Horrorfilm, Mystery, Slasher, Folterfilm, Thriller, Splatterfilm, Gruselfilm, Trashfilm auf FILMCHECK

Beiträge mit Schlagwort “Kritik

Filmreview: “Devoured – Verschlungen” (2012)

devoured 2012
 
 
 

DEVOURED – VERSCHLUNGEN

Story

 
 
 
Die alleinerziehende Mutter Lourdes (Marta Milans) muss in einem Restaurant das nötige Kleingeld für die Operation ihres kranken Sohnes verdienen und wird dabei mit einer unheimlichen Bedrohung konfrontiert …
 
 
 


 
 
 

DEVOURED – Kritik

 
 
 
Wenn man sich in der Horrorfilmwelt umschaut, kann man meinen, den Filmemachern gehen die Ideen aus. Nicht selten werden hinreichend bekannte Filmstoffe dreist stibitzt und die notdürftig zusammengeklöppelten Geschichten mit übelkeiterregender Gewalt kaschiert. Denn nur so lässt sich in schnelllebigen Zeiten halbwegs zügig ‘ne Menge Asche verdienen. Gerade weil viele dieser unbedachten Gewaltorgien nur selten eine Kino und Video-Freigabe bei deutschen Zensurbehörden erhalten, haben spitzfindige Rechteinhaber einen höchst wirtschaftlichen Weg gefunden, wie man noch schneller viel Geld in noch weniger Zeit erbeuten kann. Man veröffentlicht einfach seine Blutgranate im deutschsprachigen Ausland und limitiert das böse Stück Film auf möglichst geringe Stückzahlen, damit man dem Filmfan deutlich mehr Euronen als nötig aus der Brieftasche ziehen kann. Der kommende Gruseltrip DEVOURED dürfte dabei in keine der beiden Schubladen rutschen. Hier haben wir es mit einem höchst interessanten und klug durchdachten Geheimtipp zu tun, der sich einen Deut darum schert sein Handlung im Blut zu ersäufen. Der reguläre Weg über den deutschen Handel dürfte die mögliche Konsequenz sein, was den deutschen Filmsammler freuen dürfte, der endlich mal wieder einen guten Horrorfilm zum normalen Obolus in sein Regal stellen darf – ungeschnitten versteht sich. Der düstere Mysterythriller DEVOURED ist mal wieder so ein Fall, der von zwei Neulingen auf dem Gebiet des Spielfilms inszeniert wurde. Während Regisseur GREG OLLIVER bisher nur Dokumentationen gedreht hat und mit dem Dokumentarfilm LEMMY schon einen beachtlichen Erfolg verbuchen konnte, liefert MARC LANDAU sein erstes Drehbuch ab und trifft damit alle Neune. Seine Geschichte versteht, sich gekonnt vom üblichen Horrormist der letzten Zeit abzuheben, wobei mit diesem intelligenten Stück Kino endlich Mal wieder ein Film ins Haus steht, der mit ganz einfachen Mitteln und kleinen Schritten versucht, dem Zuschauer das Gruseln näherzubringen. Interessanterweise setzt Regisseur GREG OLLIVER vernehmlich auf die subtile Wirkung des Bildes und die leisen Töne, denn gesprochen wird in DEVOURED ohnehin kaum. Stattdessen wird der zermürbende Zerfall der leidenden Hauptdarstellerin in ziemlich beunruhigende Bilder gepackt, die in ihrer schlichten Symbolhaftigkeit so erschütternd sind, dass man meinen könnte GREG OLLIVER hätte in seinem Leben nichts anderes gemacht, als psychologisch tiefgründige Horrorfilme zu drehen.
 
DEVOURED erzählt vom Schicksal der alleinerziehenden Lourdes (MARTA MILANS), die von Mexiko nach New York reist, wo sie Geld für eine wichtige Operation ihres kleinen Sohnes verdienen muss. Des nachts schrubbt sie in einem französischen Restaurant die Böden und deckt die Tische ein, damit tagsüber die dekadente Gesellschaft New Yorks dort den schönen Seiten des Lebens frönen kann. Abwechslung vom stupiden und einsamen Arbeitsalltag bieten Lourdes die allabendlichen Telefonate mit ihrem Kind, die kurzzeitig die üblen Schikanen ihrer Arbeitgeberin Kristen (KARA JACKSON) vergessen lassen. Die nutzt zusammen mit Küchenchef Billy (TYLER HOLLINGER) die missliche Lage der Gastarbeiterin aus und machen der besorgten Mutter das Arbeitsleben zur Hölle. Um möglichst schnell das Geld für die Operation aufbringen zu können, entscheidet sich Lourdes zu drastischeren Maßnahmen. Sie erweist einigen Restaurant-Gästen sexuelle Dienste gegen Geld, was bald zu ungeahnten Folgen führt. Türen schlagen wie von Geisterhand zu und eine gespenstische Präsenz scheint der jungen Mutter in jedem Winkel des Lokals zu folgen. Schnell wird der Arbeitsalltag für Lourdes zum Albtraum, denn sie ist fest davon überzeugt, dass es in diesem Restaurant spukt.
 
DEVOURED – VERSCHLUNGEN ist mehr Drama als Horror, wobei es sich OLLIVER nicht nehmen lassen hat, sich ausreichend beim düsteren Genre zu bedienen. Was sich anfänglich noch als bitteres gesellschaftskritisches Filmchen gibt, driftet im Verlauf der Handlung in weitaus unangenehme Sphären ab. Da sieht Lourdes plötzlich die verzerrte Fratze ihres Kindes im Spiegel grinsen und eine unheimliche Gestalt verfolgt die strebsame Mutter am Arbeitsplatz auf Schritt und Tritt. Zudem scheint es in der Umkleide zu spuken und plötzlich zuschlagende Türen erschrecken die fragile Lourdes fast zu Tode. Leicht verdient ist das Geld an diesem Arbeitsplatz mit Sicherheit nicht, zumal sich die junge Frau zusätzlich noch mit den Schikanen ihrer Vorgesetzten auseinandersetzen muss, die die Gastarbeiterin nicht nur einmal spüren lassen, in diesem Land nicht willkommen zu sein. Mit gesellschaftskritischen Seitenhieben wird in DEVOURED nicht gespart. Sei es Kritik an der im Land immer größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich und dem dekadenten und verschwenderischen Auftreten der gutbetuchten Gesellschaftsschicht, die meint mit Geld alles kaufen zu können. Oder die Frage nach dem Wert eines kranken Lebens, dass scheinbar nur dann gerettet werden kann, wenn man hierfür das nötige Kleingeld besitzt. In DEVOURED ist das Thema Geld allgegenwärtig, das regelt wer man ist, wie man lebt und ob man überlebt. Während man zuletzt bereits mit Erstaunen feststellen musste, mit welch hohen technischen Standard Debütfilme aus der Horrorsparte glänzen können, beweist natürlich auch Regisseur GREG OLLIVER mit seinem DEVOURED, dass man auch mit wenig Geld richtig gute Filme machen kann. Zwar spielt sich hier alles auf engstem Raum ab; nach günstig produzierter Videoware schaut das leider ganz und gar nicht aus. Der Film wurde mit MARTA MILANS als gebeutelte Seele hervorragend besetzt, die nicht nur den Film fast gänzlich allein tragen muss, sondern ebenso die Leistung vollbringt, nur anhand ihrer Mimik dem Zuschauer zu vermitteln, was ihr Charakter denkt und fühlt. Durch ihr zwar wortkarges aber stets zugängliches Schauspiel fühlt sich der Zuschauer schnell mit der Hauptdarstellerin verbunden und begleitet die leidende Protagonistin auf ihren von Angst und Einsamkeit geebneten Abstieg in den Wahnsinn. Finstere Gänge, farblose Bilder und fast schon nervenzehrende Stille untermauern das stetige ungute Gefühl der Verzweiflung und verbildlichen die Qualen, welche die Heldin durchleben muss, um das Leben ihres Kindes zu retten. Leider ernüchtert am Ende die Tatsache, dass auch OLLIVER auf den aktuell so beliebten Plottwist setzen muss, der im Horrorgenre zu einer unweigerlichen Selbstverständlichkeit geworden ist. Die paranormalen Vorkommnisse werden plausibel gelüftet und der Zuschauer erhält mit einer etwas arg derben Wendung nicht das Ende, dass man sich bei einem derartig todtraurigen Film vermutlich erhofft hätte.
 
Am Ende bleibt ein uneingeschränkt empfehlenswerter Geheimtipp, der all jenen Fans ans Herz gelegt sei, die auch beim Horrorfilm einen gewissen Anspruch voraussetzen, um gut unterhalten zu werden. Wer die Qualität eines Horrorfilms nur vom Blutgehalt und der Anzahl der Leichen abhängig macht, ist hier vollkommen falsch. DEVOURED ist ein unangenehmer Mysteryfilm, mit guter Besetzung und sehr gutem Drehbuch. Da kann man Regisseur GREG OLLIVER und Drehbuchautor MARC LANDAU nur viel Glück wünschen, dass es ihnen gelingt mit ihrem gelungenen Gruselauftakt maximale Erfolge zu erzielen. Glaubt man dem Filmplakat, hat DEVOURED bereits einschlägige Festivals überzeugen können – für das FILMCHECKER-Team absolut verständlich!
 
 
 


 
 
 

DEVOURED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein Brett von Film – uneingeschränkt empfehlenswerter Geheimtipp für all jene Freunde der gruseligen Unterhaltung, die eine Leidenschaft für subtile Horrorfilme jenseits des Mainstreams hegen.
 
 
 


 
 
 

DEVOURED – Zensur

 
 
 
DEVOURED – VERSCHLUNGEN ist ein eher ruhig inszenierter Film, der sich mit dem subtitle Gruseln beschäftigt. Gerade wegen dem etwas sehr finsteren Endes wurde DEVOURED hierzulande ab FSK16 freigegeben – ungeschnitten versteht sich. Die erhältliche Scheibe hat jedoch den roten “Keine Jugendfreigabe”-Stempel erhalten. Grund hierfür: Das Bonusmaterial der Heimkinofassung.
 
 
 


 
 
 

DEVOURED- Deutsche Blu-ray

 
 
 
devoured-verschlungen-blu-ray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Devoured; USA 2012

Genre: Drama, Horror, Thriller

Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0 Stereo, Englisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1,77:1

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Der Film ist eigentlich FSK16. Die BD wurde wegen dem Bonus jedoch erst ab 18 Jahren freigegeben

Verpackung: Amaray mit alternativem Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 22.07.2014

 
 
 

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DEVOURED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
It´s in the Blood (2012)

Under the Bed – Es lauert im Dunkeln (2012)

Zimmer 205 – Traust Du Dich rein? (2011)

Psych:9 (2010)


Filmreview: “You’re Next” (2011)

youre-next_2011
 
 
 

YOU’RE NEXT

Story

 
 
 
Das wohlhabende Ehepaar Paul (Rob Moran) und Aubrey (Barbara Crampton) lädt zum Hochzeitstag. Für die vier Kinder Grund genug zusammen mit ihren Lebensgefährten zum weit ab vom Schuss liegenden Anwesen der Eltern zu reisen. Man will den besonderen Tag mit Mutter und Vater gebürtig feiern. Doch es kommt anders als erhofft. Drei mit Tiermasken vermummte Gestalten verschaffen sich Zutritt in das elterliche Heim und beginnen, die Gäste auf schreckliche Weise zu dezimieren …
 
 
 


 
 
 

YOU’RE NEXT – Kritik

 
 
 
Wenn Horrorfilme mit reichlich Verspätung in die Kinos kommen, bedeutet das oftmals nichts Gutes. Im Falle von YOU´RE NEXT wird das wohl eher am leicht verspäteten Erfolg des Nachwuchsregisseurs ADAM WINGARD gelegen haben, der 2010 mit seinem A HORRIBLE WAY TO DIE nicht gerade das Genre revolutioniert hat, es jedoch mit Beiträgen in THE ABC`S OF DEATH (2012), V/H/S (2012) und V/H/S 2 (2013) schaffte, bei Fans des düsteren Filmes bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Gerade weil genannte Anthologiestreifen international Kasse machen konnten, war es nur logisch, dass auch sein bereits 2011 abgedrehter Spielfilm YOU´RE NEXT in die Kinos kommen durfte. Das Ziel: möglichst schnell ganz viel Reibach machen. Deutschlandpremiere feierte der kompromisslose Slasher bereits auf dem 27. FANTASY FILMFEST, wo er im Programmheft als “Partyfilm mit cleverem Script, coolem Tempo, blutigen Einlagen und großartig fiesen Finale” angepriesen wurde und sogar als Abschlussfilm glänzen durfte. Eine etwas beschämende Prämisse; wurde diese Ehre bisher nur außergewöhnlich sehenswerten Filmen zuteil, denen der Terror-Slasher im direkten Vergleich nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen kann. Anders als im Programmheft beworben, erweist sich der Film als reichlich unspektakuläres Sammelsurium der unterschiedlichsten Horrorzutaten der letzten 20 Jahre. Raffinierte Ideen oder gar Originalität sucht man in YOU´RE NEXT vergebens. Im Grunde genommen wird dem Zuschauer hier die gleiche Grütze erneut lauwarm aufgeköchelt, die zum Standard jedes beliebigen Home-Invasion-Streifens geworden ist. Gewalt kaschiert hier die unzureichende Kreativität der leidlich ambitionierten Drehbuchautoren, denn nach dem obligatorischen Einführungsgequassel geht es in WINGARDS Horrorstreifen nicht gerade zimperlich vonstatten. Kanonenfutter ist reichlich vorhanden, so dass sich der Film hauptsächlich auf das möglichst derbe Abschlachten seiner unzureichend intelligenten Protagonisten konzentriert. Die sind natürlich durch die Bank weg unsympathisch skizziert, weshalb deren Ableben nicht wirklich Nachdruck haben will und dem Zuschauer vollkommen wurscht ist. Nur Heldin und Scream-Queen SHARNI VINSON lockert den etwas eintönigen Nonsens nennenswert auf und erweist sich als einziger Glücksgriff des geistlosen Machwerks. Die lässt sich vom kaltschnäuzigen Einbrecherpack nicht so schnell beirren und schlitzt und hackt auf das Killer-Trio ein, als gäbe es kein Morgen. Das wirkt nicht selten sehr erheiternd, zumal Regisseur ADAM WINGARD fast krampfhaft darum bemüht ist, YOU´RE NEXT in die Klamaukschiene zu zwängen. Leider schafft auch sie es nicht, von der beschämenden Vorhersehbarkeit des arg trivial gestrickten Drehbuchs abzulenken, denn sonderlich spannend ist das Geschehen rund um YOU´RE NEXT nämlich nicht.
 
Das macht sich vor allem bereits in der Halbzeit bemerkbar, in der die noch Anwesenden über die Identität der Killer in Kenntnis gesetzt werden. Anders als im nicht unähnlichen Terrorschocker THE STRANGERS (2008), haben die Bösewichte in YOU´RE NEXT ein plausibles Motiv für ihr Agieren, das mittels vermutlich überraschend gemeintem Twist, etwas sehr unbeholfen gelüftet wird. Leider verpufft mit der viel zu frühen Auflösung des vorhersehbaren Rätsels auch die kaum vorhandene Spannung, so dass sich die restliche Laufzeit im genretypischen Blutrausch verläuft, der zugegebenermaßen schmerzintensiv zelebriert wird. Da wird in genagelte Bretter getreten und Kehlen werden aufgeschlitzt, wobei ein im Mixer steckender Kopf das klägliche Schlusslicht dieses absurden Slasherflicks bildet, um erneut WINGARDS Leidenschaft für das Schwarzhumorige hervorzuheben. Immerhin bekommen wir in YOU´RE NEXT auch einmal Kultregisseur TI WEST vor die Linse. Der hat sich im Genre mit Filmen wie HOUSE OF THE DEVIL (2009) und THE INNKEEPERS (2011) einen Namen gemacht und spielt im Film, was für ein Zufall, einen talentierten Nachwuchsregisseur, der bereits zu Beginn in den Kinohimmel transferiert wird. Unterm Strich bleibt mit YOU´RE NEXT ein leidlich spannender Horrorfilm, der auf der aktuellen Home-Invasion-Welle mitreitet, aber außer grafischer Gewalt kaum etwas wirklich Brauchbares zu bieten hat. Die unruhige Kameraführung erinnert an jüngste Found-Footage-Debakel und der nette, retrolastige Synthesizer-Soundtrack verliert sich in der lieblosen und vollkommen austauschbaren Inszenierung. Wer seine regelmäßige Ration Blutgekröse benötigt, darf sich auf dieses hirnlose Meisterwerk cineastischer Verdummung freuen. Filmfans, die jedoch auch beim Horrorfilm gewisse Originalität erwarten und Spannung vorausetzen, sollte YOU´RE NEXT möglich meiden.
 
 
 


 
 
 

YOU’RE NEXT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Die weitaus blutigere Antwort auf den Horror-Thriller THE STRANGERS. Wer einer Vorliebe für dummes, aber dafür reichlich gewaltgeiles Geschlitze frönt, ist hier genau richtig!
 
 
 


 
 
 

YOU’RE NEXT – Zensur

 
 
 
Trotz hohem Blutzoll gab es bei der Freigabe der Heimkinofassung keine Probleme. YOU’RE NEXT ist in seiner ungeschnittenen Form problemlos durch die FSK gewandert. Demnach ist die erhältliche Fassung mit dem roten FSK-Flatschen absolut komplett.
 
 
 


 
 
 

YOU’RE NEXT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
you're next blu-ray

(c) Splendid Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: You’re Next; USA 2011

Genre: Thriller, Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 94 Min. (uncut)

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 28.03.2014

 
 
 

You’re Next [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 

YOU`RE NEXT – Limitiertes Blu-ray Steelbook ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

YOU’RE NEXT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Aggression Scale (2012)

Home Sweet Home (2013)

In their Skin (2012)

Kidnapped (2010)

The Strangers (2008)

Funny Games (1997)

Funny Games – Remake (2007)


Filmreview: “Last Passenger” (2013)

last-passenger-2013
 
 
 

LAST PASSENGER – ZUG INS UNGEWISSE

Story

 
 
 
Lewis Shaler (Dougray Scott) ist vielbeschäftigter Arzt und alleinerziehender Vater. Auf dem Weg nach Hause begibt er sich mit seinem kleinen Sohnemann in den letzten Zug nach London, wo er der schönen Fremden Lewis ( Kara Tointon) begegnet und sich ihr sofort verbunden fühlt. Doch die Liaison währt nicht lang. Als der Zug nicht wie erhofft am Zielbahnhof ankommt, die Notbremsen nicht zu funktionieren scheinen und weit und breit kein Zugbegleiter anzutreffen ist, schwant den wenigen Passagieren Übles. Ein irrer Selbstmörder hat die Kontrolle des Zugs übernommen und will unweigerlich mit Gefährt und Besatzung in den Tod rasen. Können die Reisenden ihrem Schicksal entkommen?
 
 
 


 
 
 

LAST PASSENGER – Kritik

 
 
 
Führt man sich einmal viele durchaus gelungene Horrorfilme der letzten Dekaden vor Augen, so fällt verblüffend oft auf, dass es sich hier um Genrebeiträge handelt, die von Jungregisseuren inszeniert wurden, die vorher wenige bis gar keine Regieerfahrungen vorweisen konnten. Gerade im Horrorbereich scheint der Trend allmählich weg vom kommerziellen Mainstream, hin zum günstig hergestellten Independentfilm zu gehen, wobei das natürlich nicht zwangsläufig negativ gewertet werden sollte. Auch der vorliegende LAST PASSENGER ist einer dieser einfallsreich umgesetzten Filmbeiträge, der ohne millionenschweres Budget auskommen musste und es trotzdem schafft, den Puls des ahnungslosen Zuschauer ordentlich in die Höhe zu treiben. Regisseur und Co-Drehbuchautor OMID NOOSHIN, der zuletzt auf dem Gebiet des Kurzfilms einige Regie-Erfahrungen sammeln konnte, inszeniert mit LAST PASSENGER seinen ersten abendfüllenden Spielfilm und beweist mit seiner minimalistisch erzählten Geschichte eindrucksvoll, dass es manchmal nur ein wenig Einfallsreichtums bedarf, einen schweißtreibenden und spannenden Schocker zu realisieren. Das sah vermutlich auch das britische Produktionshaus UK FILM COUNCIL (IRON LADY und MY WEEK WITH MARYLIN) so und fungierte als verlässlicher Geldgeber.
 
In LAST PASSENGER erlebt der Filmfreund die hilflosen Interaktionen einiger ahnungsloser Reisender, die vehement alles erdenklich Mögliche unternehmen, um einen außer Kontrolle geratenen Zug in ihre Gewalt zu bringen und das eigene Überleben zu sichern. Hierbei versucht Regisseur OMID NOOSHIN sein erschütterndes Szenario so glaubwürdig wie möglich zu zeichnen. Auch wenn die Verhaltensmuster der wenigen Fahrgäste zu Beginn noch den vermeintlich typischen Klischees des Genres unterliegen, so ändert sich das im Verlauf der Handlung, so dass LAST PASSENGER am Ende sogar gänzlich ohne Unsympathen auskommt. Das Verhalten der wenigen Fahrgäste erscheint vollkommen nachvollziehbar, ihre Verzweiflung wirkt stets authentisch, wobei sich der Zuschauer nicht nur einmal dabei ertappen dürfte, das Szenario selbst zu hinterfragen und dabei eine Antwort zu finden, wie er sich selbst in einer derart verzweifelten Situation verhalten würde. Auch wenn die zugrundeliegende Idee des Films nicht wirklich originell erscheint und die Charaktere ein wenig Zeit benötigen, um die zündenden, letztlich rettenden Gedanken in die Tat umzusetzen, so schafft es NOOSHIN mit einer Leichtigkeit, eine erschreckend klaustrophobische Atmosphäre zu erzeugen, die den Grundton der Geschichte vortrefflich zu unterstreichen weiß. Hier sorgt nicht die Enge der Zugabteile für ein beklemmendes Angstgefühl, sondern die Hilflosigkeit der Charaktere, die vorerst rein gar nichts unternehmen können, den Zug stoppen zu können. Wer gerade gegen Filmmitte einige der durchaus adrenalinfördernden Szenen kaum ertragen kann und nicht hinschauen mag, wenn die Fahrgäste versuchen von Außen die Abteile zu entkoppeln, dem sei an dieser Stelle vergewissert, dass der Film natürlich ein gutes Ende nimmt.
 
Dennoch, bis der erlösende Abspann über den Bildschirm flimmert, erlebt der Filmfreund Suspense-Unterhaltung aller erster Güte. Wer eine Vorliebe für kurzweilig-unterhaltsames Thriller-Kino hegt, ist mit LAST PASSENGER optimal beraten. Ein Thriller der zwar nicht ganz befreit von budgetbedingten Schnitzern ist; für ein Regie-Debüt jedoch erstaunlich souverän in Szene gesetzt wurde.
 
Von daher: Nächster Halt: LAST PASSENGER – wir wünschen eine gute Fahrt! .
 
 
 


 
 
 

LAST PASSENGER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Schweißtreibend inszenierter Suspense-Thriller für Nervenstarke. Ein Beitrag, der gerade für jene Genre-Fans interessant sein dürfte, die ein Faible für sauber inszenierte Filme hegen, deren Spannungsschraube von Minute zu Minute fester gezogen wird. Überraschend guter Indie-Beitrag!
 
 
 


 
 
 

LAST PASSENGER – Zensur

 
 
 
Der Film ist nicht brutal und zeigt kaum Grausamkeiten. Zwar sterben im Film auch Menschen, der FSK war der packende Zugentführungs-Thriller aber immerhin eine FSK12 wert und ist somit auch für Minderjährige geeignet.
 
 
 


 
 
 

LAST PASSENGER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
LAST PASSENGER Blu-ray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Last Passenger; Großbritannien 2013

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK 12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making Of, Featurette, Interviews, B-Roll, Visual Effects, Sound Design

Starttermin: 17.01.2014

 
 
 
LAST PASSENGER ist ein kleiner Indie, der mit wenig Budget auskommen musste und das merkt man auch. Vor allem beim Bild der Blu-ray aus dem Hause UNIVERSUM FILM macht sich das magere Kapital bemerkbar. Das Bild ist viel zu hell und schaut durchweg milchig und arg kontrastarm aus. Zudem sind die Farben verwaschen, was aber immerhin zum Charakter der altmodischen Wagon-Kulisse passt. Beim Ton schaut es da schon etwas besser aus. Die Stimmen sind stets klar zu verstehen und die klapprigen Umgebungsgeräusche des Zugabteils sorgen für eine angenehme Räumlichkeit. Kommt es dann ab Filmmitte zum Zusammenprall mit einem Auto scheint das Heimkino aus seinem Winterschlaf zu erwachen. Der anfänglich eher zurückhaltende und eher dialogreiche Thriller überrascht mit lautem Getose, das druckvoll aus den Boxen schallt. Zudem kommt in den wenigen Actionszenen der Subwoofer vermehr zum Einsatz. Vor allem die Explosion gegen Filmende überzeugt. Im wirklich hübsch animierten Hauptmenü findet der Zuschauer selbstverständlich eine kleine Anzahl an Extras. Die sind zwar recht übersichtlich ausgefallen, überzeugen aber durch Qualität. So gibt es ein Making of (ca. 3 Minuten), eine B-Roll (ca. 6 Minuten) und 13 Interviews mit diversen Beteiligten (ca. 30 Minuten) zu sehen. Weiterhin haben noch drei Features über die Kameraarbeit, die visuellen Effekte und das Sound Design (zusammen ca. 13 Minuten) den Weg auf die Blu-ray gefunden. Ein BD-Live-Zugang und der Trailer in Deutsch und Englisch runden das Extrapaket ab. Leider gibt es mal wieder keine deutschen Untertitel für die Boni, so dass die meisten Extras kaum zu gebrauchen sind. Dafür entschädigt eine umfangreiche Trailershow mit sechs weiteren Filmen aus dem Katalog des Anbieters. Wer sich immer noch nicht mit dem FSK-Flatschen anfreunden kann, darf den Einleger gern umdrehen, denn ein Wendecover liegt bei.
 
 
 

Last Passenger [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

LAST PASSENGER – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “House Hunting” (2013)

House Hunting 2013
 
 
 

HOUSE HUNTING – NUR WER TÖTET KANN ÜBERLEBEN

Story

 
 
 
Zwei Familien auf der Suche nach dem kleinen Stück Glückseligkeit fernab jeglichen Stadttreibens. Ein kleines Haus irgendwo im Wald hat es den beiden Familien angetan, wobei trotz einladend offener Tür, kein Makler weit und breit zu sehen ist, der hätte den Anwesenden Rede und Antwort stehen können. Etwas verwirrt und entmutigt verlassen die beiden Familie das Anwesen, ohne jedoch zu ahnen, dass die einschneidende Begegnung mit jenem verlassenen Gemäuer alsbald seinen Tribut fordern würde. Jegliche Versuche nach Haus zurückzukehren scheitern, als würde die gruselige Hütte die verstörten Gäste nicht gehen lassen wollen. Es dauert nicht lang, bis die Familien auf ein verwirrtes Mädchen stoßen, dem scheinbar die eigene Zunge aufs Unmenschlichste entrissen wurde und das Schreckliches erlebt haben muss. Vollkommen entkräftet beschließen die unfreiwilligen Gäste die Nacht in dem mysteriösen Anwesen zu verbringen. Eine Entscheidung, die den Familien zum Verhängnis werden wird, denn das Haus kann und will nur EINE der Familie beherbergen …
 
 
 


 
 
 

HOUSE HUNTING – Kritik

 
 
 
Filmfreunde, die nur die Perlen aus dem riesigen Angebot aktueller Genre-Produktionen fischen wollen, sollten sich vor dem kommenden HOUSE HUNTING vorsehen, denn mit diesem vorliegenden Filmchen dürfte er die Schlaftablette der Saison in den Händchen halten. Wir haben keine Ahnung, was Filmneuling ERIC HURT mit seinem ersten, abendfüllenden Langfilm bezwecken wollte und wir können auch die bisher veröffentlichten, positiven Online-Rezensionen zum Film im Internet nicht gänzlich nachvollziehen. Fakt ist, dass HOUSE HUNTING unbegreiflich langweilig und mit seiner stolzen Lauflänge von 100 Minuten einfach unverschämt zäh geraten ist.
 
Die Gurke äußert sich durch eine vollkommen wirre Inszenierung, bei der irgendwie rein gar nichts stimmen möchte. Dabei bietet die Ausgangssituation durchaus einige ganz nette Einfälle, die jedoch aufgrund der unstrukturierten und überladenen Geschichte vollkommen im Nichts verlaufen. Zu viele Zutaten verderben bekanntlich den Brei und so muss der Genre-Liebhaber erschreckend feststellen, dass es Regisseur ERIC HURT mit seinem Debütwerk vermeintlich zu gut gemeint hat und darin all das irgendwie unterbringen wollte, was ihm beim Schreiben des Drehbuchs an kreativen Ideen in den Sinn gekommen ist. Herausgekommen ist eine Geschichte, die sich aus diversen Genres zusammensetzt und sich irgendwie nicht wirklich entscheiden möchte, was sie denn nun eigentlich sein will. Die Familien sind von allerlei Schicksalen gezeichnet und versuchen einander näher zu kommen. Auf engsten Raum zusammengepfercht, werden künstliche und selten glaubhafte Konflikte geschürt, die alsbald eskalieren und ein munter blutiges Treiben in Gang setzen, um der perfiden Blutgeilheit des Hauses und der darin umherspukenden Geister Genüge tragen zu können. Das beginnt mit etwas Mysterie, schlägt alsbald ins Dramenlastige um, wird von etwas Spuk abgelöst und endet im obligatorischen Thrill. Vermutlich wäre dieser unausgegorene Genre-Cocktail noch halbwegs goutierbar gewesen, hätte Regisseur ERIC HURT seine Grusel-Geschichte rund um das mysteriöse Gebäude und die darin gefangenen Gäste halbwegs spannend in Szene gesetzt. Das Geschehen in HOUSE HUNTING jedoch zieht sich zäh wie Kaugummi, so dass der Zuschauer vermutlich nicht nur das schläfrige Geschehen vage im Blick behält, sondern auch den Timer des heimischen Film-Abspielgerätes. Die wenigen Charaktere sind derart unsympathisch skizziert und nerven mit ihrem hysterischen Gegacker bereits nach nur wenigen Minuten, dass sich der Film für alle Freunde des düsteren Genres zu einer wahren Geduldsprobe entwickeln dürfte. Zudem mag man als Filmfreund nur selten verstehen, warum die wenigen Protagonisten so willkürlich handeln. Zum einen wäre da die nahbarste, zugänglichste und verletzlichste Figur des gesamten Films: ein namenloses Mädchen, dass irgendwo im Wald aufgegabelt wird, und bereits zuvor Bekanntschaft mit dem verlassenen Gebäude gemacht haben muss. Ein Herausschneiden der Zunge hindert das traumatisierte Ding daran, mit den Neuankömmlingen zu kommunizieren. Sie weiß mehr über das leerstehende Gebäude und über die darin umherspukenden Wesen, als anfänglich vermutet. Umso unverständlicher, warum sie in ihrer Angst nicht irgendwie versucht, den Anwesenden von ihrem Martyrium in jener Hütte zu berichten. Vermutlich scheint das gebeutelte Mädchen nicht nur die eigen Stimme verloren zu haben, sondern auch jegliche Kenntnisse über das Kommunizieren durch Wort und Schrift.
 
Auch die übrigen Protagonisten wollen sich nicht wirklich glücklich in die vollkommen überfrachtete Szenarie einfügen. Es gibt den notorischen Weiberheld, der in absurden Momenten, wie diesen nur an die Begattung anderer Protagonisten zu denken scheint und auch die obligatorische, stereotype Kämpferin findet ihren Weg in den Film. Hin und wieder huschen bleich bemalte Geister durch das Setting, die stümperhaft versuchen, die Hintergründe ihres Ablebens zu rechtfertigen, so dass die Anwesenden das Mysterium des Hauses näher beleuchten können. Der Funke will trotz der immensen Ideen- und Informationsflut leider nicht überspringen und eine sympathische Identifikationsfigur, mit der sich der Zuschauer verbunden fühlt, sucht man in HOUSE HUNTING vergebens. Umso mehr dürfte der Filmfreund eine köstlich aufbereitete Splatter- und Gröselfarce erhoffen, deren Vorhandensein sich aktuell in Horrorfilmen dieser Art zum guten Umgangston entwickelt hat. Auch wenn die Geschichte bereits zu Beginn suggeriert, dass die Handlung wohl oder übel darauf hinauslaufen wird, dass sich die Familien in welcher Art auch immer bekriegen und auslöschen werden, so bekräftigen die fertigen Spezialeffekte im Films den vollkommen desaströs zusammengezimmerten Unterton des ohnehin schon unwichtigen Films. Zwar wird hier gestorben und sich selbst ins Jenseits befördert; wirklich reißerisch und spektakulär ist das alles jedoch nicht wirklich. Immerhin lässt sich hier einer der dümmsten Morde der Filmgeschichte bewundern, bei welchem eine Konservendose durchaus nützliche Dienste erweist – die unfreiwillige Komik, welche diese bierernst gemeinte Szene begleitet, lässt sich dabei kaum in Worte fassen.
 
Der kleine Indie-Grusler HOUSE HUNTING ist trotz aller unbeholfener Versuche eine ganz schön dumme Schlafpille, vor deren Sichtung nur gewarnt werden kann. Zwar wollen die vielen kleinen Einfälle gefallen; die Geschichte bleibt aber dennoch stets unwichtig und langweilig. Die vollkommen unterschiedlichen Charaktere prasseln mit all ihren Eigenarten aufeinander und finden sich alsbald in ziemlich grotesk wirkenden Konflikten wieder. Das ist zwar alles ambitioniert gemeint, wirkt aber wirr und fad und beginnt dem Zuschauer schnell den letzten Nerv zu rauben. Gruselstimmung kommt in HOUSE HUNTING zu keiner Minute auf, auch wenn Regisseur ERIC HURT hin und wieder diverse Geistermomente in die konfuse Handlung streut, die sich aber selten harmonisch in die Szenarie einfügen möchten. Immerhin sieht eine der anwesenden Protagonisten des Films die arg löchrige Inszenierung von HOUSE HUNTING kommen, so dass sie sich bereits zu Beginn des Gruslers den erlösenden Strick um den Hals schnürt und sich selbst erlösend in den Filmhimmel mordet. Alle Achtung – bei derart Weitblick kann man nur staunen!
 
 
 


 
 
 

HOUSE HUNTING – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Langweiliger als die Polizei erlaubt: desaströs-wirrer Gruselhausfilm mit einer Menge nervender Protagonisten, die dem Zuschauer bereits nach nur wenigen Minuten gehörig auf den Zündern gehen! Warum erlöst sie nur niemand bereits zu Beginn von ihrem bevorstehenden Leiden?
 
 
 


 
 
 

HOUSE HUNTING – Zensur

 
 
 
HOUSE HUNTING hat es ungeschnitten mit FSK16 in den deutschen Handel geschafft. Die Alterseinstufung überrascht, denn wir hätten mit einer Freigabe für Erwachsene gerechnet.
 
 
 


 
 
 

HOUSE HUNTING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
HOUSE HUNTING - NUR WER TÖTET KANN ÜBERLEBEN Blu-ray

(c) MIG Film Group

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: House Hunting; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 103 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 27.02.2014

 
 
 

House Hunting – Nur wer tötet kann überleben [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

HOUSE HUNTING – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “Dredd” (2012)

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Dredd

Story

 
 
 
„Judge Dredd“ vertritt das Gesetz in Mega-City und tut diesem, wenn nötig, auch gleich an Ort und Stelle genüge!
 
In Mega-City, einer Metropole im Amerika der Zukunft, regiert die Angst und der Schrecken. Die Kriminalität hat ein Rekordhoch erreicht, sodass sich die Gesetzeshüter kaum noch in der Lage sehen, der Vielzahl an kriminellen Machenschaften das Handwerk zu legen. Darum wurde ein neues und radikales Rechtssystem geschaffen, dass den sogenannten “Judges” erlaubt, Verbrecher vor Ort und Stelle zu bestrafen. Zu einem der besten seiner Art, gehört “Judge Dredd”, dem die noch unerfahrene Auszubildende “Cassandra Anderson” zur Seite gestellt wird, die aufgrund einer genetischen Mutation über hellseherische Fähigkeiten verfügt. “Dredds” Aufgabe besteht nun darin, die Tauglichkeit der potenziellen Anwärterin zu prüfen, wobei es die beiden bei ihrem ersten, gemeinsamen Einsatz in ein weit abgelegenes Stadtgebiet verschlägt, in welchem der gefürchtete Drogenboss “Ma-Ma” sein Unwesen treibt und an einem Rauschmittel mit dem Namen “Slo-Mo” werkelt, welches die Wahrnehmung der Realität verändern soll. Kaum angekommen, scheint “Ma-Ma” über die unwillkommenen Ankömmlinge rein gar nicht amused zu sein, sodass sie die Eingänge des Viertels verbarrikadiert und eine blutige Jagd auf die Gesetzeshüter anzettelt …

 
 
 


 
 
 

Dredd – Kritik

 
 
 
Aktuell erlebt das unlängst vergessene Superhelden-Popcornkino ein regelrechtes Revival. Kaum eine bekannte Comicfigur existiert, der nicht bereits eine mehr oder weniger gelungene Filmadaption spendiert wurde und welche nicht die Kinokassen hat klingeln lassen. In Zeiten, in denen die Präsenz nur eines Superhelden kaum noch genügen möchte und sich die Figuren beliebter Comic-Universen zusammenschließen müssen, um gegen hundsgemeine Oberbösewichte zu kämpfen, kehren auch jene Helden aus der Versenkung zurück, denen bisher nur wenig Aufmerksamkeit zuteil wurde. Ganz der Devise, selbst aus unbekannten Comic-Vorlagen, gewinnbringenden Reibach herauszuschlagen, folgten Realfilm-Umsetzungen wie “The Green Hornet” oder “Punisher: War Zone“, die aber aufgrund mangelndem Bekanntheitsgrades, sowie der oftmals dürftigen Inszenierung gnadenlos an den Kinokassen scheiterten und nur selten als lukratives Geschäft für die jeweiligen Filmstudios betitelt werden konnten. Auch der vorliegende “Dredd” erlitt gleiches Fiasko und schaffte es noch nicht einmal ansatzweise die Hälfte des stolzen Produktionsbudgets von rund 50 Millionen Dollar an den weltweiten Kinokassen einzuspielen.
 
Der radikale Richter “Dredd” aus Mega-City gewann bereits im Jahre 1995 mit seiner ersten Realverfilmung Weltruhm. Obwohl die erste Spielfilmumsetzung des beliebten Comics nur selten den grimmig-radikalen Unterton der Vorlage in Bilder fassen konnte, avancierte der SciFi-Spaß zum überzeugenden Kino-Renner der Filmjahres 1995. Ganz zum Unverständnis der Fanbase, die sich aufgrund der enorm jugendgerechten Inszenierung arg hinter das Licht geführt fühlte und einzig den Erfolg dadurch begründeten sah, weil sich Action-Star “Sylvester Stallone“, seinerzeits international erfolgreich gefeiert durch die diversen “Rocky“- und “Rambo“-Filme, die Hautrolle des gnadenlosen Rächers siegessicher erstreiten konnte.
 
Der aktuelle Kino-Ausflug in das korrupte und gewalttätige Mega-City der Zukunft kommt dem Original-Comic aus dem Jahre 1977 erstaunlich nahe. Das erste Mal tauchte der gnadenlose Rächer mit dem klobigen Helm (den der Held übrigens im Film nie absetzt) bereits Ende der 70er Jahre in der britischen Comic-Anthologie “2000 A.D.” auf, wo die Geschichten rund um den wortkargen Gesetzeshüter aufgrund der kompromisslosen Härte, vor allem von der erwachsenen Leserschaft beachtlich positiv aufgenommen wurden. Auch der aktuelle Kinoauftritt macht da keine Ausnahme und richtet sich mit den durchaus schaufreudigen Gewaltexzessen an ein vorwiegend volljähriges Publikum. In Zeiten unendlich vieler Prequels, kindgerechte Blockbustern und unzähligen Remakes ein erstaunlich erfrischendes Unterfangen, denn auch wenn hier die Geschichte vollkommen nebensächlich scheint, ist “Dredd” einer derer Filme, der einem als erwachsener Filmfreund deswegen so beeindruckt, weil er konsequent versucht, die altmodisch-rauhen Action-Knaller der 80er Jahre zurück auf die Leinwand zu transferieren. Gelungen ist dieses äußest superbe Unterfangen Regisseur “Pete Travis” mit einer erstaunlichen Selbstsicherheit. Also hätte er sich in seinem bisherigen Schaffen allein nur der Umsetzung schroffer Action-Schocker gewidmet, daddelt er in “Dredd” eine grimmig-brutale Verbrecherhatz herunter, die dem Zuschauer aufgrund der temporeichen Inszenierung gänzlich den Atem stocken dürfte. Hier wird sich Ego-Shooter-ähnlich durch die Stockwerke eines riesigen Hochhauses geballert, wobei in “Dredd” gleich ganze Horden von korrupten Fieslingen ins Nirvana verfrachtet werden. Dem unbarmherzigen Rächer dient hierbei eine groteske Multi-Funktions-Pistole, die allerhand neckiger Methoden beherbergt, unberechenbare Bösewichte ins Jenseits zu befördern. Bei derart sinnbefreiter Baller-Methoden dürfte das Herz eines jeden Gorehounds vor Freude im Kreis tanzen, zumal sich der Film aufgrund der vollkommen drastischen Szenen selten Ernst zu nehmen scheint. Auch wenn “Dredd” vorwiegend auf Humor verzichtet, sorgen gerade die Vielzahl vollkommen überzogener Effekt-Szenen und die trockenen, aber durchaus zynischen Wortfloskeln des Comichelden für allerhand erheiternde Momente.
 
 
 
 
Die Comicumsetzung “Dredd” ist vermutlich eine der wenigen Verfilmungen bekannter Superhelden, die sich an ein eher erwachsenes Publikum richten, dabei auf Political Correctness pfeifen und sogar noch als gelungen zu betiteln sind. Die gesamte Inszenierung erinnert in seiner Darstellung an bekannte Konsolenspiele, in denen sich ein furchtloser Held durch die Level bis hin zum Endboss metzelt. Das dürfte bei einigen Filmfans für diverse Déjà-vu-Momente sorgen, erinnert die Umsetzung doch ein wenig arg an den erst kürzlich erschienen, indonesischen Kinohit “The Raid“, dem eine ähnlich radikale Problematik zugrunde lag. Zwar bleibt in “Dredd” die Handlung durchweg rudimentär und die Figuren gesichtslos; das hier bebilderte derbe und hektisch geschnittene Geballere sorgt dennoch für ausreichend Spaß, sodass dem Zuschauer kaum Zeit zum Verschnaufen geboten wird und sich die 90 Minuten Filmlaufzeit durch die Bank weg als unterhaltsam-kurzweiliges Sehvergnügen entpuppen. Auch wenn sich die Handlung nur auf das Wesentliche beschränkt und der Actionanteil bedeutend überwiegt, so schaffen es Regisseur “Pete Travis” und Autor “Alex Garland” an wenigen Stellen im Film sogar so etwas wie gesellschaftkritische Akzente (Korruption, Gewalt, Armut) zu setzen. Filmfreunde, die ein Faible für düsteres und gewaltüberladenes Actionkino haben sind bei “Dredd” genau richtig. Auch wenn dem gesichtslosem Einzelkämpfer nur selten Zeit zur Charakterentwicklung eingeräumt wird und “Dredd” kein Mann der vielen Wort zu sein scheint, so lässt sich nicht leugnen, bedauern zu müssen, dass aufgrund der desaströsen Kino-Einspielergebnisse in absehbarer Zukunft eine Fortsetzung ausgeschlossen werden dürfte. Absolut unverständlich!
 
 
 


 
 
 

Dredd – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Dredd” ist eine der kompromisslosesten Comic-Verfilmungen der letzten Jahre – Absolut sehenswert!
 
 
 


 
 
 

Dredd – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung ist mit der “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

Dredd – Deutsche Blu-ray

 
 
 
dredd-bluray-cover
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dredd 3D; Großbritanien 2012

Genre: Science Fiction / Action

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,40:1 (1080p/24)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe – FSK18

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: 6 Featurettes (Dredd: 2000 AD The Original, Slo Mo, Welcome to Peachtrees, The 3rd Dimension, Dredd´s Gear, Dredd), Interviews mit Cast & Crew, Kinotrailer, Trailershow zu anderen Filmen aus dem Programm von UNIVERSUM FILM

 
 
 
Wie eigentlich gewohnt von “Blockbuster”-Blu-rays aus dem Hause “UNIVERSUM FILM” bekommt auch “Dredd” eine lobenswerte, technische Veröffentlichung spendiert. Sattes Schwarz brilliert, trotz leichter Grobkörnigkeit, vor allem in den dunklen Szenen, wobei sich bei Tagaufnahmen das HD-Bild besonders eindrucksvoll präsentiert. Knackige Schärfe ist stets präsent, sodass hier dem Medium “Blu-ray” alle Ehre erwiesen wird. Aber auch Freunde laut-tobender Actionkost dürften schnell Gefallen an der akustischen Ausstattung der vorliegenden HD-Fassung finden. Der Ton wummert aus den Boxen, dass es eine Wonne ist “Dredd” bei seinem rabiaten Rachefeldzug beiwohnen zu dürfen. Leider macht sich nach der Erkundung des Bonussektor schnell Ernüchterung breit. Die Boni schauen zwar auf den Blick recht umfangreich aus, hinter all den hier angebotenen Features verstecken sich grob 2-minütige Clips, die arg lieblos diverse Hintergründe des Films durchleuchten. Grob zusammengefasst beträgt das Bonusmaterial nicht einmal 30 Minuten, was aufgrund der eigentlich gelungenen Umsetzung des Hauptfilms etwas bedauerlich ist, aber nicht weiter verwundert, bedenkt man, dass “Dredd” als kommerzieller Filmflop des Jahres 2012 gewertet werden darf. Immerhin hat sich “UNIVERSUM Film” nicht lumpen lassen und alle Extras deutsch untertitelt. Zudem spendiert der Vertrieb ein flatschenfreies Wendecover. Für Freunde ausufernder 3D-Technik wird die Blu-ray zudem auch als dreidimensionale Variante angeboten – 3D-Heimkino-Equipment wird hierbei jedoch vorausgesetzt!
 
 

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Dredd – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “The Frankenstein Theory” (2013)

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THE FRANKENSTEIN THEORY

Story

 
 
 
Professor John Venkeheim ist regelrecht besessen von der Vorstellung, dass die Schriftstellerin Mary Shelley sich für ihren “Frankenstein”-Roman von geschichtlichen Fakten hat inspirieren lassen und das die Erzählung auf reelle Ereignisse zurückzuführen ist. Aufgrund seines Eifers hat er bereits kürzlich sein Amt an einer der renommiertesten Universitäten Amerikas verloren und versucht nun mittels einer Dokumentation all die Skeptiker von der Echtheit des mysteriösen Wesen zu überzeugen, die bisher der Meinung waren, dass Venkeheim mit seinen Theorien nicht ganz auf geistiger Höhe zu sein scheint. Um seinen akademischen Ruf retten und die Beweise aus Zelluloid bannen zu können, beauftragt er ein Kamerateam, dass ihn bei seiner Exkursion in das verschneite Kanada begleiten soll. Dort wurde die Kreatur angeblich zuletzt gesichtet, die einst einem schrecklichen Experiment entkommen konnte und nun mordgierig durch die winterliche Einöde Nordkanadas umhergeistern soll …
 
 
 


 
 
 

THE FRANKENSTEIN THEORY – Kritik

 
 
 
Schon etwas sehr hanebüchen, wenn eine MOCUMENTARY (also eine fiktive Dokumentation) dem Zuschauer einbläuen möchte, dass der Roman einer gewissen Mary Shelley keiner Fiktion entspringen, sondern auf wahren Begebenheiten beruhen soll. Bei derart sinnbefreiten Idee fragt sich der Zuschauer natürlich unweigerlich, woher eigentlich amerikanische Drehbuchautoren und Skriptschreiber die Drogen hervorkramen, die sie eingenommen haben müssen, um derart Nonsens zu Papier bringen zu können und welch üble Geschichten denn in Zukunft noch alles ihren Weg in die weltweiten Heimkinos finden werden. Bereits im Jahre 2001 haben findige Nachwuchsfilmer das Mittel der Medienmanipulation kongenial für ihren Film nutzen können. Das BLAIR WITCH PROJECT war eines der ersten (und vermutlich auch einzigen) Werke, das bereits im Vorfeld für Furore sorgte und es erstaunlich selbstsicher schaffte, Filmfans einzutrichtern, dass irgendwo in den Wäldern Amerikas eine mysteriöse Hexe ihr Unwesen treiben soll. Zehn Monate nachdem die Regisseure DAN MYRICK und ED SANCHEZ ihren Film fertiggestellt hatten, stellten sie eine Webseite ins Internet, auf welcher sie als Tatsachenbericht getarnt, über das Verschwinden dreier Studenten informierten, die einen Dokumentarfilm über die berüchtigte „Blair“-Hexe auf Zelluloid bannen wollten. Mittels fiktiver Interviews versuchten die Filmemacher den Besuchern jener Webseite glaubhaft zu machen, dass irgendwo in den Wäldern wirklich eine derart ominöse Präsenz hausen würde und die unweigerlich mit dem Verschwinden jener Kids in Verbindung stehen sollte. Die Täuschung war perfekt, sodass Filmfans weltweit von der Echtheit des Falls überzeugt waren und in die landesweiten Lichtspielhäuser strömten, um das vermeintlich von den Studenten gefilmte und gefundene Bildmaterial bewundern zu dürfen, was DAN MYRICK und ED SANCHEZ letztendlich zum bekannten Kino-Hit mit dem Titel BLAIR WITCH PROJECT zusammengeschnitten hatten.
 
Ganz so groß und raffiniert, wie THE BLAIR WITCH PROJECT kommt THE FRANKENSTEIN THEORY natürlich nicht daher, viel zu sehr wirkt die Ausgangssituation an den Haaren herbeigezerrt, sodass der Filmfreund bei derart Kontext nur unverständlich mit dem Kopf schütteln dürfte, den uns hier die Macher von THE LAST EXORCISM aufzutischen versuchen. Immerhin wissen sie diesen vollkommen blödsinnigen Hirnshit halbwegs ansprechend zu verpacken, den es lässt sich wahrlich nicht leugnen, dass THE FRANKENSTEIN THEORY durchaus kurzweilig zu unterhalten weiß. Zu verdanken ist dieser Fakt, den trefflich gewählten Protagonisten, die durchweg glaubhaft und sympathisch in Erscheinung treten. Gott sei Dank hat es der Zuschauer hier mit halbwegs gestandenen Persönlichkeiten zu tun – ein teen´reskes Gebrabbel und planloses Umhergekreische darf demnach hier ausgeschlossen werden, was den Film durchaus positiv aufzuwerten weiß. Trotzdem obliegt auch THE FRANKENSTEIN THEORY den obligatorisch klischeebehafteten Genre-Regeln. Da werden natürlich Exkursionen in die verschneite Winterlandschaft nicht im Team vollzogen, sondern getrennt. Nachdem das Filmteam auf das sagenumwobene Monster stößt und den ersten Toten zu beklagen hat, soll Hilfe angefordert werden. Hier wird natürlich nur ein Crew-Mitglied in die Ödnis geschickt, das nun dringend Hilfe suchen soll. Allein lässt sich scheinbar der korrekte Weg durch das schneebdeckte Kanada besser finden, als im Doppelpack. Zudem fragt man sich als Zuschauer ohnehin die ganze Zeit, warum die Beteiligten bei einer derart Bedrohung nicht unweigerlich versuchen ihr Equipment zusammenzupacken, um in den nächstliegenden Ort per Fußmarsch zu pilgern. Stattdessen machen Sie es sich tagelang in des Monsters Holzhütte gemütlich – verständlich, dass die Kreatur keinen Spaß mit den unwillkommenen Gästen versteht.
 
Apropos Monster; das gibt es natürlich auch im Film zu sehen und hat, wie so oft in derart Produktionen, augenscheinlich bis kurz vor Ende Sendepause. Erst dann führen die Gegebenheiten ins Absurdum und das Wesen erhält einige Sekunden Screentime. Wer aber hier meint glaubhaft ausufernde Creature-Effekte serviert zu bekommen, dürfte ersichtlich enttäuscht werden. Die Anwesenden protokollieren die Interaktionen der mysteriösen Roman-Kreatur mit ihrer Kamera aus der Entfernung, sodass sich das Ding kaum erkennen lässt und eher eine aufdringliche Ähnlichkeit mit einem tollwütigen Neandertaler besitzt, der planlos durch den Schnee stapft und dabei unsittliche Laute von sich gibt. Eine unfreiwillige Komik lässt sich hier nicht leugnen, machen gerade die vollkommen unspektakulären Auftritte des Wesens, die eigentlich hervorragend-klaustrophobische aufgearbeitete Stimmung des Films zunichte. Hier hat man wahrlich etwas Spektakuläres erwartet, zumal man als Zuschauer wieder einmal nicht verstehen kann, warum ausgerechnet immer dann, wenn die Bedrohung seinen obligatorischen Auftritt erhält, Kameras unentwegt stören, wackeln oder ausfallen müssen.
 
THE FRANKENSTEIN THEORY ist eine kleine Enttäuschung. Die Atmosphäre wird Schritt für Schritt aufgebaut und punktet mit beklemmender Intensität; die traumhafte aber dennoch ausweglose Schneelandschaft offenbart ein bedrückendes Gruselerlebnis das durchaus seine Momente besitzt. Eigentlich gibt es bei THE FRANKENSTEIN THEORY kaum etwas Nennenswertes zu bemängeln. Die gefakte Dokumentation im aktuell so beliebten Found Footage-Stil ist stimmig erzählt, gut bebildert und glaubhaft gespielt. Wäre da nicht das vollkommen lächerliche Monster, dass im Verlauf des Films für Zucht und Ordnung sorgt und die Beteiligten zwanghaft in den Tod meucheln muss. Hierbei wäre weniger Schaufreudigkeit mehr gewesen. Denn nachdem sich das Ding das erste Mal vor der Kamera blicken lässt, geht es mit dem hier vorliegenden THE FRANKENSTEIN THEORY auch merklich bergab. Für einen derart plakativen Filmtitel ist der hier bebilderte Höhlenmensch, den Regisseur ANDREW WEINER in seinem Film versucht dem Zuschauer zu verkaufen, eine mehr als dreiste Unverschämtheit. Immerhin, und das muss man dem Film zugute halten, lässt er dem Zuschauer genug Interpretationsspielraum. Handelt es sich hier wirklich um das besagte Monster aus dem Roman oder um eine vollkommen andere, unbekannte Gestalt. Dieser Frage beantwortet THE FRANKENSTEIN THEORY nämlich leider vollkommen unzureichend, was hoffentlich KEIN überflüssiges Sequel/Prequel zur Folge haben wird!
 
 
 


 
 
 

THE FRANKENSTEIN THEORY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Found Footage Dokumentation mit einem zugegeben entäuschenden Monster – Durchschnittware ohne Überraschungen!
 
 
 


 
 
 

THE FRANKENSTEIN THEORY – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung ist ungeschnitten und trägt das FSK16-Kennzeichen. Kein Wundern, denn grausame Schauwerte sucht man hier vergebens.
 
 
 


 
 
 

THE FRANKENSTEIN THEORY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the-frankenstein-theory-bluray

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Frankenstein Theory, USA 2013

Genre: Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min. (uncut)

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 23.05.2014

 
 
 

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THE FRANKENSTEIN THEORY – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “The Helpers” (2012)

the helpers 2012
 
 
 

The Helpers

Story

 
 
 
Es hätte für die sieben Freunde dieser kleinen Geschichte ein wahrlich feierfreudiges Wochenende werden können. Doch wie so oft in Horrorfilmen dieser Art, meint es das Schicksal mit den Teens gänzlich anders, als anfänglich erwartet. Ihre euphorische Reise nach Sin City, Las Vegas, wird kurzum durch eine Autopanne unterbrochen. Gott sei Dank entdeckt die Gruppe irgendwo im Nirgendwo ein kleines Motel, dass sich scheinbar auf die Reparatur derart “zufälliger” Pannen spezialisiert zu haben scheint. Guter Dinge, die Fahrt bald fortsetzen zu können, verbringen die Freunde die Nacht in der abgelegenen Herberge. Ein fataler Fehler, denn hinter der hilfreichen und gastfreundlichen Fassade der zuvorkommenden Motel-Inhaber, verbirgt sich das personifizierte Böse …
 
 
 


 
 
 

The Helpers – Kritik

 
 
 
Es gibt Filmthemen, die scheinen derart begehrt zu sein, das man sie wieder und wieder lukrativ recyceln muss. War es vor einigen Jahrzehnten noch das beliebte Slasher-Genre, dass mit Vorliebe durch den Fleischwolf gezwirbelt und gehörig abgemolken wurde, so zieren aktuell blutgierige Killerviren, menschenverachtende Folterspielchen oder Wackelcam-geile Poltergeister die internationale Filmlandschaft. Kaum ein Genre-Werk entsteht derzeit, das sich nicht mit derart totgefilmten Horrorstoffen beschäftigt und um die Gunst der Zuschauer buhlt, in der Hoffnung halbwegs Beachtung geschenkt zu bekommen, damit die Macher hinter dem Beitrag rasch die schnelle Mark verdienen können. Der vorliegende Vertreter “The Helpers” reiht sich hierbei ideal in die endlos lange Reihe aktueller Folterfilme ein, die mit Vorliebe dem nachgehen, was sie vermutlich am besten können: zu langweilen. Ohne ein Fünkchen Originalität zu vermitteln oder kreative Eigenständigkeit zu beweisen wird hier genüsslich gefoltert und sadistisch gedemütigt, einzig der Gewalt und der Provokation wegen. Die Vorgeschichte (insofern man das Konstrukt überhaupt als Geschichte betiteln kann) ist schnell erzählt, sodass dieser aktuelle Folteraufguss erstaunlich straff zum Punkt kommt, damit der gewaltgierige Gorehound auch rasch das genießen darf, was er letztendlich von Filmen dieses Kalibers erwartet: sinnentfremdete Quälerei nonstop.
 
Wer jetzt dennoch darauf hofft, dass das auch alles hübsch hart anzuschauen ist, der irrt. Vielmehr irrt Regisseur “Chris Stokes” zu euphorisch seinen großen Vorbildern “Hostel” und “Motel” hinterher, sodass er bereits nach nur wenigen Film-Minuten die Orientierung über seine ohnehin dürftig zusammengeflickte Filmchen verliert. Nicht nur, dass die Interaktionen der wenigen Protagonisten vollkommen hirnrissig erscheinen, auch die Geschichte wirkt zunehmend konfus, sodass der Film zur echten Geduldsprobe avanciert. Vor allem die skrupellosen “Helfer” beginnen bereits nach ihrem ersten Auftauchen gehörig zu nerven und versuchen im Verlauf der Handlung zwanghaft böse und hinterlistig zu wirken. So wirklich eindrucksvoll will ihnen das jedoch nicht gelingen, denn ihr lustloses Agieren wirkt weniger bedrohlich, als vielmehr konsequent einschläfernd. Und so hilft es dem Film letztendlich auch nicht, dass es zwei weibliche “Helferinnen” offensichtlich zu gut mit Ihrem übertriebenen Overacting meinen und in einer Tour versuchen mit Hilfe zynischer Wortfloskeln ihren männlichen Mitstreitern die Show stehlen zu wollen. Das permanent überspitzte Gegacker wirkt hierbei derart störend und unfreiwillig komisch, dass man sich als Zuschauer vollkommen verwirrt fragt, ob es sich nun bei “The Helpers” um eine rabenschwarze Komödie oder einen vermeintlich bösen Terrorfilm handeln soll. Zudem lässt sich nicht leugnen, dass einige der ambitionierten Jungdarsteller unglaublich mies vor der Kamera agieren, sodass es dem vorliegenden “The Helpers” nur selten gelingt, über Amateurfilmniveau hinaus zu schlittern.
 
 
 
Nachwuchs für emsige Folterexperten gesucht? Dann sollte dieser aktuelle Nonsens möglichst gemieden werden. Das aktuelle “Meisterwerk” aus der Serie sadistisch-angehauchte “Möchte-gern-Folterstreifen” ist ein wirklich haarsträubend schlechter Vertreter seiner Gattung, denn hier wird schauspielerisches “Nichtkönnen” erstaunlich groß geschrieben. Ein grandiose Feuerwerk unweigerlichen Fremdschams. Gerade weil dem Film keine wirklich halbwegs spannende Geschichte zugrunde liegt und die improvisierenden Leistungen der wenigen Darsteller sehr zweifelhaft in Erscheinung treten, kommt rasch Langeweile auf, welche das muntere Treiben auf der heimischen Mattscheibe unerträglich gestalten dürfte. Dabei sind es nicht die Demütigungen und Folterungen selbst, die bitter aufstoßen, sondern die gesamten Inszenierung, die nur selten über Amateurstatus hinausreicht. Regisseur “Chris Stokes” schafft es mit einer unglaublichen Leichtigkeit, in einfach jedes Fettnäpfchen zu stiefeln. Seinem “The Helpers” gelingt es erstaunlich selbstsicher alles falsch zu machen, was man bei einem Film diesen Kalibers falsch machen könnte. Er ist langweilig und bedeutungslos, von Terror ist im Film kaum eine Spur. Ein Mitfiebern gestaltet sich als schwieriges Unterfangen, denn die wenigen Protagonisten im Film wirken unsympathisch, eindimensional und unzugänglich. Auch auf Gewaltebene erfindet “The Helpers” das Genre nicht neu. Erstaunlicherweise gibt es hier für ausgehungerte Gorehounds nur wenig zu bestaunen. Ein groteske Zweiteilung sowie eine überraschende Enthauptung sind die einzig wahren “Highlights” in diesem vollkommen überflüssigen Film. Für einen Terror- und Folterfilm vermutlich viel zu unspektakulär, dürfte die belanglose Darstellungen der obligatorischen Greueltaten einzig für ein müdes Lächeln unter alteingesessenen Horrorfilmfans sorgen.
 
Seltsamerweise handelt es sich bei Regisseur “Chris Stokes” um einen eigentlich halbwegs erfahrenen Filmemacher, der bereits eine umfangreiche Vita vorzuweisen hat. Neben einigen (in Amerika) erfolgreichen Horror- und Musikfilmen (“House Party 4” und “Somebody Help Me 1+2“), verdiente er sich vor allem als erfolgreicher Produzent namhafter Pop-Größen (“Destiny ‘s Child“, “Bobby Brown“) ein goldenes Näschen. Sein aktuelles Schaffen jedoch, dürfte er vermutlich am liebsten wieder in der Versenkung verschwinden lassen, denn “The Helpers” ist wahrlich ein vollkommen desaströses Stück Zelluloid, auf das der Filmfreund getrost verzichten kann!
 
 
 


 
 
 

The Helpers – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Motel” & “Hostel” erneut schlecht kopiert – Ein vollkommen unbrauchbarer und überflüssiger Film!
 
 
 


 
 
 

The Helpers – Zensur

 
 
 
Dürfte ungeschnitten mit “Keine Jugendfreigabe”-Kennzeichnung nach Deutschland kommen.
 
 
 


 
 
 

The Helpers – Trailer

 
 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 

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Filmreview: “Bloody Bloody Bible Camp” (2012)

Bloody Bloody Bible Camp
 
 
 

Bloody Bloody Bible Camp

Story

 
 
 
Es ist 1977 und eine Gruppe bibeltreuer (*hust*) Teenager begibt sich für einige Tage in das fromme „Happy-Day-Bibel-Camp“, dass sich inmitten eines dicht bewachsenen Waldgebietes befindet. Doch an Beten und Beichten ist hier nicht zu denken, denn die gelüstge Rasselbande hat Anderes im Sinn. Schnell sind einige Joints gedreht und Alkohol gekauft, als auch schon eine vermummte Gestalt durchs Geäst schleicht und die Jugendlichen für ihr unchristliches Verhalten mit dem Tode bestraft. Sieben Jahre später, die Morde der sadistischen Nonne “Mary Chopper (Tim Sullivan)” gehören bereits unlängst der Vergangenheit an, wagen sich erneut einige Teens in das sagenumwobene Feriencamp. Trotz ausdrücklicher Warnungen der Einheimischen, lässt sich Pfarrer „Richard Cummings“ (Reggie Bannister) nicht von seinem Vorhaben abbringen, zusammen mit seiner kleinen Herde unerzogener Gören einige nette und erlebnisreiche Tage in dem geheimnisvollen Feriencamp zu verbringen. Unbeirrt richten sich die Jugendlichen häuslich ein, als auch schon der erste unsittliche Teen spurlos verschwindet …
 
 
 


 
 
 

Bloody Bloody Bible Camp – Kritik

 
 
 
Als 1971 der erste moderne “Teen-Slasher” mit dem Titel “Im Blutrausch des Satans” über die weltweiten Kinoleinwände flimmerte, hatte vermutlich kaum ein ernstzunehmender Filmkritiker mit derart Langlebigkeit dieses Horror-Subgenres gerechnet. Wurde die Popularität des “Slasherfilms” mit “Halloween – Die Nacht des Grauens” und “Freitag der 13.” maßgeblich gefestigt, so löste der finanziell äußerst lukrative “Teen-Slasher” in den 80er Jahren einen wahren Horror-Boom aus. Vor allem unter Jugendlichen genossen die teilweise arg derben und billig heruntergekurbelten Filmchen Kultstatus und brachten eine regelrechte Lawine von thematisch ähnlichen Filmen ins rollen. Ob “Sleepaway Camp“, “The Burning” oder “A Nightmare on Elm Street” – kaum ein Filmstudio existierte, das nicht auch einige Dollars aus dem bereits totgetrampelten Genre herausschlagen wollte und mehr oder wenige sinnvolle Beiträge ins Kino brachte oder direkt auf VHS veröffentlichte.
 
Der vorliegende Horrorfilm “Bloody Bloody Bible Camp” ist einer dieser Film, der vermutlich perfekt in jene Zeit gepasst hätte und der heute vermutlich nur eingefleischten Nostalgie-Horrorfans ein enthusiastisches Lächeln entlocken dürfte. “Bloody Bloody Bible Camp” gehört zu der Art von Filmen, die sich ehrfürchtig vor den ganz großen Slasher-Klassiker der 70er und 80er verbeugen und versuchen wollen, den naiven aber dennoch liebenswerten Charme der diversen “Teenager-in-Angst“-Filmchen in das aktuelle Jahrtausend zu transferieren. Anstatt jedoch die bekannten Klischees dieser Filmchen uninspiriert abzuhandeln, versuchte Regisseur “Vito Trabucco” seine Geschichte mit einem gehörigen Augenzwinkern zu versehen, denn “Bloody Bloody Bible Camp” ist kein Film, den man Ernst nehmen sollte. Die Richtung dieser Teenager-Farce ist schnell ergründet und so erweist sich “Das blutige Bibel-Camp” als eine groteske Mischung aus bekanntem “Freitag der 13.“-Franchise sowie diversen “Troma“-Werken der frühen 80er Jahre, ohne jedoch nur annähernd deren Genialität zu erreichen. Dabei stellt sich schnell heraus, dass “Trabucco” die zugrundeliegenden Klassiker erstaunlich genau studiert haben muss, denn “Bloody Bloody Bible Camp” bietet ein wahrhaftig umfangreiches Sammelsurium bekannter Metapher und Klischees der wegweisendsten Teen-Slasher, die im Schlagabtausch mit Unmengen pubertärer Fäkalwitzchen um die Gunst der Zuschauergunst buhlen wollen. Anfänglich gelingt dem Film das erstaunlich gut. Trotz aller Political Incorrectness und der immensen Anzahl haarsträubender Geschmacklosigkeiten weiß das “blutige Bibel Camp” mit einer unverbrauchten Frische und erheblichen Kurzweil zu überzeugen. Hierbei gestaltet sich das offensichtlich schlechte Schauspiel der (von mindestens 30jährigen Schauspielern gespielten) überdrehten Teens als unglaublich komisch. Die Absurditäten-Schau wird zudem mit einer reichlichen Priese Slapstick angereichert, welcher nicht selten für einige Schenkelklopfer sorgt. Dass selbst die wenigen Schauspieler am Set einen gehörigen Gaudi gehabt haben müssen fällt direkt ins Gewicht, denn selbst Filmlegende “Reggie Bannister” („Phantasm“) versprüht einen erfrischenden Ehrgeiz, der sich direkt auf den Zuschauer überträgt.
 
Leider schafft es “Bloody Bloody Bible Camp” nicht, das anfänglich arg ansprechende Tempo konsequent über die ganze Filmlaufzeit zu halten. Nach den ersten Morden dauert es eine geschlagene Stunde, bis Schwester “Mary Chopper” (übrigens gespielt von „Tim Sullivan“, der sich zuletzt als Regisseur für die Filme “Chillerama“, “2001 Maniacs” verantwortlich zeichnete) ihr blutgieriges Treiben fortsetzen darf. Der enorme Leerlauf und die mangelnde Gag-Rate im Mittelteil des Films stellen hierbei das größtes Manko dieser Horrorparodie dar. Auch wenn einige nackte Tatsachen vor allem männliche Zuschauer vortrefflich munden dürften, so kann “Bloody Bloody Bible Camp” nicht verbergen, dass hier einiges an Potenzial mangels unausgegorenen Drehbuch verschenkt wurde.
 
Bloody Bloody Bible Camp” ist einer der wenigen Vertreter des Slasherfilms, der gar nicht vertuschen möchte, dass er eigentlich vollkommen hirnrissig ist. Hier werden bekannte “Teenager-in-Angst“-Klischees aus bekannten Klassikern, wie “Freitag der 13.” und “Halloween” auf die Schippe genommen und mit reichlich pubertierenden Fäkalhumor gewürzt. Der hirnlose Muskelprotz ist die gesamte Filmlaufzeit über damit beschäftigt, die naive Top-Model-Barbie in die Kiste zu bekommen. Hinzukommt, dass sich der einzelgängerische Außenseiter mit einem reichlich naiven Fettwanst das Zimmer teilen muss und Pfarrer „Cummings“ weniger am Wohl seiner Schützlinge interessiert ist, statt vielmehr unter Drogenkonsum in seinen schwulen Männermagazinen zu blättern. Die bewusst miese Charakterzeichnung birgt einige haarsträubende Stereotypen, die den Film jedoch erfrischend bereichern. Leider reduzieren sich die positiven Ansätze der vollkommen überdrehten Freakshow vorwiegend auf den Anfang des Films. Auch wenn einige Ideen an die goldene Ära des “Troma“-Studios erinnern, so schafft es “Bloody Bloody Bible Camp” in leider nur wenigen Momenten die grandiose Kreativität und den gesellschaftskritischen Zynismus der 80er Jahre Kultfilm-Schmiede zu erreichen. Trotzdem, gerade Horrorfilmfans, die eine Vorliebe für vollkommen sinnentleerten Trash besitzen, dürften an dem vorliegenden Nonsens vermutlich ihre helle Freude haben. Zum unübersehbaren Overacting der Protagonisten gesellen sich vollkommen superbe (handgemachte!) Splatterszenen, die trotz aller Liebe zum Detail eher ein lauthalses Lachen entlocken können, als markerschütternde Abscheu!
 
 
 


 
 
 

Bloody Bloody Bible Camp – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Herrlich trashige und bewusst überzogen inszenierte Persiflage der gesamten Slasher-Werke der 80er Jahre, die bei weitem besser ist, als einige ernste und aktuelle Vertreter der “Teenager in Angst“-Filme.
 
 
 


 
 
 

Bloody Bloody Bible Camp – Zensur

 
 
 
Aufgrund einiger vollkommen übertriebenen Splatterszenen, dürfte eine ungeschnittene, deutsche Fassung von der FSK eine “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erhalten.
 
 
 


 
 
 

Bloody Bloody Bible Camp – Trailer

 
 
 

 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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Filmreview: “The Aggression Scale” (2012)

the aggression scale
 
 
 

The Aggression Scale

Story

 
 
 
Vater “Bill Ruthledge” (Boyd Kestner) zieht es zusammen mit den Kindern “Lauren” (Fabianne Therese) und “Owen” (Ryan Hartwig), sowie seiner Ehefrau zurück auf Land. Der Umzug verlief überraschend zügig, sodass die Kinder ziemlich verstört wirken, als sie plötzlich ihre neuen Zimmer beziehen sollen. Am nächsten Morgen erhalten die Ruthledge´s unwillkommenen Besuch. Es ist nicht die erhoffte Maklerin, die sich selbst kurzum zum Frühstück eingeladen hat, sondern der Auftragskiller “Hand Lloyd” (Dana Ashbrook), der zusammen mit seiner Bande, die halbe Million Dollar zurückfordert, die Vater “Bill” einem geldgierigen Mafiaboss gestohlen haben soll. In erwartungsvoller Freude den Auftrag kurz und schmerzlos abhandeln zu können, haben die Schergen nicht mit der Cleverness des kleinen, wortkargen “Owen” gerechnet. Denn nachdem das Killerpack die Eltern der Kinder über den Jordan gemeuchelt haben, stellen sie alsbald fest, dass mit dem scheinbar eingeschüchterten Jungen irgendetwas nicht zu stimmen scheint.
 
 
 


 
 
 

The Aggression Scale – Kritik

 
 
 
Man stelle sich vor, eine Bande skrupelloser und mordgieriger Schwerstkrimineller klopft des morgens an die Haustür einer gutbürgerlichen und friedliebenden Familie, um sich von selbiger einige unterschlagene Dollars zurückzuerbeuten. Flink dürfte der interessierte Horrorfilmfan einen weiteren uninspirierten Folter- und Terrorstreifen erwarten, der die Opfer abermals durch eine gewalttätige Achterbahn des Schreckens jagt, nur damit selbige am Ende mittels explizit-ausgewalzten Racheakt Vergeltung an ihren Peinigern üben dürfen, um der Erwartungshaltung des Gore-Freunde halbwegs gerecht werden zu können. Blickt man in der Geschichte des “Home Invasion“-Genre zurück, so haben die Opfer in diesen Filmen vermutlich schon allerlei Scheußlichkeiten erdulden müssen, um das eigene Leben oder das der Familienangehörigen zu schützen. Auch der vorliegende Beitrag “The Aggression Scale” macht keinen Hehl daraus, was er eigentlich sein will. Schnell beginnt sich der Grundton des Films zu verändern und die obligatorischen “Home Invasion“-Klischees beginnen eine merklich unwohlige Stimmung zu verbreiten. Doch anstatt das Geschehen in den perfiden Abartigkeiten dieses Subgenres zu ertränken und erneut die altbekannten Regeln des “Home Invasion“-Genres abzuhaken, schlägt “The Aggression Scale” eine gänzlich andere Kerbe ein. Aus dem vermeintlich unangenehmen Psycho-Thriller entwickelt sich ein ziemlich zynisches Stück Zelluloid aus dem kurzum die Jäger zu Gejagten umfunktioniert werden. Am Besten lässt sich die Geschichte rund um “Steven C. Millers” vorliegenden Kracher als eine recht kurzweilige Mischung aus “Kevin allein zu Haus“, “Rambo” und “MacGyver” betiteln, denn der minderjährige Sohn jener Familie, entpuppt sich kurzum als wandelnde Killermaschine, die auf recht gerissene Art und Weise dem Verbrecherpack das Handwerk zu legen weiß. Hierbei entwickelt sich das wortkarge Kerlchen als überaus erfinderisch und zäh, was diesem Thriller einen ordentlichen Unterhaltungswert beschert und ihn von der grauen Masse an ähnlichen Produktionen positiv abhebt. Regisseur “Steven C. Miller” hat es mit seinem aktuellen Beitrag endlich geschafft, einen durchweg sehenswerten und vor allem spannenden Genre-Beitrag abzuliefern. Mit seinem enttäuschenden Splatter-Remake “Silent Night” (2012) und dem arg durchwachsenen “Scream of the Banshee” (2011) hatte er zuletzt weniger durch Qualität, als vielmehr durch lieblosen Trash auf sich aufmerksam gemacht. Umso mehr verwundert es, dass der vorliegende “The Aggression Scale” mit einer beachtlich-skurrilen Leichtigkeit daherkommt, die den Zuschauer überraschend schnell in ihren Bann zu ziehen weiß. Das Finale ist rasch erreicht und eh sich der Zuschauer versieht, flimmern auch bereits die Endcredits über den Bildschirm. Kurzweiligkeit ist definitiv garantiert und so kann sie der Horrorfilmfreund einmal mehr auf einen recht gelungenen Genre-Beitrag erfreuen, der aus der breiten Massen mieser Thriller-Filmkost der letzten Monate positiv hervorsticht.
 
 
 
Nach arg durchwachsenen Filmwerken hat es der motivierte Jungregisseur “Steven C. Miller” mit seinem vorliegenden “The Agression Scale” endlich geschafft den Nerv der Fans des bösen und gemeinen Films zu treffen. Auch wenn die Geschichte relativ schwermütig und behäbig beginnt und einen weiteren idiotischen Terrorfilm suggeriert, so sollten interessierte Filmfreunde noch ein wenig durchhalten. Denn nach dem obligatorischen Einleitungsgeplänkel, geht die Post gehörig ab. Das mag vor allem an der arg einfallsreichen Wendung liegen, die dem Zuschauer hier voller Sarkasmus serviert wird. Der unangenehme “Home Invasion“-Thriller mutiert rasch zu einer bitterbösen und ziemlich zynischen Survival Trip und birgt so manche Überraschungen. Aus dem anfänglich taffen Gangstergesindel entwickeln sich alsbald minderbemittelte Angsthasen, die sich von einem pubertierenden Jungen gehörig auf der Nase umhertanzen lassen. Parallelen zum “Mccully Kalkin“-Klassiker “Kevin allein zu Hause” sind unübersehbar, nur dass die hier vorliegende Variante weniger familienfreundlich daherkommt und mit einigen deftigen Gewaltakten überzeugt. Der erfrischenden Szenarie bekommt das muntere Katz- und Mausspiel erheblich gut und so sieht man gern über einige Logikhänger in der Handlung hinweg. “The Aggression Scale” macht Spaß, keine Frage und bereichert das Horror-Genre ungemein. Bitte mehr davon!
 
 
 


 
 
 

The Aggression Scale – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Eine wahrlich homogene Symbiose aus “Kevin allein zu Hause” und “Rambo” – Zynische, blutig und bitterböse!
 
 
 


 
 
 

The Aggression Scale – Zensur

 
 
 
Der Film ist in Deutschland ungeschnitten mit “keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erhältlich
 
 
 


 
 
 

The Aggression Scale – Deutsche Blu-ray

 
 
 
AGGRESSION SCALE_BD
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Aggression Scale; USA 2011

Genre: Horror/Thriller

Ton: Deutsch + Engl. DTS HD Master Audio 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1080p/24, 1:2.35

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making Of, Trailer – leider gänzlich ohne UT

 
 
 
Die Deutsche Blu-ray macht einen hervorragenden Eindruck und wird direkt über “Sunfilm” vertrieben – natürlich ungeschnitten. Neben einem minimalistisch, aber ansprechenden Menü, darf der Filmfreund ein durchaus sauberes und scharfes Bild genießen. Auch der Ton besitzt hin und wieder seine Momente und ist stets präsent. Ein kleines informatives Making of (übrigens in HD!), sowie der Trailer zum Film und zu weiteren kommenden Highlights aus dem Hause “Sunfilm” runden diese kleine, sehenswerte Veröffentlichung ab.
 
 

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The Aggression Scale – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “The Haunting of Helena” (2012)

THE HAUNTING OF HELENA
 
 
 

THE HAUNTING OF HELENA

Story

 
 
 
Die alleinerziehende Mutter Sophia (Harriet MacMasters-Green) bezieht mit ihrer kleinen Tochter Helena eine kleine, neue Wohnung. Anfänglich voller Lebensmut, den Start in ein neues Leben gewagt zu haben, verblasst die Euphorie umgehend, als die kleine Helena den ersten Milchzahn verliert und fortan seltsames Gestammel von sich gibt. Eine Zahnfee soll ihr angeblich des nachts erscheinen, die sich den Tag über in ihrem neuen Kleiderschrank versteckt und am Abend aus ihrem Versteck kriecht, um die verschüchterte Helena dazu aufzufordern ihr mehr Zähne zu bringen. Nachdem sich das Verhalten des Kindes maßgeblich verändert, beginnt die besorgte Mutter Nachforschungen anzustellen und stößt hierbei auf ein makabres Geheimnis.
 
 
 


 
 
 

THE HAUNTING OF HELENA – Kritik

 
 
 
Wirklich subtile und angsteinflößende Grusler sind in der aktuellen Horrorfilmlandschaft wahrlich selten geworden. Viel zu oft wird das mollige Schauerfeeling durch obligatorische Schlachterplatten ersetzt, um dem Begriff “Horror” auch im Jahr 2013 vollends gerecht werden zu können. Umso mehr erfreut es alteingesessene Filmhasen wie mir, wenn im Fahrtwasser penetrant nerviger Zombie-, Found Footage- und Foltergurken auch hin und wieder kleine Filmwerke das Licht der Welt erblicken, die sich souverän gegen die Masse an beliebig austauschbaren Horror-Nonsens behaupten und dem Filmfreund den klassischen, blutarmen Horrorfilm erneut schmackhaft machen wollen. Hat sich Spanien in den vergangenen Jahren als kleiner Geheimtipp in Sachen subtilen Gruselns entwickelt, so versuchen nun auch die Italiener auf diesen lukrativen Zug aufzuspringen und präsentieren uns mit dem vorliegenden THE HAUNTING OF HELENA ihre ganz eigene Version der Geschichte von der bösen Zahnfee. Weniger ist manchmal mehr lautet hier die Devise und so beginnt der Film fernab jeglichen Gekröses mit einigen wirklich düster-melancholischen Kamerafahrten und durchaus ansprechend-superben Bildern, die das Gruselfeeling wunderbar altmodisch zu steigern wissen. Zentrum des ultimativen Bösen ist diesmal ein seltsamer Kleiderschrank, der ein durchaus böses Geheimnis birgt.Nachdem das groteske Möbelstück das Zimmer der kleinen Helena ziert, beginnt fortan auch der zunehmend geistige Zerfall der kleinen Hauptdarstellerin einzutreten, deren plausible Erklärungsversuche wie so oft in derart Filmen kaum Beachtung geschenkt werden. Dennoch fühlt sich auch Mutter Sophia von reichlich Unbehagen bedroht und beginnt den skurrilen Aktionen der Tochter nachzuforschen.
 
Der große Pluspunkt von THE HAUNTING OF HELENA ist dabei in der wirklich unglaublich düsteren, fast schon märchenhaft-anmutenden Atmosphäre zu suchen. Der vornehmlich kindlich anmutende Kleiderschrank, wirkt in den faden, dreckigen und farblosen Bildern gespenstig bedrohlich und die Geschichte um das antike Möbelstück bleibt konsequent spannend – zumindest bis zur Hälfte des Films. Denn trotz aller positiven Ansätze, die dieser italienische Genre-Beitrag in sich birgt, schaffen es die beiden Regie-Newcomer CHRISTIAN BISCEGLIA und ASCANIO MALGARINI nicht, das hohe Niveau ihrer wirklich stimmigen Geschichte bis zum Ende zu halten. Ab Filmmitte wird die Geschichte kurzum in ein skurriles verlagert, wo sich die kleine Heldin mit allerlei seltsamen Erscheinungen umherplagen muss. Hierbei rückt nun das Schicksal der Mutter in den Vordergrund, die versucht, dass Rätsel rund um die Herkunft des Kleiderschrankes zu lösen. Die sterile Krankenhaus-Atmosphäre will hierbei irgendwie nicht so recht zum Grundtenor der eigentlichen Geschichte passen. Vielmehr wirkt der schroffe Schauplatzwechsel auf Zwang konstruiert, um auf Krampf eine Brücke zur Herkunft des Möbelstücks schaffen zu können. Auch wenn sich das muntere Treiben gegen Ende in einer reichlichen Achterbahn des Schreckens entlädt und mit unzähligen “Buh“-Effekten aufwartet, so mag man als Filmfreund irgendwie nicht das Gefühl loswerden wollen, dass die beiden Filmregisseure CHRISTIAN BISCEGLIA und ASCANIO MALGARINI reichlich Potenzial verschenkt haben. Zugunsten eine kommerziellen, massentauglichen Inszenierung erspinnen sie ein arg hanebüchenes Ende, dass in derart Form an die unendlich vielen Horrorfilme aus Hollywood erinnert. Schade eigentlich, denn kaum ein aktueller Horrorfilm der letzten Dekaden kann mit ähnlich exzellent altmodischen Raffinessen überzeugen.
 
Subtiler Horror bevorzugt? Dann dürfte der kommende Grusler Fairytale (so der ursprüngliche Titel des Film) genau die richtige Wahl für einen verregneten Sonntagabend sein. Statt eimerweise Eingeweide und unmenschliches Folter-Gewerkle zählen hier Stimmung, Optik und die Geschichte. Umso mehr dürfte THE HAUNTING OF HELENA für Freunde etwas härterer Filmkost reichlich unbeholfen daherkommen. Denn die Erzählstil der Geschichte vollzieht sich sehr gemacht, ruhig und stimmig durch die gesamte Szenarie. Hin und wieder werden einige nette Gruseleffekte in die Handlung gestreut, die ihre bedrohliche Wirkung zu keiner Minute verfehlen. Auch wenn der Beitrag ab Filmmitte in reichlich haarsträubende Sphären abdriftet und der wohldosierte Gruselfaktor aufgrund konstruiert wirkender Detektivarbeit flöten geht, so kann man nicht behaupten, dass THE HAUNTING OF HELENA ein schlechter Film ist. Das geschickte Spiel von Licht und Schatten, sowie der debile, märchenhafte Grundton der Erzählung erinnert in seiner Darstellung arg an kommerzielle Horrorfilme aus Amerika. Und so verwundert es ein wenig, dass THE HAUNTING OF HELENA oftmals ein wenig zu sehr nach DER FLUCH VON DARKNESS FALLS (2003) oder POSSESSION (2012) ausschaut, denn das uninspirierte Kopieren bekannter Filmformeln hätte dieser Debütwerk vermutlich rein gar nicht nötig gehabt. Trotzdem, für ein Erstlingswerk haben die beiden Regisseur-Neulinge CHRISTIAN BISCEGLIA und ASCANIO MALGARINI erstaunliche Arbeit geleistet. Der Film ist trotz seine oftmals unweigerlichen Vorhersehbarkeit spannender als das übliche Horroreinerlei, welches aktuell den hiesigen Heimkinomarkt überschwemmt. Zudem darf der Horrorfilmfreund eine der besten Szenen ever in der Geschichte des Phantastischen Films genießen:
 
Mutter Sarah ist einen Moment unachtsam im Straßenverkehr, gerät von der Fahrbahn ab und brettert mit dem Fahrzeug vom Rand einer Brücke hinein in die Fluten eines reißenden Flusses. Die virtuose Kameraarbeit dieser Szene, welche sich in Zeitraffermethode entlädt, ist derart genial, außergewöhnlich und atemberaubend, dass man allein nur dieser Szene wegen THE HAUNTING OF HELENA gesehen haben sollte. Beachtlich!
 
 
 


 
 
 

THE HAUNTING OF HELENA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein Vertreter der alten Schule – Kleines stimmiges und atmosphärisches Gruselmärchen, das für einige wohldosierte Schauer sorgen dürfte.
 
 
 


 
 
 

THE HAUNTING OF HELENA – Zensur

 
 
 
Hier zählen vorwiegend die leisen Töne, von daher geht es hier eher blutfrei zugange. Eine ungeschnittene Filmversion dürfte die FSK16-Kennzeichnung zieren.
 
 
 


 
 
 

THE HAUNTING OF HELENA – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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Filmreview: “Texas Chainsaw 3D” (2013)

Texas-Chainsaw-3D
 
 
 

Texas Chainsaw 3D

Story

 
 
 
Achtung!
Review beinhaltet mögliche Spoiler!
 
 
 
„Heathers“ geregeltes Leben gerät völlig aus den Fugen, als sie das Erbe ihrer unbekannten, verstorbenen Großmutter antreten soll. Sie reist zusammen mit ihren Freunden nach Texas, wo ein riesiges Anwesen auf sie wartet, dessen Schlüssel ihr von einem Nachlassverwalter überreicht werden. Doch das vermeintlich pompöse Anwesen birgt ein dunkles und tödliches Geheimnis, dass mit der Erbschaftsübergabe einen gierigen Blutzoll fordert …
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Kritik

 
 
 
Manche Filmreihen scheinen derart populär, dass sie einfach nicht totzukriegen sind und sich geldgeile Rechteinhaber ein goldenes Näschen an derart Filmstoff verdienen. Ob hierbei eine plausible Geschichte zu Grunde liegt und bekanntes Franchise logisch fortgeführt wird, ist im 21 Jahrhundert schon längst nicht mehr relevant. Da wird die bereits ohnehin kränkelnde Kuh auch schön weiter gierig abgemolken, in der Hoffnung, dass die Ausbeute noch halbwegs gewinnbringende Dollars einspielt. Einer dieser Fälle ist das berüchtigte “Texas Chainsaw Massacre“, dass bereits im Jahre 1974 für reichlich Gesprächsstoff sorgte und den Grundstein für heute so populäres Terror-Kino legte. Tobe Hoopers berüchtigtes “Kettensägen-Massaker” gehört zweifelsohne zum Meilenstein des modernen Horrorfilms und findet in seiner schmuddeligen und exploitationhafte Darstellung des populären 70er Jahre Horrorkinos gleich neben berüchtigten Klassikern wie “Last House on the Left” , „I spit on your Grave“ und „Mark of the Devil“ Erwähnung. Nach nunmehr bereits sechs Verfilmungen steht aktuell mit “Texas Chainsaw 3D” der neuste Teil des berüchtigten Horrorfilmstoffs ins Haus und findet überraschenderweise nicht den direkten Anschluss an “Marcus Nispel” Hochglanz-Remake aus dem Jahre 2003. Anstatt die Gegebenheiten rund um die “Nispel“-Neuverfilmung plausibel weiterzuspinnen geht der aktuelle Aufguss zurück zu den Ursprüngen des Originals und setzt haargenau dort an, wo Hoopers “Texas Chainsaw Massacre” endete.
 
Sally“, die einzige Überlebende aus dem 1974er Originalfilm, entkommt dem Motorsägen schwingenden “Leatherface” und kann sich kurzum in die Nachbarstadt retten. Dort schildert sie dem ansässigen Sheriff, welch gemeine Abartigkeiten sie im Haus der “Sawyer“-Familie erdulden musste, worauf eine selbsternannte wutentbrannte Bürgerwehr zum Schauplatz der Verbrechen eilt, um mit der seltsamen Bande auf ihre ganz eigene Weise abzurechnen. Keiner der (gefühlten 100!) “Sawyer“-Familienmitglieder kann diesem Racheakt lebend entkommen. Nur ein hilfloses Neugeborenes überlebt das blutige Massaker und wird letztendlich in die Obhut einer Pflegefamilie übergeben.
 
Natürlich dürfte der aufmerksame Horrorfilmfreund bereits rasch erahnen, dass es sich bei jenem Waisenkind um die taffe Hauptdarstellerin “Heather” handelt, die im Verlauf der vollkommen hölzernen Geschichte auf einen erschreckend gealterten „Leatherface“ trifft. Der direkt Anschluss an das kultige und große Original erweist sich in diesem Fall als desaströse Entscheidung, denn trotz aller unbeholfener Versuche dem 74er “Texas Chainsaw Massacres” halbwegs gerecht zu werden, mündet das aktuelle Sequel in einer einzigen Katastrophe. Es bedarf hier vermutlich eine ganze Seite zu füllen, um all die Ungereimtheiten eines “Texas Chainsaw 3D” aufzählen zu können. Fakt ist jedoch, dass der neuste Ableger der bisher Schlechteste der gesamten Reihe darstellt. Am prägnantesten werden vor allem die Mankos in der Darstellung der Protagonisten deutlich. Sicher war die gesamte “Texas Chainsaw Massacre”-Reihe noch nie ein Garant für tiefgründige und klug durchdachte Charakterisierung, handelt es sich hierbei schließlich um eine Horror-Serie, die vordergründig seit jeher von derben Terror und bluttriefende Gewalt zerrt. Die vorliegende Fortsetzung jedoch besitzt außer einige Gewaltspitzen nichts was überhaupt von Interesse wäre – Folter und Terror: Fehlanzeige! Die wenigen Figuren sind derart flach skizziert, dass das immens gorige Treiben vollends an Intensität verliert. Zudem lässt “Texas Chainsaw 3D” jeglichen Terrorgedanken missen. Die Geschichte entlädt sich als vollkommen austauschbarer 08/15-Teenhorror, der auch beliebig hätte anders heißen können. Hinzukommt, dass man die Glaubwürdigkeit der hier vorgegaukelten Geschehnisse nicht weiter hinterfragen sollte. “Heather” durchlebt im Verlauf des Films eine haarsträubende Metamorphose, die in ihrer Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist. Anfänglich als Opfer deklariert, entscheidet sie sich am Ende (unverständlicherweise) für das Böse und bietet durchaus Freiraum für eine mögliche Fortsetzung. Welchen Sinn dieser gesamte hanebüchene Nonsens birgt, sei letztendlich dahingestellt, denn eine mögliche Erklärung ihres Tun und Handelns machen „Texas Chainsaw 3D“ leider auch nicht besser!
 
Ein Albtraum für jeden “TCM“-Filmfan: es war vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis sich auch das bisher langlebigste Horror-Franchise selbst ins Aus befördern würde. Nach sechs Filmen bildet nun der vorliegende “Texas Chainsaw 3D” das miserable Schlusslicht der bekannten Filmreihe. Dass der aktuelle Beitrag nicht einmal ansatzweise dem Niveau der erfolgreichen Vorlage gerecht werden kann, dürfte bereits der unvollständigen Titel erahnen lassen, denn nur dort wo letztendlich auch “Massacre” draufsteht, ist vermutlich auch allein nur “Massacre” drin. Der aktuelle Aufguss bietet außer einer umfangreichen Palette obligatorisch-blutiger Schauwerte nichts, was den interessierten Filmfreund gefallen dürfte. Aufgrund mangelnder Identifikationsmöglichkeiten stumpfen die eigentlich sehr bösen und gut umgesetzten Spezialeffekte gehörig ab und verlieren ihre eigentliche Wirkung. Dass man “Texas Chainsaw 3D” zu keiner Minute ernst nehmen kann, zeigen eindrucksvoll die vielen Logikpatzer, die das gesamte Treiben zu einer vollkommen Lachnummer gestalten. Da findet “Heather” irgendwo im Nirgendwo einen Jahrmarkt und scheint in ihrer Planlosigkeit nichts anderes im Sinn zu haben, als sich auf ein Riesenrad zu schwingen, in der Hoffnung, dass sie dadurch “Leatherface” entkommen kann. Dumm nur, dass sich eine derartige Gerätschaft im Kreis bewegt und “Leatherface“, trotz geistiger Beschränktheit, immer noch klug genug zu sein scheint und einfach am unteren Ende des Riesenrads auf die leicht verwirrte “Heather” wartet. “Texas Chainsaw 3D” ist ein ganz dummer Vertreter seiner Gattung und wäre mit dem Einspielen Sitcom-ähnlicher Lacher vermutlich ein geniales Stück Comedy geworden. So jedoch, dürfte die bierernste Inszenierung mit einer gewissen Vorsicht genossen werden, denn „Texas Chainsaw 3D“ hält mitnichten, was der eigentliche Filmtitel hauptsächlich suggeriert.
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Für alle Fans der Filmreihe: DANGER !!!!! Unglaublich miese Fortsetzung, die bei weitem den desaströsen 4. Teil der Serie (“Die Rückkehr”) an Dummheit überbietet.
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Zensur

 
 
 
Die deutsche Veröffentlichung beruht auf der amerikanischen Rated R-Fassung und hat es in dieser Form auch ungeschnitten nach Deutschland geschafft. Die hier veröffentlichte DVD/Blu-ray wurde mit dem “Keine Jugendfreigabe”-Stempel abgesegnet!
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Texas Chainsaw Massacre 3D Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Texas Chainsaw; USA 2012

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1; (1920x1080p) Full HD

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK 18 – Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interviews (ca. 23 Min.), Blick hinter die Kulissen (ca. 3 Min.), Das Texas Chainsaw Vermächtnis (ca. 10 Min.), Der alte Bauernhof (ca. 15 Min.), Die Wiederauferstehung der Säge (ca. 12 Min.), Besetzungs-Terror (ca. 10 Min.), Leatherface 2013 (ca. 15 Min.), Licht, Kamera, Massaker! (ca. 12 Min.), Es steckt im Fleisch (ca. 10 Min.), Kurzberichte vom Set, Originaltrailer in Deutsch und Englisch, Audiokommentar mit Regisseur John Luessenhop und Dan Yeager (Leatherface), Trailershow

 
 
 
Uns lag zum Test der Heimkinofassung von TEXAS CHAINSAW 3D die dreidimensionale Variante auf Blu-ray vor. Auf dieser Scheibe kann der Zuschauer neben der 3D-Fassung des Films natürlich auch auf die 2D-Variante zurückgreifen. Den Beginn macht der Trailer zum kommenden Action-Thriller „PARKER“; danach geht geradezu ins Hauptmenü, wo der Filmfreund neben dem Hauptfilm in erstaunlich hochwertiger Qualität auch zwischen reichlich Bonusmaterial wählen kann. Hierbei offenbart sich jedoch schon der erste Wehrmutstropfen: bis auf die Interviews der Hauptdarsteller sind keiner der hier vorfindbaren Extras Deutsch untertitelt. Auch wenn das Zusatzmaterial durchaus umfangreich daherkommt; Freunde von Leatherface & Co. sollten für den Genuss der Boni gute Englischkenntnisse mitbringen. Neben diversen „Hinter den Kulissen“-Features, Interviews, einem alternativen Anfang und interessanten Informationen zum Film, haben es auch die jeweiligen Trailer zum Schocker in Englisch und Deutsch auf die Scheibe geschafft. Zudem lässt sich auf der Heimkino-Veröffentlichung auch ein nicht untertitelter Audiokommentar finden. Bleibt zu erwähnen, dass sogar eine umfangreiche Trailershow zu weiteren Titeln des Publishers bewundert werden darf – erfreulicherweise sogar ein 3D-Trailer zum Film „RESIDENT EVIL – RETRIBUTION“. Die 3D-Fassung kommt, ebenso wie die normale Filmfassung, in sehr hochwertiger Bild- und Tonqualität daher, wobei gerade bei der dreidimensionale Filmfassung die diversen Pop-Out-Effekte mit der Motorsäge zu gefallen wissen. Abgesehen vom Film selbst, hält man auf technischer Ebene, einen durchweg gelungenen Release in den Händen, welchen man auf derart technisch ansprechendem Niveau im Horror-Sektor nicht alltäglich zu Gesicht bekommt. Neben der vorliegenden Fassung kann der Filmfan ohne 3D-Equipment natürlich auch zur herkömmlichen 2D-Scheibe greifen. Diese ist nicht nur preislich günstiger, sondern überzeugt mit ebenso wertigem Bild. Beide HD-Varianten wurden mit einem Wendecover und einem Einleger mit Kapitel-Index ausgestattet.
 
 

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Texas Chainsaw 3D – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Rogue River (2012)

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Filmreview: “Undocumented” (2010)

"Undocumented" (2010) Filmposter - Filmkritik auf Filmchecker
 
 
 

Undocumented

Story

 
 
 
Eine Gruppe ambitionierter, amerikanischer Dokumentarfilmer arbeitet an einem Film, der sich mit illegal eingewanderten mexikanischen Immigranten beschäftigen soll. Um der Doku den nötigen Diskussionsstoff bieten zu können, reisen die Freunde nach Mexiko und begleiten eine Gruppe Flüchtlinge bei ihrer strafbaren Reise in die USA. Mit dem Wunsch, endlich der Armut und der erschütternden Perspektivlosigkeit entfliehen zu können, begeben sich die Immigranten in einen Flüchtlingstransporter, der sie sicher in das Land ihrer Träume transportieren soll. Doch die Reise schlägt fehl, denn auf ihrem Weg in die Freiheit geraten die Einwanderer an eine Gruppe radikaler amerikanischer Rassisten, die das Gesetz schlichtweg selbst in die Hand nehmen und die Truppe in ein eigens zusammengezimmertes Konzentrationslager verschleppen. Das amerikanische Filmteam soll hierbei die nun folgenden Grausamkeiten dokumentieren, mit welchen die selbsternannten Ordnungshüter die verstörten Einwanderer bestrafen. Zudem soll das abartige Filmmaterial als Propagandafilm fungieren, der weitere illegale Immigranten davon abhalten soll, unrechtmäßig amerikanischen Boden zu betreten.
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Kritik

 
 
 
Mit dem vorliegenden Genre-Beitrag „Undocumented“ hat es einmal mehr ein Nachwuchsregisseur geschafft, mit reichlich Zündstoff auf sich aufmerksam zu machen. „Chris Peckover“, der sich zuvor sein Lohn und Brot mit einigen Kurzfilmchen verdient hat, teilt in seinem vorliegenden abendfüllenden Erstlingswerk herbe Kritik an der Unfähigkeit der amerikanischen Regierung aus. Hier wird nichts verschönert, oder vereitelt, sondern sein Film kritisiert einmal mehr, zu welchen rassistischen Abartigkeiten vermeintlich friedliebende Bürger fähig sein können und mit welcher Blindheit die amerikanische Führungsriege dem grotesken Treiben beiwohnt. Grundlage für seine Geschichte dient die aktuelle Immigranten-Problematik der USA, die scheinbar kaum noch in der Lage zu sein scheint, perspektivlose und in Armut lebenden Mexikaner davon abhalten zu können, illegal in das Land einzureisen. Da werden Mauern um die Grenzen gezimmert und der vollkommen übertriebene Patriotismus vieler Amerikaner, sowie die Angst vor dem eigenen sozialen Abstieg (denn die Mexikaner haben natürlich nichts anderes im Sinn als den Amerikanern die Jobs zu „stehlen“) sorgen nicht selten für ein unverständlich rassistisches Gedankengut gegenüber der mexikanischen Bevölkerung. Forscht man im Internet nach, so scheint es sogar kriminelle (amerikanische) Banden vor amerikanischen Grenzpunkten zu geben, die einzig darauf spezialisiert sind, ahnungslosen mexikanischen Einwanderern aufzulauern, auszurauben und schließlich zu töten. Hinzukommt, dass es bisher noch kein modernes, amerikanisches Einwanderungs-Recht gibt, dass die legale Einwanderung für Immigranten erleichtert, sodass viele Einreisende den illegalen und gefährlichen Weg in Kauf nehmen müssen, um von einem sorgenfreien Leben träumen zu dürfen.
 
Peckerovers „Undocumented“ ist kein einfach zu verdauender Film. Das wahrlich perverse und menschenverachtende Treiben geht verdammt nah und sorgt nicht nur einmal dafür, dass der Zuschauer als Zeuge der Geschehnisse mit einer verständlichen Fassungslosigkeit und einen brodelnden Wut vor dem heimischen Fernsehapparat zurückbleibt. Parallelen zum kürzlich erschienen „Territories“ sind unverkennbar. Auch dort wurde der radikale Weg gewählt und ein äußerst politisch brisantes Thema zur Grundlage des Films gemacht. Angesichts der erschütternden realen Geschehnisse, auf welche beiden Filme fungieren, wirkt die herbe Kritik in Form einer nicht enden wollenden Schreckens-Achterbahn der Grausamkeiten auch für den Zuschauer wie eine Martyrium. Anders als der kanadische Beitrag „Territories“ geizt der vorliegende „Undocumented“ nämlich nicht mit blutigen Details. Ob derart sadistische Zeigefreudigkeit jedoch wirklich hätte sein müssen, scheint fraglich, denn der Film hätte auch ohne die diversen Abartigkeiten seine erschütternde Wirkung keinesfalls verfehlt. Trotzdem, die wenigen (verdammt realistischen) F/X gehen durch Mark und Bein und verstärken vermutlich allein nur die Erkenntnis, zu welch unmenschlichen Fähigkeiten die Bestie Mensch fähig sein kann und dass derart unannehmbaren Menschenrechtsverletzungen zu keiner Zeit toleriert werden dürfen.
 
 
 
Nach „Saw“, „Hostel“ und Co. beweist ein motivierter Nachwuchsregisseur, dass der Horror nicht immer nur rein fiktiv sein muss. Man braucht als Filmfreund einfach nur den Fernseher einschalten und die Berichterstattungen in den aktuellen Nachrichtensendungen verfolgen. Der tagtägliche erschreckende Wahnsinn, der uns dort präsentiert wird, bietet auch die Grundlage des vorliegenden Thrillers „Undocumented“. Ein, teilweise schonungsloses Dokument über grausame Menschenrechtsverletzungen, welche sich Tag für Tag tatsächlich an der amerikanischen Grenze ereignen. Auch wenn Peckovers Geschichte rein fiktiv aus der „Found Footage“-Sicht eines Kamerateams geschildert wird, so birgt am Ende die Erkenntnis, dass illegale Immigranten aus Mexiko, die von einem besseren Leben träumen und tagtäglich dennoch für ihren Traum mit dem Leben bezahlen müssen, ein merklich befremdliches Bauchgefühl. Peckovers Film ist bereits seit geraumer Zeit als hochwertige Heimkinofassung auf dem amerikanischen Markt erhältlich. Warum sich hierzulande noch niemand für die Auswertung des Films entschieden hat, stößt meinerseits auf vollkommenes Unverständnis. Ein Film, der sich vor allem in die Sammler-Reihe „Kino Kontrovers“ ideal einfügen würde.
 
 
Im übrigen: wen dieser Film kalt lässt und wer sich nach Sichtung in seinem rassistischen Gedankengut (in welcher Art auch immer) bestätigt fühlt, sollte dringend den Psychiater seines Vertrauens aufsuchen!
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
“Undocumented” ist ein erschreckend, kontroverses und wichtiges Dokument für mehr Menschlichkeit, Verständnis und Toleranz!
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Zensur

 
 
 
Der Film selbst ist kein Splatter-Feuerwerk. Dennoch verfehlen die wenigen grafischen Gewaltdarstellungen nicht ihre Wirkung. Mit ganz viel Glück dürfte der Film ungeschnitten mit einer „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erscheinen.
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Territories (2010)

The Afflicted (2010)

Darfur (2009)

The Road to Guantanamo (2006)

 

 

 


Filmreview: “The Frozen” (2012)

The Frozen_2012_poster
 
 
 

The Frozen

Story

 
 
 
Ein traumhaft winterlicher Campingausflug wird für das junge Pärchen „Mike“ (Seth David Mitchell) und „Emma“ (Brit Morgan) zu einem unvergesslichen Psychotrip. Nachdem die beiden mit dem Schneemobil einen Unfall gebaut haben und irgendwo tief weit draußen in den verschneiten Wäldern auf rettender Hilfe hoffen, werden Sie auch noch von einem seltsamen Fremden verfolgt, der scheinbar nichts Gutes im Schilde führt. Als „Mike“ plötzlich auf mysteriöse Weise verschwindet, ist die verängstigte „Emma“ ganz auf sich allein gestellt. In ihrer Panik beginnt sie sich einen Weg hinaus aus der eisigen Gegend zu bahnen – mit einer erschreckenden Einsicht, wie sich bald herausstellen wird … 
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Kritik

 
 
 
Winterliche Landschaften sind wahrlich geradewegs dafür prädestiniert eine unheimliche und subtile Gruselstimmung zu erzeugen. Denn auch hinter vermeintlich friedliebender Kulisse kann sich oftmals das abgrundtief Böse verstecken. Dass angsteinflößendes Unbehagen auch im eisigen Schnee lauern kann haben schon einige Filmemacher eindrucksvoll bewiesen, denn winterlich verstörende Filme gab es zuletzt zuhauf (u.a. “The Shinning” (1980), “Der eisige Tod” (2007)). Auch der vorliegender Thriller „The Frozen“ spielt mit der geheimnisvollen Idylle, die so ein verschneit-winterliches Wäldchen birgt. Ganz zum Leidwesen der beiden Protagonisten des Films, für die sich die eigentlich traumhafte Winterpracht zu einem verhängnisvollen Erlebnis gestaltet. Ihre Unvernunft treibt die beiden an den Rande ihrer Wahrnehmungsfähigkeiten, denn nach nur wenigen Stunden bei Temperaturen jenseits des Nullpunkts beginnt vor allem „Emma“ Dinge zu sehen, für deren Existenz sie keine Erklärung findet. Nicht nur, dass sie seltsam bekleidete Personen im Dickicht erblickt, seltsame Stimmen und Schritte spuken des Nachts um das Zelt und stören den Schlaf der verunsicherten Frau. Zudem werden die beiden von einem skurrilen Jäger verfolgt, der das Treiben des Pärchens aus der Ferne beobachtet und „Emma“ zweifeln lässt, warum ihr Freund sie gerade zu derart unmenschlichen Temperaturen zu einem kuscheligen Wanderausflug überreden musste.
 
So wirklich Unrecht hat sie dabei nicht, wirkt die Ausgangssituation des Films schon sehr konstruiert. Immerhin sah sich Drehbuchautor und Regisseur „Andrew Hyatt“ darum bemüht seine kleine Geschichte irgendwie nied- und nagelfest zurechtzufeilen. Trotz Unfall hält „Mike“ nichts davon ab, den Kurztrip fortzuführen, um den geeigneten Zeitpunkt zu finden, seiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen. Und so irren die beiden Liebenden orientierungslos im Wald umher, um letztendlich doch wieder feststellen zu müssen, einmal mehr im Kreis gelaufen zu sein. Auch wenn einige Gegebenheiten etwas arg seltsam anmuten, so kann man „Hyatt“ nicht unterstellen, einen Film gedreht zu haben, der schlecht ist. Einfachste erzählerische Mittel und das stupide Umherirren in der winterlichen Landschaft führen letztendlich zu einem homogenen Ganzen und lassen „The Frozen“ bei weitem besser ausschauen, als die Unmengen teurer Mainstream-Produktionen der letzten Dekaden. Obwohl einige der seltsamen Interaktionen der Anwesenden anfänglich kaum Sinn ergeben wollen und arg befremdlich wirken, so tritt die Erleuchtung nach dem Abspann ein und dürfte vor allem Horrorfilmanfänger reichlich verblüffen.
 
Mit dem aktuellen Thriller „The Frozen“ erwartet der Zuschauer gänzlich seichte Film-Kost, für die die Bezeichnung Thriller fast schon etwas zu weit hergeholt und schroff scheint. Auch wenn Regisseur „Andrew Hyatt“ des öfteren vollkommen falsche Fährten streut und dem Zuschauer weiß machen will, dass sich hinter den gesamten Geschehnissen etwas zutiefst Böses und Bedrohliches verstecken soll, so dürfte der geneigte Filmfreund nach der recht plausiblen Auflösung etwas verdutzt aus der Wäsche schauen. Der Film „The Frozen“ hat letztendlich mit Horror im herkömmlichen Sinne nur sehr wenig gemein und erinnert über weite Strecken an die Werke des ambitionierten Hollywood-Regisseurs „M. Night Shyamalan“, der bekanntlich ein sicheres Händchen darin besitzt, den Zuschauer mit einer unerwarteten Filmauflösung zu konfrontieren. Wer sich angenehm gruseln möchte, ohne dabei von markerschütternden Schocks verfolgt zu werden oder in Lachen von Blut ertrinken zu müssen, dem dürfte der Mysterie-Thriller vortrefflich munden. Denn bis auf einige ausgeweidete Wildtiere gibt es hier kein Futter für blutgierige Splatterfilm-Fans.
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Seichtes Mysterie-Süppchen in traumhaft winterlicher Kulisse
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Zensur

 
 
 
Im Film wird nicht getötet, daher dürfte “The Frozen” mit einer FSK16 Freigabe ungeschnitten veröffentlicht werden.
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Barricade (2012)

Dream House (2011)

ATM (2011)

Der eisige Tod (2007)

The Sixth Sense (1999)


Filmreview: “The Evil Inside” (2011)

Filmplakat "The Evil Inside" (2011)
 
 
 

The Evil Inside

Story

 
 
 
“Sarah” schaut so rein gar nicht gesund aus, sie muss Schreckliches erlebt haben, denn psychisch wirkt sie ein wenig durcheinander. Kein Wunder, beginnt sie soeben fürchterliche Ereignisse aus der Vergangenheit aufzuarbeiten. Um dem traumatisierten Mädchen erneut die Vorzüge des Lebens schmackhaft zu machen, lädt sich die beste Freundin „Lucy“ flink selbst ein und hat sogar einige Bekannte im Schlepptau, die die leidenden “Sarah” etwas aufmuntern sollen. Doch in wirklich ausufernder Feierfreude wägt sich “Sarah” leider nicht, denn sie beginnt schreckliche Visionen zu sehen, Visionen in denen sie ihre Gäste sterben sieht. Bald schon ereignet sich der erste Unfall, der sich haargenau so abgespielt, wie es “Sarah” vorausgesehen hatte …
 
 
 


 
 
 

The Evil Inside – Kritik

 
 
 
Kaum flimmert ein halbwegs erfolgreiches Film-Franchise über die weltweiten Kinoleinwände, darf man flink davon ausgehen, dass sich vor allem die kleinen Produktionsstudios gierig darauf stürzen werden und sich bemüht darin versuchen, derart Filmkonzept gewinnbringend nachzueifern. Der werden schnell einige Gedanken zu Papier gekritzelt und die Ideen der erfolgreichen Vorlage formgerecht originalgetreu recycelt. Hin und wieder kann es dann schon einmal vorkommen, dass das Resultat gar nicht mal so übel ist wie anfänglich gedacht und man als Zuschauer vortrefflich unterhalten wird. Die Regel jedoch birgt unzureichend ansprechende Filmkost, auf die der Horrorfilm-Fan getrost verzichten kann. Auch „The Evil Inside“ (der ursprüngliche Filmtitel “Dead Inside” war scheinbar nicht wirklich überzeugend, sodass die Produzenten speziell für den internationalen Filmmarkt einen reißerischeren Titel wählten) ist einer dieser Filme, die eine großartige Idee gierig aufgreifen und dennoch kläglich daran scheitern, etwas halbwegs Gares daraus zu köcheln. Das mag einerseits daran liegen, dass der lauwarme „Final Destination“-Aufguss rein gar nicht so recht zu Potte kommen möchte, denn die Geschichte rund um das traumatisierte Mädchen zieht sich zäh wie Kaugummi. Da wird wild durcheinander geplappert, fies intrigiert und frei, ohne jeglichen Sinn, ungeschickt und unfreiwillig komisch im Bilde gestanden. Die wenigen Charaktere gestalten sich als ziemlich unsympathisch und handeln, wie schon so oft, vollkommen unlogisch. Da „verarbeiten“ zwei emotionslose Volldeppen von Protagonisten den tragischen Tod ihrer soeben verunglückten Freundin, indem sie im elterlichen Schlafzimmer einem netten Schäferstündchen nachgehen. Auch die übrigen Anwesenden scheinen nicht wirklich von ausreichend Intelligenz gebeutelt.
 
In ihrer Panik und der Angst vor dem eignen vorausgesehenen Tod irren sie planlos durch das Haus und drängen die ohnehin schon verängstigte “Sarah” in die Enge. Konflikte werden künstlich geschnürt und dennoch scheint keiner der Anwesenden dazu bereit, sich konsequent um Hilfe zu bemühen. Da wird ein wenig an der Haustür gerüttelt, um rasch festzustellen, dass diese sich nicht öffnen lässt und es wird aus riesigen Fenstern hinaus ins Freie gestarrt, ohne mit dem Gedanken spielen zu wollen, das Glas einschlagen zu müssen, um in die Freiheit flüchten zu können. Immerhin, das Ende überzeugt. Was anfänglich als 08/15-Teenieslasher beginnt, entpuppt sich am Ende als unbedeutendes pseudo-psychologisches Drama, dass zudem einige recht interessante Aspekte über die gebeutelte Psyche der traumatisierten Hauptdarstellerin birgt. Auch wenn die wenigen Erklärungsversuche recht konstruiert und hilflos wirken, so muss man dem Film positiv anrechnen, dass die anfänglich löchrige und hölzerne Inszenierung nach der Auflösung schon irgendwie Sinn macht. Trotzdem, „The Evil Inside“ ist kein Film, den man als interessierter Horrorfilm-Freund gesehen haben muss. Viel zu oft drängt sich der Eindruck auf, dass Regisseur „Pearry Reginald Teo“ kaum Budget zu Verfügung gestanden haben muss, um seinen Werk vielversprechend in Szene setzen zu dürfen. „The Evil Inside“ wirkt von Anfang bis Ende billig, teilweise sogar katastrophal unfertig. Hinzu kommt, dass der aufdringliche Low-Budget-Charakter jegliche Grusel-Stimmung unweigerlich zerstört. Auch wenn einige minimalistisch ausgeleuchtete Räume und gut ausgetüftelte Kameraspielereien durchaus ihre Momente besitzen, ist es einzig und allein “Sarah“-Darstellerin „Hannah Ward“ zu verdanken, das „The Evil Inside“ trotz unausgegorener Inszenierung halbwegs seh- und ertragbar bleibt. Ihr Schauspiel der schrullig-verstört wirkende Hauptdarstellerin überzeugt zwar durchweg – die Kraft, die sie jedoch in ihre Rolle investiert, wirkt in Anbetracht des recht miesen Drehbuchs als vollkommen verschwendet.
 
Man nehme ein wenig „Final Destination“ und etwas „Carrie“, würze die mysteriösen Gegebenheiten mit einer gehörigen Portion zweifelhafter psychologischer Tiefe sowie einem obligatorisch überraschenden Ende. Fertig ist einmal mehr der Horror von der Stange, der zweifelsohne uninspiriert und ideenlos über die heimische Mattscheibe flimmert. Dass „The Evil Inside“ keine gänzliche Bruchlandung einschlägt, ist der recht interessanten Hauptdarstellerin “Sarah” zu verdanken. Ohne sie wäre dieser Nonsens vermutlich nicht einmal ein lauthalses Seufzen wert gewesen. Sie trägt die gesamte Handlung und schafft es sogar in wenigen Minuten eine emotionale Bindung zum Zuschauer zu knüpfen. Bei all den kaltschnäuzigen Beschuldigung und fies ausgeklügelten Intrigen der übrigen Protagonisten gegen das ohnehin schon gebeutelte Mädchen ist das natürlich auch kein großes Kunststück. „The Evil Inside“ eignet sich hervorragend für Horrorfilmanfänger. Der Blutzoll ist erschreckend gering, sodass sich zartbesaitete Filmfreunde mit einem Faible für seichte TV-Mysteriefilmchen kurzweilig unterhalten fühlen dürften. Alteingesessene Fans des bösen, gemeinen und unterschlagenen Films gehen Bitte weiter, denn hier gibt es wahrhaftig nichts zu sehen, was überhaupt von Interesse wäre!
 
 
 


 
 
 

The Evil Inside – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Besser schlecht geklaut, als gut neu gemacht – dieses durchwachsene „Final Destination“-Plagiat darf man gekonnt ignorieren!
 
 
 


 
 
 

The Evil Inside – Zensur

 
 
 
The Evil Inside“ dürfte bedenkenlos mit einer „FSK16“-Einstufung erscheinen. Im Film selbst sieht man keine ausufernden, expliziten Grausamkeiten.
 
 
 


 
 
 

The Evil Inside – Trailer

 
 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Panic Button (2011)

Spiderhole (2009)

Elevator (2011)


Filmreview: “House at the End of the Street” (2012)

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HOUSE AT THE END OF THE STREET

Story

 
 
 
Die verwitwete Sarah Cassidy (Elisabeth Shue) zieht zusammen mit ihrer Tochter Elissa (Jennifer Lawrence) in ein neues Haus am Rande der Stadt. Schön gemütlich ist es hier, die Natur und der Wald rund um das Haus versprechen Entspannung und Erholung. Doch der Frieden währt nicht lange, als Tochter Elissa erfährt, dass sich im Nachbarhaus einige Meter weiter waldein, Schreckliches ereignet haben soll. Dort soll ein kleines Mädchen die eigene Familie kaltblütig ausgelöscht haben und daraufhin in den Wald geflüchtet sein. Eilssa stellt Nachforschungen an und lernt dabei den Bruder jenes kleinen Mädchens kennen, der nun allein in dem riesigen Anwesen wohnt, indem sich das schreckliche Verbrechen abgespielt haben soll. Schnell verliebt sie sich in den introvertierten Außenseiter, ein fataler Fehler wie sich alsbald herausstellt…
 
 
 


 
 
 

HOUSE AT THE END OF THE STREET – Kritik

 
 
 
Es ist oftmals erstaunlich, nach welch nicht nachvollziehbaren Kriterien so mancher Filmvertrieb die Filme auswählt, welche dann die Vorzüge einer nationalen Kinoauswertung genießen dürfen. Da flimmern hirnlose Actionblockbuster über die Kinoleinwand und unbedeutende Psychothriller verwehren den kleinen, wirklich sehenswerten Perlen das lukrativen Screening in den deutschlandweiten Lichtspielhäusern. Einer derer Filme, über dessen Kino-Daseinsberechtigung ausgiebig gestritten und diskutiert werden darf ist zweifelsohne der kommende Thriller HOUSE AT THE END OF THE STREET, der einmal mehr beweist, wie unkreativ Hollywood geworden ist und mit welch zweifelhaften Schwachsinn die Filmverleiher versuchen, den hungrigen Filmfreund die hart verdienten Euronen aus der Tasche zu stibitzen.
 
Der aktuelle Genre-Beitrag HOUSE AT THE END OF THE STREET des Regisseurs MARK TONDERAI ist einer dieser Filme, für die man bereits nach nur wenigen Minuten bereut, überhaupt Eintritt gezahlt zu haben, denn dieses Stück verschwendetes Zelluloid ist eine einzige, vorhersehbare Lachnummer, die im Mittwoch-Abend TV-Programm einschlägiger Privatsender wohl besser aufgehoben gewesen wäre, als auf der großen Leinwand. Der Titel des Filmes erweist sich hierbei als einzige Raffinesse, mit welcher dieser Film punkten kann, denn der lässt Düsteres erahnen und scheint allein nur deshalb gewählt, um unwissende Horrorfilmfreunde in die Kinos zu locken. Wer natürlich unwissend Filme besucht, ohne sich zuvor über deren Inhalt in einschlägigen Filmforen zu informieren, dürfte bei dieser Mogelpackung schlichtweg schnell und bitter enttäuscht werden, denn so wirklich finster, böse und gruselig will es “im Haus am Ende der Straße” (bis auf die Einführungs-Sequenz) dann wohl doch nicht werden. Viel zu sehr orientiert sich der Film an ein vorwiegend jüngeres, mainstream-orientiertes Publikum, dem vermutlich bereits schon allein beim Anblick von gewöhnlichen Hausspinnen der Atem stockt und das bereits dann aufschreit, wenn sich einer der jugendlichen aufgehübschten Helden des Films das Shirt von seinem muskulösen Körper zerrt. Überhaupt ertrinkt der Film in desaströsen Teenie- und Horrorklischees. Die hübsche Neue, verliebt sich in den geheimnisvollen, gutaussehenden Außenseiter, der natürlich ein Geheimnis verbirgt, von dem die Mutter letztendlich ahnt und dabei Recht behält. Das ist alles so unglaublich dumm, vorhersehbar und unspektakulär, dass man sich zu Recht fragen darf, wer sich diesen hanebüchenen Blödsinn ausgedacht hat. Die Interaktionen der wenigen Protagonisten erweisen sich als schier lächerlich stereotyp, sodass man bereits nach nur wenigen Filmminuten errät, wie dieses pseudo-gruselige Teenie-Drama ausgehen wird und hofft, dass in der nächsten Szene ein “Predator” über die Leinwand brettert, der alle beteiligten Charaktere in die ewigen Jagdgründe befördert, um dem gelangweilten Zuschauer zumindest den versemmelten Filmabend zu retten.
 
Eigentlich hätte aus HOUSE AT THE END OF THE STREET wirklich was werden können, hätte man in die Geschichte einige kleine Gemeinheiten eingeflochten und hätte man für all die Geschehnisse eine wirklich innovative und bahnbrechend neue Erklärung gefunden, die dem Zuschauer beim obligatorischen Storytwist den Atem raubt. Das tatsächliche Gesamtwerk ist derart vorhersehbar, dass man sich als eingeübter Filmfreund schon wahrlich veräppelt fühlt, für den zigsten Aufguss eines zweitklassigen FEAR – WENN LIEBE ANGST MACHT (1996) Geld ausgegeben zu haben. Jede Szene lässt bereits die nächste erahnen – wer im Verlauf des Filmes das Zeitliche segnet ist schnell ergründet. Eingeübte Filmkenner dürften sogar nach nur wenigen Minuten Filmlaufzeit, dass gesamte Geheimnis rund um das HOUSE AT THE END OF THE STREET gelüftet haben – denn das Rätsel zu entschlüsseln ist wahrlich nicht schwer. Gerade weil der gesamte Plot an den Haaren herbeigezerrt wirkt und jeglichen Funken Nachvollziehbar- und Glaubwürdigkeit missen lässt, will einfach so rein gar keine Spannung aufkommen. Trotz traditionellen Spannungsbogen, will der Unterhaltungswert rein gar nicht zünden. Da hilft es dem Film auch in keinster Weise, dass es in den letzten 15 Minuten, trotz PG-13-Freigabe, etwas rabiater zur Sache geht.
 
Gruseln im HOUSE AT THE END OF THE STREET: Fehlanzeige. Was einen düsteren Horror-Schocker der Marke LAST HOUSE ON THE LEFT (1972) erahnen lässt, ist eine einzige Enttäuschung. Hier werden altbekannte Thriller- und Horrorregeln gänzlich ohne einen Funken Originalität abgespult und spannungsfrei heruntergedaddelt. Trotz hübscher Hochglanz-Optik und einer handvoll Schauspieler, die zuletzt in erfolgreichen Hollywood-Produktionen zu sehen waren, hat der Film rein gar nichts zu bieten, was überhaupt von Interesse wäre. Die Geschichte hat man in dieser Weise schon unzählige Weise gesehen und auch der abschließende Überraschungseffekt, der die Gegebenheiten plausibel versucht zu erklären, will so rein gar nicht überraschend daherkommen. Vor allem die jugendfreie Erzählweise machen diesen Film für Horrorfilmfreunde vollkommen uninteressant, sodass sich der Filmfreund den Gang ins Kino sparen dürfte. Die vernichtende Kritik rührt dennoch nicht von ungefähr. Bereits 2004 sollte das Drehbuch zu HOUSE AT THE END OF THE STREET verfilmt werden, ging jedoch erst 2010 in Produktion – ein Schelm wer da Böses denkt. Zudem stand auch der amerikanische Filmstart unter keinem glänzenden Stern. Dieser wurde flink von April 2012 auf September 2012 verschoben. Macht man sich als Filmfreund selbst ein Bild von den Qualitäten dieses Psychothrillers, dürften derart Unschlüssigkeiten überraschend schnell geklärt werden.
 
 
 


 
 
 

HOUSE AT THE END OF THE STREET – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Laaaaaaaaangweilig! HOUSE AT THE END OF THE STREET ist ein Film der sich nicht mit Ruhm bekleckert. Hat man leider alles schon bedeutend besser gesehen. Wer seichten Thrill bevorzugt kann einen Blick riskieren. Hardcore-Horrorfans werden mit diesem Weichspül-Schocker nur wenig anfangen können.
 
 
 


 
 
 

HOUSE AT THE END OF THE STREET – Zensur

 
 
 
HOUSE AT THE END OF THE STREET ist eher Psycho als Horrorfilm. Brutal oder blutig wird es hier nicht. Die deutsche Filmversion ist daher ungeschnitten ab FSK 16 freigegben und somit auch für Jugendliche geeignet.
 
 
 


 
 
 

HOUSE AT THE END OF THE STREET – Deutsche Blu-ray

 
 
 
House_at_the_End_of_the_Street_BD
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: House at the End of the Street; USA 2012

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch+Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 102 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer bei Disc-Start: The Call – Leg nicht auf! (1:36 Min., 1080p), Olympus Has Fallen (1:58 Min., 1080p), Making of (21:55 Min., 576i), Musikvideo: Jennifer Lawrence “Fall in Love” (1:02 Min., 1080p) Featurette: “Journey Into Terror” (9:54 Min., 576i), “House At The End Of The Street” (1:50 Min., 576i), Cast Featurettes: Jennifer Lawrence über: House at the End of the Street (0:40 Min., 576i), Vertrauen in den eigenen Instinkt (1:01 Min., 576i), Die Filmstory (0:48 Min., 576i), Max Thieriot über: Jennifer Lawrence (1:01 Min., 576i), Ryan Jacobson (0:51 Min., 576i), House at the End of the Street (0:40 Min., 576i), Kinotrailer (2:06 Min., 1080p), Original Trailer (2:25 Min., 1080p), BD-Live-Zugang, Trailershow mit acht Titeln (alle HD)

 
 
 
Die zum Test vorliegende Blu-ray von UNIVERSUM liegt in einer knapp einminütig längeren Filmversion vor als zuletzt im Kino, die den soliden Film leider auch nicht wirklich besser macht. Trotzdem wurde der Heimkino-Fassung zu HOUSE AT THE END OF THE STREET eine durchaus ansprechende Veröffentlichung spendiert, die eigentlich ganz passabel ausgefallen ist – was anderes hätte man von einem Release aus dem Hause UNIVERSUM auch nicht erwartet. Das Bild weiß durch ein angenehm detailliertes HD-Bild zu überzeugen; die Schärfe wird jedoch durch ein sichtbares, aber natürliches Filmkorn verschlungen, so dass viele kleine Details verborgen bleiben. Dennoch wirkt das Bild nicht gefiltert oder überschärft und ein satter Schwarzwert gefällt. Verschmutzungen oder Defekte lassen sich nicht entdecken und die als Stilmittel eingesetzten, erdigen Farben leuchten kräftig und satt. Auch auf tonaler Ebene hat es HOUSE AT THE END OF THE STREET in sich. Die Sprachwiedergabe ist gut ausbalanciert und klar; die Schocksequenzen werden druckvoll und aggressiv wiedergegeben. Filmfans mit Surround-Anlage wird das freuen, denn die hat so einiges zu tun. Auch bei den Extras lies sich UNIVERSUM FILM nicht lumpen. Hier wird dem Zuschauer einiges geboten. Neben einem rund 22-minütigen Making of (Standart-Auflösung), gesellst sich ein Musicvideo der Hauptdarstellerin (HD, ca. eine Minute, leider nur ein Werbeclip). Zwei Features zur Produktion (zusammen rund 12 Minuten, SD), diverse Interviews aller Beteiligten (rund 6 Minuten, SD) und der Kinotrailer in Deutsch und Englisch komplettieren das überschaubare Bonuspaket. Eine Trailershow mit acht weiteren Titeln des Labels und ein BD-Live-Zugang sind ebenso auf der Scheibe zu finden. Bleibt zu erwähnen, dass der Blu-ray ein Wechselcover spendiert wurde und alle Extras deutsche Untertitel besitzen.
 
 

House at the End of the Street – Extended Cut [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

HOUSE AT THE END OF THE STREET – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth/ Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
The Afflicted (2010)

The Woman – Jack Ketchum (2010)

The Holding (2010)

Stalker (2011)

Inside the Darkness – Ruhe in Frieden (2011)

 


Filmreview: “Grave Encounters 2″ (2012)

grave encounter 2
 
 
 

Grave Encounters 2

Story

 
 
 
Alex Wright (Richard Harmon) ist ein Horrorfilm-Junkie, wie er im Buche steht. Nicht nur, dass er eigene Filme dreht, er bespricht auch regelmäßig Horrorwerke auf seinem Youtube-Kanal. Seit geraumer Zeit beschäftigt ihn der Schocker “Grave Encounters”. Wright scheint fest der Überzeugung zu sein, dass das Filmdokument echt sei und beginnt Recherchen im Internet zu betreiben. Als er herausfindet, dass der gesamte Cast als verschollen gilt, trommelt er ein paar Freunde zusammen, mit deren Hilfe er das Rätsel rund um die Geschehnisse des “Grave Encounter”-Filmes lösen möchte. Kaum haben die Freunde den Schauplatz des Filmes betreten, beginnen sich die Ereignisse in der verlassenen “Collingwood-Psychiatrie” zu wiederholen…
 
 
 


 
 
 

Grave Encounters 2 – Kritik

 
 
 
Angenommen man dreht einen Horrorfilm, der unerwartet zum Geheimtipp avanciert. Die klügste Vorgehensweise wäre vermutlich die, den lukrativen Überraschungs-Hit mit einer Fortsetzung weiterzuspinnen, um schnell noch im Fahrwasser des Originals die Kasse klingeln zu lassen. Rasch kritzelt man einige Ideen auf Papier und wärmt einige Schockeffekte lau auf, die man bereits unzählige Male im Vorgänger präsentiert bekommen hat. Garniert mit einigen derben Splatter-Szenen hofft man nun, dass sich der Erfolg abermals wiederholt.
 
Der Film “Grave Encounters 2” ist ein derartiger Fall, der nun versucht, in die erfolgreichen Fußstapfen seines Vorgängers zu treten. Zu allem Erstaunen gelingt ihm das recht solide, dennoch erreicht er aber nur in den wenigsten Momenten die unheimlichen Qualitäten des Originals. Was den Film trotzdem durchaus sehenswert macht, ist der konsequente Wandel seines Erzählstils, denn “Grave Encounter 2” bietet im Grunde nichts wirklich bahnbrechend Neues, ist aber trotzdem im Vergleich zum ersten Teil ganz anders. Das subtil-schauerhafte Gruseln ist hier Mangelware. Vielmehr setzt der Film auf Hektik und Blutzoll. Die actionlastige Geisterhatz verirrt sich in einigen Momenten in recht deftigem Gekröse, sodass vor allem Splatter-Fans auf ihre Kosten kommen dürften. Ob diese neue Richtung wirklich geschickt gewählt ist, sollte jeder für sich selbst entscheiden, denn vor allem Fans des Originals dürften sich bei “Grave Encounters 2” gehörig vor den Kopf gestoßen fühlen. Die Geister gehen arg rabiat zur Sache, sodass die eigentlich beunruhigend-ängstigende Atmosphäre, zugunsten deftiger Splatter-Exzesse in den Hintergrund rückt. Vermutlich war Regisseur “John Poliquin” darin bestrebt mit seiner Fortsetzung verschiedene Filmgeschmäcker anzusprechen. Gerade in Zeiten unzähliger Geister-Found-Footage-Filme, die allesamt allein nur das unspektakuläre auf-und-zu-schieben von Schränken und Türen fokussieren, scheint “Poliquin” bestrebt darum zu sein, andere Wege gehen zu wollen und sich ein wenig vom Subtilen zu distanzieren. Da aufgrund von “Hostel“, “Saw” und Co. selbstzweckhafte Gewaltakte zum üblichen Bild aktueller Horrorfimlware geworden sind , macht hierbei natürlich auch “Grave Encounters 2” keine Ausnahme und schwimmt geschwind auf dieser populären Welle mit.
 
Natürlich gibt es neben dem teilweise arg schroffen Gesplattere und dem lukrativen Recyclen altbewährter Erfolgsrezepte auch jede Menge “Neues” in “Grave Encounters 2” zu bestaunen. Regisseur “John Poliquin” ist stets darum bemüht, die Geschichte des Anwesens weiterzuerzählen. Auch wenn hin und wieder ein gewisses Déjà-vu Gefühl eintreten will, so schafft er es dennoch etwas Licht rund um die Geschehnisse der leerstehenden Psychiatrie zu bringen. In bekannter “House on Haunted Hill“-Manier erzählen einige groteske Geistererscheinungen von der Geschichte dieser Klinik und beantworten so einige wesentliche Fragen, die bisher unbeantwortet blieben. Auch wenn es ein wenig an Zeit benötigt, bis der zweite Aufguss überhaupt an Fahrt gewinnt, so kann man “Poliquin” nicht vorwerfen, dass er mit seiner Rückkehr in das Spukgemäuer langweilt. Zwar dauert es geschlagene 40 Minuten bis der Film überhaupt zum Punkt kommt, hat er die dann jedoch erreicht, bietet das schweißtreibende Tempo mit welchem “Grave Encounters 2” davonradelt, dem Zuschauer kaum Zeit zum Verschnaufen. Die ahnungslosen Kids werden von einer Szenarie zur nächsten getrieben, immer die Angst im Nacken haben zu müssen, kreativ um die Ecke gemeuchelt zu werden. Auch wenn die Geschichte gegen Ende hin fast schon surreale Züge erhält und sich die Helden in einer Art Parallelwelt wiederfinden, so kann man sich als Filmfreund nicht darüber beschweren, trotz allem hanebüchenen Hocus Pocus, sich doch irgendwie kurzweilig unterhalten gefühlt zu haben.
 
Grave Encounters 2” ist ein zweischneidiges Schwert und dürfte vor allem Freunde des ersten Teils vor den Kopf stoßen. Von unheimlicher und subtiler Atmosphäre ist hier kaum noch irgendwas zu verspüren. Nervenstrapazierende Schockeffekte sind in dieser Fortsetzung Mangelware und werden schier und einfach durch derbe Splatter-Effekte ausgetauscht. Die Geister demonstrieren kontrovers schroff, wie man unwillkommene Gäste wahrhaftig unwillkommen begrüßt, sodass das Sequel für Freunde wohldossierten Gruselns vollkommen unangebracht ist. Statt jugendfreier “Paranormal Activity“-liker Umsetzung geht es hier deftig zur Sache. Da werden Köpfe zerquetscht und eingetreten und Leiber mittels Starkstrom zerfetzt und verbrannt. Das Splatter-Herz dürfte vor derart ungenierter Zeigefreudigkeit vor Freude tanzen. Trotzdem, auch wenn die Erwartungen im Vergleich zum Vorgänger kaum erfüllt werden können, so kann man nicht behaupten, dass “Grave Encounters 2” eine miese Fortsetzung ist. Sicherlich erfindet auch dieser Spuk-Film das Genre nicht neu und auch sonst hat man all das, was der Film letztendlich bietet, bereits um Längen besser woanders gesehen. Dennoch hat dieses Sequel auch seine Momente, die zudem aufgrund der hervorragenden technischen Fingerfertigkeit zu überzeugen wissen. Gerade gegen Ende hin sind die Grenzen des typischen Found-Footage-Filmstil kaum noch als selbige zu erkennen. Da wird die Kamera von Geistern getragen, die dann um die verbleibenden Protagonisten umherschwirren. Aber auch die wenigen Geistereffekte (siehe Filmplakat!) sind als ziemlich gelungen zu betiteln und heben “Grave Encounters 2” über den Durchschnitt.
 
 
 


 
 
 

Grave Encounters 2 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Deftiger Splatter statt wohldosiertem Gruselvergnügen – Eine gelungen Fortsetzung, die sich zwar altbewährter Mechanismen des ersten Teil bedient, dennoch irgendwie vollkommen anders ist.
 
 
 


 
 
 

Grave Encounters 2 – Zensur

 
 
 
Aufgrund einiger recht deftiger Szenen, dürfte die deutsche Filmfassung ungeschnitten mit “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erscheinen.
 
 
 


 
 
 

Grave Encounters 2 – Trailer

 
 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “Apparition – Dunkle Erscheinung” (2012)

apparition
 
 
 

THE APPARITION – DUNKLE BEDROHUNG

Story

 
 
 
Eine mysteriöse Geisterbeschwörung aus den 70er Jahren bewegt die vier Studenten Ben, Greg, Patrick und Lydia dazu, den seltsamen Fall erneut zu untersuchen und den ominösen Geist eines gewissen Charles Reamer ein weiteres Mal mit Hilfe purer Gedankenkraft zu beschwören. Anders als 40 Jahre zuvor steht den Freunden ein reichhaltiges Equipment neumodischer Technik zur Verfügung, dass die Geisterjagd unbeschwert erleichtern und die eigene Konzentrationsfähigkeit um ein Vielfaches steigern soll. Doch das Experiment geht unweigerlich schief, denn nachdem die angehenden Nachwuchs-Geisterjäger die Seance begonnen haben, öffnet sich alsbald eine grausige Pforte und saugt die unschuldige Lydia in eine unbekannte Parallelwelt. Wenige Jahre später – Ben hat den Verlust seiner Freundin Lydia bereits unlängst verdrängt und die Hatz nach dem Paranormalen weit hinter sich gelassen. Er bezieht zusammen mit seiner neuen Freundin Kelly ein hübsches Haus weit entfernt hektischen Großstadtlebens. Kaum angekommen häufen sich mysteriöse Erscheinungen für deren Vorkommnisse das junge Paar keinerlei Erklärungen findet. Nachdem eine bösartige Präsenz nach dem Leben der kleinen Familie trachtet, beschließt Ben seinen Freund von einst Patrick zu kontaktieren, der die seltsamen Begebenheiten untersuchen soll …
 
 
 


 
 
 

THE APPARITION – Kritik

 
 
 
Mit THE APPARITION melden sich, nach kurzer Verschnaufpause, die Macher hinter dem Genre-Studio DARK CASTLE zurück, das bereits vor einigen Jahren für die perfekt durchgestylten Neuinterpretationen von HOUSE ON HAUNTED HILL und 13 GEISTER verantwortlich zeichnete. Seltsamerweise galt der neuste Ableger THE APPARITION (der zudem fast ausschließlich in den deutschen Babelsberger Filmstudios realisiert wurde) bereits seit zwei Jahren als abgedreht und wurde unlängst im Sommer diesen Jahres mit nur wenigen Kopien in die amerikanischen Lichtspielhäuser geschickt. Ein Schelm, wer da böses denkt. Dennoch, diesmal bewahrheitet sich der fade Beigeschmack, der oftmals Produktionen umgibt, deren Veröffentlichung unweigerlich lang auf sich warten lassen. Denn THE APPARITION gehört zweifelsohne zu einem der schwächsten DARK CASTLE-Releases überhaupt.
 
Das mag vor allem daran liegen, dass das eigens von Regisseur TODD LINCOLN verfasst Drehbuch von Anfang bis Ende teilweise vollkommen hirnrissig ist, denn bei seiner Geschichte klappert es an allen erdenklichen Ecken und Kanten. Eigentlich hätte aus THE APPARITION wirklich was werden können, denn einige Facetten der Geschichte gestalten sich als recht innovativ. Denn anders, als der Zuschauer es wahrscheinlich beim Lesen der Inhaltsangabe vermuten würde, handelt es sich bei diesem übernatürlichen Thriller um keinen wirklichen Spuk- oder Geisterfilm im traditionellen Sinne. Vielmehr erzählt die Geschichte von einer finsteren Macht, die sich ihren Weg in eine (über)technisierten Gesellschaft „frisst“. Eine gewisse gesellschaftskritische Symbolhaftigkeit  weniger Szenen ist hierbei offensichtlich und nicht von der Hand zu weisen. Aufgrund diverser uninspirierter Spuk-Effekte verliert jedoch dieser, recht interessante Aspekt im Verlauf der Handlung vollkommen an Brisanz und Intensität. Statt sich den eigentlich interessanten Facetten seiner Geschichte zu widmen, pendelt Lincoln stattdessen planlos zwischen kommerziellen Haunted House-Klischees und abgedroschenen Poltergeist-“Buh“-Effekten hin und her.  So wirklich homogen will seine Geschichte irgendwie nicht wirken.
 
Wie ahnungslos er teilweise zu sein scheint macht sich vor allem am unzureichend erklärten Subplot bemerkbar. Hier findet Ben unter dem Haus grotesken Schimmel und an der Küchenwand ein eigenartiges Gewächs, dass allerhand Unerklärliches birgt. Worin die Ursachen dieser Phänomene liegen und warum in Gegenwart der dunklen Präsenz Tier und Pflanzen sofort das Zeitliche segnen, nur die Charaktere der Geschichte nicht, wird angerissen, aber bleibt dennoch vollkommen ungeklärt. Dass sich bei der teilweise arg konventionellen Erzählweise vermutlich das Produktionsstudio eingemischt haben und TODD LINCOLN in seinem eigentlich künstlerisch-ansprechenden Handeln zwanghaft beeinflusst und eingeschränkt haben muss, lässt sich zwar nicht beweisen, vermutet aber.
 
Irgendwie scheint, die Idee hinter THE APPARITION des öfteren gebremst und unfertig. Die wenigen Spannungsbogen, werden mit hanebüchenen Effekten zugeschüttet, die man so schon bis zum Erbrechen in anderen Filmen gesehen hat. Da kriecht RING-ähnlich ein verkorkstes Grusel-Kind mit strähnigem Haar aus der Waschmaschine(!) und eine kuschelige Bettdecke bewegt sich wie von Geisterhand über das Hotelbett, um die unwissenden Kelly beinahe im Schlaf zu ersticken. Einige optisch ansprechende Effekte, wie die mit der Bettdecke, gestalten sich recht ansehnlich machen dadurch aber LINCOLNS ersten abendfüllenden Spielfilm aber auch nicht besser. Immerhin gibt es auf technischer Ebene nichts zu bemängeln. THE APPARITION schaut ungewöhnlich düster und stimmig aus. Die kontrastreichen Farben wissen die permanente Bedrohung zuversichtlich zu unterstreichen. Aber nun ja, so etwas erwartet man zumindest von einem Hochglanzhorrorfilm, wenn schon nicht das Drehbuch stimmt.
 
Mit THE APPARITION erlebt der Zuschauer einen Spukfilm, der nichts Neues bietet. Ein wenige Hokuspokus hier, etwas Gepoltere da und fertig ist ein Grusel-Thriller von der Stange. Der Thriller aus dem Hause DARK CASTLE gehört mit Sicherheit zu den bisher schwächsten Umsetzungen des Studios, kann THE APPARITION doch nur selten überzeugen. Das mag vor allem an dem planlosen Plot liegen, der diverse Dinge anreist, diese aber irgendwie selten zu Ende spinnt. Immerhin schafft der Thriller rund 80 Minuten Kurzweil zu versprühen. Ein, zwei Szenen lassen zusammenschrecken und sitzen in ihrer Inszenierung handfest. Trotzdem, THE APPARITION ist einer der Filme, die zwar technisch zu Deluxe-Klasse gehören, aber bei denen der Zuschauer nach dem Abspann vermehr das Gefühl nicht los werden möchte, soeben einen Film gesehen zu haben, der einem kostbare Lebenszeit geraubt hat.
 
Was bleibt ist ein handwerklich sicher gefilmter Thriller, mit unglaublich vielen Plotlöchern und einen unzureichend glaubhaften Story. Will man hoffen, dass das Studio DARK CASTLE es das nächste Mal wieder schafft, an alte Glanzzeiten anknüpfen zu können.
 
 
 


 
 
 

TTHE APPARITION – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unausgegorener Spukfilm der Luxusklasse, mit diversen Fehlern und einer wirren Inszenierung, den man jetzt aber nicht unbedingt gesehen haben muss.
 
 
 


 
 
 

TTHE APPARITION – Zensur

 
 
THE APPARITION ist nicht blutig. Hier wird vorwiegend subtil geschaudert, was dem Film in ungeschnittener Form eine FSK16-Freigabe beschert hat.
 
 
 


 
 
 

THE APPARITION – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The-Apparition_Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Apparition; Dänemark, USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 82 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung / Extendet Cut)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interviews: Ashley Greene – Kelly (1:30 Min.), Sebastian Stan – Ben (2:12 Min.), Tom Felton – Patrick (1:43 Min.), Joel Silver – Produzent (1:53 Min.), Hinter den Kulissen (8:30 Min.), Trailer (2:22 Min.), Trailershow mit vier Filmen

 
 
 
STUDIOCANAL veröffentlicht den neusten Streich aus der berüchtigten DARK CASTLE-Schmiede endlich auch hierzulande auf DVD und Blu-ray. Qualitativ gibt es bei diesem Release nichts zu meckern. Nach den Trailern zu POSESSION und DER LETZTE EXORZISMUS 2 geht’s direkt in ein stimmig animiertes Hauptmenü, wo der Zuschauer auch gleich den Film anwählen kann. Die Bildqualität erweist sich als sehr ansprechend. Satter Kontrast, kräftige Farben und eine gute Schärfe deuten auf ein sehr hochwertiges Bild hin. Auch der Sound ist nicht zu verachten. Der Bass wummert in den „bösen Szenen“ ununterbrochen, so dass der Subwoofer so einiges zu tun hat. Leider merkt man bei den Extras, dass es sich mit THE APPARITION um keinen wirklich wichtigen Film handelt und dass der Erfolg im direkten Vergleich zu den übrigen DARK CASTLE Produktionen eher bescheidener Natur gewesen sein muss. Es gibt gerade einmal acht Minuten an Interviews zu bestaunen, in denen Regisseur, Schauspieler und Produzent munter über den Film plaudern. Die durchweg hochauflösend präsentierten Extras werden durch ein kurzes Hinter-den-Kulissen-Feature ergänzt. Das besteht aus kurzen Filmaufnahmen vom Set und läuft rund acht Minuten. Bis auf Interviews und Hauptfilm verzichtet STUDIOCANAL auf deutsche Untertitel. Den Abschluss machen vier Trailer zu weiteren Filmen des Anbieters, sowie den Trailer zu THE APPARITION in Deutsch. Wie bei Blu-rays von STUDIOCANAL üblich, wurde auch dieser Veröffentlichung ein Wechselcover spendiert, so dass Flatschengegner sich über einen „unbefleckten“ Einleger freuen dürfen.
 
 

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THE APPARITION – Trailer

 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “Silent Hill: Revelation” (2012)

Silent Hill Revelation 3D Poster (2012)
 
 
 

Silent Hill: Revelation

Story

 
 
 
Ein bemitleidendes Leben führt Heather Mason (Haupt-Protagonistin des 3. Teils der Videospielreihe) da. Nicht nur, dass sie zusammen mit ihrem Vater in permanenter Flucht lebt, immer auf der Hut sein zu müssen, nicht von düsteren Mächten aufgespürt zu werden – an ihrem 18. Geburtstag wird sie zudem auch noch von schrecklichen Albträumen geplagt, für deren Ursache sie keine Erklärungen findet. An ihrem ersten Schultag an einer neuen Schule lernt sie den gleichaltrigen Vincent kennen, der sich ebenso als einzelgängerischen Außenseiter zwischen all den lebenslustigen Kids betrachtet. Anfänglich noch sehr distanziert schließt sie aus der Not heraus Freundschaft mit dem unnahbaren Zeitgenossen. Seine kameradschaftliche Unterstützung wird sie auch dringend benötigen, denn als sie am nächsten Tag schmerzlichst feststellen muss, dass jene bedrohenden Mächte ihren Vater verschleppt haben müssen, führen alle Spuren in das Örtchen ihrer Albträume: „Silent Hill“ …
 
 
 


 
 
 

Silent Hill: Revelation – Kritik

 
 
 
Manchmal kann eine Fortsetzung auch zu einem reichlich bösartigen Fluch werden, zumindest dann, wenn ein Regisseur/Filmstudio auf Heller und Pfennig versuchen möchte, an die ohnehin grandiosen Qualitäten des Originals anzuknüpfen, ohne dabei jedoch eigene Ideen entwickeln zu wollen. Ein derartiger Fall scheint das filmische Sequel eines der gelungensten Videospielumsetzungen ever zu sein. Als vor fünf Jahren die frohe Kundschaft einer kommenden Kinoadaption des „Konami“-Kultspiels „Silent Hill“ durch die weltweiten Filmforen geisterte, stoß der kreative Ideenreichtum des französischen Regisseurs „Christophe Gans´“ gerade unter den Anhängern der Spielreihe auf wenig Gegenliebe. Eben weil die bisherigen Spielfilmumsetzungen anderer bekannter Game-Reihen („Resident Evil“, „Far Cry“, „Super Mario Bros.“) kaum überzeugen konnten und es selten schafften, das jeweilige Game-Feeling auf die Kinoleinwand zu transferieren, sahen Konsolenspiele-Fans bereits vor der kommenden Kinoauswertung rot für den „Silent Hill“-Kinofilm. Als die Umsetzung jedoch 2007 in den weltweiten Lichtspielhäusern anlief, überzeugte „Christophe Gans“ mit seinem Ausflug in das trostlose, kleine Städtchen nicht nur die Fanbase. Auch Kritiker weltweit lobten „Gans´“ für seine äußerst detailverliebte und stimmige Inszenierung des Horrorspiels, die sich teilweise sogar schon zu krampfhaft an der Vorlage klammerte, aber in der zweiten Filmhälfte eigene künstlerische Wege geht. Nach dem überraschenden Erfolg des Filmes beauftragte die Produktionsschmiede „Gans´“ mit einer Fortsetzung des Überraschungs-Hits. Dieser lehnte jedoch, aufgrund von Zeitengpässen, dankend ab und übergab das Regie-Zepter an „Michael J. Bassett“, der bereits einschlägige Erfahrungen im phantastischen Genre vorweisen konnte („Wilderness“, „Deathwatch“) und sich neben der filmischen Umsetzung auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnete.
 
Nun, fünf Jahre später steht mit „Silent Hill: Revelation“ die angekündigte Fortsetzung ins Haus, die sich bereits seit Frühjahr 2011 in der Produktion befand. Oftmals deuten derart langwierige Produktionsprozesse nicht gerade von filmischen Qualität, denn nicht selten kommt es vor, dass nach Drehschluss selbst Produktionsstudios unzureichend überzeugt von ihren Filmen sind, sodass sie diese direkt auf dem Heimkinomarkt veröffentlichen. Im Falle von „Silent Hill: Revelation“ darf diesbezüglich jedoch Entwarnung gegeben werden, denn gänzlich den ersten Kritiken und Meinungen, ist der zweite Ausflug in das düstere Städtlein ganz passabel ausgefallen. Natürlich liegen im direkten Vergleich zum genialen Vorgänger Welten, was hauptsächlich an der etwas zu offensichtlichen Ideenarmut und dem einfach konzipierten Drehbuch liegen mag. Denn eine wirklich weitreichend tiefgründige Geschichte hält die Rückkehr nach „Silent Hill“ nicht parat. Immerhin war Drehbuchautor und Regisseur „Michael J. Bassett“ darum bemüht die Geschehnisse um die Geisterstadt unterhaltsam weiterzuspinnen und einige Ungereimtheiten des Vorgängers plausibel zu klären.
 
Einige Rätsel um den Ort werden gelüftet und bringen vor allem für Nichtkenner des Videospiel mehr Licht in das teilweise wirre und surreale Handlungsgestrüpp um „Silent Hill“. Dennoch, trotz lobenswerten Ambitionen bietet „Silent Hill: Revelation“ auch genügend Grund zur Kritik. Zum einen wäre da die arg lieb- und seelenlose Inszenierung. Denn so wirklich „Silent Hill“-typisches Flair will selten aufkommen. Statt auf das stimmige Setting und die subtile Erzählweise der Videospiele und des Vorgängers zu setzen findet sich der Zuschauer in einer äußerst „Hellraiser“-resken Umgebung wieder. Die Geschehnissen gestalten sich als arg düster und unzulänglich hektisch. Der groteske und schaurige Nebel und die superbe Parallelwelt, die der Game-Reihe seinen unverwechselbaren Charme eingebracht haben, spielen selten eine tiefgreifende Rolle. Stattdessen hetzt die Protagonisten „Heather“ von einem Schauplatz zum nächsten und klappert dabei in Rekordzeit die vom Drehbuchautor vorgesehenen Monsterbegegnungen ab, um zumindest der Fanbase halbwegs gerecht zu werden. So wirklich spektakulär kommen das Monsterdesign und deren Auftritte nicht daher, zumal die grotesken Gestalten teilweise nur in Bruchteilen von Sekunden über die Kinoleinwand huschen. Oftmals mag man als Zuschauer das Gefühl nicht loswerden wollen, als hätte der Film zwingend nach 80 Minuten enden „müssen“, sodass einfach kaum Zeit (und Budget?) vorhanden gewesen wäre, den düsteren Höllenbewohnern mehr Zeit einräumen zu können. Das ist arg bedauerlich, sind doch gerade die theatralischen Auftritte der seltsamen Kreaturen und die unwirkliche Atmosphäre für ein Franchise wie „Silent Hill“ so essentiell. Immerhin lässt sich eine gewisse Kurzweiligkeit nicht von der Hand weisen. Trotz dem teilweise fast schon hektischen Überschlagen der Ereignisse gegen Ende des Films, sind die mageren 80 Minuten Filmlaufzeit schnell erreicht, machen das Sequel aber zu einem arg zwiespältigen Horror-Genuss, dass zwar irgendwie unterhält, aber dennoch keinen wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt. Da kommt es dem Film letztendlich auch nicht wirklich zugute, die offensichtliche Ideenlosigkeit und die arg seelenlosen Inszenierung mit einigen netten 3D-Effekten zu vertuschen.
 
Silent Hill: Revelation“ ist weder Fisch noch Fleisch. Der zweite Ausflug in das verschlafene Höllenstädtchen ist kein wirklich mieser Film, besitzt aber zu keiner Minute die künstlerischen Raffinessen seines Vorgängers und die der ersten drei Videospiele der Reihe. Immerhin schafft es Regisseur „Michael J. Bassett“ etwas Licht ins Dunkel der Gegebenheiten rund um den grotesken Ort zu bringen. Leider fehlt es der Fortsetzung an eigenen und vor allem frischen Ideen, sodass sich das Sequel hauptsächlich als ein uninspirierter Aufguss des Geschehnisse des ersten Teils äußert, dem hauptsächlich die grotesk-süßliche Schaueratmosphäre fehlt, die das Original und die gesamte Spiele-Reihe so unfehlbar einzigartig gemacht haben. Die superben Monster sind zwar da, spielen aber kaum eine wesentliche Rolle. Sie huschen teilweise nur in Bruchteilen von Sekunden über die Kinoleinwand, enttäuschen aber mit ihren unspektakulären Auftritten. Unterm Strich bleibt ein kurzweiliges Gruselvergnügen mit Ecken und Kanten, das aber den Videospielen (Teil 1-3) gehörig hinterherhinkt und selten zusammenzucken lässt. Im übrigen wirken die wenigen Splatter-Effekte vollkommen unangebracht, lebt „Silent Hill“ seit jeher von seiner subtilen Grundstimmung und der Angst vor dem Ungewissen im dichten Nebel, welcher den unheimlichen Ort umgibt.
 
 
 


 
 
 

Silent Hill: Revelation – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Ein Sequel, das der schaurigen Vorlage uninspiriert hinterherhinkt und zu keiner Zeit die Qualitäten des Vorgängers erreicht. Schade!
 
Weitere Informationen rund um den Film, lassen sich zudem auf der filmbezogenen Facebookseite beschmöckern: Silent Hill 2 Facebookseite
 
 
 


 
 
 

Silent Hill: Revelation – Zensur

 
 
 
“Silent Hill: Revelation” ist nicht sonderlich brutal – Die Heimkinofassung ist FSK16-geprüft!
 
 
 


 
 
 

Silent Hill: Revelation – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Silent-Hill-Revelation-Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Silent Hill: Revelation; USA 2012

Genre: Horror/Thriller

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (16:9), 1080p

Laufzeit: 94 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray mit Wendecover, Erstauflage mit Pappschuber

Extras: diverse Werbetrailer, Trailer zum Film in Deutsch und Englisch, Audiokommentar des Regisseurs, Making of (51 min), Entfallene Szenen (11 min) inklusive zuschaltbarer Audiokommentare, Making of des Abspanns (6 min), Die Anatomie von 3 Szenen anhand des Storyboards (6 min), eine kurze Filmeinleitung des Regisseurs (1 min), Bei den Universal Hollywood Horror Nights (5 min)

 
 
 
Für einen arg in der Horrorfilmszene verissenen Film wie “Silent Hill 2″ kommt die nun vorliegende Blu-ray aus dem Hause “Concorde” überraschend hochwertig und umfangreich daher. Dabei hat sich “Concorde” nicht lumpen lassen und der Blu-ray-Veröffentlichung zudem einen hübschen Pappschuber spendiert, der vor allem Sammlern positiv ins Auge stechen dürfte. Neben eine hervoragenden optischen Präsentation gibt es zudem ein Wechselcover, das vor allem FSK-Flatschen-Gegner durchaus zufriedenstellen dürfte. Nach dem Einlegen der Scheibe erwartet dem Filmfreund einige obligatorische Werbetrailer kommender Highlights des Publishers. Ein, aus den besten Szenen des Films zusammengeschnittenes Menü, bietet die Wahl zwischen Hauptfilm und einem umfangreichen Extra-Sektor, der allerhand Einblicke in die Produktion bietet. Lobenswerterweise ist das gesamte Bonusmaterial (bis auf den Audiokommentar des Regisseurs) Deutsch untertitelt, sodass vor allem all jene Fans der Videospielreihe und der Filmserie auf ihre Kosten kommen werden, die dem perfekten Englisch nicht mächtig und auf eine deutsche Untertitelspur angewiesen sind. Über die Ton- und Bildqualität brauchen wir an dieser Stelle kaum ein kritisches Wörtchen verlieren – die technische Ausstattung ist unglaublich hochwertig!
“Silent Hill 2″ wird neben der normalen Blu-ray, auch als DVD und 3D Blu-ray angeboten. Alle Veröffentlichungen sollen über einen attraktiven Schuber verfügen.
 
 

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Silent Hill: Revelation – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “In their Skin – Replicas” (2012)

in their skin 2012 poster
 
 
 

In their Skin – Replicas

Story

 
 
 
Nach dem tragischen Unfalltod ihrer kleinen Tochter zieht es Familienvater Mark Huges zusammen mit Frau und dem achtjährigen Sohnemann in ein nobel eingerichtetes Anwesen weit draußen im Wald. Hier wollen sie sich von den schrecklichen Strapazen der letzten Zeit erholen und die Vergangenheit weit hinter sich lassen. Doch das vermeintliche Familienidyll wird jeher getrübt, als es plötzlich an der Wohnungstür schellt und die neuen Nachbarn sich partout zum gemeinsamen Abendessen aufdrängen wollen. Anfänglich verunsichert über die übertriebene Freundlichkeit geben die Huges kleinbei und bitten zu Tisch. Schnell jedoch fällt der Familie auf, dass mit den neuen Nachbarn irgendetwas nicht zu stimmen scheint. Ihr anfängliche Verdacht wird jedoch schnell zur Bedrohung, als das Nachbarskind in einer Meinungsverschiedenheit sein Taschenmesser zückt und es dem achtjährigen Sohnemann an die Kehle hält …
 
 
 


 
 
 

In their Skin / Replicas – Kritik

 
 
 
Bereits im Jahre 1997 polarisierte der österreichische Filmemacher “Michael Haneke” mit seinem clever durchdachten Filmbeitrag “Funny Games” europäische Kritiker und Filmfreunde gleichermaßen. Seine bitterböse Mediensatire entlarvte den verstörten Zuschauer als heimlichen Mittäter an jenen Grausamkeiten, welche zwei zynisch angehauchte Soziopathen dafür nutzen, um eine gutbürgerliche Familie in den Tod zu treiben. Der vorliegende Thriller “In their Skin” (Alternativtitel: “Replicas“) entpuppt sich bei genauerer Sichtung als kanadische Antwort auf Haneckes “Funny Games“, kommt aber gänzlich ohne gesellschaftskritische Grundaussage daher, was aber nicht heißen soll, dass “In their Skin” nicht auch für kontroversen Gesprächsstoff sorgen dürfte. Filmneuling „Jeremy Power Regimbal“ hat sich mit seinem Home-Invasion-Thriller einem recht konventionellen Horrorstoff gewidmet, der derzeit äußerst beliebt zu sein scheint. Ob “Funny Games“, “Inside” oder zuletzt “Kidnapped” – sie alle bebildern auf grausame Art und Weise die schleichende Bedrohung des personifizierten Bösen, dass sich ungeniert Zutritt in unser aller Intimstes verschafft – den eigenen vier Wänden.
 
Auch Familie Huges realisiert schnell, dass die eigene Behausung mitnichten mehr sicher ist und der angrenzende Wald vermutlich mehr Schutz bieten könnte, als das Räumlichkeiten ihres Hauses. „Power Regimbal“ bedient sich bei seinem “In their Skin” nur bedingt den obligatorischen Horror-Regeln, denn obwohl Unmengen an Genre-Klischees die dünne Handlung tragen, gelingt es ihm mit der Erwartungshaltung des Zuschauer delikat zu jonglieren. Diese wird jedoch im Film letztendlich nur teilweise oder gar nicht befriedigt, denn „Regimbal“ schafft es immer wieder gekonnt zwar offensichtliche Greueltaten anzudeuten, sie aber entgegen der Zuschauererwartungen nicht auszuleben. Der Zuschauer erwartet mit dem anfänglichen Unbehagen, dass die Situation zu jeder Minute eskalieren könnte, doch Regisseur „Power Regimbal“ nimmt dem Filmfreund die Hoffnung und zögert die nervlich angespannte Situation schön dreist hinaus. Das bedeutet demnach nicht nur Seelenterror für die kleine Familie, sondern äußert sich auch durch eine nervösen Angespanntheit beim Zuschauer. Nachdem das Geschehen an Fahrt gewonnen hat und und die “Fronten” offensichtlich geklärt wurden, gelingt es “In their Skin” den überraschend stimmigen Spagat zwischen effektiven Psychoterror und erschreckend realistischen Home-Invasion-Horror beizubehalten.
 
Derbes Horror-Einerlei lässt Regisseur „Jeremy Power Regimbal“ dabei außer acht. Hier wird weder missbraucht noch gerächt, wie man es vermutlich anhand der diversen Vertreter dieser Filmgattung vermuten würde. “In their Skin” bietet keine obligatorische Vergewaltigung (wie z.B in “I spit on your Grave“), keinen überzogenen Rache-Akt (ähnlich wie in “The Last House on the Left“) und auch sonst keine obligatorisch exploitationhaft-ausgewalzten Gereueltaten, die den gierigen Voyeurismus des Horrorfilmfans befriedigen könnten. Vielmehr konzentriert sich „Power Regimbal“ in seiner Geschichte auf die handvoll Protagonisten, deren Leiden und Intentionen bereits krank genug zu sein scheinen, als dass man derart abartige Ausgangssituation noch in Blut ertränken müsste.  Das eigentliche Herzstück seines Filmes ist jedoch die wahrlich beklemmende und beunruhigende Atmosphäre, die sich durch ein stetig unangenehmes Bauchgefühl beim Zuschauer äußert, denn dieses manifestiert sich bereits beim ersten Erscheinen der 3 seltsamen Gestalten. Das offensichtliche Unbehagen vollzieht sich durch die gesamte Szenarie und verflüchtigt erst wieder kurz vor Abschluss des Filmes, wenn sich die Familie in Sicherheit zu wiegen scheint.
 
 
Mit “In their Skin” (Alternativ-Titel: “Replicas“) hat es Newcomer “Jeremy Power Regimbal” geschafft einen wirklich effektiven Home-Invasion-Psychoschocker zu basteln, der gänzlich gegen jede Erwartung nicht blutgetränkt daherkommt und eher dialoglastig-ruhig erzählt wird. Anders als bei den bisherigen Vertretern dieses Sub-Genres eskaliert die Situation nicht in effekthascherisches Foltergeschehen und derben Rache-Gelüsten. Beide Familien kommen am Ende Genre-untypisch human davon, was den Film gerade aufgrund der realistischen Darstellung (mal abgesehen von den Beweggründen der Psycho-Familie) weit über den Durchschnitt hebt. Die Nachbarsfamilie gibt sich dabei als wahrlich grotesk “sick” und ihres Intentionen sind alles andere als logisch. Dem Zuschauer wird schnell klar, dass in deren Leben so einiges schiefgelaufen sein muss, als dass man nachvollziehen könnte, wie das Dreiergespann auf derart unklaren Ideen kommt. Auch wenn der Zuschauer von Filmminute zu Filmminute eine handelnde Konsequenz von den Opfern erwartet, hält sich Regisseur “Jeremy Power Regimbal” mit eindeutigen und erlösenden Interaktionen dezent zurück und lässt die unschuldige Familie “Huges” sowie den Zuschauer makaber leiden. Diese Vorgehensweise äußert sich als künstlerisch höchst effektiv und verursacht beim Zuschauer ein unangenehmes Grummeln in der Magengegend. Für ein Erstlingswerk ist “In their Skin” absolut sehenswert und man darf gespannt sein, was “Jeremy Power Regimbal” demnächst noch aus dem Ärmel zaubern dürfte. Sein Spielfilmdebüt schaut optisch und technisch hervorragend aus und ist in seiner Erzählform unglaublich spannend und gut durchdacht. Da mag man ihm auch verzeihen, dass der Storyverlauf ein wenig arg konventionell geraten ist und es sich bei den wenigen Protagonisten einmal mehr um klischeebehaftete Stereotypen handelt.
 
 
 


 
 
 

In their Skin / Replicas – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Ziemlich böser und recht effektiver Home-Invasion-Schocker, der dem Zuschauer und den leidenden Protagonisten so einiges abverlangt.
 
 
 


 
 
 

In their Skin / Replicas – Zensur

 
 
 
Da der Film vordergründig nur auf “Psycho-Terror” aus ist und Gewaltakte kaum ausgereizt werden dürfte von einer ungeschnittenen FSK16er-Freigabe ausgegangen werden.
 
 
 


 
 
 

In their Skin / Replicas – Trailer

 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “Bait” (2012)

Bait 3D (2012) filmposter
 
 

Bait

Story

 
 
 
Was für ein Zufall: Eine riesige Tsunami-Welle überschwemmt eine australische Großstadt und bringt die Besucher eines Supermarktes in eine ausweglose Situation. Nicht nur, dass die Kunden sich mit einer handvoll Kleinkrimineller umherplagen müssen, auch ein Tigerhai wurde mit an Land gespült und macht sich nun in den Örtlichkeiten des Supermarktes an die Arbeit, seinen unnachgiebigen Hunger nach Menschenfleisch zu stillen. Auch Mädchenschwarm Josh hat allen Grund zur Sorge, denn genau jener Hai, hat vor genau einem Jahr einem ihm nahestehenden Menschen auf den Grund des Meeres gezerrt. Was folgt, ist für die Besucher des Einkaufszentrums ein schweißtreibender Kampf um Leben und Tod.
 
 
 


 
 
 

Bait – Kritik

 
 
 
Die dreidimensionale Filmschmiede ist auch im Jahr 2012 nicht totzukriegen und produziert fleißig ein Filmchen nach dem anderen. Ganz zum Leidwesen des interessierten Filmfreundes, der so langsam den Überblick über die Veröffentlichungen zu verlieren scheint und nicht mehr Streu vom Weizen zu trennen weiß. Schon lange ist der 3D-Gimmik kein Garant mehr für sehenswertes Kino. Denn es ist schon lange keine Seltenheit mehr, das profitgierige Filmlabel ihre desaströsen 2D-Werke in lukratives 3D nachkonvertieren, um zumindest auf Nummer sicher gehen zu können, das die Produktionskosten an den Kinokassen wieder eingespielt werden. Vermutlich sind einige der Filmemacher von der miserablen filmischen Qualitäten der eigenen Werke überzeugt, sodass sie mit dem beliebten 3D-Effekt von den inhaltlichen Drehbuch-Schwächen und den unfähigen darstellerischen Leistungen ablenken möchten. Der Filmfreund ist hierbei oftmals der Leidtragende, der zwar halbwegs passable 3D-Pop Ups erleben darf, dem aber dennoch ein miserabler Film präsentiert wird. Als krönender Höhepunkt dieser dreisten Maschinerie sei der unterbemittelten 3D-Film „Shark Night 3D“ aus dem Jahr 2011 genannt. Zwar wurde diese Haifisch-Gurke nicht mittels 3D-Technik nachkonvertiert und punktet mit „Real 3D“, dennoch handelt es sich hierbei um einen vollkommen desaströsen Filmbeitrag, der trotz der dreidimensionalen Effekten wahrlich nichts zu bieten hatte, was überhaupt Mehrwert versprach, um den Zuschauer bei Laune zu halten. Wer nun jedoch glaubt, “Shark Night 3D“ sei bereits der trauriger Tiefpunkt des 3D-Genres gewesen, der irrt. Denn der thematisch ähnlich gestrickte Horrorfilm „Bait“ toppt die katastrophale, inhaltliche Leere und Logik eines „Shark Night“ um Längen.

Die Ernüchterung beginnt schon wenige Minuten nach Filmstart. Denn nachdem eine riesige Tsunami-Welle einen Haifisch (!) aus den Weiten des Meeres in einen städtisches Einkaufszentrum gespült hat und dieser ein munteres Katz und Maus-Spiel mit den Überlebenden des Markes veranstaltet, mag man als Zuschauer nicht verstehen, was für einen vollkommen unklaren Quark man hier soeben untergejubelt bekommt. Physikalische Gesetze lässt „Bait“ außer Acht, denn unabhängig von der wahrlich unglaublichen Ausgangssituation gibt es im Film selbst, ein dutzend Ungereimtheiten über deren dilettantisch vorgeheuchelte Glaubwürdigkeit man als Zuschauer nur mit dem Kopf schütteln kann. Da parkt ein Auto in der Tiefgarage, darin zwei Protagonisten, deren IQ niedriger zu sein scheint als die Raumtemperatur des Kinosaales. Als nun das Wasser beginnt in der Parkanlage zu steigen scheren sich die beiden Intelligenzbestien einen Deut darum, dass motorisierte Gefährt zu verlassen. Stattdessen verharren die beiden darin bis das Fahrzeug gänzlich vom kühlen Nass umschlossen ist und warten darauf das irgendwas passiert. Unverständlicherweise scheint dies eine gänzlich gute Idee zu sein. Denn im Inneren des Wagens bleibt es kuschelig warm und schön trocken (!). Und so dürfen die beiden dem Hai genüsslich dabei zuschauen, wie selbiger einige erkundungsfreudige Streifzüge um das Auto und durch die Tiefgarage durchführt. Vermutlich wären die diversen auffällig-groben Schnitzer in der Logik halbwegs verschmerzbar gewesen, würde sich „Bait“ nicht derart bierernst nehmen. Stattdessen rasselt Regisseur Kimble Rendall die Geschichte routiniert und trocken nach typischen 10-kleine-Negerlein-Konzept herunter und lässt dabei jeglichen Trash-Charme missen. Selbst von unfreiwilliger Komik ist in „Bait“ kaum etwas zu spüren, was vordergründig daran liegen mag, dass Rendalls Haifisch-Thriller zumindest auf technischer Ebene vollends zu überzeugen weiß. Das Setting ist Top. Die kontrastreichen und stylischen Bonbon-Farben zu Beginn des Filmes erinnern unweigerlich an aktuelle MTV-Music-Clip-Ware. Dennoch, trotz hohem technischen Standard will „Bait“ einfach nicht zünden. Die für Haifisch-Thriller typischen Suspense-Momente bleiben aus – so wirkliche Spannung will zu keiner Minute eintreten. Dabei gibt sich Regisseur Kimble Rendall all Mühe den Haifisch so bösartig und kaltblütig wie möglich zu skizzieren. Er zerfetzt Unterleiber, zerkaut Gliedmaßen und frisst sich regelrecht durch das F/X-Arsenal der Spezialeffekte-Crew. Überhaupt gib sich „Bait“ überraschend zeigefreudig und erstaunlich blutrünstig. Da treiben abgetrennte Köpfe auf hellblauen Ozeanblau und Hände werden abgesägt um das Tier auf falsche Fährten zu locken. Zimperlich gibt sich „Bait“ zu keiner Minute, was ihn zumindest in dieser Hinsicht von den üblichen Vertretern dieses Subgenres positiv abhebt und was vor allem die Splatter-Fans unter den Horrorfilmfreunden munden dürfte.
 
Bait“ ist eine einzige Enttäuschung. Die Produktion befindet sich auf einem technisch hohen Standard und doch vermasselt Regisseur Kimble Rendall (“Cut”) den Versuch, dem wohl kaltblütigsten Killer des Tierhorror-Genres neue Facetten zu verleihen. Das Drehbuch von „Bait“ wirkt von Anfang bis Ende unfertig, die wahllosen Segmente des Films beliebig zusammengezimmert. Als Zuschauer hat man nicht nur einmal das zwanghafte Gefühl, als hätten die Autoren einige Ideen gesammelt, diese für gut titulierte und wahllos in die Handlung geworfen. Da nützt es letztendlich auch nichts, wenn diese aktuelle Horrorproduktion zumindest was den Gewaltpegel betrifft auf aktueller Filmwelle mitschwimmen versucht. Dennoch, eine handvoll formschöner Splatter-F/X und hübsch gefilmte Kamerafahrten machen noch lange keinen guten Horrorfilm aus. Und so ersäuft „Bait“ in einem halbgaren Aufguss aus altbekannten Genre-Regeln, aufdringlicher Unlogik und Protagonisten, deren Handlungsbeweggründe der normalgeistige Zuschauer wohl zu keiner Filmminute nachvollziehen kann und möchte.
 
 
 


 
 
 

Bait – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Was für eine intellektuelle Katastrophe – Nichteinmal 2 Kästen Bier würden diesen Film erträglich machen.
 
 
 


 
 
 

Bait – Zensur

 
 
 
Im Film selbst fließt gehörig Blut und Körperteile werden zeigefreudig zerfressen, wobei die Kamera immer nah am Geschehen ist und die Grausamkeiten genaustens dokumentiert. Eine deutsche Version wird daher aller Voraussicht ungeschnitten mit der roten “Keine Jugendfreigabe”- Kennzeichnung veröffentlicht werden.
 
 
 


 
 
 

Bait – Trailer

 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
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Filmreview: “Area 407″ (2012)

"Tape 407" (2012) - Filmposter / Filmreview und Filmkritik auf Filmchecker
 
 
 

AREA 407

Story

 
 
 
Es ist der letzte Tag des Jahres und einige Passagiere befinden sich auf dem Neujahrsflug von New York nach Los Angeles. Kurz vor der Jahreswende ist die Stimmung heiter und spritzig, bis das Flugzeug jedoch plötzlich in Turbolenzen gerät und abstützt. Kaum den Absturz verarbeitet finden sich die Überlebenden zusammen, um die Lage zu ergründen. Nach ersten fehlgeschlagenen Notfunkrufen stellen Sie schnell fest, dass sie sich auf einem riesigen Testgelände des amerikanischen Militärs befinden auf dem mysteriöse Versuche mit prähistorischen Wesen durchgeführt werden.
 
 
 


 
 
 

AREA 407 – Kritik

 
 
 
Und wieder ein Found-Footage-Film!!!
 
Alteingesessene Horrorfilmkenner werden vermutlich allein bei der Nennung dieses Subgenres entsetzt die Hände über den Kopf zusammenschlagen, wurde keine anderes Subgenre in letzter Zeit mit derart schlechten Filmumsetzungen beehrt, als das ungnädig geschundene Found-Footage-Genre. Schien zuletzt der traurige Tiefpunkt mit dem Mutanten (?)-Thriller EVIDENCE (2011) erreicht, dürfen sich Filmfreunde nun jedoch eines Besseren belehren lassen. Die aktuelle Produktion AREA 407 legt die Latte in punkto „wirklich mieser Wackelcam-Thriller“ deutlich höher. Denn hier stimmt einfach rein gar nichts mehr. Was vor einigen Jahren noch weltweit als vollkommen neuen Art des filmischen Erzählens gefeiert wurde, wirkt jetzt nach unzähligen arttypischen Werken einfach nur noch fad, ausgelutscht und uninspiriert. Dabei haben die Filmemacher bisher alles pseudo-dokumentarisch aufbereitet, was der Horrorfilm hergab. Ob schreckliche Seuchen-Epidemie ([REC]), bei der der Zuschauer unfreiwilliger Zeuge des grausigen Ausbruchs einer Krankheit wurde oder mysteriöse Schnitzeljagd (TROLL HUNTER), die den Filmfreund eindrucksvoll vermitteln wollte, dass irgendwo in den Wäldern Norwegens noch Trolle existieren sollen; das Found-Footage-Genre hat bewiesen, dass es trotz Mangel an linearer und gleichbleibend-hochwertiger Kameraführung spannend (CHRONICLE, CLOVERFIELD, DIARY OF THE DEAD) unterhalten aber auch ordentlich viel Quark (EVIDENCE, THE AMITYVILLE HAUNTING, AREA 407) hervorbringen kann. Da nun bereits alle erdenklichen Horrorthemen mittels Wackelkamera-Stils abgehandelt wurden, dachte sich Regisseur DALE FABRIGAR neue Wege gehen zu müssen. Statt auf Zombies, Aliens, Geister und Serienkiller zu setzen, lässt er einfach ein Flugzeug mitsamt Besatzung in einer recht schlechten Kopie des berüchtigten JURASSIC PARK (1993) abstützen, in welcher die Überlebenden nun um ihr Leben winseln dürfen. Gut gedacht, nur grottenschlecht umgesetzt. Gewinselt wird wahrlich ausgiebig, von hungrigen Dinosauriern ist jedoch weit und breit keine Spur zu sehen, wobei dies das eigentlich Problem dieses Möchtegern-Schockers ist. Führt man sich die eigentlich recht vielversprechende Inhaltsangabe vor Augen liebäugeln Filmfreunde eigentlich mit ordentlich schweißtreibender Horrorkost, die köstlich zu unterhalten weiß und mit bösartigem Gekrösel gefällt. Die Umsetzung ist jedoch alles andere als unterhaltend und schweißtreibend, zumindest im Bezug auf waschechten Horror. Die Überlebenden laufen von Flugzeugfrack in eine Lagerhalle, von der Lagerhalle zurück zum Flugzeugfrack und vom Flugzeugfrack in die unendlichen Weiten trostloser Wiesenlandschaften. Es wird geschrien, geweint und gewimmert. Und ja, das ist alles herrlich schweißtreibend-schlecht und schweißtreibend-belanglos. Einen wirklich roten Faden durchzieht die Geschehnisse in AREA 407 dabei leider zu keiner Minute. Die Charaktere bleiben farb- und gesichtslos und wissen allein nur durch permanentes Nerven auf sich aufmerksam zu machen. Aufgrund der Masse an Protagonisten, die allesamt recht oberflächlich skizziert werden, gelingt es dem Film nur selten sich überhaupt auf einige zu konzentrieren. Damit der Zuschauer zumindest halbwegs Überblick über die Gegebenheiten verschaffen kann, werden die Charaktere auf bekannte 10-kleine-Negerlein-Art von irgendetwas Unbekannten ausradiert, mit roter Farbe bespritzt und einfach leblos in der Landschaft verteilt. Als erfahrener Filmfreund kann man nicht leugnen, dass das zumindest halbwegs Trash-Charme besitzt und für einige unfreiwillige Lacher sorgt. Dennoch, AREA 407 wartet mit gähnender Langeweile auf. Zugegeben, der Flugzeugabsturz weiß in seiner recht simplen Inszenierung zu gefallen, der Rest dieses stümperhaft-dilettantischen Werkes ist nicht der Rede wert. Effekt-Sequenzen gibt es im Film seltsamerweise keine zu sehen (wenn man einmal die zwei Sekunden kurz vor Filmende außen vor lässt). Sprich, der Zuschauer kann nur vermuten von was die Überlebenden angegriffen und verfolgt werden. Erst nachdem einige schlaue Hobbypfadfinder im Sand seltsame Ei-ähnliche Gebilde vorfinden, scheint für den Zuschauer klar in welche Richtung dieser Nonsens letztendlich führen wird.
 
AREA 407 ist mies und eine waschechte Mogelpackung noch dazu. Ein absolut belangloses Machwerk, dass den Zuschauer einzig nur kostbare Lebenszeit raubt und den diversen Billig-Schund-Filmen aus dem Hause ASYLUM in Sachen Dilettantismus meilenweit voraus ist. Wirklich viel passiert in diesem unwichtigen Film nie. Es wird gelaufen, geschrieben und geheult. Die Überlebenden irren ziel- und planlos durch das Filmset und drängen den Zuschauer mit ihren Zickereien und all dem belanglosen Gefasel an die Grenze des Wahnsinns. Die Kameraführung ist zudem derart dreist und unerträglich, dass der Horrorfreund bereits nach nur wenigen Minuten die Orientierung über die Geschehnisse und Schauplätze verlieren dürfte. Vermutlich ebenso orientierungslos schien Regisseur DALE FABRIGAR, dem nach dem unfreiwilligen Absturz des Flugzeuges das Drehbuch irgendwie vollkommen aus den Händen entglitt sein muss. Als interessierter Filmfan mag man oftmals das Gefühl nicht loswerden wollen, als würden die wenigen Darsteller vor der Kamera mehr schlecht improvisieren, um AREA 407 halbwegs auf Spielfilmlänge zerren zu können.
 
 
 


 
 
 

AREA 407 – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
Dreist, langweilig und unspektakulär – Der Trailer verspricht mehr als der Film überhaupt zu bieten hat!
 
 
 


 
 
 

AREA 407 – Zensur

 
 
 
Im Film wird keine explizite Gewalt gezeigt. Oftmals liegen die „Opfer“ einzig rot bemalt in der Landschaft verstreut, oder besitzen Verletzungen durch den Flugzeugabsturz. Eigentlich hätte der Film bedenkenlos mit einer FSK12-Freigabe die FSK passieren können. Diese hat sich jedoch dazu entschieden AREA 407 erst Jugendlichen zugänglich zu machen, die das 16. Lebensjahr erreicht haben. Die deutsche Fassung trägt erstaunlicherweise einen roten KEINE JUGENDGFREIGABE-Flatschen, was vermutlich am Bonusmaterial liegen muss.
 
 
 


 
 
 

AREA 407 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
area407bluray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Tape 407; USA 2012

Genre: Horror, Science Fiction, Thriller

Ton: Deutsch+Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Original Kinotrailer, Trailershow mit 10 weiteren Filmen

 
 
 
MAD DIMENSION wertet den Found-Footage-Thriller jetzt auch endlich in Deutschland auf DVD und Blu-ray aus. Fans der Wackelkamera-Filme wird das freuen, wobei die hiesige Veröffentlichung leider nur bedingt Freudensprünge verursacht. Das Bild geht für einen Film dieser Art in Ordnung, wobei HD-Feeling im Found-Footage-Genre wohl schlichtweg ausgeschlossen werden kann. Freunde dieser Filmgattung wird das wohl kaum daran hindern AREA 407 nicht trotzdem sehen zu wollen. Die Synchronisation ist ziemlich durchwachsen ausgefallen. Laiensynchronsprecher und Profisprecher geben sich die Klinke. Aber auch bei den Extras macht sich Ernüchterung breit. Bis auf einen Trailer zum Film betreibt MAD DIMENSION mit satten zehn Clips anderer Filme aus dem Programm Eigenwerbung. Immerhin kommt auch dieser Titel in einer schicken, schwarzen Amaray daher, was vermutlich bei bisher allen Veröffentlichungen aus dem Hause MAD DIMENSION der Fall gewesen ist. Ein Wendecover gibt’s auch noch – das war´s dann aber auch schon. Ob die Anschaffung einer Blu-ray für diesen Film ratsam ist, sollte jeder Filmfan selbst für sich entscheiden. Wir sind der Meinung, dass die kostengünstigere DVD-Version bei diesem Film vollkommen ausreichen dürfte. Achja: wer begleitende Untertitel zum Film sucht, schaut leider dumm aus der Wäsche.
 
 

Area 407 [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

AREA 407 – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
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Filmreview: “Truth or Dare” (2011)

"True or Dare" (2011) - Filmplakat / Filmreview auf Filmcheck
 
 
 

TRUTH OR DARE

Story

 
 
 
Der unscheinbare und introvertierte Felix hat es nicht leicht. Nicht nur, dass er von Allen ignoriert, verspottet und missachtet wird, auch Freunde hat auch keine. Auf einer Abschlussfeierlichkeit soll sein Leben eine gänzlich andere Kerbe einschlagen, denn nebst Alkohol, Drogen und lauter Musik brodelt die Stimmung als eine der Partygäste vorschlägt das Partygame „Wahrheit oder Pflicht“ zu spielen. Zu allem Unglück wird auch Felix zu dieser Party geladen und kommt auch gleich in den Genuss sich für „Wahrheit“ zu entscheiden. Als er demnach allen Anwesenden unter tobenden Gelächter offenbart, sich in die allseits beliebte und hübsche Gemma (Florence Hall) verliebt zu haben, gerät das Feiergeschehen außer Kontrolle. Einige Monate später werden einige Gäste der Abschlussfeier überraschenderweise in ein Haus im Wald geladen, indem der schüchterne Felix eine ebenso trinkfreudige Geburtstagsfeier veranstalten möchte. Kaum dort angekommen vermissen die Gäste jedoch den eigentlich Gastgeber vor Ort und machen unweigerlich Bekanntschaft mit dem smarten Bruder des einst Gepeinigten. Doch die vermeintlich heitere Stimmung ist schnell verflogen, denn Felix´s Bruder Justin (David Oakes – „Die Borgias“ – „Die Säulen der Erde“) scheint leider rein gar nicht in Feierlaune zu sein. Kaum die Tür der Hütte verschlossen, zückt Justin seine Waffe und richtet sie auf einen der Gäste. Für die vollkommen überraschten Anwesenden beginnt ein Kampf um Leben und Tod.
 
 
 


 
 
 

TRUTH OR DARE – Kritik

 
 
 
Ob nun PROM NIGHT (1980), PATRICKS HÖLLENTRIP (1978) oder STEPHEN KINGS CARRIE (1976) – Filme in denen verletzte Seelen ihren, meist jugendlichen Peinigern die Leviten lesen sind bereits fester Bestandteil in der Welt des Horrorkinos geworden und finden seit jeher wachsenden Zuspruch bei Filmfans weltweit. Leider bekleckert sich der Großteil derartiger Produktionen oftmals nicht gerade mit Ruhm, denn hier wird vordergründig die immerzu gleiche Geschichte abgespult, die uninspiriert nach bekannten “Schema F” meist einzig darin Schauwert findet, die handvoll hirnloser Protagonisten möglichst kreativ um die Ecke zu meucheln. Auch die aktuelle, recht hübsch aufpolierte Produktion TRUTH OR DARE macht da keine Ausnahme und erfindet das Rad nicht neu. Hier werden zwar alle Zutaten des 80er Jahre Rache-Kinos lauwarm aufgeköchelt; und dennoch macht dieser kleine Horrorthriller eigentlich alles richtig. Das mag wohl möglich daran liegen, dass Regisseur ROBERT HEATH ein glückliches Händchen bei der Auswahl seiner trinkfesten Protagonisten bewiesen hat, die gänzlichen entgegen jedes Slasher-Klischee endlich mal nicht unerträglich nerven. Dem Film kommt das unweigerlich zu Gute, denn die weniger Charaktere sind recht zugänglich und sympathisch skizziert, so dass einem als Zuschauer deren Ableben durch Mark und Bein jagt. Um nicht allzu sehr im typischen 80er Jahre-Slasher-Flick-Flack zu versinken hat sich Regisseur ROBERT HEATH dazu entschieden dem allseits bekannten Highschool-Rache-Slasher neue Impulse zu verleihen, denn foltererprobte Filmfans von Heute dürften sich schnell mit belanglos-seichter 80s Retro-Slasher-Ware (am Rande: die Hütte, in der das Geschehen spielt erinnert geradezu an die aus dem EVIL DEAD-Universum) unterfordert fühlen. Demnach hat er seinen aktuellen Beitrag TRUTH OR DARE an die aktuelle Sehgewohnheiten angepasst und „überrascht“ mit ausgetüftelter SAW-Tortur-Folterei, die aber dennoch immer im überschaubaren und vor allem erträglichen Rahmen zu überzeugen weiß.
 
Die wenigen geladenen Gäste werden spielerisch und auf recht kompromissloser Weise gezwungen die Geschehnisse von einst zu rekonstruieren. Wer dem nicht folge leisten möchte, hat die Wahl zwischen dem eigenen Freitod oder dem einer seiner Freunde. Dass natürlich keiner der Geladenen freiwillig über die Klinge springen möchte und sich für den Tod eines anderen entscheidet dürfte klar auf der Hand liegen. Trotz Vorhersehbarkeit bleibt der Film kurzweilig bis zum Schluss und hält den Filmfreund gehörig auf Trapp. Sichtliche Filmlängen sind hier Gott sei Dank Mangelware. TRUTH OR DARE ist ein frischer, kleiner und cooler Film, der neben einer hervorragenden Kameraarbeit auch mit einem überaus sexy agierenden Film-Vamp (JENNIE JACQUES) punkten kann und mit Sicherheit für einige feuchte Träume der vorwiegend männlichen Zuschauer sorgen dürfte.
 
Mit TRUTH OR DARE hat es Genre-Neuling ROBERT HEATH geschafft einen kleinen Retro-Horrorbeitrag zu kreieren, der zwar an die vielen kleinen Rache-Streifen der 80er erinnert, aber trotz diverser Genre-Klischees Laune verbreitet und ohne auffällige Längen zu überzeugen weiß. Das recht ansprechend gefilmtes Kammerspiel punktet mit SAW-resken Tortour-Terror, der die handvoll Protagonisten ganz schön fies um ihr Leben pokern lässt. Damit auch blutgierige Gore-Hounds auf ihre Kosten kommen gibt es einige nette Splattereffekte, die aber immer im überschaubaren Rahmen bleiben und ganz schön unangenehm abgehandelt werden. Wer auf ordentlich frivoles Teeniefutter steht und mit allseits bekannten und recht ausgelutschten Genre-Klischees leben kann, dem dürfte TRUTH OR DARE auf jeden Fall munden.
 
 
 


 
 
 

TRUTH OR DARE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
08/15-Kost, die aber trotzdem Spaß macht. Nostalgischer 80er Jahre Retro-Slasher meets Folter-Tortur-Porn. Klingt komisch – harmoniert aber bestens. Als Horrorfilmfreund darf man gern mal einen Blick riskieren!
 
 
 


 
 
 

TRUTH OR DARE – Zensur

 
 
 
Der Film ist hierzulande ungeschnitten durch die FSK gekommen und trägt das KEINE JUGENDFREIGABE-Zeichen.
 
 
 


 
 
 

TRUTH OR DARE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Truth-or-Dare-Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Truth or Dare; Großbritanien 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Trailershow mit 10 weiteren Filmen des Labels

 
 
 
Label MAD DIMENSION ist seit jeher dafür bekannt, in bescheidener Regelmäßigkeit kleine Genrefilme auf Blu-ray und DVD zu veröffentlichen, wobei sich nicht selten darunter auch einige Geheimtipps verstecken. TRUTH OR DARE ist so ein Film, dessen Sichtung auf keinen Fall ausbleiben sollte, unterhält der Racheplot ungemein kurzweilig. Nach einer erheblichen Wartezeit (der Film ist bereits in England seit einer gefühlten Ewigkeit erhältlich) erscheint TRUTH OR DARE nun auch endlich in deutschen Gefilden, wobei man einmal mehr MAD DIMENSION für die optische Präsentation der Blu-ray loben muss. Das Packshot schaut wahrlich grandios aus und schlägt um Längen das rotzige Cover der UK-Scheibe. Zudem kommt die deutsche Fassung erneut MAD DIMENSION-typisch in einer schwarzen Amaray daher, was die deutsche Veröffentlichung optisch durchaus aufzuwerten versteht. Der Film konnte ungeschnitten die FSK passieren und besitzt leider außer einer Trailershow bestehend aus zehn weiteren Streifen aus dem labeleigenen Fundus von MAD DIMENSION keine filmbezogenen Extras. Das ist etwas bedauerlich, hätte zumindest ein kurzes Feature zum Film die Veröffentlichung runder gemacht. Zudem hat sich nicht einmal der Trailer zum Streifen auf die Blu-ray verirrt, was etwas seltsam anmutet, schwirrt doch der deutschsprachige Clip auf unzähligen Videoplattformen im Internet umher. Nichtsdestotrotz darf sich der Zuschauer genüsslich auf der Couch zurücklehnen und eine technisch durchweg zufriedenstellende Heimkinoveröffentlichung genießen. Das Bild ist hervorragend und auch der Ton macht eine erstaunlich solide Figur. Außerdem präsentiert MAD DIMENSION den vorliegenden TRUTH OR DARE in einer guten Synchronisation, was ja bisher nicht unbedingt bei jeder Veröffentlichung des Labels der Fall gewesen ist. Der (im Vergleich zu Mediabooks aus Österreich) kleine Anschaffungspreis dürfte Sammler „böser“ Filme überraschen und vermutlich schnell zum Kauf animieren, zumal TRUTH OR DARE sogar mit Wechselcover ausgeliefert wird, so dass Flatschengegner das ungeliebte FSK-Logo mit nur wenigen Handgriffen austauschen können.
 
 
 

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TRUTH OR DARE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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Prom Night (1980)

Patricks Höllentrip (1978)


Filmreview: “The Caller” (2011)


 
 
 

The Caller – Story

 
 
 
Auf der Flucht vor ihrem aggressiven Ex-Mann zieht der frische Single Mary in ein eigenes Apartment. Kaum eingezogen und sich´s gemütlich gemacht klingelt alsbald auch das Telefon. Eine nette ältere Dame namens „Rose“ meldet sich am anderen Ende und scheint ersichtlich irritiert, als sie nicht wie erhofft mit „Bobby“ sprechen kann.
Nachdem Mary ihr erklärt, dass es sich wohlmöglich um eine Missverständnis handeln muss, „verwählt“ sich Rose nun öfters und versucht der jungen Mary klarzumachen, dass sie direkt aus der Vergangenheit versucht mit ihr telefonisch Kontakt aufzunehmen.
Verwirrt, ungläubig und ersichtlich genervt von denen stündlichen Anrufen versucht Mary der älteren Frau zu verstehen zu geben, dass sie ihr keinen Glauben schenken möchte und bricht den Kontakt ab.
Doch die Anruferin lässt sich nicht einschüchtern und versucht Marys Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen, indem sie ihr einen plausiblen Beweis nach dem nächsten liefert.
Was jedoch als verwunderliches und neckisches Kinderspiel beginnt dümpelt allmählich in ein verängstigendes und höchst erschreckendes Fiasko.
 
 
 


 
 
 

The Caller – Kritik

 
 
 
Oh, mein Gott.
 
Schwer einen Film zu reviewen, wenn man darauf achten muss, nicht zu viel des Inhalts zu spoilern.
Wer sich den Spannungsaufbau und den wahrlich verblüffenden Plottwist des wirklich exzellenten Mystery-Streifens nicht vermiesen lassen möchte, sollte ab HIER das Lesen der Review direkt einstellen!
 
Vorab, warum dieser wirklich höchst effektive in Szene gesetzte Mystery-Thriller es bisher nicht geschafft hat in den hiesigen Lichtspielhäuser anzulaufen ist mir ein Rätsel.
Diese Art von Film ist wahrlich dafür geschaffen auf großer Kinoleinwand zu schockieren und zu erschrecken. Nun gut, die Schockrate des „Anrufers“ ist relativ niedrig (eigentlich schade, das wäre das „I-Tüpfelchen“ gewesen) aber „The Caller“ hat es bei mir alten Horrornerd geschafft, endlich mal wieder für echt fiese Gänsehaut zu sorgen.
Dabei beginnt der Film recht unspektakulär und schafft es innerhalb kürzester Zeit ein enorm unangenehmes Bauchgefühl zu entwickeln.
Großes Lob geht dabei an die Drehbuchschreiberlingen, die wirklich merklich an der Spannungsschraube drehen und mit ihren falschen Fährten und Wendungen für ordentliches Herzrasen sorgen. Die Story hört sich auf den ersten Blick recht belanglos an, aber hat es faust-dick hinter den Ohren. Der Plot-Twist ist eine derartige Ohrfeige wie man sie in dieser Form schon lange nicht mehr gesehen hat. Dabei erinnert das Grundgerüst der Geschichte von „The Caller“ ein wenig an den vor einigen Jahren erschienenen „Frequenzy“, indem ebenfalls ein Vater mit seinem Sohn aus der Vergangenheit Kontakt aufnimmt.
 
Natürlich bot „Frequenzy“ ein viel lukrativeres Budget für ausufernde jugendgerechte Effekte. „The Caller“ hatte diese Grundlage natürlich nicht und die recht makaberen Spezialeffekte (es gibt nur einen digitalen Effekt und der ist wirklich enorm fies) sind alles andere als ausufernd und eher jugendfrei – trotzdem, dieser Film beweist mal wieder, dass kein Millionenschweres Budget, völlig überbezahlte Starauftritte und neuste digitale Tricktechnik von Nöten sind, um einen sehenswerten Film zu zimmern. „The Caller“ lebt vordergründig von seiner handvoll sympathischen und überaus talentierten Darstellern (Ex-Freund Steven/ gespielt von Ed Quinn übt eine derart unangenehme Präsenz aus, man muss es gesehen haben), seiner überaus bedrohlichen Atmosphäre, der recht subtil eingesetzten Soundkulisse (an manchen Stellen und einigen Kamerafahrten dürften „Silent Hill“ – Fans ersichtlicht Freude haben) und der Anruferin „Rose“, die eine neue Art des Mordens für sich entdeckt.
Suspense in seiner Reinform, was will der gierige Horrorfilm-Fan eigentlich mehr.
So sollte ein Gruselfilm ausschauen, und nicht anders. Neben den zum erbrechen totgefilmten „Hostel“-, „Saw“- und Slasherplagiaten bietet „The Caller“ enorm frische Abwechslung im riesigen Pool mehr schlechter als rechter Horrorproduktionen.
 
 
 


 
 
 

The Caller – Fazit

 
 
 
Fazit: 8/10 Punkte
 
Ein wahnsinns-erfrischend-makabres Filmchen, wie man es schon lange nicht mehr gesehen hat. Was als verblüffendes Rätselraten beginnt, endet in einem enorm unangenehmen Finale.
Uneingeschränkt empfehlenswert.
 
 
 


 
 
 

The Caller – Zensur

 
 
 
Der Film ist bereits auf DVD/ Blu-ray erhältlich und ungeschnitten ab 16 freigegeben!
 
 
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The Caller – Trailer

 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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