Filmreview: “Asylum Blackout / The Incident” (2011)
Das Genre des Horrorfilm hat es oftmals nicht leicht. In keinem anderen Genre ist die Rate zugenannter Nachwuchsregisseure so stätig am steigen, wie in diesem.
Was man da regelmäßig als Filmfreund serviert bekommt ist oftmals jenseits von Gut und Böse und hat die Bezeichnung “unterhaltsamer Filmbeitrag” leider meist gar nicht verdient.
Wer regelmäßig den “Filmcheck“-Filmblog verfolgt dürfte vermutlich rasch verstehen, was damit gemeint ist, denn in keinem Filmjahr wie diesem wurde man als Fan des unterschlagenen Filmes so merklich überschüttet von unprofessionell abgefilmten Erstlings-Genre-Filmen, wie 2011/2012.
Umso überraschter war ich, als ich das Debütwerk “Asylum Blackout” des Nachwuchsregisseurs “Alexandre Courtès“ sichten durfte, denn das ist wirklich überaus sehenwert und vor allem richtig spannend.
Eine handvoll angehender Rockstars und Freunde wollen hoch hinaus. Tagsüber arbeiten sie als Köche in der Küche einer Psychatrischen Anstalt für aggressive Gewaltverbrecher, des Abends werkeln sie an ihrer Karriere im Musikbusiness.
Doch das Schicksal meint es leider nicht so gut mit den Freunden, denn eines Abends, kurz vor Feierabend zieht ein merklich seltsames Gewitter auf und verursacht einen Stromausfall in der Anstalt. Grund genug für eine Horde Psychopathen, welche soeben in der anstalteigenen Mensa zu Abend speisen, einen munteren Streifzug durch die Gemäuer zu unternehmen. Schnell sind die Sicherheitsbeamten überwältigt und der Weg frei durch die Flure der Anstalt. In der Küche kämpfen derweil die Freunde um das nackte Überleben, denn die blutgieren Freaks wollen nur eins: töten, töten, töten.
Sicherlich ist das Thema “Revolte” oder “Aufstand” inmitten einer Hochsicherheitskomplexes nicht neu. Ob nun in Gefängnis oder Anstalt sei dahingestellt, es gibt bereits genügend mehr oder weniger sehenswerte Thriller oder Horrorfilme dieser Art.
Was “Asylum Blackout” dennoch sehenswert macht, ist die wirklich arg zermürbende und vor allem überaus klaustrophobische Grundstimmung der Geschehnisse. Man möge sich vorstellen, man ist mit 30 extrem gewaltbereiten Irren in einem Gebaudekomplex gefangen und kann nicht flüchten, da die Tore in die Freiheit, aufgrund hoher Sicherheitsauflagen verschloßen sind und man vergeblich auf Hilfe hofft. Ebenso ergeht es den Helden des Films, die sich den Weg in die Freiheit mit allerlei Schlaggeräten und Stichwaffen erkämpfen müssen. Dass es hierbei nicht minder gewalttätig zur Sache geht dürfte merklich auf der Hand liegen. Trotzdem, trotz einiger wirklich erschütternd-selbstzweckhaften Kröselszenen, schockiert hier weniger der Goregehalt, als vielmehr die kaltschnäutzige Kompromisslosigkeit, mit welcher die geistesgestörten Irren zu Sache gehen.
Allen voran Hauptbösewicht “Harry“, der eine arg unangenehme Präsenz ausstrahlt, extrem sadistisch zur Sache geht und den man vermutlich nicht im Dunklen begegnen möchte.
Wirklich erstaunlich ist, was hier mit mageren 500 000 Dollar Produktionskosten auf die Beine gestellt wurde. Der Film schaut verdammt hochwertig aus und an keiner Stelle in “Asylum Blackout” verrät der Film seine gering budgetierte Herkunft.
Sterile, extrem düstere und farblose Bilder sorgen für merklich Unbehagen und unterstreichen den recht depressiven und grausamen Unterton der Geschehnisse. Auch diverse wirklich subtile Kamerafahrten wissen zu gefallen und heben den Beitrag immens ab von der Masse an ähnlich gestrickten Horrorproduktionen. Dass Alexandre Courtésein wissbegieriger Anhänger diverse “Carpenter“-Klassiker sein muss, fällt direkt ins Ohr, wenn man sich auf den geschickt getricksten Soundtrack konzentriert – Parallelen zu “Assault“, oder “The Thing” sind hier unüberhörbar.
Mit “Asylum Blackout” erhält der Filmfreund eine wirklich heavy Horrorfilmbeitrag, den man als Fan von düsteren Genrebeiträgen unbedingt sichten sollte. Da sich der Film gehörig Zeit lässt, seine Helden zu skizzieren, verursacht letztendlich ihr sadistisches Ableben für arg unangenehme Magenkrämpfe beim Zuschauer. Der Kampf zwischen Gut und Böse fördert gehörig den Puls und ist in seiner ungeschönten Kompromisslosigkeit definitiv ein kleiner Genre-Geheimtipp.
Dass die Geschehnisse ab und an ein wenig an Glaubwürdigkeit verlieren, kehren wir mal schnellst möglich unter den Teppich, denn wir Horrorfilmfreunde wissen doch schon längst: “It´s only a “Horror”-Movie“!
Interessierte Horrorfilmfreunde müssen sich leider noch ein Weilchen Gedulden, den “Asylum Blackout” erscheint aller Voraussicht erst im Spätsommer 2012 in unseren Gefilden.
Einige Szenen im Film dürften der FSK bitter aufstoßen, sodass der Film in seiner ungekürten Form arge Probleme bekommen könnte.
Fazit: 7/10 Punkte
Kleiner, böser, ungeschönter Anstalts-Thriller, der einige richtig fiese Momente vorweisen kann.
Suspense und Spannung endlich mal wieder inklusive!
Ein wahrer Genre-Geheimtip!
FSK-Prognose: vermutlich nur geschnitten mit “Keine Jugendfreigabe”-Kennzeichnung
Hellraiser80
Filmreview: “Inside the Darkness – Ruhe in Frieden” (2011)

Mit „Inside the Darkness“ hält der Filmfreund einen Film in den Händen, der sich vordergründig an ein jüngeres Kinopublikum richtet, und bei dem erfahrene Filmzuschauer wohl möglich das kalten Grausen packen dürfte. Denn mal abgesehen von der wirklich hochwertigen Inszenierung (der Film schaut optisch edel aus) verursacht hier nicht der unheimliche Score, oder das markerschütternde Setting für Gänsehaut, sondern die Handlungsbeweggründe und Interaktionen der handvoll Charaktere, die sich so dermaßen dumm verhalten, dass man als Mitt-30er eigentlich nur noch fassungslos mit dem Kopf schütteln kann und sich fragt, ob denn das Drehbuch abschließend auch so etwas wie eine Endkontrolle widerfährt, oder nicht. So wirklich ernst nehmen lässt sich Martin Guigui´s aktueller Filmbeitrag nicht gerade, denn neben pubertärem Shakespeare-Gequassel und aufdringlich aufgepeppter MTV-Ästhetik wird hier statt spannungsgeladenen Suspense der Extraklasse vordergründig Light-Thrill serviert, der merklich ohne Höhepunkte vor sich her plätschert.
Eine handvoll typisch amerikanischer Vorstadtkids rund um „Abby“, scheinen in ihrem kläglich tristen Eintagsleben wenig zu erleben, sodass sie bereits allein beim Schmöckern der Shakespeares Tragödie „Macbeth“ gehörig „geflasht“ sind, als die Lehrerin das Werk zusammen mit den Schülern im Unterricht bespricht. Grund dafür einen Abstecher zum Haus des Bestatters „Ely Vaughn“ zu unternehmen, über welches man munkelt, dass es darin wohl spuken soll.
Natürlich sehen die vier Freunde sogleich das was sie sehen möchten: am Schlafzimmerfenster erblicken sie den Schatten des Hauseigentümers „Ely Vaughn“, der zusammen mit einem weiblichen Wesen im Arm, ein paar Pirouetten durch das Schlafgemach dreht. Dass Herr Vaughn auch ab und an „Bedürfnisse“ besitzen könnte, darauf schließt keiner der Jugendlichen, denn dass was er da im Arm hält, kann letztendlich eigentlich nur ein Geist sein. (äh klar, ja was auch sonst!!!)
Um ihre Erkenntnisse zu unterstreichen, brechen sie in der Haus des Bestatters ein und entdecken ein, von ihm gut behütetes und makaberes Geheimnis. Dass mit dem stadtbekannten Bestatter scheinbar irgendetwas nicht zu stimmen scheint, erfahren die Nachwuchseinbrecher am eigenen Leibe, als sie plötzlich vom Hauseigentümer himself, bei ihren ausgiebigen Erkundungstouren im Hause, überrascht werden und einer der Freunde auf bösartige Weise den Tod findet.
Die minderbemittelte Provinz-Polizei glaubt zuerst der Bande kein Wort, handelt es sich doch bei „Ely Vaughn“ um einen ehemals überaus erfolgreichen und beliebten Footballspieler (ein wirklich handfestes Argument!!!), sodass „Abby“ und ihre Freunde letztendlich das Gesetz allein in die Hand nehmen, um den Psychopathen zu entlarven.
Die kurze Inhaltsangabe beschreibt nur einen minimalen Teil der inhaltlich groben Drehbuch-Logikpatzer.
Demnach sollte man als Filmfreund von vornherein jeglichen Hang zu Logik und Verstand unterbinden. Einziger Lichtblick in diesem etwas ungaren Einheitsbrei aus Teenhorror und “Dawson´s Creek“-Verschnitt ist Dennis Quaid, der der Rolle des arg garstigen Psychopathen „Ely Vaughn“ zumindest ein/zwei interessante Facetten verleiht. Im Verlauf seines recht effektiv skizzierten Amoklaufes schafft er es ein merklich unwohles und bedrohliches Gefühl zu vermitteln, und mit seinen merklich zynischen und arg strengen Kommentaren gelingt es ihm, die übrigen Grünschnäbel vollends gegen die Wand zu spielen.
Dennoch, auch er kann letztendlich den Film nicht davor bewahren, dass dieser in seiner unkreativen Belanglosigkeit, zusammen im Fahrtwasser ähnlich gestrickter Horror-Light-Produktionen bedingungslos untergehen wird.
„Inside the Darkness“ ist Diät-Filmkost, wie so oft.
Seichte Horrorunterhaltung ohne Tiefgang. Einzig die recht straffe Inszenierung, die zudem auch noch edel ausschaut, weiß zu überzeugen. „Inside the Darkness“ bietet trotz besprochener Schnitzer recht kurzweilige Unterhaltung und kommt überraschend schnell auf den Punkt. Leider Gottes ist die Story so ziemlich das Dümmste, was ich in letzter Zeit gesehen habe und die wenigen Jungschauspieler so dermaßen unbrauchbar, dass man als Filmfreund in jeder zweiten Filmszene gern zur Fernbedienung greifen und diese den Pappnasen gen Kopf schleudern würde. Anhänger bluttriefenden Gekrösels sei vorab an dieser Stelle vorgewarnt, denn dieser Film bietet nichts dergleichen. Da es sich bei „Inside the Darkness“ vordergründig um einen Film für ein eher jugendliches Publikum handelt, hält sich der Gewaltpegel auch im überschaubaren Rahmen dezent zurück. Bis auf eine Schussverletzung, einem Skelett und einen Tritt auf den Kopf wird hier nichts geboten, was Freunde der etwas blutigeren Unterhaltung zufriedenstellen könnte.
Fazit: 5/10 Punkte
Ein belangloser Film unter unzählig Vielen. Horror-Light meets “Dawson´s Creek“.
Erwachsenen Horrorfilmfreunden dürfte dieser Quark vermutlich bitter aufstoßen, dafür immerhin pubertären Filmfans gehörig munden.
Deutsche Fassung: ungeschnitten mit einer FSK16-Freigabe
Hellraiser80
Filmreview: “Truth or Dare” (2011)
Der unscheinbare und introvertierte Felix hat es nicht leicht. Nicht nur, dass er von Allen ignoriert, verspottet und missachtet wird, auch Freunde hat auch keine.
Auf einer Abschlussfeierlichkeit soll sein Leben eine gänzlich andere Kerbe einschlagen, denn nebst Alkohol, Drogen und lauter Musik brodelt die Stimmung als eine der Partygäste vorschlägt das Partygame „Wahrheit oder Pflicht“ zu spielen.
Zu allem Unglück wird auch Felix zu dieser Party geladen und kommt auch gleich in den Genuss sich für „Wahrheit“ zu entscheiden. Als er demnach allen Anwesenden unter tobenden Gelächter offenbart, sich in die allseits beliebte und hübsche Gemma (Florence Hall) verliebt zu haben, gerät das Feiergeschehen außer Kontrolle.
Einige Monate später werden einige Gäste der Abschlussfeier überraschenderweise in ein Haus im Wald geladen, indem der schüchterne Felix eine ebenso trinkfreudige Geburtstagsfeier veranstalten möchte.
Kaum dort angekommen vermissen die Gäste jedoch den eigentlich Gastgeber vor Ort und machen unweigerlich Bekanntschaft mit dem smarten Bruder des einst Gepeinigten. Doch die vermeintlich heitere Stimmung ist schnell verflogen, denn Felix´s Bruder Justin (David Oakes – „Die Borgias“ – „Die Säulen der Erde“) scheint leider rein gar nicht in Feierlaune zu sein. Kaum die Tür der Hütte verschlossen, zückt Justin seine Waffe und richtet sie auf einen der Gäste. Für die vollkommen überraschten Anwesenden beginnt ein Kampf um Leben und Tod.
Ob nun „Prom Night“, „Patricks Höllentrip“, oder „Stephen King´s Carrie“, Filme in denen verletzte Seelen ihren, meist jugendlichen Peinigern, die Leviten lesen sind bereits fester Bestandteil in der Welt des Horrorkinos geworden und finden seit jeher wachsenden Zuspruch bei Filmfans weltweit. Leider bekleckert sich der Großteil derartiger Produktionen oftmals nicht gerade mit Ruhm, denn hier wird vordergründig die immerzu gleiche Geschichte abgespult, die uninspiriert nach bekannten Schema „F“ meist einzig darin Schauwert findet, die handvoll hirnloser Protagonisten möglichst kreativ um die Ecke zu meucheln.
Auch die aktuelle, recht hübsch aufpolierte Produktion „Truth or Dare“ macht da keine Ausnahme und erfindet das Rad nicht neu. Hier werden alle Register klischeebeladenen 80er Jahre „Rache“-Kinos gezogen und doch macht dieser kleine Horrorthriller eigentlich alles richtig.
Das mag wohl möglich daran liegen, dass Regisseur „Robert Heath“ ein glückliches Händchen bei der Auswahl seiner trinkfesten Protagonisten bewiesen hat, die gänzlichen entgegen jedes Slasher-Klischee endlich mal nicht unerträglich nerven. Dem Film kommt das unweigerlich zu Gute, denn die weniger Charaktere sind recht zugänglich und sympathisch skizziert, dass einem als Zuschauer deren Ableben durch Mark und Bein jagt. Um nicht allzu sehr im typischen 80er Jahre-Slasher-Flick-Flack zu versinken hat sich Regisseur Robert Heath dazu entschieden dem allseits bekannten „Highschool-Rache-Slasher“ neue Impulse zu verleihen, denn „foltererprobte“ Filmfans von Heute dürften sich schnell mit belanglos-seichter 80s Retro-Slasher-Ware (am Rande: die Hütte, in der das Geschehen spielt erinnert geradezu an die aus dem „Tanz der Teufel“-Universum) unterfordert fühlen.
Demnach hat er seinen aktuellen Beitrag „Truth or Dare“ an die aktuelle Sehgewohnheiten angepasst, und „überrascht“ mit ausgetüftelter „Saw“-Tortur-Folterei, die aber dennoch immer im überschaubaren und vor allem erträglichen Rahmen zu überzeugen weiß.
Die wenigen geladenen Gäste werden „spielerisch“ und auf recht kompromissloser Weise gezwungen die Geschehnisse von einst zu rekonstruieren. Wer dem nicht folge leisten möchte, hat die Wahl zwischen dem eigenen Freitod, oder dem einer seiner Freunde. Dass natürlich keiner der Geladenen freiwillig über den Jordan springen möchte und sich für den Tod eines anderen entscheidet dürfte ebenso auf der Hand liegen, wie diverse andere vorhersehbare Momente, von denen es im Film jede Menge gibt. Trotzdem, der Film bleibt kurzweilig bis zum Schluss und hält den Filmfreund gehörig auf Trapp, ersichtliche Filmlängen sind hier Mangelware. Ein frischer, kleiner und cooler Film, der neben einer sauberen Präsentation, mit einer überaus sexy agierenden Film-Vamp Jennie Jacques („Cherry Tree Lane“) punkten kann und mit Sicherheit für einige feuchte Träume der vorwiegend männlichen Zuschauerschar sorgen dürfte.
Mit „Truth or Dare“ hat es Genre-Neuling „Robert Heath“ geschafft einen kleinen 80er Jahre Retro-Horrorbeitrag zu kreieren, der zwar an heutige Seegewohnheiten angepasst wurde, überraschenderweise trotz diverser Genre-Klischees überaus Spaß macht und schnörkellos ohne auffällige Längen zu überzeugen weiß. Sein recht hübsch gefilmtes Kammerspiel punktet mit „Saw“-resken Tortour-Terror, der die handvoll Protagonisten um ihr Überleben spielen lässt. Damit auch blutgierige Gore-Hounds auf ihre Kosten kommen gibt es 2-3 nette Splattereffekte, die aber dennoch immer im überschaubaren Rahmen bleiben und kein Splatterfest der Sonderklasse zelebrieren. Wer auf ordentlich frivoles Teeniefutter steht, und mit allseits bekannten und recht ausgelutschten Genre-Klischees leben kann, dem dürfte „Truth or Dare“ auf jeden Fall munden.
Fazit: 6,5/10 Punkte
08/15-Kost, die aber trotzdem Spaß macht. Nostalgischer 80er Jahre Retro-Slasher meets Folter-Tortur-Porn. Klingt komisch, harmoniert aber bestens. Als Horrorfilmfreund darf man gern mal einen Blick riskieren!
FSK-Prognose: ungeschnitten mit „Keine Jugendfreigabe“
Deutschland-Start: steht noch aus
Hellraiser80
Filmreview: “Madison County” (2011)

Fünf Freunde auf den Spuren eines bekannten Schriftstellers.
Dessen nächster Roman soll von dem kleinen verträumten Ort „Madison County“ handeln, indem vor einigen Jahren einige blutrünstige Morde stattgefunden haben sollen. Der Täter wurde jedoch nie gefasst.
Kaum in dem kleinen Dörfchen angekommen, verliert sich die Spur des bekannten Autoren. Grund genug die Bewohner des Örtchens nach seinem Aufenthalt zu befragen.
Doch die Einwohner von „Madison County“ mögen es gar nicht, wenn man sie ins schlechte Licht rückt und gleich recht nicht, wenn man ihnen neugierige Fragen stellt.
Je weiter die Kids in der mysteriösen Geschichte des Ortes stöbern umso mehr geraten sie in das Visier eines seltsam maskierten Irren, der seine ganz eigene Antwort besitzt neugierige Fremdlinge zu begrüßen.
Seit vor ca. 10 Jahren das Backwood-Genre mit dem überaus gelungenen „Michael Bay“-Remake zum 70er Jahre Schocker „The Texas Chainsaw Massacre“ erneut reanimiert wurde, folgten nunmehr unzählige durchwachsene und teilweise haarsträubende schlechte ähnliche Vertreter dieses Horror-Subgenres, die der glatt-polierten Kettensägen-Neuauflage aus dem Jahre 2003 nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen konnten und vermutlich nur deshalb produziert wurden, um im kassenträchtigen Fahrtwasser eines „Texas Chainsaw Massacre“ und „Wrong Turn“ noch rasch die schnelle Mark zu erwirtschaften.
Jetzt, 10 Jahre später scheint das Publikum, vom sich ständig wiederholenden Horror-Einerlei über schlitzfreudige Mutanten, Rednecks und Hinterwäldlern vermutlich so langsam übersättigt zu sein, sodass derart Produktionen freilich, wenn überhaupt nur noch ihren Weg in die hiesigen Videotheken finden und dort ihr Dasein zensiert und unbeachtet in den hintersten Regalen der DVD-Verleiher fristen.
Der Horrorthriller „Madison County“ bedient sich genau jener Hinterwäldler-Schiene, erscheint aber leider einige Jahre zu spät, um den routinierten Horrorfilm-Allesseher überhaupt noch mit seinem solide zusammengewerkelten Horrorplot überzeugen zu können.
Eigentlich schade, denn „Madison County“ macht optisch eine wirklich hervorragende Figur und ist überaus hübsch gefilmt. Von einem günstig abgedrehten Billigfilm ist der kleine Thriller meilenweit entfernt, und einige Szenen im Film besitzen erstaunlich stimmige und atmosphärische Momente. Dennoch, die Darsteller bleiben weit hinter ihren Möglichkeiten zurück und liefern, wenn überhaupt, eine solide Performance ab, die leider nur ihren zweckmäßigen Einsatz findet und kaum der Rede wert ist.
Leider bildet das größte Manko in „Madison County“ das vollkommen unspektakuläre Drehbuch, das bedauerlicherweise keine Überraschungen bietet und geradlinig heruntergerasselt wird. Nach unzähligen Vertretern dieser Gattung Film hätte man zumindest eine halbwegs vernünftige und vor allem „frische“ Geschichte erzählen können, die sich anders, als in den unendlich vielen ähnlich gestrickten Werken nicht gleich bei jeder zweiten Szene in den genretypischen Klischees verläuft.
Hier wird all das geboten, was die Klischee-Schmiede des Backwood-Genres zu bieten hat: mysteriös drein-schauende Dorfbewohner, einen unkaputtbaren Killer, der im Auftrag aller Provinzbewohner das allzu neugierige Großstadt-Pack in seinen Schranken weist und dumm agierende Opfer, die in den haarsträubendsten Situationen die fragwürdigsten und unlogischsten Aktionen vollziehen.
Gerade zum Ende hin wirken die Handlungsverläufe und Interaktionen der (meist weiblichen) Protagonisten so lächerlich, dass man den Gepeinigten, gerade aufgrund ihrer planfreien Aktionen, eigentlich nur noch den Filmtod wünscht.
Denn wie so oft, wird der Killer überwältigt und K.O. geschlagen. Über einen vermeintlichen letzten Hieb mit einer der diversen umherliegenden Schlagwaffen denken die „Überlebenden“ erst gar nicht nach, denn nachdem der skurrile Killer mit der Schweins-Maske einen gehörig-spontanen Hieb mit einem Spaten verpasst bekommen hat und daraufhin friedlich ins Land der Träume schlummert, rennen die Opfer um ihr Überleben. Das letztendlich derart schlachtfreudige Brut selbstverständlich immer und immer wieder zur Besinnung kommen muss und nicht ablassen kann, seine Opfer in den Tod zu meucheln, dürfte dem erfahrenen Horrorfilm-Zuschauer bereits aus Filmen, wie „Freitag der 13.“, „Halloween“ & Co. bekannt vorkommen.
„Madison County“ ist leider nicht das geworden, was das exploitationhaft gestaltete Filmplakat verspricht. Statt einen, den aktuellen Seegewohnheiten entsprechenden, Hardcore-Folterhorror zu bieten werden hier seichtere und vor allem langweiligere Geschütze gefahren.
Das Hauch einer Story wird mit unspektakulären Handlungsverläufen geschmückt, die man in dieser Art bis zum Erbrechen bereits in unzählig anderen Produktionen dieser Art abgehandelt hat.
Die Krösel-Effekte halten sich in Grenzen und werden augenscheinlich NICHT voyeuristisch vor der Kamera zelebriert. Bis auf einige Gegenstände (Messer, Stöcke, Axt), die sich durch menschliche Körper bohren wird hier kaum etwas geboten, was das Splatterherz vor Freude entzücken lassen dürfte. Schade, denn „Madison County“ ist hübsch gefilmt, dem Film fehlt aber der rechte Biss und die feurige Würze, um überhaupt irgendwie in die Gänge zu kommen und sich von der breiten Masse an gleichwertigen Film positiv abheben zu können.
Fazit 5,5/10 Punkte
Routinierter Backwood-Slasher, der routinierte Horrorfilm-Zuschauer routiniert langweilen könnte.
Für den hungrigen Happen für Zwischendurch gerade noch goutierbar. Dennoch absolut unspektakulärer Film, den man nicht gesehen haben muss.
FSK-Prognose: Ungeschnitten mit einer „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung
Hellraiser80
Filmreview: “ChromeSkull: Laid to Rest 2″ (2011)

Der Killer mit der verchromten Totenkopfmaske, der seine Taten akribisch mit einer Webcam protokolliert, ist zurück. Nach dem letzten Schlachtfest wurde er erfolgreich von zwei hartnäckigen Teenies zur Strecke gebracht und in die Knie gezwungen.
Mit hochgradigen Verätzungen im Gesicht und schwer verletzt, wird er in die unterirdischen Katakomben einer Geheimorganisation verschleppt, wo er aufs nötigste zusammengeflickt wird.
Nun, da der „Boss“ sich wieder auf dem Weg der Genesung befindet, macht er sich an die Arbeit, mit den wenigen Überlebenden des Massakers von einst abzurechnen.
Doch seine Geduld wird auf eine harte Probe gestellt, denn inmitten der „Firma“ scheint es ein Mitarbeiter ebenso fanatisch ernst zu meinen und versucht in die Fußstapfen des maskierten Killers zu schlüpfen und seine Taten nachzuahmen.
Drei Jahre ist es nun bereits her, dass Regisseur Robert Hall mit seinem arg trivialen Slasher- Schnellschuss „Laid to Rest“ für Furore unter weltweiten Filmfans sorgte.
Sein überaus durchwachsener Horrorfilm bestach weniger durch darstellerische Qualitäten, oder einem sauber durchdachten Drehbuch, als vielmehr durch enorm selbstzweckhafte und sadistische Gewaltspitzen. Auch die direkte Fortsetzung „ChromeSkull: Laid to Rest 2“ macht da keine Ausnahme, und dreht sauber an der Gewaltschraube, dass dem Filmfreund Hören und Sehen vergehen dürfte.
Dabei zeigt die Fortsetzung allerlei unglaublich kaltschnäuzig umgesetztes Gekrösel, dass einen wirklich täuschend-echt wirkenden Eindruck hinterlässt und zeigt, dass zumindest die Special-Effect Crew ihr Handwerk überdurchschnittlich gut beherrscht. Das hier das Maß aller Dinge an seh- und umsetzbarer Gewalt ausgereizt wird dürfte auf der Hand liegen und wird vermutlich allein nur die Hardcore-Horror-Fangemeinde befriedigen. Mir waren die diversen aufgeschlitzten Gesichter und Münder doch etwas zu viel des Gutem und rechtfertigen definitiv die 7 Minuten Gewaltzensur in der deutschen Filmfassung.
Leider ist “ChromeSkull: Laid to Rest 2“ nicht wirklich dass geworden, was man letztendlich eventuell von einer Fortsetzung diesen Kalibers erwartet hätte. Die Fortführung der Geschichte wirkt überaus konstruiert und man mag als Zuschauer das Gefühl nicht loswerden, dass Regisseur Robert Hall aufgrund des überraschenden Erfolges des ersten Teils, bestrebt war, schnellstmöglich eine Fortsetzung drehen zu „müssen“. Viele Szenen wirken unfertig und werden allein nur mit grafisch ordentlich aufpolierter Gewaltpower kaschiert, zumal sich ein nennenswerter Filmplot überschaubar in Grenzen hält und sich in weniger als 3 Sätzen erzählen lässt.
Zwar erfährt man einige wichtige Hintergründe über den Killer und seine Handlanger, diese wirken aber vollkommen an den Haaren herbeigezogen und oftmals unfreiwillig komisch.
Der einzige Lichtblick in diesem etwas konfus geratenen Horror-Flick-Flack ist Ex-Teenie Schwarm „Brian Austin Green“, der zumindest allen weiblichen Filmfreunden, aus der amerikanischen 90er Jahre Soap „Beverly Hills 90210“ ein Begriff sein dürfte. Recht souverän und herrlich fies mimt er den unberechenbaren und emotionslosen Nachwuchskiller, wobei seine Handlungsbeweggründe leider, ebenso wie die des Skull-Killers, irgendwo im Drehbuch-Nirgendwo entschwinden.
Dass „Laid to Rest 2“ einen enorm zwiespältigen Eindruck hinterlässt ist eigentlich recht schade , zumal die Figur des Skull-Killers eigentlich einen gut-wertigen Eindruck vermittelt und in seinem Vorhaben Genregrößen wie Michael Meyer und Jason Vorhees in nichts nachsteht. Geübte Horrorfilmfreunde werden demnach an diesen Horrorsequel nur bedingt ihre Freude haben, denn teilweise ist „Laid to Rest 2“ einfach nur langweilig und vorhersehbar. Sieht man einmal von den hochwertigen FX, und dem filmbezogenen Killer ab, bleibt kaum irgendetwas nennenswertes über, was sich überhaupt positiv abhebt und nicht schon in unzähligen anderen Slasherfilmen thematisiert und abgehandelt wurde.
„ChromeSkull: Laid to Rest 2“ ist typische 08/15-Metzelware, welche man schon zu oft in dieser Form gesehen hat. Ein wenig „Halloween“ dort, ein bisschen „Freitag der 13.“da, dazu eine Priese „Saw“-Gewalt und fertig ist das Slasher-Ware von der Stange. Hoffen wir, dass mit einem dritten Teil der Gewaltakt zugunsten einer etwas spannenderen Geschichte reduziert wird und man einen homogeneren, und vor allem glaubhafteren, Einklang zwischen Story, Gewalt und Spannung findet.
5,5/10 Filmpunkte
Enttäuschende Fortsetzung des Überraschungserfolges aus dem Jahre 2009.
Extremgewalt und ein recht schlitzfreudiger Killer machen noch lange keinen guten Horrorfilm aus.
(Deutsche FSK-Fassung um rund 7 Minuten geschnitten)
Hellraiser80
Filmreview: “Evidence” (2011)
Oh man, hört denn dieser gesamte Found-Footage Filmwahn nie auf?
Was vor 10 Jahren mit „The Blair Witch Project” sensationell gefeiert wurde, entwickelt sich jetzt, unzählige Jahre nach dem überraschenden Erfolg des kleinen Independent-Geheimtipp zu einer überaus nervigen Trend, der vermutlich in der aktuellen Produktion „Evidence“ seinen unerträglich schlechten Höhepunkt erreicht hat.
An Ideen fehlte es den Filmemachern bisher kaum, denn einige kreative Ansätze entwickelten sich auch nach „Blair Witch“ zu beeindruckenden Kinodauerbrennern und spielten oftmals bedeutend mehr Umsatz ein, als die Filme letztendlich selbst gekostet haben. Das Genre an sich gilt also etwas her aber vermutlich sind die arg überschaubaren Produktionskosten der einzige, der ausschlaggebender Fakt, warum der weltweite Filmmarkt derzeit mit diesen, teilweise haarsträubend schlechten No-Budget-Pseudo-Dokus überschwemmt wird.
Jeder offene Filmfan, mit zumindest halbwegs vernünftigen Wahrnehmungsfähigkeiten sei ausdrücklich mit dieser Filmreview, vor dem arg billig herunter gekurbelten Filmchen “Evidence“ gewarnt, denn was eigentlich recht nett und vielversprechend beginnt, ist spätestens nach der Filmhälfte kaum noch seh- und ertragbar, sprich unglaublich schlecht.
Vier Freunde planen einen netten Trip mit dem Wohnmobil in die Berge, um entspannt in der Natur einige schöne Tage zu verbringen und die gemeinsame Zeit zu genießen.
Nachdem sie sich ein hübsches Plätzchen zur Rast ausgesucht haben, an dem sie die Nacht verbringen möchten, realisieren sie auch schon einige recht seltsame Laute aus dem Dickicht des Waldes. Doch die Freunde nehmen die unheimliche Vorahnung und die grotesken Geräusche bedauerlicherweise nicht ernst, sodass sie in der Nacht mit dem ultimativen Bösen konfrontiert werden.
Routinierte Horrorfilmkenner dürften schon erahnen, was nun den vier Freunden und dem interessierten Zuschauer blühen dürfte. Wer sich bereits schon einmal einen Found Footage Film zu Gemüte geführt hat, dürfte bereits wissen, aus welchen Elementen derart Nischengenre besteht. Das Geschehen wird entweder aus der Sicht von Überwachungskameras oder pseudo-dokumentarisch durch, angeblich gefundenes und zusammengeschnittenes Filmmaterial geschildert.
Aber auch ein Hauptcharakter kann das Geschehen live mit einer Kamera aufzeichnen, wobei der Zuschauer in Echtzeit dem munteren Treiben beiwohnen darf und die Geschehnisse aus der sogenannten Egoperspektive miterlebt.
Regisseur Howie Askins hat sich für die Letztere und die, für den Zuschauer anstrengendere Variante entschieden, denn nachdem die Protagonisten realisieren, dass sie von (das ist kein Scherz!) Bigfoot ähnlichen Kreaturen und Gasmasken tragenden Zombies verfolgt werden, ist der Spaßofen leider aus und der Film beginnt sich in unfassbar miesen Kameragewackel zu verlieren.
Die wenigen recht ansprechenden Momente werden, aufgrund hektischen Umherschwenkens der Kamera und dem ständigen Totalausfall des Bildes vollkommen zerstört.
Dabei gestaltet sich der Beginn des Filmes eigentlich recht sympathisch. Alles hat den Anschein, als bekäme man ein privates Urlaubs-Homevideo von vier überaus netten Menschen zu Gesicht. Die Kameraverlauf gestaltet sich erstaunlicherweise als sehr professionell und man hofft, ein ordentlich und ansprechend gefilmtes Found Footage Movie zu sehen, das sich hoffentlich nicht mit den genreüblichen Klischees umherschlagen muss.
Aber nachdem die vier, vor allem die weiblichen Protagonisten, mysteriöse Geräusche aus dem Dunkel des Waldes vernehmen und irgendetwas über den Wohnwagen krabbelt, geraten die Freunde in Rage und beginnen planlos durch den Wald zu flitzen, wobei der Zuschauer demnach minutiös über weite Strecken nur Waldboden zu Gesicht bekommt, oder ein sich ständig wiederholendes Hinstolpern des Vordermannes. Warum man in derart Ausnahmesituation immer noch den Nerv besitzt, das Geschehen mit der Kamera weiter filmen zu müssen, stößt zumindest bei mir auf Unverständnis. Unterlegt wird die merklich sinnfreie Hetzjagd mit hysterischem Geschrei und einer unglaublich konstruiert wirkenden Panikmache, die einem nach quälend langen 50 Minuten eindeutig auf den Sender geht.
Das ist zwar vermutlich alles ganz nett gewollt, wirkt aber trotzdem so wirr, dass man kaum noch den roten Faden sieht und dem Geschehen folgen kann.
Demnach gestaltet sich die Auflösung des gesamten Budenzaubers als unzureichend glaubhaft und vor allem unzureichend erklärt.
Dem Zuschauer werden kaum Erklärungen über die Geschehnisse gegeben und es lässt nur darüber spekulieren, woher denn die Kreaturen nun überhaupt kommen (gescheitertes Militärexperiment?).
Nachdem zwei der Freunde in ein scheinbar leerstehendes Haus flüchten können und dort auf Rettung hoffen, müssen sie feststellen, dass dort womöglich der Herd allen Übels lauert. Kaum dort angekommen, stürmen aus allen Richtungen seltsame Kreaturen auf die ahnungslosen Überlebenden ein. Ein merklich seltsamer Ego-Shooter-ähnlicher Unterton lässt sich hier nicht von der Hand weisen.
Durch die konstant andauernde Dauerpanikmache im letzten Drittel des Filmes wirken die diversen Creature-Effekte oftmals so geschickt getrickst, dass man rein gar nicht beurteilen kann, ob es sich bei den zig Mutanten, Krabbelwesen und Zombies vorwiegend um digitale Spielereien handelt, oder es sich wohl eher um Schauspieler in Halloween-Kostümen handelt.
Mit „Evidence“ erlebt das Found Footage Genre einen erneut typisch schlechten Vertreter dieses Subgenres. Statt auf eine nette und stimmige Geschichte zu setzen, verliert sich das Geschehen erneut in bekanntem Kameragewackel und hysterischer Pseudopanikmache.
Einzig die recht geschickt getricksten Spezialeffekte haben Schauwert und lassen sich nicht gleich auf Anhieb durchschauen.
Wer von Vornherein keinen Draht zum Found Footage Genre besitzt, wird den Film ebenso als vollkommen überflüssig beurteilen.
Mir hat der Beginn des Film sehr gut gefallen, der Rest des Machwerks war wirklich sehr sehr mies und teilweise, aufgrund der Kameraführung, kaum noch sehbar.
Für Genrefans mit Hang zu Epilepsie definitiv nicht empfehlenswert.
Fazit 3/10 Filmpunkte
Ein Found Footage Film wie so oft, der auf miese Kameraführung und planloses Umhergeirre der Protagonisten setzt. Nur für Hardvorefans des Subgenres empfehlenswert.
FSK-Prognose: ungeschnitten FSK16
Hellraiser80
Filmreview: “Der Killer” (2012)

Das ist reichlich dumm gelaufen: Sechs Bankräuber und der Traum vom großen Geld.
Nach ihrem scheinbar erfolgreichen Beutezug kommt dennoch alles anders, denn ein Polizist, der die sechs an deren Flucht hindern möchte, muss leider mit seinem Leben zahlen.
Da die Flüchtenden einige Zeit auf den erlösenden Flug in die Freiheit warten müssen, verschanzen sie sich im Dickicht eines naheliegenden Waldes.
Ein fataler Fehler, denn ein reichlich wirrer und arg traumatisierter Ex-Vietnam-Veteran, der in selbigen Wald haust, löst das Bankraubproblem der sechs Gangster auf seine ganz „eigene“ Art und Weise.
Das Jahr 2012 birgt eine Menge Überraschungen, denn irgendwie scheint es wohlmöglich das Jahr der unzähligen Nachwuchsregisseure zu werden. Der Action-Horrorthriller „Der Killer“ (im Original „Battleground“) entpuppt sich ebenfalls als Debütfilm und reiht sich, leider wenig überraschend, in die bunte Welt der arg durchwachsenen Filmwerke ein.
Nun gut, ein gewisses handwerkliches Geschick lässt sich nicht von der Hand weisen.
Regiedebütant Neil Mackey meistert seine Sache reichlich souverän, überrascht mit einigen recht netten und stimmigen Momenten, schafft es aber dennoch nicht mit seinem überaus oberflächlich zusammengeschusterten Trivialwerk zu überzeugen.
Hier besteht reichlich Verbesserungspotenzial.
Eine überzeugende Geschichte existiert leider nicht, eine halbwegs vernünftige Charakterskizzierung wurde aufkosten schräg überzogener Gewaltexzesse und planloser Gewehrballerei leider außer acht gelassen – ein Mitfiebern des Zuschauers demnach ausgeschlossen.
Die arg ins Gewicht fallenden und recht offensichtlich erscheinenden Logik- und Handlungslöcher liefern nach Sichtung kaum befriedigendes Erklärungspotenzial für den Filmfreund.
Der wahnsinnige Killer meuchelt sich durch Wald und Feld, empfindet keinerlei Mitleid mit seinen Opfern und gibt dem Zuschauer keinerlei Anhaltspunkte, die sein Verhalten rechtfertigen oder gar glaubhaft erscheinen lassen.
Demnach vollkommen unverständlich, dass er jedem Schuss unverletzt entkommen kann und die fast schon übermenschliche Gabe besitzt, jede Falle und jeden Hinterhalt der reichlich hölzernen Kleinkriminellen bereits vorausahnen zu können.
Das mag zwar für den Anfang ganz nett sein, zumal die recht naiven übrigen Protagonisten bei ihrer Jagd nach und nach kreativ das zeitliche Segnen, aber dennoch hinterlässt die „Glückssträhne“ des Bösewichts einen überaus unfreiwillig lächerlich wirkenden Beigeschmack.
Dass bei derart dumm-aufgeblasenem Schussgefecht Gore- und Gewaltgehalt im Vordergrund steht, dürfte demnach wenig überraschen.
Hier werden mindere Triebe befriedigt.
Wenn die Story schon kaum etwas hergibt und zu überzeugen weiss, dann finden seit jeher reichlich selbstzweckhafte Gewalteinlagen ihren Einsatz.
Auch „Der Killer“ macht da keine Ausnahme. Freunde der etwas „handfesteren“ Unterhaltung dürften zumindest in derlei Hinsicht Gefallen an dem arg unspannenden und recht uninspirierten Filmplot finden. Leider verstand die FSK bei derart „handfestem“ Geballere dennoch keinerlei Spaß, und erteilte dem Film in seiner Ungeschnittenen Filmfassung keine Freigabe. Das überrascht nicht, bietet „Der Killer“ in seiner Originalfassung eine recht widerlich wirkende Häutungssequenz, die kaum dem Handlungsverlauf förderlich ist und demnach nur Mittel zum Zweck findet, um die blutgeile Käuferschaft zum Kauf des arg durchwachsenen Genrewerkes anzuregen.
Das Debütwerk „Der Killer“ des Nachwuchsregisseurs Neil Mackey bietet leider nichts Nennenswertes, was man in derart Form bisher noch nicht gesehen hat. Statt auf subtilen Horror zu setzen, der den Zuschauer zum Mitfiebern und Mitleiden „einlädt“ setzt Mackey einzig und allein auf die Holzhammertaktik. Aufgrund des langsam abebbenden Folter- und Gewaltkinos, dürfte sein Erstlingswerk, vor allem in der stark zerstückelten deutschen Fassung, kaum Beachtung finden. Über weite Strecken wirkt sein „Battleground“, trotz professionell entwickelten Spezialeffekten, gähnend langweilig und hetzt den Zuschauer nur unnötig von einer Gewaltsequenz zur nächsten.
Hoffen wir, dass sein Folgewerk einen anderen Ton einschlägt, denn optisch schaut „Der Killer“ recht ordentlich aus.
Fazit 5/10 Punkte
Durchschnittsware. Ballerorgie ohne Herz und Verstand. Brauchen wir nicht!
Deutsche Fassung: Keine Jugendfreigabe. Leider um einige Minuten zensiert!
Hellraiser80
Filmreview: “ATM” (2011)
Der letzte Arbeitstag vor den Weihnachtsfeiertagen: die beiden besten Freunde und Arbeitskollegen Corey und David beschließen den Feierabend bei der betriebseigenen Weihnachtsfeier ausklingen zu lassen.
Kaum dort angekommen trifft der schüchterne David auf die hübsche Emily, die zwar in der gleichen Abteilung arbeitet wie er, aber bisher kaum ein Wort mit dem zurückhaltenden Chaoten gewechselt hat. Die anfänglichen Gesprächsblockaden sind schnell überwunden und die beiden erkennen schnell, dass sie sich einander hingezogen fühlen.
Nachdem die Feierlichkeit ein frühes Ende findet und sich die drei zusammen mit dem Auto auf dem Heimweg machen, ahnen sie noch nicht, dass ihr Zwischenstop an einem Bankautomaten, einen schicksalhaften Ausgang finden wird.
Mit „ATM“ hat erneut ein unbekannter Nachwuchsregisseur voll ins Schwarze getroffen.
Regisseur David Brooks, der sein Können zuvor mit kleinen Kurzfilmen unter Beweis stellen durfte, hat mit „ATM“ einen wahrlich kleinen fiesen und recht spannenden Thriller geschaffen, der relativ geradlinig und schnell zum Punkt kommt und auch ohne kassenträchtiges Blutvergießen für schweißtreibende Unterhaltung sorgen dürfte.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht ein ATM-Container, sprich einer der Geldausgabeautomaten, der unabhängig der Öffnungszeit einer Bankfiliale, 24 Stunden am Tag das Geldabheben ermöglicht, wobei das Kunststück des Films darin liegt, das knapp 80minütige Filmgeschehen allein auf den räumlich begrenzten Container und die drei Hauptfiguren zu konzentrieren.
Nachdem die drei Kollegen, die Geldausgabefiliale erreicht haben und das Gebäude betreten, werden sie von einer unbekannten Gestalt in einem dunklen Parka terrorisiert.
Jeder Versuch aus dem Container zu flüchten wird von dem unbekannten Fremden unterbunden und scheitert, jeder Hilfeversuch von Außen wird für den „Helfenden“ mit dem Tode bestraft. Wer der dunkle Kerl im schwarzen Wintermantel ist, sei an dieser Stelle nicht verraten, Fakt jedoch ist, dass sich vor allem die arg kurze Laufzeit und die straffe Inszenierung des Films positiv auf den Erzählfluss auswirken.
Der Film wirkt trotz beschränktem Handlungsspielraum (das gesamte Geschehen konzentriert sich auf das Innere des kleinen Bankcontainers) nie konstruiert, zäh und langweilig, dass Verhalten der drei Protagonisten ist kaum klischeebeladen, stehts nachvollziehbar und logisch.
Ein Kunststück, bedenkt man, dass die drei Schauspieler allein mit ihren Interaktionen und Emotionsausbrüchen versuchen müssen, den Film zu tragen. Regisseur David Brooks weiß zumindest wie er das Horrorpublikum zufrieden stellen muss. Das arg düstere und auswegslose Geschehen wird von einem überaus schroffen und markerschütternden Soundtrack unterstrichen, der in dieser Form seines Gleichen suchen dürfte. Immer dann, wenn die drei Freunde versuchen dem Unbekannten zu entkommen, ertönt ein lauter und hektischer Elektronsound, der vor allem Besitzern von Heimkinoanlagen die Nackenhaare zu Berge stehen lassen dürfte.
Lobenswert, denn diese akustische Spielerei ist bei weitem effektiver und gruseliger als so mancher Schreck- oder Ekeleffekt und dürfte interessierten Filmfans gehörig den Puls in die Höhe schießen lassen..
Soviel Lob, soviel Tadel – denn gerade zum Ende hin, wenn sich die Ereignisse überschlagen und „ATM“ zum lautstarken Finale aufbläst, kann der Thriller mit seiner etwas hanebüchenen Auflösung nicht überzeugen. Die Erklärungs-Ansätze scheinen logisch, die Handlungsbeweggründe des scheinbar unbekannten Psychopathen wirken aber auf den Zuschauer überaus unbefriedigend und vor allem deplaziert.
Das ist recht schade und enttäuschend, da der Film durch die Bank zu fesseln und zu überzeugen weiß, dass Ende jedoch ein enttäuschenden und faden Nachgeschmack hinterlässt, da man als Filmfan dann doch irgendwie eine doch etwas aussagekräftigere und vor allem kreativere Erklärung der Geschehnisse erwartet hätte.
Nichtsdestotrotz, mit „ATM“ hat der Nachwuchsregisseur David Brooks einen packenden, kleinen und fiesen Thriller geschaffen, der durch seine klaustrophobische und auswegslose Grundstimmung zu überzeugen weiß.
Statt blutrünstiges Gemetzel, versucht der Film mit Suspense und Hochspannung zu überzeugen, scheitert aber leider an der etwas zu unbefriedigend erklärten Auflösung.
Sei es drum, für ein Debütwerk außerordentlich sehenswert, da sieht man gern über ein paar klischeelastige Schnitzer in der Handlung und das etwas unfertige Ende ab. Man darf gespannt sein, was Regieneuling David Brooks als nächstes hervorzaubern wird, den Namen zumindest sollte man sich schon einmal gut einprägen!
Fazit 6,5/10 Punkte
Kleiner fieser Schocker, denen sich thrill-hungrige Filmfans unbedingt vormerken sollten
FSK-Prognose: ungeschnitten mit FSK16
Hellraiser80
Filmreview: “Penance – Sie zahlen für ihre Sünden” (2009)

Amelia braucht dringend Geld, denn die Schulden wachsen ihr allmählich über den Kopf. Gerade weil ihre kleine Tochter schwer erkrankt ist und die junge Mutter die Behandlungskosten selbst tragen muss, nimmt sie den Ratschlag ihrer Besten Freundin an und versucht das „schnelle“ Geld zu ergattern, indem sie sich als Stripperin versucht.
Nachdem die beste Freundin nach einem missglückten „Arbeitseinsatz“ mit einem blauen Auge abgestraft wurde, soll nun Amelia für den nächsten Auftrag einspringen.
Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit der jungen Frau, denn ihr erster Arbeitseinsatz endet in einem Albtraum.
Günstig produzierte Wackelcam-Filme sind derzeit in aller Munde.
Bereits 1998 fand das sogenannte Found Footage Genre mit dem erstaunlich kassenträchtigen „Blair Witch Project“ beachtliche Aufmerksamkeit und zog bis heute unzählig ähnlich strukturierte Plagiate nach sich.
Nun, im Zuge der Erfolgswelle der Amateurcam-Geisterjagd „Paranormal Activity“ erhoffen auch diverse untalentierte Drehbuchautoren und Regisseure mit ihren geistlosen und vor allem unbrauchbaren Beiträgen den Sprung nach ganz vorn.
„Penance“-Regisseur Jake Kennedy scheint hierbei von der ganzen „cleveren“ Sorte zu sein, hat er sich in seinem trivial- und geistlos zusammengeschusterten Machwerk, weder für Hexen und Aliens, noch für Geister und Zombies entschieden. Vielmehr versucht er vermutlich eigene und „neue“ Wege zu gehen und versucht die Aufmerksamkeit der Horrorfanschar mit (oh, man ist das neu!) geistig debilen Psychopathen für sich zu gewinnen.
Demnach darf man die Geschehnisse, ähnlich wie in Unmengen gleichartig strukturierter Filme zuvor, aus der „Ego“-Perspektive beiwohnen (die Hauptprotagonisten filmen das Geschehen selbst mit einer Kamera) und erlebt, wie ein fanatischer Ex-Prediger versucht, unschuldige junge Stripperinnen zu bekehren und zu „reinigen“. Dass sein Vorgehen nicht zimperlich vonstatten geht, dürfte natürlich offensichtlich auf der Hand liegen, bietet „Penance“ eigentlich nichts anderes, außer unzugängliche und minutiös inszenierte Auspeitsch-, Demütigungs- und Verstümmelungsszenen. Ein gut durchdachtes Storygerüst gibt es hier nicht, Spannung und Mietfiebern – Fehlanzeige.
Stattdessen gibt es ein Aneinanderreihen wirrer Folterszenen, die einzig Mittel zum Zeck darstellen, dass überaus unspektakuläre Geschehen annähernd auf Spielfilmlänge zu „zaubern“. Ein arg unverkennbarer und überaus pervers-aufdringlich frauenverachtender Unterton unterstreicht das explizit voyeuristische Geschrei und bietet mitunter vermutlich allein nur masochistisch veranlagten Frauenhassern eine kreative Inspirationsgrundlage.
Dass es, neben all den haarsträubenden Frauenfolterszenen auch diverse Logiklücken gibt, überrascht dennoch ein wenig, gibt es in „Penance“ eigentlich kaum etwas, was man falsch machen könnte, da der Film ausschließlich allein von seinen explizit schroff inszenierten Szenen lebt.
Eine Tatsache, die eigentlich noch einmal das Nichtvorhandene Talent des Drehbuchautors und des Regisseurs wiederspielt.
Demnach fragt sich der aufmerksame Zuchauer, wer eigentlich in derart Situation, wie sie dem Film zugrunde liegt, es noch mental und psychisch schafft die Kamera dreist auf die Geschehnisse zu richten.
Selbst in Extremsituationen, in denen die Protagonisten um ihr Leben bangen müssen, scheinen sie zumindest noch annähernd die Kraft und vor allem die Zeit zu besitzen, das Geschehen mit der Kamera zu filmen. Im Film selbst, erklären die Überlebenden ihr unmerklich dummes Vorgehen damit, ausgiebig Filmmaterial sammeln zu müssen, um im Falle eines Entkommens beweisen zu können, was ihnen wohlmöglich zugestoßen ist.
Eine wirklich „gute“ Argumentation, wie ich finde. Für ein hübsches „Erinnerungsvideo“ nehmen die offensichtlich „suizidgefährdeten“ Opfer die ein oder andere Verstümmelung scheinbar gern in Kauf.
Mit „Penance“ hat der Nachwuchsregisseur Jake Kennedy ein überaus einfältiges Filmchen geschaffen, auf das die Welt nun wahrlich nicht gewartet hat.
Statt mit gut durchdachter und vor allem spannender Unterhaltung zu punkten, versucht Kennedy mit dreister Holzhammertaktik zu überzeugen.
Frauen werden am Fliesband gefoltert, gedemütigt und ermordet – die dargestellten Szenen scheinen zwar nie eindeutig blutig, eine gewisse Verrohung tritt dennoch im Verlauf der Handlung ein.
Nach Logik sucht man in „Penance-Sie zahlen für ihre Sünden“ vergeblich – Nach dem Sinn des Ganzen ebenfalls („Selbstkastration” des Ex-Predigers).
Fazit 2,5/10 Punkte
Ein Film, den sich filmbegeisterte Horrorfans ersichtlich sparen können.
Die Deutsche Fassung wurde verständlicher Weise um einige Sekunden erleichtert.
Hellraiser80
Filmreview: “One Way Trip 3D” (2011)

Es hätte ein wirklich schöner Kurzurlaub werden können – Ferien am Meer, mit ausgiebig viel Sonne, Strand, Sand und Meer.
Doch zur Enttäuschung Valeries haben ihre Freunde etwas ganz anderes im Sinn.
Denn anstatt an die sonnige Küste zu düsen geht es auf Pilzsuche in die dunklen Wälder des Jura Gebirges.
Glaubt man diversen Berichten im Internet sollen dort Pilze wachsen, die nach Verzehr erheiternde Halluzinationen verursachen sollen.
Kaum die ersten Pilze ihrer Art gefunden, verfällt die Bande in einem wahrhaft frivolen Drogenrausch, der aber leider ein frühes Ende findet, als einer der Freunde blutig niedergeschlagen wird und ein unangenehmer Sturm lostobt, der die Clique zum Aufbrechen zwingt.
Nach kurzem Fußmarsch wiegen sich die Freunde in Sicherheit, denn im Wald finden sie ein einsam gelegenes und scheinbar unbewohntes Gehöft, in dem sie rettenden Unterschlupft suchen.
Doch es dauert jedoch nicht lang, bis der Eigentümer des Hauses zurückkehrt …
Das unsere deutschsprachigen Nachbarn aktuell ganz emsig dabei sind, internationale Horrorfilmklischees zu recyceln ist in einschlägigen Film-Fankreisen kein Geheimnis mehr.
Nach recht sehenswerten Filmen wie „In 3 Tagen bist du tot“ und „In 3 Tagen bist du tot 2“, sowie „Rammbock“ (deutsch-österreichische Co-Produktion) folgt nun ein weiterer Horrorfilm aus dem deutschsprachigen Ausland.
Dabei ist unschwer zu erkennen, dass es sich bei dem Schweizer Beitrag „One Way Trip 3D“ um ein Quasi-Remake des irländischen/englischen Horrorfilms „Shrooms“ aus dem Jahre 2007 handelt.
Verübeln kann man diesen dreisten Ideenklau dem Schweizer Regisseur Markus Welter nicht, bedenkt man wie unverschämt sich amerikanische Filmemacher in den letzten 10 Jahren bei diversen Horrorklassikern vergriffen und ein glattgeschliffenes und seelenloses Remake nach dem anderen produziert haben. Warum sollten dann nicht auch die Schweizer die Gunst der Stunde nutzen und an ihrem ganz eigenem Remake basteln?
Dass amerikanischen Neuverfilmungen bisher größtenteils mehr schlecht als recht umgesetzt wurden, dürften jedem Horrorfilmfan bekannt sein.
Letztendlich waren die Erwartungen an den aktuellen Schweizer Genrebeitrag dementsprechend hoch und in der Tat, nach Sichtung von „One Way Trip 3D“ kann ich definitiv Entwarnung geben, denn Welters Filmversion ist minimal sehenswerter, als seine Vorlage.
Schnell fällt auf, dass Regisseur Markus Welter ein überaus talentiertes Händchen bei der Auswahl von sehr bedrückenden und merklich stimmigen Settings besitzt.
Die recht gruselige Atmosphäre, das schauderhafte Setting und die düstere Darstellung der Gegebenheiten dürften gerade alteingesessene Filmhasen an diverse Edgar Alan Poe Klassiker aus den Hammerstudios des letzten Jahrhunderts erinnern
Nachdem der Sturm aufbricht verändert sich rapide der locker-lässige und naive Grundton des Films. Auf der Suche nach Hilfe stoßen die Freunde auf ein scheinbar verlassenes Gehöft, wobei die überaus unheimliche Aura, die dieses Gebäude umgibt im ersten Augenblick bösartige Geister, Vampire oder andere Fabelwesen vermuten lässt.
Im Laufe der Handlung geraten die Jugendlichen jedoch an den zurückgezogenen (menschlichen !) Hauseigentümer, der zusammen mit seiner entstellten Tochter zum kreativen Mord-Stelldichein einlädt.
Die Charakterskizzierung der Freunde reduziert sich genrebedingt leider nur auf das Wesentliche, wobei der Zuschauer aufgrund der merklichen Anzahl an sterbewilligen Protagonisten, vermutlich leider schnell den Überblick verlieren dürfte, es aber Hauptdarstellerin Sabrina Reiter immerhin gelingt dem Begriff „Scream-Queen“ neuen und frischen Wind einzuhauchen.
Nach nur weniger Filmminuten ist schnell klar, dass sie gegen Ende hin zum frivolen Endfight mit dem Oberschurken antreten darf.
Dabei agiert die österreichische Schauspielerin, die bereits ihr schauspielerisches Können in den Horrorfilmen „In 3 Tagen bist du tot 1+2“ unter Beweis stellen durfte, recht glaubhaft und realistisch vor der Kamera – ihr Schreien und Winzeln wirkt definitiv echt.
Der Rest der „gesichtlosen“ Bande hinterlässt einen recht faden Beigeschmack und wirkt einzig und allein dafür in das Drehbuch geschrieben, um die breite Masse an Horrorfilmfans mit kleinen abwechslungsreichen Sterbeszenen bei Laune zu halten, wobei die Darstellung der handvoll Metzelszenen von Regisseur Markus Welter überraschenderweise recht züchtig und zurückhaltend in Szenen gesetzt wurden..
Es gibt ein paar abgeschnittene Finger, eine Durchpfählung, sowie eine Enthauptung, aber von ausufernd zelebrierten Morden ist dennoch weit und breit keine Spur.
Dennoch, trotz dezenter Zurückhaltung bei der Zurschaustellung expliziter Gewaltakte, kommen bluthungrige Horrorfilmfans vollends auf ihre Kosten, die „Keine Jugendfreigabe“-Altersfreigabe demnach vollkommen ausreichend und gerechtfertigt.
Der schweizer Genrevertreter „One Way Trip 3D“ ist sehenswerter, als seine irisch-englische Vorlage „Shrooms“ und bei weitem besser, als der übrige Horrorfilmquark, der derzeit den Filmmarkt überschwemmt.
Zusammen mit ein paar hübsch düsteren und atmosphärisch dichten Gruselszenen, versteht Regisseur Markus Welter sein Handwerk, Zuschauer das Fürchten zu lehren.
Es gibt diverse (Er)Schreck-Momente, einige recht nette Splatterszenen und allseits bekannte Slasher-Zutaten, die aber nie aufdringlich und dumm wirken.
Hübsch verpackt im 3-D-Gewand braucht sich „One Way Trip 3D“ im internationalen Vergleich nicht vor seinen Genrekollegen verstecken.
„One Way Trip 3D“ macht gehörig Spaß und hebt sich, trotz genrebedingt dezent eingestreuter Klischees, positiv ab von der breiten Masse an ähnlich gestrickter Metzelware.
6,5/10 Filmpunkte
Sehenswerter Remake-Horror aus Schweizer Landen. Wer hätte gedacht, dass neben leckeren Ricola Kräuterbonbons auch handfester und guter Horror aus dem gemütlich verschlafenen Alpenland kommen kann.
FSK-Freigabe: ungeschnitten mit “Keine Jugendfreigabe”
Hellraiser80
Filmreview: “Christopher Roth – Der Killer in Dir” (2010)

Um etwas Abstand vom immensen Erfolgsdruck zu gewinnen, zieht es den erfolgreichen Romanautor Christopher Roth zusammen mit seiner Frau in ein idyllisches italienisches Dörflein fernab von Stress und Hektik.
Doch von Erholung und Urlaub keine Spur.
Denn ein überaus fanatischer Serienkiller, nutzt die Gunst der Stunde um, inspiriert von Roth´s Romanen, unweit des Ferienwohnsitzes des verliebten Paares auf „Beutezug“ zu gehen.
Als der Schriftsteller wenige Tage nach der Publikation des ersten Mordes ein seltsames Kästchen mit einem, vom Serienkiller selbst verfassten Brief, auf dem Küchentisch vorfindet, ahnt er noch nicht, welch blutrünstigen Alptraum ihn erwarten wird.
Manchmal überrascht, oder verblüfft es Genrefans weltweit, wer da so alles auf dem Regiestuhl Platz nimmt.
„Christopher Roth“ – Regisseur Maxime Alexandre scheint auf den ersten Blick für den Filmfan recht unbedeutend.
Stöbert man aber genauer in seiner Vita so dürften vor allem Horrorfilmfans schnell hellhörig werden.
Maxime Alexandre hat sich bisher als Kameramann einen Namen gemacht und eindrucksvoll bewiesen, dass er sein Arbeitsutensil perfekt im Griff hat.
Die, von ihm gefilmte Werke wie „High Tension“ (2003), „The Hills have Eyes“ (2006) und „Crazies“ (2010) durften im Rahmen des Genres weltweit gehörige Erfolge verbuchen und scheinbar war es ihm wohlmöglich mit der Zeit und den diversen Lobeshymnen leid, immer nur als unbedeutendes Anhängsel im Atemzug mit Regisseur Alexandré Anja („High Tension“ (2003), „Hills have Eyes“ (2006), „Piranha 3D” (2010)) genannt zu werden, sodass er nun auch sein Können mit dem Thriller „Christopher Roth“ als ernstzunehmender Regisseur und Drehbuchautor unter Beweis stellen möchte.
Ein heikles Vorhaben, scheinen doch diverse Filmemacher mit derart beruflichen Veränderungen gescheitert. Im Falle von „Christopher Roth“, seinem zweiten cineastischen Beitrag als Regisseur, kann ich dennoch alle Skeptiker beruhigen.
Handwerklich hat er mit seinem Horrorthriller wahrlich saubere Arbeit bewiesen und sein Gespür für atmosphärisch dichte Kameraeinstellungen- und Fahrten unterstreichen seinen enorm talentiertes und virtuoses Geschick im Umgang mit der Kamera.
Dabei fällt schnell auf, dass gerade sein perfekt inszeniertes Hin- und Herhüpfen zwischen Gut und Böse von farblich geschickter Verspieltheit geprägt ist.
Immer dann, wenn der Killer rabiat zu Gange geht, werden Farben, Sound und Kulisse auf das Wesentliche reduziert – im Kontrast dazu erstrahlen die prägnanten Auftritte des titelgebenden Helden und das seiner Frau in kräftigen, sonnig-heiteren und stimmungsvollen Farben.
Aufgrund der Kombination von künstlerisch genau durchdachten Kamerafahrten im Einklang mit stimmungsvoll-kontrovers zusammengestrickten Farb- und Soundschnipseln und dem Einfügen überaus harter Gewalteinlagen dürfte Filmkenner schnell an die früheren Werke eines Dario Argento´s erinnert werden.
Die Intension ist scheinbar gar nicht mal an den Haaren herbeigezogen, erinnert „Christopher Roth“ unmerklich an diverse italienische Giallo-Schlitzerfilme der 60er und 70er Jahre.
Demnach sehr einprägsam, und stellvertretend als liebevolle Hommage an dieses Subgenre gesehen, die (fiktive) Szene, in der eine junge schwarzgekleidete Frau in einem steril-wirkenden weißen Bad steht und sich vor dem Badspiegel die Haare fönt. Unerwartet pirscht sich der unbekannte Killer an das ahnungslose Opfer von hinten heran und „schlachtet“ die ahnungsvolle Frau erbarmungslos nieder. Die Klassische Musik, welche das deprimierende Unterfangen unterstreicht in Kombination mit den erschreckend realistisch umgesetzten dunkelroten Flutfontänen und dem klinisch-sterilen weißen Farbton des Badezimmers machen diese Szene zu einem echten Augenschmaus für Filmkenner.
Dass Maxime Alexandre scheinbar ein Gespür für rohe und überaus sadistische Gewalteinlagen besitzt sei an dieser Stelle nicht von der Hand zu weisen, bedenkt man mit welchen, in der Horrorszene anerkannten, Filmregisseuren er bisher zusammengearbeitet hat.
Seine unerträglich grausamen und vor allem explizit gefeierten Gewaltspitzen deuten darauf hin, dass er im Laufe seiner bisherigen Arbeit als Kameramann (in diversen Horrorproduktionen) aufmerksam verfolgt hat, wie er Horrorfilmfreunde auf dem gesamten Erball bei Laune halten kann.
Sein „Christopher Roth“ dürfte vor allem bei den hiesigen Zensurbehörden auf gehörig Unverständnis stoßen und die Darstellung seiner Morde könnte auf „ungeübte“ Zuschauer überaus radikal wirken.
Demnach gehe ich davon aus, dass Alexandres Zweitwerk in deutschen Gefilden vom Vertrieb “Mr. Banker Film” , FSK-freundlich, “zurechtgestutzt” veröffentlicht wird.
Maxime Alexandre´s zweiter abendfüllender Ausflug auf dem Regiestuhl hat vollends funktioniert.
Zwar benötigt der Filme eine Weile bis er in Fahrt kommt und besitzt in der ersten Hälfte einige Leerläufer, legt aber in der zweiten Filmhälfte gehörig nach und kann mit einem überaus spannenden Finale und einer handvoll recht drastisch-gewählten Goreinlagen überzeugen.
Der aktuelle Horrorthriller „Christopher Roth“ spricht ein vorwiegend älteres, sowie erfahreneres Filmpublikum an und das ist auch gut so, denn von der breiten Masse an dummen Teenie-Horrorfilmen, sich endlos wiederholenden „Paranormal Activity“-Fortsetzungen und Plagiaten, sowie penetrant nervenden Hollywood-Remakeaufgüsse hebt sich dieser kleine überraschend sehenswerte Film sehr positiv ab.
Fazit 6,5/10 Punkte
„High Tension“ – Kameramann wandelt jetzt auf Drehbuch- und Regisseurpfaden.
Vorhaben geglückt – Bitte weiter so!
FSK-Prognose: leicht geschnitten mit FSK “Keine Jugendfreigabe” – Film selbst erscheint Mitte März 2012 in Deutschland auf DVD und Blu-ray Disc von “Mr. Banker Film”
Hellraiser80
Filmreview: “Stalker” (2011)
Die erfolgreiche, aber offensichtlich gestresste Buchautorin Paula Martin, zieht sich für das Schreiben an ihrem neuen Werk zurück in das Elterliche Anwesen „Crows Hall“.
Aber auch hier verfolgen sie unendlich seltsame Visionen und Alpträume, die sie scheinbar an den Rand des Wahnsinns treiben.
Nachdem sie sich unglücklicherweise die Hand an einem herausragenden Nagel in der Kellerwand verletzt hat steht ihr die Assistentin Linda hilfreich zur Seite, die ab nun an die Gedanken der Autorin zu Papier bringt.
Doch das anfängliche Vertrauen zwischen den beiden Frauen wird jeher verletzt, als die Schriftstellerin Paula erfährt, dass Linda die von ihr vordiktierten Gedanken verfälscht und den neuen Roman nach ihrem Ermessen weiterspinnt.
Dieser kleine „Low-Budget“-Thriller scheint auf dem ersten Blick eine gehörige Mogelpackung darzustellen, denn der Filmtitel „Stalker“ dürfte für den ein oder anderen Filmfreund nach Sichtung als relativ irreführend gewählt, denn im Film selbst ist weit und breit nichts zu sehen von einem titelgebenden menschlichen Verfolger.
Mit dem Psychothriller „Stalker“ erhält der Genrefilmfreund einen zwar ganz soliden Horrorthriller, der aber leider mit so einigen sehr groben Schnitzern zu kämpfen hat.
Einerseits sind da die beiden Charaktere Paula und Linda, die anfänglich noch miteinander sympathisieren, aber im Verlauf der Handlung zu sich hassenden Kontrahenten mutieren. Irgendwie scheint den Drehbuchautoren nichts wirklich kreatives eingefallen sein, denn das Schauspiel, sowie die Wortgefechte der beiden Protagonisten untereinander wollen perdu nicht überzeugen und plätschern irgendwo zwischen unglaubwürdig oder ziemlich zäh-belanglos daher.
Die arg einnehmende Präsenz der Assistenten Linda, die sich im Verlauf der Handlung zu einem überaus mordgierigen Psychopathen verwandelt, kommt so unglaublich unimpulsiv daher und ihre scheinbar plötzlich auftretenden und unerklärlichen cholerischen Ausbrüche wirken so deplaziert, dass der Zuschauer sich fragt, ob er lieber mit den laienhaften schauspielerischen Leistungen der Linda-Darstellerin Mitleid empfinden soll, oder für das eigentliche Filmopfer Paula.
Dabei versucht Regisseur Martin Kemp, ähnlich wie unzählige Filmemacher vor ihm, die unzähligen Logikpatzer und dramaturgischen Schwächen seines Filmes mit einem überaus uninspirierten und unspektakulären Plottwist zu stopfen.
Die Erklärungen für das Verhalten der beiden Rivalinnen scheinen oberflächlich gesehen zwar halbwegs einleuchtend, psychologisch und tiefgründig gesehen gestalten dieses sich aber leider als absolut fraglich.
Demnach erahnt der Zuschauer bereits schon ab Filmmitte, vorauf der eigentlich Film hinaus will, denn geübte Horrorfilmfans dürften den scheinbar überraschenden Filmtwist und die Auflösung des ominösen Geschehens weit vor Filmende erahnen.
Scheinbar war Regisseur Martin Kemp dessen bewusst, und versucht die Aufmerksamkeit der Genrefreunde mit einer handvoll kaltblütiger, aber leider unwesentlich wichtigen, Mordszenen zu gewinnen. Das Vorgehen scheint klug gewählt, aber ändert nichts an der Tatsache, dass mit seinem „Stalker“ kein bahnbrechend neuer und vor allem guter Film das Licht der Filmwelt erblickt hat.
Alte Filmhasen dürften während der Sichtung schnell gelangweilt zur Stoptaste ihres Heimkinosystems greifen, junge Filmfreunde, aufgrund der zu laschen und recht blutleeren Inszenierung (bis auf einen deftigen Mord), unbeeindruckt sein.
Regisseur Martin Kemp, der bisher als Darsteller für unzählig schlechte B-Movie-Ware und Serienproduktionen vor der Kamera stand, hat auch mit seinem zweiten abendfüllenden Ausflug in die Welt hinter der Kamera kein Fünkchen Originalität bewiesen.
Sein aktuelles Werk ist unoriginell, unmotiviert und hanebüchen und dürfte schnell als monotone Dauer-TV-Wiederholung im Nachtprogramm diverser Privatsender landen.
Filmpunkte 5,5/ 10
Ein unorigineller und vor allem “unböser” Film, den man man in dieser Form schon zu oft gesehen hat und dem einfach der “Pfeffer” fehlt.
Stimmungsvoller Einstig – Oberflächlich betrachtet, ein ganz passabel erklärtes Ende. Leider passt das „Dazwischen“ irgendwie nicht zum Rest des Films und will kein Fünkchen überzeugen. Schade!
FSK-Prognose: Aufgrund eines recht detailiert zelebrierten Mord gehe ich davon aus, dass die FSK dem Film in der ungeschnitten Form eine “Keine Jugendfreigabe” – Kennzeichung attestieren wird. Mit viel Glück eventuell auch eine FSK 16er Freigabe, obwohl ich diese Entscheidung eher bezweifle.
Deutschland-Start: bisher noch unbekannt
Hellraiser80
Filmreview: “Urban Explorer” (2011)

Städtetour einmal anders:
Vier Rucksacktouristen hat es in das weltoffene Berlin verschlagen.
Doch statt das kulturell vielfältige Nachtleben der Großstadt zu erkunden, suchen die vier Freunde den ganz besonderen Kick.
Dante, ein selbsternannter „Reiseführer“, lockt die Fremdlinge mit einem ganz speziellen „Reiseprogramm“. Tief unter dem hektischen Leben der Hauptstadt vermutet er einen unversiegelten Bunker aus NS-Zeiten.
Zusammen mit der vierköpfigen Clique macht er sich auf den Weg, den geheimnisvollen Bunker zu ergründen.
Doch leider meint es das Schicksal nicht gut mit der Bande, denn bei ihrem Erkundungstrip stürzt Dante unglücklich und verletzt sich dabei schwer.
Völlig in Panik geraten, treffen sie glücklicherweise auf den ehemaligen DDR-Grenzwärter Armin, der scheinbar in den alten Katakomben unter der Erde haust und ihnen rasch Hilfe anbietet.
Mit der Begegnung des ominösen Mannes nimm das Schicksal der fünf Freunde ein unerwartetes Verlauf …
Deutschland gilt nun nicht gerade als Hochburg für Horrorproduktionen.
Neben unzähligen „leichten“ Komödien steht „Good old Germany“ vorwiegend für schwerverdauliche Dramenkost und anspruchsvolles Arthauskino.
Umso mehr erstaunt es den Filmfan, wenn in Genrekreisen Gerüchte die Runde machen, dass an aktuellen deutschen Horrorproduktionen gewerkelt wird.
Dabei konnten deutsche Horrorfans in den letzten Jahren so manch kleine Überraschungen erleben und sich selbst davon überzeugen, dass auch Deutschland in der Lage sein kann, ernstzunehmende und vor allem unerwartet harte Horrorfilmkost zu produzieren, die den Vergleich zu Werken innerhalb des weltweiten Filmmarktes nicht scheuen braucht.
Eine, dieser unerwartet sehenswerten deutschen Genreproduktionen war zweifelsohne der Horrorfilm „Bukarest Fleisch“ aus dem Jahre 2007, der für einen deutschen Film überraschenderweise arg radikal daherkam und mit seinen verwackelten und düsteren Bildern sehr an amerikanische Hochglanz-Horrorproduktionen erinnerte.
Scheinbar war Andy Fetschers Erstlingswerk und Uni-Abschlussarbeit „Bukarest Fleisch“ in Fankreisen derart akzeptiert und erfolgreich, dass er nun die Möglichkeit erhält mit seinem zweiten abendfüllenden Spielfilm „Urban Explorer“ abermals für Gesprächsstoff zu sorgen.
Gelungen ist ihm sein neuer Beitrag jedoch nur bedingt, kommt das Storygerüst seines zweiten Filmes, beliebig austauschbar daher. Die Story gestaltet sich als eigenwillig zweckmäßig und die Charakterskizzierung der Teenager als relativ platt – zumindest aber noch halbwegs genießbar.
Das enttäuscht irgendwie, zumal man keine oberflächlich gestrickte Kopie bekannter Backwood- und Terrorfilme, und das ist “Urban Explorer” leider geworden, erwarten würde.
Dennoch, das überaus düstere Setting kennt man zwar auch schon aus Filmen wie „Creep“(2004) , es unterstreicht aber recht prägnant und effektiv die auswegslose und klaustrophobische Grundstimmung des Filmes.
Bedeutendes Augenmerk, und da dürfte sein zweiter abendfüllender Spielfilm für gehörig Aufsehen in Fankreisen sorgen, liegt bei seiner Darstellung genretypischer Grausamkeiten, denn die kommen für einen deutschen Horrorfilm verhältnismäßig hart daher. Scheinbar hat Fetscher die diversen amerikanischen (und französischen) Genrevorbilder ausführlichst studiert, denn seine grotesken und vor allem makaber-zynischen Metzelszenen (allen voran die optisch erschreckend realistische Häutungsszene) dürften jedem Gorehound das Wasser vor Entzücken im Munde sprudeln lassen.
Warum letztendlich der Film von der Freigabebehörde “FSK” in seiner ungeschnittenen Form „nur“ eine „Keine Jugendfreigabe“ Einstufung erhielt, scheint überaus unverständlich, vergleicht man wie frivol die FSK derzeit wieder in der Verweigerung der Freigaben aktueller und minder explizit gewalttätiger Genreproduktionen zugange geht.
Aber nicht nur der optischen Grausamkeiten sprechen für die Sichtung von „Urban Explorer“.
Neben der recht professionellen Umsetzung der handvoll Splatterszenen hat Regisseur Andy Fetschers sein zweites nennenswertes Zugpferd in der Rolle des unangenehm widerlich wirkenden „Armin“ (besetzt von Klaus Stiglmeier) gefunden.
Das merklich sarkastisches Schauspiel von Klaus Stiglmeier gestaltet sich als überaus frisch, unerwartet böse und ziemlich „undeutsch“ und seine merklich zynischen Kommentare, erinnern in ihrer Darstellung sehr an die der Leinwandikonen „Chucky“ und „Freddy Krueger“.
Sein prägnantes Schauspiel überzeugt über die Linie hinweg und lässt schnell den Überlebenskampf der übrigen (teilweise talentfreien) Jungschauspieler, sowie einige Logikpatzer vergessen.
Umso erfreulicher für den Filmfan, dass Regisseur Andy Fletscher mit dem Gedanken einer Fortsetzung spielt, denn das erwartungsgemäß offene Ende, lässt auf eine Rückkehr des geheimnisvollen „Untergrundkillers“ hoffen.
Mit „Urban Explorer“ erhält der Horrorfan solide, aber wenig tiefgründige Horrorfilmkost.
Trotzdem, nach einem recht zahmen Beginn, ist ab Filmmitte dennoch für ordentlich kurzweilige Unterhaltung gesorgt.
Trotz Einheitsbrei und der Abhandlung diverser genretypischer Klischees, schafft es Fetschers in den letzten 30 Minuten, zumindest alle Horrorfreunde ausgiebig zufrieden zu stellen.
Im künstlerischen Vergleich zu seinem ersten Werk „Bukarest Fleisch“ flacht sein aktueller Beitrag qualitativ minimal ab, weiß aber mit einer professioneller Umsetzung, einem überzeugenden und markanten Killer, sowie messerscharfen Splatterszenen zu überzeugen.
Fazit 6/10 Punkten
Horror aus Deutschen Landen – Unerwartet böse und erstaunlich blutig.
Vielleicht schafft es ja Deutschland nun endlich auch, mit hiesigen Horrorproduktionen international Fuß zu fassen. „Urban Explorer“ scheint die richtige Richtung vorzugeben!
FSK-Fassung mit “Keine Jugenfreigabe” – kennzeichnung ist ungeschnitten!
Hellraiser80
Filmreview: “Playback” (2012)

Vor genau 15 Jahren brachte „Harlan“, ein kamerafanatischer Teenager, die gesamte eigene Familie kaltblütig um die Ecke, wobei er die Taten akribisch auf Videotape protokollierte. Sein letztes vermeintliches Opfer, ein nur wenige Monate alter Säugling, entgeht nur knapp dem Terror und wird von Polizeibeamten in letzter Minute gerettet. „Harlan“ selbst stirbt im Kugelhagel der Polizei.
15 Jahre später, die Geschehnisse von damals scheinen schon längst vergessen, werden einige Teenager auf den ungelösten Fall aufmerksam.
Als sie von der tatsächlichen Existenz der Filmbänder erfahren, entfacht unter den Freunden der Erkundungsdrang und sie beginnen in den Archiven der Polizeiwache zu stöbern.
Quinn, der Einzelgänger der Clique, findet letztendlich das Band mit dem versuchten Mord an jenem Baby. Bei der Sichtung des Materials scheint eine unheimliche Macht sich seines Körpers zu bemächtigen. Willenlos und besessen von einer unbekannten Präsenz setzt Quinn das grausame Morden von damals fort.
Schauspieler Christian Slater scheint auch schon bessere Tage erlebt zu haben.
Dem Mädchenschwarm von damals, stand in den 80ern eine große Schauspielkarriere bevor.
Nach Kassenhits wie „Der Name der Rose“ und „Robin Hood – König der Diebe“ wurde es jedoch in den letzten Jahren recht still um den charismatischen Schauspieler.
Anstatt filmische Erfolge zu feiern, machte er vorwiegend durch Skandale und Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam. Wohl ein Grund dessen, warum diverse seiner letzten Projekte kläglich floppten und Slater ausschließlich in drittklassigen Heimkinofortsetzungen bekannter Genrefilme zu sehen war.
Nun, einige schlechte DVD-Produktionen später versucht er auf den unkonventionellen Weg erneut Fuß zu fassen und an damalige Erfolgen anzuknüpfen.
Mit etwas Glück und gutem Willen könnte er es vermutlich sogar halbwegs schaffen, zumindest etwas Aufmerksamkeit auf einschlägigen Genre-Filmfestivals zu erhaschen, denn „Playback“ ist eigentlich gar nicht so dumm, wie es die recht triviale Story vorerst vermuten lässt.
Der Hintergrund über die Veröffentlichungspolitik des Thrillers ist dabei als recht interessant zu betiteln. Denn das eigenfinanzierte Independentfilmchen fand nach Fertigstellung einen mutigen Publisher, der eine völlig neuartige, aber auch riskante, Veröffentlichungstaktik verfolgt. Bevor der Film im März diesen Jahres in die amerikanischen Lichtspielhäuser anlaufen wird, nimmt der amerikanische Vertrieb „Magnolia Pictures“ einen Umweg in Kauf und bietet „Playback“ potenziellen Interessenten vorab in einschlägigen Video-on-Demand Netzwerken zum legalen Download an. Ein zwar riskantes Unterfangen, bedenkt man wie schnell demnach Raubkopien im Internet die Runde machen dürften, aber eine brauchbare und willkommene Alternative für all diejenigen, die nicht erst auf einen Heimkinoauswertung warten möchten, die bekanntermaßen erst sechs Monate nach Kinoauswertung erfolgt.
Doch was hat der interessierten Horrorfan denn nun eigentlich vom Mysterythriller „Playback“ zu erwarten? Sagen wir so, keine innovative filmische Offenbarung.
Vielmehr 90 Minuten kurzweilige und erstaunlich straff inszenierte Unterhaltung, ohne Ecken und Kanten.
Dabei ist es schon recht erstaunlich was da Regieneuling, Michael A.Nickles, der einigen Serienfans als Darsteller in diversen drittklassigen Fernsehserien bekannt sein dürfte, mit dieser aktuellen Genreproduktion auf die Beine gestellt hat. Sein aktueller Spielfilm schaut alles andere als „Independent“ aus und die glatt polierte düstere Hochglanzoptik kommt dem Film und vor allem der recht unterschwellig bösen Aura der Geschehnisse definitiv zugute.
Im Vergleich zu Nickles bisherigen laienhaften Ausflügen in die Welt der Regisseure und Drehbuchautoren, ist „Playback“ sogar halbwegs goutierbar, unterhaltsam und spannend.
Dabei ist unverkennbar, dass sich Nickles beim eigens geschriebenen Drehbuch bei unzähligen asiatischen Horrorfilmen der letzten 10 Jahre ausreichend inspirieren lassen hat.
Denn „Playback“ gestaltet sich in der Umsetzung als ein recht gut funktionierender Flick-Flack aus Klassikern, wie „Pulse“, „Ring“ und „Videodrome“.
Hierbei sei wieder positiv hervorzuheben, dass manchmal dreist geklaut, besser sein kann, als neu erfunden, wenn man es zumindest schafft neue und frische Ideen mit altbekannten Zutaten und Regeln schmackhaft zu kombinieren.
Gewalttechnisch wird natürlich auch einiges geboten, wobei sich die Darstellung der gebotenen Grausamkeiten dennoch sehr in Grenzen hält.
Die wenigen „Kills“ sind zwar kurz und prägnant, dürften aber bei einigen zartbesaiteten Filmfans, aufgrund ihrer kaltschnäuzigen Kompromisslosigkeit, für unangenehme Magenschmerzen sorgen. Gerade Slater´s unschönes Ableben kommt schroff und unerwartet daher und wirkt aber aufgrund des arg grotesk dargestellten Kontextes und der auswegslosen Situation seines Charakters doppelt so hart.
6,5/10 Punkte
Zwar vollkommen groteske und unglaubwürdige Rahmenhandlung, aber dennoch recht ordentlicher Teenie-Horrorspaß für Zwischendurch.
Es ist wohlmöglich an der Zeit, Nickles bisheriges filmisches Schaffen aus dem Gedächtnis zu streichen und seinen aktuellen Horrorfilm “Playback” als Neustart zu betrachten.
“Playback” besitzt eine gut durchdachte und zügig erzählte Geschichte. In Kombo mit einer handvoll Gewaltakte und einigen netten Spezialeffekten gestaltet sich dieser kleine Independent-Neuzugang als recht sehbare und und vor allem gut verdaubare Genreunterhaltung.
FSK-Prognose: problemlos ungeschnitten mit “Keine Jugendfreigabe” – Kennzeichnung / Deutschlandstart: bisher ungewiss
Hellraiser80
Filmreview: “Jack the Reaper – Jahrmarkt des Grauens” (2011)
Ein Schulausflug der etwas anderen Art:
Um sich die nötige Mindestanzahl an Punkten zu verdienen, nehmen einige Schüler, an einem außerschulischen Exkurs in ein Eisenbahnmuseum teil.
Auf dem Rückweg verunglückt der Schulbus unglücklich mitten in der Pampa und die Schüler realisieren nach dem ersten Schock, dass sie scheinbar allein gelassen wurden.
Weit und breit ist weder der begleitende Lehrer noch der Busfahrer zu sehen und fernab des Busses entdecken die Jugendlichen einen vermeintlich belebten Jahrmarkt.
Nach anfänglicher Skepsis verlassen einige Schüler den Bus und erhoffen die rettende Hilfe auf dem Jahrmarkt.
Trotz bunter Lichterflut findet die missmutige Truppe weder Gäste noch Jahrmarktangestellte vor. Doch leider scheinen sie nicht so allein, wie anfänglich vermutet. Denn irgendetwas scheint die Schüler aus dem Dunkel der Nacht heraus zu beobachten.
Und da ist er wieder „Candyman“- Darsteller Tony Todd, der sich scheinbar den Posten des cineastischen Vermittlers zwischen Leben und Tod gesichert und vermutlich darin die Rolle seines Lebens gefunden hat.
Ebenso wie in diversen „Final Destination“ – Teilen warnt er auch in „Jack the Reaper“, getarnt als Museumsführer, vor dem bevorstehenden unschönen Ableben der ahnungslosen Protagonisten.
Natürlich scheinen, die extrem oberflächlich skizzierten Charaktere, nicht so wirklich den Sinn seiner weisen Worte zu verstehen, denn hätten sie neben „The Hills have Eyes“ (die „Scream“-reske Anspielung auf aktuelle Horrorfilme im Film ist unverkennbar) auch die „Final Destination“- Filmreihe gesichtet, würden sie wahrscheinlich bereits zu Beginn erahnen können, was ihnen im Laufe ihres Filmes bevorstehen wird.
Der geübte Filmfreund zumindest, dürfte schon nach 10 Minuten Filmlaufzeit wissen, was den skurril agierenden Pappnasen blühen dürfte.
Denn von der wahrlich vernünftigen Sorte, scheint keiner der zig Charaktere zu sein, denn ihr Handeln gestaltet sich, wie hätte es auch anders sein können, als ordentlich dumm und unvernünftig.
Demnach wird natürlich das gesamter Register genreüblicher Klischees abgehandelt und wohl bekömmlich, einfach verständlich, sowie splatter- und blutfrei auf TV-Soap-Niveau geblasen.
Vom fetten Widerling, der perdu aufgrund seiner Körperproportionen gemobbt wird, über den arroganten Football-Schönling, der alles und jeden flachlegt bis hin zum Quotenschwarzen, der ab und an sinnfreies Pseudomoral-Gefasel zum Besten trällert, dürften dem Film vermutlich jedes stereotype Klischee, der letzten 30 Jahre Horrorfilmgeschichte, zu Grunde liegen.
Dabei entpuppt sich das recht dürftig und oberflächlich ausgearbeitete Drehbuch als absolute Spaßbremse.
Denn sieht man einmal von der 10minütigen Filmeinleitung ab, die jeden Charakter oberflächlich skizziert und diverse Konflikte zwischen den Charakteren untereinander grob beschreibt, bleibt letztendlich eigentlich nur noch das kurze 10minütige Finale über, dass überhaupt wesentlich wichtig ist für Geschichte.
Dazwischen geschlagene 60 Minuten nervig sinnfreies Gequassel und Gepose der unzähligen Holzköpfe, die sich gehörig Zeit damit lassen, die diversen Attraktionen des Jahrmarktes zu erkunden. Ist zwar schön und gut, aber für den Filmfan unbrauchbar und quälend langweilig, zumal das munteres Treiben aufgrund chronischer Bluarmut nicht einmal auf dieser Ebene überzeugen kann.
Natürlich sei auch an dieser Stelle zu erwähnen, dass man die Logik des Handelns, der diversen Exkursteilnehmer nicht hinterfragen sollte. Anstatt in einer seltsamen Situation, wie sie dem Film zu Grunde liegt, misstrauisch beäugend alles zu hinterfragen, lassen die Jugendlichen erst einmal ordentlich die Sau heraus.
Gut nur, dass im Verlauf der Handlung titelgebender „Jack the Reaper“ zur außergerichtlichen Verurteilung lospilgert um den Schülern gehörig die Leviten zu lesen, denn derart nervige Kinder, wie in diesem Horrorfilm, müssen einfach bestraft werden.
Dabei dürfte der Killer „Jack“ der einzig nennenswerte Grund sein, warum man sich diesen unzureichend unterhaltsamen Film überhaupt anschauen sollte.
„Jacks“ Make-up Design gestaltet sich, mit seinen nichtvorhandenen Augäpfeln und dem diabolischen Grinsen, als recht sehenswert und „really creepy“.
Leider darf der Killer nur unzureichend in Erscheinung treten und seine „Bestrafen“ kommt bedauerlicherweise recht züchtig und vor allem nervend jugendfrei daher.
Etwaige Hintergründe über seine Person bleiben ungeklärt, wohlmöglich um zumindest noch halbwegs goutierbaren Horrorstoff für eine mögliche Fortsetzung zu besitzen.
Fazit 5/10
Durchschnittlicher Horrorfilm auf TV-Niveau, der zwar einen recht freakigen Filmkiller parat hält, aber aufgrund der absolut dummen Inszenierung und vor allem des enttäuschend geringen Blutzolls dem geübten Horrorfan, trotz „Tony Todd“ – Kurzauftritt, kaum zufriedenstellende Unterhaltung bieten dürfte.
FSK-Fassung ist mit FSK 16 ungeschnitten.
Es gibt noch eine DVD/Blu-ray, die eine „Keine Jugendfreigabe“ – Kennzeichnung besitzt. Dort bezieht sich die Freigabe vorwiegend auf das Bonusmaterial der Scheibe, nicht aber auf den Hauptfilm, denn der ist uncut frei FSK16.
Hellraiser80
Filmreview: “The Sleeper” (2011)
Die Alpha Gamma Theta Studentenvereinigung feiert die Aufnahme zwei neuer Mitglieder. Dumm nur, dass ein recht kranker Psychopath die Feierlichkeit mit seinen nervigen Telefonterror stört und eine Studentin, nach der nächsten lustlos um die Ecke meuchelt.
Was es nicht alles so gibt.
Ich bin immer wieder erstaunt mit welch eifrigen Enthusiasmus sich selbsternannte Filmfans und talentfreie Möchtegern-Regisseure an die Umsetzung von scheinbar eigens niedergekritzelten Drehbüchern wagen. Waren Amateurfilme, noch vor einigen Jahren leicht als selbige zu erkennen, ist die Technik heute schon sogar soweit vorangeschritten, dass selbst absolute Filmlaien mit ordentlichem HD Film-Equipment und grundlegenden Editierungskenntnissen zumindest optisch halbwegs hochwertige Filme basteln können. Kein Wunder, dass derzeit der Heimkinomarkt regelrecht von überaus minderwertigen Produktionen überflutet wird.
„The Sleeper“ scheint wohlmöglich auch derart „Fan-Ding“ zu sein. Und ganz ehrlich, ich hab mir diesen Quark leider nicht bis zur letzten Filmminute geben können.
Dabei scheinen die Filmmacher von „The Sleeper“ es ersichtlich einfach gehabt haben, ihren absolut sinnfreien Plot auf Zelluloid zu bannen.
Man nehme Daddys Urlaubs HD-Kamera, drehe mit ein paar angehenden Schauspielstudenten eine handvoll sinnfreier Mordszenen und füge sie letztendlich mit einer illegal erworbener Editierungssoftware aus dem Hause „Magix“ zusammen.
Um sich zumindest halbwegs in der Filmszene bekannt und vor allem beliebt zu machen, bewirbt man seinen miserabel heruntergekurbelten Dreck, als eine Hommage an den frühen Teenager-Slasherfilm der 80er Jahre, um den dreisten Diebstahl diverser Schlüsselszenen bekannter Slasherklassiker zu rechtfertigen.
Eigene Ideen besitzt „The Sleeper“ null – Kreative Umsetzung? Absolute Fehlanzeige!
Das Storygerippe erinnert unverkennbar an den Klassiker „House on Sorority Row“ (Gratis den gesamten Film hier sehen) und das Geschehen ist derart hanebüchen und trivial , dass einem schon nach der Sichtung von nur wenigen Filmminuten der Fremdscham ins Gesicht steht.
Der wahrlich „fesselnden“ Storyaufbau, dieses uninspirierenden Machwerks, gestaltet sich wie folgt:
Der Killer ruft im Haus der Studentenverbindung an, stöhnt etwas sinnfreies in das Telefon und holt sich wenige Filmminuten später das belästigte Opfer. Danach kurzer Smalltalk unter den Studenten und der Anrufer ruft erneut in der Verbindung an, belästigt das nächste Opfer und killt es wenige Minuten später. Nach 60 quälenden Filmminuten ruft der kichernde Psychopath immer noch im Wohnheim der Studenten an und ermordet daraufhin die nächste ahnungslose Studentin.
Da kann man als Filmfan letztendlich eigentlich recht froh sein, dass dem vermeintlichen Nachwuchsregisseur, nach einer geschlagenen Stunde die Opfer ausgehen, denn die Darstellung der Handlungsszenen wiederholen sich bis zum Erbrechen und gestalten sich als absolut spannungsfrei, dumm und einschläfernd.
Sogar so einschläfernd, dass ich bereits noch vor Filmende narkotisiert auf meinem Filmsessel vor mich dahingeschlummert bin.
Vermutlich war Regisseur Justin Russell dieser ungewollte Nebeneffekt bewusst, denn eine gewisse Zweideutigkeit seines Filmtitels lässt sich nicht von der Hand weisen.
Wie auch immer, „The Sleeper“ ist definitiv kein sehenswerter Film. Mich verwundert es warum man dreist Schlüsselszenen aus bekannten Slashermovies stibitzen muss und sich nicht einmal die Arbeit macht, diese dann zumindest denn aktuellen Sehgewohnheiten anzupassen und mit einigen eignen, kreativen und vor allem neuen Ideen auszubauen.
Gerade weil diverse Szenen recht plakativ kopiert wurden, und definitiv nicht mehr den heutigen Sehgewohnheiten entsprechen, macht sich bereits nach wenigen Filmminuten Langeweile breit.
Hommage hin oder her. Vermutlich hätte „The Sleeper“, neben all den hohlen Teenagerfilmen der 80er Jahre, in dieser Darstellungsform vor 20 Jahren bestens funktioniert. Die arg erheuchelte Oldschool-Umsetzung gestaltet sich leider, trotz aktueller Produktion, aus heutiger Sicht als unnatürlich angestaubt. Einzig einige recht nette und vor allem handgemachte Splatter-Effekte und das schon recht unfreiwillig komische Gewinsel und Gestöhne des Psychopathen haben, trotz aller Kritik, ihren ganz eigenen naiven Charme, dürften aber aufgrund der Fülle an dumm-nerviger „Handlungsszenen“, die bis zum Erbrechen wiederholt und ausgereizt werden, ersichtlich schnell an Bedeutung verlieren und kaum Beachtung finden.
Fazit 2,5/10
Ne, das war nix.
Wer sich ehrfürchtig vor den ganz großen Teenagerhorrorklassikern der 80er verbeugen möchte, sollte zumindest den Spagat zwischen Neuem und Alten finden.
„The Sleeper“ kopiert dreist diverse Filmszenen unzähliger Klassiker, fügt aber keinen eigenen Ideen dazu. Das ist nicht sehenswert, dass ist frech!
FSK Prognose: mit etwas Glück ungeschnitten – keine Jugendfreigabe. Deutschlandstart bisher noch unbekannt.
Hellraiser80
Filmreview: “Rosewood Lane” (2011)
Nach dem mysteriösen Tod ihres Vaters zieht es die bekannte Radio-Psychologin und Moderatorin Sonny Blake zurück in bekannte Gefilden.
Da das Elternhaus über ein Jahr leergestanden hat, sie es aber bisher nicht übers Herz brachte es zu verkaufen, entschließt sie sich letztendlich dazu, das vertraute elterliche Heim auf der „Rosewood Lane“ selbst zu beziehen.
Doch kaum eingezogen erhält sie recht aufdringlichen Besuch von einem der örtlichen Zeitungsjungen, der ihr ein Abo der Tageszeitung verkaufen möchte. Doch aufgrund seiner recht direkten und unhöflichen Vorgehensweise weist sie den Jungen zurück und bittet ihn sie in Zukunft nicht mehr zu belästigen.
Ein fataler Fehler, denn der Zeitungsjunge lässt nicht locker und beginnt die jungen Frau zu terrorisieren.
Fast 11 Jahre ist es nun bereits her, das Regisseur und Drehbuchautor mit seinem „Jeepers Creepers“ weltweit Erfolge verbuchen und sich zurück in die Liga nennenswerter Horrorfilmregisseure vorkämpfen konnte.
Kein einfacher Weg den er bis dato zu bestreiten hatte.
Denn während seines Debüthorrorwerkes „Clownhouse“ (1989) vergriff er sich mehrfach sexuell an dem damals 12jährigen Hauptdarsteller des Films (Nathan Forrest Winters) und wurde aufgrund seines Vergehens zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.
Seine Rückkehr in die Welt des Films verlief demnach alles andere als rosig, denn aufgrund einer Hetzkampagne, die 1994 zum Filmstart seinen Films „Powder“ durch Ex-Darsteller Winters ins Leben gerufen wurde, floppt sein Comeback an den Kinokassen gewaltig und sorgte dafür, dass ihm wichtige Filmaufträge ausblieben.
Erst fünft Jahre später gelang es dem Regisseur mit dem Horrorfilm „Jeepers Creepers“ der weltweit ganz große Durchbruch – aufgrund des Überraschungserfolges folgte rasch eine Fortsetzung, die nahtlos an den ersten Teil anschloss.
Mit „Rosewood Lane“ hat es Salva vorerst einmal geschafft wieder von sich hören zu lassen.
Sein aktueller Horrorfilm geht recht traditionelle Wege und setzt mehr auf Suspense und Spannung, als auf schauträchtiges Gematsche mit dem Holzhammer, wie man es wohl vermutlich im Jahre 2012 erwartet hätte.
Das kommt dem Thriller recht gelegen, denn das arg seltsame Verhalten des pubertären Milchreisbubis gestaltet sich als recht kreativ und makaber und hätte mit Sicherheit noch Potenzial für mindestens (!) eine Fortsetzung.
Dabei ist ersichtlich, dass Salva nach wie vor ein Händchen für herrlich abartige Schocks besitzt und das recht „unartige“ Vorgehen des Möchtegerncasanovas mehr als nur einmal zum molligen „Zusammenzucken“ einlädt. Das recht forsche und vor allem unerwartete Auftreten des frechen Zeitungsjungen dürfte alle zartbesaitete Gemüter mit Sicherheit schnell an die Grenze des Herzkollaps transferieren.
Mir zumindest hat die Darstellung des kleinen niedlichen Paperboys, der eigentlich gar nicht so niedlich ist, wie er auf den ersten Blick zu sein scheint, recht gut gemundet.
Schon allein der Tatsache wegen, dass es Salva durch die Bank weg gelingt nicht nur die Protagonisten des Films mit den recht diabolischen Aktionen des Zeitungsjungen zu verwirren, er schafft es auch den Zuschauer auf recht gekonnter Weise zu manipulieren.
Salva hinerlässt keinerlei Anhaltspunkte über die Beweggründe des seltsamen Handelns des Nachwuchspsychopathen, und skizziert seinen Bösewicht derart verschroben und eigenartig, dass der Zuschauer mit der Zeit vermutet, dass der Junge mit dem Teufel im Bunde zu stehen scheint.
Bis zur letzten Filmminute bleibt das Geheimnis des ominösen und smart lächelnden Psychopathen wohlwollend behütet und wird erst in den letzten Filmsekunden gelüftet.
Und eins sei gewiss: die Auflösung ist zwar simpel, aber derart verblüffend, dass dem Filmfan das Grinsen im Halse stecken bleiben dürfte.
Mit „Rosewood Lane“ hat es Regisseur Victor Salva geschafft einen recht ordentlichen und vor allem sehr spannenden Horrorfilm abzuliefern, der allen Filmfans des entspannten Gruselns positiv im Gedächtnis haften bleiben dürfte.
Zwar gibt es gerade gegen Filmmitte einige Handlungs- und Spannungsdefizite, aber diese werden mit einem fetten und vor allem genretypischen Horrorfinale wieder wett gemacht.
Nach Sichtung des Films dürften mit Sicherheit alle Hausbesitzer unter uns Genrefans, ihre Löcher im Gartenzaun mit Bauschaum abdichten und die Fenster mit Vorhängen verdecken wollen. Denn die echsenartig-rotierenden Bewegungen des Augapfels des Zeitungsjungen dürften noch Tage nach Filmsichtung unangenehm bei einigen Filmfreunden nachwirken!
Fazit 7/10
Ganz ordentlich, dieser kleine böse Film.
Der überraschende Plottwist ist so verblüffend wie simpel und dürfte vor allem die letzten unglaublich dummen und vor allem schlechten Filme eines M.Night Shyamalan alt aussehen lassen.
(FSK-Prognose: Vermutlich mit etwas Glück ungeschnitten mit einer “FSK 16″-Freigabe – Aufgrund einiger Gewaltszenen, die von einem Minderjährigen ausgehen, könnte aber auch eine ungekürzte “Keine Jugendfreigabe” möglich sein. Dennoch dürfte der Film von der FSK in seiner ungekürzten Form problemlos eine Freigabe erhalten – Deutschlandstart: Fantasy Filmfest Nights 2012)
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Filmreview: “The Bunny Game” (2010)

In meinem bisherigen Leben habe ich ja schon genug, auf Zelluloid gebannten Dreck gesehen, aber ich bin immer wieder überrascht, welch dumme und völlig unnötige Filmideen aus den scheinbar kranken Hirnen diverser Möchtegern-Drehbuchschreiber entspringen.
Mit „The Bunny Game“ dürfte der Filmfan eine neue Dimension cineastischen Durchfalls erleben und es ist wirklich erstaunlich mit welch „pseudo“-kontroversen Filme ideenlose Nachwuchsregisseure um die Gunst und vor allem die hart verdiente Kohle gieriger Horrorfilmfans buhlen.
Das bei geistig-unterbelichteten Filmen, wie diesem, gut ausgetüftelte Marketingstrategien von Nöten sind um halbwegs kommerziellen Erfolg zu erzielen, dürfte jedem Filmfan nach Sichtung dieses Schundes klar werden.
Denn schenkt man diversen Filmforen Glauben, so schwanken diverse Gerüchte um diesen völlig überbewerteten Film. Der österreichische Publisher ILLUSIONS UNLTD. lies vor geraumer Zeit sogar verlauten, dass sich scheinbar kein deutschsprachiges Synchronstudio hat finden lassen, das „The Bunny Game“ ins deutsche übersetzen wollte.
Das aufgrund dieser arg überzogenen Gerüchte deutschsprachige Filmfreunde hellhörig und demnach unfreiwillig Teil dieser raffiniert ausgetüftelten Marketingkampagne werden mussten, dürfte jedem Filmfreund schnell klar werden, der sich letztendlich selbst ein Bild von „The Bunny Game“ gemacht hat.
Gerade einmal 10 Satzfetzen konnte ich zählen – eine Synchronisation demnach völlig fehl am Platz und vollkommen unnötig. Blut, Gewalt oder Splatter gibt es nicht. Keine Ahnung, warum ILLUSIONS UNLTD. seine Käufer derart auf der Nase herumtanzen muss, und derart haarsträubende Informationen in die Welt setzt.
Denn wer sich die 80 quälend langweiligen Minuten zu Gemüte geführt hat, dürfte krampfartig nach den Sinn und die Daseinsberechtigung von „The Bunny Game“ suchen.
Explizite Gewalt gibt es nämlich in diesem Film nicht, Story – absolute Fehlanzeige.
Der Filmfan erlebt das ultimative „Martyrium“ einer jungen Drogenabhängigen, die ihren Drogenkonsum mit Prostitution finanziert. Leider gerät sie in ihrem vollkommen verpeilten Leben letztendlich an den „ultimativen“ Kunden, der sie niederschlägt und 40 Minuten erniedrigt und demütigt. Leider hat das alles nicht einmal ansatzweise Sinn, schockiert null und gestaltet sich als unglaublich dumm und vor allem unerträglich langweilig.
Um dieses, auf Zwang in s/w-getrimmte Pseudo-Arthaus-Machwerk überhaupt halbwegs ertragen zu können, empfehle ich die Vorspultaste der Fernbedienung bereits nach Beginn einsatzbereit gen Player zu richten, denn „The Bunny Game“ schockiert leider nicht, sondern dürfte interessierte Filmfans für Müdigkeit lähmen.
Dabei beginnt der Film eigentlich recht vielversprechend. Der unweigerliche Verfall der perspektivlosen Hauptdarstellerin gestaltet sich als unerträglich deprimierend und hätte in dieser Form ersichtlich gut bis Filmende funktioniert. Leider führt „The Bunny Game“ diesen überaus erschreckend in Szene gesetzten Beginn nicht weiter fort und mutiert von einem ansprechenden Independent-Drama zur vollkommen lächerlich-peinlichen und vollkommen überzogenen Tour de Farce.
Der vermeintlich kranke Psychopath beginnt vor laufender Kamera sein hilfloses und scheinbar narkotisierendes Opfer in allen erdenklich möglichen Stellungen durch die Luft zu wirbeln und führt an der jungen Frau schamhaft-groteske „Trockenübungen“ durch, die in ihrer Darstellung weder schockieren wollen, als vielmehr fremdschämendes Gelächter beim Zuschauer verursachen.
Die Darstellung der Demütigungen des Opfers unterteilt sich in wenige Abschnitte, wobei der unbekannte Täter in der psychischen Misshandlung der jungen Frau von Abschnitt zu Abschnitt radikaler zu werden scheint, aber von körperlichen Misshandlungen (abgesehen von einem „Branding“) absieht.
Warum er aber nur in dieser Art und Weise vorgeht, bleibt ebenso unbeantwortet, wie unzählige Fakten über das Opfer selbst.
Leider geht einem das Geschehen, gerade aufgrund fehlender Antworten und mangels Identifikationsmöglichkeiten, bereits nach der Filmhälfte gehörig aufs Schwein.
Der Psychopath schreit seinem verwirrten Opfer minutiös ins Ohr und auch die vordergründig ruhige Kameraführung scheint vollkommen aus dem Ruder zu laufen und drängt den Zuschauer mit all seinen wirren Flashbacks und dem planlosen Soundgerassel an die Grenze zur Epilepsie.
Was uns Regisseur Adam Rehmeier mit seinem „The Bunny Game“ vorsetzt ist jenseits von Gut und Böse. Mit ernstzunehmender Kunst (egal in welcher Hinsicht) hat das Teil rein gar nix am Hut.
Wer hier Psychogewalt, ähnlich eines „Martyrs“erwatet, dürfte nach Sichtung dumm aus der Wäsche schauen.
Gorehounds, Splatterfreunde oder sensationsgeile Exploitation-Filmfreaks, die einen überaus harten und krassen Film erwarten werden ebenso gänzlich enttäuscht.
Reheimers überaus unklarer Thriller scheint einzig dafür gemacht, um die Kreativität potenzieller Hobbypsychopathen zu fördern. Ein Film, der zumindest für mich, keine Daseinsberechtigung besitzt.
Fazit 1/10 Punkten
Wer an „The Bunny Game“ Gefallen findet, sollte sich schnellst möglich an den Psychologen seines Vertrauens wenden. Unmöglich schlechter Film!
(Deutsche Fassung kommt demnächst ungeschnitten über ILLUSIONS UNLTD aus Österreich)
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Filmreview: “Born Bad” (2011)

Die minderjährige Brook zieht zusammen mit ihrem Vater, der neuen Frau des Vaters, sowie deren Sohn in ein hübsches Anwesen fernab der Stadt.
Leider hat es die Mutter mit der rebellierenden neuen Tochter gar nicht so leicht, wie anfänglich gedacht. Denn Brook gibt sich alles andere als handzahm mit ihrem neuen Vormund.
Kaum in das neuen Heim eingezogen, lernt Brook den attraktiven Denny kennen und verliebt sich Hals über Kopf in den leicht cholerischen Junggesellen.
Aber den Eltern ist der neue Freund der Tochter nicht wirklich geheuer, sodass sie beginnen Nachforschungen über den vermeintlich liebenswerten Burschen anzustellen. Ein fataler Fehler, denn als sie Denny aufgrund der Ergebnisse ihrer Recherche zu Rede stellen wollen, eskaliert die Situation und des Tochter´s neuer Freund beginnt sein wahres Wesen zu offenbaren.
Vorab gehört der deutsche Vertrieb dpt-entertainment, der für die Deutsche Vermarktung von „Born Bad“ verantwortlich ist, gehörig geohrfeigt.
Das Cover der hiesigen Heimkinoauswertung ist eine Zumutung und die deutsche Synchronisation sorgt mit ihrem billig-produzierten Amateurgequassel für unerträgliche Ohrenschmerzen. So manch dummer Billig-Porno wurde in Deutschland sorgfältiger und liebevoller übersetzt und vermarktet, als dieser aktueller Psychothriller, der gerade durch die hölzerne Laien-Synchronisation viel an, der ohnehin schon kaum vorhandenen Atmosphäre, einbüßt.
Und als wären genannte Mängel nicht allein schon Grund genug „Born Bad“ zu meiden, hat das „familienfreundliche“ Label dpt-entertainment natürlich auch gleich für wohlbekömmlichen Jugendschutz gesorgt. Fast alle (nichtvorhandenen) Gewaltszenen wurden in Kombination mit diversen Beschimpfungen zum Schutze der Jugend aus der Handlung geschnippelt.
Aber auch die wenigen Szenen, die im Kontext mit Drogen oder Alkohol stehen, wurden dank des labeleigenen und ersichtlich schnitterfahren dpt-„Cuttermeisters“ FSK-freundlich dem Film entraubt.
Dumm nur, dass die DVD/Blu-ray trotz diverser Kürzungen von der FSK dennoch keine Jugendfreigabe erhielt und mit einer „Keine Jugendfreigabe“ – Plakette abgestraft wurde. Die Frage nun: wer kauft letztendlich derart verstümmelten Film in derart Zustand, und das, obwohl der Film in seiner ungeschnittenen Originalfassung kaum explizit gefeiertem Gewaltterror bietet?
Dabei ist „Born Bad“ eigentlich gar nicht so dumm und schlecht, wie diverse (vorwiegend negative) Kritiken im Internet vorerst vermuten lassen.
„Born Bad“ ist einer dieser unwichtigen kleinen Filmchen, die man so nebenbei wahrnimmt, und die trotz des belanglosem Stelldichein und der arg durchwachsenen Umsetzung, dennoch wissen wie sie für zumindest 90 Minuten kurzweiliger Unterhaltung sorgen – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Da es sich bei dieser Produktion um ein waschechtes amerikanisches „TV-Filmchen“ handelt sollte man dementsprechend auch keine bombastisch ausgetüftelten cineastischen Überraschungen erwarten. Der vermutlich günstig produzierte Psychothriller lässt an jeder Stelle im Film seine TV-Herkunft erahnen und die Dramaturgie läuft selten auf Daily Soap-Niveau hinaus.
Die Charaktere verhalten sich, gerade gegen Ende, merklich unlogisch und die Beweggründe des Psychopathen Denny bleiben größtenteils ungeklärt. Das ist eigentlich schade, da „Denny“-Darsteller Michael Welch den wirren Schizzo eigentlich recht gekonnt weiss in Szene zu setzen. Leider bietet sein recht talentiertes Schauspiel in dem, mit extremen Handlungsdefiziten überstreuten Drehbuch kaum tiefgründigen und vor allem ernstzunehmenden Interaktionsspielraum.
Was als echtes Psychopathen-Filmchen beginnt, das sehr an den Teenager-Thriller „Fear – wenn Liebe Angst macht“ mit Mark Wallberg in der Hauptrolle erinnert, mutiert gegen Filmmitte zu einer vollkommen unglaubhaften „Home Invasion Gurke“ a la „Kidnapped“.
Das klingt wohlmöglich für den Filmfan vorerst sehr vielversprechend, will jedoch in der Umsetzung aber irgendwie nicht so wirklich funktionieren.
Die pubertäre Brook nervt, aufgrund ihres vollkommen naiv-sinnfreien Handelns und ihren unerträglichen Diskussionen mit der Stiefmutter, bereits nach nur wenigen Filmminuten. Gegen Ende hin scheint es Regisseur und Drehbuchautor Jared Cohen dennoch versöhnlich mit ihr zu meinen.
Das unerfahrene Mädchen schreit, flennt und stolpert durch die Szenerie und serviert sich förmlich von Filmminute zu Filmminute als unfreiwilliges Opfer auf dem Serviertablett, schafft es aber, trotz ihres vertrottelten Handelns, irgendwie dennoch das Leben der eigenen Familie zu retten.
Nun denn, man sollte mit diesem kleinen Debütthriller nicht zu arg ins Gericht gehen.
Trotz der enormen Logikdefizite schafft es „Born Bad“ auf eine dennoch recht straffe und zügig erzählte Inszenierung und unterhält 90 Minuten.
Ein Film, den man nicht gesehen haben muss, der aber (zumindest in seiner ungeschnittenen Fassung) trotz bekannter Vorlagen („Fear“, „Stepfather, „Kidnapped“) und den diversen Filmfehler immerhin geradlinige und solide Genreunterhaltung bietet.
Fazit 5,5/10 Punkte
Durchschnittlicher TV-Thriller, dessen plakative und unlogische Zensur in der deutschen Fassung für allgemeines Unverständnis sorgen dürfte.
(FSK-Version: “Keine Jugendfreigabe” – erheblich geschnitten)
Hellraiser80
Filmreview “The Watermen” (2011)
Lust auf richtig guten Horror?
Auf einen Film mit klasse Schockmomente, intelligent konstruierter Story und sexy Chicas, die wissen wie sie sich kreativ zur Wehr setzen müssen?
Ja?
Dann empfehle ich ausdrücklich den aktuellen Backwood-Slasher „The Watermen“ zu meiden, denn hier gibt’s nix was überhaupt von Erwähnung wäre.
Die Story hat man in dieser Form schon bis zum Erbrechen gesehen und ich verstehe nicht, welche Intensionen und Ziele manche Regisseure und die dahinterstehenden Produktionslabel mit ihrem aufgewärmten Kaffee eigentlich verfolgen wollen? Gewinnträchtigen Umsatz dürfte bisher für diesen Quark mit Sicherheit kaum geflossen sein – wohl eher sollte der interessierte Filmfan nach Sichtung Geld für diesen Schund „einklagen“, weil „The Watermen“ dem Zuschauer fast 90 Minuten an kostbarer Lebenszeit raubt, ohne überhaupt ein Fünkchen Unterhaltungswert zu bieten.
Die Geschichte, insofern man das Storygerippe überhaupt „Story“ nennen kann, liest sich demnach auch recht bescheiden und vorhersehbar:
Eine kleine Gruppe Jugendlicher, bestehend aus drei potenten Muskelprotzen und drei paarungswilligen Bordsteinschwalben, unternimmt einen hübsch idyllischen Segelausflug auf dem Meer
Doch die friedliche Idylle ist schnell verpufft, als das Boot einen Motorschaden erleidet und die sechs Hohlbirnen nicht mehr wissen, wie sie wieder an Land kommen sollen.
Der interessierte Filmfan erhofft sich natürlich nun eine Überlebensschocker a la „Open Water“, dürfte dennoch leider rasch enttäuscht werden, als von weitem ein Fischerboot den ratlosen Gestrandeten zu Hilfe eilt.
Nachdem sich die Teens an Bord gerettet haben und den Fischern größten Dank beipflichten, ahnen sie noch nicht, dass ihr vermeintlich friedlicher Ferienausflug bald ein tödliches Ende nehmen wird, denn die Fischer haben sich auf das Fischen mit Menschenfleisch spezialisiert, ganz der Devise: was für Haie gut verdaulich ist, dürfte wohl auch den kleineren Fischen und Muscheln munden.
Was jetzt förmlich nach ordentlich Folter- und Splatter schreit, ist in der Umsetzung eigentlich handfest erbärmlich.
Ich frage mich, wer denn auf derart dumme Idee gekommen ist, einen Film über speckige und ungepflegte Fischer zu drehen, die anstatt im Dreck nach Würmern zu wühlen, sich lieber die Arbeit machen ahnungslose Teenies vom Meer wegzufangen, diese auszuweiden und in kleine Teile zerteilt an die Fische zu verfüttern, um maximale Fischfänge zu erzielen?
So skrupellos und vor allem doof muss man erst mal sein, zumal das zerkleinerte Fleisch dann auch noch auf dem Schwarzmarkt an andere Fischer verhökert wird und ich im Film keinen einzigen Polizisten sehen konnte, der überhaupt annähernd Interesse daran gehabt hätte, dass „irrationale“ Massenverschwinden unendlich vieler Touristen und Teens zu untersuchen.
Nach nachvollziehbarer Logik, ernstzunehmender Glaubwürdigkeit und vor allem tieferen Sinn sucht man in „The Watermen“ demnach vergebens. Nach ausufernder Splatter- und Folterunterhaltung ebenfalls. Bis auf eine recht unangenehme Brustimplantat-Entfernung und eine kurze Häutungssequenz, die sehr an „The Texas Chainsaw Massacre – The Beginning“ erinnert, gibt es in dieser Gurke nichts was überhaupt von Erwähnung wäre.
„The Watermen“ entpuppt sich als ein Sammelsurium der unterschiedlichsten und vor allem vorhersehbarsten Horrorklischees, die man schon lange nicht mehr in so trivialer und niveauloser Form sehen konnte. Eigenständige und vor allem frische Ideen sind Mangelware.
Spannung oder ein Mitfiebern entsteht, aufgrund der unerträglichen Vorhersehbarkeit, an keiner Stelle im Film.
Wer einen Faible für das Genre des „Backwood-Horrorfilms“ besitzt sollte einen kurzen Blick riskieren, aber seine Erwartung auf Nullpunkt reduzieren.
Allen anderen Horrorfilmfans sei an dieser Stelle vor diesem Blindgänger gewarnt – Der Film ist absolut „Scheisse“!
Fazit 3,5/10
Dieser überaus dumme Film macht eindeutig KEINEN Spass.
Alle Wörter mit der Vorsilbe “un” sind für diesen Film geradezu prädestiniert – Was für ein wahrhaft unglaublich, unschöner und uninteressanter Film.
(FSK-Prognose: Keine Jugendfreigabe – geschnitten. Zwei Szenen im Film (Brustimplantat-Entfernung und Häutung) dürften vermutlich Probleme mit der FSK bekommen. Aufgrund der recht kurzen Szenen, vermute ich mal, dass der hiesige Vertrieb den Film nur in gekürzter Version veröffentlichen wird, da die Masse an Gewaltszenen einfach zu überschaubar sind, als das man den Aufwand einer Spio-Prüfung für die ungeschnittenen Fassung tragen würde)
Deutschlandstart: bisher unbekannt!
Hellraiser80
Filmreview: “Escapee – Nichts kann ihn stoppen” (2011)

Abby, eine sehr strebsame Studentin, nimmt an einem Spezialkurs der Uni teil.
Zusammen mit einigen anderen Studenten steht ein Ausflug zur örtlichen Psychiatrie auf dem Lehrplan.
Als ein besonders schwieriger Fall, der Mörder Harmon, in eine anderer Zelle verlegt werden soll, kommt es zu einem innigen Blickkontakt zwischen ihm und der unachtsamen Schülerin.
Eine schicksalhafte Begegnung, denn der unberechenbare Killer kann aus der Anstalt fliehen und macht sich fortan auf die Suche, um die unwissende “Abby” für sich ganz allein zu beanspruchen.
Hilfe, was ist denn hier passiert?
Was sich wie der zigste und wirklich unnötigste Abklatsch eines „Halloween – Die Nacht des Grauens“ liest, ist Slasher-Kost der wirklich dümmsten Sorte. Im Verlgeich zu „Escapee“ stellen die unzählig schlechten B-Slasher der 80er Jahre hochgeistreiche Filmkost dar.
Irgendwie will mir nicht in den Kopf, was Serienstar Dominic Purcell (Prison Break) dazu bewegt hat, in dieser unterbelichteten Filmgurke die Rolle eines absolut geistfreien Serienkillers zu übernehmen, dessen Handlungsstruktur für den Zuschauer rein gar nicht nachvollziehbar ist.
Ich hoffe doch schon, dass sich Purcell zumindest die ersten beiden Seiten, des maximal 10-seitigen Drehbuchs (mehr „Story“ gibt dieser Bullshit definitiv nicht her) durchgelesen hat, denn bereits nach Sichtung des Intros dürfte jedem Horrorfilmfan bereits klar sein, dass sich „Escapee“ nicht gerade förderlich in Purcells Filmografie lesen dürfte.
Dabei beginnt dieser Slasher eigentlich recht stimmig und vielversprechend. Auf technischer Ebene ist absolut nichts auszusetzen, denn rein optisch macht „Escapee“ wirklich einen hervorragenden und hochwertigen Eindruck.
Doch nach nur wenigen Filmminuten erreicht dieser Slasher bereits seinen jämmerlichen und eigentlichen Höhepunkt, sodass man sich die weitere Sichtung dieses cineastischen Meilensteins sparen dürfte.
Schon allein die Anfangsszene, in der der äußerst gefährliche Killer bei seiner Zellerverlegung an den Studenten vorbeigeführt wird und diese „nur“ aufgefordert werden sich mit dem Gesicht zu Wand zu drehen, damit „Harmon“ deren Gesicht nicht erkennen kann, ist so unfreiwillig doof und unlogisch (und vor allem realitätsnah), dass man vor lauter Fassungslosigkeit ins Couchkissen schreien mag.
Der Rest dieses uninspirierenden Machwerkes skizziert sich auch dementsprechend ähnlich, langweilig und vor allem unwichtig. Dabei fällt extrem ins Gewicht, dass im Verlauf der Handlung eigentlich nichts brauchbares oder eigenständiges passiert, was den Zuschauer überhaupt bei Stange halten dürfte.
„Escapee“ liefert weder Ahnhaltspunkte über die Beweggründe des Psychopathen, noch legt der Film Wert auf eine halbwegs vernünftige Spannungsstruktur.
Harmon metzelt sich vollkommen unglaubhaft und unkreativ durch das Szenarium, wobei sein Morden nicht gerade von Erfindungsreichtum geprägt ist.
Das Morden hält sich recht züchtig in seiner Zurschaustellung und bietet nicht einmal hierbei einen nennenswerten Schauwert für den Horrorfilmfan.
Was bleibt ist ein überaus schlechter Film, der trotz hanebüchenen Storytwist kurz vor Filmende, weder fesseln, noch überhaupt überzeugen kann und möchte.
Das verkrampfte „abhandeln“ gewisser Genrezutaten ist an jeder Stelle von „Escapee“ aufdringlich spürbar, machen den Film dadurch aber nicht sehenswerter. Regisseurneuling “Campion Murphy“ (Bitte, wer?) enttäuscht mit diesem lieb- und ideenlosen Erstlingswerk auf ganzer Linie. Eine Schande, wenn man bedenkt, dass er mit dem beliebten Serienstar Dominic Purcell eigentlich ein kräftiges Zugpferd an Bord hat und sich die technische Umsetzung eigentlich schon überdurchschnittlich professionell gestaltet. Immens viel Potenzial für einen eigentlichen Genrehitgaranten und trotzdem alles vermasselt.
Glanzleistung! Setzen, Sechs!
Fazit 3/10 Punkte
„Escapee“ ist wirklich so dumm, spannungsarm und hölzern, dass ich um eine dringende Beschlagnahmung dieses Horror-Slashers bitte.
(Deutsche FSK16er Fassung ist vollkommen ungeschnitten)
Hellraiser80
Filmreview: “Atemlos-Gefährliche Wahrheit” (2011)

An der Highschool bei allen beliebt, bekommt Mädchenschwarm Nathan es dennoch nicht gebacken, sein Traumgirl Karen anzubaggern.
Vom Lehrer zu einer gemeinsamen Hausarbeit verdonnert, stoßen die beiden beim Stöbern im Internet auf eine ominöse Webseite für vermisste Kinder.
Die dort abgelichteten Bilder machen Nathan stutzig und er stellt schnell fest, dass eines der abgebildeten Bilder, seins ist.
Kaum die Mutter um Erklärung gebeten, stürmen auch schon zwei Profikiller in die elterliche Behausung und töten Mutter und Vater. Auf der Suche nach Antworten über seiner Selbst gerät er immer tiefer in das Visier skrupelloser Auftragskiller.
Oh mein Gott – What the Hell ist that für ein Abfuck!
Mit großer Erwartung sehne ich die diesjährige Nominierung der Goldenen Himbeere herbei, für die ersichtlich schlechteste Schauspielleistung in einem aktuellen Mainstreamfilm.
Wer von all den geistreichen Schwachmaten Hollywoods ist denn auf die geniale Idee gekommen ein talentfreies Butterbrot, wie es Tayler Lautner darstellt, für die Hauptrolle in einem Actionthriller zu besetzen?
Dieser Junge kann rein gar nix, außer vielleicht für einige feuchte Schlüpfer pubertierender Mädchen zu sorgen.
Genau zwei eindeutig-entzifferbare Gesichtsausdrücke scheint er im Laufe seiner bisherigen Schauspielkarriere „gelernt“ zu haben: dumm glotzen und verschwitzt grinsen. Denn Rest seines nichterkennbaren Talents scheint er wohl im Fitnessstudio verheizt zu haben.
Hilfe, was für ein triviales Disaster ist „Atemlos-Gefährliche Wahrheit“ geworden.
Wer einen mitreisenden und packenden Actionknaller a la „Die Bourne Identität“ erwartet wird gänzlich enttäuscht werden.
“James Bond light und ohne Charisma meets Disneyclub“ trifft es wohl eher, denn außer talentfreien und beliebig austauschbaren Jungschauspielern aus aktuellen US-Serien und Teenagerfilmen hat „Atemlos-Gefährliche Wahrheit“ leider nichts wirklich nennenswertes zu bieten.
Dabei ist unschwer an der geistlos-kindlichen Besetzung zu erkennen, dass der Film vordergründig dafür produziert wurde, um der naiv-jugendlichen „Twilight“-Fanbase das letzte Taschengeld aus den kleinen Geldbörsen zu stibitzen. Ein strategischer raffinierter Schachzug der Produzenten, diesen aktuellen Gassenhauer mit einem bekannten Gesicht aus dem „Twilight“-Universum zu besetzen, denn nur mit dem Zugpferd Tayler Lautner in der Castriege erhält diese belanglose Actiongurke die Aufmerksamkeit, die sie sonst mit Sicherheit nicht erhalten würde.
Einzig positiv an „Atemlos-Gefährliche Wahrheit“ hervorzuheben wäre die recht straffe und rasante Inszenierung, die erstaunlicherweise kaum Leerlauf zu bieten hat. Stöbert man jedoch in der Story nach Tiefsinn, Tiefgang und Logik dürfte man vom fassungslosen Kopfschütteln vermutlich Schulterschmerzen bekommen.
Ein Zwiespältiges, aber umso erfreulicheres Wiedersehen dürften alle Fans der Leinwandheldin Sigourney „Ripley“ Weaver erleben. Weaver mimt die Psychologin Nathan´s und spielt trotz völlig unterfordertem Overacting mit ihren gerade einmal drei prägnanten Sätzen (mehr gab das Drehbuch scheinbar nicht her) alle Schauspieler an die Wand. Welche Beweggründe Weaver wohl hatte, in diesem miesen und völlig überteuerten Trash-Actionfilm mitzuwirken, wird wohl auf ewig ihr Geheimnis bleiben.
Fazit 4,5/10 Punkte
Wer bei „Atemlos-Gefährliche Wahrheit“ adrenalinverursachende Hochspannung erwartet, dürfte bitterlich enttäuscht werden. Bei diesem Actionfilm werden Erwachsene Zuschauer nicht „Atemlos“, sondern vor lauter Fremdscham „Sprachlos“. Ein weiterer cineastischer Beitrag aus Hollywood, den kein Schwein braucht!
(Deutsche Fassung ist mit einer FSK12-Freigabe ungeschnitten)
Hellraiser80
Filmreview: “A Lonely Place to Die” (2010)

Und wieder erreicht uns, leicht verspätet, ein weiterer sehr sehenswerter Wettbewerbsbeitrag des Fantasy Filmfestes 2011.
Hochspannung sei definitiv garantiert, versprochen!
Fünf Hobbybergsteiger wollen einen gemütlichen Klettertrip in den Schottischen Highlands unternehmen. Kaum in den Kurzurlaub gestartet, vernehmen die Freunde seltsame Hilferufe inmitten der Berge.
Als sie feststellen, dass die Stimme aus einem Luftrohr im Waldboden schallt und sie ein kleines Mädchen in einem unterirdischen Gefängnis vorfinden, ahnen sie nicht, dass ihnen ab nun an, ein hinterhältiges Killer-Duo zu Leibe rückt, das ihre „Beute“ zurückfordert.
Ein Kampf um Leben und Tod beginnt für die fünf Freunde.
Was sich hier wie der zigste Abklatsch von „King of the Hill“ (2007), „Beim Sterben ist jeder der Erste“ (1972) oder „High Lane“ (2009) liest entpuppt sich beim Anschauen als schwindelerregender Psychoschocker, der den Zuschauer selten Verschnaufpausen bietet. Schon die adrenalinverursachende Einführungssequenz von „A Lonely Place to Die“ lässt grob erahnen, in welche Richtung dieser Thriller den Zuschauer führen möchte. Dabei hätte Julian Gilbeys aktuelle Regiearbeit definitiv auch ohne die gesamte Killerschiene funktioniert. Die klaustrophobische und schweißtreibende Bergkulisse und ihre unerwarteten Gefahren hätte Potenzial für zig weiter abendfüllende Fortsetzungen gehabt und hätte allein gereicht 90 Minuten spannend zu unterhalten.
Ähnliches Phänomen hatte ich bereits bei dem Britischen Horrorthriller „The Descent“ aus dem Jahre 2005, der trotz klaustrophobischer Höhlenkletterei mit völlig überflüssigen Monstern im Höhleninneren aufwartet. Auch dort hätte die beängstigende Höhlenhatz und die Panikattacken der Protagonisten im engen Tunnelsystem der Höhlen völlig ausgereicht um den Film die gesamte Spielzeit tragen zu können – die Monster wirkten definitiv fehl am Platz.
Trotzdem, Gilbey macht dennoch mit seinem „A Lonely Place to Die“ fast alles richtig.
Ein Horrorfilm sollte spannend unterhalten, und das tut seine aktuelle Regiearbeit definitiv ausgiebig. Die Story ist unvorhersehbar, die Killer sind unmenschlich grausam skizziert und die 5 Freunde bei ihre Flucht recht erfinderisch – ihr Handeln stehts nachvollziehbar.
Leider kann der Thriller die Spannungsschraube nicht bis zum Ende hin konstant halten.
Einiges wirkt gerade gegen Ende nicht rein zufällig, zu arg konstruiert und unglaubwürdig.
Im Endfight, kann die Heldin mit ihrem Horrorklischeeartigen Handeln nicht wirklich überzeugen, weiss sich aber dennoch genrebedingt kreativ zur Wehr zu setzen.
„A Lonely Place to Die“ ist trotz minimaler Kritik, ein überaus bemerkenswerter Genrefilm, der aufgrund seines unverbrauchten Settings noch Potenzial nach oben gehabt hätte.
Aufgrund der derzeitigen Masse an schlechter Genreproduktionen bietet „A Lonely Place to Die“ neben all den unerträglich dummen No-Buget Horrorstreifen endlich mal wieder erfrischende Abwechslung.
Fazit 7,5 / 10 Punkte
Filmliebhaber mit schwachen Nerven und einem leichtem Hang zur Akrophobie sei von diesem schwindelerregenden Horrorthriller dringend abgeraten. Für alle anderen Filmfans gilt: zwingend empfehlenswert!
(Deutsche Fassung ist ungeschnitten)
Hellraiser80
Filmreview: “Bereavement – In den Händen des Bösen” (2010)

Es gibt in der riesigen Welt der Filme, Querschläger, die ich einfach nicht moralisch vertreten kann. Filme in denen Kinder in die Rolle kranker Psychopathen schlüpfen „müssen“ und vor laufender Kamera einen kranken Irren mimen „sollen“.
Dabei ist es mir grundsätzlich egal, ob die kindlichen Schauspieler zuvor vom Drehteam über ihr Handeln in ihrer Rolle aufgeklärt werden oder nicht. Wenn Kinder laut Drehbuch mit Messer, Axt und diversen anderen Mordutensilien explizit auf ihrer Opfer eindreschen und die Kamera dabei freizügig draufhält, ist zumindest bei mir die Toleranzgrenze überschritten und der Spaßofen aus.
„Bereavement“ ist ein derartiger Fall.
Die Geschichte erzählt von einem psychisch gestörten Mann, der in einem geschlossenen Schlachthaus haust und dort Frauen und Mädchen abschlachtet.
Scheinbar fühlt er sich im ewig monotonen Ausweiden seinen Opfer mit der Zeit recht einsam und unterfordert, sodass er sich auf dem Weg macht einen Komplizen für sein perverses Treiben zu finden. In dem 6jährigen autistisch veranlagten Knaben Martin findet er letztendlich den gewünschten Nachfolger für sein makabres Unterfangen.
Schnell überwältigt er das Kind und verschleppt es in sein heruntergekommenes Heim, wo er den Jungen zum Handlanger seiner kranken Phantasien ausbildet.
Das Grundgerüst von „Bereavement“ dürfte freilich jedem halbwegs interessierten Horrorfilm-Fan bekannt vorkommen, denn diverse Handlungsverläufe und Schauplätze wurden dreist aus dem „Texas Chainsaw Massacre“, sowie dem Horrorfilm „Dämonisch“ (mit ähnlicher Thematik) entnommen.
„Bereavement“ kann den beiden Genreperlen, aber nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen. Anstatt mehr auf psychologische Erklärungen zu setzen und dichter in die kranke Psyche des Irren einzudringen, verhaart dieser aktuelle Genrefilm vorwiegend auf die spannungsfreie Zurschaustellung und Aneinanderreihung diverser optischer Grausamkeiten, die einem mit der Dauer gehörig auf den Sender gehen. Dabei gestaltet sich das Geschehen, die Rahmenhandlung und die Interaktion der Charaktere mit- und untereinander so ersichtlich unglaubwürdig, dass bereits nach nur weniger Minuten klar ist worauf der Film hinaus will und dabei die eigentliche Spannungsschraube flöten geht. Die handvoll kurzer pseudo-psychologischer Ansätze und Erklärungen über die Beweggründe der Taten des Psychopathen gehen in dem voyeuristischen Ausschlachten dieser sinnfreien Metzelorgie leider gehörig unter.
Da der irre Psychopath scheinbar Gefallen daran findet junge Mädchen zu verschleppen und im „kuscheligen“ Heim nieder zu meucheln, stellt sich nun mir die Frage, warum in diesem kleinen ländlichen Vorort, indem die Geschichte des Films spielt, niemand dem Verschwinden der (Unmengen an) Teenager nachgehen möchte. Ebenso kann ich das Handeln der Hauptdarstellerin nicht nachvollziehen, die in das Haus eines Irren einbricht, nichtsahnend diverse blutverschmierte Folterutensilien, ein blutverschmiertes Tagebuch mit den Anzeigen von vermissten Jugendlichen vorwindet und nichts anderes im Sinn hat, als weiter in die Behausung des Psychopathen vorzudringen und umherzustöbern, anstatt sich schnellstmöglich aus dem Staub zu machen und die Polizei zu rufen. Das sind nur einige der unzähligen Logiklücken, die „Bereavement“ zum Besten gibt – zumindest konnte ich mich vor lauten unlogischen Handlungsverläufen kaum auf den eigentliche Filmhandlung konzentrieren.
Die dilettantisch ins Gewicht fallenden Filmfehler und die haarsträubende Story machen die Quasi-Vorgeschichte zu „Malevolence“, einem Horror-Slasher aus dem Jahre 2004, mehr schlecht als recht.
Ein bedeutungsloser und vor allem dummer Film, der trotz seiner professionellen Machart (die Kameraarbeit, Schnitt, Ton und Musik sind allererste Sahne und machen keinen billigen Eindruck) sicher nur blutgeile Hardcore-Horrorfans zufrieden stellen dürfte. Doch selbst die dürften nach Sichtung ein unbefriedigendes Gefühl in der Magengegend verspüren, denn “Bereavement” ist zwar brutal, ausuferndes Gekrösel wird aber selten geboten.
Das offene Ende und das explizite Involvieren von Kindern ins Abschlachten von hilflosen Menschen dürfte nicht nur mir bitter aufstoßen!
Fazit 5,5/10 Punkte
Ein geschmackloser Film, der vollkommen zu Recht in der deutschen Fassung verstümmelt wurde. Mordende Kinder, deren Treiben blutgeil von der Kamera effekthascherisch in Szene gesetzt wird, will ich demnächst nicht mehr sehen! Sorry, dass ist zumindest für mich ein absolutes NoGo!
Alle kommenden deutschen (FSK/Spio) Fassungen sind geschnitten!
Hellraiser80










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