Filmreview: “Fairytale” (2012)
Fairytale
Story
Die alleinerziehende Mutter “Sophia” (Harriet MacMasters-Green) bezieht mit ihrer kleinen Tochter “Helena” eine kleine, neue Wohnung.
Anfänglich voller Lebensmut, den Start in ein neues Leben gewagt zu haben, verblasst die Euphorie umgehend, als die kleine Helena den ersten Milchzahn verliert und fortan seltsames Gestammel von sich gibt.
Eine Zahnfee soll ihr angeblich des nachts erscheinen, die sich den Tag über in ihrem neuen Kleiderschrank versteckt und am Abend aus ihrem Versteck kriecht, um die verschüchterte “Helena” dazu aufzufordern ihr mehr Zähne zu bringen.
Nachdem sich das Verhalten des Kindes maßgeblich verändert, beginnt die besorgte Mutter Nachforschungen anzustellen und stößt hierbei auf ein makabres Geheimnis.
Fairytale – Kritik
Wirklich subtile und angsteinflößende Grusler sind in der aktuellen Horrorfilmlandschaft wahrlich selten geworden. Viel zu oft wird das mollige Schauerfeeling durch obligatorische Schlachterplatten ersetzt, um dem Begriff “Horror” auch im Jahr 2013 vollends gerecht werden zu können. Umso mehr erfreut es alteingesessene Filmhasen wie mir, wenn im Fahrtwasser penetrant nerviger Zombie-, Found Footage- und Foltergurken auch hin und wieder kleine Filmwerke das Licht der Welt erblicken, die sich souverän gegen die Masse an beliebig austauschbaren Horror-Nonsens behaupten und dem Filmfreund den klassischen, blutarmen Horrorfilm erneut schmackhaft machen wollen.
Hat sich Spanien in den vergangenen Jahren als kleiner Geheimtipp in Sachen subtilen Gruselns entwickelt, so versuchen nun auch die Italiener auf diesen lukrativen Zug aufzuspringen und präsentieren uns mit dem vorliegenden “Fairytale” ihre ganz eigene Version der Geschichte von der bösen Zahnfee. Weniger ist manchmal mehr lautet hier die Devise und so beginnt der Film fernab jeglichen Gekröses mit einigen wirklich düster-melancholischen Kamerafahrten und durchaus ansprechend-superben Bildern, die das Gruselfeeling wunderbar altmodisch zu steigern wissen. Zentrum des ultimativen Bösen ist diesmal ein seltsamer Kleiderschrank, der ein durchaus böses Geheimnis birgt.
Nachdem das groteske Möbelstück das Zimmer der kleinen Helena ziert, beginnt fortan auch der zunehmend geistige Zerfall der kleinen Hauptdarstellerin einzutreten, deren plausible Erklärungsversuche wie so oft in derart Filmen kaum Beachtung geschenkt werden. Dennoch fühlt sich auch Mutter “Sophia” von reichlich Unbehagen bedroht und beginnt den skurrilen Aktionen der Tochter nachzuforschen.
Der große Pluspunkt von “Fairytale” ist dabei in der wirklich unglaublich düsteren, fast schon märchenhaft-anmutenden Atmosphäre zu suchen. Der vornehmlich kindlich anmutende Kleiderschrank, wirkt in den faden, dreckigen und farblosen Bildern gespenstig bedrohlich und die Geschichte um das antike Möbelstück bleibt konsequent spannend – zumindest bis zur Hälfte des Films.
Denn trotz aller positiven Ansätze, die dieser italienische Genre-Beitrag in sich birgt, schaffen es die beiden Regie-Newcomer „Christian Bisceglia“ und „Ascanio Malgarini“ nicht, das hohe Niveau ihrer wirklich stimmigen Geschichte bis zum Ende zu halten.
Ab Filmmitte wird die Geschichte kurzum in ein skurriles Sanatorium verlagert, wo sich die kleine Heldin mit allerlei seltsamen Erscheinungen umherplagen muss. Hierbei rückt nun das Schicksal der Mutter in den Vordergrund, die versucht, dass Rätsel rund um die Herkunft des Kleiderschrankes zu lösen. Die sterile Krankenhaus-Atmosphäre will hierbei irgendwie nicht so recht zum Grundtenor der eigentlichen Geschichte passen. Vielmehr wirkt der schroffe Schauplatzwechsel auf Zwang konstruiert, um auf Krampf eine Brücke zur Herkunft des Möbelstücks schaffen zu können. Auch wenn sich das muntere Treiben gegen Ende in einer reichlichen Achterbahn des Schreckens entlädt und mit unzähligen “Buh“-Effekten aufwartet, so mag man als Filmfreund irgendwie nicht das Gefühl loswerden wollen, dass die beiden Filmregisseure „Christian Bisceglia“ und „Ascanio Malgarini“ reichlich Potenzial verschenkt haben. Zugunsten eine kommerziellen, massentauglichen Inszenierung erspinnen sie ein arg hanebüchenes Ende, dass in derart Form an die unendlich vielen Horrorfilme aus Hollywood erinnert. Schade eigentlich, denn kaum ein aktueller Horrorfilm der letzten Dekaden kann mit ähnlich exzellent altmodischen Raffinessen überzeugen.
Subtiler Horror bevorzugt? Dann dürfte der kommende Grusler “Fairytale” genau die richtige Wahl für einen verregneten Sonntagabend sein. Statt eimerweise Eingeweide und unmenschliches Folter-Gewerkle zählen hier Stimmung, Optik und die Geschichte.
Umso mehr dürfte “Fairytale” für Freunde etwas härterer Filmkost reichlich unbeholfen daherkommen. Denn die Erzählstil der Geschichte vollzieht sich sehr gemacht, ruhig und stimmig durch die gesamte Szenarie. Hin und wieder werden einige nette Gruseleffekte in die Handlung gestreut, die ihre bedrohliche Wirkung zu keiner Minute verfehlen. Auch wenn der Beitrag ab Filmmitte in reichlich haarsträubende Sphären abdriftet und der wohldosierte Gruselfaktor aufgrund konstruiert wirkender Detektivarbeit flöten geht, so kann man nicht behaupten, dass “Fairytale” ein schlechter Film ist. Das geschickte Spiel von Licht und Schatten, sowie der debile, märchenhafte Grundton der Erzählung erinnert in seiner Darstellung arg an kommerzielle Horrorfilme aus Amerika. Und so verwundert es ein wenig, dass “Fairytale” oftmals ein wenig zu sehr nach “Der Fluch von Darkness Falls” (2003) oder “Possession” (2012) ausschaut, denn das uninspirierte Kopieren bekannter Filmformeln hätte dieser Debütwerk vermutlich rein gar nicht nötig gehabt.
Trotzdem, für ein Erstlingswerk haben die beiden Regisseur-Neulinge „Christian Bisceglia“ und „Ascanio Malgarini“ erstaunliche Arbeit geleistet. Der Film ist trotz seine oftmals unweigerlichen Vorhersehbarkeit spannender als das übliche Horroreinerlei, welches aktuell den hiesigen Heimkinomarkt überschwemmt. Zudem darf der Horrorfilmfreund eine der besten Szenen ever in der Geschichte des Phantastischen Films genießen:
Mutter “Sarah” ist einen Moment unachtsam im Straßenverkehr, gerät von der Fahrbahn ab und brettert mit dem Fahrzeug vom Rand einer Brücke hinein in die Fluten eines reißenden Flusses.
Die virtuose Kameraarbeit dieser Szene, welche sich in Zeitraffermethode entlädt, ist derart genial, außergewöhnlich und atemberaubend, dass man allein nur dieser Szene wegen “Fairytale” gesehen haben sollte. Beachtlich!
Fairytale – Fazit

Ein Vertreter der alten Schule – Kleines stimmiges und atmosphärisches Gruselmärchen, das für einige wohldosierte Schauer sorgen dürfte.
Fairytale – Zensur
Hier zählen vorwiegend die leisen Töne, von daher geht es hier eher “blutfrei” zugange. Eine ungeschnittene Filmversion dürfte die “FSK16“-Kennzeichnung zieren.
Fairytale – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
Babycall (2011)
Apparition – Dunkle Erscheinung (2012)
Der Fluch von Darkness Falls (2003)
Possession – Das Dunkle in Dir (2012)
Filmreview: “The Frozen” (2012)
The Frozen – Story
Ein traumhaft winterlicher Campingausflug wird für das junge Pärchen „Mike“ (Seth David Mitchell) und „Emma“ (Brit Morgan) zu einem unvergesslichen Psychotrip. Nachdem die beiden mit dem Schneemobil einen Unfall gebaut haben und irgendwo tief weit draußen in den verschneiten Wäldern auf rettender Hilfe hoffen, werden Sie auch noch von einem seltsamen Fremden verfolgt, der scheinbar nichts Gutes im Schilde führt. Als „Mike“ plötzlich auf mysteriöse Weise verschwindet, ist die verängstigte „Emma“ ganz auf sich allein gestellt. In ihrer Panik beginnt sie sich einen Weg hinaus aus der eisigen Gegend zu bahnen – mit einer erschreckenden Einsicht, wie sich bald herausstellen wird …
The Frozen – Kritik
Winterliche Landschaften sind wahrlich geradewegs dafür prädestiniert eine unheimliche und subtile Gruselstimmung zu erzeugen. Denn auch hinter vermeintlich friedliebender Kulisse kann sich oftmals das abgrundtief Böse verstecken. Dass angsteinflößendes Unbehagen auch im eisigen Schnee lauern kann haben schon einige Filmemacher eindrucksvoll bewiesen, denn winterlich verstörende Filme gab es zuletzt zuhauf (u.a. “The Shinning” (1980), “Der eisige Tod” (2007)). Auch der vorliegender Thriller „The Frozen“ spielt mit der geheimnisvollen Idylle, die so ein verschneit-winterliches Wäldchen birgt. Ganz zum Leidwesen der beiden Protagonisten des Films, für die sich die eigentlich traumhafte Winterpracht zu einem verhängnisvollen Erlebnis gestaltet. Ihre Unvernunft treibt die beiden an den Rande ihrer Wahrnehmungsfähigkeiten, denn nach nur wenigen Stunden bei Temperaturen jenseits des Nullpunkts beginnt vor allem „Emma“ Dinge zu sehen, für deren Existenz sie keine Erklärung findet. Nicht nur, dass sie seltsam bekleidete Personen im Dickicht erblickt, seltsame Stimmen und Schritte spuken des Nachts um das Zelt und stören den Schlaf der verunsicherten Frau. Zudem werden die beiden von einem skurrilen Jäger verfolgt, der das Treiben des Pärchens aus der Ferne beobachtet und „Emma“ zweifeln lässt, warum ihr Freund sie gerade zu derart unmenschlichen Temperaturen zu einem kuscheligen Wanderausflug überreden musste.
So wirklich Unrecht hat sie dabei nicht, wirkt die Ausgangssituation des Films schon sehr konstruiert. Immerhin sah sich Drehbuchautor und Regisseur „Andrew Hyatt“ darum bemüht seine kleine Geschichte irgendwie nied- und nagelfest zurechtzufeilen. Trotz Unfall hält „Mike“ nichts davon ab, den Kurztrip fortzuführen, um den geeigneten Zeitpunkt zu finden, seiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen. Und so irren die beiden Liebenden orientierungslos im Wald umher, um letztendlich doch wieder feststellen zu müssen, einmal mehr im Kreis gelaufen zu sein. Auch wenn einige Gegebenheiten etwas arg seltsam anmuten, so kann man „Hyatt“ nicht unterstellen, einen Film gedreht zu haben, der schlecht ist. Einfachste erzählerische Mittel und das stupide Umherirren in der winterlichen Landschaft führen letztendlich zu einem homogenen Ganzen und lassen „The Frozen“ bei weitem besser ausschauen, als die Unmengen teurer Mainstream-Produktionen der letzten Dekaden. Obwohl einige der seltsamen Interaktionen der Anwesenden anfänglich kaum Sinn ergeben wollen und arg befremdlich wirken, so tritt die Erleuchtung nach dem Abspann ein und dürfte vor allem Horrorfilmanfänger reichlich verblüffen.
Mit dem aktuellen Thriller „The Frozen“ erwartet der Zuschauer gänzlich seichte Film-Kost, für die die Bezeichnung Thriller fast schon etwas zu weit hergeholt und schroff scheint. Auch wenn Regisseur „Andrew Hyatt“ des öfteren vollkommen falsche Fährten streut und dem Zuschauer weiß machen will, dass sich hinter den gesamten Geschehnissen etwas zutiefst Böses und Bedrohliches verstecken soll, so dürfte der geneigte Filmfreund nach der recht plausiblen Auflösung etwas verdutzt aus der Wäsche schauen. Der Film „The Frozen“ hat letztendlich mit Horror im herkömmlichen Sinne nur sehr wenig gemein und erinnert über weite Strecken an die Werke des ambitionierten Hollywood-Regisseurs „M. Night Shyamalan“, der bekanntlich ein sicheres Händchen darin besitzt, den Zuschauer mit einer unerwarteten Filmauflösung zu konfrontieren. Wer sich angenehm gruseln möchte, ohne dabei von markerschütternden Schocks verfolgt zu werden oder in Lachen von Blut ertrinken zu müssen, dem dürfte der Mysterie-Thriller vortrefflich munden. Denn bis auf einige ausgeweidete Wildtiere gibt es hier kein Futter für blutgierige Splatterfilm-Fans.
The Frozen – Fazit

Seichtes Mysterie-Süppchen in traumhaft winterlicher Kulisse
The Frozen – Zensur
Im Film wird nicht getötet, daher dürfte “The Frozen” mit einer FSK16 Freigabe ungeschnitten veröffentlicht werden.
The Frozen – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
Barricade (2012)
Der eisige Tod (2007)
The Sixth Sense (1999)
Filmreview: “YellowBrickRoad” (2010)

YellowBrickRoad – Kritik
Lust auf einen wirklich unwichtigen Film, mit unglaublich stumpfsinniger Handlung und wirklich dilettantisch umgesetzten Spezialeffekten, die den Zuschauer einmal mehr an den Rande des Sekundenschlafs treiben?
Dann eignet sich der hölzerne und gähnend langweilig Möchtegern-Schocker “YellowBrickRoad” als vortreffliche Wahl, zumindest wenn man darauf aus ist, sich den eigentlich gemütlichen TV-Abend ansprechend zu verderben.
“YellowBrickRoad” ist ein ganz furchtbarer Hirnverdreher und derart “kopflos“, wie es das Filmplakat bereits suggeriert. Die Handlung ist vollkommen unspannend, die Akteure nerven derart, dass man ihnen den schnellen Tod wünscht und die wenigen Krösel-Effekte wirken eher albern, als das sie dem Film überhaupt förderlich wären. Aber alles der Reihe nach.
Bereits im Sommer 2011 durften sich deutsche Genre-Fans von den nicht vorhandenen Schauwerten dieser Indigurke auf dem alljährlichen Fantasy Filmfest überzeugen. Nun, fast 1,5 Jahre später erscheint “YellowBrickRoad” bundesweit direkt auf Blu-ray und DVD. Dass sich der deutsche Heimkino-Release derart verzögert hat, rührt nicht von ungefähr, denn führt man sich das Endprodukt zu Gemüte, so fragt man sich, warum der hiesige Vertrieb “dtp entertainment AG” derart Quark überhaupt in Deutschland veröffentlichen muss, gibt es doch unzählige andere bisher unveröffentlichte (bessere) Perlen da draußen, die sehnlichst auf eine Veröffentlichung warten.
Bereits nach nur wenigen Minuten wird deutlich, welch nennenswerte Qualität “YellowBrickRoad” überhaupt birgt und die liegt schlicht und einfach darin, den Zuschauer unwillkürlich für dumm zu verkaufen und streckenweise vollkommen desaströs zu langweilen. Vor allem die stümperhaft eingesprochene, deutsche Synchronisation tut da ihr übriges, denn diese sorgt unweigerlich dafür, dass die Nerven des Zuschauers rund 100 Minuten lang überstrapaziert werden.
Dabei beginnt die Geschichte um die mysteriöse Gegend um die “YellowBrickRoad” eigentlich recht vielversprechend.
Einige Wissenschaftler, Forscher und Nichtskönner raffen sich zusammen, um das seltsame Verschwinden der Bewohner einer ganzen Stadt zu untersuchen.
Bereits im Jahre 1940 folgte die Bevölkerung des fiktiven Örtchens “Friar” in “New Hampshire” einem geheimnisvollen Waldweg – keiner derer jedoch, die den Ort verlassen haben, kehrte je wieder lebend zurück.
Nun 70 Jahre später wollen jene Einfaltspinsel derart ungelösten Fall erneut untersuchen und ihre Erkenntnisse in einem Buch niederschreiben. Sie scharren allerhand nützliches Equipment zusammen und folgen jenem sagenumwobenen Waldweg, der einst auch die Einwohner von “Friar” ins Verderben stürzte.
Nach nur wenigen Metern wird klar, dass die Gegend mitnichten so friedlich scheint, wie anfänglich gedacht.
Die Geräte spielen verrückt und schnell stellen die Anwesenden fest, dass das gesamte technische Equipment wenig hilfreich ist, um die Expedition überhaupt fortsetzen zu können. Was nun folgt spottet jeglicher Beschreibung und ist an filmischen Dilettantismus kaum noch zu überbieten. Anstatt den Heimweg anzutreten, beschließen die Crew-Mitglieder dem Vorschlag des Expeditionsleiter “Teddy Barnes” zu folgen. Der scheint noch nicht genug aussagekräftiges Material zu besitzen, um sein Buch zu füllen. Und so kommt es eben, wie der routinierte Filmfreund es vorausahnt. Je tiefer die Anwesenden in den Wald vordringen, umso lauter ertönt ein mysteriöses Gedudel, dass den Anwesenden (und vor allem dem Zuschauer) schier den Verstand raubt. In ihrer Panik teilt sich die Gruppe auf und beginnt sich im Wahn gegenseitig zu dezimieren.
Klingt alles nach vollkommen wirren Bullshit – ist es auch. Auch wenn das grobe Story-Geflecht weitaus ansprechendes Horror-Einerlei mutmaßen lässt, so ist der fertige “YellowBrickRoad” ein niederschmetterndes Filmchen, das durch und durch enttäuscht. Allein schon der ziemlich zähe und langatmige Erzählfluss tapst genüsslich vor sich daher und birgt eine fast schon dreiste Ideenlosigkeit, dass dem Horrorfilmfreund glatt der Spaß am Genre vergehen könnte. Das nervtötend gemächliche Tempo des Filmes erweist sich als unzumutbar, dürfte jedoch unter Filmfreunden mit Schlafproblemen für einen wohlig-erholsamen Tiefschlaf sorgen.
Wirklich viel zu sagen hat “YellowBrickRoad” nicht. Zumindest wenn man einmal die Erkenntnis außen vor lässt, wie unsäglich quälend lang 100 Minuten Filmlaufzeit sein können.
Da werden Lollies gelutscht und von giftigen Beeren genascht, obwohl wenige Minuten zuvor vor der Ungenießbarkeit der Früchte gewarnt wurde.
Da stibitzt eine Protagonistin aus Hunger den letzten Proviant, um wenige Minuten später freiwillig und ohne jegliche Logik von einer Felsklippe zu springen.
Sinn ergibt das wirre Gequassel und die peinlichen Interaktionen der Anwesenden selten und so reduziert sich der Film allein darauf, irgendwie ein Ende zu finden.
Das ist natürlich schnell gefunden. Anstatt die zugrunde liegenden Gegebenheiten in irgendeiner Weise kreativ zu Ende zu spinnen, sorgt die unzureichende Phantasie der Drehbuchautoren dafür, dass die wenigen Charaktere ein schnelles und vor allem unwichtiges Ende finden.
Demnach metzeln sich die Helden der Geschichte uninspiriert um die Ecke, sodass nach gefühlten Stunden endlich der Abspann über den Bildschirm flimmern darf.
“YellowBrickRoad” ist ein ganz einfältiges Filmchen, auf das man als Filmfreund gänzlich verzichten kann. Hier stimmt einfach rein gar nichts. Die Erzählung ist zäh, unwichtig und eindeutig viel zu lang. Die handvoll unwichtiger Protagonisten beginnen schon nach nur wenigen Minuten zu nerven und die ganze Inszenierung erweist sich als einschläfernde und vor allem dilettantische Nummernrevue ohne Sinn und Verstand. Die Effekte wirken eher unfreiwillig komisch, als das sie ängstigen sollen (da reißt ein Charakter einer Protagonistin eigenhändig (!) eine Bein aus), sodass selbst Gorehounds keinen Spaß mit dieser Gurke haben dürften. Gott weiß, was in die beiden Regisseure Jesse Holland und Andy Mitton gefahren sein muss, als sie die glorreiche Idee hatten, diesen minderbemittelten Film zu drehen. Vermutlich haben die beiden sich in irgendeiner Bar gehörig besoffen, um wenige Minuten später ein unzureichend plausibles Drehbuch zu Papier zu bringen, dass innerhalb weniger Tage mit einer handvoll untalentierter Nachwuchspappnasen auf Zelluloid gebahnt werden musste. Wohlmöglich wäre es dem Film förderlicher gewesen, hätten sich die Macher hinter “YellowBrickRoad” vor der Realisierung ihrer Schlaftablette einige bessere Vertreter des Genres zu Gemüte geführt, um zu studieren, wie ein “guter” Horrorfilm auszuschauen hat!
Auch wenn es hierbei im einen Indie-Film handelt, so hat man aus derart Sektor bereits schon unzählig bessere und vor allem innovative Vertreter gesehen. Wer allein nur nach guten Filmen Ausschau hält, der sollte um “YellowBrickRoad” einen großen Bogen machen. Denn dieser Film ist einer dieser Beiträge, nach deren Sichtung man unweigerlich bereut, überhaupt kostbare Lebenszeit für derart hirnrissigen Schund verschwendet zu haben.
YellowBrickRoad – Fazit

Haste Einschlafprobleme? Oder suchst Du noch nach einem passenden Geschenk für Bekannte, die Du eigentlich weniger magst – “YellowBrickRoad” bittet die Lösung!
YellowBrickRoad – Zensur
Die deutschen Fassung ist mit “keine Jugendfreigabe”-Kennzeichnung ungeschnitten.
Jetzt Yellowbrickroad – Weg ohne Wiederkehr (uncut) [Blu-ray] bei AMAZON bestellen
YellowBrickRoad – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
Filmreview: “The Ghostmaker” (2011)
The Ghostmaker – Story
Womanizer “Kyle” verdient sich neben dem Studium einige Dollars dazu, um seine heimliche Drogensucht zu finanzieren. Als Entrümplungs-Experte im Einsatz erhofft er sich von den Wiederverkäufen die schnelle Mark. Als er eines Tages zu einer älteren Frau gerufen wird, staunt er nicht schlecht, als diese ihm einen seltsamen Sarg aus dem 15. Jahrhundert überlassen möchte und ihn bittet, diesen doch für sie zu entsorgen. Doch statt sich der Antiquität zu entledigen, karrt er den Gegenstand in den eigenen Keller, wo er ihn ausgiebig beginnt zu studieren. Schnell gelangt er hinter das Geheimnis des Sarkophags und berichtet seinen beiden besten Freunden von seiner Entdeckung. Unkenntlich auf dem ersten Blick, verbirgt sich im Inneren des Sarges ein geheimnisvoller Mechanismus, der es demjenigen ermöglicht als Geist auf Erden zu wandeln, der sich ohne Scheu in den Sarkophag legt. Anfänglich noch bedacht, schwindet bald die Vorsicht der Freunde. Jeder der drei versucht die Fähigkeit der Maschine für seine Zwecke zu nutzen – ein fataler Fehler, wie sich alsbald herausstellen wird …
The Ghostmaker – Kritik
Genug von perversen Folterhorror und penetranten Laien-Kameragewackel?
Dann dürfte der vorliegende “The Ghostmaker” vermutlich vortrefflich munden, denn “Mauro Borellis” aktueller Grusel-Okkult-Thriller weiß virtuos an die Glanzzeiten atmosphärischen Horrors anzuknüpfen, ohne dabei den Spannungspegel außer Acht zu lassen. Zwar ist die Geschichte der Nahtod-Erfahrung nicht gänzlich neu und erinnert ein wenig an den Hollywood-Klassiker “Flatliners – Heute ist ein schöner Tag zum Sterben“, dennoch ist die gesamte Inszenierung, in Anbetracht des minimalen Budgets, als überaus lobenswert und gelungen zu betiteln. Entgegen der Erwartungen, handelt es sich bei “The Ghostmaker” um ein waschechtes B-Movie, dem man dennoch seine Herkunft nur selten ansieht. Das Setting gestaltet sich zwar als relativ puristisch, was aber nicht zwingend heißen soll, dass die Geschichte um den mysteriösen Kasten nicht weniger gruselig bleibt.
Regisseur “Mauro Borelli” hat wahrlich alles erdenkliche aus dem minimalen Produktionsbudget gezaubert und so überrascht es immens, wie gut getrickst die handvol digitaler Spielereien doch daherkommen und wie stimmig dieser kleiner Gruseltrip letztendlich doch ist. Das mag vor allem an dem sicher und gut eingespielten Darsteller-Trio liegen, dass es schafft mit glaubhaften Konflikten untereinander die Geschichte zum Tragen zu bringen und die Spannung auf Höchstmaß zu treiben. Besonderes Augenmerk sei hierbei, mit welch erzählerisch einfachen Mitteln Regisseur “Borelli” es schafft, die Sympathiepunkte kontrovers zu verteilen. Der anfänglich vermeintliche Bösewicht “Kyle” erweist sich letztendlich als Held der Handlung – sein bester Freund “Sutton” dagegen, der sich nur mittels Rollstuhl fortbewegen kann und zu Beginn der Geschichte als vertrauenswürdig gilt, wird am Ende zum skrupellosen und selbstsüchtigen Gegner deklariert. Die Kunst, mit der Erwartungshaltung des Zuschauers zu jonglieren beherrscht “Borelli” erstaunlich selbstsicher und das geschickte Spiel zwischen Gut und Böse unterhält ungemein. Da überrascht es vor allem, dass eine konventionelle und geradlinig erzählte Geschichte, wie die des “The Ghostmaker” auch ohne obligatorischen Blutzoll und ausufernde Krösel-F/X auskommt, denn kassenträchtige Gewaltspitzen hat dieser Film rein gar nicht nötig!
Insgesamt erlebt der interessierte Filmfreund mit “The Ghostmaker” einen klassischen und geradlinigen Gruselthriller ohne herausragende Überraschungen. Dennoch, gerade die konventionelle Erzählweise macht diesen Mystery-Thriller recht sehenswert. Die Thematik ist in Anbetracht des ewig gleichen Allerleis gängiger Horrorfilmkost, als relativ erfrischend einzuordnen und die Inszenierung erweist sich als straff und selbstsicher, sodass der Zuschauer verblüfft sein dürfte, wenn “schon” nach 90 spannenden Filmminuten die Endcredits über den Bildschirm/Leinwand flimmern. Auf derbe Splatter-Exzesse hat Regisseur “Mauro Borellis” Gott sei Dank verzichtet, sodass “The Ghostmaker” auch für empfindsame Gemütern uneingeschränkt geeignet ist. Einziger Kritikpunk sei anbei die seltsam, ummantelte Figur genannt, die den Freunden nach dem Benutzen des Sarges des öfteren erscheint und die so rein gar nicht zum Gesamtbild passen mag, weil ihr Erscheinen rein gar keinen tiefgreifenden Sinn besitzt, um die Geschichte voranzutreiben. Dennoch, für eine Genre-Produktion mit derart beschränkten Budget-Rahmen, kann ich den Film nur jeden Horrorfilmfreund empfehlen, der sich gern von frischen Filmideen berieseln lassen möchte!
“The Ghostmaker” läuft aktuell im Rahmen einer deutschen “After Dark” Filmreihe zusammen mit einer kleinen Auswahl andere Genre-Filmen Ende November 2012 in den landesweiten Kinos an. Hoffen wir, dass nach amerikanischen Vorbild, auch die deutsche “After Dark“-Kinoreihe zu einem kleinen Genre-Geheimtipp unter Horrorfilmfreunden avanciert, “Borellis” Beitrag dürfte bereits jetzt schon als kleine Indiependent-Perle gehandelt werden. Sehenswert!
The Ghostmaker – Fazit

Ein kleiner, überraschend sehenswerter Geheimtipp für Freunde atmosphärischen Grusels.
The Ghostmaker – Zensur
Der Film lebt weniger von Schocks und derben Terror. Ebenso geht es recht “jugendfreundlich” zu Gange, sodass der Film ungeschnitten ab FSK16 freigegeben ist!
The Ghostmaker – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: The GHostmaker; USA 2011
Genre: Thriller, Horror, Mysterie
Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1
Untertitel: keine
Bild: 2.35:1; (1920x1080p)
Laufzeit: ca. 91 Min.
FSK: FSK 16
Verpackung: Amaray ohne Wendecover
Extras:Trailer, Trailershow
Die kleine Horrorproduktion THE GHOSTMAKER aus dem Hause ASCOT ELITE kommt technisch beeindruckend daher. Für einen derart unbedeutenden Film gestaltet sich die HD-Auswertung unglaublich stimmig. Ein tolles, scharfes Bild weiß zu gefallen. Das HD-Release kommt in zwei verschiedenen Varianten daher. Neben der Blu-ray mit 2D und 3D-Version ist zudem auch eine Veröffentlichung mit zusätzlicher DVD erhältlich. Jede Blu-ray Scheibe bietet dem Zuschauer vor dem Start des Hauptfilms die individuelle Auswahl zwischen der nachträglich konvertierten 3D-Fassung, oder der herkömmlichen 2D-Version des Gruselfilmchens. Beide bestechen durch ein überzeugendes Bild und einem satten Sound. Extra-technisch beeindruckt die Scheibe jedoch nicht wirklich, denn wirklich Bonus gibt es hier nicht zu bestaunen. Lediglich eine Trailershow für zwei Filmen aus dem Programm von LOS BANDITOS Film, sowie den Trailer zu THE GHOSTMAKER in Deutsch und Englisch haben es auf die Blu-ray geschafft. Ebenso sucht man dt. Untertitel zum Hauptfilm vergebens. Für einen so gelungenen Film einfach zu wenig! Bleibt zu erwähnen, dass der Veröffentlichung kein Wechselcover beiliegt, sodass Filmfreunde leider mit dem unschönen FSK-Logo vorlieb nehmen müssen.
The Ghostmaker – Fürchte das Leben nach dem Tod [Blu-ray 3D] jetzt bei AMAZON bestellen
The Ghostmaker – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
Apparition – Dunkle Erscheinung (2012)
Silent Hill: Revelation 3D (2012)
Filmreview: “The Tall Man” (2012)
The Tall Man – Story
Julia ist Krankenschwester und lebt mit ihrem Sohn außerhalb der Kleinstadt „Castle Rock“, einem Ort der von Leid und Kummer gezeichnet ist. Regelmäßig verschwinden hier Kinder spurlos, vom Täter scheint weit und breit keine Spur. Die Stadtbewohner reagieren auf die Ereignisse verstört und machen einen unbekannten, großen Mann für die Taten verantwortlich. Einzig Julia ist skeptisch und verweist die Mutmaßungen in die Welt der Legenden und Märchen. Doch dann verschwindet ebenso ihr Sohn David spurlos …
The Tall Man – Kritik
Wenn in Fankreisen Gerüchte die Runde machen, dass in Frankreich fleißig an neuen Genre-Beiträgen gewerkelt wird, dann werden Horrorfilmfreunde weltweit überraschend hellhörig. Kaum ein anderes Land hat es innerhalb von nur wenigen Jahren geschafft, das merklich ausgedörrte Horrorfilme-Genre so kongenial erfrischend zu reanimieren und ihm zeitgleich vollkommen neue künstlerische Impulse zu verleihen, wie unser friedliebendes Nachbarland Frankreich. Die Garde talentierter französischer Nachwuchsregisseure überzeugte vor allem mit schonungsloser Kompromisslosigkeit, frischen Ideen und vor allem sadistischen Gewalteinlagen. Bereits 2003 legte „Alexandre Aja“ mit seinem „Haute Tension“ den Grundstein des neuen europäischen Extrem-Kinos das zu aller Erstaunen in kürzester Zeit zu einem weltweiten Horror-Boom avancierte („Saw“, „Hills haves Eyes“, „Hostel“). Auch der Franzose „Pascal Laugier“ reiht sich mit seinem kontrovers-diskutierten Folter-Tortur-Drama „Martyrs“ in jene Truppe hochmotivierter Jungregisseure aus Frankreich ein, schaffte er es doch 2008 mit einem Horrorfilm einmal mehr zu schockieren und gab dem gescholtenen Horrorfilm das zurück, was dieses Genre doch seit jeher am Besten kann: Angst verbreiten und zu verstören.
Aufgrund des überraschenden Erfolges von „Martyrs“, war es nur eine Frage der Zeit bis auch Hollywood auf den talentierten Filmemacher aufmerksam wurde und ihn dazu beauftragte die filmische Neuadaption zum Kultmovie „Hellraiser“ zu realisieren. Da es jedoch unüberbrückbare Differenzen zwischen „Laugier“ und dem Produktionsstudio „Dimension“ gab, verließ der Franzose schnell wieder das Projekt und widmete sich mit „The Tall Man“ (2012) seiner ersten amerikanischen Großproduktion für die er sogar Jessica Biel als Hauptdarstellerin und Produzentin gewinnen konnte.
Vorab sollten sich Liebhaber von verstörendem Indie-Horror und bluttriefenden Extrem-Schockern im Klaren sein, dass es sich bei „Laugiers“ aktuellem Werk um keinen zweiten „Frontiers“, „Haute Tension“ oder gar „Martyrs“ handelt. „Pascal Laugier“ geht mit seinem dritten abendfüllenden Beitrag gänzlich andere Wege. „The Tall Man“ hat, bis auf einige düsteren Elemente zu Beginn des Films, mit Horror rein gar nichts mehr am Hut, handelt es sich doch bei diesem Werk vielmehr ein vollkommen schock- und blutleeres Drama, das einmal mehr mit einem vollkommen reißerischen Filmplakat wirbt und den Zuschauer auf gänzlich falsche Fährten lockt. So wirklich löblich ist das wahrlich vom Filmvertrieb nicht, assoziiert doch der Zuschauer mit derart gruseligen Poster und plakativen Titel ein gänzlich anderen Zusammenhang. Der eigentliche Produktionstitel „The Secret“ scheint demnach zutreffender und passender für diesen Film, dürften die Erwartungen all derer umso mehr gen Keller sinken, die gerade aufgrund des Bekanntheitsgrades des Regisseurs und dem horrorlastigen Marketings einen manteltragenden Geist erwarten, der für das Verschwinden der Kinder von Castle Rock verantwortlich gemacht wird.
„The Tall Man“ lebt von seinen von Kummer zerfressenden Charakteren (Jessica Biel liefert eine Top-Leistung ab – so kennt man sie gar nicht) und der arg seltsamen und recht unkonventionellen Erzählstruktur, die dem Zuschauer vollkommene Aufmerksamkeit abverlangt. Was sich anfänglich düster, hektisch und actionreich entlädt wird spätestens ab Filmmitte zu einem arg zermürbenden Drama, dessen ernsthafte Thematik einmal mehr zum Nachdenken einlädt. Die letztendliche plausible Erklärung der Gegebenheiten ist in ihrer inhaltlichen Botschaft mehr als erschreckend und von seiner moralischen Relevanz aktueller denn je. Auch wenn das Drehbuch gerade gegen Ende hin an Glaubwürdigkeit missen lässt und sich dadurch die letzten Filmminuten in befremdlich surrealen Bildern äußern, so dürfte der Schlusstwist für einige offene Münder sorgen und ein wahrlich hilfloses und depressives Gefühl beim Zuschauer hinterlassen.
Mit „The Tall Man“ hat der Franzose „Pascal Laugier“ einmal mehr einen recht deftigen Film abgeliefert, der für Zündstoff sorgen dürfte. Anders wie zuletzt in seinem Beitrag „Martyrs“ steht hier nicht das „optische“ Extrem im Vordergrund, sondern die eigentlich Botschaft des Filmes, die vor allem Eltern derb in der Magengegend treffen dürfte. Gore, Splatter und Terror sucht man in „The Tall Man“ vergebens, denn sein aktuelles Werk hat rein gar nichts mehr mit Horror am Hut. Sein „Tall Man“ lebt von den vortrefflich gewählten Schauspielern und den debilen Charakteren, die vom schmerzlichen Verlust ihrer Kinder gezeichnet sind und in ihrer Ausweglosigkeit und ihrem Schmerz ein arg befremdliches Verhalten an den Tag legen, dass dennoch vollends verständlich scheint. Hollywood-untypisch geben sich auch die Schauspieler, allen voran „Jessica Biel“, die für ihre Rolle wohl möglich gänzlich ungeschminkt daherkommt. In der ersten Filmhälfte dürftig physisch geschunden, schaut sie gegen Ende nicht mehr gänzlich so adrett aus, wie man sie eigentlich aus ihren bisherigen Werken kennt. Ihr psychischer Verfall ist gekonnt in Szene gesetzt und zeigt einmal mehr, dass auch in Hollywood-Jungstars, die bisher vorwiegend in Mainstream-Hochglanzproduktionen zu sehen waren, ernstzunehmende Charakterdarsteller schlummern können.
The Tall Man – Fazit

Freunde von Horrorfilmen werden dumm aus der Wäsche schauen. „The Tall Man“ ist eine kleine Mogelpackung und dürfte die Fanbase, ebenso wie zuletzt sein „Martyrs“, polarisieren. Horror, Thrill oder Splatter sucht man hier vergebens, machen aber vielleicht gerade deswegen „The Tall Man“ erfrischend sehenswert!
The Tall Man – Zensur
Die deutsche Heimkinofassung ist ungeschnitten ab 16 jahren freigegeben. Somit trägt die deutsche Blu-ray/DVD den blauen FSK-Flatschen!
The Tall Man – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: The Tall Man; Frankreich 2012
Genre: Thriller, Horror
Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte
Bild: 2.35:1; (1920x1080p) Full HD
Laufzeit: ca. 106 Min.
FSK: FSK 16
Verpackung: Amaray mit Wendecover
Extras: Interviews mit Cast & Crew, Trailer
Die Scheibe aus dem Hause UNIVERSUM FILM gestaltet sich zwar technisch als top; Filmfreunde, die sich jedoch nach der Sichtung über den Film informieren wollen, schauen dumm aus der Wäsche. Gerade einmal 24 Minuten Interviews haben es in den Bonus-Sektor geschafft. Diese wurden aber, vermutlich aus Kostengründen und der unbedeutenden Relevanz des Titels, nicht deutsch untertitelt, sodass diese Extras gerade all denen nur wenig nutzen werden, die mit der englischen Sprache nicht vertraut sind. Weiterhin gibt es den Trailer in Deutsch zu begutachten und weitere fünf Werbefilmchen kommender Filmtitel aus dem Hause UNIERSUM FILM. Zudem bietet die Ausstattung auch einen BD-LIVE-Zugang; ein Internetanschluss ist hier jedoch essenziell. Technisch lässt sich über die hier veröffentlichte Scheibe zum Film TALL MAN nix beanstanden. Wie üblich von Filmen des Publishers UNIERSUM FILM hat man sich auch beim Release von TALL MAN gehörig Mühe gegeben und trumpft einmal mehr mit einer tadellosen Technik. Zudem erfreut das animierte, stimmige Menü, dass mit Musik untermalt wurde und Szenen aus dem Film präsentiert. Wer sich über das unschöne FSK-Symbol ärgert, kann das Cover wenden.
The Tall Man [Blu-ray] jetzt ungeschnitten bei AMAZON bestellen
The Tall Man – Trailer
Marcel Demuth / Hellraiser80
Ähnliche Filme:
Another American Crime (2010)
Lovely Molly (2011)
Filmreview: “The Pact” (2012)
The Pact – Story
Nachdem Annie und ihre Schwester vom plötzlichen Tod ihrer sadistisch veranlagten Mutter erfahren zieht es die beiden Geschwister, trotz arger Bedenken, zurück in das mütterliche Anwesen, einem kleinen Haus am Rande der Stadt. Doch mit dem Eintreffen der jüngeren Schwester Annie geschehen plötzlich seltsame Dinge. Nicht nur, dass die Ärmste von einer unheimliche Präsens attackiert und durch das mütterliche Heim geschleudert wird, auch von ihrer älteren Schwester fehlt weit und breit jegliche Spur. Als Annie , nach diversen Albträumen und unerklärlichen Visionen allmählich nach Erklärungen für die seltsamen Vorkommnisse forscht, stößt sie auf die Spur eines Geistes, der zwangsläufig mit der verunsicherten Frau Kontakt aufnehmen möchte …
The Pact – Kritik
Nach den erfolgreichen Geister Indie-Hits „Paranormal Activity“ und „Insidious“ ist der Geister-Horror aus dem Kino und aus den weltweiten Videotheken nicht mehr wegzudenken! Demzufolge lockt derart munterer Genre-Stoff auch unzählige Filmneulinge dazu ihre ganz eigenen Filmvisionen und Ideen cineastisch möglichst kreativ umzusetzen. Oftmals unbrauchbar belanglos, manchmal aber auch überraschend unterhaltsam und innovativ.
„The Pact“ des ambitionierten Nachwuchsregisseurs Nicholas McCarthy ist dabei eine Produktion, die die Fans des Fantastischen Films vermutlich in zwei Lager spalten dürfte.
Dabei wird schnell deutlich, dass es sich bei McCarthy´s Spielfilmdebüt um einen recht sperrigen und sehr gemächlich erzählten Gruselfilm handelt, der nur am Rande des Thema „Spuk“ fokussiert und der eigentlich mehr Drama und Detektiv-Story ist, als waschechter Spukfilm. Zwar knarren hier ebenso Türen, kommt ein Medium zum Einsatz und Ouija-Bretter finden an Bedeutung, aber in Anbetracht der überraschenden Wendung am Ende des Films und vor allem des unplausiblen Abschlusses dürften sich aufgeschlossene Filmfreunde schon mehr als veräppelt und hintergangen fühlen. Unplausibel ist vermutlich die beste Umschreibung des titelgebenden „Pakts“ der eigentlich rein gar nichts mit dem eigentlichen Films zu tun hat. Eine logische Erklärung dessen fehlt nämlich im Film gänzlich und lässt den Zuschauer nur spekulieren, welchen Sinn der Titel mit dem fertigen Film überhaupt gemein hat.
Aber nicht nur beim Filmtitel lässt Regisseur Nicholas McCarthy die Suggestionskraft der Filmzuschauers spielen, auch diverse Logiklöcher in der Handlung lassen sich mit (zugegeben einfachen, aber effektiven) Schocks und treffsicheren Gänsehautmomenten nicht wirklich gekonnt kaschieren. So fallen die Logik- und Plotlöcher mit fortlaufender Spiellaufzeit offensichtlicher ins Gewicht und gipfeln in einem Finale, dass unglaubwürdiger nicht hätte ausfallen können. Die abschließende, fast schon grotesk-surreal anmutende, Endsequenz wirkt absolut deplatziert und hinterlässt bereits unzählige neue Fragen beim Zuschauer, die natürlich nicht beantwortet, sondern die allein zur Spekulation in den Raum geworfen werden.
Trotzdem, wer sich auf diesen Film einlässt und sich mit dieser doppeldeutigen Erzählweise anfreunden kann, deren plausible Erklärungen allein nur in der Vorstellungskraft des Filmfreundes „erraten“ werden können, erlebt mit „The Pact“ einen recht schickes und höllisch unheimliches Mystery-Drama, dass den interessierten Filmfreund vermutlich so schnell nicht wieder loslassen wird. Das Häuschen der Mutter ist mit all den morbid-alten und geschmacklich fragwürdigen Tapeten wie für einen Film dieses Kalibers geschaffen. Zocker-freudige Filmfans, die sich noch gut an den 2. Teil der Videospielreihe „Silent Hill“ erinnern können, dürften sich zumindest was das altmodische schrullige Setting betrifft, direkt heimisch fühlen. Aufgrund des recht subtilen Untertons von „The Pact“ in Kombination mit dem sehr gelungenen Sounddesign (zumindest dann, wenn die Bedrohung in Erscheinung tritt) und der düster-unheimlichen Ausstattung sind minimale Parallelen zu einem „Silent Hill 2“-Game nicht von der Hand zu weisen.
Mit „The Pact“ erlebt der Filmfreund ein sehr wortkarges Grusel-Drama das nicht jedem Horrorfilmfreund munden dürfte. Puristen, die nach plausiblen Antworten dürsten, dürften bei diesem Debüt-Werk unbefriedigt den Kinosaal verlassen. Vielmehr lebt „The Pact“ von seiner wirklich morbiden und unheimlichen Atmosphäre und von den vielen Schlüsselszenen bekannter Genrewerke („Shutter“, „Silent Hill“, „The Inkeepers“, „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“, „The Entity“) welche Regisseur Nicholas McCarthy zwar dreist stibitzt, aber dennoch zu einem recht kreativ-sehenswerten Eigenem zusammenbastelt. „The Pact“ nährt von seinen sehr beängstigenden Bildern und Kamera-Spielereien (eine Flucht der Protagonistin wird in Zeitlupe erzählt), die zu Recht nur puristisch (wenn überhaupt) mit Musik unterlegt werden.
Außerdem besitzt McCarthy´s Erstlingswerk viele starke dramaturgische Momente die wirklich zu gefallen wissen, allen voran die Szene in der ein blindes Medium den Schauplatz der Gegebenheiten untersucht und die Hauptprotagonistin mit ihrem rätselhaften Geplapper vollkommen verunsichert.
Leider schaffen es die oftmals sehr simplen, aber dennoch sehr raffiniert eingesetzten Schockszenen nicht vom arg löchrigen Drehbuch abzulenken, denn immer dann wenn der Zuschauer nach Antworten der Gegebenheiten sucht, gerät das Drehbuch in Erklärungsnot. Das hinterlässt bei diesem, eigentlich sehr sehenswerten, Indie-Film einen überaus ungenießbaren Beigeschmack und macht „The Pact“ dadurch gerade mal zu üblicher Durchschnittsware. Schade!
The Pact – Fazit

Ein eigentlich guter Film mit einer ganz eigenen (Erzähl- und Bild)Sprache, der aber permanent in Erklärungsnot gerät und zu viele offene Fragen in den Raum wirft. Dennoch, für ein Debüt-Werk absolut passabel!
The Pact – Zensur
Die FSK 16er Freigabe in Deutschland ist ungeschnitten!
The Pact [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen
The Pact – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
Babycall (2011)
Filmreview: “Babycall” (2011)

Nachdem uns die Schweden zuletzt mit ihrem kongenialen Vampir-Drama „So finster die Nacht“ eindrucksvoll bewiesen haben, dass auch nordeuropäisches Gruselkino in der Lage sein kann, für gehörig Gänsehaut zu sorgen, erscheint demnächst ein weiterer Vertreter aus dem fernen Norden auch in unseren Gefilden.
Der norwegische Mysterythriller „Babycall“ scheint auf den ersten Blick gewisse Parallelen zum obig genannten schwedischen Meisterwerks zu besitzen, handelt „Babycall“ doch auch von trostloser Einsamkeit, von der Suche nach Geborgenheit und Verständnis und von Menschen, die eigentlich anders sind, als deren Umfeld.
Mutter „Anna“ und ihr wortkarger 8-jähriger Sohn sind derart bemitleidenswerte Kreaturen.
Nachdem Sohn „Anders“ jahrelang vom eigenen Vater misshandelt wurde, ziehen Mutter und Sohn in die anonyme Großstadt um in einer kleinen Sozialwohnung ein neues Leben zu beginnen.
Doch der erhoffte Neubeginn birgt Unmengen an Problemen und Herausforderungen.
Fast panisch überwacht und kontrolliert „Anna“ ihren kleinen Schützling, immer die Angst im Nacken, dass der Kindsvater herausfinden könnte, wo sich die kleine Familie momentan aufhält.
In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an den Elektronikfachverkäufer „Helge“, der ihr ein Babyphone verkauft, mit welchen „Anna“ auch des Nachts unbekümmert jeden Schritt des Sohnes verfolgen kann.
Es dauert nicht lang, bis die besorgte Mutter, seltsame Schreie und Geräusche aus dem neu erstandenen Utensil wahrnimmt, deren Herkunft sie nicht erklären kann …
Vorab, der Film(trailer) sorgt freilich für überaus Verwirrung, denn mit „Babycall“ hat Regisseur Pål Sletaune einen zwar soliden Film geschaffen, der aber mehr Sozialdrama ist und nur minimale Mystery-Elemente vorweisen kann.
Wobei diese Genre-Unschlüssigkeit das größte Problem dieses Thrillers ist, denn die Mystery-Elemente passen einfach nicht zum Grundgedanken des Filmes und wirken, gerade zum Ende hin, zunehmend konstruiert und vor allem vollkommen deplatziert.
Dabei hätte die zutiefst traurige Geschichte derart Schiene gar nicht nötig gehabt, lebt sie doch allein von den 3(!) Hauptprotagonisten, die sich fast 90 Minuten ohne Worte zu verständigen wissen und der wahrhaftig genialen Bildkomposition, die es ohne großartiges virtuoses Tam-Tam mit minimalen Mitteln schafft, ein unglaublich depressives und hilfloses Gefühl beim Zuschauer zu entwickeln.
Farbenfrohe Szenen sucht man hier vergebens, eine begleitenden akustische Untermalung ebenso, denn die tritt nur in wenigen ruhigen Minuten in Erscheinung, sodass sich der Zuschauer gänzlich auf das absolut vortreffliche Schauspiel der wenigen Protagonisten konzentrieren kann.
Noomi Rapace , in der Rolle als hilflose Übermutter „Anna“ ist vortrefflich gewählt, unterstreicht ihr psychisch labiles Schauspiel den vollkommen zermürbenden Grundton des Filmes.
Auch Kristoffer Joner als Elektro-Fachverkäufer „Helge“, der sich in die hilflose „Anna“ verliebt, sie aber emotional nicht erreicht, ist in seiner Darstellung zwar überaus zurückhaltend fügt sich dennoch perfekt in die trostlose Handlung ein.
Leider passen die vollkommen aufdringlichen Gruseleffekte nach Annas Kauf des Babyphones nicht wirklich in die Handlung und zerstören den wesentlichen Teil, der arg verstörenden Atmosphäre des Films. Das ist recht schade, denn diese Genre-Unschlüssigkeit schraubt die Filmqualität enorm gen Keller. Hier wollte Regisseur Pål Sletaune vermutlich den ganz großen Coup beweisen und mit einem trefflich überraschenden Storytwist im Stile eines M. Night Shyamalan punkten. Gebracht hat das leider wenig, denn seine unbrauchbare Auflösung fühlt sich an, wie kalter ungenießbarer Kaffee, den man in derart Form in fast schon jedem zweiten Mysterythriller der letzten Jahre gesehen hat.
„Babycall“ ist leider eine kleine Enttäuschung geworden. Es gibt wahrlich viele gute Ansätze, die den Film hätten über den Durchschnitt heben können. Ein fast schon unerträglich trauriger und depressiver Grundton unterstreicht den gesamten Film. Die schauspielerischen Qualitäten sind vortrefflich, wäre da nicht der erzwungene Mystery-Abklatsch ab Filmmitte, der den Film vollkommen unbrauchbar macht.
Hätte sich Regisseur Pål Sletaune gänzlich auf die Drama-Komponente konzentriert wäre ihm ein einzigartiger Film gelungen, der mit seinem kontroversen Filmstoff mit Sicherheit den ein oder anderen Zuschauer zum Nachdenken hätte anregen können.
Das Endresultat ist recht ernüchternd und bietet leider nur noch durchwachsene Filmkost, deren Logiklücken gen Ende hin unweigerlich schwer ins Gewicht fallen – überaus Schade!
Fazit 5,5 / 5 Punkten
Ein durchschnittlicher Film, der sich leider vollkommen in seinem überflüssigen Genre-Wirrwar verirrt.
Eigentlich schade, zumal die bedrückende Sozialdrama-Komponente zu gefallen weiß.
Deutschlandfilmstart: Juni 2012
FSK-Prognose: ungeschnitten mit FSK16
Hellraiser80
Filmreview: “The Moth Diaries” (2010)
Nach dem recht kontroversen Thriller „American Psycho“ aus dem Jahre 2000 wurde es verdächtig still um Regisseurin Mary Harron, die mit der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Autor Bret Easton Ellis für gehörig Furore im Filmbusiness sorgte.
Doch statt sich dem, erwartendem Erfolg zu nutze zu machen und sich diversen weiteren interessanten Projekten zu widmen , übernahm die, nunmehr bereits 59jährige, Regie in einigen Folgen recht bekannter Serienformate.
Nun zehn Jahre nach ihrem letzten Kinoausflug möchte es Harrons wohlmöglich noch einmal wissen und realisierte die Filmadaption „The Moth Diaries“, eine weitere Romanverfilmung (Rachel Klein, „Die Sehnsucht der Falter“), die nun endlich den Weg in die amerikanischen Kinos geschafft hat.
Mit internationalen Lobpreisungen dürfte die Ausnahmeregisseurin diesmal nicht rechnen dürfen, richtet sich ihr aktuelles Werk an ein vorwiegend pubertäres und jüngeres „Twilight“- erprobtes Kinopublikum und setzt eher auf unspektakulären Mysterygrusel gepaart mit einigen Alltagsproblemchen vordergründig weiblicher Protagonisten.
Im Mittelpunkt der „Moth Diaries“ steht die junge Internatsschülerin Rebecca, die noch immer psychisch zu kämpfen hat, mit dem tragischen Selbstmord ihres geliebten Vaters.
Leidlich in das konservative englische Internatsleben eingelebt und sich einen vertrauten Freundeskreis aufgebaut, scheint ihr Leben erneut aus den Fugen zu geraten, als eine neue Schülerin der Mädchenklasse vorgestellt wird. Die mysteriös anmutende Außenseiterin erntet rasch Sympathie bei ihren neuen Klassenkameradinnen und gewinnt schnell die Gunst der übrigen Mädchen, ganz zum Leidwesen von Rebecca, denn die fühlt sich allmählich im Stich gelassen und findet kaum noch Beachtung bei ihren eigentlichen Freunden.
Nach einigen, recht seltsamen Vorkommnissen, steht für Rebecca definitiv fest, dass sich hinter der scheinbar freundlichen und liebenswerten Fassade der neuen Mitschülerin, das pure Böse versteckt muss.
Was sich hier auf den ersten Blick nach typischen 08/15-Teeniehorror liest, ist in der Umsetzung weniger Horror, als viel mehr Selbstfindungsdrama, dass mit einigen recht schicken, mystischen Elementen versehen wurde. Die Besetzung der neuen Schülerin ist mit „Lily Cole“, perfekt besetzt – die mysteriöse und stille Aura, die sich versprüht, lässt auf nichts Gutes schließen.
Mit ihrer kränklich wirkenden Gesichtsfarbe, den kleinen spitz-roten Lippen und den weit auseinanderstehenden, riesigen Augen ist sie für die Rolle der seltsamen Außenseiterin geradezu prädestiniert und verursacht bereits nach ihrem ersten Erscheinen ein merklich unangenehmes Gefühl beim Zuschauer.
Die Guten Ansätze der Geschichte verlieren sich leider dennoch bereits nach der Filmhälfte, zumal das Drehbuch mit vollkommen belanglos-hysterischen Mädchengebabbel zu kämpfen hat. Die wenigen stimmigen Momente kommen leider zu kurz, die Auflösung der Geschichte gestaltet sich zu unspektakulär und wirkt ein wenig altbacken.
Wohlmöglich hätte die Geschichte und der Film besser funktioniert, hätte Regisseurin Mary Harron die Vorkommnisse der Geschichte aus der Sicht der Außenseiterin Ernessa geschildert, denn dort liegt offensichtlich das Potenzial der Story und wohlmöglich wären die Vorkommnisse im Verlauf des Filmes plausibler erklärbar gewesen.
Da der Film sich vorwiegend an ein jüngeres Publikum richtet, dürfte sich selbiges schnell überfordert mit dem unterschwellig poetischen Kontext der Gegebenheiten fühlen und den Film, aufgrund des unzureichend erklärten Endes, als überflüssig abharken.
Unter dem Deckmantel eines seichten Vampirdramas werden in „The Moth Diaries“ typische Vampirthemen, wie die weibliche Sexualität und die Sehnsucht nach dem Tode fokussiert, gipfeln, und dass muss man dem Film zu Gute schreiben, weder in den typischen Stereotypen und Klischees eines traditionellen Vampirfilms, noch in genretypischen ausgewalzten Grausamkeiten.
Leider ist, dass alles nicht wirklich offensichtlich, sondern lässt nur spekulieren, zumindest dann, wenn man sich noch nicht mit der Filmvorlage „Die Sehnsucht der Falter“ beschäftigt hat.
„The Moth Diaries“ ist ein kleines, ruhig erzähltes Vampir/Selbstfindungs-Drama, dass leider dennoch nicht vollends überzeugen kann. Statt genretypische Vampirstereotypen abzuhandeln, wird hier auf poetische Symbolkraft gesetzt, was zwar ganz erfischend anders wirkt, aber für unerfahrene Filmzuschauer nie wirklich offensichtlich ist. Otto-Normal-Filmfreund wird, ohne den Background und die Intension des Regisseurs/Buchautor zu kennen, vermutlich nach Filmende etwas fragend und ratlos den Kinosaal verlassen.
Eine plausiblere Grundaussage der Filmbotschaft, hätte diesen Genrebeitrag vermutlich über den Filmdurchschnitt gehoben. Daher nur:
5,5 / 10 Filmpunkte
Kleines, ruhig und poetisch erzähltes Vampirmär, dass mehr Drama ist, als Horror.
Männliches Genrefans dürfen sich vermutlich hier ausklinken – hier stehen vorwiegend „Frauenprobleme“ im Vordergrund. *g*
FSK-Prognose: ungeschnitten mit FSK16
Hellraiser80
Filmreview: “The Innkeepers” (2011)

The Innkeepers
Story
Am letzten Wochenende vor der entgültigen Schließung des „Yankee Pedlar Inn“-Hotels übergibt der Hotelchef höchstpersönlich seine geliebte Herberge in die Hände der beiden (recht schrulligen) Angestellten Claire und Luke, die sich um das Wohlergehen der letzten Gäste kümmern sollen.
Scheinbar ist ihnen der Job als Hotelpersonal mit der Zeit zu Kopf gestiegen, denn um die tägliche Arbeitszeit halbwegs produktiv über die Runden zu bekommen, versuchen sich die beiden als Hobbygeisterjäger und beginnen das Hotel zu erkunden.
Denn glaubt man den urbanen Legenden, welche um das mysteriöse Gebäude ranken, soll in den endlosen Gängen des „Yankee Pedlar Inns“ ein furchteregender Geist umherspuken.
Bewaffnet mit Kassenrekorder und allerlei okkultem Schnick-Schnack stoßen Claire und Luke alsbald auf die ruhelose Seele einer gewissen „Madeline Malloy“, die scheinbar immer noch keinen Frieden gefunden hat und rastlos durch das Anwesen wandelt …
The Innkeepers – Kritik
Da ist er nun, der mit Spannung erwartete zweite Spielfilm des ambitionierten Nachwuchstalents “Ti West“, der nach seinem hochumjubelten “House of the Devil” nicht nur eine enorm hohe Erwartungshaltung schürt, sondern auch weiterhin auf herrlich altmodisches Gruselfeeling setzt und sich von plakativ in Szene gesetzten Gewaltgezetere distanziert.
Auch sein aktuelles Gruselmärchen “The Innkeepers” hebt sich erfrischend vom üblichen Horroreinerlei ab und versucht erneut das subtile Grusel in den Mittelpunkt des Geschehens zu rücken. Ein erstaunlich unkommerzielles und gewagtes Unterfangen, leben gerade aktuelle Horrorfilme von der Zurschaustellung menschenverachtender Schandtaten und blutgieriger Gewaltexzesse.
Auch wenn “West” stets darum bemüht ist, dass traditionelle Gruseln zurück auf die heimische Mattscheibe zu transferieren und sich mit einer unvergleichlichen Liebe zum klassischen Horror von üblicher Gewaltkost und klischeebeladenen 08/15-Schockern distanziert, dürfte sein “The Innkeepers” erwartungsfreudige Horrorfilmfans in vermutlich zwei Lager spalten.
“The Innkeepers” ist wahrlich kein schlechter Film, Freunde atmosphärischer Gruselfilme kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Dennoch birgt “West´s” zweiter Ausflug in die Welt der Schatten und Schreie diverse Schnitzer, die den Film weniger rund und plausibel erscheinen lassen, als seine zuvor abgefilmte Hommage an die berüchtigten B-Movies der goldenen 80er Jahre. Das größte Problem seines aktuellen Streifens liegt schlichtweg darin, dass einfach kaum etwas Spektakuläres passieren will. Das sehr gemache Erzähltempo ist hierbei das größte Manko seinen Zweitwerkes, was vermutlich nicht jedem Filmfreund munden dürfte.
Die Handlung plätschert arg genüsslich vor sich dahin und verirrt sich teilweise in arg hanebüchenen Nebensächlichkeiten, sodass in nur seltenen Momenten wirkliche Spannung aufkommen möchte. Bis “The Innkeepers” überhaupt so wirklich aus den Vollen schöpfen kann, in Fahrt kommt und sich in seiner eigentlichen Pracht präsentiert, vergehen geschlagene 80 Minuten Filmlaufzeit, die enorm Sitzfleisch und Engelsgeduld voraussetzen. Die beiden schrulligen Protagonisten vergeuden teilweise zu viel Zeit damit, durch die verwinkelten Gänge des Hotels zu spazieren und sich mit allerlei paranormalen Hokuspokus zu beschäftigen. Trotzdem muss man “West” dennoch zugute schreiben, dass er ein selbstsicheres Händchen besitzt, was unvorhersehrbare Schocks betrifft.
Diverse, recht gekonnt in Szene gesetzte Erschreck-Momente lassen nicht nur Heldin “Claire” zusammenzucken, sondern auch hin und wieder den Zuschauer. Auch wenn derart Szenen verblüffend einfach getrickst scheinen und ihre Wirkung nur selten verfehlen, reduzieren sich die obligatorischen “Schocker” leider einzig auf den ersten Abschnitt der Geschichte und werden bedauerlicherweise im weiteren Verlauf der Handlung zugunsten einer vollkommen konfusen Handlung vernachlässigt. Schade eigentlich, denn das sehr stimmige Zusammenspiel von derben Schreck-Sequenzen und dunkel ausgeleuchteten Gängen wirkt überaus stimmig und hätte “The Innkeepers” in Kombination mit einer wirklich interessanten Geschichte zum potenziellen Hit-Garant formen können.
Trotzdem, einen großen Pluspunkt verdient sich “The Innkeepers“, neben dem liebevoll altmodischen Gruselseeting, vor allem durch die herrlich schrullige Charakterisierung der beiden Hauptdarsteller, welche den eigentlich vollkommen durchwachsenen Grusel-Trip durchaus aufzuwerten wissen und die diversen Mankos in der Inszenierung rasch vergessen lassen.
Die Hobbygeisterjäger “Claire” und “Luke” sind derart abgedreht und liebenswert skizziert, dass man die beiden bereits nach nur wenigen Filmminuten ins Herz geschlossen hat und sie gern bei ihren, teils unspektakulären Erkundungen durch das Gruselhaus begleiten möchte. Dabei nimmt sich der Film genügend Zeit die beiden Antihelden so tiefgründig und sympathisch wie möglich zu skizzieren, um dem Zuschauer am Ende mit einem reichlich unerfreulichen Schlussgag vor den Kopf zu stoßen.
“Ti West´s” zweiter Ausflug in das Horrorfilm-Genre wirkt einige Ungereimtheiten und kommt weniger rund daher, als sein Debütwerk “House of the Devil“. Gerade für Mainstream-Alles-Seher dürfte der Ausflug ins das Spukhotel zu einer wahren Geduldsprobe avancieren. Statt sich auf eine actionreiche und blutgeile Inszenierung zu stürzen, zählen hier die ruhigen und subtilen Töne. “Wests” Film orientiert sich inhaltlich und künstlerisch an diverse Klassiker des Genres und dürfte vor allem alte, eingesessene Horrorfilmfans beeindrucken, die es leid sind, sich mit banalen und anspruchslosen Folter- und Slasher-Filmen zufriedengeben zu müssen, welche den Heimkinomark aktuell regelrecht überfluten.
Trotz aller Kritik ist “Wests” Spukgeschichte kein mieser Vertreter des Genres. Auch wenn “The Innkeepers” zu spärlich an der Spannungsschraube dreht und sich in vielen bedeutungslosen Szenen verläuft, so kann man dennoch nicht behaupten, dass sein Gruselmärchen ungenießbar ist. Die Inszenierung ist ziemlich unkonventionell und birgt viele wunderbare Momente, in welchem der Film es auf genüssliche Weise schafft, den Zuschauer reichlich zu verwirren und herrlich effektiv zu erschrecken. Leider verläuft sich “West” teilweise zu engstirnig in der optischen Gestaltung der Geschichte, sodass er teilweise vergisst, die eigentliche Handlung konstruktiv weiterzuspinnen.
Scheinbar hat West dieses Problem dann am Ende selbst bemerkt, denn der (zweideutig ausgelegte) Endplot kommt nach 100 Minuten recht überstürzt und gehetzt daher und wirkt, als habe “West” noch schnell irgendeinen Abschluss finden müssen, um den Film nach geschlagenen 2 Stunden Spielzeit beenden zu können.
Bleibt zu hoffen, dass sein nächstes Werk handwerklich ebenso geschickt daherkommt, wie “House of the Devil” und optisch so virtuos beeindrucken kann, wie der vorliegende “The Innkeepers“. Sollte West einen grazilen Mittelweg finden, dürfte der nächste Überraschungs-Hit garantiert sein!
The Innkeepers – Fazit
Fazit 6/10 Filmpunkte
Recht langsam erzählter Gruselfilm, dessen Erzählweise sehr unkonventionell geraten ist.
Nach einem sehr nostalgisch und atmosphärisch erzählten Auftakt wird es im eigentlichen „Geister“-Part sehr zäh und langweilig.
Geübtes „Sitzfleisch“ wird vorrausgesetzt – Für das Mainstream-Publikum ungeeignet! Trotzdem ein sehr interessanter Beitrag für alteingesessenen Horrorfilmfans, die sich gern etwas unkonventionellerer Filmkost bedienen möchten.
The Innkeepers – Zensur
Der Film wird über “Sunfilm” vertrieben und vollkommen ungeschnitten. Die Heimkinoversion hat eine “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erhalten.
Dennoch ist die enorm hohe Alterseinstufung etwas sehr weit hergeholt. Eine FSK16 hätte es auch getan.
The Innkeepers – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: The Innkeepers; USA 2011
Genre: Horror
Ton: Deutsch + Engl. DTS HD Master Audio 7.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1080p/24, 1:2,35
Laufzeit: ca. 101 Min
FSK: keine Jugendfreigabe
Verpackung: Amaray mit Wendecover
Extras: Audiokommentar mit Ti West & der Crew, Audiokommentar mit Ti West & den
Schauspielern, Behind the Scenes, Trailer – leider gänzlich ohne UT (Hinweis fehlt auf dem Cover)
Die Blu-ray aus dem Hause “Sunfilm” kann sich durchaus sehen lassen. Für einen kleinen Film wie diesen gibt es einige kleine Extras zu bestaunen. Erstaunlicherweise hat „Sunfilm“ hier vergessen, selbige auf das Bluray-Cover zu drucken. Leider werden hier gute Englischkenntnisse vorausgesetzt, denn Untertitel gibt es keine – Schade! Der Ton ist sehr vielversprechend und für einen Gruselfilm unabdinglich. Demnach ist Gruselstimmung vorprogrammiert und der Filmfreund mit Heimkinoanlage dürfte aufgrund einiger ziemlich gut abgemischten Soundeffekte des öfteren zusammenzucken.
Bildtechnisch darf auch Positives verkündet werden. Das Bild macht durchweg eine sehr gute Figur und weiß mit einer durchweg ansprechenden Schärfe zu überzeugen.
Übrigens gibt es “The Innkeepers” auch als (nachbearbeitete) 3D Blu-ray, notwendiges Equipment vorausgesetzt!
The Innkeepers – Hotel des Schreckens [Blu-ray] bei AMAZON bestellen
The Innkeepers – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
The Awakening (2011)
Apparition – Dunkle Erscheinung (2012)
Filmreview: “Dream House” (2011)
SPOILERGEFAHR:
Wer sich die Überraschungsmomente nicht vorwegnehmen lassen möchte, sollte von dieser Review und dem (zu viel verratenden) Trailer Abstand nehmen!
Der Familienvater Will (gespielt von Daniel Craig) kündigt seinen Job in der Großstadt und zieht mit seiner Frau Libby (Rachel Weisz) und den beiden Töchtern in ein kleines idyllisches Landhaus weit entfernt von Hektik und Trubel.
Doch kaum häuslich eingerichtet. passieren auch schon erste mysteriöse Vorfalle: die Mädchen sehen eine schemenhafte Gestalt am Fenster stehen und unheimliche Fußabdrücke im Schnee sorgen für allgemeines Unbehagen. Hinzukommt, dass vor allem die Kinder seltsame Vorahnungen, über ihr eigenes Ableben und das der Mutter, entwickeln.
Will beginnt nach der Vorgeschichte des Hauses zu forschen, und entdeckt, dass der frühere Besitzer des Hauses im Wahn seine Familie erschossen haben muss.
Einen arg seltsamen Film, den uns Regisseur Jim Sharidan da serviert.
Rein technisch gibt es an „Dream House“ definitiv nichts auszusetzen.
Die schneebedeckte und richtig hübsch gefilmte Winterkulisse macht einen ersichtlich hochwertigen Eindruck und erinnert in seiner bedrückenden, aber dennoch idyllischen Atmosphäre sehr an die filmische Umsetzung des Stephen King Klassiker „The Shining“.
Der Wurm knausert jedoch weniger in der Art und Weise der Filmumsetzung, als vielmehr am Drehbuch, denn das ist vollkommen haarsträubend.
Vermutlich hat sich Drehbuchautor David Loucka zu intensiv mit den bisherigen cineastischen Beiträgen eines M. Night Shyamalan („The Sixth Sense“, “The Village“) beschäftigt, der sich in Hollywood mit seinen (nicht minder haarsträubenden) extravaganten Plottwists einen Namen gemacht hat.
„Dream House“ setzt neue Maßstäbe in Sachen überraschenden Filmauflösungen, denn das aktuelle Werk des Regisseurs Sharidans versucht mit 2 (!) überraschenden Plottwist zu punkten. Eigentlich keine schlechte Idee, den Zuschauer auf falsche Fährten zu locken und ihn intelligent zu verblüffen, wären der Plottwist und die Überraschungseffekte von „Dream House“ nur halbwegs originell geraten.
Die erste Filmhälfte (die eine Geistergeschichte vermuten lässt) funktioniert prima. Die Story gewinnt an Fahrt, die Schauspieler agieren glaubwürdig, und die Geschichte klingt interessant, frisch und geheimnisvoll. Der „erste“ Plottwist sitzt perfekt und kommt völlig unerwartet. Im Grunde genommen hätte der Film jetzt enden „müssen“!
Drehbuchautor David Loucka macht aber den Fehler und spinnt die Geschichte weiter, was die restlichen 50 Minuten Filmlaufzeit unerträglich zäh und langweilig gestalten.
Da der Zuschauer mit dem Verkünden der überraschenden Filmwendung nun über die Hintergründe rund um das Haus und seine neuen Bewohner bescheid weiss, wirkt der Rest der Story überaus konstruiert, wohlmöglich um „Dream House“ auf Spielfilmlaufzeit dehnen zu können.
Aus dem anfänglichen Mystery-Grusler, wird ein lupenreines Selbstfindungs-Drama, das am Ende mit einem weiteren Überraschungseffekt aufwartet, der aber irgendwie in dieser Combo nicht so richtig zünden möchte, da man sich als Zuschauer, trotz charmanter Inszenierung und hochkarätiger Besetzung, irgendwie veräppelt fühlt.
Trotzdem, wer ein Faible für Mysteryfilme mit Überraschungseffekt besitzt, der dürfte zumindest an der ersten Filmhälfte von „Dream House“ Gefallen finden.
Für die kalten Wintertage bei Schneefall und heimeligen Kerzenschein eignet sich „Dream House“ dennoch ideal für ausgiebig seichtes Couch-Gruseln.
Fazit:
Erste Filmhälfte: 7,5/ 10 Punkte – Zweite Filmhälfte: 3,5/10 Punkte
Im neuen „Dream House“ ist wahrlich der Wurm drin.
Was anfänglich für molliges Schaudervergnügen sorgt, wird ab Filmmitte zum wirren und arg konstruiert wirkenden Genre-Mixcocktail.
(FSK Prognose: ungekürzt mit FSK 16)
Hellraiser80
Filmreview: “The Caller” (2011)
The Caller – Story
Auf der Flucht vor ihrem aggressiven Ex-Mann zieht der frische Single Mary in ein eigenes Apartment. Kaum eingezogen und sich´s gemütlich gemacht klingelt alsbald auch das Telefon. Eine nette ältere Dame namens „Rose“ meldet sich am anderen Ende und scheint ersichtlich irritiert, als sie nicht wie erhofft mit „Bobby“ sprechen kann.
Nachdem Mary ihr erklärt, dass es sich wohlmöglich um eine Missverständnis handeln muss, „verwählt“ sich Rose nun öfters und versucht der jungen Mary klarzumachen, dass sie direkt aus der Vergangenheit versucht mit ihr telefonisch Kontakt aufzunehmen.
Verwirrt, ungläubig und ersichtlich genervt von denen stündlichen Anrufen versucht Mary der älteren Frau zu verstehen zu geben, dass sie ihr keinen Glauben schenken möchte und bricht den Kontakt ab.
Doch die Anruferin lässt sich nicht einschüchtern und versucht Marys Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen, indem sie ihr einen plausiblen Beweis nach dem nächsten liefert.
Was jedoch als verwunderliches und neckisches Kinderspiel beginnt dümpelt allmählich in ein verängstigendes und höchst erschreckendes Fiasko.
The Caller – Kritik
Oh, mein Gott.
Schwer einen Film zu reviewen, wenn man darauf achten muss, nicht zu viel des Inhalts zu spoilern.
Wer sich den Spannungsaufbau und den wahrlich verblüffenden Plottwist des wirklich exzellenten Mystery-Streifens nicht vermiesen lassen möchte, sollte ab HIER das Lesen der Review direkt einstellen!
Vorab, warum dieser wirklich höchst effektive in Szene gesetzte Mystery-Thriller es bisher nicht geschafft hat in den hiesigen Lichtspielhäuser anzulaufen ist mir ein Rätsel.
Diese Art von Film ist wahrlich dafür geschaffen auf großer Kinoleinwand zu schockieren und zu erschrecken. Nun gut, die Schockrate des „Anrufers“ ist relativ niedrig (eigentlich schade, das wäre das „I-Tüpfelchen“ gewesen) aber „The Caller“ hat es bei mir alten Horrornerd geschafft, endlich mal wieder für echt fiese Gänsehaut zu sorgen.
Dabei beginnt der Film recht unspektakulär und schafft es innerhalb kürzester Zeit ein enorm unangenehmes Bauchgefühl zu entwickeln.
Großes Lob geht dabei an die Drehbuchschreiberlingen, die wirklich merklich an der Spannungsschraube drehen und mit ihren falschen Fährten und Wendungen für ordentliches Herzrasen sorgen. Die Story hört sich auf den ersten Blick recht belanglos an, aber hat es faust-dick hinter den Ohren. Der Plot-Twist ist eine derartige Ohrfeige wie man sie in dieser Form schon lange nicht mehr gesehen hat. Dabei erinnert das Grundgerüst der Geschichte von „The Caller“ ein wenig an den vor einigen Jahren erschienenen „Frequenzy“, indem ebenfalls ein Vater mit seinem Sohn aus der Vergangenheit Kontakt aufnimmt.
Natürlich bot „Frequenzy“ ein viel lukrativeres Budget für ausufernde jugendgerechte Effekte. „The Caller“ hatte diese Grundlage natürlich nicht und die recht makaberen Spezialeffekte (es gibt nur einen digitalen Effekt und der ist wirklich enorm fies) sind alles andere als ausufernd und eher jugendfrei – trotzdem, dieser Film beweist mal wieder, dass kein Millionenschweres Budget, völlig überbezahlte Starauftritte und neuste digitale Tricktechnik von Nöten sind, um einen sehenswerten Film zu zimmern. „The Caller“ lebt vordergründig von seiner handvoll sympathischen und überaus talentierten Darstellern (Ex-Freund Steven/ gespielt von Ed Quinn übt eine derart unangenehme Präsenz aus, man muss es gesehen haben), seiner überaus bedrohlichen Atmosphäre, der recht subtil eingesetzten Soundkulisse (an manchen Stellen und einigen Kamerafahrten dürften „Silent Hill“ – Fans ersichtlicht Freude haben) und der Anruferin „Rose“, die eine neue Art des Mordens für sich entdeckt.
Suspense in seiner Reinform, was will der gierige Horrorfilm-Fan eigentlich mehr.
So sollte ein Gruselfilm ausschauen, und nicht anders. Neben den zum erbrechen totgefilmten „Hostel“-, „Saw“- und Slasherplagiaten bietet „The Caller“ enorm frische Abwechslung im riesigen Pool mehr schlechter als rechter Horrorproduktionen.
The Caller – Fazit
Fazit: 8/10 Punkte
Ein wahnsinns-erfrischend-makabres Filmchen, wie man es schon lange nicht mehr gesehen hat. Was als verblüffendes Rätselraten beginnt, endet in einem enorm unangenehmen Finale.
Uneingeschränkt empfehlenswert.
The Caller – Zensur
Der Film ist bereits auf DVD/ Blu-ray erhältlich und ungeschnitten ab 16 freigegeben!
Jetzt The Caller – Anrufe aus der Vergangenheit [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen
The Caller – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
Cassadaga (2011)
Filmreview: “Wer ist Hanna” (2011)

Die junge Hanna wächst fernab der Zivilisation, mit ihrem Vater Eric in einer Hütte irgendwo in der Einöde Finnland, auf.
Eric trainiert Hanna in diversen Nahkampftechniken, lehrt ihr allerlei Sprachen und bringt ihr Wissen und Bildung bei indem er sie selbst unterrichtet.
Als Hanna das 16 Lebensjahr erreicht hat und sie die Neugierde vor dem Unbekannten außerhalb der vier Wände packt händigt ihr Vater ihr einen Sender aus und erklärt ihr, dass Sie die CIA-Agentin Marissa töten muss und in ihn wieder in Berlin treffen soll. Nachdem das junge Mädchen den Sender aktiviert hat und ihr Vater fliehen kann, strömt ein CIA-Team in die Hütte und sperrt das Mädchen in eine Zelle. Nachdem die CIA-Agentin Marissa Hannas Hinterhalt erahnt, schickt sie eine Doppelgänger in die Zelle, die alsbald von Hanna getötet wird. Das Mädchen kann daraufhin aus der Gefangenschaft fliehen und macht sie auf den langen Weg nach Berlin um ihren Vater zu finden.
Doch Marissa ist ihr dicht auf den Fersen und hat nur ein Ziel: Hanna und ihren Vater zu töten.
Was ist denn nun „Hanna“ (so der Titel im Original) für ein eigenartiger Film?
Thriller, Märchen für Erwachsene, Komödie, Drama, Actionmovie oder Mystery-Film?
Eigentlich egal – sagen wir: einfach von jedem etwas.
Dabei wirkt der Film aufgrund seiner genreübergreifenden Szenarien so schick unverbraucht und frisch, dass man Hanna genüsslich dabei zuschauen möchte, durch welche kontrovers gestaltete Settings sie im Verlauf der Geschichte springt, kämpft und schlitzt.
Gerade hier sind klar die Stärken des Film zu erkennen.
Stapft Hanna zu Beginn des Films noch durch meterhohe Schneeberge (Nostalgiefans dürften sofort den Märchenklassiker „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ vor Augen haben) darf sie im Verlauf der Handlung recht ungewöhnliche Kulissen aufsuchen, die mich irgendwie an die Stationen eines Konsolen-Jump&Run-Games erinnert haben (Wüste, Unterirdischer Gebäudekomplex des Geheimdienst, eine Oase, Rummelplatz).
Ein wahrer Augenschmaus für die Sinne.
Natürlich bleibt das Geheimnis um Hanna bis kurz vor Ende gut bewahrt und gibt ihr Zeit immer wieder in schön gefilmten Kämpfen um ihr Leben zu „fighten“.
Dabei macht ebenfalls der flott komponierte Elektrosoundtrack ein richtig gute Figur und unterstreicht die doch recht flott und kurzweilig inszenierte Handlung enorm.
Zwei Faktoren haben mich dennoch gestört. Einerseits der recht schemenhaft und weniger tiefgründig geratene Charakteraufbau und dessen Entwicklung, sowie die klischeebeladene Darstellung des Deutschen Bösewichts.
Warum dieser als Skinhead dargestellt wird, entzieht sich mir jeglicher Kenntnis.
Scheint wohl bei den Amis gang und gebe zu sein den Deutschen immer in Verbindung mit Rechtsradikalismus, Stasi, Nazis oder Skins darzustellen.
Die unklare Erkenntnis war enormer Störfaktor beim Schauen.
Trotz allem erwartet den offenen Filmfan eine rasante Actionhatz, ohne Verschnaufpause verziert mit wirklich sehr hübschen Bildern – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Bitte mehr davon!
Fazit 7,5 / 10 Punkte.
Rasante Verfolgungsjagd vor spektakulärer Kulisse. Eine Fortsetzung oder ein Prequel ist unbedingt erwünscht! Uneingeschränkt Sehenswert!
Hellrasier80














