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Beiträge mit Schlagwort “Kontroverser Film

Filmreview: “Perfect Sisters” (2014)

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PERFECT SISTERS

Story

 
 
 
Ein Film der auf wahren Begebenheiten beruht: Die beiden Schwestern Beth und Sandra planen den Mord an ihrer Mutter, weil sie die ständigen Alkoholexzesse der Mutter nicht mehr ertragen können …
 
 
 


 
 
 

PERFECT SISTERS – Kritik

 
 
 
Die kleine Miss Sunshine ABIGAIL BRESLIN (SIGNS, HAUNTER) hat es wieder getan und in einem Film mitgespielt, der bei Freunden düsterer Filmkunst auf Interesse stoßen dürfte. Der einst gefeierte Kinderstar scheint das Saubermannimage ablegen zu wollen und ist in letzter Zeit ziemlich oft in glatt polierten Actionfilmen (ENDER’S GAME) und hektischen Hochspannungs-Thrillern (THE CALL-THE LEG NICHT AUF) zu sehen. Auch BRESLINS neuster Streich hat mit sonntäglicher Familienunterhaltung nur wenig am Hut. Regisseur STANLEY M. BROOKS hat sich hier das Buch THE CLASS PROJECT: HOW TO KILL A MOTHER von BOB MITCHELL vorgenommen und daraus den Film PERFECT SISTERS gemacht. Der kontroverse Roman wurde bereits 2008 veröffentlicht, beruht auf wahren Begebenheiten und schildert den gerissenen Mord an LINDA ANDERSEN, die im Jahr 2003 von ihren pubertierenden Töchtern Sandra and Beth im kanadischen Bramton ermordet wurde. Die Töchter waren es leid, dass die alleinerziehende Mutter das hart verdiente Geld für Alkohol verschwendete anstatt dem Nachwuchs einen adäquaten Lebensstandart zu bereiten. Nötigen Input für das Verbrechen holten sich die Kinder aus dem Internet und ertränkten wenig später die zuvor mit Alkohol abgefüllte Mutter in der Badewanne. Leider verhielten sich die Kids nach der Tat arg leichtfertig. Ein Jahr nach dem Vorfall erzählte die alkoholisierte Sandra einem Freund vom Mord. Der rief umgehend die Polizei und die Geschwister wurden zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt.
 
Anders als die damals 15-jährigen Gören des tatsächlichen Mordfalls, verhalten sich die Mädchen Sandra (ABIGAIL BRESLIN) und Beth (GEORGIE HENLEY) in BROOKS Verfilmung deutlich bedachter und reifer. Die sind aus dem Gröbsten heraus und erziehen sich und den kleinen Bruder selbst, weil Mutter Linda (MIRA SORVINO) dazu nicht mehr in der Lage ist. Die jämmerliche Kreatur ertränkt Depressionen im Suff, scheint kaum noch Herr ihrer selbst zu sein und hat die Hoffnung von einem besseren Leben ohnehin schon längst begraben. Umso vertrauter sind sich die Mädchen, die seit der Alkoholsucht der Mutter auf sich allein gestellt sind. Sie verfügen über eine Geheimsprache, können die Gedanken des jeweils anderen lesen und stehen sich näher, als die Mutter es je sein wird. Damit die Tat für den Zuschauer zugänglicher erscheint und die Figuren nicht zu kaltblütige Muttermörderinnen deklariert werden, haben BROOKS Mädchen ein einglaubhaftes Motiv für ihr Handeln. JAMES ROSSO tritt in PERFECT SISTERS als gewissenloser Psychopath in Erscheinung, der sich als neuer Freund der Mutter nicht nur an selbiger vergeht, sondern auch die jüngere der beiden Schwestern sexuell belästigt. Als die Mädchen sehen, wie sehr die Mutter unter den Gewaltausbrüchen des Partners zu leiden hat und sie sich in ihrem Freiheitsgefühl eingeschränkt sehen, weil sie in das Haus des aggressiven Freundes einziehen sollen, planen sie den Mord um alle Beteiligten von der qualvollen Last zu erlösen.
 
PERFECT SISTERS ist ein weiterer Beitrag aus der Reihe: Kriminalfälle, die Geschichte schrieben. Seit jeher lassen sich nämlich solche Leinwand-Tatsachenberichte richtig gut verkaufen, schließlich sind viele Filmfans geradezu fasziniert vom Bösen, dem man nachts lieber nicht allein im Dunkeln begegnen möchte. Macher STANLEY M.BROOKS hat aus der Grundlage einen recht spezielles Filmexperiment geschaffen, das sich in keine Schublade stecken lässt. Der Film ist ein Mix diverser Genres, der aufgrund der ernsten Thematik nicht jedermanns Sache sein dürfte. Während PERFECT SISTERS zu Beginn eine freche Coming-of-Age-Komödie vermuten lässt, kippt die Stimmung spätestens ab Filmmitte. Dann nämlich wird der Streifen zu einem schwer verdaulichen Drama, das mit erschreckender Intensität die unkontrollierten Gewalteskapaden des Freundes der Mutter bebildert. Damit sich der Zuschauer von der teils unangenehmen aber intensiv gespielten Wütausbrüchen ROSSOS erholen kann, zeigt Regisseur STANLEY M.BROOKS seinen Sinn fürs Makabere. Die Mädchen debattieren auf gar schwarzhumorige Weise, wie sie dem Leben der Mutter möglichst spektakulär ein Ende bereiten können. Wenig später wird die Tat fast schon suspenselastig auf der Mattscheibe zelebriert, damit der Film anschließend in einer Art Gerichtsdrama enden kann. PERFECT SISTERS versucht nicht zu moralisieren oder jemandem die Schuld für das Verbrechen zuzuweisen. Dem Zuschauer bleibt eine endgültige Aussage verwehrt, wobei die Entscheidung der Schwestern im Gegensatz zum tatsächlichen Mordfall durchaus schlüssig bleibt. Vor der Tat wenden sich die Geschwister mit ihrem Hilferuf an die örtlichen Behörden, werden aber mangels Beweise nicht ernst genommen. Ebenfalls verweigert auch der getrennt lebende Vater jeglicher Unterstützung, der mittlerweile eine eigene Familie besitzt und mit dem alten Leben nichts mehr zu tun haben möchte.
 
Dank lobenswerter Leistungen von ABIGAIL BRESLIN und GEORGIE HENLEY, die die Schwestern zugänglich, natürlich und sympathisch verkörpern muss sich der Zuschauer am Ende selbst mit der Frage nach Recht und Unrecht auseinandersetzen. PERFECT SISTERS übernimmt keinerlei Stellung, ob es sich bei den Mädchen nun um Opfer oder Täter handelt. Ein kluger Schachzug, der PERFECT SISTERS von den bisher verfilmten Kriminalgeschichten positiv abhebt. Trotz bekannter Kinogesichter ist dieser außergewöhnliche Film nicht für den Massenmarkt gestrickt. Der bisher serienerprobte STANLEY M. BROOKS hat hier seinen ersten Langfilm gedreht, der eigentlich als TV-Film konzipiert war. BROOKS wollte aber die Geschichte unkonventionell und düster umsetzen, was dazu führte, dass das Drehbuch umgeschrieben werden musste und letztendlich ein richtiger Film draus wurde. Auch wenn der teils etwas unbeholfene TV-Look auf kleines Budget zurückzuführen ist, gehört PERFECT SISTERS zu einem der bisher besten Indies im Filmjahr 2014.
 
 
 


 
 
 

PERFECT SISTERS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kontrovers, dramatisch und dennoch nie geizig mit frechenen Sprüchen: PERFECT SISTERS ist ein zwar sonderbares aber dennoch durchaus sehenswertes Filmexperiment mit hervorragenden Schauspielern und durchdachter Inszenierung. Auch wenn sich Regisseur STANLEY M. BROOKS nie so recht entscheiden kann in welche Genre-Schublade er seinen Debütfilm stecken will, funktioniert die Mischung aus schwarzhumoriger Komödie, düsterem Thriller und ergreifendem Coming-of-Age-Drama nahezu perfekt. Wer sehenswerte Filme fernab des Massenmarktes bevorzugt sollte PERFECT SISTERS unbedingt auf seine Filmliste setzen, denn dieser Indie zeigt konventionell gestrickten Machwerken ganz souverän den Mittelfinger.
 
 
 


 
 
 

PERFECT SISTERS – Zensur

 
 
 
PERFECT SISTERS ist keiner dieser schaufreudigen Horrorstreifen, die tatsächlich vorgefallene Kriminalfälle auf möglichst ekelhafte und reißerische Weise darstellen müssen. Das Werk ist mehr Drama als Horror. Gewalt wird eher angedeutet und spielt sich im Kopf des Zuschauers ab. Der Muttermord selbst wird zudem kurz und schmerzlos abgehandelt. Dennoch meinen wird, dass PERFECT SISTERS aufgrund des etwas fragwürdigen Inhalts erst für 16-jährige freigegeben wird.
 
 
 


 
 
 

PERFECT SISTERS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Lizzie Borden Took an Ax (2014)
 
Dahmer (2002)
 
Ed Gein – The Wisconsin Serial Killer (2000)
 
Gacy (2003)
 


Filmreview: “Warhouse – Kriegszustand” (2013)

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WARHOUSE – KRIEGSZUSTAND

Story

 
 
 
AJ Budd (Joseph Morgan) erwacht in einem Haus aus dem es kein Entkommen gibt und muss gleichen Tag immer wieder aufs Neue erleben …
 
 
 


 
 
 

WARHOUSE – Kritik

 
 
 
Was ist eigentlich mit ARGENTO, CARPENTER & Co. passiert – jenen Schauer-Maestros, die den Zuschauer über Jahrzehnte mit spannendem Horrorfutter versorgt haben? In letzter Zeit haben die sich recht rar in der Filmlandschaft gemacht und überlassen stattdessen das Gruselhandwerk jungen Nachwuchsregisseuren, die mit überraschend sehenswerten Debütfilmen überzeugen können. Der legendäre EVIL DEAD aus der Mache eines gewissen SAM RAIMI hat den Briten LUKE MASSEY zum Horrorfilm gebracht. Das Multitalent war schon immer vom Filmemachen fasziniert und kam ganz nebenbei mit Gruselstreifen wie dem besagten TANZ DER TEUFEL, THE WICKER MAN und ROSEMARIES BABY in Kontakt. Eine folgenschwere Begegnung, haben doch die Kultwerke MASSEY derart geprägt, dass er schon immer von der Idee besessen war irgendwann selbst einen Horrorfilm zu drehen. Nach Mitarbeit an diversen Kurzfilmen setze er sich mit Co-Autor BENJAMIN READ an einen Tisch und kam auf die Idee, das Beste aus den Lieblingsfilmen GLADIATOR, CASTAWAY und UND TÄGLICH GRÜSST DAS MURMELTIER zu nehmen, um daraus etwas ganz Eigenes zu kreieren. WARHOUSE – KRIEGSZUSTAND nennt sich das Endresultat, das mit kleinen Budget umgesetzt wurde und die ungewöhnliche Geschichte von AJ Budd (JOSEPH MORGAN) erzählt, der eines Tages in einem ihm fremden Haus erwacht, aus dem es kein Entkommen gibt. Die Türen sind verriegelt und Fenster lassen sich nicht öffnen. Während der Gefangene krampfhaft nach einem Ausweg sucht, schleicht eine groteske Gestalt durch die Flure, die scheinbar darauf trainiert wurde das Leben des Eingesperrten zu beenden. Rasch bohrt sich ein Messer in den Körper des Monsters und grünes Blut fließt aus der Wunde. Leider ist die Freude über den Sieg nur von kurzer Dauer, denn das Wesen wartet auch am nächsten Tag unversehrt in der Küche. Als wäre es ein Leichtes bringt AJ Budd auch diesmal die Kreatur zu Strecke, nur um am nächsten Tag abermals feststellen zu müssen, dass der Kämpf vermutlich nie ein Ende nehmen wird. Er beginnt im Keller zu graben und findet Aufzeichnungen eines gewissen Edward Sterling (MATT RYAN), der sich zuvor in ähnlich verzwickter Situation befand und den Kummer zu Papier gebracht hat. Große Hoffnungen liefern die Tagebücher jedoch nicht, schließlich schildert Sterling, dass ihm selbst der Freitod keine Lösung brachte. Wenn immer er sich selbst das Leben nahm, begann der ewig gleiche Ablauf am nächsten Morgen von neuem. So gehen die Jahre ins Land, bis AJ Budd zu einer folgendschweren Erkenntnis kommt.
 
ARMISTICE (so der OT – was soviel heißt wie Waffenstillstand) ist schon sehr außergewöhnliches Kino, das man vermutlich zweimal sehen muss, um es überhaupt verstehen zu können. Regisseur LUKE MASSEY lag die Thematik von Isolation, Einsamkeit und Verzweiflung am Herzen, die er hier mit ganz einfacher Machart umzusetzen verstand. Die wenigen Räume sind eng und spartanisch eingerichtet, die Monologe knapp und auf den Punkt gebracht. Zudem wird von einer überschaubaren Farbpalette Gebrauch gemacht, damit die Ausweglosigkeit und das kränkelnde Seelenheil des Filmhelden besser veranschaulicht werden kann. Der entwickelt sich im ewig gleichen Alltagstrott und ohne soziales Umfeld über die Jahre zu ähnlich primitiver Kreatur, gegen die er bisher jeden Morgen kämpfen musste. Natürlich finden die Qualen nach knapp 70 Minuten ein erlösendes Ende, wobei die Aussage des Films viel Interpretationsspielraum zulässt. Unüberhörbar bleibt jedoch MASSEYS Botschaft vom Leben, das mit einem kontinuierlichen Kampf gleichzusetzen ist, mit dem ein jeder von uns tagtäglich auf Neue konfrontiert wird. WARHOUSE dürfte mit Sicherheit nicht jedem Filmliebhaber schmecken, denn der Low-Budget-Indie ist ziemlich unkonventionell gestrickter Dramen-Mystery und hat mit Horror nur bedingt etwas am Hut. Zudem dürften sich die meisten Zuschauer am trägen Erzählrhythmus stoßen, der sich des Öfteren in einer stagnierenden Ereignislosigkeit verfängt. Wer jedoch das Außergewöhnliche sucht, das auch etwas Tiefgang besitzt, sollte sich WARHOUSE – KRIEGSZUSTAND auf jeden Fall vormerken, schließlich gehört WARHOUSE zu den besseren Filmen innerhalb des Phantastischen Films.
 
 
 


 
 
 

WARHOUSE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
WARHOUSE ist ein Ausnahmefilm, mit ernüchtender Botschaft und gutem Hauptdarsteller, dem es gelingt nahezu den gesamten Film allein zu tragen. Die Geschichte ist erfrischend unkonventionell gestrickt, beklemmend inszeniert und bleibt bis zum Ende so ziemlich unvorhersehbar. Dem Briten LUKE MASSEY ist mit dem 250 000 Pfund teuren Erstling ein durchweg sehenswertes Filmchen fernab des ideenlosen Mainstreams gelungen, dass Tiefgang besitzt und anderen Horrorschaffenden zeigt, dass man auch ohne Stereotypen und Klischees sehenswerte Film drehen kann – insofern man das überhaupt möchte.
 
 
 


 
 
 

WARHOUSE – Zensur

 
 
 
WARHOUSE oder ARMISTICE (so wie der Film im Original heißt) hat kaum böse Momente zu bieten. Die grausamen Momente bestehen aus dem Erdolchen der Kreaturen, denen grünes Blut aus den Wunden tropft. Für einen Horrorfilm ist das Gezeigte sehr harmlos anzuschauen. Trotzdem wurde die hiesige Heimkinofassung des Films in Deutschland erst ab 18 Jahren freigegeben. Das liegt jedoch nicht am Hauptfilm, sondern am Bonusmaterial. WARHOUSE – KRIEGSZUSTAND ist bereits für 16-jährige geeignet.
 
 
 


 
 
 

WARHOUSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Edel Germany

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Armistice; Großbritannien 2013

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: Film selbst: FSK16 – auf Grund von Bonusmaterial erhielt die Scheibe: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 27.06.2014

 
 
 

Warhouse – Kriegszustand [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

WARHOUSE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Und taglich grüsst das Murmeltier (1993)
 
Triangle – Die Angst kommt in Wellen (2009)
 
Timecrimes – Mord ist nur eine Frage der Zeit (2007)
 


Filmreview: “Montana Sacra – Der heilige Berg” (1973)

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MONTANA SACRA – DER HEILIGE BERG

Story

 
 
 
Als ein Dieb einen hohen Turm erklimmt, trifft er dort in einem riesigen Regenbogenzimmer auf den Alchemisten. Dieser ist im Begriff eine Gruppe von Leuten um sich zu versammeln, um sich auf die Reise zum „heiligen Berg“ zu machen damit sie dort zu Göttern werden …
 
 
 


 
 
 

DER HEILIGE BERG – Kritik

 
 
 
Alejandro Jodorowsky ist einer der obskursten Filmemacher aller Zeiten. Sein Leben und sein künstlerisches Schaffen lassen sich nur schwer in Worte fassen, denn es gibt kaum etwas, das dieser Mann nicht gemacht hat, und es gibt kaum eine größere Persönlichkeit, die Jodorowsky nicht kennengelernt hat. Er ist Schriftsteller, Dichter, Musiker, arbeitete an mehreren Comics, inszenierte Theaterstücke und ist Regisseur von Filmen, bei denen man sich heute kaum vorstellen kann, dass es Leute gab, die diese Werke finanziell unterstützt haben. Es sind Filme, welche sich nicht nur abseits des Mainstreams bewegen oder als Sparten-Kino bezeichnet werden können, nein, Jodorowsky erschuf mit seinen Arbeiten eine ganz neue Spezies von Filmen. Im höchsten Maße surrealistisch, ist es nur schwer zu fassen, was Jodorowsky einem wirklich erzählen möchte. Seine Hauptcharaktere sind meist Außenseiter und die Welt, in der sie leben, ein verrücktes Labyrinth. Seine Filme gleichen traumartigen Reisen und die Geschichten sind geprägt durch Jodorowskys spirituelles Wesen und wohl nicht zuletzt durch seinen Konsum von Drogen. Seine absolutes Meistwerkwerk des Außergewöhnlichen stellt wohl DER HEILIGE BERG (The Holy Mountain, 1973) dar, welcher hier in Deutschland auch unter dem Titel MONTANA SACRA bekannt ist.
 
Nach dem Erfolg seines Vorgängerfilmes EL TOPO (1970) war Alejandro Jodorowsky ein Name des Underground-Kinos. Nach dem „Summer of Love“ erreichte die Hippie-Bewegung in den USA 1969 mit dem damaligen Woodstock Festival ihren Höhepunkt. Die Beatles trafen mit Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band den Zeitgeist, wie kaum eine andere Band. Pink Floyd feierten ihre ersten großen Erfolge und Filme wie Roger Cormans THE TRIP (1967), Stanley Kubricks 2001: ODYSSEE IM WELTRAUM (1968) oder Dennis Hoppers EASY RIDER (1969) waren Kino-Hits. Jodorowskys EL TOPO kam also zu einem Zeitpunkt in die Kinos, als die Hippie-Bewegung schon begann abzuklingen. Dennoch fand der Streifen großen Zuspruch, u.a. vom Beatles-Mitglied John Lennon. Dieser konnte seinen damaligen Manager Allen Klein davon überzeugen Jodorowskys nächsten Film, DER HEILIGE BERG, finanziell zu unterstützen. Dieser Deal sollte Alejandro Jodorowsky später zum Verhängnis werden, da er und Klein in einen Streit um zukünftige Projekte gerieten. Jodorowsky hatte fortan keine Kontrolle mehr über seine Filme EL TOPO und DER HEILIGE BERG. Letzterer sollte jedoch auch deswegen in die Filmgeschichte eingehen, da Jodorowsky von den 1,5 Millionen Dollar Produktionsbudget gerade einmal die Hälfte verbrauchte und die andere Hälfte zurückgab.
 
 

„Most directors make films with their eyes. I make films with my balls.“
ALEJANDRO JODOROWSKY

 
 
Nicht nur DER HEILIGE BERG selbst, auch dessen Entstehungsgeschichte ist spektakulär. So verbrachte Alejandro Jodorowsky mehrere Tage vor Drehstart ohne Schlaf unter der Aufsicht eines Zen Meisters, schrieb das Drehbuch unter Einfluss von LSD und lebte mehrere Wochen lang mit der Crew des Filmes in einer Art Kommune, wo die Schauspieler, ebenfalls unter Einfluss von Drogen, spirituelle Erfahrungen machen sollten. Und wie genau kann man DER HEILIGEN BERG nun in Worte fassen? Es ist sehr schwer. Wie schon der Trailer verkündet, steht der Film außerhalb jeglicher Kritik. Ihn als eine „traumartige Reise“ oder einen „Trip“ zu bezeichnen ist noch nett gemeint. DER HEILIGE BERG ist unkonventionell und mutig. Einige Dinge die dieser Film zeigt, könnte man heute nicht mehr drehen. Auch wie der Film mit einigen anderen Dingen umgeht, wäre heutzutage undenkbar.
 
Der Film beginnt in einem Raum, verziert mit einem weißem Mosaik mit schwarzem Muster. Zwei Frauen gekleidet wie Marilyn Monroe und Bette Davis knien auf dem Boden. Hinter ihnen steht ein Mann (Alejandro Jodorowsky als der Alchemist), der einen tiefschwarzen Mantel und einen schwarzen großen Hut trägt. Er beginnt den Frauen die Haare kurz zu schneiden, um ihnen schließlich die Köpfe kahl zu rasieren. Danach folgt der psychedelische Vorspann, geprägt von außerordentlich schönen, aber verwirrenden Bildern, die Muster und Schmuck in allerlei Formen und Farben zeigen. Anschließend sehen wir eine Horde nackter kleiner Jungen, deren Genitalien grün angemalt sind, wie sie einen Mann, der Jesus ähnlich an einem Pfahl festgebunden ist, mit Steinen bewerfen. Dieser weiß sich schließlich zu befreien und verjagt die Horde Kinder, nur um anschließend mit einem Kleinwüchsigen, dessen Arme und Beine amputiert sind, etwas zu rauchen. Wer sich hier denkt, dass die Spitze des Eisberges an Absurdität schon erklommen ist, der irrt. Der Film weiß sich kurz darauf noch einmal zu überbieten. Und dann noch mal, und dann noch mal, und dann noch mal. Es wird nie wirklich klar, was Alejandro Jodorowsky von einem will. Ob er nur ein Thema behandelt oder mehrere. Es gibt in DER HEILIGE BERG immer wieder Elemente die, man als Satire und Gesellschaftskritik auffassen kann. So arbeiten mehrere Begleiter des Diebes und des Alchemisten für die Regierung oder es sind Leute der Oberschicht, von denen die meisten in ihren großen Industrien allerlei absurdes Zeug herstellen, das Leute bei der Stangen halten und sie manipulieren soll.
 
Zugegeben, die erste Hälfte des Filmes fällt wesentlich spektakulärer aus als die zweite. Wie auch schon EL TOPO, so ist DER HEILIGE BERG in zwei zusammenhängende Teile gegliedert, welche sich vom Ton her jedoch stärker voneinander unterscheiden. So ist die erste Hälfte eher ein hochstilisierter Gang durch ein buntes und explosives Labyrinth, in welchem episodenhaft die verschiedenen Charaktere vorgestellt werden. Die zweite Hälfte ist immer noch voll von einigen sehr verrückten Dingen, aber im Vergleich zur ersten wirkt sie etwas gediegener und naturalistischer. Sie beschreibt die Reise zum heiligen Berg.
 
 

„One does not go to the theater to escape from himself, but to reestablish contact with the mystery that we all are.“
ALEJANDRO JODOROWSKY

 
 
Ein kleines Manko des Filmes ist jedoch sein Ende, wobei man hier anmerken sollte, dass diese Meinung rein subjektiv ist. Von einem künstlerischen Standpunkt aus betrachtet, hat der Schluss durchaus seine Berechtigung. Jodorowsky hatte damit etwas zu sagen und es hätte wahrscheinlich kaum eine andere Möglichkeit gegeben, sich adäquat aus diesem Meer des Wahnsinns zu retten. Jedoch ist das Ende in höchstem Maße desillusionierend und weckt den Zuschauer aus einem scheinbar nicht enden wollenden halluzinogenen Alptraum auf. Man hätte gerne noch 5 Minuten, vielleicht auch eine Stunde länger schlafen wollen…
 
 
 


 
 
 

DER HEILIGE BERG – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
 
Alejandro Jodorowskys DER HEILIGE BERG ist ein Meisterwerk des Wahnsinns. Ein bunte und surreale Explosion von Bildern, von denen man nicht eine Sekunde lang seine Augen lassen sollte. Doch wie ist dieser Film zu bewerten? Eigentlich gar nicht. Jodorowskys halluzinogenes Werk kann man nicht wie einen gewöhnlichen Film bewerten. Im Grunde müsste man die Wertung für diesen Film auf „nicht gesehen haben“ oder „gesehen haben“ beschränken statt in Zahlen. Hat man ihn nicht gesehen wird man niemals eine solche Filmerfahrung machen wie bei diesem Streifen. Hat man ihn gesehen, erlebt man etwas wirklich Besonderes und lässt sich von Alejandro Jodorowsky auf einen außerordentlichen Trip mitnehmen. Wenn man den Film aber in Zahlen für das bewerten soll was er ist, so gibt es eigentlich keinen Grund ihm nicht die volle Punktzahl zu geben.
 
 
 


 
 
 

DER HEILIGE BERG – Zensur

 
 
 
DER HEILIGE BERG startete unter dem Titel MONTANA SACRA am 21.08.1974 in einer wahrscheinlich ungeschnittenen Fassung in den deutschen Kinos. 2006 wurde der Film einmalig wiederaufgeführt und 2008 auf Arte gezeigt. Auch hier ist nicht zu hundert Prozent sicher, ob die gezeigten Fassungen unzensiert waren. Die aktuell erhältliche Filmfassung von BILDSTÖRUNG ist zumindest komplett. Der Film trägt das FSK 18-Siegel.
 
 
 


 
 
 

DER HEILIGE BERG – Deutsche Blu-ray

 
 
 
alejandro jodorowsky blu-ray collection bildstoerung

(c) Bildstörung

 
 
 
Am 28. Februar 2014 veröffentlichte das unter Sammlern hoch angesehen Label Bildstörung in Zusammenarbeit mit dem Filmverleih Drop-Out Cinema seine Box „Die Filme von Alejandro Jodorowsky“ als separate DVD- und als Blu-ray-Version. Diese Box ist fantastisch und jedem der das abseitige Kino liebt wärmstens zu empfehlen! Enthalten sind Jodorowskys erster Spielfilm FANDO UND LIS (1968), EL TOPO (1970) und natürlich DER HEILIGE BERG (1973). Die Box ist nicht nur äußerst schön gestaltet, sie enthält auch ca. 8 Stunden Bonusmaterial sowie die Soundtracks von EL TOPO und DER HEILIGE BERG. Die Bild- und Ton-Qualität sind bei allen drei Filmen absolut Spitze. So toll haben Jodorowskys erste drei Spielfilme noch nie ausgesehen.
 
 
 

TECHNISCHE DATEN

DIE FILME VON ALEJANDRO JODOROWSKY Blu-ray Box
 
Originaltitel: El Topo – Mexico (1970) / The Holy Mountain – Mexiko, USA (1973)

Genre: Der Heilige Berg: Drama, Fantasy, Science Fiction / El Topo: Western

Ton: El Topo: Deutsch – LPCM Mono, Spanisch – DTS-HD 5.1 & LPCM Stereo / Der heilige Berg: Deutsch – LPCM Mono, Englisch – DTS-HD 5.1 & LPCM Stereo

Untertitel: Deutsch

Bild: El Topo: 1,33:1 (1080/24p) / Der heilige Berg: 2,35:1 (1080/24p)

Laufzeit: El Topo: 125 Min., Der heilige Berg: 113 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schuber mit mehreren Digipacks

Extras: EXKLUSIVE BONUSFEATURES: Alejandro Jodorowskys Debütfilm FANDO UND LIS (1968, 93 Min.), 2 CDs mit den Originalsoundtracks zu EL TOPO und DER HEILIGE BERG, BONUSFEATURES: 3 Audiokommentare von Alejandro Jodorowsky zu seinen drei Spielfilmen, Jodorowskys wiederentdeckter Kurzfilm DIE KRAWATTE (1957, 21 Min.), Dokumentarfilm DIE KONSTELLATION JODOROWSKY (1994, 86 Min.), Entfallene Szenen zu DER HEILIGE BERG, Alejandro Jodorowsky über Tarot (7 Min.), Alejandro Jodorowsky über EL TOPO (5 Min.), Alejandro Jodorowsky trifft Nicolas Winding Refn [DRIVE, ONLY GOD FORGIVES] (20 Min.), Alejandro Jodorowsky auf dem Filmfest München 2013 (20 Min.), US-Trailer, Bildergalerien, 2 Booklets mit einem langen Interview mit Alejandro Jodorowsky von 1970, der Indizierungsbegründung zu EL TOPO und einem Essay von Claus Löser (alle Features mit deutschen UTs)

Release-Termin: 28.02.2014

 
 

JODOROWSKY Collection (2 Blu-rays, 2 DVDs, 2 CDs) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 

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DER HEILIGE BERG – Trailer

 
 

 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnche Filme:
 
El Topo (1973)
 
Santa Sangre (1989)
 


Filmreview: “Magic Magic” (2013)

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MAGIC MAGIC

Story

 
 
 
Alicia (Juno Temple) will mit ihrer Cousine Sarah (Emily Browning) und deren Freunden einen Kurzurlaub im ländlichen Chile unternehmen. Doch Sarah muss die Reise kurzfristig abbrechen und lässt Alicia mit den anderen zurück. Für die labile Frau ein Albtraum, fühlt sie sich von den ihr fremden Mitreisenden sichtlich bedroht und scheint allmählich den Verstand zu verlieren …
 
 
 


 
 
 

MAGIC MAGIC – Kritik

 
 
 
MICHAEL CERA, der Witzbold aus Filmen wie JUNO oder DAS IST DAS ENDE ist seit jeher für Rollen in eher leichten Teenagerkomödien bekannt. Umso verwunderlicher, dass er im Film MAGIC MAGIC kurzum die Fronten wechselt und gleich mal von netten Burschen zum unheimlichen Vollgestörten mutiert, der in seiner unreif-vulgären Art nichts anderes zu tun hat, als ohnehin schon verunsicherte Mädchen mit unbeholfenen Anbaggerversuchen zu Tode zu ängstigen. Wohl möglich war dem Management dieser etwas sehr schroffe Imagewechsel etwas zu heikel, so dass MAGIG MAGIC zwar viel Lob auf einschlägigen Filmfestivals einheimste, dann jedoch ganz still und leise in den amerikanischen Kino ausgewertet wurde – vermutlich um CERAS Harmlos-Image bewahren zu können. Da verwundert es wenig, dass auf dem Filmplakat nur ganz dezent mit CERA als Kassenmagnet geworben wird, obwohl der Zuschauer hier seine darstellerisch bisher beste Leistung zu sehen bekommt. Für den konsequenten Stilbruch verantwortlich zeichnet der chilenische Regisseur SEBASTIÁN SILVA, dessen letzte Werke LA VIDA ME MATA und OLD CATS ebenfalls von der internationalen Kritik gefeiert wurden aber eher dramalastig daherkamen. Mit MAGIC MAGIC schlägt SILVA zwar eine Brücke zwischen seiner Heimat und den USA, geht aber erzählerisch einen vollkommen anderen Weg. Diesmal hat es ihn in den Thrillerbereich verschlagen, wobei er sich auch bei seinem Neuling auf einfühlsame Weise mit den Ängsten ganz normaler Menschen beschäftigt. Wenn auch auf kompromisslose Weise.
 
Die Geschehnisse in MAGIC MAGIC handeln von der zerbrechlichen Alicia (JUNO TEMPLE), die sich mit ihrer Cousine Sarah (EMILY BROWNING) und deren Freunden Brink (MICHAEL CERA), Agustin (AGUSTIN SILVA) und Barbara (CATALINA SANDINO MORENO) auf den Weg von den Vereinigten Staaten nach Chile macht, um in einem ländlich gelegenen Haus ein paar schöne Tage zu verbringen. Anfänglich noch guter Dinge, muss Sarah bereits kurz nach Abfahrt schon wieder die Heimreise antreten und lässt die verunsicherte Alicia allein mit ihren Freunden zurück. Für Alicia eine ungewohnte Situation mit der sie sich nur schwer anfreunden kann, kennt sie doch keinen der Anwesenden und fühlt sich sichtlich unwohl in deren Gegenwart. Vor allem die wenig subtilen Begattungsversuche des unheimlichen Brink machen der alleingelassenen Alicia schwer zu schaffen. Die beginnt in ihrer permanenten Angst allmählich den Verstand zu verlieren und stößt mit ihren Problemen bei Sarahs Freunden auf nur wenig Verständnis. Was folgt entwickelt sich für Alle zu einem tiefschwarzen Albtraum. Denn nach einigen schlaflosen Nächten verschlechtert sich Alicias Geisteszustand zu nehmens. Sie beginnt Dinge zu sehen, Stimmen zu hören und ist bald nicht mehr Herr ihrer eigenen Sinne. Doch Hobby-Hypnotiseur Agustin weiß Rat: Er setzt das leidgeplagte Mädchen unter Hypnose. Ohne zu ahnen, dass er dadurch ein Desaster lostritt.
 
MAGIG MAGIC ist ein Film, der in unheilvollen Bildern schildert, wie schnell Dinge aus dem Ruder laufen können. Die Geschichte um Alicia, die sich unweigerlich in der ländlichen Idylle Chiles gefangen und sich von ihrem Mitmenschen bedroht, im Stich gelassen und missverstanden fühlt, ist kein Horrorfilm im herkömmlichen Sinne. Vielmehr konzentriert sich Regisseur und Drehbuchautor SEBASTIÁN SILVA gänzlich auf den psychischen Verfall seiner Hauptdarstellerin und erinnert dabei in seiner psychologisch komplexen Darbietung durchaus an Klassiker wie EKEL und ROSEMARYS BABY von ROMAN POLANSKI. JUNO TEMPLE als fragile Alicia erweist sich als perfekte Wahl. Ihr Schauspiel ist von gespenstischer Authentizität, so dass sich der Zuschauer schnell mit ihrer kleinen eigenen Welt verbunden fühlt und ihm das erschütternde Ende schon erheblich an die Nieren geht. Bis Filmmitte lässt sich SILVA Zeit mit der Einführung seiner Charakter und dem Zuschauer im Unklaren, in welche Richtung MAGIC MAGIC überhaupt gehen soll. Alicia hat unter dem Spott der Anwesenden zu leiden, fühlt sich ausgegrenzt und ungemocht. Was folgt ist ihr psychischer Abstieg in den Wahnsinn, den SILVA zugegebenermaßen in wahrlich düstere aber nicht minder doppeldeutige Bilder packt. Alicia redet sich ein Bilder zu sehen, Dinge getan oder gar Stimmen gehört zu haben, wobei SILVA das Glanzstück gelingt, weitestgehend von plakativen Schock-, Spuk- oder Bluteffekten abzusehen. In effekthascherischen Kinozeiten wie diesen darf das schon als beachtliche Kinokunst gesehen werden, schafft es der chilenische Filmemacher, mit einfachsten Mitteln unangenehme Wirkung zu erzielen. Alicias Zerfall verläuft schleichend, ihre ersponnene Bedrohung gewinnt in der zweiten Filmhälfte an Intensität, wobei sich die Vorfälle überschlagen und in einem sehr unangenehmen Ende verlieren. Aufgrund dessen ist MAGIC MAGIC kein Film für zwischendurch, sondern ein erschütterndes Stück Zelluloid, das eine Menge Fragen offen lässt und die Interpretationskreativität des Zuschauers entfachen dürfte.
 
 
 


 
 
 

MAGIC MAGIC – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Grandioser, verstörender Psychotrip der lange nachwirken wird. Absolut unkommerzieller und vor allem sehenswerter Psychothriller, der Erinnerungen an POLANSKIS EKEL wach werden lässt.
 
 
 


 
 
 

MAGIC MAGIC – Zensur

 
 
 
MAGIC MAGIC kommt gänzlich ohne Blut und Gewalt aus. Die unheilvolle Situation wird ganz durch die Vorstellungskraft der Protagonistin Alicia verursacht. Eher psychisch geht’s daher in MAGIC MAGIC zu, so dass der Film hierzulande bedenkenlos ab 16 Jahren freigegeben wurde.
 
 
 


 
 
 

MAGIC MAGIC – Deutsche Blu-ray

 
 
 
magic magic blu-ray

(c) Koch Media

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Magic Magic; Chile/USA 2013

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow, Making Of, Originaltrailer

Release-Termin: 26.06.2014

 
 
 

Magic Magic [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

MAGIC MAGIC – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rosemarys Baby (1968)

Der Mieter (1976)

Ekel (1965)


Filmreview: “Prank” (2013)

prank-2013-unrated
 
 
 

PRANK

Story

 
 
 
Connor (Nick Renaud), Jordan (Henry Monfries) und Chunk (Gemmenne de la Pena ) sind drei Außenseiter, wie man sie an jeder Schule findet. Gerade Connor hat es im letzten Highschool-Jahr besonders schwer, muss er seit vielen Jahren die Demütigungen der Mädchenhelden Dax (Alastair Ferrie) und Omar (Rene Cadet) über sich ergehen lassen, die ihm zuletzt sogar ohne ersichtlichen Grund das Nasenbein gebrochen haben. Damit soll jetzt endgültig Schluss sein. Zusammen mit seinen besten Freund Jordan plant er, den beiden Proleten einen Streich zu spielen. Kaum ist eine Peinlichkeit auf Video gebannt, ist Dax darüber so rein gar nicht erfreut und und fordert Rache. Doch die Vergeltung findet einen unvorhersehbaren Ausgang …
 
 
 


 
 
 

PRANK – Kritik

 
 
 
Viele werden sich vermutlich gern an die herrlich unbeschwerte Jugendzeit zurückerinnern. Jene Zeit, in der die Welt scheinbar noch in Ordnung und weniger sorgenreich war und sich Jugendliche mit anderen Problemen konfrontiert sahen, als sie es als Erwachsene heute tun. Der Film PRANK (zu deutsch: Streich) dokumentiert in wackeligen und amateurhaften Bildern, mit welchen Konflikten sich Teenager auseinandersetzen müssen und zu welch schwerwiegenden Folgen die oftmals kränkenden Hänseleien führen können. Im Mittelpunkt der Geschehnisse stehen drei Außenseiter, die in ihrem bisherigen Leben nur wenig Freude gehabt haben. Sie werden nicht nur in der Schule gemieden, sondern auch von weniger intelligenten Altersgenossen zur Belustigung der Allgemeinheit gedemütigt und gemobbt. Grund genug, es den Übeltätern mit einem makabren Streich heimzuzahlen, der aber nicht die erhoffte Genugtuung bringt, die die drei Freunde vermutlich erwartet haben.
 
Nein, PRANK ist keiner dieser üblichen Slasher, in denen sich unscheinbare Nerds zu wahrhaftigen Racheengeln aufspielen und ihren Kampf gegen die Ungerechtigkeit antreten. Vielmehr handelt es sich bei diesem Film um eine mehr oder weniger rabenschwarze Komödie, bei der dem Zuschauer wahrhaftig das Lachen im Halse stecken bleibt. Als Found-Footage-Movie getarnt, präsentiert uns Regisseur und Drehbuchautor YIUWING LAM einen ziemlich seltsamen Vertreter seiner Gattung, der sich bei allerlei Genres bedient und sich am Ende doch irgendwie nicht entscheiden kann, was er denn nun eigentlich sein möchte. Hier werden Elemente aus gängiger Terror- und Folterware ausgeliehen und mit kontroverser Alltagsproblematik und bitterbösen Humor zu einem schwerverdaulichen Drama vermischt. YIUWING LAM, der sich sein bisschen Filmerfahrung bisher nur durch Kurzfilme aneignen konnte, gibt mit PRANK sein Spielfilmdebüt und trifft damit sogar gleich ins Schwarze. Das mag vor allem daran liegen, dass seine Geschichte zwar konventionell klingt, aber bei weitem nicht das ist, was sie für den Zuschauer vorerst zu sein scheint: ein üblicher Revenge-Thriller. Hier erleben wir ein durchweg erfrischendes Szenario, dass mit unvorhersehbaren Wendungen gespickt wurde und den Zuschauer auf allerhand falsche Fährten lockt, nur um ihm am Ende rücksichtslos in die Magengegend zu boxen. Der Einsatz aktuell so beliebter und leider auch durchweg gehasster Wackelcam-Bilder ist in PRANK einmal mehr Thema, kommt dem Film aber recht gelegen, denn dadurch wirken die Geschehnisse authentischer. Auch wenn nicht immer nachvollziehbar scheint, warum in einigen unangenehmen Momenten die Kamera immer noch die Handlung filmen muss. Immerhin schafft es LAM, die gesamte Laufzeit über ein merklich konstant auftretendes, ungutes Magengefühl beim Zuschauer zu verursachen, der so rein gar nicht glauben möchte, was da im Verlauf der Handlung auf der Mattscheibe passiert. Die beiden Freunde überwältigen den aufgebrachten Muskelprotz und schleifen ihn in den Keller, wo er an einem Stuhl festgebunden fragwürdiges über sich ergehen lassen muss. Was anfänglich eigentlich nur Einschüchtern soll, gerät wenig später vollends aus den Fugen.
 
Natürlich wird hier nicht die Erwartungshaltung des blutgierigen Horrorfans befriedigt. PRANK ist kein zeigegeiler Folteraufguss. Das intelligente Szenario kommt fast gänzlich ohne Ekeleffekte aus. Hier werden bevorzugt die Resultate der Demütigungen bebildert, die Opfer DAX an den Rand seiner Kräfte zwängen. Das wirkt zwar für den routinierten Allesseher wenig reißerisch und ist kein Vergleich zu Stoff wie ELI ROTH`s HOSTEL; dennoch dürften gerade zartbesaitete Filmfreunde mit den (im Vergleich zu ähnlichen Folterfilmen) zurückhaltenden Erniedrigungen am Unsympathen DAX so ihre Probleme besitzen. Auch wenn der Zuschauer am Ende mit einem ziemlich überraschenden Twist zu kämpfen hat, der die bisherigen Gegebenheiten aus einer ganz anderen Perspektive schildert, bleibt PRANK nicht frei von Ungereimtheiten. Zwar sind die schauspielerischen Leistungen für einen Low-Budget-Indie wie PRANK bemerkenswert, können aber nicht hinwegtäuschen, dass viele Interaktionen der wenigen Figuren ziemlich unglaubhaft wirken. Da wäre vor allem die Vorgehensweise der beiden Außenseiter CONNOR und JORDAN zu nennen, die zwar ziemlich nerdig wirken, aber im Verlauf der Handlung eine etwas seltsam anmutende Verwandlung durchleben. Anfänglich zurückhaltend und verängstigt, wächst gerade JORDAN im Verlauf der Handlung über sich hinaus und offenbart dem Zuschauer schnell, dass da mit dem vermeintlich geradlinigen Handlungsstrang irgendetwas nicht zu stimmen scheint. Auch wenn PRANK zu keiner Zeit einen wirklichen Standpunkt einnehmen möchte und dem Filmfreund im Verborgenen bleibt, was Regisseur LAM denn nun eigentlich (wenn denn überhaupt) mit PRANK aussagen wollte, so bleibt ein ziemlich spannender Filmbeitrag, der sich wohlwollend vom üblichen Einheitsbrei abhebt.
 
 
 


 
 
 

PRANK – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Kontroverser Indie-Geheimtipp. PRANK ist ein kleiner Beitrag mit allerhand überraschenden Wendungen, der sich in kein Genre zwängen lässt. Mit Handkamera gefilmt, wird hier die Geschichte über Mobbing, Rache und eine Freundschaft geschildert, deren Vertrauen rasch auf eine harte Probe gestellt wird. Wer außergewöhnliche Filme jenseits des Mainstreams sucht, ist hier genau richtig!
 
 
 


 
 
 

PRANK – Zensur

 
 
 
Zwar ist PRANK nicht sehr brutal oder zeigefreudig, dennoch ist das hier bebilderte Geschehen ziemlich haarsträubend. Auch einige grafischen Szenen gibt es zu sehen (wenn diese auch nicht sonderlich hart auf den “geübten” Horrorfilmfan wirken). Daher kann davon ausgegangen werden, dass PRANK in seiner ungeschnittenen Form in Deutschland KEINE JUGENDFREIGABE erhalten wird.
 
 
 


 
 
 

PRANK – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)

Carrie 2 – Die Rache (1999)

Patrick (1978)

Red Mist (2008)


Filmreview: “Come Out and Play” (2013)

come-out-and-play-poster
 
 
 

COME OUT AND PLAY – Kinder des Todes

Story

 
 
 
Beth (Vinessa Shaw) und Francis (Ebon Moss-Bachrach) erwarten ein Kind und reisen nach Mexiko, um ein wenig Ruhe zu finden und den Kopf frei machen zu können. Leider entpuppt sich der eigentliche Ferienort schnell als Karneval-Feiermeile, sodass die beiden rasch ein Boot mieten und zu einer idyllischen Insel übersetzen, auf welcher die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Doch kaum im vermeintlichen Paradies angekommen, wundert sich das Paar darüber, dass hier schlichtweg kein Erwachsener anzutreffen ist. Der Ort scheint wie ausgestorben und ein Gefühl des Unbehagens kommt unweigerlich auf, als die beiden beobachten, wie die Kinder der Insel sich zusammenrotten und einen Erwachsenen nach dem Nächsten auf arg grausame Weise in die ewigen Jagdgründe befördern …
 
 
 


 
 
 

COME OUT AND PLAY – Kritik

 
 
 
Um Zuge der ökologischen Aufklärung des letztens Jahrhunderts entwickelte sich in den 1970er Jahren eine zunehmend bewusstere globale Auseinandersetzung mit der Problematik der Umweltverschmutzung, die nicht nur ein radikales Umdenken unter den Menschen zur Folge hatte, sondern auch viele Regisseure dazu bewegte, ihre gesellschaftskritischen Botschaften zugleich auch auf Zelluloid bannen zu müssen. Filme, wie FROGS (1972), LONG WEEKEND (1978) und PIRANHAS (1978) schossen wie Pilze aus dem Boden und begründeten wenig später ein neues Sub-Genre, in welchem die Natur unweigerlich zum Angriff bläst, um die unbelehrbare Menschheit für das Vergehen an ihrem kostbaren Lebensraum zu bestrafen. Im Zuge der überaus kassenträchtigen aber dennoch stets gesellschaftskritischen Öko-Horrorfilmwelle der 70er erblickte auch der spanische Thriller WHO CAN KILL A CHILD das Licht der Filmwelt, der sich nicht nur auf das damals so brisante Umweltproblem konzentrierte, sondern ebenso begann, diverse Verbrechen gegen die Menschheit offenkundig anzuprangern. Hierbei bot der Film vor allem dadurch kontroversen Zündstoff, indem er zu Beginn auf erschreckende und dokumentarische Weise bebilderte, welch schwerwiegenden Folgen vor allem kriegerische Auseinandersetzungen nach sich ziehen können und wer letztendlich darunter am meisten zu leiden hat: die Kinder.
 
Als Grundlage für den spanischen Films WHO CAN KILL A CHILD diente der Roman EL JUEGO DE LOS NINOS von JUAN JOSÉ PLANS, der ein wahrlich apokalyptisches Schreckens-Szenario schildert und sich die Frage stellt, was letztendlich wäre, wenn sich die Schwächsten in der Gesellschaft zusammenraffen und in den Krieg gegen die Erwachsenen ziehen würden, um für all die Schandtaten an ihren kleinen Seelen Vergeltung einzufordern. Immerhin scheint die Botschaft des Film aktueller denn je, so dass sich Remake-Regisseur MAKINOV darin verpflichtet sah, die durchaus zeitlose Erkenntnis des Buchvorlage in die Gegenwart transferieren zu müssen, um die kontroverse Thematik mittels glattgebügelten Remakes auch einer neuen Generation zugänglich machen zu können. Dass MAKINOV sich hier natürlich eine große Bürde aufgezwungen hat, dürfte auf der Hand liegen, besticht bereits das Original mit einer durchaus beklemmenden und besonderen Atmosphäre, die man bis dato in nur wenigen Genre-Filmen bewundern durfte. Das bemerkenswerte jedoch ist, und das macht den Film durchaus zu einem waschechten Klassiker des Genres, dass WHO CAN KILL A CHILD selbst 35 Jahre nach seiner Entstehung immer noch zu fesseln weiß und rückblickend betrachtet, seiner Zeit weit voraus war. Umso erfreulicher also, dass sich MAKINOV der wertvollen Qualität diese kleinen Genre-Perle durchaus bewusst war und diesen wichtigen Klassiker nun mit dem nötigen Respekt neuinterpretiert hat. Seine Neuauflage mit dem etwas sehr reißerischen Titel COME OUT AND PLAY orientiert sich hierbei jedoch sehr an das Erfolgskonzept des Originals. Der Schauplatz besitzt eine erschreckend präzise Ähnlichkeit mit dem aus der Vorlage, die menschenleeren Gassen verursachen ein ebenso bedrohliches Unbehagen und die unerträgliche Hitze der spanischen Mittagssonne birgt ein sonderbares Gruselfeeling, das bereits Regisseur SERRADOR im Original kongenial einzufangen wusste. Überhaupt klammert sich COME OUT AND PLAY krampfhaft an die atmosphärisch dichte Grundlage, ganz so als hätte MAKINOV davor Angst der Geschichte eine nötige Eigenständigkeit einzuverleiben. Im Grunde genommen keine dumme Idee, denn aufgrund der haargenauen Umsetzung lässt sich letztendlich schwer deuten, welcher der beiden Filmen denn nun eigentlich der Bessere ist. MAKINOVS behutsames Vorgehen ist zwar löblich, dennoch zwängt sich einem als Zuschauer hierbei natürlich unweigerlich die Frage auf, welchen Sinn denn letztendlich eine filmische Neuinterpretation besitzt, wenn diese im Grunde genommen den Mut davor scheut, dem gesamten Treiben eine eigenständige Note zu verleihen. Vermutlich mag der Grund hier natürlich in der lukrativen Neu-Aufbereitung altbekannter Filmstoffe liegen, die in Hollywood aktuell eine Hochkonjunktur erleben und seit nun schon über 10 Jahren maximale Gewinne in die ohnehin leeren Kinokassen spülen. Da bereits unlängst alles recycelt wurde, was in der Horrorfilmszene Rang und Namen besitzt, scheint es nun an der Zeit, selbst den unbekannten Klassikern eine Frischzellenkur zu spendieren – ganz der Devise: minimaler Aufwand führt hoffentlich zu maximalen Gewinn. Schenkt man den Informationen Glauben, die man im Internet zu COME OUT AND PLAY findet, so soll das Remake rund sechs Millionen EURO gekostet haben. Für einen kleinen Film wie diesen ein enorm umfangreiches Budget, das man dem Film leider nur selten ansieht.
 
Auch wenn MAKINOV sich etwas zu versteift an der Vorlage orientiert so erstaunt dennoch, mit welch spielerischer Leichtigkeit es ihm gelingt einen durchaus spannenden Film zu konstruieren, der sogar den Kennern des Originals den Atem stocken dürfte. Hierbei ist natürlich das dreckig-verschwitztes Gruselflair zu nennen, das unweigerlich an das Terror-Kino der 70er erinnert und dem Film mit einer ganz speziellen Atmosphäre beschenkt. Die Hitze ist stets präsent und scheint den beiden Hauptcharakteren gänzlich den Verstand rauben zu wollen. Und gerade in derart belastenden Wetterlage sieht sich das Paar mit einer Horde rebellischer Kids konfrontiert, die wie durch Hypnose verzaubert durch die Gassen des Küstenstädtchens wandeln. Immerhin versucht MAKINOV sich mit seiner Neuauflage an die zeitgemäßen Regeln des aktuellen Horrorfilms zu orientieren. Denn während das Grauen im Original eher subtiler Natur war, hält MAKINOV natürlich mit der Kamera zeigegeil drauf, so dass hier auch Horrorfilmfreunde auf ihre Kosten kommen dürften, die es hin und wieder etwas ruppiger mögen. Ob das dem Film letztendlich wirklich förderlich ist, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Da werden Ketten aus Ohren und Fingern gefertigt und Erwachsene auf arg bestialische Weise ausgeweidet. Für unseren Geschmack etwas zu viel des Ganzen, da hierbei der Grundtenor der eigentlichen Botschaft des Films in gänzlich andere Sphären driftet. Überhaupt bleibt die Botschaft für Nichtkenner der Buchvorlage und des Originals vollkommen im Dunkeln verborgen. Wurde der Epilog zu WHO CAN KILL A CHILD noch mittels verstörenden Filmaufnahmen des Zweiten Weltkriegs bebildert, um die Film-Interpretation für den Zuschauer zugänglicher zu gestalten, so fehlen derart Hinweise im Remake gänzlich.
 
Nichtsdestotrotz, auch wenn COME OUT AND PLAY eigentlich im Grunde genommen haargenau die gleiche Geschichte nur mit anderen Schauspielern erzählt, so kann man dennoch nicht behaupten, dass MAKINOV mit seinem Remake gescheitert ist. Der Film ist gnadenlos spannend und dürfte selbst den Kennern der Vorlage hin und wieder gehörige Schauer bescheren. Auch wenn die eigentliche Grundaussage des Film gänzlich im Verborgenen bleibt und COME OUT AND PLAY einige sehr fragliche Gewaltspitzen zelebriert, sollte diese Neuinterpretation nicht unbeachtet bleiben. Zwar wirkt die gesamte Inszenierung, gerade aufgrund der etwas expliziten Zeigefreudigkeit einiger “böser” Szenen, durchaus so als bekäme der Zuschauer hier einen weiteren Teil des beliebten KINDER DES ZORNS-Franchise serviert; trotz kleiner Schnitzer hat Regisseur MAKINOV es dennoch geschafft einen Film zu drehen, dem es wahrhaftig gelingt über weite Strecken die Qualität des Originals zu erreichen und welcher nur minimal schlechter ist als seine Vorlage.
 
 
 


 
 
 

COME OUT AND PLAY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Unglaublich spannender Survial-Schocker unter der bedrückenden Sonne Mexikos. Der Filmfreund sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren.
 
 
 


 
 
 

COME OUT AND PLAY – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung hat in der ungeschnitten Form eine KEINE JUGENDFREIGABE-Einstufung erhalten. Trotz kontroverser Thematik kann der Filmfreund bedenkenlos zuschlagen, denn COME OUT AND PLAY musste keine Federn lassen.
 
 
 


 
 
 

COME OUT AND PLAY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Come Out and Play; Mexiko 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Deleted Scenes, Originaltrailer

 
 
 
Nach fast einem Jahr Wartezeit erscheint auch hierzulande COME OUT AND PLAY endlich auf DVD und Blu-ray Disc. Anbieter MARITIM PICTURES hat den Film ungeschoren durch die FSK geschmuggelt und sogar eine durchweg angenehme Synchronisation spendiert, die gerade bei kleineren Labels nicht immer gegeben ist. Nach dem Einlegen der Scheibe geht’s auch gleich in ein eher lieblos erstelltes DVD-Menü, das sich kaum von denen aus dem Hause MIG oder INTERGROOVE unterscheidet. Demzufolge kann der Zuschauer aus einem schlichten Standbild heraus zwischen dem Film, der Sprachauswahl und einer kleinen Auswahl an Extras wählen. Letztere bestehen gerade einmal aus einem fünfminütigen „Behind the Scenes“-Feature, einigen gelöschten Szenen (rund drei Minuten) und dem Trailer im Original (etwa zwei Minuten). Das kurze Bonusmaterial liegt komplett in hoher Auflösung vor, wurde aber nicht untertitelt. Gleiches gilt übrigens auch für den Hauptfilm, bei dem ebenfalls deutsche Untertitel schmerzlicht vermisst werden. In Anbetracht der Tatsache, dass Untertitel für den Hauptfilm heutzutage zum üblichen Standard bei Blu-rays gehören, ist das Fehlen selbiger eigentlich unduldbar. Immerhin wird der Film in einem durchweg guten Bild und sattem Ton geboten, was einige Mankos in der Veröffentlichungspolitik des Labels schnell vergessen lassen. Zudem gibt es für Flatschengegner ein Wendecover ohne FSK-Stempel. Unterm Strich wird dem Horrorfilmfan mit der Blu-ray zu COME OUT AND PLAY eine solide Veröffentlichung geboten, die den Film in guter Technik zeigt und sogar einige Extras zu bieten hat. Der günstige Anschaffungspreis dürfte Sammler „böser“ Filme nicht lange zögern lassen zuzugreifen.
 
 

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COME OUT AND PLAY – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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Kinder des Zorns (1984)

The Children (2009)


Filmreview: “Undocumented” (2010)

"Undocumented" (2010) Filmposter - Filmkritik auf Filmchecker
 
 
 

Undocumented

Story

 
 
 
Eine Gruppe ambitionierter, amerikanischer Dokumentarfilmer arbeitet an einem Film, der sich mit illegal eingewanderten mexikanischen Immigranten beschäftigen soll. Um der Doku den nötigen Diskussionsstoff bieten zu können, reisen die Freunde nach Mexiko und begleiten eine Gruppe Flüchtlinge bei ihrer strafbaren Reise in die USA. Mit dem Wunsch, endlich der Armut und der erschütternden Perspektivlosigkeit entfliehen zu können, begeben sich die Immigranten in einen Flüchtlingstransporter, der sie sicher in das Land ihrer Träume transportieren soll. Doch die Reise schlägt fehl, denn auf ihrem Weg in die Freiheit geraten die Einwanderer an eine Gruppe radikaler amerikanischer Rassisten, die das Gesetz schlichtweg selbst in die Hand nehmen und die Truppe in ein eigens zusammengezimmertes Konzentrationslager verschleppen. Das amerikanische Filmteam soll hierbei die nun folgenden Grausamkeiten dokumentieren, mit welchen die selbsternannten Ordnungshüter die verstörten Einwanderer bestrafen. Zudem soll das abartige Filmmaterial als Propagandafilm fungieren, der weitere illegale Immigranten davon abhalten soll, unrechtmäßig amerikanischen Boden zu betreten.
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Kritik

 
 
 
Mit dem vorliegenden Genre-Beitrag „Undocumented“ hat es einmal mehr ein Nachwuchsregisseur geschafft, mit reichlich Zündstoff auf sich aufmerksam zu machen. „Chris Peckover“, der sich zuvor sein Lohn und Brot mit einigen Kurzfilmchen verdient hat, teilt in seinem vorliegenden abendfüllenden Erstlingswerk herbe Kritik an der Unfähigkeit der amerikanischen Regierung aus. Hier wird nichts verschönert, oder vereitelt, sondern sein Film kritisiert einmal mehr, zu welchen rassistischen Abartigkeiten vermeintlich friedliebende Bürger fähig sein können und mit welcher Blindheit die amerikanische Führungsriege dem grotesken Treiben beiwohnt. Grundlage für seine Geschichte dient die aktuelle Immigranten-Problematik der USA, die scheinbar kaum noch in der Lage zu sein scheint, perspektivlose und in Armut lebenden Mexikaner davon abhalten zu können, illegal in das Land einzureisen. Da werden Mauern um die Grenzen gezimmert und der vollkommen übertriebene Patriotismus vieler Amerikaner, sowie die Angst vor dem eigenen sozialen Abstieg (denn die Mexikaner haben natürlich nichts anderes im Sinn als den Amerikanern die Jobs zu „stehlen“) sorgen nicht selten für ein unverständlich rassistisches Gedankengut gegenüber der mexikanischen Bevölkerung. Forscht man im Internet nach, so scheint es sogar kriminelle (amerikanische) Banden vor amerikanischen Grenzpunkten zu geben, die einzig darauf spezialisiert sind, ahnungslosen mexikanischen Einwanderern aufzulauern, auszurauben und schließlich zu töten. Hinzukommt, dass es bisher noch kein modernes, amerikanisches Einwanderungs-Recht gibt, dass die legale Einwanderung für Immigranten erleichtert, sodass viele Einreisende den illegalen und gefährlichen Weg in Kauf nehmen müssen, um von einem sorgenfreien Leben träumen zu dürfen.
 
Peckerovers „Undocumented“ ist kein einfach zu verdauender Film. Das wahrlich perverse und menschenverachtende Treiben geht verdammt nah und sorgt nicht nur einmal dafür, dass der Zuschauer als Zeuge der Geschehnisse mit einer verständlichen Fassungslosigkeit und einen brodelnden Wut vor dem heimischen Fernsehapparat zurückbleibt. Parallelen zum kürzlich erschienen „Territories“ sind unverkennbar. Auch dort wurde der radikale Weg gewählt und ein äußerst politisch brisantes Thema zur Grundlage des Films gemacht. Angesichts der erschütternden realen Geschehnisse, auf welche beiden Filme fungieren, wirkt die herbe Kritik in Form einer nicht enden wollenden Schreckens-Achterbahn der Grausamkeiten auch für den Zuschauer wie eine Martyrium. Anders als der kanadische Beitrag „Territories“ geizt der vorliegende „Undocumented“ nämlich nicht mit blutigen Details. Ob derart sadistische Zeigefreudigkeit jedoch wirklich hätte sein müssen, scheint fraglich, denn der Film hätte auch ohne die diversen Abartigkeiten seine erschütternde Wirkung keinesfalls verfehlt. Trotzdem, die wenigen (verdammt realistischen) F/X gehen durch Mark und Bein und verstärken vermutlich allein nur die Erkenntnis, zu welch unmenschlichen Fähigkeiten die Bestie Mensch fähig sein kann und dass derart unannehmbaren Menschenrechtsverletzungen zu keiner Zeit toleriert werden dürfen.
 
 
 
Nach „Saw“, „Hostel“ und Co. beweist ein motivierter Nachwuchsregisseur, dass der Horror nicht immer nur rein fiktiv sein muss. Man braucht als Filmfreund einfach nur den Fernseher einschalten und die Berichterstattungen in den aktuellen Nachrichtensendungen verfolgen. Der tagtägliche erschreckende Wahnsinn, der uns dort präsentiert wird, bietet auch die Grundlage des vorliegenden Thrillers „Undocumented“. Ein, teilweise schonungsloses Dokument über grausame Menschenrechtsverletzungen, welche sich Tag für Tag tatsächlich an der amerikanischen Grenze ereignen. Auch wenn Peckovers Geschichte rein fiktiv aus der „Found Footage“-Sicht eines Kamerateams geschildert wird, so birgt am Ende die Erkenntnis, dass illegale Immigranten aus Mexiko, die von einem besseren Leben träumen und tagtäglich dennoch für ihren Traum mit dem Leben bezahlen müssen, ein merklich befremdliches Bauchgefühl. Peckovers Film ist bereits seit geraumer Zeit als hochwertige Heimkinofassung auf dem amerikanischen Markt erhältlich. Warum sich hierzulande noch niemand für die Auswertung des Films entschieden hat, stößt meinerseits auf vollkommenes Unverständnis. Ein Film, der sich vor allem in die Sammler-Reihe „Kino Kontrovers“ ideal einfügen würde.
 
 
Im übrigen: wen dieser Film kalt lässt und wer sich nach Sichtung in seinem rassistischen Gedankengut (in welcher Art auch immer) bestätigt fühlt, sollte dringend den Psychiater seines Vertrauens aufsuchen!
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
“Undocumented” ist ein erschreckend, kontroverses und wichtiges Dokument für mehr Menschlichkeit, Verständnis und Toleranz!
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Zensur

 
 
 
Der Film selbst ist kein Splatter-Feuerwerk. Dennoch verfehlen die wenigen grafischen Gewaltdarstellungen nicht ihre Wirkung. Mit ganz viel Glück dürfte der Film ungeschnitten mit einer „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erscheinen.
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Territories (2010)

The Afflicted (2010)

Darfur (2009)

The Road to Guantanamo (2006)

 

 

 


Filmreview: “The Afflicted” / “Another American Crime” (2010)

 
 
 

Maggi (Leslie Easterbrook) lebt zusammen mit ihren vier Kindern und dem treusorgenden Ehemann (Kane Hodder) in einem kleinen armen Vorort irgendwo in ländlichen Amerika.

Doch die bibeltreue Christin scheint zu oft zur Flasche zu greifen, als das sie geistig in der Lage wäre, ihr Leben und das der Familie in recht Bahnen lenken zu können.

Geistig umnebelt bestraft sie „im Auftrag Gottes“ erst ihren Mann, dem seine Ehefrau vollkommen fremd geworden zu sein scheint, und der außerehelich nach Nähe und Geborgenheit sucht.

Im Streit stößt sie ihn die Treppe hinab, und zertrümmert ihm in ihrer Wut den Schädel.

Mit dem Ableben des Vaters erwartet fortan die ahnungslosen Kinder eine wahres Martyrium.

Mutter Meggi scheint mit dem Leben ihrer Kinder bereits seit längerer Zeit abgeschlossen zu haben, denn emotionslos terrorisiert und schikaniert sie ihre noch minderjährigen Kindern – bis die Lage eskaliert.

 
 
 

Aktuelle Genreproduktionen, die angeblich auf wahren Begebenheiten beruhen scheinen derzeit ja absolut im Kommen zu sein. Ob sich die Geschichten dahinter wirklich so abgespielt haben, oder einzig den kreativen Köpfen der Drehbuchautoren entspringen ist oftmals schleierhaft. Auch das Regie-Erstlingswerk des ehemaligen Tontechnikers Jason Stoddard macht keinen Hehl daraus auf aktuelle Geschehnisse zurückzugreifen, wobei ich dennoch gestehen muss, dass ich das so, wie es der Film zumindest schildert, nicht so wirklich glauben möchte.

Vorab ein großes Lob an Darstellerin Leslie Easterbrook (“The Devils Rejects“, “Halloween“), die in der Rolle der psychisch-debilen Terror-Mutter „Maggi“ wirklich alle Facetten eines verwirrten Geisteszustandes glaubhaft umzusetzen weiß.

Anfänglich noch als liebende Ehefrau und Mutter skizziert, zerfällt ihr vollkommen verletzlicher Geisteszustand von Filmminute zu Filmminute. Dabei zerschmelzen die Übergänge zwischen gottesfürchtigen Wahnvorstellungen, Alkoholismus, Schizophrenie und zermürbende Verachtung und Hass den Kindern zugegen fließend ineinander.

Als Zuschauer hat man keine Chance sich diesem exzellenten Schauspiel zu entziehen, und man mag wahrlich nicht glauben wollen, zu welchen Handlungen eine derart hilflose Mutter fähig sein kann.

Denn nachdem „Maggi“ realisiert hat, dass sie im Halbsuff ihren Ehemann erschlagen hat und ihn in der Gefriertruhe im Schuppen versteckt hält, scheint sie mit ihrem Leben gänzlich abgeschlossen zu haben und beginnt die eigenen Kinder zu terrorisieren.

Parallelen zum kontroversen Thriller „An American Crime“ (lose Verfilmung des Buches „Evil“ von Jack Ketchum) aus dem Jahre 2007 sind unverkennbar, wobei die Leidensgeschichte der Protagonistin aus der Ketum-Verfilmung, minimal schockierender, subtiler und bedrückender auf den Zuschauer einzuwirken weiß.

Die ebenso guten schauspielerischen Leistungen der drei Schwestern in „The Afflicted“ wissen trotzdem ebenso zu überzeugen. Dennoch, das Drehbuch offenbart hier einige wirklich offensichtliche Logiklücken.

Die drei vollkommen unterschiedlichen Schwestern (zwei von ihnen sind fast volljährig und machen nun keinen augenscheinlich hilflosen Eindruck) wissen sich kaum zu wehren und dulden die moralisch fragwürdigen Handlungen der vollkommen labilen und schwachen Mutter. Der einzige Sohn frönt dem makaberen Treiben wortlos bei und dient einzig als Handlanger für die Beseitigung des „Abfalls“ der Mutter. Aus Angst versuchen die Kinder erst kaum sich der Außenwelt zu offenbaren, da sich davon ausgehen, dass ihnen niemand Glauben schenken würde.

Die drei Schwestern unterscheiden sich enorm voneinander. Die älteste Schwester Cathy scheint souverän und erfahren und muss den Großteil der Schikanen ertragen, die 16jährige Carla gibt die taffe Rebellin und Grace, die jüngste der drei Schwestern verkriecht sich lieber wortlos in ihr Zimmer und dokumentiert die Geschehnisse in ihrem Tagebuch.

Warum sich zumindest die älteren Geschwister nicht zu wehren wissen und warum sie kaum versuchen den wirren Wortfetzen der Mutter zu kontern und stattdessen alles brav über sich ergehen lassen, entzieht sich, zumindest mir, jeglicher Logik.

Demnach ist das Ende auch relativ ernüchternd und etwas zu spitz dargestellt und hinterlässt, trotz einem knallharten und konsequenten Abschluss, einen unweigerlich unbefriedigenden Eindruck beim Zuschauer.

 
 

The Afflicted“ ist ein recht ordentlicher Thriller, der mit seiner kontroversen Thematik sicher für gehörig Gesprächsstoff sorgen dürfte. Gerade die, im Wind wehende Amerikanische Flagge, welche im Verlauf des Filmes des öfteren vor dem Fenster der Gepeinigten flattert suggeriert, dass derart Geschehnisse scheinbar tagtäglich unentdeckt in diversen gutbürgerlichen und frommen amerikanischen Kleinfamilien vorfallen sollen.

Hält man sich vor Augen, dass es sich bei dieser Produktion um ein niedrig budgetiertes Independent-Werk handelt und Regisseur Jason Stoddard bisher keine Regie-Erfahrung vorweisen kann, so kann man letztendlich behaupten, dass das Endresultat beachtlich sehenswert ausgefallen ist.

Regisseur-Neuling Stoddard kann mit Easterbrook und Hodder zwei einschlägig bekannte Größen aus der Horrorfilmszene vorweisen und hat in den Castriege einige höchst talentierte Schauspieler am Start, die wirklich überzeugend agieren.

Leider erschwert die leidlich glaubhafte Geschichte das Mitfiebern und Mitleiden des Zuschauers und gerade aufgrund des fragwürdig nachvollziehbaren Plots, macht sich nach Filmende etwas Ernüchterung breit, und man mag als Zuschauer das Gefühl nicht loswerden wollen, dass aus „The Afflicted“ mehr herauszuholen gewesen wäre, hätte man das Drehbuch abschließend noch einmal auf grobe Schnitzer in der Handlung überprüft.

Dennoch, offenen Filmfreunden, die eine Vorliebe für authentische und kontroverse Filmen/Dramen besitzen sei „The Afflicted“ ans Herz gelegt. Hier gibt es keine Schlachterplatte (die Gewalthandlungen passieren im Off), sondern hier zählt allein der zermürbende und hilflose Grundton des arg fragwürdigen Geschehens.

Wem „The American Crime“ zugesagt hat, der dürfte vermutlich auch mit „The Afflicted“ gut unterhalten werden, zumal die beiden Geschichten minimal ähnliche Handlungsverläufen besitzen.

Im übrigen ist der Titel („Another American Crime“), der bevorstehenden deutschen Filmversion (Sommer 2012) vollkommen irreführend.

Die deutsche Titelschmiede offeriert einen indirekten Bezug zur Ketchum Verfilmung „An American Crime“ aus dem Jahre 2007, was natürlich vollkommener Quark ist.

 
 
 

Fazit: 6,5/10 Punkte

 
 

Ambitioniertes Indiwerk, mit einer hervorragenden „Leslie Easterbrook“, aber einer etwas minder glaubhaften Story. Für ein Regiedebüt trotzdem beachtlich!

 
 

(FSK-Freigabe: ungeschnitten – keine Jugendfreigabe)
 
 
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Hellraiser80


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