereist den Familiensitz der Ushers, wo seine Verlobte Madeline (Myrna Fahey) darauf wartet, endlich einen Heiratsantrag zu bekommen. Herr des sich im Zusammenbruch befindlichen Landgutes ist Myrnas Bruder Roderick (beängstigend ernsthaft und wie immer jede Minute Screentime an sich reißend: Sir Lord Vincent Price). Dieser zerfallende Quasi-Aristokrat und Blaupause für leidende Goth-Schnösel noch nachfolgender Jahrhunderte ist mit dem Bund der Ehe für Schwester und Schwager in spe überhaupt nicht einverstanden, ist er doch der Überzeugung, durch seine Familie läuft eine Historie von Wahn und Geisteskrankheit. Nach einem Zerwürfnis stirbt Madeline und Philip gerät nicht nur selbst an den Rand des verzweiflungsgetriebenen Irrsinns, nein, er muss die Wirrungen des Hauses Usher in ihrer ganzen Bandbreite erleben.

 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Kritik

 
 
 
Immer noch mit seinem knackigen Alt-Titel versehen ist Roger Cormans Literaturverfilmung einer der beiden Einträge in den Kanon der Poe-Reihe, welche die Anhängerschaft unter sich aufteilt. Die einen stellen DIE VERFLUCHTEN, mit seiner knochentrocken durchgespielten Werkstreue und Ernsthaftigkeit auf ein höheres Podest als die ebenfalls mit Recht zu Kultfilmen in Sechziger-Pathecolor avancierten aber deutlich alberneren Nachzügler á la DER RABE oder TALES OF TERROR, der hierzulande übergeschnappterweise DER GRAUENVOLLE MR.X heißt. Hier, genau wie im anderen verehrten Großfilm des Corman-Poe-Zyklus, nämlich SATANAS – DAS SCHLOSS DER BLUTIGEN BESTIE, finden wir den mächtigen Vincent Price auf der Höhe seines Schaffens und ausnahmsweise mal nicht davon überzeugt, minderwertige Drehbücher durch fast chargenhaft dick aufgetragenes Schauspiel in Grund und Boden stampfen und schnarren zu müssen. Sein Roderick Usher ist eine brillant auf die Leinwand gebrachte Interpretation der gelangweilten und in Degeneration verwelkenden Weltekel-Aristokraten im vergeblichen Kampf gegen vorbestimmte Schicksalsfallen, wie sie E.A. Poe, einer der Gründerväter des Gruselgenres wie besessen schuf. Dazu die altbekannten Kulissen, von Pfennigfuchser Roger Corman immer wieder recycled, die den Zyklus – trotz Planung und Durchführung als low budget Produktion – zu nicht weniger als dem Antlitz US-amerikanischen Upperclass-Horrorkinos machten. Neuen Masteringbemühungen sei Dank, wird uns dieses Antlitz auf der vorliegenden Scheibe kraftvoller, finsterer und gotischer denn je präsentiert.
 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Essentieller Gothic Horror des Traumgespanns Corman/Price. Ein Klassiker des Genres und Film für die Hitlisten, der in jede Sammlung abseits des Folterporno-Spektrums gehört.
 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Zensur

 
 
 
Die deutschen Heimkinofassung wurde ab 16 Jahren freigegeben, obwohl DIE VERFLUCHTEN nach heutigen Maßstäben sicherlich auch für bereits Zwölfjährige geeignet wäre.
 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
die-verfluchten-blu-ray

(c) Explosive Media Gmbh

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Fall of the House of Usher; USA 1960

Genre: Horror, Klassiker

Ton: Deutsch PCM 2.0 (Mono), Englisch PCM 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 79 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover – Erstauflage im Schuber

Extras: 4-seitiges Booklet, Interview mit Mark Damon (2014), Bildergalerie seltener Artworks, Original Kino-Trailer, Explosive Trailer-Reel

Release-Termin: 05.09.2014

 

Die Verfluchten [Blu-ray] [Special Edition] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Fall of the House of Usher (1928)
 
Der Untergang des Hauses Usher (1928)
 
The Fall of the House of Usher (1949)
 
Die Verfluchten (1960)
 
The Fall of the House of Usher (1966)
 
The Fall of the House of Usher (1981)
 
Die Rache des Hauses Usher (1982)
 
The Fall of the House of Usher (1982)
 
The House of Usher (1989)
 


Filmkritik: “Don’t Blink” (2014)

dont-blink-2014
 
 
 

DON’T BLINK

(LAST STOP)

Story

 
 
 
Ein erholsames Wochenende mit unerwarteten Folgen: Zehn Freunde wollen die stressige Woche in einem idyllisch gelegenem Berghotel ausklingen lassen. Leider hat der Kurzurlaub nur einen Haken. Wer hier eincheckt verschwindet nach wenigen Stunden spurlos …
 
 
 


 
 
 

DON’T BLINK – Kritik

 
 
 
Mystery-Fans und Freunde des eher seichten Gruselfilmchens aufgepasst: Mit DONT’T BLINK (was soviel heißt wie “Nicht blinzeln”) gibt es Nachschub für all jene, die gern beim Filmeschauen mitraten möchten. Der Regie-Neuling TRAVIS OATES hat hier einen Film gedreht, dessen Plot unverkennbar an die Werke eines STEPHEN KING und M.NIGHT SHYAMALAN erinnert und der offensichtlich von der Kultserie THE TWILIGHT ZONE inspiriert wurde. Unerklärliche Dinge passieren nämlich hier, die sich im Verlauf der kleinen Geschichte für alle Beteiligten zum Albtraum entwickeln. Im Mittelpunkt stehen zehn Freunde, deren Freundschaft auf eine harte Probe gestellt wird. Die wollten sich eigentlich ein gemütliches Wochenende in einem verschneiten Berg-Resort bereiten, werden aber dort mit seltsamen Vorkommnissen konfrontiert. Erst ist es die unheimliche Stille, die darauf schließen lässt, dass es hier oben nicht mit rechten Dingen zugeht – es sind keine Vögel zu hören und auch das Hotel scheint menschenleer zu sein. Später springen Autos nicht mehr an und nicht vorhandener Empfang der Handys bereitet Sorgen. Als dann auch noch Freunde spurlos verschwinden und sich offensichtlich in Luft auflösen, ist die Stimmung im Keller. Misstrauen wird geweckt und es kommt zu Konflikten innerhalb der Gruppe. Es scheint als gebe es nur einen Weg, dem plötzlichen Verschwinden entgegenzuwirken: nämlich nicht zu blinzeln.
 
TRAVIS OATES betritt mit seinem Mystery-Thriller Neuland. Bisher hatte er sich als “Ferkel”-Synchronstimme der letzten WINNIE PUUH-Trickabenteuer im Disney-Kinderprogramm einen Namen gemacht. Mit DON’T BLINK (der anfangs eigentlich LAST STOP heißen sollte) hat er nun seinen ersten, eigenen Film inszeniert, der sich dann doch eher an ein erwachsenes Publikum richtet und dem Zuschauer angenehme Gruselstimmung garantieren soll. Statt hektisch-blutiger Holzhammer-Taktik setzt OATES vermehrt auf zurückhaltend-subtilen Mystery, wobei um das Verschwinden der Freunde ein oftmals arg konstruiert wirkendes Mysterium gewebt wird, dass der Regisseur dann auch noch etwas zu unbeholfen in die Länge zieht. Nach dem “10-kleine-Indianer”-Prinzip verschwinden im Verlauf des Streifens alle zehn Freunde unter ominösen Umständen, deren Verbleib am Ende dann doch etwas schwammig erklärt und der Zuschauer mit einer Menge Fragen allein vorm Fernsehapparat zurückgelassen wird. Immerhin ist DON’T BLINK Indie-Horror auf anständigem Niveau, denn OATES konnte für seinen ersten Ausflug ins Horror-Genre einige bekannte Sternchen der amerikanischen Filmmaschinerie zusammentrommeln. Auf Schauspielebene bekommt man so einige durchaus passable Leistungen zu sehen, was in unabhängigen Low-Budget-Horrorfilmen keine Selbstverständlichkeit ist, werden hier meist Darsteller verheizt, die eher mit Optik statt durch Talent glänzen können. So durfte in diesem eher seichten Mysterie-Süppchen das einstige Teenie-Idol BRIAN AUSTIN GREEN endlich mal unter Beweis stellen, dass in ihm doch ein ganz anständiger Schauspieler schlummert, der sein Talent sprichwörtlich für trivialen TV-Murks wie BEVERLY HILLS 902010 oder DESPERATE HOUSEWIVES vergeudet hat. In DON’T BLINK mimt er den bedachten und stillen Helden, der die Gruppe zusammenhält und unnötige Konflikte unter den Freunden zu verhindern versucht. Kein Mann der großen Worte: zurückhaltend und wortkarg. Und dennoch bemerkenswert, bekommt der Zuschauer hier wohl GREENS beste Leistung seines bisherigen Schauspieldaseins vor die Linse, die dem eher mittelmäßigen Streifen zu durchschnittlichen fünf FILMCHECKER-Punkten verhilft.
 
 
 


 
 
 

DON’T BLINK – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
STEPHEN KING meets TWILIGHT ZONE – Ein gruseliger Indie-Thriller, für Liebhaber der unheimlichen TWILIGHT ZONE-Kultserie. DON’T BLINK ist dennoch kein Genre-Highlight, dafür fehlt dem recht gemach erzählten Grusler einfach ein kreativ erdachter Twist mit “Aha”-Effekt, um mächtig Eindruck hinterlassen zu können. Statt dem Zuschauer jedoch eine unerwartete Wendung mit plausibler Erklärung zu liefern, überlässt Regisseur TRAVIS OATES die Auflösung der Phantasie des Zuschauers. Der dürfte sich jedoch nach dem Abspann etwas veralbert fühlen, hat er doch knapp 90 Minuten Lebenszeit für eine schwammig inszenierte und auf Spielfilmlänge aufgeblasene TWILIGHT Zone-Episode vergeudet, die nicht einmal Antworten liefert. Somit bleibt ein unbefriedigendes Mystery-Filmchen, das wohl besser als TV-Film im Fernsehen aufgehoben wäre, statt dem zahlungswilligen DVD-Käufer das Geld aus der Brieftasche zu ziehen. Daher: Augen auf beim Filmekauf!
 
 
 


 
 
 

DON’T BLINK – Zensur

 
 
 
Ein Protagonist wird angeschossen, ein anderer steckt sich aus Verzweiflung eine Waffe in den Mund und drückt ab. Gorehounds wird das aber gar nicht schmecken, denn die Kamera schwenkt in diesen Momenten weg. Demzufolge dürfte die FSK mit DON’T BLINK keine Probleme haben. Der Film wird aller Wahrscheinlichkeit nach bereits für 16-Jährige freigegeben werden.
 
 
 


 
 
 

DON’T BLINK – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The House of the End Times (2013)
 
Barricade (2012)
 
Mine Games (2012)
 


Filmkritik: “Still 2 – Tai Hong Tai Hien” (2014)

Tai-Hong-Tai-Hien-still2-2014
 
 
 

STILL 2

(TAI HONG TAI HIEN)

Story

 
 
 
Eine weitere Kurzgeschichtensammlung aus Thailand: In vier unheimlichen Halbstündlern, wird von rachsüchtigen Geistern berichtet, die sich nicht grundlos an den Lebenden vergehen …
 
 
 


 
 
 

STILL 2 – Kritik

 
 
 
Die Thailänder produzieren fleißig Anthologien. Neben 4BIA (2007), dessen Fortsetzung PHOBIA 2 (2009) und dem vor einigen Jahren veröffentlichten TAI HONG (2010) folgt Letzterem nun auch ein Sequel, welches man für den internationalen Filmmarkt zum besseren Verständnis in STILL 2 (Originaltitel: TAI HONG TAI HIEN) umbenannt hat. Wie bereits im Vorgänger werden erneut vier Kurzgeschichten in den Fokus gerückt, die von tatsächlichen Schlagzeilen aus der thailändischen Presse inspiriert wurden und dem Zuschauer nun wohlverdiente Schauer in Form einer unheimlichen Gruselsammlung garantieren sollen. Mit knapp zwei Stunden ist die dann aber auch recht lang geraten, was nicht immer von Vorteil sein muss – vor allem dann nicht, wenn der Qualitätsgehalt der einzelnen Geschichten eher durchwachsen ist. Nach einem vielversprechenden und knackig inszenierten Einstieg geht STILL 2 nämlich erst einmal die Puste aus. Was folgt ist typisch asiatisches Geister-Einerlei dem es vor allem an einem mangelt: Originalität. Der Zuschauer bekommt die Wut zorniger Geister zu spüren, die selbstverständlich immer dann ganz unbemerkt vor die Kamera sausen, wenn es der Horror-Freund nicht erwartet hat. So dürfte das Nervenkostüm all jener reichlich strapaziert werden, die mit Asia-Horror bisher noch nicht so oft zu tun gehabt haben. Kennt man stattdessen die wichtigsten Geisterfilme aus Fernost, verlieren auch die wenigen Schreckmomente im Film an Wirkung, schließlich läuft das konventionelle Erschrecken hier nach bekanntem Schema ab und hat nicht selten mit Vorhersehbarkeit zu kämpfen. Immerhin hält man in dieser Horror-Anthologie Abstand von nervigen Gören, die aus Brunnen und TV-Apparaten krabbeln. Pitschnasse und stinkwütende Geisterplagen haben seit den RINGU-Erfolgen in den 90ern ziemlich oft für Chaos im asiatischen Horror-Kino gesorgt. Mittlerweile scheint der internationale Filmmarkt genug davon gesehen zu haben, so dass die Zahl jener Spukfilme rückläufig geworden ist. In STILL 2 wandeln die etwas anderen Geister durchs Heimkino, welche oftmals sogar mit Zombies gleichzusetzen sind, da sie hier in jener körperlichen Verfassung durch die Kulisse spuken, wie sie letztendlich den Tod gefunden haben. Bis auf die Optik hat sich aber auch in thailändischen Geisterfilmen nicht viel geändert. Nach wie vor beschränkt sich auch hier ihr körperloses Dasein auf das Rächen und Töten. Da den rastlosen Seelen zu Lebzeiten Schlimmes angetan wurde dürfte verständlich sein, dass nun Vergeltung ausgeübt werden muss, um endlich Ruhe finden zu können.
 
Interessanterweise haben die vier thailändischen Regisseure ihre ganz eigene Methode entwickelt, wie sie die vier Rachegeschichten an den Zuschauer bringen wollen. So macht es Regisseur THAMMANOON SAKULBUNTHANOM subtil, während es THANADOL NUALSUTH mit seinem Segment blutig bevorzugt. STILL 2 bietet die gewohnte Abwechslung, die Horror-Anthologien nun mal ausmachen – auch wenn die Grusel-Fortsetzung mit ihrem recht trägen und gemächlichen Tempo nicht unbedingt zu den Schnellsten dieser Gattung von Filmen gehört.
 
Los geht es mit dem subtilen und wohl besten Segment der gesamten Sammlung namens “14”. Das wurde von THAMMANOON SAKULBUNTHANOM solide aber spannend in Szene gesetzt und erzählt von der Büroangestellten Ant, die nach zig Überstunden entscheidet am späten Abend mit einem Sammel-Taxi nach Hause zu fahren, weil ihr betrügender Boy-Friend Pope mal wieder andere Frauen im Kopf hat, statt die eigene Freundin von der Arbeit abzuholen. Nachdem Ant im Taxi Platz genommen hat, entwickelt sich für sie die Heimfahrt zum Albtraum, schließlich folgt ihr ein rachsüchtiger Geist auf Schritt und Tritt mit dem nicht gut Kirschen essen ist.
 
Weiter geht es mit einem eher überzogenen und bewusst um Slapstick bereicherten Beitrag von ACHIRA NOKTHET. Der berichtet in seinem “16” von drei pubertären Kids, die sich in einem mysteriösen Bordell mit “Nr. 16″ vergnügen wollen – einer attraktiven Dame, die wohl nicht ganz freiwillig hier Freiern ihre Dienste anbieten muss. Als die Teenager dem Mädchen zur Flucht verhelfen wollen, geht einiges schief.
 
Den leichten Lachern folgt die wohl zäheste Geschichte der Anthologie. Regisseur POJ ARNON begleitet in “15” einem adretten Helden in ein Hotelzimmer mit gleicher Nummer. Dort geht es nicht mit rechten Dingen zu, denn in jüngster Vergangenheit hat sich hier Tragisches ereignet. Bald schon wird die Aufmerksamkeit eines ruhelosen Geistes auf den Plan gerufen, der in den Räumlichkeiten ein grausames Ende gefunden und mit dem neuen Hotelgast noch ein Hühnchen zu rupfen hat.
 
Nach klassischem Geiserspuk geht es ins Finale, wo STILL 2 noch einmal zu Hochtouren aufläuft. Hier kommen sogar Fans blutiger Metzelstreifen auf ihre Kosten, denn der abschließende “13” geizt nicht mit unangenehmen Schauwerten. THANADOL NUALSUTH erzählt hier von der ermordeten Kin, die als Geistergestalt in die Welt der Lebenden zurückkommt, weil ihr Freund sie brutal getötet und in eine Kiste gequetscht hat. Da die Ermordete mit ihrem unfreiwilligen Ableben gar nicht einverstanden ist, macht sie genau das, was wohl jeder Geist in ihrer Situation tun würde: sie folgt ihrem mörderischen Freund auf Schritt und Tritt und quält ihn durch die Filmhölle, damit dieser die gleichen Qualen zu spüren bekommt, die sie selbst einst erdulden musste. Was folgt ist nichts für Zartbesaitete. Es werden Zähnen mit Hilfe eines Teppichmessers abgesägt, Arme gebrochen und Zungen zerfetzt – den Splatterfan freut es.
 
Vier Geschichten über Liebe, Hass, Enttäuschung und Tod. STILL 2 erzählt vom Schmerz der Liebe und rastlosen Seelen, die zwischen Dies- und Jenseits wandeln, um auch nach dem Tode dem Pfad der Liebe folgen zu können. Das Regie-Quartett schielt mit STILL 2 nach ähnlich gestrickter Ware wie V/H/S 2 oder THE ABC’S OF DEATH, die aus der Horrorfilmwelt mittlerweile nicht mehr wegzudenken sind. Im Unterschied zu den bekannten Anthologie-Erfolgen aus Übersee verblasst STILL 2 dagegen deutlich, denn dazu mangelt es dem Streifen einfach an richtigen guten Ideen und Tempo, um im Gedächtnis bleiben zu können. Auch wenn sich thailändische Mädchen an den sportlichen Knaben im Film vermutlich nicht sattsehen konnten (STILL 2 wurde offensichtlich für ein jüngeres Publikum gemacht), dürften hiesige Filmfans trotz blutigem Rot und einigen Schreckmomenten nur ein müdes Lächeln für diese Grusel-Anthologie übrig haben. STILL 2 ist verschenktes Potenzial und leider nur Durchschnittshorror.
 
 
 


 
 
 

STILL 2 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein stimmiger Mix aus Blut, Schocks und Gänsehaut. Die Fortsetzung des thailändischen Horrorerfolgs TAI HONG (2010) ist typisch asiatisches Geisterkino, das vorwiegend vom subtilen Angstmachen lebt. In vier vollkommen unterschiedlichen Geschichten wird von rachsüchtigen Geistern berichtet, die mit der Liebe abgerechnet haben und nun Vergeltung für das fordern, was ihnen von den Partnern zu Lebzeiten angetan wurde. Wie in Anthologien üblich, unterscheiden sich die Segmente von der Machart, schließlich steckt hinter jedem Halbstündler ein anderer Regisseur. Die versuchen mit individueller Handschrift etwas Abwechslung in die Horror-Sammlung zu bringen. Gelungen ist ihnen das nur bedingt, denn das Erzähltempo ist teils ziemlich langsam, so dass STILL 2 vor allem in der Halbzeit mit einigen Längen zu kämpfen hat. Immerhin gibt es neben subtilen Gänsehautmachern auch deftige Hausmannskost zu bestaunen. Die letzte Geschichte geizt nämlich nicht mit unangenehmen Schauwerten. So bietet STILL 2 unterm Strich für jeden etwas, bleibt aber trotzdem nur Durchschnittsware, schließlich will man partout nicht das Gefühl loswerden wollen, dass man das hier Gebotene schon irgendwo mehrfach gesehen hat.
 
 
 


 
 
 

STILL 2 – Zensur

 
 
 
Geschichte Nummer vier reißt alles heraus. Hier werden ziemlich derbe Spezialeffekte gezeigt, die STILL 2 in der deutschen Fassung eine KJ-Freigabe bescheren dürften. Insofern sich ein Verleih daran wagt den Film hierzulande zu veröffentlichen (asiatische Horrorfilme finden bekanntlich immer seltener den Weg in deutsche Händlerregal), wird STILL 2 erst für ein erwachsenes Publikum freigegeben werden – ungeschnitten!
 
 
 


 
 
 

STILL 2 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tom Holland’s Twisted Tales (2013)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
The Penny Dreadful Picture Show (2013)
 
5 Senses of Fear (2013)
 


Filmkritik: “The Midnight Game” (2013)

The-Midnight-Game-2013
 
 
 

THE MIDNIGHT GAME

Story

 
 
 
Fünf Kids probieren das MIDNIGHT GAME aus – ein angeblich heidnisches Ritual, dessen Anleitung Shane (Guy Wilson) im Internet gefunden hat. Bald schon kommt der Midnight-Man zu Besuch und hält den übermütigen Teenagern die eigenen Ängste vor Augen. Mit ungeahnten Folgen …
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT GAME – Kritik

 
 
 
Seit jeher übt das Ouija-Brett in Horrorfilmen eine nahezu unbeschreibliche Faszination aus. Doch leider wissen dessen Benutzer nur selten über die korrekte Nutzung bescheid, weil die Anleitung zur Kontaktaufnahme mit dem Jenseits meist nicht gründlich studiert wird. Die Katastrophe ist demnach schon vorprogrammiert, was dem Horror-Fan geradezu recht scheint, sucht der doch in solchen Filmen den obligatorischen Gänsehaut-Kick. Während das Hexenbrett im Genre meist unachtsamerweise als okkultes Spielzeug auf Partys Verwendung findet, erfreuen sich allerhand andere unheimliche Spiele und Rituale im Genre großer Beliebtheit. Die Beschwörung der “Bloody Mary” dürfte wohl hier immer noch zu den bekannteren Zeitvertreiben gehören, mit der sich nun schon einige Filmemacher beschäftigt haben und die schon unzähligen Filmhelden das Leben gekostet hat.
 
Regisseur und Drehbuchautor A.D. CALVO erweitert die Reihe an okkulten Spielereien um das sogenannte “Mitternachtsspiel”, das angeblich auf ein heidnisches Ritual zurückzuführen ist, bei dem Gesetzlose und Ungläubige bestraft werden sollten. Ob es einen derartigen Ritus wirklich gegeben hat, lässt sich an dieser Stelle nicht klären. Wir gehen davon aus, dass eine derart haarsträubende Legende wohl in den Weiten des Internets geboren wurde. Fakt jedoch ist, dass CALVO mit seinem THE MIDNIGHT GAME einen durchaus annehmbaren Vertreter der Gattung Dämonen-Horror gemacht hat, dessen Heimkino-Fassung man sich an einem trüben Herbstabend gern einmal in den Player legen kann, um sich angenehm gruseln zu lassen.
 
Fünf Freunde werden in THE MIDNIGHT GAME zur Jagdbeute des dämonischen Midnight-Mans, der aus jugendlicher Neugierde heraufbeschworen wird, weil Schul-Quarterback Shane (GUY WILSON) im Internet darüber gelesen hat. Als die Eltern unterwegs sind lädt Kaitlan (RENEE OLSTEAD) die besten Freunde zu sich nach Hause ein, um bei Bier und flotten Sprüchen etwas Abstand vom stressigen High-School-Alltag gewinnen zu können. Es dauert nicht lang und Begeisterung kommt auf, als Shane vom MIDNIGHT GAME spricht und es vorschlägt zu spielen. Es werden Kerzen aufgestellt, das Licht gedimmt und die Spielregeln erklärt. Ein jeder erhält die Aufgabe sich zu seinen Ängsten zu bekennen und den Schein seiner Kerze im Auge zu behalten. Erlischt diese, muss sie binnen von zehn Sekunden erneut entzündet werden. Gelingt dies nicht, bietet ein Kreis aus Salz Schutz vor der Heimsuchung des Midnight-Mans, die erst dann ein Ende findet, wenn die Uhr 3.33 geschlagen hat. Selbstverständlich kommt wieder alles anders, als es die Freunde erwartet haben. Die Unachtsamkeit der Kids hat zu Folge, dass die paranormale Beschwörungssause aus dem Ruder läuft. Erst ist es Jenna (VALENTINA DE ANGELIS), die sich plötzlich seltsam verhält. Später verschwindet Jeff (SPENCER DANIELS) unter mysteriösen Umständen, was die Gruppe stutzig werden lässt. Als Rose (SHELBY YOUNG) auch noch seltsame Todesvisionen erhält und ein groteskes Ding durch die Flure huschen sieht, sind sich alle einig: Die Legende vom Midnight-Man ist bittere Realität und der Dämon will die Rufenden mit ihren schlimmsten Ängsten konfrontieren.
 
Mit seinem unsäglich miserablen Besessenheits-Gähner HOUSE OF DUST (2013) hat sich Macher A.D. CALVO keinen Gefallen getan. Statt zu Gruseln hat er dem Zuschauer mit seiner spannungsarmen Inszenierung das Einschlafen erleichtert. Umso erfreulicher, dass er aus den Fehlern gelernt hat und in THE MIDNIGHT GAME mehr Sorgfalt hat walten lassen. Das Grauen wird hier klassisch heraufbeschworen, was trotz der offensichtlichen Vorhersehbarkeit relativ gut gelingt, zumal die Geschehnisse in THE MIDNIGHT GAME von permanentem Gegrummel untermalt werden, so dass durchaus angenehme Gruselstimmung bewirkt werden kann. Erst ist es leises Poltern, das die Kids verunsichern lässt. Bald schon bewegen sich Möbel wie von Geisterhand und gespenstische Schatten huschen durch die Gänge. Eigentlich beliebiges Geisterkino, wäre da nicht ein halb-Mensch-halb-Widder-artiges Teufelswesen, das den Teenagern das Fürchten lehrt und zweifeln lässt, dass der Midnight-Man nur Aberglaube ist. Schauderhafte Todesvisionen lassen einen Hauch FINAL DESTINATION aufkommen und veränderte Verhaltensmuster lassen auf Besessenheit schließen. In THE MIDNIGHT GAME ist wahrlich viel los, denn A.D. CALVO streut die gängigen Mixturen diverser Sub-Genres in die überschaubare Handlung, ohne den Überblick zu verlieren. Die vielfältige Kombination funktioniert tadellos, denn THE MIDNIGHT GAME hat zwei Pluspunkte: Ein straffes Drehbuch und Atmosphäre. Letztere bewirkt ein permanentes Gefühl des Unbehagens, das vor allem durch gute Kameraarbeit bewirkt werden kann, die in Kombination mit einem subtilen Score schnell ein beklemmendes Gefühl der Angst heraufbeschwört. Dabei wird das Geschehen durch verschiedene Kamerawinkel dokumentiert, das im Falle von THE MIDNIGHT GAME recht schnell an Fahrt gewinnt, obwohl die Kamera seinen Helden mit eher behäbigen Tempo folgt. Letztendlich hinterlässt CALVOS Streifen gerade aufgrund der eher zurückhaltend eingesetzten Schreckmomente und dem Verzicht auf Gore und Spezialeffekte einen durchweg positiven Gesamteindruck. Der Film ist zwar mit kurzen 75 Minuten knapp bemessen; in Anbetracht der stimmungsvollen und atmosphärischen Machart ist er ähnlich gestrickten Low-Budget-Horrorfilme einen großen Schritt voraus.
 
Am Ende ist man doch überraschter als erwartet. Nicht nur, dass der Film durch einen geschickt platzierten Twist eine ungeahnte Wendung erlebt; der anfänglich austauschbare Teenager-Spuk entwickelt sich recht flott zu unterhaltsamen Gruselfutter, das trübe Herbsttage angenehm schaurig versüßt.
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT GAME – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Stimmungsvoller Mystery-Thriller, der mehr Wert auf Atmosphäre legt, als seine Protagonisten möglichst derb und schaufreudig über die Klinge springen zu lassen. Regisseur A.D. CALVO ist mehr daran interessiert, ein beklemmendes Gefühl der Angst heraufzubeschwören, als möglichst viel grafische Gewalt auf der Mattscheibe zu zeigen. Nach dem miserablen HOUSE OF DUST ist ihm das zu allem Erstaunen auch noch recht gut gelungen, denn der Filmemacher beherrscht plötzlich die Fähigkeit Atmosphäre zu schaffen – etwas, was man in seinen bisherigen Werken leider schmerzlich vermisst hat. THE MIDGNIGHT GAME ist ein kleiner, kurzweiliger Gruselfilm, der aus Versatzstücken diverser Sub-Genres besteht und daraus etwas eigenes macht. Dreister Ideenklau wird zwar von Horror-Fans meist mit Ignoranz bestraft; im Falle von THE MIDNIGHT GAME darf man dennoch gern einen Blick riskieren.
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT GAME – Zensur

 
 
 
In Amerika wurde THE MIDNIGHT GAME mit einem “Rated R” abgestraft. Ganz so hart dürfte es den Streifen hierzulande jedoch nicht treffen, denn wirklich brutal ist das Schauermärchen nicht. Es wird eine ziemlich unangenehme Szene gezeigt, in der eine der Protagonistinnen mit einem Auto überrollt wird. Des Weiteren bekommen wir einen abgetrennten Kopf zu sehen und eine Heldin, die sich mit einem Seil im Gästezimmer erhängt. Das reicht für eine ungeschnittene FSK 16!
 
 
 


 
 
 

THE MIDNIGHT GAME – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I am ZoZo (2012)

The Ouija Experiment (2011)

Bloody Mary (2006)

Candyman’s Fluch (1992)


Filmkritik: “Honeymoon” (2014)

honeymoon-2014
 
 
 

HONEYMOON

Story

 
 
 
Von der Stadt hinaus aufs Land: Das junge New Yorker Paar Bea (Rose Leslie) und Paul (Harry Treadaway) verbringen die Flitterwochen in einer kleinen Hütte draußen am See. Doch die romantische Zweisamkeit schlägt in pures Grauen um, als Bea eines Nachts verschwindet und sich danach wie ausgewechselt verhält …
 
 
 


 
 
 

HONEYMOON – Kritik

 
 
 
Wenn ein frisch vermähltes Paar fernab der Zivilisation die Flitterwochen verbringt, kann es im Horrorfilm schon einmal vorkommen, dass deformierte und geistig zurückgebliebene Hinterwäldler überraschend zum Kaffee erscheinen und sich ungefragt an der nichtsahnenden Ehegattin vergehen. In HONEYMOON laufen die Dinge diesmal jedoch anders. Ungewöhnlicherweise hat diesmal eine Frau auf dem Regiestuhl Platz genommen, was ja im Genre schon zu einer Seltenheit gehört, werden Horrorfilme doch meist eher von Männern inszeniert. LEIGH JANIAK traut sich was. Nicht nur, dass sie neben der Regie auch gleich für das Schreiben des Drehbuchs verantwortlich zeichnet; die Filmemacherin pfeift zudem auf gängiges Backwood, Slasher- und Terror-Geschrei, das in den letzten Jahren ziemlich oft Handel und Videotheken unsicher gemacht hat. Nach Arbeiten am Hollywood-Kitsch SPIEGLEIN, SPIEGLEIN (2012) mit der Roberts in der Hauptrolle sowie am Found-Footage-Ausflug EUROPA REPORT (2013) wollte sie wohl endlich mal etwas eigenes auf die Beine stellen. Mit HONEYMOON gibt JANIAK ihr Regiedebüt, das für ein Erstlingswerk auch noch beeindruckend souverän umgesetzt wurde, denn die Regisseurin schafft es mit ihrem ersten Langfilm ohne Weiteres, dem Zuschauer das Eheversprechen zu vermiesen.
 
HONEYMOON handelt von Bea (ROSE LESLIE) und Paul (HARRY TREADAWAY), die hier von zwei jungen und für Indie-Verhältnisse bemerkenswert talentierten Schauspielern verkörpert werden, deren Rollen nicht besser hätten besetzt werden können. Das Paar hat frisch geheiratet und will nun in einer Hütte im Wald die verdienten Flitterwochen verbringen. Bea hat hier im Ferienhaus der Eltern als Kind ziemlich viel Zeit verbracht und fühlt sich inmitten von Wäldern und Seen gleich wieder an die Kindheit zurückerinnert. Doch die trügerische Idylle führt bald zu einer Katastrophe. Als Bea eines Nachts unter mysteriösen Umständen verschwindet und vom Ehegatten Paul im Wald aufgelesen wird, nehmen die Dinge ihren Lauf. Erst sind es lapidare Erinnerungen, mit denen die Ehegattin nichts mehr anzufangen weiß. Später muss sie sich Namen und Geburtsdaten in hier Notizbuch kritzeln, damit sie sie nicht wieder vergießt. Als ihr dann auch noch die Lust am Beischlaf vergeht und sich seltsame Bisswunden am Oberschenken abzeichnen, will Paul nur noch eins: weg aus der Einöde und zurück in die Stadt. Leider sind die Autoschlüssel verschwunden und Bea scheint irgendwas vor ihrem Partner verheimlichen zu wollen, was das Vertrauen der frischgebackenen Eheleute auf eine harte Probe stellt und vor allem Paul an die Grenze zum Wahnsinn treibt.
 
Erstaunlich blutleer geht’s in HONEYMOON zu, denn JANIAK hat was zu erzählen, was in Zeiten trivialen Fast-Food-Horrors besonders hervorzuheben gilt. Statt Mord- und Totschlag hat die Regisseurin an einer eigenen Geschichte gefeilt, die nicht gleich mit der Tür ins Haus fällt und den Zuschauer lang im Dunkeln tappen lässt. Dabei lässt sich die Filmemacherin viel Zeit für die Entwicklung ihrer Helden, deren Beziehung aufgrund der rätselhaften Umstände zu zerbrechen droht. Die warm vertraute Liebelei zwischen den beiden Protagonisten schlägt nämlich bald in befremdliches Grauen um, denn Paul erkennt, dass seine eigentlich ihm vertraute Gattin wie ausgetauscht handelt und nicht mehr die selbe scheint, die er eigentlich geheiratet hat. Beth wirkt abweisend, ja fast schon verstört und ihre subtile Wandlung lässt anfangs viele Vermutungen offen, was wohl passiert sein könnte. Lang bleibt ungewiss, wohin HONEYMOON den Zuschauer führen wird, denn die Ursachen der Umstände lassen sich so schnell nicht erahnen. JANIAK zögert die Auflösung des Spuks bewusst weit hinaus, was dem Spannungsbogen des Films durchaus förderlich ist. Dabei gelingt es der Regieanfängerin eine unangenehm-bedrohliche Atmosphäre aufzubauen, die sie mit viel Geschick um ihre mysteriöse Geschichte webt. Schnell schlägt zuckersüßes Liebesgeschwätz in subtilen Hütten-Horror um, an dem selbst Body-Horror-Mitbegründer DAVID CRONENBERG (DIE FLIEGE, RABID) seinen Freude haben dürfte, schließlich wird das intensiv gespielte Kammerspiel im Finale um unangenehme Spezialeffekte ergänzt. Die sind zwar durchweg eklig anzuschauen, werden aber bewusst dezent eingesetzt, um das Treiben nicht im plumpen Schockeffekte-Gewitter zu ertränken.
 
Auch wenn das Ende im direkten Vergleich zur clever aufgebauten Geschichte etwas sehr trivial und unspektakulär daherkommt, hat Macherin LEIGH JANIAK mit ihrem Erstwerk eindrucksvoll bewiesen, dass auch Frauen das Zeug haben, sehenswerte Gruselschocker zu stricken. HONEYMOON ist spannend, atmosphärisch und dazu noch gut gespielt. Für einen Horrorfilm unverzichtbare Attribute, die man in vielen Genrewerken jüngeren Datums mit der Lupe suchen muss. Wir meinen: Sehenswerter Erstling und uneingeschränkt empfehlenswert!
 
 
 


 
 
 

HONEYMOON – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Subtiler Body-Horror an dem selbst CRONENBERG seine Freude haben dürfte. HONEYMOON ist ein ungemütlicher Ekel-Albtraum, der frischen Wind ins Horror-Genre bringt. So simpel die Geschichte, so bemerkenswert souverän ist die Umsetzung. Regisseurin LEIGH JANIAK hat hier ihren ersten Spielfilm gemacht und gleich einen Grusel-Hit gelandet. Ihr subtiles Kammerspiel setzt nicht auf plumpe Schockeffekte und blutreichen Splatter-Reigen. Stattdessen geht die Newcomerin psychologischer und atmosphärischer zugange und bebildert mit erstaunlich dramaturgischem Geschick und durch unangenehm-bedrohlichen Bilder den langsamen Zerfall einer eigentlich innigen Liebelei. Daher: Mysteriöser Zu-Hause-Horror par excellence, der sich nicht so einfach durchschauen lässt. Großartig!
 
 
 


 
 
 

HONEYMOON – Zensur

 
 
 
Außer etwas Blut, dass aus dem Geschlechtsteil von Protagonistin Beth tropft und einigen ekelhaften Schleimeffekten gibt es in HONEYMOON kaum nennenswerte Gewalt zu sehen. Der Fokus des Films liegt klar auf subtiles Grauen. Demnach dürfte HONEYMOON hierzulande die FSK unbeschadet mit FSK16 passieren.
 
 
 


 
 
 

HONEYMOON – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Thanatomorphose (2012)
 
Contracted (2013)
 
Alien Abduction (2014)
 
Die Fliege (1986)
 
Body Snatchers – Angriff der Körperfresser (1993)


Filmkritik: “Mr. Jones” (2013)

Mr.-Jones-2013
 
 
 

MR. JONES

Story

 
 
 
Filmemacher Scott (JON FOSTER) ist mit seiner Freundin Penny (SARAH JONES) in den örtlichen Wäldern unterwegs. Man arbeitet an einer Naturdokumentation und ist miserabler Stimmung, da Penny einen lukrativen Job an den Nagel gehängt hat, um ihrem arbeitsblockierten Lover bei den Dreharbeiten zur Seite zu stehen. Es macht das allgemeine Befinden nicht besser, als Scott mitten im Forst Opfer eines Diebes wird und man sich auf die Suche nach den entwendeten Dingen machen muss. Die Schnitzeljagd durch den unangenehmen Wald führt die beiden zu einer verlassenen Hütte, Eigentümer der Mister Jones des Titels, ein äußerst öffentlichkeitsscheuer Kunstschaffender, der hier unheimliche Figürchen und Gegenstände hortet, die er willkürlich an ihm fremde Menschen sendet. Scott ist begeistert von der Aussicht auf eine Dokumentation über den ominösen Künstler und macht sich auf die Suche nach Betroffenen oder zumindest Zeugen dessen Existenz. Doch niemand hält all zu viel vom Plan, den Mystery Man zum Sujet einer Zurschaustellung vor breitem Publikum zu machen. Im Gegenteil – Warnungen werden ausgesprochen.
 
 
 


 
 
 

MR. JONES – Kritik

 
 
 
Regisseur KARL MUELLER unternimmt in seinem Langfilmdebüt ein interessantes Experiment. Er nimmt die Grundlagen des legendären Found-Footage-Ahnen THE BLAIR WITCH PROJECT, also die Urangst vor Dunkelheit und unbekannten Wäldern, angedeutete oder im Ansatz erklärte Lokalmythologie und kombiniert sie mit der surrealistischen Erzählweise eines DAVID LYNCH. Wie dieses große Vorbild bedient sich Mueller bei den Tempos und der Logik, wie sie der Zuschauer am ehesten im Horrorkino des eigenen Unterbewusstseins, gemeint ist der Alptraum, erfahren haben dürfte. Dazu kommen autobiographische Elemente wie Kindheitserinnerungen aus dem ländlichen Minnesota, einem Bundesstaat im amerikanischen Mittelwesten, der in seinen pastoralen Landschaften voller endloser Wälder und den namensgebenden „tausend“ Seen schon fast etwas nordeuropäisches hat. Das Bild der Waldhütte voller seltsamer Gegenstände und auch präparierter Tierkadaver konnte Mueller direkt von hier projizieren, war ihm doch ein Einsiedler bekannt, der in einem solchen Verschlag hauste. Realer Horror bietet noch immer noch den idealen Grundstock, ob für Mainstream-Reißer oder Independent-Kino. Dort vermutlich sogar noch stärker. Schauspielerisch macht MR. JONES eine Menge richtig. Die Besetzung übertreibt nicht, nimmt den Zuschauer so nahtlos mit in das Spannungsfeld zwischen Horror und Alptraum. Natürlich – aber das ist wohl klar – darf man sich auch diesen Film nicht auf Deutsch ansehen. Die Sychronfassung ist gewohnt grauenhaft. Die Interviewsegmente sind gelungen und stellenweise in ihrer nahe am bewunderten BLAIR WITCH PROJECT orientierten Stimmung authentischer als in vergleichbaren Genrebeiträgen. Den beliebten und doch weitestgehend überschätzten Psychiatrieschocker GRAVE ENCOUNTERS möchte ich hier zum Vergleich erwähnt haben. Was MR. JONES am eindeutigsten über das Gros der noch immer Beliebten Pseudorealitäts-Horrorfilme hebt, ist die erwähnte Beschäftigung mit der auf Bild gebannten Alptraumästhetik eines DAVID LYNCH.
 
 
 


 
 
 

MR. JONES – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Bildschweres Independent-Genrekino aus den verhexten Wäldern Nordamerikas. Als wenn das Gehölz von DAVID LYNCH’S TWIN PEAKS noch mehr schwarze Hütten zu bieten gehabt hätte als die Black Lodge.
 
 
 


 
 
 

MR. JONES – Zensur

 
 
 
MR. JONES ist ein subtiler Found-Footage-Streifen gänzlich ohne Blut und Gewalt. Die hiesige Filmfassung wurde daher von der FSK bereits Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben.
 
 
 


 
 
 

MR. JONES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Mr.-Jones-Blu-ray

(c) UNIVERSUM FILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mr. Jones; USA 2013

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 – @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 29.08.2014

 

Mr. Jones [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

MR. JONES – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Possession of Michael King (2014)
 
The Devil Incarnate (2013)
 
Willow Creek (2013)
 
Afflicted (2013)
 
Absence (2013)
 
Apollo 18 (2011)
 


Filmkritik: “The Devil Incarnate” (2013)

the-devil-incarnate-2013
 
 
 

THE DEVIL INCARNATE

(COPIII: THE 1ST ENTRY)

Story

 
 
 
Die Frischvermählten Holly und Trevor Davidson reisen für Ihre Flitterwochen nach Miami. Unterwegs machen sie in Cassadaga Halt, um sich dort von einer Hellseherin die Zukunft voraussagen zu lassen. Als sie einem Landstreicher begegnen, der wirres Zeug faselt und die beiden zur verrückten Vjestica lotst, nehmen die Ereignisse eine unerwartete Wendung: Holly ist plötzlich schwanger und das Familienglück nahezu perfekt. Leider ist die Freude nicht von langer Dauer, denn die werdende Mutter beginnt sich zu verändern und scheint dem Wahnsinn nahe zu sein …
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL INCARNATE – Kritik

 
 
 
Nach der Zombie-, Folter-, Geister- und Found-Footage-Welle scheint es an der Zeit zu sein, ein neues Thema aus der Horror-Mottenkiste zu kramen, um es dann möglichst gewinnbringend zu Tode zu filmen. Lang mussten die Filmemacher hierfür nicht suchen, schließlich sind die besten Filmideen jene, die vor Jahrzehnten schon einmal die Kassen haben klingeln lassen. Der neue Trend im Horrorfilm nennt sich Okkultismus – ein Phänomen, das bereits in den 1970ern durch die Filmlandschaft geisterte und die Menschen scharenweise in die Lichtspielhäuser locken konnte, weil Themen wie die Wiedergeburt Satans, Besessenheit und Exorzismus faszinierten. Die Folge dessen waren Meilensteine des modernen Horrorkinos, die manchen kommenden Regisseur in seinem Schaffen beeinflussten. Ganz ähnlich dürfte es auch dem Nachwuchsregisseur L. GASTAVO COOPER ergangen sein, der sich für seinen THE DEVIL INCARNATE gleich mal bei zwei der ganz großen Klassiker jener Dekade bedient und rigoros beim EXORZIST (1973) und Polanskis ROSEMARIES BABY (1968) stibitzt hat, um daraus faden Budenzauber machen zu können. Ähnlich wie im Kino-Flop THE DEVIL’S DUE oder dem hier kürzlich besprochenem DELIVERY: THE BEAST WITHIN (2013) begleitet der Zuschauer ein frisch verheiratetes Paar durch die Höhen und Tiefen einer Schwangerschaft. Die frohe Kunde vom Nachwuchs entwickelt sich leider rasch zum Albtraum.
 
Eigentlich braucht man THE DEVIL INCARNATE nicht gesehen haben, um voraussagen zu können, was in diesem Okkult-Thriller passieren wird. Filmneuling L. GASTAVO COOPER arbeitet nämlich etwas arg verkrampft jene Klischees ab, die man nun mal in einem so gelagerten Horrorstreifen erwarten würde. Deja-vu-Momente am laufenden Band sind garantiert, wenn die schwangere Filmheldin seltsame Dinge tut, die Gleichgesinnte mit Nachwuchs im Bauch eigentlich niemals veranstalten würden. Erst sind es unkontrollierbare Wutausbrüche, die die werdende Mutter (GRACI CARLI) quälen. Später gesellen sich zu vulgären Gesten fremde Sprachen, die die Schwangere in der Badewanne vor sich her säuselt, und der Schwester des Gatten reichlich Gänsehaut beschert. Letztere ist in THE DEVIL INCARNATE Hauptidentifikationsfigur. Dank Wikipedia kommt sie dem Geheimnis um die verhaltensauffällige Schwägerin recht schnell auf die Schliche, die am Ende mit einem der wohl kürzesten Exorzismen der Filmgeschichte von ihrem Leid erlöst werden kann.
 
L. GASTAVO COOPER bedient sich für sein Erstwerk rumänischer Folklore, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht und von dem Pakt zwischen Alina Patkavior und einem Rachedämon erzählt. In der Legende von COPIII PIERDERE wird von der vergewaltigten Tochter einer Dorfhexe berichtet, die ihre ungewollte Leibesfrucht an einen Rachedämon verkauft, damit dieser die kaltblütige Tat rächt. Als der Dämon seine Belohnung einfordert und sich Alina nicht von ihrem Kind trennen möchte, wird sie daraufhin mit Unfruchtbarkeit bestraft, die sich in der Blutlinie der Familie fortsetzt. Durch ein blutiges Ritual kann die Strafe umgangen werden, das über Generationen in Rumänien als “Din Burta de Sarpe” bekannt geworden wird. Auch wenn sich der rumänische Mythos so ziemlich reißerisch liest; in THE DEVIL INCARNATE ist von blutigen Ritualen und ausufernden Dämonentänzen weit und breit keine Spur. Stattdessen spult COOPER die überraschungsarme Geschichte ebenso geradlinig wie unspektakuläre ab, so dass dem Zuschauer die Augen ganz schnell schwer werden dürften. Immerhin beweist der Filmemacher technisches Geschick im Umgang mit der Kamera, denn sein THE DEVIL INCARNATE schaut manchmal sogar richtig atmosphärisch aus, obwohl COOPER nicht die Finger davon lassen kann, das längst überdrüssige Found-Footage-Stilmittel zu verwenden.
 
Identifikationsfigur Marissa Davidson (EMILY ROGERS) ist nämlich nicht nur heimlich in des Bruders attraktive Gemahlin verschossen, sondern filmt die Schwägerin bevorzugt mit der Handkamera, so dass schnell einige abnormale Verhaltensabläufe der Schwangeren auf Film festgehalten werden können. Die Übergänge zwischen den wackeligen Bilder der Digicam und dem herkömmlich gefilmten Filmmaterial verlaufen fließend und stören nicht. Trotzdem dürfen auch in THE DEVIL INCARNATE nicht jene Bildausfälle und Wackelattacken fehlen, die Zuschauer von Found-Footage-Filmen seit jeher in zwei Lager gespalten haben. Leider hat L. GASTAVO COOPER mit seinem ersten Langfilm, der auch unter COPIII: THE 1ST ENTRY sowie CURSED international vermarktet wird, keinen großen Wurf fabriziert. Dem Okkult-Grusler fehlen einfach jene spektakulären Schock- und Schreckmomente, die Filmen wie den legendären EXORZIST aus den 1970ern zum Welterfolg verholfen haben. Statt gut ausgetüftelten Spezialeffekten wird ausschließlich gequasselt und Horror auf Sparflamme geköchelt. Das wäre vermutlich auch alles gar kein Problem, würde THE DEVIL INCARNATE dem Okkult-Genre neue interessante Facetten durch frische Ideen einverleiben. Die sucht man jedoch zwischen all den üblichen Filmklischees vergebens. Daher sei THE DEVIL INCARNATE nur jenen Horrorfans empfohlen, die sich an Filmen wie ROSEMARIES BABY nicht satt sehen können. Wer spannende Unterhaltung sucht, ist hier an der falschen Adresse.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL INCARNATE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärischer Okkult-Gruselstreifen in der Machart von ROSEMARIES BABY. Letzterem wurde vor einiger Zeit eine unnötige TV-Serie abgerungen, die quasi ebenso überflüssig ist, wie THE DEVIL INCARNATE. Während Okkult-Horror in den 1970ern noch mit sensationellen Spezialeffekten in die Kinos gebracht wurde, gehört dieses Debüt zu jenen Werken, die ganz uninspiriert jene Liste an Klischees abklappern, die dem Genre über Jahrzehnte zum Erfolg verholfen hat. Leider wirken die gängigen Regeln des Okkult-Horrors mittlerweile derart verbraucht, dass man mit klassisch geschusterten Exorzismus- und Besessenheitsflicks keinen Blumentopf mehr gewinnen kann. THE DEVIL INCARNATE macht Schwangerschafts-Terror zum Geduldsspiel. Nicht weil hier Suspense in Reinform geboten wird, sondern weil die vorhersehbare Handlung schläfrig macht. Auch wenn L. GASTAVO COOPER ab und an mal was Atmosphärisches auf die Mattscheibe bringt, ist sein Erstwerk kein Film den mal unbedingt gesehen haben muss. Die Defizite sind im Drehbuch zu suchen, an dem mal wieder viel zu viele Autoren gepinselt und den Brei verdorben haben. Warum man ausgerechnet zu dritt daran feilen musste, verursacht Unverständnis, denn THE DEVIL INCARNATE ist ein dünnes Horrorsüppchen ohne nennenswerte Höhepunkte. Da kann man nur die guten Darsteller bemitleiden, die für diesen unspektakulären Unsinn ihr Talent vergeudet haben. Daher: Handwerklich solider Horror aber nicht mehr!
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL INCARNATE – Zensur

 
 
 
In THE DEVIL INCARNATE gibt es kaum Gewalt zu sehen. Da liegt ein toter Hund im Kinderbett und homoerotischer Badespass wird ebenfalls geboten. Für eine ungeschnittene FSK16 ist das vollkommen ausreichend.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL INCARNATE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Delivery: The Beast Within (2013)

Dark Circles (2013)

Hell Baby (2013)

Devil’s Due – Teufelsbrut (2014)

Rosemaries Baby (1968)

Die Wiege des Bösen (1974)

Unborn – Kind des Satans (1991)


Filmkritk: “At the Devil’s Door” (2014)

at-the-devils-door-2014
 
 
 

AT THE DEVIL’S DOOR

Story

 
 
 
Ein teuflischer Pakt hat für drei Frauen schwerwiegende Konsequenzen: sie können sich ihres Lebens nicht mehr sicher sein, weil ihnen eine bösartige Gestalt nichts Gutes will …
 
 
 


 
 
 

AT THE DEVIL’S DOOR – Kritik

 
 
 
Einmal Horrorfilm – immer Horrorfilm, zumindest scheinen diesem Credo schon so manche Nachwuchsregisseure blindlings gefolgt zu sein, schließlich bekommt man den Ruf des Angstmachers schwer wieder los, wenn man Zuschauer erfolgreich um den Schlaf gebracht hat. So ähnlich dürfte es in Zukunft auch NICHOLAS MCCARTHY ergehen, der sich sichtlich im Horror-Bereich festgefahren hat und ein Faible für subtilen Schauer besitzt, wie er im Falle seines neusten Gruselstreifens einmal mehr unter Beweis gestellt hat. Der nennt sich AT THE DEVIL’S DOOR und ist nach seinem kleinen Indie-Hit THE PACT (dem demnächst ein weitere Teil folgen soll) bereits der zweite Ausflug in die Welt der Dämonen und Geister, den er mal so ganz nebenbei aus dem Ärmel geschüttelt hat. Glücklicherweise wiederholt er hier nicht einfach nur geistlos das, was seinem Erstling zum Erfolg verholfen hat. Stattdessen ist eine konsequente Weiterentwicklung zu verzeichnen, die einen Gänsehaut verursachenden Gruselzoll zur Folge hat. MCCARTHY gelingt das, was vielen Horrormachern oftmals verwehrt bleibt. Mit langsamen Kamerafahrten, spartanisch ausgeleuchteten Sets und wohl überlegten Schreckmomenten jagt er Angst ein und wirkt darin so erfahren, dass man meinen könnte er habe bisher weit zwei Dutzend solcher Filme auf Zelluloid gebannt. Dem ist jedoch nicht so, was einmal mehr beweist, dass der Regisseur nicht im Akkord filmt, sondern Qualität walten lässt – etwas, was man im Horrorfilm mittlerweile schmerzlich vermisst.
 
Die Dreharbeiten zu AT THE DEVIL’S DOOR wurden bereits im Jahr 2012 begonnen, kurz nachdem THE PACT international vermarktet wurde und reichlich Lobeshymnen einheimsen konnte. Die Idee zum Film kam MCCARTHY während einer Taxifahrt nach der Sundance-Premiere seines Erstlings, als ihm der Taxifahrer von einem gruseligen Ereignis aus seinem Leben in Chile berichtete, bei dem er seine Seele an einen Medizinmann verkauften wollte, um seinen Freunden zu beweisen, wie mutig er ist. Kurze Zeit später wurde er von unheimlichen Stimmen gerufen, die ihm reichlich Unbehagen beschert haben. MCCARTHY war von dieser Gruselgeschichte derart fasziniert, dass er nur wenig Zeit vergeudete und zügig ein Drehbuch schrieb in das er die Erzählung implementieren konnte – Wer AT THE DEVIL’S DOOR aufmerksam verfolgt, dürfte des Taxifahrers Anekdote im Opening wiederentdecken. Selbstverständlich ist MCCARTHY seinem Stil treu geblieben, denn wie bereits im Erstwerk THE PACT bekommt der Zuschauer auch in HOME (so wie AT THE DEVIL’S DOOR anfänglich heißen sollte) die eher leisen Töne serviert. Das mag zwar in einer Zeit dumpfer Gewaltstreifen und hanebüchenen Mainstream-Spuks durchaus altbacken anmuten; die Geschichte und das Drumherum jedoch, das MCCARTHY hier an den Zuschauer bringen will, ist so geschickt und spannend konstruiert, dass die obligatorische “Toilettenpause” definitiv warten muss. Die Thematik “Pakt” hat es ihm sichtlich angetan, denn wie im Film mit gleichem Titel handelt auch sein neuer Streifen von einem teuflischen Abkommen, das eine Reihe ungeahnter Ereignisse zur Folge hat.
 
Im Mittelpunkt stehen drei Frauen, deren Schicksale miteinander verknüpft sind. Es ist der Leibhaftige, der ihnen nichts Gutes will und mit dem die 17-jährige Hannah als erstes unfreiwillig Bekanntschaft machen muss, weil sie ihre Seele aus Liebe zu Ihrem neuen Freund an den Teufel verkauft hat. Der ist auf der Suche nach einem neuen zuhause und nutzt ihren Körper, um es sich darin gemütlich zu machen. Für Hannah eine Qual. Als sie keinen Ausweg findet und sich beginnt vor sich selbst zu fürchten, erhängt sie sich im Haus ihrer Eltern. Was folgt ist wahrlich nichts für sensible Gemüter: Immobilienmaklerin Leigh (CATALINA SANDINO MORENO) nimmt sich dem Häuschen an, in dem die Heimgesuchte ihre letzten Tage verbracht hat. Die Eltern möchten die trostlosen Räumlichkeiten verkaufen, um die schreckliche Vergangenheit hinter sich lassen. Doch das Böse scheint hier immer noch präsent zu sein. Bald schon nimmt der Teufel erneut die Witterung auf und beginnt Leigh samt Schwester aufzulauern, um die Frauen für seine Zwecke missbrauchen zu können.
 
Wenn Luzifer dreimal klingelt, sollten lieber alle Türen abgeschlossen werden, denn mit dem Besuch aus der Hölle ist meist nicht gut Kirschen essen. In AT THE DEVIL’S DOOR ist der Teufel obdachlos und schleicht als finstere Gestalt durch die Leben dreier Frauen, die durch die Begegnung mit dem Bösen völlig aus der Bahn geworfen werden. Regisseur NICHOLAS MCCARTHY bewegt sich weg vom Paranormalen und probiert Okkultes aus, das irgendwo zwischen DER EXORZIST, ROSEMARIES BABY und DAS OMEN zu finden ist. Dabei bahnt sich das Grauen mit leisen Schritten durch das clever geschriebene Drehbuch, das nur häppchenweise Informationen liefert und niemals zu viel verrät. Ein guter Schachzug, denn so kann der Spannungsbogen konstant gehalten werden, der bei einem gemächlich erzähltem Gruselstreifen wie AT THE DEVIL’S DOOR unverzichtbar ist. Natürlich haben auch viele “böse” Szenen ihren Weg in den Streifen gefunden. Da MCCARTHY seit jeher eher auf’s Subtile Wert legt und ein Verfechter klassischer Horrorelemente ist, hat das Schlachthandwerk Sendepause. Hier huschen finstere Schatten durch lange Flure, Türen schlagen wie von Geisterhand zu und Frauen werden von einer unsichtbaren Präsenz durch die Luft gewirbelt – THE ENTITY (1982) lässt grüßen. Lobenswerterweise hält sich der Gruselmacher mit dem inflationären Zeigen der ewig gleichen Genre-Zutaten zurück. Diese finden wenn nur sparsam Verwendung, wobei sich das meiste Grauen ohnehin nur im Kopf des Zuschauers abspielt. Erst gegen Ende darf ein kurzer Blick auf das Filmmonster geworfen werden für das sich MCCARTHY scheinbar ein wenig Inspiration bei PAN’S LABYRINTH geholt haben dürfte. AT THE DEVIL’S DOOR ist altmodischer Schauer mit viel Atmosphäre, der vor allem von der Prämisse zehrt, dass er nicht verrät, worauf er denn nun eigentlich hinaus will. Das Puzzle wird erst am Ende gelöst, wenngleich auch im Finale die leisen Töne zählen und auf effekthascherisches Brimborium verzichtet wurde. So ruhig und unerwartet wie AT THE DEVIL’S DOOR begonnen hat, endet er auch – einziges Manko: Der offene Ausgang lässt wie bei so vielen Horrorfilmen mal wieder Spekulationen für ein Sequel offen. Im Falle dieses in sich stimmigen Albtraums ist dies jedoch vollkommen überflüssig, denn um plausible Antworten zu erhalten, sollte der Zuschauer lieber die Phantasie spielen lassen.
 
 
 


 
 
 

AT THE DEVIL’S DOOR – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
AT THE DEVIL’S DOOR ist garantiert kein Film, den man vor dem zu Bett gehen anschauen sollte. Nach dem Indie-Hit THE PACT ist Macher NICHOLAS MCCARTHY seinem Grusel-Konzept treu geblieben und setzt wieder auf eher subtilen Horror statt blutgeilem Splatter-Quatsch mit dem Holzhammer. AT THE DEVIL’S DOOR ist stilistisch nicht weit von THE PACT entfernt. Wieder gibt es langsam Kamerafahrten, düstere Gänge und genug unheimliche Momente, die reichlich Gänsehaut verursachen. Neu hingegen ist, dass sich MCCARTHY weg vom Geister-Genre hin zum Okkultismus bewegt und eine in sich stimmige Geschichte zu Papier gebracht hat, die erst am Ende Sinn ergibt. Bis dahin darf sich durch eine morbide und nahezu depressiv wirkende Szenerie gegruselt werden, für die man Macher NICHOLAS MCCARTHY nur Dank beipflichten kann. Der versteht nämlich wie man dem Zuschauer mit einfachsten Mitteln Angst einjagen kann. Für INSIDOUS und CONJURING-Schöpfer JAMES WAN eine gute Gelegenheit für die geplanten 100 Pre- und Sequels seiner bisherigen Erfolgsfilme die ein oder andere Idee zu stibitzen. Wir meinen: In letzter Zeit kann keiner so gut gruseln wie NICHOLAS MCCARTHY. Sein AT THE DEVIL’S DOOR gehört zweifelsohne mit zur Referenz atmosphärischer Schauerstreifen.
 
 
 


 
 
 

AT THE DEVIL’S DOOR – Zensur

 
 
 
Wir sehen besessene Frauen die in der Luft schweben und aus Fenstern und gegen Wände geworfen werden. Gewalt wird hier kaum gezeigt. Daher ist eine ungeschnittene FSK16 denkbar.
 
 
 


 
 
 

AT THE DEVIL’S DOOR – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Pact (2012)
 
Besessen – Der Teufel in mir (2012)
 
Cassadaga (2011)
 
The Innkeepers (2011)
 
The Awakening (2011)
 
The Devils Backbone (2001)
 
Das Omen (1976)
 
Der Exorzist (1973)
 


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 63 Followern an