Horrorfilm, Mystery, Slasher, Folterfilm, Thriller, Splatterfilm, Gruselfilm, Trashfilm auf FILMCHECK

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Filmreview: “Mindscape” (2013)

mindscape-2013
 
 
 

MINDSCAPE

Story

 
 
 
Anna (Taissa Farmiga) ist im Hungerstreik und John Washington muss analysieren warum. Er kann die Erinnerungen von Menschen lesen und soll die Erlebnisse der minderjährige Patientin scanen um herauszufinden, ob die 16-Jährige unter einem Trauma leitet oder eine Vollblut-Soziopathin ist …
 
 
 


 
 
 

MINDSCAPE – Kritik

 
 
 
Von gut situierten Mädchen wird im Öffentlich-Rechtlichen berichtet, von ungezogenen Gören liest man auf Filmchecker. Das personifizierte Böse im Körper eines unschuldig dreinschauenden Engels haben bereits unzählige Regisseure zum Thema ihrer Filme gemacht, wobei zu den wohl bekanntesten unter ihnen RICHARD DONNER gehört, der im Jahr 1976 mit dem Horrorfilm DAS OMEN die ganze Welt in Schrecken versetzte. Für drei Fortsetzungen und ein Remake hat der Furcht einflößende Stoff gereicht, der vermutlich nicht nur bei besorgten Eltern und selbsternannten Jugendschützern die Alarmglocken hat läuten lassen, weil im Film von einem Sechsjährigen erzählt wird, den alle für einen Nachkommen des Leibhaftigen halten. Nicht der Antichrist in Person, dafür ein Soziopath der ganz finsteren Sorte ist die 16-jährige ANNA (gespielt von TAISSA FARMIGA), die im Thriller MINDSCAPE mit allen Regeln der Kunst Menschen manipuliert und daran auch noch Gefallen findet. Der Spanier JORGE DORADO steckt hinter dem fiesen Ausflug in die Psyche einer gestörten Minderjährigen, der mit MINDSCAPE (international auch als ANNA vermarktet) seinen ersten Langfilm in die Kinos gebracht hat und mit einen wendungsreichen Hochglanz-Thriller überrascht, der besser ist, als es die magere Inhaltsangabe verspricht.
 
MINDSCAPE handelt von John Washington (MARK STRONG), der über eine besondere Gabe verfügt und in die Erinnerungen von Menschen eindringen kann, um Mordfälle lösen zu können. Leider erlitt er während einer der letzten Sitzungen einen Schlaganfall und hat zudem mit dem tragischen Selbstmord seiner Frau zu kämpfen. Damit er wieder auf die Beine kommt und nicht im Selbstmitleid zerfließt wird ihm der mysteriöse Fall der 16-jährigen Anna zugewiesen. Die lebt zusammen mit den wohlhabenden Eltern in einem riesigen Anwesen weit draußen auf dem Land und ist seit mehreren Tagen im Hungerstreik, weil die Eltern ihr Hausarrest verordnet haben. Ganz unbegründet ist deren Entscheidung jedoch nicht, vermutet Mutter Michelle (SASKIA REEVES), dass die eigene Tochter eine ernstzunehmende Gefahr für Andere darstellt, schließlich sind in der Vergangenheit seltsame Dinge passiert, in die Anna kurioserweise immer mit involviert gewesen ist. Erinnerungs-Detektiv John Washington wird beauftragt das Rätsel um den unschuldig dreinschauenden Teenager zu lösen. Er soll auf Anweisung seines Vorgesetzten Sebastian (BRIAN COX) herausfinden, ob die Mutter mit ihrer Vermutung richtig liegt und es sich bei der künstlerisch veranlagten Schülerin um eine unberechenbare Soziopathin handelt. Leider hat Washington nicht mit der Manipulationsgabe seiner kindlichen Patientin gerechnet. Die dreht ganz einfach den Spieß um und beginnt in Johns Erinnerungen zu stöbern.
 
Es muss nicht immer aufgeblasenes Effekte-Kino sein, um spannende Geschichten erzählen zu können, die fesseln. MINDSCAPE-Regisseur JORGE DORADO, der früher mit Leuten wie PEDRO ALMODOVAR (SPRICH MIT IHR) und GUILLEMEREO DEL TORROR (THE DEVIL’S BACKBONE) zusammengearbeitet hat, erreicht mit seinem Erstling fast ähnliches Niveau stilvoller Eleganz, wie die genannten Regisseure von denen er einiges lernen konnte. In seinem Debüt dominieren düstere Braun- und Grautöne, die bereits erahnen lassen, welch unerfreuliche Richtung der Streifen einschlagen wird und die dem Streifen einen ganz individuellen Look verleihen, der nicht selten an teures Mainstream-Kino erinnert. Unheilvoll geht es in MINDSCAPE zu, was vor allem an der unterkühlten Darbietung von ANNA-Schauspielerin TAISSA FARMIGA liegen mag, die Zuschauer und dem beauftragten Erinnerungs-Detektiv nach nur wenigen Minuten zu verstehen gibt, wer hier am längeren Hebel sitzt. Während sich Psychologe John in den Kopf seiner unberechenbaren Patientin beamt und noch einmal einschneidende Erlebnisse aus Annas Leben durch die Mangel nimmt, wittert der Filmfan schon recht früh, dass seine minderjährige Patientin keines dieser schwer traumatisierten Unschuldslämmchen ist. Die manipuliert rasch die eigenen Erinnerungen, damit ihr Gegenüber in Annas Kopf die heile Welt zu sehen bekommt. Aber auch außerhalb der Gedankenwelt wird für Verwirrung gestiftet. Die gute Anna scheint ein geschicktes Händchen für das Legen falscher Fährten zu besitzen und John ein ausgeprägtes Talent Selbige zu wittern. Am Ende sitzt der gutgläubige Therapeut in der Falle und sein Leben rauscht den Bach hinunter. Mit unerwarteten Wendungen jongliert Macher JORGE DORADO übrigens sehr selbstsicher, denn im letzten Teil der Handlung geht es drunter und drüber. Der clever verschachtelte Erinnerungs-Battle mündet in einem ziemlich hinterlistigen Finale, in dem der obligatorische Plottwist selbstverständlich auch nicht fehlen darf. Gut angelegt sind die klug inszenierten 90 Minuten Thrill auf jeden Fall, denn mit seinem Erstling beweist DORADO, dass er den meisten Suspense-Experten in nichts nachsteht. Sein Debüt MINDSCAPE überzeugt durch hervorragende Schauspielleistung und gut geschriebenem Drehbuch. Dass MINDSCAPE ein kleiner Geheimtipp geworden ist, dürfte aber auch an Produzent JAUME COLLET-SERRA gelegen haben, der vermutlich genug Potenzial im Script gesehen hat, um den Film mitzufinanzieren. Der gebürtige Spanier ist nämlich Profi in Sachen Suspense und hat neben UNKNOWN IDENTITY (2011) auch den Psycho-Schocker ORPHAN – DAS WAISENKIND (2009) gedreht. Vergleicht man den Letzteren mit MINDSCAPE dürfte man mit Sicherheit so einige Parallelen entdecken.
 
 
 


 
 
 

MINDSCAPE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Willkommen in der schockierenden Gedankenwelt einer hinterlistigen 16-jährigen: MINDSCAPE ist ein fieser, wendungsreicher und clever geschriebener Hochspannungs-Thriller der Extraklasse, dem wir an dieser Stelle das Prädikat “Geheimtipp” verleihen wollen. Der Spanier JORGE DORADO hat für sein Erstwerk mit TAISSA FARMIGA eine hervorragende Soziopathin gewinnen können, die auch ohne Blutvergießen reichlich Angst und Schrecken verbreitet. MARK STRONG als kahlköpfiger Erinnerungs-Detektiv ist zwar ebenso ambitioniert bei der Sache, kann jedoch seiner Schauspielkollegin (wie sein Charakter im Film) nicht das Handtuch reichen. Unterm Strich wird dem Fan verzwickter Supense-Thriller einen wirklich sehenswerten Genrefilm geboten, der mal wieder klarstellen möchte, dass sich selbst hinter der Fassade kindlicher Naivität das unberechenbar Böse verstecken kann.
 
 
 


 
 
 

MINDSCAPE – Zensur

 
 
 
In MINDSCAPE regiert Thrill und Suspense. Blut gibt es hier eigentlich gar nicht zu sehen, Gewalt ebenso wenig. Aufgrund des düsteren Inhalts vermuten wir jedoch erst eine Freigabe für 16-Jährige.
 
 
 


 
 
 

MINDSCAPE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Inception (2010)
 
The Cell (2001)


Review: “Bloody April Fools – Los inocentes” (2013)

Los-inocentes-2013
 
 
 

BLOODY APRIL FOOLS – LOS INOCENTES

Story

 
 
 
Einige neunmalkluge Jugendliche quartieren sich in eine verlassene Herberge ein, in der 15 Jahre zuvor ein tragisches Ereignis stattgefunden hat. Nun ist der Ort verflucht und ein schlitzfreudiger Killer zieht dort seine Runden …
 
 
 


 
 
 

LOS INOCENTES – Kritik

 
 
 
Spaniens Horror-Szene ist immer für eine Überraschung gut, denn seit einigen Jahren kommen da viele sehenswerte Horrorperlen in die Lichtspielhäuser, die es manchmal sogar auch in den deutschen Handel schaffen. Leider lies die Qualität der letzten Produktionen sehr zu wünschen übrig, denn bereits im von uns besprochenen PARA ELISA vermisste man die fürs spanische Horrorkino so herausragende Originalität und atmosphärisch Dichte, die im besagten Film kurzum durch Blutzoll ersetzt wurde. Der Schocker LOS INOCENTES macht da keine Ausnahme und glotzt lieber über den großen Teich, um sich dort Inspirationen zu holen, statt den Zuschauer etwas Neues zu erzählen. Zwölf Regisseure haben an der Umsetzung getüftelt, was angesichts der mageren Laufzeit von knapp einer Stunde etwas sehr grotesk anmutet, zumal LOS INOCENTES kein Anthologie-Grusler ist, wie man es bei der stattlichen Anzahl von Machern vermuten würde. Stattdessen haben hier einige Studenten der renommierten Filmhochschule ESCAC in Barcelona einen knüppelharten Slasher nach amerikanischem Vorbild gedreht, für den Kult-Klassiker FREITAG DER 13. Ideenlieferant gewesen ist. Das Resultat ist jedoch weniger kultig als die Vorlage, denn die vielen Köche haben etwas arg lieblos am Brei geköchelt, dem es im Fall von LOS INOCENTES eindeutig an Würze mangelt.
 
Diesmal wird sich durch eine verlassene Herberge geschlitzt, in der sich neun ahnungslose Jugendliche einquartieren, um die Sau rauslassen zu können. Die wollen während der Weihnachtsferien eigentlich die Berge unsicher machen, stellen aber rasch fest, dass dort der nötige Schnee fehlt, um Skifahren zu können. Auf dem Weg zurück nach Barcelona macht man Halt an einer Tankstelle, schließlich lässt es sich ohne Alkohol nur halb so gut feiern. Die Einheimischen warnen vor der Gefahr, die in der dunklen Bleibe lauert, denn vor 15 Jahren soll sich dort Grausiges ereignet haben: Ein Mitschüler wurde Opfer eines hinterlistigen Streiches seiner Klassenkameraden und starb auf qualvolle Weise. Seitdem geht es in dem leerstehenden Gemäuer nicht mit rechten Dingen zu. Für die Jugendlichen aber kein Grund, die Herberge nicht doch zu erkunden. Ein fataler Fehler, denn ein kaltblütiger Killer treibt dort sein Unwesen, der jedes Jahr am 28. Dezember dem tragischen Ereignis gedenkt.
 
LOS INOCENTES (der für den internationalen Markt kurzum in BLOODY APRIL FOOLS umbenannt wurde) ist ein Slasher, wie er im Buche steht. Man nehme einige dumme Kids, werfe sie in eine rudimentäre Handlung und gebe ein paar fiese Gewaltmomente dazu. Fertig ist 08/15-Meuchelware von der Stange, bei der immerhin nicht lange gefackelt wird und die ersten Opfer bereits nach nurä,u7 wenigen Minuten dahingeschlitzt werden. Der Zuschauer wird ziemlich rasant von Mord zu Mord gehetzt, welche immerhin recht abwechslungsreich umgesetzt wurden. Da rutscht eine Protagonistin auf einem Stück Seife aus und fällt auf den Hinterkopf. In der nächsten Szene ertastet sie die offene Kopfwunde und erlebt einen Multi-Orgasmus, weil sie durch das Loch im Schädel mit ihren Fingern die hintere Hirnregion stimuliert. An teils makabren Humor wird nicht gespart, so dass die Vorhersehbarkeit der Ereignisse und der Mangel an Originalität nicht so sehr ins Gewicht fallen. Auch wenn in LOS INOCENTES Gebrauch von Found-Footage gemacht wird und die Spezial- und Make-up-Effekte nicht von schlechten Eltern sind, gehört dieser enttäuschende Horrorfilme zum wohl Überflüssigstem was das junge, spanische Genre-Kino bisher hervor gebracht hat. Zwar erinnert das überflüssige Machwerk mit all seinen austauschbaren Stereotypen und dummen Horror-Klischees an all die vielen amerikanischen Slasher der letzten Jahre; sonderlich gut hat das Kopieren von ausgelutschten Rezepturen diesem Horrorstreifen nicht getan. Was bleibt ist ein souverän abgedrehter Meucheltrip, der technisch mehr an amerikanisches Hochglanzkino erinnert und inhaltlich nicht das bietet, was man eigentlich von spanischen Horror-Vertretern gewohnt ist. Slasher-Fans dürfte das vermutlich weniger stören, denn wer ICH WEISS, WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST und SCREAM mochte, wird auch diese Schocker rasch in sein Herz schließen.
 
 
 


 
 
 

LOS INOCENTES – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
LOS INOCENTES (oder auch BLOODY APRIL FOOLS) ist eine blutige Verbeugung vor den Kult-Slashern der 80er Jahre. Der Horrorklassiker FREITAG DER 13. hat hier Pate gestanden; dennoch erreicht der spanische Horrorschnellschuss (abgesehen vom Blutgehalt) nicht einmal ansatzweise die Qualität der Vorlage. In diesem Schlitzer-Film wurde jedes erdenklich dumme Klischee untergebracht. Sei es das nicht anspringende Auto, sich von Geisterhand verschließende Türen oder die einzige Bärenfalle im gesamten Waldgebiet, in die ausgerechnet eine unachtsame Protagonistin hineintritt; Originalität ist hier Mangelware. Immerhin stimmt der Blutpegel. Die Morde sind abwechslungsreich und zur Freude der Gorehounds recht splattrig. Fans harter Slasher-Streifen kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Trotzdem ist LOS INOCENTES nichts weiter als ein weiterer Meuchelfilm mit austauschbaren Figuren und hanebüchener Handlung, den man nicht unbedingt gesehen haben muss.
 
 
 


 
 
 

LOS INOCENTES – Zensur

 
 
 
LOS INOCENTES lebt nur von den grafisch gut umgesetzten Effekten. Es werden Verbrennungen gezeigt, ein Fuß abgetrennt und eine Protagonistin wird von einem heraunfahrendem Auto zermatscht. Das dürfte in Deutschland für eine ungeschnittene Freigabe für Erwachsene reichen und könnte mit KJ-Sticker in den Handel kommen.
 
 
 


 
 
 

LOS INOCENTES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bloody Homecoming (2013)
 
You’re Next (2011)
 
Alpha Girls (2013)
 
Bloody Bloody Bible Camp (2012)
 
Silent Night (2012)
 
Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast (1997)
 
Scream (1996)
 
Freitag der 13. (1980)
 


Filmreview: “Wolf Creek 2″ (2013)

wolf-creek-2-2013
 
 
 

WOLF CREEK 2

Story

 
 
 
Outback-Killer Mick Taylor ist wieder zurück und hat auch gleich die Fährte zweier Touristen aus Deutschland gewittert, die planlos durch die Einöde Australiens trampen. Auf der Flucht vor dem irren Schlitzer geraten sie an den Briten Paul Hammersmith, der eigentlich nur helfen will und dabei ebenfalls ins Visier des Touristen-Mörders gerät …
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Kritik

 
 
 
Im australischen Outback hört dich niemand schreiben – das zumindest suggerierte der Horror-Schocker WOLF CREEK, der im Jahr 2005 in die Kinos gebracht wurde und inspiriert von den Survival-Thrillern der 70er gekonnt auf der damals boomenden Terrorwelle mitritt. Mittlerweile sind neun Jahre vergangen und den Horror-Machern die Ideen ausgegangen, so dass man ganz fleißig Altbewährte neu aufbrüht, um noch einmal Geld damit machen zu können. Schlicht und einfach WOLF CREEK 2 nennt sich der unoriginelle Käse, der mit knapp einem Jahrzehnt Verspätung nachgeschoben wird und quasi die besten Szenen des Erstlings mit zusätzlichem Ekelgehalt anreichert, damit einfach gestrickte Horrorgemüter feuchte Höschen von der hier gezeigten Brutalität bekommen. WOLF CREEK-Regisseur GREG MCLEAN hat sich die Blöße gegeben und auch gleich die überflüssige Fortsetzung gedreht, die quasi eine ähnliche Geschichte wie sein Vorgänger erzählt und sich einen Deut darum schert sich überhaupt weiterzuentwickeln zu wollen. Die australische Kulisse wurde beibehalten und der zuvor schweigsame Killer entwickelt sich zur zynischen Plaudertasche, der seinen Schlitzer-Kollegen FREDDY KRUEGER, LEPRECHAUN und CHUCKY Konkurrenz machen möchte. Der Rest ist wie gehabt: Einige ahnungslose Rucksack-Touristen verirren sich im Wolfe-Creek-Krater-Nationalpark und geraten dabei in das Jagdgebiet des ominösen Fremden aus dem vorhergehenden Teil, der auch gleich mit seiner Metzel-Hatz beginnt.
 
Der Ton ist rauer geworden, denn mit subtilem Terror gewinnt man im Horrorfilm schon lange keinen Blumentopf mehr. MCLEAN dreht daher an der Gewaltschraube und lässt Köpfe explodieren, Finger absägen und Opfer enthaupten. Wurde die Gewalt im Erstling noch weitestgehend angedeutet wird in WOLF CREEK 2 schonungslos draufgehalten, was natürlich das Interesse der Fans solcher Filme wecken dürfte. Leider macht stumpfe Gewalt allein schon lange keinen guten Horrorfilm mehr aus, denn aufgrund der Vielzahl ähnlicher Streifen ist WOLF CREEK 2 nur ein weiterer Film dieser Art in einer nahezu nicht enden wollenden Reihe trivial gestrickter Brutalo-Werke. Immerhin wird der Filmfan mit Kurzweil belohnt. Psychopath MICK TAYLOR (gespielt von JOHN JARRATT) entpuppt sich als scheinbar unkaputtbarer Super-Killer, der jede Situation vorausahnen kann und trotz Liebe zum Alkohol mit ner Menge Glück gesegnet wurde. Der Schlitzer ist seinen Opfern weitaus überlegen und immer einen Schritt voraus. Er hetzt das menschliche Schlachtgut von einem Ort zum nächsten und zieht trotz geistiger Beschränktheit stets am längeren Hebel. Macher und Produzent GREG MCLEAN gönnt dem Zuschauer kaum Verschnaufpausen und verknüpft den dünnen Slasher-Plot mit recht packend inszenierten Verfolgungsjagden durch die trostlose Einöde Australiens. Hier wächst der Film zu wahrer Größe heran, denn einige Duelle zwischen Opfer und Killer auf den Straßen im Nirgendwo wurden von MCLEAN ziemlich spannend in Szene gesetzt. Leider werden derart Momente immer wieder durch die obligatorischen Gewaltszenen ausgebremst, denn irgendwie mag man in WOLF CREEK 2 das Gefühl nicht loswerden wollen, als ob man fast schon besessen daran gearbeitet hat, der Fanbase gerecht werden zu wollen. Der dürstet es seit harten Sicko-Streifen, wie I SPIT ON YOUR GRAVE 2 (2013) und dem gefeierten MARTYRS (2008) nach möglichst krankem Folter-Dreck, um nach Sichtung prahlen zu können, welch abartigen Nonsens man soeben gesehen hat. Regisseur GREG MCLEAN hat diesbezüglich etwas zu sehr nach den ganz Großen Metzelorgien geschielt und dabei ganz vergessen die Geschichte rund um seinen Charakter Mick Taylor konsequent weiterzuspinnen. Wirklich Neues erfährt der Horrorfan nämlich nicht, so dass die Fortsetzung auch eher als professionell gedrehtes Splatter-Remake gewertet werden darf.
 
Auch wenn die männliche Scream-Queen am Ende unter nicht nachvollziehbaren Umständen überleben darf und zuvor durch eine finstere und effekthascherische Geisterbahn geführt wird, so ist die Fortsetzung zu WOLF CREEK ein weiteres, schnell heruntergeleiertes Sequel, auf das nun wahrlich niemand gewartet hat. Im Übrigen bekommt der Zuschauer in WOLF CREEK 2 eine der geschmacklosesten Szene der letzten Jahre zu Gesicht: Während Opfer Paul Hammersmith (RYAN CORR) mit seinem Auto vor dem übertrieben patriotisch veranlagtem Mörder Mick Taylor flüchtet, überquert ein Rudel Kängurus die Fahrbahn. Die Tiere schlagen in fast schon erheiternder Detailfreude auf den Windschutzscheiben der Fahrzeuge auf und werden anschließend blutig von den Rädern überrollt. Herr MCLEAN, auch wenn WOLF CREEK 2 nur ein Film ist, finden Sie das witzig?
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
WOLF CREEK 2 ist ein derbes Splatter-Gewitter für Freunde brutaler Metzelfilme. Leider ist der Gewaltgrad auch das einzig Nennenswerte, was der Streifen zu bieten hat, denn im Grunde genommen ist das Sequel mehr überflüssiges Remake statt Fortsetzung und bietet mehr Splatter statt subtilem Terror. Aufgrund der schonungslos dargestellten Brutalitäten, die nun wahrlich nichts für zarte Gemüter sind, dürften die hiesigen Zensurbehörden das Stück Tortur-Kino gnadenlos in der Luft zerreißen. Ungeschnitten wird der Film hierzulande mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erscheinen; profitgeile Ösi-Unternehmen dürfte das freuen, schließlich kann man im Nachbarland viel Geld mit ungeschnittenen Mediabooks machen.
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Zensur

 
 
 
WOLF CREEK 2 ist ziemlich brutal. Opfer werden ausgeweidet und zerhackt, Kehlen durchgeschnitten und Köpfe weggeschossen. Wir wünschen Rechteinhaber KSM viel Glück mit der FSK, denn die deutsche Fassung dürfte vermutlich nur geschnitten im Sommer in die Kinos kommen.
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wolf Creek (2005)
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 
The Butcher Boys (2012)
 
The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen (2006)
 
High Tension (2003)
 
Haus der 1000 Leichen (2003)
 


Filmreview: “The House of the End Times” (2013)

The House Of The End Times
 
 
 

THE HOUSE OF THE END TIMES

Story

 
 
 
Eine Familie erlebt in ihrem Haus den ultimativen Terror. Die Kinder verschwinden auf unerklärliche Weise, der Vater kommt unter ominösen Umständen ums Leben und Hausfrau Dulce (Ruddy Rodríguez) wird für das Chaos zur Verantwortung gezogen. Sie sucht nach Antworten und findet heraus, dass ein gut gehütetes Geheimnis um das vermeintlich sichere Heim rankt …
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE OF THE END TIMES – Kritik

 
 
 
Es gruselt wieder. Diesmal jedoch auf venezolanisch und das auch noch zum allerersten Mal in der Geschichte des Landes. LA CASA DEL FIN DE LOS TIEMPOS heißt das grandiose Stück Gänsehaut aus Venezuela und ist der beste Beweis dafür, dass guter Horror schon längst nicht mehr nur aus der Traumfabrik kommt. In der internationalen Horrorszene brodelt es und das gewaltig. Da kochen unerfahrene aber höchst ambitionierte Filmregisseure mit allerlei experimentellen Zutaten extravagante Süppchen, so dass nicht selten der Gaumen des Horrorfans Samba tanzt, wenn er Horrorstreifen aus fernen Ländern zu sehen bekommt. Hat man dann erst einmal Gefallen am Unkonventionellen gefunden, fällt es schwer den ewig gleichen Gewohnheitsfraß aus Hollywood zu goutieren, schließlich wird dort meist bevorzugt Altbekanntes immer nur neu und anspruchslos aufgewärmt. Nachwuchsregisseur ALEJANDRO HIDALGO macht all das richtig, was man eigentlich als Neuer in der Filmwelt beachten sollte. Der weiß nämlich, dass Horror dafür da ist, um Angst einzujagen. Zudem hat er eine wirklich gute Geschichte zu Papier gebracht, an der sich Gurkenzüchter wie M.NIGHT SHYAMALAN (THE VILLAGE, AFTER EARTH) ein Beispiel nehmen sollten. Letzterer hat ja ein goldenes Händchen dafür qualvoll-dumme Mystery-Thriller zu drehen, die den Zuschauer mit abstrusen und nahezu peinlich-beschämenden Überraschungsplots quälen. Hätte der einst talentierte Regisseur Leute wie ALEJANDRO HIDALGO an der Hand gehabt, SHYAMALAN müsste sich heute nicht für seine ach so strunz-doofen Machwerke schämen.
 
LA CASA DEL FIN DE LOS TIEMPOS orientiert sich in seiner Machart an die Anfangsgrusler des berüchtigten SHYAMALAN, der im Jahr 1999 mit seinem THE SIXTH SENSE einen Filmhit landete und quasi den wendungsreichen Horrorfilm mit Überraschungsmoment zurück in die Kinosäle holte. Ähnlich überraschend geht es auch in THE HOUSE OF THE END TIMES (so die amerikanische Titelkreation für den internationalen Markt) zu. Der Film beginnt wie einer dieser typischen Geisterfilme und versucht den Zuschauer mit plötzlich schließenden Türen, schemenhaften Gestalten und merkwürdigen Geräuschen zu erschrecken. Was aber anfänglich austauschbaren Spukhorror vermuten lässt, entpuppt sich am Ende als wahrlich klug ersponnener und clever verschachtelter Mystery-Horror, der mit Geistern rein gar nix am Hut hat, sondern eher in der Zeitschleifenproblematik verschachtelt ist.
 
Im Mittelpunkt von THE HOUSE OF THE END TIMES steht eine kleine Familie, die vor fünf Jahren eine alte Villa bezogen hat. Günstig war das Haus gewesen, drum wurde es schnell erworben. Jetzt muss die Rechnung für den niedrigen Kaufpreis gezahlt werden. Eines Nachts passieren seltsame Dinge. Die Kinder müssen mal wieder hungrig ins Bett, weil Vater Juan José (GONZALO CUBERO) partout keine Arbeit findet, um die leeren Mägen füllen zu können. Es kommt zum Streit zwischen den Eltern und das Familienoberhaupt verlässt wutentbrannt das Schlafzimmer. Was folgt lässt sich nicht erklären: Seltsame Schatten huschen durch die Gänge, die Kinder verschwinden unter mysteriösen Umständen, der Vater wird erdolcht im Schlafzimmer vorgefunden und Mutter Dulce (RUDDY RODRíGUEZ) wird für die unerklärlichen Vorkommnisse zur Verantwortung gezogen. Als sie nach 30 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen wird, kehrt sie ergraut und gebrechlich an den Ort der Geschehnisse zurück. Noch immer herrscht hier eine Aura grausigen Unbehagens und mysteriöse Erscheinungen ängstigen die traumatisierte Dulce zu Tode. Die ältere Dame wird schon bald von der schicksalsreichen Vergangenheit eingeholt, fasst jedoch allen Mut zusammen und beginnt die Geheimnisse des geschichtsträchtigen Gebäudes zu entschlüsseln. Bei ihren Untersuchungen stößt sie auf ein Mysterium, für das sie keine plausiblen Erklärungen findet kann.
 
Welchen Mehrwehr so eine sorgfältig und gut durchdachte Geschichte doch haben kann. THE HOUSE OF THE END TIMES ist einer jener Filme, die auch ohne großes Blutvergießen auskommen und fast gänzlich auf Effekthascherei verzichten. Hier wird mit minimalistischen Mitteln maximales Grauen verursacht. Sei es die morbid-farblose Kulisse, die oft an spanisches Horrorkino erinnert und düstere Gruselwerke wie JULIA’S EYES (2010) oder THE DEVIL’S BACKBONE (2001) ins Gedächtnis zurückkehren lassen. Oder die detailreich durchdachte Story, die den Zuschauer häppchenweise mit Informationen versorgt, aber nie zuviel verrät. Echte Spannung zeichnet sich hier ab, die sich konsequent durch den gesamten Film zieht. ALEJANDRO HIDALGO jongliert mit Rückblenden, schließlich sind viele Antworten der rätselhaften Story in der Vergangenheit zu suchen. Demnach bewegt sich die kleine Geschichte lückenhaft zwischen den Zeitebenen. Wir erfahren, was sich einst zugetragen hat und welch seelische Qualen Mutter Dulce nach der Haftentlassung erleiden muss. Am Ende wird eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart geschlagen bei der das Haus eine wichtige Schlüsselfunktion einnimmt. Aus anfänglichen Plot- und Logiklöchern ergibt sich ein plausibles Ganzes, wobei man Macher ALEJANDRO HIDALGO für das wirklich intelligente Drehbuch loben muss, das er da selbst verfasst hat.
 
Was wäre, wenn wir die Zeit beeinflussen könnten. Eine Frage, die sich vermutlich ein jeder schon einmal gestellt haben dürfte. THE HOUSE OF THE END TIMES ist Indie-Horror, der sich die Frage zueigen macht und sie auf ganz eigene Weise versucht zu interpretieren. Für seinen ersten Gruselhit könnte Regie-Debütant ALEJANDRO HIDALGO die international erfolgreiche RUDDY RODRíGUEZ gewinnen, die nicht nur gern gesehene Kino, TV- und Theaterschauspielerin ist, sondern auch als gefragtes Model in den 80ern Karriere machte. Für THE HOUSE OF THE END TIMES läuft sie noch einmal auf Hochform auf, lässt sich vom Make-up-Team um Jahrzehnte älter schminken und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise voller Überraschungen. ALEJANDRO HIDALGOS Erstling ist willkommen abwechslungsreicher Horror mit einem Schuss Mystery, der zwar auf falsche Fährten lockt, den Zuschauer aber nie an der Nase herumführt. Wenn das Rätsel am Ende gelüftet wird und der Abspann über die Mattscheibe flimmert, dürfte sich der ein oder andere Filmfreund einen Wolf freuen, weil er soeben einen außergewöhnlich guten Film gesehen hat, von dem er dringend seinen Freunden erzählen muss. Wir haben uns schon lange nicht mehr so “unheimlich” gut unterhalten gefühlt. Von daher gibt’s vom FILMCHECKER das Prädikat: Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE OF THE END TIMES – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Regie-Neuling ALEJANDRO HIDALGO wirft Klischees über Bord und bringt angenehm schauriges Horrorfutter in die Heimkinos bei dem sich der Horror vornehmlich im Kopf des Zuschauers abgespielt. Sein Debüt ist einer der besten Gruselstreifen der letzten Jahre von denen es in der Vergangenheit dank Found Footage und PARANORMAL ACTIVITY einfach viel zu viele gegeben hat. Der erste, in Venezuela produzierte Horrorfilm beeindruckt mit subtiler Schauerstimmung, morbider Atmosphäre und bedrückenden Bildern. Die erinnern in ihrer farblosen Tristesse ziemlich oft an viele spanische Horrorwerke jüngeren Datums, die ja bekanntlich weniger durch Gewalt- und Blutexzesse, als vielmehr durch unheimliche Momente und düstere Bildkompositionen aufgefallen sind. THE HOUSE OF THE END TIMES überzeugt mit einem penibel ausgearbeiteten Drehbuch, überraschenden Wendungungen und konsequentem Spannungsbogen. Das FILMCHECKER-Team war angetan und meint: Wer THE HOUSE OF THE END TIMES verpasst ist selber schuld!
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE OF THE END TIMES – Zensur

 
 
 
LA CASA DEL FIN DE LOS TIEMPOS oder THE HOUSE OF THE END TIMES (so wie er international genannt wird) ist ein subtiler Gruselfilm, der eher durch unheimliche Stimmung und permanente Spannung unterhalten möchte. Hier gibt es nur ein Messer im Rücken zu sehen – das war’s auch schon an Gewaltmomenten. THE HOUSE OF THE END TIMES dürfte locker mit dem blauen 16er-Stempel durch die FSK kommen.
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE OF THE END TIMES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mama (2013)
 
The Sixth Sense (1999)
 
The Devil’s Backbone (2001)
 
Darkness (2002)
 
Fragile – A Ghost Story (2005)
 
Das Waisenhaus (2007)
 


Review: “The Penny Dreadful Picture Show” (2013)

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW 2013
 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW

Story

 
 
 
Penny Dreadful (Eliza Swenson) sucht die große Liebe. Sie lädt sich einige Auserwählte in ihr Heim und zeigt ihnen gruselige Filme, in der Hoffnung deren Herz für sich gewinnen zu können …
 
 
 


 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW – Kritik

 
 
 
Wirft man den Namen ELVIRA in die Horror-Runde, dürfte vor allem das ältere Semester einiges zu erzählen haben. Schauspielerin CASSANDRA PETERSON hat nämlich Anfang der 80er eine beliebte Figur im amerikanischen TV verkörpert, die unter dem Namen ELVIRA zur Kultikone des modernen Horrorfilms avancierte. In schwarze Kleidung gehüllt und mit praller Oberweite, dunklem Make-up und schwarzer Perücke ausgestattet, präsentierte sie in der TV-Show MOVIE MACABRE (1981 – 1993) schmuddelig gedrehte B-Movies fernab vom glattgebügelten Mainstream. Auf ähnlicher Schiene fährt auch folgende Kurzgeschichtensammlung, die unter dem Titel THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW um die Gunst der Anthologie-Freunde buhlt. Filmmacher NICK EVERHART, LEIGH SCOTT und ELIZA SWENSON haben mit Titelheldin PENNY DREADFUL ihre ganz eigene Version der schwarzhumorigen Filmansagerin ELVIRA geschaffen, die mit fast schon kindlicher Naivität günstig gedrehte Horror-Shorts anmoderiert und auch mal zum Mordinstrument greift, wenn einer ihrer Verehrer sie beim Schauen jener Streifen stört, die da gerade über die Kinoleinwand flimmern. Leider wurmt es in PENNYS erstem Leinwandauftritt gewaltig, denn die drei kleinen von ihr ausgewählten Episoden sind von eher bescheidener Natur. Das dürfte vermutlich auch der Grund gewesen sein, warum der Film erst jetzt zu einer Veröffentlichung gekommen ist. THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW wurde nämlich bereits vor über einem Jahr fertiggestellt und wartete seither vergebens auf einen regulären Release. Im Zuge des US-Serienstarts der Horror-TV-Reihe PENNY DREADFUL (die natürlich nichts mit der vorliegenden Anthologie am Hut hat) war es nur taktisch klug den Release voranzutreiben, schließlich lässt sich bei fast identisch klingender Titelkreation so manch nicht bewanderter Horrorfan hinters Licht führen.
 
PENNY DREADFUL (halb Frankensteins Monster, halb Puppe) lebt in ihrer eigenen Welt. Zusammen mit ihren Freunden Ned und Wolfboy haust sie in einem heruntergekommenen Kino und schaut sie bevorzugt grausige Filme auf der großen Leinwand an. Auf der Suche nach der wahren Liebe erster Kuss lädt sich die kitsch-liebende Frankensteinbraut zwei nette Burschen ins Heim und führt ihnen ihre Lieblingsfilme vor:
 
 
SLASH IN THE BOX
 
Ein Pärchen macht in knappen drei Minuten recht unangenehme Erfahrungen mit einer scheinbar harmlosen Spieluhr. Wir sehen schlechte CGI-Effekte, etwas Blut und eine Geschichte, die im Grunde genommen gar keine ist. Welche Botschaft NICK EVERHART (Regie für eine der Segmente in CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR) mit seiner dreiminütigen Episode an den Zuschauer bringen wollte, wird vermutlich nur er selbst wissen.
 
 
MORNING AFTER
 
Hier handelt es sich um eine Hommage an die berüchtigten Vampirfilme der 60er und 70er Jahre, die sich dank der legendären Hammer Studios auch heute noch großer Beliebtheit erfreuen. In dieser Geschichte verfällt eine junge Dame den Reizen eines lesbischen Vampirs und wird gebissen. Die Handlung des von ELIZA SWENSON (eigentlich Schauspielerin und jetzt Regieneuling) inszenierten Beitrags läuft nach Schema F ab und besitzt nicht einmal annähernd den “Biss”, den eigentlich jene Streifen besitzen sollten, die sich mit der Vampir-Problematik auseinandersetzen.
 
 
THE SLAUGHTER HOUSE
 
Wurde von LEIGH SCOTT (Macher von viel Trash-Mist) inszeniert und verbeugt sich vor einem der wichtigsten Horrorfilme der 70er: TEXAS CHAINSAW MASSACRE. In dieser Episode wird einfach mal der Spieß umgedreht und drogengeile Stadtkids terrorisieren eine zurückgebliebene Hinterwäldlerfamilie. Die Kurzgeschichte hat gute Ansätze, einen schaurig-dreckigen Look und leider unglaublich miserable Gewalteffekte, die aus dem Computer kommen. Zudem will man irgendwie nicht verstehen, was JEFFREY COMBS dazu geritten haben muss, sich knapp dreißig Minuten aufzuführen als habe er einen an der Klatsche.
 
 
THE SCOUT
 
Die Gechichte wurde von NICK EVERHART gedreht, hat es leider nicht in den fertigen Film geschafft. Dennoch schwirrt die Episode aber seit geraumer Zeit im Netz umher und wurde auch auf den bisherigen Heimkinoveröffentlichungen als Bonus beigefügt. Das vollständige Segment kann hier gesehen werden.
 
 
Episoden-Horror ist seit dem Erfolg von THE ABC’S OF DEATH (2013) und natürlich der V/H/S-Teile gern gedrehter Stoff, um die Aufmerksamkeit der Horrorfans gewinnen zu können. Leider gibt’s da immer wieder sehr durchwachsenes Zeug zu sehen, das eher langweilt als unterhält. THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW zählt hierbei leider zu den weniger gelungenen Streifen innerhalb des Horror-Genres, denn in diesem Fall lenkt die nette Verpackung mal wieder vom eher trögen Inhalt ab. Die titelgebende PENNY präsentiert hier in eigensinnig schwarzhumoriger Weise drei unwichtige Horrorepisoden, die sich in ihrer Machart an der berüchtigten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Serie orientieren. Der Horrorfan darf sich auf durchaus makabre Pointen freuen, die aber aufgrund geistloser Höhepunkte irgendwie rein gar nicht zünden wollen. Hier haben die Macher an der falschen Stelle gespart, denn was nützt eine Horror-Anthologie, wenn es den knappen Geschichten an Kreativität, Raffinesse und Spannung mangelt. In THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW ist die Gastgeberin der heimliche Star des Films, denn die hätte Potenzial gehabt in Serie zu geben. Dort wäre das schrullige Filmmonster vermutlich auch besser aufgehoben gewesen, entpuppt sich doch PENNYS Horroreinstand als zwanghaft zusammengekleistertes Horrorwerk, dem es eindeutig an Herzblut fehlt. Die Idee der PENNY DREADFUL mag auf Papier gestanden haben, konnte aber vermutlich allein nicht einen kompletten Spielfilm tragen. Drum wurden hastig drei uninspirierte Kurzgeschichten dazugekritzelt, damit man das holprige Machwerk als abendfüllenden Horrorfilm in den Handel bringen konnte. Immerhin gibt’s trotz schlechtem “Füllstoff” auch einige Lichtblicke zu verzeichnen. Bei der Ausstattung des Filmsets hat sich das Regie-Trio um ELIZA SWENSON (die übrigens die PENNY spielt) beim Regie-Maestro TIM BURTON bedient. Der ist ja bekannt dafür optisch opulente Meisterwerke zu kreieren, die sich durch einen unverkennbaren Look auszeichnen. Ein ähnlich eigensinniges Bühnenbild besitzt auch die Rahmenhandlung in der PENNY DREADFUL PICTURE SHOW, das mit dezentem Gothic-Look glänzt und an Streifen aus der BURTON-Kreativschmiede erinnert. Weiterhin erfreut ein Wiedersehen mit SID HEIGH (HAUS DER 1000 LEICHEN) und Horror-Ikone JEFFREY COMB (WOULD YOU RATHER). Letzterer spielt hier die Rolle seines Lebens: Einen behinderten und stark kurzsichtigen Rollstuhlfahrer, der während der gesamten letzten Episode damit beschäftigt ist auf Krampf unrechnungsfähig zu sein und eine Puppe zu schütteln. Trotz einiger Starauftritte ist THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW nicht der Kracher, den man bei derart Cameos vermutlich erwartet hätte. Es ist bedauerlich, dass man hier nicht mehr Liebe zum Detail betrieben und sich etwas mehr Zeit für das Schreiben der einzelnen Kurzgeschichten genommen hat. Die gehören zum einfallslosestem, was das Genre zuletzt hervorgebracht hat und hinterlassen im Falle von THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW einen mehr als enttäuschenden Nachgeschmack. Vielleicht wird ja bei einer möglichen Fortsetzung alles anders und es steht mehr Kapital zur Verfügung. Denn fehlende Kohle ist hier mal wieder der Grund für mangelnde Qualität.
 
 
 


 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Und es hätte alles so schön werden können: THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW hat wirklich gute Ansätze und einen charmanten Titelcharakter. Leider sind die Episoden in dieser Anthologie trotz Staraufgebot sehr durchwachsen. Sieht man einmal von der sehr gelungenen Rahmenhandlung ab, zeichnen sich die einzelnen Geschichten durch Ideenlosigkeit und unverschämt miserable Gore-Effekte aus, die unverständlicherweise mal wieder aus dem Computer kommen müssen. Immerhin macht das Zählen der Zitate Laune. In letzter Zeit scheint es im Horrorfilm nämlich zum guten Ton zu gehören, sich vor den ganz Großen des Genres zu verbeugen. THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW macht da keine Ausnahme, auch wenn der Streifen qualitativ Welten von jenen Filmen entfernt ist, die er zaghaft und unbeholfen zitiert. Auch wenn die drei Macher der Sammlung ganz viel Potenzial verschenkt haben; hier kommen Fans der kultigen GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Reihe auf ihre Kosten. Episoden-Moderatorin PENNY DREADFUL ist zwar nicht einmal annähernd so bissig wie der zynische Cryptkeeper aus der TV-Serie, macht aber optisch einiges her und hat manch flotten Spruch auf den Lippen. So sollte man die Erwartungen vor Sichtung herunterschrauben. Denn wer hier einen Film in der Machart von V/H/S oder THE ABC’S OF DEATH erwartet wird ganz schnell enttäuscht werden.
 
 
 


 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW – Zensur

 
 
 
THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW ist nicht sonderlich hart. Die Effekte kommen aus dem Computer und wurden teilweise schon sehr schlecht und billig in Szene gesetzt. Es gibt einen Kopfschuss in Zeitlupe, Kehlenschnitte und Durchpfählungen zu sehen. Das wirkt aufgrund der miesen Umsetzung nicht sonderlich grausam, dürfte aber für eine ungeschnittene KJ-Freigabe reichen.
 
 
 


 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The ABC’s of Death (2012)
 
Scary or Die (2012)
 
The Theatre Bizarre (2011)
 
Chillerama (2011)
 
V/H/S (2012)
 
V/H/S 2 (2013)
 
Geschichten aus der Gruft (Serie)
 
Creepshow (1982)


Kritik: “Die Tribute von Panem – Catching Fire” (2013)

Die-Tribute-von-Panem-Catching-Fire (2013)
 
 
 

DIE TRIBUTE VON PANEM – CATCHING FIRE

Story

 
 
 
Katniss (Jennifer Lawrence) und Peeta (Josh Hutcherson) haben die 74ten Hungerspiele überlebt. Doch viel mehr: Sie haben dem mächtigen Kapitol die Stirn geboten. Ihr Beispiel ermutigt die unterdrückte Bevölkerung der Distrikte zur Rebellion gegen das Regime. Doch dann ändert Präsident Snow kurzerhand die Spielregeln und wählt die neuen Tribute für das Jubel-Jubiläum der Hungerspiele aus den bisherigen Siegern, um gegeneinander anzutreten. Auch Katniss und Peeta werden erneut in die Arena geschickt und müssen sich dem Kampf ums Überleben stellen. Und langsam wird ihnen klar, dass sie in Wirklichkeit Teil eines viel größeren Plans sind …
 
 
 


 
 
 

DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE – Kritik

 
 
 
Der erste Teil DIE TRIBUTE VON PANEM – THE HUNGER GAMES war weltweit ein durchbrechender Erfolg und verspricht eine ähnlich erfolgreiche Saga zu werden wie der Zauberspaß um HARRY POTTER oder das Vampirdrama TWILIGHT. Mit der Verfilmung des zweiten Teils der Panem-Trilogie, CATCHING FIRE, verspricht Regisseur FRANCIS LAWRENCE, die Erfolgsgeschichte des ersten Teils fortzusetzen. Und er hält sich an seine Worte. Imposante Schauplätze, große Emotionen, mitreißende Actionszenen, dafür aber auch eine eher durchwachsene Story, machen den 146 Minuten langen Film zu einem aufregenden Hollywood-Blockbuster.
 
Nachdem im Vorgänger der primäre Fokus auf den Gladiatorenkämpfen ähnlichen Hungerspielen lag, dreht sich die Handlung in der Fortsetzung vor allem um die aufkeimende Revolution im Land und die Versuche des machthungrigen Kapitols, diese zu unterdrücken. Die größte Zeit folgt man im Sequel der Protagonistin, Katniss Everdeen (JENNIFER LAWRENCE). Hatte die unfreiwillige Heldin nach den Geschehnissen im ersten Teil nur den Wunsch, einfach nur nach Hause zu gehen, wird ihr in DIE TRIBUTE VON PANEM – CATCHING FIRE jene Illusion schnell wieder genommen. So muss sie doch die vorgespielte Romanze zwischen ihr und Peeta Mellark (JOSH HUTCHERSON) fortsetzen um die Schaulust des entertainmentgeilen Kapitols zu befriedigen. In der ersten Hälfte des Films spielt die sich andeutende Rebellion und die wachsende und ungewollte Verantwortung unserer Protagonistin die größte Rolle. Bei Actionfans dürfte der eher ruhig erzählte Einstieg einen etwas zähen Nachgeschmack hinterlassen, ist er dennoch für den Spannungsaufbau und den weiteren Verlauf der Gesamthandlung von entscheidender Bedeutung. In der zweiten Hälfte müssen die Protagonisten erneut in die tödliche Arena aus der nur ein Teilnehmer als Sieger hervorgehen kann. Ab hier sollte es zur Sache gehen. Wohlgemerkt, sollte!
 
Zwar gibt es einige schnelle Finishes zu sehen und die Protagonisten müssen sich diversen Fallen stellen, ein Herzinfaktrisiko besteht jedoch bei weitem nicht. Spätestens hier merkt man, dass die Fortsetzung die Gewichtung anders legt als ihr Vorgänger. Es geht nicht mehr nur ums Überleben; hier nehmen die Gefühlswelt der Heldin und die sozialen Probleme der Panem-Gesellschaft einen höheren Stellenwert ein. Actionfans oder Liebhaber seichter Unterhaltung könnte diese Kehrtwende zuwider sein aber gerade gesellschaftskritische Kinobesucher und Leser der Buchvorlage dürften sich an der engen Filmumsetzung stark erfreuen. So ist CATCHING FIRE keineswegs eintönig, wie ähnlich groß angekündigte Blockbuster diesen Jahres, die mit schönen Bildern und großen Namen warben, dann jedoch mit flachen und absehbaren Handlungen enttäuschten. Das Leinwandabenteuer bietet sowohl emotionsgeladene, ruhige Abschnitte aber auch einige schnelle Kampfszenen. Zudem gefallen eindrucksvolle Bilder als auch das glaubhafte Schauspiel. Der Verlauf ist glücklicherweise nicht allzu absehbar und erfreut mit einigen überraschenden Auflösungen sowohl am Ende als auch zwischendurch. Auf eine klischeehafte abgedroschene Hollywoodromanze wurde erfreulicherweise verzichtet und das obwohl die Emotionen der Protagonisten eine große Rolle spielen. Deren Dosierung ist übrigens auch für abgehärtete Zuschauer erträglich. Sie sind keinesfalls eindimensional.
 
So wird Ms. Everdeen nicht nur von schweren Schuldgefühlen und schlafraubenden Alpträumen geplagt, sondern ist auch stetig hin und her gerissen zwischen aufgezwungener Heldenrolle und quälendem Heimweh, zwischen ihren unausgesprochenen Gefühlen gegenüber ihrem Kindheitsfreund Gale (LIAM HEMSWORTH) und der zunächst vorgetäuschten Beziehung zu ihrem Überlebenspartner Peeta, zwischen wachsendem Verantwortungsgefühl für diejenigen, die abhängig von ihr sind und Abscheu gegen die Marionettenspieler hinter dem Geschehen. So verkörpert JENNIFER LAWRENCE keine furchtlose Heldin, die sich selbstlos für das Gute einsetzt, sondern durchaus ein glaubhaft wirkendes 16jähriges Mädchen, das ungewollt in die Rolle der Heldin gezwängt wurde und deren Psyche durch die erlittenen Strapazen leidet.
 
Die Actionseite des Films ist kürzer gehalten als im Vorgänger, blutfrei und weniger spektakulär. Das tut jedoch nicht unbedingt einen Abbruch, schließlich liegt im Mittelteil der Panem-Saga der Fokus auf der Gesellschafskritik, auf die Ungerechtigkeit und den Machtmissbrauch durch das System und dessen Intrigen sowie die Ausbeutung und Unterdrückung des Volkes – auch in Bezug auf die Realität. So stellt Panem das fiktive zukünftige Nordamerika dar welches sich nach einem Atomkrieg neu geordnet hat. Die Interpretation der ausschließlich schwarzen Besatzung des Distrikts 11, der für Obstanbau auf Plantagen verantwortlich ist dürfte nicht allzu schwer fallen. Natürlich wird auch das Auge ausreichend bedient. Und das nicht zu knapp. Die neuen extrem hochauflösenden IMAX-Aufnahmen sorgen immer wieder für staunen. Sei es im prunkvollen Kapitol mit seinen dekadenten Bewohnern, im HighTech-Trainingscenter der Tribute oder im üppig bewachsenen Dschungel der neuen Arena. Die Macher haben keine Mühen gescheut staunenswerte Spielorte zu kreieren. Spielorte die mit detailierten und echtwirkenden Special Effects bespickt sind. Seien es aggressive Affen, futuristische Hovercrafts, lebendig wirkender giftiger Nebel oder eins der vielen anderen Produkte aus der Animationsschmiede – sie alle sind realistisch und mit Liebe zum Detail umgesetzt. Aber auch die Kostüme sind für nicht modeaffine Zuschauer einen zweiten Blick wert. Vor allem die extrovertierte Effie Trinket (Elizabeth Banks) begeistert mit ihren originellen Outfits. So ist DIE TRIBUTE VON PANEM – CATCHING FIRE eine gelungene und werksgetreue Umsetzung des Romans von Suzanne Collins, die auch kritische Leser erfreuen dürfte und die extrem Lust auf den Abschluss der Serie, DIE TRIBUTE VON PANEM – MOCKINGJAY macht.
 
 
 


 
 
 

DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Spannend, Glaubhaft, Mitreißend, Beeindruckend jedoch ruhiger und actionärmer als der Vorgänger. Wie die Altersfreigabe ab 12 schon vermuten lässt werden Liebhaber stumpfer und blutreicher Horrorstreifen wohl nicht auf ihre Kosten kommen. Für alle anderen ist CATCHING FIRE auf jeden Fall sehenswert. Wegen den beeindruckenden IMAX Bildern, die nur auf großer Leinwand wirklich zu Geltung kommen können ist der Gang ins Kino sogar sehr empfehlenswert.
 
 
 


 
 
 

DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE – Zensur

 
 
 
Wie im Teil zuvor DIE TRIBUTE VON PANEM – THE HUNGER GAMES ist es ebenso erstaunlich, wie auch die Fortsetzung unbeschnitten bereits für 12-jährige freigegeben werden konnte. Hier ist wieder einmal offensichtlich, dass die Wege der FSK oft nicht nachzuvollziehen sind. Den minderjährigen Fan des Franchise dürfte es freuen, dem hiesigen Rechteinhaber ebenso!
 
 
 


 
 
 

DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Studiocanal

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Hunger Games: Catching Fire; USA 2013

Genre: Thriller, Drama, Abenteuer, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 146 Min. (uncut)

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack, FSK-Logo ist nicht aufgedruckt

Extras: Neunteiliges Making of über die Dreharbeiten, Audiokommentar von Regisseur Francis Lawrence und Produzentin Nina Jacobson, Geschnittene Szenen, Featurettes: „Die Vision“, „Rückkehr der Verbündeten“ (Die Besetzung), „Freund oder Feind“ (Die neuen Darsteller), Easter Egg, 5 Trailer, Booklet, Poster

Release-Termin: 27.03.2014

 
 
 

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DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE – Trailer

 
 
 

 
 

Sören C.

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Tribute von Panem – The Hunger Games (2012)
 
Battle Royale (2000)
 
Insel der Verdammten (1981)
 


Filmreview: “Machete Kills” (2013)

Machete-Kills-2013
 
 
 

MACHETE KILLS

Story

 
 
 
Machete (Danny Trejo) wird auf Bitten des US-Präsidenten (Charlie Sheen, bzw. Carlos Estevez) nach Mexiko gebracht, wo er einen psychopathischen Gangsterboss darin hindern soll, eine Atomrakete auf die amerikanische Hauptstadt abzufeuern …
 
 
 


 
 
 

MACHETE KILLS – Kritik

 
 
 
Als die Regisseure ROBERT RODRIGUEZ und QUENTIN TARANTINO die liebenswerte Hommage an die schäbigen US-Erwachsenenkinos der 70er und 80er Jahre unter dem Titel GRINDHOUSE (2007) in die Lichtspielhäuser brachten, dürfte vermutlich keiner der beiden geahnt haben, welchen neuen Kult sie damit auslösen würden. Während sich das Double-Feature bestehend aus DEATH PROOF und PLANET TERROR nur schleppend in den Kinos behaupten konnte und nicht den Erfolg an den Kassen generierte, den man sich gewünscht hätte, kamen die Streifen wenig später in Europa getrennt voneinander auf die Leinwände und alles wurde gut. Besonderes Augenmerk galt jedoch einigen stilecht umgesetzten Trailern nicht existierender Horrorstreifen, die ebenfalls in den Vorstellungen gezeigt und von bekannten Genregrößen wie ELI ROTH oder ROB ZOMBIE umgesetzt wurden. Die schmuddeligen Werbefilmchen gefielen vielen Zuschauern so gut, dass ein Aufschrei durch die Filmgemeinde ging, mit der Bitte doch diesen Clips richtige Leinwandauftritte folgen zu lassen. Gesagt getan – drei Jahre später erschienen die Spielfilmumsetzungen des ersten beiden Fake-Trailers: HOBO WITH A SHOTGUN und MACHETE. Für letzteren nahm RODRIGUEZ erneut auf dem Regiestuhl Platz und erntete mit der vollkommen überzogenen Actionhatz ausreichend Lob unter Liebhabern deftiger Kinounterhaltung. Finanziell war MACHETE ein Erfolg, so dass es nur eine Frage der Zeit war, bis eine Fortsetzung nachgeschoben werden musste. MACHETE KILLS heißt der neue Filmspaß und schließt direkt an die Geschehnisse des Vorgängers an. RODRIGUEZ ist auch diesmal wieder als Filmemacher am Start und hat eine beachtlich prominente Cast um sich scharen können. DANNY TREJO, der mit Filmcharakter MACHETE CORTEZ die Rolle seines Lebens erhalten haben dürfte, wird mit ausreichend Starpower unterstützt. An seiner Seite waten erneut bekannte Größen der amerikanischen Traumwerkstatt durch Liter von tiefrotem Filmblut. Wie bereits im Teil zuvor bekommt der Zuschauer ein Who-is-Who Hollywoods vor die Linse. So gibt’s Starauftritte von ANTONIO BANDERAS, MEL GIBSON, CHARLIE SHEEN und sogar LADY GAGA zu sehen, wobei die Sängerin offenbar nur in den Film „gelockt“ wurde, um MACHETE KILLS auch einem jüngeren Publikum schmackhaft zu machen, lässt sich doch mit einer derartigen Popikone zusätzlicher Umsatz generieren. Der extrovertierte Popstar hat, trotz pompösem Auftritt, gerade einmal rund drei Minuten Screentime, was bei Fans der Künstlerin für Enttäuschung sorgen wird, wurde doch mit der GAGA im Vorfeld ausgiebig auf Filmplakaten geworben.
 
Der Anfang der Fortsetzung wird mit dem Mord an Machetes Geliebten Sartana Rivera (JESSICA ALBA) eingeläutet. Die wird während der Festnahme einiger korrupter Waffenhändler von einem maskierten Unbekannten durch einen heimtückischen Kopfschuss in die ewigen Jagdgründe beförderte. Damit Machete (DANNY TREJO) nicht allzu lang zu trauern hat, wird er kurzerhand in das Weiße Haus geladen, wo er vom US-Präsidenten (CHARLIE SHEEN) höchstpersönlich zum amerikanischen Staatsbürger deklariert wird, insofern er nach San Antonio reist und dort Marcos Mendez (DEMIAN BICHIR) ausradiert. Der mexikanische Gangsterboss und durchgeknallte Psychopath will Washington, D.C. mittels Interkontinentalrakete in die Luft sprengen, was Machete natürlich verhindern soll. Der stille Rächer reist nach Mexiko und bemerkt schnell, dass dort einige skurrile Zeitgenossen hausen, mit denen nicht gut Kirschen essen ist und die auf Machete sowieso nicht gut zu sprechen sind.
 
Alles beim Alten und doch irgendwie nicht. MACHETE KILLS ist ein zweischneidiges Schwert. Die herrlich überzogene Parodie auf Actionfilme und die darin immer wieder auftretenden Klischees und Stereotypen sind auch in diesem Sequel permanent präsent. Der zweite Teil ist ebenso abgefahren, in Bezug auf die mexikanische Immigrationspolitik der Amerikaner absolut giftig und geizt nicht mit extravaganten Splatter-Exzessen. Leider erreicht das Gezeigte bei Weitem nicht mehr die geniale Frische des Vorgängers. Vielmehr mag man in MACHETE KILLS das Gefühl nicht loswerden, man hätte unter dem Druck gestanden, eine Fortsetzung erzwingen zu müssen. Das Geschehen ist zwar erneut vollgestopft mit geschmacklosen Gags und abstrusesten Wendungen; wirklich Neues wird jedoch kaum hinzugefügt und der Unterhaltungswert hält sich zumindest im ersten Teil der Handlung eindeutig in Grenzen. Der stoische und eher wortkarge Einzelkämpfer MACHETE darf auch in seinem neusten Leinwandauftritt zum Schlitzwerkzeug greifen und findet sogar erheblich Gefallen an der überarbeiteten Version seines beliebten Meuchelutensils, das sich nun sogar auf Knopfdruck durchs Fleisch seiner Gegner schneidet. Weil sich MACHETE KILLS jedoch eindeutig mehr auf das Abhandeln diverser Cameos konzentriert und diese bei Weitem mehr Aufmerksamkeit erhalten, als der Titelheld selbst, bleibt der eher talentlose TREJO zwischen all den aufgedrehten Starauftritten seiner Gegenspieler vollkommen blass und unauffällig. Im direkten Vergleich zum Auftritt des (erschreckend gealterten) GIBSON oder BANDERAS agiert TREJO absolut unbeholfen, so dass man ernüchtert feststellen muss, dass TREJO in der Hauptrolle schnell an seine Grenze stößt und der Bezeichnung Schauspieler nicht im Entferntesten gerecht werden kann. Da fragt man sich doch glatt, wie er sich mit nur stupid in die Kamera glotzen durch den ersten Teil mogeln konnte. Immerhin legt RODRIGUEZ ein rasantes Tempo vor, so dass kaum Zeit bleibt, sich über die diversen Mankos den Kopf zu zerbrechen. Es wird sich mit allerhand grotesken Waffen durch den Film geballert, wobei die Albernheiten gegen Ende schon in fast abstruse Sphären driften: MACHETE rettet die Welt, springt auf eine Rakete und düst in den Weltraum, um seinen Kampf gegen das Böse fortzusetzen. Bösewicht VOZ (MEL GIBSON) hat sich kurzerhand ins All abgesetzt und wartet nur darauf von dort aus seine finsteren Machenschaften fortführen zu können. Als ob das nicht alles schon vollkommen bescheuert wäre, bringt RODRIGUEZ mit einem neuen Fake-Trailer das Fass zum Kochen: MACHETE KILLS AGAIN … IN SPACE. Da werden Erinnerungen an den zehnten Teil der berüchtigten FREITAG DER 13.-Reihe und natürlich an die STAR WARS-Trilogie aus der Feder von GEORGE LUCAS wach. Ob der Film jedoch je gedreht werden wird, dürfte fraglich bleiben. Denn bisher brachte das aktuelle Sequel nicht den erhofften Erfolg, denn man sich gewünscht hatte.
 
 
 


 
 
 

MACHETE KILLS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Absurd-blutiger Actionspaß für (fast) die ganze Familie. Leider bleibt MACHETE KILLS hinter den Erwartungen zurück und ist mit seinen knapp 100 Minuten an konstruiert wirkenden Wendungen einfach zu lang geraten. DANNY TREJO entpuppt sich als katastrophaler Schauspieler und die vielen splattrigen Ideen kaschieren gekonnt, dass das Potenzial von MACHETE eigentlich schon nach Teil eins verbraten wurde. Unterm Strich bleibt MACHETE KILLS ist ein mittelmäßiger Film, der eigentlich nicht hätte sein müssen und bei dem bereits im Teil zuvor alles gesagt wurde, was von Interesse gewesen wäre.
 
 
 


 
 
 

MACHETE KILLS – Zensur

 
 
 
Kennste MACHETE, dann kennste auch MACHETE KILLS. Der Gewaltpegel ist dem ersten Teil ebenbürtig. Aufgrund der selbstironischen und vollkommen überzogenen Umsetzung sind die Kills nicht sonderlich hart anzuschauen. Daher wurde MACHETE KILLS ab 16 Jahren ungeschnitten in die Kinos gebracht. Eine FSK16-Veröffentlichung für den Heimkinomarkt war demnach logisch. Die Heimkinofassung ist mit FSK16 vollkommen komplett.
 
 
 


 
 
 

MACHETE KILLS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Machete-Kills-Blu-ray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Machete Kills; Russland, USA 2013

Genre: Thriller, Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 108 Min. (uncut)

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Deleted Scenes, Trailer und TV-Spots (Bonus zusammen: ca. 42 Minuten)

Release-Termin: 23.05.2014

 
 
 

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MACHETE KILLS – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Hobo with a Shotgun (2011)
 
Chillerama (2011)
 
If a Tree Falls (2010)
 
Planet Terror (2007)
 
Death Proof (2007)
 
Machete (2010)


Filmreview: “The Night before Halloween” (2013)

mischief_night 2013
 
 
 

MISCHIEF NIGHT – THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN

Story

 
 
 
Die blinde Emily ist allein zu Hause und erhält ungebetenen Besuch von einem maskierten Fremden, der statt leckerem Kuchen allerhand spitzes Mordwerkzeug mitgebracht hat …
 
 
 


 
 
 

THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – Kritik

 
 
 
Wenn am 31. Oktober Halloween gefeiert wird, schlüpfen nicht nur freche Kinder und jung gebliebenen Erwachsene in möglichst schauerhafte Kostüme; auch bösartige Serienkiller und maskierte Psychopathen beginnen im Horrorfilm ihre grausamen Feldzüge mit Axt, Kettensäge und Machete. Das wohl bekannteste Exemplar wurde zweifelsohne 1979 von JOHN CARPENTER gedreht und hat mittlerweile sieben Fortsetzungen und zwei Neuverfilmungen nach sich gezogen. Der von CARPENTER geschaffene Kultschlitzer MICHAEL MEYERS hat der legendären HALLOWEEN-Reihe zu beachtlichem Ruhm verholfen und gehört neben Hockeymaskenträger JASON VOORHEES (FREITAG DER 13.) zu einer der ganz großen Ikonen des modernen Horrorfilms. Doch nicht nur das beliebte Halloween-Fest bietet sich immer wieder als Ausgangspunkt für bluttriefende Gruselstreifen an. In Amerika, Kanada und einigen Teilen Großbritanniens gehört die MISCHIEF NIGHT zu einer der beliebtesten Bräuche vorm Herbstfest der Druiden. An diesem Tag erhält ein jeder Bürger uneingeschränkte Narrenfreiheit und darf seinem Nachbarn einmal böse Streiche spielen, ohne dabei Konsequenzen tragen zu müssen. Die Tradition geht bis ins Jahr 1790 zurück und ist vor allem bei Teenagern und Kindern äußerst beliebt. Die hüllen nicht selten die Bäume der Nachbarn in Lagen von Toilettenpapier, sondern haben auch außerordentlich Spaß daran, die Fensterscheiben unliebsamer Mitmenschen mit Eiern zu bewerfen. Drehbuchschreiber und Regisseur RICHARD SCHENKMAN hat als Kind vermutlich so viel Freude an diesem unbändigen Treiben gehabt, dass er jene Tradition in der Nacht vor Halloween zum Mittelpunkt seines Filmes gemacht hat. SCHENKMAN dürfte eingefleischten Horrorzuschauern kein Unbekannter sein. Vor seinem aktuellen Home-Invasion-Thriller THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN (im Original: MISCHIEF NIGHT) hat er sich mit ABRAHAM LINCOLN VS. ZOMBIES (2012) mit der Thematik Horrorfilm vertraut gemacht und sogleich Gefallen am “bösen” Genre gefunden. Eine gute Entscheidung, konnte er sich doch bisher nie wirklich zwischen herzergreifendem Dramen-Kitsch und kruden Action-Thrillern entscheiden. Nach seichtem Comedymist fürs amerikanische Fernsehen und der überdrehten Zombiegurke aus den zweifelhaften ASYLUM-Trashstudios, dürfte SCHENKMAN mit THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN in Genrekreisen weitaus ernster genommen werden, als es bisher der Fall gewesen ist. Sein neuster Streich ist nämlich bedeutend fieser, als das was er bisher gedreht hat und schlägt ernstere Töne an. In seiner Machart lässt sich THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN mit dem bereits 2008 entstandenen Thriller THE STRANGERS vergleichen, in dem sich Darstellerin LIV TAYLOR zusammen mit Schauspielpartner SCOTT SPEEDMAN gegen eine Gruppe maskierter Irrer zur Wehr setzen muss, die Freude daran haben, unwissende Menschen zu terrorisieren um sich anschließend kaltblütig abzuschlachten.
 
In THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN ist das so ähnlich und Heldin Emily Walton (NOELL COET) wird zu Haus von einem maskierten Bösewicht überrascht, der sich in einen gelben Regenmantel gekleidet hat und nun an MISCHIEF NIGHT so seine ganz eigene Methode besitzt, der nichts ahnenden Teenagerin gemeine und todbringende Streiche zu spielen. Damit das abgedroschene Thema vom boshaften Killer und dem unterlegenen Opfer nicht ganz überraschungsarm abgehandelt wird, hat SCHENKMAN seiner Protagonistin ein Handicap gegeben. Neun Jahre zuvor hat die in Folge eines Autounfalls nicht nur die Mutter, sondern auch ihr Augenlicht verloren und quält sich seither mit schwerem Asthma, Schuldgefühlen und Erinnerungslücken durchs Leben. Immerhin findet die Jugendliche Trost bei Vater David (DANIEL HUGH KELLY) und Schwarm Jimmy (IAN BAMBERG), der lieber durchs Fenster steigt um Emily zu besuchen, als wie jeder andere auch an der Haustür zu klingeln. Für Vater David steht die erste weibliche Verabredung seit Jahren bevor und das sorgsame Familienoberhaupt lässt die kesse Emily mit mulmigem Gefühl daheim zurück. Ganz so Unrecht hat er mit seiner Vorahnung nicht, denn kaum ist der Vater aus dem Haus, schleicht sich ein unwillkommener Eindringling in das riesige Anwesen und verfolgt die blinde Tochter auf Schritt und Tritt. Deren übrige Sinne schlagen bald Alarm und sie beginnt, sich gegen den bewaffnete Killer zur Wehr zu setzen.
 
Die körperlichen Beeinträchtigungen seiner Protagonisten haben schon so manchem Horrorfilm aus der Patsche geholfen, denn mit so einem gemeinen Handicap lassen sich allerhand lustige Dinge veranstalten. Dank der blinden Emily wird aus dem austauschbaren Home-Invasion-Slasher ein spannendes Überlebensfilmchen, dass nicht nur unterhaltsam mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, sondern auch ganz hinterlistig mit der Sehbehinderung seiner Heldin spielt. Das fängt bereit mit der Bedienung des Handys an. Emily will den Notruf mittels Sprachwahl wählen, scheitert aber am Akkustand ihres mobilen Telefons, den sie nicht sehen kann. In einer weiteren Szene fällt der Protagonistin Geschirr auf den Küchenboden. Anfänglich kann sie den Scherbenhaufen glimpflich umgehen, während sie in einer hektischen Fluchtszene später direkt in das spitze Glas tritt. Der Killer bewegt sich geisterhaft durchs gesamte Haus und ist für den Zuschauer immer ersichtlich. Emily besitzt den Vorteil nicht und schleicht sich von Zimmer zu Zimmer ohne zu wissen, dass sie von der maskierten Gestalt auf Schritt und Tritt verfolgt und beobachtet wird. Am Ende flüchtet die erblindete Heldin aus dem abgelegenen Elternhaus orientierungslos in die Dunkelheit der Nacht und stolpert ganz ungewiss über die hinterlistige Blutspur und die erdolchten Opfer des unbekannten Killers. Mit makabren Schockmomenten wird in THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN nicht gegeizt und das nicht minder fiese Treiben wertet den eigentlich belanglosen Slasher ganz nebenbei positiv auf. Zudem hebt sich THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN nennenswert von üblicher Videoware ab. Der Film wurde professionell gedreht und entwickelt sogar ab und an so etwas wie richtiges Gruselfeeling mit Spannung. Vor allem den gut und sympathisch agierenden Darstellern ist es zu verdanken, dass THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN sehbar und erträglich bleibt. Emily wird zugänglich von NOELL COET verkörpert, die sich am Ende als mutige Rache-Queen entpuppt und das kurzweilige Katz-und-Mausspiel Dank motorisierten Gartengeräts in die tiefrote Körperflüssigkeit taucht. Einen Gastauftritt gibt es übrigens auch zu sehen. Schauspiellegende RICHARD RIEHLE gibt sich die Ehre mal kurz als ahnungsloser Helfender über die Landstraße zu düsen, um wenig später dem Killer in die Arme zu laufen. Der Amerikaner hat nämlich zuletzt gern mal in Horrorfilmen vorbeigeschaut. Nach HALLOWEEN 2 (2009), CHILLERAMA (2011) und TEXAS CHAINSAW 3D (2013) folgt nun ein Cameo in THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – den Horrorfan freut’s.
 
 
 


 
 
 

THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
THE STRANGERS meets THE PURGE – DIE SÄUBERUNG. Kleiner, aber feiner Psycho-Thriller mit gut platzierten Schock-und Gruseleffekten und überraschend hinterlistigen Wendungen. Nach eher bescheidenem Schaffen hat ABRAHAM LINCOLN VS. ZOMBIES-Regisseur RICHARD SCHENKMAN seinen ersten richtig guten Horrorfilm gedreht. Trotz altbekannter Story vom Mädchen, das zu Haus von einem Killer durch die Räumlichkeiten gejagt wird, schafft SCHENKMAN das Kunststück, dass THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN (oder MISCHIEF NIGHT, so der Originaltitel) niemals langweilig ist oder Leerlauf erhält. Wer das Home-Invasion-Genre mag, kann bedenkenlos zugreifen!
 
 
 


 
 
 

THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – Zensur

 
 
 
Anfänglich dürfte es den Horrorfan wundern, warum THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN erstaunlich handzahm abgehandelt wird. Für einen Slasher gibt es erstaunlich wenige Opfer und auch die Meuchelszenen lassen lang auf sich warten. Am Ende jedoch erwacht THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN aus seinem Dornröschenschlaf, damit auch der Gorehound auf seine Kosten kommt. Viel gibt es zwar nicht zu sehen; für eine ungeschnittene FSK16 hat es dennoch gereicht. Trotz Jugendfreigabe besitzt das Heimkinomedium jedoch einen roten KJ-Flatschen. Die Ursache ist ein Trailer, der von der FSK nur für Erwachsene freigegeben wurde und sich auf die DVD/ Blu-ray befindet.
 
 
 


 
 
 

THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The-Night-Before-Halloween-blu-ray

(c) Meteor Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mischief Night; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD 5.1, Englisch DTS-HD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min. (uncut)

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes-Feature, Originaltrailer, Deutscher Trailer, Trailershow

Release-Termin: 23.05.2014

 
 
 

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THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Crawl – Home Killing Home (2011)

Home Sweet Home (2013)

You´re Next (2011)

The Aggression Scale (2012)

In their Skin (2012)

Kidnapped (2010)

The Strangers (2008)

Funny Games (1997)

Funny Games – Remake (2007)


Filmreview: “Dark Touch” (2013)

dark-touch
 
 
 

DARK TOUCH

Story

 
 
 
Die kleine Neve (Missy Keating) hat Furchtbares durchgemacht. Nachdem die Eltern und der kleine Bruder bei einem mysteriösen Ereignis ums Leben gekommen sind, wird sie von den befreundeten Galins aufgenommen und liebevoll betreut. Doch jedwede Form von Zuneigung stößt das verstörte Mädchen mit heftigen Widerstand zurück. Neves Wut und Verzweiflung manifestieren sich in Telekinese und richten unerwarteten Schaden an. Ihre unzugängliche Art stößt bei den Pflegeeltern auf Unverständnis. Während Schulpsychologin Tanya (Charlotte Flyvholm) Neves Verhalten auf elterlichen Missbrauch zurückführt, ist die Pflegemutter schnell am Ende mit ihrem Latein …
 
 
 


 
 
 

DARK TOUCH – Kritik

 
 
 
Frankreich ist immer für eine Überraschung gut. Da schwappte 2003 mit HIGH TENSION (2003) eine neue Terrorwelle über den Globus und ließ die amerikanische Traumfabrik neidvoll nach Europa glotzen. Nun viele Jahre nach Extremhorror Made in France ist es bei unseren Nachbarn recht ruhig geworden, haben sich die bekannteren französische Genre-Regisseure nach Amerika abgesetzt und verdienen sich dort ein goldenes Näschen. Immerhin hat die Französin MARIA DE VAN mit ihrem gar verstörenden Gruselstreifen DARK TOUCH mal wieder frischen Gruselstoff aus Europa in die Kinos gebracht. Der Film ist zwar eine Kooperation zwischen Frankreich, Irland und Schweden steht aber mit seiner gar grausigen Bildsprache jüngsten europäischen Horrorfilmen wie LIVID (Frankreich, 2011), JULIA´S EYES (Spanien, 2010) oder THE AWAKENING (England, 2011) in Sachen subtiler Schrecken in nichts nach. DE VAN hat bereits mit ihren kontroversen Streifen IN MY SKIN (2002) und DONT LOOK BACK (2009) für Aufsehen in der Filmszene gesorgt. Die Filmemacherin kümmert sich in ihren Werken mit einer unbändigen Leidenschaft um das Verhältnis von Frauen zu ihren Körpern. Der Körperhorror ist auch in ihrem ersten englischsprachigen Streifen DARK TOUCH Programm, wobei sich diesmal alles um ein elfjähriges Mädchen dreht, die nach dem sexuellen Übergriff durch ihre Eltern lernen muss, sich neu mit ihrer Umwelt zu arrangieren. Dabei wird der Zuschauer auf erschreckend eindringliche Weise mit den kindlichen Qualen der Hauptdarstellerin konfrontiert, die ihre Wut in Form von Telekinese freien Lauf lassen muss und damit erheblichen Schaden anrichtet. Da sausen Möbel unkontrolliert durch das Kinderzimmer, Scherben zerspringen wie von Geisterhand und Feuer flackert an den Wänden. Wer beim unkontrolliertem Möbelrücken hilflos im Weg steht, wird kurzum ausradiert, wobei natürlich all diejenigen auf der Todesliste stehen, die zuletzt ihrem Spross Böses angetan haben.
 
Auch wenn DARK TOUCH in seinen blutigsten Momenten etwas sehr an BRIAN DE PALMAS CARRIE (1976) erinnert, so ist DE VANS Mystery-Beitrag keines dieser plakativen Splatterfeste, die möglichst viel Tod und Leid auf Film bannen müssen. DARK TOUCH ist eher Drama als Horror. Die wenigen Todesszenen dienen einzig dem Zweck, die hilflose Verzweiflung und das angestaute Leid der kleinen Hauptdarstellerin in Bilder zu packen. Die Tochter von Ex-Boyzone Sänger RONAN KEATING legt in ihrer Rolle als schwer traumatisierte Neve eine erstaunliche Glanzleistung hin. Die kleine Darstellerin spricht zwar wenig, ihre Mimik dafür Bände. Nach den schrecklichen Ereignissen kann das geschundene Mädchen keinerlei Vertrauen aufbauen. Ihre Angst vor Berührungen und Nähe manifestiert sich in unkontrollierbarer Wut und Aggression. Bald schon kann die kleine Seele nicht mehr zwischen guten und bösen Intentionen unterscheiden und beginnt, sich mit ihren Peinigern zu identifizieren. Sie nutzt ihre Fähigkeit, um Anderen zu schaden und eine Kettenreaktion des Verderbens wird in Gang gesetzt, an deren Ende selbst die bestraft werden, die es eigentlich nur gut mit dem kleinen Mädchen gemeint haben. Auch wenn es vielleicht etwas geschmacklos anmutet, die Thematik des Kindesmissbrauchs und der Gewalt innerhalb der Familie zum Mittelpunkt eines Gruselfilms zu machen, so muss man doch Regisseurin MARIA DE VAN zugestehen, dass sie die Thematik mit der angemessenen Ernsthaftigkeit betrachtet. Der Film geht nah, vor allem dann wenn zwischen Neve und der Pflegefamilie scheinbar unlösbare Hindernisse liegen und man sich nicht verständigen kann. Unüberbrückbare Kommunikationsbarrieren treiben Pflegekind- und Familie auseinander und lassen DARK TOUCH ins Desaster driften. Auch wenn die wenigen Szenen des Missbrauchs fast schon poetisch dargestellt werden, ist das was Protagonistin Neve erlebt, schon ziemlich schwer verdaulich. Die Ambitionen der Täter bleiben ungeklärt, die emotionale und psychische Verfassung des Opfers wird in düsterer und leidvoller Bildsprache in den Mittelpunkt gerückt. Leider verderben die letzten zehn Minuten den ansonsten durchweg sehenswerten Mysteryfilm. Das Ende verliert sich in einem sehr überzogenem Horrorfinale und verfängt sich in einer haarsträubenden Mischung aus besagtem CARRIE und DORF DER VERDAMMTEN (1960). Die letzte Szene zeigt sich kompromisslos und hart – hier hätte man sich dann doch lieber in einem Happy End gewähnt. Nichtsdestotrotz ist DARK TOUCH definitiv eine Empfehlung wert und Diskussionsbedarf dürfte nach Sichtung auf jeden Fall gegeben sein!
 
 
 


 
 
 

DARK TOUCH – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
DARK TOUCH ist Beweis dafür, dass die besten Filmideen der letzten Zeit aus Europa kommen. Ein eindringlich gespieltes und erschreckend brisantes Gruselstück, das mehr der kontroversen Thematik wegen Magengrummeln verursacht, anstatt aufgrund unheimlicher Bildsprache. DARK TOUCH ist definitiv eines des Gruselhighlights im Filmjahr 2013 – Grandios!
 
 
 


 
 
 

DARK TOUCH – Zensur

 
 
 
DARK TOUCH ist eher Drama als Horror. Es geht hier eher ruhig zugange, wobei auch einige Splatterszenen in typischer CARRIER-Manier gezeigt werden. Selbstzweckhaft sind die jedoch nicht, so dass DARK TOUCH in Deutschland mit FSK16 veröffentlicht wird. Ungeschnitten versteht sich!
 
 
 


 
 
 

DARK TOUCH – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Carrie (1976)

Das Dorf der Dammten (1960)

Das Dorf der Verdammten (1995)

The Children (2008)

Teufelskind Jushua (2007)


Filmreview: “Devoured – Verschlungen” (2012)

devoured 2012
 
 
 

DEVOURED – VERSCHLUNGEN

Story

 
 
 
Die alleinerziehende Mutter Lourdes (Marta Milans) muss in einem Restaurant das nötige Kleingeld für die Operation ihres kranken Sohnes verdienen und wird dabei mit einer unheimlichen Bedrohung konfrontiert …
 
 
 


 
 
 

DEVOURED – Kritik

 
 
 
Wenn man sich in der Horrorfilmwelt umschaut, kann man meinen, den Filmemachern gehen die Ideen aus. Nicht selten werden hinreichend bekannte Filmstoffe dreist stibitzt und die notdürftig zusammengeklöppelten Geschichten mit übelkeiterregender Gewalt kaschiert. Denn nur so lässt sich in schnelllebigen Zeiten halbwegs zügig ‘ne Menge Asche verdienen. Gerade weil viele dieser unbedachten Gewaltorgien nur selten eine Kino und Video-Freigabe bei deutschen Zensurbehörden erhalten, haben spitzfindige Rechteinhaber einen höchst wirtschaftlichen Weg gefunden, wie man noch schneller viel Geld in noch weniger Zeit erbeuten kann. Man veröffentlicht einfach seine Blutgranate im deutschsprachigen Ausland und limitiert das böse Stück Film auf möglichst geringe Stückzahlen, damit man dem Filmfan deutlich mehr Euronen als nötig aus der Brieftasche ziehen kann. Der kommende Gruseltrip DEVOURED dürfte dabei in keine der beiden Schubladen rutschen. Hier haben wir es mit einem höchst interessanten und klug durchdachten Geheimtipp zu tun, der sich einen Deut darum schert sein Handlung im Blut zu ersäufen. Der reguläre Weg über den deutschen Handel dürfte die mögliche Konsequenz sein, was den deutschen Filmsammler freuen dürfte, der endlich mal wieder einen guten Horrorfilm zum normalen Obolus in sein Regal stellen darf – ungeschnitten versteht sich. Der düstere Mysterythriller DEVOURED ist mal wieder so ein Fall, der von zwei Neulingen auf dem Gebiet des Spielfilms inszeniert wurde. Während Regisseur GREG OLLIVER bisher nur Dokumentationen gedreht hat und mit dem Dokumentarfilm LEMMY schon einen beachtlichen Erfolg verbuchen konnte, liefert MARC LANDAU sein erstes Drehbuch ab und trifft damit alle Neune. Seine Geschichte versteht, sich gekonnt vom üblichen Horrormist der letzten Zeit abzuheben, wobei mit diesem intelligenten Stück Kino endlich Mal wieder ein Film ins Haus steht, der mit ganz einfachen Mitteln und kleinen Schritten versucht, dem Zuschauer das Gruseln näherzubringen. Interessanterweise setzt Regisseur GREG OLLIVER vernehmlich auf die subtile Wirkung des Bildes und die leisen Töne, denn gesprochen wird in DEVOURED ohnehin kaum. Stattdessen wird der zermürbende Zerfall der leidenden Hauptdarstellerin in ziemlich beunruhigende Bilder gepackt, die in ihrer schlichten Symbolhaftigkeit so erschütternd sind, dass man meinen könnte GREG OLLIVER hätte in seinem Leben nichts anderes gemacht, als psychologisch tiefgründige Horrorfilme zu drehen.
 
DEVOURED erzählt vom Schicksal der alleinerziehenden Lourdes (MARTA MILANS), die von Mexiko nach New York reist, wo sie Geld für eine wichtige Operation ihres kleinen Sohnes verdienen muss. Des nachts schrubbt sie in einem französischen Restaurant die Böden und deckt die Tische ein, damit tagsüber die dekadente Gesellschaft New Yorks dort den schönen Seiten des Lebens frönen kann. Abwechslung vom stupiden und einsamen Arbeitsalltag bieten Lourdes die allabendlichen Telefonate mit ihrem Kind, die kurzzeitig die üblen Schikanen ihrer Arbeitgeberin Kristen (KARA JACKSON) vergessen lassen. Die nutzt zusammen mit Küchenchef Billy (TYLER HOLLINGER) die missliche Lage der Gastarbeiterin aus und machen der besorgten Mutter das Arbeitsleben zur Hölle. Um möglichst schnell das Geld für die Operation aufbringen zu können, entscheidet sich Lourdes zu drastischeren Maßnahmen. Sie erweist einigen Restaurant-Gästen sexuelle Dienste gegen Geld, was bald zu ungeahnten Folgen führt. Türen schlagen wie von Geisterhand zu und eine gespenstische Präsenz scheint der jungen Mutter in jedem Winkel des Lokals zu folgen. Schnell wird der Arbeitsalltag für Lourdes zum Albtraum, denn sie ist fest davon überzeugt, dass es in diesem Restaurant spukt.
 
DEVOURED – VERSCHLUNGEN ist mehr Drama als Horror, wobei es sich OLLIVER nicht nehmen lassen hat, sich ausreichend beim düsteren Genre zu bedienen. Was sich anfänglich noch als bitteres gesellschaftskritisches Filmchen gibt, driftet im Verlauf der Handlung in weitaus unangenehme Sphären ab. Da sieht Lourdes plötzlich die verzerrte Fratze ihres Kindes im Spiegel grinsen und eine unheimliche Gestalt verfolgt die strebsame Mutter am Arbeitsplatz auf Schritt und Tritt. Zudem scheint es in der Umkleide zu spuken und plötzlich zuschlagende Türen erschrecken die fragile Lourdes fast zu Tode. Leicht verdient ist das Geld an diesem Arbeitsplatz mit Sicherheit nicht, zumal sich die junge Frau zusätzlich noch mit den Schikanen ihrer Vorgesetzten auseinandersetzen muss, die die Gastarbeiterin nicht nur einmal spüren lassen, in diesem Land nicht willkommen zu sein. Mit gesellschaftskritischen Seitenhieben wird in DEVOURED nicht gespart. Sei es Kritik an der im Land immer größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich und dem dekadenten und verschwenderischen Auftreten der gutbetuchten Gesellschaftsschicht, die meint mit Geld alles kaufen zu können. Oder die Frage nach dem Wert eines kranken Lebens, dass scheinbar nur dann gerettet werden kann, wenn man hierfür das nötige Kleingeld besitzt. In DEVOURED ist das Thema Geld allgegenwärtig, das regelt wer man ist, wie man lebt und ob man überlebt. Während man zuletzt bereits mit Erstaunen feststellen musste, mit welch hohen technischen Standard Debütfilme aus der Horrorsparte glänzen können, beweist natürlich auch Regisseur GREG OLLIVER mit seinem DEVOURED, dass man auch mit wenig Geld richtig gute Filme machen kann. Zwar spielt sich hier alles auf engstem Raum ab; nach günstig produzierter Videoware schaut das leider ganz und gar nicht aus. Der Film wurde mit MARTA MILANS als gebeutelte Seele hervorragend besetzt, die nicht nur den Film fast gänzlich allein tragen muss, sondern ebenso die Leistung vollbringt, nur anhand ihrer Mimik dem Zuschauer zu vermitteln, was ihr Charakter denkt und fühlt. Durch ihr zwar wortkarges aber stets zugängliches Schauspiel fühlt sich der Zuschauer schnell mit der Hauptdarstellerin verbunden und begleitet die leidende Protagonistin auf ihren von Angst und Einsamkeit geebneten Abstieg in den Wahnsinn. Finstere Gänge, farblose Bilder und fast schon nervenzehrende Stille untermauern das stetige ungute Gefühl der Verzweiflung und verbildlichen die Qualen, welche die Heldin durchleben muss, um das Leben ihres Kindes zu retten. Leider ernüchtert am Ende die Tatsache, dass auch OLLIVER auf den aktuell so beliebten Plottwist setzen muss, der im Horrorgenre zu einer unweigerlichen Selbstverständlichkeit geworden ist. Die paranormalen Vorkommnisse werden plausibel gelüftet und der Zuschauer erhält mit einer etwas arg derben Wendung nicht das Ende, dass man sich bei einem derartig todtraurigen Film vermutlich erhofft hätte.
 
Am Ende bleibt ein uneingeschränkt empfehlenswerter Geheimtipp, der all jenen Fans ans Herz gelegt sei, die auch beim Horrorfilm einen gewissen Anspruch voraussetzen, um gut unterhalten zu werden. Wer die Qualität eines Horrorfilms nur vom Blutgehalt und der Anzahl der Leichen abhängig macht, ist hier vollkommen falsch. DEVOURED ist ein unangenehmer Mysteryfilm, mit guter Besetzung und sehr gutem Drehbuch. Da kann man Regisseur GREG OLLIVER und Drehbuchautor MARC LANDAU nur viel Glück wünschen, dass es ihnen gelingt mit ihrem gelungenen Gruselauftakt maximale Erfolge zu erzielen. Glaubt man dem Filmplakat, hat DEVOURED bereits einschlägige Festivals überzeugen können – für das FILMCHECKER-Team absolut verständlich!
 
 
 


 
 
 

DEVOURED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein Brett von Film – uneingeschränkt empfehlenswerter Geheimtipp für all jene Freunde der gruseligen Unterhaltung, die eine Leidenschaft für subtile Horrorfilme jenseits des Mainstreams hegen.
 
 
 


 
 
 

DEVOURED – Zensur

 
 
 
DEVOURED – VERSCHLUNGEN ist ein eher ruhig inszenierter Film, der sich mit dem subtitle Gruseln beschäftigt. Gerade wegen dem etwas sehr finsteren Endes wurde DEVOURED hierzulande ab FSK16 freigegeben – ungeschnitten versteht sich. Die erhältliche Scheibe hat jedoch den roten “Keine Jugendfreigabe”-Stempel erhalten. Grund hierfür: Das Bonusmaterial der Heimkinofassung.
 
 
 


 
 
 

DEVOURED- Deutsche Blu-ray

 
 
 
devoured-verschlungen-blu-ray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Devoured; USA 2012

Genre: Drama, Horror, Thriller

Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0 Stereo, Englisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1,77:1

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Der Film ist eigentlich FSK16. Die BD wurde wegen dem Bonus jedoch erst ab 18 Jahren freigegeben

Verpackung: Amaray mit alternativem Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 22.07.2014

 
 
 

Devoured – Verschlungen [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DEVOURED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
It´s in the Blood (2012)

Under the Bed – Es lauert im Dunkeln (2012)

Zimmer 205 – Traust Du Dich rein? (2011)

Psych:9 (2010)


Filmreview: “You’re Next” (2011)

youre-next_2011
 
 
 

YOU’RE NEXT

Story

 
 
 
Das wohlhabende Ehepaar Paul (Rob Moran) und Aubrey (Barbara Crampton) lädt zum Hochzeitstag. Für die vier Kinder Grund genug zusammen mit ihren Lebensgefährten zum weit ab vom Schuss liegenden Anwesen der Eltern zu reisen. Man will den besonderen Tag mit Mutter und Vater gebürtig feiern. Doch es kommt anders als erhofft. Drei mit Tiermasken vermummte Gestalten verschaffen sich Zutritt in das elterliche Heim und beginnen, die Gäste auf schreckliche Weise zu dezimieren …
 
 
 


 
 
 

YOU’RE NEXT – Kritik

 
 
 
Wenn Horrorfilme mit reichlich Verspätung in die Kinos kommen, bedeutet das oftmals nichts Gutes. Im Falle von YOU´RE NEXT wird das wohl eher am leicht verspäteten Erfolg des Nachwuchsregisseurs ADAM WINGARD gelegen haben, der 2010 mit seinem A HORRIBLE WAY TO DIE nicht gerade das Genre revolutioniert hat, es jedoch mit Beiträgen in THE ABC`S OF DEATH (2012), V/H/S (2012) und V/H/S 2 (2013) schaffte, bei Fans des düsteren Filmes bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Gerade weil genannte Anthologiestreifen international Kasse machen konnten, war es nur logisch, dass auch sein bereits 2011 abgedrehter Spielfilm YOU´RE NEXT in die Kinos kommen durfte. Das Ziel: möglichst schnell ganz viel Reibach machen. Deutschlandpremiere feierte der kompromisslose Slasher bereits auf dem 27. FANTASY FILMFEST, wo er im Programmheft als “Partyfilm mit cleverem Script, coolem Tempo, blutigen Einlagen und großartig fiesen Finale” angepriesen wurde und sogar als Abschlussfilm glänzen durfte. Eine etwas beschämende Prämisse; wurde diese Ehre bisher nur außergewöhnlich sehenswerten Filmen zuteil, denen der Terror-Slasher im direkten Vergleich nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen kann. Anders als im Programmheft beworben, erweist sich der Film als reichlich unspektakuläres Sammelsurium der unterschiedlichsten Horrorzutaten der letzten 20 Jahre. Raffinierte Ideen oder gar Originalität sucht man in YOU´RE NEXT vergebens. Im Grunde genommen wird dem Zuschauer hier die gleiche Grütze erneut lauwarm aufgeköchelt, die zum Standard jedes beliebigen Home-Invasion-Streifens geworden ist. Gewalt kaschiert hier die unzureichende Kreativität der leidlich ambitionierten Drehbuchautoren, denn nach dem obligatorischen Einführungsgequassel geht es in WINGARDS Horrorstreifen nicht gerade zimperlich vonstatten. Kanonenfutter ist reichlich vorhanden, so dass sich der Film hauptsächlich auf das möglichst derbe Abschlachten seiner unzureichend intelligenten Protagonisten konzentriert. Die sind natürlich durch die Bank weg unsympathisch skizziert, weshalb deren Ableben nicht wirklich Nachdruck haben will und dem Zuschauer vollkommen wurscht ist. Nur Heldin und Scream-Queen SHARNI VINSON lockert den etwas eintönigen Nonsens nennenswert auf und erweist sich als einziger Glücksgriff des geistlosen Machwerks. Die lässt sich vom kaltschnäuzigen Einbrecherpack nicht so schnell beirren und schlitzt und hackt auf das Killer-Trio ein, als gäbe es kein Morgen. Das wirkt nicht selten sehr erheiternd, zumal Regisseur ADAM WINGARD fast krampfhaft darum bemüht ist, YOU´RE NEXT in die Klamaukschiene zu zwängen. Leider schafft auch sie es nicht, von der beschämenden Vorhersehbarkeit des arg trivial gestrickten Drehbuchs abzulenken, denn sonderlich spannend ist das Geschehen rund um YOU´RE NEXT nämlich nicht.
 
Das macht sich vor allem bereits in der Halbzeit bemerkbar, in der die noch Anwesenden über die Identität der Killer in Kenntnis gesetzt werden. Anders als im nicht unähnlichen Terrorschocker THE STRANGERS (2008), haben die Bösewichte in YOU´RE NEXT ein plausibles Motiv für ihr Agieren, das mittels vermutlich überraschend gemeintem Twist, etwas sehr unbeholfen gelüftet wird. Leider verpufft mit der viel zu frühen Auflösung des vorhersehbaren Rätsels auch die kaum vorhandene Spannung, so dass sich die restliche Laufzeit im genretypischen Blutrausch verläuft, der zugegebenermaßen schmerzintensiv zelebriert wird. Da wird in genagelte Bretter getreten und Kehlen werden aufgeschlitzt, wobei ein im Mixer steckender Kopf das klägliche Schlusslicht dieses absurden Slasherflicks bildet, um erneut WINGARDS Leidenschaft für das Schwarzhumorige hervorzuheben. Immerhin bekommen wir in YOU´RE NEXT auch einmal Kultregisseur TI WEST vor die Linse. Der hat sich im Genre mit Filmen wie HOUSE OF THE DEVIL (2009) und THE INNKEEPERS (2011) einen Namen gemacht und spielt im Film, was für ein Zufall, einen talentierten Nachwuchsregisseur, der bereits zu Beginn in den Kinohimmel transferiert wird. Unterm Strich bleibt mit YOU´RE NEXT ein leidlich spannender Horrorfilm, der auf der aktuellen Home-Invasion-Welle mitreitet, aber außer grafischer Gewalt kaum etwas wirklich Brauchbares zu bieten hat. Die unruhige Kameraführung erinnert an jüngste Found-Footage-Debakel und der nette, retrolastige Synthesizer-Soundtrack verliert sich in der lieblosen und vollkommen austauschbaren Inszenierung. Wer seine regelmäßige Ration Blutgekröse benötigt, darf sich auf dieses hirnlose Meisterwerk cineastischer Verdummung freuen. Filmfans, die jedoch auch beim Horrorfilm gewisse Originalität erwarten und Spannung vorausetzen, sollte YOU´RE NEXT möglich meiden.
 
 
 


 
 
 

YOU’RE NEXT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Die weitaus blutigere Antwort auf den Horror-Thriller THE STRANGERS. Wer einer Vorliebe für dummes, aber dafür reichlich gewaltgeiles Geschlitze frönt, ist hier genau richtig!
 
 
 


 
 
 

YOU’RE NEXT – Zensur

 
 
 
Trotz hohem Blutzoll gab es bei der Freigabe der Heimkinofassung keine Probleme. YOU’RE NEXT ist in seiner ungeschnittenen Form problemlos durch die FSK gewandert. Demnach ist die erhältliche Fassung mit dem roten FSK-Flatschen absolut komplett.
 
 
 


 
 
 

YOU’RE NEXT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
you're next blu-ray

(c) Splendid Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: You’re Next; USA 2011

Genre: Thriller, Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 94 Min. (uncut)

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 28.03.2014

 
 
 

You’re Next [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 

YOU`RE NEXT – Limitiertes Blu-ray Steelbook ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

YOU’RE NEXT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Aggression Scale (2012)

Home Sweet Home (2013)

In their Skin (2012)

Kidnapped (2010)

The Strangers (2008)

Funny Games (1997)

Funny Games – Remake (2007)


Filmreview: “Confine” (2013)

confine 2012
 
 
 

CONFINE

Story

 
 
 
Ein Unglück kommt selten allein. Nach einem schweren Autounfall ist Ex-Model Pippa (Daisy Lowe) gar nicht mehr so hübsch, wie einst auf all denn schönen Hochglanzcovern der Modezeitschriften. Und als ob das nicht schon Bestrafung für Pippa genug wäre, bekommt die verängstigte Frau auch noch ungebetenen Besuch von einer adretten Gangsterbraut, die sich als waschechte Psychopathin entpuppt …
 
 
 


 
 
 

CONFINE – Kritik

 
 
 
Das Böse muss nicht immer nur widerwärtig, dreckig und düster aussehen. Manchmal kann die Bedrohung auch in Gestalt einer echten Schönheit in Erscheinung treten, die dann ebenso fies zur Tat schreiten kann, wie ihre männlichen Killer-Kollegen. Während 2007 eine Hochschwangere im französischen INSIDE von einer mysteriösen Fremden in den eigenen vier Wänden terrorisiert wurde, schwimmt der Home-Invasion-Thriller CONFINE auf ähnlicher Welle. Zwar erwartet Opfer Pippa keinen Nachwuchs, hat aber dafür mit einem anderen Handicap zu kämpfen, das es der gewaltbereiten Einbrecherin Kayleigh leicht macht, ihre Geisel gefügig zu machen. Die hat nämlich nur nicht panische Angst, vor der Welt jenseits ihrer Haustür, sondern auch sonst mit allerlei Neurosen und Ängsten zu kämpfen, denen sie einzig durch Hyperventilieren in eine Papiertüte entgehen kann. Der Brite TOBIAS TOBBELL zeichnet für diesen Wohnungs-Terror verantwortlich, hat hier nicht nur Regie geführt, sondern auch das Drehbuch geschrieben. Trotz kaum vorhandenen Budgets konnte er für die Hauptrolle der leidtragenden Pippa das bekannte Model DAISY LOWE gewinnen, die zwar schon ab und an TV-Luft schnuppern konnte, aber in CONFINE ihre erste eigene Hauptrolle übernahm. Für diese erweist sich LOWE als durchweg gelungene Wahl, wobei ihr das etwas haarsträubende Drehbuch kaum die Möglichkeit bietet, nachhaltigen Eindruck bei Zuschauern und Kritikern zu hinterlassen. Dass LOWE was kann, ist unumstritten. Den großen Sprung nach oben ist ihr jedoch mit CONFINE nicht gelungen.
 
Im Thriller CONFINE lag Model Pippa (DAISY LOWE) der Erfolg einst zu Füssen. Sie war schön, reich und begehrenswert – konnte sich vor männlichen Verehren kaum retten. Das war einmal, denn die Zeiten haben sich geändert. Ein schweren Unfall hat sie nicht nur körperlich gezeichnet; auch psychisch leidet die einst erfolgreiche Geschäftsfrau unter den Folgen des Schicksalsschlags. Seit vier Jahren hat sie ihr kleines Apartment im Herzen Londons nicht mehr verlassen. Da ihre familiären Beziehungen belastet sind, sucht sie Trost bei Freunden im Internet. Neurosen und Ängste begleiten ihr tägliches Dasein, bis die aufgedrehte Kayleigh (ELIZA BENNETT) in ihr Leben tritt und ihr geordnetes Leben aus den Bahnen wirft. Die sucht nämlich dringend nach einem geheimen Unterschlupf, um sich nach einem gescheiterten Raubüberfall vor der Polizei zu verstecken. Sie bricht in die Wohnung Pippas ein und scheint etwas verdutzt, als sie dort auf die vollkommen verängstigte Bewohnerin trifft. Schnell sieht sich das Ex-Modell geknebelt und ans Bett gefesselt, wobei sich der dreiste Eindringling rasch als gemeingefährliche Psychopathin entpuppt und mit ihren Machtspielchen eine Kette von Ereignissen entfacht.
 
Das größte Problem in CONFINE heißt fehlende Glaubwürdigkeit. Sicherlich handelt es sich hier um einen Horrorfilm und sicher sollte man gerade im phantastischen Genre von Logik und Sinn Abstand halten. Was uns jedoch Filmemacher TOBBELL hier lauwarm aufzuköcheln versucht, ist schon etwas arg skurril, zumal sich seine eindimensionalen Figuren nicht nur künstlich sondern auch vollkommen willkürlich verhalten. Das beginnt bereits bei kleinen Rangeleien zwischen Pippa und Kayleigh, die in ihrer vehementen Unbeholfenheit offensichtlich nach Choreografie schreien. Zudem hat die kleine Geschichte ab Filmmitte mit fast schon beschämenden Zufällen und überraschenden Wendungen zu kämpfen, die vermutlich ambitioniert gemeint sind, aber nicht wirklich Sinn ergeben wollen. Außerdem will man die Handlungen der beiden Frauen partout nicht verstehen. Vor allem Kayleigh verhält sich selten nachvollziehbar, wobei irgendwie nicht ersichtlich wird, welches Problem die schmucke Dame denn nun hat. Einerseits verschanzt sie sich in Pippas Wohnung in der Hoffnung von der Polizei nicht entdeckt zu werden. Andererseits poltert sie mit ihren halbgaren Folterspielen lautstark durch die Szenerie und provoziert mit ihrem unbedachten Handeln das Interesse von Nachbarn und Polizei. Schnell geraten die überzogenen Machtspielchen der adretten Blondine aus den Fugen und lassen das neunmalkluge Gör ganz schön doof aus der Wäsche schauen. Damit es nicht allzu langweilig wird, wird in CONFINE ein wenig gefoltert. Warum sich Regisseur TOBBELL für das Grobe entscheidet, mag vermutlich nur er selbst wissen. Fakt ist, dass das irgendwie so rein gar nicht in den Film passen will und aus heiterem Himmel passiert. Wer jedoch glaubt, dass die wenigen “bösen” Szenen blutig zelebriert werden, der irrt. Da wird etwas in “Hand-Maniküre” vorgenommen – das war´s. Wirklich förderlich ist es der Handlung nicht – hätte demnach auch unter den Teppich gekehrt werden können. Technisch ist CONFINE über jeden Zweifel erhaben. Kameramann EBEN BOLTER ist es zu verdanken, dass dieses britische Terrorwerk nicht ganz den Bach hinabrauscht. Ihm gelingt es mit geschickten Kamerawinkeln und Schnitten, dass der Thriller trotz beschränktem Handlungsort nie langweilig wird und hochwertiger ausschaut, als er eigentlich ist. Trotz unlogischer Schnitzer flimmert der Abspann ganz unerwartet nach bereits 80 Minuten über den Bildschirm. Zwar hebt sich CONFINE mittels Zicken-Fight erfrischend von üblicher Haus-Terror-Ware ab; das Oscar-verdächtige Meisterwerk ist TOBBELL mit seinem ersten Genrefilm jedoch nicht gelungen.
 
 
 


 
 
 

CONFINE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
In CONFINE wird dem Zuschauer die wohl sexieste Filmpsychopathin der Filmgeschichte geboten. Trotzdem kann ELIZA BENNETT in ihrer Rolle als unfreiwilligen Killerin nicht verhindern, dass CONFINE ganz schön einfältiger Dummfug ist und mit vielen Logiklücken zu kämpfen hat. Wer jedoch mit der nur selten glaubwürdigen Geschichte leben kann, dürfte hier spannend unterhalten werden. Denn sieht man einmal von den genannten Unzulänglichkeiten ab, erweist sich CONFINE als einer der klaustrophobischsten und fiesesten Terrorflicks der letzten Jahre.
 
 
 


 
 
 

CONFINE – Zensur

 
 
 
Was mit Folterrei angepriesen wird, muss nicht zwangsläufig in derben Gematsche ausarten. CONFINE ist keiner dieser unterträglichen Terror-Schocker, wo exploitationhaft vergewaltigt und gemeuchelt wird. Der Film kommt nahezu ohne Gewalt aus, was aber nicht bedeutet, dass hier nicht auch etwas Lebenssaft fließt. Die Grausamkeiten halten sich jedoch in Grenzen, so dass davon ausgegangen werden kann, dass CONFINE in Deutschland ungeschnitten ab 16 Jahren erscheinen wird.
 
 
 


 
 
 

CONFINE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Penthouse North (2013)

In their Skin (2012)

The Aggression Scale (2012)

Kidnapped (2010)


Kritik: “Unter Freunden – Komm, lass uns spielen” (2012)

Among-Friends
 
 
 

UNTER FREUNDEN – KOMM, LASS UNS SPIELEN

AMONG FRIENDS

Story

 
 
 
Eine Abschlussfeier der etwas anderen Art: acht Freunde werden während einer feuchtfröhlichen Party mit ihren am liebsten verborgenen Geheimnissen konfrontiert und für ihr unkameradschaftliches Verhalten schmerzhaft bestraft …
 
 
 


 
 
 

UNTER FREUNDEN – Kritik

 
 
 
Jeder hat so seine Leichen, über die er kaum sprechen möchte und wohl am liebsten ganz schnell wieder aus dem Gedächtnis streichen würde, im Keller. Umso problematischer, wenn scheinbar vertraute Personen lange verdrängte Gewissensbisse aus der Mottenkiste kramen und sie ungefragt und skrupellos ans Tageslicht bringen. Die naiven Knallchargen in UNTER FREUNDEN – KOMM, LASS UNS SPIELEN hätten sich vermutlich auch Besseres vorstellen können, als von der besten Freundin an den Pranger gestellt zu werden. Hätte nämlich jeder der Anwesenden geahnt, welch fieses Blutgematsche die selbsternannte Moralapostelette Bernadette mit den selbstsüchtigen Übeltätern veranstalten würde, hätten sie sich wohl eher nicht gerade in den edelsten Zwirn geworfen. DANIELLE HARRIS zeichnet für den cineastischen Denkzettel verantwortlich, und liefert mit AMONG FRIENDS (so heißt der Film nämlich im Original) ihre erste eigene Regiearbeit ab. Filmfans dürfte HARRIS keine Unbekannte sein. Sie schrie sich einst als Jamie Lloyd in HALLOWEEN 4 (1988) in die Herzen der Genre-Zuschauer und gehört mittlerweile zu einer der bekannteren Schauspielgrößen des modernen Horrorfilms. Als Marybeth in der Schlitzer-Reihe HATCHET hat sie sich selbst ein Denkmal gesetzt und vermutlich während ihre (Gast)Auftritte in einschlägigen Gruselfilmchen hin und wieder auch den Regisseuren bei ihrer Arbeit über die Schulter geschaut. Umso erfreulicher, dass sie mit UNTER FREUNDEN jetzt auch einmal hinter der Kamera Platz genommen hat und beweist, dass sie nicht nur eine charismatische Schauspielerin und Synchronsprecherin ist, sondern durchaus auch ein talentiertes Händchen für ganz schön gemeine Schocker hat. Welche Beliebtheit HARRIS unlängst unter Horrorjüngern genießt, macht ihr erster Ausflug als Filmemacherin deutlich. Hier gibt sich das Who-is-Who der Horrorszene die Klinke in die Hand. Neben JASON-VORHEES-Mime KANE HOODER, der hier gleich zu Beginn mit zynischem Humor vor der Kamera posiert, bekommt der Zuschauer auch einen Kurzauftritt von XAVIER GENS und MICHAEL BIEHN zu sehen, wobei Letzterer ja gut und gerne auch mal selber Filme dreht und produziert. Der scheint mit HARRIS nicht nur gern zusammen zu arbeiten, sondern auch ein freundschaftliches Verhältnis zu hegen, ist doch die smarte Schauspielerin in letzter Zeit ganz schön oft in dessen Streifen zu sehen (THE VICTIM, THE FARM). Nach grandiosen Auftritten in ROSEANNE (1992-93), ZUM TÖTEN FREIGEGEBEN (1990) und DÜSTEREN LEGENDEN (1998), dürfte vermutlich ein jeder interessierte Fan wissen wollen, ob HARRIS´ Spielfilmdebüt eigentlich überhaupt ernstzunehmen ist, denn nicht selten erlebt der Filmfreund, dass offensichtlich erfolgreiche Leinwandgrößen gerade hinter der Kamera eine eher bescheidene Figur gemacht haben. All jenen Skeptikern sei gesagt, HARRIS´Debüt macht im Vergleich zu aktuellen Horrorschockern der letzten Zeit gar keine so dumme Figur und dürfte vor allem Liebhaber der etwas makabren Unterhaltung gut unterhalten. Während HARRIS´ bereits 2008 im Thriller PRANK neben ELLIE CORNELL (HALLOWEEN 5) und HEATHER LANGENKAMP (NIGHTMARE – MÖRDERISCHE TRÄUME) Regieluft schnuppern durfte, ist ihr nun echter Regie-Einstand – welches Wunder – auch ein Horrorfilm geworden. Hier hat sie sich von einem Drehbuch von ALYSSA LOBIT inspirieren lassen, die sogleich auch die Rolle der “wahnsinnigen” Gastgeberin Bernadette übernahm. Während wir in UNTER FREUNDEN nicht nur Zitate bekannter Vertreter des Genres serviert bekommen (PROM NIGHT, CARRIE) erweist sich HARRIS´Debüt quasi als mehr oder weniger ernstzunehmendes Duplikat eines aktuellen Thrillers, der unter dem Titel WOULD YOU RATHER (2012) in Deutschland bereits ausgewertet wurde.
 
In UNTER FREUNDEN – KOMM, LASS UNS SPIELEN werden die Freunde Blane (CHRIS MEYER), Melanie (JENNIFER BLANC), Sara (KAMALA JONES), Marcus (CHRISOPHER BACKUS), Lily (DANA DAUREY) und die Geschwister (AJ BOWEN) und Jules (BRIANNE DAVIS) in das pompöse Anwesen Bernadettes geladen, wo unter dem Motto PROM NIGHT 1984 ein raffiniertes Rollenspiel samt Dinner stattfinden soll. Die Stimmung ist spritzig und Rauschmittel erhöhen den Spielspaß. Leider hat die Gastgeberin anderes im Sinn. Sie reichert die Bowle mit reichlich Drogen an und macht ihre Mitstreiter bewegungsunfähig, um ihnen daraufhin die Leviten zu lesen. Schnell stellt sich heraus, dass ein jeder der Anwesenden gehörig Dreck am stecken hat und dafür natürlich bestraft werden muss. Sie hält ihren Gästen mittels Videobeweisen den Spiegel vors Gesicht und versucht den reichlich unsympathischen Einfaltspinseln einzubläuen, dass die Bezeichnung “Freundschaft” in dieser Clique etwas arg oberflächlich gehandhabt wird. So stellt Bernadette ihre ganz eigenen Freundschaftsregeln auf und schreitet mit Schere und Hammer zu Tat, um Moral und Anstand in die Hirne des reichlich selbstsüchtigen Bekanntenkreises zu schlitzen und zu hämmern. Ganz zum Leidwesen der hilflosen Opfer, die die psychopatisch veranlagte Hausherrin nach dieser versemmelten Party mit Sicherheit aus ihren Facebook-Liste verbannen dürften – vorausgesetzt sie überleben das blutige Abendessen.
 
Unangenehm gehts in UNTER FREUNDEN zugange. Nicht nur aufgrund der etwas zweifelhaften Thematik, sondern auch des klaustrophobischen Terrors wegen, der sich schleichend durch die gesamte Szenerie frisst. Anfänglich schön schrill und bunt, wirds im Verlauf der Geschichte ganz schön düster, was vor allem den vielen morbiden Geheimnissen zu schulden ist, die die reichlich hohlen Protagonisten längst im Unterbewusstsein vergraben haben. In UNTER FREUNDEN – KOMM, LASS UNS SPIELEN geht ein jeder Charakter im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen, was gerade sensiblen Gemütern ganz schön an die Nieren gehen dürfte, wird die Vergeltung einmal mehr im typischen 08/15-Foltermurks auf dem Bildschirm zelebriert. Da wird munter skalpiert, kastriert und, ähm, pedikürt – was das Splatterherz jedoch nur selten in Wallung bringen dürfte. Die hier bebilderten Gewaltakte sind zwar vollkommen selbstzweckhaft; HARRIS blendet jedoch mit der Kamera weg, sobald es zu hart für den Zuschauer wird. Hart wirkt das alles dennoch, befindet sich das Schauspiel der wimmernden Protagonisten auf erstaunlichen hohem Niveau, so dass sich UNTER FREUNDEN mit seinem moralisch fragwürdigen Kontext vortrefflich in die Riege der vielen widerwärtigen HOSTEL-Plagiate einzureihen versteht. Immerhin weiß sich dieser Folterreißer mit seinem bitterbösen Humor vom üblichen Tortur-Gemansche abzuheben. HARRIS scheint eine Schwäche für sarkastischer Gemeinheiten zu besitzen, anders lassen sich einige der bissigen Schweinereien im Film nicht erklären. Die sorgen nämlich trotz kaltschnäutzigen Background für allgemeine Erheiterung. Auch wenn HARRIS mit ihrem zynischen Regie-Debüt ganz den Nerv gieriger Horrorfilmfans trifft, kränkelt auch dieser Film an der immens trivialen Geschichte. Die Szenarie beschränkt sich auf nur einen Schauplatz und auch das Schicksal des unnahbaren “Foltermaterial” samt Richterin dürfte dem Zuschauer vollkommen Schnuppe sein. Dazu fehlt UNTER FREUNDEN einfach die Identifikationsfigur. Macht aber nichts, trotz Schnitzern darf Scream-Queen DANIELLE HARRIS gern weiterhin Filme drehen. Der (Horror)Regiestuhl ist wie für die zierliche Schauspielerin geschaffen und UNTER FREUNDEN gefällt mit seinen knackigen 80 Minuten Laufzeit durchaus – wenn auch vermutlich nur der Horror-Fanbase, denn Otto-Normal-Filmfreund dürfte an diesem perfiden Treiben nur wenig Freunde haben. Hoffen wir, dass HARRIS auch in Zukunft derart gemeine Streifen drehen darf und ihren ganz eigenen Humor nicht vernachlässigt. Der macht nämlich Laune und bereichert den eigentlich vollkommen austauschbaren UNTER FREUNDEN – KOMM, LASS UNS SPIELEN ungemein.
 
 
 


 
 
 

UNTER FREUNDEN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein Fest für Horrorfilmfans! HARRIS Regie-Debüt erweist sich als Klassentreffen der Ikonen des modernen Horrorfilms. Blutig, zynisch und unglaublich böse geht es im Terrorstreifen UNTER FREUNDEN zugange, was zartbesaiteteren Kinogängern ganz schön an die Nieren gehen dürfte.
 
 
 


 
 
 

UNTER FREUNDEN – Zensur

 
 
 
Hart ist UNTER FREUNDEN – KOMM, LASS UNS SPIELEN auf alle Fälle – wenn auch eher auf psychologischer Ebene. Die “Kandidaten” dieses Rollenspiels werden vornehmlich auf psychischer Ebene erniedrigt, so dass AMONG FRIENDS (wie der Film im Original heißt) hierzulande ungeschnitten durch die FSK gekommen ist. Mit dem roten KEINE JUGENDFREIGABE-Aufdruck versteht sich!
 
 
 


 
 
 

UNTER FREUNDEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
unter-freunden-komm-lass-uns-spielen-among-friends

(c) TIBERIUS FILM / SUNFILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Among Friends; USA 2012

Genre: Thriller, Horror, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 02.10.2014

 
 
 

Unter Freunden – Komm, lass uns spielen [Blu-ray] Ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

UNTER FREUNDEN – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Would you Rather (2012)

Hostel – Part III (2011)

The Bunny Game (2010)

Vile (2011)

The Helpers (2012)


Filmreview: “Crawl – Home Killing Home” (2011)

crawl 2011
 
 
 

CRAWL – HOME KILLING HOME

Story

 
 
 
Ein mysteriöser und dazu ziemlich wortkarger Kroate (George Shevtsov) entpuppt sich als gerissener Auftragsmörder. Er wird von einem schleimigen Barbesitzer (Paul Holmes) beauftragt, einen zahlungsunwilligen Kunden zu beseitigen. Auf seinem Heimweg wird er in einen Unfall verwickelt, der einer beängstigenden Kettenreaktion auslöst, an deren Ende Kellnerin Marilyn Burns (Georgina Haig) um ihr Leben bangen muss.
 
 
 


 
 
 

CRAWL – Kritik

 
 
 
Home-Invasion-Thriller sind nicht erst seit THE STRANGERS, KIDNAPPED, etc. in aller Munde. Wer heutzutage einen derartigen Streifen produzieren möchte, sollte ihn mit allerlei Bösartigkeiten bestücken, denn nur so brennt sich das Werk auch längerfristig in die Hirne der hungrigen Horrormeute. Mit schön blutigen und psychisch nicht minder grenzüberschreitenden Szenen sollte ein jeder dieser Thriller den Nervenapparat des Fans gehörig strapazieren, damit der sich am Ende schweißgebadet und mit hochfrequenzigem Herzschlag zurück in den Kinosessel lehnen kann. Das kleine “Homevideo” des Australiers PAUL CHINA gehört auch zu jener zwiespältigen Filmgattung und ist, welch Überraschung, ein weiterer Beitrag aus der Kategorie: “Debütstreifen”. CHINA, der für seinen Erstling nicht nur hinter der Kamera Platz genommen hat, sondern auch das Drehbuch quasi über Nacht zu Papier gebracht haben muss, scheint in seinem dunklen Kämmerlein nur unzureichend erkannt haben, was er da eigentlich zusammengekritzelt hat. Womöglich hat er sich die Vor- und Nachteile gängiger Heim-Invasionsfilme zu Gemüte geführt und kurzerhand die Vorteile von seiner To-Do-List gestrichen. Im Vergleich zu nennenswerten “Heim”-Schockern wie FUNNY GAMES und INSIDE zieht CRAWL erbarmungslos den Kürzeren, denn CHINA hat partout aus den Augen verloren, dass ein jeder guter Horrorfilm von der Geschichte und seinen Helden zehrt. CRAWL ist todlangweilig, seine Handlung inhaltsleer und minimalistisch. Durch langsame Kamerafahrten soll die nicht vorhandene Spannung gesteigert werden, kaum gesetzte Schnitte machen CRAWL zu einer eher einschläfernden Angelegenheit. Es will einfach nichts Aufregendes passieren.
 
Die banale Geschichte beginnt mit Bardame Marylin Burns (GEORGINA HAIG), die auf Bald-Ehegatte Travis wartet und schon länger auf einen Heiratsantrag hofft. Daraus wird leider nix, weil der unbedarfte Schönling von einem alternden Cowboy, gleichzeitig Auftragskiller (GEORGE SHEVTSOV) versehentlich über den Haufen gebrettert wurde. Der ominöse Fremde sucht nach Hilfe, kann aber in der Einöde nur ein beleuchtetes Haus entdecken. Doof nur, dass darin ausgerechnet die nichtsahnende Marylin lebt, die dem wortkargen Fremden sogleich als perfektes Aggressionsventil dient und das Katz-und-Maus-Spiel eröffnet wird. Selbiges ist natürlich kaum der Rede wert. Es wird weder gefoltert, noch gedemütigt, was in Zeiten ultra harten Torture Porns schon ziemlich altbacken wirkt. Das Mädchen flüchtet durch die Räumlichkeiten des Hauses, wobei der Widersacher ihr dicht auf den Fersen ist. Unterstrichen wird das lustlose Treiben von allerlei unheilvollen Streich-Akkorden, die auf prägnante und ziemlich ungewöhnliche Art die “bösen” Szenen einläuten. Die sind zwar rar gesät, aber immerhin vorhanden. Es wird wild um sich geschossen, sogar ein Beil zweckentfremdet. Filmfreunde, die die Sichtung eines Films immer vom Trailer abhängig machen, werden verblüfft feststellen, dass der Clip ein wenig arg an A SERIOUS MAN (2009) erinnert. Das fertige Werk kann den im Trailer zitiertem Film der bekannten COEN-Brüder (TRUE GRIT, NO COUNTRY FOR OLD MEN) natürlich nicht im Entferntesten das Wasser reichen. Zwar besitzt auch CRAWL – HOME KILLING HOME (so das deutsche Titelverbrechen) skurrile Typen, bizarre Momente und verzweifelt cool gemeinte Sprüche. Die wirken jedoch in ihrer unfreiwilligen Komik aufgesetzt und wollen irgendwie nicht so recht in den Film passen. Vor allem die Figur des permanent koksenden und schmierigen Barbesitzers Slim Walding mag zwar mit PAUL HOLMES gut besetzt sein, die teils recht gut gewählten Schauspieler gehen aber in der geistlosen und ziemlich dialogarmen Szenarie vollkommen unter.
 
Mit seinen gerade einmal 73 Minuten Nettolaufzeit bietet CRAWL allen schlafgeplagten Leidgenossen eine gute Alternative zu herkömmlichen Pharmazeutika aus der Apotheke. Hier muss der Anwender nur einmal bezahlen und kann sich risikolos vor der Wohnzimmerglotze in den Tiefschlaf flimmern lassen – wann immer er möchte. Zwar gibt es hier einiges an farbintensiven Rot zu sehen; von nervenzerfetzendem Terror oder gar Spannung ist hier jedoch nichts zu verzeichnen. CRAWL ist ein ansprechend gefilmter Thriller, der den Zuschauer aber leider aufgrund seines Schneckentempos schnell zur Vorspultaste greifen lässt. Nach etwas über einer Stunde endet CRAWL genauso unspektakulär, wie er begonnen hat – Gott sei Dank!
 
 
 


 
 
 

CRAWL – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Langsames Tempo, unspektakuläre Handlung und null Identifikationsmöglichkeiten – Wer will denn so was sehen? Auch wenn der Name der Figur Marylin Burns witzigerweise als kleine Hommage an BLUTGERICHT IN TEXAS-Darstellerin MARY LYNN ANN BURNS gemeint ist (der Künstlername der kultigen Sally-Darstellerin schimpft sich nämlich ebenfalls MARYLIN BURNS), so ist CRAWL trotzdem ein langweiliges Debüt-Filmchen, auf das der Horrorfan getrost verzichten kann.
 
 
 


 
 
 

CRAWL – Zensur

 
 
 
Zwar bekommt der Zuschauer in CRAWL einige derbe Einschüsse zu sehen, viel Mord und Totschlag wird aber nich auf der Mattscheibe zelebriert. Die deutsche Fassung ist ungeschnitten und trägt das KEINE JUGENDFREIGABE-Siegel.
 
 
 


 
 
 

CRAWL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Crawl-Home-Killing-Home-Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Crawl; Australien 2011

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Rote Amaray mit Wechselcover

Extras: Trailer, Teaser

 
 
 
Was für eine Name für eine deutsche Heimkinofassung: CRAWL–HOME KILLING HOME. Rechteinhaber EUROVIDEO haut mit dieser Titelneuschöpfung mächtig auf die Kacke und verschleiert so die diversen Unzulänglichkeiten in der Inszenierung des Thrillers. Immerhin schaut die Präsentation des Streifens wirklich gut aus. Die Blu-ray wurde in eine tiefrote Amaray gesteckt und entpuppt sich im Sammlerregal als waschechter Hingucker. Zudem hat der Anbieter an ein Wendecover gedacht. Das wird wie üblich ohne FSK-Flatschen ausgeliefert und erfreut das Sammlerherz. Legt man die Disc in den Player betreibt EUROVIDEO erstmal mit zwei Trailern aus dem hauseigenen Fundus Eigenwerbung. Danach wird der Zuschauer in ein animiertes Hauptmenü gelotst, das mit Szenen aus dem Film untermalt wurde. Interessant dürfte hier vermutlich der Bonusbereich sein. Doch leider verbergen sich hinter dem Menüpunkt „Extras“ lediglich Trailer und Teaser zum Film, was einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt, hätte der Zuschauer dann doch gern gewusst, warum Regisseur PAUL CHINA von teils gewöhnungsbedürftigen Stilmitteln Gebraucht gemacht hat. Der Hauptfilm selbst wird in würdiger Qualität geboten. Ironischerweise ist der HD-Transfer besser geraten, als der durchwachsene Film. Die Schärfe ist gut und der Kontrast gelungen. Hinzukommt, dass man sich bei der Synchronisation erstaunlich Mühe gegeben hat. Für diesen eher lauen Streifen hätte man vermutlich alles erwartet, nur keine professionelle Übersetzung. Hier hat man jedoch Sorgfalt walten lassen und erfahrene Sprecher engagiert, so dass tonal alles im grünen Bereich bleibt. Vor allem die etwas außergewöhnliche, musikalische Untermalung donnert satt aus den Boxen, weshalb man bei aufgedrehter Anlage das ein oder andere Mal herrlich zusammenzucken dürfte. Wer auf Untertitel angewiesen ist, kann sich freuen. Trotz spärlicher Ausstattung haben es die immerhin auf die Blu-ray geschafft, was heutzutage keine Selbstverständlichkeit ist. Vor allem kleine Label verzichten hin und wieder auf diese wichtige Ausstattung, so dass vor allem hörbehinderte Filmzuschauer so rein gar nichts mit diesen Veröffentlichungen anzufangen wissen. Unterm Strich wird dem Filmfreund mit der Blu-ray zu CRAWL-HOME KILLING HOME eine technisch anständige Scheibe geboten, die ruhig etwas mehr Bonus vertragen hätte können. Ob eine so mager ausgestattete Blu-ray direkt am Erstveröffentlichungstag gekauft werden muss, sollte jeder Filmfreund selbst entscheiden.
 
 
 

Crawl – Home Killing Home [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

CRAWL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Home Sweet Home (2013)

The Aggression Scale (2012)

In their Skin (2012)

Kidnapped (2010)

The Strangers (2008)

Funny Games (1997)

Funny Games – Remake (2007)


Filmreview: “The Rambler” (2013)

the rambler 2013
 
 
 

THE RAMBLER

Story

 
 
 
Der Rambler (Dermot Mulroney) wurde soeben aus dem Gefängnis entlassen und scheint seines neuen alten Lebens bereits überdrüssig zu sein. Da kommt ihm ein Brief seines Bruders gerade recht, in dem er den unnahbaren Ex-Knacki auf seine Farm nach Oregon einlädt. Der Rambler lässt sich nicht lange bitten und beginnt eine lange Reise, auf der er allerhand komischer Personen trifft, die ihm mal mehr, mal weniger Gutes wollen …
 
 
 


 
 
 

THE RAMBLER – Kritik

 
 
 
Bereits im Jahre 2008 hatte Regisseur CALVIN REEDER (übrigens auch Schauspieler im Horror-Schocker V/H/S) die Idee, sein selbst geschriebenes Skript zu THE RAMBLER in Zelluloid umzusetzen. Aus den großen Filmplänen wurde jedoch vorerst nichts und REEDER musste erst einmal kleine Brötchen backen. Er drehte einen zwölfminütigen Kurzfilm mit gleichem Titel, der nun fünf Jahre später endlich als Langfilm reüssiert. Offensichtlich von Regie-Legende DAVID LYNCH inspiriert, hat er dabei einen ziemlich ungewöhnlichen Film geschaffen, der die Horror-Gemeinde mit Sicherheit polarisieren dürfte. Der Film ist als filmisches Experiment zu sehen, dessen Deutung sich nur selten schlüssig in Worte fassen lässt. Welche Drogen REEDER eingeworfen haben muss, um die reichlich absurden Ideen auf Papier kritzeln zu können, dürfte wohl auf ewig unbeantwortet bleiben. Fakt ist, dass THE REEDER vollgestopft ist, mit allerhand surrealen Szenen, die einem bizarren LSD-Trip gleichkommen und reichlich Phantasie voraussetzen, um sie überhaupt erfassen zu können.
 
Im Mittelpunkt der Gegebenheiten steht der RAMBLER (DERMOT MULRONEY), ein cooler Typ, der scheinbar mit Sonnenbrille geboren wurde und ein unbekanntes Verbrechen begangen hat. Wie lange er sein Dasein hinter schwedischen Gardinen fristen musste, wird nicht aufgeklärt. Stattdessen ist er von seinem neuen und geregelten Leben sichtlich angewidert. Partnerin Cheryl (NATASHA LYONNE) ist schwanger und hat ihn während der Haftstrafe nach Strich und Faden betrogen; die alte Arbeit im Pfandhaus ist nur Mittel zum Zweck, um schnell an Kohle zu kommen. Als ein Brief seines Bruders eintrudelt, fasst er einen Entschluss und reist zu ihm. Doch die Reise ist nicht frei von Gefahren. Er lernt einen verrückten Wissenschaftler (JAMES CADY) kennen, der eine Maschine erfunden hat, mit der sich Träume auf VHS bannen lassen. Doch leider befindet sich der Prototyp noch in der Testphase und will nicht so recht funktionieren, was zur Folge hat, dass den Probanden sprichwörtlich die Köpfe explodieren. Während die Reise allerhand seltsame Wendungen findet und sich RAMBLER mit Unmengen komischer Zeitgenossen auseinandersetzen muss, gerät er bald zu einer Einsicht, die ernüchternder nicht hätte sein können.
 
Auch wenn in THE RAMBLER auf den ersten Blick nichts Sinn ergeben will, sind es vor allem die Bilder, die für sich sprechen. Die zeugen nicht nur von ziemlich hohem Ideenreichtum, sondern sind auch reichlich ekelhaft. Hier zerplatzen Köpfe und es wird sich in Erbrochenen gewälzt. Kot bildet ein nettes Sonnenschutzmittel und ein tiefer Kehlenschnitt die perfekte Möglichkeit, darin geheime Botschaften zu verstecken. Anti-Held RAMBLER muss einiges über sich ergehen lassen, wobei Regisseur CALVIN REEDER gänzlich auf einen flüssig erzählten Verlauf der Geschichte verzichtet. Während sich der Beginn dem Zuschauer noch halbwegs verständlich offenbart, ergeht sich REEDER im Verlauf der verwaschenen Handlung in allerhand Skurrilitäten. Manchem Horrorfilmfan dürfte derart Experimentalfreudigkeit zu viel des Guten sein, denn die unzähligen Flashbacks und abstrakten Visionen überfordern nicht nur, sondern lassen auch sehr schnell ermüden. Während es REEDER zwar versteht, die Grenzen der traditionellen Erzählkunst zu überschreiten, dürfte der Zuschauer nicht selten nach der Botschaft des Werkes suchen. Handelt es sich hier um den den gar endlosen Spaziergang durch die Hölle aus der Sicht eines Ex-Sträfling oder sind die seltsamen Begegnungen Metapher für unterdrückte Schuldgefühle? Erklärungen sucht der Filmfreund hier vergebens. Der vielfache Ansatz an Interpretationsmöglichkeiten lässt Raum für die abstrusesten Deutungen und lässt vor allem mainstreamverwöhnte Allesseher unzufrieden vor der Mattscheibe zurück. Wer eine Leidenschaft für obskuren Leckerbissen besitzt, die die Phantasie des Filmfreundes anzukurbeln wissen, sollte auf jeden Fall einen Blick in diesen eigentlich gar nicht mal so üblen “Mindfuck” werfen. THE RAMBLER ist kein Film für Zwischendurch und ein ziemlich spezieller Beitrag, der auf jeden Fall seine Fans finden wird. Auch wenn es hier nicht gerade zahm vonstatten geht ist es, trotz diverser Horror-Elemente, kein typischer Genre-Film. Vielmehr handelt es sich stattdessen um ein dunkles Indie-Roadmovie, das mit tiefschwarzem Humor nicht geizt!
 
 
 


 
 
 

THE RAMBLER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
DAVID LYNCH-Fans werden ihre helle Freude haben. THE RAMBLER ist bizarr, obskur und herrlich schräg. Ein spezieller und eigensinniger Film, der sich an ein nicht kommerzinteressiertes Kinopublikum richtet.
 
 
 


 
 
 

THE RAMBLER – Zensur

 
 
 
In THE RAMBLER gibts es ziemlich viel skurrilen Stuff zu begutachten. Zimperlich gehts hier nicht zu, so dass wir meinen das THE RAMBLER hierzulande nur für Volljährige geeignet sein wird.
Ungeschnitten wird THE RAMBLER definitiv erscheinen, wenn auch erst ab 18 Jahren!
 
 
 


 
 
 

THE RAMBLER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Lords of Salem (2012)

Mulholland Drive – Straße der Finsternis (2001)


Review: “Evidence – Auf der Spur des Killers” (2013)

Evidence-2013
 
 
 

EVIDENCE – AUF DER SPUR DES KILLERS

Story

 
 
 
Den Polizisten Reese (Stephen Moyer) und Burquez (Radha Mitchell) bereitet ein grausamer Fall Kopfzerbrechen. Ein wahnsinniger Killer hat an einer verlassenen Tankstelle im Nirgendwo ein schreckliches Blutbad angerichtet. Die sichergestellten Handys der Opfer bieten mit ihren Kameras Auskunft darüber, wie der Serienkiller seine Mordphantasien in die Tat umgesetzt hat und die Polizisten sind sich sicher, bald die Lösung der Verbrechensserie in Händen halten zu können. Doch dann kommt alles anders …
 
 
 


 
 
 

EVIDENCE – Kritik

 
 
 
Was haben die beiden Horrorfilme EVIDENCE (2012; Regie: HOWIE ASKINS) und der vorliegende EVIDENCE (2013; Regie: OLATUNDE OSUNSANMI) gemeinsam? Richtig, sie tragen den gleichen Titel. Außerdem wird dem Zuschauer in beiden Fällen unerträglicher Filmschund präsentiert, der sich einmal mehr der aktuell so beliebten wie erfolgreichen Found-Footage-Rezeptur (also angeblich gefundenes Filmmaterial) bedient. Seit jeher hat diese Filmgattung nicht nur durch pseudo-authentisches Filmmaterial von sich hören lassen; auch unscharfes und verwackeltes Bildmaterial hat nicht selten zu ersten epilepsieähnlichen Anfällen unter Fans des Genres geführt. OSUNSANMI hat mit seinem EVIDENCE einen Wackelcam-Film geschaffen, der alle bisher dagewesene Found-Footage in den Schatten stellt. Natürlich im negativen Sinne. Selten hat man einen Horror-Thriller zu Gesicht bekommen, bei dem man eigentlich nur noch erahnen konnte, was sich da auf der Mattscheibe abspielt. Wir erleben die Geschehnisse aus der Sicht dreier übereifriger Kids, die einen Trip planen und dabei natürlich alles auf Video bannen müssen. Es wird gegackert, imponiert und allerhand wirres Zeug gefaselt, bis die Freunde in einen Bus steigen, der irgendwo in den Wäldern unschön zum Erliegen kommt. Warum die Fahrt nicht fortgeführt werden kann, will hier keiner wissen. Viel interessanter scheint da eine Tankstelle zu sein, die die Fahrgäste anzieht wie Motten das Licht. Was folgt ist Futter für die HOSTEL-Fraktion: die Anwesenden werden von einem Killer überrascht, der sich eifrig mit Hilfe eines Schweißbrenners durch das Fleisch der hilflosen Opfer fackelt.
 
Das Idee hinter EVIDENCE erweist sich dabei als recht raffiniert. Hier haben wir es mit einem Film zu tun, der gekonnt zwischen gefunden Bildmaterial und den aktuellen Ermittlungen wechselt und dabei die Geschehnisse Stück für Stück auflöst. Das hat bereits im Kannibalen-Kultwerk CANNIBAL HOLOCAUST (1980) perfekt funktioniert und weiß auch hier die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu wecken. OLATUNDE OSUNSANMI, der sich mit dem Thriller DIE VIERTE ART (2009) im Sci-Fi-Bereich erprobte, konnte für seinen ersten Horrorfilm sogar mit STEPHEN MOYER (TRUE BLOOD) und RADHA MITCHELL (ROGUE, SILENT HILL) zwei bekannte Schauspieler mit Genreerfahrung gewinnen. Warum die beiden allerdings überhaupt engagiert wurden, will nicht so recht einleuchten. Die beiden haben für einen Mainstream-Titel erstaunlich überschaubare Screentime und scheinen handwerklich sichtlich unterfordert zu sein. MOYERS darf in den wenigen Szenen verstört dreinschauen, während MITCHELL damit beschäftigt ist, genervt durchs Bild zu hetzen. Eine Prämisse, die noch halbwegs zu verschmerzen ist, wäre da nicht die katastrophale Kameraführung, die EVIDENCE tatsächlich das Genick bricht. Als Found-Footage-Liebhaber hat man sich nun schon durch so einige Streifen dieser Art “kämpfen” müssen. Nicht wenige von ihnen scheiterten aufgrund mangelhafter technischer Finesse. OSUNSANMI hat das “Wackeln” in “Wackelcam-Film” etwas zu genau genommen. Hier wird der Zuschauer mit Pixelsalat, Wackelterror und Totalausfällen geplagt, dass ihm der Spaß am Sehen dieses Schockers schnell vergehen dürfte. Zu unscharfen Bildern und ruckeligen Filmschnipseln gesellt sich eine permanent andauernde Finsternis, die es kaum möglich macht, die Gegebenheiten zu rekonstruieren. Der euphorische Killer kokelt sich durch seine “Beute” und lässt dabei nur erahnen, was er da eigentlich treibt. Zudem nervt, dass die Technik der Filmgeräte immer dann stört, wenn EVIDENCE gerade an Spannung gewinnt. Das legt nahe, dass der Regisseur vermutlich gar nicht daran interessiert war, den Zuschauer zu unterhalten – die wirklich schweißtreibenden Szenen sucht man in EVIDENCE vergebens. Auch wenn das Mordwerkzeug des Psychopathen für einen Horrorfilm geschickt gewählt scheint, dürfte der Gorehound vom unschlüssigen Treiben auf dem heimischen Fernsehapparat nicht wirklich begeistert sein. Blut fließt hier nur selten und die meisten der hier gezeigten Grausamkeiten werden im Off zelebriert. Immerhin wissen einige Szenen durch die Nachtsicht-Option der Kamera zu gefallen. So sorgt jener Moment für etwas Herzrasen, in der die Gliedmaßen eines Protagonisten mit Hilfe des Schweißbrenners abgetrennt werden und die Geschehnisse durch die Infrarotfunktion dokumentiert werden.
 
Im Falle von EVIDENCE hat OLATUNDE OSUNSANMI alles falsch gemacht, was man in der Umsetzung eines Horrorfilms falsch machen kann. Die Protagonisten sind Abziehbilder aus dem Horror-Panini-Stickeralbum, die Inszenierung wirkt gerade aufgrund des ungeschickt platzierten Found-Footage-Stils unerträglich und spannend will EVIDENCE auch nicht so wirklich werden. Immerhin sorgt der verblüffende Twist am Ende für etwas Erheiterung. Wirklich besser macht dieser EVIDENCE dennoch nicht.
 
 
 


 
 
 

EVIDENCE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Macheten waren gestern – jetzt wird sich durchs Fleisch geschweißt. In EVIDENCE erlebt der Zuschauer einen der wohl hinterhältigsten Killer der Filmgeschichte. Leider kann der Filmfreund nur selten erahnen, was der miese Psycho da überhaupt auf der Mattscheibe veranstaltet. Denn der hier eingesetzte Found-Footage-Stil ist selbst innerhalb des Wackelcam-Genres kaum zu ertragen.
 
 
 


 
 
 

EVIDENCE – Zensur

 
 
 
Hier wird zwar nicht viel explizite Gewalt gezeigt, denn die Kamera schwenkt in den “bösen” Szenen entweder weg oder verfremdet sie mittels der Infrarotbilder der Camcorder/Handys. Die FSK hat den Film hierzulande bereits ungeschnitten ab 16 Jahren freigeben.
 
 
 


 
 
 

EVIDENCE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
evidence-auf-der-spur-des-killers-bluray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Evidence; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1920×1080)

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow mit sieben weiteren Filmen aus dem Hause UNIVERSUM FILM (alle HD, deutsch), Originaltrailer in Deutsch (HD), BD-Live-Zugang

Veröffentlichung 13.12.2013

 
 
 
Bevor EVIDENCE – AUF DER SPUR DES KILLERS beginnt, macht UNIVERSUM FILM mit drei Pflichttrailern etwas Eigenwerbung. So bekommt der BD-Besitzer erst einmal Clips zu OLYMPUS HAS FALLEN, REDEMPTION und dem Thriller THE CALL – LEG NICHT AUF! vor die Linse. Alle Trailer liegen selbstverständlich in HD und Deutsch vor. Danach gefällt ein stilistisch dem Film angepasstes Hauptmenü, das aus Szenen des Films besteht und mit hektischer Musik untermal wurde. Dort fällt direkt ins Auge, dass auf dem Menüpunkt „Extras“ gänzlich verzichtet wurde. Bis auf den Trailer in deutscher Sprache und einer umfangreichen Trailershow mit sieben weiteren Streifen aus dem Fundus des Publishers hat es gerade mal noch ein BD-Live-Zugang auf die Scheibe geschafft. Sprich: wer mehr Extras sehen möchte, benötigt einen Internetzugang. Das Bild zu beurteilen ist schwer. Das Geschehen wird mit verschiedenen Kameraarten protokolliert, dementsprechend ist die Qualität von hervorragend (aus der Sicht des Ermittlungsteams) bis katastrophal (Handykamera) zu beurteilen. Die Synchronisation ist gelungen und der wummernde, hektische Score bewirkt nicht selten eine gute Räumlichkeit. Zudem kommt der Subwoofer erheblich oft zum Einsatz. Vor allem dann, wenn die Schockeffekte einsetzen, verstärkt ein Grummeln aus den Boxen den Schreckmoment. Viele kleine Umgebungsgeräusche (wie Wind) unterstreichen zusätzlich die beunruhigende Atmosphäre, so dass sich der Zuschauer zumindest tonal auf effektreiches Grusel- und Schockfeeling einstellen kann. Trotz mageren Extras haben es deutsche Untertitel für den Hauptfilm auf die Veröffentlichung geschafft. Ein Wendecover gehört zur obligatorischen Grundausstattung von UNIVERSUM FILM.
 
 
 

Evidence – Auf der Spur des Killers [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

EVIDENCE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stripped (2012)

The Dyatlov Pass Incident (2013)


Filmreview: “The Dyatlov Pass Incident” (2013)

devils pass 2013
 
 
 

DEVIL’S PASS

Story

 
 
 
Ein Gruppe amerikanischer Studenten macht sich auf den Weg ins verschneite Russland, um Licht in eines der größten Mysterien der letzten Jahrzehnte zu bringen. Ausgestattet mit Kameras, beginnen die Freunde im Ural-Gebirge Antworten darauf zu suchen, wie im Jahre 1959 neun Sportler im heutigen DYATLOV PASS unter mysteriösen Umständen ums Leben kamen. Was das Filmteam jedoch dort findet, scheint jegliche Vorstellungen zu überschreiten …
 
 
 


 
 
 

DEVIL’S PASS – Kritik

 
 
 
Seit geraumer Zeit ermöglicht das Wackelcam-Genre noch unbekannten Filmregisseuren, den Sprung in die vorderen Reihen. Filme wie BLAIR WITCH PROJECT oder PARANORMAL ACTIVITY haben es vorgemacht. Es bedarf keines großen Budgets, einen beunruhigenden Film zu drehen. Es zählen eine raffinierte Idee und einige Dollars fürs notwendige Equipment. Aufgrund der unüberschaubaren Masse an Filmen, hat sich das Found-Footage-Genre (also Filme mit angeblich gefundenem, “echten” Filmmaterial) in den letzten Jahres zu einer wahren Plage entwickelt. Vor allem der Mangel an kreativer Eigenständigkeit und interessanten Filmthemen hat dem Wackelkamera-Film dazu verholfen, dass er heute einen eher unliebsamen Stellenwert innehat. Ob Superhelden, Trolle oder Aliens – es gab bisher keine Filmidee, die nicht lukrativ “verwackelt” auf den Heimkinomarkt geworfen wurde. Auch wenn sich der genervte Zuschauer vom dauerangepriesenen Pseudorealismus kaum noch verwirren lassen möchte und derartige Filme nur selten die Intensität eines BLAIR WITCH PROJECT (1999) erreichen, will der Found-Footage-Wahn einfach kein Ende finden. Es wird produziert, als gäbe es keinen Morgen. Ganz zum Leidwesen für den Horrorfilmfan, der vermutlich schon längst den Überblick verloren hat.
 
DEVIL’S PASS oder THE DYATLOV PASS INCIDENT (so wie er ursprünglich betitelt wurde) ist ein weiterer Kandidat dieser ominösen Filmgattung und wäre vermutlich auch einer dieser vielen unbedeutenden Beiträge, auf die der Genre-Freund getrost verzichten könnte. Dennoch lässt ein Name auf dem Filmplakat manchen Fan düsterer Unterhaltung aufhorchen, denn nach kurzer Kinoabstinenz meldet sich Regisseur RENNY HARLIN zurück, der unter Horrorzuschauern kein Unbekannter ist. Neben Blockbustern wie STIRB LANGSAM 2 (1990) und CLIFFHANGER (1993) hat er sich unter Horrorjüngern mit DEEP BLUE SEA (1999) und NIGHTMARE ON ELM STREET 4 (1988) einen ehrenhaften Ruf erkämpft. Umso mehr verwundert es, dass sich ein durchaus geschickter Filmemacher wie er an einen eher zwiespältigen Found-Footage-Schocker wagt. Ganz uninteressant ist seine Entscheidung jedoch nicht. Denn sein DEVIL’S PASS beruht auf einem mysteriösen Vorfall aus dem Jahre 1959, der sich in Russland tatsächlich zugetragen haben soll und nie wirklich geklärt werden konnte. Im Mittelpunkt standen neun erfahrene Wintersportler, deren Erkundungstour sich im schneebedeckten Osthang des Berges CHOLAT SJACHL (nördlicher Ural, die Stelle wurde später in DYATLOV PASS benannt) zu einem der größten Mysterien der letzten Jahrzehnte entwickelte. Nach tagelanger Funkstille wurde das Team während einer großangelegten Suche tot aufgefunden. Zum Teil nur in Socken bekleidet müssen die Männer und Frauen mitten in der Nacht aus ihren Zelten geflüchtet und während eines Schneesturms erfroren sein. Einer Person fehlte die Zunge, andere wiesen Verletzungen auf, die nicht auf menschlichen Ursprung zurückzuführen waren. Zudem waren die Kleidungsstücke der Opfer aus unerklärlichen Umständen radioaktiv kontaminiert. Bis heute konnte der Vorfall nicht plausibelgemacht werden.
 
Es ist eine spannende Idee, wirklich wahre Begebenheiten zum Thema eines Horrorfilms zu machen. Leider erweist sich DEVIL’S PASS als bestes Beispiel dafür, dass selbst der talentierteste Regisseur kläglich an der Umsetzung seines Films scheitert, wenn das Drehbuch einfach vollkommen schwachsinnig ist. Auch wenn die zugrundeliegenden Ereignisse zu DEVIL’S PASS zwar ungeklärt aber dennoch real sind, ist der Erklärungsversuch den uns Drehbuchautor VIKRAM WEET unterjubeln möchte, das vermutlich dilettantischste, was dem Horrorfilmzuschauer in letzter Zeit aufgetischt wurde. Vermutlich war WEET mit seinen Arbeiten an unvergesslichen Glanzstunden sinnbefreiter TV-Unterhaltung (THE REAL WORLD; KEEPING UP WITH THE KARDASHIANS) derart ausgepowert, dass kaum noch Kreativität übrig geblieben war, den DEVIL’S PASS glaubhaft weiterzuspinnen. Während der Film in der ersten Hälfte alles richtig macht und ein Gefühl des Unbehagens verursacht, gipfelt die Filmgurke in einer der wohl miesesten Enden der Filmgeschichte. Der Autor will der eigentlich wahren Grundlage eine möglichst spektakuläre Auflösung liefern, verfängt sich dabei jedoch in einem arg haarsträubenden Phantasie-Plot, der selbst jeden Science-Fiction-Autor die Schamesröte ins Gesicht treiben würde. Die bescheidenen CGI-Effekte unterstreichen das idiotische Durcheinander in dem der Film gipfelt trefflich und lassen die unausgereiften Effekt-Szenen der trivialen ASYLUM – Trashschmiede fast schon Oscar-verdächtig erscheinen.
 
Regisseur RENNY HARLIN scheitert mit seinem DEVIL’S PASS auf ganzer Linie. Schade, sein Film hätte großartiges Gruselkino werden können. Selten hat ein Film eine interessante Geschichte mit wahren Background so uneffektiv genutzt, wie dieser. HARLINS Beitrag will authentisch sein und an die wahren Ereignisse des Winters 1959 anknüpfen. Leider wirkt nicht nur das Ende vollkommen konfus, sondern auch die Interaktionen der wenigen Protagonisten. Die lassen sich natürlich trotz aller Warnungen nicht vom Weg abbringen und sind selbst dann noch guter Dinge, als eine riesige Schneelawine losbricht (übrigens die beste Szene des ganzen Films) und eines der Crewmitglieder in den Tod reißt. Auch wenn der Film mit hohem Produktionsstandard überzeugt (Found-Footage muss nicht immer mies gefilmt sein), lässt sich nicht von der Hand weisen, dass selbst Produktionen mit beachtlichem Budget nicht zwingend fehlerfrei sein müssen. DEVIL’S PASS besitzt derart viele Logiklöcher, dass Puristen ihre Freunde daran haben dürften, die vielen Ungereimtheiten im Film zu studieren. Was bleibt ist ein Horrorfilm, der über weiter Strecken kurzweilig unterhält aber weit hinter den Erwartungen zurückbleibt, die sich der Fan von einer Produktion diesen Kalibers erhofft hätte. Mit DEVIL’S PASS hat sich RENNY HARLIN keinen großen Gefallen getan. In Anbetracht der Umstände, dass viele bekannte Hollywood-Blockbuster auf sein Konto gehen, erweist sich der aktueller Beitrag des Filmemachers als ein einziges, großes Desaster!
 
 
 


 
 
 

DEVIL’S PASS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein Albtraum in Weiß – Schauderhaftes Gruselvergnügen in schneebedeckter Kulisse. DEVIL’S PASS bzw. THE DYATLOV PASS INCIDENT (so der Originaltitel) ist ein beängstigender Found-Footage Film für Freunde des Genres, der jedoch nicht das verspricht, was der Zuschauer zuvor erhofft hat. Nach spannenden 60 Minuten endet der Film in einem unbeschreiblich schlechten Mix aus allerlei Peinlichkeiten. Die Auflösung wirkt derart lächerlich und an den Haaren herbeigezerrt, dass sich der eigentlich spannende Film rasch zum Flop des Filmjahres 2013 entwickelt!
 
 
 


 
 
 

DEVIL’S PASS – Zensur

 
 
 
THE DYATLOV PASS INCIDENT oder DEVIL´S PASS, so wie er nach Fertigstellung benannt wurde, ist nicht sonderlich brutal. Es gibt eine kurzer Fressszene, einen Einschuss und einen Beinbruch. Hier zählt eher das subtile Gruseln. Daher erhielt der Film problemlos den jugendfreien FSK16-Sticker!
 
 
 


 
 
 

DEVIL’S PASS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
devil's pass blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Dyatlov Pass Incident; Großbritannien, Russland, USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Keine

 
 
 
DEVIL’S PASS erscheint nun auch hierzulande auf DVD und Blu-ray. Anbieter ASCOT ELITE HOME ENTERTAINMENT hat sich dem Streifen angenommen und bringt den Found Footage-Grusler in die deutschen Heimkinos. Nach dem Einlegen der Scheibe gibt es erstmal etwas Werbung zu sehen. Mit Clips zu DALLAS BUYERS CLUB und THE PHILISOPHERS betreibt der Rechteinhaber Eigenwerbung. Zudem gibt es den Trailer zu METALLICA TROUGH THE NEVER und zu DSCHUNGELCAMP – WELCOME TO THE JUNGLE zu sehen. Danach lädt auch schon das Hauptmenü, das aus Szenen des Filmes besteht. Für einen Wackelcam-Film ist die Bildqualität recht ordentlich geworden. Oft wird sogar HD-Feeling erreicht, was sich vor allem während der Tagszenen bemerkbar macht. Dabei gefällt die Schärfe, die nicht selten viele Details erkennen lässt. Leider bleibt der gute Eindruck nicht konstant, denn sobald es dunkel wird verliert der Schwarzwert an Intensität. Beim Ton erweist sich der Mystery-Thriller als höchst effektiv. Die Naturkulisse sorgt für Authentizität, die Stimmen und Umgebungsgeräusche sind stets hervorragend zu orten und schaffen angenehme Räumlichkeit, vor allem Ende, wenn die Helden in einer Art Tunnelsystem nach Antworten suchen. Mit dem Lawinenunglück ab Filmmitte grummelt auch mächtig der Subwoofer, so dass Gruselatmosphäre garantiert ist. Bei den Extras sieht es recht mau aus. Bis auf ein kurzes Making of (10 Minuten, deutsche Untertitel) hat es nur der Trailer zum Film in deutscher und englischer Sprache auf die Scheibe geschafft. Abgerundet wird das Paket mit einer umfangreichen Trailershow, die aus sechs weiteren Veröffentlichungen von ASCOT ELITE besteht. Wer wie immer das Wechselcover ohne FSK-Flatschen benötigt, kann sich freuen. Das ist nämlich auch wieder mit dabei. Die Blu-ray zu DEVIL’S PASS ist nichts Großes, erfreut aber durch einen ordentlichen Film und guten Ton. Wer Mystery in Kombination mit Found Footage bevorzugt, kann bedenkenlos zugreifen.
 
 
 

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DEVIL’S PASS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blair Witch Project (1999)

The Vatican Exorcisms (2013)

The Frankenstein Theory (2013)

Apollo 18 (2011)

Grave Encounter 2 (2012)

The Dinosaur Project (2012)

The Bay (2012)


Filmreview: “Das Penthouse” (2013)

Penthouse North 2013
 
 
 

DAS PENTHOUSE – GEFANGEN IN DER DUNKELHEIT

Story

 
 
 
Die ehemalige Fotojournalistin Sarah (Michelle Monaghan) hat bei einem Auslandseinsatz ihr Augenlicht verloren. Drei Jahre später wird sie in ihrem Apartment von zwei Unbekannten terrorisiert. Die wollen das Geld und einige Diamanten zurück, die Sarahs Freund Ryan (Andrew W. Walker) unterschlagen haben soll. Dumm nur, dass sie rein gar nichts vom finsteren Doppelleben des Partners weiß, womit sie den Eindringlingen weiterhelfen zu können. Ein Spiel um Leben und Tod beginnt …
 
 
 


 
 
 

DAS PENTHOUSE – Kritik

 
 
 
Regisseur JOSEPH RUBEN (DER FEIND IN MEINEM BETT, DAS ZWEITE GESICHT, MONEYTRAIN) mag zwar nicht zu den gefragtesten Filmemachern Hollywoods gehören; dennoch gilt er als sicherer Handwerker und konnte mit seinen Filmen schon einige Erfolge verbuchen. Interessanterweise hat sich RUBEN bisher meist für das Realisieren hochkarätig besetzter Thriller entschieden, wobei der berüchtigte STEPFATHER (1987) wohl zu seinen bekanntesten Arbeiten gehört. Ihm wurde 2009 sogar ein glattpoliertes aber seelenloses Remake spendiert. Hochkarätigen Stars wie, manchmal ein Who-Is-Who, tummelte sich vor seiner Linse. So inszenierte er Filme mit bekannten Gesichtern wie JENNIFER LOPEZ, JULIANNE MOORE, JULIA ROBERTS, WESLEY SNIPES und WOODY HARRELSON, die er durch schweißtreibende Szenarien hetzte und den Studiobossen so die Konten füllte. Auch die berüchtgten Produzentenbrüder WEINSTEIN sahen in RUBEN einen Gewinnbringer, so dass sie den Regisseur nach fast zehnjähriger Kinorente aus der Versenkung holten und ihm einen weiteren Thriller auf den Leib schneiderten. Wie in vergangenen Zeiten stellten sie ihm prominente Unterstützung zur Seite. Im Altstar MICHAEL KEATON sahen sie den geeigneten Hauptdarsteller für DAS PENTHOUSE (der im Original eigentlich PENTHOUSE NORTH heißt), in welchem er einen Bösewicht mimt, der mit allen Wassern gewaschen ist.
 
KEATON übernimmt in DAS PENTHOUSE die Rolle des Fieslings Hollander, der sich mit seinem Komplizen Zutritt zum Apartment der blinden Sarah (MICHELLE MONAGHAN) verschafft und kurzum deren Freund Ryan (Andrew W. Walker) tötet. Als die ahnungslose Sarah nach Hause kommt und vor vollendete Tatsachen gestellt wird, wird sie mit der düsteren Vergangenheit ihres toten Freundes konfrontiert. Der hat seine Freundin nicht nur dreist hinter das Licht geführt, sondern auch einige Diamanten und reichlich Geld unterschlagen, um ein sorgenfreies Leben genießen zu können. In der Hoffnung, die gestohlene Beute schnell wiederzufinden, wird Sarah fortan von den beiden Unbekannten terrorisiert, was sich in seiner Gesamtheit als durchaus fieses Home-Invasion-Kino entpuppt. Ließen ähnliche Vertreter (KIDNAPPED, THE STRANGERS, INSIDE) zuletzt durch fast unerträglichen Blutgehalt und schonungslose Kompromisslosigkeit von sich hören, ist das Tempo von DAS PENTHOUSE zaghafter. Hier wird nicht der Schaufreudigkeit wegen geschlitzt, vergewaltigt und gequält – zweifelhafte Exploitation ist hier Mangelware! Stattdessen belehrt JOSEPH RUBEN den Zuschauer eines Besseren und beweist, dass ein Terrorfilm auch ohne Blutvergießen auskommen kann.
 
DAS PENTHOUSE ist Suspense in Reinform, wobei RUBEN weniger auf raffinierte Wendungen setzt, als vielmehr einen geradlinigen Thriller inszeniert, der ohne Überraschungen auskommt. Bereits der (zu viel verratende) Trailer lässt erahnen, was dem Zuschauer erwarten wird. Hier gibt es satte 80 Minuten schnörkelfreien Thrill zu begutachten, der trotz seiner Banalität spannungsreich unterhält. Das kleine Kammerspiel ist straff durchdacht und bietet kaum Zeit zu verschnaufen. Protagonistin Sarah erweist sich hierbei zwar als Charakter mit Handicap, schafft es trotz Extremsituation einen kühlen Kopf zu bewahren. Trotz Trauma zerfließt sie nicht in Selbstmitleid, sondern handelt souverän und bedacht, was man vermutlich von einem Film dieser Sparte wohl kaum gedacht hätte. DAS PENTHOUSE beweist einmal mehr, dass selbst das schwächste Script zu kurzweiliger Kinounterhaltung werden kann – vorausgesetzt man bestückt die dünne Geschichte mit erfahrenen Schauspielern, die vorhandene Unzulänglichkeiten des Drehbuchs geschickt kaschieren können. Hauptdarsteller KEATON ist hierbei eine großartige Hilfe. Auch wenn er bisher nur im düsteren DESPERATE MEASURES (1998) als Schurke zu sehen war und sonst lieber die Heldenrollen spielt, schafft er es in DAS PENTHOUSE einen merklich hinterlistigen Killer zu mimen, der ganz schnell vergessen lässt, dass dieser Film eigentlich nur selten über TV-Niveau hinausreicht. Auch wenn dieser Thriller nichts wirklich Neues bieten will und alle Beteiligten unter dem arg ideenlosen Drehbuch leiden, so sollte man dennoch einen Blick in das DAS PENTHOUSE wagen. Für einen verregneten Sonntagabend ist dieser Home-Invasion-Beitrag die optimale Empfehlung!
 
 
 


 
 
 

DAS PENTHOUSE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein Altstar versucht sich noch einmal als Bösewicht. DAS PENTHOUSE ist ein schnörkelloser und spannungsreicher Thriller, der für Herzklopfen sorgen wird. Dank erfahrener Schauspieler und straffer Inszenierung erwarten den Zuschauer hier rund 80 Minuten klassische Home-Invasion-Unterhaltung – Nicht mehr, aber auch nicht weniger!
 
 
 


 
 
 

DAS PENTHOUSE – Zensur

 
 
 
DAS PENTHOUSE verhält sich eher züchtig. Hier wird eher Wert auf Suspense und Thrill gelegt. Es gibt zwar wenige Gewaltszenen, diese haben aber die FSK nicht darin gehindert, den vorliegenden Home-Invasion-Beitrag auch für Jugendliche zugänglich zu machen. DAS PENTHOUSE ist frei ab 16 Jahren erhältlich.
 
 
 


 
 
 

DAS PENTHOUSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Das-Penthouse-Gefangen-in-der-Dunkelheit-Blu-ray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Penthouse North; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Making of (10 Minuten, HD, keine UT), deutscher Trailer zum Film (2 Minuten, HD), BD Live-Zugang, sieben weitere Trailer aus dem Programm von UNIVERSUM FILM (alle HD)

Release-Termin: 29.11.2013

 
 
 
Während der Film für die Heimkinoumsetzung in der Schweiz sogar seinen ursprünglichen Titel beibehalten durfte, kommt der ursprünglich betitelte PENTHOUSE NORTH in Deutschland unter dem neuen Namen DAS PENTHOUSE – GEFANGEN IN DER DUNKELHEIT ohne Kinoauswertung in den Handel. Wie es bei Blu-rays aus dem Hause UNIVERSUM FILM üblich ist, machen den Anfang einige Pflichttrailer aus dem Katalog des Labels. So flimmern Werbefilmchen von THE CALL, OLYMPUS HAS FALLEN und CRUSH über die Mattscheibe – synchronisiert und hochauflösend versteht sich. Danach geht es auch gleich in ein simples aber wirklich schön gestaltetes Menü, was ja in BD-Zeiten nicht immer selbstverständlich ist, werden doch hin und wieder Kunden mit lieblosen Standmenüs abgespeist. Leider ist dort bei den Extras Flaute. Neben einem wirklich knappen Making of (gerade einmal 11 Minuten, HD) gibt es noch den Trailer in Deutsch (rund 2 Minuten, Deutsch, HD) und einen BD-Live-Zugang (Internet vorausgesetzt) – das war es. Zudem ist ärgerlich, dass man sich nicht einmal die Mühe gemacht hat, das wirklich kurze Hinter-den-Kulissen-Feature deutsch zu untertiteln. Eine umfangreiche Trailershow mit sieben Titeln aus dem aktuellen Programm von UNIVERSUM FILM schließen den Extrasektor ab. Für einen derart kommerziellen Streifen etwas sehr wenig. Immerhin ist die technische Ausstattung erstaunlich gut geworden. Das Bild bietet eine gute Detailschärfe sowie hervorragenden Kontrast. Die Synchronisation ist sehr gut geworden und auch der Ton wurde angenehm abgeschmischt, so dass immer wieder eine angenehme Räumlichkeit zu verzeichnen ist, wenn der Score durch die Boxen schallt. Das obligatorische Wendecover ohne FSK-Zeichen gibt selbstverständlich für Sammler dazu. Auf Untertitel für den Hauptfilm muss dagegen verzichtet werden. DAS PENTHOUSE – GEFANGEN IN DER DUNKELHEIT ist mit Sicherheit kein Must-See-Titel, wer aber eine Vorliebe für prominent besetzte Thriller besitzt kann bedenkenlos zuschlagen. Die Blu-ray zumindest gefällt durch gutes Bild und angenehmen Ton.
 
 
 

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DAS PENTHOUSE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
In their Skin (2012)

The Aggression Scale (2012)

Kidnapped (2010)


Filmreview: “Piggy” (2012)

piggy 2012
 
 
 

PIGGY

Story

 
 
 
Einzelgänger Joe (Martin Compston) ist gefangen in einem Albtraum. Als sein Bruder von einer Bande gewaltbereiter Burschen niedergestochen wird und kurz darauf seinen Verletzungen erliegt, bricht für den perspektivlosen Jungen eine Welt zusammen. Er begegnet Piggy (Paul Anderson), einem ehemaligen Jugendfreund des Bruders, der ihm anbietet den Mord zu rächen. Joe willigt ein und beide beginnen mit der Arbeit, die Übeltäter für ihre Taten zu Rechenschaft zu ziehen …
 
 
 


 
 
 

PIGGY – Kritik

 
 
 
Bei PIGGY handelt es sich um keinen Horrorfilm, was das Filmplakat vermuten lässt. Vielmehr ist es der Versuch des britischen Nachwuchsregisseurs KIERON HAWKES dem Zuschauer zu vermitteln, welche Folgen aus Gewalt resultieren können und ob Rache oder Vergeltung überhaupt die Genugtuung bringen, die man sich anfänglich erhofft hat.
 
Joe (MARTIN COMPSTON) ist menschenscheu, ängstlich und verschlossen. Er hangelt sich monoton von Tag zu Tag und findet im Alkohol und Joints Ausgleich zu seinem sonst so langweiligen Leben als Postkurier. Joe meidet jegliche menschliche Interaktion und geht Konfrontation aus dem Weg. Bezugspunkt und Sinn seines ernüchternden Dasein bilden sein Bruder John und dessen Freundin Claire. Doch sein langweiliges und strukturiertes Leben gerät aus den Bahnen, als Bruder John von einer Bande aggressiver Typen niedergestochen wird. In Joe bricht eine Welt zusammen, seine Trauer wird fortan mit einem unverständlichen “Warum?” begleitet. Als dem verstörten Einzelgänger wenige Tage später ein Jugendfreund des Bruders begegnet, der sich selbst PIGGY nennt und dem Trauernden Hilfe anbieten will um den Mord zu rächen, wird Joe kurzum aus seiner Lethargie gerissen und sieht sich bald in einem Strudel aus Gewalt, Hass und Rache wieder. Auf der Suche nach den Verbrechern wird der Zuschauer nicht nur Zeuge, wie ein Täter nach dem nächsten das Zeitliche segnet, sondern auch wie Joe eine psychische Verwandlung durchlebt und sich schnell in einer gewalttätigen Welt wiederfindet, die er so sein ganzes Leben gefürchtet hat. Die Begegnung der beiden Männer setzt eine Reihe von eskalierenden Ereignissen in Bewegung. Während PIGGY mit einer Schweinenase aus Pappe maskiert die physische Vergeltung ausübt und die Mitgliedern der Bande meuchelt, steht ihm Joe als stiller Beobachter zur Seite, der jedoch schnell erkennt, dass ihm das Ableben der Bösewichte kein befriedigendes Gefühl der Genugtuung spendiert. Stattdessen fühlt er innerlich die gleiche Leere, die er auch vor den Gewalttaten verspürt hatte. Während PIGGY die Rache-Morde geradezu genüsslich zelebriert, empfindet Joe nur noch Abscheu für das immer brutalere Vorgehen seines Gehilfen, wohnt aber teilnamslos dem menschenunwürdigen Treiben bei. Schnell begreift er, dass PIGGY nicht die erhoffte, innere Befriedigung erzielt, die sich Joe eigentlich gewünscht hätte. Stattdessen verwandelt sich der schüchternen Bursche selbst zu einer erbarmungslosen und höchst reizbaren Killermaschine, die kein Erbarmen kennt.
 
PIGGY ist ein Glücksfall für Drehbuchautor und Regisseur KIERON HAWKES. Seine Studie über Gewalt und welche Folgen sie bei allen Beteiligten bewirken kann, ist hartes Kino das unter die Haut geht. In düsteren und teils schon farblosen Bildern erleben wir den moralischen Verfall eines vermeintlich perspektivlosen Protagonisten, der sich durch Gewalt getrieben am Ende vom Opfer zum Täter entwickelt. Die Veränderung vollzieht sich hierbei stets nachvollziehbar, ungezwungen und glaubhaft, was auch Schauspieler MARTIN COMPSTON (DOOMSDAY – TAG DER RACHE) gutzuschreiben ist, der seine Rolle mit unglaublicher Präzision meistert und dem die Rolle des traumatisierten, aber dennoch sanftmütigen Postkuriers wie auf den Leib geschneidert scheint. Ihm zur Seite wird PAUL ANDERSON (A LONELY PLACE TO DIE) gestellt, der den wahnsinnigen und unberechenbaren PIGGY mimt und der den Wechsel zwischen Kumpel und Psycho mit derart überzeugender Leichtigkeit spielt, dass selbst der Zuschauer diesem mysteriösen Zeitgenossen nicht im Dunkeln begegnen möchte. PIGGY ist ein verstörendes und schwermütig erzähltes Stück Zelluloid, dass den Filmfreund die Abgründe der menschlichen Seele zeigt und sich mit der Frage an den Zuschauer wendet, wie er sich in ähnlicher Situation selbst verhalten hätte. Lindert Rache das eigene Seelenleid? Vergilt man Mord mit Mord? Auch wenn die Idee hinter PIGGY durchaus interessant ist und der Film mit Sicherheit auch nach dem Abspann durchaus nachwirkt, sollte der Filmfreund genügend Sitzfleisch mitbringen. Das Thema wird zwar mit der nötigen Ernsthaftigkeit betrachtet und unterscheidet sich grundlegend von üblichen Rachefilmchen aus der Welt des Horrorfilms; dennoch lässt sich nicht leugnen, dass PIGGY mit seinen knapp zwei Stunden ein wenig arg lang geraten ist und trotz regelmäßiger Folterszenen mit einigen Längen zu kämpfen hat. Zudem sind die bebilderten Gewalttaten Marke besonders perfide: obwohl nur selten gezeigt wird, was PIGGY mit den Übeltätern auf der Mattscheibe veranstaltet, lassen die Schreie der Opfer dem Zuschauer rasch die Nackenhaare zu Berge stehen, so dass PIGGY von empfindsamen Gemütern mit Vorsicht genossen werden sollte.
 
 
 


 
 
 

PIGGY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
PIGGY ist einer der härtesten psychologischen Thriller der letzten Zeit, der dem Zuschauer die tiefen Abgründe der menschlichen Seele vor Augen führt. Ein kontroverses Rachedrama, mit erschütternder Einsicht. Ein Film der mit Sicherheit noch lange nachwirken wird.
 
 
 


 
 
 

PIGGY – Zensur

 
 
 
PIGGY wird in Deutschland vermutlich ungeschnitten ab 18 Jahren erscheinen. Zwar wird hier bis auf einen derben Kehlenschnitt nichts wirklich Blutiges gezeigt; die im Off zelebrierten Handlungen wirken aber aufgrund ihrer verzweifelten Schreie nicht weniger unangenehm. Demnach ist die mögliche KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung vollkommen gerechtfertigt.
 
 
 


 
 
 

PIGGY – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
Ähnliche Filme:

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The Aggression Scale (2012)


Filmreview: “Warm Bodies” (2013)

warm-bodies-2013
 
 
 

WARM BODIES

Story

 
 
 
Teenager R., der vor Ewigkeiten seinen Namen vergessen hat und sich an rein gar nichts mehr aus seiner Vergangenheit erinnern kann, wandelt nun als Zombie auf einem Flugplatz umher. Doch sein “untotes” Leben gerät arg ins Wanken, als er der menschlichen Julie (Teresa Palmer) begegnet, die ihn auch sogleich in ihren Bann zieht. Er rettet das Mädchen vor einer Rotte hungriger Zombies und zwischen den unterschiedlichen Teenagern beginnt eine sonderbare Romanze. Bald beginnt R. körperliche Veränderungen festzustellen, die darauf schließen lassen, dass Zombies doch nicht so unmenschlich sind, wie anfänglich vermutet …
 
 
 


 
 
 

WARM BODIES – Kritik

 
 
 
“Mann, sind wir Zombies langsam” – So zynisch Hauptcharakter R. in WARM BODIES die schleppende Fortbewegung der Zombies bemängelt, so gemächlich hat sich, überspitzt ausgedrückt, bis dato auch das Zombie-Genre weiterentwickelt. Seit der moderne Zombiefilm im Jahre 1968 durch GEORGE A. ROMERO mit NIGHT OF THE LIVING DEAD ins Leben gerufen wurde, hat sich bis heute nichts wirklich Weltbewegendes in diesem Sektor getan. Aus taumelnden Zombies (DAWN OF THE DEAD) wurden zwischenzeitlich mal rasant flitzende Bestien (28 DAYS LATER) und während die Untoten vor 50 Jahren noch bevorzugt amerikanische Kleinstädte heimgesucht haben, sorgen die unberechenbaren Kreaturen nunmehr in Metropolen für Unruhe. Wirklich neu erfunden hat sich das Genre dabei nie und blieb bis heute seinen Wurzeln treu. Umso erfreulicher, dass mit WARM BODIES ein Film erscheint, der dem angestaubten Thema frischen Wind einverleiben möchte. Regisseur JONATHAN LEVINE, der sich mit dem Slasher ALL THE BOYS LOVE MANDY LANE zwar um ein paar Gehaltsklassen steigern konnte, sich kreativ aber nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, scheint dem ewig gleichen Schlamm überdrüssig gewesen zu sein, so dass er die Verfilmung eines Romans des Autors ISAAC MARION für nötig hielt, um so das Zombie-Thema neu zu interpretieren. Das Ergebnis ist eine durchaus sehenswerte Zombie-Komödie, welche die vielen altbackenen Zombie-Klischees auf die Schippe nimmt und mit allerhand Situationskomik schildert, wie aus scheinbar primitiv denkenden Hirnfressern wieder halbwegs zivilisierte Menschen werden können.
 
Immerhin ein guter Stoff wie auch ein unterhaltsamer Film, erzählen doch die meisten Zombie-Gurken eher die Verwandlung vom Menschen zum Zombie. WARM BODIES dreht den Spieß ganz einfach um und setzt sich dabei von der breiten Masse unendlich dummer Schocker ab. Anders wie in unzähligen anderen Filmen seiner Art, wird hier das alltäglich sinnlose Dasein des toten Teenagers R. in selbstironische Bilder gepackt. Er muss schnell feststellen, dass eine Heilung nicht undenkbar ist. Er verliebt sich in einen Menschen und verursacht dadurch eine Kettenreaktion, die den schlurfenden Untoten zu neuem menschlichen Leben verhilft. Klingt vermutlich alles arg kitschig – ist es auch. Mit WARM BODIES hält der Horrorfilmfan eine zwar unkonventionelle, aber dafür jugendfreie Grusel-Romanze in den Händen, die sich merklich am Erfolg der erfolgreichen Kinoreihe TWILIGHT orientiert. Das dürfte vermutlich nicht jedem männlichen Horrorfilmfreund zusagen, erwartet man(n) schließlich auch bei leichten Zombie-Komödien ein gewisses Maß an handfestem Splatter. Die niedrig angesetzte FSK-Freigabe offenbart schnell, welcher Ton in WARM BODIES angeschlagen wird. Der Film ist frei ab 12 Jahren, richtet sich an ein vorwiegend jugendliches, weibliches Publikum und verzichtet dabei auf jeglichen Einsatz blutiger Gewalt. Stattdessen konzentriert sich Filmemacher LEVINE auf eine nicht immer ernstzunehmende Darstellung einer postapokalyptischen Version von Romeo und Julia, die auch mit sozialkritischen Seitenhieben nicht geizt. Die teilweise philosophisch durchdachten Ansätze sorgen auch nach dem Abspann für Gesprächsstoff und sind Grund genug, dem vorliegenden WARM BODIES trotz seiner jugendgerechten Umsetzung eine Chance zu geben.
 
Was anfänglich wie eine urkomische Zombie-Persiflage beginnt, endet mit einer etwas arg aufgesetzten Prise Shakespeare. Der eigentlich selten ernstzunehmende Zynismus wird zugunsten einer hanebüchenen Lovestory in den Hintergrund gerückt. Schade, denn gerade die trockenen Kommentare des Leidtragenden R. sorgen für einige Lacher. Auch wenn die Zombie-Romanze im letzten Drittel unerträgliche kitschige Züge entwickelt und sich wohl nur weibliche Zuschauer mit dem schmalzigen Treiben auf der Mattscheibe identifizieren können, so gehört WARM BODIES zu jenen Werken, die man gerade aufgrund der unerwarteten Andersartigkeit als Genrefan gesehen haben sollte. Inszenierung, Score, Kamera und Schnitt befinden sich auf hohem Niveau und auch die ambitionierten Jungdarsteller NICHOLAS HOULT (A SINGLE MAN) als R. und TERESA PALMER (ICH BIN NUMMER 4) als Julie bereichern den Film ungemein. Als Filmfreund darf man nur hoffen, dass der außerordentliche Kinoerfolg von WARM BODIES zu keiner weiteren Fortsetzung führt. Denn das lukrative zu Tode melken interessanter Filmstoffe durch geldgierige Studiobosse hätte WARM BODIES nun wahrlich nicht verdient.
 
 
 


 
 
 

WARM BODIES – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Unblutiger Zombiefilm? Wo gibt es denn so etwas? WARM BODIES ist trotz nicht vorhandenen Blutzolls einer der erfrischendsten Versuche der letzten Jahre, das angestaubte Zombie-Genre ideenreich aufzupeppeln!
 
 
 


 
 
 

WARM BODIES – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung wurde mit eine FSK 12-Freigabe in den Handel gebracht. Geschnitten ist hier nix.
 
 
 


 
 
 

WARM BODIES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Warm Bodies; USA 2013

Genre: Horror, Komödie, Thriller

Ton: Deutsch+Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Audiokommentar mit Regisseur Jonathan Levine sowie den Hauptdarstellern Nicholas Hoult und Teresa Palmer, Roman und Filmentwicklung, R & J, Das Schauspielerensemble, Zombie-Make-up, Produktionsdesign und Montreal, Waffen und Stunts, Visuelle Effekte, Hinter den Kulissen mit Teresa Palmer, “Wie man einen Zombie spielt” mit Rob Corddry, Entfallene Szenen, Outtakes, Dt. und Original-Kinotrailer

 
 
 
Wenn COCORDE aktuelle Kinofilme auf dem HD Medium veröffentlicht kann man eigentlich immer davon ausgehen, dass dort Qualität geliefert wird. Gerade der Horrorfilmfan wird oft stiefmütterlich behandelt. Im Falle von WARM BODIES dürfte er umso mehr überrascht sein, welch Liebe zum Detail ihm hier geboten wird. Das beginnt bereits beim Hauptmenü. Das ist zwar schlicht gehalten, schaut aber bei weitem besser aus, wie das der meisten Blu-rays einschlägiger Horrorfilme aus, die immer mit gleicher Menüanordnung in den Handel gebracht werden und durchaus sehr spartanisch ausschauen. Ein rot gefärbter Bildschirm führt den Zuschauer zu Hauptfilm, Tonauswahl und Bonusmaterial. Gerade Letzteres ist erstaunlich üppig ausgefallen. Von “Hinter den Kulissen”-Features über “Entfallene Szenen” bis hin zu “Outtakes” wird hier das obligatorische Programm geliefert, was zudem auch noch lobenswerterweise deutsch untertitelt wurde. Bildtechnisch kommt WARM BODIES detailreich daher. Das tiefenschwarze HD-Erlebnis begeistert mit immerzu klaren, sauberen, kontrastreichen Farben und der perfekte Schwarzwert garantiert stets bombastisches HD-Feeling. Beim Ton gefällt der aggressive Soundtrack, der den Subwoofer ordentlich brummen lässt. Die Dialogverständlichkeit ist zwar sehr gut, der gesamte Sound fällt jedoch sehr leise aus, so dass eine nachträgliche Anpassung der Lautstärke unumgänglich ist. Auch fällt auf, dass der deutsche Ton nur selten die hervorragende Qualität der englischen Tonspur erreicht. Sei es drum, die hiesige Veröffentlichung kann sich sehen lassen. CONCORDE spendiert zudem ein Wechselcover, so dass Horrorfilmfans hier getrost zugreifen können.
 
 

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Weitere Informationen zu WARM BODIES findet Ihr auf der Facebook-Seite zum Film

 
 


 
 
 

WARM BODIES – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
Ähnliche Filme:

Fido (2006)

Shaun of the Dead (2004)

Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen (2008)


Filmreview: “Prank” (2013)

prank-2013-unrated
 
 
 

PRANK

Story

 
 
 
Connor (Nick Renaud), Jordan (Henry Monfries) und Chunk (Gemmenne de la Pena ) sind drei Außenseiter, wie man sie an jeder Schule findet. Gerade Connor hat es im letzten Highschool-Jahr besonders schwer, muss er seit vielen Jahren die Demütigungen der Mädchenhelden Dax (Alastair Ferrie) und Omar (Rene Cadet) über sich ergehen lassen, die ihm zuletzt sogar ohne ersichtlichen Grund das Nasenbein gebrochen haben. Damit soll jetzt endgültig Schluss sein. Zusammen mit seinen besten Freund Jordan plant er, den beiden Proleten einen Streich zu spielen. Kaum ist eine Peinlichkeit auf Video gebannt, ist Dax darüber so rein gar nicht erfreut und und fordert Rache. Doch die Vergeltung findet einen unvorhersehbaren Ausgang …
 
 
 


 
 
 

PRANK – Kritik

 
 
 
Viele werden sich vermutlich gern an die herrlich unbeschwerte Jugendzeit zurückerinnern. Jene Zeit, in der die Welt scheinbar noch in Ordnung und weniger sorgenreich war und sich Jugendliche mit anderen Problemen konfrontiert sahen, als sie es als Erwachsene heute tun. Der Film PRANK (zu deutsch: Streich) dokumentiert in wackeligen und amateurhaften Bildern, mit welchen Konflikten sich Teenager auseinandersetzen müssen und zu welch schwerwiegenden Folgen die oftmals kränkenden Hänseleien führen können. Im Mittelpunkt der Geschehnisse stehen drei Außenseiter, die in ihrem bisherigen Leben nur wenig Freude gehabt haben. Sie werden nicht nur in der Schule gemieden, sondern auch von weniger intelligenten Altersgenossen zur Belustigung der Allgemeinheit gedemütigt und gemobbt. Grund genug, es den Übeltätern mit einem makabren Streich heimzuzahlen, der aber nicht die erhoffte Genugtuung bringt, die die drei Freunde vermutlich erwartet haben.
 
Nein, PRANK ist keiner dieser üblichen Slasher, in denen sich unscheinbare Nerds zu wahrhaftigen Racheengeln aufspielen und ihren Kampf gegen die Ungerechtigkeit antreten. Vielmehr handelt es sich bei diesem Film um eine mehr oder weniger rabenschwarze Komödie, bei der dem Zuschauer wahrhaftig das Lachen im Halse stecken bleibt. Als Found-Footage-Movie getarnt, präsentiert uns Regisseur und Drehbuchautor YIUWING LAM einen ziemlich seltsamen Vertreter seiner Gattung, der sich bei allerlei Genres bedient und sich am Ende doch irgendwie nicht entscheiden kann, was er denn nun eigentlich sein möchte. Hier werden Elemente aus gängiger Terror- und Folterware ausgeliehen und mit kontroverser Alltagsproblematik und bitterbösen Humor zu einem schwerverdaulichen Drama vermischt. YIUWING LAM, der sich sein bisschen Filmerfahrung bisher nur durch Kurzfilme aneignen konnte, gibt mit PRANK sein Spielfilmdebüt und trifft damit sogar gleich ins Schwarze. Das mag vor allem daran liegen, dass seine Geschichte zwar konventionell klingt, aber bei weitem nicht das ist, was sie für den Zuschauer vorerst zu sein scheint: ein üblicher Revenge-Thriller. Hier erleben wir ein durchweg erfrischendes Szenario, dass mit unvorhersehbaren Wendungen gespickt wurde und den Zuschauer auf allerhand falsche Fährten lockt, nur um ihm am Ende rücksichtslos in die Magengegend zu boxen. Der Einsatz aktuell so beliebter und leider auch durchweg gehasster Wackelcam-Bilder ist in PRANK einmal mehr Thema, kommt dem Film aber recht gelegen, denn dadurch wirken die Geschehnisse authentischer. Auch wenn nicht immer nachvollziehbar scheint, warum in einigen unangenehmen Momenten die Kamera immer noch die Handlung filmen muss. Immerhin schafft es LAM, die gesamte Laufzeit über ein merklich konstant auftretendes, ungutes Magengefühl beim Zuschauer zu verursachen, der so rein gar nicht glauben möchte, was da im Verlauf der Handlung auf der Mattscheibe passiert. Die beiden Freunde überwältigen den aufgebrachten Muskelprotz und schleifen ihn in den Keller, wo er an einem Stuhl festgebunden fragwürdiges über sich ergehen lassen muss. Was anfänglich eigentlich nur Einschüchtern soll, gerät wenig später vollends aus den Fugen.
 
Natürlich wird hier nicht die Erwartungshaltung des blutgierigen Horrorfans befriedigt. PRANK ist kein zeigegeiler Folteraufguss. Das intelligente Szenario kommt fast gänzlich ohne Ekeleffekte aus. Hier werden bevorzugt die Resultate der Demütigungen bebildert, die Opfer DAX an den Rand seiner Kräfte zwängen. Das wirkt zwar für den routinierten Allesseher wenig reißerisch und ist kein Vergleich zu Stoff wie ELI ROTH`s HOSTEL; dennoch dürften gerade zartbesaitete Filmfreunde mit den (im Vergleich zu ähnlichen Folterfilmen) zurückhaltenden Erniedrigungen am Unsympathen DAX so ihre Probleme besitzen. Auch wenn der Zuschauer am Ende mit einem ziemlich überraschenden Twist zu kämpfen hat, der die bisherigen Gegebenheiten aus einer ganz anderen Perspektive schildert, bleibt PRANK nicht frei von Ungereimtheiten. Zwar sind die schauspielerischen Leistungen für einen Low-Budget-Indie wie PRANK bemerkenswert, können aber nicht hinwegtäuschen, dass viele Interaktionen der wenigen Figuren ziemlich unglaubhaft wirken. Da wäre vor allem die Vorgehensweise der beiden Außenseiter CONNOR und JORDAN zu nennen, die zwar ziemlich nerdig wirken, aber im Verlauf der Handlung eine etwas seltsam anmutende Verwandlung durchleben. Anfänglich zurückhaltend und verängstigt, wächst gerade JORDAN im Verlauf der Handlung über sich hinaus und offenbart dem Zuschauer schnell, dass da mit dem vermeintlich geradlinigen Handlungsstrang irgendetwas nicht zu stimmen scheint. Auch wenn PRANK zu keiner Zeit einen wirklichen Standpunkt einnehmen möchte und dem Filmfreund im Verborgenen bleibt, was Regisseur LAM denn nun eigentlich (wenn denn überhaupt) mit PRANK aussagen wollte, so bleibt ein ziemlich spannender Filmbeitrag, der sich wohlwollend vom üblichen Einheitsbrei abhebt.
 
 
 


 
 
 

PRANK – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Kontroverser Indie-Geheimtipp. PRANK ist ein kleiner Beitrag mit allerhand überraschenden Wendungen, der sich in kein Genre zwängen lässt. Mit Handkamera gefilmt, wird hier die Geschichte über Mobbing, Rache und eine Freundschaft geschildert, deren Vertrauen rasch auf eine harte Probe gestellt wird. Wer außergewöhnliche Filme jenseits des Mainstreams sucht, ist hier genau richtig!
 
 
 


 
 
 

PRANK – Zensur

 
 
 
Zwar ist PRANK nicht sehr brutal oder zeigefreudig, dennoch ist das hier bebilderte Geschehen ziemlich haarsträubend. Auch einige grafischen Szenen gibt es zu sehen (wenn diese auch nicht sonderlich hart auf den “geübten” Horrorfilmfan wirken). Daher kann davon ausgegangen werden, dass PRANK in seiner ungeschnittenen Form in Deutschland KEINE JUGENDFREIGABE erhalten wird.
 
 
 


 
 
 

PRANK – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)

Carrie 2 – Die Rache (1999)

Patrick (1978)

Red Mist (2008)


Filmreview: “The Call – Leg nicht auf!” (2013)

The Call - Leg nicht auf 2013
 
 
 

THE CALL – LEG NICHT AUF!

Story

 
 
 
Die toughe Jordan Turner (Halle Berry) arbeitet in einer Notruf-Zentrale. Sie nimmt die Anrufe entgegen, protokolliert diese und leitet so die Polizei- und Rettungseinsätze. Als die minderjährige Casey Welson (Abigail Breslin) am Telefon um Hilfe bittet, weil sie von einem Unbekannten entführt wurde und sich nun im Kofferraum eines fahrenden Wagens befindet, werden in Jordan alte Erinnerungen wach. Vor genau sechs Monaten wurde sie mit einem ähnlichen Fall konfrontiert, konnte dem hilfesuchenden Mädchen jedoch nicht helfen. Für Jordan Grund genug alle Hebel in Bewegung zu setzen, um Casey´s Leben zu retten.
 
 
 


 
 
 

THE CALL – Kritik

 
 
 
Wenn Frauenpower die Kinoleinwände regiert, dann oft in Form austauschbarer Slasher, moralisch verwerflicher Rape-and-Revenge-Movies oder wehleidig-depressiver Dramen, deren Zugänglichkeit manch männlichem Kinogänger nicht selten verborgen bleibt. Im Thrillerbereich sind dagegen oft die Männer am Zug, die natürlich wissen, wie sie dem skrupellosen Verbrecherpack erfolgreich das Handwerk legen müssen. THE CALL – LEG NICHT AUF! macht da eine Ausnahme und dreht den Spieß ganz einfach mal um. Denn dieser aktuelle Thriller ist einer dieser Filme, in denen die Männerwelt einfach mal Sendepause hat und zwei toughe Frauen im Mittelpunkt stehen, die kurzum das Gesetz selbst in die Hand nehmen. Oscar-Preisträgerin HALLE BERRY (MONSTER’S BALL, GOTHIKA) spielt JORDAN TURNER, eine engagierte Mitarbeiterin der Notrufzentrale des Los Angeles Police Department. Nachdem sie einem jungen Mädchen nicht helfen kann und dieses daraufhin von einem unbekannten Psychopathen ermordet wird, lässt sie sich versetzen und übernimmt fortan die Ausbildung neuen Personals. Doch die Vergangenheit scheint die gezeichnete Frau erneut einzuholen. Es dauert nicht lang und JORDAN wird erneut mit einem Notruf konfrontiert, der sie an jenen Vorfall vor wenigen Monate zurückerinnert.
 
Regisseur BRAD ANDERSON ist in Hollywood kein Unbekannter. Nach der Mitarbeit an erfolgreichen Serienformaten wie FRINGE und THE SHIELD, hat er sich vor allem mit den Filmen DER MASCHINIST und TRANSIBIRIAN einen respektablen Ruf in der Traumwerkstatt erarbeitet. Während in einem frühen Entwicklungsstadium JOEL SCHUMACHER (NICHT AUFLEGEN) für den Posten des Regisseurs vorgesehen war, wurde letzten Endes doch ANDERSON die Aufgabe zuteil, den anfänglich als TV-Film geplanten THE CALL – LEG NICHT AUF! als Langfilm zu realisieren. Kein schlechter Einfall, denn die Idee hinter THE CALL ist geradezu prädestiniert für einen temporeichen und kurzweiligen Kinofilm wie diesen. Dass Hollywood-Star HALLE BERRY so einiges auf den Kasten, hat dürfte vermutlich die wenigsten wundern. Immerhin ist ihr die Oscar-Auszeichnung für MONSTER´S BALL nicht zu Kopf gestiegen, so dass man sie hin und wieder in merklich massenpublikumstauglichen (X-MEN) und vollkommen dummen (CATWOMAN) Blockbustern bewundern darf. THE CALL macht da natürlich keine Ausnahme. Der Film ist packendes und schön schweißtreibendes Suspense-Kino, weit entfernt von allzu Tiefschürfendem. Macht aber nichts. HALLES Schauspielkunst kommt dem Film gerade gelegen. Als traumatisierte Retterin in der Not muss sie der hysterischen Teenagerin CASEY am Telefon einen Weg aus deren Unachtsamkeit bahnen.
 
CASEY, übrigens grandios kreischend gemimt von ABIGAIL BRESLIN (SIGNS, LITTLE MISS SUNSHINE), befindet sich in der Gewalt des Gewaltverbrechers MICHAEL FOSTER (MICHAEL EKLUND – WATCHMEN, 88 MINUTES), der eine Vorliebe für blonde Minderjährige hegt. Während CASEY im Kofferraum des Killers erst einmal die Lage checkt und ihr Telefon aus der Tasche zaubert um den Notruf zu wählen (was für ein Zufall!), bekommt Psychopath MICHAEL am Steuer nur wenig von den Fluchtversuchen seines Opfers mit und hört stattdessen einmal mehr seinen Lieblingssong in Dauerschleife. Schnell ist das Trauma überwunden und Notruftelefonistin JORDAN wird zur Superheldin. Sie reißt das Mädchen immer wieder aus ihrer Angst und spornt den naiven Teen an, mit allen erdenklichen Mitteln die “Außenwelt” über die brenzlige Situation in Kenntnis zu setzen. Da wird aus dem Inneren des Kofferraums ein Rücklicht eingeschlagen um wenig später Farbe aus dem Wagen fließen zu lassen. Die Taktik die das Helfer-Opfer-Duo dabei an den Tag legt wirkt durchaus logisch, wenngleich die Hilfsmittel im Inneren des Wagens etwas arg konstruiert erscheinen. Über weite Strecken wirkt die Zusammenarbeit der beiden Leidtragenden ziemlich nervenaufreibend, zumal der Zuschauer stets die Befürchtung haben muss, dass der Killer jeden Moment von den Rettungsaktionen erfahren könne.
 
Leider weiß der Hochgeschwindigkeits-Thriller nicht über die gesamte Laufzeit zu überzeugen. Während THE CALL in der ersten Hälfte schnörkellosen Thrill zelebriert, gerät spätestens mit den ersten Unachtsamkeiten des Serienkillers das marode Handlungsgerüst ins Wanken. Er verhält sich zwar während des ganzen Films durchweg krank und ziemlich unberechenbar; der Klügste ist er aber nicht wirklich. THE CALL – LEG NICHT AUF! ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein nur halbherziges Drehbuch einen gesamten Film in die Knie zwingen kann. Denn spätestens dann, wenn die Telefonistin zur Einzelkämpferin mutiert und sich allein auf die Suche nach der vermissten CASEY macht, verliert der Film jegliche Glaubwürdigkeit. Was folgt ist ein Schlussakt der an jüngstes Torturenkino erinnert und in seinen absurdesten Momenten WILLIAM LUSTIGS Meisterwerk MANIAC (1980) ins Gedächtnis ruft. Was bleibt ist zwar ein immer noch fesselnder Thriller mit für das Genre herausragenden schauspielerischen Leistungen, der sich aber in der letzten halben Stunde zum konventionellen und düsteren Folter-Schocker entwickelt. Dem Horrorfreund dürfte der Umstand vermutlich freuen; der zartbesaitete Normalfilm-Fan sich etwas tiefer in den Kinosessel graben.
 
 
 


 
 
 

THE CALL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kein Film für Weicheier! Schweißtreibender Hochspannungs-Thriller, der für viel Nervenkitzel sorgen wird. Nach fulminanten zwei Dritteln Laufzeit fällt die Logik des Films wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Eine Schande! Trotzdem, THE CALL – LEG NICHT AUF ist ein fesselnder Psycho-Schocker der dem Zuschauer an die Nieren geht!
 
 
 


 
 
 

THE CALL – Zensur

 
 
 
Trotz kleiner Tortur-Szenen am Ende, geht es in THE CALL – LEG NICHT AUF nicht wirklich blutig zu. Daher ist die deutsche Fassung frei ab 16 Jahren im Handel erhältlich.
 
 
 


 
 
 

THE CALL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The-Call_Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Call; USA 2013

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Featurettes: Notfallmassnahmen: Die Entsscheidung des Films (14:53 Min.), Am Set: Das Versteck (3:27 Min.), Am Set: Das Call Center (4:51 Min.), Die Stunts (6:56 Min.), Deleted/Extended Scenes: Gespräch auf dem Dach (1:35 Min.), Call Center Gruppe (0:54 Min.), Michael verfrachtet Casey in ein neues Auto (0:46 Min.), Letzte Warnung (1:01 Min.), Alternatives Ende (0:47 Min.), Kinotrailer (1:36 Min.), BD-Live, Trailershow mit 9 Trailern kommender Veröffentlichungen von UNIVERSUM FILM

 
 
 
Vor einiger Zeit noch im Kino gelaufen, veröffentlicht UNIVERSUM FILM den spannenden THE CALL – LEG NICHT AUF! nun auch auf DVD und Blu-ray. Die HD-Umsetzung ist als recht gelungen zu betiteln, denn das Bild überzeugt durch eine knackige Schärfe, sehr hohem Kontrastumfang und hervorragendem Schwarzwert. Zwar entstehen durch die teils hastigen Schnitte hin und wieder kurze Unschärfen und Unruhen im Bild, die sind aber kaum der Rede wert und machen nur Bruchteile von Sekunden aus. Auch beim Ton bekommt der Zuschauer die volle Bandbreite geboten. Die mitreisende musikalische Untermalung ist stets präsent und nimmt alle Boxen in Beschlag. In THE CALL hat der Subwoofer zudem eine Menge zu arbeiten, denn hin und wieder kommt ein aggressiver Beat zum Einsatz, der den Subwoofer kräftig vibrieren lässt. Natürlich hat UNIVERSUM FILM auch ein kleines Extrapaket geschnürt. Bereits beim Einlegen des Mediums gibt es mit ALL IS LOST (ca. 2 Minuten, HD), THE FROZEN GROUND (ca. 2 Minuten, HD) und BYZANTIUM (ca. 2 Minuten, HD) die obligatorischen Pflichttrailer von weiteren Filmen aus dem Katalog des Anbieters. Danach kann man in einem animierten Menü nach Extras stöbern. Diese umfassen mehrere Features, die die Hintergründe der Produktion beleuchten. Neben Hintergrundmaterial gibt es noch fünf gelöschte/alternative Szenen zu sehen (zusammen ca. 7 Minuten). Mit fast 40 Minuten Laufzeit ist der Bonusbereich für einen aktuellen Kinofilm nicht gerade üppig ausgefallen. Immerhin gibt es deutsche Untertitel für Extras und den Hauptfilm, was das magere Bonusmaterial aufwertet. Neben den diversen Hintergrundinformationen haben es noch der Kinotrailer und ein BD-Live-Zugang auf die Scheibe geschafft. Für Letzteren wird jedoch Internet vorausgesetzt. Wer gern Werbeclips schaut, kann sich zudem noch durch eine umfangreiche Trailershow klicken, denn mit neun weiteren Trailern kommender Veröffentlichung (darunter EVIDENCE (2013) und DAS PENTHOUSE (2013)) betreibt UNIVERSUM FILM etwas Eigenwerbung. Abgerundet wird der Release von THE CALL – LEG NICHT AUF! mit dem unverzichtbaren Wechselcover ohne FSK-Flatschen. Wer rasante und spannende Thriller mag, kann bedenkenlos zugreifen. Die Blu-ray des Streifens ist technisch tadellos!
 
 
 

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THE CALL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Victim – Trau keinem Fremden (2011)

No One Lives (2012)

Alexandre Aja´s Maniac (2012)


Filmreview: “Hatchet 3″ (2013)

Hatchet-3-2013
 
 
 

HATCHET 3

Story

 
 
 
Nachdem Marybeth (Danielle Harris) den Geist Victor Crowleys (Kane Hodder) zur Strecke gebracht hat, wird sie in eine naheliegende Polizeistation gebracht, wo der Verdacht bezüglich der grausamen Morde direkt auf sie fällt. Niemand möchte ihr Glauben schenken, dass in den Wäldern eine unberechenbare Killermaschine haust, die für die Bluttaten zur Rechenschaft gezogen werden muss. Um ihre Unschuld zu beteuern, willigt sie ein, zusammen mit der Journalistin Amanda (Caroline Williams) die Asche von Crowleys Vater zu finden, die dem Spuk endlich ein Ende bereiten soll. Währenddessen werden die leblosen Überreste des Sumpfkillers von einem SWAT-Team in Sicherheit gebracht. Keiner der Anwesenden scheint zu ahnen, dass die Kreatur wieder von den Toten auferstehen und ihr blutiges Treiben erneut fortsetzen wird. Kann Marybeth dem rastlosen Mörder noch rechtzeitig das Handwerk legen?
 
 
 


 
 
 

HATCHET 3 – Kritik

 
 
 
Alle guten Dinge sind drei dachte sich vermutlich HATCHET-Macher ADAM GREEN (FROZEN – EISKALTER ABGRUND) und kurbelte in Windeseile den abschließenden, dritten und – planmäßig – letzten Teil der beliebten HATCHET-Serie herunter. Diesmal hat der Filmemacher das Regiezepter an BJ MCDONNELL weitergereicht, der für die beiden vorherigen Teile als Kameramann verantwortlich zeichnete und nun mit dem Abschluss der Trilogie seinen Einstand als Chef am Set gibt. Wirklich förderlich ist dieser konsequente Wechsel dem jüngsten Sequel nicht wirklich, denn HATCHET III ist leider nicht das geworden, was man von einem derart beliebten Franchise erwartet hätte. Während Kollege MCDONNELL vehement versucht, des wilden Treibens auf der Mattscheibe Herr zu werden, fungiert Erfinder ADAM GREEN diesmal nur als Produzent und Drehbuchautor. Aufgrund der Erwartungshaltung der Fanbase erschien der Druck enorm, so dass GREEN krampfhaft versucht haben muss, der Geschichte des mordgierigen Sumpfgeists ein würdiges Ende zu bereiten.
 
Herausgekommen ist eines, der vermutlich überflüssigsten Sequels der Filmgeschichte. Nicht einmal drei Jahre nach Fertigstellung des zweiten Teils kommt es in die Heimkinos der Welt. Ein Umstand, der dem Film keinen Gefallen tut. Die Geschehnisse wirken an den Haaren herbeigezerrt, die kaum vorhandene Geschichte zwanghaft auf Spielfilmlänge aufgeblasen. HATCHET-Erfinder GREEN scheinen die Ideen für einen würdigen Abschluss ausgegangen zu sein, so dass der dritte Aufguss förmlich wie ein Best Of der witzigsten Szenen der Vorgänger wirkt. Dabei schließt die Handlung direkt an die Geschehnisse des zweiten Teils an. Heldin MARYBETH schwingt die Kettensäge und macht Sumpf-Legende VICTOR CROWLEY mittels Schrotgewehr einen Kopf kürzer. Der irre Axtkiller scheint besiegt, wäre da nicht der Fluch, auf den Gebeinen der Kreatur der sie Nacht für Nacht unbeschadet von den Toten auferstehen lässt. Während die Geschichte konsequent weitergesponnen wird und sich MARYBETH zusammen mit Journalistin AMANDA und Sheriff FOWLER (ZACH GALLIGAN – war mal fast ein Star mit GREMLINS) auf die Mission begibt, der Wiederauferstehung des Bösen zu ein Ende zu machen, spielt sich eine Parallelhandlung ab. Ein wenig informiertes SWAT Team erkundet den Sumpf nach den Überresten der Opfer und stößt am darauffolgenden Abend natürlich auf den filetierten VICTOR CROWLEY, der sich wieder bester Gesundheit erfreut. Was folgt ist der obligatorische Blutzoll, den Fans der Reihe vermutlich auch erwartet haben.
 
Köpfe werden gespalten, Hirne fliegen vor die Linse und Gliedmaßen werden abgetrennt, ganz so wie man es seit jeher von HATCHET gewohnt ist. Ernstzunehmen ist das blutige Gorefest zu keiner Minute, dazu sind die Effekte zu überladen, zu überdreht und zu unausgegoren, was mit Sicherheit auf das beschränkte Budget zurückzuführen ist, das der Produktion zur Verfügung gestanden hat. Während sich der Film in der zweiten Hälfte in ein regelrechtes Effekt-Feuerwerk verwandelt, bleibt dem Zuschauer dennoch nicht verwehrt, dass das alles zwar ganz nett anzuschauen ist, aber nicht wirklich Substanz besitzt. Das einfallslose Finale ist weder spannend noch sonderlich innovativ. Die Szenenabfolge wiederholt sich bis zum Erbrechen, so dass spätestens nach der zehnten Enthauptung merklich Langeweile eintritt. Wie im Slasherfilm üblich- braucht der Filmfreund auch rein gar nicht über das oft sonderbare Handeln der Anwesenden zu grübeln. Die verhalten sich natürlich durch die Bank weg sinnbefreit und finden entsprechend schnell einen möglichst blutigen Tod – etwas anderes würde den Horrorfilmfan auch wundern. Während es der Original-HATCHET herrlich selbstironisch verstand, sich von der Masse hölzerner Backwood-Slasher abzuheben, ist der aktueller Beitrag weder Fisch noch Fleisch. Zwar ist das Geschehen auch weiterhin mit einem Augenzwinkern abgelichtet; die Geschichte aber so trivial und unwichtig, dass man nicht verstehen möchte, warum man sich dafür entschieden hat, einen weiteren Teil zu drehen. Die Handlung hätte genauso gut in HATCHET II eingearbeitet werden können. So ist HATCHET III zwar ganz nettes Splatterkino mit großartigen Cameo-Auftritten bekannter Stars der Horrorfilmwelt, ein würdiges Finale erlebt das HATCHET-Universum aber nicht!
 
 
 


 
 
 

HATCHET 3 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Splatterkino zu wie es sein soll: kompromisslos, hart und blutig. Abgesehen vom durchaus blutroten Treiben ist HATCHET 3 leider nicht das Finale geworden, was man sich bei einem derart beliebten Franchise gewünscht hätte, denn wirklich frisch und ideenreich kommt der neuste Aufguss nicht daher. Stattdessen werden dem Zuschauer hier die bekannten Zutaten der Serie noch einmal lauwarm serviert. Schade drum!
 
 
 


 
 
 

HATCHET 3 – Zensur

 
 
 
Der Splatteranteil in HATCHET 3 ist erstaunlich hoch und durchaus seigefreudiger als im Vorgänger. Die netten, handgemachten Effekte sind trotz der ironischen Umsetzung dennoch erstaunlich hart, so dass HATCHET 3 hierzulande das gleiche Schicksal ereilen dürfte, wie bereits HATCHET 2: Freigabenverweigerung seitens der FSK!
 
 
 


 
 
 

HATCHET 3 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)

Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)

Rites of Spring (2011)

Nobody gets out alive (2013)

No One Lives (2012)


Filmreview: “Detour” (2013)

Detour-2013
 
 
 

DETOUR

Story

 
 
 
JACKSON ALDER (hervorragend gespielt von NEIL HOPKINS) ist schön und erfolgsverwöhnt. Auf dem Weg zu einem wichtigen Geschäftstermin wird sein Auto irgendwo im Niemandsland von einer riesigen Schlammlawine erfasst und begraben. Als er wieder zu sich kommt, scheint er jegliche Erinnerung an den Vorfall verloren zu haben. Nach anfänglicher Panik versucht er, einen Ausweg aus der Misere zu finden. Kontakt zur Außenwelt scheint unmöglich, Rettung nicht in Sicht, der Handyempfang nicht mehr vorhanden. Da bemerkt JACKSON, dass sich auch Wasser und Sauerstoff allmählich dem Ende entgegenneigen und das Glas des Auto-Schiebedachs droht durch das Gewicht des darauf liegenden Schlamms zu zersplittern …
 
 
 


 
 
 

DETOUR – Kritik

 
 
 
Es muss nicht immer Horror mit dem Holzhammer sein. Manchmal wissen auch die kleinen Filme zu fesseln. In den letzten Jahren hat sich gerade im Thriller- und Horrorbereich so einiges getan. Neue Subgenres haben sich entwickelt, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Eines dieser Minigenres ist der klaustrophobische Überlebens-Thriller, in dem sich oftmals nichtsahnende Protagonisten in verzweifelten Situationen wiederfinden und versuchen müssen, aus verzwickten Situation zu entkommen. Ob nun lebendig begraben (BURIED), in einem riesigen Würfellabyrinth gefangen (CUBE) oder in einer Sauna eingesperrt (HOT 247°F); der Erfindungsreichtum ambitionierter Filmemacher ist fast grenzenlos. Auch der Überlebens-Schocker DETOUR (zu Deutsch: Umweg) ist eines dieser kleinen markerschütternden Werke, in denen sich der Held der Geschichte in einer ziemlich misslichen Situation wiederfindet und mit allerhand Improvisationstalent versuchen muss, der Lage Herr zu werden. Diesmal jedoch scheint die Ausgangssituation nicht nur erschütternd, sondern völlig ausweglos zu sein.
 
Regie-Debütant WILLIAM DICKERSON, der zuletzt für verschiedene Kurzfilme verantwortlich zeichnete, gibt mit diesem klaustrophobischen Überlebensfilmchen seinen Langfilmeinstand. Vieler Erklärungen bedarf der Film vorerst nicht. Der Zuschauer begleitet JACKSONS anscheinend ausweglosen Kampf, aus dem dunklen und feuchten Gefängnis zu entkommen. Realismus wird im minimalistischen Thriller DETOUR großgeschrieben. Denn die Figur JACKSON ALDER handelt nachvollziehbar. Regisseur DICKERSON konfrontiert den Zuschauer immer wieder mit der Frage, wie jeder selbst in dieser Situation handeln würde. So wirken die Aktionen der Hauptfigur auch entsprechend glaubhaft. Das Auto wird nach Werkzeug durchforstet und eine Lösung gefunden wie die Sauerstoff- und Wasserversorgung gesichert werden kann, um das Überleben weitere Tage hinauszuzögern. Zwar wirken die zündenden Ideen oft so, als wären sie aus einer angestaubten McGyver-Folge entsprungen; in Anbetracht der Umstände und der Panik des Filmhelden sind seine Handlungen dennoch stets authentisch geschildert.
 
Da die Szenerie auf gerade einmal 2m² beschränkt ist und von einem Protagonisten allein getragen werden muss, zieht WILLIAM DICKERSON alle Register intelligenter Filmkunst, um den Zuschauer bei Laune halten zu können und die Gegebenheiten zu spannend wie möglich zu skizzieren. So wird das Leben des Hauptdarstellers in kurzen Rückblenden vorgestellt. Die Liebe zu seiner Frau und die bevorstehende Geburt des ersten Kindes treiben den Helden immer wieder aufs Neue an, kluge Entscheidungen zu fällen, um einen Ausweg finden zu können. Zudem erfahren wir mittels loser Flashbacks, wie es letztendlich zum Vorfall gekommen ist. Um die Aufmerksamkeit und das Interesse der Zuschauer konsequent aufrecht zu erhalten, geschehen passend in Momenten möglichen Leerlaufs adrenalinfördernde Dinge, die nicht nur dafür sorgen, dass der Protagonist über sich hinauswächst. Auch der Filmfreund dürfte in jenen Szenen gehörig mitfiebern und hoffen, dass JACKSON doch noch irgendwie seinem matschigen Grab entfliehen kann.
 
Mit DETOUR erlebt der Filmfan ein erschütterndes Ein-Mann-Drama, das an die Nieren geht. Ausufernde Spezialeffekte, reißerische Nacktszenen und hektisches Action-Geballer gibt es hier nicht zu sehen. Stattdessen konzentriert sich der Film auf das Schicksal eines einzigen Protagonisten, der zu keiner Minute daran denkt, sich selbst aufzugeben. Der dünne Handlungsbogen wird mit allerlei intelligenten Ideen gespickt, so dass kein Leerlauf entsteht und die rund 90 Minuten Laufzeit vergehen wie im Flug. Wer es gern klaustrophobisch mag, ist mit DETOUR optimal beraten. Für ein Erstlingswerk eine durchaus beachtliche Leistung!
 
 
 


 
 
 

DETOUR – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Beängstigend klaustrophobischer Überlebens-Thriller für Filmfans mit starken Nerven. Toll gespielt, super gefilmt und bis zur letzten Minute gnadenlos spannend!
 
 
 


 
 
 

DETOUR – Zensur

 
 
 
DETOUR ist kein Horrorfilm. Der Film wirkt authentisch und protokolliert den Überlebenskampf eines verschütteten Mannes. Blut fließt, bis auf eine Wunde an der Stirn des Opfers keines. Demnach kann mit einer ungeschnittenen FSK16-Freigabe gerechnet werden. Mit viel Glück dürfte DETOUR sogar bereits frei ab 12 Jahren sein.
 
 
 


 
 
 

DETOUR – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrecked (2010)

Buried – Lebend begraben (2010)

Cube (1997)

Panic Room (2002)


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