Filmreview: “Zombie Driller Killer” (2010)
Zombie Driller Killer
Story
Der Film fängt mit ‘nem deftig exploitativen Eyecatcher an: Johanna (ganz cinema verité Johanna Gustavsson) sieht aus, als würde sie ihr Geld unter Einsatz aller körperlichen Vorzüge verdienen und tut sich auf dem Weg des Joggens etwas Gutes. Leider hat die namensgebende Figur des doofen deutsch/englischen Titels anderes vor. Diese ist nämlich ein Unhold mit Mundschutz und orangefarbenem Overall, der sie im Walde fängt und mit einer elektrischen Perle des Baumarktwesens am Kopfe bebohrt. Man findet die Leiche im Wald und der Vater, ein Musiklehrer mit Namen Morten, auch stilsicher von einem Morten, Ruda genau, gespielt wird von den Ermittlern angerufen. Großes Wundern auf seiner Seite, sitzt die tote Tochter statt im Wartezimmer zum Jenseits bloß vorm Computer und bittet per SHINING-artiger Tippkaskade um Hilfe. Dann geht das Elend in die nächste Runde und Johanna spuckt und heult schwarze, ölige Suppe.
Kurzer Sprung in die Zukunft und der Zuschauer lernt, dass sich die Sache mit den aufgebohrten Kürbissen, orangenen Handwerksburschen und der hochinfektiösen Ölspuckerei epidemieartig verbreitet hat. Herr Lehrer wird von der Polizei nicht ernstgenommen und ermittelt auf eigene Rechnung.
Ohne zu Spoilern: Es wird sogar ein wenig Lovecraft zitiert.
Zombie Driller Killer – Kritik
Tja, seltsame Zeiten, in denen sich jedes Land der Welt mit ein bis zwei Horror- derzeit bevorzugt Zombie-Genrebeiträgen pro Quartal aufdrängt. ZOMBIE DRILLER KILLER, dessen norwegischer Originaltitel weit weniger erschießungswürdig “Schwarze Seelen” bedeutet, ist auf den ersten Blick nur der übliche unispirierte Quäl- und Kreischterz, den die zynische Industrie der foltergeilen Neuhorror-Kundschaft Woche für Woche auftischt. Das ganze dann noch in anämischer Digitalvideo-Optik. Die Darsteller sind unaufgeregt bis unauffällig, leiden aber unter einer der beschissensten Synchronisationen der letzten Jahre und das will Anno Domini 2013 etwas heißen. Das Niveau der Sprecherleistungen unterkellert noch mit Schmackes den üblichen Pornosingsang der jüngeren Vergangenheit. Ja, es erreicht den Grad von Sechzehnjährigen, die auf Youtube HARRY POTTER oder STAR WARS im Dialekt zu persiflieren versuchen aber an sich und der Natur der Sache scheitern. Die dünngesäten Splattereffekte führen den Zuschauer, unterstrichen durch die einfach zu griffige, direkte Optik der vermaledeiten und ob ihrer kostengünstigen Natur allgegenwärtigen Pest Digitalvideo zurück zum Abschluss des Kreises: Das Gemansche in angerührtem Pamp sieht wieder aus wie bei HERSCHELL GORDON LEWIS vor fast einem halben Jahrhundert.
Überraschenderweise verbirgt sich hinter ZOMBIE DRILLER KILLERs Fassade des einfallslosen Schlachtheulers etwas, das ich an dieser Stelle kaum erwartet hätte und das mein von mehreren Regalkilometern unterschiedlichst zu wertender Genrefilme geschundenes Herzchen dann doch noch zu erfreuen wusste: Ungewollt vermutlich hat der Film das Zeug zu einer lupenreinen Hommage an den großen JEAN ROLLIN. Einige geschultere oder schlicht ältere Leser werden jetzt zurecht aufmerken, dass der dämliche Rezensent doch hier in seinen Tiraden gar nichts von nackten Ex-Pornodarstellerinnen, französischen Vampiretten und Kerzenleuchtern geschrieben hat aber – bleiben sie mir gewogen – geht es konkret um den unterschätzten LA NUIT DES TRAQUEES. In diesem Science-Fiction/Horrorthriller aus dem Jahre 1980 flüchten die Protagonistinnen vor einem finsteren Konzern, der sie mit irgendetwas infiziert hat. Der Clou: Kulisse bieten horrible Industriegebietsschluchten wie sie auch ZOMBIE DRILLER KILLERs eindrucksvoll nutzt. Dazu sind die orangegewandeten Bösewichter ähnlich gesichtslos und bis zum oben erwähnten Lovecraft-Motiv nicht greifbar, dazu in der alptraumartigen Schwere der Darstellung genau passend.
Für diesen Schlenker bekommt ZOMBIE DRILLER KILLERS von mir 7 Exotik-Punkte.
Zombie Driller Killer – Fazit
Zombie Driller Killer – Zensur
Die deutsche Fassung kommt ungeschnitten mit einer “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung daher.
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Zombie Driller Killer- Trailer
Christian Ladewig
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Filmreview: “Hypothermia – The Coldest Prey” (2010)
Hypothermia – The Coldest Prey
Story
Es hätte ein erholsames Wochenende beim Eisfischen für Ray Pelletier und seine Familie werden können, wären da nicht Vater Stevie Cote und sein Sohn Stevie Jr., die plötzlich wie aus dem Nichts auf dem Eis auftauchen und ihr Lager wenige Meter entfernt aufschlagen. Mit ihrem unkläglichen Lärm stören die beiden nicht nur den friedlichen Familienausflug der Pelletiers, sondern verjagen zudem auch noch alle Fische. Schnell sind jedoch die Fronten geklärt und die beiden Familien lernen sich kennen. Doch der Frieden währt nicht lange, denn unter dem Eis lebt etwas unbeschreiblich Böses, dass bereits alle Fische verschlungen hat und nun an die Oberfläche krabbeln muss, um seinen unermüdlichen Appetit nach frischem Fleisch stillen zu können …
Hypothermia – Kritik
Wer sich selbst als Horrorfilmfan bezeichnet, wird vermutlich unlängst erkannt haben, dass die im Genre ansässigen Filmregisseure durchaus als eifrige Arbeitstiere betitelt werden können und in einer erschreckenden Regelmäßigkeit teilweise haarsträubende Kost auf Zelluloid bannen, um diese dann wenig später lukrativ auf dem Heimkinomarkt zu verscherbeln. Die Betonung liegt hierbei leider Gottes zu oft auf „B“ wie „billig“, denn günstig produzierte Filmchen kosten nun mal wenig „Dollars“ und spielen erschreckend viele „Dollars“ ein, ohne großartig Aufwand für die Realisierung aufbringen zu müssen. Von der minderen Qualität dieser Werke erfährt der Filmfreund leider erst dann, wenn es letztendlich zu spät ist und er die Scheibe in seinen DVD-Player wirft. Dass diese Low Budget Mentalität die Freude am Konsumieren phantastischer Filmkost mittlerweile erheblich geschmälert hat, dürfte auf der Hand liegen, denn der Horrorfilmmarkt wird aktuell von Unmengen derartiger Werke überschwemmt, sodass es kaum noch möglich scheint, die wirklich sehenswerten Beiträge darunter herauszufischen.
Der nun vorliegende “Hypothermia” ist eines dieser seltenen Exemplare, dass in der Masse an momentan veröffentlichten No-Budget-Werken vollkommen untergeht. Unverständlich, denn „Hypothermia“ hat eigentlich all das, was man von einem Genre-Film erwartet: eine durchaus klaustrophobische Grundstimmungen, gute Schauspieler, ein bedrückendes Setting und endlich mal wieder ein vernünftiges Drehbuch, dass sich Zeit für das Wesentliche nimmt und nicht Knall auf Fall ins Getümmel taumelt. Regisseur “James Felix McKenney” hat sich bisher mit diversen Null-Budget-finanzierten Beiträgen über Wasser halten können und überrascht mit dem vorliegenden „Hypothermia“ endlich durch ein wirklich ansprechendes Gruselfilmchen, dass nun auch einmal der Bezeichnung „Film“ vollends gerecht werden kann. Waren seine bisherigen Ausflügen in die Welt des „bösen“ Films mit einer nicht vorhandenen Fingerfertigkeit gesegnet, so verblüfft umso mehr, was der Filmemacher mit seinem Hybriden-Schocker auf die Beine gestellt hat. Lobenswert, dass auch Kult-Legende “Michael Rooker“, („The Walking Dead“, „Henry – Portrait Of A Serial Killer“) das durchaus vielversprechende Potenzial dieser kleinen unscheinbaren Geschichte entdeckt und sich zur durchaus stimmigen Gesamt-Schauspielriege dazugesellt hat.
“Hypthermia” ist ein typischer Vertreter des Creature-Feature-Genre. Die Geschichte thematisiert ein mysteriöses Wesen, dass sich unbemerkt unter dem Eis entwickeln konnte und sich nun vermutlich in seiner Ruhe bedroht fühlt. Zumindest deutet das die Geschichte an. Wie es in den Teich gekommen ist und welche Intentionen das Geschöpft letztendlich wirklich hegt, weiß der Film durchaus ansprechend zu verschleiern, sodass dem Zuschauer am Ende einige lose Interpretationsmöglichkeiten geboten werden, die durchaus zum Nachdenken anregen dürften. Die kritische Botschaft an der unüberlegten Ausbeutung des eigenen Lebensraums durch den Menschen ist unüberhörbar. Während die Männer versuchen die Bedrohung durch eine planlose und gewaltgeile Herangehensweise zu bekämpfen, versuchen die Frauen einen kühlen Kopf zu bewahren und das Problem taktisch zu lösen. Ihnen ist es in erster Linie wichtig, unversehrt an das Festland zu gelangen. Über die Vernichtung des Wesens machen sie sich keinerlei Gedanken. Ein kluger Schachzug, denn am Ende ist es ausgerechnet das schwache Geschlecht, dass durchaus effektiver der Bedrohung zu entkommen weiß und sich in Sicherheit bringen kann.
In „Hypothermia“ werden kurzum aus Jägern Gejagte und aus Gejagten letztendlich Jäger.
Die Bestie Mensch, die sich für das Ausrotten diverser Tierarten verantwortlich zeichnet und dabei unweigerlich dem ökologischen Gleichgewicht schadet, wird hier für das Vergehen an seiner kostbaren Umwelt bestraft. Regisseur “James Felix McKenney” schafft es die nicht unwichtige Botschaft in ein überzeugend gespieltes Filmchen zu verpacken. Sein Film ist trotz mangelndem Budget durchweg spannend, geschickt gefilmt und unglaublich stimmig; wäre da jedoch nicht das etwas sehr groteske Monster, dessen Glaubwürdigkeit spätestens dann zu bröckeln beginnt, als es das erste Mal durch die Linse dackelt. Hierbei wäre vermutlich weniger mehr gewesen, denn dem Zuschauer bleibt leider nicht verborgen, dass hier vermutlich aus Budgetgründen auf ein geschmacklich sehr „spezielles“ Gummikostüm zurückgegriffen werden musste, dass in seinem unprofessionellen Design schon arg lächerlich wirkt. Der trashige Unterton trübt hier leider den anfänglich hervorragenden Gesamteindruck, da hilft es dem Film letztendlich auch wenig, dass die Kamera permanent versucht, die missglückte Fingerfertigkeit des Effekt-Teams durch hektisches Umhergewackel zu vertuschen.
Dennoch, wem Atmosphäre und das glaubhafte Interagieren der Anwesenden durchaus wichtiger ist, als ausufernde Spezialeffekte, ist bei „Hypothermia“ genau richtig. Die Geschichte beginnt unspektakulär und steigert sich in ihrer Intensität von Minute zu Minute. Während anfänglich noch unklar scheint, von welcher Gefahr die Familie bedroht wird, so ist selbige umso unberechenbarer, je später der Abend wird. „Hypothermia“ ist ein geradliniges Monster-Filmchen, dass sich an die traditionellen Komponenten eines jeden Creature-Features orientiert. Neue, frische Ideen sucht man hier zwar vergebens, dennoch ist es der Film durchaus wert, gesehen zu werden.
Hypothermia – Fazit

Zwar erfindet “Hypothermia – The Coldest Prey” das Rad nicht neu, unterhält aber dennoch durchaus packend. Wenn da nicht das vollkommen missratende Monster wäre, dass den eigentlich positiven Gesamteindruck schmälert – Schade!
Hypothermia – Zensur
Die deutsche Fassung ist mit der “FSK 16“-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten.
Hypothermia – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: Hypothermia; USA 2010
Genre: Horror/Thriller
Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1080p, 1.78:1, 16:9
Laufzeit: 73 Min.
FSK: FSK 16
Verpackung: Amaray mit Wendecover
Extras: The Making of Hypothermia (Die Dreharbeiten wurden mit einer Videokamera begleitet – 21min), Ron & Reel (kleiner Insider-Gag des Films – ca. 5min), deutscher Trailer (ca. 2min), Bildergalerie, Give me Shelter: An Ice Fishing House … Halfway across the Country (Regisseur gibt kurze Einblicke in die Entstehung des Films – 11min), 5 Clips anderer Filme des Labels
Für eines Low Budget-Film, wie Hypothermia ist das Bonus erstaunlich umfangreich ausgefallen, zudem kann sich die Abmischung des Tons hören lassen. Immer dann, wenn das groteske Wesen Screentime erhält, hat der Subwoofer ordentlich zu meckern, sodass einige Schauer und Schreckmomente durchaus sitzen werden. Alle Extras wurden löblicherweise deutsch untertitelt. Bildtechnisch sieht man dem Film seine Herkunft an. In hellen Momenten ist der HD-Effekt offensichtlich. Sobald es dunkel wird, treten hier diverse Mankos auf. Dennoch, alles im grünen Rahmen. Wer auf spannenden Trash mit kritischer Öko-Botschaft steht, ist hier definitiv gut beraten.
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Hypothermia – Trailer
Hellraiser80
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