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Filmreview: “Deep in the Darkness” (2014)

Deep-in-the-Darkness-2014
 
 
 

DEEP IN THE DARKNKESS

Story

 
 
 
In der amerikanischen Kleinstadt Ashborough ist etwas Böses in Gange. Als Dr. Michael Cayle die Praxis des verstorbenen Mr. Ferris übernimmt, häufen sich seltsame Ereignisse, deren Ursache sich unter dem Ort versteckt. In Höhlen unter der Erde haust das Böse, dessen Existenz von den Einheimischen seit Jahrhunderten verschwiegen wird …
 
 
 


 
 
 

DEEP IN THE DARKNKESS – Kritik

 
 
 
Das Böse versteckt sich im Horrorfilm allzu gern hinter der friedliebenden Fassade amerikanischer Kleinstädte. Ob HALLOWEEN, CRITTERS oder KINDER DES ZORNS – das ländliche Amerika ist nicht frei von Gefahren, lauern hier doch meist ausgefuchste Serienkiller, fiese Monster oder gefräßige Aliens ganz geduldig auf ihre ahnungslosen Opfer. Auch einige Protagonisten in DEEP IN THE DARKNESS machen unerfreuliche Bekanntschaft mit den Schattenseiten der abgeschiedenen Kleinstadtidylle, denn da wo sich Fuchs und Hase “Gute Nacht” sagen, liegt nicht immer der Hund begraben. Der Horrorfilm hat gelehrt, dass meist Bewohner jener Orte finstere Geheimnisse hüten, an denen sich Filmhelden Zuflucht und Geborgenheit versprochen haben. Schnüffeln diese sich dann durch die unheimliche Chronik der Ortschaft passiert es nicht selten, dass sich verschlafene Städtchen als Vorhof der Hölle entpuppen. Horror-Sender CHILLER legt nach ANIMAL und CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR hausgemachten Horrorstoff nach und macht dem amerikanischen SYFY-Channel mit eigens produzierten Filmen Konkurrenz. DEEP IN THE DARKNESS heißt die neue Eigenkreation made by CHILLER FILMS, jenem hauseigenem Filmstudio das frisches Gruselmaterial für den TV-Kanal CHILLER produziert, damit Sendeplätze gefüllt werden können. Horror-Fans freut es, denn die Gruselwerkstatt hat schon einige Male bewiesen, dass Potenzial für solide Unterhaltung vorhanden ist.
 
Ähnlich wie im kürzlich besprochenen DEAD SOULS hat sich CHILLER FILMS auch für den neuen Ausflug ins düstere Genre bei einem Horror-Roman bedient. Autor MICHAEL LAIMO lieferte bereits 2004 die Grundlage für DEEP IN THE DARKNESS und ließ sich hierfür vom TV-Streifen DON’T BE AFRAID OF THE DARK (1973) inspirieren, dem ja bekanntlich vor einigen Jahren die Gunst eines Remakes zuteil wurde. Leider haben, wie Remakes auch, Filmadaptionen lesenswerter Bücher meist keinen guten Ruf. Die kreative Vorstellungskraft manch phantasiebegabten Lesers lässt sich nun mal nicht so einfach in ebenso aussagekräftige Bilder fassen. DEEP IN THE DARKNESS macht da selbstverständlich keine Ausnahme, insofern man die Vorlage überhaupt kennt. Schraubt man jedoch die Erwartungen etwas herab und lässt den Hang zur Plausibilität außen vor, verspricht dieser Gruseltrip durchaus spannende Minuten.
 
Dr. Michael Cayle (SEAN PATRICK THOMAS) lässt den Trubel der Großstadt hinter sich und zieht samt Familie in die kleine Gemeinde Ashborough, New Hampshire. Ein nettes Eigenheim hat es ihm dort angetan, welches ihm für kleines Geld von Arztwitwe Mrs. Ferris verkauft wird. Ein lukratives Schnäppchen und eine gute Gelegenheit auch gleich im Ort zu praktizieren, was von den Einheimischen mehr als dankend angenommen wird. Dass der smarte Michael gerade wegen seiner dunklen Hautfarbe nicht so recht ins beschauliche Kleinstadtleben passen mag, interessiert hier niemanden, schließlich ist man im heimeligen Ashborough froh, dass hier überhaupt jemand behandeln will. Seltsamerweise scheint hier die Zeit stillzustehen, denn Handyempfang und Kabelfernsehen gibt es nicht. Zudem ist Sheriff Godbout um das Wohl seiner Mitmenschen besorgt. Eine strikte Ausgangssperre soll dafür sorgen, dass die Einwohner am frühen Abend nicht mehr die Häuser verlassen. Was kurios klingt, hat selbstverständlich auch seine Richtigkeit. Der Ort birgt seit Jahrhunderten ein grausiges Geheimnis. Unter der Erde haust ein Stamm von Wilden, welche die gesamte Stadt steuern und deren Existenz seit Generationen geheim gehalten wird. Regelmäßige Opfergaben sollen die Wesen milde stimmen und den Einwohnern ein sorgloses Leben in der kleinen Gemeinde ermöglichen. Für Dr. Michael Cayle durchaus Grund zu Besorgnis, sieht er doch das Wohl seiner Familie in Gefahr. Leider wird ein Umzug durch den Zusammenhalt der Bewohner erschwert, denn wer einmal seine Zelte in Ashborough aufgeschlagen hat, darf den Ort so schnell nicht wieder verlassen.
 
Egal welche CHILLER FILMS-Produktion man zu sehen bekommt, man mag das Gefühl nicht loswerden wollen, dass es sich die Filmschmiede zur Aufgabe gemacht hat, Streifen zu drehen, die an die beliebte GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Reihe erinnern. Wie einst die fürs TV konzipierte Comic-Serie glänzt die CHILLER- Hausmannskost durch stimmigem Aufbau und meist makabrem Ende. DEEP IN THE DARKNESS reiht sich so problemlos in die bis dato abwechslungsreich inszenierten CHILLER-Grusler ein und darf sogar als eine der bisher besten Produktionen des Studios gewertet werden. Hinter dem nicht üblen Mix aus THE WICKER MAN, THE DESCENT und ROSEMARIES BABY steckt COLIN THEYS, der sich schon einmal für DEAD SOULS und REMAINS OF THE WALKING DEAD auf den Regiestuhl begeben und zwei Gruselfilme für den Horror-Kanal CHILLER beigesteuert hat. Lobenswerterweise scheint THEYS von Film zu Film besser zu werden, denn DEEP IN THE DARKNESS entpuppt sich als klassisches Horror-Mär, dass vor allem mit geschickt getrickstem Monster-Design überrascht. Hier hat man sich zwar etwas zu dreist beim britischen Höhlen-Schocker THE DESCENT bedient; die wenigen Momente in denen die Kreaturen jedoch vor die Kamera sausen wurden charmant Old-School-like in Szene gesetzt. Sympathisch Old-School ist im Übrigen auch die gesamte Geschichte, denn DEEP IN THE DARKNESS ist eines jener Werke, in denen das Unheil subtil und langsam heraufbeschworen wird. Es verschwinden Tier- und Menschenkörper unter mysteriösen Umständen und die Bewohner des Ortes scheinen ungern mit Neuankömmlingen über das gut gehütete Stadtgeheimnis sprechen zu wollen. Seichter Mystery für empfindsame Gemüter ist bis zur Halbzeit garantiert, gelingt es doch Drehbuchautor JOHN DOOLAN die Spannung konsequent zu steigern, um die Auflösung des Spuks möglichst lang hinauszuzögern.
 
Mit SEAN PATRICK THOMAS hat man einen zugänglichen Helden gefunden, der nie mehr als der Zuschauer weiß. Während die Einheimischen aus Angst vor Konsequenzen wie ferngesteuert agieren, findet Filmfigur Dr. Michael Cayle immer mehr Teile eines Puzzles, die am Ende ein plausibles Ganzes ergeben. Für den Zuschauer ergeben jedoch viele Gegebenheiten im Film kaum Sinn, denn Autor JOHN DOOLAN hat Logik aus dem Drehbuch verbannt. DEEP IN THE DARKNESS strotzt nur so vor Unklarheiten und Plotlöchern. So will nicht einleuchten, warum in Ashborough weder Handyempfang noch Kabelfernsehen existiert, aber problemlos im Internet gesurft werden kann. Zudem bleibt die Frage ungeklärt, wie sich die Gemeinde selbst versorgt, wenn doch niemand die Stadt verlassen darf. Wie jedoch ausgerechnet ein Landarzt zu einer Kiste mit hochinfektiösen Killerviren kommt, die er selbstverständlich am Ende im Kampf gegen die fleischgeilen Kreaturen einsetzt, bleibt wohl ein ewiges Mysterium.
 
 
 


 
 
 

DEEP IN THE DARKNKESS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unheimliches Gruselmärchen mit einem Schuss THE DESCENT. Bereits Kult-Autor STEPHEN KING erkannte das Grusel-Potenzial amerikanischer Kleinstädte, in denen meist nicht alles so friedlich scheint, wie man es auf den ersten Blick vermuten würde. In vielen seiner Horrorgeschichten, versteckt sich das Grauen hinter der friedliebenden Fassade ländlicher Gemütlichkeit. Genau jene Richtung schlägt auch COLIN THEYS mit seinem DEEP IN THE DARKNESS ein und bringt nun schon zum dritten Mal Schauermaterial für den amerikanischen Horrorsender CHILLER ins Fernsehen. Sein DEEP IN THE DARKNESS ist ein charmant-altmodischer Grusel-Cocktail, der sich von Filmen wie THE DESCENT, THE WICKER MAN und ROSEMARIES BABY hat inspirieren lassen. Während der erste Teil der Handlung klassische Gänsehaut-Unterhaltung verspricht und sich das Grauen subtil durch die Geschichte frisst, gibt es in der zweiten Hälfte düsteres und temporeiches Horrorfutter für Fans des Genres. Großes Kompliment gilt hierbei den Schöpfern der Filmmonster, die zwar schlicht, aber durchaus beängstigend durch die Szenerie kriechen. Mit Sicherheit ist DEEP IN THE DARKNESS kein großer Wurf; dennoch hat Regisseur COLIN THEYS überdurchschnittlich gute Horrorunterhaltung gefertigt, die besser ist, als das was einem momentan im Handel als Horror verkauft wird.
 
 
 


 
 
 

DEEP IN THE DARKNKESS – Zensur

 
 
 
DEEP IN THE DARKNKESS ist ein eher zurückhaltendes Schauer-Märchen, das eher von Atmosphäre und Gruselgehalt lebt. Es gibt zu Beginn eine aufgeschlitzte Frau zu sehen und im späteren Verlauf eine düstere Operationsszene, in der einer der Kreaturen der Bauch aufgeschnitten wird, um ihr die Geburt mittels Kaiserschnitt erleichtern zu können. Brutal oder sinnlos blutig ist DEEP IN THE DARKNKESS demnach nicht und eine FSK16 vollkommen gerechtfertigt.
 
 
 


 
 
 

DEEP IN THE DARKNKESS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Underneath (2013)
 
The Descent (2005)
 
Needful Things – In einer kleinen Stadt (1993)
 
Beutegier (2009)
 
Humans – Sie haben überlebt (2009)
 
High Lane – Schau nicht nach unten! (2009)
 


Filmreview: “Ghost of Goodnight Lane” (2014)

ghost-of-goodnight-lane-2014
 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE

Story

 
 
 
Eine Filmcrew wird von einem wütenden Geisterkind bedroht, dass Spaß am Töten hat und den Crew-Mitgliedern das Fürchten lehrt …
 
 
 


 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE – Kritik

 
 
 
Immer dann, wenn man sie am wenigsten erwartet, krabbeln sie ganz unvorbereitet aus ihren modrigen Verstecken hervor und geben dem Horrorfan zu verstehen, dass pitschnasse Geistergören einfach nicht aus der Filmlandschaft wegzubekommen sind. Seit die asiatischen RING-Streifen rachsüchtige Geistermädchen populär gemacht haben, winden und wuseln jene Gestalten immer mal wieder durch düstere Filmszenarien und wollen nur eins: Die Protagonisten jener Filme möglichst hinterlistig um die Ecke bringen. Scream-Queen und Horrorsternchen DANIELLE HARRIS (HALLOWEEN 4+5, HATCHET 3) konnte vermutlich mal wieder einige freie Tage im Terminkalender entbehren und gab sich zusammen mit B-Movie-Dauergast BILLY ZANE die Blöße, beim vorliegenden Video-Murks GHOST OF GOODNIGHT LANE mitzumachen. Auch wenn die HARRIS schon in so einigen kultigen Schockern mitgewirkt hat, muss das noch lange nicht bedeuten, dass ein Horrorfilm auch gut sein muss, der mit der smarten Schauspielerin auf dem Cover wirbt. Aufgrund der unüberschaubaren Masse an amerikanischen B-Movies, die momentan den Videomarkt überschwemmen, gerät nämlich auch die HARRIS immer mal wieder an Drehbücher, die man besser als Kamin-Anzündhilfe verwendet.
 
GHOST OF GOODNIGHT LANE ist ein recht passendes Beispiel dafür, dass bekannte Schauspieler nicht zwangsläufig für Qualität stehen müssen, denn was Regisseur ALIN BIJAN hier auf die Beine gestellt hat ist eher hirnloses Fast-Food-Horrorfutter für zwischendurch, das man bereits wieder vergessen hat sobald der Abspann über den Bildschirm flimmert. Wie der Titel bereits vielversprechend verrät, spukt es im Haus auf der GOODNIGHT LANE und das nicht gerade wenig. Der hartnäckige Geist eines nervigen Kindes hat es sich im Postproduktionsstudio einer kleinen Filmcrew gemütlich gemacht und ist gar nicht damit einverstanden, dass das Haus bereits einen neuen Käufer gefunden hat und abgerissen werden soll. Die alte Thelma Perkins weiß Genaueres, flüstert aber in verschlüsselten Versen und scheint kein Interesse daran zu haben einfach mal Tacheles reden zu wollen. Stattdessen lässt sie die Filmleute der Reihe nach über die Klinge springen und offenbart erst am Ende die bittere Wahrheit über die Beweggründe des Geistes. Ihre Enkelin und gleichzeitig Tochter von Charles Manson ist für den tödlichen Schabernack verantwortlich, wurde sie doch in jenem Haus von der eigenen Großmutter ermordet. Am Ende plagen Oma Gewissensbisse. Grund genug das eigene Leben für das der Überlebenden zu opfern.
 
BILLY ZANE fällt zwar positiv durch trockenen Humor auf, hat aber offensichtlich vergessen, dass er sich hier eigentlich in einem Horrorfilm befindet. Während sich seine Schauspielkollegen laut um Kopf und Kragen schreien, steht Herrn ZANE die Lustlosigkeit ins Gesicht geschrieben. Auch die sonst so taffe DANIELLE HARRIS wirkt ziemlich fehl am Platz, hat doch diesmal die Hauptrolle eine andere ergattert, so dass der beliebten Darstellerin nur noch eine kurze Besessenheitsszene übrig bleibt, um sich mal richtig austoben zu können. Ansonsten gibt es reichlich Trash und handgemachten Splatter zu sehen, was in GHOST OF GOODNIGHT LANE so ziemlich unspektakulär abgehandelt wird, denn eigentlich besteht das Machwerk hauptsächlich aus einer Aneinanderreihung bekannter Haunted-House-Klischees, und vorhersehbaren Jump-Scares, die wohl den Zuschauer am Einschlafen hintern sollen. Mit Ruhm hat sich für diesen austauschbaren Geister-Grusler keiner der Anwesenden bekleckert, denn nicht nur einmal dürfte sich der Zuschauer bei der Sichtung von GHOST OF GOODNIGHT LANE ertappen, wie er kurz zur Fernbedienung greifen möchte, um dem Abspann ein Stück näher kommen zu können. Knapp eine Stunde benötigt der Spukhaus-Quark bis er endlich aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Immerhin gibt es dann abwechslungsreiche Todesarten zu sehen, die aber ohnehin bereits im Trailer gezeigt wurden.
 
GHOST OF GOODNIGHT LANE hat wie jeder zweite hastig heruntergeleierter Video-Trash das Problem, dass ihm einfach Spannung fehlt, denn wirklich gruselig oder atmosphärisch will BIJAN austauschbarer Geisterfilm irgendwie nicht werden. Der Grund hierfür ist schnell gefunden, denn nicht der billige Low-Budget-Look bereitet Probleme, sondern das vollkommen uninspirierte Drehbuch, dass mal wieder nach Schema F abgehandelt wird. Die Geschehnisse rund um GHOST OF GOODNIGHT LANE sind nicht neu und hat man mittlerweile einfach schon bedeutend besser erzählt auf der Mattscheibe gehabt. Seltsamerweise weicht Macher ALIN BIJAN kurz von der schablonenhaften Erzählung ab. In einer Szene bekommen wir besessene Puppen vor die Linse. Ein wunderbar nostalgischer Moment, der kurz die legendäre PUPPET MASTER-Reihe und den charmanten Gordon-Puppenhorror DOLLS ins Gedächtnis zurückkehren lässt. Leider dauert der magische Moment nur wenige Sekunden, danach richtet BIJAN das Augenmerk erneut auf das Langweilen des Zuschauers. Was für eine Verschwendung!
 
 
 


 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
GHOST OF GOODNIGHT LANE ist die weitaus blutigere Antwort auf die subtile RING-Filmreihe, in der ein verärgertes Geistergör pitschnass aus TV-Apparaten krabbelt und das Fürchten lehrte. Das Geistermädchen in GHOST OF GOODNIGHT LANE hat andere Probleme. Nicht nur, dass sie mit fettigem Haupthaar zu kämpfen hat; so wirklich beängstigend wirken ihre Wutausbrüche nicht auf den Zuschauer, dem vor allem die nicht enden wollenden Müdigkeitserscheinungen Sorgen bereiten dürften, schließlich hat GHOST OF GOODNIGHT LANE mit permanenter Ideenarmut zu kämpfen. Das Problem dürfte Regisseur ALIN BIJAN bereits beim Schreiben des Drehbuchs erkannt haben, so dass er die Handlung um nette Splatter-Momente und Jump-Scares bereichert hat. Was dem Streifen dennoch fehlt ist Spannung und Atmosphäre, denn Blut und coole Sprüche allein machen aus eigentlich totgefilmten Geschichten keine guten Horrorfilme. Wer übrigens DANIELLE HARRIS mal wieder in einer vollkommen überflüssigen Rolle sehen mag, dürfte sich immerhin über ihren Auftritt in GHOST OF GOODNIGHT LANE freuen. Dennoch bleibt hier einmal mehr die Frage unbeantwortet, warum die HARRIS ihren Namen für diesen unnützen Käse hergegeben hat. Ihr Bankkonto dürfte die Antwort liefern.
 
 
 


 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE – Zensur

 
 
 
Die wenigen Splatter-Momente wurden geschickt getrickst. Nägel bohren sich in Augen, eine Protagonistin schlitzt sich ein Hackenkreuz auf die Stirn und ein Gesicht wird von einem Ventilator zermatscht. Klingt zwar alles blutig und schaut lustig aus, dürfte aber für eine FSK16 reichen – ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Fear Lives Here (2013)
 
The Unbroken (2012)
 
Aberration (2013)
 


Filmreview: “Willow Creek” (2013)

willow-creek-2013
 
 
 

WILLOW CREEK

Story

 
 
 
Ein junges Paar reist nach Kalifornien, um in den abgelegenen Wäldern von Bluff Creek der Legende von Bigfoot auf den Grund gehen zu können …
 
 
 


 
 
 

WILLOW CREEK – Kritik

 
 
 
Eigentlich könnten wir FILMCHECKER in Zukunft auch FOUND-FOOTAG-CHECKER oder WACKELCAM-TESTER nennen, denn was wir in letzter Zeit an Streifen mit dem allmählich nicht mehr so beliebten Found-Footage-Gimmick besprochen haben, ernüchtert selbst das FILMCHECKER-Team so langsam. Leider scheint der polarisierende Trend vom angeblich gefundenen Filmmaterial kein Ende zu nehmen, was vermutlich auch an den erschreckend niedrigen Herstellungskosten liegen mag, die das Drehen solcher Werke voraussetzen. Erschreckender als das minimale Produktionsbudget ist jedoch die Tatsache, dass jene Streifen immer einfältiger werden und bis auf planloses Gewackel und dem Wiederholen der ewig gleiche Klischees und Geschichten nichts Neues zu bieten haben. Ein Paradebeispiel für jene überflüssige Filmkunst ist der Bigfoot-Schlamassel WILLOW CREEK, der wahrscheinlich nur deshalb gedreht wurde, um mit wenig Aufwand schnelle Kasse zu machen. Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler BOBCAT GOLDTHWAIT hat den Murks verbrochen und beweist nach seinem grandios schwarzhumorigen GOOD BLESS AMERICA (2011), dass ihm eigentlich egal ist, was die Horrorfilmgemeinde von ihm denkt – Hauptsache sie zahlt. Mit fast schon beschämender Gleichgültigkeit kopiert er hier dreist das, was BLAIR WITCH PROJECT (1999) seinerzeits so verstörend gemacht hat, vergisst aber nach der unüberschaubaren Anzahl ähnlich gestrickter Gähner, dass ein bisschen Kameragewackel, nicht deutbare Geräusche im Wald und mit Tränen besudelte Gesichter verängstigter Protagonisten fünfzehn Jahre nach BLAIR WITCH PROJECT kaum noch Gänsehaut verursachen. GOLDTHWAITS erster Found-Footage-Ausflug ist auf wahre Begebenheiten zurückzuführen, denn die Grundlage für WILLOW CREEK lieferten die Bigfoot-Fans ROGER PATTERSON und BOB GIMLIN, die im Jahre 1967 nach Nordkalifornien reisten, um dort am Bluff Creek im Six Rivers Nationalpark den mysteriösen Waldmenschen zu suchen. Glücklichweise wurde ihre Suche von Erfolg gekrönt, denn ihnen gelang es den sagenumwobenen Bigfoot auf Film zu bannen. Bis heute ist die Echtheit der Filmaufnahmen umstritten, auch wenn bisher niemand das Gegenteil beweisen konnte.
 
WILLOW CREEK spinnt die realen Gegebenheiten weiter und lässt ein junges Paar 40 Jahre nach den Ereignissen noch einmal den Ort erkunden, um darüber eine eigene Bigfoot-Dokumentation drehen zu können. Die Gegend um die Fundstelle hat sich mittlerweile zu einem Tourismusmagneten entwickelt, so dass sich auch die Einheimischen auf den Ansturm selbsternannter Bigfoot-Forscher eingestellt haben, um etwas Geld mit den Legenden verdienen zu können. Die sind natürlich auch für einige Interviews offen und beantworten die Fragen des zweiköpfigen Drehteams geduldig, damit das Paar zügig die Suche nach der legendären Affenkreatur fortsetzen kann. Nach ersten ergebnislosen Erkundungsstreifzügen durch die Wildnis am Bluff Creek bricht die Nacht herein und trotz der Warnungen einiger Ortsansässiger wird ein provisorisches Nachtlager mitten im Wald aufgeschlagen. Was folgt dürfte vermutlich niemanden überraschen: Eine neugierige Kreatur, nennen wir sie einfach Bigfoot, schleicht des Nachts um das Zelt und hat einen Mordsspaß daran den ungebetenen Gästen einen gehörigen Schrecken einzujagen.
 
Alles wie immer und dennoch viel langweiliger als sonst. Wir sehen unwichtige Interviews mit Bewohnern des Ortes, die teils interessanter sind als das, was uns Macher BOBCAT GOLDTHWAIT in den übrigen 60 Minuten unterjubeln möchte. Die Protagonisten stolpern unvorsichtig durch die Wildnis, trotzen Warnungen vor gefährlichen Tieren und geraten in Rage, nachdem sie sich im Nationalpark verlaufen haben. Als wäre das nicht alles schon vorhersehbar und ausgelutscht genug, geraten die Suchenden nach nur wenigen Stunden Fußmarsch zufälligerweise in das Jagdgebiet des ominösen Waldmenschen und werden nicht von Klappschlangen, Berglöwen und Bären attackiert, sondern von einer dicken, nackten Frau, die mit Faschingsmaske bekleidet komische Töne von sich gibt. Doch bevor der Zuschauer überhaupt den erlösenden Abspann dieser überflüssigen Bigfoot-Doku zu sehen bekommt und die unvorsichtigen Protagonisten winselnd über den Waldboden geschleift werden, gibt es eine 20-minütige Einstellung zu sehen, die man vermutlich in derart Form in noch keinem Horrorfilm zu sehen bekommen hat: Kojotengebell und Grillenzirpen reißen die Helden aus dem Schlaf. Die sitzen wie versteinert in ihrem Zelt und halten sich verängstigt in den Armen; die Kamera filmt die verschreckten Gesichter des Paares nahezu eine viertel Stunde am Stück – selbstverständlich ohne Schnitt. Was sich für den entnervten Filmfreund zur Geduldsprobe entwickelt, erweist sich für die Macher als cleverer Schachzug, schließlich kann man natürlich auch so ein aus drei Sätzen bestehendes Skript unnötig auf Spielfilmlänge blasen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es scheinbar immer noch genügend Käufer gibt, die nicht ohne täglich Ration Wackelbilder über die Runden kommen. So lange solch Abfall gekauft wird, wird es auch weiterhin derart billig produzierten Quatsch geben – leider!
 
 
 


 
 
 

WILLOW CREEK – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Eine simple Horror-Rechnung: BLAIR WITCH PROJECT – Hexe + Bigfoot = WILLOW CREEK.
WILLOW CREEK dürfte euphorisches Jubelgeschrei bei Found-Footage-Liebhabern verursachen, verzweifeltes Kopfschütteln stattdessen bei den Gegnern. Auch dieser Film mit der berüchtigten Shaky Cam-Methodik wird die Horrorgemeinde in zwei Lager spalten, schließlich kann man Filme im Wackelcam-Stil nur lieben oder hassen. Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler BOBCAT GOLDTHWAIT macht es sich leicht und kopiert lieber die BLAIR WITCH PROJECT-Erfolgsrezeptur, statt dem ausgelutschten Found-Footage-Genre durch raffinierter Erzählweise und gut getricksten Effekten neue Energie einzuverleiben. Was folgt hat man eigentlich bis zum Erbrechen in bereits bedeutend besser gemachten Filmen dieser Horror-Art gesehen. Es wird gerannt, geflennt und gewimmert. Unebener Waldboden wird gefilmt und das Licht der Kamera bohrt sich orientierungslos durch das Dunkel der Nacht. Sollte man nach 70 Minuten Langeweile immer noch neugierig die Auflösung herbeisehnen, ernüchtert die wirklich schlecht geschminkte Bigfoot-Frau im Evakostüm. Immerhin gibt es kurz Brüste zu sehen – den männlichen Filmfreund dürfte das zumindest aufhorchen lassen. Ansonsten ist WLLOW CREEK eine einzige Schlaftablette, deren teils gute Bewertungen im Netz entweder gekauft wurden oder gefakt sind.
 
 
 


 
 
 

WILLOW CREEK – Zensur

 
 
 
WILLOW CREEK ist nicht nur vollkommen ereignislos, hier herrscht auch Flaute was das Thema Gewalt angeht. Nicht einmal eine harmlose Kratzwunde bekommt der Zuschauer zu sehen, was zumindest minderjährige Horrorfans freuen dürfte, schließlich wird WILLOW CREEK bedenkenlos die FSK mit einer FSK12 passieren.
 
 
 


 
 
 

WILLOW CREEK – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bigfoot – Der Blutrausch einer Legende (2012)
 
Bigfoot County (2012)
 
Exists (2014)
 
Boggy Creek – Das Bigfoot Massaker (2010)
 
 


Filmreview: “After” (2012)

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AFTER

Story

 
 
 
Nach einem schweren Busunfall erwachen Freddy und Ana in einer menschenleeren Stadt, die von einer undurchdringbaren Nebelwand umgeben wird. Bei ihrer Suche nach Antworten stoßen sie im Nebel auf ein bösartiges Monster, das auf die ungebetenen Besucher rein gar nicht gut zu sprechen ist …
 
 
 


 
 
 

AFTER – Kritik

 
 
 
Wenn zwei Filmhelden nach einem schweren Unfall in einem scheinbar menschenleeren Paralleluniversum erwachen, das von einer tiefschwarzen Nebenwand umhüllt ist und sich im Dunkel der Nacht ein in Ketten gelegtes Monstrum losreist, um den beiden nach dem Leben zu trachten, dürfte sich der horrorerprobte Zuschauer an die gruselige Videospielreihe aus dem Hause Konami zurückerinnert fühlen, die unter dem Titel SILENT HILL Konsolenfans auf dem gesamten Globus das Fürchten lehrt. Der Spiele-Hit ließ erfolgreiche Fortsetzungen und zwei Kinofilme folgen – für einige noch unbekannte Regisseure Ansporn genug, so ähnliche Filmalbträume auf Zelluloid zu bannen. AFTER aus der Feder von RYAN SMITH ist so ein Fall. Der hat mit seinem Erstling eine Art Lightversion der beliebten Horror-Serie zu Papier gebracht und zeichnete auch gleich für die Produktion und Umsetzung verantwortlich. Bei soviel Engagement und Liebe zum Film ist es dann doch etwas ärgerlich, dass AFTER ziemlich konfuser Mystery geworden ist, der zwar irgendwie an SILENT HILL erinnert, aber nicht einmal ansatzweise die Qualitäten der beliebten Horrorvorlage erreicht.
 
AFTER erzählt von Comic-Pinsler Freddy (STEVEN STRAIT) und Krankenschwester Ana (KAROLINA WYDRA). Die beiden lernen sich in einem Bus kennen, der kurz darauf einen Unfall baut. Als Ana wieder zu sich kommt, befindet sie sich mutterseelenallein in einem verlassenen Krankenhaus. Nach ersten Erkundungsstreifzügen durch das menschenleere Heimatstädtchen trifft sie erneut auf Freddy, der leider auch keinen Schimmer hat, was mit dem Ort passiert sein soll. Die zwei stoßen auf einen geheimnisvolle Nebelwand in deren Zentrum sie eine Tür finden, zu der jedoch kein Schlüssel passt. Den bewacht eine bösartige Kreatur, die sich ihren Fesseln entledigt und daraufhin die beiden Hobbydetektive durch die Gassen der Stadt hetzt.
 
Zwar ist die Optik düster und die wenigen Computereffekte stimmig; dennoch mangelt es an erzählerischer Dichte, die man in AFTER mit der Lupe suchen muss. Für den Zuschauer wird das zähe Rätselraten zur Geduldsprobe, denn leider plätschert das Geschehen ereignislos daher und will irgendwie nie so recht in die Gänge kommen. Zwischen Streifzügen durch die Vergangenheit der beiden Helden (dort ist nämlich der Grund für die seltsamen Vorkommnisse zu suchen) und subtiler Urangst-Problematik gesellt sich ein ziemlich aufdringlicher Score, der die Stimmung jede Szener passend zu unterstreichen versucht. Anfangs mag der Musikeinsatz noch ganz atmosphärisch gelöst sein, im späteren Verlauf nervt der übertriebene Einsatz von szenenbegleitendem Gedudel enorm. Weil AFTER keine wirklichen Höhepunkte bietet und die Geschichte teils ziemlich undurchsichtig bleibt, wirft Macher RYAN SMITH ein animiertes Monster in die wirre Handlung, das die erzählerischen Defizite vergessen lassen soll. Leider bleibt SMITH seiner bisherigen Taktik treu und lässt ein zähnefletschendes Wesen vor die Linse krabbeln, das zwar ganz nett animiert wurde, aber kaum Angst einjagen will, schließlich ist es partout damit beschäftigt eigentlich nichts zu tun. Unterm Strich bleibt ein zwar wirklich schön gefilmter Mystery-Thriller mit netten Effekten und eigentlich guter Idee, bei dem man aber das Gefühl nicht loswerden möchte, als habe Regisseur RYAN SMITH hier eine Kurzgeschichte zu Spielfilmlänge aufgeblasen. Deshalb: AFTER ist eine netter Augenschmaus mit gehaltlosem Inhalt.
 
 
 


 
 
 

AFTER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Hübsch verpackter Mystery-Horror: AFTER ist die Indie-Version von SILENT HILL, bei der aber die Spannung aus dem Drehbuch radiert wurde. Die auf Spielfilmlänge aufgeblähte Kurzgeschichte hätte vermutlich besser als Segment in eine Horror-Anthologie gepasst, denn im zähen und unnötig langen AFTER regiert die Langeweile. Schöne Bilder werden von quälender Ereignislosigkeit begleitet; die aufdringliche musikalische Untermalung raubt dem Zuschauer den letzten Nerv. Immerhin gibt es am Ende ein Monster zu sehen. Das ist aber recht träge und kommt – wie die Handlung des Films – nicht in die Gänge. Viel Lärm um eigentlich Nichts, daher meinen wir: Zeitverschwendung!
 
 
 


 
 
 

AFTER – Zensur

 
 
 
Brutal ist AFTER rein gar nicht. Der Film könnte bedenkenlos ab 12 Jahren freigegeben werden, wären da nicht einige verstörende Momente und der düstere Grundton, der sich durch den gesamten Film zieht. Wir gehen von einer ungeschnittenen FSK16 aus.
 
 
 


 
 
 

AFTER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Silent Hill: Revelation (2012)
 
Nothing Left to Fear (2013)
 


Filmreview: “The Quiet Ones” (2014)

The-Quiet-Ones-2014
 
 
 

THE QUIET ONES

Story

 
 
 
Psychologie-Professor Joseph Coupland (Jared Harris) führt zusammen mit drei Studenten an einer Art erwachsener Wednesday Adams (Olivia Cooke) Experimente durch, die scheinbar vom Geist eines Kindes besessen ist. Mit verschiedenen Tests wollen sie beweisen, dass das Leiden der Patientin auf ein psychischen Traumata zurückzuführen ist und das Geisterwesen allein ihrer Phantasie entspringt …
 
 
 


 
 
 

THE QUIET ONES – Kritik

 
 
 
Irgendwie erzielt die Wiederbelebung der glorreichen HAMMER STUDIOS nicht den Erfolg, den die Produktionsschmiede während ihrer Blütezeit in den 50er- und 60er Jahren verzeichnen konnte. Bis in die späten 70er hinein wurden dort nämlich Horrorfilme am laufenden Band produziert und verhalfen Legenden wie CHRISTOPHER LEE und PETER CUSHING zu Weltruhm. 1979 lief das letzte hauseigene Schaffen über die Leinwand – danach war Schluss. Dreißig Jahre nach Werkstattschließung wurden die Pforten der HAMMER STUDIOS dank Produzent JOHN DE MOL (ja, der BIG BROTHER-Schöpfer ist gemeint) erneut geöffnet und eine Reihe Gruselstreifen gedreht, die aber bisher nicht den Profit brachten, den man sich vielleicht erhofft hatte.
 
Während WAKE WOOD (2008), THE RESIDENT (2009) und das unnötige Remake LET ME IN (2010) hierzulande direkt auf dem Heimkinomarkt verramscht wurden, konnte zumindest THE WOMAN IN BLACK (2011) reichlich Zaster in die Kinokassen schwemmen, was aber vermutlich hauptsächlich an Darsteller DANIEL “POTTER” REDCLIEF gelegen haben dürfte, der mit seiner Rolle im britischen Gothic-Grusler das ihm auferlegte Image des Zauberlehrlings loswerden wollte. Nun geht HAMMER FILMS in eine weitere Runde. Weil Geister und Wackelkamera seit PARANORMAL ACTIVITY und THE CONJURING immer noch genügend Leute in die Kinos locken können, dürfte es wohl keinen Horrorfan überraschen, dass auch die Macher von HAMMER FILMS auf den Geister, Exorzismus und Found-Footage-Zug springen, um den lukrativen Horror-Trend mitmachen zu können. Leider hat Regisseur JOHN POGUE so ziemlich alles vermasselt, was man bei einem solchen Film falsch machen kann. Für den hiesigen Rechteinhaber ASCOT ELITE daher Grund genug, dass vergeigte Machwerk ohne den Umweg ins Kino direkt in die Händlerregal zu stellen, damit sich Horrorfans das teure Eintrittsticket für THE QUIET ONES sparen können.
 
Übeltäter JOHN POGUE, der bisher nur das leidlich unterhaltsame Video-Sequel QUARANTÄNE 2 – TERMINAL (2011) fabriziert hat, verlagert die Handlung seines aktuellen Machwerks in die 70er und erzählt die Geschichte von Oxford-Professor Joseph Coupland (JARED HARRIES), der fest davon überzeugt ist, dass Geisterwesen nur Manifestation der Psyche sind. Drei seiner Stundenten sind von der radikalen Theorie derart fasziniert, dass sie den Lehrer bei seinen unorthodoxen Experimenten unterstützen. Auf einem Anwesen außerhalb von London soll die These an Patientin Jane Harper (OLIVIA COOKE) bewiesen werden. Die scheint Anzeichen von Besessenheit zu besitzen, quasselt permanent von einer imaginären Freundin namens Eve und start Löcher in die Luft. Während die Arbeiten akribisch mit der Kamera dokumentiert werden, ist es Student Brian McNeil (SAM CLAFLIN), der die zahlreichen Test bald zu hinterfragen beginnt. So ganz Unrecht hat er mit seiner Feststellung nämlich nicht, denn Professor Jared Harris verliert schon bald das Wohl seiner Probandin aus den Augen und hat nur noch ein Ziel: Seine Theorie zu beweisen.
 
Dunkle Flure, nostalgisches Filmmaterial und typisch britisches Gruselflair; eigentlich hätte alles so schön werden können. Wäre da nicht Regisseur JOHN POGUE gewesen, der die eigentlich guten Voraussetzungen für einen Grusler wie diesem im Keim ersticken lässt. THE QUIET ONES ist eine jener modernen Interpretationen altmodischer Geistergeschichten, die einfach keine Angst einjagen wollen, was wohl daran liegen dürfte, dass POGUE immer dann Szenen abrupt enden lässt, wenn es gerade unheimlich und spannend werden will. Für einen Horrorfilm ist derart Vorangehensweise fatal; vor allem dann, wenn es sich ausgerechnet auch noch um Spuk- und Geisterhorror handelt. An beinahe jeder Gruselszene lässt sich die Unfähigkeit seines Machers erkennen. So werden plumpe Spuk-Klischees wie so oft wenig überraschend abgeklappert und plötzlich endende Szenenabläufe oder minderwertige CGI-Effekte verderben beinahe jeden Gruselmoment. Immerhin gefällt der eigentlich unbeliebte Found-Footage-Gimmick, der ja im Horrorfilm zum unverzichtbaren Übel geworden ist und nahezu in jedem zweiten Gruselfilm Verwendung findet. Im Falle von THE QUIET ONES bewirkt der aber ausnahmsweise Atmosphäre, die sich ohnehin recht mager durch die halbherzig geschriebene Geschichte zieht. Zwischen seltsamen Tests und immer wieder gleichen Szenenabläufen, die vermutlich ins Drehbuch geschrieben wurden, damit man auf Spielfilmlänge kommt, gesellt sich schick aufbereitetes 16mm Bildmaterial, das quasi aus Brains Kamera stammt, der die Experimente auf Film festhält. JOHN POGUE schafft das, was bisher nur wenigen Wackelcam-Machern gelungen ist. Er verknüpft das normal gefilmte Geschehen mit krisseligen 16mm-Schnipseln, ohne dass das Found-Footage-Gebräu zu sehr auf den Zünder geht. Dass auf authentisch getrimmte Doku-Material hat Charme, vor allem dann, wenn Professor Joseph Coupland seinen Schülern ältere s/w-Aufnahmen seiner Patienten im Hörsaal vorführt und sich geisterhafte Dinge auf den alten Filmausschnitten ereignen.
 
Leider ist Found-Footage auch das einzige, was POGUE gut beherrscht, denn trotz visuellen Schmankerl und vernünftig agierenden Schauspielern ist THE QUIET ONES eine absolute Enttäuschung und wird dem Namen HAMMER FILMS nicht einmal ansatzweise gerecht. Das ist deshalb recht schade, weil dem Macher JOHN POGUE eine spannende Vorlage zur Verfügung gestanden hat. THE QUIET ONES ist nämlich eine von ach so vielen Horror-Gurken, die zu Beginn damit werben, dass die Schreiberlinge des Films von wahren Begebenheiten inspiriert wurden. Den Horrorstoff für diesen überraschungsarmen Exorzismus-Hochglanz-Spuk lieferte das PHILIP EXPERIMENT, welches von Professor DR.GEORGE OWEN 1972 im kanadischen Toronto tatsächlich durchgeführt wurde und aus einem parapsychologischen Forscherteam bestand, das allein mit Gedankenkraft den Geist des fiktiven Charakters PHILIP AYLESFORD entstehen lies. So interessant die Grundlage, so unausgegoren die Umsetzung. Statt auf amateurhaftes Pixelgewitter und unerfahren Regisseure zu setzen, wäre es für Produktionshaus HAMMER FILMS von Interesse nach wirklich guten Regisseuren zu suchen, die zur Abwechslung auch mal Ahnung haben, wie man gute Horrorfilme macht. Denn im Vergleich zu den klassischen Hammer-Streifen sind die bisher neu entstandenen Filme unter dem Banner HAMMER FILMS sehr liebloser und vor allem austauschbarer Kommerzmüll.
 
 
 


 
 
 

THE QUIET ONES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Was waren das für Zeiten, als HAMMER FILMS noch gute Filme hervorbrachte. Die Reanimation des Produktionshauses durch JOHN DE MOL hat dem Studio nicht gut getan, denn seit der Wiedereröffnung der legendären Horror-Schmiede gehen keine wirklich guten Filme mehr in Produktion, die an die einstigen Erfolge anknüpfen können. THE QUIET ONES verspricht im Trailer viel, hält aber wenig. QUARATNÄNE 2-Verbrecher JOHN POGUE bedient sich wie vieler seiner Kollegen der Found-Footage-Rezeptur und köchelt Geister- und Besessenheits-Thematik auf kleiner Flamme. Bescheidene Computereffekte, magerer Gruselgehalt und klischeehafte Spukeffekte sind das Ergebnis mit dem vermutlich nicht mal Fans paranormaler Geschichten zufrieden sein dürften. Immerhin hat Regisseur JOHN POGUE den Wackelcam-Gimmick gut im Griff. Damit dürfte er für die Zukunft gut gerüstet sein, schließlich dürfte Found-Footage auch in den kommenden Jahren die Filmlandschaft verpesten und mit wackeligen Bildern Kopfschmerzen bereiten.
 
 
 


 
 
 

THE QUIET ONES – Zensur

 
 
 
THE QUIET ONES ist ein stilvoll gedrehter Horrorfilm der alten Schule, bei dem das Augenmerk eher auf Atmosphäre und Gruselfeeling liegt und der keine Zeit mit unnötigen Blut-Albereien vergeudet. Demnach ist das Gezeigte eher subtiler Natur und nicht sonderlich grausam anzusehen. Es gibt Verbrennungen an der Hand und eingeätzte Wundmale zu sehen. In den letzten Minuten sterben einige der Protagonisten im hektisch geschnittenen Bilderhagel, wobei der Höhepunkt eine ziemlich schlecht animierte CGI-Verbrennungs-Sequenz sein dürfte. Hierzulande hat das für FSK16 gereicht.
 
 
 


 
 
 

THE QUIET ONES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The-Quiet-Ones-Bluray

(c) Ascot Elite

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Quiet Ones; USA/UK 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Featurette, Film Clip, B-Roll, Soundbites: Jared Harris, Sam Claflin, Erin Richards, Rory Fleck-Byrne, Olivia Cooke, John Pogue, Ben Holden, and Simon Oakes., UK Trailer, 2 US Trailer, TV Spots, Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 12.08.2014

 
 
 

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THE QUIET ONES – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Der letzte Exorzismus 2 (2013)
 
Possession – Das Dunkle in Dir (2012)
 
Besessen – Der Teufel in Mir (2012)


Filmreview: “Delivery: The Beast Within” (2013)

Delivery-The-Beast-Within-2013
 
 
 

DELIVERY: THE BEAST WITHIN

Story

 
 
 
Ein junges Paar erwartet ein Kind und wird von einem Kamera-Team begleitet, das eine Reality-Serie über die werdenden Eltern drehen möchte. Leider verläuft die Schwangerschaft nicht ohne Komplikationen, denn die zukünftige Mutter Rachel (Laurel Vail) vermutet das Böse im Leibe zu tragen …
 
 
 


 
 
 

DELIVERY: THE BEAST WITHIN – Kritik

 
 
 
Was waren das noch für Zeiten, als ambitionierte Horror-Macher der 80er so eigenständige und wegweisende Kult-Werke wie FROM BEYOND, EVIL DEAD, DIE FLIEGE oder DAS DING drehten und mit bahnbrechenden Spezialeffekten und raffinierten Ideen tausende Fans phantastischen Kinos in die Lichtspielhäuser locken konnten. Die Zeiten scheinen sich geändert zu haben, denn kreativen und innovativen Horror findet man auf der Leinwand immer seltener. Stattdessen ist das Kino die Schmiede meistgehasster Horror-Trends geworden, das nach einer nicht enden wollenden Reihe unnötiger Horror-Remakes seit einigen Jahren nun auch noch mit Found-Footage-Grauen quält. Mittlerweile haben sich die meisten Horrorfans von Wackelcam-Filmen im Multiplex sattgesehen. Darum geht es auch direkt auf dem Heimkinomarkt weiter, denn die meisten dieser Null-Budget-Produktionen werden ohnehin für den Videomarkt gedreht, damit unwissenden Käufern mit cineastischem Abfall das Geld aus der Brieftasche gezogen werden kann.
 
Die Erfolgsrezeptur von Polanskis Schauerfilm ROSEMARIES BABY (1968) scheint auch fast 50 Jahre nach Erscheinen für profitgierige Produzenten eine lukrative Angelegenheit zu sein, um daraus schnell noch einmal Millionen von Dollar herausschlagen zu können. Nach der Wackelcam-Schlafpille DEVIL’S DUE – TEUFELSBRUT (2014) und einer unnötigen TV-Miniserie zum Okkult-Klassiker aus dem Hause NBC gesellt sich DELIVERY: THE BEAST WITHIN, der nun ebenfalls um die Gunst der Horrorfans buhlt und dem Mystery-Kultwerk aus der Mache Polanskis recht ähnlich ist. Es geht um Rachel (LAUREL VAIL) und Kyle Massey (DANNY BARCLAY), denen zum Glück noch der gewünschte Nachwuchs fehlt. Als Rachel endlich schwanger ist, wird das Paar von einem TV-Team begleitet, das den werdenden Eltern fortan mit Kameras folgt, um über die Zeit während Schwangerschaft eine TV-Serie machen zu können. Leider bemerkt Rachel schon recht bald, dass in ihrem Bauch irgendwas nicht so läuft, wie sie es gern hätte. Der Hund spielt in ihrer Gegenwart verrückt, Albträume quälen sie und die werdende Mutter fühlt sich von einer bösartigen Präsenz bedroht. Aber auch das Kamera-Team berichtet über seltsame Vorkommnisse am Set. So entdeckt man auf Band unheimliche Geräusche und geheimnisvolle Symbole zieren den Wohnzimmerboden. Ein Parapsychologe soll Antworten liefern, denn scheinbar wandelt ein dämonischer Geist durch die Flure des neuen Heims, der auf Rachels Baby einen negativen Einfluss ausübt.
 
BRIAN NETT zeichnet für diesem Indie-Trip verantwortlich und hat auch gleich mit am Drehbuch geschrieben. DELIVERY: THE BEAST WITHIN stellt hierbei sein Regie-Debüt dar und ist im Vergleich zum jüngst erschienenen, thematisch ähnlichen DEVIL DUE die bessere Alternative. Grund hierfür ist die Art und Weise, wie er die Found-Footage-Zutat verpackt hat. Hier wird das Geschehen nicht trocken aus der Sicht von Überwachungskameras wie in PARANORMAL ACTVITY geschildert, sondern in Form eines Hinter-den-Kulissen-Feature zu einer TV-Reality-Soap, deren Pilotfolge in den ersten 20 Minuten über den Bildschirm flimmert. Die erinnert in ihrer quietschbunten Aufmachung an eine Episode der Reihe MTV TEEN MOMS nur mit dem Unterschied, dass in DELIVERY statt naiven Teenie-Müttern verantwortungsvolle Erwachsene mit der Kamera begleitet werden. Nach zwanzig Minuten zuckersüßem Allerlei kippt jedoch die heitere Stimmung ins Bedrohliche und der Zuschauer bekommt zusammengeschnittene Schnipsel serviert, die für die TV-Ausstrahlung keine Verwendung gefunden haben. Der Schwangerschaftsstress belastet das Verhältnis der werdenden Eltern erheblich und dem anfangs glücklichen Paar vgehen ähnlich wie in DARK CIRLES allmählich die Nerven durch. Da werden Kameramänner angepflaumt oder Verwandte des Hauses verwiesen, weil Vater Kyle im Trubel so langsam den Bezug zur Realität verliert. Die größte Belastung durchlebt jedoch Rachel, der zu Hause nicht nur die Decke auf den Kopf fällt, sondern unter dem Druck der komplizierten Schwangerschaft zu zerbrechen droht.
 
Selbstverständlich bekommt der Zuschauer auch den für Found-Footage-Machwerken bekannten Mystery-Schabernack geboten. Türen schlagen wie von Geisterhand zu, unheilvolle Stimmen sind auf Tonbändern zu hören und mysteriöse Atemwolken deuten auf eine dämonische Kraft im Haus hin. Ansonsten wird Gruselstimmung durch Interviews mit allen Beteiligten erzeugt, die vor der Kamera von unheimlichen Vorkommnissen berichten. Besonderes Augenmerk wird jedoch auf das Finale gerichtet, wenn die Geburt bevorsteht und der Zuschauer nun endlich wissen möchte, welche Brut da in Rachels Bauch das Licht der Welt erblicken wird. Lobenswerterweise muss man sagen, dass Regisseur BRIAN NETT das Ende recht geschickt inszeniert hat. Von computeranimierter Effekte-Macherei sieht er ab. Stattdessen wird Unheil durch Terror und Hektik verursacht. Das konsequente Ende tritt dem Zuschauer direkt in die Magengegend, weil es der Filmfan in derart ruppiger Weise vermutlich nicht vorausgeahnt hat. Auch wenn DELIVERY: THE BEAST WITHIN eigentlich nichts anderes ist, als eine moderne Neuinterpretation des besagten Klassikers von Roman Polanski, gehört NETTS Erstling zu einem der besseren Vertreter innerhalb des Wackelkamera-Genres. Der Streifen hält sich zwar weitestgehend an die typischen Shaky-Cam-Filmregeln, punktet aber durch sympathische Charaktere und der erfrischenden Idee, wie man die Wackelcam-Methode rechtfertigt, was dem Grusler Glaubwürdigkeit verleiht. Die wirkt durch das interessante Making-of-Gimmick niemals aufgesetzt und macht aus DELIVERY ein gruseliges Gänsehaut-Erlebnis für Freunde subtiler Schauergeschichten.
 
 
 


 
 
 

DELIVERY: THE BEAST WITHIN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
DELIVERY: THE BEAST WITHIN ist der bessere DEVIL’S DUE und ein beunruhigendes Gänsehaut-Erlebnis, das sich werdenden Eltern lieber nicht anschauen sollten. Newcomer BRIAN NETT hat mit seinem Erstling zwar dreist bei Polanskis ROSEMARIES BABY stibitzt, dafür aber eine überzeugend gespielte Fake-Dokumentation gedreht, die ganz friedlich beginnt und fast schon minutiös unbequemer wird. Zwar bedient sich auch DELIVERY den bekannten Wackelcam-Klischees, geht die Thematik jedoch etwas erfrischender an, als es die meisten Filme dieser Art tun. Das Treiben wird diesmal in Form einer Reality-Soap beschrieben, was NETT filmisch erstaunlich souverän abhandelt, zumal der Filmemacher ein talentiertes Verständnis für Tempo und Spannungsaufbau an den Tag legt. Zwischen fiktiven Interviews, gewöhnlichen Alltagssituationen und den nachvollziehbaren Ängsten frischgebackener Eltern mischt NETT reichlich Found-Footage-Terror, der sogar ab und an seine Momente hat. Wer immer noch nicht genug von wackeligen Bildern oder Totalausfällen der Kamera hat und sich von abrupt zuschlagenden Türen erschrecken lässt, ist auch bei DELIVERY: THE BEAST WITHIN bestens aufgehoben. Found-Footage-Hater werden auch mit diesem Streifen herzlich wenig anfangen können, zumal sogar gänzlich auf grafische Gewalt verzichtet wurde. Besonderes Augenmerk sei übrigens auf den makabren Schlussgag gerichtet. Der kommt äußerst unvorbereitet und ist deftiger Tobak. Zartbesaitete Zuschauer dürfte der unerwartete Schlag in die Magengegend erhebliche Probleme bereiten, denn ein schmalziges Happy End hat DELIVERY: THE BEAST WITHIN leider nicht zu bieten.
 
 
 


 
 
 

DELIVERY: THE BEAST WITHIN – Zensur

 
 
 
Gewalt ist in DELIVERY: THE BEAST WITHIN Mangelware. Bis auf das der Haushund von Protagonistin Rachel im Affekt erstochen wird, passiert nichts Grausames. Der Film richtet sich eher an Zuschauer, die subtiles Gänsehautvergnügen suchen. Eine FSK16 ist demnach aller Wahrscheinlichkeit zu erwarten.
 
 
 


 
 
 

DELIVERY: THE BEAST WITHIN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dark Circles (2013)
 
Rosemaries Baby (1968)
 
Die Wiege des Bösen (1974)
 
Unborn – Kind des Satans (1991)
 
Devil’s Due – Teufelsbrut (2014)


Filmreview: “Way of the Wicked” (2014)

way-of-the-wicked-2014
 
 
 

WAY OF THE WICKED

Story

 
 
 
Teenager Robbie (Jake Croker) ist neu an der Schule und eckt auch gleich bei den neuen Mitschülern an. Priester Henry (Christian Slater) vermutet den Antichristen, weil in Robbies Gegenwart die Kids sterben wie Fliegen …
 
 
 


 
 
 

WAY OF THE WICKED – Kritik

 
 
 
Der Leibhaftige ist zurück und versucht erneut auf der Erde für Chaos zu sorgen. Diesmal trifft es eine amerikanische Kleinstadt, die vom Bösen heimgesucht wird. CHRISTIAN SLATER spielt in WAY OF THE WICKED einen ehemaligen Priester, der die Fährte des Antichristen gewittert hat und alles daran setzt, ihm das Handwerk zu legen.
 
Vom hochgelobten NYMPHOMANIAC (LARS VON TRIER) zurück auf den Videomarkt; SLATER scheint keinen großen Wert auf die Qualität seiner Rollen zu legen. Seit den Erfolgen in den 80ern und 90ern tritt der Schauspieler vermehrt in günstig heruntergedrehten B-Movies auf oder hangelt sich von einem Serien-Auftritt zum nächsten. Am Horrorfilm scheint er aber Gefallen gefunden zu haben, denn seit geraumer Zeit sieht man SLATER immer mal wieder in trashigen Gruslern (wie THE ARK), die für den Videomarkt produziert wurden. Gleiches gilt übrigens auch für WAY OF THE WICKED, der sich als typisches Videofutter entpuppt und nichts Großes ist. KEVIN CARRAWAY zeichnet für den durchwachsenen Okkult-Thriller verantwortlich und hat mit dem Horror-Genre bereits erste Erfahrungen im Jahr 2012 sammeln können. Auch hier hat er schon einmal mit einem Ex-Hollywoodstar zusammengearbeitet und Schauspieler VAL KILMER für den unterirdischen 7 BELOW – HAUS DER DUNKLEN SEELEN gewinnen können. Der teilt mit SLATER ähnliches Schicksal und ist auch fast ausschließlich in Direct-to-Produktionen zu sehen ist.
 
Es geht um den smarten Teenager Robbie (JAKE CROKER), der neu an der Schule ist und sogleich den weiblichen Mitschülerinnen den Kopf verdreht. Auch Heather (EMILY TENNANT) freundet sich trotz erster Anlaufschwierigkeiten mit dem unnahbaren Fremden an und erobert sein Herz. Lover Greg (AREN BUCHHOLZ) findet das gar nicht lustig und weist den Neuen mit Faustschlägen in die Schranken – wenige Tage später ist Heathers Freund tot. Der grausame Mord macht Priester Henry (CHRISTIAN SLATER) stutzig, der bereits fünf Jahren zuvor einen ähnlichen Fall untersucht hat. Auch hier starb ein Klassenkamerad im Beisein Robbies, der auch gleich ins Visier der Polizei gerät. Cop John Elliott (VINNIE JONES) ist besorgt um das Wohl seiner Tochter Heather und nimmt sich den Burschen zur Brust. Der ist sich keiner Schuld bewusst und fordert den Gesetzeshüter mit spöttischen Sprüchen heraus. Für Priester Henry Grund genug in seinen modrigen Büchern zu schmökern. Darin stößt er auf eine alte Prophezeiung, die die Ankunft des Antichristen voraussagt. Horrorfans, die schon einige OMEN-Flicks gesehen haben, dürften vermutlich schnell ahnen wohin die Reise gehen wird: Der smarte Robbie wird als der Leibhaftige entlarvt und es kommt zum großen Showdown.
 
WAY OF THE WICKED ist mittelprächtige Dutzendware ohne nennenswerte Höhen und Tiefen. Nach dem Horror-Murks 7 BELOW – HAUS DER DUNKLEN SEELEN konnte Regisseur KEVIN CARRAWAY aber immerhin beweisen, dass er bestrebt ist sich weiterzuentwickeln zu wollen. Auch wenn der neuste Ausflug ins Horror-Milieu nicht der Rede wert ist, so ist WAY OF THE WICKED bedeutend besser als das was CARRAWAY bisher fabriziert hat. Einen großen Mehrwert bieten die Schauspieler, die für ein überraschungsarmes Machwerk wie WAY OF THE WICKED recht ordentlich agieren. VINNIE JONES legt zur Abwechslung sein Bad-Boy-Image ab und glänzt als fürsorgender Familienvater mit ungewöhnlich sanftem Schauspiel. Nach seinem Auftritt als grobschlächtiger Bösewicht in MIDNIGHT MEAT TRAIN eine schon sehr gewöhnungsbedürftige Wandlung, die ihm aber sichtlich gut zu stehen scheint. Ansonsten passiert in WAY OF THE WICKED nichts, was man nicht so schon in dutzenden von OMEN-Plagiaten gesehen hat. So müssen einige Kids sterben, die dem Auserwählten zu aufdringlich werden und Priester Christian „Henry“ Slater ist vehement damit beschäftigt Zuschauer und Protagonisten von seiner Theorie über die Ankunft des Antichristen zu überzeugen. Am Ende gibt den fürs Horror-Genre üblichen Überraschungs-Twist und einige atmosphärische Momente darf der Filmfan auch noch erleben. Ein wirkliches Must-See ist WAY OF THE WICKED mit Sicherheit nicht, es sei denn man hat ein Faible für austauschbare Geschichten, bei denen man das Gefühl nicht loswerden möchte, dass man sie in gleicher Form schon ziemlich oft auf der Mattscheibe hatte. Immerhin versteht es CARRAWAY wie kein anderer dumme Filme zu drehen, die unterhalten. Trotz banaler Geschichte kommt nämlich nie Langeweile auf, so dass sein durchwachsener Okkult-Trash zumindest neunzig Minuten schnörkellosen Kurzweil bietet. Wirklich viel hängen bleibt danach aber leider nicht. Aber welchem Horrorfilm neueren Datums gelingt das heutzutage eigentlich überhaupt noch?
 
 
 


 
 
 

WAY OF THE WICKED – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Der Klassiker DAS OMEN meets FEAR – WENN LIEBE ANGST MACHT. Temporeich inszenierter Okkult-Thriller für Fans unterhaltsamer B-Horror Movies, der trotz der ewig gleichen Leier von der Ankunft des Antichristen immerhin knapp neunzig Minuten solide unterhält. Nach einigen Rohrkrepierern hat sich Regisseur KEVIN CARRAWAY zwar wieder nicht mit Ruhm bekleckert, dafür aber einen rasanten Videomarkt-Trasher für Zwischendurch gedreht, der einige unterhaltsame Minuten verspricht. WAY OF THE WICKED beginnt wie jede x-beliebige Teenie-Schmonzette und entwickelt sich zügig zum Okkult-Mysterygrusler – freilich ohne derbes Gematsche. Ab Filmmitte hat der Streifen mit ein paar Hängern zu kämpfen, weil die Spannung aus dem Drehbuch radiert wurde; CARRAWAY findet aber schon bald das Gaspedal und tritt noch einmal kräftig durch. Am Ende gibt es einen überraschenden Storytwist und der Abspann flimmert über den Bildschirm. WAY OF THE WICKED ist schnörkellose Videounterhaltung für einen verregneten Sonntagnachmittag – mehr aber auch nicht.
 
 
 


 
 
 

WAY OF THE WICKED – Zensur

 
 
 
WAY OF THE WICKED dürfte hierzulande unbeschadet mit FSK16 in den Handel kommen. Bis auf einige blutige Nasen, einen Erntemaschinen-Mord und Augen, die durch Spiegelglas zerfetzt werden gibt es hier nur wenig Gewalt zu sehen.
 
 
 


 
 
 

WAY OF THE WICKED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Omen (2006) – Remake
 
Das Omen (1976)
 
Fear – Wenn Liebe Angst macht (1996)
 


Filmreview: “Alien Abduction” (2014)

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ALIEN ABDUCTION

Story

 
 
 
Keine Woche vergeht ohne weiteren Found-Footage-Film: Bei einem gemeinsamen Campingurlaub gerät eine unwissende Familie in die Fänge experimentiergeiler Aliens …
 
 
 


 
 
 

ALIEN ABDUCTION – Kritik

 
 
 
Eigentlich hätte aus ALIEN ABDUCTION ein ganz guter Film werden sollen, so zumindest versprach es der ansprechende Filmtrailer, der mit ausreichend Action und schockreichen Schreckensmomenten neugierig auf astreinen Sci-Fi-Terror gemacht hat. Die Enttäuschung naht jedoch mit Sichtung des fertigen Streifens, denn Regisseur MATTY BECKERMANN hat hier nicht nur üblen Found-Footage-Brei geköchelt; die besten Szenen bekommt der Zuschauer auch gleich in der hektisch zusammengeschnittenen Filmwerbung präsentiert. Wer schlau ist erspart sich daher die konfus gefilmte Alien-Geisterbahn, bei der das wackelige Geschehen von teils derart nervigen Störsignalen begleitet wird, dass man oftmals nicht so recht weiß, ob da gerade die eigene Glotze den Geist aufgibt oder BECKERMANN den mehr als nervenden Filmeffekt so gewollt hat. Auch wenn ALIEN ABDUCION kein sehenswerter Vertreter innerhalb des Found-Footage-Genres darstellt, so ist die zugrundeliegende UFO-Thematik immer noch unverbraucht genug, um das Interesse beim unerfahrenen Wackelcam-Freund zu wecken. Der dürfte vermutlich gleich zu Beginn Feuer und Flamme sein, schließlich brüstet sich auch ALIEN ABDUCTION damit, auf wahren Begebenheiten zu beruhen. Als Grundlage dienen Urbane Legenden von mysteriösen Lichterscheinungen am Himmel über Brown Mountain in der Region North Carolinas. Bis heute konnte nicht eindeutig geklärt werden, welchen Ursprung die sogenannten Brown Mountain-Lichter besitzen. Für BECKERMANN Grund genug, das Mysterium der seltsamen Himmelsereignisse auf außerirdisches Leben zurückzuführen, das in bescheidener Regelmäßigkeit auf der Erde landet, um sich ein paar Menschen zu krallen, damit an ihnen Experimente durchzuführt werden können. Ein paar ersponnene Interviews und Nachrichtensendungen im obligatorischen Found-Footage-Dokustil heucheln dem ahnungslosen Zuschauer fiktiven Realismus vor und berichten vom Verschwinden diverser Menschen, die im Jahr 2011 in der Gegend unter unerklärlichen Umständen verschollen sind. Bei einem selbsterklärenden Titel wie ALIEN ABDUCTION (was soviel heißt, wie die Entführung durch Außerirdischen) ahnt der Zuschauer natürlich sofort, dass hinter als dem Schabernack eine heimtückische Alienbrut steckt, die nichts Gutes im Sinn hat. Eine ahnungslose Familie bekommt das am eigenen Leibe zu spüren, die in der Gegend etwas Camping machen möchte und so den Außerirdischen direkt in die Arme läuft.
 
Der Horrorfan erlebt die Ereignisse aus der Sicht des authentisch veranlagte Riley Morris (RILEY POLANSKI), der den aufregenden Familienurlaub mit seiner Handkamera filmt und so den blanken Terror auf Film bannt. Erst sind es verlassene Autos, die viele Fragen aufkommen lassen. Später regnet es Krähen, was vor allem den unwissenden Eltern Sorgen bereitet. In einem dunklen Tunnel kommt es dann auch schon zur ersten Konfrontation mit den fremdartigen Kreaturen. Schnell ist die Spur gewittert und die Jagdsaison auf die Familienangehörigen eröffnet, die von nun an nach bekanntem 10-kleine-Jägerlein-Prinzip ins Raumschiff befördert werden. Viel bekommt der Zuschauer jedoch nicht zu sehen, denn sind die Aliens in der Nähe, fängt auch schon das Bild der Kamera fürchterlich an zu stören. Das mag zwar anfänglich geschickt getrickst sein, beginnt aber nach der zigsten Wiederholung ganz schnell an zu nerven, schließlich will man dann doch ein/zwei Aliens zu Gesicht bekommen. Filmemacher MATTY BECKERMANN (übrigens Produzent des Sci-Fi-Gruslers ISOLATON und dem Remake zu DAS EXPERIMENT) arbeitet für sein Regiedebüt ganz souverän die Checkliste üblicher Found-Footage-Standards ab und beweist weder Eigenständigkeit noch Mut, dem mittlerweile unbeliebten Subgenre neue und interessante Ideen einzuverleiben. Hat man schon einige Filme im Shaky-Cam-Format gesehen, überrascht das Gebotene in ALIEN ABDUCTION wenig. Das Wackelfiasko ist derart klischeebehaftet und vorhersehbar, dass die Langeweile nicht lang auf sich warten lässt. Zudem bleibt auch hier die Frage ungeklärt, wie ein kleiner Junge bei derart grausigen Erlebnissen noch in der Lage sein kann, das Erlebte konsequent durchdacht und perfekt ausgeleuchtet filmen zu können. Am Ende sitzen alle Familienmitglieder in der Falle, Riley schluchzt BLAIR WITCH PROJECT-like in die Kamera und wird als letzter im Bunde ins UFO gebeamt. Nachfolgend wird die Kamera aus dem Raumschiff zurück auf die Erde geschleudert, so dass der Zuschauer Zeuge eines aufregend dokumentierte Aufpralls auf der Erde wird – Übrigens, die besten Szene des gesamten Films, auch wenn unklar bleibt, wie die Kamera bei einem Fall aus mehreren Kiliometern Höhe immer noch funktionieren kann.
 
 
 


 
 
 

ALIEN ABDUCTION – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Rasant inszenierter und effektreicher Alien-Terrorfilm im Found-Footage-Gewand. Leider ist ALIEN ABDUCTION trotz interessanter Grundidee kein guter Vertreter des Wackelkamera-Genres, was vor allem an den ständig auftretenden Störsignalen liegt, die manchmal kaum erkennen lassen, was da auf der Mattscheibe überhaupt passiert. Zudem bekommt der Zuschauer kaum Aliens vor die Linse, was vermutlich mal wieder auf Kostengründen zurückzuführen ist. Aufgrund des reißerischen Titels und des herrlich ansprechenden Trailers enttäuscht das Gebotene auf ganzer Linie, denn Regisseur MATTY BECKERMANN ist ausschließlich damit beschäftigt, die Klischee-Liste für Wackelcam-Streifen nahezu akribisch abzuarbeiten. Am Ende fühlt man sich als Horrorfan doch sehr veräppelt, schließlich erwartet man bei einem vielversprechenden Titel wie ALIEN ABDUCTION eine fiese Alien-Hatz und keinen faulen Budenzauber, der statt Angst einzujagen durch künstlich verursachtes Kameragewackel schlimme Kopfschmerzen verursacht. Wir können nur abraten, denn ALIEN ABDUCTION ist eine gemeine Mogelpackung und Enttäuschung vor dem Herrn.
 
 
 


 
 
 

ALIEN ABDUCTION – Zensur

 
 
 
ALIEN ABDUCTION ist nicht nur ein mieser Film, sondern auch zurückhaltend mit Gewalt. Es gibt ein gebrochenes Rückgrat zu sehen und ein paar verdreht Augen. Das dürfte der FSK eine ungeschnittene FSK16-Freigabe Wert sein.
 
 
 


 
 
 

ALIEN ABDUCTION – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Absence (2013)
 
Cloverfield (2008)
 
Europa Report (2013)
 
Apollo 18 (2011)
 


Filmreview: “Haunt – Das Böse erwacht” (2013)

haunt-2013
 
 
 

HAUNT – DAS BÖSE ERWACHT

Story

 
 
 
Manche Türen sollte man einfach verschlossen halten. Für die Teenager Evan (Harrison Gilbertson ) und Sam ( Liana Liberato ) kommt die Warnung leider etwas zu spät, denn sie finden auf einem Dachboden einen mysteriösen EVP-Rekorder, mit dem man Kontakt zu den Toten aufnehmen kann. Der wird sogleich ausprobiert und weckt das Interesse eines rachsüchtigen Geistes …
 
 
 


 
 
 

HAUNT – Kritik

 
 
 
ACHTUNG: Kritik beinhaltet viele SPOILER!
 
 
 
Spuk- und Geisterfilme gehen im Kino eigentlich immer. Zuletzt haben THE CONJURING, SINISTER und INSIDIOUS ordentlich Kasse gemacht und den Produzenten Millionenumsätze beschert. Grund genug die Kuh fleißig weiter zu melken, denn solange der Horrorfan für Gruselstimmung anständig löhnt und sich an der Thematik nicht sattgesehen hat, gibt’s Gänsehaut-Feeling von der Stange auch weiterhin im Multiplex zu bestaunen. HAUNT – DAS BÖSE ERWACHT heißt der nächste Geisterstreich, der jetzt eifrig versucht im Fahrwasser der ganz Großen mitzuschwimmen. Hier ist bereits der Titel Programm, denn der verrät ganz ungeniert, wohin die Reise führen wird. Neuling MAC CARTER war am Werk. Der Mann hat eigentlich bisher keinerlei Erfahrungen im Filme drehen. Umso beachtlicher, was er mit seinem Debüt fabriziert hat. HAUNT – DAS BÖSE ERWACHT ist optisch eine Wucht. Das Ding macht alles andere als einen günstig produzierten Eindruck, wobei die visuelle Aufbereitung in Erinnerung bleibt, weil sie von viel Herzblut zeugt. Der Streifen schaut ziemlich hochwertig aus, was vor allem fürs Auge eine regelrechte Wohltat ist, weil man zuletzt einfach zu viele drittklassige Geisterfilme auf der Mattscheibe hatte, die mit unterirdischen Effekten und billiger Machart versucht haben, dem Horrorfan das hart verdiente Geld abzuknöpfen.
 
HAUNT – DAS BÖSE ERWACHT erzählt die Geschichte des 18-jährigen Teenagers Evan (HARRISON GILBERTSON), der mit seiner Familie ein ohnehin schon gruseliges Landhaus weit draußen im Wald bezogen hat. Als wäre das nicht schon schauerhaft genug, hat sich darin auch noch Tragisches ereignet, denn die Vormieter mussten auf gar mysteriöse Weise ihr Leben lassen. Auch Evan erfährt vom unheimlichen Morello Fluch, als er seine kesse Nachbarin Sam (LIANA LIBERATO) kennenlernt, die zusammen mit ihrem aggressiven Vater gleich um die Ecke lebt. Die berichtet ihm von unheimlichen Geschichten, die um das düstere Anwesen ranken und findet im Haus ach gleich eine alte EVP-Maschine, mit der man Kontakt zu den Toten aufnehmen kann. Kaum eingeschalten, kommen auch schon die ehemaligen Hausbewohner zu Wort. Die flüstern allerhand nicht deutbares Zeug und jagen den neugierigen Kids erst einmal eine Heidenangst ein. Doch mit dem Kontakt ins Totenreich haben sie auch die Aufmerksamkeit einer wütenden Kreatur auf sich gelenkt. Die huscht nun nachts im Haus umher und beginnt die Familie zu terrorisieren.
 
Die Geister, die sie riefen werden sie nun nicht mehr los. Regie-Newcomer MAC CARTER hat eine klassische Geistergeschichte gedreht, die sich den typischen Klischees des Haunted House-Genre bedient. Hierbei hat der Filmemacher vor allem Horrorfilme neueren Datums analysiert, um die darin gut funktionierenden Elemente auch für seinen Streifen nutzen zu können. Vor allem die Sache mit dem EVP (Electronic Voice Phenomenon) ist nicht gänzlich neu. Hier dürfte vermutlich der Mystery-Thriller WHITE NOISE aus dem Jahre 2005 als Vorlage gedient haben, in dem MICHAEL KEATON mit ähnlicher Technik die tote Ehefrau kontaktierte und dabei auch das Interesse böser Geister auf den Plan gerufen hat. Trotz Mangel an eigenen Ideen hat HAUNT – DAS BÖSE ERWACHT immerhin all das, was einen guten Gruseltrip ausmachen sollte. So dient ein düsteres Haus mit schicksalhafter Vergangenheit als Grundlage. Natürlich ist ebenfalls der böse Geist vorhanden, der den neuen Bewohnern das Leben zu Hölle macht und das obligatorische Rätsel darf selbstverständlich auch nicht fehlen, schließlich spukt die rastlose Seele nicht grundlos durch das Gemäuer. Gespukt wird übrigens reichlich und das nicht gerade zurückhaltend, denn von Spukhausfilmen ist man es ja mittlerweile gewohnt, dass man schön plakativ erschreckt wird. Das passiert natürlich auch in CARTERS Streifen, der zudem auch noch mit ziemlich guter Effektemacherei und einem hervorragend animierten Geist punkten kann. Dessen morbide Optik allein reicht schon aus, um genug Gänsehautmomente zu verursachen, die empfindsame Gemüter um den Schlaf bringen werden.
 
Wie es in Spukfilmen üblich ist, sind nicht alle Geister friedlicher Natur. Die verlorene Seele in HAUNT – DAS BÖSE ERWACHT hat ausschließlich Böses im Sinn, was nicht ganz unbegründet ist. Der Zuschauer erfährt im späteren Verlauf, dass die vorherigen Besitzer ganz eigene Methoden angewandt haben, um den Familienfrieden zu wahren. Da wurde flink die Affäre des Gatten um die Ecke gebracht, in eine kleine Nische auf den Dachboden geschleift und unter dem klapprigen Holboden verscharrt. Das ein so ungemütliches Grab gar keine Freude bereiten will, dürfte einleuchtend sein. Im Filmprolog erlebt der Zuschauer die Folgen des Verbrechens: Der Geist fordert Rache schlüpft in die Körper der Familienmitglieder und treibt diese in den Selbstmord – die vergilbten Autopsiefotos der Morde protokollieren die Unberechenbarkeit der vergeltungssüchtigen Kreatur. Natürlich soll gleiches Schicksal nun auch den neuen Hausbewohnern ereilen, schließlich hat der Geist gerade eine “Mordslaune” bekommen. Ziel ist Teenager Evan, der zuvor mit Nachbarin Sam das Spukwesen genau in jener Kammer kontaktiert hat, in welcher die sterblichen Überreste des boshaften Geistes begraben liegen.
 
Leider hapert es in HAUNT – DAS BÖSE ERWACHT ganz schön oft mit der Spannung, denn auch wenn das Filmchen visuell bemerkenswert stimmig umgesetzt wurde, muss MAC CARTER in Zukunft etwas am Aufbau feilen. Immer dann, wenn der Streifen an Fahrt und Atmosphäre gewinnt, bremst sich der Streifen selbst aus. Viel zu oft zieht der Regisseur die Notbremse und zerstört das zuvor langsam aufgebaute Grusel-Feeling durch eine deplatzierte Liebesgeschichte zwischen seinen pubertierenden Hauptdarstellern. CARTER, selbst großer Horror- und Comicfan, fand die Idee eine Liebesgeschichte in einen Geisterfilm zu implementieren durchaus reizvoll und war von der Idee geradezu besessen aus dem Script eine Art Romeo und Julia-Horrorstory zu basteln. Während der Dreharbeiten lies er sich von Tomas Alfredsons Vampirdrama LET THE RIGHT ON IN inspirieren, in dem sich eine Liebelei zwischen Mensch und Vampir entwickelte. Selbstverständlich wird die Kombination aus Kitsch und Grusel dem angestrebten (jugendlichen) Zielpublikum keine Sorgen bereiten; der alteingesessene Horrorfan jedoch dürfte bei soviel deplatzierten Liebesgeturtel nur mit dem Kopf schütteln.
 
 
 


 
 
 

HAUNT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
HAUNT – DAS BÖSE ERWACHT ist visuell über jeden Zweifel erhaben. Der Streifen ist zwar ein waschechter Indie, erinnert in seiner wunderbaren Optik jedoch an aktuelles Mainstream-Horrorkino Marke SINISTER, INSIDIOUS oder THE CONJURING. Da will man irgendwie gar nicht so recht glauben, dass Macher MAC CARTER zuvor noch nie einen Spielfilm gedreht haben soll und es sich bei HAUNT – DAS BÖSE ERWACHT um ein Debüt handelt. HAUNT ist schockreicher Geisterhorror und garantiert nix für Weicheier, wäre da nicht dieses unbrauchbare Liebesgeflatter zwischen den pubertierenden Hauptdarstellern. Das macht den Streifen leider ziemlich madig, zumal sich HHAUNT – DAS BÖSE ERWACHT immer wieder selbst ausbremst, weil sich CARTER immer wieder auf die Liebesgeschichte seiner Helden konzentriert, anstatt sich verstärkt mit der Gruselei zu beschäftigen. So ist HAUNT zwar immer noch ein schauerhaft-unterhaltsames Spukpaket, das qualitativ mit aktuellen Grusel-Kinohits vergleichbar ist; bei dem aber viel mehr möglich gewesen wäre, hätte sich Regisseur MAC CARTER auf der Wesentliche konzentriert: Das Erschrecken und Angst einjagen. Nichtsdestotrotz kann man von CARTER in Zukunft Großes erwarten. Der Regisseur ist selbst leidenschaftlicher Horrorfan und wird wie viele seiner Regie-Kollegen ausschließlich Genrefilme drehen. Wenn man sich HAUNT – DAS BÖSE ERWACHT so anschaut, kann man nur ganz ungeduldig darauf warten, was der Newcomer demnächst noch alles aus dem Ärmel schütteln wird. Zwar ist der Erstling nun wahrlich nicht perfekt, dafür aber immer noch besser als das, was man selbst von alteingesessenen Filmemachern zuletzt vorgesetzt bekommen hat.
 
 
 


 
 
 

HAUNT – Zensur

 
 
 
HAUNT – DAS BÖSE ERWACHT setzt wie die meisten Filme dieser Art vordergründig auf subtilen Schauer und jede Menge Schocks. Es gibt zwei kurze Gewaltmomente. Einmal fällt ein Mann kopfüber von einer Treppe und bricht sich das Genick. In einer anderen Szene schlägt eine Protagonisten mit dem Hammer auf den Kopf des Filmhelden ein. In Amerika hat das für ein RATED R gereicht, in Deutschland hat der Film eine ungeschnittene FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

HAUNT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Haunt-2013-blu-ray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Haunt; USA 2013

Genre: Thriller, Horror, Drama

Ton: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Englisch (DTS-HD MA 5.1)

Untertitel: Keine

Bild: 2.40:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover (ohne FSK-Flatschen)

Extras: Keine

Release-Termin: 27.06.2014

 
 
 

Haunt [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 
 


 
 
 

HAUNT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Insidious (2010)
 
The Conjuring (2013)
 
Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)
 
Poltergeist (1982)
 
Wite Noise (2005)
 


Filmreview: “The House of the End Times” (2013)

The House Of The End Times
 
 
 

THE HOUSE OF THE END TIMES

Story

 
 
 
Eine Familie erlebt in ihrem Haus den ultimativen Terror. Die Kinder verschwinden auf unerklärliche Weise, der Vater kommt unter ominösen Umständen ums Leben und Hausfrau Dulce (Ruddy Rodríguez) wird für das Chaos zur Verantwortung gezogen. Sie sucht nach Antworten und findet heraus, dass ein gut gehütetes Geheimnis um das vermeintlich sichere Heim rankt …
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE OF THE END TIMES – Kritik

 
 
 
Es gruselt wieder. Diesmal jedoch auf venezolanisch und das auch noch zum allerersten Mal in der Geschichte des Landes. LA CASA DEL FIN DE LOS TIEMPOS heißt das grandiose Stück Gänsehaut aus Venezuela und ist der beste Beweis dafür, dass guter Horror schon längst nicht mehr nur aus der Traumfabrik kommt. In der internationalen Horrorszene brodelt es und das gewaltig. Da kochen unerfahrene aber höchst ambitionierte Filmregisseure mit allerlei experimentellen Zutaten extravagante Süppchen, so dass nicht selten der Gaumen des Horrorfans Samba tanzt, wenn er Horrorstreifen aus fernen Ländern zu sehen bekommt. Hat man dann erst einmal Gefallen am Unkonventionellen gefunden, fällt es schwer den ewig gleichen Gewohnheitsfraß aus Hollywood zu goutieren, schließlich wird dort meist bevorzugt Altbekanntes immer nur neu und anspruchslos aufgewärmt. Nachwuchsregisseur ALEJANDRO HIDALGO macht all das richtig, was man eigentlich als Neuer in der Filmwelt beachten sollte. Der weiß nämlich, dass Horror dafür da ist, um Angst einzujagen. Zudem hat er eine wirklich gute Geschichte zu Papier gebracht, an der sich Gurkenzüchter wie M.NIGHT SHYAMALAN (THE VILLAGE, AFTER EARTH) ein Beispiel nehmen sollten. Letzterer hat ja ein goldenes Händchen dafür qualvoll-dumme Mystery-Thriller zu drehen, die den Zuschauer mit abstrusen und nahezu peinlich-beschämenden Überraschungsplots quälen. Hätte der einst talentierte Regisseur Leute wie ALEJANDRO HIDALGO an der Hand gehabt, SHYAMALAN müsste sich heute nicht für seine ach so strunz-doofen Machwerke schämen.
 
LA CASA DEL FIN DE LOS TIEMPOS orientiert sich in seiner Machart an die Anfangsgrusler des berüchtigten SHYAMALAN, der im Jahr 1999 mit seinem THE SIXTH SENSE einen Filmhit landete und quasi den wendungsreichen Horrorfilm mit Überraschungsmoment zurück in die Kinosäle holte. Ähnlich überraschend geht es auch in THE HOUSE OF THE END TIMES (so die amerikanische Titelkreation für den internationalen Markt) zu. Der Film beginnt wie einer dieser typischen Geisterfilme und versucht den Zuschauer mit plötzlich schließenden Türen, schemenhaften Gestalten und merkwürdigen Geräuschen zu erschrecken. Was aber anfänglich austauschbaren Spukhorror vermuten lässt, entpuppt sich am Ende als wahrlich klug ersponnener und clever verschachtelter Mystery-Horror, der mit Geistern rein gar nix am Hut hat, sondern eher in der Zeitschleifenproblematik verschachtelt ist.
 
Im Mittelpunkt von THE HOUSE OF THE END TIMES steht eine kleine Familie, die vor fünf Jahren eine alte Villa bezogen hat. Günstig war das Haus gewesen, drum wurde es schnell erworben. Jetzt muss die Rechnung für den niedrigen Kaufpreis gezahlt werden. Eines Nachts passieren seltsame Dinge. Die Kinder müssen mal wieder hungrig ins Bett, weil Vater Juan José (GONZALO CUBERO) partout keine Arbeit findet, um die leeren Mägen füllen zu können. Es kommt zum Streit zwischen den Eltern und das Familienoberhaupt verlässt wutentbrannt das Schlafzimmer. Was folgt lässt sich nicht erklären: Seltsame Schatten huschen durch die Gänge, die Kinder verschwinden unter mysteriösen Umständen, der Vater wird erdolcht im Schlafzimmer vorgefunden und Mutter Dulce (RUDDY RODRíGUEZ) wird für die unerklärlichen Vorkommnisse zur Verantwortung gezogen. Als sie nach 30 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen wird, kehrt sie ergraut und gebrechlich an den Ort der Geschehnisse zurück. Noch immer herrscht hier eine Aura grausigen Unbehagens und mysteriöse Erscheinungen ängstigen die traumatisierte Dulce zu Tode. Die ältere Dame wird schon bald von der schicksalsreichen Vergangenheit eingeholt, fasst jedoch allen Mut zusammen und beginnt die Geheimnisse des geschichtsträchtigen Gebäudes zu entschlüsseln. Bei ihren Untersuchungen stößt sie auf ein Mysterium, für das sie keine plausiblen Erklärungen findet kann.
 
Welchen Mehrwehr so eine sorgfältig und gut durchdachte Geschichte doch haben kann. THE HOUSE OF THE END TIMES ist einer jener Filme, die auch ohne großes Blutvergießen auskommen und fast gänzlich auf Effekthascherei verzichten. Hier wird mit minimalistischen Mitteln maximales Grauen verursacht. Sei es die morbid-farblose Kulisse, die oft an spanisches Horrorkino erinnert und düstere Gruselwerke wie JULIA’S EYES (2010) oder THE DEVIL’S BACKBONE (2001) ins Gedächtnis zurückkehren lassen. Oder die detailreich durchdachte Story, die den Zuschauer häppchenweise mit Informationen versorgt, aber nie zuviel verrät. Echte Spannung zeichnet sich hier ab, die sich konsequent durch den gesamten Film zieht. ALEJANDRO HIDALGO jongliert mit Rückblenden, schließlich sind viele Antworten der rätselhaften Story in der Vergangenheit zu suchen. Demnach bewegt sich die kleine Geschichte lückenhaft zwischen den Zeitebenen. Wir erfahren, was sich einst zugetragen hat und welch seelische Qualen Mutter Dulce nach der Haftentlassung erleiden muss. Am Ende wird eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart geschlagen bei der das Haus eine wichtige Schlüsselfunktion einnimmt. Aus anfänglichen Plot- und Logiklöchern ergibt sich ein plausibles Ganzes, wobei man Macher ALEJANDRO HIDALGO für das wirklich intelligente Drehbuch loben muss, das er da selbst verfasst hat.
 
Was wäre, wenn wir die Zeit beeinflussen könnten. Eine Frage, die sich vermutlich ein jeder schon einmal gestellt haben dürfte. THE HOUSE OF THE END TIMES ist Indie-Horror, der sich die Frage zueigen macht und sie auf ganz eigene Weise versucht zu interpretieren. Für seinen ersten Gruselhit könnte Regie-Debütant ALEJANDRO HIDALGO die international erfolgreiche RUDDY RODRíGUEZ gewinnen, die nicht nur gern gesehene Kino, TV- und Theaterschauspielerin ist, sondern auch als gefragtes Model in den 80ern Karriere machte. Für THE HOUSE OF THE END TIMES läuft sie noch einmal auf Hochform auf, lässt sich vom Make-up-Team um Jahrzehnte älter schminken und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise voller Überraschungen. ALEJANDRO HIDALGOS Erstling ist willkommen abwechslungsreicher Horror mit einem Schuss Mystery, der zwar auf falsche Fährten lockt, den Zuschauer aber nie an der Nase herumführt. Wenn das Rätsel am Ende gelüftet wird und der Abspann über die Mattscheibe flimmert, dürfte sich der ein oder andere Filmfreund einen Wolf freuen, weil er soeben einen außergewöhnlich guten Film gesehen hat, von dem er dringend seinen Freunden erzählen muss. Wir haben uns schon lange nicht mehr so “unheimlich” gut unterhalten gefühlt. Von daher gibt’s vom FILMCHECKER das Prädikat: Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE OF THE END TIMES – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Regie-Neuling ALEJANDRO HIDALGO wirft Klischees über Bord und bringt angenehm schauriges Horrorfutter in die Heimkinos bei dem sich der Horror vornehmlich im Kopf des Zuschauers abgespielt. Sein Debüt ist einer der besten Gruselstreifen der letzten Jahre von denen es in der Vergangenheit dank Found Footage und PARANORMAL ACTIVITY einfach viel zu viele gegeben hat. Der erste, in Venezuela produzierte Horrorfilm beeindruckt mit subtiler Schauerstimmung, morbider Atmosphäre und bedrückenden Bildern. Die erinnern in ihrer farblosen Tristesse ziemlich oft an viele spanische Horrorwerke jüngeren Datums, die ja bekanntlich weniger durch Gewalt- und Blutexzesse, als vielmehr durch unheimliche Momente und düstere Bildkompositionen aufgefallen sind. THE HOUSE OF THE END TIMES überzeugt mit einem penibel ausgearbeiteten Drehbuch, überraschenden Wendungungen und konsequentem Spannungsbogen. Das FILMCHECKER-Team war angetan und meint: Wer THE HOUSE OF THE END TIMES verpasst ist selber schuld!
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE OF THE END TIMES – Zensur

 
 
 
LA CASA DEL FIN DE LOS TIEMPOS oder THE HOUSE OF THE END TIMES (so wie er international genannt wird) ist ein subtiler Gruselfilm, der eher durch unheimliche Stimmung und permanente Spannung unterhalten möchte. Hier gibt es nur ein Messer im Rücken zu sehen – das war’s auch schon an Gewaltmomenten. THE HOUSE OF THE END TIMES dürfte locker mit dem blauen 16er-Stempel durch die FSK kommen.
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE OF THE END TIMES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mama (2013)
 
The Sixth Sense (1999)
 
The Devil’s Backbone (2001)
 
Darkness (2002)
 
Fragile – A Ghost Story (2005)
 
Das Waisenhaus (2007)
 


Filmreview: “Flowers in the Attic” (2014)

Flowers-in-the-Attic-2014-Lifetime
 
 
 

FLOWERS IN THE ATTIC

Story

 
 
 
Die geldgeile Corrine (Heather Graham) sperrt ihre vier Kinder jahrelang auf dem Dachboden der Großeltern ein, damit sie die Zuneigung und das Vertrauen des eigenen Vaters zurückgewinnen kann. Der liegt im Sterben und hat seine Tochter aus dem Nachlass gestrichen hat, weil die vor Jahren dessen Halbbruder geheiratet hat …
 
 
 


 
 
 

FLOWERS IN THE ATTIC – Kritik

 
 
 
Im TV tut sich was, vor allem in den USA, wo Serien nicht selten Kinoqualität erreichen und oftmals sogar erfolgreicher sind, als manch teurer Blockbuster im Lichtspielhaus. Einige prominente Leinwandsternchen scheinen den Trend erkannt zu haben und lassen sich hin und wieder dazu verleiten, parallel zu ihren Kinoproduktionen auch mal in unbedeutenden Fernsehfilmen und TV-Serien aufzutreten, schließlich sind so kleine Gastrollen im anspruchslosen Trivial-TV recht lukrative Geldquellen. HEATHER GRAHAM macht’s nun auch und verkörpert mal nicht das kleine, heiße Püppchen, das das männliche Publikum vor allem in Werken wie BOOGIE NIGHTS (1997), KILLING ME SOFTLY (2002) und HANGOVER (2009) mit sexy Kurven vernebeln konnte. Fürs Fernsehen distanziert sich die GRAHAM mal vom auf dem Leib geschriebenen Hot-Girl-Image und schlüpft stattdessen in die Rolle einer geldgeilen Mutter, die zugunsten von Wohlstand und Luxus das Leben der eigenen Kinder in Gefahr bringt. FLOWERS IN THE ATTIC heißt das Gruselstück und ist nun bereits schon die zweite Verfilmung des gleichnamigen Besteller-Romans von VIRGINIA CLEO ANDREWS. Der wurde nämlich schon einmal im Jahr 1987 ins Kino gebracht und hierzulande unter der Titelneuschöpfung BLUMEN DER NACHT ausgewertet.
 
Im Film geht es um Mutter Corrine (HEATHER GRAHAM), die zusammen mit ihrem Mann und den vier gemeinsamen Kindern ein Leben wie im Bilderbuch führt. Leider gerät die heile Welt recht schnell aus den Fugen, als Vater Christopher bei einem Autounfall tödlich verunglückt. Nun ist guter Rat teuer, denn der hohe Lebensstandard soll ja schließlich beibehalten werden. Weil Geld im Leben nun mal wichtig ist, zieht die junge Witwe mit den Kids zu den wohlhabenden Eltern in ein riesiges Anwesen. Corrine hat nämlich erfahren, dass ihr Vater im Sterben liegt und ein üppiges Testament zu Papier gebracht hat. Leider wurde die habgierige Tochter aus dem Erbe gestrichen, weil sie einst des Vaters Halbbruder geheiratet hat. Damit sie das Vertrauen des bald Sterbenden zurückgewinnen kann, werden die Kinder gezwungen auf dem Dachboden zu hausen, weil der Vater nichts vom Nachwuchs wissen darf. Unter dem strengen Regime der dominanten Großmutter vergehen Monate ohne Kontakt zur Außenwelt. Als die einst regelmäßigen Besuche von Mutter Corrine plötzlich ausbleiben und die Kinder aus unerklärlichen Umständen krank werden, ahnen die Kids, dass ihre Mutter ein ganz böses Spiel mit ihnen spielt.
 
Nach amerikanischen Sendern wie AMC, CHILLER oder SHOWTIME glänzt nun auch US-Kanal LIFETIME durch Selbstgebasteltes, das sich souverän ins Ausland verkaufen lassen dürfte. Auch wenn sich für Kenner der Originalverfilmung und des vielverkauften Buches mal wieder nicht der Grund für diesen Neuaufguss erschließen lässt, überrascht doch die kurzweilige Erzählweise, die dem Fan düsterer Psychothriller einige packende Minuten verspricht. Die unangenehme Problematik ist der Grund, denn die schafft es den Zuschauer direkt in ihren Bann zu ziehen. Bereits Filme wie JACK KETCHUM’S EVIL (2007), AN AMERICAN CRIME (2007) oder THE AFFLICTED (2010) haben auf recht zweifelhafte Weise Verbrechen innerhalb der Familie zum Thema gemacht, wobei jene Filme mit ihrer teils sehr schroffen Zurschaustellung menschlicher Abgründe in Form von abstoßender Gewalt für ein eher genreverliebtes Publikum angedacht waren. Das Remake zu FLOWERS IN THE ATTIC hält sich da dezent zurück und setzt vermehrt auf subtile Psychoquälerei, die vor allem von Großmutter Olivia (grandios beängstigend verkörpert von ELLEN BURSTYN) in Form von Demütigungen, boshafter Verachtung und religiösem Fanatismus gegenüber den vier liebreizenden Kindern eingesetzt wird, welche von ihr hasserfüllt als die „Ausgeburten des Teufels“ bezeichnet werden. Mutter Corrine scheint in ihrer Kindheit eine äußerst strenge und diktatorische Erziehung genossen zu haben, die sie nun ein weiteres Mal durchleben muss, scheut doch die Großmutter nicht davor die Tochter vor den Augen ihrer vier Kinder abschreckend bloßzustellen.
 
HEATHER GRAHAM spielt hier mal was ganz anderes. Die knappe Strip-Uniform hängt sie kurzum an den Nagel, bürstet das Haar akkurat und zwängt sich mit ihren (kleinen) Schauspielkollegen in fast schon biedere 1950er Klamotten. Mit fast schon schrulligem Overacting spielt sie hier eine herzlose Mutter, die sich im Verlauf des Streifens von der sorgenden Schutzbefohlenen zur habgierigen Schmuckelster verwandelt. Im Unterschied zur Erstverfilmung von JEFFREY BLOOM hält sich die aktuelle Adaption etwas präziser an den düsteren Roman, mit welchem VIRGINIA CLEO ANDREWS im Jahre 1979 ihr Debüt feierte und letztendlich auch den Beginn ihrer fünfteiligen FOXWORTH SAGA einläuten konnte. Das Buch sorgte seinerzeits vor allem der Thematisierung von Inzucht und Sadomasochismus wegen für reichlich Gesprächsstoff, schließlich wird hier eine inzestuöse Entwicklungen zwischen den älteren Geschwistern beschrieben, die sich im Rahmen ihres sexuellen Reifeprozesses und der jahrelangen Gefangenschaft auf dem Dachboden Schritt für Schritt näher kommen. Leider wird der Tabubruch ebenso wie in der BLOOM-Verfilmung mit eher zurückhaltender Distanz betrachtet, was mal wieder daher rührt, weil man derart heikle Themen natürlich nicht so ungeniert im amerikanischen TV abhandeln kann, schließlich handelt es sich bei FLOWERS IN THE ATTIC um einen Fernsehfilm für die ganze Familie. Dennoch funktioniert der Psychotrip gerade aufgrund seiner fast schon zwanghaften Zurückhaltung bebilderter Tabubrüche. Gewalt passiert wenn nur im Off und die Liaison zwischen Bruder und Schwester wird mit fast schon kindlicher Naivität in zaghafte Bilder getaucht. Unterm Strich ist FLOWERS IN THE ATTIC kein dummes Filmchen und das trotz mangelndem Mord und Totschlag. Die Kulisse ist zermürbend und die kleinen Jungdarsteller meistern ihre Sache souverän. Zwar lässt sich die GRAHAM recht selten sehen, dafür sorgt aber Großmutter Olivia für Zucht und Ordnung. Betritt die nämlich den Raum sinkt die Temperatur rapide unter die Nullgradgrenze.
 
 
 


 
 
 

FLOWERS IN THE ATTIC – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Romanverfilmung die Zweite: Bereits zum wiederholenden Male wird der Besteller-Roman FLOWERS IN THE ATTIC für den lesefaulen Suspense-Fan für die Mattscheibe aufbereitet. Im Gegensatz zur Adaption aus dem Jahre 1987 hält sich das von DEBORAH CHOW fürs amerikanische TV gedrehte Remake weitaus genauer an die Buchvorlage. Gruselstimmung ist garantiert, vor allem dann, wenn ELLEN BURSTYN als boshafte Großmutter den Dachboden betritt, um die eingesperrten Kinder zu bestrafen. Trotz guter Ansätze erreicht FLOWERS in THE ATTIC nicht einmal annähernd die Kontroverse, welche seinerzeits der Roman verursacht hat. Der Film ist schick gefilmt, spannend inszeniert und überrascht durch wirklich gute Schauspieler (KIERNAN SHIPKA als ältere Schwester Cathy erinnert doch etwas arg an EMMA WATSON), hätte aber ein Müh mutiger und vor allem einen Tick ruppiger sein können. Da es sich hier aber um fürs TV gedrehte Unterhaltung handelt, muss man mit eher seichtem Gewaltpegel leben. Trotz allem gibt es aber mit FLOWERS IN THE ATTIC eine durchweg unheimliche und spannende Familientragödie zu sehen, die wie einst der Roman eine äußerst unangenehme Botschaft an den Zuschauer bringt, über die es lohnt im Anschluss zu diskutieren.
 
 
 


 
 
 

FLOWERS IN THE ATTIC – Zensur

 
 
 
FLOWERS IN THE ATTIC ist ein fürs amerikanische TV gedrehter Psychothriller, mit dezenten Horrorelementen. Blut und derbe Gewalt gibt es hier nicht zu sehen. Das Grauen spielt sich hauptsächlich im Kopf des Zuschauers ab. Wird es dann doch einmal kurz unangenehm, blendet die Kamera weg. FLOWERS IN THE ATTIC wird in Deutschland vermutlich ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben werden.
 
 
 


 
 
 

FLOWERS IN THE ATTIC – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
An American Crime (2007)
 
Another American Crime (2010)
 
Jack Ketchum’s Evil (2007)
 
Blumen der Nacht (1987)
 


Filmreview: “Mara – The Killer Inside” (2013)

mara-the-killer-inside-2013
 
 
 

MARA – THE KILLER INSIDE

Story

 
 
 
Jenny (Angelica Jansson) muss ihr Trauma aufarbeiten. Als Kind musste sie miterleben, wie die depressive Mutter den Vater ermordet hat. Damit sie sich ihren Ängsten stellen kann, reist sie mit einigen Freunden zum Ort des Geschehens. Dort passieren jedoch bald seltsame Dinge. Liegt es daran, dass die Mutter in jüngster Vergangenheit aus der Anstalt entlassen wurde und nun zurückgekehrt ist. Oder sind die Ursachen hierfür wo ganz anders zu suchen?
 
 
 


 
 
 

MARA – Kritik

 
 
 
Es passiert nicht selten, dass sich der Filmfreund nach dem “Warum” fragt und unentwegt nach Antworten sucht, weshalb Filme wie MARA – THE KILLER INSIDE gedreht und sogar auf Blu-ray und DVD gepresst werden müssen. Der schwedische Low-Budget-Indie ist nämlich mal wieder so ein dreister Zeiträuber, der nix anderes zu bieten hat außer nervenzerfetzender Langeweile und viel Lärm um eigentlich nix. Man sollte sich nicht vom aufgebläht deutschen Titel irritieren lassen, denn der ist mal wieder so was von unglücklich gewählt, dass er dem Zuschauer schon einmal vorab vom überraschenden Filmtwist berichtet auf den MARA letztendlich hinauslaufen will. Okay, Butter bei die Fische. Man muss keine Horror-Leuchte sein, um bereits nach nur wenigen Minuten zu erahnen, wohin das Treiben im MARA führen wird. Die drei Macher AKE GUSTAFSSON, FREDRIK HEDBERG und JACOB KONDRUP haben hier einen rudimentären Grundplot zu Papier gebracht, der den Zuschauer irgendwie auf falsche Fährten locken soll. Leider scheitert es mal wieder an der vollkommen unspektakulären, lahmen und vor allem ideenlosen Machart, dass jedwede Überraschungsmomente im Keim erstickt werden. Da wird von einer psychisch labilen Mutter gefaselt, die den Gatten vor Ewigkeiten aus Eifersucht ermordet haben soll und anschließend Jahre in einer geschlossenen Anstalt verbringen musste. Seither leidet Tochter und Filmheldin Jenny (ANGELICA JANSSON) unter quälenden Angstzuständen und hat mit nahezu täglichen Albträumen zu kämpfen in denen sie allerhand blutiges Zeug erlebt. Um Erlebtes zu verarbeiten reist sie mit einigen Freunden zu genau jener Hütte in der sie als Kind dem grausamen Ereignis beiwohnen musste. Doof nur, dass plötzlich komische Dinge passieren und Jenny von der Entlassung der Mutter erfährt.
 
Wenn eine junge, hübsche Heldin Unmengen Pillen in sich hineinschaufelt weiß der geübte Horrorfilmseher, dass da meistens so einiges im Argen liegt. Und wenn die Protagonistin dann auch noch bei schummrigem Licht mit ihrem Psychologen plaudert, dürfte es wohl niemanden verwundern, wenn ein anfänglich hilfloses Opfer recht bald zum gemeingefährlichen Killer mutiert. Das schwedische Playboy-Model (ahja!) ANGELICA JANSSON spielt hier wenig glaubwürdig ein traumatisiertes Mädchen, das mit so einigen Erinnerungslücken zu kämpfen hat und den Zuschauer mit allerhand ungeschickten Flashbacks durch ein ereignisloses Filmchen quält. Vielleicht wäre es besser gewesen, die kühne Schönheit hätte sich auf das konzentriert, was sie auch wirklich gut kann – schauspielern gehört nämlich leider nicht dazu. Gleiches gilt ebenfalls für das Regie-Trio um AKE GUSTAFSSON, das MARA nicht nur gedreht und geschrieben, sondern auch gleich noch produziert hat. Trotz magerer Laufzeit von knapp über einer Stunde ist ihr Psycho-Ding immer noch viel zu lang geraten, was nicht gerade für die drei Macher spricht. Die Charaktere sind flach, die Geschichte holprig und die deutsche Synchronisation mal wieder ungnädig stumpfsinnig. Da fragt man sich glatt, was Rechteinhaber MARITIM PICTURES dazu bewegt haben muss, den überhaupt nicht gelungenen MARA – THE KILLER INSIDE in den Einkaufkorb zu legen. Wer sich nur die Perlen unter den Horror-Indies aussucht, sollte sich möglichst genau überlegen, ob er sich diese Horror-Gurke ins Regal stellen will. Denn trotz angepriesener Folterei auf dem Cover bleibt das erhoffte Tortur-Gematsche aus. Zumindest können sich die Macher des Blu-ray-Einlegers auf die Schulter klopfen. Denn wer mit derart irreführenden Marketing-Methoden Umsätze generiert und den Horrorfan zum Kauf animiert, kann nur Meister seines Faches sein.
 
 
 


 
 
 

MARA – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Langweiliger Indie-Horror aus Schweden, der mit permanenter Ereignislosigkeit und viel zu viel Leerlauf zu kämpfen hat. Wirklich interessant wird es nie, was vor allem daran liegen mag, dass dem Film eindeutig der gewisse Biss fehlt. Die Charaktere sind flach, die Geschichte unspektakulär und die auf dem Cover beworbene Folterei bleibt auch aus. Was lernen wir daraus? Vertraue nie einem werbegeilen Photoshop-Cover, sondern einzig der Horror-Kompetenz des FILMCHECKER-Team! ;-)
 
 
 


 
 
 

MARA – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von MARA – THE KILLER INSIDE ist ungeschnitten und wurde ab 18 Jahren mit KJ-Einstufung freigegeben. Sonderlich blutig ist der Film nicht, so dass die Freigabe nicht verwundert.
 
 
 


 
 
 

MARA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
mara-the-killer-inside-bluray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mara; Schweden 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Schwedisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch Dolby Digital 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080i)

Laufzeit: ca. 77 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Casting, Interview, Trailer

Release-Termin: 28.01.2014

 
 
 
Die Veröffentlichung von Indie-Horrorfilmen scheint sich in letzter Zeit zu einer lukrativen Einnahmequelle hier in Deutschland entwickelt zu haben. Kleine Genrelabel wie MARITIUM PICTURES, SAVOY FILM oder EDEL GERMANY werfen jene ungeschliffenen Grusler fast schon täglich in den Handel, wobei der Horrorfilmfan nicht selten Abstriche in der Technik machen muss. Beim vorliegenden MARA – THE KILLER INSIDE ist das nicht anders. Man merkt, dass man hier einen Low-Budget-Grusler in den Händen hält. Das Bild geht zwar für einen Film dieser Sparte vollkommen in Ordnung, besitzt aber noch viel Luft nach oben. Beim Ton lauschen wir einmal mehr den ewig gleichen Stimmen, die man auch in jedem zweiten Horrorstreifen der obig genannten Anbieter zu hören bekommt. Scheinbar haben jene Sprecher Jahresverträge mit dem jeweiligen Synchronstudio abgeschlossen, denn anders lässt sich nicht erklären, warum in jedem Film aus dem Hause MARITIUM PICTURES die Hauptdarstellerin von der gleichen Laien-Sprecherin gesprochen wird. Überraschenderweise gibt es diesmal immerhin Bonus, das aber nicht deutsch untertitelt wurde. So kann sich der Zuschauer nach Sichtung des Hauptfilms an äußerst kurzen Interviews (3 Minuten, HD) mit der adretten Hauptdarstellerin erfreuen. Weiter geht es mit einem wirklich umfangreichen Produktionstagebuch, das mit rund 75 Minuten ziemlich ausführlich ausgefallen ist und das Team auf Schritt und Tritt bei den Dreharbeiten begleitet (HD). Außerdem hat es ein kleines Feature über das Casting auf die Blu-ray geschafft (rund 4 Minuten, HD) sowie der schwedische Originaltrailer zum Film (rund 2 Minuten, HD). Alle Extras sind auf Schwedisch – englische und dänische (!) Untertitel gibt es aber hier gratis dazu. MARA – THE KILLER INSIDE wurde in Deutschland ungeschnitten veröffentlicht. Für die hiesigen Heimkinomedien hat MARITIM PICTURES übrigens ein Wechselcover ohne nervigen FSK-Sticker spendiert.
 
 
 

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MARA – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
High Tension (2003)
 
Psycho (1960)
 
The Ward (2011)
 
Blutiger Sommer – Das Camp des Grauens (1983)
 


Filmreview: “Here Comes the Devil” (2012)

here comes the devil 2013
 
 
 

HERE COMES THE DEVIL

Story

 
 
 
Eine kleine Familie düst mit dem Auto in die Berge. Nachdem die Kinder von der Bergkletterei nicht zurückkehren alarmieren die Eltern die Polizei. Als die Kids gefunden und zu den besorgten Eltern gebracht werden, beginnt für Mutter Sol ein Albtraum. Sie bemerkt, dass die Geschwister sich reichlich abnormal und wie ausgewechselt verhalten …
 
 
 


 
 
 

HERE COMES THE DEVIL – Kritik

 
 
 
In Mexiko tut sich was im Horrorbereich. Da wird seit geraumer Zeit an Genrezeugs gearbeitet, das sogar seinen Weg nach Deutschland findet und sich erstaunlicherweise vom formelhaften Hochglanzschrott aus Hollywood abzuheben versteht. Für die amerikanische Traumfabrik hat sich mexikanisches Horrorfutter längst zur rentablen Geldquelle entwickelt, denn dort sucht man stets gierig nach unverbrauchten Geschichten, die man möglichst gewinnbringend wiederverwerten kann. Als bestes Beispiel hierfür sei das mexikanische Kannibalendrama WIR SIND WAS WIR SIND (OT: SOMOS LO QUE HAY) zu nennen, das 2010 von JORGE MICHEL GRAU in die Kinos gebracht wurde und relativ zeitnah als amerikanisches Remake mit dem Titel WE ARE WHAT WE ARE (wir berichteten) über die US-Leinwände flimmerte. Ähnlich dürfte es vermutlich auch dem neusten mexikanischen Gruselexport ergehen. Der nennt sich schlicht und einfach HERE COMES THE DEVIL und traut sich mal wieder gegen den Strom zu schwimmen. Hier gibt es weder Zombies, noch Folterei oder nerviges Kameragewackel zu sehen, was für die Amerikaner allein schon Grund genug sein dürfte, sich schnell die Rechte für eine Neuverfilmung unter den Nagel zu reißen. Hinter AHÍ VA EL DIABLO (so der Originaltitel) steckt ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO. Der dürfte dem bewanderten Filmfan kein Unbekannter sein. Wer sich im Horrorfilm auskennt weiß natürlich schnell, dass der Regisseur auch an der THE ABC’S OF DEATH-Anthologie mitgetüftelt und sich dort mit seinem B IS FOR BIGFOOT leidlich unterhaltsam verewigt hat. Ganz grundlos dürfte seine Teilnahme nicht gewesen sein, ist doch der gebürtige Spanier ein leidenschaftlicher Fan des phantastischen Genres und hat zuvor schon einige (miese) Horrorstreifen gedreht, wobei COLD SWEAT (2010) und der schmuddelige I’LL NEVER DIE ALONE (2008) zu den wohl bekanntesten Werken seines bisherigen Schaffens gehören dürften. Nun hat er im Zuge des erfolgreichen Todes-ABC’s die Gunst der Stunde genutzt und endlich mal einen richtig guten Grusler gedreht, der sich überraschenderweise vom Effekthascherischen distanziert und die eher leisen Töne anschlägt.
 
HERE COMES THE DEVIL handelt vom Paar Felix (FRANCISCO BARREIRO) und Sol (LAURA CARO), das bei einem Familienausflug mit den beiden Kindern vom Bösen heimgesucht wird. Während sich die Eltern im Auto vergnügen, gehen die Kids auf Entdeckungstour in die Berge und kehren nicht mehr zurück. Das macht den sorgenden Erziehungsberechtigten verständlicherweise Kummer, so dass man sich an die örtliche Polizei wendet, die die Kinder wenige Stunden später findet und unversehrt der Familie übergibt. Doch die Geschwister scheinen verändert zu sein. Sie sprechen nur noch das Nötigste und verhalten sich seltsam verschlossen. Als die besorgten Eltern Wundmale auf Rücken und Beinen entdecken und der Psychologe von einem Trauma faselt, brennen dem Pärchen die Sicherungen durch. Es gilt einen Kinderschänder zu finden, der für die Taten verantwortlich gemacht werden muss. Der ist schnell gefunden und wird kaltblütig um die Ecke gebracht. Doch bald schon merkt Mutter Sol, dass hier etwas Größeres am Brodeln ist. Ganz so unrecht hat sie mit ihrer Vermutung natürlich nicht, denn als sie noch einmal in die Berge zurückreist, wird sie in einer Höhle mit dem ultimativen Grauen konfrontiert.
 
Horror mit Kindern scheint in Mexiko ganz schön im Trend zu sein. Nachdem die zornigen Kids aus COME OUT AND PLAY (2013) in den blutigen Rachefeldzug gegen Erwachsene gezogen sind, gibt’s nun mit HERE COMES THE DEVIL den zweiten mexikanischen Horrorfilm in Folge, der sich um kleine Rabauken dreht, mit denen irgendwas nicht stimmt. Die sind natürlich nicht freiwillig vom Bösen infiziert, taumeln des Öfteren wie betrunken durch die Szenarie und jagen der verunsicherten Mutter einen gehörigen Schrecken ein. Vater Felix versteht die ganze Aufregung nicht, sieht er im seltsamen Verhalten der Kinder die Folgen von sexuellem Missbrauch, dessen vermeintlicher Verursacher mit einem gut geschärften Messer bereits um die Ecke gebracht wurde. Fast schon möge man meinen BOGLIANO wolle mit seinem Mystery-Drama das Schaudern der 70er zurück auf die Mattscheibe holen. Zu jener Zeit kamen stimmige Geschichten in die Kinos, deren Macher sich sorgsam darum bemühten dem Zuschauer mit gepflegter Atmosphäre das Fürchten zu lehren. Da wurde das Unbehagen langsam und schrittweise aufgebaut, um den Filmfan am Ende da zu packen, wo es ihm am meisten wehtut. Ähnlich verhält es sich auch mit HERE COMES THE DEVIL. Der Film beginnt mit einem blutrünstigen Auftakt, fällt danach wieder und baut bis zum Ende eine nahezu konstant anhaltende Aura des Grauens auf, um dem Zuschauer dann im Finale gehörig ins Gesicht zu spuken. Macher ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO bedient sich mit seinem mysteriösen Gruselding bei einem der ganz Großen des Genres: PICKNICK AM VALENTINSTAG (1975) und liebäugelt vor allem mit all den dämonischen Okkultstreifen, die sich Anfang der 70er großer Beliebtheit erfreut haben. Wir erleben Kinder, die scheinbar wie in DAS DORF DER VERDAMMTEN (1960) von einer fremden Macht dirigiert werden und eine fast schon paranoisch agierende Mutter, die geradezu davon besessen ist zu glauben, dass hinter der Veränderung ihrer Kinder das Böse stecken muss. ROSEMARIES BABY (einer der Vorreiter der 70er-Okkultwelle) lässt grüßen, denn auch in BOGLIANO Machwerk will der Ehefrau mal wieder niemand Glauben schenken, obwohl selbst dem Zuschauer offensichtlich ist, dass es in HERE COMES THE DEVIL mal wieder nicht mit rechten Dingen zugeht.
 
HERE COMES THE DEVIL ist ein kleiner, ungeschliffener Rohdiamant mit Ecken und Kanten. Das Budget muss mal wieder knapp gewesen sein, denn nicht selten mag man das Gefühl nicht loswerden wollen, als ob BOGLIANO mehr zeigen wollte, es aber produktionsbedingt nicht konnte. Dennoch ist sein neuster Grusler einer jener Filme, denen das Unprofessionelle erheblich gut steht und wo vor allem die teils nostalgische Kameraführung gefällt. Da erfreuen nicht selten hektische Zooms auf die Gesichter der Protagonisten, ganz so wie man es eben in vielen Klassikern der 70er zu sehen bekam. Auch wenn das teils unbeholfene Gestrampel der Kiddis davon zeugt, dass die engagierten Jungdarsteller zuvor noch nie etwas vom Schauspielern gehört haben, muss man doch überrascht sagen, dass HERE COMES THE DEVIL ein wirklich sehr guter Film geworden ist. Wer den Holzhammer nicht braucht erlebt hier mal wieder, warum sich das Horrorgenre auch heute noch so großer Beliebtheit erfreut. BOGLIANO bringt das traditionelle Gruseln in die Wohnzimmer. Ihm gelingt es mit souveräner Leichtigkeit die Vorzüge des subtilen Schauderns zurück auf die Mattscheiben zu holen. Nach so viel blutigem Pseudo-Horror, der dem Zuschauer in letzter Zeit untergejubelt wurde, ist so ein Gruseltrip der alten Schule eine regelrechte Wohltat (auch wenn sich BOGLIANO nicht den Spaß nehmen lässt, um auch mit etwas Lebenssaft zu experimentieren). Bei so schnörkellosem und effektivem Old-School-Horror darf man auf das gespannt sein, was da in Zukunft noch alles aus Mexiko kommen wird.
 
 
 


 
 
 

HERE COMES THE DEVIL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Der Teufel macht auch vor Kindern nicht Halt: Regisseur ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO bringt mit seinem HERE COMES THE DEVIL einen der besten mexikanischen Horrorfilme in die Wohnzimmer. Old-School-Horror heißt hier die Devise, denn sein mysteriöses Gruselstück orientiert sich an den okkulten Glanz-Schauerwerken der 70er Jahre, wo gute Geschichten und atmosphärischer Aufbau das Maß aller Dinge gewesen sind. Hier werden Spannungslücken nicht mit obligatorischem Blutzoll kaschiert, denn BOGLIANO arbeitet vehement daran, dass sein HERE COMES THE DEVIL gar nicht erst Leerlauf erhält. Die eigensinnige Geschichte beginnt wie ein Drama und driftet recht schnell ins Okkulte ab. Dabei wird die Spannungsschraube fast schon minutiös fester gedreht, so dass der Horrorfan am Ende feststellen muss, das die knapp 90 Minuten Spiellaufzeit nicht vergebens gewesen sind. Da stellt sich die Frage, warum es nicht mehr von so sehenswerten Horrorfilmen gibt, scheint es doch gar nicht so schwer zu sein derart Streifen zu drehen.
 
 
 


 
 
 

HERE COMES THE DEVIL – Zensur

 
 
 
In HERE COMES THE DEVIL gibt es einen sehr heftigen Rachemord zu sehen, der wahrlich ziemlich roh über die Mattscheibe flimmert. Anonsten hält sich der Film (bis auf die Anfangsszene) recht zurück mit Grausamkeiten. Die erhältliche Disc mit roter KEINE JUGENDFREIGABE-Einstufung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

HERE COMES THE DEVIL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Here comes the Devil Blu-ray

(c) Pierrot Le Fou

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Ahí va el diablo; Mexiko / USA 2012

Genre: Drama, Horror, Thriller, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch Dolby Digital 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making of, Trailer

Release-Termin: 30.05.2014

 
 
 

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HERE COMES THE DEVIL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Picknick am Valentinstag (1975)
 
Das Omen (1976)
 
Rosemaries Baby (1967)


Filmreview: “Fortune Cookie Prophecies” (2011)

Fortune Cookie Prophecies 2011
 
 
 

FORTUNE COOKIE PROPHECIES

Story

 
 
 
FORTUNE COOKIE PROPHECIES handelt von zwei Pärchen, einer verlassenen Hütte im Wald und vier Glückskeksen, die den Protagonisten nicht das voraussagen, was sie sich eigentlich nach der Knabberei erhofft hätten. Im Gebäck befinden sich nämlich hundgemeine Todesbotschaften, die den Glückspilzen weismachen sollen, dass sie bald sterben werden. Hinter dem Fluch steckt ein chinesischer Geist, der den unwissenden Helden nicht ohne Grund auf den Leib rückt. Um dem nahenden Tod zu entkommen, gilt es das Geheimnis des Fluchs zu ergründen. Doch den Freunden bleibt mit vier Tagen nur wenig Zeit, um das Rätsel zu lösen …
 
 
 


 
 
 

FORTUNE COOKIE PROPHECIES – Kritik

 
 
 
Wenn in Horrorfilmen der Handyempfang ausfällt und die Karre irgendwo in der Einöde nicht mehr anspringen will, weiß der erfahrene Horrorfan, dass das für die Filmhelden meist kein gutes Ende nehmen wird. In FORTUNE COOKIE PROPHECIES ist das wieder der Fall, denn hier geraten mal wieder zwei verunsicherte Pärchen in ein reichlich haarsträubendes Abenteuer, aus dem nicht alle lebend zurückkehren werden. Diesmal sind vier Glückskekse an allem Schuld, auf deren Weissagungen die Protagonisten auf unerfreuliche Weise erfahren müssen, dass einige von ihnen binnen weniger Stunden und andere in vier Tagen sterben werden. Das wird anfänglich für einen Scherz gehalten, bewahrheitet sich aber geraume Zeit später bei der Ersten. Die liegt regungslos und bleich im Bad und macht alles andere als einen lebendigen Eindruck. Bis die Fristen der anderen abgelaufen sind, bleibt noch ein Weilchen. Grund genug das Geheimnis des Glückskeks-Fluches aufzudecken. Hinter dem steckt der rastlose Geist einer wütenden Frau, der vor vielen Jahren ihr ungeborenes Kind genommen wurde und seither in einem Haus samt angrenzenden Waldgebiet umherspukt. Da scheint es demnach kein Zufall zu sein, dass eines der Pärchen ein Kind erwartet und das andere jüngst eine Abtreibung vorgenommen hat.
 
Schön, dass es mal wieder Geister auf die Mattscheibe geschafft haben. Man hätte meinen können, dass in Zeiten knüppelharter Gewaltstreifen die altmodischen Spuk- und Gespensterheuler in Vergessenheit geraten sind. Doch was ist das? FORTUNE COOKIE PROPHECIES scheint einer dieser Fehlzünder zu sein, der die Geisterthematik nur als Alibifunktion benutzt, damit der Genrefreund die Brieftasche zückt. Selten hat man einen Gruselfilm erlebt, der sich nicht einmal annähernd darum schert, die üblichen Spukzutaten zum Mittelpunkt der Geschehnisse zu machen. FORTUNE COOKIE PROPHECIES hat weder Schockmomente zu bieten, noch will er subtil gruseln. Regisseur HENRY LI hat das eigentliche Ziel verfehlt und langweilt mit einem kaum enden wollenden Mystery-Plot, in dem die Anwesenden in einer Art Schnitzeljagd von einem Ort zum nächsten getrieben werden, damit das Rätsel um den jährzornigen Geist gelöst werden kann. Leider hat LI dabei die Uhrzeit aus den Augen verloren, denn sein ziemlich eigenwilliges Mystery-Ding geht fast geschlagene zwei Stunden und beginnt mit seiner tempoarmen Inszenierung ziemlich früh zu nerven.
 
Wären da nicht einige blutige Föten, die man zwar schaufreudig aber kaum als solche identifizierbar in Waschschüsseln und auf den Waldboden legt, FORTUNE COOKIE PROPHECIES hätte mit seinem nicht vorhandenen Grusel- und Härtegrad problemlos im Nachmittagprogramm des hiesigen Kinderkanals laufen können. Wir sehen einen asiatischen Geist, der aus unerklärlichen Gründen fast ausschließlich durch die Infrarotfunktion der mitgebrachten Kameras huscht und sich sonst so ziemlich rar macht. Alles macht den Anschein, als wäre FORTUNE COOKIE PROPHECIES anfänglich als Found Footage-Gurke geplant gewesen, wurde später aber umgeschrieben, um den Film in eine andere, bedeutungslose Richtung zu drängen. Vermutlich konnte sich Regisseur HENRY LI nicht zwischen Wackelcam- und Spukgenre entscheiden und hat sich dann doch lieber für ereignislosen Mystery entschieden. Anfangs mag das noch ganz gut funktionieren. Die Freunde filmen sich selbst, gehen auf Geisterjagd, stellen Kamera-Equipment auf und kommen dem Geist auf die Schliche. Nach knapp 30 Minuten ist das Gröbste abgehakt und die Ausgangssituation ergründet, so dass ein behäbiges und uninteressantes Detektivspiel seinen Lauf nehmen kann.
 
Zwei Jahre nach Fertigstellung kommt FORTUNE COOKIE PROPHECIES endlich in den Genuss eines US-Video-Release. Erfahrungsgemäß ist das oft kein gutes Zeichen, wenn zwischen Fertigstellung und Veröffentlichung so viel Zeit vergeht. Im Falle dieses Indie-Geistersüppchens bewahrheitet sich mal wieder jener Gedanke, denn wirklich gut oder gar sehenswert ist FORTUNE COOKIE PROPHECIES leider nicht geworden. Der bisher unbekannte Henry LI hat mit diesem chinesischen Fluch-Krimi seinen Regieeinstand gegeben und sich gleich als Multitalent bewiesen. So hat er das Drehbuch zum Film geschrieben und das Ding auch gleich noch selbst produziert. Ob das zähe Machwerk aber überhaupt nach Deutschland verkauft werden kann, bleibt fraglich.
 
 
 


 
 
 

FORTUNE COOKIE PROPHECIES – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
FORTUNE COOKIE PROPHECIES ist mehr Aufklärungsarbeit gegen Abtreibung, statt gruseliger Horrorstreifen. Auch wenn die Idee von Todesbotschaften in Glückskeksen gar nicht mal so übel ist, so ist das was uns hier Regieneuling HENRY LI serviert ganz schön einfältiger Schwachsinn. Wir sehen einen Streifen, der seine Protagonisten nahezu zwei Stunden auf Trab hält, damit selbige von A nach B und von C nach D stiefeln, um auf ihrem Weg in einer Art Schnitzeljagd Elemente der chinesischen Geisterkultur ergründen können. Ab und an huscht mal eine bucklige Statistin durch eine Infrarotkamera und legt blutige Gummibärchen auf den Waldboden, die sich wenig später als Föten entpuppen. Nee, Herr LI das war wohl nix. FORTUNE COOKIE PROPHECIES ist mit Abstand der ungruseligste Film im aktuellen Kinojahr – immerhin ist das Filmcover hübsch.
 
 
 


 
 
 

FORTUNE COOKIE PROPHECIES – Zensur

 
 
 
FORTUNE COOKIE PROPHECIES ist so harmlos, wie eine Weinbergschnecke im Garten. Bis auf das hier blutige Föten an Bäume gehangen und auf Waldlichtungen gelegt werden, gibt es im Film nahezu keine Härte zu sehen. Sollte FORTUNE COOKIE PROPHECIES nach Deutschland kommen, ist definitiv eine FSK16 drin.
 
 
 


 
 
 

FORTUNE COOKIE PROPHECIES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Final Destination (2000)

Tötet Katie Malone (2010)

Ich werde immer wissen, was Du letzten Sommer getan hast (2006)


Filmreview: “Two Moons” (2012)

two moons 2012
 
 
 

TWO MOONS

Story

 
 
 
Drei Ahnungslose erwachen im Schuppen eines düsteren Hauses. Dort geht es nicht mit rechten Dingen zu, schließlich hat dort eine Mutter den Sohn und ihren Ehemann ermordet …
 
 
 


 
 
 

TWO MOONS – Kritik

 
 
 
Buh, es spukt wieder und zwar auf Koreanisch. Die Halbinsel zwischen Gelbem und Japanischem Meer hat in der Vergangenheit durch Staatenspaltung und einer Menge innerpolitischer Diskrepanzen Schlagzeilen gemacht, aber immerhin mit dem GANGNAM STYLE (um mal beim Positiven zu bleiben) die ganze Welt infiziert. Auch wenn Süd- und Nordkorea nicht gerade zu den neuen Hochburgen für Horrorfans gehören, kommen von dort ab und an gute Horrorfilme, die dann sogar weltweit Kasse machen. A TALE OF TWO SISTERS (2003), THE HOST (2006) und I SAW THE DEVIL (2010) haben eindrucksvoll bewiesen, dass Horror eine internationale Sprache spricht und jede Kultur ihre ganz eigene Methodik bevorzugt, dem Zuschauer das Fürchten zu lehren. Den Amerikanern war derartige Eigenbrötlerei vermutlich zuviel des Guten, so dass der von KIM JI-WOON inszenierte A TALE OF TWO SISTERS neu gedreht und unter dem Titel DER FLUCH DER ZWEI SCHWESTERN (OT: THE UNINVITED) 2009 im Kino ausgewertet wurde. Über die Unnötigkeit dieser typisch amerikanischen Neuverfilmung darf durchaus gestritten werden. Es zeigt sich aber mehr als deutlich, dass der koreanische Genrefilm als Exportgut für die Horrorfilmwelt unverzichtbar geworden ist.
 
Mit TWO MOONS (OT: DOO GAE-EUI DAL) wird die Reihe sehenswerter koreanischer Horrorstücke um einen Beitrag erweitert. Der wurde von LEE-JONG-HO derart intelligent zu Papier gebracht, dass es nicht verwunderlich wäre, wenn auch hier die US-Remake-Vermarktungs-Soldateska geldgeil zurückschlagen würde. Hinter dem Schauerstreich steckt Regisseur DONG-BIN KIM, der bereits einiges im Genre gemacht hat und bis heute eine besondere Beziehung zu Geistern besitzt. Bereits 1999 demonstrierte er selbige: Noch bevor es die amerikanische Traumfabrik tat, fabrizierte er mit THE RING VIRUS eine Neuverfilmung des japanischen Kassenschlagers RING (1998). Danach erschreckte er mit Geister-Terror in TRAIN OF THE DEAD (2005) und lässt nun TWO MOONS folgen. Der hat natürlich auch wieder was mit Spuk zu tun, ist aber unterm Strich doch irgendwie ganz anders, als die bisherigen Filme des Regisseurs.
 
Bleiche Geisterkinder, die pitschnass aus TV-Apparaten oder Brunnen krabbeln, sieht man hier nicht. Diesmal geht es zu einer Hütte im Wald, die seit original EVIL DEAD (und dem 2013er Reboot) zum unverzichtbaren Schauerort in Horrorfilmen geworden ist. Keine Angst, TWO MOONS ist keine unnötige koreanische Version von RAIMIS Kulthit. Hier erwacht Mystery-Schriftstellerin SO-HEE (PARK HAN-BYUL) zusammen mit dem arbeitslosen SEOK-HO (KIM JI-SEOK) und der äußerst nervigen Schülerin JEONG (PARK JIN JOO) in einem dunklen Schuppen. Die wissen erst mal gar nicht, wie sie hierher gekommen sind und befürchten Schlimmes. Als sie sich aus ihrem Gefängnis befreit haben, finden sie sich in einem verlassenen Haus irgendwo tief draußen im Wald wieder. Das wird natürlich erkundet und scheint menschenleer zu sein. Doch irgendwas liegt hier im Argen. Aus dem Wald gibt es seltsamerweise kein Entkommen und in den Räumlichkeiten ist eine Aura des Bösen allgegenwärtig. Als dann noch eine verwirrte Frau gefunden wird, die von allerhand komischen Dingen faselt, geht den Übrigen drei der Hintern auf Grundeis.
 
Erscheinen zwei Monde am Himmel, dann sind die Geister nicht weit. Denn wenn sich die Welt der Menschen mit der der Geister vereint, sieht man zwei Monde – für jede Welt einen. Mit diesen weißen Worten aus dem Off wird der Prolog zu TWO MOON eingeläutet. In dem wird auch erklärt, dass jenes Haus im Wald einer Familie gehört hat, die sich selbst ausradiert haben soll. Dem bewanderten Zuschauer schwant da schon des Rätsels Lösung und dennoch geht TWO MOON ganz andere Wege. Auf Langsamkeit wird in DONG-BIN KIMS neusten Schaffen besonderen Wert gelegt. Hier sehen wir all das, was seit jeher Gruseltrips ausmacht und eigentlich ausmachen sollte. Düstere Gänge, unheimliche Schatten, langsame Kamerafahrten und viele Buh- und Ah-Momente. Den Baller-Experten unter den Horrorfans dürfte derart klassisch erzählte Spukware gegen den Strich gehen, gibt es in TWO MOONS kaum rasante oder effekthascherische Momente zu sehen. Gruselige Stimmung ist allgegenwärtig und die ungewöhnliche Geschichte wird in zwei Teile gegliedert. Während zu Beginn Zuschauer und Protagonisten sprichwörtlich im Dunkeln tappen und die Szenerie erkunden, weht spätestens ab Filmmitte ein ganz anderer Wind, denn DONG-BIN KIM hat sich bewusst für einen Plottwist entschieden. Der kommt so unerhofft, wie Besuch von den Schwiegereltern und sorgt gekonnt und effektiv für reichlich Verwirrung. Dennoch: überraschende Auflösungen gehören zwar im Horrorfilm zum Standard und wirken nicht selten erheblich konstruiert; im Falle von TWO MOONS tut so ein Twist Not, entsteht hier gerade aufgrund jener Wendung eine gewisse Dynamik. So verwandelt sich subtiles Grauen rasch zu mysteriösem Thrill, der Gruselfreunden einige Schrecksekunden abverlangt und für Herzattacken sorgt. Zum Kultknaller reicht es zwar nicht und natürlich ist die Inszenierung weit entfernt von westlicher Kinomachart; wer jedoch seit jeher ein Faible für typisch asiatisches Geisterschinken besitzt, wird auch hier gebannt vor der Glotze sitzen – spannend genug ist TWO MOONS alle Mal.
 
 
 


 
 
 

TWO MOONS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Einmal mehr lehrt Korea Gruselfans aus aller Welt das Fürchten. Auch wenn die Asiaten ihre ganz eigene Art des Erschreckens besitzen, stellt man wieder mal fest, dass Jahre nach RING immer noch gute Geisterschocker aus dem Fernen Osten kommen. Mancher Horrorfan mag da vermutlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und an schlecht geschminkte Geistergören denken, die für den westlichen Zuschauer wenig beängstigend aus Mattscheiben krabbeln; TWO MOONS hält von diesen abgedroschenen Klischees Abstand und punktet durch Atmosphäre, Überraschungsmomente und handfeste Schocks. FAZIT: TWO MOONS ist gelungener Geisterhorror für ganz mutige Zuschauer.
 
 
 


 
 
 

TWO MOONS – Zensur

 
 
 
TWO MOONS ist subtiler Geisterhorror, ganz ohne großes Blutvergießen. Der Film wird mit FSK 16 nach Deutschland kommen, denn sonderlich grafisch oder brutal ist TWO MOONS nämlich nicht.
 
 
 


 
 
 

TWO MOONS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ringu (1998)
 
The Sixth Sense (1999)
 
The Others (2001)


Filmreview: “Haunter – Jenseits des Todes” (2013)

haunter-2013
 
 
 

HAUNTER – JENSEITS DES TODES

Story

 
 
 
Lisa (Abigail Breslin) erfährt, dass sie von einem längst verstorbenen Serienkiller um die Ecke gebracht wurde und nun als Geist ein jämmerlich routiniertes Dasein in einer Zwischenwelt fristen muss. Als die rastlose Seele des Mörders den neuen Bewohnern ihres Elternhauses Böses möchte, nimmt Lisa Kontakt mit den Lebenden auf, um deren Leben retten zu können …
 
 
 


 
 
 

HAUNTER – Kritik

 
 
 
Wenn die Protagonisten im Film den immer gleichen Tag neu erleben und dabei die immer gleichen Situationen durchmachen müssen, dürften sich alteingesessene Horrorfilmfans rasch in einem Zeitschleifenthriller wähnen, die sich nach TRIANGLE (2009), MINE GAMES (2012) und TIMECRIMES (2007) zuletzt großer Beliebtheit erfreut haben. Auch Regisseur VINCENZO NATALI schien großes Potenzial in derartigen Filmen gesehen zu haben, so dass er die Zeitschleifenproblematik gleich einmal zur Ausgangssituation sein neusten Genre-Werks HAUNTER – JENSEITS DES TODES gemacht hat. NATALI scheint eine bescheidene Vorliebe für Unkonventionelles zu hegen, denn sein Geisterhaus-Plot ist im Vergleich zum üblichen Horrorstandard als erstaunlich speziell zu betiteln, wobei man immerhin sagen muss, dass “speziell” nicht immer Schlechtes bedeuten muss. Bereits in seinen Frühwerken CUBE (1997) und CYPHER (2002) hat der amerikanische Filmemacher mit italienischer Abstammung bewiesen, dass er sich stets mit seinem Schaffen von der breiten Horrormasse abzuheben verstand. Während er mit dem Mainstream-Thriller SPLICE (2009) etwas vom rechten Weg abgekommen war, versucht er nun mit HAUNTER zu alten Qualitäten zurückzufinden und wechselt zeitgleich auch die Fronten. Mit Science Fiction hat sein neuster Film nämlich gar nichts mehr am Hut. Diesmal unternimmt der Regisseur einen Ausflug ins Haunted-House-Genre und beweist, dass Spukhaushorror nicht zwangsläufig nur von den typischen Klischees zehren muss, sondern auch einmal aus einer ganz anderen Perspektive geschildert werden kann: der der Geister.
 
In HAUNTER erlebt Teenager Lisa (ABIGAIL BRESLIN) zusammen mit ihrer Familie den immer gleichen Tag. So wirklich verwunderlich ist das jedoch nicht, hat die 17-jährige zusammen mit ihren Eltern und dem kleinen Bruder vor vielen Jahren das Zeitliche gesegnet und wandelt nun zusammen mit den Angehörigen rastlos in einer Art Zwischenwelt umher. Vor der Haustür machen sich dichte Nebelschaden breit und führen ins Nichts. Drinnen raubt die tägliche Routine der kecken Heranwachsenden beinahe den Verstand. Bald jedoch schon passieren unheimliche Dinge in Lisas Gegenwart, denen die neugierige Jugendliche natürlich auf den Grund gehen möchte. Seltsame Stimmen rufen ihren Namen, fremde Mädchen liegen in ihrem Bett und führen sie zu einem geheimen Gang hinter der Waschmaschine. Ihre Nachforschungen verändern zwar den stupiden Tagesablauf, rufen aber auch die Missgunst eines unheimlichen Fremden (STEPHEN MCHATTIE) auf dem Plan. Der entpuppt sich als Geist des früheren Besitzers des Elternhauses und zeichnet für den Mord an diversen Mädchen und Familien verantwortlich, die in seinem Anwesen gelebt haben. Auch Lisa und ihre Familie gehen auf dessen Meuchelkonto, kann sich doch der rastlose Geist des Serienkillers der Körper der Lebenden bemächtigen, so dass es ihm auch nach dem Tod gelingt, sein krankes Schlitzerhandwerk unbemerkt fortzusetzen. Je mehr Lisa über das eigene Ableben in Erfahrung bringen kann, um so deutlicher wird das Hilfegesuch der pubertären und noch lebenden Olivia (ELEANOR ZICHY), die nun zusammen mit ihrer Familie in jenem Haus wohnt und um ihr Leben bangen muss. Kurzum stellt sich Lisa ihren Ängsten und beginnt den Kampf gegen den unberechenbaren Killergeist aufzunehmen.
 
Schön altmodisch beginnt HAUNTER. Schmetterlings umflattern spärlich ausgeleuchtete Regale und leuchten im unheimlichen Vorspann die Geschehnisse von HAUNTER ein. Ein konsequentes Stilmittel, das Regisseur VINCENZO NATALI auch im Verlauf seines Filmes kreativ einzusetzen versteht. Mysteriös, gruselig und unheimlich geht es nämlich auch nach dem Intro weiter, wobei die Idee, die Geschehnisse aus der Perspektive der Geister zu schildern nicht gänzlich neu ist. Bereits im Gruselszenario THE OTHERS (2001) hat ALEJANDRO AMENÁBAR gezeigt, dass Geister nicht zwangsläufig nur Böses im Schilde führen müssen. In HAUNTER wird dieser Gedanke auf die Spitze getrieben. Hier kämpfen gute Geister gegen die Bösen, wobei man NATALI für die Art loben muss, wie er sein Geistermär an den Zuschauer bringt. Die aufgefallene Erzähltechnik wirkt anfangs wirr und unverständlich. Hat man sich jedoch einmal zurechtgefunden, bekommt der Zuschauer eine ungemein fesselnde und komplexe Geschichte serviert, die trotz aller konventionellen Schreckmomente jeden Gruselkracher der letzten Jahre in den Schatten stellt. Mitgrübeln ist in HAUNTER Pflichtprogramm, was ja im Horrorfilm zuletzt leider durchweg vernachlässigt wurde. Diesen Anspruch wollte der kanadische Filmemacher VINCENZO NATALI beibehalten und fordert enorme Aufmerksamkeit vom Zuschauer, damit dieser die haarsträubenden Sprünge zwischen Jen- und Diesseits überhaupt verstehen kann. Aus dem anfänglich mysteriösen Grusler wird im Verlauf der Handlung ein vielschichtiger Zeitreisen-Streifen, der nach und nach die Geschichte des Hauses und die des Täters offenbart. Um die Hintergründe des eigenen Ablebens und das der vielen unschuldigen Familien in Erfahrung bringen zu können, springt Protagonistin Lisa nicht nur zwischen der Gegenwart und den 80ern hin und her; auch eine Reise ins 19. Jahrhundert zu den Wurzeln allen Übels bleibt dem Zuschauer und der mutigen Protagonistin nicht erspart. Viele kleine, für die Epochen typische Kleinigkeiten deuten darauf hin, dass viel Herzblut in HAUNTER investiert wurde. So erfährt Lisa in einer stummfilmartigen Sequenz von der Vergangenheit des Killers und sucht im Diesseits auf Olivias Ipod krampfhaft nach dem „Play“-Button, um die Nachricht der Hilfesuchenden sehen zu können. Lisa selbst entspringt den 80ern, trägt einen “Siouxsie and the Banshees”-Pulli und Bruder Robbie (PETER DECUNHA) daddelt mit viel Leidenschaft auf seinem Atari, ganz so wie es die Kids vor fast 30 Jahren eben getan haben.
 
Während der Filmfan zu Beginn im Dunkeln darüber gelassen wird, in welche Richtung denn HUNTER nun eigentlich driften soll, erhält er häppchenweise Informationen, die das Puzzle im Verlauf der Handlung plausibel lüften. Dabei ist das Tempo in HAUNTER eher ruhig. Gewalt, Splatter oder gar Tortur bekommt der Horrorfilmfreund in diesem Genre-Highlight rein gar nicht geboten. Der Film lebt hauptsächlich von seiner unheilvollen Atmosphäre und der Idee der Zeitreise, mit der ein möglicher Mord verhindern werden soll. Hierbei entpuppt sich ABIGAIL BRESLIN in ihrer Rolle als tapfere Lisa als Glücksgriff. Die Amerikanerin hat nämlich bereits als Kind die Herzen der Zuschauer in LITTLE MISS SUNSHINE (2006) im Sturm erobert und bereits in ZOMBIELAND (2009) allen Horrorfans gezeigt, dass sie nicht nur knuddelig in die Kamera blinzeln und liebreizend aussehen kann. Mittlerweile ist der ehemalige Kinderstar zu einer jungen Dame herangewachsen, die es sich sogar nicht nehmen lässt, in sehenswerten Genre-Vertretern aufzutauchen. HAUNTER dürfte sich in BRESLINS Vita hervorragend machen und VINCENZO NATALI die Aufmerksamkeit geben, die er nach großartigen Werken wie CUBE oder CYPHER mehr als verdient hat.
 
 
 


 
 
 

HAUNTER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Das Spukhaus-Thema einmal anders: HAUNTER – JENSEITS DES TODES gehört zweifelsohne zu den cleversten Spukfilmen, die das Genre bisher hervorgebracht hat. Ein unheimliches, vielschichtiges und packendes Stück Film von CUBE-Schöpfer VINCENZO NATALI und definitiv ein Horror-Highlight!
 
 
 


 
 
 

HAUNTER – Zensur

 
 
 
In HAUNTER – JENSEITS DES TODES dominieren die leisen, unheimlichen Töne. Hier setzt man weniger auf lautes Effektgewitter und gewaltgeile Blutorgien, sondern besinnt sich auf das subtile Gruseln zurück. Brutal oder blutig ist HAUNTER daher nicht, so dass er von der FSK ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben wurde.
 
 
 


 
 
 

HAUNTER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Media Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Haunter; Frankreich, Kanada 2013

Genre: Thriller, Horror, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 97 Min. (uncut)

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Original Kinotrailer, 2 Audiokommentare, Storyboards (ca. 40 Minuten)

Release-Termin: 22.05.2014

 
 
 

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HAUNTER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:

The Others (2001)

White Noise: Fürchte das Licht (2007)

Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)


Filmreview: “Solo” (2013)

solo-2013
 
 
 

SOLO

Story

 
 
 

Die angehende Feriencampmitarbeiterin Gillian soll auf einer verlassenen Insel ihr Können unter Beweis stellen, muss stattdessen jedoch um ihr (Über)Leben bangen …

 
 
 


 
 
 

SOLO – Kritik

 
 
 
Filmfreunde, die vor geraumer Zeit den höchst ansprechenden Trailer zum EVIL DEAD-Remake (2013) gesehen haben, dürften vermutlich die Trailermacher in Grund und Boden verflucht haben. Hier wurde zwar geschickt zusammengeschnitten, aber, wie so oft in den letzten Jahren, die besten Szenen des Splatterwerks vorweggenommen. Ähnlich verhält es sich bei der Vorschau zu SOLO, die im Grunde genommen den ganzen Film in knapp zwei Minuten zusammenfasst. Demzufolge sollte man sich den Trailer möglichst verkneifen, möchte man sich den Spaß am Filmeschauen nicht verderben lassen. Der Thriller SOLO ist wieder mal ein Beispiel dafür, dass es für gute Filme keiner großen Geschichten bedarf. Außer fünf Protagonisten, einer kleinen Insel und Legenden die um die Idylle ranken, benötigt Regie-Neuling ISAAC CRAVIT nicht viel, um rund 90 Minuten zu unterhalten. SOLO lief bereits Oktober 2013 im Rahmen des TORONTO AFTER DARK FILM FESTIVALS, was Genrefans vermutlich hellhörig lassen dürfte, laufen dort meist ausgewählte Gruselstreifen, die nicht selten von hoher Qualität zeugen. Und in der Tat, SOLO ist besser, als das magere Produktionsbudget verspricht.
 
Wir begleiten die TV-erprobte ANNIE CLARK als zwar traumatisierte, aber sich wacker schlagende Gillian “Solo” in ein kleines Feriencamp irgendwo im Wald. Sie hat in der Vergangenheit ganz schön viel Mist durchgemacht und versucht durch einen neuen Job als Campbetreuerin ihr gewohntes Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Pillen helfen, den Tagesablauf sicher bestreiten und den tragischen Tod ihrer Schwester zu vergessen. Doch bevor Gillian ihre neue Stelle antreten darf, werden ihre Qualifikationen auf die Probe gestellt. Campleiter Fred (RICHARD CLARKIN) bringt sie zu einer kleinen Insel, auf der sie zwei Tage verweilen und Pfadfinderfähigkeiten unter Beweis stellen soll. Doof nur, dass ihr zuvor einige unheimliche Legenden über das vermeintlich idyllische Eiland zu Ohren gekommen sind und ihr bald bange Stunden bescheren werden. Zum Glück ist die geistig instabile Jugendliche immer via Funkgerät in Kontakt zum Festland, so dass ihr auch gleich ein älterer Herr namens Ray (DANIEL KASH) zur Hilfe eilt, der meint, einen hilfesuchenden Funkspruch Gillians erhalten zu haben. Die scheint zwar anfänglich über das Missverständnis verdutzt, ist aber froh darüber nicht ganz so allein auf der gruseligen Insel zu sein. Ganz so verlassen wie an anfänglich gedacht ist der Ort jedoch nicht, denn das verängstigte Mädchen findet bald ein verlassenes Zelt inmitten des Waldes, in dessen Inneren Gillian mysteriöse Farbfotos von Kindern eines Feriencamps entdeckt.
 
Sind wir hier im Camp Crystal Lake oder was? Die Thematik lässt zumindest schwer darauf schließen, denn wenn es um Feriencamps geht, dürfte sich der Zuschauer vermutlich schnell an die berüchtigte FREITAG DER 13.-Reihe zurückerinnert fühlen. Die Route führt dann aber doch in ein ganz anderes Genre und mit bekannten Slasher-Klischees oder gar dem Hockeymaske tragenden Kult-Meuchler JASON VOORHEES hat SOLO rein gar nix am Hut. Regisseur ISAAC CRAVIT hat die wichtigsten Vertreter des Horrorfilms genauestens studiert, so dass der Zuschauer in seinem ersten Langfilm (zumindest am Anfang) ganz schön dreist an der Nase herumgeführt wird. Die Ausgangslage hätte verworrener nicht sein können. Nicht nur, dass Gillian täglich reichlich Medikamente zu sich nehmen muss, um den Tag bestreiten zu können; auch unheimliche Spukgeschichten ranken sich um die verlassene Insel. CRAVIT hält sich viele Optionen offen, wobei (sofern man sich noch nicht den Trailer angeschaut hat) nicht gleich wirklich ersichtlich ist, was SOLO denn nun eigentlich sein soll? Handelt es sich hier um Spuk-Horror von der Stange oder um gar einen knüppelharten Psychothriller, der die erschütternde Vergangenheit der Protagonistin zum Mittelpunkt des Films macht? Ist die Bedrohung rein psychologisch oder tatsächlich greifbar? Antworten die CRAVIT geschickt bis zur Filmmitte zu verschleiern versteht. Umso ernüchternder, dass das raffinierte Rätselraten in der Halbzeit zugunsten der gängigen Horrorregeln an Kreativität missen lässt. Immerhin ist ANNIE CLARK ein wirklicher Pluspunkt dieses kleinen, handwerklich sehenswerten Films. Die hat nämlich nicht nur eine unverkennbare Ähnlichkeit mit dem Teenie-Idol JENNIFER LAWRENCE (HOUSE AT THE END OF THE STREET), sondern überzeugt durch eine Natürlichkeit, die ihren Charakter recht sympathisch erscheinen lässt. Der smarten Schauspielerin gelingt es, den kurzen Wildnis-Schocker fast gänzlich allein zu tragen; ihr Agieren ist stets nachvollziehbar und logisch, was ja bei Teenagern im Horrorfilm selten gegeben ist. Trotz ausreichend Supsense bleibt auch Gillians Hintergrundgeschichte nicht unbeleuchtet. Ihr Schicksal und die Quelle ihrer Albträume werden bruchstückhaft im Verlauf der Geschichte gelüftet, wobei man jedoch auch bei SOLO bemängeln muss, dass die Entwicklung der Charaktere leider etwas oberflächlich abgehandelt wird. SOLO ist zeitgleich ANNIE CLARKS Spielfilmdebüt. Nach diversen TV-Serien fasst sie nun Fuß im Kinofilm und macht dabei gar keine üble Figur. Den Filmfan wird’s freuen, hält er mit SOLO ein ansprechendes und mysteriöses Stück kanadisches Suspensekino in den Händen, das sich auf jeden Fall zu den besseren Vertretern innerhalb des Horrorgenres zählen darf. Wer es kurz, schnörkellos und spannend mag, ist bei SOLO genau richtig. Da darf man gespannt sein, was Regie-Neuling ISAAC CRAVIT demnächst noch so alles an Projekten auf Film bannen wird – dieser Einstieg ins Filmbusiness ist schon einmal ein solider Anfang!
 
 
 


 
 
 

SOLO – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Klein aber oho. SOLO ist kanadisches Supsensekino vom Feinsten und ein gelungener Einstieg ins Filmbusiness für Regie-Newcomer ISAAC CRAVIT. Es muss nicht immer nur Horror mit dem Holzhammer sein. Manchmal sind die kleinen unscheinbaren Streifen die, die es ganz schön in sich haben.
 
 
 


 
 
 

SOLO – Zensur

 
 
 
Bis auf eine kurze Splatterszene am Ende gibt es in SOLO nix, was dem Gewaltfan gefallen dürfte. Demnzufolge wird SOLO mit Sicherheit ungeschnitten ab 16 Jahren in den Handel kommen.
 
 
 


 
 
 

SOLO – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Black Rock (2012)

The Mooring (2012)


Filmreview: “Abducted” (2013)

Abducted-2013-Lucy-Phillips-Glen-Scantlebury
 
 
 

ABDUCTED

Story

 
 
 
Kein Guter Tag für Jessica (Tessa Ferrer) and Dave (Trevor Morgan). Die machen nämlich einen gemütlichen Picknickausflug im Griffith Park bei Los Angeles und werden aus heiterem Himmel von Betäubungspfeilen getroffen. Als sie wieder zu sich kommen, müssen sie zusammen mit anderen Pärchen als Versuchskaninchen für ein mysteriöses Experiment herhalten …
 
 
 


 
 
 

ABDUCTED – Kritik

 
 
 
Der Titel ist in ABDUCTED (was soviel bedeutet wie “entführt”) Programm, wobei vermutlich alteingesessene Horrorfans bei Filmen mit derart reißerischer Namensgebung direkt an actiongeladene Geiselthriller aus dem unkreativen Hollywood denken dürften. Die Traumfabrik ist dem Handlungsort von ABDUCTED nicht unwesentlich entfernt und auch die Macher hinter dem vorliegenden Mysterythriller sind in Hollywood keine Unbekannten. Das verheiratete Pärchen LUCY PHILLIPS und GLEN SCANTLEBURY haben diesen Low-Budget-Hit geschrieben und umgesetzt, wobei Ehegatte SCANTLEBURY schon durch diverse Schnittarbeiten in bekannten Mainstreamgurken für Aufsehen gesorgt hat. Mit seinen Cutter-Qualitäten in A NIGHTMARE ON ELM STREET (2010), FREITAG DER 13. (2009) und MICHAEL BAYS`S TEXAS CHAINSAW MASSACRE (2003) hat er den Puls manchen Horrorfans gehörig auf Trab gebracht – wenn auch nicht immer im positiven Sinne. Immerhin kommt sein umfangreiches Wissen im Editieren von Horrorware seinem neusten Streich ABDUCTED (Produktionstitel: GRIFFITH PARK) zu Gute. Das Ding ist wirklich besser, als die etwas ausgelutschte Inhaltsangabe verspricht, wobei die erstaunlich clever ausgetüftelte Spannungsschraube rund 90 fesselnde Minuten ohne Leerlauf verspricht. In ABDUCTED wird den Protagonisten mal wieder allerhand abverlangt. Die werden aus dem Leben gerissen und dürfen die nächsten Monate in einem dunklen Fabrikloch hausen, wo ihnen seltsame Dinge von Gasmasken und Schutzuniform tragenden Fremden angetan werden. Das lässt unweigerlich an Tortur- und Zombiekino erinnern, schlägt Gott sei Dank aber eine ganz andere Richtung ein. Roten Lebenssaft gibt es in ABDUCTED rein gar nicht zu sehen, was ja in Zeiten blutreicher Horrorware schon fast etwas nostalgisch anmutet. Die Probanden finden Schritt für Schritt heraus, was ihnen im Verlauf der Handlung blühen wird, wobei PHILLIPS und SCANTLEBURY es immer wieder schaffen, den Zuschauer mit den undurchsichtigen Umständen geschickt zu verwirren. Die beiden Helden Jessica (TESSA FERRER) und Freund Dave (TREVOR MORGAN) lernen im Verlauf ihrer Gefangenschaft weitere entführte Pärchen in den einzelnen Zelltrakten kennen, wobei jedes von ihnen seine ganz eigenen Erklärungen für die Geschehnisse zu finden versucht. Während Jessica und Dave an eine Lösegelderpressung durch die Taliban glauben, tendieren Buzz (ROSS THOMAS) und Tiffany (JELLY HOWIE) zu einem geheimen Militärexperiment, das es sich zur Aufgabe gemacht hat Supermenschen zu züchten. Elliot (AIDAN PARK) und Maria (VIVAN DUGRÈ) stattdessen sind fest davon überzeugt, dass höhere Mächte hinter all dem stecken und man es hier mit weniger freundlich gesinnten Außerirdischen zu tun hat. Wie man es dreht und wendet, PHILLIPS und SCANTLEBURY schaffen das Glanzstück, das bis kurz vor Ende jede Verschwörungstheorie in irgendeiner Form zutreffen könnte, wobei man als Zuschauer erstaunt feststellen muss, dass ABDUCTED erfrischend unvorhersehbar abgearbeitet wird. Langeweile kommt in diesem Mysterythriller garantiert nicht auf und optisch braucht sich der Low-Budget-Indiegrusler vor teuren Mainstreamschinken aus Hollywood auch nicht zu verstecken. Dreckig-düstere Räume, flackerndes Licht und spartanisch eingerichtetes Setting verursachen rasch ein unangenehmes Gefühl und lassen in einigen Momenten sogar foltergeiles SAW-Feeling ins Gedächtnis zurückkehren – ohne freilich jedoch dessen unerträgliche Gewalteskapaden zelebrieren zu müssen. Verschiedene Kameratechniken aus dem Found-Footage-Bastelkasten bringen Dynamik ins Geschehen. So sehen wir die Handlung nicht nur aus der typischen Filmsicht, sondern auch aus der Überwachungskameraperspektive und in Form von Videotagebüchern, welche die Helden mit ihren Handys aufnehmen. Die glaubhaften Protagonisten (die man durchweg schon in diversen bekannten Vorabendserien bewundern durfte) entsprechen einmal nicht dem obligatorischen Horrorklischee und meistern ihre Sache routiniert, so dass sich ABDUCTED wahrlich positiv vom üblichen Horrorstandard abzuheben versteht. ABDUCTED sollte man im Auge behalten. Dieser kleine Thriller ist uneingeschränkt empfehlenswert!
 
 
 


 
 
 

ABDUCTED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
ABDUCTED ist ultraspannend, absolut unvorhersehbar und bringt den Puls des Horrorfans definitiv in Wallung. Das Mysterywerk ist einmal mehr Beweis dafür, dass die kleinen Filme meist bessere Geschichten besitzen als teurer Mainstreamkäse fürs Multiplex.
 
 
 


 
 
 

ABDUCTED – Zensur

 
 
 
ABDUCTED hat für den Splatter- und Gewaltfan unter den Horrorzuschauern rein gar nix Nennenswertes zu bieten. Blut gibt es gar nicht zu sehen, gemeine Greueltaten ebenso wenig. Demzufolge kann man davon ausgehen, dass der Mysterythriller ABDUCTED hierzulande frei ab 16 Jahren erscheinen wird.
 
 
 


 
 
 

ABDUCTED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Iron Doors (2010)

Saw (2004)

Cube (1997)


Filmreview: “The Presence – Besessen von Dir”

thepresence_2010
 
 
 

THE PRESENCE – BESESSEN VON DIR

Story

 
 
 
Ein junges Paar wird in einer Hütte im Wald von einer unheimlichen Präsenz bedroht, die nur ein Ziel kennt: das Glück der beiden auseinander zu treiben …
 
 
 


 
 
 

THE PRESENCE – Kritik

 
 
 
Wenn’s um gutgemachte Geisterfilme geht, denken die Meisten vermutlich ausschließlich an glatt polierten Mainstream á la INSIDIOUS (2010) oder THE CONJURING (2013). Das Genre hat aber auch schon einiges an Streifen hervorgebracht, die still und leise für den Videomarkt veröffentlicht wurden, von denen vermutlich noch nie jemand gehört hat. Dabei ist nicht zwangsläufig garantiert, dass sich darunter ausschließlich substanzloser Mist befindet, für den man ungern kostbare Lebenszeit verschwenden möchte. Hin und wieder schaffen es sogar wirklich sehenswerte Gruselfilme in die deutschen Händlerregale, die vollkommen zu Unrecht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, weil dem zuständigem Rechteinhaber zumeist einfach die finanziellen Mittel fehlen, um den Titel gerecht zu bewerben. Beim vorliegenden THE PRESENCE – BESESSEN VON DIR mag es vermutlich eher an der eher bescheiden Qualität des Werkes gelegen haben, die MARITIM PICTURES dazu bewegt hat, das Gruselstück ohne großen Wind in die Heimkinos zu bringen. Der Streifen wurde bereits 2010 fertiggestellt und kommt nun fast vier Jahre später in die Gunst der Heimkinoveröffentlichung. Das lässt nicht gerade auf Hochwertigkeit schließen, ist doch der Gehalt bei derart verspäteten Veröffentlichungen meist eher bescheiden. Immerhin wird mit einem ganz großen Genre-Klassiker auf dem Cover geworben. Dort wird offenkundig angepriesen, dass THE PRESENCE von den Produzenten des Found-Footage-Krachers THE BLAIR WITCH PROJECT ins Leben gerufen wurde. Eine Tatsache, die vermutlich gruselerprobte Horrorfans hellhörig werden lässt, gehört der Wackelcamschocker aus den 1990ern nicht umsonst zu den erfolgreichsten Horrortiteln. Umso ernüchtender die Tatsache, dass THE PRESENCE – BESESSEN VON DIR nicht einmal ansatzweise die Klasse des Indie-Gruseltrips erreicht. Den zähen Spukaufguss hat TOM PROVOST inszeniert, der hier seinen ersten Langfilm gedreht hat. Erste Erfahrungen hat er als Schauspieler in TV-Serien machen können, wobei die Arbeit in STEVEN SPIELBERGS SEAQUEST DSV zu den wohl wichtigsten Rollenangeboten zählen dürfte. Doch Schauspielerei allein war dem Amerikaner wohl nicht genug. So schrieb er flugs das Drehbuch zu THE PRESENCE und nahm auch gleich auf dem Regiestuhl Platz. Für die Hauptrolle des Films konnte er sogar MIRA SORVINO (MIMIC) gewinnen, die 1995 einen Oscar für Woody Allens GELIEBTE APHRODITE einheimsen konnte. Große Aufmerksamkeit erregt haben dürfte die erfolgreiche Schauspielerin mit THE PRESENCE – BESESSEN VON DIR aber nicht gerade, glänzt der Film nicht wirklich durch einen ausgeklügelten Storyverlauf.
 
Im Mittelpunkt steht eine nicht näher beschriebene junge Dame (MIRA SORVINO), die in ihrer Kindheit einige Problemchen mit ihrem Vater gehabt hat, welche ihr auch heute noch schwer zu schaffen machen. Um bei Ihrer Arbeit voranzukommen und etwas Abstand zu gewinnen, reist sie zu einer Waldhütte ihrer Kindheit. Dort geht es drunter und drüber, denn die Anreisende scheint nicht sonderlich willkommen zu sein. Vögel donnern ans Plumsklo und Zimmertüren schließen sich wie von Geisterhand. Auch als der Partner anreist und ihr einen Antrag macht, wollen die seltsamen Vorkommnisse keine Besserung finden. Die Stimmung schlägt um und das Paar beginnt sich zu streiten. Was die beiden nicht wissen: im Haus wandelt ein rastloser Geist umher, der von einer unheimliche Präsenz dazu beauftragt wurde, das Paar auseinander zu treiben.
 
Gruselfilme punkten seit jeher durch Atmosphäre, Spannung und gänsehautverursachende Schockeffekte. Zutaten, die THE PRESENCE – BESESSEN VON DIR leider nicht zu bieten hat. Bereits die ersten 15 Minuten verdeutlichen auf ernüchternde Weise, was den Zuschauer im Verlauf des Streifens erwarten wird. Wir erleben, wie ein bleicher Geist allgegenwärtig ist und der Hauptprotagonistin wortkarg in jeder erdenklichen Alltagssituationen mit starrem Blick beiwohnt. Gesprochen wird kaum, gehandelt ebenso. Hin und wieder schaut die junge Dame verdutzt aus der Wäsche, weil sich Türen wie von allein schließen. Das ändert sich auch nicht, als der besorgte Freund erscheint. Es werden künstliche Konflikte geschnürt, die die Beziehung des Paares ins Wanken bringen. Erste Zweifel am Vertrauen zueinander entstehen und THE PRESENCE driftet geradezu in ein unwichtiges Beziehungsdrama. Von Gruselfeeling ist dabei kaum eine Spur; wirklich unterhaltsam und spannend ist das ebenso wenig. In THE PRESENCE – BESESSEN VON DIR ist die Langsamkeit allgegenwärtig. Die Geschehnisse entwickeln sich behäbig und mit minimalen Mitteln wird versucht, so etwas wie unheilvolle Stimmung zu schaffen. Hin und wieder gelingt PROVOST das Kunststück sogar. So greift die leicht entnervte Heimgesuchte zur Gaslampe und erleuchtet einen finsteren Raum, in dessen Schein auch unerwartet die Silhouette des starr dreinschauenden Geistes erhellt wird. Zudem gibt es einige subtile Schreckmomente, die den Zuschauer kurz aufschrecken lassen, sofern dieser aufgrund des bedächtigen Erzähltempos nicht bereits ohnehin sanft entschlummert ist. Die wirklich stimmigen und effektiven Momente sucht man in diesem Mysterygrusler vergebens, so dass auch der überraschende Plot und die logische Aufklärung keineswegs vom Hocker reißen werden. Unterm Strich bekommt der Filmfreund mit diesem Geisterfilm keinen Kracher geboten. Die Umsetzung des Regisseurs mag zwar etwas eigensinnig scheinen und die Idee hinter THE PRESENCE gar nicht mal so übel; aber was nützt ein langweiliger Film, der den Zuschauer nur kostbare Lebenszeit raubt, anstatt ihn zu unterhalten?!
 
 
 


 
 
 

THE PRESENCE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Dieses Debüt-Gruselstück war leider nix. Bei Langatmigkeit wie in THE PRESENCE wäre es wohl bedeutend effektiver, Gras beim Wachsen zuzusehen. Auch wenn auf dem Cover mal wieder irgendwas von BLAIR WITCH PROJECT gefaselt wird; dieser Grusler ist meilenweit entfernt von den Qualitäten des Indie-Hits, auch wenn die Idee hinter THE PRESENCE eigentlich gar nicht mal so übel ist, wie die Umsetzung suggeriert. In diesem Film gilt einmal mehr die Devise: ein langweiliger Film ist leider kein guter Film!
 
 
 


 
 
 

THE PRESENCE – Zensur

 
 
 
In THE PRESENCE – BESESSEN VON DIR wird rein gar keine Gewalt zelebriert. Eigentlich hätte der Film demzufolge problemlos auch ab 12 Jahren freigegeben werden können. Aufgrund einiger unheimlicher Sequenzen schien der FSK aber eine FSK16 angebrachter zu sein.
 
 
 


 
 
 

THE PRESENCE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Presence; USA 2010

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer

 
 
 
Dass es sich bei THE PRESENCE – BESESSEN VON DIR um kein Oscarverdächtiges Meisterwerk handelt, sah vermutlich auch der hiesige Anbieter so. Demzufolge kommt der Streifen in einer eher bescheidenen Ausführung in den Handel. Das Bild und der Ton sind auf eher mittelmäßigem Niveau und sind eher mit dem einer DVD zu vergleichen. Schärfe ist hier Mangelware und der englische Ton ist im Gegensatz zur deutschen Tonspur arg leise abgeschmischt worden. Hinzukommt die etwas lieblose Synchronisation, die zwar bei Weitem immer noch besser ist, als die bei so manch miesen Billigstreifen der letzten Zeit; trotzdem ist die Synchronstimme von MIRA SORVINO gerade in Szenen des Streits mit ihrem Partner kaum zu ertragen. Ansonsten gibt’s im stimmig animierten Hauptmenü nix zu entdecken, was nach Sichtung von Interesse wäre. Extras haben es, bis auf den Originaltrailer, nämlich nicht auf die Scheibe geschafft. Ob das in Anbetracht des eher unwichtigen THE PRESENCE – BESESSEN VON DIR zu bedauern ist, sollte jeder selber entscheiden. Bevor man jedoch den Kauf wagt, wäre ein vorheriges Leihen aus der Videothek empfehlenswert. Immerhin kommt die Blu-ray für günstiges Geld in den Handel, so dass ein enttäuschender Blindkauf nicht allzu sehr auf das Gemüt schlagen dürfte. Außerdem gibt es für Flatschengegner einmal mehr das alternative Wendecover.
 
 
 

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THE PRESENCE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Apartment 1303 (2012)

Aberration (2013)


Filmreview: “Nothing Left to Fear” (2013)

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NOTHING LEFT TO FEAR

Story

 
 
 
Ein Pastor samt Familie wagt einen Neuanfang auf dem Land, der allerdings anders verläuft als erwartet. Denn hinter dem ländlichen Idyll des Kleinstädtchens Stull, im Bundesstaat Kansas versteckt sich das abgrundtief Böse …
 
 
 


 
 
 

NOTHING LEFT TO FEAR – Kritik

 
 
 
Beim Gruselhit NOTHING LEFT TO FEAR handelt es sich um den ersten selbst produzierten Horrorfilm des britisch-amerikanischen Rockmusikers SAUL HUDSON, der unter dem Namen SLASH vielen Rockmusikfans noch ein Begriff sein dürfte. In den 80er und frühen 90ern machte er sich als Leadgitarrist der bekannten Heavyrockband GUNS N´ROSES einen Namen und veröffentlichte auch diverse Solo-Alben. 2012 erhielt er auf dem legendären WALK OF FAME einen Stern und gründete im Jahr 2013 seine eigene Produktionsfirma SLASHER FILMS bei der der nun vorliegende NOTHING LEFT TO FEAR entstanden ist. Für den ersten Filmausflug konnte er Nachwuchsregisseur ANTHONY LEONARDI III gewinnen, der bereits an Hollywoodstreifen wie LONE RANGER (2013), WASSER FÜR DIE ELEFANTEN (2011) und RANGO (2011) mitgetüftelt und sogar tatkräftig das Team hinter CABIN IN THE WOODS (2012) mit herrlich grausigen Make-up-Künsten unterstützt hat. Mit NOTHING LEFT TO FEAR gibt er seinen Regieeinstand und das sogar auf ganz schön düstere Art und Weise, wobei einmal mehr erstaunt, was für ein Effekt-Feuerwerk mit gerade einmal drei Millionen US-Dollar Budget abgebrannt werden kann. Großbudgetierte Mainstream-Produktionen sollten sich an Filmen wie NOTHING LEFT TO FEAR ein Beispiel nehmen, denn LEONARDI beweist, dass man auch mit kleinem Geld gute Effekte auf die Beine stellen kann, insofern man die Kosten nur halbwegs im Blick behält und ein gewisses buchhalterisches Gespür entwickelt. Die letzte halbe Stunde seines Debüts verliert sich in einer waschechten Pixel- und CGI-Effekteschlacht, der man zu keiner Minute ansieht, dass hier eigentlich auf Sparflamme geköchelt werden musste. Hier zeigt sich, dass LEONARDI bei seinen Arbeiten an Blockbustern wie PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT (2007) und CONSTANTINE (2005) eine Menge Erfahrung gesammelt haben muss, die nun seinem ersten eigenen Spielfilm zugute kommt.
 
Atmosphäre steht bei NOTHING LEFT TO FEAR an oberster Stelle – im Horrorfilm der letzten Zeit war diese ja wahrlich zu kurz gekommen. Schaufreudiges Splattergematsche sucht der Zuschauer hier vergebens, so dass die von der MPAA erteilte Rated R-Freigabe nicht allzu sehr auf die Goldwaage gelegt werden sollte. NOTHING LEFT TO FEAR dreht sich um Pastor Dan (JAMES TRUPPER), der mit seiner Frau und den drei lebenslustigen Kids von der hektischen Großstadt hinaus ins idyllische Stull in Kansas zieht. Tochter Rebecca (REBEKAH BRANDES) findet schnell Gefallen am friedlichen Kleinstadtleben. Kein Wunder, verguckt sch das kesse Mädchen doch Hals über Kopf in den geheimnisvollen Schönling Noah (ETHAN PECK) und bemerkt leider viel zu spät, dass die Bewohner des Ortes mit den Zugezogenen ganz eigene Pläne hegen. Im Visier der Gemeinde steht die jüngste Pastorentochter Mary (JENNIFER STONE), die entführt und Teil eines okkultem Rituals wird. Natürlich endet das Vorhaben der Ortsansässigen für die neue Familie im Desaster. Mary wird von einer dämonischen Macht befallen, wandelt fortan mit weit aufgerissenem Schlund durch die Straßen des Städtchens und besitzt nur ein Ziel: die eigene Familie zu opfern. Denn glaubt man den Erzählungen, soll sich in Stull eines der sieben Tore zur Hölle befinden, das nach dem Blut der Unschuldigen giert.
 
Neu ist die Geschichte von der geheimnisvollen Kleinstadt und den noch geheimnisvolleren Sekten-Bewohnern wahrlich nicht. Der wohl bekannteste Vertreter dieser Gattung dürfte vermutlich die Videospielverfilmung SILENT HILL aus dem Jahre 2006 sein, die im direkten Vergleich zwar vollkommen andere Wege geht, NOTHING LEFT TO FEAR jedoch nicht unähnlich ist. Vor allem den gelungenen visuellen Effekten dürfte es zu danken sein, dass dem Zuschauer nicht nur einmal die sehenswerte Filmadaption des KONAMI-Gruseltrips ins Gedächtnis kommen dürfte. Das Böse manifestiert sich in Mary als eine Art dunkler Schleim und schwärzlicher Schimmelbefall, der alles und jeden bedeckt und auszehrt, der von dem leidgeplagten Mädchen berührt wird. Ähnlichkeiten zur Parallelwelt des SILENT HILL-Universum sind unverkennbar, wobei sich der Zuschauer spätestens im Finale in einer Kirche im KONAMI´schen Gruselrausch wähnen dürfte. Das überzeugt nämlich nicht nur mit schauriger Stimmung und einer unbequemen Atmosphäre, sondern verwandelt die ohnehin schon vom Zerfall bedrohte Mary in eine grausig-mutierte Kreatur, welche die Wände des Gotteshaus mit ihren Schimmelkulturen akkurat dekoriert. Leider bleibt NOTHING LEFT TO FEAR trotz der beunruhigenden visuellen Effekte nicht frei von Ungereimtheiten. Trotz des langsamen und stimmigen Aufbaus bleiben am Ende doch einige Fragen ungeklärt. Die Tatsache trübt den eigentlich hervorragenden Gesamteindruck, wobei natürlich Fans von subtilen Schauerstreifen auf jeden Fall zur Sichtung geraten sei. NOTHING LEFT TO FEAR kommt fast gänzlich ohne Blut aus und hält zumindest für weniger erfahrene Horrorfans einige überraschende Wendungen parat. Wer jedoch im Genre bewandert ist, weiß recht schnell wie der Hase hoppelt. Auch wenn Regie-Newcomer ANTHONY LEONARDI III mit seinem ersten Grusler nicht das Rad neu erfunden hat, ist sein Film in Zeiten ultra-derber Folterstreifen eine regelrechte Wohltat.
 
 
 


 
 
 

NOTHING LEFT TO FEAR – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Gelungenes CGI-Gewitter in einem Independent-Horrorfilm? Ja, das gibt’s und zwar in NOTHING LEFT TO FEAR – ein wunderbar altmodisches Gruselmärchen, mit tollen Effekten und Gänsehaut-verursachender Schauerstimmung, das überraschenderweise gänzlich ohne foltergeile Gewalt auskommt. Für Liebhaber zurückhaltender Horrorfilme Pflichtprogramm!
 
 
 


 
 
 

NOTHING LEFT TO FEAR – Zensur

 
 
 
NOTHING LEFT TO FEAR ist ein Beitrag für Fans subtiler Horrorstreifen. Blut gibt hier kaum zu sehen – Gewalt ebenfalls nicht. Dennoch ist NOTHING LEFT TO FEAR in Deutschland erst für 16-jährige erhältlich. Die hiesige Fassung ist aber ungeschnitten. Die deutsche Heimkinofassung ist aber kurioserweise erst ab 18 Jahren freigegeben.
 
 
 


 
 
 

NOTHING LEFT TO FEAR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Nothing left to Fear (Blu-ray)

(c) Splendid Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Nothing Left to Fear; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung) – Film eigentlich ab 16

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 31.01.2014

 
 
 

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NOTHING LEFT TO FEAR – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Silent Hill: Revelation (2012)

Silent Hill (2006)

Needful Things (1993)


Filmreview: “Magic Magic” (2013)

magic_magic_2013
 
 
 

MAGIC MAGIC

Story

 
 
 
Alicia (Juno Temple) will mit ihrer Cousine Sarah (Emily Browning) und deren Freunden einen Kurzurlaub im ländlichen Chile unternehmen. Doch Sarah muss die Reise kurzfristig abbrechen und lässt Alicia mit den anderen zurück. Für die labile Frau ein Albtraum, fühlt sie sich von den ihr fremden Mitreisenden sichtlich bedroht und scheint allmählich den Verstand zu verlieren …
 
 
 


 
 
 

MAGIC MAGIC – Kritik

 
 
 
MICHAEL CERA, der Witzbold aus Filmen wie JUNO oder DAS IST DAS ENDE ist seit jeher für Rollen in eher leichten Teenagerkomödien bekannt. Umso verwunderlicher, dass er im Film MAGIC MAGIC kurzum die Fronten wechselt und gleich mal von netten Burschen zum unheimlichen Vollgestörten mutiert, der in seiner unreif-vulgären Art nichts anderes zu tun hat, als ohnehin schon verunsicherte Mädchen mit unbeholfenen Anbaggerversuchen zu Tode zu ängstigen. Wohl möglich war dem Management dieser etwas sehr schroffe Imagewechsel etwas zu heikel, so dass MAGIG MAGIC zwar viel Lob auf einschlägigen Filmfestivals einheimste, dann jedoch ganz still und leise in den amerikanischen Kino ausgewertet wurde – vermutlich um CERAS Harmlos-Image bewahren zu können. Da verwundert es wenig, dass auf dem Filmplakat nur ganz dezent mit CERA als Kassenmagnet geworben wird, obwohl der Zuschauer hier seine darstellerisch bisher beste Leistung zu sehen bekommt. Für den konsequenten Stilbruch verantwortlich zeichnet der chilenische Regisseur SEBASTIÁN SILVA, dessen letzte Werke LA VIDA ME MATA und OLD CATS ebenfalls von der internationalen Kritik gefeiert wurden aber eher dramalastig daherkamen. Mit MAGIC MAGIC schlägt SILVA zwar eine Brücke zwischen seiner Heimat und den USA, geht aber erzählerisch einen vollkommen anderen Weg. Diesmal hat es ihn in den Thrillerbereich verschlagen, wobei er sich auch bei seinem Neuling auf einfühlsame Weise mit den Ängsten ganz normaler Menschen beschäftigt. Wenn auch auf kompromisslose Weise.
 
Die Geschehnisse in MAGIC MAGIC handeln von der zerbrechlichen Alicia (JUNO TEMPLE), die sich mit ihrer Cousine Sarah (EMILY BROWNING) und deren Freunden Brink (MICHAEL CERA), Agustin (AGUSTIN SILVA) und Barbara (CATALINA SANDINO MORENO) auf den Weg von den Vereinigten Staaten nach Chile macht, um in einem ländlich gelegenen Haus ein paar schöne Tage zu verbringen. Anfänglich noch guter Dinge, muss Sarah bereits kurz nach Abfahrt schon wieder die Heimreise antreten und lässt die verunsicherte Alicia allein mit ihren Freunden zurück. Für Alicia eine ungewohnte Situation mit der sie sich nur schwer anfreunden kann, kennt sie doch keinen der Anwesenden und fühlt sich sichtlich unwohl in deren Gegenwart. Vor allem die wenig subtilen Begattungsversuche des unheimlichen Brink machen der alleingelassenen Alicia schwer zu schaffen. Die beginnt in ihrer permanenten Angst allmählich den Verstand zu verlieren und stößt mit ihren Problemen bei Sarahs Freunden auf nur wenig Verständnis. Was folgt entwickelt sich für Alle zu einem tiefschwarzen Albtraum. Denn nach einigen schlaflosen Nächten verschlechtert sich Alicias Geisteszustand zu nehmens. Sie beginnt Dinge zu sehen, Stimmen zu hören und ist bald nicht mehr Herr ihrer eigenen Sinne. Doch Hobby-Hypnotiseur Agustin weiß Rat: Er setzt das leidgeplagte Mädchen unter Hypnose. Ohne zu ahnen, dass er dadurch ein Desaster lostritt.
 
MAGIG MAGIC ist ein Film, der in unheilvollen Bildern schildert, wie schnell Dinge aus dem Ruder laufen können. Die Geschichte um Alicia, die sich unweigerlich in der ländlichen Idylle Chiles gefangen und sich von ihrem Mitmenschen bedroht, im Stich gelassen und missverstanden fühlt, ist kein Horrorfilm im herkömmlichen Sinne. Vielmehr konzentriert sich Regisseur und Drehbuchautor SEBASTIÁN SILVA gänzlich auf den psychischen Verfall seiner Hauptdarstellerin und erinnert dabei in seiner psychologisch komplexen Darbietung durchaus an Klassiker wie EKEL und ROSEMARYS BABY von ROMAN POLANSKI. JUNO TEMPLE als fragile Alicia erweist sich als perfekte Wahl. Ihr Schauspiel ist von gespenstischer Authentizität, so dass sich der Zuschauer schnell mit ihrer kleinen eigenen Welt verbunden fühlt und ihm das erschütternde Ende schon erheblich an die Nieren geht. Bis Filmmitte lässt sich SILVA Zeit mit der Einführung seiner Charakter und dem Zuschauer im Unklaren, in welche Richtung MAGIC MAGIC überhaupt gehen soll. Alicia hat unter dem Spott der Anwesenden zu leiden, fühlt sich ausgegrenzt und ungemocht. Was folgt ist ihr psychischer Abstieg in den Wahnsinn, den SILVA zugegebenermaßen in wahrlich düstere aber nicht minder doppeldeutige Bilder packt. Alicia redet sich ein Bilder zu sehen, Dinge getan oder gar Stimmen gehört zu haben, wobei SILVA das Glanzstück gelingt, weitestgehend von plakativen Schock-, Spuk- oder Bluteffekten abzusehen. In effekthascherischen Kinozeiten wie diesen darf das schon als beachtliche Kinokunst gesehen werden, schafft es der chilenische Filmemacher, mit einfachsten Mitteln unangenehme Wirkung zu erzielen. Alicias Zerfall verläuft schleichend, ihre ersponnene Bedrohung gewinnt in der zweiten Filmhälfte an Intensität, wobei sich die Vorfälle überschlagen und in einem sehr unangenehmen Ende verlieren. Aufgrund dessen ist MAGIC MAGIC kein Film für zwischendurch, sondern ein erschütterndes Stück Zelluloid, das eine Menge Fragen offen lässt und die Interpretationskreativität des Zuschauers entfachen dürfte.
 
 
 


 
 
 

MAGIC MAGIC – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Grandioser, verstörender Psychotrip der lange nachwirken wird. Absolut unkommerzieller und vor allem sehenswerter Psychothriller, der Erinnerungen an POLANSKIS EKEL wach werden lässt.
 
 
 


 
 
 

MAGIC MAGIC – Zensur

 
 
 
MAGIC MAGIC kommt gänzlich ohne Blut und Gewalt aus. Die unheilvolle Situation wird ganz durch die Vorstellungskraft der Protagonistin Alicia verursacht. Eher psychisch geht’s daher in MAGIC MAGIC zu, so dass der Film hierzulande bedenkenlos ab 16 Jahren freigegeben wurde.
 
 
 


 
 
 

MAGIC MAGIC – Deutsche Blu-ray

 
 
 
magic magic blu-ray

(c) Koch Media

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Magic Magic; Chile/USA 2013

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow, Making Of, Originaltrailer

Release-Termin: 26.06.2014

 
 
 

Magic Magic [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

MAGIC MAGIC – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rosemarys Baby (1968)

Der Mieter (1976)

Ekel (1965)


Filmreview: “Devoured – Verschlungen” (2012)

devoured 2012
 
 
 

DEVOURED – VERSCHLUNGEN

Story

 
 
 
Die alleinerziehende Mutter Lourdes (Marta Milans) muss in einem Restaurant das nötige Kleingeld für die Operation ihres kranken Sohnes verdienen und wird dabei mit einer unheimlichen Bedrohung konfrontiert …
 
 
 


 
 
 

DEVOURED – Kritik

 
 
 
Wenn man sich in der Horrorfilmwelt umschaut, kann man meinen, den Filmemachern gehen die Ideen aus. Nicht selten werden hinreichend bekannte Filmstoffe dreist stibitzt und die notdürftig zusammengeklöppelten Geschichten mit übelkeiterregender Gewalt kaschiert. Denn nur so lässt sich in schnelllebigen Zeiten halbwegs zügig ‘ne Menge Asche verdienen. Gerade weil viele dieser unbedachten Gewaltorgien nur selten eine Kino und Video-Freigabe bei deutschen Zensurbehörden erhalten, haben spitzfindige Rechteinhaber einen höchst wirtschaftlichen Weg gefunden, wie man noch schneller viel Geld in noch weniger Zeit erbeuten kann. Man veröffentlicht einfach seine Blutgranate im deutschsprachigen Ausland und limitiert das böse Stück Film auf möglichst geringe Stückzahlen, damit man dem Filmfan deutlich mehr Euronen als nötig aus der Brieftasche ziehen kann. Der kommende Gruseltrip DEVOURED dürfte dabei in keine der beiden Schubladen rutschen. Hier haben wir es mit einem höchst interessanten und klug durchdachten Geheimtipp zu tun, der sich einen Deut darum schert sein Handlung im Blut zu ersäufen. Der reguläre Weg über den deutschen Handel dürfte die mögliche Konsequenz sein, was den deutschen Filmsammler freuen dürfte, der endlich mal wieder einen guten Horrorfilm zum normalen Obolus in sein Regal stellen darf – ungeschnitten versteht sich. Der düstere Mysterythriller DEVOURED ist mal wieder so ein Fall, der von zwei Neulingen auf dem Gebiet des Spielfilms inszeniert wurde. Während Regisseur GREG OLLIVER bisher nur Dokumentationen gedreht hat und mit dem Dokumentarfilm LEMMY schon einen beachtlichen Erfolg verbuchen konnte, liefert MARC LANDAU sein erstes Drehbuch ab und trifft damit alle Neune. Seine Geschichte versteht, sich gekonnt vom üblichen Horrormist der letzten Zeit abzuheben, wobei mit diesem intelligenten Stück Kino endlich Mal wieder ein Film ins Haus steht, der mit ganz einfachen Mitteln und kleinen Schritten versucht, dem Zuschauer das Gruseln näherzubringen. Interessanterweise setzt Regisseur GREG OLLIVER vernehmlich auf die subtile Wirkung des Bildes und die leisen Töne, denn gesprochen wird in DEVOURED ohnehin kaum. Stattdessen wird der zermürbende Zerfall der leidenden Hauptdarstellerin in ziemlich beunruhigende Bilder gepackt, die in ihrer schlichten Symbolhaftigkeit so erschütternd sind, dass man meinen könnte GREG OLLIVER hätte in seinem Leben nichts anderes gemacht, als psychologisch tiefgründige Horrorfilme zu drehen.
 
DEVOURED erzählt vom Schicksal der alleinerziehenden Lourdes (MARTA MILANS), die von Mexiko nach New York reist, wo sie Geld für eine wichtige Operation ihres kleinen Sohnes verdienen muss. Des nachts schrubbt sie in einem französischen Restaurant die Böden und deckt die Tische ein, damit tagsüber die dekadente Gesellschaft New Yorks dort den schönen Seiten des Lebens frönen kann. Abwechslung vom stupiden und einsamen Arbeitsalltag bieten Lourdes die allabendlichen Telefonate mit ihrem Kind, die kurzzeitig die üblen Schikanen ihrer Arbeitgeberin Kristen (KARA JACKSON) vergessen lassen. Die nutzt zusammen mit Küchenchef Billy (TYLER HOLLINGER) die missliche Lage der Gastarbeiterin aus und machen der besorgten Mutter das Arbeitsleben zur Hölle. Um möglichst schnell das Geld für die Operation aufbringen zu können, entscheidet sich Lourdes zu drastischeren Maßnahmen. Sie erweist einigen Restaurant-Gästen sexuelle Dienste gegen Geld, was bald zu ungeahnten Folgen führt. Türen schlagen wie von Geisterhand zu und eine gespenstische Präsenz scheint der jungen Mutter in jedem Winkel des Lokals zu folgen. Schnell wird der Arbeitsalltag für Lourdes zum Albtraum, denn sie ist fest davon überzeugt, dass es in diesem Restaurant spukt.
 
DEVOURED – VERSCHLUNGEN ist mehr Drama als Horror, wobei es sich OLLIVER nicht nehmen lassen hat, sich ausreichend beim düsteren Genre zu bedienen. Was sich anfänglich noch als bitteres gesellschaftskritisches Filmchen gibt, driftet im Verlauf der Handlung in weitaus unangenehme Sphären ab. Da sieht Lourdes plötzlich die verzerrte Fratze ihres Kindes im Spiegel grinsen und eine unheimliche Gestalt verfolgt die strebsame Mutter am Arbeitsplatz auf Schritt und Tritt. Zudem scheint es in der Umkleide zu spuken und plötzlich zuschlagende Türen erschrecken die fragile Lourdes fast zu Tode. Leicht verdient ist das Geld an diesem Arbeitsplatz mit Sicherheit nicht, zumal sich die junge Frau zusätzlich noch mit den Schikanen ihrer Vorgesetzten auseinandersetzen muss, die die Gastarbeiterin nicht nur einmal spüren lassen, in diesem Land nicht willkommen zu sein. Mit gesellschaftskritischen Seitenhieben wird in DEVOURED nicht gespart. Sei es Kritik an der im Land immer größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich und dem dekadenten und verschwenderischen Auftreten der gutbetuchten Gesellschaftsschicht, die meint mit Geld alles kaufen zu können. Oder die Frage nach dem Wert eines kranken Lebens, dass scheinbar nur dann gerettet werden kann, wenn man hierfür das nötige Kleingeld besitzt. In DEVOURED ist das Thema Geld allgegenwärtig, das regelt wer man ist, wie man lebt und ob man überlebt. Während man zuletzt bereits mit Erstaunen feststellen musste, mit welch hohen technischen Standard Debütfilme aus der Horrorsparte glänzen können, beweist natürlich auch Regisseur GREG OLLIVER mit seinem DEVOURED, dass man auch mit wenig Geld richtig gute Filme machen kann. Zwar spielt sich hier alles auf engstem Raum ab; nach günstig produzierter Videoware schaut das leider ganz und gar nicht aus. Der Film wurde mit MARTA MILANS als gebeutelte Seele hervorragend besetzt, die nicht nur den Film fast gänzlich allein tragen muss, sondern ebenso die Leistung vollbringt, nur anhand ihrer Mimik dem Zuschauer zu vermitteln, was ihr Charakter denkt und fühlt. Durch ihr zwar wortkarges aber stets zugängliches Schauspiel fühlt sich der Zuschauer schnell mit der Hauptdarstellerin verbunden und begleitet die leidende Protagonistin auf ihren von Angst und Einsamkeit geebneten Abstieg in den Wahnsinn. Finstere Gänge, farblose Bilder und fast schon nervenzehrende Stille untermauern das stetige ungute Gefühl der Verzweiflung und verbildlichen die Qualen, welche die Heldin durchleben muss, um das Leben ihres Kindes zu retten. Leider ernüchtert am Ende die Tatsache, dass auch OLLIVER auf den aktuell so beliebten Plottwist setzen muss, der im Horrorgenre zu einer unweigerlichen Selbstverständlichkeit geworden ist. Die paranormalen Vorkommnisse werden plausibel gelüftet und der Zuschauer erhält mit einer etwas arg derben Wendung nicht das Ende, dass man sich bei einem derartig todtraurigen Film vermutlich erhofft hätte.
 
Am Ende bleibt ein uneingeschränkt empfehlenswerter Geheimtipp, der all jenen Fans ans Herz gelegt sei, die auch beim Horrorfilm einen gewissen Anspruch voraussetzen, um gut unterhalten zu werden. Wer die Qualität eines Horrorfilms nur vom Blutgehalt und der Anzahl der Leichen abhängig macht, ist hier vollkommen falsch. DEVOURED ist ein unangenehmer Mysteryfilm, mit guter Besetzung und sehr gutem Drehbuch. Da kann man Regisseur GREG OLLIVER und Drehbuchautor MARC LANDAU nur viel Glück wünschen, dass es ihnen gelingt mit ihrem gelungenen Gruselauftakt maximale Erfolge zu erzielen. Glaubt man dem Filmplakat, hat DEVOURED bereits einschlägige Festivals überzeugen können – für das FILMCHECKER-Team absolut verständlich!
 
 
 


 
 
 

DEVOURED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein Brett von Film – uneingeschränkt empfehlenswerter Geheimtipp für all jene Freunde der gruseligen Unterhaltung, die eine Leidenschaft für subtile Horrorfilme jenseits des Mainstreams hegen.
 
 
 


 
 
 

DEVOURED – Zensur

 
 
 
DEVOURED – VERSCHLUNGEN ist ein eher ruhig inszenierter Film, der sich mit dem subtitle Gruseln beschäftigt. Gerade wegen dem etwas sehr finsteren Endes wurde DEVOURED hierzulande ab FSK16 freigegeben – ungeschnitten versteht sich. Die erhältliche Scheibe hat jedoch den roten “Keine Jugendfreigabe”-Stempel erhalten. Grund hierfür: Das Bonusmaterial der Heimkinofassung.
 
 
 


 
 
 

DEVOURED- Deutsche Blu-ray

 
 
 
devoured-verschlungen-blu-ray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Devoured; USA 2012

Genre: Drama, Horror, Thriller

Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0 Stereo, Englisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1,77:1

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Der Film ist eigentlich FSK16. Die BD wurde wegen dem Bonus jedoch erst ab 18 Jahren freigegeben

Verpackung: Amaray mit alternativem Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 22.07.2014

 
 
 

Devoured – Verschlungen [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DEVOURED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
It´s in the Blood (2012)

Under the Bed – Es lauert im Dunkeln (2012)

Zimmer 205 – Traust Du Dich rein? (2011)

Psych:9 (2010)


Filmreview: “Mine Games” (2012)

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MINE GAMES

Story

 
 
 
Sieben Studenten machen Urlaub in der Einöde Amerikas und entdecken eine mysteriöse Mine. Unzählige Warnschilder halten die Freunde jedoch nicht davon ab, das geheimnisvolle Bergwerk zu erkunden, was natürlich wenig später im Desaster endet …
 
 
 


 
 
 

MINE GAMES – Kritik

 
 
 
Achtung: wer sich den Filmspaß nicht verderben lassen möchte, sollte vom Lesen der Kritik absehen – hier sind nämlich Spoiler enthalten!
 
 
 
Wenn die Helden eines Films einen Ausflug in die amerikanische Wildnis unternehmen möchten und dabei gänzlich auf Internet- und Handyempfang verzichten müssen, dürfte der interessierte Filmfreund schon ein ungutes Gefühl in der Magengegend verspüren. Finden die Protagonisten dann noch eine versteckte Mine, vor deren Betreten ausdrücklich gewarnt wird, liegt die Vermutung nahe, dass das unvorsichtige Erkunden des Stollens mit Sicherheit ein böses Ende nehmen wird. Im erfinderischen Psychothriller MINE GAMES trifft genau das zu, wobei man Regisseur RICHARD GRAY immerhin zugute halten muss, dass er sich mit seinem Filmchen vom üblichen Horrorbrei der letzten Jahre abzuheben versucht. Bei seinem MINE GAMES handelt es sich um keinen weiteren unnötigen Vertreter innerhalb des Genres, denn auch wenn die Thematik einmal mehr Folter- und Slashergurken ins Gedächtnis ruft – der Film geht vollkommen andere Wege. Umso eindringlicher der Ratschlag, sich vor Sichtung des Gruselstücks weder Trailer, Inhaltsangabe oder Kritiken zu Gemüte zu führen – denn gänzlich unvorbereitet erzielt GREYS Zweitwerk die beste Wirkung beim Zuschauer. 2010 hat der australische Regisseur mit seinem romantischen Drama SUMMER CODA Frauenherzen schneller schlagen lassen und erste Regieerfahrungen sammeln können. Umso überraschender, dass er sich nach zwei Jahren Pause ausgerechnet mit einem Horrorfilm zurückmeldet und diesen sogar in die amerikanischen Lichtspielhäuser bringen konnte. Anders als in seinem melodramatischen Erstling geht es in MINE GAMES weitaus düsterer zugange, wobei der Mysterythriller einige Hochschulabsolventen durch die Filmhölle jagt.
 
Die Geschichte dreht sich um sieben Freunde, die sich für ein trinkfestes Party-Wochenende ausgerechnet ein Haus im Nirgendwo ausgesucht haben. Fernab von Lärm und Hektik sagen sich hier nicht nur Fuchs und Hase Gute Nacht, auch vom technischen Fortschritt ist weit und breit nichts zu spüren. So verzichten die Studenten gern auf Handy und Internet und frönen Alkohol und Drogen. Auf dem Weg zur Sause huscht den Kids dann doch irgendwas vor die Karre, so dass sie in die Büsche brettern und das Auto selbstverständlich zum Erliegen kommt. Weiter geht´s per Fußmarsch. Die Freunde erreichen wenig später eine schick eingerichtete Hütte und lassen sich´s dort erst einmal gut gehen. Während Michael (JOSEPH CROSS) ein “klein wenig” an Schizophrenie leidet und immer wieder aufgefordert werden muss, doch seine Pillen zu nehmen, finden einige der Anwesenden im Wald eine verlassene Mine, die natürlich die Neugier weckt. Die Verbotsschilder werden missachtet und mysteriöse Symbole an den Wänden der Mine beeindrucken herzlich wenig. Gute Laune steht im Vordergrund und so begibt sich die Bande auf Erkundungstour ins Dunkel. Das Party-Wochenende scheint seinen Siedepunkt zu erreichen, bis plötzlich seltsame Dinge vor sich gehen. Im Bergwerk werden tote Körper entdeckt, die den eigenen gleichen und Medium Rose (REBECCA DA COSTA) findet in ihrem schlauen Büchlein heraus, dass jene missachteten Zeichnungen im Inneren der Höhle den “Ouroborus” zeigen – jene Kreatur aus der antiken Mythologie, die das Leben als eine endlose Reihe von Leben und Wiedergeburt symbolisiert.
 
Wer im Genre bewandert ist und schon einige Filme gesehen hat, dürfte sich wohl gleich an TRIANGLE (2009) zurückerinnert fühlen. Dort konfrontierte Regisseur CHRISTOPHER SMITH Heldin Jess (MELISSA GEORGE) mit ähnlich komischen Vorkommnissen. Jess fand heraus, dass sie wohl Teil eines sich ständig wiederholenden Zeitstrudels sein muss. Auch der zwei Jahre zuvor abgedrehte TIMECRIMES des Spaniers NACHO VIGALONDO bediente sich der raffinierten Zeitschleifen-Thematik und bot ein verschachteltes Filmerlebnis, dass dem Zuschauer volle Aufmerksamkeit abforderte. MINE GAMES ist aus ähnlichem Holz geschnitzt, wenn auch nicht ganz so intelligent und komplex gestrickt, wie der spanische Geheimtipp aus dem Jahre 2007. Das spiegelt sich vor allem in der etwas trivial gehaltenen Inszenierung wieder, denn GREYS Folgewerk kommt weitaus jugendkonformer daher und richtet sich mit seinen adretten Protagonisten zweifelsohne an ein eher MTV-gewohntes Kinopublikum. Hier ist offensichtlich, dass die teils unbekannten Jungschauspieler (die vermutlich nur aufgrund ihrer Optik engagiert wurden) zwar ganz brauchbar interagieren – wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen sie aber keineswegs. Die eindimensionalen Rollen differenzieren kaum voneinander, so dass dem Zuschauer das besiegelte Schicksal der sieben Freunde vollkommen am Allerwertesten vorbeigehen dürfte. Immerhin stimmt auf technischer Ebene alles. MINE GAMES wurde solide gefilmt, so dass kaum auffallen dürfte, dass der Film mit magerem Budget auskommen musste. In Zeiten millionenschwerer Kinoblockbuster immerhin eine beachtliche Glanzleistung, schafft es GREY sogar hin und wieder mit einfachsten Mitteln, so etwas wie Gruselfeeling zu entwickeln. Leider wird der unheimlichen Kulisse nur wenig Beachtung geschenkt, was auf Kostengründe zurückzuführen ist. Begeben sich die Freunde auf Höhlenexpedition, gewinnt auch der Film an Spannung. Die ist leider in MINE GAMES Mangelware, da den gesichtslosen Schnarchnasen viel zu viel Zeit für deren nicht vorhandene Entwicklung eingeräumt wird. So spielt sich ein Großteil der Handlung im Inneren des Feriendomizils ab und protokolliert mit schläfrigem Erzählstil, wie man irgendwie versucht, die knapp 90 Minuten Filmlaufzeit mit Handlung zu versehen. Immerhin geht es am Ende schlag auf Schlag. Das Tempo wird erheblich angezogen, das undurchsichtige Puzzle logisch entschlüsselt und der Film findet einen ganz brauchbaren Abschluss. Ob´s jedoch für einen sehenswerten Gruseltrip ausreicht, sollte jeder Filmfreund selbst beurteilen.
 
 
 


 
 
 

MINE GAMES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Cleverer erzählter und raffiniert getrickster Horrorthriller mit ebenso schlauer Auflösung. Leider leidet der anfänglich spannend erzählte Gruseltrip etwas am zähen Erzähltempo, denn so wirklich passieren will partout nichts. Immerhin gewinnt der unheimliche Mystery-Grusler gegen Ende wieder an Fahrt. Aufgrund der (zwar nicht neuen aber dennoch) interessanten Zeitschleifen-Thematik ist MINE GAMES dennoch einen Blick wert. Für Fans des Gruselschockers TRIANGLE (2009) definitiv ein Must See!
 
 
 


 
 
 

MINE GAMES – Zensur

 
 
 
Gewalt in MINE GAMES? Die wird hier auf Sparflamme geköchelt und nur selten auf der Mattscheibe zelebriert. Zwar kommen die Protagonisten am Ende dieses Thrillers arg übereilt zu ihrem Tod; brutal oder selbstzweckhaft wirkt das selbstverständlich nicht. Demnach kann der Filmfreund davon ausgehen, dass MINE GAMES hierzulande ungeschnitten veröffentlicht wird – mit FSK16 versteht sich!
 
 
 


 
 
 

MINE GAMES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Triangle – Die Angst kommt in Wellen (2009)

Timecrimes – Mord ist nur eine Frage der Zeit (2007)


Filmreview: “The Last Will and Testament of Rosalind Leigh” (2012)

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH
 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH

Story

 
 
 
Leon (Aaron Poole) erbt nach dem tragischen Selbstmord seiner Mutter das Haus, in dem er seine Kindheit verbracht hat. Doch direkt nach Ankunft geschehen seltsame Dinge. Es scheint, als ob Mutter Rosalind (Vanessa Redgrave) Kontakt mit ihrem Sohn aufnehmen möchte, um ihm etwas wichtiges mitzuteilen. Während Leon damit beginnt seine Vergangenheit aufzuarbeiten, zieht eine bedrohliche Gestalt ihre Runden um das Anwesen …
 
 
 


 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH – Kritik

 
 
 
Im Zuge möglichst effekthascherischen Mainstreamkinos und absurd blutrünstiger Dutzendware, hat mancher Horrorfilmfan das subtile Grausen bereits aus seinem Gedächtnis gestrichen. Die Zeiten klassischer Gruselfilme scheinen unlängst vorbei zu sein, denn mit leichtem Bibbern lässt sich heute kaum noch lukrativ wirtschaften. Umso erfreulicher, dass immer wieder Nachwuchsregisseure versuchen, gegen den Strom zu schwimmen und sich den Trends entgegenstellen. RODRIGO GUDIÑO ist so ein Fall. Mit seinem Schauderstück THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH liefert er ein Paradebeispiel dafür, was man allein mit einer ausgeprägten, unheilvollen Atmosphäre bewirken kann. Ganz unbewandert im Genre scheint der Filmemacher nicht zu sein, zeichnet der talentierte Debütant für das erfolgreiche, kanadische Horrormagazin RUE MORGUE verantwortlich, das Filmbegeisterte weltweit in Sachen Horror stets auf dem Laufenden hält und 1997 von GUDIÑO ins Leben gerufen wurde. Nachdem er mit drei Kurzfilmen viel Lob auf einschlägigen Festivals ernten konnte, schien der nächste Schritt unumgänglich: der erste Langfilm. Überraschenderweise hat sich GUDIÑO für den internationalen Startschuss ein gänzlich unkommerzielles Werk ausgesucht, das er nicht nur selbst inszeniert hat, sondern für das er auch das Drehbuch schrieb. Sein THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH unterscheidet sich dabei grundsätzlich von dem, was sonst auf dem Heimkinomarkt geboten wird. Der Gruseltrip besinnt sich der Wurzeln des Horrors. Das heißt, klassische Stilmittel treten in den Vordergrund und der Einsatz aktuell so beliebter Terror- und Gewalteskapaden wird gänzlich vermieden.
 
Im Mittelpunkt dieser unheimlichen Geschichte steht der Antiquitätenhändler Leon (AARON POOLE), der nach dem Selbstmord der Mutter (VANESSA REDGRAVE) in sein Elternhaus zurückkehrt. Das entpuppt sich nicht nur als kleines Museum mit allerhand alten Relikten, sondern ist auch ein beliebter Wallfahrtsort für einen mysteriösen Engelskult, dem Mutter Rosalind zu Lebzeiten angehört hat. Früh hat der Glaube der Mutter das Leben des Sohnes nachteilig geprägt, so dass dieser sich dazu entschloss, das Elternhaus bei Zeiten zu verlassen. Zurück blieb Rosalind, die sich in ihrer Einsamkeit Schutz durch die religiöse Engelgemeinschaft versprach. Während Leon zwischen all den Artefakten und Antiquitäten beginnt, sich mit den Dämonen seiner Vergangenheit auseinander zu setzen, geschehen im Haus seltsame Dinge. Es scheint, als ob die tote Mutter mit ihrem entfremdeten Sohn Kontakt aufnehmen möchte und ihm eine wichtige Botschaft übermitteln will. Währenddessen schleicht eine unheimliche Kreatur im Garten umher.
 
In THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH wird der Vorteil des langsamen Erzählens wiederentdeckt. Hier wird sich gänzlich von aktuellen Sehgewohnheiten gelöst und sich zu den Wurzeln des subtilen Schauerns begeben. Langsame Fahrten und elegante Kameraarbeit schaffen dem Zuschauer ausreichend Möglichkeiten, sich selbst im Gebäude umzuschauen. Das ist vollgestopft mit allerhand schrulligen und nicht selten kitschig wirkenden Gegenständen, die durch den geschickten Einsatz von Licht und Schatten erstaunlich unheilverkündend und angsteinflößend wirken. Wie bei Subgenre-Klassikern á la BIS DAS BLUT GEFRIERT (1963), SCHLOSS DES SCHRECKENS (1961) oder THE SHINING (1980) ist in THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH das Haus der heimliche Star, denn Regisseur RODRIGO GUDIÑO schafft es mit einer beeindruckenden Leichtigkeit, dass das Erkunden des Gebäudes weitaus spannender wirkt, als die eigentliche Geschichte des Films. Mutter Rosalind hat vor ihrem Tod einige Hinweise im Haus verteilt, um in irgendeiner Form mit dem entfremdeten Sohn in Kontakt treten zu können. Was folgt ist eine gemächliche erzählte Schnitzeljagd durch das elterliche Heim, die Leon in die entlegensten Winkel des Hauses führt und es ihm so ermöglichen, dass er diverse Geheimnisse über das Gebäude aufdecken und seine Vergangenheit aufarbeiten kann. Mutter Rosalind tritt dabei als Kommentatorin in Erscheinung, die die Erkundung des Hauses mit mitleiderregender Stimme aus dem Off dokumentiert und stets den Verlust des eigenen Sohns bedauert.
 
THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH ist ein poetisches Märchen über Kummer, Verlust und Verzweiflung. Eine Geschichte des verlorenen Glaubens und seiner Natur. RODRIGO GUDIÑO ist mit seinem Debütwerk ein Glückswurf gelungen. Einen Großteil der Lobpreisungen dürfte er Kameramann SAMY INAYEH zu verdanken haben. Der schafft das Glanzstück, eine einerseits schwermütige und dennoch bedrohliche Atmosphäre zu kreieren, andererseits jedoch düstere Bilder voller Schönheit auf Zelluloid zu bannen. Bei derart kreativem Können kann man nur staunen. Auch wenn THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH für das geschundene Horrorkino eine erfrischende Bereicherung darstellt, so sollte jedem klar sein, dass es sich hier um keinen gewöhnlichen Spukfilm handelt. GUDIÑOS Erstwerk ist vermutlich eines der wenigen Geisterfilmchen, in denen der Zuschauer keinen einzigen Geist zu Gesicht bekommt. Stattdessen punktet der Film mit ausreichend dramalastiger Mystery und wunderbar altmodischer Gruselatmosphäre. Wer Filme mit schlüssigem Ende bevorzugt, dürfte übrigens bei diesem Werk dumm aus der Wäsche schauen. Denn die Erklärungsansätze des Films lassen diverse Interpretationsmöglichkeiten zu.
 
 
 


 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Frischer Wind im Grusel-Genre. THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH ist ein poetisches Schauermärchen, das selbstbewusst gegen den Mainstream rudert.
 
 
 


 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH – Zensur

 
 
 
In THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH fließt weder Blut, noch wird Gewalt zelebriert. Von daher kann ausgegangen werden, dass der Film aufgrund seiner unheimlichen Atmosphäre mit einer ungeschnittenen 16er Freigabe in den Handel kommen wird.
 
 
 


 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Haunting of Helena (2012)

Barricade (2012)

The Pact (2012)

The Awakening (2011)

The Woman in Black (2012)

The Devils Backbone (2001)


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