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Filmreview: “Im Bann der Hexe” (2013)

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IM BANN DER HEXE

THE WICKED

Story

 
 
 
Legenden ranken um eine kleine amerikanische Kleinstadt. Geschichten, die von einer bösartigen Hexe berichten, die tief in den Wäldern hausen und sich den Kinder des Ortes bemächtigen soll, um sich an deren Fleisch zu laben, dass sie bereits über Jahrhunderte am Leben hält. Auch die siebenjährige Amanda fällt beinahe dem blutigen Treiben der gierigen Greisin zum Opfer, wären da nicht sechs Kids, die dem Wahrheitsgehalt der urbanen Legende auf den Grund gehen wollen. Zu aller Überraschungen müssen die Freunde kurzerhand feststellen, dass der Mythos über die Kinder verschlingende Kreatur reeller ist, als anfänglich gedacht. In einem leerstehenden Häuslein weit draußen im Wald, stoßen die Jugendlichen nicht nur auf die kürzlich verschwundene Amanda, sondern auch auf die wütende Hexe aus all den geheimnisvollen Legenden …
 
 
 


 
 
 

IM BANN DER HEXE – Kritik

 
 
 
Nachdem kreative Folterfürsten, menschenfleischgierige Zombies und dreiste Poltergeister die heimischen Mattscheiben und Kinosäle mannigfach bevölkert haben, sind nun bösartige Hexen an der Reihe, um den Filmfreund den unlängst gebeutelten Horrorfilm erneut schmackhaft zu machen. Nach dem internationalen Action-Spektakel HÄNSEL UND GRETEL – HEXENJÄGER und dem durchweg stimmigen MAMA keine üble Idee, denn im Fahrtwasser erfolgreicher Mainstream-Filmchen lässt sich am effizientesten der schnelle Dollar erwirtschaften. Um den vorliegenden IM BANN DER HEXE optimal genießen zu können, sollte man im Vorfeld alle Erwartung gehörig zurückschrauben, denn nur so lässt sich dieser vollkommen banale B-Movie-Aufguss am Besten goutieren. Im Zentrum der Geschehnisse stehen einige übermütige Kids, die natürlich vollkommen angstbefreit, den Legenden einer sagenumwobenen Hexe auf die Schliche kommen wollen und dabei natürlich tatsächlich auf jenes Monster stoßen. Im Keller einer zerfallenen Holzhütte hat die ihre eigene “Fleischerei” eingerichtet und scheint mit einer Genüsslichkeit allzu neugierige Kids durch ihren hauseigenen Fleischwolf zu jagen. Doch bis es überhaupt soweit kommt, benötigt IM BANN DER HEXE (der übrigens im Original THE WICKED heisst) einen ziemlich zähen Anlauf. Nach einem stimmigen Auftakt und ansprechenden Opening-Credits vergeudet der Film geschlagene 30 Minuten damit die richtige Richtung zu finden. Da werden eine Handvoll naiver Kids in die Szenarie geworfen und blabbern fortan dummes Zeug, was der Handlung nur selten dienlich sein will. Hierbei scheint dem Film nicht gänzlich schlüssig zu sein, wie er denn nun eigentlich zum Punkt kommen soll. Es werden die obligatorischen Stereotypen eingeführt, dem ungenierten Beischlaf gefrönt und natürlich allerhand Schabernack getrieben, der nur selten wichtig für den Fortgang der Handlung sein möchte. Alles hat den Anschein, als würde dem Zuschauer hier eine erschreckend bedeutungslose Episode einer x-beliebigen TV-Serie serviert, was natürlich nicht wirklich verwundert, wenn man sich die Filmografie des Regisseurs PETER WINTHER zu Gemüte führt. Seine bisherigen Regiearbeiten beschränken sich vorwiegend auf ein breit gefächertes Sammelsurium bekannter TV-Formate. Und so überrascht nicht wirklich, dass es IM BANN DER HEXE mit einer spielerischen Leichtigkeit gelingt, dem Niveau eines günstig heruntergekurbelten Fernsehfilmchen vollends gerecht zu werden.
 
Wer jetzt jedoch denkt, dass IM BANN DER HEXE aufgrund der beschriebenen Defizite zwingend schlecht sein muss, der irrt. Denn mit dem Einbruch der Nacht, erwacht auch der Film aus seiner bedeutungslosen Lethargie und verpulvert ein kurzweiliges Action-Feuerwerk, dass den penetrant-billigen Unterton dieser Low Budget-Produktion rasch vergessen lässt. Die Kids flüchten waldein, waldaus, erkunden die Hütte der Hexe, laufen erneut in den Wald, um anschließend festzustellen, doch jemanden in der heruntergekommenen Behausung zurückgelassen zu haben. Auch wenn das alles eigentlich vollkommen bedeppert scheint und die Kids natürlich brenzlich dumm agieren, so schafft es der Film ein enormen Tempo zu entwickeln, das die rund 100 Minuten(!) Spiellaufzeit wie im Flug vergehen lassen. Aufgrund der künstlich verursachten Hektik fallen auch die unzählig schlechten CGI-Bluteffekte weniger ins Gewicht, die in ihrer dilettantischen Darstellung kaum zu übertreffen sind und in ihrer nichtvorhandenen Fingerfertigkeit eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit denen aus den miesen WRONG TURN-Fortsetzungen besitzen. Immerhin greift IM BANN DER HEXE neben unnötigen CGI-Gekröse auch auf traditionelle Handmade-Effekte zurück und verzeichnet einen überschaubaren, wenn auch nicht minder unterhaltsamen, Splatter-Score.
 
Dass “billig” nicht immer zwingend “Schlechtes” bedeuten muss, hat Regisseur PETER WINTHER mit seinem ersten eigenen abendfüllenden Filmchen durchaus ansprechend bewiesen. Auch wenn die gesamte Inszenierung technisch nur selten besser ist, als die grandiosen “Kultfilme” der unsäglich schlechten THE ASYLUM-Kreativschmiede, so bekommt der Filmfreund hier dennoch gehörig Kurzweil und Action geboten. Die Protagonisten des Szenarios werden unermüdlich durch die geradezu flache Geschichte getrieben, sodass nur selten Langeweile aufkommen will und die eigentlich vollkommen hanebüchene Geschichte geradezu bemerkenswert flott aufgewertet wird. Die Script-Schreiber haben sich zudem vom Action-Heuler JUMPER ausreichend inspirieren lassen. Denn die schauderhafte Kreatur “jumpt” sich mit einem wahnsinnigen Einfallsreichtum durch Wald und Wiesen. Vermutlich scheint das gesamte Effekte-Budget allein nur in die etwas gewöhnungsbedürftige Fortbewegungsmöglichkeit der Hexe geflossen zu sein, sodass kaum Geld für wichtige Krösel-Effekte zur Verfügung gestanden haben muss. Die Spezial-Effekte schauen in ihrer günstig umgesetzten CGI-Pracht wahnsinnig unprofessionell aus – ein trashiger Unterton ist hierbei nicht von der Hand zu weisen. Dennoch ist IM BANN DER HEXE ein kleiner, netter Horror-Beitrag, der sich trotz seiner etwas dilettantischen Inszenierung immer noch besser macht, als all die miserablen Werke aus der grottigen THE ASYLUM-Filmwerkstatt zusammen. Als kleiner “Snack” für Zwischendurch auf jeden Fall zu empfehlen!
 
 
 


 
 
 

IM BANN DER HEXE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Kleines, unscheinbares Gruselmärchen, dass es aber deftig in sich hat. Böse Hexe mit eigenem Schlachthaus auf der Suche nach allzu neugierigen Kiddis – da lacht das Splatter-Herz!
 
 
 


 
 
 

IM BANN DER HEXE – Zensur

 
 
 
Da der Film nur wenige Splatter-Effekte besitzt, hat es IM BANN DER HEXE mit blauem FSK-Flatschen nach Deutschland geschafft. Die Kaufhaus-Version ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

IM BANN DER HEXE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Im-Bann-der-Hexe-Blu-ray

(c) Sunfilm / Tiberius Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Wicked, USA 2013

Genre: Thriller, Horror, Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 105 Min. (uncut)

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 05.06.2014 (Uncut-Fassung)

 
 
 

Im Bann der Hexe [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

IM BANN DER HEXE – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “The Frozen” (2012)

The Frozen_2012_poster
 
 
 

The Frozen

Story

 
 
 
Ein traumhaft winterlicher Campingausflug wird für das junge Pärchen „Mike“ (Seth David Mitchell) und „Emma“ (Brit Morgan) zu einem unvergesslichen Psychotrip. Nachdem die beiden mit dem Schneemobil einen Unfall gebaut haben und irgendwo tief weit draußen in den verschneiten Wäldern auf rettender Hilfe hoffen, werden Sie auch noch von einem seltsamen Fremden verfolgt, der scheinbar nichts Gutes im Schilde führt. Als „Mike“ plötzlich auf mysteriöse Weise verschwindet, ist die verängstigte „Emma“ ganz auf sich allein gestellt. In ihrer Panik beginnt sie sich einen Weg hinaus aus der eisigen Gegend zu bahnen – mit einer erschreckenden Einsicht, wie sich bald herausstellen wird … 
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Kritik

 
 
 
Winterliche Landschaften sind wahrlich geradewegs dafür prädestiniert eine unheimliche und subtile Gruselstimmung zu erzeugen. Denn auch hinter vermeintlich friedliebender Kulisse kann sich oftmals das abgrundtief Böse verstecken. Dass angsteinflößendes Unbehagen auch im eisigen Schnee lauern kann haben schon einige Filmemacher eindrucksvoll bewiesen, denn winterlich verstörende Filme gab es zuletzt zuhauf (u.a. “The Shinning” (1980), “Der eisige Tod” (2007)). Auch der vorliegender Thriller „The Frozen“ spielt mit der geheimnisvollen Idylle, die so ein verschneit-winterliches Wäldchen birgt. Ganz zum Leidwesen der beiden Protagonisten des Films, für die sich die eigentlich traumhafte Winterpracht zu einem verhängnisvollen Erlebnis gestaltet. Ihre Unvernunft treibt die beiden an den Rande ihrer Wahrnehmungsfähigkeiten, denn nach nur wenigen Stunden bei Temperaturen jenseits des Nullpunkts beginnt vor allem „Emma“ Dinge zu sehen, für deren Existenz sie keine Erklärung findet. Nicht nur, dass sie seltsam bekleidete Personen im Dickicht erblickt, seltsame Stimmen und Schritte spuken des Nachts um das Zelt und stören den Schlaf der verunsicherten Frau. Zudem werden die beiden von einem skurrilen Jäger verfolgt, der das Treiben des Pärchens aus der Ferne beobachtet und „Emma“ zweifeln lässt, warum ihr Freund sie gerade zu derart unmenschlichen Temperaturen zu einem kuscheligen Wanderausflug überreden musste.
 
So wirklich Unrecht hat sie dabei nicht, wirkt die Ausgangssituation des Films schon sehr konstruiert. Immerhin sah sich Drehbuchautor und Regisseur „Andrew Hyatt“ darum bemüht seine kleine Geschichte irgendwie nied- und nagelfest zurechtzufeilen. Trotz Unfall hält „Mike“ nichts davon ab, den Kurztrip fortzuführen, um den geeigneten Zeitpunkt zu finden, seiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen. Und so irren die beiden Liebenden orientierungslos im Wald umher, um letztendlich doch wieder feststellen zu müssen, einmal mehr im Kreis gelaufen zu sein. Auch wenn einige Gegebenheiten etwas arg seltsam anmuten, so kann man „Hyatt“ nicht unterstellen, einen Film gedreht zu haben, der schlecht ist. Einfachste erzählerische Mittel und das stupide Umherirren in der winterlichen Landschaft führen letztendlich zu einem homogenen Ganzen und lassen „The Frozen“ bei weitem besser ausschauen, als die Unmengen teurer Mainstream-Produktionen der letzten Dekaden. Obwohl einige der seltsamen Interaktionen der Anwesenden anfänglich kaum Sinn ergeben wollen und arg befremdlich wirken, so tritt die Erleuchtung nach dem Abspann ein und dürfte vor allem Horrorfilmanfänger reichlich verblüffen.
 
Mit dem aktuellen Thriller „The Frozen“ erwartet der Zuschauer gänzlich seichte Film-Kost, für die die Bezeichnung Thriller fast schon etwas zu weit hergeholt und schroff scheint. Auch wenn Regisseur „Andrew Hyatt“ des öfteren vollkommen falsche Fährten streut und dem Zuschauer weiß machen will, dass sich hinter den gesamten Geschehnissen etwas zutiefst Böses und Bedrohliches verstecken soll, so dürfte der geneigte Filmfreund nach der recht plausiblen Auflösung etwas verdutzt aus der Wäsche schauen. Der Film „The Frozen“ hat letztendlich mit Horror im herkömmlichen Sinne nur sehr wenig gemein und erinnert über weite Strecken an die Werke des ambitionierten Hollywood-Regisseurs „M. Night Shyamalan“, der bekanntlich ein sicheres Händchen darin besitzt, den Zuschauer mit einer unerwarteten Filmauflösung zu konfrontieren. Wer sich angenehm gruseln möchte, ohne dabei von markerschütternden Schocks verfolgt zu werden oder in Lachen von Blut ertrinken zu müssen, dem dürfte der Mysterie-Thriller vortrefflich munden. Denn bis auf einige ausgeweidete Wildtiere gibt es hier kein Futter für blutgierige Splatterfilm-Fans.
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Seichtes Mysterie-Süppchen in traumhaft winterlicher Kulisse
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Zensur

 
 
 
Im Film wird nicht getötet, daher dürfte “The Frozen” mit einer FSK16 Freigabe ungeschnitten veröffentlicht werden.
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “YellowBrickRoad” (2010)

Yellowbrickroad
 
 
 

YellowBrickRoad

Kritik

 
 
 
Lust auf einen wirklich unwichtigen Film, mit unglaublich stumpfsinniger Handlung und wirklich dilettantisch umgesetzten Spezialeffekten, die den Zuschauer einmal mehr an den Rande des Sekundenschlafs treiben? Dann eignet sich der hölzerne und gähnend langweilig Möchtegern-Schocker “YellowBrickRoad” als vortreffliche Wahl, zumindest wenn man darauf aus ist, sich den eigentlich gemütlichen TV-Abend ansprechend zu verderben.
 
YellowBrickRoad” ist ein ganz furchtbarer Hirnverdreher und derart “kopflos“, wie es das Filmplakat bereits suggeriert. Die Handlung ist vollkommen unspannend, die Akteure nerven derart, dass man ihnen den schnellen Tod wünscht und die wenigen Krösel-Effekte wirken eher albern, als das sie dem Film überhaupt förderlich wären. Aber alles der Reihe nach. Bereits im Sommer 2011 durften sich deutsche Genre-Fans von den nicht vorhandenen Schauwerten dieser Indigurke auf dem alljährlichen Fantasy Filmfest überzeugen. Nun, fast 1,5 Jahre später erscheint  “YellowBrickRoad” bundesweit direkt auf Blu-ray und DVD. Dass sich der deutsche Heimkino-Release derart verzögert hat, rührt nicht von ungefähr, denn führt man sich das Endprodukt zu Gemüte, so fragt man sich, warum der hiesige Vertrieb “dtp entertainment AG” derart Quark überhaupt in Deutschland veröffentlichen muss, gibt es doch unzählige andere bisher unveröffentlichte (bessere) Perlen da draußen, die sehnlichst auf eine Veröffentlichung warten. Bereits nach nur wenigen Minuten wird deutlich, welch nennenswerte Qualität “YellowBrickRoad” überhaupt birgt und die liegt schlicht und einfach darin, den Zuschauer unwillkürlich für dumm zu verkaufen und streckenweise vollkommen desaströs zu langweilen. Vor allem die stümperhaft eingesprochene, deutsche Synchronisation tut da ihr übriges, denn diese sorgt unweigerlich dafür, dass die Nerven des Zuschauers rund 100 Minuten lang überstrapaziert werden. Dabei beginnt die Geschichte um die mysteriöse Gegend um die “YellowBrickRoad” eigentlich recht vielversprechend.
 
Einige Wissenschaftler, Forscher und Nichtskönner raffen sich zusammen, um das seltsame Verschwinden der Bewohner einer ganzen Stadt zu untersuchen. Bereits im Jahre 1940 folgte die Bevölkerung des fiktiven Örtchens “Friar” in “New Hampshire” einem geheimnisvollen Waldweg – keiner derer jedoch, die den Ort verlassen haben, kehrte je wieder lebend zurück. Nun 70 Jahre später wollen jene Einfaltspinsel derart ungelösten Fall erneut untersuchen und ihre Erkenntnisse in einem Buch niederschreiben. Sie scharren allerhand nützliches Equipment zusammen und folgen jenem sagenumwobenen Waldweg, der einst auch die Einwohner von “Friar” ins Verderben stürzte. Nach nur wenigen Metern wird klar, dass die Gegend mitnichten so friedlich scheint, wie anfänglich gedacht. Die Geräte spielen verrückt und schnell stellen die Anwesenden fest, dass das gesamte technische Equipment wenig hilfreich ist, um die Expedition überhaupt fortsetzen zu können. Was nun folgt spottet jeglicher Beschreibung und ist an filmischen Dilettantismus kaum noch zu überbieten. Anstatt den Heimweg anzutreten, beschließen die Crew-Mitglieder dem Vorschlag des Expeditionsleiter “Teddy Barnes” zu folgen. Der scheint noch nicht genug aussagekräftiges Material zu besitzen, um sein Buch zu füllen. Und so kommt es eben, wie der routinierte Filmfreund es vorausahnt. Je tiefer die Anwesenden in den Wald vordringen, umso lauter ertönt ein mysteriöses Gedudel, dass den Anwesenden (und vor allem dem Zuschauer) schier den Verstand raubt. In ihrer Panik teilt sich die Gruppe auf und beginnt sich im Wahn gegenseitig zu dezimieren.
 
Klingt alles nach vollkommen wirren Bullshit – ist es auch. Auch wenn das grobe Story-Geflecht weitaus ansprechendes Horror-Einerlei mutmaßen lässt, so ist der fertige “YellowBrickRoad” ein niederschmetterndes Filmchen, das durch und durch enttäuscht. Allein schon der ziemlich zähe und langatmige Erzählfluss tapst genüsslich vor sich daher und birgt eine fast schon dreiste Ideenlosigkeit, dass dem Horrorfilmfreund glatt der Spaß am Genre vergehen könnte. Das nervtötend gemächliche Tempo des Filmes erweist sich als unzumutbar, dürfte jedoch unter Filmfreunden mit Schlafproblemen für einen wohlig-erholsamen Tiefschlaf sorgen.
Wirklich viel zu sagen hat “YellowBrickRoad” nicht. Zumindest wenn man einmal die Erkenntnis außen vor lässt, wie unsäglich quälend lang 100 Minuten Filmlaufzeit sein können. Da werden Lollies gelutscht und von giftigen Beeren genascht, obwohl wenige Minuten zuvor vor der Ungenießbarkeit der Früchte gewarnt wurde. Da stibitzt eine Protagonistin aus Hunger den letzten Proviant, um wenige Minuten später freiwillig und ohne jegliche Logik von einer Felsklippe zu springen. Sinn ergibt das wirre Gequassel und die peinlichen Interaktionen der Anwesenden selten und so reduziert sich der Film allein darauf, irgendwie ein Ende zu finden. Das ist natürlich schnell gefunden. Anstatt die zugrunde liegenden Gegebenheiten in irgendeiner Weise kreativ zu Ende zu spinnen, sorgt die unzureichende Phantasie der Drehbuchautoren dafür, dass die wenigen Charaktere ein schnelles und vor allem unwichtiges Ende finden. Demnach metzeln sich die Helden der Geschichte uninspiriert um die Ecke, sodass nach gefühlten Stunden endlich der Abspann über den Bildschirm flimmern darf.
 
YellowBrickRoad” ist ein ganz einfältiges Filmchen, auf das man als Filmfreund gänzlich verzichten kann. Hier stimmt einfach rein gar nichts. Die Erzählung ist zäh, unwichtig und eindeutig viel zu lang. Die handvoll unwichtiger Protagonisten beginnen schon nach nur wenigen Minuten zu nerven und die ganze Inszenierung erweist sich als einschläfernde und vor allem dilettantische Nummernrevue ohne Sinn und Verstand. Die Effekte wirken eher unfreiwillig komisch, als das sie ängstigen sollen (da reißt ein Charakter einer Protagonistin eigenhändig (!) eine Bein aus), sodass selbst Gorehounds keinen Spaß mit dieser Gurke haben dürften. Gott weiß, was in die beiden Regisseure Jesse Holland und Andy Mitton gefahren sein muss, als sie die glorreiche Idee hatten, diesen minderbemittelten Film zu drehen. Vermutlich haben die beiden sich in irgendeiner Bar gehörig besoffen, um wenige Minuten später ein unzureichend plausibles Drehbuch zu Papier zu bringen, dass innerhalb weniger Tage mit einer handvoll untalentierter Nachwuchspappnasen auf Zelluloid gebahnt werden musste. Wohlmöglich wäre es dem Film förderlicher gewesen, hätten sich die Macher hinter “YellowBrickRoad” vor der Realisierung ihrer Schlaftablette einige bessere Vertreter des Genres zu Gemüte geführt, um zu studieren, wie ein “guter” Horrorfilm auszuschauen hat! Auch wenn es hierbei im einen Indie-Film handelt, so hat man aus derart Sektor bereits schon unzählig bessere und vor allem innovative Vertreter gesehen. Wer allein nur nach guten Filmen Ausschau hält, der sollte um “YellowBrickRoad” einen großen Bogen machen. Denn dieser Film ist einer dieser Beiträge, nach deren Sichtung man unweigerlich bereut, überhaupt kostbare Lebenszeit für derart hirnrissigen Schund verschwendet zu haben.
 
 
 


 
 
 

YellowBrickRoad – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
Haste Einschlafprobleme? Oder suchst Du noch nach einem passenden Geschenk für Bekannte, die Du eigentlich weniger magst – “YellowBrickRoad” bittet die Lösung!
 
 
 


 
 
 

YellowBrickRoad – Zensur

 
 
 

Die deutschen Fassung ist mit “keine Jugendfreigabe”-Kennzeichnung ungeschnitten.
 
 

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YellowBrickRoad – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Kritik: “V/H/S – Eine mörderische Sammlung” (2012)

V-H-S-2012-Plakat
 
 
 

V/H/S

Eine mörderische Sammlung

Story

 
 
 
Anthologie-Streifen !!!
 
 
 
Rahmenhandlung (“Tape 56″)
 
Regie: Adam Wingard (“A Horrible Way to Die“)
 
Einige Kleinkriminelle verdienen ihr Geld damit, indem sie durch die Parkhäuser der Großstadt pilgern, fremden Frauen auflauern, ihnen vor laufender Kamera die Oberkörper entblößen und die Clips an eine Pornoseite im Internet verhöckern. Als ihnen ein Bekannter einen lukrativen Deal vorschlägt wittert die Bande das große Geschäft. Alles was die Freunde dafür tun müssen ist, in ein Haus einzubrechen und ein besonders wichtiges Videoband zu stehlen. Kaum besagte Adresse ausfindig gemacht, finden sie die Leiche des Hauseigentümers im heimischen TV-Sessel vor. In der Kammer nebenan, ein riesiges VHS-Arsenal an seltsamen Amateur-Videoaufnahmen, die merkwürdige Geschehnisse protokollieren. Auf der Such nach den geforderten Aufzeichnungen stöbern sich die Jungs durch jedes einzelne Videoband und scheinen ihren Augen nicht trauen zu wollen:
 
 
 
 
 
Geschichte 1 (“Amateur Night” )
 
Regie : David Bruckner („The Signal“)
 
Drei Freunde auf Frauenbeutezug.
Bei ihren nächtlichen Ausflügen durch die Clubs der Stadt treffen Sie auf eine schüchterne Schönheit, die ein dunkles Geheimnis verbirgt.
 
 
 
 
 
Geschichte 2 (“Second Honeymoon”)
 
Regie: Ti West („House of the Devil“, „The Innkeepers“)
 
Ein vermeintlich glückliches Pärchen bei ihrem friedlichen Urlaubsausflug. Des nachts schleicht sich eine mysteriöse Gestalt um das Ferienhaus der frisch verliebten Paares und scheut auch nicht davor, sich unbemerkt Zutritt in die scheinbar sicheren vier Wände der beiden
Liebenden zu verschaffen.
 
 
 
 
 
Geschichte 3 (“Tuesday the 17th”)
 
Regie: Glenn McQuaid („I sell the Dead“)
 
Hommage an den 80er Jahre Slasherfilm: „Freitag der 13.“! Vier Freunde suchen etwas Entspannung in einem abgelegenen Waldstückchen. Doch die Idylle wird jeher getrübt, als die Truppe von einem seltsamen „Etwas“ dezimiert wird. Schenkt man den Legenden glauben, so soll das Wäldchen vor einiger Zeit Schauplatz einiger schrecklicher Morde gewesen sein – der Mörder wurde jedoch nie gefasst.
 
 
 
 
 
Geschichte 4 (“The Sick Thing That Happened to Emily When She Was Young”)
 
Regie: Joe Swanberg („Silver Bullets“)
 
Die Studentin „Emily“ chattet tagtäglich mit ihrer großen Flamme per Webcam. Seit geraumer Zeit geschehen in ihrer kleinen Studentenwohnung seltsame Dinge. Hinzukommt dass ihr Körper von seltsamen Wundmalen befallen ist, deren Herkunft sie sich nicht erklären kann. Mittels Webcam und Laptop will sie zusammen mit ihrem Chatfreund Erklärungen für die seltsamen Umstände finden. Ihr Cam-Partner soll hierbei als Zeuge fungieren.
 
 
 
 
 
Geschichte 5 (“10/31/98″)
 
Regie: Radio Silence
 
Drei Freunde auf dem Weg zu einer Halloween-Party. Kaum die Örtlichkeiten erreicht, müssen sie feststellen, dass sie scheinbar die einzigen Partygäste sind. Gemeinsam erkunden sie das unheimliche Gebäude und stoßen auf ein merklich unangenehmes Geheimnis.
 
 
 
 
 


 
 
 

V/H/S – Kritik

 
 
 
Das Jahr 2012 scheint wohl möglich das Jahr des „Found Footage“-Genre zu werden. Nach dem immensen Erfolg der „Paranormal Activity“-Serie erleben Filme im billigen Wackel-Homecam-Stil eine regelrechte Renaissance und sind aktueller denn je. Dabei überraschen immer wieder die teils kreativen Methoden, die junge dynamische Filmemacher entwickeln, um derart „optisch“ trivial-inszenierten Filme halbwegs neue Facetten zu verleihen und den Zuschauer im „erträglichen“ Sinne zu unterhalten. Die Idee mit Hilfe dieses kontroversen Subgenres einen Anthologie-Streifen zu zaubern, liest sich anfänglich eigentlich recht erfrischend, macht aber Filmfreunde dennoch direkt stutzig, wie sich das Projekt in technischer Hinsicht überhaupt realisieren lässt. Da die letzten Filmprojekte ihrer Art (u.a. „Evidence“, „Tape 407“) vorwiegend durch katastrophaler Kameraführung brillierten, als durch optische Raffinessen, dürften dem interessierten Horrorfilmfan vermutlich direkt die Haare zu Berge stehen, wenn er liest, dass sich das „Who-is-Who“ der jungen Horrorfilmszene zusammengerafft hat, um an einer gemeinsamen Kurzgeschichten-Sammlung im „Found-Footage“-Look zu werkeln.
 
Unter dem Titel „V/H/S“ haben sich eine stattliche Anzahl bekannter aktueller Horror-Regisseure vom eigensinnigen Handycam-Genre inspirieren lassen und eine arg zynisch-boshafte, aber dennoch liebenswerte Hommage an das bittere Videokassetten-Zeitalter geschaffen. Neben erneut unzumutbarer, amateurhaft-wackeliger Kameraführung fällt in dieser Anthologie-Sammlung, passend zum Titel, typisches VHS-Flair ins Gewicht, dass mit „ausgedaddelten“ und unscharfen Bildmaterial aufwartet. Die Idee ist eigentlich recht innovativ, in der Umsetzung erweist sich jedoch dieses erfrischend „spezielle“ filmische Dokumentieren als recht zweischneidiges Schwert. Einerseits ist der künstlerische Einfallsreichtum, von welchem der Film letztendlich zerrt als überaus unterhaltsam und effektiv zu betiteln. Die Geschichten wirken durch die technischen Defizite erstaunlich authentisch und realistisch. Als Zuschauer hat man, aufgrund der amateurhaften Darbietung jeder einzelnen Episode das Gefühl, als sehe man die privaten Home-Videos von eigentlich vollkommen normalen Menschen.
 
Anderseits erweist sich gerade diese unprofessionelle technische Darbietung dieser Kurzgeschichten als echter Härtefall für den Zuschauer. Das Bild holpert, wackelt und stört, dass dem Zuschauer Hören und Sehen vergeht. Oftmals kann man durch die gewöhnungsbedürftigen Unschärfen des VHS-Filters kaum erkennen, was denn da eben vor die Linse springt. Gerade in hektischen Momenten wird einmal mehr durch zwanghaft-wirres Umherschwenkens der Kamera Panik erzeugt, das zwar anfänglich noch effektiv wirkt, aber den erwartungsfreudigen Filmfreund in Anbetracht von fast 120 (!) Minuten Filmlaufzeit auf eine deftige Geduldsprobe stellt. Die einzelnen Episoden gestalten sich unterschiedlicher Natur. Dabei trifft handwerklich solide umgesetztes „Creature-Feature“ auf skurrile„Slasher-Ware“ mit 80er Jahre Kult-Charme. Die obligatorischen paranormalen Spuk-Ereignisse fehlen ebenso wenig, wie blutgieriges „Zombie-Kino“. Aufgrund der unterschiedlichen Themengebiete und der teilweise ähnlichen technischen Machart fällt es vermutlich schwer, das eigentliche Highlight unter den Episoden zu finden. Ähnlich wie zuletzt in „The Theatre Bizarre“ scheint es einzig geschmacksabhängig, welche Geschichte letztendlich welchem Zuschauer überhaupt munden wird. Daher ist es schwierig zu sagen, welche Episode denn nun die Beste von allen ist. Mir persönlich hat das „Creature-Feature“ zu Beginn und die „Halloween“-Folge zum Abschluss von „V/H/S“ am besten gefallen, zumal die recht simplen, aber dennoch recht stimmigen und verblüffenden Spezial-Effekte herrlich überzeugen konnten. Hat man sich vorerst an den rauen „Found Footage“-Stil gewöhnt, dürfen sich vor allem Freunde von knackig-knappen Anthologie-Sammlungen ideal unterhalten fühlen.
 
Dennoch, trotz recht innovativer Ansätze und der gewöhnungsbedürftiger Erzählstruktur der einzelnen Kurzgeschichten tritt die Rahmenhandlung arg lieb- und herzlos in Erscheinung und scheint einzig Mittel zum Zweck, um die jeweiligen Segmente zweckhaft miteinander zu verknüpfen. Erklärungen über den Hintergrund der Geschehnisse bleiben Mangelware und lassen einzig Raum zum Spekulieren, was es denn letztendlich mit den mysteriösen Videotapes auf sich hat.
 
Mit „V/H/S“ lädt die junge Garde an motivierten Jungregisseuren zum anarchischen Angriff auf das kontroverse „Found Footage“-Genre. Ehrwürdig verbeugen sich bekannte Horror-Regisseure vor längst vergangene VHS-Zeiten und vermischen scheinbar technisch unzumutbares Filmmaterial mit frischen Ideen und neckigen Spezialeffekten. Gelungen ist ihr Versuch, dem übersättigten Wackelcam-Genre frischen Wind einzuhauchen allemal. Innovative Ideen und einige recht stimmige Momente täuschen oftmals darüber hinweg, dass einige Episoden einfach zu lang geraten sind und dafür andere bedeutend bessere, viel zu kurz. Die Inszenierung von „V/H/S“ ist als relativ gewöhnungsbedürftig zu bezeichnen, wobei der eigentliche Reiz des Films in den jeweiligen Schlussgags der einzelnen Geschichten zu finden ist. Gerade der teilweise unvorhersehbare und makabere Storytwist am Ende jeder einzelnen Kurzgeschichte tröstet über oftmals schwindelerregendes Kamera-Gewackel und unverzeihliche Totalausfälle hinweg. Dennoch, Filmfreunde die bisher rein gar nichts mit dem „Found Footage“-Genre anfangen konnten, werden sich auch in „V/H/S“ vollkommen hilflos unverstanden fühlen!
 
 
 


 
 
 

V/H/S – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
„X-Factor“ meets „Wackelcam“-Genre. Recht stimmige, unheimliche und unterhaltsame Kurzgeschichten-Sammlung, insofern man überhaupt ein Faible für „Found Footage“-Filme besitzt!
 
 
 


 
 
 

V/H/S – Zensur

 
 
 
Die deutsche Heimkinoauswertung erscheint Ende Oktober 2012 und wurde mit einer “Keine Jugendfreigabe”-Kennzeichnung seitens der FSK abgesegnet. Kein Wunder bietet “V/H/S” einen grafisch sehr explizieten Mord, der sich recht gewaschen hat. Ansonsten gibt sich diese Kurzgeschichten-Sammlung recht züchtig und weniger zeigefreudig.
 
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V/H/S – Trailer

 
 

 
 
Hellraiser80
 
 
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Filmreview: “The Tall Man” (2012)

The-Tall-Man-Plakat (2012) - Filmchecker Filmkritik
 
 
 

The Tall Man

Story

 
 
 
Julia ist Krankenschwester und lebt mit ihrem Sohn außerhalb der Kleinstadt „Castle Rock“, einem Ort der von Leid und Kummer gezeichnet ist. Regelmäßig verschwinden hier Kinder spurlos, vom Täter scheint weit und breit keine Spur. Die Stadtbewohner reagieren auf die Ereignisse verstört und machen einen unbekannten, großen Mann für die Taten verantwortlich. Einzig Julia ist skeptisch und verweist die Mutmaßungen in die Welt der Legenden und Märchen. Doch dann verschwindet ebenso ihr Sohn David spurlos …
 
 
 


 
 
 

The Tall Man – Kritik

 
 
 
Wenn in Fankreisen Gerüchte die Runde machen, dass in Frankreich fleißig an neuen Genre-Beiträgen gewerkelt wird, dann werden Horrorfilmfreunde weltweit überraschend hellhörig. Kaum ein anderes Land hat es innerhalb von nur wenigen Jahren geschafft, das merklich ausgedörrte Horrorfilme-Genre so kongenial erfrischend zu reanimieren und ihm zeitgleich vollkommen neue künstlerische Impulse zu verleihen, wie unser friedliebendes Nachbarland Frankreich. Die Garde talentierter französischer Nachwuchsregisseure überzeugte vor allem mit schonungsloser Kompromisslosigkeit, frischen Ideen und vor allem sadistischen Gewalteinlagen. Bereits 2003 legte „Alexandre Aja“ mit seinem „Haute Tension“ den Grundstein des neuen europäischen Extrem-Kinos das zu aller Erstaunen in kürzester Zeit zu einem weltweiten Horror-Boom avancierte („Saw“, „Hills haves Eyes“, „Hostel“). Auch der Franzose „Pascal Laugier“ reiht sich mit seinem kontrovers-diskutierten Folter-Tortur-Drama „Martyrs“ in jene Truppe hochmotivierter Jungregisseure aus Frankreich ein, schaffte er es doch 2008 mit einem Horrorfilm einmal mehr zu schockieren und gab dem gescholtenen Horrorfilm das zurück, was dieses Genre doch seit jeher am Besten kann: Angst verbreiten und zu verstören.
 
Aufgrund des überraschenden Erfolges von „Martyrs“, war es nur eine Frage der Zeit bis auch Hollywood auf den talentierten Filmemacher aufmerksam wurde und ihn dazu beauftragte die filmische Neuadaption zum Kultmovie „Hellraiser“ zu realisieren. Da es jedoch unüberbrückbare Differenzen zwischen „Laugier“ und dem Produktionsstudio „Dimension“ gab, verließ der Franzose schnell wieder das Projekt und widmete sich mit „The Tall Man“ (2012) seiner ersten amerikanischen Großproduktion für die er sogar Jessica Biel als Hauptdarstellerin und Produzentin gewinnen konnte.
 
Vorab sollten sich Liebhaber von verstörendem Indie-Horror und bluttriefenden Extrem-Schockern im Klaren sein, dass es sich bei „Laugiers“ aktuellem Werk um keinen zweiten „Frontiers“, „Haute Tension“ oder gar „Martyrs“ handelt. „Pascal Laugier“ geht mit seinem dritten abendfüllenden Beitrag gänzlich andere Wege. „The Tall Man“ hat, bis auf einige düsteren Elemente zu Beginn des Films, mit Horror rein gar nichts mehr am Hut, handelt es sich doch bei diesem Werk vielmehr ein vollkommen schock- und blutleeres Drama, das einmal mehr mit einem vollkommen reißerischen Filmplakat wirbt und den Zuschauer auf gänzlich falsche Fährten lockt. So wirklich löblich ist das wahrlich vom Filmvertrieb nicht, assoziiert doch der Zuschauer mit derart gruseligen Poster und plakativen Titel ein gänzlich anderen Zusammenhang. Der eigentliche Produktionstitel „The Secret“ scheint demnach zutreffender und passender für diesen Film, dürften die Erwartungen all derer umso mehr gen Keller sinken, die gerade aufgrund des Bekanntheitsgrades des Regisseurs und dem horrorlastigen Marketings einen manteltragenden Geist erwarten, der für das Verschwinden der Kinder von Castle Rock verantwortlich gemacht wird.
 
„The Tall Man“ lebt von seinen von Kummer zerfressenden Charakteren (Jessica Biel liefert eine Top-Leistung ab – so kennt man sie gar nicht) und der arg seltsamen und recht unkonventionellen Erzählstruktur, die dem Zuschauer vollkommene Aufmerksamkeit abverlangt. Was sich anfänglich düster, hektisch und actionreich entlädt wird spätestens ab Filmmitte zu einem arg zermürbenden Drama, dessen ernsthafte Thematik einmal mehr zum Nachdenken einlädt. Die letztendliche plausible Erklärung der Gegebenheiten ist in ihrer inhaltlichen Botschaft mehr als erschreckend und von seiner moralischen Relevanz aktueller denn je. Auch wenn das Drehbuch gerade gegen Ende hin an Glaubwürdigkeit missen lässt und sich dadurch die letzten Filmminuten in befremdlich surrealen Bildern äußern, so dürfte der Schlusstwist für einige offene Münder sorgen und ein wahrlich hilfloses und depressives Gefühl beim Zuschauer hinterlassen.
 
Mit „The Tall Man“ hat der Franzose „Pascal Laugier“ einmal mehr einen recht deftigen Film abgeliefert, der für Zündstoff sorgen dürfte. Anders wie zuletzt in seinem Beitrag „Martyrs“ steht hier nicht das „optische“ Extrem im Vordergrund, sondern die eigentlich Botschaft des Filmes, die vor allem Eltern derb in der Magengegend treffen dürfte. Gore, Splatter und Terror sucht man in „The Tall Man“ vergebens, denn sein aktuelles Werk hat rein gar nichts mehr mit Horror am Hut. Sein „Tall Man“ lebt von den vortrefflich gewählten Schauspielern und den debilen Charakteren, die vom schmerzlichen Verlust ihrer Kinder gezeichnet sind und in ihrer Ausweglosigkeit und ihrem Schmerz ein arg befremdliches Verhalten an den Tag legen, dass dennoch vollends verständlich scheint. Hollywood-untypisch geben sich auch die Schauspieler, allen voran „Jessica Biel“, die für ihre Rolle wohl möglich gänzlich ungeschminkt daherkommt. In der ersten Filmhälfte dürftig physisch geschunden, schaut sie gegen Ende nicht mehr gänzlich so adrett aus, wie man sie eigentlich aus ihren bisherigen Werken kennt. Ihr psychischer Verfall ist gekonnt in Szene gesetzt und zeigt einmal mehr, dass auch in Hollywood-Jungstars, die bisher vorwiegend in Mainstream-Hochglanzproduktionen zu sehen waren, ernstzunehmende Charakterdarsteller schlummern können.
 
 
 


 
 
 

The Tall Man – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Freunde von Horrorfilmen werden dumm aus der Wäsche schauen. „The Tall Man“ ist eine kleine Mogelpackung und dürfte die Fanbase, ebenso wie zuletzt sein „Martyrs“, polarisieren. Horror, Thrill oder Splatter sucht man hier vergebens, machen aber vielleicht gerade deswegen „The Tall Man“ erfrischend sehenswert!
 
 
 


 
 
 

The Tall Man – Zensur

 
 
 
Die deutsche Heimkinofassung ist ungeschnitten ab 16 jahren freigegeben. Somit trägt die deutsche Blu-ray/DVD den blauen FSK-Flatschen!
 
 
 


 
 
 

The Tall Man – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The Tall Man Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Tall Man; Frankreich 2012

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.35:1; (1920x1080p) Full HD

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interviews mit Cast & Crew, Trailer

 
 
 
Die Scheibe aus dem Hause UNIVERSUM FILM gestaltet sich zwar technisch als top; Filmfreunde, die sich jedoch nach der Sichtung über den Film informieren wollen, schauen dumm aus der Wäsche. Gerade einmal 24 Minuten Interviews haben es in den Bonus-Sektor geschafft. Diese wurden aber, vermutlich aus Kostengründen und der unbedeutenden Relevanz des Titels, nicht deutsch untertitelt, sodass diese Extras gerade all denen nur wenig nutzen werden, die mit der englischen Sprache nicht vertraut sind. Weiterhin gibt es den Trailer in Deutsch zu begutachten und weitere fünf Werbefilmchen kommender Filmtitel aus dem Hause UNIERSUM FILM. Zudem bietet die Ausstattung auch einen BD-LIVE-Zugang; ein Internetanschluss ist hier jedoch essenziell. Technisch lässt sich über die hier veröffentlichte Scheibe zum Film TALL MAN nix beanstanden. Wie üblich von Filmen des Publishers UNIERSUM FILM hat man sich auch beim Release von TALL MAN gehörig Mühe gegeben und trumpft einmal mehr mit einer tadellosen Technik. Zudem erfreut das animierte, stimmige Menü, dass mit Musik untermalt wurde und Szenen aus dem Film präsentiert. Wer sich über das unschöne FSK-Symbol ärgert, kann das Cover wenden.
 
 

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The Tall Man – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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Filmreview: “Exit Humanity” (2011)

 

 

Tennessee 1871 – Der amerikanische Bürgerkrieg ist zu Ende und Soldat Edward Young kehrt nach Hause zurück. Doch anstatt die geliebte Familie vorzufinden ist die Heimat gänzlich von wandelnden Toten übersät. Auch Frau und Sohn sind dem blutgierigen Pack unter die Zähne gekommen, sodass sich Edward Young aufmacht den sterblichen Überresten seines geliebten Sohnes die letzte Ehre zu erweisen. Auf seiner Reise lernt er Isaac kennen, der ihn bittet seine Schwester Emma aus den Fängen des skrupellosen Generals Williams zu befreien. Dieser forscht, zusammen mit seinen Handlangern, auf gänzlich grausamer und unmenschlicher Weise nach dem Sinn der Herkunft, der Zombies. Als die beiden es schaffen Emma aus den Fängen des Generals zu befreien und Unterschlupf bei einer Medizinfrau suchen, finden sie letztendlich auch die schockierende Antwort, auf all ihre Fragen …

 

 

 

Wenn Filmfreunde aus aller Welt lesen, dass ein Regie-Laie an einem Zombiefilm werkelt, dann schwant dem Genre-Fan oftmals nichts Gutes, denn leider hat man in der Geschichte des geschundenen „Untoten“-Genre leider bisher zu viele schlechte Vertreter seiner Art gesehen, als das da ein Filmneuling mit wenig Budget überhaupt überzeugen könnte.

Das Regie-Debüt des Amerikaners John Geddes macht da eine der wenigen Ausnahmen, und kann sich mit seinem recht ungewöhnlichen und frischen Setting vollends sehen lassen.

Er verfrachtet die Geschehnisse nicht in die Neuzeit, und begründet das Zombie-Problem mit einem künstlichen, von Menschen entwickelten Virus, sondern seine Geschichte spielt weit über 100 Jahre in der Vergangenheit und die Vorkommnisse gestalten sich eher mystischer Natur.

Dabei beginnt er seinen Film nicht in bluttriefenden Bildern und in minutiös zelebrierten Fressorgien zu ertränken, sondern erzählt seinen kleinen ungemütlichen Film stimmig, ruhig und größtenteils actionfrei.

„Exit Humanity“ beginnt wie ein zutiefst trauriges Drama, dass den Hauptprotagonisten Edward durch die Hölle gehen lässt. Von den Qualen des Bürgerkrieges seelisch zerfressen, muss er nun auch noch zusätzlich den schmerzlichen Verlust seiner geliebten Familie verarbeiten. In seiner Ausweglosigkeit richtet er sogar die Waffe gegen sich, scheitert aber an der Inkonsequenz seiner Selbst gegenüber. Auf seiner (Selbsfindungs-)Reise wird Edward immer wieder mit den Themen „Liebe“, „Freundschaft“ und „Zugehörigkeit“ konfrontiert, wobei die Untoten in diesem Film nur eine untergeordnete Rolle spielen und eigentlich mit ihrer fast schon trollig-wirkenden Gemächlichkeit wenig angsteinflößend wirken. Vielmehr beängstigt hier der kontroverse Kontext „Bestie Mensch“, denn in „Exit Humanity“ verstört nicht die blutige Vorgehensweise der lebenden Toten, sondern die eiskalte Abgebrühtheit der noch lebenden menschlichen Protagonisten, die unabhängig von jeglicher Moral aus reiner Selbstsucht und Gier über Leichen gehen.

Dass bei derart ungewöhnlicher Thematik die Gewaltschraube etwas außer Acht gelassen wird, kommt „Exit Humanity“ definitiv zugute. Der Großteil der Konfrontationen mit den lebenden Toten wird künstlerisch gekonnt durch den Einschub von kurzen Comic-Clips dokumentiert. Zwar gibt es hin und wieder einige passgenaue „richtige“ Headshots zu bewundern, ein Krösel-Fest der Sonderklasse verbrät Regie-Neuling John Geddes allerdings nicht. Die zurückhaltende Zurschaustellung genretypischer Grausamkeiten funktioniert beachtlich gut und schenkt dem Film mehr Zeit und Freiraum, um den nur wenigen Charakteren mehr Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten einzuräumen.

Leider mangelt es dem aktuellen Genre-Beitrag, trotz vieler ambitionierten Filmideen, ein wenig am letzten Feinschliff.

An einigen Stellen im Film entwickelt der sehr dialoglastige „Exit Humanity“ ein etwas sehr zähes und gemächliches Erzähltempo, das zudem auch einige unschöne Längen vorweist und nicht wirklich auf den Punkt kommen möchte. Trotzdem, aufgrund der hervorragenden Inszenierung (sehr lyrische Unterteilung des Films in Kapitel), einiger wirklich schöner kreativen Filmmomente (Kämpfe werden in einem animierten Comic ausgefochten, tolle Kamerafahrten) und die ideale Besetzung der Hauptcharaktere machen „Exit Humanity“ zu einem Zombiefilm der etwas anderen Art, der sich erfrischend vom Einheitsbrei ähnlich gestrickter Zombie-Werke abhebt.

„Exit Humanity“ ist wahrlich ein seltsames aber innovatives Filmchen, denn gänzlich gegen die Regeln einer jeden üblichen Zombie-Gurke wird hier weniger auf schweißtreibende Untoten-Hatz und reißerische Fressszenen gesetzt, sondern vielmehr die Bestie „Mensch“ in den Mittelpunkt der Gegebenheiten fokussiert. Dieser Ansatz gibt dem geschundenen und totgefilmten „Zombie-Genre“ einige wirklich interessante und neue Facetten und die Umsetzung hebt sich wohlwollend von der Masse an gleichwertig gestrickten Filmproduktionen ab.

Leider hat der Filmfreund auch mit einigen unschönen Tempobremsen zu kämpfen, denn „Exit Humanity“ ist mit seinen fast zwei Stunden Filmlaufzeit einfach zu lang geraten.

Wer allerdings auf der Suche nach einem interessanten Film ist, der sich nicht immer wieder in den genreüblichen Horror-Klischees verläuft und in Fontänen von Gedärm und Blut ertrinkt, dem sei das Drama „Exit Humanity“, trotz kleiner Schnitzer zur Sichtung empfohlen!

 

 

 

Fazit: 6/10

 

Überraschend gutes Regie-Debüt, dass den Zombiefilm aus einer gänzlich anderen Sicht betrachtet und dem „überfilmten“ Untoten-Genre neuen, frischen Wind verleiht!

FSK-Version: Deutsche Version mit FSK16 uncut – Deutsche Heimkinoversion bezieht sich mit seiner “Keine Jugendfreigabe”-Kennzeichnung auf das Bonus der Scheibe, der Film selbst ist frei ab 16 Jahren!

 

 

 

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Hellraiser80


Filmreview: “The Moth Diaries” (2010)

 

Nach dem recht kontroversen Thriller „American Psycho“ aus dem Jahre 2000 wurde es verdächtig still um Regisseurin Mary Harron, die mit der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Autor Bret Easton Ellis für gehörig Furore im Filmbusiness sorgte.

Doch statt sich dem, erwartendem Erfolg zu nutze zu machen und sich diversen weiteren interessanten Projekten zu widmen , übernahm die, nunmehr bereits 59jährige, Regie in einigen Folgen recht bekannter Serienformate.

Nun zehn Jahre nach ihrem letzten Kinoausflug möchte es Harrons wohlmöglich noch einmal wissen und realisierte die Filmadaption „The Moth Diaries“, eine weitere Romanverfilmung (Rachel Klein, „Die Sehnsucht der Falter“), die nun endlich den Weg in die amerikanischen Kinos geschafft hat.

Mit internationalen Lobpreisungen dürfte die Ausnahmeregisseurin diesmal nicht rechnen dürfen, richtet sich ihr aktuelles Werk an ein vorwiegend pubertäres und jüngeres „Twilight“- erprobtes Kinopublikum und setzt eher auf unspektakulären Mysterygrusel gepaart mit einigen Alltagsproblemchen vordergründig weiblicher Protagonisten.

 

 

Im Mittelpunkt der „Moth Diaries“ steht die junge Internatsschülerin Rebecca, die noch immer psychisch zu kämpfen hat, mit dem tragischen Selbstmord ihres geliebten Vaters.

Leidlich in das konservative englische Internatsleben eingelebt und sich einen vertrauten Freundeskreis aufgebaut, scheint ihr Leben erneut aus den Fugen zu geraten, als eine neue Schülerin der Mädchenklasse vorgestellt wird. Die mysteriös anmutende Außenseiterin erntet rasch Sympathie bei ihren neuen Klassenkameradinnen und gewinnt schnell die Gunst der übrigen Mädchen, ganz zum Leidwesen von Rebecca, denn die fühlt sich allmählich im Stich gelassen und findet kaum noch Beachtung bei ihren eigentlichen Freunden.

Nach einigen, recht seltsamen Vorkommnissen, steht für Rebecca definitiv fest, dass sich hinter der scheinbar freundlichen und liebenswerten Fassade der neuen Mitschülerin, das pure Böse versteckt muss.

 

 

Was sich hier auf den ersten Blick nach typischen 08/15-Teeniehorror liest, ist in der Umsetzung weniger Horror, als viel mehr Selbstfindungsdrama, dass mit einigen recht schicken, mystischen Elementen versehen wurde. Die Besetzung der neuen Schülerin ist mit „Lily Cole“, perfekt besetzt – die mysteriöse und stille Aura, die sich versprüht, lässt auf nichts Gutes schließen.

Mit ihrer kränklich wirkenden Gesichtsfarbe, den kleinen spitz-roten Lippen und den weit auseinanderstehenden, riesigen Augen ist sie für die Rolle der seltsamen Außenseiterin geradezu prädestiniert und verursacht bereits nach ihrem ersten Erscheinen ein merklich unangenehmes Gefühl beim Zuschauer.

Die Guten Ansätze der Geschichte verlieren sich leider dennoch bereits nach der Filmhälfte, zumal das Drehbuch mit vollkommen belanglos-hysterischen Mädchengebabbel zu kämpfen hat. Die wenigen stimmigen Momente kommen leider zu kurz, die Auflösung der Geschichte gestaltet sich zu unspektakulär und wirkt ein wenig altbacken.

Wohlmöglich hätte die Geschichte und der Film besser funktioniert, hätte Regisseurin Mary Harron die Vorkommnisse der Geschichte aus der Sicht der Außenseiterin Ernessa geschildert, denn dort liegt offensichtlich das Potenzial der Story und wohlmöglich wären die Vorkommnisse im Verlauf des Filmes plausibler erklärbar gewesen.

Da der Film sich vorwiegend an ein jüngeres Publikum richtet, dürfte sich selbiges schnell überfordert mit dem unterschwellig poetischen Kontext der Gegebenheiten fühlen und den Film, aufgrund des unzureichend erklärten Endes, als überflüssig abharken.

Unter dem Deckmantel eines seichten Vampirdramas werden in „The Moth Diaries“ typische Vampirthemen, wie die weibliche Sexualität und die Sehnsucht nach dem Tode fokussiert, gipfeln, und dass muss man dem Film zu Gute schreiben, weder in den typischen Stereotypen und Klischees eines traditionellen Vampirfilms, noch in genretypischen ausgewalzten Grausamkeiten.

Leider ist, dass alles nicht wirklich offensichtlich, sondern lässt nur spekulieren, zumindest dann, wenn man sich noch nicht mit der Filmvorlage „Die Sehnsucht der Falter“ beschäftigt hat.

 

The Moth Diaries“ ist ein kleines, ruhig erzähltes Vampir/Selbstfindungs-Drama, dass leider dennoch nicht vollends überzeugen kann. Statt genretypische Vampirstereotypen abzuhandeln, wird hier auf poetische Symbolkraft gesetzt, was zwar ganz erfischend anders wirkt, aber für unerfahrene Filmzuschauer nie wirklich offensichtlich ist. Otto-Normal-Filmfreund wird, ohne den Background und die Intension des Regisseurs/Buchautor zu kennen, vermutlich nach Filmende etwas fragend und ratlos den Kinosaal verlassen.

Eine plausiblere Grundaussage der Filmbotschaft, hätte diesen Genrebeitrag vermutlich über den Filmdurchschnitt gehoben. Daher nur:

 

 

 

5,5 / 10 Filmpunkte

 

Kleines, ruhig und poetisch erzähltes Vampirmär, dass mehr Drama ist, als Horror.

Männliches Genrefans dürfen sich vermutlich hier ausklinken – hier stehen vorwiegend „Frauenprobleme“ im Vordergrund. *g*

 

FSK-Prognose: ungeschnitten mit FSK16

 

 

Hellraiser80

 


Filmreview: “The Innkeepers” (2011)

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The Innkeepers

Story

 
 
 
Am letzten Wochenende vor der entgültigen Schließung des „Yankee Pedlar Inn“-Hotels übergibt der Hotelchef höchstpersönlich seine geliebte Herberge in die Hände der beiden (recht schrulligen) Angestellten Claire und Luke, die sich um das Wohlergehen der letzten Gäste kümmern sollen. Scheinbar ist ihnen der Job als Hotelpersonal mit der Zeit zu Kopf gestiegen, denn um die tägliche Arbeitszeit halbwegs produktiv über die Runden zu bekommen, versuchen sich die beiden als Hobbygeisterjäger und beginnen das Hotel zu erkunden. Denn glaubt man den urbanen Legenden, welche um das mysteriöse Gebäude ranken, soll in den endlosen Gängen des  „Yankee Pedlar Inns“ ein furchteregender Geist umherspuken. Bewaffnet mit Kassenrekorder und allerlei okkultem Schnick-Schnack stoßen Claire und Luke alsbald auf die ruhelose Seele einer gewissen „Madeline Malloy“, die scheinbar immer noch keinen Frieden gefunden hat und rastlos durch das Anwesen wandelt …
 
 
 


 
 
 

The Innkeepers – Kritik

 
 
 
Da ist er nun, der mit Spannung erwartete zweite Spielfilm des ambitionierten Nachwuchstalents “Ti West“, der nach seinem hochumjubelten “House of the Devil” nicht nur eine enorm hohe Erwartungshaltung schürt, sondern auch weiterhin auf herrlich altmodisches Gruselfeeling setzt und sich von plakativ in Szene gesetzten Gewaltgezetere distanziert. Auch sein aktuelles Gruselmärchen “The Innkeepers” hebt sich erfrischend vom üblichen Horroreinerlei ab und versucht erneut das subtile Grusel in den Mittelpunkt des Geschehens zu rücken. Ein erstaunlich unkommerzielles und gewagtes Unterfangen, leben gerade aktuelle Horrorfilme von der Zurschaustellung menschenverachtender Schandtaten und blutgieriger Gewaltexzesse.
 
Auch wenn “West” stets darum bemüht ist, dass traditionelle Gruseln zurück auf die heimische Mattscheibe zu transferieren und sich mit einer unvergleichlichen Liebe zum klassischen Horror von üblicher Gewaltkost und klischeebeladenen 08/15-Schockern distanziert, dürfte sein “The Innkeepers” erwartungsfreudige Horrorfilmfans in vermutlich zwei Lager spalten.
 
The Innkeepers” ist wahrlich kein schlechter Film, Freunde atmosphärischer Gruselfilme kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Dennoch birgt “West´s” zweiter Ausflug in die Welt der Schatten und Schreie diverse Schnitzer, die den Film weniger rund und plausibel erscheinen lassen, als seine zuvor abgefilmte Hommage an die berüchtigten B-Movies der goldenen 80er Jahre. Das größte Problem seines aktuellen Streifens liegt schlichtweg darin, dass einfach kaum etwas Spektakuläres passieren will. Das sehr gemache Erzähltempo ist hierbei das größte Manko seinen Zweitwerkes, was vermutlich nicht jedem Filmfreund munden dürfte. Die Handlung plätschert arg genüsslich vor sich dahin und verirrt sich teilweise in arg hanebüchenen Nebensächlichkeiten, sodass in nur seltenen Momenten wirkliche Spannung aufkommen möchte. Bis “The Innkeepers” überhaupt so wirklich aus den Vollen schöpfen kann, in Fahrt kommt und sich in seiner eigentlichen Pracht präsentiert, vergehen geschlagene 80 Minuten Filmlaufzeit, die enorm Sitzfleisch und Engelsgeduld voraussetzen. Die beiden schrulligen Protagonisten vergeuden teilweise zu viel Zeit damit, durch die verwinkelten Gänge des Hotels zu spazieren und sich mit allerlei paranormalen Hokuspokus zu beschäftigen. Trotzdem muss man “West” dennoch zugute schreiben, dass er ein selbstsicheres Händchen besitzt, was unvorhersehrbare Schocks betrifft. Diverse, recht gekonnt in Szene gesetzte Erschreck-Momente lassen nicht nur Heldin “Claire” zusammenzucken, sondern auch hin und wieder den Zuschauer. Auch wenn derart Szenen verblüffend einfach getrickst scheinen und ihre Wirkung nur selten verfehlen, reduzieren sich die obligatorischen “Schocker” leider einzig auf den ersten Abschnitt der Geschichte und werden bedauerlicherweise im weiteren Verlauf der Handlung zugunsten einer vollkommen konfusen Handlung vernachlässigt. Schade eigentlich, denn das sehr stimmige Zusammenspiel von derben Schreck-Sequenzen und dunkel ausgeleuchteten Gängen wirkt überaus stimmig und hätte “The Innkeepers” in Kombination mit einer wirklich interessanten Geschichte zum potenziellen Hit-Garant formen können.
 
Trotzdem, einen großen Pluspunkt verdient sich “The Innkeepers“, neben dem liebevoll altmodischen Gruselseeting, vor allem durch die herrlich schrullige Charakterisierung der beiden Hauptdarsteller, welche den eigentlich vollkommen durchwachsenen Grusel-Trip durchaus aufzuwerten wissen und die diversen Mankos in der Inszenierung rasch vergessen lassen. Die Hobbygeisterjäger “Claire” und “Luke” sind derart abgedreht und liebenswert skizziert, dass man die beiden bereits nach nur wenigen Filmminuten ins Herz geschlossen hat und sie gern bei ihren, teils unspektakulären Erkundungen durch das Gruselhaus begleiten möchte. Dabei nimmt sich der Film genügend Zeit die beiden Antihelden so tiefgründig und sympathisch wie möglich zu skizzieren, um dem Zuschauer am Ende mit einem reichlich unerfreulichen Schlussgag vor den Kopf zu stoßen.
 
 
 
Ti West´s” zweiter Ausflug in das Horrorfilm-Genre wirkt einige Ungereimtheiten und kommt weniger rund daher, als sein Debütwerk “House of the Devil“. Gerade für Mainstream-Alles-Seher dürfte der Ausflug ins das Spukhotel zu einer wahren Geduldsprobe avancieren. Statt sich auf eine actionreiche und blutgeile Inszenierung zu stürzen, zählen hier die ruhigen und subtilen Töne. “Wests” Film orientiert sich inhaltlich und künstlerisch an diverse Klassiker des Genres und dürfte vor allem alte, eingesessene Horrorfilmfans beeindrucken, die es leid sind, sich mit banalen und anspruchslosen Folter- und Slasher-Filmen zufriedengeben zu müssen, welche den Heimkinomark aktuell regelrecht überfluten.
 
Trotz aller Kritik ist “Wests” Spukgeschichte kein mieser Vertreter des Genres. Auch wenn “The Innkeepers” zu spärlich an der Spannungsschraube dreht und sich in vielen bedeutungslosen Szenen verläuft, so kann man dennoch nicht behaupten, dass sein Gruselmärchen ungenießbar ist. Die Inszenierung ist ziemlich unkonventionell und birgt viele wunderbare Momente, in welchem der Film es auf genüssliche Weise schafft, den Zuschauer reichlich zu verwirren und herrlich effektiv zu erschrecken. Leider verläuft sich “West” teilweise zu engstirnig in der optischen Gestaltung der Geschichte, sodass er teilweise vergisst, die eigentliche Handlung konstruktiv weiterzuspinnen. Scheinbar hat West dieses Problem dann am Ende selbst bemerkt, denn der (zweideutig ausgelegte) Endplot kommt nach 100 Minuten recht überstürzt und gehetzt daher und wirkt, als habe “West” noch schnell irgendeinen Abschluss finden müssen, um den Film nach geschlagenen 2 Stunden Spielzeit beenden zu können. Bleibt zu hoffen, dass sein nächstes Werk handwerklich ebenso geschickt daherkommt, wie “House of the Devil” und optisch so virtuos beeindrucken kann, wie der vorliegende “The Innkeepers“. Sollte West einen grazilen Mittelweg finden, dürfte der nächste Überraschungs-Hit garantiert sein!
 
 
 


 
 
 

The Innkeepers – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Recht langsam erzählter Gruselfilm, dessen Erzählweise sehr unkonventionell geraten ist.
Nach einem sehr nostalgisch und atmosphärisch erzählten Auftakt wird es im eigentlichen „Geister“-Part sehr zäh und langweilig. Geübtes „Sitzfleisch“ wird vorrausgesetzt – Für das Mainstream-Publikum ungeeignet! Trotzdem ein sehr interessanter Beitrag für alteingesessenen Horrorfilmfans, die sich gern etwas unkonventionellerer Filmkost bedienen möchten.
 
 
 


 
 
 

The Innkeepers – Zensur

 
 
 
Der Film wird über “Sunfilm” vertrieben und vollkommen ungeschnitten. Die Heimkinoversion hat eine “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erhalten. Dennoch ist die enorm hohe Alterseinstufung etwas sehr weit hergeholt. Eine FSK16 hätte es auch getan.
 
 
 


 
 
 

The Innkeepers – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN

 


Originaltitel: The Innkeepers; USA 2011

Genre: Horror

Ton: Deutsch + Engl. DTS HD Master Audio 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1080p/24, 1:2,35

Laufzeit: ca. 101 Min

FSK: keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Audiokommentar mit Ti West & der Crew, Audiokommentar mit Ti West & den
Schauspielern, Behind the Scenes, Trailer – leider gänzlich ohne UT (Hinweis fehlt auf dem Cover)

 
 
 
Die Blu-ray aus dem Hause “Sunfilm” kann sich durchaus sehen lassen. Für einen kleinen Film wie diesen gibt es einige kleine Extras zu bestaunen. Erstaunlicherweise hat „Sunfilm“ hier vergessen, selbige auf das Bluray-Cover zu drucken. Leider werden hier gute Englischkenntnisse vorausgesetzt, denn Untertitel gibt es keine – Schade! Der Ton ist sehr vielversprechend und für einen Gruselfilm unabdinglich. Demnach ist Gruselstimmung vorprogrammiert und der Filmfreund mit Heimkinoanlage dürfte aufgrund einiger ziemlich gut abgemischten Soundeffekte des öfteren zusammenzucken. Bildtechnisch darf auch Positives verkündet werden. Das Bild macht durchweg eine sehr gute Figur und weiß mit einer durchweg ansprechenden Schärfe zu überzeugen.
 
Übrigens gibt es “The Innkeepers” auch als (nachbearbeitete) 3D Blu-ray, notwendiges Equipment vorausgesetzt!
 
 
 

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The Innkeepers – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
The Awakening (2011)

Apparition – Dunkle Erscheinung (2012)

Don´t be afraid of the Dark (2010)

Fairytale (2012)

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Filmreview: “Wolf Town” (2010)

 

Vier Freunde haben sich vorgenommen in einer verlassenen Geisterstadt, tief im Dickicht des Waldes, auf Entdeckungstour zu gehen. Kaum dort angekommen, macht einer der Freunde eine überaus unangenehme Begegnung mit einem wilden Wolf. Völlig aufgebracht und beängstigend verstört berichtet er den Übrigen von seiner unfreiwilligen Begegnung. Doch leider möchte ihm so niemand wirklich Glauben schenken. Als wenige Minuten später ein weiterer Kumpel von einem überaus wütenden Wolf angegriffen und übel zugerichtet wird, realisiert die Clique in welch misslicher Lage sie sich befindet.

 

Hast du einen gesehen, kennst du eigentlich bereits fast alle. Auch von der Tierhorrorfront gibt es nichts Neues zu berichten. „Wolf Town“ ist zwar sauber gedrehte Durchschnittshorrorkost, doch es mangelt dem Film, wie hätte es auch anders sein können, an einem gescheit ausgearbeiteten und innovativ geschriebenen Drehbuch.

Überraschungen oder einen raffinierten Storytwist sucht man hier vergebens, „Wolf Town“ gibt sich sehr traditionell in seiner Erzählweise, was eigentlich nicht immer Schlechtes bedeuten muss.

Dennoch, gerade im Subgenre des Tierhorrorfilms und nach unzähligen Vertretern seiner Gattung, lockt man eigentlich im Jahr 2011 mit klassischer Erzählstrukturen, ohne Wendungen und Überraschungen, niemanden mehr vorm Ofen hervor. Demnach zieht sich die Story, trotz recht zügigem Erzähltempos, auch wie Kaugummi durch die gesamte Szenerie hinweg und  unterstreicht das belanglose Geplänkel der Kids mit extrem konstruiert wirkenden Handlungsverläufen.

Dabei beginnt  die Geschichte eigentlich recht vielversprechend und spannend und kommt ordentlich in Fahrt:

Die Kids finden die verlassene Stadt und erkunden die erste Baracke. Danach tritt auch schon der erste Wolf in Erscheinung, und ich muss gestehen, der Kamerablickwinkel, der den Wolf das erste Mal als Bedrohung in Erscheinung treten lässt, hat einen gewissen Reiz. Hab ich in dieser Form noch nicht gesehen.

Trotzdem, nach dem ersten Aufeinandertreffen mit den Wölfen, flach die Geschichte ins Unlogische und Belanglose ab. Ich meine zu wissen, dass Wölfe zu den wenigen intelligenten Tieren auf unserem Planeten gehören.

Aber das Wölfe in der Lage sind, Taschen aus Autos zu stibitzen, oder Zündkabel durchzubeißen, vage ich zu bezweifeln.

Warum im übrigen, die Wölfe letztendlich nicht in der Lage waren, die „explosiven Rettungsversuche“ der Protagonisten am Ende der Geschichte vorauszuahnen, ist in Hinblick auf ihre anfängliche „Über-Intelligenz“, schon irgendwie als zwiespältig zu betiteln.

Aber nicht nur die Wölfe scheinen mit „Über-Intelligenz“ und „Totalausfällen“ gestraft zu sein. Auch die Beweggründe mancher Protagonisten sind schlicht und einfach nicht glaubhaft nachvollziehbar.

Zum einen schafft es einer der Kids einen Wolf eigenhändig mit einem Stein zu erschlagen (die Szene wirkt immens grotesk, da der Wolf scheinbar den erlösenden Freitod gesucht haben muss, da er sich nicht annähernd zu verteidigen weiss), in anderen Szenen rennen und flüchten die Kids von Haus zu Haus und wissen sich nicht wirklich zur Wehr zu setzen, und dass obwohl sie permanent über Steine, Glasflaschen, Bretter und diverses Mobiliar stolpern.

Was bleibt ist ein durchwachsener Horrorstreifen, der sicher so bedeutungslos aus den Videotheken verschinden wird, wie er gekommen ist und der den Zuschauer mit einer Unmenge unbeantworteter Fragen zurück lässt.

Woher die Wölfe kamen und warum sie, die einst Einwohnerreiche Stadt nahezu ausgerottet haben, erklärt der Film unzureichend. Ebenso ist die Logik nicht nachvollziehbar, warum man die mordgierige Meute, in der heutigen Zeit nie professionell ausgelöscht hat, wenn man doch weiss, dass gerade das dort ansässige Rüdel bisher eine enorme Gefahr für Mensch und Tier dargestellt hat.

Das man aus einem Tierhorrorfilm auch einen packenden Reißer basteln kann, hat jüngst der Film „Burning Bright“ bewiesen, der sogar mir ollen Filmhasen, den Puls gehörig nach oben getrieben hat. „Wolf Town“ ist aber noch meilenweit von der packenden Inszenierung eines „Burning Bright“ entfernt – Schade!

Warum die deutscher DVD/Blu-ray mit einem “keine Jugendfreigabe”-Stempel gekennzeichnet wurde, ist mir ein Rätsel. Vermutlich auf diverse Trailer und Bonusbeigabe zurückzuführen, denn “Wolf Town” ist weder splattrig, noch gorig, noch blutig.

 

 

Fazit 6/10 Punkte

 

Durchschnittskost, die man in derartiger Weise schon unzählig Male (besser) gesehen hat.

Die Setting hat ganz sicher seinen Reiz, aber die Story ist derart unglaubhaft und belanglos, dass man den Film definitiv nicht gesehen haben muss.

 

Hellraiser80


Filmreview: “Basement” (2011)

 

Einige Studenten entdecken bei ihrem Ausflug im Wald ein, scheinbar verlassenes, unterirdisches Kellersystem. Neugierig beginnt man den riesigen Komplex zu erkunden und muss erschreckend feststellen, dass man vermutlich mutwillig in diesem unterirdischen Keller eingeschlossen wurde, denn der zuvor erkundete Kellereingang ist plötzlich fest verschlossen.

Nachdem die Gruppe allmählich in Panik gerät müssen sie erschreckend feststellen, dass sie in dem riesigen Komplex nicht allein sind: Schwarz verhüllte Gestalten scheinen Spaß daran zu finden, die Jugendlichen durch das Gewölbe zu hetzen und mit ihrem Leben zu spielen.

 

 

Der vorliegende Film „Basement“ gehört zu jener Gattung „Film“, die so derart schlecht sind, das man sie gesehen haben muss, um es überhaupt glauben zu können.

Das unüberhörbare „Highlight“ dieses Un-Machwerkes, ist dabei zweifelsohne die absolut talentfreie deutsche Porno-Synchronisation, die dieser Genreproduktion den Rest gibt.

Scheinbar hat das Vertriebslabel Schröder Media das nichtvorhandene Verkaufspotenzial von „Basement“ kurz vor Abgabe im Synchronstudio realisiert und die Finanzierungs-Notbremse gezogen, sodass man sich die Investition einer gescheiten deutschen Übersetzung einfach schlichtweg gespart hat.

Basement“ ist völlig sinnfreie und nervige Horrorunterhaltung, die in seinem Grundkonzept dem ebenfalls sehr durchwachsenen und vor einiger Zeit hier besprochenen „Spiderhole“  überaus ähnlich ist. Gespickt mit einigen Elementen des Schulhorrordramas „F“ und einer vollkommen idiotischen Endauflösung dürfte „Basement“ sich definitiv in die Riege der bisher schlechtesten Movies des Filmjahres 2011 einreihen.

Dabei passiert in den mageren 70 Minuten Nettofilmzeit eigentlich nichts, was von Interesse wäre, oder gar zu überzeugen weiß. Die Kids realisieren nach einigen Minuten, das sie jemand absichtlich in einem unterirdischen Kellerlabyrinth eingeschlossen hat und schreien und diskutieren um ihr Leben. Um den Zuschauer nicht allzu sehr mit unerträglicher Langeweile zu strafen, haben sich die Drehbuchautoren ein ganz besonderes Schmankerl einfallen lassen.

Um die mager-kurze Filmlaufzeit annähernd auf Spielfilmniveau auffüllen zu können, erscheinen in regelmäßigen Abständen schwarz verhüllte Gestalten, die den verwirrten Jugendlichen anfänglich nur Angst einjagen wollen, doch deren Auftreten mit jedem Erscheinen radikaler und grausamer wird. Gut, dachte ich mir, eventuell gib „Basement“ hinsichtlich Splatter- und Gore dem Zuschauer ordentlich Schauwert. Aber, bis auf einige effekthascherische Stickwunden, gibt es weit und breit nix zu sichten.

Die Endauflösung des sinnfreien Schundes und das Mordmotiv der verhüllten Gestalten ist so derart an den Haaren herbeigezerrt, dass man sich als Zuschauer schon irgendwie verarscht vorkommt und nicht glauben kann, jetzt 70 Minuten seines kostbaren Lebens in 100% Langeweile vergeudet zu haben.

 

 

Fazit 2/10 Punkte

 

Spart Euch diesen Mist.

Dagegen ist das deutsche Trivial-Privat-TV oscarverdächtig!

 

Hellraiser80


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