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Filmreview: “Ghost of Goodnight Lane” (2014)

ghost-of-goodnight-lane-2014
 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE

Story

 
 
 
Eine Filmcrew wird von einem wütenden Geisterkind bedroht, dass Spaß am Töten hat und den Crew-Mitgliedern das Fürchten lehrt …
 
 
 


 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE – Kritik

 
 
 
Immer dann, wenn man sie am wenigsten erwartet, krabbeln sie ganz unvorbereitet aus ihren modrigen Verstecken hervor und geben dem Horrorfan zu verstehen, dass pitschnasse Geistergören einfach nicht aus der Filmlandschaft wegzubekommen sind. Seit die asiatischen RING-Streifen rachsüchtige Geistermädchen populär gemacht haben, winden und wuseln jene Gestalten immer mal wieder durch düstere Filmszenarien und wollen nur eins: Die Protagonisten jener Filme möglichst hinterlistig um die Ecke bringen. Scream-Queen und Horrorsternchen DANIELLE HARRIS (HALLOWEEN 4+5, HATCHET 3) konnte vermutlich mal wieder einige freie Tage im Terminkalender entbehren und gab sich zusammen mit B-Movie-Dauergast BILLY ZANE die Blöße, beim vorliegenden Video-Murks GHOST OF GOODNIGHT LANE mitzumachen. Auch wenn die HARRIS schon in so einigen kultigen Schockern mitgewirkt hat, muss das noch lange nicht bedeuten, dass ein Horrorfilm auch gut sein muss, der mit der smarten Schauspielerin auf dem Cover wirbt. Aufgrund der unüberschaubaren Masse an amerikanischen B-Movies, die momentan den Videomarkt überschwemmen, gerät nämlich auch die HARRIS immer mal wieder an Drehbücher, die man besser als Kamin-Anzündhilfe verwendet.
 
GHOST OF GOODNIGHT LANE ist ein recht passendes Beispiel dafür, dass bekannte Schauspieler nicht zwangsläufig für Qualität stehen müssen, denn was Regisseur ALIN BIJAN hier auf die Beine gestellt hat ist eher hirnloses Fast-Food-Horrorfutter für zwischendurch, das man bereits wieder vergessen hat sobald der Abspann über den Bildschirm flimmert. Wie der Titel bereits vielversprechend verrät, spukt es im Haus auf der GOODNIGHT LANE und das nicht gerade wenig. Der hartnäckige Geist eines nervigen Kindes hat es sich im Postproduktionsstudio einer kleinen Filmcrew gemütlich gemacht und ist gar nicht damit einverstanden, dass das Haus bereits einen neuen Käufer gefunden hat und abgerissen werden soll. Die alte Thelma Perkins weiß Genaueres, flüstert aber in verschlüsselten Versen und scheint kein Interesse daran zu haben einfach mal Tacheles reden zu wollen. Stattdessen lässt sie die Filmleute der Reihe nach über die Klinge springen und offenbart erst am Ende die bittere Wahrheit über die Beweggründe des Geistes. Ihre Enkelin und gleichzeitig Tochter von Charles Manson ist für den tödlichen Schabernack verantwortlich, wurde sie doch in jenem Haus von der eigenen Großmutter ermordet. Am Ende plagen Oma Gewissensbisse. Grund genug das eigene Leben für das der Überlebenden zu opfern.
 
BILLY ZANE fällt zwar positiv durch trockenen Humor auf, hat aber offensichtlich vergessen, dass er sich hier eigentlich in einem Horrorfilm befindet. Während sich seine Schauspielkollegen laut um Kopf und Kragen schreien, steht Herrn ZANE die Lustlosigkeit ins Gesicht geschrieben. Auch die sonst so taffe DANIELLE HARRIS wirkt ziemlich fehl am Platz, hat doch diesmal die Hauptrolle eine andere ergattert, so dass der beliebten Darstellerin nur noch eine kurze Besessenheitsszene übrig bleibt, um sich mal richtig austoben zu können. Ansonsten gibt es reichlich Trash und handgemachten Splatter zu sehen, was in GHOST OF GOODNIGHT LANE so ziemlich unspektakulär abgehandelt wird, denn eigentlich besteht das Machwerk hauptsächlich aus einer Aneinanderreihung bekannter Haunted-House-Klischees, und vorhersehbaren Jump-Scares, die wohl den Zuschauer am Einschlafen hintern sollen. Mit Ruhm hat sich für diesen austauschbaren Geister-Grusler keiner der Anwesenden bekleckert, denn nicht nur einmal dürfte sich der Zuschauer bei der Sichtung von GHOST OF GOODNIGHT LANE ertappen, wie er kurz zur Fernbedienung greifen möchte, um dem Abspann ein Stück näher kommen zu können. Knapp eine Stunde benötigt der Spukhaus-Quark bis er endlich aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Immerhin gibt es dann abwechslungsreiche Todesarten zu sehen, die aber ohnehin bereits im Trailer gezeigt wurden.
 
GHOST OF GOODNIGHT LANE hat wie jeder zweite hastig heruntergeleierter Video-Trash das Problem, dass ihm einfach Spannung fehlt, denn wirklich gruselig oder atmosphärisch will BIJAN austauschbarer Geisterfilm irgendwie nicht werden. Der Grund hierfür ist schnell gefunden, denn nicht der billige Low-Budget-Look bereitet Probleme, sondern das vollkommen uninspirierte Drehbuch, dass mal wieder nach Schema F abgehandelt wird. Die Geschehnisse rund um GHOST OF GOODNIGHT LANE sind nicht neu und hat man mittlerweile einfach schon bedeutend besser erzählt auf der Mattscheibe gehabt. Seltsamerweise weicht Macher ALIN BIJAN kurz von der schablonenhaften Erzählung ab. In einer Szene bekommen wir besessene Puppen vor die Linse. Ein wunderbar nostalgischer Moment, der kurz die legendäre PUPPET MASTER-Reihe und den charmanten Gordon-Puppenhorror DOLLS ins Gedächtnis zurückkehren lässt. Leider dauert der magische Moment nur wenige Sekunden, danach richtet BIJAN das Augenmerk erneut auf das Langweilen des Zuschauers. Was für eine Verschwendung!
 
 
 


 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
GHOST OF GOODNIGHT LANE ist die weitaus blutigere Antwort auf die subtile RING-Filmreihe, in der ein verärgertes Geistergör pitschnass aus TV-Apparaten krabbelt und das Fürchten lehrte. Das Geistermädchen in GHOST OF GOODNIGHT LANE hat andere Probleme. Nicht nur, dass sie mit fettigem Haupthaar zu kämpfen hat; so wirklich beängstigend wirken ihre Wutausbrüche nicht auf den Zuschauer, dem vor allem die nicht enden wollenden Müdigkeitserscheinungen Sorgen bereiten dürften, schließlich hat GHOST OF GOODNIGHT LANE mit permanenter Ideenarmut zu kämpfen. Das Problem dürfte Regisseur ALIN BIJAN bereits beim Schreiben des Drehbuchs erkannt haben, so dass er die Handlung um nette Splatter-Momente und Jump-Scares bereichert hat. Was dem Streifen dennoch fehlt ist Spannung und Atmosphäre, denn Blut und coole Sprüche allein machen aus eigentlich totgefilmten Geschichten keine guten Horrorfilme. Wer übrigens DANIELLE HARRIS mal wieder in einer vollkommen überflüssigen Rolle sehen mag, dürfte sich immerhin über ihren Auftritt in GHOST OF GOODNIGHT LANE freuen. Dennoch bleibt hier einmal mehr die Frage unbeantwortet, warum die HARRIS ihren Namen für diesen unnützen Käse hergegeben hat. Ihr Bankkonto dürfte die Antwort liefern.
 
 
 


 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE – Zensur

 
 
 
Die wenigen Splatter-Momente wurden geschickt getrickst. Nägel bohren sich in Augen, eine Protagonistin schlitzt sich ein Hackenkreuz auf die Stirn und ein Gesicht wird von einem Ventilator zermatscht. Klingt zwar alles blutig und schaut lustig aus, dürfte aber für eine FSK16 reichen – ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Fear Lives Here (2013)
 
The Unbroken (2012)
 
Aberration (2013)
 


Filmreview: “Willow Creek” (2013)

willow-creek-2013
 
 
 

WILLOW CREEK

Story

 
 
 
Ein junges Paar reist nach Kalifornien, um in den abgelegenen Wäldern von Bluff Creek der Legende von Bigfoot auf den Grund gehen zu können …
 
 
 


 
 
 

WILLOW CREEK – Kritik

 
 
 
Eigentlich könnten wir FILMCHECKER in Zukunft auch FOUND-FOOTAG-CHECKER oder WACKELCAM-TESTER nennen, denn was wir in letzter Zeit an Streifen mit dem allmählich nicht mehr so beliebten Found-Footage-Gimmick besprochen haben, ernüchtert selbst das FILMCHECKER-Team so langsam. Leider scheint der polarisierende Trend vom angeblich gefundenen Filmmaterial kein Ende zu nehmen, was vermutlich auch an den erschreckend niedrigen Herstellungskosten liegen mag, die das Drehen solcher Werke voraussetzen. Erschreckender als das minimale Produktionsbudget ist jedoch die Tatsache, dass jene Streifen immer einfältiger werden und bis auf planloses Gewackel und dem Wiederholen der ewig gleiche Klischees und Geschichten nichts Neues zu bieten haben. Ein Paradebeispiel für jene überflüssige Filmkunst ist der Bigfoot-Schlamassel WILLOW CREEK, der wahrscheinlich nur deshalb gedreht wurde, um mit wenig Aufwand schnelle Kasse zu machen. Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler BOBCAT GOLDTHWAIT hat den Murks verbrochen und beweist nach seinem grandios schwarzhumorigen GOOD BLESS AMERICA (2011), dass ihm eigentlich egal ist, was die Horrorfilmgemeinde von ihm denkt – Hauptsache sie zahlt. Mit fast schon beschämender Gleichgültigkeit kopiert er hier dreist das, was BLAIR WITCH PROJECT (1999) seinerzeits so verstörend gemacht hat, vergisst aber nach der unüberschaubaren Anzahl ähnlich gestrickter Gähner, dass ein bisschen Kameragewackel, nicht deutbare Geräusche im Wald und mit Tränen besudelte Gesichter verängstigter Protagonisten fünfzehn Jahre nach BLAIR WITCH PROJECT kaum noch Gänsehaut verursachen. GOLDTHWAITS erster Found-Footage-Ausflug ist auf wahre Begebenheiten zurückzuführen, denn die Grundlage für WILLOW CREEK lieferten die Bigfoot-Fans ROGER PATTERSON und BOB GIMLIN, die im Jahre 1967 nach Nordkalifornien reisten, um dort am Bluff Creek im Six Rivers Nationalpark den mysteriösen Waldmenschen zu suchen. Glücklichweise wurde ihre Suche von Erfolg gekrönt, denn ihnen gelang es den sagenumwobenen Bigfoot auf Film zu bannen. Bis heute ist die Echtheit der Filmaufnahmen umstritten, auch wenn bisher niemand das Gegenteil beweisen konnte.
 
WILLOW CREEK spinnt die realen Gegebenheiten weiter und lässt ein junges Paar 40 Jahre nach den Ereignissen noch einmal den Ort erkunden, um darüber eine eigene Bigfoot-Dokumentation drehen zu können. Die Gegend um die Fundstelle hat sich mittlerweile zu einem Tourismusmagneten entwickelt, so dass sich auch die Einheimischen auf den Ansturm selbsternannter Bigfoot-Forscher eingestellt haben, um etwas Geld mit den Legenden verdienen zu können. Die sind natürlich auch für einige Interviews offen und beantworten die Fragen des zweiköpfigen Drehteams geduldig, damit das Paar zügig die Suche nach der legendären Affenkreatur fortsetzen kann. Nach ersten ergebnislosen Erkundungsstreifzügen durch die Wildnis am Bluff Creek bricht die Nacht herein und trotz der Warnungen einiger Ortsansässiger wird ein provisorisches Nachtlager mitten im Wald aufgeschlagen. Was folgt dürfte vermutlich niemanden überraschen: Eine neugierige Kreatur, nennen wir sie einfach Bigfoot, schleicht des Nachts um das Zelt und hat einen Mordsspaß daran den ungebetenen Gästen einen gehörigen Schrecken einzujagen.
 
Alles wie immer und dennoch viel langweiliger als sonst. Wir sehen unwichtige Interviews mit Bewohnern des Ortes, die teils interessanter sind als das, was uns Macher BOBCAT GOLDTHWAIT in den übrigen 60 Minuten unterjubeln möchte. Die Protagonisten stolpern unvorsichtig durch die Wildnis, trotzen Warnungen vor gefährlichen Tieren und geraten in Rage, nachdem sie sich im Nationalpark verlaufen haben. Als wäre das nicht alles schon vorhersehbar und ausgelutscht genug, geraten die Suchenden nach nur wenigen Stunden Fußmarsch zufälligerweise in das Jagdgebiet des ominösen Waldmenschen und werden nicht von Klappschlangen, Berglöwen und Bären attackiert, sondern von einer dicken, nackten Frau, die mit Faschingsmaske bekleidet komische Töne von sich gibt. Doch bevor der Zuschauer überhaupt den erlösenden Abspann dieser überflüssigen Bigfoot-Doku zu sehen bekommt und die unvorsichtigen Protagonisten winselnd über den Waldboden geschleift werden, gibt es eine 20-minütige Einstellung zu sehen, die man vermutlich in derart Form in noch keinem Horrorfilm zu sehen bekommen hat: Kojotengebell und Grillenzirpen reißen die Helden aus dem Schlaf. Die sitzen wie versteinert in ihrem Zelt und halten sich verängstigt in den Armen; die Kamera filmt die verschreckten Gesichter des Paares nahezu eine viertel Stunde am Stück – selbstverständlich ohne Schnitt. Was sich für den entnervten Filmfreund zur Geduldsprobe entwickelt, erweist sich für die Macher als cleverer Schachzug, schließlich kann man natürlich auch so ein aus drei Sätzen bestehendes Skript unnötig auf Spielfilmlänge blasen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es scheinbar immer noch genügend Käufer gibt, die nicht ohne täglich Ration Wackelbilder über die Runden kommen. So lange solch Abfall gekauft wird, wird es auch weiterhin derart billig produzierten Quatsch geben – leider!
 
 
 


 
 
 

WILLOW CREEK – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Eine simple Horror-Rechnung: BLAIR WITCH PROJECT – Hexe + Bigfoot = WILLOW CREEK.
WILLOW CREEK dürfte euphorisches Jubelgeschrei bei Found-Footage-Liebhabern verursachen, verzweifeltes Kopfschütteln stattdessen bei den Gegnern. Auch dieser Film mit der berüchtigten Shaky Cam-Methodik wird die Horrorgemeinde in zwei Lager spalten, schließlich kann man Filme im Wackelcam-Stil nur lieben oder hassen. Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler BOBCAT GOLDTHWAIT macht es sich leicht und kopiert lieber die BLAIR WITCH PROJECT-Erfolgsrezeptur, statt dem ausgelutschten Found-Footage-Genre durch raffinierter Erzählweise und gut getricksten Effekten neue Energie einzuverleiben. Was folgt hat man eigentlich bis zum Erbrechen in bereits bedeutend besser gemachten Filmen dieser Horror-Art gesehen. Es wird gerannt, geflennt und gewimmert. Unebener Waldboden wird gefilmt und das Licht der Kamera bohrt sich orientierungslos durch das Dunkel der Nacht. Sollte man nach 70 Minuten Langeweile immer noch neugierig die Auflösung herbeisehnen, ernüchtert die wirklich schlecht geschminkte Bigfoot-Frau im Evakostüm. Immerhin gibt es kurz Brüste zu sehen – den männlichen Filmfreund dürfte das zumindest aufhorchen lassen. Ansonsten ist WLLOW CREEK eine einzige Schlaftablette, deren teils gute Bewertungen im Netz entweder gekauft wurden oder gefakt sind.
 
 
 


 
 
 

WILLOW CREEK – Zensur

 
 
 
WILLOW CREEK ist nicht nur vollkommen ereignislos, hier herrscht auch Flaute was das Thema Gewalt angeht. Nicht einmal eine harmlose Kratzwunde bekommt der Zuschauer zu sehen, was zumindest minderjährige Horrorfans freuen dürfte, schließlich wird WILLOW CREEK bedenkenlos die FSK mit einer FSK12 passieren.
 
 
 


 
 
 

WILLOW CREEK – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bigfoot – Der Blutrausch einer Legende (2012)
 
Bigfoot County (2012)
 
Exists (2014)
 
Boggy Creek – Das Bigfoot Massaker (2010)
 
 


Filmreview: “The Quiet Ones” (2014)

The-Quiet-Ones-2014
 
 
 

THE QUIET ONES

Story

 
 
 
Psychologie-Professor Joseph Coupland (Jared Harris) führt zusammen mit drei Studenten an einer Art erwachsener Wednesday Adams (Olivia Cooke) Experimente durch, die scheinbar vom Geist eines Kindes besessen ist. Mit verschiedenen Tests wollen sie beweisen, dass das Leiden der Patientin auf ein psychischen Traumata zurückzuführen ist und das Geisterwesen allein ihrer Phantasie entspringt …
 
 
 


 
 
 

THE QUIET ONES – Kritik

 
 
 
Irgendwie erzielt die Wiederbelebung der glorreichen HAMMER STUDIOS nicht den Erfolg, den die Produktionsschmiede während ihrer Blütezeit in den 50er- und 60er Jahren verzeichnen konnte. Bis in die späten 70er hinein wurden dort nämlich Horrorfilme am laufenden Band produziert und verhalfen Legenden wie CHRISTOPHER LEE und PETER CUSHING zu Weltruhm. 1979 lief das letzte hauseigene Schaffen über die Leinwand – danach war Schluss. Dreißig Jahre nach Werkstattschließung wurden die Pforten der HAMMER STUDIOS dank Produzent JOHN DE MOL (ja, der BIG BROTHER-Schöpfer ist gemeint) erneut geöffnet und eine Reihe Gruselstreifen gedreht, die aber bisher nicht den Profit brachten, den man sich vielleicht erhofft hatte.
 
Während WAKE WOOD (2008), THE RESIDENT (2009) und das unnötige Remake LET ME IN (2010) hierzulande direkt auf dem Heimkinomarkt verramscht wurden, konnte zumindest THE WOMAN IN BLACK (2011) reichlich Zaster in die Kinokassen schwemmen, was aber vermutlich hauptsächlich an Darsteller DANIEL “POTTER” REDCLIEF gelegen haben dürfte, der mit seiner Rolle im britischen Gothic-Grusler das ihm auferlegte Image des Zauberlehrlings loswerden wollte. Nun geht HAMMER FILMS in eine weitere Runde. Weil Geister und Wackelkamera seit PARANORMAL ACTIVITY und THE CONJURING immer noch genügend Leute in die Kinos locken können, dürfte es wohl keinen Horrorfan überraschen, dass auch die Macher von HAMMER FILMS auf den Geister, Exorzismus und Found-Footage-Zug springen, um den lukrativen Horror-Trend mitmachen zu können. Leider hat Regisseur JOHN POGUE so ziemlich alles vermasselt, was man bei einem solchen Film falsch machen kann. Für den hiesigen Rechteinhaber ASCOT ELITE daher Grund genug, dass vergeigte Machwerk ohne den Umweg ins Kino direkt in die Händlerregal zu stellen, damit sich Horrorfans das teure Eintrittsticket für THE QUIET ONES sparen können.
 
Übeltäter JOHN POGUE, der bisher nur das leidlich unterhaltsame Video-Sequel QUARANTÄNE 2 – TERMINAL (2011) fabriziert hat, verlagert die Handlung seines aktuellen Machwerks in die 70er und erzählt die Geschichte von Oxford-Professor Joseph Coupland (JARED HARRIES), der fest davon überzeugt ist, dass Geisterwesen nur Manifestation der Psyche sind. Drei seiner Stundenten sind von der radikalen Theorie derart fasziniert, dass sie den Lehrer bei seinen unorthodoxen Experimenten unterstützen. Auf einem Anwesen außerhalb von London soll die These an Patientin Jane Harper (OLIVIA COOKE) bewiesen werden. Die scheint Anzeichen von Besessenheit zu besitzen, quasselt permanent von einer imaginären Freundin namens Eve und start Löcher in die Luft. Während die Arbeiten akribisch mit der Kamera dokumentiert werden, ist es Student Brian McNeil (SAM CLAFLIN), der die zahlreichen Test bald zu hinterfragen beginnt. So ganz Unrecht hat er mit seiner Feststellung nämlich nicht, denn Professor Jared Harris verliert schon bald das Wohl seiner Probandin aus den Augen und hat nur noch ein Ziel: Seine Theorie zu beweisen.
 
Dunkle Flure, nostalgisches Filmmaterial und typisch britisches Gruselflair; eigentlich hätte alles so schön werden können. Wäre da nicht Regisseur JOHN POGUE gewesen, der die eigentlich guten Voraussetzungen für einen Grusler wie diesem im Keim ersticken lässt. THE QUIET ONES ist eine jener modernen Interpretationen altmodischer Geistergeschichten, die einfach keine Angst einjagen wollen, was wohl daran liegen dürfte, dass POGUE immer dann Szenen abrupt enden lässt, wenn es gerade unheimlich und spannend werden will. Für einen Horrorfilm ist derart Vorangehensweise fatal; vor allem dann, wenn es sich ausgerechnet auch noch um Spuk- und Geisterhorror handelt. An beinahe jeder Gruselszene lässt sich die Unfähigkeit seines Machers erkennen. So werden plumpe Spuk-Klischees wie so oft wenig überraschend abgeklappert und plötzlich endende Szenenabläufe oder minderwertige CGI-Effekte verderben beinahe jeden Gruselmoment. Immerhin gefällt der eigentlich unbeliebte Found-Footage-Gimmick, der ja im Horrorfilm zum unverzichtbaren Übel geworden ist und nahezu in jedem zweiten Gruselfilm Verwendung findet. Im Falle von THE QUIET ONES bewirkt der aber ausnahmsweise Atmosphäre, die sich ohnehin recht mager durch die halbherzig geschriebene Geschichte zieht. Zwischen seltsamen Tests und immer wieder gleichen Szenenabläufen, die vermutlich ins Drehbuch geschrieben wurden, damit man auf Spielfilmlänge kommt, gesellt sich schick aufbereitetes 16mm Bildmaterial, das quasi aus Brains Kamera stammt, der die Experimente auf Film festhält. JOHN POGUE schafft das, was bisher nur wenigen Wackelcam-Machern gelungen ist. Er verknüpft das normal gefilmte Geschehen mit krisseligen 16mm-Schnipseln, ohne dass das Found-Footage-Gebräu zu sehr auf den Zünder geht. Dass auf authentisch getrimmte Doku-Material hat Charme, vor allem dann, wenn Professor Joseph Coupland seinen Schülern ältere s/w-Aufnahmen seiner Patienten im Hörsaal vorführt und sich geisterhafte Dinge auf den alten Filmausschnitten ereignen.
 
Leider ist Found-Footage auch das einzige, was POGUE gut beherrscht, denn trotz visuellen Schmankerl und vernünftig agierenden Schauspielern ist THE QUIET ONES eine absolute Enttäuschung und wird dem Namen HAMMER FILMS nicht einmal ansatzweise gerecht. Das ist deshalb recht schade, weil dem Macher JOHN POGUE eine spannende Vorlage zur Verfügung gestanden hat. THE QUIET ONES ist nämlich eine von ach so vielen Horror-Gurken, die zu Beginn damit werben, dass die Schreiberlinge des Films von wahren Begebenheiten inspiriert wurden. Den Horrorstoff für diesen überraschungsarmen Exorzismus-Hochglanz-Spuk lieferte das PHILIP EXPERIMENT, welches von Professor DR.GEORGE OWEN 1972 im kanadischen Toronto tatsächlich durchgeführt wurde und aus einem parapsychologischen Forscherteam bestand, das allein mit Gedankenkraft den Geist des fiktiven Charakters PHILIP AYLESFORD entstehen lies. So interessant die Grundlage, so unausgegoren die Umsetzung. Statt auf amateurhaftes Pixelgewitter und unerfahren Regisseure zu setzen, wäre es für Produktionshaus HAMMER FILMS von Interesse nach wirklich guten Regisseuren zu suchen, die zur Abwechslung auch mal Ahnung haben, wie man gute Horrorfilme macht. Denn im Vergleich zu den klassischen Hammer-Streifen sind die bisher neu entstandenen Filme unter dem Banner HAMMER FILMS sehr liebloser und vor allem austauschbarer Kommerzmüll.
 
 
 


 
 
 

THE QUIET ONES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Was waren das für Zeiten, als HAMMER FILMS noch gute Filme hervorbrachte. Die Reanimation des Produktionshauses durch JOHN DE MOL hat dem Studio nicht gut getan, denn seit der Wiedereröffnung der legendären Horror-Schmiede gehen keine wirklich guten Filme mehr in Produktion, die an die einstigen Erfolge anknüpfen können. THE QUIET ONES verspricht im Trailer viel, hält aber wenig. QUARATNÄNE 2-Verbrecher JOHN POGUE bedient sich wie vieler seiner Kollegen der Found-Footage-Rezeptur und köchelt Geister- und Besessenheits-Thematik auf kleiner Flamme. Bescheidene Computereffekte, magerer Gruselgehalt und klischeehafte Spukeffekte sind das Ergebnis mit dem vermutlich nicht mal Fans paranormaler Geschichten zufrieden sein dürften. Immerhin hat Regisseur JOHN POGUE den Wackelcam-Gimmick gut im Griff. Damit dürfte er für die Zukunft gut gerüstet sein, schließlich dürfte Found-Footage auch in den kommenden Jahren die Filmlandschaft verpesten und mit wackeligen Bildern Kopfschmerzen bereiten.
 
 
 


 
 
 

THE QUIET ONES – Zensur

 
 
 
THE QUIET ONES ist ein stilvoll gedrehter Horrorfilm der alten Schule, bei dem das Augenmerk eher auf Atmosphäre und Gruselfeeling liegt und der keine Zeit mit unnötigen Blut-Albereien vergeudet. Demnach ist das Gezeigte eher subtiler Natur und nicht sonderlich grausam anzusehen. Es gibt Verbrennungen an der Hand und eingeätzte Wundmale zu sehen. In den letzten Minuten sterben einige der Protagonisten im hektisch geschnittenen Bilderhagel, wobei der Höhepunkt eine ziemlich schlecht animierte CGI-Verbrennungs-Sequenz sein dürfte. Hierzulande hat das für FSK16 gereicht.
 
 
 


 
 
 

THE QUIET ONES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The-Quiet-Ones-Bluray

(c) Ascot Elite

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Quiet Ones; USA/UK 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Featurette, Film Clip, B-Roll, Soundbites: Jared Harris, Sam Claflin, Erin Richards, Rory Fleck-Byrne, Olivia Cooke, John Pogue, Ben Holden, and Simon Oakes., UK Trailer, 2 US Trailer, TV Spots, Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 12.08.2014

 
 
 

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THE QUIET ONES – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Der letzte Exorzismus 2 (2013)
 
Possession – Das Dunkle in Dir (2012)
 
Besessen – Der Teufel in Mir (2012)


Filmreview: “Delivery: The Beast Within” (2013)

Delivery-The-Beast-Within-2013
 
 
 

DELIVERY: THE BEAST WITHIN

Story

 
 
 
Ein junges Paar erwartet ein Kind und wird von einem Kamera-Team begleitet, das eine Reality-Serie über die werdenden Eltern drehen möchte. Leider verläuft die Schwangerschaft nicht ohne Komplikationen, denn die zukünftige Mutter Rachel (Laurel Vail) vermutet das Böse im Leibe zu tragen …
 
 
 


 
 
 

DELIVERY: THE BEAST WITHIN – Kritik

 
 
 
Was waren das noch für Zeiten, als ambitionierte Horror-Macher der 80er so eigenständige und wegweisende Kult-Werke wie FROM BEYOND, EVIL DEAD, DIE FLIEGE oder DAS DING drehten und mit bahnbrechenden Spezialeffekten und raffinierten Ideen tausende Fans phantastischen Kinos in die Lichtspielhäuser locken konnten. Die Zeiten scheinen sich geändert zu haben, denn kreativen und innovativen Horror findet man auf der Leinwand immer seltener. Stattdessen ist das Kino die Schmiede meistgehasster Horror-Trends geworden, das nach einer nicht enden wollenden Reihe unnötiger Horror-Remakes seit einigen Jahren nun auch noch mit Found-Footage-Grauen quält. Mittlerweile haben sich die meisten Horrorfans von Wackelcam-Filmen im Multiplex sattgesehen. Darum geht es auch direkt auf dem Heimkinomarkt weiter, denn die meisten dieser Null-Budget-Produktionen werden ohnehin für den Videomarkt gedreht, damit unwissenden Käufern mit cineastischem Abfall das Geld aus der Brieftasche gezogen werden kann.
 
Die Erfolgsrezeptur von Polanskis Schauerfilm ROSEMARIES BABY (1968) scheint auch fast 50 Jahre nach Erscheinen für profitgierige Produzenten eine lukrative Angelegenheit zu sein, um daraus schnell noch einmal Millionen von Dollar herausschlagen zu können. Nach der Wackelcam-Schlafpille DEVIL’S DUE – TEUFELSBRUT (2014) und einer unnötigen TV-Miniserie zum Okkult-Klassiker aus dem Hause NBC gesellt sich DELIVERY: THE BEAST WITHIN, der nun ebenfalls um die Gunst der Horrorfans buhlt und dem Mystery-Kultwerk aus der Mache Polanskis recht ähnlich ist. Es geht um Rachel (LAUREL VAIL) und Kyle Massey (DANNY BARCLAY), denen zum Glück noch der gewünschte Nachwuchs fehlt. Als Rachel endlich schwanger ist, wird das Paar von einem TV-Team begleitet, das den werdenden Eltern fortan mit Kameras folgt, um über die Zeit während Schwangerschaft eine TV-Serie machen zu können. Leider bemerkt Rachel schon recht bald, dass in ihrem Bauch irgendwas nicht so läuft, wie sie es gern hätte. Der Hund spielt in ihrer Gegenwart verrückt, Albträume quälen sie und die werdende Mutter fühlt sich von einer bösartigen Präsenz bedroht. Aber auch das Kamera-Team berichtet über seltsame Vorkommnisse am Set. So entdeckt man auf Band unheimliche Geräusche und geheimnisvolle Symbole zieren den Wohnzimmerboden. Ein Parapsychologe soll Antworten liefern, denn scheinbar wandelt ein dämonischer Geist durch die Flure des neuen Heims, der auf Rachels Baby einen negativen Einfluss ausübt.
 
BRIAN NETT zeichnet für diesem Indie-Trip verantwortlich und hat auch gleich mit am Drehbuch geschrieben. DELIVERY: THE BEAST WITHIN stellt hierbei sein Regie-Debüt dar und ist im Vergleich zum jüngst erschienenen, thematisch ähnlichen DEVIL DUE die bessere Alternative. Grund hierfür ist die Art und Weise, wie er die Found-Footage-Zutat verpackt hat. Hier wird das Geschehen nicht trocken aus der Sicht von Überwachungskameras wie in PARANORMAL ACTVITY geschildert, sondern in Form eines Hinter-den-Kulissen-Feature zu einer TV-Reality-Soap, deren Pilotfolge in den ersten 20 Minuten über den Bildschirm flimmert. Die erinnert in ihrer quietschbunten Aufmachung an eine Episode der Reihe MTV TEEN MOMS nur mit dem Unterschied, dass in DELIVERY statt naiven Teenie-Müttern verantwortungsvolle Erwachsene mit der Kamera begleitet werden. Nach zwanzig Minuten zuckersüßem Allerlei kippt jedoch die heitere Stimmung ins Bedrohliche und der Zuschauer bekommt zusammengeschnittene Schnipsel serviert, die für die TV-Ausstrahlung keine Verwendung gefunden haben. Der Schwangerschaftsstress belastet das Verhältnis der werdenden Eltern erheblich und dem anfangs glücklichen Paar vgehen ähnlich wie in DARK CIRLES allmählich die Nerven durch. Da werden Kameramänner angepflaumt oder Verwandte des Hauses verwiesen, weil Vater Kyle im Trubel so langsam den Bezug zur Realität verliert. Die größte Belastung durchlebt jedoch Rachel, der zu Hause nicht nur die Decke auf den Kopf fällt, sondern unter dem Druck der komplizierten Schwangerschaft zu zerbrechen droht.
 
Selbstverständlich bekommt der Zuschauer auch den für Found-Footage-Machwerken bekannten Mystery-Schabernack geboten. Türen schlagen wie von Geisterhand zu, unheilvolle Stimmen sind auf Tonbändern zu hören und mysteriöse Atemwolken deuten auf eine dämonische Kraft im Haus hin. Ansonsten wird Gruselstimmung durch Interviews mit allen Beteiligten erzeugt, die vor der Kamera von unheimlichen Vorkommnissen berichten. Besonderes Augenmerk wird jedoch auf das Finale gerichtet, wenn die Geburt bevorsteht und der Zuschauer nun endlich wissen möchte, welche Brut da in Rachels Bauch das Licht der Welt erblicken wird. Lobenswerterweise muss man sagen, dass Regisseur BRIAN NETT das Ende recht geschickt inszeniert hat. Von computeranimierter Effekte-Macherei sieht er ab. Stattdessen wird Unheil durch Terror und Hektik verursacht. Das konsequente Ende tritt dem Zuschauer direkt in die Magengegend, weil es der Filmfan in derart ruppiger Weise vermutlich nicht vorausgeahnt hat. Auch wenn DELIVERY: THE BEAST WITHIN eigentlich nichts anderes ist, als eine moderne Neuinterpretation des besagten Klassikers von Roman Polanski, gehört NETTS Erstling zu einem der besseren Vertreter innerhalb des Wackelkamera-Genres. Der Streifen hält sich zwar weitestgehend an die typischen Shaky-Cam-Filmregeln, punktet aber durch sympathische Charaktere und der erfrischenden Idee, wie man die Wackelcam-Methode rechtfertigt, was dem Grusler Glaubwürdigkeit verleiht. Die wirkt durch das interessante Making-of-Gimmick niemals aufgesetzt und macht aus DELIVERY ein gruseliges Gänsehaut-Erlebnis für Freunde subtiler Schauergeschichten.
 
 
 


 
 
 

DELIVERY: THE BEAST WITHIN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
DELIVERY: THE BEAST WITHIN ist der bessere DEVIL’S DUE und ein beunruhigendes Gänsehaut-Erlebnis, das sich werdenden Eltern lieber nicht anschauen sollten. Newcomer BRIAN NETT hat mit seinem Erstling zwar dreist bei Polanskis ROSEMARIES BABY stibitzt, dafür aber eine überzeugend gespielte Fake-Dokumentation gedreht, die ganz friedlich beginnt und fast schon minutiös unbequemer wird. Zwar bedient sich auch DELIVERY den bekannten Wackelcam-Klischees, geht die Thematik jedoch etwas erfrischender an, als es die meisten Filme dieser Art tun. Das Treiben wird diesmal in Form einer Reality-Soap beschrieben, was NETT filmisch erstaunlich souverän abhandelt, zumal der Filmemacher ein talentiertes Verständnis für Tempo und Spannungsaufbau an den Tag legt. Zwischen fiktiven Interviews, gewöhnlichen Alltagssituationen und den nachvollziehbaren Ängsten frischgebackener Eltern mischt NETT reichlich Found-Footage-Terror, der sogar ab und an seine Momente hat. Wer immer noch nicht genug von wackeligen Bildern oder Totalausfällen der Kamera hat und sich von abrupt zuschlagenden Türen erschrecken lässt, ist auch bei DELIVERY: THE BEAST WITHIN bestens aufgehoben. Found-Footage-Hater werden auch mit diesem Streifen herzlich wenig anfangen können, zumal sogar gänzlich auf grafische Gewalt verzichtet wurde. Besonderes Augenmerk sei übrigens auf den makabren Schlussgag gerichtet. Der kommt äußerst unvorbereitet und ist deftiger Tobak. Zartbesaitete Zuschauer dürfte der unerwartete Schlag in die Magengegend erhebliche Probleme bereiten, denn ein schmalziges Happy End hat DELIVERY: THE BEAST WITHIN leider nicht zu bieten.
 
 
 


 
 
 

DELIVERY: THE BEAST WITHIN – Zensur

 
 
 
Gewalt ist in DELIVERY: THE BEAST WITHIN Mangelware. Bis auf das der Haushund von Protagonistin Rachel im Affekt erstochen wird, passiert nichts Grausames. Der Film richtet sich eher an Zuschauer, die subtiles Gänsehautvergnügen suchen. Eine FSK16 ist demnach aller Wahrscheinlichkeit zu erwarten.
 
 
 


 
 
 

DELIVERY: THE BEAST WITHIN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dark Circles (2013)
 
Rosemaries Baby (1968)
 
Die Wiege des Bösen (1974)
 
Unborn – Kind des Satans (1991)
 
Devil’s Due – Teufelsbrut (2014)


Filmreview: “Alien Abduction” (2014)

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ALIEN ABDUCTION

Story

 
 
 
Keine Woche vergeht ohne weiteren Found-Footage-Film: Bei einem gemeinsamen Campingurlaub gerät eine unwissende Familie in die Fänge experimentiergeiler Aliens …
 
 
 


 
 
 

ALIEN ABDUCTION – Kritik

 
 
 
Eigentlich hätte aus ALIEN ABDUCTION ein ganz guter Film werden sollen, so zumindest versprach es der ansprechende Filmtrailer, der mit ausreichend Action und schockreichen Schreckensmomenten neugierig auf astreinen Sci-Fi-Terror gemacht hat. Die Enttäuschung naht jedoch mit Sichtung des fertigen Streifens, denn Regisseur MATTY BECKERMANN hat hier nicht nur üblen Found-Footage-Brei geköchelt; die besten Szenen bekommt der Zuschauer auch gleich in der hektisch zusammengeschnittenen Filmwerbung präsentiert. Wer schlau ist erspart sich daher die konfus gefilmte Alien-Geisterbahn, bei der das wackelige Geschehen von teils derart nervigen Störsignalen begleitet wird, dass man oftmals nicht so recht weiß, ob da gerade die eigene Glotze den Geist aufgibt oder BECKERMANN den mehr als nervenden Filmeffekt so gewollt hat. Auch wenn ALIEN ABDUCION kein sehenswerter Vertreter innerhalb des Found-Footage-Genres darstellt, so ist die zugrundeliegende UFO-Thematik immer noch unverbraucht genug, um das Interesse beim unerfahrenen Wackelcam-Freund zu wecken. Der dürfte vermutlich gleich zu Beginn Feuer und Flamme sein, schließlich brüstet sich auch ALIEN ABDUCTION damit, auf wahren Begebenheiten zu beruhen. Als Grundlage dienen Urbane Legenden von mysteriösen Lichterscheinungen am Himmel über Brown Mountain in der Region North Carolinas. Bis heute konnte nicht eindeutig geklärt werden, welchen Ursprung die sogenannten Brown Mountain-Lichter besitzen. Für BECKERMANN Grund genug, das Mysterium der seltsamen Himmelsereignisse auf außerirdisches Leben zurückzuführen, das in bescheidener Regelmäßigkeit auf der Erde landet, um sich ein paar Menschen zu krallen, damit an ihnen Experimente durchzuführt werden können. Ein paar ersponnene Interviews und Nachrichtensendungen im obligatorischen Found-Footage-Dokustil heucheln dem ahnungslosen Zuschauer fiktiven Realismus vor und berichten vom Verschwinden diverser Menschen, die im Jahr 2011 in der Gegend unter unerklärlichen Umständen verschollen sind. Bei einem selbsterklärenden Titel wie ALIEN ABDUCTION (was soviel heißt, wie die Entführung durch Außerirdischen) ahnt der Zuschauer natürlich sofort, dass hinter als dem Schabernack eine heimtückische Alienbrut steckt, die nichts Gutes im Sinn hat. Eine ahnungslose Familie bekommt das am eigenen Leibe zu spüren, die in der Gegend etwas Camping machen möchte und so den Außerirdischen direkt in die Arme läuft.
 
Der Horrorfan erlebt die Ereignisse aus der Sicht des authentisch veranlagte Riley Morris (RILEY POLANSKI), der den aufregenden Familienurlaub mit seiner Handkamera filmt und so den blanken Terror auf Film bannt. Erst sind es verlassene Autos, die viele Fragen aufkommen lassen. Später regnet es Krähen, was vor allem den unwissenden Eltern Sorgen bereitet. In einem dunklen Tunnel kommt es dann auch schon zur ersten Konfrontation mit den fremdartigen Kreaturen. Schnell ist die Spur gewittert und die Jagdsaison auf die Familienangehörigen eröffnet, die von nun an nach bekanntem 10-kleine-Jägerlein-Prinzip ins Raumschiff befördert werden. Viel bekommt der Zuschauer jedoch nicht zu sehen, denn sind die Aliens in der Nähe, fängt auch schon das Bild der Kamera fürchterlich an zu stören. Das mag zwar anfänglich geschickt getrickst sein, beginnt aber nach der zigsten Wiederholung ganz schnell an zu nerven, schließlich will man dann doch ein/zwei Aliens zu Gesicht bekommen. Filmemacher MATTY BECKERMANN (übrigens Produzent des Sci-Fi-Gruslers ISOLATON und dem Remake zu DAS EXPERIMENT) arbeitet für sein Regiedebüt ganz souverän die Checkliste üblicher Found-Footage-Standards ab und beweist weder Eigenständigkeit noch Mut, dem mittlerweile unbeliebten Subgenre neue und interessante Ideen einzuverleiben. Hat man schon einige Filme im Shaky-Cam-Format gesehen, überrascht das Gebotene in ALIEN ABDUCTION wenig. Das Wackelfiasko ist derart klischeebehaftet und vorhersehbar, dass die Langeweile nicht lang auf sich warten lässt. Zudem bleibt auch hier die Frage ungeklärt, wie ein kleiner Junge bei derart grausigen Erlebnissen noch in der Lage sein kann, das Erlebte konsequent durchdacht und perfekt ausgeleuchtet filmen zu können. Am Ende sitzen alle Familienmitglieder in der Falle, Riley schluchzt BLAIR WITCH PROJECT-like in die Kamera und wird als letzter im Bunde ins UFO gebeamt. Nachfolgend wird die Kamera aus dem Raumschiff zurück auf die Erde geschleudert, so dass der Zuschauer Zeuge eines aufregend dokumentierte Aufpralls auf der Erde wird – Übrigens, die besten Szene des gesamten Films, auch wenn unklar bleibt, wie die Kamera bei einem Fall aus mehreren Kiliometern Höhe immer noch funktionieren kann.
 
 
 


 
 
 

ALIEN ABDUCTION – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Rasant inszenierter und effektreicher Alien-Terrorfilm im Found-Footage-Gewand. Leider ist ALIEN ABDUCTION trotz interessanter Grundidee kein guter Vertreter des Wackelkamera-Genres, was vor allem an den ständig auftretenden Störsignalen liegt, die manchmal kaum erkennen lassen, was da auf der Mattscheibe überhaupt passiert. Zudem bekommt der Zuschauer kaum Aliens vor die Linse, was vermutlich mal wieder auf Kostengründen zurückzuführen ist. Aufgrund des reißerischen Titels und des herrlich ansprechenden Trailers enttäuscht das Gebotene auf ganzer Linie, denn Regisseur MATTY BECKERMANN ist ausschließlich damit beschäftigt, die Klischee-Liste für Wackelcam-Streifen nahezu akribisch abzuarbeiten. Am Ende fühlt man sich als Horrorfan doch sehr veräppelt, schließlich erwartet man bei einem vielversprechenden Titel wie ALIEN ABDUCTION eine fiese Alien-Hatz und keinen faulen Budenzauber, der statt Angst einzujagen durch künstlich verursachtes Kameragewackel schlimme Kopfschmerzen verursacht. Wir können nur abraten, denn ALIEN ABDUCTION ist eine gemeine Mogelpackung und Enttäuschung vor dem Herrn.
 
 
 


 
 
 

ALIEN ABDUCTION – Zensur

 
 
 
ALIEN ABDUCTION ist nicht nur ein mieser Film, sondern auch zurückhaltend mit Gewalt. Es gibt ein gebrochenes Rückgrat zu sehen und ein paar verdreht Augen. Das dürfte der FSK eine ungeschnittene FSK16-Freigabe Wert sein.
 
 
 


 
 
 

ALIEN ABDUCTION – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Absence (2013)
 
Cloverfield (2008)
 
Europa Report (2013)
 
Apollo 18 (2011)
 


Filmreview: “The House of the End Times” (2013)

The House Of The End Times
 
 
 

THE HOUSE OF THE END TIMES

Story

 
 
 
Eine Familie erlebt in ihrem Haus den ultimativen Terror. Die Kinder verschwinden auf unerklärliche Weise, der Vater kommt unter ominösen Umständen ums Leben und Hausfrau Dulce (Ruddy Rodríguez) wird für das Chaos zur Verantwortung gezogen. Sie sucht nach Antworten und findet heraus, dass ein gut gehütetes Geheimnis um das vermeintlich sichere Heim rankt …
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE OF THE END TIMES – Kritik

 
 
 
Es gruselt wieder. Diesmal jedoch auf venezolanisch und das auch noch zum allerersten Mal in der Geschichte des Landes. LA CASA DEL FIN DE LOS TIEMPOS heißt das grandiose Stück Gänsehaut aus Venezuela und ist der beste Beweis dafür, dass guter Horror schon längst nicht mehr nur aus der Traumfabrik kommt. In der internationalen Horrorszene brodelt es und das gewaltig. Da kochen unerfahrene aber höchst ambitionierte Filmregisseure mit allerlei experimentellen Zutaten extravagante Süppchen, so dass nicht selten der Gaumen des Horrorfans Samba tanzt, wenn er Horrorstreifen aus fernen Ländern zu sehen bekommt. Hat man dann erst einmal Gefallen am Unkonventionellen gefunden, fällt es schwer den ewig gleichen Gewohnheitsfraß aus Hollywood zu goutieren, schließlich wird dort meist bevorzugt Altbekanntes immer nur neu und anspruchslos aufgewärmt. Nachwuchsregisseur ALEJANDRO HIDALGO macht all das richtig, was man eigentlich als Neuer in der Filmwelt beachten sollte. Der weiß nämlich, dass Horror dafür da ist, um Angst einzujagen. Zudem hat er eine wirklich gute Geschichte zu Papier gebracht, an der sich Gurkenzüchter wie M.NIGHT SHYAMALAN (THE VILLAGE, AFTER EARTH) ein Beispiel nehmen sollten. Letzterer hat ja ein goldenes Händchen dafür qualvoll-dumme Mystery-Thriller zu drehen, die den Zuschauer mit abstrusen und nahezu peinlich-beschämenden Überraschungsplots quälen. Hätte der einst talentierte Regisseur Leute wie ALEJANDRO HIDALGO an der Hand gehabt, SHYAMALAN müsste sich heute nicht für seine ach so strunz-doofen Machwerke schämen.
 
LA CASA DEL FIN DE LOS TIEMPOS orientiert sich in seiner Machart an die Anfangsgrusler des berüchtigten SHYAMALAN, der im Jahr 1999 mit seinem THE SIXTH SENSE einen Filmhit landete und quasi den wendungsreichen Horrorfilm mit Überraschungsmoment zurück in die Kinosäle holte. Ähnlich überraschend geht es auch in THE HOUSE OF THE END TIMES (so die amerikanische Titelkreation für den internationalen Markt) zu. Der Film beginnt wie einer dieser typischen Geisterfilme und versucht den Zuschauer mit plötzlich schließenden Türen, schemenhaften Gestalten und merkwürdigen Geräuschen zu erschrecken. Was aber anfänglich austauschbaren Spukhorror vermuten lässt, entpuppt sich am Ende als wahrlich klug ersponnener und clever verschachtelter Mystery-Horror, der mit Geistern rein gar nix am Hut hat, sondern eher in der Zeitschleifenproblematik verschachtelt ist.
 
Im Mittelpunkt von THE HOUSE OF THE END TIMES steht eine kleine Familie, die vor fünf Jahren eine alte Villa bezogen hat. Günstig war das Haus gewesen, drum wurde es schnell erworben. Jetzt muss die Rechnung für den niedrigen Kaufpreis gezahlt werden. Eines Nachts passieren seltsame Dinge. Die Kinder müssen mal wieder hungrig ins Bett, weil Vater Juan José (GONZALO CUBERO) partout keine Arbeit findet, um die leeren Mägen füllen zu können. Es kommt zum Streit zwischen den Eltern und das Familienoberhaupt verlässt wutentbrannt das Schlafzimmer. Was folgt lässt sich nicht erklären: Seltsame Schatten huschen durch die Gänge, die Kinder verschwinden unter mysteriösen Umständen, der Vater wird erdolcht im Schlafzimmer vorgefunden und Mutter Dulce (RUDDY RODRíGUEZ) wird für die unerklärlichen Vorkommnisse zur Verantwortung gezogen. Als sie nach 30 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen wird, kehrt sie ergraut und gebrechlich an den Ort der Geschehnisse zurück. Noch immer herrscht hier eine Aura grausigen Unbehagens und mysteriöse Erscheinungen ängstigen die traumatisierte Dulce zu Tode. Die ältere Dame wird schon bald von der schicksalsreichen Vergangenheit eingeholt, fasst jedoch allen Mut zusammen und beginnt die Geheimnisse des geschichtsträchtigen Gebäudes zu entschlüsseln. Bei ihren Untersuchungen stößt sie auf ein Mysterium, für das sie keine plausiblen Erklärungen findet kann.
 
Welchen Mehrwehr so eine sorgfältig und gut durchdachte Geschichte doch haben kann. THE HOUSE OF THE END TIMES ist einer jener Filme, die auch ohne großes Blutvergießen auskommen und fast gänzlich auf Effekthascherei verzichten. Hier wird mit minimalistischen Mitteln maximales Grauen verursacht. Sei es die morbid-farblose Kulisse, die oft an spanisches Horrorkino erinnert und düstere Gruselwerke wie JULIA’S EYES (2010) oder THE DEVIL’S BACKBONE (2001) ins Gedächtnis zurückkehren lassen. Oder die detailreich durchdachte Story, die den Zuschauer häppchenweise mit Informationen versorgt, aber nie zuviel verrät. Echte Spannung zeichnet sich hier ab, die sich konsequent durch den gesamten Film zieht. ALEJANDRO HIDALGO jongliert mit Rückblenden, schließlich sind viele Antworten der rätselhaften Story in der Vergangenheit zu suchen. Demnach bewegt sich die kleine Geschichte lückenhaft zwischen den Zeitebenen. Wir erfahren, was sich einst zugetragen hat und welch seelische Qualen Mutter Dulce nach der Haftentlassung erleiden muss. Am Ende wird eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart geschlagen bei der das Haus eine wichtige Schlüsselfunktion einnimmt. Aus anfänglichen Plot- und Logiklöchern ergibt sich ein plausibles Ganzes, wobei man Macher ALEJANDRO HIDALGO für das wirklich intelligente Drehbuch loben muss, das er da selbst verfasst hat.
 
Was wäre, wenn wir die Zeit beeinflussen könnten. Eine Frage, die sich vermutlich ein jeder schon einmal gestellt haben dürfte. THE HOUSE OF THE END TIMES ist Indie-Horror, der sich die Frage zueigen macht und sie auf ganz eigene Weise versucht zu interpretieren. Für seinen ersten Gruselhit könnte Regie-Debütant ALEJANDRO HIDALGO die international erfolgreiche RUDDY RODRíGUEZ gewinnen, die nicht nur gern gesehene Kino, TV- und Theaterschauspielerin ist, sondern auch als gefragtes Model in den 80ern Karriere machte. Für THE HOUSE OF THE END TIMES läuft sie noch einmal auf Hochform auf, lässt sich vom Make-up-Team um Jahrzehnte älter schminken und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise voller Überraschungen. ALEJANDRO HIDALGOS Erstling ist willkommen abwechslungsreicher Horror mit einem Schuss Mystery, der zwar auf falsche Fährten lockt, den Zuschauer aber nie an der Nase herumführt. Wenn das Rätsel am Ende gelüftet wird und der Abspann über die Mattscheibe flimmert, dürfte sich der ein oder andere Filmfreund einen Wolf freuen, weil er soeben einen außergewöhnlich guten Film gesehen hat, von dem er dringend seinen Freunden erzählen muss. Wir haben uns schon lange nicht mehr so “unheimlich” gut unterhalten gefühlt. Von daher gibt’s vom FILMCHECKER das Prädikat: Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE OF THE END TIMES – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Regie-Neuling ALEJANDRO HIDALGO wirft Klischees über Bord und bringt angenehm schauriges Horrorfutter in die Heimkinos bei dem sich der Horror vornehmlich im Kopf des Zuschauers abgespielt. Sein Debüt ist einer der besten Gruselstreifen der letzten Jahre von denen es in der Vergangenheit dank Found Footage und PARANORMAL ACTIVITY einfach viel zu viele gegeben hat. Der erste, in Venezuela produzierte Horrorfilm beeindruckt mit subtiler Schauerstimmung, morbider Atmosphäre und bedrückenden Bildern. Die erinnern in ihrer farblosen Tristesse ziemlich oft an viele spanische Horrorwerke jüngeren Datums, die ja bekanntlich weniger durch Gewalt- und Blutexzesse, als vielmehr durch unheimliche Momente und düstere Bildkompositionen aufgefallen sind. THE HOUSE OF THE END TIMES überzeugt mit einem penibel ausgearbeiteten Drehbuch, überraschenden Wendungungen und konsequentem Spannungsbogen. Das FILMCHECKER-Team war angetan und meint: Wer THE HOUSE OF THE END TIMES verpasst ist selber schuld!
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE OF THE END TIMES – Zensur

 
 
 
LA CASA DEL FIN DE LOS TIEMPOS oder THE HOUSE OF THE END TIMES (so wie er international genannt wird) ist ein subtiler Gruselfilm, der eher durch unheimliche Stimmung und permanente Spannung unterhalten möchte. Hier gibt es nur ein Messer im Rücken zu sehen – das war’s auch schon an Gewaltmomenten. THE HOUSE OF THE END TIMES dürfte locker mit dem blauen 16er-Stempel durch die FSK kommen.
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE OF THE END TIMES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mama (2013)
 
The Sixth Sense (1999)
 
The Devil’s Backbone (2001)
 
Darkness (2002)
 
Fragile – A Ghost Story (2005)
 
Das Waisenhaus (2007)
 


Filmreview: “Flowers in the Attic” (2014)

Flowers-in-the-Attic-2014-Lifetime
 
 
 

FLOWERS IN THE ATTIC

Story

 
 
 
Die geldgeile Corrine (Heather Graham) sperrt ihre vier Kinder jahrelang auf dem Dachboden der Großeltern ein, damit sie die Zuneigung und das Vertrauen des eigenen Vaters zurückgewinnen kann. Der liegt im Sterben und hat seine Tochter aus dem Nachlass gestrichen hat, weil die vor Jahren dessen Halbbruder geheiratet hat …
 
 
 


 
 
 

FLOWERS IN THE ATTIC – Kritik

 
 
 
Im TV tut sich was, vor allem in den USA, wo Serien nicht selten Kinoqualität erreichen und oftmals sogar erfolgreicher sind, als manch teurer Blockbuster im Lichtspielhaus. Einige prominente Leinwandsternchen scheinen den Trend erkannt zu haben und lassen sich hin und wieder dazu verleiten, parallel zu ihren Kinoproduktionen auch mal in unbedeutenden Fernsehfilmen und TV-Serien aufzutreten, schließlich sind so kleine Gastrollen im anspruchslosen Trivial-TV recht lukrative Geldquellen. HEATHER GRAHAM macht’s nun auch und verkörpert mal nicht das kleine, heiße Püppchen, das das männliche Publikum vor allem in Werken wie BOOGIE NIGHTS (1997), KILLING ME SOFTLY (2002) und HANGOVER (2009) mit sexy Kurven vernebeln konnte. Fürs Fernsehen distanziert sich die GRAHAM mal vom auf dem Leib geschriebenen Hot-Girl-Image und schlüpft stattdessen in die Rolle einer geldgeilen Mutter, die zugunsten von Wohlstand und Luxus das Leben der eigenen Kinder in Gefahr bringt. FLOWERS IN THE ATTIC heißt das Gruselstück und ist nun bereits schon die zweite Verfilmung des gleichnamigen Besteller-Romans von VIRGINIA CLEO ANDREWS. Der wurde nämlich schon einmal im Jahr 1987 ins Kino gebracht und hierzulande unter der Titelneuschöpfung BLUMEN DER NACHT ausgewertet.
 
Im Film geht es um Mutter Corrine (HEATHER GRAHAM), die zusammen mit ihrem Mann und den vier gemeinsamen Kindern ein Leben wie im Bilderbuch führt. Leider gerät die heile Welt recht schnell aus den Fugen, als Vater Christopher bei einem Autounfall tödlich verunglückt. Nun ist guter Rat teuer, denn der hohe Lebensstandard soll ja schließlich beibehalten werden. Weil Geld im Leben nun mal wichtig ist, zieht die junge Witwe mit den Kids zu den wohlhabenden Eltern in ein riesiges Anwesen. Corrine hat nämlich erfahren, dass ihr Vater im Sterben liegt und ein üppiges Testament zu Papier gebracht hat. Leider wurde die habgierige Tochter aus dem Erbe gestrichen, weil sie einst des Vaters Halbbruder geheiratet hat. Damit sie das Vertrauen des bald Sterbenden zurückgewinnen kann, werden die Kinder gezwungen auf dem Dachboden zu hausen, weil der Vater nichts vom Nachwuchs wissen darf. Unter dem strengen Regime der dominanten Großmutter vergehen Monate ohne Kontakt zur Außenwelt. Als die einst regelmäßigen Besuche von Mutter Corrine plötzlich ausbleiben und die Kinder aus unerklärlichen Umständen krank werden, ahnen die Kids, dass ihre Mutter ein ganz böses Spiel mit ihnen spielt.
 
Nach amerikanischen Sendern wie AMC, CHILLER oder SHOWTIME glänzt nun auch US-Kanal LIFETIME durch Selbstgebasteltes, das sich souverän ins Ausland verkaufen lassen dürfte. Auch wenn sich für Kenner der Originalverfilmung und des vielverkauften Buches mal wieder nicht der Grund für diesen Neuaufguss erschließen lässt, überrascht doch die kurzweilige Erzählweise, die dem Fan düsterer Psychothriller einige packende Minuten verspricht. Die unangenehme Problematik ist der Grund, denn die schafft es den Zuschauer direkt in ihren Bann zu ziehen. Bereits Filme wie JACK KETCHUM’S EVIL (2007), AN AMERICAN CRIME (2007) oder THE AFFLICTED (2010) haben auf recht zweifelhafte Weise Verbrechen innerhalb der Familie zum Thema gemacht, wobei jene Filme mit ihrer teils sehr schroffen Zurschaustellung menschlicher Abgründe in Form von abstoßender Gewalt für ein eher genreverliebtes Publikum angedacht waren. Das Remake zu FLOWERS IN THE ATTIC hält sich da dezent zurück und setzt vermehrt auf subtile Psychoquälerei, die vor allem von Großmutter Olivia (grandios beängstigend verkörpert von ELLEN BURSTYN) in Form von Demütigungen, boshafter Verachtung und religiösem Fanatismus gegenüber den vier liebreizenden Kindern eingesetzt wird, welche von ihr hasserfüllt als die „Ausgeburten des Teufels“ bezeichnet werden. Mutter Corrine scheint in ihrer Kindheit eine äußerst strenge und diktatorische Erziehung genossen zu haben, die sie nun ein weiteres Mal durchleben muss, scheut doch die Großmutter nicht davor die Tochter vor den Augen ihrer vier Kinder abschreckend bloßzustellen.
 
HEATHER GRAHAM spielt hier mal was ganz anderes. Die knappe Strip-Uniform hängt sie kurzum an den Nagel, bürstet das Haar akkurat und zwängt sich mit ihren (kleinen) Schauspielkollegen in fast schon biedere 1950er Klamotten. Mit fast schon schrulligem Overacting spielt sie hier eine herzlose Mutter, die sich im Verlauf des Streifens von der sorgenden Schutzbefohlenen zur habgierigen Schmuckelster verwandelt. Im Unterschied zur Erstverfilmung von JEFFREY BLOOM hält sich die aktuelle Adaption etwas präziser an den düsteren Roman, mit welchem VIRGINIA CLEO ANDREWS im Jahre 1979 ihr Debüt feierte und letztendlich auch den Beginn ihrer fünfteiligen FOXWORTH SAGA einläuten konnte. Das Buch sorgte seinerzeits vor allem der Thematisierung von Inzucht und Sadomasochismus wegen für reichlich Gesprächsstoff, schließlich wird hier eine inzestuöse Entwicklungen zwischen den älteren Geschwistern beschrieben, die sich im Rahmen ihres sexuellen Reifeprozesses und der jahrelangen Gefangenschaft auf dem Dachboden Schritt für Schritt näher kommen. Leider wird der Tabubruch ebenso wie in der BLOOM-Verfilmung mit eher zurückhaltender Distanz betrachtet, was mal wieder daher rührt, weil man derart heikle Themen natürlich nicht so ungeniert im amerikanischen TV abhandeln kann, schließlich handelt es sich bei FLOWERS IN THE ATTIC um einen Fernsehfilm für die ganze Familie. Dennoch funktioniert der Psychotrip gerade aufgrund seiner fast schon zwanghaften Zurückhaltung bebilderter Tabubrüche. Gewalt passiert wenn nur im Off und die Liaison zwischen Bruder und Schwester wird mit fast schon kindlicher Naivität in zaghafte Bilder getaucht. Unterm Strich ist FLOWERS IN THE ATTIC kein dummes Filmchen und das trotz mangelndem Mord und Totschlag. Die Kulisse ist zermürbend und die kleinen Jungdarsteller meistern ihre Sache souverän. Zwar lässt sich die GRAHAM recht selten sehen, dafür sorgt aber Großmutter Olivia für Zucht und Ordnung. Betritt die nämlich den Raum sinkt die Temperatur rapide unter die Nullgradgrenze.
 
 
 


 
 
 

FLOWERS IN THE ATTIC – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Romanverfilmung die Zweite: Bereits zum wiederholenden Male wird der Besteller-Roman FLOWERS IN THE ATTIC für den lesefaulen Suspense-Fan für die Mattscheibe aufbereitet. Im Gegensatz zur Adaption aus dem Jahre 1987 hält sich das von DEBORAH CHOW fürs amerikanische TV gedrehte Remake weitaus genauer an die Buchvorlage. Gruselstimmung ist garantiert, vor allem dann, wenn ELLEN BURSTYN als boshafte Großmutter den Dachboden betritt, um die eingesperrten Kinder zu bestrafen. Trotz guter Ansätze erreicht FLOWERS in THE ATTIC nicht einmal annähernd die Kontroverse, welche seinerzeits der Roman verursacht hat. Der Film ist schick gefilmt, spannend inszeniert und überrascht durch wirklich gute Schauspieler (KIERNAN SHIPKA als ältere Schwester Cathy erinnert doch etwas arg an EMMA WATSON), hätte aber ein Müh mutiger und vor allem einen Tick ruppiger sein können. Da es sich hier aber um fürs TV gedrehte Unterhaltung handelt, muss man mit eher seichtem Gewaltpegel leben. Trotz allem gibt es aber mit FLOWERS IN THE ATTIC eine durchweg unheimliche und spannende Familientragödie zu sehen, die wie einst der Roman eine äußerst unangenehme Botschaft an den Zuschauer bringt, über die es lohnt im Anschluss zu diskutieren.
 
 
 


 
 
 

FLOWERS IN THE ATTIC – Zensur

 
 
 
FLOWERS IN THE ATTIC ist ein fürs amerikanische TV gedrehter Psychothriller, mit dezenten Horrorelementen. Blut und derbe Gewalt gibt es hier nicht zu sehen. Das Grauen spielt sich hauptsächlich im Kopf des Zuschauers ab. Wird es dann doch einmal kurz unangenehm, blendet die Kamera weg. FLOWERS IN THE ATTIC wird in Deutschland vermutlich ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben werden.
 
 
 


 
 
 

FLOWERS IN THE ATTIC – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
An American Crime (2007)
 
Another American Crime (2010)
 
Jack Ketchum’s Evil (2007)
 
Blumen der Nacht (1987)
 


Filmreview: “Fortune Cookie Prophecies” (2011)

Fortune Cookie Prophecies 2011
 
 
 

FORTUNE COOKIE PROPHECIES

Story

 
 
 
FORTUNE COOKIE PROPHECIES handelt von zwei Pärchen, einer verlassenen Hütte im Wald und vier Glückskeksen, die den Protagonisten nicht das voraussagen, was sie sich eigentlich nach der Knabberei erhofft hätten. Im Gebäck befinden sich nämlich hundgemeine Todesbotschaften, die den Glückspilzen weismachen sollen, dass sie bald sterben werden. Hinter dem Fluch steckt ein chinesischer Geist, der den unwissenden Helden nicht ohne Grund auf den Leib rückt. Um dem nahenden Tod zu entkommen, gilt es das Geheimnis des Fluchs zu ergründen. Doch den Freunden bleibt mit vier Tagen nur wenig Zeit, um das Rätsel zu lösen …
 
 
 


 
 
 

FORTUNE COOKIE PROPHECIES – Kritik

 
 
 
Wenn in Horrorfilmen der Handyempfang ausfällt und die Karre irgendwo in der Einöde nicht mehr anspringen will, weiß der erfahrene Horrorfan, dass das für die Filmhelden meist kein gutes Ende nehmen wird. In FORTUNE COOKIE PROPHECIES ist das wieder der Fall, denn hier geraten mal wieder zwei verunsicherte Pärchen in ein reichlich haarsträubendes Abenteuer, aus dem nicht alle lebend zurückkehren werden. Diesmal sind vier Glückskekse an allem Schuld, auf deren Weissagungen die Protagonisten auf unerfreuliche Weise erfahren müssen, dass einige von ihnen binnen weniger Stunden und andere in vier Tagen sterben werden. Das wird anfänglich für einen Scherz gehalten, bewahrheitet sich aber geraume Zeit später bei der Ersten. Die liegt regungslos und bleich im Bad und macht alles andere als einen lebendigen Eindruck. Bis die Fristen der anderen abgelaufen sind, bleibt noch ein Weilchen. Grund genug das Geheimnis des Glückskeks-Fluches aufzudecken. Hinter dem steckt der rastlose Geist einer wütenden Frau, der vor vielen Jahren ihr ungeborenes Kind genommen wurde und seither in einem Haus samt angrenzenden Waldgebiet umherspukt. Da scheint es demnach kein Zufall zu sein, dass eines der Pärchen ein Kind erwartet und das andere jüngst eine Abtreibung vorgenommen hat.
 
Schön, dass es mal wieder Geister auf die Mattscheibe geschafft haben. Man hätte meinen können, dass in Zeiten knüppelharter Gewaltstreifen die altmodischen Spuk- und Gespensterheuler in Vergessenheit geraten sind. Doch was ist das? FORTUNE COOKIE PROPHECIES scheint einer dieser Fehlzünder zu sein, der die Geisterthematik nur als Alibifunktion benutzt, damit der Genrefreund die Brieftasche zückt. Selten hat man einen Gruselfilm erlebt, der sich nicht einmal annähernd darum schert, die üblichen Spukzutaten zum Mittelpunkt der Geschehnisse zu machen. FORTUNE COOKIE PROPHECIES hat weder Schockmomente zu bieten, noch will er subtil gruseln. Regisseur HENRY LI hat das eigentliche Ziel verfehlt und langweilt mit einem kaum enden wollenden Mystery-Plot, in dem die Anwesenden in einer Art Schnitzeljagd von einem Ort zum nächsten getrieben werden, damit das Rätsel um den jährzornigen Geist gelöst werden kann. Leider hat LI dabei die Uhrzeit aus den Augen verloren, denn sein ziemlich eigenwilliges Mystery-Ding geht fast geschlagene zwei Stunden und beginnt mit seiner tempoarmen Inszenierung ziemlich früh zu nerven.
 
Wären da nicht einige blutige Föten, die man zwar schaufreudig aber kaum als solche identifizierbar in Waschschüsseln und auf den Waldboden legt, FORTUNE COOKIE PROPHECIES hätte mit seinem nicht vorhandenen Grusel- und Härtegrad problemlos im Nachmittagprogramm des hiesigen Kinderkanals laufen können. Wir sehen einen asiatischen Geist, der aus unerklärlichen Gründen fast ausschließlich durch die Infrarotfunktion der mitgebrachten Kameras huscht und sich sonst so ziemlich rar macht. Alles macht den Anschein, als wäre FORTUNE COOKIE PROPHECIES anfänglich als Found Footage-Gurke geplant gewesen, wurde später aber umgeschrieben, um den Film in eine andere, bedeutungslose Richtung zu drängen. Vermutlich konnte sich Regisseur HENRY LI nicht zwischen Wackelcam- und Spukgenre entscheiden und hat sich dann doch lieber für ereignislosen Mystery entschieden. Anfangs mag das noch ganz gut funktionieren. Die Freunde filmen sich selbst, gehen auf Geisterjagd, stellen Kamera-Equipment auf und kommen dem Geist auf die Schliche. Nach knapp 30 Minuten ist das Gröbste abgehakt und die Ausgangssituation ergründet, so dass ein behäbiges und uninteressantes Detektivspiel seinen Lauf nehmen kann.
 
Zwei Jahre nach Fertigstellung kommt FORTUNE COOKIE PROPHECIES endlich in den Genuss eines US-Video-Release. Erfahrungsgemäß ist das oft kein gutes Zeichen, wenn zwischen Fertigstellung und Veröffentlichung so viel Zeit vergeht. Im Falle dieses Indie-Geistersüppchens bewahrheitet sich mal wieder jener Gedanke, denn wirklich gut oder gar sehenswert ist FORTUNE COOKIE PROPHECIES leider nicht geworden. Der bisher unbekannte Henry LI hat mit diesem chinesischen Fluch-Krimi seinen Regieeinstand gegeben und sich gleich als Multitalent bewiesen. So hat er das Drehbuch zum Film geschrieben und das Ding auch gleich noch selbst produziert. Ob das zähe Machwerk aber überhaupt nach Deutschland verkauft werden kann, bleibt fraglich.
 
 
 


 
 
 

FORTUNE COOKIE PROPHECIES – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
FORTUNE COOKIE PROPHECIES ist mehr Aufklärungsarbeit gegen Abtreibung, statt gruseliger Horrorstreifen. Auch wenn die Idee von Todesbotschaften in Glückskeksen gar nicht mal so übel ist, so ist das was uns hier Regieneuling HENRY LI serviert ganz schön einfältiger Schwachsinn. Wir sehen einen Streifen, der seine Protagonisten nahezu zwei Stunden auf Trab hält, damit selbige von A nach B und von C nach D stiefeln, um auf ihrem Weg in einer Art Schnitzeljagd Elemente der chinesischen Geisterkultur ergründen können. Ab und an huscht mal eine bucklige Statistin durch eine Infrarotkamera und legt blutige Gummibärchen auf den Waldboden, die sich wenig später als Föten entpuppen. Nee, Herr LI das war wohl nix. FORTUNE COOKIE PROPHECIES ist mit Abstand der ungruseligste Film im aktuellen Kinojahr – immerhin ist das Filmcover hübsch.
 
 
 


 
 
 

FORTUNE COOKIE PROPHECIES – Zensur

 
 
 
FORTUNE COOKIE PROPHECIES ist so harmlos, wie eine Weinbergschnecke im Garten. Bis auf das hier blutige Föten an Bäume gehangen und auf Waldlichtungen gelegt werden, gibt es im Film nahezu keine Härte zu sehen. Sollte FORTUNE COOKIE PROPHECIES nach Deutschland kommen, ist definitiv eine FSK16 drin.
 
 
 


 
 
 

FORTUNE COOKIE PROPHECIES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Final Destination (2000)

Tötet Katie Malone (2010)

Ich werde immer wissen, was Du letzten Sommer getan hast (2006)


Filmreview: “I am ZoZo” (2012)

I-Am-Zozo-2012
 
 
 

I AM ZOZO

Story

 
 
 
Einige Freunde werden bei einer Hexenbrett-Sitzung von einem bösartigen Geist heimgesucht, dem es gelingt sich einen Weg in die Welt der Lebenden zu bahnen …
 
 
 


 
 
 

I AM ZOZO – Kritik

 
 
 
Es ist Halloween und einige Freunde wollen das Gruselfest zusammen in einer Hütte irgendwo draußen im Wald feiern. Leider stimmt was mit der Stromversorgung nicht, so dass man sich die Zeit mit altbackenen Spielchen vertreiben muss. Gut, dass Mel (COURTNEY FOXWORTHY) ein Hexenbrett dabei hat, mit dem man Kontakt zu den Toten aufnehmen kann. Der wird auch gleich hergestellt und lässt allerhand gesprächige Geister zu Wort kommen. Während Mel das Vergnügen hat, per Quija-Brett mit ihrem verstorbenen Cousin zu quasseln, warnt ein toter Achtjähriger die Bande vor drohendem Unheil. Wie es im Horrorfilm oft üblich ist, werden die Warnungen natürlich grundsätzlich nicht ernst genommen, so dass die Kids für ihre Unachtsamkeit selbstverständlich bestraft werden. Es dauert nämlich nicht lang, bis sich ein äußerst aggressiver Geist zu Wort meldet. Der schimpft sich ZOZO und beginnt den Kids bald einen gehörigen Schrecken einzujagen.
 
Erneut ist es an der Zeit, längst vergessene Horrorstoffe aus der Mottenkiste zu kramen. Nach all den paranormalen Geschehnissen, die in der Vergangenheit über die internationalen Filmleinwände geflimmert sind, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch wieder die mysteriösen Hexenbretter aus der Versenkung geholt werden sollten. Die waren bereits in den 80ern populär und haben Filme wie WITCHBOARD – DIE HEXENFALLE (1986) und DON’T PANIC (1987) zu bescheidenem Erfolg verholfen. Nun sind sie wieder zurück und versuchen den zartbesaiteten Zuschauer eine Heidenangst einzujagen. Nun ja, ob das mit I AM ZOZO gelingen wird sei mal dahingestellt, denn schlaflose Nächte wird dieser Grusler mit Sicherheit nicht bescheren. Der Dokumentarfilmer SCOTT DI LALLA steckt hinter diesem Schabernack, der mit der Ouija-Problematik einen kommenden Trend aufgefasst hat. Sein Horrorfilm dürfte mit Sicherheit demnächst eine ganze Flut ähnlicher Filme nach sich ziehen, denn bereits mit THE OUIJA EXPERIMENT kam im aktuellen Filmjahr ein ähnliches Machwerk in die weltweiten Heimkinos.
 
Das Besondere an I AM ZOZO ist, dass der komplette Streifen auf Super 8 gedreht wurde. Das ist etwas ungewöhnlich, hat doch das Schmalfilm-Filmformat seine besten Zeiten in den 70ern erlebt und wurde Anfang der 80er nahezu komplett durch die aufkommende Videotechnik abgelöst. DI LALLA suchte für seinen Gruselfilm den passenden Look, schließlich sollte sein Erstling mit möglichst unheimlicher Optik glänzen. Hierbei lies er sich von der Gruppe THE NATIONAL inspirieren, die für ihr FAKE EMPIRE Musikvideo digitalisiertes Super 8 verwendeten. DI LALLA war vom Resultat derart begeistert, dass er keine Mühen scheute und sich mühevoll die gleiche Technik besorgte. Und in der Tat, die Optik von I AM ZOZO wirkt zwar für heutige Verhältnisse ungewohnt altmodisch, ist dafür jedoch stimmig und charmant. Die ungeschliffenen Bilder erinnern nicht selten an unbeholfene Versuche emsiger Angehöriger, die eigenen Familienfeierlichkeiten auf Zelluloid zu bannen. Jener leicht amateurhafte Einschlag ist im Fall von I AM ZOZO aber nicht als negativ zu werten, denn die grobkörnigen und schlecht ausgeleuchteten Bilder bescheren dem Streifen einen authentischen und ganz individuellen Look.
 
Für I AM ZOZO kamen erneut all die bekannten Marketing-Instrumente zum Einsatz, die schon berüchtigte Werke wie HAUS DER DÄMONEN (2009) und DER EXORZISMUS VON EMILY ROSE (2005) zum Welterfolg verholfen haben. Die Geschichte von I AM ZOZO ist nämlich mal wieder absolut wahr und basiert auf tatsächlichen Gegebenheiten, die sich wirklich haargenau so zugetragen haben sollen, wie sie der Film beschreibt. Angesichts der Tatsache, dass fast jeder zweite Horror-Schaffende von seinem Gruselfilmchen behauptet, sein Werk würde einen realen Background besitzen, sollte man sich als Zuschauer von derart Amenmärchen nicht so naiv hinter das Licht führen lassen, schließlich lässt sich Pseudo-Reality (BLAIR WITCH PROJECT) besser vermarkten, als manch fiktiver Gruselstoff. Leider zaubert so ein wenig geflunkerte Realität aus einem schlechten Film kein Meisterwerk, denn I AM ZOZO hat mit einer nahezu permanenten Ereignislosigkeit zu kämpfen. Die Protagonisten reisen an, schnitzen einen Kürbiskopf, staunen über “spektakuläre” Kartentricks und kreisen mit einem Holzzeiger über ein modriges Hexenbrett. Mehr passiert in diesem Geistersüppchen leider nicht, was angesichts der unverbrauchten Thematik und der wirklich sehr angenehmen Schaueroptik schon etwas sehr bedauerlich ist. Immerhin verschafft sich ZOZO am Ende Zutritt in die Welt der Menschen und versucht etwas Chaos anzurichten. Wer hier spektakuläre Effektschlachten erwartet, dürfte recht schnell enttäuscht werden. Wir haben es hier mit einem Indie zu tun, der aus nahezu null Budget entstanden ist. Demzufolge sind auch die Spukmomente eher subtiler Natur und werden zurückhaltend eingesetzt. Da verschwinden Zauberkarten sprichwörtlich durch Geisterhand und ein rettendes Asthma-Spray ist plötzlich ohne Inhalt. Die anfangs mühsam gewerkelte Kürbisfratze erhält ein neues, sehr “spezielles” Aussehen und eine Protagonistin erliegt am Ende den Folgen eines Geisterangriffs. Immerhin verhalten sich die Kids in I AM ZOZO durchweg umgänglich und entpuppen sich nicht als dumme Stereotypen des modernen Horrorfilms. Hier bekommen wir bodenständige und natürliche Charaktere zu Gesicht, die zur Abwechslung mal nicht penetrant nerven, so dass es dem Zuschauer leicht fallen dürfte sich mit den netten Jungs und Mädels zu identifizieren. Umso ernüchternder die Tatsache, dass man aus der geradlinigen Geistergeschichte nicht mehr herausgekitzelt hat. Hier wäre ein tobendes Finale angebracht gewesen, dass I AM ZOZO aus seiner Lethargie gerissen hätte. Leider wurde das vermutlich aus dem Drehbuch gestrichen, weil einfach kaum Budget zur Verfügung gestanden hat. So bleibt I AM ZOZO ein Geisterfilm mit guten Ansätzen und schauderhafter Oldschool-Optik, der aber aufgrund der eher unspektakulären Geschichte und der ziemlich ruhigen Inszenierung nur wenig Aufmerksamkeit unter Horrorfreunden erhaschen dürfte.
 
 
 


 
 
 

I AM ZOZO – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
I AM ZOZO ist ein charmanter Gruseltrip der alten Schule, der jedoch ausschließlich Neulingen im Genre wohliges Schauern garantiert dürfte. Leider schöpft der Streifen nicht einmal annähernd sein Potenzial aus und kränkelt viel zu oft an seiner ereignislosen Inszenierung. In Zeiten pompös ausgestatteter und gruseliger CGI-Schlachten verängstigt so ein seichter Ouija-Board-Talk längst keinen Horrorfilmfan mehr. Deshalb sei die Sichtung nur denjenigen geraten, die ein Faible für altbackene und ungeschliffene No-Budget-Horrorstreifen besitzen, weil sie sich am durchgestylten und modernen Mainstream-Kino sattgesehen haben.
 
 
 


 
 
 

I AM ZOZO – Zensur

 
 
 
Bis auf das eine Protagonistin in I AM ZOZO am Ende aufgrund eines Asthmaanfalls erstickt, passiert in diesem Streifen nix grausames. Demnach ist hier vermutlich eine FSK12 drin.
 
 
 


 
 
 

I AM ZOZO – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Ouija Experiment (2011)
 
Witchboard – Die Hexenfalle (1986)
 
Don’t Panic (1987)


Filmreview: “Two Moons” (2012)

two moons 2012
 
 
 

TWO MOONS

Story

 
 
 
Drei Ahnungslose erwachen im Schuppen eines düsteren Hauses. Dort geht es nicht mit rechten Dingen zu, schließlich hat dort eine Mutter den Sohn und ihren Ehemann ermordet …
 
 
 


 
 
 

TWO MOONS – Kritik

 
 
 
Buh, es spukt wieder und zwar auf Koreanisch. Die Halbinsel zwischen Gelbem und Japanischem Meer hat in der Vergangenheit durch Staatenspaltung und einer Menge innerpolitischer Diskrepanzen Schlagzeilen gemacht, aber immerhin mit dem GANGNAM STYLE (um mal beim Positiven zu bleiben) die ganze Welt infiziert. Auch wenn Süd- und Nordkorea nicht gerade zu den neuen Hochburgen für Horrorfans gehören, kommen von dort ab und an gute Horrorfilme, die dann sogar weltweit Kasse machen. A TALE OF TWO SISTERS (2003), THE HOST (2006) und I SAW THE DEVIL (2010) haben eindrucksvoll bewiesen, dass Horror eine internationale Sprache spricht und jede Kultur ihre ganz eigene Methodik bevorzugt, dem Zuschauer das Fürchten zu lehren. Den Amerikanern war derartige Eigenbrötlerei vermutlich zuviel des Guten, so dass der von KIM JI-WOON inszenierte A TALE OF TWO SISTERS neu gedreht und unter dem Titel DER FLUCH DER ZWEI SCHWESTERN (OT: THE UNINVITED) 2009 im Kino ausgewertet wurde. Über die Unnötigkeit dieser typisch amerikanischen Neuverfilmung darf durchaus gestritten werden. Es zeigt sich aber mehr als deutlich, dass der koreanische Genrefilm als Exportgut für die Horrorfilmwelt unverzichtbar geworden ist.
 
Mit TWO MOONS (OT: DOO GAE-EUI DAL) wird die Reihe sehenswerter koreanischer Horrorstücke um einen Beitrag erweitert. Der wurde von LEE-JONG-HO derart intelligent zu Papier gebracht, dass es nicht verwunderlich wäre, wenn auch hier die US-Remake-Vermarktungs-Soldateska geldgeil zurückschlagen würde. Hinter dem Schauerstreich steckt Regisseur DONG-BIN KIM, der bereits einiges im Genre gemacht hat und bis heute eine besondere Beziehung zu Geistern besitzt. Bereits 1999 demonstrierte er selbige: Noch bevor es die amerikanische Traumfabrik tat, fabrizierte er mit THE RING VIRUS eine Neuverfilmung des japanischen Kassenschlagers RING (1998). Danach erschreckte er mit Geister-Terror in TRAIN OF THE DEAD (2005) und lässt nun TWO MOONS folgen. Der hat natürlich auch wieder was mit Spuk zu tun, ist aber unterm Strich doch irgendwie ganz anders, als die bisherigen Filme des Regisseurs.
 
Bleiche Geisterkinder, die pitschnass aus TV-Apparaten oder Brunnen krabbeln, sieht man hier nicht. Diesmal geht es zu einer Hütte im Wald, die seit original EVIL DEAD (und dem 2013er Reboot) zum unverzichtbaren Schauerort in Horrorfilmen geworden ist. Keine Angst, TWO MOONS ist keine unnötige koreanische Version von RAIMIS Kulthit. Hier erwacht Mystery-Schriftstellerin SO-HEE (PARK HAN-BYUL) zusammen mit dem arbeitslosen SEOK-HO (KIM JI-SEOK) und der äußerst nervigen Schülerin JEONG (PARK JIN JOO) in einem dunklen Schuppen. Die wissen erst mal gar nicht, wie sie hierher gekommen sind und befürchten Schlimmes. Als sie sich aus ihrem Gefängnis befreit haben, finden sie sich in einem verlassenen Haus irgendwo tief draußen im Wald wieder. Das wird natürlich erkundet und scheint menschenleer zu sein. Doch irgendwas liegt hier im Argen. Aus dem Wald gibt es seltsamerweise kein Entkommen und in den Räumlichkeiten ist eine Aura des Bösen allgegenwärtig. Als dann noch eine verwirrte Frau gefunden wird, die von allerhand komischen Dingen faselt, geht den Übrigen drei der Hintern auf Grundeis.
 
Erscheinen zwei Monde am Himmel, dann sind die Geister nicht weit. Denn wenn sich die Welt der Menschen mit der der Geister vereint, sieht man zwei Monde – für jede Welt einen. Mit diesen weißen Worten aus dem Off wird der Prolog zu TWO MOON eingeläutet. In dem wird auch erklärt, dass jenes Haus im Wald einer Familie gehört hat, die sich selbst ausradiert haben soll. Dem bewanderten Zuschauer schwant da schon des Rätsels Lösung und dennoch geht TWO MOON ganz andere Wege. Auf Langsamkeit wird in DONG-BIN KIMS neusten Schaffen besonderen Wert gelegt. Hier sehen wir all das, was seit jeher Gruseltrips ausmacht und eigentlich ausmachen sollte. Düstere Gänge, unheimliche Schatten, langsame Kamerafahrten und viele Buh- und Ah-Momente. Den Baller-Experten unter den Horrorfans dürfte derart klassisch erzählte Spukware gegen den Strich gehen, gibt es in TWO MOONS kaum rasante oder effekthascherische Momente zu sehen. Gruselige Stimmung ist allgegenwärtig und die ungewöhnliche Geschichte wird in zwei Teile gegliedert. Während zu Beginn Zuschauer und Protagonisten sprichwörtlich im Dunkeln tappen und die Szenerie erkunden, weht spätestens ab Filmmitte ein ganz anderer Wind, denn DONG-BIN KIM hat sich bewusst für einen Plottwist entschieden. Der kommt so unerhofft, wie Besuch von den Schwiegereltern und sorgt gekonnt und effektiv für reichlich Verwirrung. Dennoch: überraschende Auflösungen gehören zwar im Horrorfilm zum Standard und wirken nicht selten erheblich konstruiert; im Falle von TWO MOONS tut so ein Twist Not, entsteht hier gerade aufgrund jener Wendung eine gewisse Dynamik. So verwandelt sich subtiles Grauen rasch zu mysteriösem Thrill, der Gruselfreunden einige Schrecksekunden abverlangt und für Herzattacken sorgt. Zum Kultknaller reicht es zwar nicht und natürlich ist die Inszenierung weit entfernt von westlicher Kinomachart; wer jedoch seit jeher ein Faible für typisch asiatisches Geisterschinken besitzt, wird auch hier gebannt vor der Glotze sitzen – spannend genug ist TWO MOONS alle Mal.
 
 
 


 
 
 

TWO MOONS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Einmal mehr lehrt Korea Gruselfans aus aller Welt das Fürchten. Auch wenn die Asiaten ihre ganz eigene Art des Erschreckens besitzen, stellt man wieder mal fest, dass Jahre nach RING immer noch gute Geisterschocker aus dem Fernen Osten kommen. Mancher Horrorfan mag da vermutlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und an schlecht geschminkte Geistergören denken, die für den westlichen Zuschauer wenig beängstigend aus Mattscheiben krabbeln; TWO MOONS hält von diesen abgedroschenen Klischees Abstand und punktet durch Atmosphäre, Überraschungsmomente und handfeste Schocks. FAZIT: TWO MOONS ist gelungener Geisterhorror für ganz mutige Zuschauer.
 
 
 


 
 
 

TWO MOONS – Zensur

 
 
 
TWO MOONS ist subtiler Geisterhorror, ganz ohne großes Blutvergießen. Der Film wird mit FSK 16 nach Deutschland kommen, denn sonderlich grafisch oder brutal ist TWO MOONS nämlich nicht.
 
 
 


 
 
 

TWO MOONS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ringu (1998)
 
The Sixth Sense (1999)
 
The Others (2001)


Filmreview: “Open Grave” (2013)

open_grave_2013
 
 
 

OPEN GRAVE

Story

 
 
 
Eine kleine Gruppe Menschen findet sich in einem abgelegenen Häuschen mitten im Wald wieder. Keiner kann sich daran erinnern, wie er da hingekommen ist. Um die Erinnerungslücken zu schließen wird die Umgebung erkundet. Doch so ungefährlich wie vermutet, ist dieser Ort nicht. Nach den ersten grausigen Entdeckungen dämmert den Anwesenden schnell, dass sie es hier mit einer absolut tödlichen Bedrohung zu tun haben …
 
 
 


 
 
 

OPEN GRAVE – Kritik

 
 
 
Solche Filme sind immer die Besten. Filme, die relativ abstrus beginnen, mehr Fragen als Antworten aufwerfen und dann doch irgendwie plausibel enden. In OPEN GRAVE erwacht ein ahnungsloser Fremder in einer Grube übel zugerichteter Leichen. Er krabbelt hinaus, sieht in der Ferne ein Haus und trifft dort auf Andere, die sich ebenso wie er an nichts erinnern können. Im Wohnzimmer findet man eine stattliche Anzahl verschiedensprachiger Medizinbücher, deren Sprachen kurioserweise nur einer der Gruppe beherrscht und im Schuppen hinterm Haus trifft man auf eine eingesperrte, scheinbar verwilderte Frau, deren Handeln mittels Überwachungskameras beobachtet wird. Bei den ersten Erkundungstouren durch den angrenzenden Wald treffen die Unwissenden immer wieder auf menschenähnliche Kreaturen. Und in einer verlassenen Lagerhalle macht man Bekanntschaft mit einem kleinen Jungen, der aber auf die Fremden gar nicht gut zu sprechen ist.
 
OPEN GRAVE spielt mit der Neugier des Zuschauers. Der ist anfänglich genauso verwirrt wie seine Protagonisten, denn die erfahren des Rätsels Lösung nur in kleinen Häppchen. Durch zahlreiche, erst am Ende einen wirklichen Sinn ergebende Flashbacks werden Erinnerungslücken geschlossen. Bis dahin kämpfen sich die Helden orientierungslos durch ein dunkles Waldgelände und stoßen immer wieder auf furienhafte Menschen, die sich alles andere als normal benehmen. Natürlich ist auch OPEN GRAVE irgendwo im Zombie-Genre verwurzelt. Dennoch betrachtet Regisseur GONZALO LÓPEZ-GALLEGO die Thematik aus einer ganz anderen Perspektive. Menschenfleisch gefressen wird in OPEN GRAVE keineswegs und auch sonst schert sich der Streifen keinen Deut darum, sich mit überflüssigem Abschlachten zu beschäftigen. Im Mittelpunkt stehen die desorientierten Protagonisten, die sich anfänglich vollkommen fremd zu sein scheinen und später in Erfahrung bringen, dass sie sich vertrauter sind als gedacht. Schnitzeljagd heißt in OPEN GRAVE das Zauberwort. Immer wieder finden die Anwesenden Puzzleteile, die zu einem Ganzen führen. Dort ein Foto, da Aufzeichnungen eines Camcorders – Regisseur GONZALO LÓPEZ-GALLEGO weiß wie man spannende Mysterythriller dreht. Bereits 2011 kam sein APOLLO 18 in die Kinos. Der Weltall-Spuk entpuppt sich zwar als überflüssiger Found Footage-Mist, konnte aber durch beklemmende Atmosphäre und wirklich gelungene Schreckmomente überzeugen. Die gibt es natürlich auch in OPEN GRAVE, wenn auch nicht so plakativ wie im Wackelcam-Ausflug vor einigen Jahren. Hier wird vordergründig auf Mystery hinausgearbeitet, der durch die Bank undurchsichtig und sogar richtig spannend bleibt. Zu verdanken sei dies den guten Darstellern (u.a. ROTHENBURG-Darsteller THOMAS KRETSCHMANN mit seinem haarsträubend deutschen Englisch), der guten Kameraarbeit, die für einen unabhängigen Low-Budget-Film als durchweg hochwertig zu bezeichnen ist und dem raffiniert ausgetüftelten Drehbuch der Brüder CHRIS und EDDI BOREY, das niemals zu viel verrät.
 
OPEN GRAVE bringt frischen Wind in das längst angestaubte Zombie-Genre. Es müssen nicht immer verwesende Kreaturen sein, die damit beschäftigt sind das Fleisch ihrer noch lebenden Zeitgenossen zu verspeisen. Manchmal ist weniger mehr und manchmal ist es auch besser, wenn man die typischen Zombie-Klischees einfach mal über Bord wirft. Der Spanier LÓPEZ-GALLEGO hat das versucht und mit OPEN GRAVE einen richtig guten Gruseltrip gemacht, der hoffentlich kommende Filmemacher dazu inspiriert, ebenso sehenswerte Filme zu drehen. Wer es spannend braucht und frische Ideen sucht, ist mit OPEN GRAVE gut beraten. Wir meinen: Horror-Pflichtprogramm!
 
 
 


 
 
 

OPEN GRAVE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Ja, es gibt sie noch: packende Horrorfilme, die rund 100 Minuten zu fesseln wissen. OPEN GRAVE darf als einer der spannendsten Genrestreifen der letzten Zeit betitelt werden. Wer das nicht glaubt, sollte sich eines Besseren belehren lassen und einen Blick riskieren. Wir sind uns sicher, dass Skeptiker überrascht sein werden, wie schnell der Abspann über den Bildschirm flimmert. Ein klasse Horrorfilm, auch wenn OPEN GRAVE mehr Mystery und Drama ist, als knüppelharter Horror. Bitte mehr davon!
 
 
 


 
 
 

OPEN GRAVE – Zensur

 
 
 
OPEN GRAVE ist eher Mystery als harter Horror. Auch wenn sich die Grausamkeiten in Grenzen halten, ist die Bildsprache in OPEN GRAVE recht düster. Wir sehen Berge von Leichen und Kreaturen, die sich selbst verstümmeln. Das Meiste passiert im Off oder wird nur angedeutet. Trotzdem wird OPEN GRAVE mit Sicherheit erst für ein erwachsenes Publikum geeignet sein. Wir gehen von einer ungeschnittenen KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung aus.
 
 
 


 
 
 

OPEN GRAVE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Memento (2000)
 
Unknown Identity (2011)
 
Wrecked (2010)
 


Filmreview: “Solo” (2013)

solo-2013
 
 
 

SOLO

Story

 
 
 

Die angehende Feriencampmitarbeiterin Gillian soll auf einer verlassenen Insel ihr Können unter Beweis stellen, muss stattdessen jedoch um ihr (Über)Leben bangen …

 
 
 


 
 
 

SOLO – Kritik

 
 
 
Filmfreunde, die vor geraumer Zeit den höchst ansprechenden Trailer zum EVIL DEAD-Remake (2013) gesehen haben, dürften vermutlich die Trailermacher in Grund und Boden verflucht haben. Hier wurde zwar geschickt zusammengeschnitten, aber, wie so oft in den letzten Jahren, die besten Szenen des Splatterwerks vorweggenommen. Ähnlich verhält es sich bei der Vorschau zu SOLO, die im Grunde genommen den ganzen Film in knapp zwei Minuten zusammenfasst. Demzufolge sollte man sich den Trailer möglichst verkneifen, möchte man sich den Spaß am Filmeschauen nicht verderben lassen. Der Thriller SOLO ist wieder mal ein Beispiel dafür, dass es für gute Filme keiner großen Geschichten bedarf. Außer fünf Protagonisten, einer kleinen Insel und Legenden die um die Idylle ranken, benötigt Regie-Neuling ISAAC CRAVIT nicht viel, um rund 90 Minuten zu unterhalten. SOLO lief bereits Oktober 2013 im Rahmen des TORONTO AFTER DARK FILM FESTIVALS, was Genrefans vermutlich hellhörig lassen dürfte, laufen dort meist ausgewählte Gruselstreifen, die nicht selten von hoher Qualität zeugen. Und in der Tat, SOLO ist besser, als das magere Produktionsbudget verspricht.
 
Wir begleiten die TV-erprobte ANNIE CLARK als zwar traumatisierte, aber sich wacker schlagende Gillian “Solo” in ein kleines Feriencamp irgendwo im Wald. Sie hat in der Vergangenheit ganz schön viel Mist durchgemacht und versucht durch einen neuen Job als Campbetreuerin ihr gewohntes Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Pillen helfen, den Tagesablauf sicher bestreiten und den tragischen Tod ihrer Schwester zu vergessen. Doch bevor Gillian ihre neue Stelle antreten darf, werden ihre Qualifikationen auf die Probe gestellt. Campleiter Fred (RICHARD CLARKIN) bringt sie zu einer kleinen Insel, auf der sie zwei Tage verweilen und Pfadfinderfähigkeiten unter Beweis stellen soll. Doof nur, dass ihr zuvor einige unheimliche Legenden über das vermeintlich idyllische Eiland zu Ohren gekommen sind und ihr bald bange Stunden bescheren werden. Zum Glück ist die geistig instabile Jugendliche immer via Funkgerät in Kontakt zum Festland, so dass ihr auch gleich ein älterer Herr namens Ray (DANIEL KASH) zur Hilfe eilt, der meint, einen hilfesuchenden Funkspruch Gillians erhalten zu haben. Die scheint zwar anfänglich über das Missverständnis verdutzt, ist aber froh darüber nicht ganz so allein auf der gruseligen Insel zu sein. Ganz so verlassen wie an anfänglich gedacht ist der Ort jedoch nicht, denn das verängstigte Mädchen findet bald ein verlassenes Zelt inmitten des Waldes, in dessen Inneren Gillian mysteriöse Farbfotos von Kindern eines Feriencamps entdeckt.
 
Sind wir hier im Camp Crystal Lake oder was? Die Thematik lässt zumindest schwer darauf schließen, denn wenn es um Feriencamps geht, dürfte sich der Zuschauer vermutlich schnell an die berüchtigte FREITAG DER 13.-Reihe zurückerinnert fühlen. Die Route führt dann aber doch in ein ganz anderes Genre und mit bekannten Slasher-Klischees oder gar dem Hockeymaske tragenden Kult-Meuchler JASON VOORHEES hat SOLO rein gar nix am Hut. Regisseur ISAAC CRAVIT hat die wichtigsten Vertreter des Horrorfilms genauestens studiert, so dass der Zuschauer in seinem ersten Langfilm (zumindest am Anfang) ganz schön dreist an der Nase herumgeführt wird. Die Ausgangslage hätte verworrener nicht sein können. Nicht nur, dass Gillian täglich reichlich Medikamente zu sich nehmen muss, um den Tag bestreiten zu können; auch unheimliche Spukgeschichten ranken sich um die verlassene Insel. CRAVIT hält sich viele Optionen offen, wobei (sofern man sich noch nicht den Trailer angeschaut hat) nicht gleich wirklich ersichtlich ist, was SOLO denn nun eigentlich sein soll? Handelt es sich hier um Spuk-Horror von der Stange oder um gar einen knüppelharten Psychothriller, der die erschütternde Vergangenheit der Protagonistin zum Mittelpunkt des Films macht? Ist die Bedrohung rein psychologisch oder tatsächlich greifbar? Antworten die CRAVIT geschickt bis zur Filmmitte zu verschleiern versteht. Umso ernüchternder, dass das raffinierte Rätselraten in der Halbzeit zugunsten der gängigen Horrorregeln an Kreativität missen lässt. Immerhin ist ANNIE CLARK ein wirklicher Pluspunkt dieses kleinen, handwerklich sehenswerten Films. Die hat nämlich nicht nur eine unverkennbare Ähnlichkeit mit dem Teenie-Idol JENNIFER LAWRENCE (HOUSE AT THE END OF THE STREET), sondern überzeugt durch eine Natürlichkeit, die ihren Charakter recht sympathisch erscheinen lässt. Der smarten Schauspielerin gelingt es, den kurzen Wildnis-Schocker fast gänzlich allein zu tragen; ihr Agieren ist stets nachvollziehbar und logisch, was ja bei Teenagern im Horrorfilm selten gegeben ist. Trotz ausreichend Supsense bleibt auch Gillians Hintergrundgeschichte nicht unbeleuchtet. Ihr Schicksal und die Quelle ihrer Albträume werden bruchstückhaft im Verlauf der Geschichte gelüftet, wobei man jedoch auch bei SOLO bemängeln muss, dass die Entwicklung der Charaktere leider etwas oberflächlich abgehandelt wird. SOLO ist zeitgleich ANNIE CLARKS Spielfilmdebüt. Nach diversen TV-Serien fasst sie nun Fuß im Kinofilm und macht dabei gar keine üble Figur. Den Filmfan wird’s freuen, hält er mit SOLO ein ansprechendes und mysteriöses Stück kanadisches Suspensekino in den Händen, das sich auf jeden Fall zu den besseren Vertretern innerhalb des Horrorgenres zählen darf. Wer es kurz, schnörkellos und spannend mag, ist bei SOLO genau richtig. Da darf man gespannt sein, was Regie-Neuling ISAAC CRAVIT demnächst noch so alles an Projekten auf Film bannen wird – dieser Einstieg ins Filmbusiness ist schon einmal ein solider Anfang!
 
 
 


 
 
 

SOLO – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Klein aber oho. SOLO ist kanadisches Supsensekino vom Feinsten und ein gelungener Einstieg ins Filmbusiness für Regie-Newcomer ISAAC CRAVIT. Es muss nicht immer nur Horror mit dem Holzhammer sein. Manchmal sind die kleinen unscheinbaren Streifen die, die es ganz schön in sich haben.
 
 
 


 
 
 

SOLO – Zensur

 
 
 
Bis auf eine kurze Splatterszene am Ende gibt es in SOLO nix, was dem Gewaltfan gefallen dürfte. Demnzufolge wird SOLO mit Sicherheit ungeschnitten ab 16 Jahren in den Handel kommen.
 
 
 


 
 
 

SOLO – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Black Rock (2012)

The Mooring (2012)


Filmreview: “Abducted” (2013)

Abducted-2013-Lucy-Phillips-Glen-Scantlebury
 
 
 

ABDUCTED

Story

 
 
 
Kein Guter Tag für Jessica (Tessa Ferrer) and Dave (Trevor Morgan). Die machen nämlich einen gemütlichen Picknickausflug im Griffith Park bei Los Angeles und werden aus heiterem Himmel von Betäubungspfeilen getroffen. Als sie wieder zu sich kommen, müssen sie zusammen mit anderen Pärchen als Versuchskaninchen für ein mysteriöses Experiment herhalten …
 
 
 


 
 
 

ABDUCTED – Kritik

 
 
 
Der Titel ist in ABDUCTED (was soviel bedeutet wie “entführt”) Programm, wobei vermutlich alteingesessene Horrorfans bei Filmen mit derart reißerischer Namensgebung direkt an actiongeladene Geiselthriller aus dem unkreativen Hollywood denken dürften. Die Traumfabrik ist dem Handlungsort von ABDUCTED nicht unwesentlich entfernt und auch die Macher hinter dem vorliegenden Mysterythriller sind in Hollywood keine Unbekannten. Das verheiratete Pärchen LUCY PHILLIPS und GLEN SCANTLEBURY haben diesen Low-Budget-Hit geschrieben und umgesetzt, wobei Ehegatte SCANTLEBURY schon durch diverse Schnittarbeiten in bekannten Mainstreamgurken für Aufsehen gesorgt hat. Mit seinen Cutter-Qualitäten in A NIGHTMARE ON ELM STREET (2010), FREITAG DER 13. (2009) und MICHAEL BAYS`S TEXAS CHAINSAW MASSACRE (2003) hat er den Puls manchen Horrorfans gehörig auf Trab gebracht – wenn auch nicht immer im positiven Sinne. Immerhin kommt sein umfangreiches Wissen im Editieren von Horrorware seinem neusten Streich ABDUCTED (Produktionstitel: GRIFFITH PARK) zu Gute. Das Ding ist wirklich besser, als die etwas ausgelutschte Inhaltsangabe verspricht, wobei die erstaunlich clever ausgetüftelte Spannungsschraube rund 90 fesselnde Minuten ohne Leerlauf verspricht. In ABDUCTED wird den Protagonisten mal wieder allerhand abverlangt. Die werden aus dem Leben gerissen und dürfen die nächsten Monate in einem dunklen Fabrikloch hausen, wo ihnen seltsame Dinge von Gasmasken und Schutzuniform tragenden Fremden angetan werden. Das lässt unweigerlich an Tortur- und Zombiekino erinnern, schlägt Gott sei Dank aber eine ganz andere Richtung ein. Roten Lebenssaft gibt es in ABDUCTED rein gar nicht zu sehen, was ja in Zeiten blutreicher Horrorware schon fast etwas nostalgisch anmutet. Die Probanden finden Schritt für Schritt heraus, was ihnen im Verlauf der Handlung blühen wird, wobei PHILLIPS und SCANTLEBURY es immer wieder schaffen, den Zuschauer mit den undurchsichtigen Umständen geschickt zu verwirren. Die beiden Helden Jessica (TESSA FERRER) und Freund Dave (TREVOR MORGAN) lernen im Verlauf ihrer Gefangenschaft weitere entführte Pärchen in den einzelnen Zelltrakten kennen, wobei jedes von ihnen seine ganz eigenen Erklärungen für die Geschehnisse zu finden versucht. Während Jessica und Dave an eine Lösegelderpressung durch die Taliban glauben, tendieren Buzz (ROSS THOMAS) und Tiffany (JELLY HOWIE) zu einem geheimen Militärexperiment, das es sich zur Aufgabe gemacht hat Supermenschen zu züchten. Elliot (AIDAN PARK) und Maria (VIVAN DUGRÈ) stattdessen sind fest davon überzeugt, dass höhere Mächte hinter all dem stecken und man es hier mit weniger freundlich gesinnten Außerirdischen zu tun hat. Wie man es dreht und wendet, PHILLIPS und SCANTLEBURY schaffen das Glanzstück, das bis kurz vor Ende jede Verschwörungstheorie in irgendeiner Form zutreffen könnte, wobei man als Zuschauer erstaunt feststellen muss, dass ABDUCTED erfrischend unvorhersehbar abgearbeitet wird. Langeweile kommt in diesem Mysterythriller garantiert nicht auf und optisch braucht sich der Low-Budget-Indiegrusler vor teuren Mainstreamschinken aus Hollywood auch nicht zu verstecken. Dreckig-düstere Räume, flackerndes Licht und spartanisch eingerichtetes Setting verursachen rasch ein unangenehmes Gefühl und lassen in einigen Momenten sogar foltergeiles SAW-Feeling ins Gedächtnis zurückkehren – ohne freilich jedoch dessen unerträgliche Gewalteskapaden zelebrieren zu müssen. Verschiedene Kameratechniken aus dem Found-Footage-Bastelkasten bringen Dynamik ins Geschehen. So sehen wir die Handlung nicht nur aus der typischen Filmsicht, sondern auch aus der Überwachungskameraperspektive und in Form von Videotagebüchern, welche die Helden mit ihren Handys aufnehmen. Die glaubhaften Protagonisten (die man durchweg schon in diversen bekannten Vorabendserien bewundern durfte) entsprechen einmal nicht dem obligatorischen Horrorklischee und meistern ihre Sache routiniert, so dass sich ABDUCTED wahrlich positiv vom üblichen Horrorstandard abzuheben versteht. ABDUCTED sollte man im Auge behalten. Dieser kleine Thriller ist uneingeschränkt empfehlenswert!
 
 
 


 
 
 

ABDUCTED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
ABDUCTED ist ultraspannend, absolut unvorhersehbar und bringt den Puls des Horrorfans definitiv in Wallung. Das Mysterywerk ist einmal mehr Beweis dafür, dass die kleinen Filme meist bessere Geschichten besitzen als teurer Mainstreamkäse fürs Multiplex.
 
 
 


 
 
 

ABDUCTED – Zensur

 
 
 
ABDUCTED hat für den Splatter- und Gewaltfan unter den Horrorzuschauern rein gar nix Nennenswertes zu bieten. Blut gibt es gar nicht zu sehen, gemeine Greueltaten ebenso wenig. Demzufolge kann man davon ausgehen, dass der Mysterythriller ABDUCTED hierzulande frei ab 16 Jahren erscheinen wird.
 
 
 


 
 
 

ABDUCTED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Iron Doors (2010)

Saw (2004)

Cube (1997)


Filmreview: “Devoured – Verschlungen” (2012)

devoured 2012
 
 
 

DEVOURED – VERSCHLUNGEN

Story

 
 
 
Die alleinerziehende Mutter Lourdes (Marta Milans) muss in einem Restaurant das nötige Kleingeld für die Operation ihres kranken Sohnes verdienen und wird dabei mit einer unheimlichen Bedrohung konfrontiert …
 
 
 


 
 
 

DEVOURED – Kritik

 
 
 
Wenn man sich in der Horrorfilmwelt umschaut, kann man meinen, den Filmemachern gehen die Ideen aus. Nicht selten werden hinreichend bekannte Filmstoffe dreist stibitzt und die notdürftig zusammengeklöppelten Geschichten mit übelkeiterregender Gewalt kaschiert. Denn nur so lässt sich in schnelllebigen Zeiten halbwegs zügig ‘ne Menge Asche verdienen. Gerade weil viele dieser unbedachten Gewaltorgien nur selten eine Kino und Video-Freigabe bei deutschen Zensurbehörden erhalten, haben spitzfindige Rechteinhaber einen höchst wirtschaftlichen Weg gefunden, wie man noch schneller viel Geld in noch weniger Zeit erbeuten kann. Man veröffentlicht einfach seine Blutgranate im deutschsprachigen Ausland und limitiert das böse Stück Film auf möglichst geringe Stückzahlen, damit man dem Filmfan deutlich mehr Euronen als nötig aus der Brieftasche ziehen kann. Der kommende Gruseltrip DEVOURED dürfte dabei in keine der beiden Schubladen rutschen. Hier haben wir es mit einem höchst interessanten und klug durchdachten Geheimtipp zu tun, der sich einen Deut darum schert sein Handlung im Blut zu ersäufen. Der reguläre Weg über den deutschen Handel dürfte die mögliche Konsequenz sein, was den deutschen Filmsammler freuen dürfte, der endlich mal wieder einen guten Horrorfilm zum normalen Obolus in sein Regal stellen darf – ungeschnitten versteht sich. Der düstere Mysterythriller DEVOURED ist mal wieder so ein Fall, der von zwei Neulingen auf dem Gebiet des Spielfilms inszeniert wurde. Während Regisseur GREG OLLIVER bisher nur Dokumentationen gedreht hat und mit dem Dokumentarfilm LEMMY schon einen beachtlichen Erfolg verbuchen konnte, liefert MARC LANDAU sein erstes Drehbuch ab und trifft damit alle Neune. Seine Geschichte versteht, sich gekonnt vom üblichen Horrormist der letzten Zeit abzuheben, wobei mit diesem intelligenten Stück Kino endlich Mal wieder ein Film ins Haus steht, der mit ganz einfachen Mitteln und kleinen Schritten versucht, dem Zuschauer das Gruseln näherzubringen. Interessanterweise setzt Regisseur GREG OLLIVER vernehmlich auf die subtile Wirkung des Bildes und die leisen Töne, denn gesprochen wird in DEVOURED ohnehin kaum. Stattdessen wird der zermürbende Zerfall der leidenden Hauptdarstellerin in ziemlich beunruhigende Bilder gepackt, die in ihrer schlichten Symbolhaftigkeit so erschütternd sind, dass man meinen könnte GREG OLLIVER hätte in seinem Leben nichts anderes gemacht, als psychologisch tiefgründige Horrorfilme zu drehen.
 
DEVOURED erzählt vom Schicksal der alleinerziehenden Lourdes (MARTA MILANS), die von Mexiko nach New York reist, wo sie Geld für eine wichtige Operation ihres kleinen Sohnes verdienen muss. Des nachts schrubbt sie in einem französischen Restaurant die Böden und deckt die Tische ein, damit tagsüber die dekadente Gesellschaft New Yorks dort den schönen Seiten des Lebens frönen kann. Abwechslung vom stupiden und einsamen Arbeitsalltag bieten Lourdes die allabendlichen Telefonate mit ihrem Kind, die kurzzeitig die üblen Schikanen ihrer Arbeitgeberin Kristen (KARA JACKSON) vergessen lassen. Die nutzt zusammen mit Küchenchef Billy (TYLER HOLLINGER) die missliche Lage der Gastarbeiterin aus und machen der besorgten Mutter das Arbeitsleben zur Hölle. Um möglichst schnell das Geld für die Operation aufbringen zu können, entscheidet sich Lourdes zu drastischeren Maßnahmen. Sie erweist einigen Restaurant-Gästen sexuelle Dienste gegen Geld, was bald zu ungeahnten Folgen führt. Türen schlagen wie von Geisterhand zu und eine gespenstische Präsenz scheint der jungen Mutter in jedem Winkel des Lokals zu folgen. Schnell wird der Arbeitsalltag für Lourdes zum Albtraum, denn sie ist fest davon überzeugt, dass es in diesem Restaurant spukt.
 
DEVOURED – VERSCHLUNGEN ist mehr Drama als Horror, wobei es sich OLLIVER nicht nehmen lassen hat, sich ausreichend beim düsteren Genre zu bedienen. Was sich anfänglich noch als bitteres gesellschaftskritisches Filmchen gibt, driftet im Verlauf der Handlung in weitaus unangenehme Sphären ab. Da sieht Lourdes plötzlich die verzerrte Fratze ihres Kindes im Spiegel grinsen und eine unheimliche Gestalt verfolgt die strebsame Mutter am Arbeitsplatz auf Schritt und Tritt. Zudem scheint es in der Umkleide zu spuken und plötzlich zuschlagende Türen erschrecken die fragile Lourdes fast zu Tode. Leicht verdient ist das Geld an diesem Arbeitsplatz mit Sicherheit nicht, zumal sich die junge Frau zusätzlich noch mit den Schikanen ihrer Vorgesetzten auseinandersetzen muss, die die Gastarbeiterin nicht nur einmal spüren lassen, in diesem Land nicht willkommen zu sein. Mit gesellschaftskritischen Seitenhieben wird in DEVOURED nicht gespart. Sei es Kritik an der im Land immer größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich und dem dekadenten und verschwenderischen Auftreten der gutbetuchten Gesellschaftsschicht, die meint mit Geld alles kaufen zu können. Oder die Frage nach dem Wert eines kranken Lebens, dass scheinbar nur dann gerettet werden kann, wenn man hierfür das nötige Kleingeld besitzt. In DEVOURED ist das Thema Geld allgegenwärtig, das regelt wer man ist, wie man lebt und ob man überlebt. Während man zuletzt bereits mit Erstaunen feststellen musste, mit welch hohen technischen Standard Debütfilme aus der Horrorsparte glänzen können, beweist natürlich auch Regisseur GREG OLLIVER mit seinem DEVOURED, dass man auch mit wenig Geld richtig gute Filme machen kann. Zwar spielt sich hier alles auf engstem Raum ab; nach günstig produzierter Videoware schaut das leider ganz und gar nicht aus. Der Film wurde mit MARTA MILANS als gebeutelte Seele hervorragend besetzt, die nicht nur den Film fast gänzlich allein tragen muss, sondern ebenso die Leistung vollbringt, nur anhand ihrer Mimik dem Zuschauer zu vermitteln, was ihr Charakter denkt und fühlt. Durch ihr zwar wortkarges aber stets zugängliches Schauspiel fühlt sich der Zuschauer schnell mit der Hauptdarstellerin verbunden und begleitet die leidende Protagonistin auf ihren von Angst und Einsamkeit geebneten Abstieg in den Wahnsinn. Finstere Gänge, farblose Bilder und fast schon nervenzehrende Stille untermauern das stetige ungute Gefühl der Verzweiflung und verbildlichen die Qualen, welche die Heldin durchleben muss, um das Leben ihres Kindes zu retten. Leider ernüchtert am Ende die Tatsache, dass auch OLLIVER auf den aktuell so beliebten Plottwist setzen muss, der im Horrorgenre zu einer unweigerlichen Selbstverständlichkeit geworden ist. Die paranormalen Vorkommnisse werden plausibel gelüftet und der Zuschauer erhält mit einer etwas arg derben Wendung nicht das Ende, dass man sich bei einem derartig todtraurigen Film vermutlich erhofft hätte.
 
Am Ende bleibt ein uneingeschränkt empfehlenswerter Geheimtipp, der all jenen Fans ans Herz gelegt sei, die auch beim Horrorfilm einen gewissen Anspruch voraussetzen, um gut unterhalten zu werden. Wer die Qualität eines Horrorfilms nur vom Blutgehalt und der Anzahl der Leichen abhängig macht, ist hier vollkommen falsch. DEVOURED ist ein unangenehmer Mysteryfilm, mit guter Besetzung und sehr gutem Drehbuch. Da kann man Regisseur GREG OLLIVER und Drehbuchautor MARC LANDAU nur viel Glück wünschen, dass es ihnen gelingt mit ihrem gelungenen Gruselauftakt maximale Erfolge zu erzielen. Glaubt man dem Filmplakat, hat DEVOURED bereits einschlägige Festivals überzeugen können – für das FILMCHECKER-Team absolut verständlich!
 
 
 


 
 
 

DEVOURED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein Brett von Film – uneingeschränkt empfehlenswerter Geheimtipp für all jene Freunde der gruseligen Unterhaltung, die eine Leidenschaft für subtile Horrorfilme jenseits des Mainstreams hegen.
 
 
 


 
 
 

DEVOURED – Zensur

 
 
 
DEVOURED – VERSCHLUNGEN ist ein eher ruhig inszenierter Film, der sich mit dem subtitle Gruseln beschäftigt. Gerade wegen dem etwas sehr finsteren Endes wurde DEVOURED hierzulande ab FSK16 freigegeben – ungeschnitten versteht sich. Die erhältliche Scheibe hat jedoch den roten “Keine Jugendfreigabe”-Stempel erhalten. Grund hierfür: Das Bonusmaterial der Heimkinofassung.
 
 
 


 
 
 

DEVOURED- Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Devoured; USA 2012

Genre: Drama, Horror, Thriller

Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0 Stereo, Englisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1,77:1

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Der Film ist eigentlich FSK16. Die BD wurde wegen dem Bonus jedoch erst ab 18 Jahren freigegeben

Verpackung: Amaray mit alternativem Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 22.07.2014

 
 
 

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DEVOURED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
It´s in the Blood (2012)

Under the Bed – Es lauert im Dunkeln (2012)

Zimmer 205 – Traust Du Dich rein? (2011)

Psych:9 (2010)


Filmreview: “The Path – Dunkle Pfade” (2012)

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THE PATH – DUNKLE PFADE

Story

 
 
 
Familienvater Raul (Gustavo Salmerón) verbringt mit Frau Ana (Irene Visedo) und Sohn Nico (Ricardo Trenor) die Weihnachtsfeiertage in einer Hütte im Wald. Die schneebedeckte Idylle wird den Dreien schnell zum Verhängnis, denn Vater Raul scheint allmählich seinen Verstand zu verlieren …
 
 
 


 
 
 

THE PATH – Kritik

 
 
 
Manche Filme sind wie Überraschungseier. Da wird in der Werbung von tollem Spielzeug gesprochen, das sich jetzt in jedem siebten Ei versteckt. Kauft man sich eins und packt es aus, ist nicht selten die Enttäuschung über den Inhalt groß. Ähnlich dürfte es dem Filmfreund ergehen, wenn er den spanischen Grusel-Thriller THE PATH – DUNKLE PFADE in den DVD-Player legt. Denn bereits der Gedanke daran, dass JUAN CARLOS FRESNADILLO in THE PATH involviert war, dürfte in jedem halbwegs interessierten Horrorfan enorme Erwartungshaltungen schüren. Verwunderlich ist das nicht, hat der Spanier nicht nur 2007 den britischen Zombie-Schocker 28 WEEKS LATER inszeniert, sondern auch zusammen mit THE PATH-Regisseur MIGUEL ANGEL TOLEDO das Drehbuch zu LA SENDA (so THE PATH im Original) geschrieben. Wer 28 WEEKS LATER gesehen hat weiß, dass es dort erstaunlich rasant und blutrünstig zur Sache ging. Umso enttäuschender, dass THE PATH eine Kehrtwende macht und man sich mit subtileren Momenten zufriedengeben muss. So macht er zwar dem eher gruselartigeren spanischen Genrefilm alle Ehre (DAS WAISENHAUS, JULIA’S EYES), dürfte den eher actionverliebten Horrorzuschauer mit seiner etwas langsamen Erzählweise aber Geduld abverlangen. Auch wenn der Gorehound mit den vorliegenden Mysterystreifen nichts anzufangen wissen wird, ist in THE PATH natürlich nicht alles schlecht. Hier beweist ein Debütant einmal mehr, dass man halbwegs vernünftige Filmchen auf die Beine stellen kann, wenn man nur dreist genug bei anderen Streifen stibitzt. Treu dem Motto: lieber gut geklaut, als schlecht selbst ersponnen, kommt dem Zuschauer schnell das Gefühl, dass er mit THE PATH die spanische Variante des King´schen Psychothrillers THE SHINING serviert bekommt.
 
Im Mittelpunkt dieses Erstlings steht Raul (GUSTAVO SALMERÓN), in dessen Beziehung es gewaltig kriselt. Für ihn Grund genug, mit Frau Ana (IRENE VISEDO) und Sohn Nico (RICARDO TRENOR) in die Wälder zu fahren, um in einer gemütlichen Hütte erneut zueinander finden und die Weihnachtsfeiertage entspannt feiern zu können. Doch der kleine Ferienausflug entwickelt sich für die Familie zum Horrortrip. Vater Raul hat vor geraumer Zeit das Rauchen aufgegeben und sein reichlich paranoides Verhalten beginnt allmählich den Familienfrieden zu stören. Grund hierfür ist in der Begegnung mit Tischlermeister Samuel (ARIEL CASTRO) zu suchen, der hin und wieder vorbeischaut, um kleine Reparaturen an der Hütte vorzunehmen. Ana und Nico scheinen auf Anhieb einen guten Draht zu dem hilfsbereiten Fremden zu besitzen, was Raul so rein gar nicht gefallen will. Des nachts quälen ihn Visionen und in seiner rasenden Eifersucht ist er bald nicht mehr Herr seiner Sinne. Traum und Realität lassen sich bald nicht mehr unterscheiden, so dass Raul eine folgenschwere Entscheidung fällt.
 
Wenn man Regisseur MIGUEL ANGEL TOLEDO loben darf, dann für sein geschicktes Gespür, den Zuschauer reichlich zu verwirren. Denn Filmheld Raul beginnt alsbald Fiktion und Realität nicht mehr voneinander unterscheiden zu können. Da wird im Verlauf der Geschichte zwischen Traum und Wirklichkeit hin- und hergesprungen, ganz zum Leidwesen des Filmfans, der dem Treiben auf der Mattscheibe bald auch nicht mehr wirklich folgen kann. Das scheint bewusst gewollt und funktioniert geradezu perfekt. Die Psychose des Vaters wird mit surrealen Bildern unterlegt, die den psychischen Verfall des Hauptdarstellers konsequent untermalen. Zudem beginnt Sohnemann mit einer Handpuppe zu sprechen, was THE PATH dann doch auch wieder in eine ganz andere Richtung treibt. Bis kurz vor Ende wird der Zuschauer im Unklaren darüber gelassen, ob es sich denn nun hier um einen Psychothriller oder Mysteryfilm handelt, wobei die überraschungsarme Auflösung etwas sehr unbeholfen daherkommt. Der für derartige Filme übliche Aha-Effekt bleibt aus, so dass THE PATH vermutlich nicht lang in den Köpfen der Horrorfans hängenbleiben dürfte. Unterm Strich ist TOLEDOS Regiedebüt ein zwar ansprechend bebilderter Spielfilm, der mit GUSTAVO SALMERÓN als psychotischen Familienvater Raul einen eindrucksvoll agierenden Schauspieler zu bieten hat; die ideenlose und zusammengeklaute Geschichte sowie die etwas sehr ruhig gehaltene Inszenierung fördern jedoch unweigerlich die Schläfrigkeit des Zuschauers, so dass es an dieser Stelle ratsam wäre THE PATH vorerst in der Videothek seines Vertrauens zu leihen.
 
 
 


 
 
 

THE PATH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Spanisches Duplikat der kultigen Stephen King-Verfilmung THE SHINING. Leider geht´s hier etwas sehr gemächlicher voran, so dass der handwerklich schon souverän inszenierte THE PATH ganz schön schnell zu langweilen beginnt. Wer aber gern subtilen Schauer bevorzugt, kann gern einen Blick wagen, sollte aber jetzt keine großartigen Überraschungen erwarten.
 
 
 


 
 
 

THE PATH – Zensur

 
 
 
Neben einem, mit einer Motorsäge abgetrennten Hundekopf werden dem Zuschauer in THE PATH kaum Schauwerte geboten, so dass Fans der groben Schlachtkost nicht auf ihre Kosten kommen werden.
 
 
 


 
 
 

THE PATH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: La Senda; Spanien 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Trailer zum Film

Release-Termin: 20.09.2013

 
 
 
Rein qualitativ gibt es ja eigentlich bei Scheiben aus dem Hause UNIVERSUM FILM nur selten etwas auszusetzen. Auch im Falle von THE PATH wird dem Heimkinofan eine solide Veröffentlichung geboten, die jedoch vorerst mit drei Pflicht-Trailern eingeläutet wird. Die lassen sich jedoch überspringen, so dass es geradezu ins animierte Hauptmenü geht. Das ist zwar ganz nett gestaltet; die rockig musikalische Untermalung passt aber dennoch irgendwie nicht zum Film. Beim Bild sollte der Zuschauer keine Glanzleistungen erwarten. Blaufilter überwiegen und passen sich gut der schneebedeckten Winterlandschaft an. Der Einsatz eines Rauschfilters sorgt für ruhige Aufnahmen, die auch in dunklen Szenen gefallen. Als Folge des Filters sind bei geringen Bewegungen leichte Wischeffekte zu vernehmen. Zudem wirkt der Schwarzwert nicht ganz optimal. Beim Ton bekommt der Blu-ray-Liebhaber eine ganz brauchbare Abmischung geboten. Da der Streifen nur selten von Filmmusik getragen wird und vorwiegend von Dialogen lebt, spielt sich das meiste in den Frontspeakern ab. Selten ertönen Effekte – sind sie dann doch einmal zu hören, wummert es heftig. Bei den Extras schaut der Mystery-Fan in die Röhre. Hier sieht man einmal mehr, dass es sich hier um einen für UNIVERSUM FILM eher unbedeutenden Film handelt. Bis auf den deutschen Trailer und einen BD Live-Zugang gibt es hier gerade einmal sechs Trailer zu weiteren Veröffentlichungen des Labels. Sammler dürfen sich immerhin auf ein Wechselcover ohne FSK-Flatschen freuen.
 
 
 

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THE PATH – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Last Will and Testament of Rosalind Leigh (2012)

The Haunting of Helena (2012)

Barricade (2012)

The Pact (2012)

The Awakening (2011)

The Woman in Black (2012)

The Devils Backbone (2001)

The Shining (1980)


Filmreview: “5 Souls” (2011)

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5 SOULS

Story

 
 
 
Noahs (Ian Bohen) Leben ist in Gefahr. Das Böse (Steven Schub) höchstpersönlich will sich seine Seele unter den Nagel reißen, bietet dem reichlich verängstigten Noah aber wenigstens einen perfiden Deal an: er soll fünf unschuldigen Menschen das Leben nehmen, um sein eigenes retten zu können …
 
 
 


 
 
 

5 SOULS – Kritik

 
 
 
5 SOULS-Initiator BRETT DONOWHO ist zwar neu hinter der Kamera; unbekannt in der Filmwelt ist er trotzdem nicht. Bereits als junger Kerl hat er hin und wieder in eher anspruchslosen Serien mitgewirkt und war sogar in der Kult-Show PARKER LEWIS – DER COOLE VON DER SCHULE zu sehen. Irgendwann waren ihm derlei TV-Kurzauftritte vermutlich nicht mehr genug, so dass er eigene Filme drehen und produzieren wollte. So macht er sich an die Arbeit und fertigte im Jahr 2011 mit 5 SOULS seinen ersten Spielfilm. Doch bevor das Werk überhaupt auf den Videomarkt kommen sollte, schaffte es der Regisseur mit dem unsäglich schlechten Found-Footage-Film THE SPEAK (2011) noch schnell, einen Platz auf dem erfolgreichen Wackelkamera-Express zu ergattern. Erst als er mit dem passablen Geisterflick A HAUNTING AT SILVER FALLS (2013) ein paar Dollar einfahren konnte, kommt nun auch sein Erstling mit knackigen zwei Jahren Verspätung zu einer amerikanischen Heimkinoveröffentlichung.
 
Die Geschichte von 5 SOULS ist komplexer als erwartet, denn der Zuschauer erlebt das ultimative Martyrium des smarten Architekten Noah (IAN BOHEN), der sich vor seinen Flitterwochen noch schnell impfen lassen möchte. Doch die Hochzeitsreise muss auf unbestimmte Zeit verschoben werden, denn Noah fällt nach der Schutzimpfung kurzerhand ins Koma und begegnet dem Teufel höchstpersönlich (STEVEN SCHUB), der den adretten Schönling mit seiner skrupellosen Vergangenheit konfrontiert. Anders als der Zuschauer erwartet hätte, hat der Held der Geschichte nämlich gehörig Dreck am Stecken und ist Verursacher mehrerer Unfälle. Aufgrund minderwertiger Bausubstanz sind zwei Gebäude zusammengestützt, in denen Frau und Kind des Ex-Polizisten Sam (STEVE BASIC) ihr Leben lassen mussten. Der ringt verzweifelt nach Erklärungen und findet heraus, dass die Ursache des Übels beim korrupten Bauunternehmer David Bickman (CHARLES SOLOMON Jr.) zu suchen und Noah in dessen miese Machenschaffen involviert gewesen ist. Die Firma des gerissenen Geschäftsmannes errichtet günstige Immobilien und versucht mit wenigen Investitionen möglichst viel Umsatz zu machen. Während Sam zusammen mit Polizistin Sarah (ALLISON MCATEE) erste Ermittlungen anstellt, hat Komapatient Noah ganz andere Sorgen. Der soll fünf unschuldige Menschen töten, um seine eigene Seele retten zu können und entfacht dabei das Monster in sich.
 
Wahrlich kompliziert geht es in 5 SOULS zu. BRETT DONOWHO hat sich bei seinem Debüt für einen arg verschachtelten Storyverlauf entschieden. Während Patient Noah um sein Leben pokert und schnell erkennt, dass ihm Skrupel völlig fremd ist, spielt sich parallel zum Hauptplot eine weitere Geschichte ab. Die konzentriert sich auf das Schicksal des Ex-Polizisten Sam, der verzerifelt Erklärungen für den mysteriösen Tod seiner Familie sucht. 5 SOULS pendelt dabei etwas ungeschickt zwischen den beiden Handlungssträngen. Gerade dann, wenn Noahs Seele mordgeil durch die Gänge des Krankenhauses wandelt, büßt der Film erheblich Tempo ein, weil DONOWHO plötzlich zum Nebenplot wechselt. Das ist etwas wirr, denn dem Zuschauer bleibt nicht unbemerkt, dass da jemand versucht hat, zwei komplette Filme zu einem zu machen. Während sich Noahs Geschichte durchaus im Horrorgenre ansiedelt, erweist sich Sams Detektivarbeit als lupenreiner Krimi. Durch konstantes Springen zwischen den Schicksalen der beiden Protagonisten geht die kaum vorhandene Spannung erschreckend schnell flöten und der Zuschauer dürfte mit wachsender Ungeduld das Ende herbeisehnen. Immerhin werden die Gegebenheiten Schritt für Schritt plausibel entschlüsselt, wobei die anfänglich losen Handlungsverläufe am Ende logisch ineinanderlaufen. Für ein Filmdebüt ist das handwerklich zwar ganz solide gemacht, täuscht aber nicht darüber hinweg, dass sich 5 SOULS auf gleichem Level befindet, wie zahllose Mystery-Serien im Programm der Privatsender. So ist 5 SOULS ein weiterer Film, den die Welt nicht braucht und kann getrost in den Händlerregalen stehen gelassen werden.
 
 
 


 
 
 

5 SOULS – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Düsterer Indie-Horrorfilm mit gelegentlich deftigen Schocks. Leider zu wirr inszeniert, so dass man die spannenden Szenen mit der Lupe suchen muss und die eigentlich gar nicht mal so üble Idee schnell an Reiz verliert.
 
 
 


 
 
 

5 SOULS – Zensur

 
 
5 SOULS ist nicht sonderlich grausam, so dass der Film hierzulande problemlos ungeschnitten mit einer 16er-Freigabe durch die FSK kommen wird.
 
 
 


 
 
 

5 SOULS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
My Soul to Take (2010)


Filmreview: “The Last Will and Testament of Rosalind Leigh” (2012)

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH
 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH

Story

 
 
 
Leon (Aaron Poole) erbt nach dem tragischen Selbstmord seiner Mutter das Haus, in dem er seine Kindheit verbracht hat. Doch direkt nach Ankunft geschehen seltsame Dinge. Es scheint, als ob Mutter Rosalind (Vanessa Redgrave) Kontakt mit ihrem Sohn aufnehmen möchte, um ihm etwas wichtiges mitzuteilen. Während Leon damit beginnt seine Vergangenheit aufzuarbeiten, zieht eine bedrohliche Gestalt ihre Runden um das Anwesen …
 
 
 


 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH – Kritik

 
 
 
Im Zuge möglichst effekthascherischen Mainstreamkinos und absurd blutrünstiger Dutzendware, hat mancher Horrorfilmfan das subtile Grausen bereits aus seinem Gedächtnis gestrichen. Die Zeiten klassischer Gruselfilme scheinen unlängst vorbei zu sein, denn mit leichtem Bibbern lässt sich heute kaum noch lukrativ wirtschaften. Umso erfreulicher, dass immer wieder Nachwuchsregisseure versuchen, gegen den Strom zu schwimmen und sich den Trends entgegenstellen. RODRIGO GUDIÑO ist so ein Fall. Mit seinem Schauderstück THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH liefert er ein Paradebeispiel dafür, was man allein mit einer ausgeprägten, unheilvollen Atmosphäre bewirken kann. Ganz unbewandert im Genre scheint der Filmemacher nicht zu sein, zeichnet der talentierte Debütant für das erfolgreiche, kanadische Horrormagazin RUE MORGUE verantwortlich, das Filmbegeisterte weltweit in Sachen Horror stets auf dem Laufenden hält und 1997 von GUDIÑO ins Leben gerufen wurde. Nachdem er mit drei Kurzfilmen viel Lob auf einschlägigen Festivals ernten konnte, schien der nächste Schritt unumgänglich: der erste Langfilm. Überraschenderweise hat sich GUDIÑO für den internationalen Startschuss ein gänzlich unkommerzielles Werk ausgesucht, das er nicht nur selbst inszeniert hat, sondern für das er auch das Drehbuch schrieb. Sein THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH unterscheidet sich dabei grundsätzlich von dem, was sonst auf dem Heimkinomarkt geboten wird. Der Gruseltrip besinnt sich der Wurzeln des Horrors. Das heißt, klassische Stilmittel treten in den Vordergrund und der Einsatz aktuell so beliebter Terror- und Gewalteskapaden wird gänzlich vermieden.
 
Im Mittelpunkt dieser unheimlichen Geschichte steht der Antiquitätenhändler Leon (AARON POOLE), der nach dem Selbstmord der Mutter (VANESSA REDGRAVE) in sein Elternhaus zurückkehrt. Das entpuppt sich nicht nur als kleines Museum mit allerhand alten Relikten, sondern ist auch ein beliebter Wallfahrtsort für einen mysteriösen Engelskult, dem Mutter Rosalind zu Lebzeiten angehört hat. Früh hat der Glaube der Mutter das Leben des Sohnes nachteilig geprägt, so dass dieser sich dazu entschloss, das Elternhaus bei Zeiten zu verlassen. Zurück blieb Rosalind, die sich in ihrer Einsamkeit Schutz durch die religiöse Engelgemeinschaft versprach. Während Leon zwischen all den Artefakten und Antiquitäten beginnt, sich mit den Dämonen seiner Vergangenheit auseinander zu setzen, geschehen im Haus seltsame Dinge. Es scheint, als ob die tote Mutter mit ihrem entfremdeten Sohn Kontakt aufnehmen möchte und ihm eine wichtige Botschaft übermitteln will. Währenddessen schleicht eine unheimliche Kreatur im Garten umher.
 
In THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH wird der Vorteil des langsamen Erzählens wiederentdeckt. Hier wird sich gänzlich von aktuellen Sehgewohnheiten gelöst und sich zu den Wurzeln des subtilen Schauerns begeben. Langsame Fahrten und elegante Kameraarbeit schaffen dem Zuschauer ausreichend Möglichkeiten, sich selbst im Gebäude umzuschauen. Das ist vollgestopft mit allerhand schrulligen und nicht selten kitschig wirkenden Gegenständen, die durch den geschickten Einsatz von Licht und Schatten erstaunlich unheilverkündend und angsteinflößend wirken. Wie bei Subgenre-Klassikern á la BIS DAS BLUT GEFRIERT (1963), SCHLOSS DES SCHRECKENS (1961) oder THE SHINING (1980) ist in THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH das Haus der heimliche Star, denn Regisseur RODRIGO GUDIÑO schafft es mit einer beeindruckenden Leichtigkeit, dass das Erkunden des Gebäudes weitaus spannender wirkt, als die eigentliche Geschichte des Films. Mutter Rosalind hat vor ihrem Tod einige Hinweise im Haus verteilt, um in irgendeiner Form mit dem entfremdeten Sohn in Kontakt treten zu können. Was folgt ist eine gemächliche erzählte Schnitzeljagd durch das elterliche Heim, die Leon in die entlegensten Winkel des Hauses führt und es ihm so ermöglichen, dass er diverse Geheimnisse über das Gebäude aufdecken und seine Vergangenheit aufarbeiten kann. Mutter Rosalind tritt dabei als Kommentatorin in Erscheinung, die die Erkundung des Hauses mit mitleiderregender Stimme aus dem Off dokumentiert und stets den Verlust des eigenen Sohns bedauert.
 
THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH ist ein poetisches Märchen über Kummer, Verlust und Verzweiflung. Eine Geschichte des verlorenen Glaubens und seiner Natur. RODRIGO GUDIÑO ist mit seinem Debütwerk ein Glückswurf gelungen. Einen Großteil der Lobpreisungen dürfte er Kameramann SAMY INAYEH zu verdanken haben. Der schafft das Glanzstück, eine einerseits schwermütige und dennoch bedrohliche Atmosphäre zu kreieren, andererseits jedoch düstere Bilder voller Schönheit auf Zelluloid zu bannen. Bei derart kreativem Können kann man nur staunen. Auch wenn THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH für das geschundene Horrorkino eine erfrischende Bereicherung darstellt, so sollte jedem klar sein, dass es sich hier um keinen gewöhnlichen Spukfilm handelt. GUDIÑOS Erstwerk ist vermutlich eines der wenigen Geisterfilmchen, in denen der Zuschauer keinen einzigen Geist zu Gesicht bekommt. Stattdessen punktet der Film mit ausreichend dramalastiger Mystery und wunderbar altmodischer Gruselatmosphäre. Wer Filme mit schlüssigem Ende bevorzugt, dürfte übrigens bei diesem Werk dumm aus der Wäsche schauen. Denn die Erklärungsansätze des Films lassen diverse Interpretationsmöglichkeiten zu.
 
 
 


 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Frischer Wind im Grusel-Genre. THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH ist ein poetisches Schauermärchen, das selbstbewusst gegen den Mainstream rudert.
 
 
 


 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH – Zensur

 
 
 
In THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH fließt weder Blut, noch wird Gewalt zelebriert. Von daher kann ausgegangen werden, dass der Film aufgrund seiner unheimlichen Atmosphäre mit einer ungeschnittenen 16er Freigabe in den Handel kommen wird.
 
 
 


 
 
 

THE LAST WILL AND TESTAMENT OF ROSALIND LEIGH – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Haunting of Helena (2012)

Barricade (2012)

The Pact (2012)

The Awakening (2011)

The Woman in Black (2012)

The Devils Backbone (2001)


Filmreview: “Who’s Next” (2012)

lost lake 2012
 
 
 

WHO’S NEXT?

Story

 
 
 
Tricia (Katie Keene) und Boyfriend Jeff (John Shartzer) sind ein glückliches Paar, kurz vor der Vermählung. Grund genug, Onkel Vern (Ezra Buzzington) zur Feierlichkeit zu laden. Doch der befindet sich gerade irgendwo draußen in der Wüste auf Geisterjagd. Wo jedoch genau weiß niemand. Die beiden beschließen, ihn ausfindig zu machen und begeben sich in die Geisterstadt LOST LAKE, ein Ort an dem es angeblich nicht mit rechten Dingen zugehen soll. Onkel Vern ist schnell gefunden und bittet die beiden, ihn bei seiner Geisterjagd zu unterstützen. Die willigen ein und bemerken bald, dass sie vielleicht doch hätten lieber zu Hause bleiben sollen …
 
 
 


 
 
 

WHO’S NEXT? – Kritik

 
 
 
Wüste, verlassene Geisterstadt und Hitze? Das kennt der Zuschauer vermutlich bereits aus dem Alexandre-Aja-Remake zu THE HILLS HAVE EYES (2006). Auch wenn in WHO’S NEXT mit EZRA BUZZINGTON ein bekannter Schauspieler aus dieser Neuverfilmung am Start ist, handelt es sich bei dem vorliegenden Mystery-Thriller natürlich um kein weiteres Sequel. Stattdessen geht es hier in die Wüste auf Geisterjagd, natürlich gänzlich ohne EMF-Messgeräte, Infrarot-Thermometer und dem ganzen hochmodernem Geisterjäger-Schnickschnack. Hier tut’s die gute alte Videofunktion des Handys, die nun das Grauen auf SD-Karte bannen soll. Während sich Protagonistin Tricia (KATIE KEENE) mit dem Liebsten auf die Suche nach Onkel Vern begibt, endet die mysteriöse Schnitzeljagd in einem verlassenen Wüstenstädtchen mit dem sagenhaften Namen WHO’S NEXT, von dem bereits einige Kilometer entfernt ein Ladenbesitzer grausiges zu berichten wusste. Der See scheint wirklich verschwunden zu sein, denn weit und breit macht sich nur unerträglich Hitze breit. Gott sei Dank ist Vern (EZRA BUZZINGTON) schnell gefunden und die Familie kann sich bei einem Umtrunk herzlich in die Arme schließen. Doch WHO’S NEXT wäre vermutlich kein waschechter Genrefilm, würde die gemütliche Zusammenkunft nicht wenig später im Desaster enden. Wirklich gruselig wird es in WHO’S NEXT nicht, kein Wunder, gibt es hier soviel Spuk zu sehen, wie Niveau im Nachmittagsprogramm von RTL2. Hier wird die Geisterfalle kurzum gegen eine Machete ausgetauscht, damit Onkel Vern Nichte Tricia zu Hackfleisch verarbeiten kann.
 
Der überraschende aber konsequente Wechsel vom seichten Gruselfilmchen zum haarsträubenden Terror-Schocker ist Regieanfänger MARCUS NASH ziemlich gut geglückt. Das hätte der Filmfan von TERROR AT LOST LAKE (so der allererste Name der Produktion) vermutlich nicht erwartet. Onkel Vern scheint die permanente Hitze in der Wüste Kaliforniens etwas arg aufs Gemüt geschlagen zu haben, denn das anfänglich schrullige Familienmitglied verwandelt sich zum humpelnden Amokläufer, der seine Verwandten gerne einen Kopf kürzer machen möchte. Für einen Mikrobudgetfilm wie WHO’S NEXT kann sich die Inszenierung durchaus sehen lassen, denn trotz billigen Digital-Looks, macht das Ding eine durchweg spannende Figur, was vor allem an EZRA BUZZINGTON (THE ARTIST, MIRRORS, SECRETARY) liegen mag, der hier als Onkel Vern mit einer derart gespenstigen Wandlungsfähigkeit brilliert, dass man kaum verstehen kann, warum der gute Mann nicht schon für einen seiner unzähligen Leinwand-Auftritte einen Oscar erhalten hat? Immerhin schafft es MARCUS NASH (der bisher nur Kurzfilme gedreht hatte), das bösartige Verhalten des Greises schön lang hinauszuzögern und liefert am Ende sogar noch eine plausible Erklärung für sein Agieren und all die seltsamen Gegebenheiten im Film, mit denen der Zuschauer im Verlauf der Handlung konfrontiert wird. Hierbei sorgt vor allem die für einen Horrorfilm untypische Kulisse für ein andersartiges Schauder-Vergnügen. Es muss nicht immer nur Nebel, Finsternis und Wolfsgeheul sein, um eine unheimliche Atmosphäre zu erzeugen. Manchmal bedarf es nur einer guten Idee und eines stimmigen Schauplatzes, um einen soliden Horrorfilm entstehen zu lassen. Gedreht wurde in der Stadt Trona, einer einst blühenden Bergbausiedlung im Herzen der Mojave-Wüste. Nach diversen Entlassungswellen und andauernder Arbeitslosigkeit, zogen viele Bewohner der Gemeinde weg, worauf die Infrastruktur und das soziale Leben der Stadt zerfielen. Die leerstehenden Hütten waren WHO’S NEXT förderlich, denn die verlassene Siedlung beherbergt ein gänsehautverursachendes Unbehagen, was gerade durch die brennende Sonne merkliches Gruseln ermöglicht. Fragt sich nur, warum bisher nur so wenige andere Filmemacher eine derart grandiose Kulisse nicht für ihre Horrorfilme erkannt und genutzt haben.
 
Trotz gerade einmal 450.000 US-Dollar und anfänglich etwas sehr aufdringlichem Amateurdarsteller-Geplapper hat Debütant MARCUS NASH noch einmal die Kurve bekommen und einen ziemlich kurzweiligen Terrorfilm weit draußen in der Trostlosigkeit Amerikas gedreht, der sich durch seine gewöhnungsbedürftige Kulisse vor ähnlich gelagerten B-Movies nicht zu verstecken braucht. Es gibt einige ziemlich gemeine Schockeffekte zu bewundern, so wird ein Finger abgesäbelt und im obligatorischen Finale fließt sogar etwas Blut. Was will der Horrorfilmfreund mehr?
 
 
 


 
 
 

WHO’S NEXT? – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein richtig fieser Horrorfilm vor ungewöhnlicher Kulisse. LOST LAKE (so heißt der Film im englischen Original) ist trotz Minibudget kein Rohrkrepierer, sondern ein spannender und kurzweiliger Film mit reichlich Wendungen!
 
 
 


 
 
 

WHO’S NEXT? – Zensur

 
 
 
Es gibt zwar einige zeigefreudige Momente aber wirklich derbes Gemetzel sucht man in WHO’S NEXT vergebens. Der seichte Gewaltpegel hat dem Film hierzulande eine FSK18 eingebracht.
 
 
 


 
 
 

WHO’S NEXT? – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Whos-next-bluray

(c) Savoy Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Lost Lake; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch Dolby Digital 5.1, Deutsch Dolby Digital 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080i)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 13.12.2013

 
 
 
Und wieder gibt es Nachschub für Freunde günstig gedrehter Horrorware. Für den deutschen Release hat sich Rechteinhaber SAVOY FILM etwas ganz besonderes einfallen lassen und den im Original betitelten LOST LAKE kurzum in WHO’S NEXT umbenannt, damit Horrorfans reichlich verwirrt werden. Wir klären daher umgehend auf: WHO’S NEXT hat rein gar nix mit dem kürzlich erschienen Splatter-Slasher YOU’RE NEXT am Hut, der vor einiger Zeit über deutsche Kinoleinwände geflimmert ist. Dass es sich bei dem vorliegenden WHO’S NEXT um einen kleinen Low-Budget-Streifen handelt macht sich vor allem beim Bild bemerkbar. Das befindet sich mit 1080i-Auflösung auf dem vorliegenden Heimkinomedium und erreicht eigentlich nicht einmal annähernd heutigen HD-Standard. Der Transfer erinnert stattdessen an veraltete Videotechnik, ist viel zu dunkel und lässt an Schärfe missen. Immerhin hat man sich diesmal Mühe mit der Synchronisation gegeben. Bei den kleinen Indie-Labels wurde da in letzter Zeit wenig Herzblut betrieben. Zwar ist auch in WHO’S NEXT viel Luft nach oben vorhanden; dennoch ist hier die Arbeit der (Laien)Sprecher als halbwegs ertragbar zu betiteln. Weniger erfreulich ist das magere Bonusmaterial, das gerade einmal aus dem englischsprachigen Filmtrailer besteht, der scheinbar von Youtube stibitzt wurde und ein äußerst skurriles Bildformat besitzt. Damit die Mankos nicht so arg ins Gewicht fallen, hat sich der Anbieter dazu entschlossen WHO’S NEXT für kleines Geld in den Handel zu bringen. Der Film ist ungeschnitten und besitzt ein Wendecover. Wem die aufgeführten Defizite in der Technik nicht stören kann bedenkenlos zugreifen, auch wenn wir der Meinung sind, dass im Falle von WHO’S NEXT die herkömmliche DVD ausreichend dürfte.
 
 
 

Who’s Next? [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

WHO’S NEXT? – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wolf Creek (2005)

The Hills have Eyes (1977)

The Hills have Eyes (2005)


Filmreview: “The Dyatlov Pass Incident” (2013)

devils pass 2013
 
 
 

DEVIL’S PASS

Story

 
 
 
Ein Gruppe amerikanischer Studenten macht sich auf den Weg ins verschneite Russland, um Licht in eines der größten Mysterien der letzten Jahrzehnte zu bringen. Ausgestattet mit Kameras, beginnen die Freunde im Ural-Gebirge Antworten darauf zu suchen, wie im Jahre 1959 neun Sportler im heutigen DYATLOV PASS unter mysteriösen Umständen ums Leben kamen. Was das Filmteam jedoch dort findet, scheint jegliche Vorstellungen zu überschreiten …
 
 
 


 
 
 

DEVIL’S PASS – Kritik

 
 
 
Seit geraumer Zeit ermöglicht das Wackelcam-Genre noch unbekannten Filmregisseuren, den Sprung in die vorderen Reihen. Filme wie BLAIR WITCH PROJECT oder PARANORMAL ACTIVITY haben es vorgemacht. Es bedarf keines großen Budgets, einen beunruhigenden Film zu drehen. Es zählen eine raffinierte Idee und einige Dollars fürs notwendige Equipment. Aufgrund der unüberschaubaren Masse an Filmen, hat sich das Found-Footage-Genre (also Filme mit angeblich gefundenem, “echten” Filmmaterial) in den letzten Jahres zu einer wahren Plage entwickelt. Vor allem der Mangel an kreativer Eigenständigkeit und interessanten Filmthemen hat dem Wackelkamera-Film dazu verholfen, dass er heute einen eher unliebsamen Stellenwert innehat. Ob Superhelden, Trolle oder Aliens – es gab bisher keine Filmidee, die nicht lukrativ “verwackelt” auf den Heimkinomarkt geworfen wurde. Auch wenn sich der genervte Zuschauer vom dauerangepriesenen Pseudorealismus kaum noch verwirren lassen möchte und derartige Filme nur selten die Intensität eines BLAIR WITCH PROJECT (1999) erreichen, will der Found-Footage-Wahn einfach kein Ende finden. Es wird produziert, als gäbe es keinen Morgen. Ganz zum Leidwesen für den Horrorfilmfan, der vermutlich schon längst den Überblick verloren hat.
 
DEVIL’S PASS oder THE DYATLOV PASS INCIDENT (so wie er ursprünglich betitelt wurde) ist ein weiterer Kandidat dieser ominösen Filmgattung und wäre vermutlich auch einer dieser vielen unbedeutenden Beiträge, auf die der Genre-Freund getrost verzichten könnte. Dennoch lässt ein Name auf dem Filmplakat manchen Fan düsterer Unterhaltung aufhorchen, denn nach kurzer Kinoabstinenz meldet sich Regisseur RENNY HARLIN zurück, der unter Horrorzuschauern kein Unbekannter ist. Neben Blockbustern wie STIRB LANGSAM 2 (1990) und CLIFFHANGER (1993) hat er sich unter Horrorjüngern mit DEEP BLUE SEA (1999) und NIGHTMARE ON ELM STREET 4 (1988) einen ehrenhaften Ruf erkämpft. Umso mehr verwundert es, dass sich ein durchaus geschickter Filmemacher wie er an einen eher zwiespältigen Found-Footage-Schocker wagt. Ganz uninteressant ist seine Entscheidung jedoch nicht. Denn sein DEVIL’S PASS beruht auf einem mysteriösen Vorfall aus dem Jahre 1959, der sich in Russland tatsächlich zugetragen haben soll und nie wirklich geklärt werden konnte. Im Mittelpunkt standen neun erfahrene Wintersportler, deren Erkundungstour sich im schneebedeckten Osthang des Berges CHOLAT SJACHL (nördlicher Ural, die Stelle wurde später in DYATLOV PASS benannt) zu einem der größten Mysterien der letzten Jahrzehnte entwickelte. Nach tagelanger Funkstille wurde das Team während einer großangelegten Suche tot aufgefunden. Zum Teil nur in Socken bekleidet müssen die Männer und Frauen mitten in der Nacht aus ihren Zelten geflüchtet und während eines Schneesturms erfroren sein. Einer Person fehlte die Zunge, andere wiesen Verletzungen auf, die nicht auf menschlichen Ursprung zurückzuführen waren. Zudem waren die Kleidungsstücke der Opfer aus unerklärlichen Umständen radioaktiv kontaminiert. Bis heute konnte der Vorfall nicht plausibelgemacht werden.
 
Es ist eine spannende Idee, wirklich wahre Begebenheiten zum Thema eines Horrorfilms zu machen. Leider erweist sich DEVIL’S PASS als bestes Beispiel dafür, dass selbst der talentierteste Regisseur kläglich an der Umsetzung seines Films scheitert, wenn das Drehbuch einfach vollkommen schwachsinnig ist. Auch wenn die zugrundeliegenden Ereignisse zu DEVIL’S PASS zwar ungeklärt aber dennoch real sind, ist der Erklärungsversuch den uns Drehbuchautor VIKRAM WEET unterjubeln möchte, das vermutlich dilettantischste, was dem Horrorfilmzuschauer in letzter Zeit aufgetischt wurde. Vermutlich war WEET mit seinen Arbeiten an unvergesslichen Glanzstunden sinnbefreiter TV-Unterhaltung (THE REAL WORLD; KEEPING UP WITH THE KARDASHIANS) derart ausgepowert, dass kaum noch Kreativität übrig geblieben war, den DEVIL’S PASS glaubhaft weiterzuspinnen. Während der Film in der ersten Hälfte alles richtig macht und ein Gefühl des Unbehagens verursacht, gipfelt die Filmgurke in einer der wohl miesesten Enden der Filmgeschichte. Der Autor will der eigentlich wahren Grundlage eine möglichst spektakuläre Auflösung liefern, verfängt sich dabei jedoch in einem arg haarsträubenden Phantasie-Plot, der selbst jeden Science-Fiction-Autor die Schamesröte ins Gesicht treiben würde. Die bescheidenen CGI-Effekte unterstreichen das idiotische Durcheinander in dem der Film gipfelt trefflich und lassen die unausgereiften Effekt-Szenen der trivialen ASYLUM – Trashschmiede fast schon Oscar-verdächtig erscheinen.
 
Regisseur RENNY HARLIN scheitert mit seinem DEVIL’S PASS auf ganzer Linie. Schade, sein Film hätte großartiges Gruselkino werden können. Selten hat ein Film eine interessante Geschichte mit wahren Background so uneffektiv genutzt, wie dieser. HARLINS Beitrag will authentisch sein und an die wahren Ereignisse des Winters 1959 anknüpfen. Leider wirkt nicht nur das Ende vollkommen konfus, sondern auch die Interaktionen der wenigen Protagonisten. Die lassen sich natürlich trotz aller Warnungen nicht vom Weg abbringen und sind selbst dann noch guter Dinge, als eine riesige Schneelawine losbricht (übrigens die beste Szene des ganzen Films) und eines der Crewmitglieder in den Tod reißt. Auch wenn der Film mit hohem Produktionsstandard überzeugt (Found-Footage muss nicht immer mies gefilmt sein), lässt sich nicht von der Hand weisen, dass selbst Produktionen mit beachtlichem Budget nicht zwingend fehlerfrei sein müssen. DEVIL’S PASS besitzt derart viele Logiklöcher, dass Puristen ihre Freunde daran haben dürften, die vielen Ungereimtheiten im Film zu studieren. Was bleibt ist ein Horrorfilm, der über weiter Strecken kurzweilig unterhält aber weit hinter den Erwartungen zurückbleibt, die sich der Fan von einer Produktion diesen Kalibers erhofft hätte. Mit DEVIL’S PASS hat sich RENNY HARLIN keinen großen Gefallen getan. In Anbetracht der Umstände, dass viele bekannte Hollywood-Blockbuster auf sein Konto gehen, erweist sich der aktueller Beitrag des Filmemachers als ein einziges, großes Desaster!
 
 
 


 
 
 

DEVIL’S PASS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein Albtraum in Weiß – Schauderhaftes Gruselvergnügen in schneebedeckter Kulisse. DEVIL’S PASS bzw. THE DYATLOV PASS INCIDENT (so der Originaltitel) ist ein beängstigender Found-Footage Film für Freunde des Genres, der jedoch nicht das verspricht, was der Zuschauer zuvor erhofft hat. Nach spannenden 60 Minuten endet der Film in einem unbeschreiblich schlechten Mix aus allerlei Peinlichkeiten. Die Auflösung wirkt derart lächerlich und an den Haaren herbeigezerrt, dass sich der eigentlich spannende Film rasch zum Flop des Filmjahres 2013 entwickelt!
 
 
 


 
 
 

DEVIL’S PASS – Zensur

 
 
 
THE DYATLOV PASS INCIDENT oder DEVIL´S PASS, so wie er nach Fertigstellung benannt wurde, ist nicht sonderlich brutal. Es gibt eine kurzer Fressszene, einen Einschuss und einen Beinbruch. Hier zählt eher das subtile Gruseln. Daher erhielt der Film problemlos den jugendfreien FSK16-Sticker!
 
 
 


 
 
 

DEVIL’S PASS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
devil's pass blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Dyatlov Pass Incident; Großbritannien, Russland, USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Keine

 
 
 
DEVIL’S PASS erscheint nun auch hierzulande auf DVD und Blu-ray. Anbieter ASCOT ELITE HOME ENTERTAINMENT hat sich dem Streifen angenommen und bringt den Found Footage-Grusler in die deutschen Heimkinos. Nach dem Einlegen der Scheibe gibt es erstmal etwas Werbung zu sehen. Mit Clips zu DALLAS BUYERS CLUB und THE PHILISOPHERS betreibt der Rechteinhaber Eigenwerbung. Zudem gibt es den Trailer zu METALLICA TROUGH THE NEVER und zu DSCHUNGELCAMP – WELCOME TO THE JUNGLE zu sehen. Danach lädt auch schon das Hauptmenü, das aus Szenen des Filmes besteht. Für einen Wackelcam-Film ist die Bildqualität recht ordentlich geworden. Oft wird sogar HD-Feeling erreicht, was sich vor allem während der Tagszenen bemerkbar macht. Dabei gefällt die Schärfe, die nicht selten viele Details erkennen lässt. Leider bleibt der gute Eindruck nicht konstant, denn sobald es dunkel wird verliert der Schwarzwert an Intensität. Beim Ton erweist sich der Mystery-Thriller als höchst effektiv. Die Naturkulisse sorgt für Authentizität, die Stimmen und Umgebungsgeräusche sind stets hervorragend zu orten und schaffen angenehme Räumlichkeit, vor allem Ende, wenn die Helden in einer Art Tunnelsystem nach Antworten suchen. Mit dem Lawinenunglück ab Filmmitte grummelt auch mächtig der Subwoofer, so dass Gruselatmosphäre garantiert ist. Bei den Extras sieht es recht mau aus. Bis auf ein kurzes Making of (10 Minuten, deutsche Untertitel) hat es nur der Trailer zum Film in deutscher und englischer Sprache auf die Scheibe geschafft. Abgerundet wird das Paket mit einer umfangreichen Trailershow, die aus sechs weiteren Veröffentlichungen von ASCOT ELITE besteht. Wer wie immer das Wechselcover ohne FSK-Flatschen benötigt, kann sich freuen. Das ist nämlich auch wieder mit dabei. Die Blu-ray zu DEVIL’S PASS ist nichts Großes, erfreut aber durch einen ordentlichen Film und guten Ton. Wer Mystery in Kombination mit Found Footage bevorzugt, kann bedenkenlos zugreifen.
 
 
 

Devil’s Pass [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

DEVIL’S PASS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blair Witch Project (1999)

The Vatican Exorcisms (2013)

The Frankenstein Theory (2013)

Apollo 18 (2011)

Grave Encounter 2 (2012)

The Dinosaur Project (2012)

The Bay (2012)


Filmreview: “Dark Circles” (2013)

Dark-Circles-2013
 
 
 

DARK CIRCLES

Story

 
 
 
Penny (Pell James) und Alex (Jonathan Schaech) sind glückliche Eltern. Nach der Geburt des ersten Sohnes gibt Alex seinen Job auf und man zieht in ein hübsches Haus weit draußen auf dem Land. Doch der Sohnemann will einfach nicht schlafen. Immer wieder wacht er in der Nacht auf und die Eltern wissen keinen Rat. Bald schon fühlt sich Penny von einer unheimlichen Präsenz bedroht. Spukt es in den heimischen vier Wänden oder ist das alles nur Einbildung, die auf chronischen Schlafmangel zurückzuführen ist?
 
 
 


 
 
 

DARK CIRCLES – Kritik

 
 
 
Wenn sich Nachwuchs ankündigt und das neue Familienmitglied dann endlich von den glücklichen Eltern in die Arme genommen werden kann, ist das vermutlich der schönste Tag einer jeden liebenden Mutter und eines jeden stolzen Vaters. Die Zeit nach der Geburt ist eine der besonderen Momente, die neue Eltern nicht selten enorm Geduld kostet. Gerade dann, wenn Sohnemann oder Tochter nicht zur Ruhe kommen möchte und die Familienangehörigen mit Dauergeschrei allmählich in den Wahnsinn getrieben werden, wird das Elternglück schnell zum Albtraum. Auch die Helden in DARK CIRCLES haben sich die Geburt ihres Kindes ganz anders vorgestellt. Mit dem Bezug eines kleinen Hauses auf dem Land scheint für Penny und Alex alles perfekt. Doch der Familienzuwachs macht den Anwesenden das Leben zur Hölle. Des nachts erwacht er alle 15 Minuten unter kläglichen Geschrei und raubt den Eltern Schlaf und Nerven. Die finden kaum noch nächtliche Erholung und beginnen Dinge zu sehen, die sich nicht so einfach erklären lassen. Schnell ist das Maximum erreicht und man beginnt aus Schlafmangel heraus zu halluzinieren, was beim Zuschauer und den Protagonisten ausreichend Verwirrung stiftet und dem Film unglaublich förderlich ist. Fiktion lässt sich bald nicht mehr von Realität unterscheiden. Während Alex im Haus immer wieder auf verbrannte Puppen stößt, sieht sich Penny von einer unheimlichen Unbekannten verfolgt, die sich sogar einen Weg in ihre (Tag)Träume bahnt. Die Beziehung des Paars wird dabei auf eine harte Probe gestellt. Bald schon beginnt man einander zu misstrauen – paranoid zu werden; klare Entscheidungen können kaum noch gefällt werden.
 
Das raffinierte Umherswitchen zwischen grotesken Halluzinationen, Träumen und erschütternder Realität ist das eigentliche Geheimnis von DARK CIRCLES. Dieser Mix wirkt derart gut konstruiert, dass die undurchsichtigen Gegebenheiten bald nicht nur die Protagonisten verwirren, sondern ebenso den Horrorfilmfreund, der schon bald nicht mehr logisch nachvollziehen kann, was DARK CIRLES denn nun eigentlich sein will. Ist alles Einbildung, die auf Schlafmangel zurückzuführen ist oder beginnt es wirklich im neuen Haus zu spuken? Ist DARK CIRCLES eine klassische Spukgeschichte oder handelt es sich um ein ernüchterndes Drama zweier überforderter Eltern? Eine Rätsel, dass Regisseur PAUL SOTER (CLUB MAD, EIN DUKE KOMMT SELTEN ALLEIN) bis zum Ende gut zu verschlüsseln weiß. SOTER, der sich bisher mit eher leichten Komödie über Wasser halten konnte und nun mit DARK CIRCLES einen ernsthaften (und vollkommen witzfreien) Horrorfilm zaubert, beweist mit seinem ersten Genre-Film, dass er durchaus wandelbar ist und sich in keine Schublade stecken lässt. Der Film ist stimmig, gruselig und ziemlich schnörkellos abgedreht. Die gemächlich erzählte Geschichte lässt sich viel Zeit für die beiden Filmhelden, deren Geisteszustand sich rapide zu verändern beginnt. Der chronische Schlafmangel ist Mutter und Vater ins Gesicht geschrieben. Die tiefen Augenringe sprechen Bände, wobei selbige auch treffend den Filmtitel umschreiben: DARK CIRCLES – zu Deutsch: Augenringe.
 
Mit DARK CIRCLES bekommt der Zuschauer einen klassischen Horrorfilm präsentiert, der eher unscheinbar beginnt und dessen Intensität sich im Verlauf der Geschichte zum einem beängstigenden Szenario entwickelt. Vermutlich sei die Bezeichnung Horrorfilm für diesen Beitrag auch eher unglücklich gewählt. DARK CIRCLES ist lupenreine Mystery für Filmfreunde, die gern subtiles Schaudern auf der Mattscheibe haben. Wirklich blutiges wird DARK CIRCLES nie. Stattdessen wird das Unbehagen mit einfachen Mitteln bewirkt: finstere Schatten, wackelige Bilder des Baby-Überwachungsmonitors und gruselige Kamerafahrten durch die Gänge des Hauses.
 
DARK CIRCLES ist ein eigens unter dem Banner AFTER DARK ORIGINAL produzierter Schocker, der sich durchaus sehen lassen kann. Bisher wurden auf dem amerikanischen AFTER DARK FILMFEST in Toronto ausschließlich fremdfinanzierte Produktionen vorgeführt, die alljährlich unter dem Slogan 8 FILMS TO DIE FOR unzählige Horrorfilmfans zu begeistern wussten. Jetzt produziert das Horrorfest selbst. Waren die letzten dieser hauseigenen Beiträge (AREA 51, THE TASK) eher von durchschnittlicher Qualität, knüpft der aktuelle Film an die grandiosen Anfangszeiten des Indie-Filmfestivals an. Hoffentlich bleiben die kommenden Veröffentlichungen der selbst produzierten AFTER DARK ORIGINAL-Reihe auf gleichem Level, damit sich der Zuschauer auch weiterhin auf vielfältige Werke aus dieser Sparte freuen kann.
 
 
 


 
 
 

DARK CIRCLES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Gefangen in einem Wach-Albtraum. Während die Kids in A NIGHTMARE ON ELM STREET (1984) auf Biegen und Brechen den Schlaf fürchten und nicht nächtigen wollen, würden die Helden in DARK CIRCLES allzu gern schlafen, können es aber nicht. Ein filmisch wunderbar gelöstes Verwirrspiel beginnt, dass spannend bis zur letzten Minute bleibt. DARK CIRCLES ist Mystery, so wie er sein soll: gruselig, reich an Schocks und packend!
 
 
 


 
 
 

DARK CIRCLES – Zensur

 
 
 
Bis auf einen Kehlenschnitt lebt DARK CIRCLES von seiner subtilen Atmosphäre. Hier wird der Schlafmangel und die damit resultierenden Halluzinationen der beiden Protagonisten zum Thema gemacht. Im Film selbst wird sich dabei eher auf das “Erschrecken” des Zuschauers konzentriert, so dass die Gore-Fraktionen nichts Bedeutsames zu Gesicht bekommen wird. DARK CIRCLES wird frei ab 16 Jahren sein.
 
 
 


 
 
 

DARK CIRCLES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Nightmare on Elm Street (1984)

Inside – À l’intérieur (2007)

Die Wiege des Bösen (1974)

Die Hand an der Wiege (1992)


Filmreview: “Static – Bewegungslos” (2012)

static 3d
 
 
 

STATIC – BEWEGUNGSLOS

Story

 
 
 
Mit dem plötzlichen Tod ihres kleinen Sohnes verändert sich das Leben des Schriftstellers JONATHAN und seine Frau ADDIE schlagartig. Trauer überschattet den Alltag. Keine Minute vergeht, ohne das sich die kleine Familie nicht an den Schicksalsschlag zurückerinnert sieht. Eines Abends klopft es energisch an der Türe und eine unbekannte Frau bittet das Paar um Hilfe. Mit Gasmasken vermummte Gestalten trachten nach dem Wohl der Fremden, so dass ihr JONATHAN und ADDIE bis zum nächsten Morgen Unterschlupf in den sicheren vier Wänden bieten. Doch die mysteriösen Männer verschaffen sich Zugang in das Haus des Schriftstellers und beginnen ein unangenehmes Katz- und Mausspiel mit den verschreckten Bewohnern …
 
 
 


 
 
 

STATIC – Kritik

 
 
 
Einmal mehr wird das Horror-Genre das Mekka für unerfahrene Filmemacher, die sich nach Lust und Laune kreativ ausprobieren können und dabei sogar nicht selten noch Filme schaffen, die sich von der breiten Masse dummer Mainstreamware abzuheben wissen. Mit einfachen Mitteln werden Gruselfilmchen produziert, die aus dem minimalem Budget das Maximum herauszukitzeln versuchen und es oftmals vortrefflich verstehen, denn Zuschauer mittels gemeiner Schocks und bluttriefendem Splatter das Fürchten zu lehren. Inzwischen legendäre Filmemacher wie SAM RAIMI, PETER JACKSON oder JOHN CARPENTER haben es eindrucksvoll vorgemacht und ihren Einstand mit kleinen Indie-Werken (u.a. DARK STAR, EVIL DEAD, BAD TASTE) gegeben, die ihnen den Weg für eine vielversprechende Karriere geebnet haben.
 
Der kommende Mystery Thriller STATIC – BEWEGUNGSLOS lässt ebenfalls auf Großes hoffen. Auch hier handelt es sich um das günstig gedrehte Erstlingswerk eines noch unbekannten Regie-Debütanten, der sich bisher durch Musikvideos hervorgetan hat und sich nun mit seinem ersten Low-Budget-Beitrag auch auf dem Spielfilmmarkt behaupten möchte. TODD LEVIN geht hierbei einen arg unkonventionellen Weg. Statt sich hier in einem munteren Blutbad zu ergehen, um die Aufmerksamkeit interessierter Horrorfilmfans für sich zu gewinnen, hat LEVIN sich bei seinem ersten abendfüllenden Spielfilm für die subtilere Variante entschieden. Gemeinen Mord und Totschlag sucht man hier vergebens. In STATIC zählen vorwiegend die leisen Töne und eine konsequent atmosphärische und ruhige Inszenierung, die sich zwar viel Zeit für ihre wenigen Figuren nimmt aber nicht darauf verzichtet, diese wenig später durch die Filmhölle gehen zu lassen. Schauspieler MILO VENTIMIGLIA (HEROES) spielt den gebeutelten Familienvater beeindruckend zermürbt und konnte bereits im Endzeit Thriller THE DIVIDE eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass er nicht nur den charmanten Burschen von nebenan mimen kann, sondern durchaus das Potenzial besitzt, fiesere und gemeine Rollen zu spielen. Ihm zur Seite steht Serien-Sternchen SARAH SHAHI (DAWSON´S CREEK, SUPERNATURAL, DAMAGES) als qualvoll leidende Mutter, die mit ihrem dauer-verängstigten Hundeblick auch den Grundton der Geschichte prägt. STATIC wird so von einer ziemlich depressiven und stark beunruhigenden Stimmung begleitet, die den Verlust des geliebten Kindes allgegenwärtig macht und die kleine Familie reinste Höllenqualen durchleiden lässt.
 
Erst nachdem Nachbarin RACHEL (SARAH PAXTON – THE INKEEPERS) an der Haustür klopft und um Hilfe bittet, da sie vermeintlich von Gasmasken-tragenden Fremden verfolgt wird und dringend Unterschlupf bis zum Morgen benötigt, wird der Film aus seiner Trauer-Lethargie gerissen und kommt allmählich in Fahrt. Einerseits hegt die Familie Misstrauen gegenüber der etwas seltsam anmutenden Unbekannten, andererseits bahnen sich wenig später jene maskierten Männer ihren Weg ins Haus und entführen die fragile RACHEL. Durch den Wandel vom erschütternden Drama zum hektisch geschnittenen Home-Invasion-Thriller gewinnt STATIC enorm an Tempo, was sich auch anhand der Spannungsschraube rasch bemerkbar macht, die im Verlauf der Handlung immer fester gezogen wird und den Zuschauer bis zum erlösenden Ende im Unklaren lässt, welche Intentionen die Eindringlinge den nun überhaupt hegen. Hierbei gelingt es Neuregisseur TODD LEVIN erstaunlich souverän, den Filmfan mit allerlei raffinierten Wendungen zu verwirren, was auch gut funktioniert und den überraschenden Schlusstwist so ziemlich unvorhersehbar gestaltet. Mehr über den handwerklich soliden und packend umgesetzten Thriller zu verraten, wäre dem interessierten Zuschauer gegenüber unfair.
 
Ein Million Dollar soll STATIC – BEWEGUNGSLOS gekostet haben. Eine Investition, die sich durchaus gelohnt hat. Auch wenn LEVIN kaum Budget zur Verfügung gestanden hat, um seine kleine, wendungsreiche Geschichte so effektiv wie möglich zu erzählen, überrascht dennoch, wie selbstsicher das Stück Zelluloid in Szene gesetzt wurde. Spannend ist STATIC allemal, wobei die hier bebilderte Umsetzung der Bezeichnung “Horrorfilm” nur bedingt gerecht werden möchte. Mit modernem Terrorkino a la KIDNAPPED, HOME SWEET HOME oder gar FUNNY GAMES hat STATIC – BEWEGUNGSLOS kaum etwas gemein. Hier hält der Genre-Fan einen kleines, trauriges Mystery-Drama in Händen, das mit schön düsteren Bildern bestückt wurde und mit wirklich guten schauspielerischen Leistungen brillieren kann. Trotz aller Lobeshymnen mag man dann dennoch irgendwie nicht so recht verstehen wollen, warum STATIC – BEWEGUNGSLOS eigentlich anfänglich als kassenträchtiges 3D-Filmchen konzipiert wurde. Das mag zwar bei schön reißerisch und effekthascherisch umgesetzter Dutzendware funktionieren; das dreidimensionale Kino-Gimmick wirkt im Falle von STATIC schon irgendwie arg erzwungen. Nichtsdestotrotz ist STATIC 3D (so der Ursprungstitel) natürlich auch in seiner räumlichen Darstellung ein erstaunlich sehenswerter Beitrag, der sich vom blutigen und gewaltgeilen Splatter-Nonsens der letzten Monate positiv abzuheben versteht.
 
 
 


 
 
 

STATIC – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Zermürbendes Home-Invasion-Drama mit unvorhersehbaren Wendungen und brillanten darstellerischen Leistungen. Pflichtprogramm für Freunde mysteriöser Gruselschocker!
 
 
 


 
 
 

STATIC – Zensur

 
 
 
Es handelt sich hier um ein eher zermürbendes Drama mit Home-Invasion-Elementen. Blut fliesst hier bis auf eine kleine Einschusswunde keines, so dass der Film in Deutschland frei ab 16 Jahren ist.
 
 
 


 
 
 

STATIC – Deutsche Blu-ray

 
 
 
static blu-ray disc

(c) Sunfilm / Tiberius Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Static; USA 2012

Genre: Horror, Mystery, Drama

Ton: Deutsch (DTS-HD MA 7.1), Englisch (DTS-HD MA 7.1)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover (ohne FSK-Flatschen)

Extras: Trailershow, Trailer

Release-Termin: 03.04.2014

 
 
 
STATIC – BEWEGUNGSLOS wird in zwei verschiedenen Blu-ray-Veröffentlichungen in den Handel gebracht. Neben der 2D-Veriante gibt es auch noch eine 3D-Disc inklusive 2D-Fassung. Wer über das nötige Equipment verfügt, sollte nach der dreidimensionalen Filmfassung Ausschau halten.
 
 
 

Static – Bewegungslos [Blu-ray]

 

Static – Bewegungslos [3D Blu-ray + 2D Version]

 
 
 


 
 
 

STATIC – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Home Sweet Home (2012)

In their Skin (2012)

The Aggression Scale (2012)

Kidnapped (2010)

The Strangers (2008)

Funny Games (1997)

Funny Games – Remake (2007)

Them (2006)


Filmreview: “The Haunting of Helena” (2012)

THE HAUNTING OF HELENA
 
 
 

THE HAUNTING OF HELENA

Story

 
 
 
Die alleinerziehende Mutter Sophia (Harriet MacMasters-Green) bezieht mit ihrer kleinen Tochter Helena eine kleine, neue Wohnung. Anfänglich voller Lebensmut, den Start in ein neues Leben gewagt zu haben, verblasst die Euphorie umgehend, als die kleine Helena den ersten Milchzahn verliert und fortan seltsames Gestammel von sich gibt. Eine Zahnfee soll ihr angeblich des nachts erscheinen, die sich den Tag über in ihrem neuen Kleiderschrank versteckt und am Abend aus ihrem Versteck kriecht, um die verschüchterte Helena dazu aufzufordern ihr mehr Zähne zu bringen. Nachdem sich das Verhalten des Kindes maßgeblich verändert, beginnt die besorgte Mutter Nachforschungen anzustellen und stößt hierbei auf ein makabres Geheimnis.
 
 
 


 
 
 

THE HAUNTING OF HELENA – Kritik

 
 
 
Wirklich subtile und angsteinflößende Grusler sind in der aktuellen Horrorfilmlandschaft wahrlich selten geworden. Viel zu oft wird das mollige Schauerfeeling durch obligatorische Schlachterplatten ersetzt, um dem Begriff “Horror” auch im Jahr 2013 vollends gerecht werden zu können. Umso mehr erfreut es alteingesessene Filmhasen wie mir, wenn im Fahrtwasser penetrant nerviger Zombie-, Found Footage- und Foltergurken auch hin und wieder kleine Filmwerke das Licht der Welt erblicken, die sich souverän gegen die Masse an beliebig austauschbaren Horror-Nonsens behaupten und dem Filmfreund den klassischen, blutarmen Horrorfilm erneut schmackhaft machen wollen. Hat sich Spanien in den vergangenen Jahren als kleiner Geheimtipp in Sachen subtilen Gruselns entwickelt, so versuchen nun auch die Italiener auf diesen lukrativen Zug aufzuspringen und präsentieren uns mit dem vorliegenden THE HAUNTING OF HELENA ihre ganz eigene Version der Geschichte von der bösen Zahnfee. Weniger ist manchmal mehr lautet hier die Devise und so beginnt der Film fernab jeglichen Gekröses mit einigen wirklich düster-melancholischen Kamerafahrten und durchaus ansprechend-superben Bildern, die das Gruselfeeling wunderbar altmodisch zu steigern wissen. Zentrum des ultimativen Bösen ist diesmal ein seltsamer Kleiderschrank, der ein durchaus böses Geheimnis birgt.Nachdem das groteske Möbelstück das Zimmer der kleinen Helena ziert, beginnt fortan auch der zunehmend geistige Zerfall der kleinen Hauptdarstellerin einzutreten, deren plausible Erklärungsversuche wie so oft in derart Filmen kaum Beachtung geschenkt werden. Dennoch fühlt sich auch Mutter Sophia von reichlich Unbehagen bedroht und beginnt den skurrilen Aktionen der Tochter nachzuforschen.
 
Der große Pluspunkt von THE HAUNTING OF HELENA ist dabei in der wirklich unglaublich düsteren, fast schon märchenhaft-anmutenden Atmosphäre zu suchen. Der vornehmlich kindlich anmutende Kleiderschrank, wirkt in den faden, dreckigen und farblosen Bildern gespenstig bedrohlich und die Geschichte um das antike Möbelstück bleibt konsequent spannend – zumindest bis zur Hälfte des Films. Denn trotz aller positiven Ansätze, die dieser italienische Genre-Beitrag in sich birgt, schaffen es die beiden Regie-Newcomer CHRISTIAN BISCEGLIA und ASCANIO MALGARINI nicht, das hohe Niveau ihrer wirklich stimmigen Geschichte bis zum Ende zu halten. Ab Filmmitte wird die Geschichte kurzum in ein skurriles verlagert, wo sich die kleine Heldin mit allerlei seltsamen Erscheinungen umherplagen muss. Hierbei rückt nun das Schicksal der Mutter in den Vordergrund, die versucht, dass Rätsel rund um die Herkunft des Kleiderschrankes zu lösen. Die sterile Krankenhaus-Atmosphäre will hierbei irgendwie nicht so recht zum Grundtenor der eigentlichen Geschichte passen. Vielmehr wirkt der schroffe Schauplatzwechsel auf Zwang konstruiert, um auf Krampf eine Brücke zur Herkunft des Möbelstücks schaffen zu können. Auch wenn sich das muntere Treiben gegen Ende in einer reichlichen Achterbahn des Schreckens entlädt und mit unzähligen “Buh“-Effekten aufwartet, so mag man als Filmfreund irgendwie nicht das Gefühl loswerden wollen, dass die beiden Filmregisseure CHRISTIAN BISCEGLIA und ASCANIO MALGARINI reichlich Potenzial verschenkt haben. Zugunsten eine kommerziellen, massentauglichen Inszenierung erspinnen sie ein arg hanebüchenes Ende, dass in derart Form an die unendlich vielen Horrorfilme aus Hollywood erinnert. Schade eigentlich, denn kaum ein aktueller Horrorfilm der letzten Dekaden kann mit ähnlich exzellent altmodischen Raffinessen überzeugen.
 
Subtiler Horror bevorzugt? Dann dürfte der kommende Grusler Fairytale (so der ursprüngliche Titel des Film) genau die richtige Wahl für einen verregneten Sonntagabend sein. Statt eimerweise Eingeweide und unmenschliches Folter-Gewerkle zählen hier Stimmung, Optik und die Geschichte. Umso mehr dürfte THE HAUNTING OF HELENA für Freunde etwas härterer Filmkost reichlich unbeholfen daherkommen. Denn die Erzählstil der Geschichte vollzieht sich sehr gemacht, ruhig und stimmig durch die gesamte Szenarie. Hin und wieder werden einige nette Gruseleffekte in die Handlung gestreut, die ihre bedrohliche Wirkung zu keiner Minute verfehlen. Auch wenn der Beitrag ab Filmmitte in reichlich haarsträubende Sphären abdriftet und der wohldosierte Gruselfaktor aufgrund konstruiert wirkender Detektivarbeit flöten geht, so kann man nicht behaupten, dass THE HAUNTING OF HELENA ein schlechter Film ist. Das geschickte Spiel von Licht und Schatten, sowie der debile, märchenhafte Grundton der Erzählung erinnert in seiner Darstellung arg an kommerzielle Horrorfilme aus Amerika. Und so verwundert es ein wenig, dass THE HAUNTING OF HELENA oftmals ein wenig zu sehr nach DER FLUCH VON DARKNESS FALLS (2003) oder POSSESSION (2012) ausschaut, denn das uninspirierte Kopieren bekannter Filmformeln hätte dieser Debütwerk vermutlich rein gar nicht nötig gehabt. Trotzdem, für ein Erstlingswerk haben die beiden Regisseur-Neulinge CHRISTIAN BISCEGLIA und ASCANIO MALGARINI erstaunliche Arbeit geleistet. Der Film ist trotz seine oftmals unweigerlichen Vorhersehbarkeit spannender als das übliche Horroreinerlei, welches aktuell den hiesigen Heimkinomarkt überschwemmt. Zudem darf der Horrorfilmfreund eine der besten Szenen ever in der Geschichte des Phantastischen Films genießen:
 
Mutter Sarah ist einen Moment unachtsam im Straßenverkehr, gerät von der Fahrbahn ab und brettert mit dem Fahrzeug vom Rand einer Brücke hinein in die Fluten eines reißenden Flusses. Die virtuose Kameraarbeit dieser Szene, welche sich in Zeitraffermethode entlädt, ist derart genial, außergewöhnlich und atemberaubend, dass man allein nur dieser Szene wegen THE HAUNTING OF HELENA gesehen haben sollte. Beachtlich!
 
 
 


 
 
 

THE HAUNTING OF HELENA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein Vertreter der alten Schule – Kleines stimmiges und atmosphärisches Gruselmärchen, das für einige wohldosierte Schauer sorgen dürfte.
 
 
 


 
 
 

THE HAUNTING OF HELENA – Zensur

 
 
 
Hier zählen vorwiegend die leisen Töne, von daher geht es hier eher blutfrei zugange. Eine ungeschnittene Filmversion dürfte die FSK16-Kennzeichnung zieren.
 
 
 


 
 
 

THE HAUNTING OF HELENA – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “The Frozen” (2012)

The Frozen_2012_poster
 
 
 

The Frozen

Story

 
 
 
Ein traumhaft winterlicher Campingausflug wird für das junge Pärchen „Mike“ (Seth David Mitchell) und „Emma“ (Brit Morgan) zu einem unvergesslichen Psychotrip. Nachdem die beiden mit dem Schneemobil einen Unfall gebaut haben und irgendwo tief weit draußen in den verschneiten Wäldern auf rettender Hilfe hoffen, werden Sie auch noch von einem seltsamen Fremden verfolgt, der scheinbar nichts Gutes im Schilde führt. Als „Mike“ plötzlich auf mysteriöse Weise verschwindet, ist die verängstigte „Emma“ ganz auf sich allein gestellt. In ihrer Panik beginnt sie sich einen Weg hinaus aus der eisigen Gegend zu bahnen – mit einer erschreckenden Einsicht, wie sich bald herausstellen wird … 
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Kritik

 
 
 
Winterliche Landschaften sind wahrlich geradewegs dafür prädestiniert eine unheimliche und subtile Gruselstimmung zu erzeugen. Denn auch hinter vermeintlich friedliebender Kulisse kann sich oftmals das abgrundtief Böse verstecken. Dass angsteinflößendes Unbehagen auch im eisigen Schnee lauern kann haben schon einige Filmemacher eindrucksvoll bewiesen, denn winterlich verstörende Filme gab es zuletzt zuhauf (u.a. “The Shinning” (1980), “Der eisige Tod” (2007)). Auch der vorliegender Thriller „The Frozen“ spielt mit der geheimnisvollen Idylle, die so ein verschneit-winterliches Wäldchen birgt. Ganz zum Leidwesen der beiden Protagonisten des Films, für die sich die eigentlich traumhafte Winterpracht zu einem verhängnisvollen Erlebnis gestaltet. Ihre Unvernunft treibt die beiden an den Rande ihrer Wahrnehmungsfähigkeiten, denn nach nur wenigen Stunden bei Temperaturen jenseits des Nullpunkts beginnt vor allem „Emma“ Dinge zu sehen, für deren Existenz sie keine Erklärung findet. Nicht nur, dass sie seltsam bekleidete Personen im Dickicht erblickt, seltsame Stimmen und Schritte spuken des Nachts um das Zelt und stören den Schlaf der verunsicherten Frau. Zudem werden die beiden von einem skurrilen Jäger verfolgt, der das Treiben des Pärchens aus der Ferne beobachtet und „Emma“ zweifeln lässt, warum ihr Freund sie gerade zu derart unmenschlichen Temperaturen zu einem kuscheligen Wanderausflug überreden musste.
 
So wirklich Unrecht hat sie dabei nicht, wirkt die Ausgangssituation des Films schon sehr konstruiert. Immerhin sah sich Drehbuchautor und Regisseur „Andrew Hyatt“ darum bemüht seine kleine Geschichte irgendwie nied- und nagelfest zurechtzufeilen. Trotz Unfall hält „Mike“ nichts davon ab, den Kurztrip fortzuführen, um den geeigneten Zeitpunkt zu finden, seiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen. Und so irren die beiden Liebenden orientierungslos im Wald umher, um letztendlich doch wieder feststellen zu müssen, einmal mehr im Kreis gelaufen zu sein. Auch wenn einige Gegebenheiten etwas arg seltsam anmuten, so kann man „Hyatt“ nicht unterstellen, einen Film gedreht zu haben, der schlecht ist. Einfachste erzählerische Mittel und das stupide Umherirren in der winterlichen Landschaft führen letztendlich zu einem homogenen Ganzen und lassen „The Frozen“ bei weitem besser ausschauen, als die Unmengen teurer Mainstream-Produktionen der letzten Dekaden. Obwohl einige der seltsamen Interaktionen der Anwesenden anfänglich kaum Sinn ergeben wollen und arg befremdlich wirken, so tritt die Erleuchtung nach dem Abspann ein und dürfte vor allem Horrorfilmanfänger reichlich verblüffen.
 
Mit dem aktuellen Thriller „The Frozen“ erwartet der Zuschauer gänzlich seichte Film-Kost, für die die Bezeichnung Thriller fast schon etwas zu weit hergeholt und schroff scheint. Auch wenn Regisseur „Andrew Hyatt“ des öfteren vollkommen falsche Fährten streut und dem Zuschauer weiß machen will, dass sich hinter den gesamten Geschehnissen etwas zutiefst Böses und Bedrohliches verstecken soll, so dürfte der geneigte Filmfreund nach der recht plausiblen Auflösung etwas verdutzt aus der Wäsche schauen. Der Film „The Frozen“ hat letztendlich mit Horror im herkömmlichen Sinne nur sehr wenig gemein und erinnert über weite Strecken an die Werke des ambitionierten Hollywood-Regisseurs „M. Night Shyamalan“, der bekanntlich ein sicheres Händchen darin besitzt, den Zuschauer mit einer unerwarteten Filmauflösung zu konfrontieren. Wer sich angenehm gruseln möchte, ohne dabei von markerschütternden Schocks verfolgt zu werden oder in Lachen von Blut ertrinken zu müssen, dem dürfte der Mysterie-Thriller vortrefflich munden. Denn bis auf einige ausgeweidete Wildtiere gibt es hier kein Futter für blutgierige Splatterfilm-Fans.
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Seichtes Mysterie-Süppchen in traumhaft winterlicher Kulisse
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Zensur

 
 
 
Im Film wird nicht getötet, daher dürfte “The Frozen” mit einer FSK16 Freigabe ungeschnitten veröffentlicht werden.
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Der eisige Tod (2007)

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Filmreview: “YellowBrickRoad” (2010)

Yellowbrickroad
 
 
 

YellowBrickRoad

Kritik

 
 
 
Lust auf einen wirklich unwichtigen Film, mit unglaublich stumpfsinniger Handlung und wirklich dilettantisch umgesetzten Spezialeffekten, die den Zuschauer einmal mehr an den Rande des Sekundenschlafs treiben? Dann eignet sich der hölzerne und gähnend langweilig Möchtegern-Schocker “YellowBrickRoad” als vortreffliche Wahl, zumindest wenn man darauf aus ist, sich den eigentlich gemütlichen TV-Abend ansprechend zu verderben.
 
YellowBrickRoad” ist ein ganz furchtbarer Hirnverdreher und derart “kopflos“, wie es das Filmplakat bereits suggeriert. Die Handlung ist vollkommen unspannend, die Akteure nerven derart, dass man ihnen den schnellen Tod wünscht und die wenigen Krösel-Effekte wirken eher albern, als das sie dem Film überhaupt förderlich wären. Aber alles der Reihe nach. Bereits im Sommer 2011 durften sich deutsche Genre-Fans von den nicht vorhandenen Schauwerten dieser Indigurke auf dem alljährlichen Fantasy Filmfest überzeugen. Nun, fast 1,5 Jahre später erscheint  “YellowBrickRoad” bundesweit direkt auf Blu-ray und DVD. Dass sich der deutsche Heimkino-Release derart verzögert hat, rührt nicht von ungefähr, denn führt man sich das Endprodukt zu Gemüte, so fragt man sich, warum der hiesige Vertrieb “dtp entertainment AG” derart Quark überhaupt in Deutschland veröffentlichen muss, gibt es doch unzählige andere bisher unveröffentlichte (bessere) Perlen da draußen, die sehnlichst auf eine Veröffentlichung warten. Bereits nach nur wenigen Minuten wird deutlich, welch nennenswerte Qualität “YellowBrickRoad” überhaupt birgt und die liegt schlicht und einfach darin, den Zuschauer unwillkürlich für dumm zu verkaufen und streckenweise vollkommen desaströs zu langweilen. Vor allem die stümperhaft eingesprochene, deutsche Synchronisation tut da ihr übriges, denn diese sorgt unweigerlich dafür, dass die Nerven des Zuschauers rund 100 Minuten lang überstrapaziert werden. Dabei beginnt die Geschichte um die mysteriöse Gegend um die “YellowBrickRoad” eigentlich recht vielversprechend.
 
Einige Wissenschaftler, Forscher und Nichtskönner raffen sich zusammen, um das seltsame Verschwinden der Bewohner einer ganzen Stadt zu untersuchen. Bereits im Jahre 1940 folgte die Bevölkerung des fiktiven Örtchens “Friar” in “New Hampshire” einem geheimnisvollen Waldweg – keiner derer jedoch, die den Ort verlassen haben, kehrte je wieder lebend zurück. Nun 70 Jahre später wollen jene Einfaltspinsel derart ungelösten Fall erneut untersuchen und ihre Erkenntnisse in einem Buch niederschreiben. Sie scharren allerhand nützliches Equipment zusammen und folgen jenem sagenumwobenen Waldweg, der einst auch die Einwohner von “Friar” ins Verderben stürzte. Nach nur wenigen Metern wird klar, dass die Gegend mitnichten so friedlich scheint, wie anfänglich gedacht. Die Geräte spielen verrückt und schnell stellen die Anwesenden fest, dass das gesamte technische Equipment wenig hilfreich ist, um die Expedition überhaupt fortsetzen zu können. Was nun folgt spottet jeglicher Beschreibung und ist an filmischen Dilettantismus kaum noch zu überbieten. Anstatt den Heimweg anzutreten, beschließen die Crew-Mitglieder dem Vorschlag des Expeditionsleiter “Teddy Barnes” zu folgen. Der scheint noch nicht genug aussagekräftiges Material zu besitzen, um sein Buch zu füllen. Und so kommt es eben, wie der routinierte Filmfreund es vorausahnt. Je tiefer die Anwesenden in den Wald vordringen, umso lauter ertönt ein mysteriöses Gedudel, dass den Anwesenden (und vor allem dem Zuschauer) schier den Verstand raubt. In ihrer Panik teilt sich die Gruppe auf und beginnt sich im Wahn gegenseitig zu dezimieren.
 
Klingt alles nach vollkommen wirren Bullshit – ist es auch. Auch wenn das grobe Story-Geflecht weitaus ansprechendes Horror-Einerlei mutmaßen lässt, so ist der fertige “YellowBrickRoad” ein niederschmetterndes Filmchen, das durch und durch enttäuscht. Allein schon der ziemlich zähe und langatmige Erzählfluss tapst genüsslich vor sich daher und birgt eine fast schon dreiste Ideenlosigkeit, dass dem Horrorfilmfreund glatt der Spaß am Genre vergehen könnte. Das nervtötend gemächliche Tempo des Filmes erweist sich als unzumutbar, dürfte jedoch unter Filmfreunden mit Schlafproblemen für einen wohlig-erholsamen Tiefschlaf sorgen.
Wirklich viel zu sagen hat “YellowBrickRoad” nicht. Zumindest wenn man einmal die Erkenntnis außen vor lässt, wie unsäglich quälend lang 100 Minuten Filmlaufzeit sein können. Da werden Lollies gelutscht und von giftigen Beeren genascht, obwohl wenige Minuten zuvor vor der Ungenießbarkeit der Früchte gewarnt wurde. Da stibitzt eine Protagonistin aus Hunger den letzten Proviant, um wenige Minuten später freiwillig und ohne jegliche Logik von einer Felsklippe zu springen. Sinn ergibt das wirre Gequassel und die peinlichen Interaktionen der Anwesenden selten und so reduziert sich der Film allein darauf, irgendwie ein Ende zu finden. Das ist natürlich schnell gefunden. Anstatt die zugrunde liegenden Gegebenheiten in irgendeiner Weise kreativ zu Ende zu spinnen, sorgt die unzureichende Phantasie der Drehbuchautoren dafür, dass die wenigen Charaktere ein schnelles und vor allem unwichtiges Ende finden. Demnach metzeln sich die Helden der Geschichte uninspiriert um die Ecke, sodass nach gefühlten Stunden endlich der Abspann über den Bildschirm flimmern darf.
 
YellowBrickRoad” ist ein ganz einfältiges Filmchen, auf das man als Filmfreund gänzlich verzichten kann. Hier stimmt einfach rein gar nichts. Die Erzählung ist zäh, unwichtig und eindeutig viel zu lang. Die handvoll unwichtiger Protagonisten beginnen schon nach nur wenigen Minuten zu nerven und die ganze Inszenierung erweist sich als einschläfernde und vor allem dilettantische Nummernrevue ohne Sinn und Verstand. Die Effekte wirken eher unfreiwillig komisch, als das sie ängstigen sollen (da reißt ein Charakter einer Protagonistin eigenhändig (!) eine Bein aus), sodass selbst Gorehounds keinen Spaß mit dieser Gurke haben dürften. Gott weiß, was in die beiden Regisseure Jesse Holland und Andy Mitton gefahren sein muss, als sie die glorreiche Idee hatten, diesen minderbemittelten Film zu drehen. Vermutlich haben die beiden sich in irgendeiner Bar gehörig besoffen, um wenige Minuten später ein unzureichend plausibles Drehbuch zu Papier zu bringen, dass innerhalb weniger Tage mit einer handvoll untalentierter Nachwuchspappnasen auf Zelluloid gebahnt werden musste. Wohlmöglich wäre es dem Film förderlicher gewesen, hätten sich die Macher hinter “YellowBrickRoad” vor der Realisierung ihrer Schlaftablette einige bessere Vertreter des Genres zu Gemüte geführt, um zu studieren, wie ein “guter” Horrorfilm auszuschauen hat! Auch wenn es hierbei im einen Indie-Film handelt, so hat man aus derart Sektor bereits schon unzählig bessere und vor allem innovative Vertreter gesehen. Wer allein nur nach guten Filmen Ausschau hält, der sollte um “YellowBrickRoad” einen großen Bogen machen. Denn dieser Film ist einer dieser Beiträge, nach deren Sichtung man unweigerlich bereut, überhaupt kostbare Lebenszeit für derart hirnrissigen Schund verschwendet zu haben.
 
 
 


 
 
 

YellowBrickRoad – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
Haste Einschlafprobleme? Oder suchst Du noch nach einem passenden Geschenk für Bekannte, die Du eigentlich weniger magst – “YellowBrickRoad” bittet die Lösung!
 
 
 


 
 
 

YellowBrickRoad – Zensur

 
 
 

Die deutschen Fassung ist mit “keine Jugendfreigabe”-Kennzeichnung ungeschnitten.
 
 

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YellowBrickRoad – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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