Filmreview: “State of Emergency” (2010)
State of Emergency
Story
Nach einer verheerenden Explosion in einer Chemiefabrik herrscht in einer Kleinstadt der Ausnahmezustand. Das freigesetzte, toxinhaltige Gas verwandelt die Bürger in rastlose Killer, die durch die Strassen sausen und über jeden Überlebenden herfallen, um ihn daraufhin in Stücke zu reißen. Einer dieser Überlebenden, Jim (Jay Hayden), kann sich in das Büro einer leer stehenden Scheune retten und versucht nun den schmerzlichen Verlust seiner Verlobten Emilie zu verarbeiten. Hilfe scheint unerreichbar zu sein, bis plötzlich das Telefon klingelt und weitere Überlebende aus der Lagerhalle nebenan versuchen, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Schnell beginnt man einander zu vertrauen und im Kampf der Horden infizierter Mitbürger Herr zu werden. Doch noch ist keine Rettung in Sicht und die Nahrungsmittel werden knapp …
State of Emergency – Kritik
Es gibt Sub-Genres im Bereich des Horrorfilms, die sind einfach nicht totzukriegen. Neben Slasher-, Spuk- und Folterfilmen ist es vor allem der Zombiefilm, der sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut und es immer wieder in irgendeiner Form schafft, das Interesse vorfreudiger Horrorfilmfans für sich zu gewinnen. Kaum ein Monat vergeht, ohne das nicht mindestens einer dieser Filme auf den Markt geworfen wird und man versucht, den Filmfreund, mit teilweise haarsträubend miesen Umsetzungen um sein hart verdientes Geld zu bringen. Gerade im Low-Budget- und Independentsektor ist die Anzahl solcherlei günstig heruntergekurbelter Dutzendware kaum noch überschaubar, so dass es keine Seltenheit ist, wenn aufgrund der Masse ähnlich thematisierter Horrorfilmchen gerade jene Werke zu Unrecht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, die es eigentlich verdient hätten, gesehen zu werden. Der unscheinbare britische Indie-Kracher STATE OF EMERGENCY ist einer jener Filme, der vermeintlich zur falschen Zeit veröffentlicht wurde und nun im Fahrtwasser der durchaus erfolgreichen Untoten-Hatz THE WALKING DEAD hilflos mitzuschwimmen versucht aber vermutlich kaum die Aufmerksamkeit verdienen wird, die er offenkundig verdient hätte. Schade drum, denn neben all den fast schon inflationär thematisierten Zombie-Gurken der letzten Dekaden, weiß sich STATE OF EMERGENCY wohlwollend abzuheben. Das äußert sich vor allem darin, dass es sich bei diesem Film um keinen dieser derben Reißer handelt, die ihre Existenz nur dadurch rechtfertigen können, den Blutdurst splattergeiler Gorehounds befriedigen zu wollen und versuchen, sich durch allerhand ekelerregende Fress- und Ballerszenen selbst zu feiern. Wer von STATE OF EMERGENCY ein schön deftiges Henkersmahl erwartet, dürfte schnell enttäuscht werden, denn hier schafft es ein Regisseur endlich einmal wieder, eine halbwegs glaubhafte und nachvollziehbare Geschichte zu erzählen, die dem Begriff Horror dennoch nur bedingt gerecht werden möchte.
Newcomer TURNER CLAY, der sich zudem auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnete, ist vermutlich einer der wenigen Horrorfilm-Macher der letzten Jahre, die sich keinen Deut darum scheren, ihre kleinen Geschichte in literweise Kunstblut und genreüblichen Klischees ertränken zu müssen, um die Gunst der Fanbase für sich gewinnen zu können. Hier stehen die Charaktere im Mittelpunkt, nicht die Zombies, wobei der Begriff des “Untoten” in STATE OF EMERGENCY wohlmöglich auch vollkommen falsch gewählt scheint. Vielmehr handelt es sich im Film um Menschen, die aufgrund einer Umweltkatastrophe und der hierbei freigesetzten Toxine, ein erhöhtes Gewaltpotenzial entwickelt haben und nun unkontrolliert niederen Instinkten gehorchen. Auch wenn die infizierten Bürger der Stadt gierig lechzend durch die Gassen des Ortes flitzen, unterscheiden sie sich dennoch wesentlich von den Bestien aus den typischen Zombiefilmen der letzten Zeit. Ihr Agieren wirkt menschlicher, wobei es ihnen nicht einmal verwehrt bleibt, sogar mittels Sprache kommunizieren zu können; obgleich auch aus reinem Selbstzweck, um das potenzielle Opfer der Begierde um den Finger wickeln zu können. In STATE OF EMERGENCY herrscht Klasse statt Masse. Horden von Untoten, die sich auf hilflose Überlebende stürzen, sucht man hier vergebens. Die infizierten Bürger der Kleinstadt sind zwar überraschend schnell und verhalten sich erstaunlich schlau, dennoch sind sie nicht im Rudel anzutreffen, sondern tauchen allein irgendwo in der Ferne auf, so dass die noch menschlichen Opfer durchaus die Möglichkeit besitzen, sich in Sicherheit zu bringen. Das mag den eingefleischten Zombiefan vermutlich bitter aufstoßen, dennoch funktioniert der Film mit seinen spärlich gestreuten Actionszenen besser als so manch dummer Zombie-Heuler, der sich allein nur auf das möglichst immer gleiche Filmthema konzentriert: Töten, Fressen und erschossen werden.
STATE OF EMERGENCY überrascht mit einem erstaunlich ruhigen und langsamen Erzählfluss, was gerade in Zeiten effektüberladener Actionkost etwas altbacken wirkt, aber nicht zwangsläufig schlecht sein muss. Der Film lässt dem Zuschauer erstaunlich viel Zeit sich mit den wenigen Protagonisten zu identifizieren, die allesamt nahbar und zugänglich wirken. Immerhin, und das muss man diesem Endzeit-Thriller hoch anrechnen, schafft es TURNER CLAY gänzlich ohne Unsympathen auszukommen. Hier haben wir es mit Figuren zu tun, die einmal nicht dem typischen Klischee gängiger Horrorfilmware entsprechen. CLAY achtet penibel darauf, dass sich die wenigen Protagonisten so glaubhaft und nachvollziehbar wie möglich verhalten. Statt unüberlegt mit dem Schrotgewehr in den Krieg gegen die Infizierten zu ziehen, geht man lieber unnötigen Konfrontationen aus dem Weg, denkt erst, um anschließend zu reagieren. Die Zombies werden in STATE OF EMERGENCY nicht der Erwartungshaltung des Zuschauers wegen ins Jenseits befördert, sondern nur dann um die Ecke gebracht, wenn es wirklich von Nöten ist und sich die Protagonisten aus der Verteidigung heraus wehren “müssen”. Das ist im modernen Horrorfilm keine Selbstverständlichkeit, denn oftmals werden die Figuren beabsichtigt in Gefahr gebracht, um dann schön hölzern und selbstzweckhaft in den Filmhimmel gemeuchelt zu werden. Gerade aufgrund des bedachten Handelns und der Unvorhersehbarkeit der folgenden Geschehnisse, wirken gerade die Begegnungen mit den infizierten Opfern erstaunlich schweißtreibend und deren Angriffe geschickt inszeniert, so dass diese Momente packend zu unterhalten wissen.
Wer glaubt, schon alle Regeln des modernen Zombiefilms zu kennen, dürfte mit STATE OF EMERGENCY eines besseren belehrt werden. Hohle Stereotypen und dumme Klischees sucht man hier vergebens. Stattdessen erzählt uns Regisseur und Drehbuchautor TURNER CLAY mit seinem neuen Film ein packendes, apokalyptisches Szenario, das gerade aufgrund der logischen Interaktion seiner Charaktere sympathisch und echt wirkt. Die wenigen Überlebenden verhalten sich nachvollziehbar, sodass hier einmal gänzlich auf das allseits bekannte 10-kleine-Negerlein-Prinzip verzichtet wird, was den Film wohlwollend von der Masse ähnlich gestrickter Ware abhebt. Es wäre vermutlich auch vollkommen unangebracht, STATE OF EMERGENCY als waschechten Zombiefilm zu bezeichnen. Aufgrund der vermehrt in Rückblenden geschilderten Schicksale der Überlebenden und ihrer auswegslosen Hoffnung auf Rettung, wirkt der Film oftmals eher wie ein Drama, das mit einigen Horrorelementen bestückt wurde. Die bleichenden Filter und Stilelemente des vorliegenden Beitrages steigern nicht nur die Endzeitstimmung in STATE OF EMERGENCY, sondern bereichern den Film ungemein, sodass CLAYs Beitrag trotz minimalistischen Settings oftmals hochwertiger ausschaut, als er letztendlich überhaupt ist. Wer apokalyptische Weltuntergangsszenarien a la 28 DAYS LATER oder THE CRAZIES mag, ist mit STATE OF EMERGENCY optimal beraten – ein sehenswerter und spannender Genre-Beitrag!
State of Emergency – Fazit

Es muss nicht immer laut, blutig und grausam sein – STATE OF EMERGENCY ist ein spannender Schocker, für Freunde atmosphärisch dichter Endzeit-Thriller.
State of Emergency – Zensur
Der Film ist nicht sonderlich brutal, geizt aber nicht mit der ein oder anderen Kopfschuss-Szene, sodass STATE OF EMERGENCY hierzulande ungeschnitten mit einer “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichung veröffentlicht wird.
State of Emergency – Trailer
Marcel Demuth / Hellraiser80
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Filmreview: “Zimmer 205″ (2011)

Zimmer 205 – Traust Du Dich rein?
Story
Die Protagonistin Katrin zieht ins Wohnheim ihrer neuen Uni. Ein neuer Lebensabschnitt. Endlich weg von der Bevormundung durch ihren überbehutsamen Vater und einer traumatisierenden Vergangenheit. Voller Enthusiasmus stürzt sich die Psychopharmaka schluckende Erstsemestlerin ins Uni-Leben, besucht Vorlesungen und macht Bekanntschaften. Dass ihre Vormieterin, die vor Katrin in dem Zimmer mit der Nummer 205 lebte, spurlos verschwunden ist, sorgt sie zunächst wenig. Doch bald darauf findet sie das Videotagebuch der Vermissten, dass ein entsetzliches Licht auf ihre neuen Bekanntschaften fallen lässt. Auf der Suche nach der Wahrheit weckt sie durch ihre Neugier gefährliche Dämonen der Vergangenheit.
Was ist wirklich mit der gesuchten Annika passiert? Was versuchen ihre Mitkommilitonen vor ihr zu verbergen? Was haben eine düstere Vision und eine immer wieder auftauchende Gestalt im roten Kapuzenpulli zu bedeuten? Als mysteriöse Todesfälle auch noch dafür sorgen, dass Katrin selbst im Zentrum der polizeilichen Ermittlungen steht, schwebt sie schon längst selbst in Gefahr… …
Zimmer 205 – Kritik
Also um eins vorweg zu nehmen, ich musste aufs Klo. Schon nach den ersten zehn Minuten. Ich musste wirklich dringend. Wirklich, wirklich dringend.
Aber erlöst wurde ich letztendlich erst nach 107 fesselnden Minuten. Ich wartete den ganzen Film auf eine ermüdende unwichtig erscheinende Szene, doch sie blieb einfach aus. Und das unerwartet! Ich meine, ein deutscher Psychothriller? Hallo?
Wenn ich an deutsche Filme denke kommen mir direkt zwei Arten in den Sinn. Zum Einen schlechte Möchtegernkopien großer Hollywoodblockbuster und zum Anderen diese unglaublich künstlerich wertvollen Kulturbeiträge die so lethargisch und überanspruchsvoll sind, dass am Ende lediglich die Macher noch erahnen können was sie damit eigentlich sagen wollten, während der Rest der Zuschauer ihren Suizidgedanken nachgehen.
Ich ging also mit wirklich niedriger Erwartung in die Pressevorführung und ich wurde tatsächlich überrascht. Bisher haben nur wenige deutsche Filme meine Vorurteile gebrochen, einer davon ist auch nun „Zimmer 205 – Traust Du Dich rein?“. Mag es daran liegen, dass es sich um ein verbessertes dänisches Remake von „Kollegiet“ handelt oder das Regisseur Rainer Matsutani nur ein gewiefter Fuchs ist, am Ende ist es egal, denn der deutsche Psychothriller „Zimmer 205“ hat sich wirklich als ein gelungenes und spannendes Filmereignis entpuppt.
Aber fangen wir von vorn an.
Schon das schnell geschnittene Intro mit düsterer Hintergrundmelodie sorgt für eine unheilversprechende Atmosphäre bevor der Zuschauer in das Leben der Protagonistin eintaucht deren Psyche und Wahrnehmung die ganze Filmlänge im Fokus bleibt.
Ich bin Herrn Matsutani wirklich sehr verbunden, dass uns eine überlange nichtssagende Einführung mit inhaltslosen Szenen erspart blieb. Dennoch wirkt alles flüssig und nicht abgehackt. Auch der erste Todesfall lässt nicht allzu lang auf sich warten. Zwar muss man unweigerlich an diverse mordende Geistermädchen aus bekannten japanischen Remakes denken, dennoch wirkt unsere rote Kapuzengestalt nicht allzu ausgelutscht. Dazu kommt: obwohl man rechtzeitig ziemlich genau erahnen kann, was passieren wird, dennoch kurzzeitig Herzschläge aussetzen können. Zumindest war das bei mir der Fall und ich bin wirklich nicht leicht zu erschrecken (behaupte ich zumindest). Die Todeshergänge geschehen ohne große Massaker, Badewannen voll Blut oder phänomenale Effekte. Unser Rachegeist kommt, verfolgt, erschreckt und sorgt für tragische Unfälle mit Todesfolge. Einerseits könnte man sagen unspektakulär andererseits würde ein aktiv meuchelndes Mädchen aus dem Jenseits die Hauptfrage am Ende nicht zulassen oder absurde Massenkettenreaktionen alá Final Destination, die Stimmung unfreiwillig ins lächerliche ziehen. Ok, ok, obwohl der ein oder andere Abgang auch schon mal ein Schmunzeln herzaubern kann (vorausgesetzt der Herzschlag hat schon wieder eingesetzt). Die Handlung ist flüssig, nachvollziehbar und wirft nur selten Logiklücken auf, die allerdings meistens nach kurzer Zeit wieder geschlossen werden. Ahnt man bei vielen solcher Filme bereits nach den ersten fünf Minuten den Ausgang des Werks wird man bei „Zimmer 205 – Traust Du Dich rein?“ mehrmals durch gut durchdachte Wendungen unterhalten die nicht mit einem zwingenden HÄ?-Ausruf begleitet werden müssen. Ein sehr positiver Aspekt ist, dass man ständig bei der Antwort schwankt, auf die Frage ob unsere traumatisierte Studenten vielleicht einfach die falsche Pillendosis gewählt hat und halluziniert oder ob es sich doch um paranormale gesundheitsgefährdende Phänomene handelt. Das Ende kommt mit einem Äääääh?-Aaaaaah!-Ooh!-Effekt und sorgt somit für einen runden Abschluss. Vor allem danach, kann man rückblickend nicht sicher sein was wirklich die Wahrheit ist und die Hauptfrage nach den realen Geschehnissen bleibt offen.
„Zimmer 205 – Traust Du Dich rein?“ ist ein ausführlich ausgearbeitetes Werk mit fesselnder Handlung, glaubhaften Wendungen und ansprechenden Charakteren der mit wenig Effekten und Kunstblut sehr gut aus kommt. Die Geschichte erfindet das Genre nicht neu, ist jedoch durchaus gelungen und ist zweifellos sehenswert. Matsutani hat wunderbare Arbeit geleistet und meine Meinung über deutsche Psychothriller von Grund auf revidiert. Wer auf eine wendungsreiche, gut strukturierte Unterhaltung mit Fokus auf die wankende Psyche der Hauptfigur steht, sollt sich „Zimmer 205“ auf keinen Fall entgehen lassen. Fans von sinnlosen aber spektakulären Mordorgien werden allerdings nicht auf ihre Kosten kommen.
Zimmer 205 – Fazit

Ein Beweis, dass auch Horror aus Deutschland für deftige Adrenalinschübe sorgen kann
Zimmer 205 – Zensur
Die deutsche Fassung ist ungeschnitten für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet.
Zimmer 205 – Trailer
Sören C.
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Filmreview: “The Evil Inside” (2011)
The Evil Inside – Story
“Sarah” schaut so rein gar nicht gesund aus, sie muss Schreckliches erlebt haben, denn psychisch wirkt sie ein wenig durcheinander. Kein Wunder, beginnt sie soeben fürchterliche Ereignisse aus der Vergangenheit aufzuarbeiten. Um dem traumatisierten Mädchen erneut die Vorzüge des Lebens schmackhaft zu machen, lädt sich die beste Freundin „Lucy“ flink selbst ein und hat sogar einige Bekannte im Schlepptau, die die leidenden “Sarah” etwas aufmuntern sollen. Doch in wirklich ausufernder Feierfreude wägt sich “Sarah” leider nicht, denn sie beginnt schreckliche Visionen zu sehen, Visionen in denen sie ihre Gäste sterben sieht. Bald schon ereignet sich der erste Unfall, der sich haargenau so abgespielt, wie es “Sarah” vorausgesehen hatte …
The Evil Inside – Kritik
Kaum flimmert ein halbwegs erfolgreiches Film-Franchise über die weltweiten Kinoleinwände, darf man flink davon ausgehen, dass sich vor allem die kleinen Produktionsstudios gierig darauf stürzen werden und sich bemüht darin versuchen, derart Filmkonzept gewinnbringend nachzueifern. Der werden schnell einige Gedanken zu Papier gekritzelt und die Ideen der erfolgreichen Vorlage formgerecht originalgetreu recycelt. Hin und wieder kann es dann schon einmal vorkommen, dass das Resultat gar nicht mal so übel ist wie anfänglich gedacht und man als Zuschauer vortrefflich unterhalten wird. Die Regel jedoch birgt unzureichend ansprechende Filmkost, auf die der Horrorfilm-Fan getrost verzichten kann. Auch „The Evil Inside“ (der ursprüngliche Filmtitel “Dead Inside” war scheinbar nicht wirklich überzeugend, sodass die Produzenten speziell für den internationalen Filmmarkt einen reißerischeren Titel wählten) ist einer dieser Filme, die eine großartige Idee gierig aufgreifen und dennoch kläglich daran scheitern, etwas halbwegs Gares daraus zu köcheln. Das mag einerseits daran liegen, dass der lauwarme „Final Destination“-Aufguss rein gar nicht so recht zu Potte kommen möchte, denn die Geschichte rund um das traumatisierte Mädchen zieht sich zäh wie Kaugummi.
Da wird wild durcheinander geplappert, fies intrigiert und frei, ohne jeglichen Sinn, ungeschickt und unfreiwillig komisch im Bilde gestanden. Die wenigen Charaktere gestalten sich als ziemlich unsympathisch und handeln, wie schon so oft, vollkommen unlogisch. Da „verarbeiten“ zwei emotionslose Volldeppen von Protagonisten den tragischen Tod ihrer soeben verunglückten Freundin, indem sie im elterlichen Schlafzimmer einem netten Schäferstündchen nachgehen. Auch die übrigen Anwesenden scheinen nicht wirklich von ausreichend Intelligenz gebeutelt.
In ihrer Panik und der Angst vor dem eignen vorausgesehenen Tod irren sie planlos durch das Haus und drängen die ohnehin schon verängstigte “Sarah” in die Enge. Konflikte werden künstlich geschnürt und dennoch scheint keiner der Anwesenden dazu bereit, sich konsequent um Hilfe zu bemühen. Da wird ein wenig an der Haustür gerüttelt, um rasch festzustellen, dass diese sich nicht öffnen lässt und es wird aus riesigen Fenstern hinaus ins Freie gestarrt, ohne mit dem Gedanken spielen zu wollen, das Glas einschlagen zu müssen, um in die Freiheit flüchten zu können. Immerhin, das Ende überzeugt. Was anfänglich als 08/15-Teenieslasher beginnt, entpuppt sich am Ende als unbedeutendes pseudo-psychologisches Drama, dass zudem einige recht interessante Aspekte über die gebeutelte Psyche der traumatisierten Hauptdarstellerin birgt. Auch wenn die wenigen Erklärungsversuche recht konstruiert und hilflos wirken, so muss man dem Film positiv anrechnen, dass die anfänglich löchrige und hölzerne Inszenierung nach der Auflösung schon irgendwie Sinn macht. Trotzdem, „The Evil Inside“ ist kein Film, den man als interessierter Horrorfilm-Freund gesehen haben muss. Viel zu oft drängt sich der Eindruck auf, dass Regisseur „Pearry Reginald Teo“ kaum Budget zu Verfügung gestanden haben muss, um seinen Werk vielversprechend in Szene setzen zu dürfen. „The Evil Inside“ wirkt von Anfang bis Ende billig, teilweise sogar katastrophal unfertig. Hinzu kommt, dass der aufdringliche Low-Budget-Charakter jegliche Grusel-Stimmung unweigerlich zerstört. Auch wenn einige minimalistisch ausgeleuchtete Räume und gut ausgetüftelte Kameraspielereien durchaus ihre Momente besitzen, ist es einzig und allein “Sarah“-Darstellerin „Hannah Ward“ zu verdanken, das „The Evil Inside“ trotz unausgegorener Inszenierung halbwegs seh- und ertragbar bleibt. Ihr Schauspiel der schrullig-verstört wirkende Hauptdarstellerin überzeugt zwar durchweg – die Kraft, die sie jedoch in ihre Rolle investiert, wirkt in Anbetracht des recht miesen Drehbuchs als vollkommen verschwendet.
Man nehme ein wenig „Final Destination“ und etwas „Carrie“, würze die mysteriösen Gegebenheiten mit einer gehörigen Portion zweifelhafter psychologischer Tiefe sowie einem obligatorisch überraschenden Ende. Fertig ist einmal mehr der Horror von der Stange, der zweifelsohne uninspiriert und ideenlos über die heimische Mattscheibe flimmert. Dass „The Evil Inside“ keine gänzliche Bruchlandung einschlägt, ist der recht interessanten Hauptdarstellerin “Sarah” zu verdanken. Ohne sie wäre dieser Nonsens vermutlich nicht einmal ein lauthalses Seufzen wert gewesen. Sie trägt die gesamte Handlung und schafft es sogar in wenigen Minuten eine emotionale Bindung zum Zuschauer zu knüpfen. Bei all den kaltschnäuzigen Beschuldigung und fies ausgeklügelten Intrigen der übrigen Protagonisten gegen das ohnehin schon gebeutelte Mädchen ist das natürlich auch kein großes Kunststück. „The Evil Inside“ eignet sich hervorragend für Horrorfilmanfänger. Der Blutzoll ist erschreckend gering, sodass sich zartbesaitete Filmfreunde mit einem Faible für seichte TV-Mysteriefilmchen kurzweilig unterhalten fühlen dürften. Alteingesessene Fans des bösen, gemeinen und unterschlagenen Films gehen Bitte weiter, denn hier gibt es wahrhaftig nichts zu sehen, was überhaupt von Interesse wäre!
The Evil Inside – Fazit

Besser schlecht geklaut, als gut neu gemacht – dieses durchwachsene „Final Destination“-Plagiat darf man gekonnt ignorieren!
The Evil Inside – Zensur
„The Evil Inside“ dürfte bedenkenlos mit einer „FSK16“-Einstufung erscheinen. Im Film selbst sieht man keine ausufernden, expliziten Grausamkeiten.
The Evil Inside – Trailer
Hellraiser80
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Filmreview: “Hobo with a Shotgun” (2011)

Hobo with a Shotgun – Story
Nachdem ein Obdachloser (gespielt von “Rudger Hauer“) mit einem Güterzug in die Stadt Hopetown einkehrt um dort als Landschaftsgestalter ein neues Leben zu beginnen, ahnt er noch nicht, welch menschlicher Abschaum hier die Gegend beherrscht.
Der widerwärtige Gangsterboss “Drake” und dessen missratene Söhnen “Ivan” und “Slick” sind einzig damit beschäftigt, im Ort Angst und Schrecken zu verbreiten und die Kriminalität zu legalisieren.
Grausame Gewalt, Korruption und das Gesetz der Straße gehören in Hopetown zur Tagesordnung und so wird der unbekannte Landstreicher Zeuge, wie die junge Prostituierte “Abby” von den beiden skrupellosen Brüdern bedrängt wird.
Ohne über dessen Folgen bewusst, schreitet der namenlose Fremde dazwischen und rette die verängstigte Frau aus den Fängen ihrer Peiniger. Doch “Drake” und seine Bande lassen nicht locker und fordern blutige Rache an jenem Obdachlosen, der die Autorität des gemeinen Dreiergespanns missachtet. Für den “Hobo” Grund genug sich eine Schrotflinte zu besorgen und dem kriminellen Pack die Leviten zu lesen …
Hobo with a Shotgun – Kritik
Als im Jahre 2007 das Horror-Thriller Double-Feature “Grindhouse” in den amerikanischen Kino anlief, haben die beiden Kult-Regisseure “Robert Rodriguez” und “Quentin Tarantino” nicht einmal ansatzweise vermutet, welche weitgreifende Erfolge sie mit dem trashigen Movie-Flick-Flack verbuchen würden. Das ambitionierte und durchaus innovative Film-Projekt vereinte dabei die beiden Filme “Planet Terror” und “Death Proof” zu einem einzigen Kino-Beitrag und bestückte die Übergänge zwischen den Filmen mit ansprechenden Fake-Werbetrailern, angeblich demnächst anlaufender Action- und Horrorwerke. Das experimentelle “Grindhouse“-Projekt, welche als liebevolle Hommage an das schmuddelige Autobahn- und Bahnhofskino der 60er und 70er Jahre erinnern sollte, hinterließ bei Fans des Genres derart prägenden Eindruck, dass Filmfreunde weltweit eine Realisierung der Fake-Trailer forderten.
Dem Ruf der Fanbase wurde Gehör geschenkt und so war es nur eine Frage der Zeit bis mit “Machete” die erste Umsetzung eines Fake-Spots aus dem Trash-Double-Feature “Grindhouse” folgte. Der weitestgehend exploitationlastige Grundton von “Machete” stand dem der beiden Filme “Planet Terror” und “Death Proof” in nichts nach und so wurde auch die erste Umsetzung eines “Grindhouse“-Fake-Trailers zu einem regelrechten Kassenschlager. Aufgrund des überraschenden Erfolges und aufgrund der Unersättlichkeit findiger Horrorfilmfans erreichte 2011 auch der Trailer “Hobo with a Shotgun” Spielfilmlänge, wurde jedoch ohne Kinoauswertung direkt auf Blu-ray und DVD veröffentlicht.
Im direkten Vergleich zum Beitrag “Machete” stellt sich nun Fans auf Anhieb die Frage, ob “Hobo with a Shotgun” auf gleichem Niveau schwebt, wie die bisherigen Beiträge des Tarantino/Rodriguez’schen “Grindhouse“-Universums. Die Frage ist mit einem schlichten “auf-jeden-Fall” zu beantworten, denn “Jason Eisener” kehrt die bewusst trashig inszenierten Elemente seiner Vorgänger kreativ zusammen und formt daraus einen ebenso bösen, wie vollkommen grotesk-übertrieben Horror-Spaß.
Fast schon mögen einige enthusiastische Genre-Freunde meinen, dass “Hobo” weitaus stimmiger und besser sei, als der zuvor abgedrehte “Machete“. Ob dem wirklich so sei, sollte jeder Filmfreund selbst beurteilen.
Fakt ist dennoch, dass “Hobo with a Shotgun” ebenso kongenial unterhält wie seine Vorgänger, aber dennoch vollkommen anders ist.
Das mag vordergründig auch daran liegen, dass es sich hierbei um die erste Umsetzung eines Fake-Trailers handelt, dem kein großes Produktions-Budget zugrunde lag. Geschadet hat es dem Film in keinster Weise, überzeugt gerade die chaotische und weniger glattpolierte Optik und erinnert der Film doch in seiner Naivität und Absurdität an längst vergessenes Troma-Trash-Kino der 80er Jahre.
Dass “Hobo with a Shotgun” jeglichen Mainstream-Sehgewohnheiten strotzt wird bereits zu Beginn des Filmes deutlich.
Denn nach verheißungsvoll-trällernden Einleitungs-Credits geht gehörig die Post ab.
Hier werden Menschen geköpft, Kinder verbrannt und Arme gebrochen – alles vollkommen politisch inkorrekt und dennoch wunderbar unterhaltsam. Die übertriebenen Gewaltexzesse sind derart befremdlich und überzogen, dass sich “Hobo with a Shotgun” teilweise anfühlt, als würde man der filmische Erwachsenen-Version eines Looney-Toons-Comics beiwohnen.
Der groteske und Comic-ähnliche Unterton wird zudem mit verfremdeten und übertönten Farben erreicht, deren Intensität das längst vergessene Technicolor-Kino der 70er Jahre erneut aufleben lässt. Argento-Fans dürften vermutlich bei derart befremdlicher Farben-Flut direkt an Argentos “Suspiria” erinnert werden, dessen Film im groben ebenso von derart innovativen und drastischen Farb-Nuancen zehrt.
Nach “Machete” folgt nun mit “Hobo with a Shotgun“, die bereits zweite Umsetzung eines Fake-Trailers des “Grindhouse“-Projektes aus dem Jahre 2007.
Auch der Beitrag des Newcomers “Jason Eisener” hält sich streng an die Regeln des gewalttätigen Bahnhof-Kinos der wilden 70er Jahre.
Anstatt sich mit einer dramaturgisch plausiblen Geschichte zu beschäftigen, konzentriert sich das Rache-Drama auf reichlich Gore, Fäkalsprache und Gewalt. Hier wird Selbstjustiz der Gewalt wegen zelebriert und scheint einziges Mittel zum Zweck Konflikte lösen zu können.
Schöngeistige Filmkritiker und Otto-Normal-Filmfreunde werden vermutlich kaum irgendeinen hochphilosophischen Sinn hinter alle dem Nonsens entdecken können. Trotzdem, dass Konzept ist zwar simpel, aber dennoch genial.
Der comiclastige Unterton überspielt die Geschehnisse des Films grandios und schafft es einmal mehr, dass sinnfreie Exploitation-Kino der 70er Jahre auf die heimische Mattscheibe zu transferieren. Selten war Filmvergnügen erfrischender und kreativer. Teilweise fühlt man sich als Zuschauer an die experimentelle Spaß- und Trash-Ära der Troma-Studios zurückerinnert.
Denn auch hier gilt es nachwievor, einfach den Kopf auszuschalten um dem superben Treiben genüsslich beiwohnen zu können. Dass dem bewusst schlecht-inszenierten und reanimierten Grindhouse-Kino noch lange nicht die Puste ausgegangen ist, beweist die demnächst anlaufende Fortsetzung von “Machete“. Auch Nachwuchsregisseur “Jason Eisener” und “Rudger Hauer” haben beteuert, an eine Fortsetzung von “Hobo with a Shotgun” interessiert zu sein. Man darf gespannt sein!
Hobo with a Shotgun – Fazit

Ein Grindhouse-Knaller wie er im Buche steht – derb, sinnfrei und absolut politisch inkorrekt.
Muss man gesehen haben!
Hobo with a Shotgun – Deutsche Veröffentlichung
Deutsche Blu-ray und DVD ungeschnitten bei AMAZON kaufen
Wir bedanken uns bei dem Vertrieb Universum Film, der uns freundlicherweise für diese Film-Besprechung eine Ansichtsfassung zur Verfügung gestellt hat. Die Blu-ray besticht durch tadelloses, knackig-farbenfrohes Bild und punktet mit einer handvoll nennenswerter Extras.
Die ungeschnittene Filmfassung ist aktuell beim Händler Eures Vertrauens (einschlägige Onlineshops, wie „Cyber-Pirates.org“/ „Media-Dealer.de” ) zu bekommen und sollte zudem möglichst rasch gekauft werden. Der Film wurde hierzulande mit einer Spio-Kennzeichnung (keine schwere Jugendgefährdung) „gewürdigt“.
Aufgrund des kontroversen und gewalttätigen Inhalts ist die vorliegende deutsche Fassung von einer nachträglichen Indizierung nicht ausgeschlossen.
Zudem ist neben der regulären Blu-ray-Fassung auch eine limitierte Mediabook-Ausgabe erhältlich, die neben einem ansprechenden Buchteil auch die DVD mit an Bord hat.
Hobo with a Shotgun – Zensur
Die deutsche Blu-ray mit Spio/JK-Kennzeichnung ist ungeschnitten!
Hobo with a Shotgun – Trailer
Hellraiser80
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Filmreview: “Inbred” (2011)

Inbred – Story
Zusammen mit zwei Sozialarbeitern machen sich einige “Problem”-Kids auf den Weg in ein kleines britisches Dörflein, um dort allerlei nützliche Arbeiten zum Wohle der Allgemeinheit zu verrichten.
Kaum dort angekommen, stoßen die Städter auf eine Schar schlechtgelaunter Hinterwäldler, die sich merklich in ihrer Ruhe gestört zu fühlen scheinen. Nach anfänglicher Skepsis auf beiden Seiten kommt es wenig später zur ersten Konfrontation zwischen den Parteien, mit unverhofftem Ausgang für alle Beteiligten.
Inbred – Kritik
Um die volle Aufmerksamkeit der weltweiten Horrorfilmfans zu ernten, bedarf es nicht immer kreativ-ersponnener und intellektuell-einzigartiger Filmkost.
Oftmals reicht es einfach nur aus, einen werbewirksamen und vollkommen sinnfreien Trailer ins Internet zu stellen, der mit blutigen Detail-Aufnahmen nicht geizt.
Der kommende Indie-Reißer “Inbred” ist ein derartiger Vertreter. Noch bevor überhaupt ein Fan sich von den eigentlichen filmischen Qualitäten dieses Horror-Knallers überzeugen konnte, schwirten Monate vor der eigentlichen Veröffentlichungen zusammenhanglose Clips durch die einschlägigen Videoportale, die dem ausgehungerten Filmfreund Lust auf mehr machen sollten. Zu Recht, denn nach ansprechend zusammengewerkelten Clips und der Auswertung auf internationalen Filmfestivals erscheint “Inbred” nun ohne Umwege direkt auf Blu-ray und DVD.
“Alex Chandon“, Regisseur dieses teilweise arg grenzwertigen Horrorspaßes, scheint in der Filmszene kein Unbekannter zu sein und versteht sein blutig makaberes Handwerk so gut wie kein anderer Independent-Regisseur zuvor. Bereits in seinen Frühwerken “Bad Karma” und “Cradle of Fear” wußte er gekonnt, gewalttätige Filmstoffe optisch-kontrovers auf Zelluloid zu bannen. Auch sein aktueller Beitrag “Inbred” macht da keine Ausnahme und steht in seiner blutigen Zeigefreudigkeit anderen aktuellen Genre-Filmen in nichts nach.
Direkt nach Beginn fällt sofort ins Gewicht, dass sich “Alex Chandon” technisch enorm weiterentwickelt hat. Vergleicht man die filmischen Stilmittel und die erzählerische Herangehensweisen eines “Inbred” mit der etwas holprigen Naivität seiner Anfangswerke so erstaunt der Quantensprung zwischen den Werken enorm. Vom Charme eines Amateur-Films ist hier kaum noch etwas zu spüren. “Inbred” schaut mit seinen opulent düsteren Bildern fast schon wie ein Mainstream-Werk aus und die arg konventionelle Erzählstruktur zieht sich wie ein homogener blutiger Pfaden durch die Szenarie.
Das schmuddelig-britische Dorf-Idylle wurde in teilweise unheimlich-düsteren Farben getaucht, sodass man als Zuschauer vorab bereits erahnen dürfte, was der Handvoll Stadt-Menschen vermutlich widerfahren könnte. Die unheimliche Bedrohung ist zu Beginn derart verstörend und offensichtlich, dass man als Filmfreund mit mulmigen Gefühl vor der heimischen Glotze sitzt und nägelkauend auf den ersten Kill wartet. Soweit, so gut. Bis knapp zur Film-Hälfte macht Regisseur “Alex Chandon” wirklich alles richtig. Die unzureichend intelligente Hinterwäldler-Brut hält sich dezent im Hintergrund und erinnert in ihrer dreckig-kompromisslosen Morallosigkeit an Backwood-Slasher wie “Texas Chainsaw Massacre” und “Wrong Turn“. Nach der ersten zugespitzten Konfrontation zwischen Stadt- und Landmensch und dem unweigerlich befremdlichen Ableben eines der Stadtmenschen mutiert “Inbred” zu einer arg geschmacklosen Nummernrevue, die an perversen Ideen ihresgleichen suchen dürfte. Die Hinterwäldler verhalten sich klischeebeladen so, wie es sich für einen derartigen Film seines Kalibers gehört: primitiv und abartig. Garniert wird der perfide Einheitsbrei mit teilweise derart drastischen Spezialeffekten, dass empfindsameren Gemütern das Lachen vermutlich im Halse stecken bleiben dürfte.
Die recht makaberen und schwarz-humorigen Passagen verfehlen aufgrund der schonungslosen Zeigefreudigkeit der Brutalitäten an Relevanz und wirken teilweise total fehl am Platz, zumal sie anstatt lustig zu wirken, eher widerwärtige Abscheu verursachen.
Hauptaugenmerk für gierige Splatter-Freunde dürfte vermutlich die grafisch krude Enthauptungsszene des Sozialbetreuers darstellen, die in ihrem Realismus selten zuvor in einem Horrorfilm erlebt werden durfte. Schon allein dessen, dürfte eine ungeschnittene deutsche Filmfassung ausgeschlossen werden.
Freunde des derben Horrorfilm-Geschmacks dürften in “Inbred” vermutlich einen neuen Kultfilm gefunden haben.
Selten zuvor bot ein Genre-Film derart viele Geschmacklosigkeiten in gerade einmal 90 Minuten Filmlaufzeit.
Die zurückgebliebenen Dörfler verhalten sich einmal mehr niveaulos und unzivilisiert und natürlich scheint auch den Stadtmenschen der Bezug zur Realität vollkommen fremd. Noch bevor der Film so richtig in die Gänge gerät, sind die bedrohlichen Elemente des Films offensichtlich.
Für die handvoll Städter gestalten sich die mysteriösen Gegebenheiten scheinbar derart normal, dass diese die Arbeit an der frischen Landluft wohlgelaunt fortführen und letztendlich für ihre unvergleichbar penetrante Dummheit bestraft werden müssen.
Das etwas hanebüchene Ende und die unlogischen Denkstrukturen der Überlebenden verursachen Ratlosigkeit beim Zuschauer, denn gerade das Filmende strotzt nur so vor unklaren Verhaltensmustern und nicht nachvollziehbarer Logik.
Hauptaugenmerk von “Inbred” ist jedoch nicht die klischeebeladene, löchrige Handlung, sondern vielmehr der zeigefreudige Realismus der arg kruden Splatter-Effekte, die vor allem Gorehounds entzücken lassen dürften. Die Bilderflut an optischen Grausamkeiten ist enorm und deuten in ihrer Professionalität kaum noch davon, dass es sich eigentlich bei “Inbred” um ein kleines Indie-Filmchen handelt, dass gerade einmal eine Million Pfund gekostet haben soll.
Ein Fortsetzung ist bereits jetzt offensichtlich und dürfte demnach nicht lange auf sich warten lassen.
Inbred – Fazit

„Hostel“ und „Wrong Turn“ meets „“2001 Maniacs“ – Derber und geschmackloser Edel-Splatter-Streifen, der aufgrund der exzellent umgesetzten F/X´s vermutlich einzig ausgehungerten Gorehounds munden dürfte.
Inbred – Zensur
Aufgrund der arg zeigefreudigen F/X und der Tatsache, dass Konflikte einzig und allein nur durch Töten bewältigt werden, ist der Film hierzulanden ungeschnitten nicht durch die FSK gekommen. Der hiesige Vertrieb “Mad Dimension” hat demnach Schnitte vornehmen müssen um eine “keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erhalten zu können.
Inbred – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: Inbred; Großbritannien 2011
Genre: Horror/Thriller
Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1
Untertitel: keine
Bild: 1080p, 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 94 Min.
FSK: FSK 18 – geschnitten!
Verpackung: Edle, schwarze Amaray mit Wendecover
Extras: Making of ohne deutsche Untertitel (50 min)
Die Blu-ray aus dem Hause “Mad Dimension” ist technisch tadellos, wären da nicht die diversen Schnitte, die diese Veröffentlichung im Grunde genommen vollkommen nutzlos machen. Neben einem etwas sehr unkreativ gestalteten Hauptmenü, gibt es auf der vorliegenden Scheibe auch ein umfangreiches 50-minütiges Making of zu bewundern, dem aber leider keine Untertitel spendiert wurden. Außerdem kommt die geschnittene Heimkinofassung, wie aktuell üblich bei Produkten von “Mad Dimension“, mit einem flatschenfreien Wendecover und einer edlen, schwarzen Amaray-Hülle daher. Ob man sich jedoch diese Veröffentlichung unbedingt in das Regal stellen möchte, sollte jeder Filmfreund für sich selbst entscheiden. Bleibt zu erwähnen, dass neben der regulären DVD und Blu-ray, auch eine konvertierte 3D-Blu-ray des Films (ebenso cut) im Handel erhältlich ist. Im übrigen handelt es sich bei der vorliegenden Scheibe um eine vollkommen untertitelfreie Veröffentlichung. Nicht einmal dem Hauptfilm besitzt eine deutsche Untertitelspur – ein absolutes NoGo!
Inbred [Blu-ray] bei AMAZON bestellen
Inbred – Trailer
Hellraiser80
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Filmreview: “Vile” (2011)
Vile – Story
Nichtsahnend erwachen einige junge Menschen in einem verbarrikadierten Gebäudekomplex.
Keiner der Anwesenden weiß, wie er hierhergekommen ist. An ihren Hinterköpfen befinden sich Schläuche, die aus ihren Schädeln herausragen und an dessen Enden sich kleine leere Behälter befinden. In Panik getrieben entdecken die Gruppe im Nachbarraum eine TV-Apparat auf dessen Bildschirm ihnen eine fremde Frau die Anweisung gibt sich selbst körperlich die schlimmsten Schmerzen zuzufügen, da im Extremfall perversester Qualen, das Gehirn ein überaus brauchbares Sekret aussondert. Diese kostbare Flüssigkeit wird dazu verwendet um eine beliebtes Designer-Droge herzustellen und das allein nur aus dem Hirn menschlicher Probanden gewonnen werden kann.
Nur wenn das Gefäß an den Hinterköpfen der Anwesenden innerhalb eines Tages gefüllt werden kann, ist den Überlebenden die Freiheit gewiss. Vollkommen verunsichert und von Todesangst getrieben, schreiten die Teilnehmer zur Tat und beginnen sich körperlich selbst auf schlimmster Art und Weise zu verstümmeln. Ein Vielzahl an „brauchbaren“ Werkzeugen und Utensilien sollen die „Kreativität“ fördern und sind schnell gefunden. Was der Gruppe anfänglich noch viel Überwindung kostet, geht selbiger von Stunde zu Stunde lockerer von der Hand, denn der stete Überlebenswille jedes einzelnen Probanden lassen moralischen Normen und Werte letztendlich vollkommen vergessen.
Vile – Kritik
Wer denkt, dass er in sieben „Saw“-Teilen gänzlich alles gesehen hat, was sich verzweifelte Menschen in Ihre Panik vor dem eigenen Tod so alles antun können, der irrt.
Denn der aktuelle Horrorstreifen „Vile“ reiht sich in jene Reihe perverser und unnötiger Folter-Tortur-Streifen, die mit allerlei ekligen und widerlichen Grausamkeiten um die Gunst der Käuferschar buhlen wollen, siegessicher ein.
Mein lieber Scholli, was dem Horrorfilmfreund hier vorgesetzt wird, ist einmal mehr absolut moralisch zweifelhaft und kommt mit einer unerhört-dreisten Selbstverständlich- und Kaltschnäuzigkeit daher, dass einem als Genre-Liebhaber der Spaß am phantastischen Film glatt vergehen könnte. In „Vile“ regiert die Gewalt, der Gewalt wegen und ist wirklich einziges Mittel zum Zweck, um diesen Film überhaupt tragen zu können. Hier werden Unterkiefer eingeschlagen, Arme in kochendes Wasser getaucht, Haut mittels Käse-Reibe „abgerieben“ sowie ein heißes Bügeleisen auf menschliches Fleisch gepresst und das alles letztendlich einzig im Namen der Freiheit. Zu allem Entsetzen fügen sich die FX auch noch derart professionell in die Szenarie ein, dass sich „Vile“ sogar für „geübte“ Alles-Seher zu einer deftigen Nervenprobe entwickeln dürfte. Erstaunlicherweise handelt sich bei diesem aktuellen Werk um ein Regie-Debüt, dass zumindest in technischer Hinsicht zu überzeugen weiß und selbstverständlich die Blut-und Gore-Fraktion zufriedenstellen dürfte. Das Set ist stimmig und die Geschichte straff inszeniert. Leerlauf gibt es selten und die besagten Ekeleffekte verfehlen ihr Wirkung keinesfalls.
Nachwuchs-Regisseur “Taylor Sheridan“, der sich zuvor bisher nur als Darsteller in einschlägigen Fernsehserien einen Namen gemacht hat, scheint die Drehbücher seiner bisherigen TV-Rollen genauestens studiert zu haben, denn trotz technischer Selbstsicherheit ist das notdürftig zusammengewerkelte Drehbuches seines „Vile“ kaum der Rede wert und stolpert selten auf TV-Serien-Niveau hinaus. Eine brauchbare Charakterisierung, Tiefgang oder Emotionalisierung kann Sheridian´s Erstlingswerk nicht vorweisen und so geht einem als Zuschauer das pervers-kreative Selbstverstümmeln der beliebig austauschbaren Opfer am Allerwertesten vorbei. Welche Drogen die Storyschreiber eingeworfen haben müssen, um derart kranken Quark überhaupt zu Papier bringen zu können, entzieht sich meiner Kenntnis – Fakt ist, dass „Vile“ einer dieser Filme ist, worauf die Filmwelt nun wahrlich nicht gewartet hat und letztendlich auch nicht braucht.
Am Rande erwähnt, erklärt sich natürlich von selbst, dass ein Film mit derart moralisch fragwürdiger Rahmenhandlung hiesige Zensurbehörden auf die Barrikaden bringen dürfte, denn „Vile“ wird definitiv in seiner ungeschnittenen Originalversion bei der FSK keine Chance haben.
Der kranke Ideen- und Erfindungsreichtum mancher Drehbuchschreiber scheint keine Grenzen zu kennen. „Vile“ ist ein später Nachzügler des bekannten „Saw“- Franchise und kommt nicht weniger pervers und blutrünstig daher. Die Kamera hält dreist auf die Geschehnisse und der Horrorfilmfreund bekommt das, was er letztendlich auch laut Filmplakat erwartet: Gekröse, ekelige Folterspiele und perverse Abartigkeiten nonstop. Trotz inhaltlicher Leere dürfte „Vile“ zumindest die Hardcore-Fraktion befriedigen, denn die Spezialeffekte sind aller erste Sahne.
Ob jedoch die Kombination aus technischem Können und inhaltlicher Leere einen guten Film zaubern, erklärt sich spätestens nach dem Abspann. Denn einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt „Vile“ leider nicht.
“Taylor Sheridan” erster abendfüllender Filmbeitrag ist ein recht spezieller Film, der aufgrund seiner unkompromissbereiten Kaltschnäuzigkeit für Otto-Normalzuschauer vollkommen unzumutbar ist und scheint einer dieser Filme zu sein, die einzig dafür geschaffen sind, um den perversen Voyeurismus der blutgierigen Käuferschaft zu befriedigen.
Vile – Fazit

Ein absolut ekliger, moralisch fragwürdiger und vollkommen perverser Schund, auf den die Welt nun wahrlich nicht gewartet hat!
Vile – Zensur
Der Film zeigt explizit fragwürdig derbe Folterszenen und zelebriert sie teilweise minutiös, sodass eine ungeschnittene Freigabe in Deutschland undenkbar ist!
Vile – Trailer
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Filmreview: “Rites of Spring” (2011)
Rites of Spring – Story
Auf dem Weg nach Hause werden Rachel und ihre beste Freundin von einem unbekannten älteren Mann überwältigt und in eine abgelegene Scheune irgendwo am Rande der Stadt verschleppt, wo sie unfreiwilliger Weise Opfer eines seltsamen Rituals werden. Zeitgleich am anderen Ende der Stadt: Ben und seine Freunde planen den ganz großen Coup. Sie wollen die Tochter eines wohlhabenden Industrie-Hais entführen und für selbige ein ordentliches Lösegeld kassieren. Doch das Vorhaben misslingt und die 5 Freunde stoßen bei der erhofften Lösegeld-Übergabe auf die verstörte Rachel, die sich zwar aus den Fängen ihres Peinigers befreien konnte, dafür aber von einer beängstigenden Wesen verfolgt wird, das nur ein Ziel kennt: töten!
Rites of Spring – Kritik
Schon einmal Raufbold „Jason“ aus dem Kult-Klassiker „Freitag der 13.“ im Filmuniversum eines „Texas Chainsaw Massacre“ gesichtet, der aufgrund von „Kinder des Zorns“-ähnlichen Beweihräucherungen zurück ins Lebens gerufen wird und so sein Töten im Stil eines „Jeepers Creepers“ fortführt ? Wenn nicht, dann sollten sich findige Filmfreunde einmal den Horrorthriller „Rites of Spring“ zu Gemüte führen, denn dieser Schocker schaut wahrlich so aus, als hätte man zig bekannte Horrorfilme in einen Topf geworfen, aufgekocht und als köstlich aufgewärmtes Mahl noch einmal neu aufgetischt. Was sich eigentlich vollkommen bescheuert und überaus grotesk liest, wirkt dennoch in der Umsetzung erstaunlich homogen und überraschenderweise wie aus einem Guss.
„Rites of Spring“ beginnt wie jeder typische 08/15 Backwood-Horrorfilm, der den Zuschauer versucht mit ekligen Folterquark bei Laune zu halten, doch schnell wird klar, dass Regie-Neuling Padraig Reynolds weit mehr auf den Kasten zu haben scheint, als NUR altbekannte Genre-Regeln und Horror-Klischees uninspiriert und gedankenlos neu zu recyclen.
„Rites of Spring“ entpuppt sich als traditionelles Monsterkino wie es im Buche steht. Schnörkellos, konsequent und erfreulicherweise richtig spannend. Das Tempo ist straff, die Kills deftig und das düster-dreckige Setting überzeugend. Trotzdem, hier ist nicht die Art und Weise Programm, mit der das mysteriöse Wesen zur Tat schreitet, sondern die Vorgehensweise mit welcher Regisseur Padraig Reynolds sein Geschichte schildert. Die Erzählweise seines „Rites of Spring“ lässt sich schon als arg seltsam betiteln, denn Reynolds lässt quasi zwei scheinbar vollkommen unterschiedliche Story-Zweige unabhängig voneinander parallel Revue passieren und knüpft diese gegen Ende hin virtuos zusammen. Während zu Beginn altbekannter Backwood-Horror die Geschehnisse prägen, mutiert „Rites of Spring“ gegen Filmmitte zu einen schweißtreibenden Entführungsthriller, der sich am Ende als knüppelharter Slasher-Flick-Flack entlädt. Unterhaltsam ist das allemal, gerade weil Reynolds es immer wieder schafft, gänzlich entgegen der Erwartungen des Zuschauers vollkommen falsche Fährten zu legen, die den Film immer wieder in eine ganz andere Richtung drängen. Auch fügen sich die Übergänge so unverhofft stimmig ineinander, dass man als Horrorfilmfreund wohlwollend die Arme ineinander verschränken und genüsslich dem munteren Treiben auf der Mattscheibe beiwohnen darf. Auch wenn Reynolds Film für ein Debüt-Werk beachtlich sehenswert ausgefallen ist, so kann er dennoch nicht vertuschen, dass der Zuschauer im Verlauf der Gegebenheiten mit einer Menge mysteriöser Zufälle konfrontiert und am Ende mit einer Menge Fragen allein zurückgelassen wird. Der Film bricht nach dem letzten Fight mit dem geheimnisvollen Wesen abrupt ab und liebäugelt als offenes Ende getarnt, vermutlich mit einer anschließenden Fortsetzung, die aufgrund der hervorragenden Machart von „Rites of Spring“ auf jeden Fall wünschenswert wäre!
Was will der Horrorfilmfreund denn mehr? „Rites of Spring“ ist spannend, blutig und gut durchdacht. Auch wenn einige Umstände schon etwas arg aufgezwungen-konstruiert wirken, kann man Nachwuchregisseur „Padraig Reynolds“ nicht vorhalten, einen x-beliebigen Horrorfilm gedreht zu haben, der sich wie so oft zu uninspiriert diverser Klassikern seines Genres bedient und den Zuschauer damit zu Tode langweilt. Sicher erkennen Filmfreunde sofort diversen Parallelen und Gegebenheiten aus bekannten anderen Filmen seiner Art. Dennoch, anstatt Filmfans erneut wieder nur mit belanglosen und klischeebeladenen Folter-, Backwood- oder Slasherfilm zu quälen, stibitzt Reynolds einfach die besten Zutaten aus besagten Subgenres und kreiert sie zu etwas ganz eigenem. Selten hat ein derart haarsträubender Cocktail aus diversen Subgenres und Horrorelementen zu gut harmoniert wie in „Rites of Spring“. Kein Wunder, munkelt man in der Filmszene, dass „Jeepers Creepers“-Erfinder „Victor Salva“ an dieser kleinen souveränen Indie-Produktion mit beteiligt gewesen sein soll. Und so verwundert es letztendlich auch kaum einen Horrorfilmfan, dass das seltsame Wesen in „Rites of Spring“ mit all seinen grotesken Abartigkeiten sehr an das Wesen aus Salvas „Jeepers Creepers“ erinnert.
Rites of Spring – Fazit

Man nehme etwas „Freitag der 13.“ kombiniere es mit „Jeepers Creepers“, würze es mit „Children of the Corn“ und garniere es zu „Texas Chainsaw Massacre“ – Klingt zwar geschmacklos, ist aber wirklich sehr sehr lecker!
Rites of Spring – Zensur
Sicherlich werden in “Rites of Spring” Köpfe gespalten und Gliedmaßen abgetrennt, dennoch die optischen Grausamkeiten halten sich ersichtlich in Grenzen und der Film zelebriert auch kein Gorefest der Sonderklasse. Die optischen Leckereien sind rar gesät, und dürften dafür sorgen, dass dieses Filmchen unbeschadet die FSK mit einer ungeschnittenen “Keine Jugendfreigabe” passieren dürfte.
Rites of Spring – Trailer
Hellraiser80
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Filmreview: “Apartment 143″ / “Emergo” (2011)
Apartment 143/Emergo – Story
Nach dem tragischen Tod seiner Frau, zieht es den treusorgenden Witwer Alan zusammen mit seinem kleinen Sohn Benny und der pubertierenden Tochter Caitlin in ein schäbiges Apartment eines heruntergekommenen Mehrfamilienhauses.
Die Vision ein neues Leben zu beginnen und die zermürbende Vergangenheit zu vergessen scheitert daran, als plötzlich mysteriöse Dinge in der Wohnung passieren. Türen schlagen wie von Geisterhand auf, Lampen zerschmettern und das Telefon schellt aus unerklärlichen Gründen.
Als die Geschehnisse überhand nehmen, wendet sich Alan an eine Gruppe Wissenschaftler, die die Vorfälle untersuchen sollen.
Apartment 143/Emergo – Kritik
Die Flut an aktuellen Produktionen, die sich dem eigensinnigen „Found Footage“-Filmstil bedienen nimmt kein Ende.
Auch der aktuelle Geisterthriller „Apartment 143“ versucht mittels wackeliger Handkamera-Optik zu überzeugen und erzählt die (allseits bekannten) Gegebenheiten aus unterschiedlichen Betrachtungswinkeln. Mal folgt der Zuschauer den Geschehnissen aus der Perspektive einzelner Überwachungskameras, die effektiv in den einzelnen Räumlichkeiten der Wohnung angebracht wurden, ein anderes Mal sieht der Filmfreund die Interaktionen der Protagonisten aus der Handkamera-Sicht, deren Equipment die Wissenschaftler auf den Schultern tragen.
Dass durch die wechselnden Perspektiven und dem Einsatz verschiedener Kameraarten- und Möglichkeiten eine gewisse Dynamik entsteht und der Zuschauer immer das Gefühl hat, permanent aktiv am Geschehen beteiligt zu sein, ist einer der wenigen Vorteile, den „Apartment 143“ gegenüber dem „Paranormal Activity“ – Universum besitzt.
Erstaunlicherweise gestaltet sich die technische Umsetzung des Films als recht effektiv und vor allem als relativ homogen. Kein nerviges Gewackel, keine technischen Totalausfälle – Nichts von all dem unbrauchbaren dramaturgischen Schnick-Schnack, denen sich unzählige andere Produktionen zuvor bedient haben, findet in „Apartment 143“ seinen Einsatz. Die Kamera bleibt überraschenderweise fehlerfrei und konstant auf einem ansprechend hohem Level und der Zuschauer kann dem munteren Treiben, dass zudem auch noch recht kurzweilig und unterhaltsam in Szene gesetzt wurde, genüsslich beiwohnen.
Anders wie zuletzt in „Paranormal Activity 1-3“ setzt Regisseur Carles Torrens weniger auf die phantastische Schiene und lässt nicht nur allein das Spuken im traditionellen Sinne Revue passieren. Sein Geisterfilm beschäftigt sich vornehmlich mit dem wissenschaftlichen Phänomen des Spuks und ziert sein Werk nicht nur mit einer Aneinanderreihung diverser Schockszenen des Unterhaltungszweckes wegen. Sicher gibt es auch in „Apartment 143“ diverse Geisterklischees zu begutachten. Es knarren Türen, es bewegen sich Möbelstücke, und eine Séance mittels Medium finden ebenso den Weg in den fertigen Film. Trotzdem, Torrens aktueller Genre-Beitrag ergründet vordergründig die Herkunft des Horrors und erklärt dem Zuschauer zudem aus wissenschaftlicher Sicht, welche Mythen um Geister- und Spukwesen ranken.
Die recht plausible Umsetzung und die handvoll logischer Erklärungen munden dem Film recht gut und hauchen der Geschichte einen gewissen Realismus ein. Das mag wohl auch daran liegen, dass die passenden Auswahl der Schauspieler trefflicher nicht hätte ausfallen können. Allen voran Kai Lennox , als psychisch zerfressener Vater, der sich zudem noch regelmäßig mit seiner eigensinnigen und pubertierenden Tochter auseinandersetzen muss, gehört ein großes Lob. Sein Schauspiel erschüttert gegen Ende hin zutiefst und lassen die Umstände des Spuks in einem gänzlich anderen Licht erscheinen.
Überraschenderweise bleiben die wenigen Forscher, die zudem ständig vor Ort sind, relativ sachlich und distanziert der zerrütteten Familie zugegen, obwohl sie sich praktisch ständig mit den familiären Konflikten zwischen Vaters und seinen 2 Kinder konfrontiert sehen. Dramaturgisch ist das ein recht guter Schachzug, darf sich der Zuschauer demnach ganz auf das Schicksal der Familie konzentrieren, wobei dennoch die Tochter mit ihren sehr aggressiven Launen eher Störfaktor bildet und aus dem Rahmen fällt. Eine Bindung zur ihr, dem eigentlichen Opfer der gesamten Geschichte, knüpft der Zuschauer nie und ihr unterdrücktes Leiden geht in der Masse an effekthascherischen Spuk-Szenen vollkommen unter.
Bis zum erlösenden Ende des Films bleibt unklar, was sich überhaupt hinter der ganzen Problematik verbirgt. Sind die seltsamen Vorkommnisse auf wirklichen Spuk zurückzuführen, handelt es sich wirklich um einen bösartigen, personengebundenen Poltergeist oder führen die Geschehnisse auf eine mögliche Schizophrenie bzw. Besessenheit/Telekinese der Tochter zurück?
Was anfänglich plausibel erklärt und vermeintlich logisch abgeschlossen wirkt, lässt leider in der letzten Einstellung an Ernsthaftigkeit missen, denn der „obligatorische“ Schlussgag einige Sekunden vor Filmabspann ist vollkommen überflüssig und revidiert die teilweise logischen Schlüsse der Wissenschaftler, die den Spuk psychologischer Natur begründen und auf welche der Film vermeintlich zusteuert.
Der aktuelle „Found Footage“ Film „Apartment 143“ bietet vermutlich nichts Neues, was man nicht zuvor schon in anderen Produktionen dieser Art gesehen hat. Hobbygeisterjäger, die Gefallen an der „Paranormal Activity“-Film-Trilogie gefunden haben, werden sich vermutlich im „Apartment 143“ direkt heimisch fühlen. Filmfreunde, die mit besagter Filmreihe und den diversen thematisch ähnlichen Nachzüglern bisher kaum etwas anfangen konnten, sollten auch diesen Horrortrip meiden.
Zugegeben, die Umsetzung ist als relativ gelungen zu bezeichnen, die Schockeffekte sitzen und eine gewisse Kurzweiligkeit lässt sich nicht von der Hand weisen. Dadurch, dass der Film kaum Leerlauf zu bieten hat vergeht der Spukt-Trip relativ zügig und die mageren 75 Minuten Filmlaufzeit sind überraschend schnell erreicht.
Dennoch, so richtig gruselig will es, trotz der recht düsteren und trostlosen Szenarie, irgendwie nicht so wirklich werden und die eigentlich plausiblen und penibel erklärten Schlüsse und Erklärungen werden zugunsten eines absolut dummen Überraschungseffektes in den letzten 3 Filmsekunden vollkommen über Bord geworfen. Dem Film kommt der dröge Schlussgag absolut nicht zu Gute, Schade!
Apartment 143/Emergo – Fazit

„Paranormal Activity“ meets „Der letzte Exorzismus“. Unterhaltsamer Spukfilm, der aber nichts wirklich neues zu bieten hat. Die Schocks zumindest sitzen!
Apartment 143/Emergo – Zensur
Der Film lebt von seiner unheimlichen Atmosphäre, physische Gewalt findet hier nicht statt. Daher kann der Filmfreund davon ausgehen, dass diese Produktion bedenkenlos von der FSK mit einer ungeschnitten 16er Freigabe eingestuft werden wird.
Apartment 143/Emergo – Trailer
Hellraiser80
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Filmreview: “The Cabin in the Woods” (2011)
Cabin in the Woods
Story
Die fünf College-Studenten Dana, Curt, Jules, Marty und Holden planen einen hübschen Ferientrip zu einer angemieteten Hütte, tief draußen im Wald.
Kaum dort angekommen bricht die Nacht herein und seltsame Geschöpfe trachten um das Leben der fünf partyhungrigen Kids. Für die Teens beginnt ein Kampf auf Leben und Tod, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt.
Cabin in the Woods – Kritik
Lang hatte er im Archiv geschlummert – dann endlich, 3 Jahre nach Produktionsbeginn kam er doch noch in die internationalen Kinos und setzt seinen Erfolgzug nun endlich auch auf DVD und Blu-ray fort. Bereits im Jahre 2010 sollte der 30 Millionen Dollar teure Horror-Thriller namens „The Cabin in the Woods“ in den Lichtspielhäusern erfolgversprechend anlaufen, wurde aber aufgrund strenger Geldsorgen und anschließender Insolvenz des Major-Produktionsstudios “MGM” auf unbestimmt Zeit verschoben. Um die erwartungsfreudigen Filmfans dennoch bei Stange halten zu können und weiterhin Interesse für das Projekt zu wecken, wurden in regelmäßigen Abständen hübsch gestaltete Filmplakate veröffentlicht, die auf einen internationalen Kinostart hoffen liesen.
Leider wurden alle angepeilten Starttermine kurz vor Filmveröffentlichung bereits vom Vertrieb wieder dementiert, weil der amerikanische Rechteinhaber nicht an den Erfolg der Horrorproduktion glaubte und die finanziellen Schwierigkeiten “MGM´s” kaum Platz für Experimente zuliesen, sodass man in Horrorfilmkreisen bereits an der Ernsthaftigkeit des Projektes zweifelte.
Nach einer 3-jährigen Veröffentlichungs-Odyssee hatte sich das einschlägige Genre-Label „Lionsgate“ die Rechte des Thrillers geschnappt und zugleich „The Cabin in the Woods“ Mitte April 2012 in den amerikanischen Kinos ausgewertet – mit immensen Erfolg, wie die amerikanischen Zuschauerzahlen der darauffolgenden Wochen eindrucksvoll bewiesen. Fast das Doppelte an Produktionskosten wurde eingespielt, sodass „The Cabin in the Woods“ letztendlich, trotz erheblicher Startschwierigkeiten, für alle Beteiligten ein rentables Geschäft bedeutete.
Und auch in unseren Gefilden löste der kleine, frische Genre-Mix nach seinem Kinostart im Herbst 2012 unter hiesigen Horrorfilmfans euphorische Begeisterungsstürme aus; kein Wunder erlebt der Filmfreund mit „The Cabin in the Woods“ eine der erfirschendsten Genre-Produktionen seit Jahren. Sicherlich dürfte der kleine Horrorschocker keinen Innovationspreis mit seinem recht notdürftig zusammengewerkelten Grundplot gewinnen, aber letztendlich will er vermutlich das Horrorgenre auch nicht wirklich neu erfinden, sondern schlicht und einfach nur unterhalten.
Drew Goddard , der sich zuletzt als Regisseur bekannter TV-Produktionen („Buffy“, „Angel“, „Lost“) einen umfangreichen Erfahrungsschatz aneignen konnte, hat mit „The Cabin in the Woods“ einen hippen und zeitgemäßen Film kreiert, der unglaublich Spass macht und dessen Plott durch derben Zynismus zu glänzen weiß und mit einem gehörigen Augenzwinkern genossen werden sollte.
Vorab, wer sich den Spaß durch unnötiges Spoilern nicht vermiesen lassen möchte, dem sei an dieser Stelle dringend von der Sichtung des Trailers, sowie der folgenden Review abgeraten, denn letztendlich macht „The Cabin in the Woods“ eindeutig mehr Spaß, wenn man so wenig wie möglich über diesen kleinen, fiesen und hübsch durchgestylten Film weiß.
„The Cabin in the Woods“ macht bereits zu Beginn keinen Hehl daraus, was er eigentlich sein will und erklärt dem Zuschauer vorab, was gleich mit den fünf, bewusst klischeehaft handelnden, Pappnasen passieren wird.
Ein kluger Schachzug, verändert der Film mit seinem vorwegnehmenden Storytwist die grundlegenden Regeln eines jeden typischen Horrorfilms und bietet so einige recht gelungene Überraschungseffekte, mit denen der Zuschauer in derart Form vermutlich nicht rechnen dürfte. Die Interaktionen der stereotypen Charaktere sind natürlich vollends so vorhersehbar gewollt, zumal man bereits nach den ersten Filmminuten merklich spürt, dass sich „The Cabin in the Woods“ in keiner Filmminute ernst nehmen möchte. Parallelen zur selbstironischen Inszenierung eines „Scream“ sind hier unübersehbar und vollends gewollt.
“Goddards” Kinodebüt ist vermutlich DIE grandioseste Veräpplung der unzähligen Splatter-Genres der vergangenen Jahrzehnte. Die wundervoll-schräge Hommage an all die derben Splatter-Schinken und Horrorklassiker der Filmgeschichte birgt so manche Überraschung und beweist ein selbstsicheres Händchen für einige wahrlich liebevolle Filmzitate. Die ehrfürchtige Verbeugung vor Raimis Klassikers “Evil Dead” dürfte vermutlich allen Fans dieses Kultfilms ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern, denn die modrige Holzhütte aus jenem Kultstreifen bietet die Grundlage zum vielversprechenden “Cabin in the Woods“. Wer jetzt jedoch denkt, dass der Film bereits zu Beginn seine gesamten, kreativen Ideen verschießt, der irrt. Die Einleitung und die gesamte erste Filmhälfte ist routiniert abgedrehter Teenie-Horror mit einigen recht hübschen Todesszenen. Hierbei rechnet das Genre-Werk mit einigen äußerst abgedroschenen Genre-Klischees auf ziemlich unsanfte Weise ab, ohne dabei jedoch den bissigen Humor zu vernachlässigen, welcher die gesamte Szenarie begleitet und für einige durchaus ansprechende Schenkelklopfer sorgt. Erst in der zweiten Filmhälfte beginnt „The Cabin in the Woods“ aus den Vollen zu schöpfen und punktet mit einem wahrhaftigen grandiosen Effekt und Gewalt-Feuerwerk der Extraklasse, das zudem auch splattergierige Horrorfilmnerds vollends zufriedenstellen dürfte. Was in den letzten Filmminuten an Blut und Gekröse verbraten wird, hat man in derart grotesker Weise schon lange nicht mehr auf der großen Leinwand und auf den heimischen Mattscheiben bewundern dürfen. Zudem erwartet dem Zuschauer eine feuchtfröhliche Geisterbahnfahrt durch die Annalen des Horrorfilms und selbst Freunde der Leinwand-Ikone Sigourney „Ripley“ Weaver dürfen sich auf einen “kruden“, wenn auch recht kurzen, Gastauftritt der Schauspiellegende freuen.
Am Ende ist doch noch alles gut geworden. Das ungewollte „MGM“-Stiefkind mit dem Titel „The Cabin in the Woods“ hat doch noch eine würdige Veröffentlichung spendiert bekommen und ist dort gelandet, wo es vermutlich am besten aufgehoben ist: im Kino und aktuell sogar auf Blu-ray sowie DVD. Der Horrorfilm-Gemeinde dürfte dieser Film unweigerlich munden, denn „The Cabin in the Woods“ ist zwar gruselig und unheimlich, dafür aber auch ein richtiger Party-Film, der mit gehörigem Alkoholpegel vermutlich die beste Wirkung erzielen dürfte. Nicht nur, dass er mit diversen Klischees des modernen Horrorfilm abrechnet, der überraschende und vollkommen superbe Storytwist ab Filmmitte ist der eigentliche Kern dieser witzigen Genreproduktion. Hier gibt es Action, Splatter und Blut frei für Alle – was will man als Horrorfilmfreund denn mehr?
Cabin in the Woods – Fazit
Fazit 8/ 10 Punkte
„Scream“ war gestern – jetzt kommt „The Cabin in the Woods“.
Für Anhänger des phantastischen Genre-Films absolutes Pflichtprogramm!
Cabin in the Woods – Zensur
Die Heimkinoversion ist mit einer “FSK 16” – Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten.
Cabin in the Woods – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: Cabin in the Woods; USA 2011
Genre: Horror
Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1080p/24, 2,40:1
Laufzeit: ca. 95 Min
FSK: FSK 16
Verpackung: Amaray mit Wendecover
Extras: Interactive Experience (Bonus View), We Are Not Who We Are: Making The Cabin in the Woods, AN ARMY OF NIGHTMARES: Makeup & Animatronic Effects, The Secret Secret Stash: Marty’s Stash, Hi, My Name is Joss and I’ll Be Your Guide, WonderCon Q&A, Kinotrailer
Die ungeschnittene Blu-ray aus dem Hause “Universum” kommt erstaunlich umfangreich daher. Es ist ja aktuell zu einer argen Seltenheit geworden, wenn kleinen Genre-Hitgaranten mit reichlich Boni ausgestattet werden. Neben den obligatorischen Trailer, gesellen sich Audiokommentare und diverse Making ofs. Zudem existieren diverse Bild-in-Bild Features, die während des Filmes verhäuft aufplobben und genug Informationen über die Entstehung des Films offenbaren. Leider hat “Universum” nur einige der diversen Extras (die übrigens ALLE in HD vorliegen) untertitelt, sodass gerade Fans, welche des Englischen nicht mächtig sind, durchaus ihre Probleme mit einigen Features haben dürften. Hierzu zählen die Audiokommentare, ebenso wie die grandiose Bild-in-Bild-Zugabe. Schade! Rein technisch ist diese Veröffentlichung durchaus als gelungen zu betiteln. Der Ton brummt in den Actioneinlagen gehörig auf und am Bild lässt sich kaum etwas zu beanstanden. Gerade in den hellen Passagen kommt das Bild scharf und knackig zu Geltung. Auch ein erfrischender Schwarzwert, weiß in den dunklen Szenen zu gefallen. Im Ganzen betrachtet, kann man an der “Cabin in the Woods“-Veröffentlichung nicht meckern.
Zudem hat sich “Universum” für alle Fans ein ganz besonderes Schmankerl einfallen lassen:
Das sogenannte “Augmented-Reality-Special” ist eine recht raffinierte App, mit der man das Blu-ray Cover scannen und das ominöse Häuslein des Films durch die Luft sausen lassen kann. Hierfür einfach die App herunterladen, den verschlüsselten QR-Code auf dem Cover scannen und das Cover der Blu-ray filmen. Prompt beginnt die titelgebende Hütte zu schweben. Klickt man nun selbige in einer bestimmten Kombination an, erscheint sogar der Trailer zum Film. Damit die Suche nach dem perfekten Code nicht in euphorischen Wutausbrüchen ausartet, hier natürlich auch die korrekte Kombination: Oben rechts, Mitte links und unten rechts auf die Hütte tippen. Dann erscheint der Trailer.
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Cabin in the Woods – Trailer
Hellraiser80
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Filmreview: “ChromeSkull: Laid to Rest 2″ (2011)

Der Killer mit der verchromten Totenkopfmaske, der seine Taten akribisch mit einer Webcam protokolliert, ist zurück. Nach dem letzten Schlachtfest wurde er erfolgreich von zwei hartnäckigen Teenies zur Strecke gebracht und in die Knie gezwungen.
Mit hochgradigen Verätzungen im Gesicht und schwer verletzt, wird er in die unterirdischen Katakomben einer Geheimorganisation verschleppt, wo er aufs nötigste zusammengeflickt wird.
Nun, da der „Boss“ sich wieder auf dem Weg der Genesung befindet, macht er sich an die Arbeit, mit den wenigen Überlebenden des Massakers von einst abzurechnen.
Doch seine Geduld wird auf eine harte Probe gestellt, denn inmitten der „Firma“ scheint es ein Mitarbeiter ebenso fanatisch ernst zu meinen und versucht in die Fußstapfen des maskierten Killers zu schlüpfen und seine Taten nachzuahmen.
Drei Jahre ist es nun bereits her, dass Regisseur Robert Hall mit seinem arg trivialen Slasher- Schnellschuss „Laid to Rest“ für Furore unter weltweiten Filmfans sorgte.
Sein überaus durchwachsener Horrorfilm bestach weniger durch darstellerische Qualitäten, oder einem sauber durchdachten Drehbuch, als vielmehr durch enorm selbstzweckhafte und sadistische Gewaltspitzen. Auch die direkte Fortsetzung „ChromeSkull: Laid to Rest 2“ macht da keine Ausnahme, und dreht sauber an der Gewaltschraube, dass dem Filmfreund Hören und Sehen vergehen dürfte.
Dabei zeigt die Fortsetzung allerlei unglaublich kaltschnäuzig umgesetztes Gekrösel, dass einen wirklich täuschend-echt wirkenden Eindruck hinterlässt und zeigt, dass zumindest die Special-Effect Crew ihr Handwerk überdurchschnittlich gut beherrscht. Das hier das Maß aller Dinge an seh- und umsetzbarer Gewalt ausgereizt wird dürfte auf der Hand liegen und wird vermutlich allein nur die Hardcore-Horror-Fangemeinde befriedigen. Mir waren die diversen aufgeschlitzten Gesichter und Münder doch etwas zu viel des Gutem und rechtfertigen definitiv die 7 Minuten Gewaltzensur in der deutschen Filmfassung.
Leider ist “ChromeSkull: Laid to Rest 2“ nicht wirklich dass geworden, was man letztendlich eventuell von einer Fortsetzung diesen Kalibers erwartet hätte. Die Fortführung der Geschichte wirkt überaus konstruiert und man mag als Zuschauer das Gefühl nicht loswerden, dass Regisseur Robert Hall aufgrund des überraschenden Erfolges des ersten Teils, bestrebt war, schnellstmöglich eine Fortsetzung drehen zu „müssen“. Viele Szenen wirken unfertig und werden allein nur mit grafisch ordentlich aufpolierter Gewaltpower kaschiert, zumal sich ein nennenswerter Filmplot überschaubar in Grenzen hält und sich in weniger als 3 Sätzen erzählen lässt.
Zwar erfährt man einige wichtige Hintergründe über den Killer und seine Handlanger, diese wirken aber vollkommen an den Haaren herbeigezogen und oftmals unfreiwillig komisch.
Der einzige Lichtblick in diesem etwas konfus geratenen Horror-Flick-Flack ist Ex-Teenie Schwarm „Brian Austin Green“, der zumindest allen weiblichen Filmfreunden, aus der amerikanischen 90er Jahre Soap „Beverly Hills 90210“ ein Begriff sein dürfte. Recht souverän und herrlich fies mimt er den unberechenbaren und emotionslosen Nachwuchskiller, wobei seine Handlungsbeweggründe leider, ebenso wie die des Skull-Killers, irgendwo im Drehbuch-Nirgendwo entschwinden.
Dass „Laid to Rest 2“ einen enorm zwiespältigen Eindruck hinterlässt ist eigentlich recht schade , zumal die Figur des Skull-Killers eigentlich einen gut-wertigen Eindruck vermittelt und in seinem Vorhaben Genregrößen wie Michael Meyer und Jason Vorhees in nichts nachsteht. Geübte Horrorfilmfreunde werden demnach an diesen Horrorsequel nur bedingt ihre Freude haben, denn teilweise ist „Laid to Rest 2“ einfach nur langweilig und vorhersehbar. Sieht man einmal von den hochwertigen FX, und dem filmbezogenen Killer ab, bleibt kaum irgendetwas nennenswertes über, was sich überhaupt positiv abhebt und nicht schon in unzähligen anderen Slasherfilmen thematisiert und abgehandelt wurde.
„ChromeSkull: Laid to Rest 2“ ist typische 08/15-Metzelware, welche man schon zu oft in dieser Form gesehen hat. Ein wenig „Halloween“ dort, ein bisschen „Freitag der 13.“da, dazu eine Priese „Saw“-Gewalt und fertig ist das Slasher-Ware von der Stange. Hoffen wir, dass mit einem dritten Teil der Gewaltakt zugunsten einer etwas spannenderen Geschichte reduziert wird und man einen homogeneren, und vor allem glaubhafteren, Einklang zwischen Story, Gewalt und Spannung findet.
5,5/10 Filmpunkte
Enttäuschende Fortsetzung des Überraschungserfolges aus dem Jahre 2009.
Extremgewalt und ein recht schlitzfreudiger Killer machen noch lange keinen guten Horrorfilm aus.
(Deutsche FSK-Fassung um rund 7 Minuten geschnitten)
Hellraiser80
Filmreview: “The Innkeepers” (2011)

The Innkeepers
Story
Am letzten Wochenende vor der entgültigen Schließung des „Yankee Pedlar Inn“-Hotels übergibt der Hotelchef höchstpersönlich seine geliebte Herberge in die Hände der beiden (recht schrulligen) Angestellten Claire und Luke, die sich um das Wohlergehen der letzten Gäste kümmern sollen.
Scheinbar ist ihnen der Job als Hotelpersonal mit der Zeit zu Kopf gestiegen, denn um die tägliche Arbeitszeit halbwegs produktiv über die Runden zu bekommen, versuchen sich die beiden als Hobbygeisterjäger und beginnen das Hotel zu erkunden.
Denn glaubt man den urbanen Legenden, welche um das mysteriöse Gebäude ranken, soll in den endlosen Gängen des „Yankee Pedlar Inns“ ein furchteregender Geist umherspuken.
Bewaffnet mit Kassenrekorder und allerlei okkultem Schnick-Schnack stoßen Claire und Luke alsbald auf die ruhelose Seele einer gewissen „Madeline Malloy“, die scheinbar immer noch keinen Frieden gefunden hat und rastlos durch das Anwesen wandelt …
The Innkeepers – Kritik
Da ist er nun, der mit Spannung erwartete zweite Spielfilm des ambitionierten Nachwuchstalents “Ti West“, der nach seinem hochumjubelten “House of the Devil” nicht nur eine enorm hohe Erwartungshaltung schürt, sondern auch weiterhin auf herrlich altmodisches Gruselfeeling setzt und sich von plakativ in Szene gesetzten Gewaltgezetere distanziert.
Auch sein aktuelles Gruselmärchen “The Innkeepers” hebt sich erfrischend vom üblichen Horroreinerlei ab und versucht erneut das subtile Grusel in den Mittelpunkt des Geschehens zu rücken. Ein erstaunlich unkommerzielles und gewagtes Unterfangen, leben gerade aktuelle Horrorfilme von der Zurschaustellung menschenverachtender Schandtaten und blutgieriger Gewaltexzesse.
Auch wenn “West” stets darum bemüht ist, dass traditionelle Gruseln zurück auf die heimische Mattscheibe zu transferieren und sich mit einer unvergleichlichen Liebe zum klassischen Horror von üblicher Gewaltkost und klischeebeladenen 08/15-Schockern distanziert, dürfte sein “The Innkeepers” erwartungsfreudige Horrorfilmfans in vermutlich zwei Lager spalten.
“The Innkeepers” ist wahrlich kein schlechter Film, Freunde atmosphärischer Gruselfilme kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Dennoch birgt “West´s” zweiter Ausflug in die Welt der Schatten und Schreie diverse Schnitzer, die den Film weniger rund und plausibel erscheinen lassen, als seine zuvor abgefilmte Hommage an die berüchtigten B-Movies der goldenen 80er Jahre. Das größte Problem seines aktuellen Streifens liegt schlichtweg darin, dass einfach kaum etwas Spektakuläres passieren will. Das sehr gemache Erzähltempo ist hierbei das größte Manko seinen Zweitwerkes, was vermutlich nicht jedem Filmfreund munden dürfte.
Die Handlung plätschert arg genüsslich vor sich dahin und verirrt sich teilweise in arg hanebüchenen Nebensächlichkeiten, sodass in nur seltenen Momenten wirkliche Spannung aufkommen möchte. Bis “The Innkeepers” überhaupt so wirklich aus den Vollen schöpfen kann, in Fahrt kommt und sich in seiner eigentlichen Pracht präsentiert, vergehen geschlagene 80 Minuten Filmlaufzeit, die enorm Sitzfleisch und Engelsgeduld voraussetzen. Die beiden schrulligen Protagonisten vergeuden teilweise zu viel Zeit damit, durch die verwinkelten Gänge des Hotels zu spazieren und sich mit allerlei paranormalen Hokuspokus zu beschäftigen. Trotzdem muss man “West” dennoch zugute schreiben, dass er ein selbstsicheres Händchen besitzt, was unvorhersehrbare Schocks betrifft.
Diverse, recht gekonnt in Szene gesetzte Erschreck-Momente lassen nicht nur Heldin “Claire” zusammenzucken, sondern auch hin und wieder den Zuschauer. Auch wenn derart Szenen verblüffend einfach getrickst scheinen und ihre Wirkung nur selten verfehlen, reduzieren sich die obligatorischen “Schocker” leider einzig auf den ersten Abschnitt der Geschichte und werden bedauerlicherweise im weiteren Verlauf der Handlung zugunsten einer vollkommen konfusen Handlung vernachlässigt. Schade eigentlich, denn das sehr stimmige Zusammenspiel von derben Schreck-Sequenzen und dunkel ausgeleuchteten Gängen wirkt überaus stimmig und hätte “The Innkeepers” in Kombination mit einer wirklich interessanten Geschichte zum potenziellen Hit-Garant formen können.
Trotzdem, einen großen Pluspunkt verdient sich “The Innkeepers“, neben dem liebevoll altmodischen Gruselseeting, vor allem durch die herrlich schrullige Charakterisierung der beiden Hauptdarsteller, welche den eigentlich vollkommen durchwachsenen Grusel-Trip durchaus aufzuwerten wissen und die diversen Mankos in der Inszenierung rasch vergessen lassen.
Die Hobbygeisterjäger “Claire” und “Luke” sind derart abgedreht und liebenswert skizziert, dass man die beiden bereits nach nur wenigen Filmminuten ins Herz geschlossen hat und sie gern bei ihren, teils unspektakulären Erkundungen durch das Gruselhaus begleiten möchte. Dabei nimmt sich der Film genügend Zeit die beiden Antihelden so tiefgründig und sympathisch wie möglich zu skizzieren, um dem Zuschauer am Ende mit einem reichlich unerfreulichen Schlussgag vor den Kopf zu stoßen.
“Ti West´s” zweiter Ausflug in das Horrorfilm-Genre wirkt einige Ungereimtheiten und kommt weniger rund daher, als sein Debütwerk “House of the Devil“. Gerade für Mainstream-Alles-Seher dürfte der Ausflug ins das Spukhotel zu einer wahren Geduldsprobe avancieren. Statt sich auf eine actionreiche und blutgeile Inszenierung zu stürzen, zählen hier die ruhigen und subtilen Töne. “Wests” Film orientiert sich inhaltlich und künstlerisch an diverse Klassiker des Genres und dürfte vor allem alte, eingesessene Horrorfilmfans beeindrucken, die es leid sind, sich mit banalen und anspruchslosen Folter- und Slasher-Filmen zufriedengeben zu müssen, welche den Heimkinomark aktuell regelrecht überfluten.
Trotz aller Kritik ist “Wests” Spukgeschichte kein mieser Vertreter des Genres. Auch wenn “The Innkeepers” zu spärlich an der Spannungsschraube dreht und sich in vielen bedeutungslosen Szenen verläuft, so kann man dennoch nicht behaupten, dass sein Gruselmärchen ungenießbar ist. Die Inszenierung ist ziemlich unkonventionell und birgt viele wunderbare Momente, in welchem der Film es auf genüssliche Weise schafft, den Zuschauer reichlich zu verwirren und herrlich effektiv zu erschrecken. Leider verläuft sich “West” teilweise zu engstirnig in der optischen Gestaltung der Geschichte, sodass er teilweise vergisst, die eigentliche Handlung konstruktiv weiterzuspinnen.
Scheinbar hat West dieses Problem dann am Ende selbst bemerkt, denn der (zweideutig ausgelegte) Endplot kommt nach 100 Minuten recht überstürzt und gehetzt daher und wirkt, als habe “West” noch schnell irgendeinen Abschluss finden müssen, um den Film nach geschlagenen 2 Stunden Spielzeit beenden zu können.
Bleibt zu hoffen, dass sein nächstes Werk handwerklich ebenso geschickt daherkommt, wie “House of the Devil” und optisch so virtuos beeindrucken kann, wie der vorliegende “The Innkeepers“. Sollte West einen grazilen Mittelweg finden, dürfte der nächste Überraschungs-Hit garantiert sein!
The Innkeepers – Fazit
Fazit 6/10 Filmpunkte
Recht langsam erzählter Gruselfilm, dessen Erzählweise sehr unkonventionell geraten ist.
Nach einem sehr nostalgisch und atmosphärisch erzählten Auftakt wird es im eigentlichen „Geister“-Part sehr zäh und langweilig.
Geübtes „Sitzfleisch“ wird vorrausgesetzt – Für das Mainstream-Publikum ungeeignet! Trotzdem ein sehr interessanter Beitrag für alteingesessenen Horrorfilmfans, die sich gern etwas unkonventionellerer Filmkost bedienen möchten.
The Innkeepers – Zensur
Der Film wird über “Sunfilm” vertrieben und vollkommen ungeschnitten. Die Heimkinoversion hat eine “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erhalten.
Dennoch ist die enorm hohe Alterseinstufung etwas sehr weit hergeholt. Eine FSK16 hätte es auch getan.
The Innkeepers – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: The Innkeepers; USA 2011
Genre: Horror
Ton: Deutsch + Engl. DTS HD Master Audio 7.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1080p/24, 1:2,35
Laufzeit: ca. 101 Min
FSK: keine Jugendfreigabe
Verpackung: Amaray mit Wendecover
Extras: Audiokommentar mit Ti West & der Crew, Audiokommentar mit Ti West & den
Schauspielern, Behind the Scenes, Trailer – leider gänzlich ohne UT (Hinweis fehlt auf dem Cover)
Die Blu-ray aus dem Hause “Sunfilm” kann sich durchaus sehen lassen. Für einen kleinen Film wie diesen gibt es einige kleine Extras zu bestaunen. Erstaunlicherweise hat „Sunfilm“ hier vergessen, selbige auf das Bluray-Cover zu drucken. Leider werden hier gute Englischkenntnisse vorausgesetzt, denn Untertitel gibt es keine – Schade! Der Ton ist sehr vielversprechend und für einen Gruselfilm unabdinglich. Demnach ist Gruselstimmung vorprogrammiert und der Filmfreund mit Heimkinoanlage dürfte aufgrund einiger ziemlich gut abgemischten Soundeffekte des öfteren zusammenzucken.
Bildtechnisch darf auch Positives verkündet werden. Das Bild macht durchweg eine sehr gute Figur und weiß mit einer durchweg ansprechenden Schärfe zu überzeugen.
Übrigens gibt es “The Innkeepers” auch als (nachbearbeitete) 3D Blu-ray, notwendiges Equipment vorausgesetzt!
The Innkeepers – Hotel des Schreckens [Blu-ray] bei AMAZON bestellen
The Innkeepers – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
The Awakening (2011)
Apparition – Dunkle Erscheinung (2012)
Filmreview: “Red State” (2011)

Red State – Story
Jared, Billy Ray und Travis wohnen in einem “Red State”, also in einem recht konservativen Staat, wo republikanischer Wähler der Mehrheit haben. Und gerade in diesem Staat, in dem all das verboten ist, was Spaß macht, verabreden sich die drei für einen flotten Dreier.
Die Auserwählte wird schnell per Internetchat ausfindig gemacht und füllt die drei Freunde alsbald mit gehörig Alkohol und Schlafmittel ab. Wieder zur Besinnung gekommen, müssen die erschreckt feststellen, dass sie in die Fänge einer fanatischen Sekte geraten sind, deren Hauptaufgabe es ist, die Welt von allem Schlechten und Verdorbenen zu reinigen.
Red State – Kritik
Olá, was haben wir denn da?
Endlich weht ein zur Abwechslung wieder frischer Wind in dem doch schon derzeit arg geschundenen Genre des bösartigen Horrorfilms. Diesmal gibt es keine mordgeilen Mutanten, keine schizophrenen und maskierten Serienkiller, keine Aliens aus dem All und auch keine japanischen Geisterwesen zu sichten. Denn diesmal bekommt der Filmfan keinen schlechten Film vorgesetzt, sondern eine wirklich gehaltvolle Schlachteplatte serviert!
Regisseur Kevin Smith, der durch doppelbödige und unkommerzielle Komödien wie „Clerks“ oder “Zack and Miri make a Porno“ und die gesellschaftskritische Satire „Dogma“ bekannt wurde, hat mit „Red State“ aalglatte Genreunterhaltung abgeliefert, die mit ordentlich schwarzen Humor punkten kann und mit viel Zynismus und Sarkasmus gewürzt wurde. Demnach sollte der interessierte Filmfan „Red State“, trotz aller Härte mit einem gehörigen Augenzwinkern genießen.
Mit seinem gering-budgetierten Kracher „Red State“ stellt sich Smith gegen das kommerzorientierte Hollywood, das mit seinen ausufernden Film-Werbekampagnen Millionen verschleudert und wenn überhaupt, es mit nur wenigen Filmen der letzten Jahre geschafft hat, das Investitionsbudget wieder einzuspielen. Stattdessen hat sich Smith mit seinem tiefschwarzen Horrorthriller wieder auf Independent-Pfade begeben und hat es, meiner Meinung nach, auf jeden Fall geschafft, ohne großartiges Werbegetöse einen guten und in der Horror-Szene bereits einschlägig bekannten (Kult)Film zu produzieren.
Was uns Smith mit seiner aktuellen Produktion mitteilen wollte, lässt sich in viellerlei Hinsicht interpretieren und dürfte dem Zuschauer nach Sichtung gehörig Diskussionsstoff bieten, denn Smith´s Film hält ordentlich Zündstoff parat. Sei es Kritik an dem amerikanischen konservativ-versnobten und prüden Kleinbürgertum oder an dem immer noch stark auf dem Land verbreitenten Prediger- und Kirchenwahn Amerikas (sorry, für mich als Atheist, ist die Bibel ein einziges Märchen, und definitiv nicht mehr zeitgemäß). Das Land und seine Menschen bekommen in „Red State“ einmal mehr deftig den Spiegel vorgehalten, wobei Smith ausgibig Gesellschaftskritik austeilt und diverse Missstände im eigenen Lande anprangert. Dabei scheut Regisseur Kevin Smith auch nicht davor, dem Zuschauer kaum Identifikationsfiguren zu bieten, denn wer will sich schon mit derart unfortschrittlichen und dogmatisch-moralischen Pack identifizieren?
Und gerade dann, wenn etwas Menschlichkeit durch die Charaktere durchzusickern scheint, werden diese alsbald in der nächsten Szene abgebrüht über den Jordan geschickt. Dabei dürften vor allem empfindliche Gemüter verstört vor dem heimischen Fernsehapparat hocken und ihnen das Lachen im Halse stecken bleiben. Ganz ehrlich, richtig so – endlich mal ein Horrorfilm, der nicht dem stereotypischen Regeln eines Horrorfilms folgt. In „Red State“ ist nichts, wie man es aus genreüblichen Filmen kennt und vor allem, es ist nichts, wie es auf den ersten Blick scheint. Obwohl genrebedingt in jedem Horrorfilm das Gute gegen das Böse kämpft und vermeintlich gewinnt, so schlägt „Red State“ ein gänzlich neues Kapitel auf und erzählt nichts „Gutes“ von eigentlich „bösen“ Menschen. Dieses kleine Juwel bietet keinerlei Sympathieträger, sondern erzählt von Menschen, die zwar ausgibig über Ethik und Moral philosophieren, aber meilenweit entfernt davon sind, sich moralisch anständig und ethisch umgänglich zu verhalten.
Red State – Fazit
Fazit 8/10 Punkte
Vollkommen politisch unkorrektes Filmchen. Böse, zynisch, makaber und sarkastisch. Es ist eine Wonne, der erschreckend gealterten Comedylegende John Goodmann im Kampf gegen skrupellose Sektenmitglieder beizuwohnen. Bitte mehr derart kreativ-unartiger Filme!
Red State – Zensur
Die deutsche Fassung ist mit der “Keine Jugendfreigabe”-Kennzeichung vollkommen ungeschnitten. Es existiert neben der Standart-Ausführung auf DVD und BLu-ray ohne Bonusmaterial, ebenso eine limitierte Auflage im Blu-ray-Steelbook mit massig Extras.
Red State – Trailer
Hellraiser80
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