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Filmreview: “Compliance” (2012)

compliance 2012
 
 
 

Compliance

Story

 
 
 

Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht und die sich in den 90er Jahren in Amerika so ähnlich zugetragen haben soll:
 
 
In einem Fast Food Geflügelrestaurant geht das fettige Tagewerk seinen gewohnten Gang, als das Telefon klingelt. Ein Polizist beschuldigt eine junge Kassiererin des Diebstahls bei Kundinnen. Er stiftet die überforderte Filialchefin (ANN DOWD) an, dem Mädchen eine entwürdigende Persönlichkeitsverletzung nach der anderen anzutun, um ihr das Vergehen nachzuweisen. Leider gehorcht die Chefin der Stimme am Telefon und der Zuschauer will sich am liebsten abwenden, wird er Zeuge immer furchtbarerer Eingriffe in die Privatsphäre eines Menschen …

 
 
 


 
 
 

Compliance – Kritik

 
 
 
Wahre Geschichte. Auf Youtube via Überwachungskamera in ihrer ganzen Widerlichkeit zu bewundern. Die Obrigkeit darf nicht anzweifelt werden.
 
Ironie: Gerade die reale Herkunft der Story blockiert die berühmte suspension of disbelief (also das Ausblenden des Nichtglaubenwollens, bzw. den bedingten Willen, in der Handlung aufgehen zu wollen). Dabei ist diese dem Medium Film, dem Horror, dem Phantastischen, der Science-Fiction so wichtig. Der Zuschauer fragt sich, wieso nicht binnen dreier Minuten die Chefin auf einem zweiten Telefon die Bullen anruft und um das Zurückverfolgen der Nummer eines wahnsinnigen Anrufers bittet. Verwunderlich ist die schier aggressiv machende Passivität und die autoritätsversessene Schicksalsergebenheit, nicht bloß der komplett zum Opfer gemachten Angestellten, die nicht einfach mit einem beherzen “Fuck you” zum Anwalt geht, sondern auch die unter anderem titelgebende Komplizenschaft der Filialleiterin. Des weiteren fehlt der erlösende Moment, in dem dem Anrufer etwas widerfährt, was in Richtung Bolzenschussgerät in den Intimbereich gehen müsste. Drunter macht es der Autor dieser Zeilen heute leider nicht.
 
COMPLIANCE funktioniert minimalistisch. Die Handlung versetzt wuchtige Tiefschläge. Wir haben eine hervorragend agierende Darstellerriege. Allen voran die professionelle Nebenrolle ANN DOWD als vom kapitalistischen Druck (zu Beginn des Films, vielleicht erklärend für den folgenden Strudel des Terrors, die Szene mit einem Lieferanten) vollends gewissensbefreite Fililachefin. Auch Soapsternchen DREAMA WALKER folgt in ihrem Charakterstrip von Performance anderen Schauspielerinnen ihrer Generation an den Rand eines Abgrunds, den man von einer der durchschnittlichen Paco Rabanne-Kleidchen-Ausfüllerin am Oscargewinnerpult so einfach nicht erwarten könnte. Geschultere Kollegen schrieben früher gerne von einer kammerspielartigen Atmosphäre. Ist hier auch der Fall. Nur dass man hofft, jemand möge diese Kammer in die Luft sprengen.
 
Nochmal: Die Tatsache, dass diese Episode der menschlichen Komödie auf wahren Begebenheiten beruht, verleiht ihr das Prädikat Horrorfilm eher als manchem Folterporno, der so selbstverständlich ständig auf dem Markt landet.
 
 
 


 
 
 

Compliance – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Erschreckend, ungemütliche Geschichte, die erschütternd bebildet, wie manipulierbar Menschen sein können! Für Fans der DVD-Reihe “Kino Kontrovers” uneingeschränkt zu empfehlen!
 
 
 


 
 
 

Compliance – Zensur

 
 
 
Die erhältliche, deutsche Heimkino-Fassung ist mit der “FSK16“-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten. Hierbei ist der Film jedoch selbst ab 12 Jahren freigegben. Aufgrund der, auf der Scheibe befindlichen Trailer anderer Filme aus dem Programm von “Mad Dimension” erhielt die vorliegende Blu-ray eine höhere Freigaben-Kategorisierung!
 
 
 


 
 
 

Compliance – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Compliance-Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Compliance; USA 2012

Genre: Thriller, Drama

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 / 16:9 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Edle, schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer

 
 
 
Die Scheibe aus dem Hause “Mad Dimension” ist leider etwas arg dürftig ausgefallen. Die Soundkulisse reduziert sich vorwiegend auf Dialoge, sodass kaum der Subwoofer (mal abgesehen vom minimalistischen Einsatz weniger musikalischer Untermalungen) zum Einsatz kommt. Trotzdem lässt sich über die Abmischung nur wenig bemängeln. Auch das Bild ist durchaus anständig und lässt viele Details erkennen. Das größte Manko ist jedoch bei den Extras ersichtlich. Hier werdem dem Filmfreund keinerlei Boni präsentiert. Einzig einige mickrige Trailer haben es auf die Scheibe geschafft. Aufgrund des durchweg kontroversen Inhalts eine herbe Enttäuschung, hätte man doch gern mehr Fakten über die Hintergründe der wahren Geschichte erfahren. Somit bleibt der Film dennoch uneingeschränkt empfehlenswert. Wer jedoch zwischen DVD und Blu-ray entscheiden muss, sollte zur weitaus günstigeren DVD greifen. Denn soviel Mehrwehrt, bis auf das etwas bessere Bild vielleicht, besitzt die Blu-ray gegenüber der DVD nicht. Übrigens: “Mad Dimension” wertet auch diese Veröffentlichung mit einer edlen, schwarzen Amaray auf. Ein Wendecover gibt es natürlich, wie üblich, auch!
 
 

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Compliance – Trailer

 
 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Community (2012)

Undocumented (2010

Menschenfeind (1998)

We Need To Talk About Kevin (2011)

Michael (2011)


Filmreview: “Undocumented” (2010)

"Unducumented" (2010) Filmposter - Filmkritik auf Filmchecker
 
 
 

Undocumented – Story

 
 
 
Eine Gruppe ambitionierter, amerikanischer Dokumentarfilmer arbeitet an einem Film, der sich mit illegal eingewanderten mexikanischen Immigranten beschäftigen soll. Um der Doku den nötigen Diskussionsstoff bieten zu können, reisen die Freunde nach Mexiko und begleiten eine Gruppe Flüchtlinge bei ihrer strafbaren Reise in die USA. Mit dem Wunsch, endlich der Armut und der erschütternden Perspektivlosigkeit entfliehen zu können, begeben sich die Immigranten in einen Flüchtlingstransporter, der sie sicher in das Land ihrer Träume transportieren soll. Doch die Reise schlägt fehl, denn auf ihrem Weg in die Freiheit geraten die Einwanderer an eine Gruppe radikaler amerikanischer Rassisten, die das Gesetz schlichtweg selbst in die Hand nehmen und die Truppe in ein eigens zusammengezimmertes Konzentrationslager verschleppen. Das amerikanische Filmteam soll hierbei die nun folgenden Grausamkeiten dokumentieren, mit welchen die selbsternannten Ordnungshüter die verstörten Einwanderer bestrafen. Zudem soll das abartige Filmmaterial als Propagandafilm fungieren, der weitere illegale Immigranten davon abhalten soll, unrechtmäßig amerikanischen Boden zu betreten.
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Kritik

 
 
 
Mit dem vorliegenden Genre-Beitrag „Undocumented“ hat es einmal mehr ein Nachwuchsregisseur geschafft, mit reichlich Zündstoff auf sich aufmerksam zu machen. „Chris Peckover“, der sich zuvor sein Lohn und Brot mit einigen Kurzfilmchen verdient hat, teilt in seinem vorliegenden abendfüllenden Erstlingswerk herbe Kritik an der Unfähigkeit der amerikanischen Regierung aus. Hier wird nichts verschönert, oder vereitelt, sondern sein Film kritisiert einmal mehr, zu welchen rassistischen Abartigkeiten vermeintlich friedliebende Bürger fähig sein können und mit welcher Blindheit die amerikanische Führungsriege dem grotesken Treiben beiwohnt. Grundlage für seine Geschichte dient die aktuelle Immigranten-Problematik der USA, die scheinbar kaum noch in der Lage zu sein scheint, perspektivlose und in Armut lebenden Mexikaner davon abhalten zu können, illegal in das Land einzureisen. Da werden Mauern um die Grenzen gezimmert und der vollkommen übertriebene Patriotismus vieler Amerikaner, sowie die Angst vor dem eigenen sozialen Abstieg (denn die Mexikaner haben natürlich nichts anderes im Sinn als den Amerikanern die Jobs zu „stehlen“) sorgen nicht selten für ein unverständlich rassistisches Gedankengut gegenüber der mexikanischen Bevölkerung. Forscht man im Internet nach, so scheint es sogar kriminelle (amerikanische) Banden vor amerikanischen Grenzpunkten zu geben, die einzig darauf spezialisiert sind, ahnungslosen mexikanischen Einwanderern aufzulauern, auszurauben und schließlich zu töten. Hinzukommt, dass es bisher noch kein modernes, amerikanisches Einwanderungs-Recht gibt, dass die legale Einwanderung für Immigranten erleichtert, sodass viele Einreisende den illegalen und gefährlichen Weg in Kauf nehmen müssen, um von einem sorgenfreien Leben träumen zu dürfen.
 
Peckerovers „Undocumented“ ist kein einfach zu verdauender Film. Das wahrlich perverse und menschenverachtende Treiben geht verdammt nah und sorgt nicht nur einmal dafür, dass der Zuschauer als Zeuge der Geschehnisse mit einer verständlichen Fassungslosigkeit und einen brodelnden Wut vor dem heimischen Fernsehapparat zurückbleibt. Parallelen zum kürzlich erschienen „Territories“ sind unverkennbar. Auch dort wurde der radikale Weg gewählt und ein äußerst politisch brisantes Thema zur Grundlage des Films gemacht. Angesichts der erschütternden realen Geschehnisse, auf welche beiden Filme fungieren, wirkt die herbe Kritik in Form einer nicht enden wollenden Schreckens-Achterbahn der Grausamkeiten auch für den Zuschauer wie eine Martyrium. Anders als der kanadische Beitrag „Territories“ geizt der vorliegende „Undocumented“ nämlich nicht mit blutigen Details. Ob derart sadistische Zeigefreudigkeit jedoch wirklich hätte sein müssen, scheint fraglich, denn der Film hätte auch ohne die diversen Abartigkeiten seine erschütternde Wirkung keinesfalls verfehlt. Trotzdem, die wenigen (verdammt realistischen) F/X gehen durch Mark und Bein und verstärken vermutlich allein nur die Erkenntnis, zu welch unmenschlichen Fähigkeiten die Bestie Mensch fähig sein kann und dass derart unannehmbaren Menschenrechtsverletzungen zu keiner Zeit toleriert werden dürfen.
 
 
 
Nach „Saw“, „Hostel“ und Co. beweist ein motivierter Nachwuchsregisseur, dass der Horror nicht immer nur rein fiktiv sein muss. Man braucht als Filmfreund einfach nur den Fernseher einschalten und die Berichterstattungen in den aktuellen Nachrichtensendungen verfolgen. Der tagtägliche erschreckende Wahnsinn, der uns dort präsentiert wird, bietet auch die Grundlage des vorliegenden Thrillers „Undocumented“. Ein, teilweise schonungsloses Dokument über grausame Menschenrechtsverletzungen, welche sich Tag für Tag tatsächlich an der amerikanischen Grenze ereignen. Auch wenn Peckovers Geschichte rein fiktiv aus der „Found Footage“-Sicht eines Kamerateams geschildert wird, so birgt am Ende die Erkenntnis, dass illegale Immigranten aus Mexiko, die von einem besseren Leben träumen und tagtäglich dennoch für ihren Traum mit dem Leben bezahlen müssen, ein merklich befremdliches Bauchgefühl. Peckovers Film ist bereits seit geraumer Zeit als hochwertige Heimkinofassung auf dem amerikanischen Markt erhältlich. Warum sich hierzulande noch niemand für die Auswertung des Films entschieden hat, stößt meinerseits auf vollkommenes Unverständnis. Ein Film, der sich vor allem in die Sammler-Reihe „Kino Kontrovers“ ideal einfügen würde.
 
 
Im übrigen: wen dieser Film kalt lässt und wer sich nach Sichtung in seinem rassistischen Gedankengut (in welcher Art auch immer) bestätigt fühlt, sollte dringend den Psychiater seines Vertrauens aufsuchen!
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
“Undocumented” ist ein erschreckend, kontroverses und wichtiges Dokument für mehr Menschlichkeit, Verständnis und Toleranz!
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Zensur

 
 
 
Der Film selbst ist kein Splatter-Feuerwerk. Dennoch verfehlen die wenigen grafischen Gewaltdarstellungen nicht ihre Wirkung. Mit ganz viel Glück dürfte der Film ungeschnitten mit einer „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erscheinen.
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Territories (2010)

The Afflicted (2010)

Darfur (2009)

The Road to Guantanamo (2006)

 

 

 


Filmreview: “The Afflicted” / “Another American Crime” (2010)

 
 
 

Maggi (Leslie Easterbrook) lebt zusammen mit ihren vier Kindern und dem treusorgenden Ehemann (Kane Hodder) in einem kleinen armen Vorort irgendwo in ländlichen Amerika.

Doch die bibeltreue Christin scheint zu oft zur Flasche zu greifen, als das sie geistig in der Lage wäre, ihr Leben und das der Familie in recht Bahnen lenken zu können.

Geistig umnebelt bestraft sie „im Auftrag Gottes“ erst ihren Mann, dem seine Ehefrau vollkommen fremd geworden zu sein scheint, und der außerehelich nach Nähe und Geborgenheit sucht.

Im Streit stößt sie ihn die Treppe hinab, und zertrümmert ihm in ihrer Wut den Schädel.

Mit dem Ableben des Vaters erwartet fortan die ahnungslosen Kinder eine wahres Martyrium.

Mutter Meggi scheint mit dem Leben ihrer Kinder bereits seit längerer Zeit abgeschlossen zu haben, denn emotionslos terrorisiert und schikaniert sie ihre noch minderjährigen Kindern – bis die Lage eskaliert.

 
 
 

Aktuelle Genreproduktionen, die angeblich auf wahren Begebenheiten beruhen scheinen derzeit ja absolut im Kommen zu sein. Ob sich die Geschichten dahinter wirklich so abgespielt haben, oder einzig den kreativen Köpfen der Drehbuchautoren entspringen ist oftmals schleierhaft. Auch das Regie-Erstlingswerk des ehemaligen Tontechnikers Jason Stoddard macht keinen Hehl daraus auf aktuelle Geschehnisse zurückzugreifen, wobei ich dennoch gestehen muss, dass ich das so, wie es der Film zumindest schildert, nicht so wirklich glauben möchte.

Vorab ein großes Lob an Darstellerin Leslie Easterbrook (“The Devils Rejects“, “Halloween“), die in der Rolle der psychisch-debilen Terror-Mutter „Maggi“ wirklich alle Facetten eines verwirrten Geisteszustandes glaubhaft umzusetzen weiß.

Anfänglich noch als liebende Ehefrau und Mutter skizziert, zerfällt ihr vollkommen verletzlicher Geisteszustand von Filmminute zu Filmminute. Dabei zerschmelzen die Übergänge zwischen gottesfürchtigen Wahnvorstellungen, Alkoholismus, Schizophrenie und zermürbende Verachtung und Hass den Kindern zugegen fließend ineinander.

Als Zuschauer hat man keine Chance sich diesem exzellenten Schauspiel zu entziehen, und man mag wahrlich nicht glauben wollen, zu welchen Handlungen eine derart hilflose Mutter fähig sein kann.

Denn nachdem „Maggi“ realisiert hat, dass sie im Halbsuff ihren Ehemann erschlagen hat und ihn in der Gefriertruhe im Schuppen versteckt hält, scheint sie mit ihrem Leben gänzlich abgeschlossen zu haben und beginnt die eigenen Kinder zu terrorisieren.

Parallelen zum kontroversen Thriller „An American Crime“ (lose Verfilmung des Buches „Evil“ von Jack Ketchum) aus dem Jahre 2007 sind unverkennbar, wobei die Leidensgeschichte der Protagonistin aus der Ketum-Verfilmung, minimal schockierender, subtiler und bedrückender auf den Zuschauer einzuwirken weiß.

Die ebenso guten schauspielerischen Leistungen der drei Schwestern in „The Afflicted“ wissen trotzdem ebenso zu überzeugen. Dennoch, das Drehbuch offenbart hier einige wirklich offensichtliche Logiklücken.

Die drei vollkommen unterschiedlichen Schwestern (zwei von ihnen sind fast volljährig und machen nun keinen augenscheinlich hilflosen Eindruck) wissen sich kaum zu wehren und dulden die moralisch fragwürdigen Handlungen der vollkommen labilen und schwachen Mutter. Der einzige Sohn frönt dem makaberen Treiben wortlos bei und dient einzig als Handlanger für die Beseitigung des „Abfalls“ der Mutter. Aus Angst versuchen die Kinder erst kaum sich der Außenwelt zu offenbaren, da sich davon ausgehen, dass ihnen niemand Glauben schenken würde.

Die drei Schwestern unterscheiden sich enorm voneinander. Die älteste Schwester Cathy scheint souverän und erfahren und muss den Großteil der Schikanen ertragen, die 16jährige Carla gibt die taffe Rebellin und Grace, die jüngste der drei Schwestern verkriecht sich lieber wortlos in ihr Zimmer und dokumentiert die Geschehnisse in ihrem Tagebuch.

Warum sich zumindest die älteren Geschwister nicht zu wehren wissen und warum sie kaum versuchen den wirren Wortfetzen der Mutter zu kontern und stattdessen alles brav über sich ergehen lassen, entzieht sich, zumindest mir, jeglicher Logik.

Demnach ist das Ende auch relativ ernüchternd und etwas zu spitz dargestellt und hinterlässt, trotz einem knallharten und konsequenten Abschluss, einen unweigerlich unbefriedigenden Eindruck beim Zuschauer.

 
 

The Afflicted“ ist ein recht ordentlicher Thriller, der mit seiner kontroversen Thematik sicher für gehörig Gesprächsstoff sorgen dürfte. Gerade die, im Wind wehende Amerikanische Flagge, welche im Verlauf des Filmes des öfteren vor dem Fenster der Gepeinigten flattert suggeriert, dass derart Geschehnisse scheinbar tagtäglich unentdeckt in diversen gutbürgerlichen und frommen amerikanischen Kleinfamilien vorfallen sollen.

Hält man sich vor Augen, dass es sich bei dieser Produktion um ein niedrig budgetiertes Independent-Werk handelt und Regisseur Jason Stoddard bisher keine Regie-Erfahrung vorweisen kann, so kann man letztendlich behaupten, dass das Endresultat beachtlich sehenswert ausgefallen ist.

Regisseur-Neuling Stoddard kann mit Easterbrook und Hodder zwei einschlägig bekannte Größen aus der Horrorfilmszene vorweisen und hat in den Castriege einige höchst talentierte Schauspieler am Start, die wirklich überzeugend agieren.

Leider erschwert die leidlich glaubhafte Geschichte das Mitfiebern und Mitleiden des Zuschauers und gerade aufgrund des fragwürdig nachvollziehbaren Plots, macht sich nach Filmende etwas Ernüchterung breit, und man mag als Zuschauer das Gefühl nicht loswerden wollen, dass aus „The Afflicted“ mehr herauszuholen gewesen wäre, hätte man das Drehbuch abschließend noch einmal auf grobe Schnitzer in der Handlung überprüft.

Dennoch, offenen Filmfreunden, die eine Vorliebe für authentische und kontroverse Filmen/Dramen besitzen sei „The Afflicted“ ans Herz gelegt. Hier gibt es keine Schlachterplatte (die Gewalthandlungen passieren im Off), sondern hier zählt allein der zermürbende und hilflose Grundton des arg fragwürdigen Geschehens.

Wem „The American Crime“ zugesagt hat, der dürfte vermutlich auch mit „The Afflicted“ gut unterhalten werden, zumal die beiden Geschichten minimal ähnliche Handlungsverläufen besitzen.

Im übrigen ist der Titel („Another American Crime“), der bevorstehenden deutschen Filmversion (Sommer 2012) vollkommen irreführend.

Die deutsche Titelschmiede offeriert einen indirekten Bezug zur Ketchum Verfilmung „An American Crime“ aus dem Jahre 2007, was natürlich vollkommener Quark ist.

 
 
 

Fazit: 6,5/10 Punkte

 
 

Ambitioniertes Indiwerk, mit einer hervorragenden „Leslie Easterbrook“, aber einer etwas minder glaubhaften Story. Für ein Regiedebüt trotzdem beachtlich!

 
 

(FSK-Freigabe: ungeschnitten – keine Jugendfreigabe)
 
 
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Hellraiser80


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