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Beiträge mit Schlagwort “Mysterythriller

Filmreview: “Armistice” (2013)

Armistice-2013
 
 
 

ARMISTICE – WAROUSE

Story

 
 
 
AJ Budd (Joseph Morgan) erwacht in einem Haus aus dem es kein Entkommen gibt und muss gleichen Tag immer wieder aufs Neue erleben …
 
 
 


 
 
 

ARMISTICE – Kritik

 
 
 
Was ist eigentlich mit ARGENTO, CARPENTER & Co. passiert – jenen Schauer-Maestros, die den Zuschauer über Jahrzehnte mit spannendem Horrorfutter versorgt haben? In letzter Zeit haben die sich recht rar in der Filmlandschaft gemacht und überlassen stattdessen das Gruselhandwerk jungen Nachwuchsregisseuren, die mit überraschend sehenswerten Debütfilmen überzeugen können. Der legendäre EVIL DEAD aus der Mache eines gewissen SAM RAIMI hat den Briten LUKE MASSEY zum Horrorfilm gebracht. Das Multitalent war schon immer vom Filmemachen fasziniert und kam ganz nebenbei mit Gruselstreifen wie dem besagten TANZ DER TEUFEL, THE WICKER MAN und ROSEMARYS BABY in Kontakt. Eine folgenschwere Begegnung, haben doch die Kultwerke MASSEY derart geprägt, dass er schon immer von der Idee besessen war irgendwann selbst einen Horrorfilm zu drehen. Nach Mitarbeit an diversen Kurzfilmen setze er sich mit Co-Autor BENJAMIN READ an einen Tisch und kam auf die Idee, das Beste aus den Lieblingsfilmen GLADIATOR, CASTAWAY und UND TÄGLICH GRÜSST DAS MURMELTIER zu nehmen, um daraus etwas ganz Eigenes zu kreieren. ARMISTICE nennt sich das Endresultat, das mit kleinen Budget umgesetzt wurde und die ungewöhnliche Geschichte von AJ Budd (JOSEPH MORGAN) erzählt, der eines Tages in einem ihm fremden Haus erwacht, aus dem es kein Entkommen gibt. Die Türen sind verriegelt und Fenster lassen sich nicht öffnen. Während der Gefangene krampfhaft nach einem Ausweg sucht, schleicht eine groteske Gestalt durch die Flure, die scheinbar darauf trainiert wurde das Leben des Eingesperrten zu beenden. Rasch bohrt sich ein Messer in den Körper des Monsters und grünes Blut fließt aus der Wunde. Leider ist die Freude über den Sieg nur von kurzer Dauer, denn das Wesen wartet auch am nächsten Tag unversehrt in der Küche. Als wäre es ein Leichtes bringt AJ Budd auch diesmal die Kreatur zu Strecke, nur um am nächsten Tag abermals feststellen zu müssen, dass der Kämpf vermutlich nie ein Ende nehmen wird. Er beginnt im Keller zu graben und findet Aufzeichnungen eines gewissen Edward Sterling (MATT RYAN), der sich zuvor in ähnlich verzwickter Situation befand und den Kummer zu Papier gebracht hat. Große Hoffnungen liefern die Tagebücher jedoch nicht, schließlich schildert Sterling, dass ihm selbst der Freitod keine Lösung brachte. Wenn immer er sich selbst das Leben nahm, begann der ewig gleiche Ablauf am nächsten Morgen von neuem. So gehen die Jahre ins Land, bis AJ Budd zu einer folgendschweren Erkenntnis kommt.
 
ARMISTICE (was soviel heißt wie Waffenstillstand) ist schon sehr außergewöhnliches Kino, das man vermutlich zweimal sehen muss, um es überhaupt verstehen zu können. Regisseur LUKE MASSEY lag die Thematik von Isolation, Einsamkeit und Verzweiflung am Herzen, die er hier mit ganz einfacher Machart umzusetzen verstand. Die wenigen Räume sind eng und spartanisch eingerichtet, die Monologe knapp und auf den Punkt gebracht. Zudem wird von einer überschaubaren Farbpalette Gebrauch gemacht, damit die Ausweglosigkeit und das kränkelnde Seelenheil des Filmhelden besser veranschaulicht werden kann. Der entwickelt sich im ewig gleichen Alltagstrott und ohne soziales Umfeld über die Jahre zu ähnlich primitiver Kreatur, gegen die er bisher jeden Morgen kämpfen musste. Natürlich finden die Qualen nach knapp 70 Minuten ein erlösendes Ende, wobei die Aussage des Films viel Interpretationsspielraum zulässt. Unüberhörbar bleibt jedoch MASSEYS Botschaft vom Leben, das mit einem kontinuierlichen Kampf gleichzusetzen ist, mit dem ein jeder von uns tagtäglich auf Neue konfrontiert wird. ARMISTICE dürfte mit Sicherheit nicht jedem Filmliebhaber schmecken, denn der Low-Budget-Indie ist ziemlich unkonventionell gestrickter Dramen-Mystery und hat mit Horror nur bedingt etwas am Hut. Zudem dürften sich die meisten Zuschauer am trägen Erzählrhythmus stoßen, der sich des Öfteren in einer stagnierenden Ereignislosigkeit verfängt. Wer jedoch das Außergewöhnliche sucht, das auch etwas Tiefgang besitzt, sollte sich ARMISTICE auf jeden Fall vormerken, schließlich gehört WARHOUSE (so der treffendere Alternativtitel) zu den besseren Filmen innerhalb des Phantastischen Films.
 
 
 


 
 
 

ARMISTICE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
ARMISTICE ist ein Ausnahmefilm, mit ernüchtender Botschaft und gutem Hauptdarsteller, dem es gelingt nahezu den gesamten Film allein zu tragen. Die Geschichte ist erfrischend unkonventionell gestrickt, beklemmend inszeniert und bleibt bis zum Ende so ziemlich unvorhersehbar. Dem Briten LUKE MASSEY ist mit dem 250 000 Pfund teuren Erstling ein durchweg sehenswertes Filmchen fernab des ideenlosen Mainstreams gelungen, dass Tiefgang besitzt und anderen Horrorschaffenden zeigt, dass man auch ohne Stereotypen und Klischees sehenswerte Film drehen kann – insofern man das überhaupt möchte.
 
 
 


 
 
 

ARMISTICE – Zensur

 
 
 
ARMISTICE oder WARHOUSE (so wie er ursprünglich betitelt wurde) hat kaum böse Momente zu bieten. Die grausamen Momente bestehen aus dem Erdolchen der Kreaturen, denen grünes Blut aus den Wunden tropft. Für einen Horrorfilm ist das Gezeigte sehr harmlos anzuschauen. Trotzdem dürfte es für eine FSK16 reichen.
 
 
 


 
 
 

ARMISTICE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Und taglich grüsst das Murmeltier (1993)
 
Triangle – Die Angst kommt in Wellen (2009)
 
Timecrimes – Mord ist nur eine Frage der Zeit (2007)
 


Filmreview: “Flowers in the Attic” (2014)

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FLOWERS IN THE ATTIC

Story

 
 
 
Die geldgeile Corrine (Heather Graham) sperrt ihre vier Kinder jahrelang auf dem Dachboden der Großeltern ein, damit sie die Zuneigung und das Vertrauen des eigenen Vaters zurückgewinnen kann. Der liegt im Sterben und hat seine Tochter aus dem Nachlass gestrichen hat, weil die vor Jahren dessen Halbbruder geheiratet hat …
 
 
 


 
 
 

FLOWERS IN THE ATTIC – Kritik

 
 
 
Im TV tut sich was, vor allem in den USA, wo Serien nicht selten Kinoqualität erreichen und oftmals sogar erfolgreicher sind, als manch teurer Blockbuster im Lichtspielhaus. Einige prominente Leinwandsternchen scheinen den Trend erkannt zu haben und lassen sich hin und wieder dazu verleiten, parallel zu ihren Kinoproduktionen auch mal in unbedeutenden Fernsehfilmen und TV-Serien aufzutreten, schließlich sind so kleine Gastrollen im anspruchslosen Trivial-TV recht lukrative Geldquellen. HEATHER GRAHAM macht’s nun auch und verkörpert mal nicht das kleine, heiße Püppchen, das das männliche Publikum vor allem in Werken wie BOOGIE NIGHTS (1997), KILLING ME SOFTLY (2002) und HANGOVER (2009) mit sexy Kurven vernebeln konnte. Fürs Fernsehen distanziert sich die GRAHAM mal vom auf dem Leib geschriebenen Hot-Girl-Image und schlüpft stattdessen in die Rolle einer geldgeilen Mutter, die zugunsten von Wohlstand und Luxus das Leben der eigenen Kinder in Gefahr bringt. FLOWERS IN THE ATTIC heißt das Gruselstück und ist nun bereits schon die zweite Verfilmung des gleichnamigen Besteller-Romans von VIRGINIA CLEO ANDREWS. Der wurde nämlich schon einmal im Jahr 1987 ins Kino gebracht und hierzulande unter der Titelneuschöpfung BLUMEN DER NACHT ausgewertet.
 
Im Film geht es um Mutter Corrine (HEATHER GRAHAM), die zusammen mit ihrem Mann und den vier gemeinsamen Kindern ein Leben wie im Bilderbuch führt. Leider gerät die heile Welt recht schnell aus den Fugen, als Vater Christopher bei einem Autounfall tödlich verunglückt. Nun ist guter Rat teuer, denn der hohe Lebensstandard soll ja schließlich beibehalten werden. Weil Geld im Leben nun mal wichtig ist, zieht die junge Witwe mit den Kids zu den wohlhabenden Eltern in ein riesiges Anwesen. Corrine hat nämlich erfahren, dass ihr Vater im Sterben liegt und ein üppiges Testament zu Papier gebracht hat. Leider wurde die habgierige Tochter aus dem Erbe gestrichen, weil sie einst des Vaters Halbbruder geheiratet hat. Damit sie das Vertrauen des bald Sterbenden zurückgewinnen kann, werden die Kinder gezwungen auf dem Dachboden zu hausen, weil der Vater nichts vom Nachwuchs wissen darf. Unter dem strengen Regime der dominanten Großmutter vergehen Monate ohne Kontakt zur Außenwelt. Als die einst regelmäßigen Besuche von Mutter Corrine plötzlich ausbleiben und die Kinder aus unerklärlichen Umständen krank werden, ahnen die Kids, dass ihre Mutter ein ganz böses Spiel mit ihnen spielt.
 
Nach amerikanischen Sendern wie AMC, CHILLER oder SHOWTIME glänzt nun auch US-Kanal LIFETIME durch Selbstgebasteltes, das sich souverän ins Ausland verkaufen lassen dürfte. Auch wenn sich für Kenner der Originalverfilmung und des vielverkauften Buches mal wieder nicht der Grund für diesen Neuaufguss erschließen lässt, überrascht doch die kurzweilige Erzählweise, die dem Fan düsterer Psychothriller einige packende Minuten verspricht. Die unangenehme Problematik ist der Grund, denn die schafft es den Zuschauer direkt in ihren Bann zu ziehen. Bereits Filme wie JACK KETCHUM’S EVIL (2007), AN AMERICAN CRIME (2007) oder THE AFFLICTED (2010) haben auf recht zweifelhafte Weise Verbrechen innerhalb der Familie zum Thema gemacht, wobei jene Filme mit ihrer teils sehr schroffen Zurschaustellung menschlicher Abgründe in Form von abstoßender Gewalt für ein eher genreverliebtes Publikum angedacht waren. Das Remake zu FLOWERS IN THE ATTIC hält sich da dezent zurück und setzt vermehrt auf subtile Psychoquälerei, die vor allem von Großmutter Olivia (grandios beängstigend verkörpert von ELLEN BURSTYN) in Form von Demütigungen, boshafter Verachtung und religiösem Fanatismus gegenüber den vier liebreizenden Kindern eingesetzt wird, welche von ihr hasserfüllt als die „Ausgeburten des Teufels“ bezeichnet werden. Mutter Corrine scheint in ihrer Kindheit eine äußerst strenge und diktatorische Erziehung genossen zu haben, die sie nun ein weiteres Mal durchleben muss, scheut doch die Großmutter nicht davor die Tochter vor den Augen ihrer vier Kinder abschreckend bloßzustellen.
 
HEATHER GRAHAM spielt hier mal was ganz anderes. Die knappe Strip-Uniform hängt sie kurzum an den Nagel, bürstet das Haar akkurat und zwängt sich mit ihren (kleinen) Schauspielkollegen in fast schon biedere 1950er Klamotten. Mit fast schon schrulligem Overacting spielt sie hier eine herzlose Mutter, die sich im Verlauf des Streifens von der sorgenden Schutzbefohlenen zur habgierigen Schmuckelster verwandelt. Im Unterschied zur Erstverfilmung von JEFFREY BLOOM hält sich die aktuelle Adaption etwas präziser an den düsteren Roman, mit welchem VIRGINIA CLEO ANDREWS im Jahre 1979 ihr Debüt feierte und letztendlich auch den Beginn ihrer fünfteiligen FOXWORTH SAGA einläuten konnte. Das Buch sorgte seinerzeits vor allem der Thematisierung von Inzucht und Sadomasochismus wegen für reichlich Gesprächsstoff, schließlich wird hier eine inzestuöse Entwicklungen zwischen den älteren Geschwistern beschrieben, die sich im Rahmen ihres sexuellen Reifeprozesses und der jahrelangen Gefangenschaft auf dem Dachboden Schritt für Schritt näher kommen. Leider wird der Tabubruch ebenso wie in der BLOOM-Verfilmung mit eher zurückhaltender Distanz betrachtet, was mal wieder daher rührt, weil man derart heikle Themen natürlich nicht so ungeniert im amerikanischen TV abhandeln kann, schließlich handelt es sich bei FLOWERS IN THE ATTIC um einen Fernsehfilm für die ganze Familie. Dennoch funktioniert der Psychotrip gerade aufgrund seiner fast schon zwanghaften Zurückhaltung bebilderter Tabubrüche. Gewalt passiert wenn nur im Off und die Liaison zwischen Bruder und Schwester wird mit fast schon kindlicher Naivität in zaghafte Bilder getaucht. Unterm Strich ist FLOWERS IN THE ATTIC kein dummes Filmchen und das trotz mangelndem Mord und Totschlag. Die Kulisse ist zermürbend und die kleinen Jungdarsteller meistern ihre Sache souverän. Zwar lässt sich die GRAHAM recht selten sehen, dafür sorgt aber Großmutter Olivia für Zucht und Ordnung. Betritt die nämlich den Raum sinkt die Temperatur rapide unter die Nullgradgrenze.
 
 
 


 
 
 

FLOWERS IN THE ATTIC – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Romanverfilmung die Zweite: Bereits zum wiederholenden Male wird der Besteller-Roman FLOWERS IN THE ATTIC für den lesefaulen Suspense-Fan für die Mattscheibe aufbereitet. Im Gegensatz zur Adaption aus dem Jahre 1987 hält sich das von DEBORAH CHOW fürs amerikanische TV gedrehte Remake weitaus genauer an die Buchvorlage. Gruselstimmung ist garantiert, vor allem dann, wenn ELLEN BURSTYN als boshafte Großmutter den Dachboden betritt, um die eingesperrten Kinder zu bestrafen. Trotz guter Ansätze erreicht FLOWERS in THE ATTIC nicht einmal annähernd die Kontroverse, welche seinerzeits der Roman verursacht hat. Der Film ist schick gefilmt, spannend inszeniert und überrascht durch wirklich gute Schauspieler (KIERNAN SHIPKA als ältere Schwester Cathy erinnert doch etwas arg an EMMA WATSON), hätte aber ein Müh mutiger und vor allem einen Tick ruppiger sein können. Da es sich hier aber um fürs TV gedrehte Unterhaltung handelt, muss man mit eher seichtem Gewaltpegel leben. Trotz allem gibt es aber mit FLOWERS IN THE ATTIC eine durchweg unheimliche und spannende Familientragödie zu sehen, die wie einst der Roman eine äußerst unangenehme Botschaft an den Zuschauer bringt, über die es lohnt im Anschluss zu diskutieren.
 
 
 


 
 
 

FLOWERS IN THE ATTIC – Zensur

 
 
 
FLOWERS IN THE ATTIC ist ein fürs amerikanische TV gedrehter Psychothriller, mit dezenten Horrorelementen. Blut und derbe Gewalt gibt es hier nicht zu sehen. Das Grauen spielt sich hauptsächlich im Kopf des Zuschauers ab. Wird es dann doch einmal kurz unangenehm, blendet die Kamera weg. FLOWERS IN THE ATTIC wird in Deutschland vermutlich ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben werden.
 
 
 


 
 
 

FLOWERS IN THE ATTIC – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
An American Crime (2007)
 
Another American Crime (2010)
 
Jack Ketchum’s Evil (2007)
 
Blumen der Nacht (1987)
 


Filmreview: “Mara – The Killer Inside” (2013)

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MARA – THE KILLER INSIDE

Story

 
 
 
Jenny (Angelica Jansson) muss ihr Trauma aufarbeiten. Als Kind musste sie miterleben, wie die depressive Mutter den Vater ermordet hat. Damit sie sich ihren Ängsten stellen kann, reist sie mit einigen Freunden zum Ort des Geschehens. Dort passieren jedoch bald seltsame Dinge. Liegt es daran, dass die Mutter in jüngster Vergangenheit aus der Anstalt entlassen wurde und nun zurückgekehrt ist. Oder sind die Ursachen hierfür wo ganz anders zu suchen?
 
 
 


 
 
 

MARA – Kritik

 
 
 
Es passiert nicht selten, dass sich der Filmfreund nach dem “Warum” fragt und unentwegt nach Antworten sucht, weshalb Filme wie MARA – THE KILLER INSIDE gedreht und sogar auf Blu-ray und DVD gepresst werden müssen. Der schwedische Low-Budget-Indie ist nämlich mal wieder so ein dreister Zeiträuber, der nix anderes zu bieten hat außer nervenzerfetzender Langeweile und viel Lärm um eigentlich nix. Man sollte sich nicht vom aufgebläht deutschen Titel irritieren lassen, denn der ist mal wieder so was von unglücklich gewählt, dass er dem Zuschauer schon einmal vorab vom überraschenden Filmtwist berichtet auf den MARA letztendlich hinauslaufen will. Okay, Butter bei die Fische. Man muss keine Horror-Leuchte sein, um bereits nach nur wenigen Minuten zu erahnen, wohin das Treiben im MARA führen wird. Die drei Macher AKE GUSTAFSSON, FREDRIK HEDBERG und JACOB KONDRUP haben hier einen rudimentären Grundplot zu Papier gebracht, der den Zuschauer irgendwie auf falsche Fährten locken soll. Leider scheitert es mal wieder an der vollkommen unspektakulären, lahmen und vor allem ideenlosen Machart, dass jedwede Überraschungsmomente im Keim erstickt werden. Da wird von einer psychisch labilen Mutter gefaselt, die den Gatten vor Ewigkeiten aus Eifersucht ermordet haben soll und anschließend Jahre in einer geschlossenen Anstalt verbringen musste. Seither leidet Tochter und Filmheldin Jenny (ANGELICA JANSSON) unter quälenden Angstzuständen und hat mit nahezu täglichen Albträumen zu kämpfen in denen sie allerhand blutiges Zeug erlebt. Um Erlebtes zu verarbeiten reist sie mit einigen Freunden zu genau jener Hütte in der sie als Kind dem grausamen Ereignis beiwohnen musste. Doof nur, dass plötzlich komische Dinge passieren und Jenny von der Entlassung der Mutter erfährt.
 
Wenn eine junge, hübsche Heldin Unmengen Pillen in sich hineinschaufelt weiß der geübte Horrorfilmseher, dass da meistens so einiges im Argen liegt. Und wenn die Protagonistin dann auch noch bei schummrigem Licht mit ihrem Psychologen plaudert, dürfte es wohl niemanden verwundern, wenn ein anfänglich hilfloses Opfer recht bald zum gemeingefährlichen Killer mutiert. Das schwedische Playboy-Model (ahja!) ANGELICA JANSSON spielt hier wenig glaubwürdig ein traumatisiertes Mädchen, das mit so einigen Erinnerungslücken zu kämpfen hat und den Zuschauer mit allerhand ungeschickten Flashbacks durch ein ereignisloses Filmchen quält. Vielleicht wäre es besser gewesen, die kühne Schönheit hätte sich auf das konzentriert, was sie auch wirklich gut kann – schauspielern gehört nämlich leider nicht dazu. Gleiches gilt ebenfalls für das Regie-Trio um AKE GUSTAFSSON, das MARA nicht nur gedreht und geschrieben, sondern auch gleich noch produziert hat. Trotz magerer Laufzeit von knapp über einer Stunde ist ihr Psycho-Ding immer noch viel zu lang geraten, was nicht gerade für die drei Macher spricht. Die Charaktere sind flach, die Geschichte holprig und die deutsche Synchronisation mal wieder ungnädig stumpfsinnig. Da fragt man sich glatt, was Rechteinhaber MARITIM PICTURES dazu bewegt haben muss, den überhaupt nicht gelungenen MARA – THE KILLER INSIDE in den Einkaufkorb zu legen. Wer sich nur die Perlen unter den Horror-Indies aussucht, sollte sich möglichst genau überlegen, ob er sich diese Horror-Gurke ins Regal stellen will. Denn trotz angepriesener Folterei auf dem Cover bleibt das erhoffte Tortur-Gematsche aus. Zumindest können sich die Macher des Blu-ray-Einlegers auf die Schulter klopfen. Denn wer mit derart irreführenden Marketing-Methoden Umsätze generiert und den Horrorfan zum Kauf animiert, kann nur Meister seines Faches sein.
 
 
 


 
 
 

MARA – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Langweiliger Indie-Horror aus Schweden, der mit permanenter Ereignislosigkeit und viel zu viel Leerlauf zu kämpfen hat. Wirklich interessant wird es nie, was vor allem daran liegen mag, dass dem Film eindeutig der gewisse Biss fehlt. Die Charaktere sind flach, die Geschichte unspektakulär und die auf dem Cover beworbene Folterei bleibt auch aus. Was lernen wir daraus? Vertraue nie einem werbegeilen Photoshop-Cover, sondern einzig der Horror-Kompetenz des FILMCHECKER-Team! ;-)
 
 
 


 
 
 

MARA – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von MARA – THE KILLER INSIDE ist ungeschnitten und wurde ab 18 Jahren mit KJ-Einstufung freigegeben. Sonderlich blutig ist der Film nicht, so dass die Freigabe nicht verwundert.
 
 
 


 
 
 

MARA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mara; Schweden 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Schwedisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch Dolby Digital 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080i)

Laufzeit: ca. 77 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Casting, Interview, Trailer

Release-Termin: 28.01.2014

 
 
 
Die Veröffentlichung von Indie-Horrorfilmen scheint sich in letzter Zeit zu einer lukrativen Einnahmequelle hier in Deutschland entwickelt zu haben. Kleine Genrelabel wie MARITIUM PICTURES, SAVOY FILM oder EDEL GERMANY werfen jene ungeschliffenen Grusler fast schon täglich in den Handel, wobei der Horrorfilmfan nicht selten Abstriche in der Technik machen muss. Beim vorliegenden MARA – THE KILLER INSIDE ist das nicht anders. Man merkt, dass man hier einen Low-Budget-Grusler in den Händen hält. Das Bild geht zwar für einen Film dieser Sparte vollkommen in Ordnung, besitzt aber noch viel Luft nach oben. Beim Ton lauschen wir einmal mehr den ewig gleichen Stimmen, die man auch in jedem zweiten Horrorstreifen der obig genannten Anbieter zu hören bekommt. Scheinbar haben jene Sprecher Jahresverträge mit dem jeweiligen Synchronstudio abgeschlossen, denn anders lässt sich nicht erklären, warum in jedem Film aus dem Hause MARITIUM PICTURES die Hauptdarstellerin von der gleichen Laien-Sprecherin gesprochen wird. Überraschenderweise gibt es diesmal immerhin Bonus, das aber nicht deutsch untertitelt wurde. So kann sich der Zuschauer nach Sichtung des Hauptfilms an äußerst kurzen Interviews (3 Minuten, HD) mit der adretten Hauptdarstellerin erfreuen. Weiter geht es mit einem wirklich umfangreichen Produktionstagebuch, das mit rund 75 Minuten ziemlich ausführlich ausgefallen ist und das Team auf Schritt und Tritt bei den Dreharbeiten begleitet (HD). Außerdem hat es ein kleines Feature über das Casting auf die Blu-ray geschafft (rund 4 Minuten, HD) sowie der schwedische Originaltrailer zum Film (rund 2 Minuten, HD). Alle Extras sind auf Schwedisch – englische und dänische (!) Untertitel gibt es aber hier gratis dazu. MARA – THE KILLER INSIDE wurde in Deutschland ungeschnitten veröffentlicht. Für die hiesigen Heimkinomedien hat MARITIM PICTURES übrigens ein Wechselcover ohne nervigen FSK-Sticker spendiert.
 
 
 

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MARA – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
High Tension (2003)
 
Psycho (1960)
 
The Ward (2011)
 
Blutiger Sommer – Das Camp des Grauens (1983)
 


Filmreview: “Open Grave” (2013)

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OPEN GRAVE

Story

 
 
 
Eine kleine Gruppe Menschen findet sich in einem abgelegenen Häuschen mitten im Wald wieder. Keiner kann sich daran erinnern, wie er da hingekommen ist. Um die Erinnerungslücken zu schließen wird die Umgebung erkundet. Doch so ungefährlich wie vermutet, ist dieser Ort nicht. Nach den ersten grausigen Entdeckungen dämmert den Anwesenden schnell, dass sie es hier mit einer absolut tödlichen Bedrohung zu tun haben …
 
 
 


 
 
 

OPEN GRAVE – Kritik

 
 
 
Solche Filme sind immer die Besten. Filme, die relativ abstrus beginnen, mehr Fragen als Antworten aufwerfen und dann doch irgendwie plausibel enden. In OPEN GRAVE erwacht ein ahnungsloser Fremder in einer Grube übel zugerichteter Leichen. Er krabbelt hinaus, sieht in der Ferne ein Haus und trifft dort auf Andere, die sich ebenso wie er an nichts erinnern können. Im Wohnzimmer findet man eine stattliche Anzahl verschiedensprachiger Medizinbücher, deren Sprachen kurioserweise nur einer der Gruppe beherrscht und im Schuppen hinterm Haus trifft man auf eine eingesperrte, scheinbar verwilderte Frau, deren Handeln mittels Überwachungskameras beobachtet wird. Bei den ersten Erkundungstouren durch den angrenzenden Wald treffen die Unwissenden immer wieder auf menschenähnliche Kreaturen. Und in einer verlassenen Lagerhalle macht man Bekanntschaft mit einem kleinen Jungen, der aber auf die Fremden gar nicht gut zu sprechen ist.
 
OPEN GRAVE spielt mit der Neugier des Zuschauers. Der ist anfänglich genauso verwirrt wie seine Protagonisten, denn die erfahren des Rätsels Lösung nur in kleinen Häppchen. Durch zahlreiche, erst am Ende einen wirklichen Sinn ergebende Flashbacks werden Erinnerungslücken geschlossen. Bis dahin kämpfen sich die Helden orientierungslos durch ein dunkles Waldgelände und stoßen immer wieder auf furienhafte Menschen, die sich alles andere als normal benehmen. Natürlich ist auch OPEN GRAVE irgendwo im Zombie-Genre verwurzelt. Dennoch betrachtet Regisseur GONZALO LÓPEZ-GALLEGO die Thematik aus einer ganz anderen Perspektive. Menschenfleisch gefressen wird in OPEN GRAVE keineswegs und auch sonst schert sich der Streifen keinen Deut darum, sich mit überflüssigem Abschlachten zu beschäftigen. Im Mittelpunkt stehen die desorientierten Protagonisten, die sich anfänglich vollkommen fremd zu sein scheinen und später in Erfahrung bringen, dass sie sich vertrauter sind als gedacht. Schnitzeljagd heißt in OPEN GRAVE das Zauberwort. Immer wieder finden die Anwesenden Puzzleteile, die zu einem Ganzen führen. Dort ein Foto, da Aufzeichnungen eines Camcorders – Regisseur GONZALO LÓPEZ-GALLEGO weiß wie man spannende Mysterythriller dreht. Bereits 2011 kam sein APOLLO 18 in die Kinos. Der Weltall-Spuk entpuppt sich zwar als überflüssiger Found Footage-Mist, konnte aber durch beklemmende Atmosphäre und wirklich gelungene Schreckmomente überzeugen. Die gibt es natürlich auch in OPEN GRAVE, wenn auch nicht so plakativ wie im Wackelcam-Ausflug vor einigen Jahren. Hier wird vordergründig auf Mystery hinausgearbeitet, der durch die Bank undurchsichtig und sogar richtig spannend bleibt. Zu verdanken sei dies den guten Darstellern (u.a. ROTHENBURG-Darsteller THOMAS KRETSCHMANN mit seinem haarsträubend deutschen Englisch), der guten Kameraarbeit, die für einen unabhängigen Low-Budget-Film als durchweg hochwertig zu bezeichnen ist und dem raffiniert ausgetüftelten Drehbuch der Brüder CHRIS und EDDI BOREY, das niemals zu viel verrät.
 
OPEN GRAVE bringt frischen Wind in das längst angestaubte Zombie-Genre. Es müssen nicht immer verwesende Kreaturen sein, die damit beschäftigt sind das Fleisch ihrer noch lebenden Zeitgenossen zu verspeisen. Manchmal ist weniger mehr und manchmal ist es auch besser, wenn man die typischen Zombie-Klischees einfach mal über Bord wirft. Der Spanier LÓPEZ-GALLEGO hat das versucht und mit OPEN GRAVE einen richtig guten Gruseltrip gemacht, der hoffentlich kommende Filmemacher dazu inspiriert, ebenso sehenswerte Filme zu drehen. Wer es spannend braucht und frische Ideen sucht, ist mit OPEN GRAVE gut beraten. Wir meinen: Horror-Pflichtprogramm!
 
 
 


 
 
 

OPEN GRAVE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Ja, es gibt sie noch: packende Horrorfilme, die rund 100 Minuten zu fesseln wissen. OPEN GRAVE darf als einer der spannendsten Genrestreifen der letzten Zeit betitelt werden. Wer das nicht glaubt, sollte sich eines Besseren belehren lassen und einen Blick riskieren. Wir sind uns sicher, dass Skeptiker überrascht sein werden, wie schnell der Abspann über den Bildschirm flimmert. Ein klasse Horrorfilm, auch wenn OPEN GRAVE mehr Mystery und Drama ist, als knüppelharter Horror. Bitte mehr davon!
 
 
 


 
 
 

OPEN GRAVE – Zensur

 
 
 
OPEN GRAVE ist eher Mystery als harter Horror. Auch wenn sich die Grausamkeiten in Grenzen halten, ist die Bildsprache in OPEN GRAVE recht düster. Wir sehen Berge von Leichen und Kreaturen, die sich selbst verstümmeln. Das Meiste passiert im Off oder wird nur angedeutet. Trotzdem wird OPEN GRAVE mit Sicherheit erst für ein erwachsenes Publikum geeignet sein. Wir gehen von einer ungeschnittenen KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung aus.
 
 
 


 
 
 

OPEN GRAVE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Memento (2000)
 
Unknown Identity (2011)
 
Wrecked (2010)
 


Filmreview: “Haunter” (2013)

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HAUNTER

Story

 
 
 
Lisa (Abigail Breslin) erfährt, dass sie von einem längst verstorbenen Serienkiller um die Ecke gebracht wurde und nun als Geist ein jämmerlich routiniertes Dasein in einer Zwischenwelt fristen muss. Als die rastlose Seele des Mörders den neuen Bewohnern ihres Elternhauses Böses möchte, nimmt Lisa Kontakt mit den Lebenden auf, um deren Leben retten zu können …
 
 
 


 
 
 

HAUNTER – Kritik

 
 
 
Wenn die Protagonisten im Film den immer gleichen Tag neu erleben und dabei die immer gleichen Situationen durchmachen müssen, dürften sich alteingesessene Horrorfilmfans rasch in einem Zeitschleifenthriller wähnen, die sich nach TRIANGLE (2009), MINE GAMES (2012) und TIMECRIMES (2007) zuletzt großer Beliebtheit erfreut haben. Auch Regisseur VINCENZO NATALI schien großes Potenzial in derartigen Filmen gesehen zu haben, so dass er die Zeitschleifenproblematik gleich einmal zur Ausgangssituation sein neusten Genre-Werks HAUNTER gemacht hat. NATALI scheint eine bescheidene Vorliebe für Unkonventionelles zu hegen, denn sein Geisterhaus-Plot ist im Vergleich zum üblichen Horrorstandard als erstaunlich speziell zu betiteln, wobei man immerhin sagen muss, dass “speziell” nicht immer Schlechtes bedeuten muss. Bereits in seinen Frühwerken CUBE (1997) und CYPHER (2002) hat der amerikanische Filmemacher mit italienischer Abstammung bewiesen, dass er sich stets mit seinem Schaffen von der breiten Horrormasse abzuheben verstand. Während er mit dem Mainstream-Thriller SPLICE (2009) etwas vom rechten Weg abgekommen war, versucht er nun mit HAUNTER zu alten Qualitäten zurückzufinden und wechselt zeitgleich auch die Fronten. Mit Science Fiction hat sein neuster Film nämlich gar nichts mehr am Hut. Diesmal unternimmt der Regisseur einen Ausflug ins Haunted-House-Genre und beweist, dass Spukhaushorror nicht zwangsläufig nur von den typischen Klischees zehren muss, sondern auch einmal aus einer ganz anderen Perspektive geschildert werden kann: der der Geister.
 
In HAUNTER erlebt Teenager Lisa (ABIGAIL BRESLIN) zusammen mit ihrer Familie den immer gleichen Tag. So wirklich verwunderlich ist das jedoch nicht, hat die 17-jährige zusammen mit ihren Eltern und dem kleinen Bruder vor vielen Jahren das Zeitliche gesegnet und wandelt nun zusammen mit den Angehörigen rastlos in einer Art Zwischenwelt umher. Vor der Haustür machen sich dichte Nebelschaden breit und führen ins Nichts. Drinnen raubt die tägliche Routine der kecken Heranwachsenden beinahe den Verstand. Bald jedoch schon passieren unheimliche Dinge in Lisas Gegenwart, denen die neugierige Jugendliche natürlich auf den Grund gehen möchte. Seltsame Stimmen rufen ihren Namen, fremde Mädchen liegen in ihrem Bett und führen sie zu einem geheimen Gang hinter der Waschmaschine. Ihre Nachforschungen verändern zwar den stupiden Tagesablauf, rufen aber auch die Missgunst eines unheimlichen Fremden (STEPHEN MCHATTIE) auf dem Plan. Der entpuppt sich als Geist des früheren Besitzers des Elternhauses und zeichnet für den Mord an diversen Mädchen und Familien verantwortlich, die in seinem Anwesen gelebt haben. Auch Lisa und ihre Familie gehen auf dessen Meuchelkonto, kann sich doch der rastlose Geist des Serienkillers der Körper der Lebenden bemächtigen, so dass es ihm auch nach dem Tod gelingt, sein krankes Schlitzerhandwerk unbemerkt fortzusetzen. Je mehr Lisa über das eigene Ableben in Erfahrung bringen kann, um so deutlicher wird das Hilfegesuch der pubertären und noch lebenden Olivia (ELEANOR ZICHY), die nun zusammen mit ihrer Familie in jenem Haus wohnt und um ihr Leben bangen muss. Kurzum stellt sich Lisa ihren Ängsten und beginnt den Kampf gegen den unberechenbaren Killergeist aufzunehmen.
 
Schön altmodisch beginnt HAUNTER. Schmetterlings umflattern spärlich ausgeleuchtete Regale und leuchten im unheimlichen Vorspann die Geschehnisse von HAUNTER ein. Ein konsequentes Stilmittel, das Regisseur VINCENZO NATALI auch im Verlauf seines Filmes kreativ einzusetzen versteht. Mysteriös, gruselig und unheimlich geht es nämlich auch nach dem Intro weiter, wobei die Idee, die Geschehnisse aus der Perspektive der Geister zu schildern nicht gänzlich neu ist. Bereits im Gruselszenario THE OTHERS (2001) hat ALEJANDRO AMENÁBAR gezeigt, dass Geister nicht zwangsläufig nur Böses im Schilde führen müssen. In HAUNTER wird dieser Gedanke auf die Spitze getrieben. Hier kämpfen gute Geister gegen die Bösen, wobei man NATALI für die Art loben muss, wie er sein Geistermär an den Zuschauer bringt. Die aufgefallene Erzähltechnik wirkt anfangs wirr und unverständlich. Hat man sich jedoch einmal zurechtgefunden, bekommt der Zuschauer eine ungemein fesselnde und komplexe Geschichte serviert, die trotz aller konventionellen Schreckmomente jeden Gruselkracher der letzten Jahre in den Schatten stellt. Mitgrübeln ist in HAUNTER Pflichtprogramm, was ja im Horrorfilm zuletzt leider durchweg vernachlässigt wurde. Diesen Anspruch wollte der kanadische Filmemacher VINCENZO NATALI beibehalten und fordert enorme Aufmerksamkeit vom Zuschauer, damit dieser die haarsträubenden Sprünge zwischen Jen- und Diesseits überhaupt verstehen kann. Aus dem anfänglich mysteriösen Grusler wird im Verlauf der Handlung ein vielschichtiger Zeitreisen-Streifen, der nach und nach die Geschichte des Hauses und die des Täters offenbart. Um die Hintergründe des eigenen Ablebens und das der vielen unschuldigen Familien in Erfahrung bringen zu können, springt Protagonistin Lisa nicht nur zwischen der Gegenwart und den 80ern hin und her; auch eine Reise ins 19. Jahrhundert zu den Wurzeln allen Übels bleibt dem Zuschauer und der mutigen Protagonistin nicht erspart. Viele kleine, für die Epochen typische Kleinigkeiten deuten darauf hin, dass viel Herzblut in HAUNTER investiert wurde. So erfährt Lisa in einer stummfilmartigen Sequenz von der Vergangenheit des Killers und sucht im Diesseits auf Olivias Ipod krampfhaft nach dem „Play“-Button, um die Nachricht der Hilfesuchenden sehen zu können. Lisa selbst entspringt den 80ern, trägt einen “Siouxsie and the Banshees”-Pulli und Bruder Robbie (PETER DECUNHA) daddelt mit viel Leidenschaft auf seinem Atari, ganz so wie es die Kids vor fast 30 Jahren eben getan haben.
 
Während der Filmfan zu Beginn im Dunkeln darüber gelassen wird, in welche Richtung denn HUNTER nun eigentlich driften soll, erhält er häppchenweise Informationen, die das Puzzle im Verlauf der Handlung plausibel lüften. Dabei ist das Tempo in HAUNTER eher ruhig. Gewalt, Splatter oder gar Tortur bekommt der Horrorfilmfreund in diesem Genre-Highlight rein gar nicht geboten. Der Film lebt hauptsächlich von seiner unheilvollen Atmosphäre und der Idee der Zeitreise, mit der ein möglicher Mord verhindern werden soll. Hierbei entpuppt sich ABIGAIL BRESLIN in ihrer Rolle als tapfere Lisa als Glücksgriff. Die Amerikanerin hat nämlich bereits als Kind die Herzen der Zuschauer in LITTLE MISS SUNSHINE (2006) im Sturm erobert und bereits in ZOMBIELAND (2009) allen Horrorfans gezeigt, dass sie nicht nur knuddelig in die Kamera blinzeln und liebreizend aussehen kann. Mittlerweile ist der ehemalige Kinderstar zu einer jungen Dame herangewachsen, die es sich sogar nicht nehmen lässt, in sehenswerten Genre-Vertretern aufzutauchen. HAUNTER dürfte sich in BRESLINS Vita hervorragend machen und VINCENZO NATALI die Aufmerksamkeit geben, die er nach großartigen Werken wie CUBE oder CYPHER mehr als verdient hat.
 
 
 


 
 
 

HAUNTER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Das Spukhaus-Thema einmal anders: HAUNTER gehört zweifelsohne zu den cleversten Spukfilmen, die das Genre bisher hervorgebracht hat. Ein unheimliches, vielschichtiges und packendes Stück Film von CUBE-Schöpfer VINCENZO NATALI und definitiv ein Horror-Highlight!
 
 
 


 
 
 

HAUNTER – Zensur

 
 
 
In HAUNTER dominieren die leisen, unheimlichen Töne. Hier setzt man weniger auf lautes Effektgewitter und gewaltgeile Blutorgien, sondern besinnt sich auf das subtile Gruseln zurück. Brutal oder blutig ist HAUNTER daher nicht, so dass er ungeschnitten ab 16 Jahren in den Handel kommen wird.
 
 
 


 
 
 

HAUNTER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:

The Others (2001)

White Noise: Fürchte das Licht (2007)

Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)


Filmreview: “Nothing Left to Fear” (2013)

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NOTHING LEFT TO FEAR

Story

 
 
 
Ein Pastor samt Familie wagt einen Neuanfang auf dem Land, der allerdings anders verläuft als erwartet. Denn hinter dem ländlichen Idyll des Kleinstädtchens Stull, im Bundesstaat Kansas versteckt sich das abgrundtief Böse …
 
 
 


 
 
 

NOTHING LEFT TO FEAR – Kritik

 
 
 
Beim Gruselhit NOTHING LEFT TO FEAR handelt es sich um den ersten selbst produzierten Horrorfilm des britisch-amerikanischen Rockmusikers SAUL HUDSON, der unter dem Namen SLASH vielen Rockmusikfans noch ein Begriff sein dürfte. In den 80er und frühen 90ern machte er sich als Leadgitarrist der bekannten Heavyrockband GUNS N´ROSES einen Namen und veröffentlichte auch diverse Solo-Alben. 2012 erhielt er auf dem legendären WALK OF FAME einen Stern und gründete im Jahr 2013 seine eigene Produktionsfirma SLASHER FILMS bei der der nun vorliegende NOTHING LEFT TO FEAR entstanden ist. Für den ersten Filmausflug konnte er Nachwuchsregisseur ANTHONY LEONARDI III gewinnen, der bereits an Hollywoodstreifen wie LONE RANGER (2013), WASSER FÜR DIE ELEFANTEN (2011) und RANGO (2011) mitgetüftelt und sogar tatkräftig das Team hinter CABIN IN THE WOODS (2012) mit herrlich grausigen Make-up-Künsten unterstützt hat. Mit NOTHING LEFT TO FEAR gibt er seinen Regieeinstand und das sogar auf ganz schön düstere Art und Weise, wobei einmal mehr erstaunt, was für ein Effekt-Feuerwerk mit gerade einmal drei Millionen US-Dollar Budget abgebrannt werden kann. Großbudgetierte Mainstream-Produktionen sollten sich an Filmen wie NOTHING LEFT TO FEAR ein Beispiel nehmen, denn LEONARDI beweist, dass man auch mit kleinem Geld gute Effekte auf die Beine stellen kann, insofern man die Kosten nur halbwegs im Blick behält und ein gewisses buchhalterisches Gespür entwickelt. Die letzte halbe Stunde seines Debüts verliert sich in einer waschechten Pixel- und CGI-Effekteschlacht, der man zu keiner Minute ansieht, dass hier eigentlich auf Sparflamme geköchelt werden musste. Hier zeigt sich, dass LEONARDI bei seinen Arbeiten an Blockbustern wie PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT (2007) und CONSTANTINE (2005) eine Menge Erfahrung gesammelt haben muss, die nun seinem ersten eigenen Spielfilm zugute kommt.
 
Atmosphäre steht bei NOTHING LEFT TO FEAR an oberster Stelle – im Horrorfilm der letzten Zeit war diese ja wahrlich zu kurz gekommen. Schaufreudiges Splattergematsche sucht der Zuschauer hier vergebens, so dass die von der MPAA erteilte Rated R-Freigabe nicht allzu sehr auf die Goldwaage gelegt werden sollte. NOTHING LEFT TO FEAR dreht sich um Pastor Dan (JAMES TRUPPER), der mit seiner Frau und den drei lebenslustigen Kids von der hektischen Großstadt hinaus ins idyllische Stull in Kansas zieht. Tochter Rebecca (REBEKAH BRANDES) findet schnell Gefallen am friedlichen Kleinstadtleben. Kein Wunder, verguckt sch das kesse Mädchen doch Hals über Kopf in den geheimnisvollen Schönling Noah (ETHAN PECK) und bemerkt leider viel zu spät, dass die Bewohner des Ortes mit den Zugezogenen ganz eigene Pläne hegen. Im Visier der Gemeinde steht die jüngste Pastorentochter Mary (JENNIFER STONE), die entführt und Teil eines okkultem Rituals wird. Natürlich endet das Vorhaben der Ortsansässigen für die neue Familie im Desaster. Mary wird von einer dämonischen Macht befallen, wandelt fortan mit weit aufgerissenem Schlund durch die Straßen des Städtchens und besitzt nur ein Ziel: die eigene Familie zu opfern. Denn glaubt man den Erzählungen, soll sich in Stull eines der sieben Tore zur Hölle befinden, das nach dem Blut der Unschuldigen giert.
 
Neu ist die Geschichte von der geheimnisvollen Kleinstadt und den noch geheimnisvolleren Sekten-Bewohnern wahrlich nicht. Der wohl bekannteste Vertreter dieser Gattung dürfte vermutlich die Videospielverfilmung SILENT HILL aus dem Jahre 2006 sein, die im direkten Vergleich zwar vollkommen andere Wege geht, NOTHING LEFT TO FEAR jedoch nicht unähnlich ist. Vor allem den gelungenen visuellen Effekten dürfte es zu danken sein, dass dem Zuschauer nicht nur einmal die sehenswerte Filmadaption des KONAMI-Gruseltrips ins Gedächtnis kommen dürfte. Das Böse manifestiert sich in Mary als eine Art dunkler Schleim und schwärzlicher Schimmelbefall, der alles und jeden bedeckt und auszehrt, der von dem leidgeplagten Mädchen berührt wird. Ähnlichkeiten zur Parallelwelt des SILENT HILL-Universum sind unverkennbar, wobei sich der Zuschauer spätestens im Finale in einer Kirche im KONAMI´schen Gruselrausch wähnen dürfte. Das überzeugt nämlich nicht nur mit schauriger Stimmung und einer unbequemen Atmosphäre, sondern verwandelt die ohnehin schon vom Zerfall bedrohte Mary in eine grausig-mutierte Kreatur, welche die Wände des Gotteshaus mit ihren Schimmelkulturen akkurat dekoriert. Leider bleibt NOTHING LEFT TO FEAR trotz der beunruhigenden visuellen Effekte nicht frei von Ungereimtheiten. Trotz des langsamen und stimmigen Aufbaus bleiben am Ende doch einige Fragen ungeklärt. Die Tatsache trübt den eigentlich hervorragenden Gesamteindruck, wobei natürlich Fans von subtilen Schauerstreifen auf jeden Fall zur Sichtung geraten sei. NOTHING LEFT TO FEAR kommt fast gänzlich ohne Blut aus und hält zumindest für weniger erfahrene Horrorfans einige überraschende Wendungen parat. Wer jedoch im Genre bewandert ist, weiß recht schnell wie der Hase hoppelt. Auch wenn Regie-Newcomer ANTHONY LEONARDI III mit seinem ersten Grusler nicht das Rad neu erfunden hat, ist sein Film in Zeiten ultra-derber Folterstreifen eine regelrechte Wohltat.
 
 
 


 
 
 

NOTHING LEFT TO FEAR – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Gelungenes CGI-Gewitter in einem Independent-Horrorfilm? Ja, das gibt’s und zwar in NOTHING LEFT TO FEAR – ein wunderbar altmodisches Gruselmärchen, mit tollen Effekten und Gänsehaut-verursachender Schauerstimmung, das überraschenderweise gänzlich ohne foltergeile Gewalt auskommt. Für Liebhaber zurückhaltender Horrorfilme Pflichtprogramm!
 
 
 


 
 
 

NOTHING LEFT TO FEAR – Zensur

 
 
 
NOTHING LEFT TO FEAR ist ein Beitrag für Fans subtiler Horrorstreifen. Blut gibt hier kaum zu sehen – Gewalt ebenfalls nicht. Dennoch ist NOTHING LEFT TO FEAR in Deutschland erst für 16-jährige erhältlich. Die hiesige Fassung ist aber ungeschnitten. Die deutsche Heimkinofassung ist aber kurioserweise erst ab 18 Jahren freigegeben.
 
 
 


 
 
 

NOTHING LEFT TO FEAR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Nothing left to Fear (Blu-ray)

(c) Splendid Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Nothing Left to Fear; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung) – Film eigentlich ab 16

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 31.01.2014

 
 
 

Nothing Left to Fear [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

NOTHING LEFT TO FEAR – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Silent Hill: Revelation (2012)

Silent Hill (2006)

Needful Things (1993)


Filmreview: “Magic Magic” (2013)

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MAGIC MAGIC

Story

 
 
 
Alicia (Juno Temple) will mit ihrer Cousine Sarah (Emily Browning) und deren Freunden einen Kurzurlaub im ländlichen Chile unternehmen. Doch Sarah muss die Reise kurzfristig abbrechen und lässt Alicia mit den anderen zurück. Für die labile Frau ein Albtraum, fühlt sie sich von den ihr fremden Mitreisenden sichtlich bedroht und scheint allmählich den Verstand zu verlieren …
 
 
 


 
 
 

MAGIC MAGIC – Kritik

 
 
 
MICHAEL CERA, der Witzbold aus Filmen wie JUNO oder DAS IST DAS ENDE ist seit jeher für Rollen in eher leichten Teenagerkomödien bekannt. Umso verwunderlicher, dass er im Film MAGIC MAGIC kurzum die Fronten wechselt und gleich mal von netten Burschen zum unheimlichen Vollgestörten mutiert, der in seiner unreif-vulgären Art nichts anderes zu tun hat, als ohnehin schon verunsicherte Mädchen mit unbeholfenen Anbaggerversuchen zu Tode zu ängstigen. Wohl möglich war dem Management dieser etwas sehr schroffe Imagewechsel etwas zu heikel, so dass MAGIG MAGIC zwar viel Lob auf einschlägigen Filmfestivals einheimste, dann jedoch ganz still und leise in den amerikanischen Kino ausgewertet wurde – vermutlich um CERAS Harmlos-Image bewahren zu können. Da verwundert es wenig, dass auf dem Filmplakat nur ganz dezent mit CERA als Kassenmagnet geworben wird, obwohl der Zuschauer hier seine darstellerisch bisher beste Leistung zu sehen bekommt. Für den konsequenten Stilbruch verantwortlich zeichnet der chilenische Regisseur SEBASTIÁN SILVA, dessen letzte Werke LA VIDA ME MATA und OLD CATS ebenfalls von der internationalen Kritik gefeiert wurden aber eher dramalastig daherkamen. Mit MAGIC MAGIC schlägt SILVA zwar eine Brücke zwischen seiner Heimat und den USA, geht aber erzählerisch einen vollkommen anderen Weg. Diesmal hat es ihn in den Thrillerbereich verschlagen, wobei er sich auch bei seinem Neuling auf einfühlsame Weise mit den Ängsten ganz normaler Menschen beschäftigt. Wenn auch auf kompromisslose Weise.
 
Die Geschehnisse in MAGIC MAGIC handeln von der zerbrechlichen Alicia (JUNO TEMPLE), die sich mit ihrer Cousine Sarah (EMILY BROWNING) und deren Freunden Brink (MICHAEL CERA), Agustin (AGUSTIN SILVA) und Barbara (CATALINA SANDINO MORENO) auf den Weg von den Vereinigten Staaten nach Chile macht, um in einem ländlich gelegenen Haus ein paar schöne Tage zu verbringen. Anfänglich noch guter Dinge, muss Sarah bereits kurz nach Abfahrt schon wieder die Heimreise antreten und lässt die verunsicherte Alicia allein mit ihren Freunden zurück. Für Alicia eine ungewohnte Situation mit der sie sich nur schwer anfreunden kann, kennt sie doch keinen der Anwesenden und fühlt sich sichtlich unwohl in deren Gegenwart. Vor allem die wenig subtilen Begattungsversuche des unheimlichen Brink machen der alleingelassenen Alicia schwer zu schaffen. Die beginnt in ihrer permanenten Angst allmählich den Verstand zu verlieren und stößt mit ihren Problemen bei Sarahs Freunden auf nur wenig Verständnis. Was folgt entwickelt sich für Alle zu einem tiefschwarzen Albtraum. Denn nach einigen schlaflosen Nächten verschlechtert sich Alicias Geisteszustand zu nehmens. Sie beginnt Dinge zu sehen, Stimmen zu hören und ist bald nicht mehr Herr ihrer eigenen Sinne. Doch Hobby-Hypnotiseur Agustin weiß Rat: Er setzt das leidgeplagte Mädchen unter Hypnose. Ohne zu ahnen, dass er dadurch ein Desaster lostritt.
 
MAGIG MAGIC ist ein Film, der in unheilvollen Bildern schildert, wie schnell Dinge aus dem Ruder laufen können. Die Geschichte um Alicia, die sich unweigerlich in der ländlichen Idylle Chiles gefangen und sich von ihrem Mitmenschen bedroht, im Stich gelassen und missverstanden fühlt, ist kein Horrorfilm im herkömmlichen Sinne. Vielmehr konzentriert sich Regisseur und Drehbuchautor SEBASTIÁN SILVA gänzlich auf den psychischen Verfall seiner Hauptdarstellerin und erinnert dabei in seiner psychologisch komplexen Darbietung durchaus an Klassiker wie EKEL und ROSEMARYS BABY von ROMAN POLANSKI. JUNO TEMPLE als fragile Alicia erweist sich als perfekte Wahl. Ihr Schauspiel ist von gespenstischer Authentizität, so dass sich der Zuschauer schnell mit ihrer kleinen eigenen Welt verbunden fühlt und ihm das erschütternde Ende schon erheblich an die Nieren geht. Bis Filmmitte lässt sich SILVA Zeit mit der Einführung seiner Charakter und dem Zuschauer im Unklaren, in welche Richtung MAGIC MAGIC überhaupt gehen soll. Alicia hat unter dem Spott der Anwesenden zu leiden, fühlt sich ausgegrenzt und ungemocht. Was folgt ist ihr psychischer Abstieg in den Wahnsinn, den SILVA zugegebenermaßen in wahrlich düstere aber nicht minder doppeldeutige Bilder packt. Alicia redet sich ein Bilder zu sehen, Dinge getan oder gar Stimmen gehört zu haben, wobei SILVA das Glanzstück gelingt, weitestgehend von plakativen Schock-, Spuk- oder Bluteffekten abzusehen. In effekthascherischen Kinozeiten wie diesen darf das schon als beachtliche Kinokunst gesehen werden, schafft es der chilenische Filmemacher, mit einfachsten Mitteln unangenehme Wirkung zu erzielen. Alicias Zerfall verläuft schleichend, ihre ersponnene Bedrohung gewinnt in der zweiten Filmhälfte an Intensität, wobei sich die Vorfälle überschlagen und in einem sehr unangenehmen Ende verlieren. Aufgrund dessen ist MAGIC MAGIC kein Film für zwischendurch, sondern ein erschütterndes Stück Zelluloid, das eine Menge Fragen offen lässt und die Interpretationskreativität des Zuschauers entfachen dürfte.
 
 
 


 
 
 

MAGIC MAGIC – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Grandioser, verstörender Psychotrip der lange nachwirken wird. Absolut unkommerzieller und vor allem sehenswerter Psychothriller, der Erinnerungen an POLANSKIS EKEL wach werden lässt.
 
 
 


 
 
 

MAGIC MAGIC – Zensur

 
 
 
MAGIC MAGIC kommt gänzlich ohne Blut und Gewalt aus. Die unheilvolle Situation wird ganz durch die Vorstellungskraft der Protagonistin Alicia verursacht. Eher psychisch gehts daher in MAGIC MAGIC zu, so dass der Film hierzulande bedenkenlos ab 16 Jahren freigegeben werden wird.
 
 
 


 
 
 

MAGIC MAGIC – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rosemarys Baby (1968)

Der Mieter (1976)

Ekel (1965)


Filmreview: “Devoured” (2012)

devoured 2012
 
 
 

DEVOURED

Story

 
 
 
Die alleinerziehende Mutter Lourdes (Marta Milans) muss in einem Restaurant das nötige Kleingeld für die Operation ihres kranken Sohnes verdienen und wird dabei mit einer unheimlichen Bedrohung konfrontiert …
 
 
 


 
 
 

DEVOURED – Kritik

 
 
 
Wenn man sich in der Horrorfilmwelt umschaut, kann man meinen, den Filmemachern gehen die Ideen aus. Nicht selten werden hinreichend bekannte Filmstoffe dreist stibitzt und die notdürftig zusammengeklöppelten Geschichten mit übelkeiterregender Gewalt kaschiert. Denn nur so lässt sich in schnelllebigen Zeiten halbwegs zügig ‘ne Menge Asche verdienen. Gerade weil viele dieser unbedachten Gewaltorgien nur selten eine Kino und Video-Freigabe bei deutschen Zensurbehörden erhalten, haben spitzfindige Rechteinhaber einen höchst wirtschaftlichen Weg gefunden, wie man noch schneller viel Geld in noch weniger Zeit erbeuten kann. Man veröffentlicht einfach seine Blutgranate im deutschsprachigen Ausland und limitiert das böse Stück Film auf möglichst geringe Stückzahlen, damit man dem Filmfan deutlich mehr Euronen als nötig aus der Brieftasche ziehen kann. Der kommende Gruseltrip DEVOURED dürfte dabei in keine der beiden Schubladen rutschen. Hier haben wir es mit einem höchst interessanten und klug durchdachten Geheimtipp zu tun, der sich einen Deut darum schert sein Handlung im Blut zu ersäufen. Der reguläre Weg über den deutschen Handel dürfte die mögliche Konsequenz sein, was den deutschen Filmsammler freuen dürfte, der endlich mal wieder einen guten Horrorfilm zum normalen Obolus in sein Regal stellen darf – ungeschnitten versteht sich. Der düstere Mysterythriller DEVOURED ist mal wieder so ein Fall, der von zwei Neulingen auf dem Gebiet des Spielfilms inszeniert wurde. Während Regisseur GREG OLLIVER bisher nur Dokumentationen gedreht hat und mit dem Dokumentarfilm LEMMY schon einen beachtlichen Erfolg verbuchen konnte, liefert MARC LANDAU sein erstes Drehbuch ab und trifft damit alle Neune. Seine Geschichte versteht, sich gekonnt vom üblichen Horrormist der letzten Zeit abzuheben, wobei mit diesem intelligenten Stück Kino endlich Mal wieder ein Film ins Haus steht, der mit ganz einfachen Mitteln und kleinen Schritten versucht, dem Zuschauer das Gruseln näherzubringen. Interessanterweise setzt Regisseur GREG OLLIVER vernehmlich auf die subtile Wirkung des Bildes und die leisen Töne, denn gesprochen wird in DEVOURED ohnehin kaum. Stattdessen wird der zermürbende Zerfall der leidenden Hauptdarstellerin in ziemlich beunruhigende Bilder gepackt, die in ihrer schlichten Symbolhaftigkeit so erschütternd sind, dass man meinen könnte GREG OLLIVER hätte in seinem Leben nichts anderes gemacht, als psychologisch tiefgründige Horrorfilme zu drehen.
 
DEVOURED erzählt vom Schicksal der alleinerziehenden Lourdes (MARTA MILANS), die von Mexiko nach New York reist, wo sie Geld für eine wichtige Operation ihres kleinen Sohnes verdienen muss. Des nachts schrubbt sie in einem französischen Restaurant die Böden und deckt die Tische ein, damit tagsüber die dekadente Gesellschaft New Yorks dort den schönen Seiten des Lebens frönen kann. Abwechslung vom stupiden und einsamen Arbeitsalltag bieten Lourdes die allabendlichen Telefonate mit ihrem Kind, die kurzzeitig die üblen Schikanen ihrer Arbeitgeberin Kristen (KARA JACKSON) vergessen lassen. Die nutzt zusammen mit Küchenchef Billy (TYLER HOLLINGER) die missliche Lage der Gastarbeiterin aus und machen der besorgten Mutter das Arbeitsleben zur Hölle. Um möglichst schnell das Geld für die Operation aufbringen zu können, entscheidet sich Lourdes zu drastischeren Maßnahmen. Sie erweist einigen Restaurant-Gästen sexuelle Dienste gegen Geld, was bald zu ungeahnten Folgen führt. Türen schlagen wie von Geisterhand zu und eine gespenstische Präsenz scheint der jungen Mutter in jedem Winkel des Lokals zu folgen. Schnell wird der Arbeitsalltag für Lourdes zum Albtraum, denn sie ist fest davon überzeugt, dass es in diesem Restaurant spukt.
 
DEVOURED ist mehr Drama als Horror, wobei es sich OLLIVER nicht nehmen lassen hat, sich ausreichend beim düsteren Genre zu bedienen. Was sich anfänglich noch als bitteres gesellschaftskritisches Filmchen gibt, driftet im Verlauf der Handlung in weitaus unangenehme Sphären ab. Da sieht Lourdes plötzlich die verzerrte Fratze ihres Kindes im Spiegel grinsen und eine unheimliche Gestalt verfolgt die strebsame Mutter am Arbeitsplatz auf Schritt und Tritt. Zudem scheint es in der Umkleide zu spuken und plötzlich zuschlagende Türen erschrecken die fragile Lourdes fast zu Tode. Leicht verdient ist das Geld an diesem Arbeitsplatz mit Sicherheit nicht, zumal sich die junge Frau zusätzlich noch mit den Schikanen ihrer Vorgesetzten auseinandersetzen muss, die die Gastarbeiterin nicht nur einmal spüren lassen, in diesem Land nicht willkommen zu sein. Mit gesellschaftskritischen Seitenhieben wird in DEVOURED nicht gespart. Sei es Kritik an der im Land immer größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich und dem dekadenten und verschwenderischen Auftreten der gutbetuchten Gesellschaftsschicht, die meint mit Geld alles kaufen zu können. Oder die Frage nach dem Wert eines kranken Lebens, dass scheinbar nur dann gerettet werden kann, wenn man hierfür das nötige Kleingeld besitzt. In DEVOURED ist das Thema Geld allgegenwärtig, das regelt wer man ist, wie man lebt und ob man überlebt. Während man zuletzt bereits mit Erstaunen feststellen musste, mit welch hohen technischen Standard Debütfilme aus der Horrorsparte glänzen können, beweist natürlich auch Regisseur GREG OLLIVER mit seinem DEVOURED, dass man auch mit wenig Geld richtig gute Filme machen kann. Zwar spielt sich hier alles auf engstem Raum ab; nach günstig produzierter Videoware schaut das leider ganz und gar nicht aus. Der Film wurde mit MARTA MILANS als gebeutelte Seele hervorragend besetzt, die nicht nur den Film fast gänzlich allein tragen muss, sondern ebenso die Leistung vollbringt, nur anhand ihrer Mimik dem Zuschauer zu vermitteln, was ihr Charakter denkt und fühlt. Durch ihr zwar wortkarges aber stets zugängliches Schauspiel fühlt sich der Zuschauer schnell mit der Hauptdarstellerin verbunden und begleitet die leidende Protagonistin auf ihren von Angst und Einsamkeit geebneten Abstieg in den Wahnsinn. Finstere Gänge, farblose Bilder und fast schon nervenzehrende Stille untermauern das stetige ungute Gefühl der Verzweiflung und verbildlichen die Qualen, welche die Heldin durchleben muss, um das Leben ihres Kindes zu retten. Leider ernüchtert am Ende die Tatsache, dass auch OLLIVER auf den aktuell so beliebten Plottwist setzen muss, der im Horrorgenre zu einer unweigerlichen Selbstverständlichkeit geworden ist. Die paranormalen Vorkommnisse werden plausibel gelüftet und der Zuschauer erhält mit einer etwas arg derben Wendung nicht das Ende, dass man sich bei einem derartig todtraurigen Film vermutlich erhofft hätte.
 
Am Ende bleibt ein uneingeschränkt empfehlenswerter Geheimtipp, der all jenen Fans ans Herz gelegt sei, die auch beim Horrorfilm einen gewissen Anspruch voraussetzen, um gut unterhalten zu werden. Wer die Qualität eines Horrorfilms nur vom Blutgehalt und der Anzahl der Leichen abhängig macht, ist hier vollkommen falsch. DEVOURED ist ein unangenehmer Mysteryfilm, mit guter Besetzung und sehr gutem Drehbuch. Da kann man Regisseur GREG OLLIVER und Drehbuchautor MARC LANDAU nur viel Glück wünschen, dass es ihnen gelingt mit ihrem gelungenen Gruselauftakt maximale Erfolge zu erzielen. Glaubt man dem Filmplakat, hat DEVOURED bereits einschlägige Festivals überzeugen können – für das FILMCHECKER-Team absolut verständlich!
 
 
 


 
 
 

DEVOURED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein Brett von Film – uneingeschränkt empfehlenswerter Geheimtipp für all jene Freunde der gruseligen Unterhaltung, die eine Leidenschaft für subtile Horrorfilme jenseits des Mainstreams hegen.
 
 
 


 
 
 

DEVOURED – Zensur

 
 
 
DEVOURED ist ein eher ruhig inszenierter Film, der sich mit dem subtitle Gruseln beschäftigt. Gerade wegen dem etwas sehr finsteren Endes könnte es gut möglich sein, dass DEVOURED hierzulande mit dem KEINE JUGENDFREIGABE-Stempel in die Kaufhäuser kommt – auf jeden Fall jedoch ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DEVOURED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
It´s in the Blood (2012)

Under the Bed – Es lauert im Dunkeln (2012)

Zimmer 205 – Traust Du Dich rein? (2011)

Psych:9 (2010)


Filmreview: “Dark Circles” (2013)

Dark-Circles-2013
 
 
 

DARK CIRCLES

Story

 
 
 
Penny (Pell James) und Alex (Jonathan Schaech) sind glückliche Eltern. Nach der Geburt des ersten Sohnes gibt Alex seinen Job auf und man zieht in ein hübsches Haus weit draußen auf dem Land. Doch der Sohnemann will einfach nicht schlafen. Immer wieder wacht er in der Nacht auf und die Eltern wissen keinen Rat. Bald schon fühlt sich Penny von einer unheimlichen Präsenz bedroht. Spukt es in den heimischen vier Wänden oder ist das alles nur Einbildung, die auf chronischen Schlafmangel zurückzuführen ist?
 
 
 


 
 
 

DARK CIRCLES – Kritik

 
 
 
Wenn sich Nachwuchs ankündigt und das neue Familienmitglied dann endlich von den glücklichen Eltern in die Arme genommen werden kann, ist das vermutlich der schönste Tag einer jeden liebenden Mutter und eines jeden stolzen Vaters. Die Zeit nach der Geburt ist eine der besonderen Momente, die neue Eltern nicht selten enorm Geduld kostet. Gerade dann, wenn Sohnemann oder Tochter nicht zur Ruhe kommen möchte und die Familienangehörigen mit Dauergeschrei allmählich in den Wahnsinn getrieben werden, wird das Elternglück schnell zum Albtraum. Auch die Helden in DARK CIRCLES haben sich die Geburt ihres Kindes ganz anders vorgestellt. Mit dem Bezug eines kleinen Hauses auf dem Land scheint für Penny und Alex alles perfekt. Doch der Familienzuwachs macht den Anwesenden das Leben zur Hölle. Des nachts erwacht er alle 15 Minuten unter kläglichen Geschrei und raubt den Eltern Schlaf und Nerven. Die finden kaum noch nächtliche Erholung und beginnen Dinge zu sehen, die sich nicht so einfach erklären lassen. Schnell ist das Maximum erreicht und man beginnt aus Schlafmangel heraus zu halluzinieren, was beim Zuschauer und den Protagonisten ausreichend Verwirrung stiftet und dem Film unglaublich förderlich ist. Fiktion lässt sich bald nicht mehr von Realität unterscheiden. Während Alex im Haus immer wieder auf verbrannte Puppen stößt, sieht sich Penny von einer unheimlichen Unbekannten verfolgt, die sich sogar einen Weg in ihre (Tag)Träume bahnt. Die Beziehung des Paars wird dabei auf eine harte Probe gestellt. Bald schon beginnt man einander zu misstrauen – paranoid zu werden; klare Entscheidungen können kaum noch gefällt werden.
 
Das raffinierte Umherswitchen zwischen grotesken Halluzinationen, Träumen und erschütternder Realität ist das eigentliche Geheimnis von DARK CIRCLES. Dieser Mix wirkt derart gut konstruiert, dass die undurchsichtigen Gegebenheiten bald nicht nur die Protagonisten verwirren, sondern ebenso den Horrorfilmfreund, der schon bald nicht mehr logisch nachvollziehen kann, was DARK CIRLES denn nun eigentlich sein will. Ist alles Einbildung, die auf Schlafmangel zurückzuführen ist oder beginnt es wirklich im neuen Haus zu spuken? Ist DARK CIRCLES eine klassische Spukgeschichte oder handelt es sich um ein ernüchterndes Drama zweier überforderter Eltern? Eine Rätsel, dass Regisseur PAUL SOTER (CLUB MAD, EIN DUKE KOMMT SELTEN ALLEIN) bis zum Ende gut zu verschlüsseln weiß. SOTER, der sich bisher mit eher leichten Komödie über Wasser halten konnte und nun mit DARK CIRCLES einen ernsthaften (und vollkommen witzfreien) Horrorfilm zaubert, beweist mit seinem ersten Genre-Film, dass er durchaus wandelbar ist und sich in keine Schublade stecken lässt. Der Film ist stimmig, gruselig und ziemlich schnörkellos abgedreht. Die gemächlich erzählte Geschichte lässt sich viel Zeit für die beiden Filmhelden, deren Geisteszustand sich rapide zu verändern beginnt. Der chronische Schlafmangel ist Mutter und Vater ins Gesicht geschrieben. Die tiefen Augenringe sprechen Bände, wobei selbige auch treffend den Filmtitel umschreiben: DARK CIRCLES – zu Deutsch: Augenringe.
 
Mit DARK CIRCLES bekommt der Zuschauer einen klassischen Horrorfilm präsentiert, der eher unscheinbar beginnt und dessen Intensität sich im Verlauf der Geschichte zum einem beängstigenden Szenario entwickelt. Vermutlich sei die Bezeichnung Horrorfilm für diesen Beitrag auch eher unglücklich gewählt. DARK CIRCLES ist lupenreine Mystery für Filmfreunde, die gern subtiles Schaudern auf der Mattscheibe haben. Wirklich blutiges wird DARK CIRCLES nie. Stattdessen wird das Unbehagen mit einfachen Mitteln bewirkt: finstere Schatten, wackelige Bilder des Baby-Überwachungsmonitors und gruselige Kamerafahrten durch die Gänge des Hauses.
 
DARK CIRCLES ist ein eigens unter dem Banner AFTER DARK ORIGINAL produzierter Schocker, der sich durchaus sehen lassen kann. Bisher wurden auf dem amerikanischen AFTER DARK FILMFEST in Toronto ausschließlich fremdfinanzierte Produktionen vorgeführt, die alljährlich unter dem Slogan 8 FILMS TO DIE FOR unzählige Horrorfilmfans zu begeistern wussten. Jetzt produziert das Horrorfest selbst. Waren die letzten dieser hauseigenen Beiträge (AREA 51, THE TASK) eher von durchschnittlicher Qualität, knüpft der aktuelle Film an die grandiosen Anfangszeiten des Indie-Filmfestivals an. Hoffentlich bleiben die kommenden Veröffentlichungen der selbst produzierten AFTER DARK ORIGINAL-Reihe auf gleichem Level, damit sich der Zuschauer auch weiterhin auf vielfältige Werke aus dieser Sparte freuen kann.
 
 
 


 
 
 

DARK CIRCLES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Gefangen in einem Wach-Albtraum. Während die Kids in A NIGHTMARE ON ELM STREET (1984) auf Biegen und Brechen den Schlaf fürchten und nicht nächtigen wollen, würden die Helden in DARK CIRCLES allzu gern schlafen, können es aber nicht. Ein filmisch wunderbar gelöstes Verwirrspiel beginnt, dass spannend bis zur letzten Minute bleibt. DARK CIRCLES ist Mystery, so wie er sein soll: gruselig, reich an Schocks und packend!
 
 
 


 
 
 

DARK CIRCLES – Zensur

 
 
 
Bis auf einen Kehlenschnitt lebt DARK CIRCLES von seiner subtilen Atmosphäre. Hier wird der Schlafmangel und die damit resultierenden Halluzinationen der beiden Protagonisten zum Thema gemacht. Im Film selbst wird sich dabei eher auf das “Erschrecken” des Zuschauers konzentriert, so dass die Gore-Fraktionen nichts Bedeutsames zu Gesicht bekommen wird. DARK CIRCLES wird frei ab 16 Jahren sein.
 
 
 


 
 
 

DARK CIRCLES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Nightmare on Elm Street (1984)

Inside – À l’intérieur (2007)

Die Wiege des Bösen (1974)

Die Hand an der Wiege (1992)


Filmreview: “YellowBrickRoad” (2010)

Yellowbrickroad
 
 
 

YellowBrickRoad – Kritik

 
 
 
Lust auf einen wirklich unwichtigen Film, mit unglaublich stumpfsinniger Handlung und wirklich dilettantisch umgesetzten Spezialeffekten, die den Zuschauer einmal mehr an den Rande des Sekundenschlafs treiben?
Dann eignet sich der hölzerne und gähnend langweilig Möchtegern-Schocker “YellowBrickRoad” als vortreffliche Wahl, zumindest wenn man darauf aus ist, sich den eigentlich gemütlichen TV-Abend ansprechend zu verderben.
 
YellowBrickRoad” ist ein ganz furchtbarer Hirnverdreher und derart “kopflos“, wie es das Filmplakat bereits suggeriert. Die Handlung ist vollkommen unspannend, die Akteure nerven derart, dass man ihnen den schnellen Tod wünscht und die wenigen Krösel-Effekte wirken eher albern, als das sie dem Film überhaupt förderlich wären. Aber alles der Reihe nach.
Bereits im Sommer 2011 durften sich deutsche Genre-Fans von den nicht vorhandenen Schauwerten dieser Indigurke auf dem alljährlichen Fantasy Filmfest überzeugen. Nun, fast 1,5 Jahre später erscheint  “YellowBrickRoad” bundesweit direkt auf Blu-ray und DVD. Dass sich der deutsche Heimkino-Release derart verzögert hat, rührt nicht von ungefähr, denn führt man sich das Endprodukt zu Gemüte, so fragt man sich, warum der hiesige Vertrieb “dtp entertainment AG” derart Quark überhaupt in Deutschland veröffentlichen muss, gibt es doch unzählige andere bisher unveröffentlichte (bessere) Perlen da draußen, die sehnlichst auf eine Veröffentlichung warten.
Bereits nach nur wenigen Minuten wird deutlich, welch nennenswerte Qualität “YellowBrickRoad” überhaupt birgt und die liegt schlicht und einfach darin, den Zuschauer unwillkürlich für dumm zu verkaufen und streckenweise vollkommen desaströs zu langweilen. Vor allem die stümperhaft eingesprochene, deutsche Synchronisation tut da ihr übriges, denn diese sorgt unweigerlich dafür, dass die Nerven des Zuschauers rund 100 Minuten lang überstrapaziert werden.
Dabei beginnt die Geschichte um die mysteriöse Gegend um die “YellowBrickRoad” eigentlich recht vielversprechend.
 
 
 
Einige Wissenschaftler, Forscher und Nichtskönner raffen sich zusammen, um das seltsame Verschwinden der Bewohner einer ganzen Stadt zu untersuchen.
Bereits im Jahre 1940 folgte die Bevölkerung des fiktiven Örtchens “Friar” in “New Hampshire” einem geheimnisvollen Waldweg – keiner derer jedoch, die den Ort verlassen haben, kehrte je wieder lebend zurück.
Nun 70 Jahre später wollen jene Einfaltspinsel derart ungelösten Fall erneut untersuchen und ihre Erkenntnisse in einem Buch niederschreiben. Sie scharren allerhand nützliches Equipment zusammen und folgen jenem sagenumwobenen Waldweg, der einst auch die Einwohner von “Friar” ins Verderben stürzte.
Nach nur wenigen Metern wird klar, dass die Gegend mitnichten so friedlich scheint, wie anfänglich gedacht.
Die Geräte spielen verrückt und schnell stellen die Anwesenden fest, dass das gesamte technische Equipment wenig hilfreich ist, um die Expedition überhaupt fortsetzen zu können. Was nun folgt spottet jeglicher Beschreibung und ist an filmischen Dilettantismus kaum noch zu überbieten. Anstatt den Heimweg anzutreten, beschließen die Crew-Mitglieder dem Vorschlag des Expeditionsleiter “Teddy Barnes” zu folgen. Der scheint noch nicht genug aussagekräftiges Material zu besitzen, um sein Buch zu füllen. Und so kommt es eben, wie der routinierte Filmfreund es vorausahnt. Je tiefer die Anwesenden in den Wald vordringen, umso lauter ertönt ein mysteriöses Gedudel, dass den Anwesenden (und vor allem dem Zuschauer) schier den Verstand raubt. In ihrer Panik teilt sich die Gruppe auf und beginnt sich im Wahn gegenseitig zu dezimieren.
 
 
 
Klingt alles nach vollkommen wirren Bullshit – ist es auch. Auch wenn das grobe Story-Geflecht weitaus ansprechendes Horror-Einerlei mutmaßen lässt, so ist der fertige “YellowBrickRoad” ein niederschmetterndes Filmchen, das durch und durch enttäuscht. Allein schon der ziemlich zähe und langatmige Erzählfluss tapst genüsslich vor sich daher und birgt eine fast schon dreiste Ideenlosigkeit, dass dem Horrorfilmfreund glatt der Spaß am Genre vergehen könnte. Das nervtötend gemächliche Tempo des Filmes erweist sich als unzumutbar, dürfte jedoch unter Filmfreunden mit Schlafproblemen für einen wohlig-erholsamen Tiefschlaf sorgen.
Wirklich viel zu sagen hat “YellowBrickRoad” nicht. Zumindest wenn man einmal die Erkenntnis außen vor lässt, wie unsäglich quälend lang 100 Minuten Filmlaufzeit sein können.
Da werden Lollies gelutscht und von giftigen Beeren genascht, obwohl wenige Minuten zuvor vor der Ungenießbarkeit der Früchte gewarnt wurde.
Da stibitzt eine Protagonistin aus Hunger den letzten Proviant, um wenige Minuten später freiwillig und ohne jegliche Logik von einer Felsklippe zu springen.
Sinn ergibt das wirre Gequassel und die peinlichen Interaktionen der Anwesenden selten und so reduziert sich der Film allein darauf, irgendwie ein Ende zu finden.
Das ist natürlich schnell gefunden. Anstatt die zugrunde liegenden Gegebenheiten in irgendeiner Weise kreativ zu Ende zu spinnen, sorgt die unzureichende Phantasie der Drehbuchautoren dafür, dass die wenigen Charaktere ein schnelles und vor allem unwichtiges Ende finden.
Demnach metzeln sich die Helden der Geschichte uninspiriert um die Ecke, sodass nach gefühlten Stunden endlich der Abspann über den Bildschirm flimmern darf.
 
 
 
YellowBrickRoad” ist ein ganz einfältiges Filmchen, auf das man als Filmfreund gänzlich verzichten kann. Hier stimmt einfach rein gar nichts. Die Erzählung ist zäh, unwichtig und eindeutig viel zu lang. Die handvoll unwichtiger Protagonisten beginnen schon nach nur wenigen Minuten zu nerven und die ganze Inszenierung erweist sich als einschläfernde und vor allem dilettantische Nummernrevue ohne Sinn und Verstand. Die Effekte wirken eher unfreiwillig komisch, als das sie ängstigen sollen (da reißt ein Charakter einer Protagonistin eigenhändig (!) eine Bein aus), sodass selbst Gorehounds keinen Spaß mit dieser Gurke haben dürften. Gott weiß, was in die beiden Regisseure Jesse Holland und Andy Mitton gefahren sein muss, als sie die glorreiche Idee hatten, diesen minderbemittelten Film zu drehen. Vermutlich haben die beiden sich in irgendeiner Bar gehörig besoffen, um wenige Minuten später ein unzureichend plausibles Drehbuch zu Papier zu bringen, dass innerhalb weniger Tage mit einer handvoll untalentierter Nachwuchspappnasen auf Zelluloid gebahnt werden musste. Wohlmöglich wäre es dem Film förderlicher gewesen, hätten sich die Macher hinter “YellowBrickRoad” vor der Realisierung ihrer Schlaftablette einige bessere Vertreter des Genres zu Gemüte geführt, um zu studieren, wie ein “guter” Horrorfilm auszuschauen hat!
Auch wenn es hierbei im einen Indie-Film handelt, so hat man aus derart Sektor bereits schon unzählig bessere und vor allem innovative Vertreter gesehen. Wer allein nur nach guten Filmen Ausschau hält, der sollte um “YellowBrickRoad” einen großen Bogen machen. Denn dieser Film ist einer dieser Beiträge, nach deren Sichtung man unweigerlich bereut, überhaupt kostbare Lebenszeit für derart hirnrissigen Schund verschwendet zu haben.
 
 
 


 
 
 

YellowBrickRoad – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
Haste Einschlafprobleme? Oder suchst Du noch nach einem passenden Geschenk für Bekannte, die Du eigentlich weniger magst – “YellowBrickRoad” bittet die Lösung!
 
 
 


 
 
 

YellowBrickRoad – Zensur

 
 
 
Die deutschen Fassung ist mit “keine Jugendfreigabe”-Kennzeichnung ungeschnitten.
 
 
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YellowBrickRoad – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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The Tunnel (2011)


Filmreview: “Smiley” (2012)

Smiley (2012)
 
 

SMILEY

Story

 
 
 
Die unbeholfene und zurückhaltende Ashley ist neu an der Uni und findet Halt bei ihrer Kommilitonin, Mitbewohnerin und Freundin Proxi, die ihr Unterschlupf in ihrer Villa bietet. Bei einer trinkfreudigen Party erfahren die beiden von der urbanen Legende des SMILEY. Einem ominösen Serienkiller, der durch das World Wide Web spukt und seinen Opfern in diversen Cam-Chat-Räumen auflauert. Glaubt man den mysteriösen Erzählungen, so meuchelt die ominöse Gestalt den ahnungslosen Chatpartner kaltblütig nieder, sobald man virtuell drei mal nach ihr ruft. Zuvor noch als Hirngespinst belächelt, beginnt die seltsame Legende das Interesse der beiden Freundinnen zu wecken. Schnell durchstöbern die beiden die unzähligen Chaträume des Internets um nach einem potenziellen Probanden für ihr makabres Experiment zu suchen. Der lässt nicht lange auf sich warten und so staunen die beiden Mädchen nicht schlecht, als das Gegenüber von SMILEY höchstpersönlich ins Jenseits befördert wird, nachdem die Freundinnen drei Mal den Satz “I did it for the lulz” in das Dialogfeld ihres Laptops hämmern. Anfänglich noch für einen schlechten Scherz gehalten, ist es Ashley die nach und nach von Schuldgefühlen geplagt wird und scheinbar den Verstand zu verlieren scheint, weil sie glaubt von SMILEY verfolgt und tyrannisiert zu werden.
 
Ist der Killer wirklich real, oder entspringt er allein nur der Vorstellungskraft der labilen Ashley?
 
 
 


 
 
 

SMILEY – Kritik

 
 
 
Wer kennt sich nicht, die urbane Legende der Bloody Mary, die auch heute noch Stoff für immer wieder neue Horrorfilm-Produktionen bietet. Unzählige Unwissende haben in den bisher diversen Genre-Filmen mit ihrem Leben gepokert, nachdem sie drei mal erwartungsvoll nach dem Geist der jungen Damen gerufen haben. Und auch der aktuelle Horrorbeitrag SMILEY macht keinen Hehl daraus, sich dreist dieser altbekannten Geschichte zu bedienen, um sie ins 21.Jahrhundert zu transferieren und die Erzählung rundum erneuert ins Internet zu verlegen, damit sie unweigerlich zum aktuellen Zeitgeschehen passt. Eigentlich keine schlechte Idee, wäre da nicht das unglaublich miese, unwichtige und vollkommen hirnrissige Drehbuch, dass dem Film regelrecht das Genick bricht. Denn SMILEY ist einer dieser kleinen Horrorproduktionen, die Dank eines hübsch-ansprechenden Trailers mehr versprechen, als der Film selbst überhaupt zu bieten hat. So wirklich einordnen lässt sich MICHAEL J. GALLAGHERS aktuelle Regiearbeit nämlich nicht. Denn gänzlich der Erwartungen der Fan-Base handelt es sich bei SMILEY um keinen traditionellen Teenie-Slasher, wie man es vermutlich nach Sichtung des Trailers erwarten dürfte. Vielmehr beschäftigt sich Gallagher mit dem Phänomen “Internet”, dessen Verbreitungs- und Manipulationsmöglichkeiten und dem Tabuthema des “Cyber-Mobbings”, dessen Auswirkungen meist katastrophale Auswirkungen für die Betroffenen zur Folge hat. Hierbei jongliert der Nachwuchsregisseur derart engstirnig mit der kontroversen Thematik, dass er gänzlich den Bezug zum eigenen Film zu verlieren scheint und vollkommen vergisst, dass er eigentlich einen Horrorfilm erzählen möchte. Warum er letztendlich ein derart brisantes Thema überhaupt mit einem Genre-Film verbindet vermag Regisseur MICHAEL J. GALLAGHER vermutlich selbst nur allein zu beantworten wissen, denn SMILEY kocht derart Erklärungs- und Interpretationsansätze auf Sparflamme. Filmfreunde, die hier einen bluttriefenden Slasher-Flick erwarten, dürften bedingungslos enttäuscht werden, denn von derben Morden ist (abgesehen zu Beginn und kurz gegen Ende) weit und breit keine Spur. Stattdessen konzentriert sich die Geschichte einzig und allein auf die labile Ashley, die in regelmäßigen Abständen das mysteriösen Internet-Phantom zu Gesicht bekommt, davon läuft und allmählich den Versand zu verlieren scheint, zumal ihr niemand Glauben schenken und ihr bei dem Kampf gegen den Killer beistehen möchte.
 
Dabei beginnt dieser Horror-Schnell-Schluss eigentlich recht vielversprechend. Die Einführungssequenz beweist Talent sowie handwerkliches Geschick und der obligatorische Intro-Mord sitzt mit all seinen vorhersehbaren Schocks deftig. Auch der ominöse Killer, der in seiner Darstellung eher Übernatürliches vermuten lässt, weiß mit seiner grotesken Maske zu überzeugen. Doch statt auf konventionellen Wege altbekannte Regeln und Klischees abzuhaken verliert sich SMILEY in purer Langeweile. Der gesamte Film hat damit zu kämpfen, überhaupt irgendeine halbwegs vernünftige Geschichte zu erzählen. Dabei darf der Zuschauer der jungen Ashley beiwohnen, wie sie verwirrt und planlos von einem Setting zum nächsten irrt. Die junge Protagonistin kämpft sich durch das stressigen Uni-Leben, vergnügt sich mit einem seltsamen Außenseiter und sitzt verzweifelt auf der Polizeiwache, um die Beamten von der Existenz eines Internet-Killers zu überzeugen. Wirklich spannend wird es zu keiner Zeit, ganz Geschweige davon, dass der maskierte Mörder überhaupt erwartungsgemäß zur Tat schreitet.
 
Bis kurz vor Ende bleibt ungewiss, ob der Killer real oder fiktiv ist, wobei der unerwartete Story-Twist einmal mehr beweist, wie armselig so mancher Drehbuchschreiber um sein Überleben pinseln muss, um seine unlogischen Drehbücher an den Mann bringen zu können. Die letztendliche Auflösung der Geschichte gestaltet sich derart hanebüchen und aufdringlich konstruiert, dass man sich als hungriger Horrorfilmfreund schon irgendwie hintergangen fühlt und am liebsten das Geld für das Kinoticket zurück erstreiten möchte. Mit seinen gerade einmal 24 Jahren hat Regisseur MICHAEL J. GALLAGHER einen wahrhaft souverän gedrehten Film abgeliefert – zumindest was technische Belange betrifft. Inhaltlich ist SMILEY null die Bohne wert, denn selten hat man einen Film gesehen, der soviel Potenzial verschenkt hat. Der Killer ist Bombe, dessen Maske wahrlich unheimliche und die Tatsache, dass er aus dem Internet heraus auf unnatürlichem (?) Wege seinen Blutdurst stillt, eigentlich überaus spannend. Das Endergebnis ist eine einzige Enttäuschung. Keiner der guten Ansätze wurde überhaupt genutzt und so bleibt ein überaus unwichtiger und gehaltloser Film, der absolut unspannend vor sich her plätschert und dessen durchaus konstruiert wirkendes Ende diesen bedeutungslosen Film auch nicht mehr über den Durchschnitt rettet.
 
 
 


 
 
 

SMILEY – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Selten hat man einen Film gesehen, der trotz guter Voraussetzungen sein gesamtes Potenzial verschenkt hat. SMILEY ist trotz gutem Killer-Design ein arg öder Gruselstreifen, der des reißerischen Covers/Trailers wegen vollkommen falsche Erwartungen weckt.
 
 
 


 
 
 

SMILEY – Zensur

 
 
 
Aufgrund kaum vorhandener Morde ist die deutsche Fassung ungeschnitten mit FSK16 durch die Prüfstelle gekommen. Demnach kann der Horrorfan beruhigt zugreifen. Für eine Freigabe musste nämlich an SMILEY nicht geschnippelt werden.
 
 
 


 
 
 

SMILEY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
SMILEY Blu-ray

(c) Ascot Elite Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Smiley; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Deleted Scenes, Gag Reel, Trailer

Release-Termin: 25.02.2014

 
 
 

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Smiley – Trailer

 
 
 

 
 
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The Sleeper (2011)

 

 


Filmreview: “The Pact” (2012)

"The Pact" (2012) - Filmplakat - Filmreview und Filmkritik auf Filmcheck
 
 
 

The Pact – Story

 
 
 
Nachdem Annie und ihre Schwester vom plötzlichen Tod ihrer sadistisch veranlagten Mutter erfahren zieht es die beiden Geschwister, trotz arger Bedenken, zurück in das mütterliche Anwesen, einem kleinen Haus am Rande der Stadt. Doch mit dem Eintreffen der jüngeren Schwester Annie geschehen plötzlich seltsame Dinge. Nicht nur, dass die Ärmste von einer unheimliche Präsens attackiert und durch das mütterliche Heim geschleudert wird, auch von ihrer älteren Schwester fehlt weit und breit jegliche Spur. Als Annie , nach diversen Albträumen und unerklärlichen Visionen allmählich nach Erklärungen für die seltsamen Vorkommnisse forscht, stößt sie auf die Spur eines Geistes, der zwangsläufig mit der verunsicherten Frau Kontakt aufnehmen möchte …
 
 
 


 
 
 

The Pact – Kritik

 
 
 
Nach den erfolgreichen Geister Indie-Hits „Paranormal Activity“ und „Insidious“ ist der Geister-Horror aus dem Kino und aus den weltweiten Videotheken nicht mehr wegzudenken! Demzufolge lockt derart munterer Genre-Stoff auch unzählige Filmneulinge dazu ihre ganz eigenen Filmvisionen und Ideen cineastisch möglichst kreativ umzusetzen. Oftmals unbrauchbar belanglos, manchmal aber auch überraschend unterhaltsam und innovativ. „The Pact“ des ambitionierten Nachwuchsregisseurs Nicholas McCarthy ist dabei eine Produktion, die die Fans des Fantastischen Films vermutlich in zwei Lager spalten dürfte. Dabei wird schnell deutlich, dass es sich bei McCarthy´s Spielfilmdebüt um einen recht sperrigen und sehr gemächlich erzählten Gruselfilm handelt, der nur am Rande des Thema „Spuk“ fokussiert und der eigentlich mehr Drama und Detektiv-Story ist, als waschechter Spukfilm. Zwar knarren hier ebenso Türen, kommt ein Medium zum Einsatz und Ouija-Bretter finden an Bedeutung, aber in Anbetracht der überraschenden Wendung am Ende des Films und vor allem des unplausiblen Abschlusses dürften sich aufgeschlossene Filmfreunde schon mehr als veräppelt und hintergangen fühlen. Unplausibel ist vermutlich die beste Umschreibung des titelgebenden „Pakts“ der eigentlich rein gar nichts mit dem eigentlichen Films zu tun hat. Eine logische Erklärung dessen fehlt nämlich im Film gänzlich und lässt den Zuschauer nur spekulieren, welchen Sinn der Titel mit dem fertigen Film überhaupt gemein hat.
 
Aber nicht nur beim Filmtitel lässt Regisseur Nicholas McCarthy die Suggestionskraft der Filmzuschauers spielen, auch diverse Logiklöcher in der Handlung lassen sich mit (zugegeben einfachen, aber effektiven) Schocks und treffsicheren Gänsehautmomenten nicht wirklich gekonnt kaschieren. So fallen die Logik- und Plotlöcher mit fortlaufender Spiellaufzeit offensichtlicher ins Gewicht und gipfeln in einem Finale, dass unglaubwürdiger nicht hätte ausfallen können. Die abschließende, fast schon grotesk-surreal anmutende, Endsequenz wirkt absolut deplatziert und hinterlässt bereits unzählige neue Fragen beim Zuschauer, die natürlich nicht beantwortet, sondern die allein zur Spekulation in den Raum geworfen werden.
 
Trotzdem, wer sich auf diesen Film einlässt und sich mit dieser doppeldeutigen Erzählweise anfreunden kann, deren plausible Erklärungen allein nur in der Vorstellungskraft des Filmfreundes „erraten“ werden können, erlebt mit „The Pact“ einen recht schickes und höllisch unheimliches Mystery-Drama, dass den interessierten Filmfreund vermutlich so schnell nicht wieder loslassen wird. Das Häuschen der Mutter ist mit all den morbid-alten und geschmacklich fragwürdigen Tapeten wie für einen Film dieses Kalibers geschaffen. Zocker-freudige Filmfans, die sich noch gut an den 2. Teil der Videospielreihe „Silent Hill“ erinnern können, dürften sich zumindest was das altmodische schrullige Setting betrifft, direkt heimisch fühlen. Aufgrund des recht subtilen Untertons von „The Pact“ in Kombination mit dem sehr gelungenen Sounddesign (zumindest dann, wenn die Bedrohung in Erscheinung tritt) und der düster-unheimlichen Ausstattung sind minimale Parallelen zu einem „Silent Hill 2“-Game nicht von der Hand zu weisen.
 
 
Mit „The Pact“ erlebt der Filmfreund ein sehr wortkarges Grusel-Drama das nicht jedem Horrorfilmfreund munden dürfte. Puristen, die nach plausiblen Antworten dürsten, dürften bei diesem Debüt-Werk unbefriedigt den Kinosaal verlassen. Vielmehr lebt „The Pact“ von seiner wirklich morbiden und unheimlichen Atmosphäre und von den vielen Schlüsselszenen bekannter Genrewerke („Shutter“, „Silent Hill“, „The Inkeepers“, „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“, „The Entity“) welche Regisseur Nicholas McCarthy zwar dreist stibitzt, aber dennoch zu einem recht kreativ-sehenswerten Eigenem zusammenbastelt. „The Pact“ nährt von seinen sehr beängstigenden Bildern und Kamera-Spielereien (eine Flucht der Protagonistin wird in Zeitlupe erzählt), die zu Recht nur puristisch (wenn überhaupt) mit Musik unterlegt werden. Außerdem besitzt McCarthy´s Erstlingswerk viele starke dramaturgische Momente die wirklich zu gefallen wissen, allen voran die Szene in der ein blindes Medium den Schauplatz der Gegebenheiten untersucht und die Hauptprotagonistin mit ihrem rätselhaften Geplapper vollkommen verunsichert.
Leider schaffen es die oftmals sehr simplen, aber dennoch sehr raffiniert eingesetzten Schockszenen nicht vom arg löchrigen Drehbuch abzulenken, denn immer dann wenn der Zuschauer nach Antworten der Gegebenheiten sucht, gerät das Drehbuch in Erklärungsnot. Das hinterlässt bei diesem, eigentlich sehr sehenswerten, Indie-Film einen überaus ungenießbaren Beigeschmack und macht „The Pact“ dadurch gerade mal zu üblicher Durchschnittsware. Schade!
 
 
 


 
 
 

The Pact – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Ein eigentlich guter Film mit einer ganz eigenen (Erzähl- und Bild)Sprache, der aber permanent in Erklärungsnot gerät und zu viele offene Fragen in den Raum wirft. Dennoch, für ein Debüt-Werk absolut passabel!
 
 
 


 
 
 

The Pact – Zensur

 
 
 
Die FSK 16er Freigabe in Deutschland ist ungeschnitten!
 
 
The Pact [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen
 


 
 
 

The Pact – Trailer

 
 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
 
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Cassadaga (2011)

The Innkeepers (2011)

The Awakening (2011)


Filmreview: “Cassadaga” (2011)

cassadaga
 
 
 

Cassadaga – Story

 
 
 
Nachdem die gehörlose Grundschullehrerin Lily Morel ihre geliebte kleine Schwester bei einem Autounfall verliert bricht für die junge Frau eine Welt zusammen. Um die Geschehnisse zu verarbeiten und um den Kopf wieder frei zu bekommen beschließt sie sich nach „Cassadaga“ zurückzuziehen, wo sie sich auch gleich dem Vater einer ihrer Kunst-Schülerinnen anvertraut und sich in selbigen verliebt. Doch der Friede ist nicht von langer Dauer. Nach einem missglückten Séance und dem Versuch mit der toten Schwester in Verbindung zu treten wird Lily fortan vom Geist einer Frau verfolgt, der die junge Lehrerin dazu drängt die mysteriösen Umstände ihres tragischen Todes aufzuklären. Währenddessen zieht ein brutaler, von Puppen besessener, Killer in dem kleinen idyllischen Örtchen durch die Parkanlagen, um sich der Körper attraktiver Frauen zu bemächtigen, deren Glieder er in seinem Keller auf groteske Art und Weise zu Marionetten zusammenflickt.
 
 
 


 
 
 

Cassadaga – Kritik

 
 
 
Anthony DiBlasi, der zuletzt mit der Clive Barker Verfilmung „Dread“ für Aufsehen in der Horrorfilmszene gesorgt hat, gibt seinen zweiten abendfüllenden Spielfilm zum Besten. Anders als in seinem letzten Beitrag, in dem er sich recht gekonnt auf das psychologische Ergründen menschlicher Urängste konzentrierte, serviert uns Regisseur Anthony DiBlasi mit „Cassadaga“ einen recht konventionell gestrickten Horrorfilm, der sich nur recht oberflächlich der psychologischen Schiene bedient und selbige im Film kaum Beachtung findet. Schade eigentlich, denn bereits die Einführung in die Geschehnisse von „Cassadaga“ lies derartiges Hoffen. Ein kleiner freudiger Knabe, wird von der Mutter beim Puppenspiel mit einigen Marionetten ertappt und für seine „Neigung“ konsequent bestraft. Einige Jahrzehnte später hat dem, nun erwachsenen Mann, die dominante Erziehung der Mutter derart psychisch geprägt, dass er fortan durch die Gärten zieht, um unschuldige Frauen zu überwältigen und in den eigenen Hobbykeller zu verschleppen. Dort „funktioniert“ er seine weiblichen Opfer zu grotesken Marionetten um, um sich daraufhin an dem Leiden der wehrlosen Wesen sexuell zu ergötzen. Wer hier dennoch glaubt, dass DiBlasi die Psyche eines Serienkillers erforscht, der irrt. Vielmehr sind die wenigen grotesk bebilderten Szenen aus dem Hobbyheimwerker-Keller einzig dafür in die Szenerie gestreut, um „Cassadaga“ auch unter Horrorfans interessanter zu machen und den Film etwas düsterer und reißerischer zu gestalten, denn eigentlich hat der Film diesen überflüssigen Parallel-Plot gar nicht nötig und mag irgendwie nicht zum Grundton der eigentlichen Geschehnisse passen. Denn die Haupthandlung folgt der tauben Hauptprotagonistin Lily, die sich in eine recht abstruse Geistergeschichte verirrt, deren Rätsel sich Schritt für Schritt versucht zu lösen. Dass dem geübten Zuschauer die Verbindung zwischen dem recht aggressiv in Erscheinung tretenden Geist und der parallel erzählten Serienkiller-Story auf Anhieb logisch erscheint ist leider eines der großen Mankos von „Cassadaga“, denn dieses ist leider viel zu schnell ersichtlich und nicht wirklich neu. Die Story vom wütenden Geist, der die Auflösung seines tragischen Todes fordert, hat die Genre-Welt leider zu oft thematisiert („What Lies Beneath“ oder „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“) und birgt, trotz einiger formgerecht eingestreuter Folter-Tortur-Schnipsel, keine gänzlich neuen Facetten. Trotzdem, „Cassadaga“ überrascht dennoch mit einigen sehr ansprechenden Momenten, wobei dem Zuschauer das Rätselraten um die Identität des perversen Irren die gesamte Filmlaufzeit über gehörig auf Trapp hält. Dass im permanenten hin und her switchen zwischen Geister- und Killer-Genre so einige unschöne Logikschnitzer auffallen und seltsam aufdringliche Zufälle und überflüssige Handlungsstränge ins Gewicht fallen, mag man DiBlasi nicht verübeln, zumal sein erneuter Ausflug ins phantastische Genre kaum störende Längen aufweist und fast zwei Stunden kurzweilig zu unterhalten weiß.
 
 
Die zweite Regiearbeit „Cassadaga“ des Amerikaners Anthony DiBlasi ist ein recht sehenswerter Mix aus diversen Sub-Genres, der trotz recht konventioneller Inszenierung recht kurzweilig erscheint und packend zu unterhalten weiß. Das große Plus in seinem Thriller ist hierbei die recht sympathische Hauptdarstellerin Lily, gespielt von Kelen Coleman, die den recht düsteren und kühlen Gegebenheiten eine gewisse Emotionalität verleiht und dem Zuschauer einmal mehr zum frivolen Mitfiebern einlädt. Einige seltsame Umstände fallen dennoch ins Gewicht. So fragt sich der Zuschauer den gesamten Film über, welchen dramaturgischen Sinn, die zu Beginn penibel eingeführte Gehörlosigkeit der Protagonistin besitzt, wenn ihr Manko doch kaum irgendeine Relevanz für den Fortlauf der Geschichte besitzt. Auch erschließt sich nicht so recht das Motiv der Taten des Killers „Geppetto”, dass nur oberflächlich zu Beginn des Films beleuchtet wird und kaum Zeit findet im Film weiter ausgebaut und erklärt zu werden. Trotzdem, die Symbiose zwischen Geister- und Folterfilm sowie dem Serienkiller-Thema funktioniert, trotz ersichtlicher Disharmonie, überraschenderweise erstaunlich solide. Auch wenn ich nach wie vor der Meinung bin, dass „Cassadaga“ die Killer- und Folterschiene nicht nötig gehabt hätte und sich oftmals das Gefühl aufdrängt, als könnte sich „Cassadaga“ nicht entscheiden, was er denn nun eigentlich sein möchte, weiß der Film fast 100 Minuten durchweg zu unterhalten. Dennoch, dieser kleine sauber abgedrehte ambitionierte Indipendent-Film wird, trotz vieler inhaltlicher Mängel, mit Sicherheit seine Liebhaber finden. Verdient hätte er es allemal!
 
Im übrigen: wer bis nach dem Abspann wartet, dürfte eine kleine Überraschung erleben.
 
 
 


 
 
 

Cassadaga – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Einige verstörende Folterszenen hier, ein paar Geister-Schockszenen da und fertig ist der Genre-Mix Marke „Cassadaga“. Zwar nicht sehr innovativ und nicht wirklich perfekt, aber trotzdem recht unterhaltsam und spannend! Darf man sich gerne ansehen!
 
 
 


 
 
 

Cassadaga – Zensur

 
 
 
Trotz der recht problematischen Thematik ertrinkt „Cassadaga“ nicht in Tonnen von Gedärm und Lebenssaft. Freunde, die hier extremes Folter-Gekröse erwarten dürften ersichtlich schnell enttäuscht werden, da hier kaum etwas von dessen explizit gezeigt wird und vorwiegend im Off stattfindet. Demnach dürften Filmfreunde den Film mit etwas Glück in einer ungeschnittenen FSK16er Freigabe erwarten, wobei ich aber davon ausgehe, dass Anthony DiBlasi´s zweite Filmauswertung in hiesigen Gefilden mit einer ungeschnittenen „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichung abgestraft werden wird.
 
 

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Cassadaga – Trailer

 
 
 

 
 
 

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Filmreview: “Babycall” (2011)

 

 

Nachdem uns die Schweden zuletzt mit ihrem kongenialen Vampir-Drama „So finster die Nacht“ eindrucksvoll bewiesen haben, dass auch nordeuropäisches Gruselkino in der Lage sein kann, für gehörig Gänsehaut zu sorgen, erscheint demnächst ein weiterer Vertreter aus dem fernen Norden auch in unseren Gefilden.

Der norwegische Mysterythriller „Babycall“ scheint auf den ersten Blick gewisse Parallelen zum obig genannten schwedischen Meisterwerks zu besitzen, handelt „Babycall“ doch auch von trostloser Einsamkeit, von der Suche nach Geborgenheit und Verständnis und von Menschen, die eigentlich anders sind, als deren Umfeld.

Mutter „Anna“ und ihr wortkarger 8-jähriger Sohn sind derart bemitleidenswerte Kreaturen.

 

 

Nachdem Sohn „Anders“ jahrelang vom eigenen Vater misshandelt wurde, ziehen Mutter und Sohn in die anonyme Großstadt um in einer kleinen Sozialwohnung ein neues Leben zu beginnen.

Doch der erhoffte Neubeginn birgt Unmengen an Problemen und Herausforderungen.

Fast panisch überwacht und kontrolliert „Anna“ ihren kleinen Schützling, immer die Angst im Nacken, dass der Kindsvater herausfinden könnte, wo sich die kleine Familie momentan aufhält.

In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an den Elektronikfachverkäufer „Helge“, der ihr ein Babyphone verkauft, mit welchen „Anna“ auch des Nachts unbekümmert jeden Schritt des Sohnes verfolgen kann.

Es dauert nicht lang, bis die besorgte Mutter, seltsame Schreie und Geräusche aus dem neu erstandenen Utensil wahrnimmt, deren Herkunft sie nicht erklären kann …

 

 

Vorab, der Film(trailer) sorgt freilich für überaus Verwirrung, denn mit „Babycall“ hat Regisseur Pål Sletaune einen zwar soliden Film geschaffen, der aber mehr Sozialdrama ist und nur minimale Mystery-Elemente vorweisen kann.

Wobei diese Genre-Unschlüssigkeit das größte Problem dieses Thrillers ist, denn die Mystery-Elemente passen einfach nicht zum Grundgedanken des Filmes und wirken, gerade zum Ende hin, zunehmend konstruiert und vor allem vollkommen deplatziert.

Dabei hätte die zutiefst traurige Geschichte derart Schiene gar nicht nötig gehabt, lebt sie doch allein von den 3(!) Hauptprotagonisten, die sich fast 90 Minuten ohne Worte zu verständigen wissen und der wahrhaftig genialen Bildkomposition, die es ohne großartiges virtuoses Tam-Tam mit minimalen Mitteln schafft, ein unglaublich depressives und hilfloses Gefühl beim Zuschauer zu entwickeln.

Farbenfrohe Szenen sucht man hier vergebens, eine begleitenden akustische Untermalung ebenso, denn die tritt nur in wenigen ruhigen Minuten in Erscheinung, sodass sich der Zuschauer gänzlich auf das absolut vortreffliche Schauspiel der wenigen Protagonisten konzentrieren kann.

Noomi Rapace , in der Rolle als hilflose Übermutter „Anna“ ist vortrefflich gewählt, unterstreicht ihr psychisch labiles Schauspiel den vollkommen zermürbenden Grundton des Filmes.

Auch Kristoffer Joner als Elektro-Fachverkäufer „Helge“, der sich in die hilflose „Anna“ verliebt, sie aber emotional nicht erreicht, ist in seiner Darstellung zwar überaus zurückhaltend fügt sich dennoch perfekt in die trostlose Handlung ein.

Leider passen die vollkommen aufdringlichen Gruseleffekte nach Annas Kauf des Babyphones nicht wirklich in die Handlung und zerstören den wesentlichen Teil, der arg verstörenden Atmosphäre des Films. Das ist recht schade, denn diese Genre-Unschlüssigkeit schraubt die Filmqualität enorm gen Keller. Hier wollte Regisseur Pål Sletaune vermutlich den ganz großen Coup beweisen und mit einem trefflich überraschenden Storytwist im Stile eines M. Night Shyamalan punkten. Gebracht hat das leider wenig, denn seine unbrauchbare Auflösung fühlt sich an, wie kalter ungenießbarer Kaffee, den man in derart Form in fast schon jedem zweiten Mysterythriller der letzten Jahre gesehen hat.

Babycall“ ist leider eine kleine Enttäuschung geworden. Es gibt wahrlich viele gute Ansätze, die den Film hätten über den Durchschnitt heben können. Ein fast schon unerträglich trauriger und depressiver Grundton unterstreicht den gesamten Film. Die schauspielerischen Qualitäten sind vortrefflich, wäre da nicht der erzwungene Mystery-Abklatsch ab Filmmitte, der den Film vollkommen unbrauchbar macht.

Hätte sich Regisseur Pål Sletaune gänzlich auf die Drama-Komponente konzentriert wäre ihm ein einzigartiger Film gelungen, der mit seinem kontroversen Filmstoff mit Sicherheit den ein oder anderen Zuschauer zum Nachdenken hätte anregen können.

Das Endresultat ist recht ernüchternd und bietet leider nur noch durchwachsene Filmkost, deren Logiklücken gen Ende hin unweigerlich schwer ins Gewicht fallen – überaus Schade!

 

 

 

Fazit 5,5 / 5 Punkten

 

Ein durchschnittlicher Film, der sich leider vollkommen in seinem überflüssigen Genre-Wirrwar verirrt.

Eigentlich schade, zumal die bedrückende Sozialdrama-Komponente zu gefallen weiß.

Deutschlandfilmstart: Juni 2012

FSK-Prognose: ungeschnitten mit FSK16

 

 

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