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Filmreview: “The Occupants” (2014)

The Occupants 2014
 
 
 

THE OCCUPANTS

Story

 
 
 
Das Leben hat es bisher mit Lucy und Wade gut gemeint. Die beiden sind ein glücklich verheiratetes Paar, haben ein erfülltes Berufsleben und sind stolze Eltern eines gesunden Babys. Leider währt die Freude am neuen Familienglück nicht lang, denn nach Bezug des kleinen Eigenheims passieren seltsame Dinge. Immer wieder wird Lucy von seltsamen Visionen heimgesucht, in denen sie einen Familienvater sieht, der Frau und Tochter um die Ecke bringt. Die junge Frau sucht sich Rat bei ihrer Babysitterin und einem Medium, die der verängstigten Mutter jedoch nicht helfen können. Schon bald scheint Lucy an ihrem Verstand zu zweifeln. Sie geht den Geschehnissen auf den Grund und stellt fest, dass sie selbst in Verbindung mit den Vorkommnissen steht und plausible Erklärungen für den Spuk in ihrer Vergangenheit suchen muss …
 
 
 


 
 
 

THE OCCUPANTS – Kritik

 
 
 
Auch das Spukgenre unterliegt vordiktierten Regeln. Meist wird dort eine glückliche Familie mit merkwürdigen Vorfällen konfrontiert, die den Besuch eines Mediums zu Folge haben. Das wittert eigentlich fast immer die Anwesenheit rastloser Seelen, die den Lebenden mit stets gleichen Streichen zur Last fallen. Es schlagen Türen ins Schloss, Gegenstände bewegen sich wie von Geisterhand und Familienmitglieder werden von unsichtbaren Gegnern heimtückisch attackiert. Am Ende verliert sich fast jeder Geisterfilm im obligatorischen Effektgewitter, bei dem die Leidgeplagten mit vereinten Kräften versuchen die unwillkommenen Gäste zurück in ihre Welt zu drängen. Das gelingt zwar meist immer, hält die meisten Filmemacher aber nicht davon ab, sich ein Hintertürchen für eine mögliche Fortsetzung offen zu halten.
 
Mit THE OCCUPANTS meldet sich der nächste Streifen dieser Art zu Wort. Hier flimmert sogar vor Filmbeginn der Banner der vermutlich langlebigsten Horrorzeitschrift der Welt über den Bildschirm: FANGORIA. Seit nunmehr 30 Jahren gehört das Blatt zur Pflichtlektüre amerikanischer Horrorfans und produziert seit den frühen 90ern sogar eigene Filme. In letzter Zeit „präsentiert“ FANGORIA aber auch gern hin und wieder mal und verhilft dadurch manch wertlosem Horrorschund zu bescheidenem Ruhm. Einer dieser, für den Heimkinomarkt gedrehten Streifen ist THE OCCUPANTS, der vermutlich ohne die Unterstützung des Horrorheftchens kaum Aufmerksamkeit erhalten würde. Regisseur TODD ALCOTTS zeichnet verantwortlich und harkt ganz ungeniert die populäre Liste der bekannten Geisterklischees ab. Dass das bei der nahezu unfassbaren Menge an ähnlich gestrickten Werken so rein gar nicht mehr vom Hocker reißen will, dürfte auf der Hand liegen. Die Familie ist vorhanden, die Geister sind da und das Medium hat es auch in den Film geschafft, um den Heimgesuchten Beistand zu spenden. Bei derart Vorhersehbarkeit leidet die Spannung erheblich, denn aufgrund permanenter Einfallslosigkeit dürfte der Zuschauer an THE OCCUPANTS ganz schnell das Interesse verlieren.
 
THE OCCUPANTS ist schnell und billig gedrehter Horror-Trash, wie man ihn eigentlich fast nur noch auf der Mattscheibe erlebt. Der Rohrkrepierer erinnert vornehmlich an TV-Massenware und lässt kaum Atmosphäre aufkommen. Wie soll die sich auch entwickeln, wenn man gänzlich auf die für das Subgenre essentiellen optischen und akustischen Raffinessen verzichtet. Die Geräuschkulisse ist platt; unheimliche Momente, die durch virtuoses Zusammenspiel von Licht und Schatten bewirkt werden, existieren nicht. Zudem fehlt auch der Behausung der gespenstige Feinschliff. ALCOTTS lässt seine Protagonisten in stilvoller Moderne ums Überleben kämpfen. Die gruselig-gotische Spukvilla sucht man vergebens; vermutlich hätte man für derart Kulisse auch gar kein Budget gehabt. Immerhin geben die beiden Hauptdarsteller ihr Bestes. CRISTIN MILIOTI (könnte als kleine Schwester von JENNIFER LOVE HEWITT durchgehen) ist stets konzentriert bei der Sache, vergisst aber immer mal wieder, dass sie hier nicht auf der Theaterbühne steht, sondern für einem beliebigen Horrorfilm vor der Kamera. Etwas euphorisches Overacting kann ja manchmal ganz erheiternd sein, geht aber schnell auf den Zünder, wenn der Schauspieler vergisst, dass die Macher des Films eigentlich ernste Absichten hegen und kein Spoof-Filmchen drehen wollen. MICHAEL RADY als Ehegatte Wade fällt da schon angenehmer auf, ist aber in THE OCCUPANTS ohnehin nur Nebendarsteller, dreht sich die Geschichte vornehmlich um Mutter Lucy (CRISTIN MILIOTTI), die im Verlauf der Handlung eine psychische Verwandlung durchlebt. Die betreut anfangs misshandelte und verängstigte Frauen und wird am Ende selbst zur traumatisierten Irren deklariert, weil sie von längst verdrängten Kindheitserinnerungen eingeholt wird. Apropos psychisches Durcheinander: TOBY HUSS (BAD MILO und TEUFLISCH) spielt hier einen wütenden Geist, der sich Zutritt in das Haus der kleinen Familie verschafft und Lucy ausgefuchst beginnt zu terrorisieren. Skurrilerweise sind Parallelen zu SHINING zu erkennen, denn scheinbar handelt es sich bei Filminitiator TODD ALCOTTS um einen eingeschworenen Stephen King-Fan. Geisterdarsteller HUSS trägt nämlich nicht nur gleiche Mode, wie einst NICHOLSONS Charakter im King’schen Kultfilm; er verhält sich auch noch ebenso diabolisch und äußerst verhaltensauffällig. Leider wird THE OCCUPANTS durch diesen kleinen Insider auch nicht besser, kränkelt der Film doch an vorhersehbaren Wendungen, der unwichtigen Story und einer billigen Inszenierung, bei der dem Zuschauer die Lust am Sehen ganz schnell vergehen dürfte. Wir können nur hoffen, dass der nächste Geisterfilm besser wird, denn auf so planlos und kostengünstig dahin geschluderte Videoware hat die Welt nun wahrlich nicht gerade gewartet.
 
 
 


 
 
 

THE OCCUPANTS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Fatal, wenn ein Geisterfilm nicht gruselig ist: THE OCCUPANTS ist ein unspannender Mystery-Horror-Mix, der kaum Atmosphäre besitzt und dazu auch noch ziemlich billige Optik bietet. Der Streifen erinnert eher an einen TV-Film, ist zugedröhnt mit ganz üblen Klischees und ist so überflüssig wie der Pimmel am Papst. Daher besser den zwar thematisch ähnlichen aber weitaus besseren DARK CIRCLES schauen, der die Bezeichnung Gruselfilm auch wirklich verdient hat. Was FANGORIA übrigens vertraglich aushandeln konnte, um THE OCCUPANTS zumindest in Amerika „präsentieren“ zu können, werden wir hier in Deutschland vermutlich nie erfahren. Ist wahrscheinlich auch besser so.
 
 
 


 
 
 

THE OCCUPANTS – Zensur

 
 
 
An THE OCCUPANTS wurde gespart wo es nur ging – auch an Gewalt. Die ist nahezu nicht vorhanden und dürfte dafür sorgen, dass THE OCCUPANTS hierzulande ungeschnitten für bereits 16-jährige erhältlich sein wird.
 
 
 


 
 
 

THE OCCUPANTS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mama (2013)
 
Dark Circles (2013)
 
Last Summer (2013)
 
I am ZoZo (2012)
 
Two Moons (2012)
 


Filmreview: “The House of the End Times” (2013)

The House Of The End Times
 
 
 

THE HOUSE OF THE END TIMES

Story

 
 
 
Eine Familie erlebt in ihrem Haus den ultimativen Terror. Die Kinder verschwinden auf unerklärliche Weise, der Vater kommt unter ominösen Umständen ums Leben und Hausfrau Dulce (Ruddy Rodríguez) wird für das Chaos zur Verantwortung gezogen. Sie sucht nach Antworten und findet heraus, dass ein gut gehütetes Geheimnis um das vermeintlich sichere Heim rankt …
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE OF THE END TIMES – Kritik

 
 
 
Es gruselt wieder. Diesmal jedoch auf venezolanisch und das auch noch zum allerersten Mal in der Geschichte des Landes. LA CASA DEL FIN DE LOS TIEMPOS heißt das grandiose Stück Gänsehaut aus Venezuela und ist der beste Beweis dafür, dass guter Horror schon längst nicht mehr nur aus der Traumfabrik kommt. In der internationalen Horrorszene brodelt es und das gewaltig. Da kochen unerfahrene aber höchst ambitionierte Filmregisseure mit allerlei experimentellen Zutaten extravagante Süppchen, so dass nicht selten der Gaumen des Horrorfans Samba tanzt, wenn er Horrorstreifen aus fernen Ländern zu sehen bekommt. Hat man dann erst einmal Gefallen am Unkonventionellen gefunden, fällt es schwer den ewig gleichen Gewohnheitsfraß aus Hollywood zu goutieren, schließlich wird dort meist bevorzugt Altbekanntes immer nur neu und anspruchslos aufgewärmt. Nachwuchsregisseur ALEJANDRO HIDALGO macht all das richtig, was man eigentlich als Neuer in der Filmwelt beachten sollte. Der weiß nämlich, dass Horror dafür da ist, um Angst einzujagen. Zudem hat er eine wirklich gute Geschichte zu Papier gebracht, an der sich Gurkenzüchter wie M.NIGHT SHYAMALAN (THE VILLAGE, AFTER EARTH) ein Beispiel nehmen sollten. Letzterer hat ja ein goldenes Händchen dafür qualvoll-dumme Mystery-Thriller zu drehen, die den Zuschauer mit abstrusen und nahezu peinlich-beschämenden Überraschungsplots quälen. Hätte der einst talentierte Regisseur Leute wie ALEJANDRO HIDALGO an der Hand gehabt, SHYAMALAN müsste sich heute nicht für seine ach so strunz-doofen Machwerke schämen.
 
LA CASA DEL FIN DE LOS TIEMPOS orientiert sich in seiner Machart an die Anfangsgrusler des berüchtigten SHYAMALAN, der im Jahr 1999 mit seinem THE SIXTH SENSE einen Filmhit landete und quasi den wendungsreichen Horrorfilm mit Überraschungsmoment zurück in die Kinosäle holte. Ähnlich überraschend geht es auch in THE HOUSE OF THE END TIMES (so die amerikanische Titelkreation für den internationalen Markt) zu. Der Film beginnt wie einer dieser typischen Geisterfilme und versucht den Zuschauer mit plötzlich schließenden Türen, schemenhaften Gestalten und merkwürdigen Geräuschen zu erschrecken. Was aber anfänglich austauschbaren Spukhorror vermuten lässt, entpuppt sich am Ende als wahrlich klug ersponnener und clever verschachtelter Mystery-Horror, der mit Geistern rein gar nix am Hut hat, sondern eher in der Zeitschleifenproblematik verschachtelt ist.
 
Im Mittelpunkt von THE HOUSE OF THE END TIMES steht eine kleine Familie, die vor fünf Jahren eine alte Villa bezogen hat. Günstig war das Haus gewesen, drum wurde es schnell erworben. Jetzt muss die Rechnung für den niedrigen Kaufpreis gezahlt werden. Eines Nachts passieren seltsame Dinge. Die Kinder müssen mal wieder hungrig ins Bett, weil Vater Juan José (GONZALO CUBERO) partout keine Arbeit findet, um die leeren Mägen füllen zu können. Es kommt zum Streit zwischen den Eltern und das Familienoberhaupt verlässt wutentbrannt das Schlafzimmer. Was folgt lässt sich nicht erklären: Seltsame Schatten huschen durch die Gänge, die Kinder verschwinden unter mysteriösen Umständen, der Vater wird erdolcht im Schlafzimmer vorgefunden und Mutter Dulce (RUDDY RODRíGUEZ) wird für die unerklärlichen Vorkommnisse zur Verantwortung gezogen. Als sie nach 30 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen wird, kehrt sie ergraut und gebrechlich an den Ort der Geschehnisse zurück. Noch immer herrscht hier eine Aura grausigen Unbehagens und mysteriöse Erscheinungen ängstigen die traumatisierte Dulce zu Tode. Die ältere Dame wird schon bald von der schicksalsreichen Vergangenheit eingeholt, fasst jedoch allen Mut zusammen und beginnt die Geheimnisse des geschichtsträchtigen Gebäudes zu entschlüsseln. Bei ihren Untersuchungen stößt sie auf ein Mysterium, für das sie keine plausiblen Erklärungen findet kann.
 
Welchen Mehrwehr so eine sorgfältig und gut durchdachte Geschichte doch haben kann. THE HOUSE OF THE END TIMES ist einer jener Filme, die auch ohne großes Blutvergießen auskommen und fast gänzlich auf Effekthascherei verzichten. Hier wird mit minimalistischen Mitteln maximales Grauen verursacht. Sei es die morbid-farblose Kulisse, die oft an spanisches Horrorkino erinnert und düstere Gruselwerke wie JULIA’S EYES (2010) oder THE DEVIL’S BACKBONE (2001) ins Gedächtnis zurückkehren lassen. Oder die detailreich durchdachte Story, die den Zuschauer häppchenweise mit Informationen versorgt, aber nie zuviel verrät. Echte Spannung zeichnet sich hier ab, die sich konsequent durch den gesamten Film zieht. ALEJANDRO HIDALGO jongliert mit Rückblenden, schließlich sind viele Antworten der rätselhaften Story in der Vergangenheit zu suchen. Demnach bewegt sich die kleine Geschichte lückenhaft zwischen den Zeitebenen. Wir erfahren, was sich einst zugetragen hat und welch seelische Qualen Mutter Dulce nach der Haftentlassung erleiden muss. Am Ende wird eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart geschlagen bei der das Haus eine wichtige Schlüsselfunktion einnimmt. Aus anfänglichen Plot- und Logiklöchern ergibt sich ein plausibles Ganzes, wobei man Macher ALEJANDRO HIDALGO für das wirklich intelligente Drehbuch loben muss, das er da selbst verfasst hat.
 
Was wäre, wenn wir die Zeit beeinflussen könnten. Eine Frage, die sich vermutlich ein jeder schon einmal gestellt haben dürfte. THE HOUSE OF THE END TIMES ist Indie-Horror, der sich die Frage zueigen macht und sie auf ganz eigene Weise versucht zu interpretieren. Für seinen ersten Gruselhit könnte Regie-Debütant ALEJANDRO HIDALGO die international erfolgreiche RUDDY RODRíGUEZ gewinnen, die nicht nur gern gesehene Kino, TV- und Theaterschauspielerin ist, sondern auch als gefragtes Model in den 80ern Karriere machte. Für THE HOUSE OF THE END TIMES läuft sie noch einmal auf Hochform auf, lässt sich vom Make-up-Team um Jahrzehnte älter schminken und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise voller Überraschungen. ALEJANDRO HIDALGOS Erstling ist willkommen abwechslungsreicher Horror mit einem Schuss Mystery, der zwar auf falsche Fährten lockt, den Zuschauer aber nie an der Nase herumführt. Wenn das Rätsel am Ende gelüftet wird und der Abspann über die Mattscheibe flimmert, dürfte sich der ein oder andere Filmfreund einen Wolf freuen, weil er soeben einen außergewöhnlich guten Film gesehen hat, von dem er dringend seinen Freunden erzählen muss. Wir haben uns schon lange nicht mehr so “unheimlich” gut unterhalten gefühlt. Von daher gibt’s vom FILMCHECKER das Prädikat: Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE OF THE END TIMES – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Regie-Neuling ALEJANDRO HIDALGO wirft Klischees über Bord und bringt angenehm schauriges Horrorfutter in die Heimkinos bei dem sich der Horror vornehmlich im Kopf des Zuschauers abgespielt. Sein Debüt ist einer der besten Gruselstreifen der letzten Jahre von denen es in der Vergangenheit dank Found Footage und PARANORMAL ACTIVITY einfach viel zu viele gegeben hat. Der erste, in Venezuela produzierte Horrorfilm beeindruckt mit subtiler Schauerstimmung, morbider Atmosphäre und bedrückenden Bildern. Die erinnern in ihrer farblosen Tristesse ziemlich oft an viele spanische Horrorwerke jüngeren Datums, die ja bekanntlich weniger durch Gewalt- und Blutexzesse, als vielmehr durch unheimliche Momente und düstere Bildkompositionen aufgefallen sind. THE HOUSE OF THE END TIMES überzeugt mit einem penibel ausgearbeiteten Drehbuch, überraschenden Wendungungen und konsequentem Spannungsbogen. Das FILMCHECKER-Team war angetan und meint: Wer THE HOUSE OF THE END TIMES verpasst ist selber schuld!
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE OF THE END TIMES – Zensur

 
 
 
LA CASA DEL FIN DE LOS TIEMPOS oder THE HOUSE OF THE END TIMES (so wie er international genannt wird) ist ein subtiler Gruselfilm, der eher durch unheimliche Stimmung und permanente Spannung unterhalten möchte. Hier gibt es nur ein Messer im Rücken zu sehen – das war’s auch schon an Gewaltmomenten. THE HOUSE OF THE END TIMES dürfte locker mit dem blauen 16er-Stempel durch die FSK kommen.
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE OF THE END TIMES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mama (2013)
 
The Sixth Sense (1999)
 
The Devil’s Backbone (2001)
 
Darkness (2002)
 
Fragile – A Ghost Story (2005)
 
Das Waisenhaus (2007)
 


Filmreview: “I am ZoZo” (2012)

I-Am-Zozo-2012
 
 
 

I AM ZOZO

Story

 
 
 
Einige Freunde werden bei einer Hexenbrett-Sitzung von einem bösartigen Geist heimgesucht, dem es gelingt sich einen Weg in die Welt der Lebenden zu bahnen …
 
 
 


 
 
 

I AM ZOZO – Kritik

 
 
 
Es ist Halloween und einige Freunde wollen das Gruselfest zusammen in einer Hütte irgendwo draußen im Wald feiern. Leider stimmt was mit der Stromversorgung nicht, so dass man sich die Zeit mit altbackenen Spielchen vertreiben muss. Gut, dass Mel (COURTNEY FOXWORTHY) ein Hexenbrett dabei hat, mit dem man Kontakt zu den Toten aufnehmen kann. Der wird auch gleich hergestellt und lässt allerhand gesprächige Geister zu Wort kommen. Während Mel das Vergnügen hat, per Quija-Brett mit ihrem verstorbenen Cousin zu quasseln, warnt ein toter Achtjähriger die Bande vor drohendem Unheil. Wie es im Horrorfilm oft üblich ist, werden die Warnungen natürlich grundsätzlich nicht ernst genommen, so dass die Kids für ihre Unachtsamkeit selbstverständlich bestraft werden. Es dauert nämlich nicht lang, bis sich ein äußerst aggressiver Geist zu Wort meldet. Der schimpft sich ZOZO und beginnt den Kids bald einen gehörigen Schrecken einzujagen.
 
Erneut ist es an der Zeit, längst vergessene Horrorstoffe aus der Mottenkiste zu kramen. Nach all den paranormalen Geschehnissen, die in der Vergangenheit über die internationalen Filmleinwände geflimmert sind, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch wieder die mysteriösen Hexenbretter aus der Versenkung geholt werden sollten. Die waren bereits in den 80ern populär und haben Filme wie WITCHBOARD – DIE HEXENFALLE (1986) und DON’T PANIC (1987) zu bescheidenem Erfolg verholfen. Nun sind sie wieder zurück und versuchen den zartbesaiteten Zuschauer eine Heidenangst einzujagen. Nun ja, ob das mit I AM ZOZO gelingen wird sei mal dahingestellt, denn schlaflose Nächte wird dieser Grusler mit Sicherheit nicht bescheren. Der Dokumentarfilmer SCOTT DI LALLA steckt hinter diesem Schabernack, der mit der Ouija-Problematik einen kommenden Trend aufgefasst hat. Sein Horrorfilm dürfte mit Sicherheit demnächst eine ganze Flut ähnlicher Filme nach sich ziehen, denn bereits mit THE OUIJA EXPERIMENT kam im aktuellen Filmjahr ein ähnliches Machwerk in die weltweiten Heimkinos.
 
Das Besondere an I AM ZOZO ist, dass der komplette Streifen auf Super 8 gedreht wurde. Das ist etwas ungewöhnlich, hat doch das Schmalfilm-Filmformat seine besten Zeiten in den 70ern erlebt und wurde Anfang der 80er nahezu komplett durch die aufkommende Videotechnik abgelöst. DI LALLA suchte für seinen Gruselfilm den passenden Look, schließlich sollte sein Erstling mit möglichst unheimlicher Optik glänzen. Hierbei lies er sich von der Gruppe THE NATIONAL inspirieren, die für ihr FAKE EMPIRE Musikvideo digitalisiertes Super 8 verwendeten. DI LALLA war vom Resultat derart begeistert, dass er keine Mühen scheute und sich mühevoll die gleiche Technik besorgte. Und in der Tat, die Optik von I AM ZOZO wirkt zwar für heutige Verhältnisse ungewohnt altmodisch, ist dafür jedoch stimmig und charmant. Die ungeschliffenen Bilder erinnern nicht selten an unbeholfene Versuche emsiger Angehöriger, die eigenen Familienfeierlichkeiten auf Zelluloid zu bannen. Jener leicht amateurhafte Einschlag ist im Fall von I AM ZOZO aber nicht als negativ zu werten, denn die grobkörnigen und schlecht ausgeleuchteten Bilder bescheren dem Streifen einen authentischen und ganz individuellen Look.
 
Für I AM ZOZO kamen erneut all die bekannten Marketing-Instrumente zum Einsatz, die schon berüchtigte Werke wie HAUS DER DÄMONEN (2009) und DER EXORZISMUS VON EMILY ROSE (2005) zum Welterfolg verholfen haben. Die Geschichte von I AM ZOZO ist nämlich mal wieder absolut wahr und basiert auf tatsächlichen Gegebenheiten, die sich wirklich haargenau so zugetragen haben sollen, wie sie der Film beschreibt. Angesichts der Tatsache, dass fast jeder zweite Horror-Schaffende von seinem Gruselfilmchen behauptet, sein Werk würde einen realen Background besitzen, sollte man sich als Zuschauer von derart Amenmärchen nicht so naiv hinter das Licht führen lassen, schließlich lässt sich Pseudo-Reality (BLAIR WITCH PROJECT) besser vermarkten, als manch fiktiver Gruselstoff. Leider zaubert so ein wenig geflunkerte Realität aus einem schlechten Film kein Meisterwerk, denn I AM ZOZO hat mit einer nahezu permanenten Ereignislosigkeit zu kämpfen. Die Protagonisten reisen an, schnitzen einen Kürbiskopf, staunen über “spektakuläre” Kartentricks und kreisen mit einem Holzzeiger über ein modriges Hexenbrett. Mehr passiert in diesem Geistersüppchen leider nicht, was angesichts der unverbrauchten Thematik und der wirklich sehr angenehmen Schaueroptik schon etwas sehr bedauerlich ist. Immerhin verschafft sich ZOZO am Ende Zutritt in die Welt der Menschen und versucht etwas Chaos anzurichten. Wer hier spektakuläre Effektschlachten erwartet, dürfte recht schnell enttäuscht werden. Wir haben es hier mit einem Indie zu tun, der aus nahezu null Budget entstanden ist. Demzufolge sind auch die Spukmomente eher subtiler Natur und werden zurückhaltend eingesetzt. Da verschwinden Zauberkarten sprichwörtlich durch Geisterhand und ein rettendes Asthma-Spray ist plötzlich ohne Inhalt. Die anfangs mühsam gewerkelte Kürbisfratze erhält ein neues, sehr “spezielles” Aussehen und eine Protagonistin erliegt am Ende den Folgen eines Geisterangriffs. Immerhin verhalten sich die Kids in I AM ZOZO durchweg umgänglich und entpuppen sich nicht als dumme Stereotypen des modernen Horrorfilms. Hier bekommen wir bodenständige und natürliche Charaktere zu Gesicht, die zur Abwechslung mal nicht penetrant nerven, so dass es dem Zuschauer leicht fallen dürfte sich mit den netten Jungs und Mädels zu identifizieren. Umso ernüchternder die Tatsache, dass man aus der geradlinigen Geistergeschichte nicht mehr herausgekitzelt hat. Hier wäre ein tobendes Finale angebracht gewesen, dass I AM ZOZO aus seiner Lethargie gerissen hätte. Leider wurde das vermutlich aus dem Drehbuch gestrichen, weil einfach kaum Budget zur Verfügung gestanden hat. So bleibt I AM ZOZO ein Geisterfilm mit guten Ansätzen und schauderhafter Oldschool-Optik, der aber aufgrund der eher unspektakulären Geschichte und der ziemlich ruhigen Inszenierung nur wenig Aufmerksamkeit unter Horrorfreunden erhaschen dürfte.
 
 
 


 
 
 

I AM ZOZO – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
I AM ZOZO ist ein charmanter Gruseltrip der alten Schule, der jedoch ausschließlich Neulingen im Genre wohliges Schauern garantiert dürfte. Leider schöpft der Streifen nicht einmal annähernd sein Potenzial aus und kränkelt viel zu oft an seiner ereignislosen Inszenierung. In Zeiten pompös ausgestatteter und gruseliger CGI-Schlachten verängstigt so ein seichter Ouija-Board-Talk längst keinen Horrorfilmfan mehr. Deshalb sei die Sichtung nur denjenigen geraten, die ein Faible für altbackene und ungeschliffene No-Budget-Horrorstreifen besitzen, weil sie sich am durchgestylten und modernen Mainstream-Kino sattgesehen haben.
 
 
 


 
 
 

I AM ZOZO – Zensur

 
 
 
Bis auf das eine Protagonistin in I AM ZOZO am Ende aufgrund eines Asthmaanfalls erstickt, passiert in diesem Streifen nix grausames. Demnach ist hier vermutlich eine FSK12 drin.
 
 
 


 
 
 

I AM ZOZO – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Ouija Experiment (2011)
 
Witchboard – Die Hexenfalle (1986)
 
Don’t Panic (1987)


Filmreview: “Abandoned Mine” (2013)

AbandonedMine
 
 
 

ABANDONED MINE

Story

 
 
 
Einige Freunde treffen sich an Halloween, für eine Minenexpedition. Im Stollen soll es angeblich spuken. Nach einem unachtsam verursachten Zwischenfall sitzen die Kids in der Falle und können den Ausgang nicht mehr erreichen. Während man nach einem anderen Exit sucht, scheint es in dem verlassenen Bergwerk wirklich nicht mit rechten Dingen zuzugehen …
 
 
 


 
 
 

ABANDONED MINE – Kritik

 
 
 
Wenn ein Horrorfilm mit einem PG-13 Rating in die amerikanischen Kinos kommt, bedeutet das zwar durchaus, dass das gewaltfreie Filmchen ordentlich Kohle in die Kassen gewinnorientierter Studios schwemmt. Das erwachsene Publikum dürfte jedoch bei dieser Prämisse schnell mit der Nase rümpfen, gewinnt doch ein Horrorfilm gerade mit den nicht kindgerechten Szenen seinen eigentlichen Reiz. Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, die es trotz niedriger Altersfreigabe geschafft haben, ohne großartiges Blutvergießen selbst dem volljährigen Zuschauer gehörige Schauer einzujagen. Neben s/w-Klassikern wie BIS DAS BLUT GEFRIERT (1963) und DAS SCHLOSS DES SCHRECKENS (1961) lassen sich auch in der Gegenwart hin und wieder vergleichsweise harmlose Filme entdecken, die es verstehen, selbst dem abgebrühtesten Horrorfilmfan das Fürchten zu lehren. So schaffte es Regisseur ALEJANDRO AMENÁBAR mit seinem THE OTHERS (übrigens frei ab 12) im Jahre 2001 auch ohne blutrünstige Gewalt und Litern von Kunstblut einen der wohl grusligsten Filme der letzten Jahre zu produzieren. Es braucht nicht viel, heute einen unheimlichen Schocker zu zaubern. Liegt ein gutes Drehbuch vor, bedarf es nur talentierter Schauspieler und eines erfahrenen Kameramanns, der es versteht unheilvolle Bilder auf Film zu bannen. Zutaten, die ABANDONED MINE leider nicht besitzt. Dieser familienfreundliche und absolut blutleere Gruseltrip ist einer der vielen Fälle, der Jung wie Alt nicht erschrecken, sondern eher in süßen Tiefschlaf versetzt. Schauspieler JEFF CHAMBERLAIN hat sich in den 1970er und 80er durch diverse Auftritte in hier unbekannten Serien einen Namen gemacht und mag wohl den Traum vom eigenen Film nie ganz aus den Augen verloren zu haben. Rasch schrieb er das Drehbuch zu ABANDONED MINE und übernahm auch gleich die Regie. Aufgrund der ersten, durchweg positiven Kritiken wurde der direkte Weg auf den Videomarkt gestrichen und CHAMBERLAINS Debüt in den amerikanischen Kinos ausgewertet. Was die ersten Kritiker gesehen haben müssen, scheint wohl eine gänzlich andere Version dieser unbrauchbaren Schlafpille gewesen zu sein, denn der fertige ABANDONED MINE ist weit entfernt von sehenswert.
 
In diesem unspektakulären Schaffen der Marke Schon-Unzählige-Male-Gesehen erleben wir, wie fünf Kids das alljährliche Halloweenfest auf ganz besondere Weise feiern möchten. Um den Tag unvergesslich zu machen, wollen die Freunde Ethan (CHARAN PRABHAKAR), Laurie (SAIGE THOMPSON), Brad (REILEY MCCLENDON), Jim (ADAM HENDERSHOTT) und Sharon (ALEXA VEGA) eine unheimliche Mine erkunden, von der man sagt, dass es darin spukt. Dass derartige Erzählungen nichts gutes verheißen, interessiert die naiven Jugendlichen natürlich herzlich wenig. Glaubt man den Legenden, soll sich in der verlassenen Mine tragisches ereignet haben: Der ehemalige Minenarbeiter William Jarvis wurde zusammen mit seinen beiden Töchtern in einen Hinterhalt gelockt und lebendig begraben. Nun geistern ihre rastlose Seelen durch die Schächte, immer auf der Suche nach einem geeigneten Wirtskörper, das ungemütliche Grab verlassen zu können. Während die Kids guter Dinge den stillgelegten Komplex betreten, passiert wenig später das erste Unglück und man sitzt in der Falle. Der Ausgang ist nicht mehr zu erreichen und Panik bricht aus. So zwängt sich die Bande durch die engen Schächte, in der Hoffnung einen alternativen Ausgang zu finden. Während sich die Freunde in einer verzwickten Situation befinden und nicht wissen, was sie im Inneren des Bergwerks erwartet, verwandelt sich der behäbige Spuktrip schnell zum klaustrophobischen Höhlenexpeditions-Survival-Thriller. Einer der Anwesenden hat plötzlich mit den viel zu engen Minengängen zu kämpfen, eine andere Protagonistin ist dem Wahnsinn nahe, weil sich riesige Vogelspinnen von der Decke abseilen. Fledermäuse erschrecken die Kids zu Tote und können dem Zuschauer nur ein lautes Gähnen entlocken. Immerhin haben die Charaktere in ihrer Panik noch ausreichend Zeit, um bitterböse Scherze zu veranstalten. So findet man eine gruselige Maske, mit der sich herzlich Erschrecken lässt und erste unheimliche Vorfälle deuten darauf hin, dass die Freunde in diesem Stollen doch nicht ganz so allein sind, wie anfänglich gedacht.
 
CHAMBERLAINS Drehbuch besitzt kaum Anzeichen von Originalität. Die formelhafte Geschichte spielt sich nach “Schema F” ab und erinnert in seinen besten Momenten an den britischen Horrorschocker THE DESCENT (2005), ohne dabei nicht einmal annähernd dessen bedrückende und Adrenalin fördernde Atmosphäre zu erreichen. Der klaustrophobische Grundton verliert im unüberlegten Eifer der wenigen Protagonisten schnell an Intensität und ABANDONED MINE lässt bis kurz vor Ende nicht wirklich durchblicken, was er denn nun eigentlich sein will. Handelt es sich hier wirklich um einen übernatürlichen Geisterfilm, der dem Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren lassen möge oder haben wir es hier nur mit dem langweiligen Überlebenskampf einiger dümmlicher Grünschnäbel zu tun, die eigentlich nichts anderes verdienen als den Tod? Die Antwort bleibt bis kurz vor Ende unschlüssig. Denn erst dann liefert JEFF CHAMBERLAIN mit seinem etwas zähen Erstling die wichtigen Erklärungen. Zugegeben, der unvorhersehbare Plottwist ist zwar ganz interessant, kommt aber leider zu spät, um den drögen Schnellschuss vor dem Untergang zu bewahren. Was bleibt ist ein ermüdender Film, ohne jeglichen Anspruch oder gute Ideen. Die Effekte bleiben auf PG-13-Niveau und Gewalt sucht der erwachsene Fan des Genres vergebens. Von daher: Finger weg, denn nicht einmal neugierige Kids werden an diesem langweiligen Käse Gefallen finden.
 
 
 


 
 
 

ABANDONED MINE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
THE DESCENT trifft PARANORMAL ACTIVITY – Klaustrophobischer Gruseltrip mit zugegeben raffiniertem Finale. Leider ist ABANDONED MINE sowas von unspektakulär, geistlos und langweilig, dass selbst dem Allesseher schnell die Äuglein zufallen dürften. Zudem gibt es hier weder Gewalt noch Gemetzel zu sehen, weshalb der Film für die meisten Horrorfilmfans bereits vor der Sichtung vollkommen uninteressant sein dürfte.
 
 
 


 
 
 

ABANDONED MINE – Zensur

 
 
In Amerika darf ABANDONED MINE bereits von Kindern gesehen werden. Hierzulande beurteilt die FSK Filme üblicherweise etwas strenger. Gewalt gibts in ABANDONED MINE nicht zu sehen. Dennoch meinen wir, dass der Film erst ab 16 Jahren feigegeben werden wird.
 
 
 


 
 
 

ABANDONED MINE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Descent – Abgrund des Grauens (2005)

The Descent 2 – Die Jagd geht weiter (2009)

The Goonies (1985)

Dead Mine (2012)

My Bloody Valentine 3D (2009)

Basket Case – Der unheimliche Zwilling (1982)


Filmreview: “Dead Souls” (2012)

dead souls 2012
 
 
 

DEAD SOULS

Story

 
 
 
Johnny Pietrie (Jesse James) erbt an seinem Achtzehnten ein mysteriöses Anwesen, in dem sich kurz nach seiner Geburt Schlimmes zugetragen hat: Vater Benjamin Conroy tötete im Wahn die gesamte Familie. Nur Johnny konnte vor dem Massaker geschützt werden und wuchs bei Pflegeeltern auf. Jetzt begibt er sich auf die Suche nach seiner Vergangenheit und stößt dabei auf ein finsteres Familiengeheimnis, das sich für den unwissenden Johnny bald zur tödlichen Bedrohung entwickelt…
 
 
 


 
 
 

DEAD SOULS – Kritik

 
 
 
COLIN THEYS ist ein im Horror-Genre geradezu festgefahren Filmemacher. Nach seinem Creature-Trash BANSHEE – DER SCHREI DER BESTIE (2008) und dem Zombie-Thriller REMAINS OF THE WALKING DEAD (2011), widmet er sich mit DEAD SOULS erneut der Sparte und scheint dabei in die Fußstapfen bekannter Horror-Regisseure treten zu wollen, die eine Vorliebe für Phantastisches besitzen und ausschließlich solcherlei Filme drehen wollen. Trotz gerade einmal 28 Lenzen hat der Amerikaner schon allerhand Filmluft schnuppern und sich u.a. durch Arbeiten als Visual-Effects-Künstler, Regisseur, Produzent und Schauspieler ein umfangreiches Fachwissen aneignen können. Auch wenn er bisher nur Horrorfilme realisieren konnte und eigentlich eine Leidenschaft für Science-Fiction hegt, erfüllte er sich 2010 einen Traum und drehte im bevorzugten Genre den B-Movie-Spaß ALIEN OPPONENT, der aber in hiesigen Gefilden vergebens auf eine Auswertung wartet. Erstaunlicherweise hat sich THEYS bisher technisch durchaus weiterentwickeln dürfen, denn bereits REMAINS und DEAD SOULS zeugen, trotz mageren Budgets, von beachtlicher Fingerfertigkeit und schauen erstaunlich hochwertig aus – was man gerade von Filmen, die direkt für den Heimkinomarkt produziert werden nur selten behaupten kann. Nach Aliens, geifernden Monstern und sabbernden Zombies rückt jetzt der Spukfilm ins Interesse des Regisseurs. Sichtlich von der THE AMITYVILLE HORROR-Filmreihe inspiriert, hat er sich mit DEAD SOULS für die filmische Adaption eines Romans von MICHAEL LAIMO entschieden und versucht nun als subtiler Grusel-Maestro die Fan-Gunst zu gewinnen. Interessanterweise handelt es sich bei DEAD SOULS um die zweite Auftragsarbeit des amerikanischen CHILLER-TV-Senders, quasi das Äquivalent zum SCI-FI-CHANNEL, der das Programm vornehmlich mit Horrorfilmen und Thrillern befüllt und nun sogar selbst Filme produziert. Während der erwähnte SCI-FI-CHANNEL vornehmlich durch schlechten aber gleichzeitig immer besser beworbenen TV-Trash von sich hören macht, versucht der CHILLER immerhin mit ernstzunehmenden Produktionen zu punkten.
 
So ambitioniert die Idee, so ideenlos die Umsetzung dieses aktuellen Werks von CHILLER FILMS. Gut, DEAD SOULS sieht für einen B-Movie-TV-Heuler beachtlich düster aus und auch die Score braucht sich vor ähnlichen Mainstreamproduktionen nicht zu verstecken. Dennoch; es will einfach nichts Packendes passieren und das, obwohl der Film mit seinem tobenden Prolog vielversprechend beginnt. Wir erleben Vater Benjamin Conroy, der im rituellen Wahn die gesamte Familie ausradiert. Einzig Baby Johnny kann in Sicherheit gebracht werden und wächst fortan bei Adoptiveltern auf. Achtzehn Jahre später beginnt die eigentliche Geschichte und Johnny (JESSE JAMES) erhält einen Brief, in welchem er erfährt, dass er sein Erbe antreten soll: ein altes Anwesen tief im Wald, in dem zu seiner Zeit das schreckliche Verbrechen begangen wurde. Adoptivmutter Mary Petrie (GERALDINE HUGHES) findet das natürlich rein gar nicht lustig und erleidet nach Info über das Erbe kurzum einen Schwächeanfall, worauf sie für einige Tage in das naheliegende Krankenhaus gebracht wird. Johnny scheint nicht wirklich berührt, ist doch Stiefmutter Mary ein Hypochonder, wie er im Buche steht. Neugierig, die eigene Vergangenheit aufzuarbeiten, reist er zu jener alten Hütte aus seiner Kindheit und stößt dort nicht nur auf die fremde Emma (MAGDA APANOWICZ), die sich seit einigen Tagen als Hausbesetzerin in der vermeintlich leerstehenden Behausung versteckt hält, sondern auch auf eine Scharr aufgebrachter Bürger der Gegend, die keinen Nachfolger der Conroy-Sippschaft in ihrem friedlichen Örtchen dulden wollen. Damit das Kischee-Handbuch für routinierte Geisterjäger auch mit allerhand bekanntem vollgestopft werden kann, gesellen sich zu besessenen Hunden und ominösen Visionen auch schnell allerhand paranormale Ereignisse und Unmengen von Krähen, die stets als Vorbote des bevorstehenden Unheils durch das Bild flattern und Johnny dazu bewegen, das unheimliche Familienrätsel lösen zu wollen.
 
Spektakulär sieht anders aus und wirklich spannend wollen die Ereignisse rund um das alte Gemäuer nicht werden. Vielmehr will der Zuschauer das Gefühl nicht loswerden, man hätte für DEAD SOULS etwas zu ehrgeizig auf das bekannte AMITYVILLE-Spukhaus-Franchise geschielt. Eigenständige Ideen sucht man vergebens. Stattdessen wird ein regelrechtes Best Of gängiger Gruselzutaten auf Film gebannt, was nicht selten erheblich ermüdend und vorhersehbar wirkt. Schade eigentlich, denn den Szenenbildner allein ist es zu verdanken, dass DEAD SOULS zumindest optisch ein Hochgenuss bleibt. Die haben durchaus Liebe zum Detail bewiesen und begeistern mit wirklich schauderhaften Kulissen, die mit Einfallsreichtum und Kreativität eine beachtlich morbide Atmosphäre erzeugen. Das beginnt mit herrlich vergilbten Tapeten und endet in steriler Krankenhaus-Kulisse, durch deren Gänge eine krächzende Krähe stiefelt. Auch wenn Regisseur COLIN THEYS mit DEAD SOULS auf technischer Seite beweist, dass günstig produzierte Filme nicht zwangsläufig minderwertig aussehen müssen, so ist doch bedauerlich, dass sein neuster Beitrag uninspirierte Durchschnittsware ist, die nicht lange im Gedächtnis haften bleiben wird. Ganz nach der Devise “Außen hui – Innen pfui”, erleben wir mit DARK SOULS einen zwar technisch versierten und solide umgesetzten Geisterfilm der wahrlich schick wirkt; inhaltlich ist hier aber “tote Hose”, so dass dieser Budenzauber kaum einen Filmfreund vom Hocker reißen wird.
 
 
 


 
 
 

DEAD SOULS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
EVIL DEAD meets THE AMITYVILLE HORROR. Solider Spukfilm, der zwar erstaunlich schick und unheimlich ausschaut, aber der keine eigenständigen Ideen liefert. Hier werden die besten Szenen bekannter Geisterfilme zusammengetragen und formschön aufbereitet – neu und sehenswert ist das nicht wirklich, gruselig erst recht nicht!
 
 
 


 
 
 

DEAD SOULS – Zensur

 
 
 
DEAD SOULS ist relativ blutleer. Hier handelt es sich um einen subtilen Geisterfilm, in dem kaum Blut fließt. Von daher wird DEAD SOULS ungeschnitten und frei ab 16 Jahren in den Handel kommen.
 
 
 


 
 
 

DEAD SOULS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Amityville Horror (1979)

The Amityville Horror (2005)

Amityville 2 – Der Besessene (1982)


Filmreview: “Under the Bed – Es lauert im Dunkeln” (2012)

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Under the Bed – Es lauert im Dunkeln

Story

 
 
 
Vater Hausmann gibt seinem ältesten Sohn „Neal“ die alleinige Schuld an dem furchtbaren Feuertod seiner geliebten Frau, sodass Sohnemann kurzum aus der Familie verbannt wird und fortan bei der Tante leben muss. Zwei Jahre später entlässt diese ihn aus ihrer Obhut und der verstoßene Sohn kehrt zurück in seine Familie. Diese ist natürlich Feuer und Flamme und erwartet Neals Rückkehr sehnsüchtig. Doch der Junge fühlt sich auch zwei Jahre nach dem schrecklichen Ereignis gänzlich bedroht von etwas zutiefst Bösem. Als er auf seinen jüngeren Bruder Paulie trifft und dieser ihm anvertraut, dass sich unter seinem Bett eine bösartige Kreatur versteckt hält und dem eingeschüchterten Knaben nur Böses will, werden in Neal furchtbare Erinnerungen wach. Genau jenes Wesen trieb die Mutter zwei Jahre zuvor in den Tod. Jetzt fordert „Neal“ Vergeltung und stellt sich seinen Ängsten. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder schmiedet er einen raffinierten Plan, um dem Ding endlich den Garaus machen zu können …
 
 
 


 
 
 

Under the Bed – Kritik

 
 
 
ACHTUNG: SPOILERALLARM !!!
 
 
 
Ein jeder von uns kennt bestimmt das allabendliche Ritual aus seiner Kindheit, wenn die Dunkelheit hereinbricht und ein unwohliges Gefühl die vermeintlich friedliche Nachtruhe zu trüben scheint. Flink werden noch einmal Kleiderschränke und Bettkästen nach “ungebetenen Zaungästen” abgegrast, um auch ja sicher gehen zu können, dass sich keines der bösartigen Wesen aus alle den schlimmen Träumen und Filmen im heimischen Kinderzimmer einquartiert hat. Mit genauer jener Angst setzt sich der nun vorliegende “Under the Bed” auseinander, wobei der Titel schon trefflich
umschreibt, mit welcher Problematik sich die Protagonisten des Films alsbald konfrontiert sehen.
 
Nach seinem erfrischend kurzweilig und stark unterhaltsamen “The Agression Scale” hatte Regisseur “Steven C. Miller” überraschend viel Zuspruch in der Horrorfilmszene ernten können. Mit seiner nicht kindgerechten “Kevin allein zu Hause“-Variante für Erwachsene, traf er nicht nur den Nerv weltweiter Genre-Fans, sondern schaffte es sogar dem allmählich angestaubten Home-Invasion-Genre frische Facetten einzuverleiben. Nun folgt mit “Under the Bed” sein nächster Streich, bei dem sich der Filmfreund natürlich unweigerlich die Frage stellt, ob sein Folgewerk es überhaupt schaffen könne, den hohen Erwartungen der Fanbase gerecht zu werden. Überraschenderweise distanziert sich „Miller“ in “Under the Bed” gänzlich von penetrant effekthascherischen Gekröse und allzu derben Gewalteinlagen. Sein aktueller Ausflug in das Phantastische Genre befasst sich stattdessen mit leiseren und subtileren Tönen. Auch wenn die Geschichten zu „The Agression Scale“ und „Under the Bed“ oberflächlich betrachtet vollkommen unterschiedlich scheinen, so haben sie eines gemeinsam: im Mittelpunkt der Geschehnisse stehen zwei Geschwisterpaare, die Grausames erleben und sich gegenseitig unterstützen müssen, um sich am Ende fest verbunden fühlen zu können. Hierbei beginnen beide Film mit einem Neuanfang, wobei beide Familien darum bestrebt sind, nach erlebten Schicksalsschlägen ein gänzlich neues und normales Leben zu beginnen. Während “Owen” in “The Agression Scale” aufgrund seiner Gewaltbereitschaft heraus sein Dasein in einer psychatrischen Anstalt fristen musste und nach diversen Therapien von seinem Vater zurück in die Familie geführt wird, so teilt “Neals” in “Under the Bed” ein ähnliches Schicksal. Er verlor bei einem Hausbrand seine geliebte Mutter und wird seither von Schuldgefühlen und Angstzuständen geplagt, die ihn auch zwei Jahre nach der Katastrophe schwerwiegend zeichnen. Da sein Vater die alleinige Ursache für das Unglück bei seinem Sohn sah, wurde dieser kurzerhand in die Obhut seiner Tante übergeben, wo er schließlich nach zwei Jahren “Verbannung” ebenso zurück in die Familie geführt wird, um mit dieser einen Neuanfang zu starten.
 
Natürlich ist die Rückkehr nicht vor Komplikationen gefreit. Ähnlich wie in “The Aggression Scale” werden auch die Helden des vorliegenden “Under the Bed” rasch mit reichlich schrecklichen Vorfällen konfrontiert. Die Bedrohung wartet im Kinderzimmer und birgt ein beängstigendes Szenario. Denn schenkt man den beiden Söhnen Glauben, so scheint unter dem Bett ein bösartiges Wesen zu hausen, dass sich von den Hautschuppen der Kids ernähren soll und über deren Anwesenheit die Kinder lieber wortkarg schweigen, anstatt sich den Erwachsenen glaubhaft anzuvertrauen. In “Under the Bed” werden die obligatorischen Kindheitsängste auf Zelluloid gebannt und natürlich schaufreudig auf die Spitze getrieben. War es bereits schon in “Poltergeist“eine mysteriöse Clownpuppe, die für reichlich Unbehagen sorgte und allzu ängstliche Kinder gierig unter das Bett zerrte, so versucht nun auch in “Under the Bed” ein undefinierbares Etwas den Protagonisten des Filmes einen gehörigen Schauer einzujagen. Das gelingt der Kreatur mit einer erschreckenden Intensität, denn der 10-jährige „Paulie“ und sein fast volljähriger Bruder “Neal” meiden seither den Kontakt mit dem komfortablen Bett und ziehen es stattdessen lieber vor, auf einer ungemütlichen Kommode zu nächtigen.
 
Auch wenn sich das seltsame Etwas erst am Ende des Films in seiner grotesken Gesamtheit offenbart und sich in seiner blutrünstigen Schaufreudigkeit den Regeln des modernen Horrorfilms unterwirft, so muss man dennoch erschreckend feststellen, dass sich “Millers” aktueller Ausflug in die Welt des Schreckens als ganz schön fauler Budenzauber entpuppt. Auch wenn “Under the Bed” durch die Bank weg absolut hochwertig ausschaut und einige wirklich derbe Schreckmomente beherbergt, so lässt sich nicht leugnen, dass hier dem Zuschauer ganz schön fauler Käse unter die Nase gerieben wird. Um die Logik des Films verstehen zu können, bedarf es einer blühenden Fantasie, denn nur so lassen sich die diversen Ungereimtheiten und Filmfehler erklären, die „Millers“ mit einer erstaunlich kreativen Fingerfertigkeit zu vertuschen versucht.
Wirklich plausibel ist “Under the Bed” zu keinem Zeitpunkt. Während sich die Gegebenheit anfänglich noch halbwegs nachvollziehbar gestalten, so verläuft die gesamte Inszenierung im Verlauf der Handlung ins Absurdum. Das mysteriöse Wesen scheint in einer “Parallelwelt” zu hausen, deren Zugang sich unter(!) dem Bett der Kinder befindet. Mit „Neals“ erneuter Eingliederung in die Familie scheint auch die Kreatur leichtsinniger und risikobereiter zu werden und wandelt fortan auf dem gesamten Grundstück umher, um sowohl mit den Eltern seinen frivolen Schabernack zu treiben, als auch den Nachbarn hin und wieder gehörig den Kopf zu „verdrehen“. Welchen Sinn das alles hat, warum ausgerechnet die Hausmanns von dem Ding bedroht werden und warum das Wesen erst zwei Jahre später seinen blutgeilen Amoklauf antritt, wenn es doch zuvor auch schon die Möglichkeit dazu gehabt hätte, verstehe wer will. Die Kids rechtfertigen das etwas „verspätete“ Agieren der Kreatur damit, dass es nur auf die erneute Zusammenkunft der Familie gewartet habe – doch warum zwei Jahre warten, wenn sich das Monster letztendlich vollkommen sinnbefreit und vor allem unüberlegt durch das Haus bewegt und sich am Ende fast schon suizidgefährdet vor die Kettensäge wirft.
 
Aber nicht nur das Wesen scheint in seinen Handlungen wirrer zu agieren, als Sohnmann „Neals“ selbst. Auch des Vaters Verhalten wirkt nur selten schlüssig. Der dreht Glühbirnen aus Lampen und verriegelt des Nachts die Zimmer der Kinder, in der Hoffnung, dass die traumatisierten Söhne durch derart Sanktionen schnellstmöglich wieder “normal” werden. Sein durchaus konsequentes Handeln
bringt die Kinder nicht nur unnötig in Gefahr, sondern schädigt den ohnehin fragilen Familienfrieden ungemein. Das Handeln der Kinder wird nicht einmal annähernd hinterfragt, ganz Geschweige davon, dass der Vater sich die Zeit nimmt, mit den Kindern ernsthaft über deren Ängste zu sprechen. Überhaupt fragt man sich als Zuschauer, dass bei derart traumatisierenden Erlebnissen kein Psychologe zu Rate gezogen wurde. Vermutlich mag das wohl daran liegen, dass es für die Familie vollkommen normal geworden sein muss, dass sich hin und wieder mysteriöse Dinge im eigenen Haus ereignen. So interessiert es weder Mutter noch Vater, dass des Nachts massive Kommoden durch das Kinderzimmer geschleudert werden und gegen die dünnen Holzwände donnern. Nun denn – it´s only a Movie!
 
 
 
Millers“ vorliegender Beitrag „Under the Bed“ ist von den Qualitäten eines „The Aggression Scale“ meilenweit entfernt. Vielmehr orientiert sich sein Gruselfilmchen an die arg durchwachsene Inszenierung seines „Silent Night“-Remakes aus dem vergangenen Winter. Dort viel auch schon die durchweg hochwertige und technische Fingerfertigkeit ins Gewicht, die zwar durchweg überzeugen konnte, den Film dadurch jedoch auch nicht besser machte. „Under the Bed“ mag sicher seine Momente besitzen und schafft es sogar hin und wieder einige Gänsehaut-Momente zu bewirken. Trotzdem lässt sich leider nicht leugnen, dass „Millers“ aktueller Ausflug ins Horror-Genre ganz schöner einfältiger Blödsinn ist, den man als erfahrener Horrorfilmfreund wahrlich selten ernst nehmen kann. Bis überhaupt irgendwas Spektakuläres passiert vergeht fast eine geschlagene Stunde. Bis dahin vertreiben sich die Kids die Zeit damit, schlicht und einfach vollkommen verstört in die Kamera zu blinzeln. Damit „Miller“ zumindest halbwegs Anklang bei den Genre-Fans findet, schmückt er sein „Under the Bed“ im letzten Drittel mit deutlich handfesterer Kost. Da werden zwei Köpfe zermalmt und eine Kettensäge kommt zum Einsatz – wirklich spektakulär ist das leider nicht. Vielmehr wirkt das vollkommen abrupte Ende so, als müsste der Film nach geschlagenen 90 Minuten Langeweile irgendeinen erlösenden Abschluss finden. Ob sich „Steven C. Miller“ mit diesem durchwachsenen Hochglanz-Grusler einen Gefallen getan hat, bleibt abzuwarten – denn wirklich sehenswert ist “Under the Bed” leider nicht!
 
 
 


 
 
 

Under the Bed – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Fauler Hokuspokus im heimischen Kinderzimmer mit unzählbaren Ungereimtheiten
 
 
 


 
 
 

Under the Bed – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung ist mit der “FSK 16“-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

Under the Bed – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Under the Bed Blu-ray Cover
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Under the Bed; USA 2012

Genre: Horror/Thriller

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1080p/24, 1:1,85

Laufzeit: 87 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: diverse Werbetrailer, Trailer zum Film in Deutsch und Englisch

 
 
 
Die Blu-ray aus dem Hause “Sunfilm” ist technisch tadellos. Knackiges Bild, bombastischer Sound. Extras leider mangelware. Bis auf den Trailer in Deutsch und Englisch, sowie einige Werbeclips kommender Filme ist auf der Scheibe nichts zu finden. Immerhin gibt es ein Wechselcover ohne FSK-Logo.
 
 

Under the Bed – Es lauert im Dunkeln [Blu-ray] bei AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

Under the Bed – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Apparition – Dunkle Erscheinung (2012)

Barricade (2012)

Fairytale (2012)

Mama (2013)

Poltergeist (1982)


Filmreview: “Grave Encounters 2″ (2012)

grave encounter 2
 
 
 

Grave Encounters 2 – Story

 
 
 
Alex Wright (Richard Harmon) ist ein Horrorfilm-Junkie, wie er im Buche steht. Nicht nur, dass er eigene Filme dreht, er bespricht auch regelmäßig Horrorwerke auf seinem Youtube-Kanal. Seit geraumer Zeit beschäftigt ihn der Schocker “Grave Encounters”. Wright scheint fest der Überzeugung zu sein, dass das Filmdokument echt sei und beginnt Recherchen im Internet zu betreiben. Als er herausfindet, dass der gesamte Cast als verschollen gilt, trommelt er ein paar Freunde zusammen, mit deren Hilfe er das Rätsel rund um die Geschehnisse des “Grave Encounter”-Filmes lösen möchte. Kaum haben die Freunde den Schauplatz des Filmes betreten, beginnen sich die Ereignisse in der verlassenen “Collingwood-Psychiatrie” zu wiederholen…
 
 
 


 
 
 

Grave Encounters 2 – Kritik

 
 
 
Angenommen man dreht einen Horrorfilm, der unerwartet zum Geheimtipp avanciert.
Die klügste Vorgehensweise wäre vermutlich die, den lukrativen Überraschungs-Hit mit einer Fortsetzung weiterzuspinnen, um schnell noch im Fahrwasser des Originals die Kasse klingeln zu lassen. Rasch kritzelt man einige Ideen auf Papier und wärmt einige Schockeffekte lau auf, die man bereits unzählige Male im Vorgänger präsentiert bekommen hat. Garniert mit einigen derben Splatter-Szenen hofft man nun, dass sich der Erfolg abermals wiederholt.
 
Der Film “Grave Encounters 2” ist ein derartiger Fall, der nun versucht, in die erfolgreichen Fußstapfen seines Vorgängers zu treten. Zu allem Erstaunen gelingt ihm das recht solide, dennoch erreicht er aber nur in den wenigsten Momenten die unheimlichen Qualitäten des Originals. Was den Film trotzdem durchaus sehenswert macht, ist der konsequente Wandel seines Erzählstils, denn “Grave Encounter 2” bietet im Grunde nichts wirklich bahnbrechend Neues, ist aber trotzdem im Vergleich zum ersten Teil ganz anders.
Das subtil-schauerhafte Gruseln ist hier Mangelware. Vielmehr setzt der Film auf Hektik und Blutzoll. Die actionlastige Geisterhatz verirrt sich in einigen Momenten in recht deftigem Gekröse, sodass vor allem Splatter-Fans auf ihre Kosten kommen dürften.
Ob diese neue Richtung wirklich geschickt gewählt ist, sollte jeder für sich selbst entscheiden, denn vor allem Fans des Originals dürften sich bei “Grave Encounters 2” gehörig vor den Kopf gestoßen fühlen. Die Geister gehen arg rabiat zur Sache, sodass die eigentlich beunruhigend-ängstigende Atmosphäre, zugunsten deftiger Splatter-Exzesse in den Hintergrund rückt. Vermutlich war Regisseur “John Poliquin” darin bestrebt mit seiner Fortsetzung verschiedene Filmgeschmäcker anzusprechen. Gerade in Zeiten unzähliger Geister-Found-Footage-Filme, die allesamt allein nur das unspektakuläre auf-und-zu-schieben von Schränken und Türen fokussieren, scheint “Poliquin” bestrebt darum zu sein, andere Wege gehen zu wollen und sich ein wenig vom Subtilen zu distanzieren. Da aufgrund von “Hostel“, “Saw” und Co. selbstzweckhafte Gewaltakte zum üblichen Bild aktueller Horrorfimlware geworden sind , macht hierbei natürlich auch “Grave Encounters 2” keine Ausnahme und schwimmt geschwind auf dieser populären Welle mit.
 
Natürlich gibt es neben dem teilweise arg schroffen Gesplattere und dem lukrativen Recyclen altbewährter Erfolgsrezepte auch jede Menge “Neues” in “Grave Encounters 2” zu bestaunen. Regisseur “John Poliquin” ist stets darum bemüht, die Geschichte des Anwesens weiterzuerzählen. Auch wenn hin und wieder ein gewisses Déjà-vu Gefühl eintreten will, so schafft er es dennoch etwas Licht rund um die Geschehnisse der leerstehenden Psychiatrie zu bringen. In bekannter “House on Haunted Hill“-Manier erzählen einige groteske Geistererscheinungen von der Geschichte dieser Klinik und beantworten so einige wesentliche Fragen, die bisher unbeantwortet blieben.
Auch wenn es ein wenig an Zeit benötigt, bis der zweite Aufguss überhaupt an Fahrt gewinnt, so kann man “Poliquin” nicht vorwerfen, dass er mit seiner Rückkehr in das Spukgemäuer langweilt. Zwar dauert es geschlagene 40 Minuten bis der Film überhaupt zum Punkt kommt, hat er die dann jedoch erreicht, bietet das schweißtreibende Tempo mit welchem “Grave Encounters 2” davonradelt, dem Zuschauer kaum Zeit zum Verschnaufen. Die ahnungslosen Kids werden von einer Szenarie zur nächsten getrieben, immer die Angst im Nacken haben zu müssen, kreativ um die Ecke gemeuchelt zu werden. Auch wenn die Geschichte gegen Ende hin fast schon surreale Züge erhält und sich die Helden in einer Art Parallelwelt wiederfinden, so kann man sich als Filmfreund nicht darüber beschweren, trotz allem hanebüchenen Hocus Pocus, sich doch irgendwie kurzweilig unterhalten gefühlt zu haben.
 
 
 
Grave Encounters 2” ist ein zweischneidiges Schwert und dürfte vor allem Freunde des ersten Teils vor den Kopf stoßen.
Von unheimlicher und subtiler Atmosphäre ist hier kaum noch irgendwas zu verspüren. Nervenstrapazierende Schockeffekte sind in dieser Fortsetzung Mangelware und werden schier und einfach durch derbe Splatter-Effekte ausgetauscht. Die Geister demonstrieren kontrovers schroff, wie man unwillkommene Gäste wahrhaftig unwillkommen begrüßt, sodass das Sequel für Freunde wohldossierten Gruselns vollkommen unangebracht ist. Statt jugendfreier “Paranormal Activity“-liker Umsetzung geht es hier deftig zur Sache. Da werden Köpfe zerquetscht und eingetreten und Leiber mittels Starkstrom zerfetzt und verbrannt. Das Splatter-Herz dürfte vor derart ungenierter Zeigefreudigkeit vor Freude tanzen. Trotzdem, auch wenn die Erwartungen im Vergleich zum Vorgänger kaum erfüllt werden können, so kann man nicht behaupten, dass “Grave Encounters 2” eine miese Fortsetzung ist. Sicherlich erfindet auch dieser Spuk-Film das Genre nicht neu und auch sonst hat man all das, was der Film letztendlich bietet, bereits um Längen besser woanders gesehen.
Dennoch hat dieses Sequel auch seine Momente, die zudem aufgrund der hervorragenden technischen Fingerfertigkeit zu überzeugen wissen. Gerade gegen Ende hin sind die Grenzen des typischen Found-Footage-Filmstil kaum noch als selbige zu erkennen. Da wird die Kamera von Geistern getragen, die dann um die verbleibenden Protagonisten umherschwirren. Aber auch die wenigen Geistereffekte (siehe Filmplakat!) sind als ziemlich gelungen zu betiteln und heben “Grave Encounters 2” über den Durchschnitt.
 
 
 


 
 
 

Grave Encounters 2 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Deftiger Splatter statt wohldosiertem Gruselvergnügen – Eine gelungen Fortsetzung, die sich zwar altbewährter Mechanismen des ersten Teil bedient, dennoch irgendwie vollkommen anders ist.
 
 
 


 
 
 

Grave Encounters 2 – Zensur

 
 
 
Aufgrund einiger recht deftiger Szenen, dürfte die deutsche Filmfassung ungeschnitten mit “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erscheinen.
 
 
 


 
 
 

Grave Encounters 2 – Trailer

 
 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Paranormal Activity 3 (2011)

The Tunnel (2011)

The Amityville Haunting (2011)

V/H/S (2012)


Filmreview: “Apparition – Dunkle Erscheinung” (2012)

apparition
 
 
 

THE APPARITION – DUNKLE BEDROHUNG

Story

 
 
 
Eine mysteriöse Geisterbeschwörung aus den 70er Jahren bewegt die vier Studenten Ben, Greg, Patrick und Lydia dazu, den seltsamen Fall erneut zu untersuchen und den ominösen Geist eines gewissen Charles Reamer ein weiteres Mal mit Hilfe purer Gedankenkraft zu beschwören. Anders als 40 Jahre zuvor steht den Freunden ein reichhaltiges Equipment neumodischer Technik zur Verfügung, dass die Geisterjagd unbeschwert erleichtern und die eigene Konzentrationsfähigkeit um ein Vielfaches steigern soll. Doch das Experiment geht unweigerlich schief, denn nachdem die angehenden Nachwuchs-Geisterjäger die Seance begonnen haben, öffnet sich alsbald eine grausige Pforte und saugt die unschuldige Lydia in eine unbekannte Parallelwelt. Wenige Jahre später – Ben hat den Verlust seiner Freundin Lydia bereits unlängst verdrängt und die Hatz nach dem Paranormalen weit hinter sich gelassen. Er bezieht zusammen mit seiner neuen Freundin Kelly ein hübsches Haus weit entfernt hektischen Großstadtlebens. Kaum angekommen häufen sich mysteriöse Erscheinungen für deren Vorkommnisse das junge Paar keinerlei Erklärungen findet. Nachdem eine bösartige Präsenz nach dem Leben der kleinen Familie trachtet, beschließt Ben seinen Freund von einst Patrick zu kontaktieren, der die seltsamen Begebenheiten untersuchen soll …
 
 
 


 
 
 

THE APPARITION - Kritik

 
 
 
Mit THE APPARITION melden sich, nach kurzer Verschnaufpause, die Macher hinter dem Genre-Studio DARK CASTLE zurück, das bereits vor einigen Jahren für die perfekt durchgestylten Neuinterpretationen von HOUSE ON HAUNTED HILL und 13 GEISTER verantwortlich zeichnete. Seltsamerweise galt der neuste Ableger THE APPARITION (der zudem fast ausschließlich in den deutschen Babelsberger Filmstudios realisiert wurde) bereits seit zwei Jahren als abgedreht und wurde unlängst im Sommer diesen Jahres mit nur wenigen Kopien in die amerikanischen Lichtspielhäuser geschickt. Ein Schelm, wer da böses denkt. Dennoch, diesmal bewahrheitet sich der fade Beigeschmack, der oftmals Produktionen umgibt, deren Veröffentlichung unweigerlich lang auf sich warten lassen. Denn THE APPARITION gehört zweifelsohne zu einem der schwächsten DARK CASTLE-Releases überhaupt.
 
Das mag vor allem daran liegen, dass das eigens von Regisseur TODD LINCOLN verfasst Drehbuch von Anfang bis Ende teilweise vollkommen hirnrissig ist, denn bei seiner Geschichte klappert es an allen erdenklichen Ecken und Kanten. Eigentlich hätte aus THE APPARITION wirklich was werden können, denn einige Facetten der Geschichte gestalten sich als recht innovativ. Denn anders, als der Zuschauer es wahrscheinlich beim Lesen der Inhaltsangabe vermuten würde, handelt es sich bei diesem übernatürlichen Thriller um keinen wirklichen Spuk- oder Geisterfilm im traditionellen Sinne. Vielmehr erzählt die Geschichte von einer finsteren Macht, die sich ihren Weg in eine (über)technisierten Gesellschaft „frisst“. Eine gewisse gesellschaftskritische Symbolhaftigkeit  weniger Szenen ist hierbei offensichtlich und nicht von der Hand zu weisen. Aufgrund diverser uninspirierter Spuk-Effekte verliert jedoch dieser, recht interessante Aspekt im Verlauf der Handlung vollkommen an Brisanz und Intensität. Statt sich den eigentlich interessanten Facetten seiner Geschichte zu widmen, pendelt Lincoln stattdessen planlos zwischen kommerziellen Haunted House-Klischees und abgedroschenen Poltergeist-“Buh“-Effekten hin und her.  So wirklich homogen will seine Geschichte irgendwie nicht wirken.
 
Wie ahnungslos er teilweise zu sein scheint macht sich vor allem am unzureichend erklärten Subplot bemerkbar. Hier findet Ben unter dem Haus grotesken Schimmel und an der Küchenwand ein eigenartiges Gewächs, dass allerhand Unerklärliches birgt. Worin die Ursachen dieser Phänomene liegen und warum in Gegenwart der dunklen Präsenz Tier und Pflanzen sofort das Zeitliche segnen, nur die Charaktere der Geschichte nicht, wird angerissen, aber bleibt dennoch vollkommen ungeklärt. Dass sich bei der teilweise arg konventionellen Erzählweise vermutlich das Produktionsstudio eingemischt haben und TODD LINCOLN in seinem eigentlich künstlerisch-ansprechenden Handeln zwanghaft beeinflusst und eingeschränkt haben muss, lässt sich zwar nicht beweisen, vermutet aber.
 
Irgendwie scheint, die Idee hinter THE APPARITION des öfteren gebremst und unfertig. Die wenigen Spannungsbogen, werden mit hanebüchenen Effekten zugeschüttet, die man so schon bis zum Erbrechen in anderen Filmen gesehen hat. Da kriecht RING-ähnlich ein verkorkstes Grusel-Kind mit strähnigem Haar aus der Waschmaschine(!) und eine kuschelige Bettdecke bewegt sich wie von Geisterhand über das Hotelbett, um die unwissenden Kelly beinahe im Schlaf zu ersticken. Einige optisch ansprechende Effekte, wie die mit der Bettdecke, gestalten sich recht ansehnlich machen dadurch aber LINCOLNS ersten abendfüllenden Spielfilm aber auch nicht besser. Immerhin gibt es auf technischer Ebene nichts zu bemängeln. THE APPARITION schaut ungewöhnlich düster und stimmig aus. Die kontrastreichen Farben wissen die permanente Bedrohung zuversichtlich zu unterstreichen. Aber nun ja, so etwas erwartet man zumindest von einem Hochglanzhorrorfilm, wenn schon nicht das Drehbuch stimmt.
 
Mit THE APPARITION erlebt der Zuschauer einen Spukfilm, der nichts Neues bietet. Ein wenige Hokuspokus hier, etwas Gepoltere da und fertig ist ein Grusel-Thriller von der Stange. Der Thriller aus dem Hause DARK CASTLE gehört mit Sicherheit zu den bisher schwächsten Umsetzungen des Studios, kann THE APPARITION doch nur selten überzeugen. Das mag vor allem an dem planlosen Plot liegen, der diverse Dinge anreist, diese aber irgendwie selten zu Ende spinnt. Immerhin schafft der Thriller rund 80 Minuten Kurzweil zu versprühen. Ein, zwei Szenen lassen zusammenschrecken und sitzen in ihrer Inszenierung handfest. Trotzdem, THE APPARITION ist einer der Filme, die zwar technisch zu Deluxe-Klasse gehören, aber bei denen der Zuschauer nach dem Abspann vermehr das Gefühl nicht los werden möchte, soeben einen Film gesehen zu haben, der einem kostbare Lebenszeit geraubt hat.
 
Was bleibt ist ein handwerklich sicher gefilmter Thriller, mit unglaublich vielen Plotlöchern und einen unzureichend glaubhaften Story. Will man hoffen, dass das Studio DARK CASTLE es das nächste Mal wieder schafft, an alte Glanzzeiten anknüpfen zu können.
 
 
 


 
 
 

TTHE APPARITION – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unausgegorener Spukfilm der Luxusklasse, mit diversen Fehlern und einer wirren Inszenierung, den man jetzt aber nicht unbedingt gesehen haben muss.
 
 
 


 
 
 

TTHE APPARITION - Zensur

 
 
THE APPARITION ist nicht blutig. Hier wird vorwiegend subtil geschaudert, was dem Film in ungeschnittener Form eine FSK16-Freigabe beschert hat.
 
 
 


 
 
 

THE APPARITION – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The-Apparition_Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Apparition; Dänemark, USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 82 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung / Extendet Cut)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interviews: Ashley Greene – Kelly (1:30 Min.), Sebastian Stan – Ben (2:12 Min.), Tom Felton – Patrick (1:43 Min.), Joel Silver – Produzent (1:53 Min.), Hinter den Kulissen (8:30 Min.), Trailer (2:22 Min.), Trailershow mit vier Filmen

 
 
 
STUDIOCANAL veröffentlicht den neusten Streich aus der berüchtigten DARK CASTLE-Schmiede endlich auch hierzulande auf DVD und Blu-ray. Qualitativ gibt es bei diesem Release nichts zu meckern. Nach den Trailern zu POSESSION und DER LETZTE EXORZISMUS 2 geht’s direkt in ein stimmig animiertes Hauptmenü, wo der Zuschauer auch gleich den Film anwählen kann. Die Bildqualität erweist sich als sehr ansprechend. Satter Kontrast, kräftige Farben und eine gute Schärfe deuten auf ein sehr hochwertiges Bild hin. Auch der Sound ist nicht zu verachten. Der Bass wummert in den „bösen Szenen“ ununterbrochen, so dass der Subwoofer so einiges zu tun hat. Leider merkt man bei den Extras, dass es sich mit THE APPARITION um keinen wirklich wichtigen Film handelt und dass der Erfolg im direkten Vergleich zu den übrigen DARK CASTLE Produktionen eher bescheidener Natur gewesen sein muss. Es gibt gerade einmal acht Minuten an Interviews zu bestaunen, in denen Regisseur, Schauspieler und Produzent munter über den Film plaudern. Die durchweg hochauflösend präsentierten Extras werden durch ein kurzes Hinter-den-Kulissen-Feature ergänzt. Das besteht aus kurzen Filmaufnahmen vom Set und läuft rund acht Minuten. Bis auf Interviews und Hauptfilm verzichtet STUDIOCANAL auf deutsche Untertitel. Den Abschluss machen vier Trailer zu weiteren Filmen des Anbieters, sowie den Trailer zu THE APPARITION in Deutsch. Wie bei Blu-rays von STUDIOCANAL üblich, wurde auch dieser Veröffentlichung ein Wechselcover spendiert, so dass Flatschengegner sich über einen „unbefleckten“ Einleger freuen dürfen.
 
 

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THE APPARITION - Trailer

 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “V/H/S” (2012)

V-H-S-2012-Plakat
 
 
 

V/H/S – Story

 
 
 
Anthologie-Streifen !!!
 
 
 
Rahmenhandlung (“Tape 56″)
 
Regie: Adam Wingard (“A Horrible Way to Die“)
 
Einige Kleinkriminelle verdienen ihr Geld damit, indem sie durch die Parkhäuser der Großstadt pilgern, fremden Frauen auflauern, ihnen vor laufender Kamera die Oberkörper entblößen und die Clips an eine Pornoseite im Internet verhöckern. Als ihnen ein Bekannter einen lukrativen Deal vorschlägt wittert die Bande das große Geschäft. Alles was die Freunde dafür tun müssen ist, in ein Haus einzubrechen und ein besonders wichtiges Videoband zu stehlen. Kaum besagte Adresse ausfindig gemacht, finden sie die Leiche des Hauseigentümers im heimischen TV-Sessel vor. In der Kammer nebenan, ein riesiges VHS-Arsenal an seltsamen Amateur-Videoaufnahmen, die merkwürdige Geschehnisse protokollieren. Auf der Such nach den geforderten Aufzeichnungen stöbern sich die Jungs durch jedes einzelne Videoband und scheinen ihren Augen nicht trauen zu wollen:
 
 
 
 
 
Geschichte 1 (“Amateur Night” )
 
Regie : David Bruckner („The Signal“)
 
Drei Freunde auf Frauenbeutezug.
Bei ihren nächtlichen Ausflügen durch die Clubs der Stadt treffen Sie auf eine schüchterne Schönheit, die ein dunkles Geheimnis verbirgt.
 
 
 
 
 
Geschichte 2 (“Second Honeymoon”)
 
Regie: Ti West („House of the Devil“, „The Innkeepers“)
 
Ein vermeintlich glückliches Pärchen bei ihrem friedlichen Urlaubsausflug. Des nachts schleicht sich eine mysteriöse Gestalt um das Ferienhaus der frisch verliebten Paares und scheut auch nicht davor, sich unbemerkt Zutritt in die scheinbar sicheren vier Wände der beiden
Liebenden zu verschaffen.
 
 
 
 
 
Geschichte 3 (“Tuesday the 17th”)
 
Regie: Glenn McQuaid („I sell the Dead“)
 
Hommage an den 80er Jahre Slasherfilm: „Freitag der 13.“! Vier Freunde suchen etwas Entspannung in einem abgelegenen Waldstückchen. Doch die Idylle wird jeher getrübt, als die Truppe von einem seltsamen „Etwas“ dezimiert wird. Schenkt man den Legenden glauben, so soll das Wäldchen vor einiger Zeit Schauplatz einiger schrecklicher Morde gewesen sein – der Mörder wurde jedoch nie gefasst.
 
 
 
 
 
Geschichte 4 (“The Sick Thing That Happened to Emily When She Was Young”)
 
Regie: Joe Swanberg („Silver Bullets“)
 
Die Studentin „Emily“ chattet tagtäglich mit ihrer großen Flamme per Webcam. Seit geraumer Zeit geschehen in ihrer kleinen Studentenwohnung seltsame Dinge. Hinzukommt dass ihr Körper von seltsamen Wundmalen befallen ist, deren Herkunft sie sich nicht erklären kann. Mittels Webcam und Laptop will sie zusammen mit ihrem Chatfreund Erklärungen für die seltsamen Umstände finden. Ihr Cam-Partner soll hierbei als Zeuge fungieren.
 
 
 
 
 
Geschichte 5 (“10/31/98″)
 
Regie: Radio Silence
 
Drei Freunde auf dem Weg zu einer Halloween-Party. Kaum die Örtlichkeiten erreicht, müssen sie feststellen, dass sie scheinbar die einzigen Partygäste sind. Gemeinsam erkunden sie das unheimliche Gebäude und stoßen auf ein merklich unangenehmes Geheimnis.
 
 
 
 
 


 
 
 

V/H/S – Kritik

 
 
 
Das Jahr 2012 scheint wohl möglich das Jahr des „Found Footage“-Genre zu werden. Nach dem immensen Erfolg der „Paranormal Activity“-Serie erleben Filme im billigen Wackel-Homecam-Stil eine regelrechte Renaissance und sind aktueller denn je. Dabei überraschen immer wieder die teils kreativen Methoden, die junge dynamische Filmemacher entwickeln, um derart „optisch“ trivial-inszenierten Filme halbwegs neue Facetten zu verleihen und den Zuschauer im „erträglichen“ Sinne zu unterhalten. Die Idee mit Hilfe dieses kontroversen Subgenres einen Anthologie-Streifen zu zaubern, liest sich anfänglich eigentlich recht erfrischend, macht aber Filmfreunde dennoch direkt stutzig, wie sich das Projekt in technischer Hinsicht überhaupt realisieren lässt. Da die letzten Filmprojekte ihrer Art (u.a. „Evidence“, „Tape 407“) vorwiegend durch katastrophaler Kameraführung brillierten, als durch optische Raffinessen, dürften dem interessierten Horrorfilmfan vermutlich direkt die Haare zu Berge stehen, wenn er liest, dass sich das „Who-is-Who“ der jungen Horrorfilmszene zusammengerafft hat, um an einer gemeinsamen Kurzgeschichten-Sammlung im „Found-Footage“-Look zu werkeln.
 
Unter dem Titel „V/H/S“ haben sich eine stattliche Anzahl bekannter aktueller Horror-Regisseure vom eigensinnigen Handycam-Genre inspirieren lassen und eine arg zynisch-boshafte, aber dennoch liebenswerte Hommage an das bittere Videokassetten-Zeitalter geschaffen. Neben erneut unzumutbarer, amateurhaft-wackeliger Kameraführung fällt in dieser Anthologie-Sammlung, passend zum Titel, typisches VHS-Flair ins Gewicht, dass mit „ausgedaddelten“ und unscharfen Bildmaterial aufwartet. Die Idee ist eigentlich recht innovativ, in der Umsetzung erweist sich jedoch dieses erfrischend „spezielle“ filmische Dokumentieren als recht zweischneidiges Schwert. Einerseits ist der künstlerische Einfallsreichtum, von welchem der Film letztendlich zerrt als überaus unterhaltsam und effektiv zu betiteln. Die Geschichten wirken durch die technischen Defizite erstaunlich authentisch und realistisch. Als Zuschauer hat man, aufgrund der amateurhaften Darbietung jeder einzelnen Episode das Gefühl, als sehe man die privaten Home-Videos von eigentlich vollkommen normalen Menschen.
 
Anderseits erweist sich gerade diese unprofessionelle technische Darbietung dieser Kurzgeschichten als echter Härtefall für den Zuschauer. Das Bild holpert, wackelt und stört, dass dem Zuschauer Hören und Sehen vergeht. Oftmals kann man durch die gewöhnungsbedürftigen Unschärfen des VHS-Filters kaum erkennen, was denn da eben vor die Linse springt. Gerade in hektischen Momenten wird einmal mehr durch zwanghaft-wirres Umherschwenkens der Kamera Panik erzeugt, das zwar anfänglich noch effektiv wirkt, aber den erwartungsfreudigen Filmfreund in Anbetracht von fast 120 (!) Minuten Filmlaufzeit auf eine deftige Geduldsprobe stellt. Die einzelnen Episoden gestalten sich unterschiedlicher Natur. Dabei trifft handwerklich solide umgesetztes „Creature-Feature“ auf skurrile„Slasher-Ware“ mit 80er Jahre Kult-Charme. Die obligatorischen paranormalen Spuk-Ereignisse fehlen ebenso wenig, wie blutgieriges „Zombie-Kino“. Aufgrund der unterschiedlichen Themengebiete und der teilweise ähnlichen technischen Machart fällt es vermutlich schwer, das eigentliche Highlight unter den Episoden zu finden. Ähnlich wie zuletzt in „The Theatre Bizarre“ scheint es einzig geschmacksabhängig, welche Geschichte letztendlich welchem Zuschauer überhaupt munden wird. Daher ist es schwierig zu sagen, welche Episode denn nun die Beste von allen ist. Mir persönlich hat das „Creature-Feature“ zu Beginn und die „Halloween“-Folge zum Abschluss von „V/H/S“ am besten gefallen, zumal die recht simplen, aber dennoch recht stimmigen und verblüffenden Spezial-Effekte herrlich überzeugen konnten. Hat man sich vorerst an den rauen „Found Footage“-Stil gewöhnt, dürfen sich vor allem Freunde von knackig-knappen Anthologie-Sammlungen ideal unterhalten fühlen.
 
Dennoch, trotz recht innovativer Ansätze und der gewöhnungsbedürftiger Erzählstruktur der einzelnen Kurzgeschichten tritt die Rahmenhandlung arg lieb- und herzlos in Erscheinung und scheint einzig Mittel zum Zweck, um die jeweiligen Segmente zweckhaft miteinander zu verknüpfen. Erklärungen über den Hintergrund der Geschehnisse bleiben Mangelware und lassen einzig Raum zum Spekulieren, was es denn letztendlich mit den mysteriösen Videotapes auf sich hat.
 
 
Mit „V/H/S“ lädt die junge Garde an motivierten Jungregisseuren zum anarchischen Angriff auf das kontroverse „Found Footage“-Genre. Ehrwürdig verbeugen sich bekannte Horror-Regisseure vor längst vergangene VHS-Zeiten und vermischen scheinbar technisch unzumutbares Filmmaterial mit frischen Ideen und neckigen Spezialeffekten.
Gelungen ist ihr Versuch, dem übersättigten Wackelcam-Genre frischen Wind einzuhauchen allemal. Innovative Ideen und einige recht stimmige Momente täuschen oftmals darüber hinweg, dass einige Episoden einfach zu lang geraten sind und dafür andere bedeutend bessere, viel zu kurz. Die Inszenierung von „V/H/S“ ist als relativ gewöhnungsbedürftig zu bezeichnen, wobei der eigentliche Reiz des Films in den jeweiligen Schlussgags der einzelnen Geschichten zu finden ist. Gerade der teilweise unvorhersehbare und makabere Storytwist am Ende jeder einzelnen Kurzgeschichte tröstet über oftmals schwindelerregendes Kamera-Gewackel und unverzeihliche Totalausfälle hinweg. Dennoch, Filmfreunde die bisher rein gar nichts mit dem „Found Footage“-Genre anfangen konnten, werden sich auch in „V/H/S“ vollkommen hilflos unverstanden fühlen!
 
 
 


 
 
 

V/H/S – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
„X-Factor“ meets „Wackelcam“-Genre. Recht stimmige, unheimliche und unterhaltsame Kurzgeschichten-Sammlung, insofern man überhaupt ein Faible für „Found Footage“-Filme besitzt!
 
 
 


 
 
 

V/H/S – Zensur

 
 
 
Die deutsche Heimkinoauswertung erscheint Ende Oktober 2012 und wurde mit einer “Keine Jugendfreigabe”-Kennzeichnung seitens der FSK abgesegnet. Kein Wunder bietet “V/H/S” einen grafisch sehr explizieten Mord, der sich recht gewaschen hat. Ansonsten gibt sich diese Kurzgeschichten-Sammlung recht züchtig und weniger zeigefreudig.
 
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V/H/S – Trailer

 
 

 
 
Hellraiser80

 
 
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APARTMENT 143 – Story

 
 
 
Nach dem tragischen Tod seiner Frau, zieht es den treusorgenden Witwer Alan zusammen mit seinem kleinen Sohn Benny und der pubertierenden Tochter Caitlin in ein schäbiges Apartment eines heruntergekommenen Mehrfamilienhauses. Die Vision ein neues Leben zu beginnen und die zermürbende Vergangenheit zu vergessen scheitert daran, als plötzlich mysteriöse Dinge in der Wohnung passieren. Türen schlagen wie von Geisterhand auf, Lampen zerschmettern und das Telefon schellt aus unerklärlichen Gründen. Als die Geschehnisse überhand nehmen, wendet sich Alan an eine Gruppe Wissenschaftler, die die Vorfälle untersuchen sollen.
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 143 – Kritik

 
 
 
Die Flut an aktuellen Produktionen, die sich dem eigensinnigen Found Footage-Filmstil bedienen nimmt kein Ende. Auch der aktuelle Geisterthriller APARTMENT 143 (der sich im Original EMERGO schimpft) versucht mittels wackeliger Handkamera-Optik zu überzeugen und erzählt die (allseits bekannten) Gegebenheiten aus unterschiedlichen Betrachtungswinkeln. Mal folgt der Zuschauer den Geschehnissen aus der Perspektive einzelner Überwachungskameras, die effektiv in den einzelnen Räumlichkeiten der Wohnung angebracht wurden, ein anderes Mal sieht der Filmfreund die Interaktionen der Protagonisten aus der Handkamera-Sicht, deren Equipment die Wissenschaftler auf den Schultern tragen. Dass durch die wechselnden Perspektiven und dem Einsatz verschiedener Kameraarten- und Möglichkeiten eine gewisse Dynamik entsteht und der Zuschauer immer das Gefühl hat, permanent aktiv am Geschehen beteiligt zu sein, ist einer der wenigen Vorteile, den APARTMENT 143 gegenüber dem PARANORMAL ACTIVITY-Universum besitzt. Erstaunlicherweise gestaltet sich die technische Umsetzung des Films als recht effektiv und vor allem als relativ homogen. Kein nerviges Gewackel, keine technischen Totalausfälle – Nichts von all dem unbrauchbaren dramaturgischen Schnick-Schnack, denen sich unzählige andere Produktionen zuvor bedient haben, findet in APARTMENT 143 seinen Einsatz. Die Kamera bleibt überraschenderweise fehlerfrei und konstant auf einem ansprechend hohem Level und der Zuschauer kann dem munteren Treiben, dass zudem auch noch recht kurzweilig und unterhaltsam in Szene gesetzt wurde, genüsslich beiwohnen. Anders wie zuletzt in PARANOPRMAL ACTIVITY 1-3 setzt Regisseur Carles Torrens weniger auf die phantastische Schiene und lässt nicht nur allein das Spuken im traditionellen Sinne Revue passieren. Sein Geisterfilm beschäftigt sich vornehmlich mit dem wissenschaftlichen Phänomen des Spuks und ziert sein Werk nicht nur mit einer Aneinanderreihung diverser Schockszenen des Unterhaltungszweckes wegen. Sicher gibt es auch in APARTMENT 143 diverse Geisterklischees zu begutachten. Es knarren Türen, es bewegen sich Möbelstücke, und eine Séance mittels Medium finden ebenso den Weg in den fertigen Film. Trotzdem, Torrens aktueller Genre-Beitrag ergründet vordergründig die Herkunft des Horrors und erklärt dem Zuschauer zudem aus wissenschaftlicher Sicht, welche Mythen um Geister- und Spukwesen ranken. Die recht plausible Umsetzung und die handvoll logischer Erklärungen munden dem Film recht gut und hauchen der Geschichte einen gewissen Realismus ein. Das mag wohl auch daran liegen, dass die passenden Auswahl der Schauspieler trefflicher nicht hätte ausfallen können. Allen voran Kai Lennox , als psychisch zerfressener Vater, der sich zudem noch regelmäßig mit seiner eigensinnigen und pubertierenden Tochter auseinandersetzen muss, gehört ein großes Lob. Sein Schauspiel erschüttert gegen Ende hin zutiefst und lassen die Umstände des Spuks in einem gänzlich anderen Licht erscheinen. Überraschenderweise bleiben die wenigen Forscher, die zudem ständig vor Ort sind, relativ sachlich und distanziert der zerrütteten Familie zugegen, obwohl sie sich praktisch ständig mit den familiären Konflikten zwischen Vaters und seinen zwei Kinder konfrontiert sehen. Dramaturgisch ist das ein recht guter Schachzug, darf sich der Zuschauer demnach ganz auf das Schicksal der Familie konzentrieren, wobei dennoch die Tochter mit ihren sehr aggressiven Launen eher Störfaktor bildet und aus dem Rahmen fällt. Eine Bindung zur ihr, dem eigentlichen Opfer der gesamten Geschichte, knüpft der Zuschauer nie und ihr unterdrücktes Leiden geht in der Masse an effekthascherischen Spuk-Szenen vollkommen unter. Bis zum erlösenden Ende des Films bleibt unklar, was sich überhaupt hinter der ganzen Problematik verbirgt. Sind die seltsamen Vorkommnisse auf wirklichen Spuk zurückzuführen, handelt es sich wirklich um einen bösartigen, personengebundenen Poltergeist oder führen die Geschehnisse auf eine mögliche Schizophrenie bzw. Besessenheit/Telekinese der Tochter zurück? Was anfänglich plausibel erklärt und vermeintlich logisch abgeschlossen wirkt, lässt leider in der letzten Einstellung an Ernsthaftigkeit missen, denn der obligatorische Schlussgag einige Sekunden vor Filmabspann ist vollkommen überflüssig und revidiert die teilweise logischen Schlüsse der Wissenschaftler, die den Spuk psychologischer Natur begründen und auf welche der Film vermeintlich zusteuert.
 
Der aktuelle Found Footage-Film APARTMENT 143 bietet vermutlich nichts Neues, was man nicht zuvor schon in anderen Produktionen dieser Art gesehen hat. Hobbygeisterjäger, die Gefallen an der PARANORMAL ACTIVITY-Film-Trilogie gefunden haben, werden sich vermutlich im APARTMENT 143 direkt heimisch fühlen. Filmfreunde, die mit besagter Filmreihe und den diversen thematisch ähnlichen Nachzüglern bisher kaum etwas anfangen konnten, sollten auch diesen Horrortrip meiden. Zugegeben, die Umsetzung ist als relativ gelungen zu bezeichnen, die Schockeffekte sitzen und eine gewisse Kurzweiligkeit lässt sich nicht von der Hand weisen. Dadurch, dass der Film kaum Leerlauf zu bieten hat vergeht der Spukt-Trip relativ zügig und die mageren 75 Minuten Filmlaufzeit sind überraschend schnell erreicht. Dennoch, so richtig gruselig will es, trotz der recht düsteren und trostlosen Szenarie, irgendwie nicht so wirklich werden und die eigentlich plausiblen und penibel erklärten Schlüsse und Erklärungen werden zugunsten eines absolut dummen Überraschungseffektes in den letzten 3 Filmsekunden vollkommen über Bord geworfen. Dem Film kommt der dröge Schlussgag absolut nicht zu Gute, Schade!
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 143 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
PARANORMAL ACTIVITY meets DER LETZTE EXORZISMUS. Unterhaltsamer Spukfilm, der aber nichts wirklich neues zu bieten hat. Die Schocks zumindest sitzen!
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 143 – Zensur

 
 
 
Der Film lebt von seiner unheimlichen Atmosphäre, physische Gewalt findet hier nicht statt. Daher wurde die Produktion bedenkenlos von der FSK mit einer ungeschnitten 16er Freigabe eingestuft.
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 143 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Apartment-143-Blu-ray-Cover

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Emergo; Spanien 2011

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray Wendecover

Extras: Alle Extras in Standardauflösung: Making-of (15 Minuten), B-Roll (ca. 3 Minuten), Die Kinder von Apartment 143 (ca. 4 Minuten), Schwebe-Effekte (ca. 4 Minuten), Visuelle Effekte (ca. 6 Minuten), Spezialeffekte (5 Minuten), Art Direction & Make Up (ca. 5 Minuten), Trailer (2 Minuten, deutsch, HD), BD-Live-Zugang, Trailershow mit sechs Filmen aus dem Programm von Universum Film (alle HD, deutsch)

Release-Termin: 15.11.2013

 
 
 
Knapp zwei Jahre nach Fertigstellung kommt EMERGO, so wie APARTMENT 143 im Original heißt, auch nach Deutschland. UNIVERSUM FILM hat sich dem Wackelcam-Streifen angenommen und bringt den Schocker in überraschend umfangreicher Ausstattung in den Handel. Hier hat der Anbieter ein wirklich umfangreiches Bonuspaket geschnürt von dem manch wichtigere Heimkinoveröffentlichung nur träumen kann. Los geht’s mit einem Making-of zum Film (ca. 15 Minuten) indem erklärt wird, dass 12 (!) Kameraarten für die verschiedenen Aufnahmen im Film verwendet wurden. Hier hat man neben digitalem auch auf analoges VHS-Kamera-Equipment zurückgegriffen, wobei eine offensichtliche Klötzchenbildung an einigen Stellen des Films zu sehen ist. Dieser etwas unschöne Effekt dürfte vermutlich auf die Umwandlung von analogem VHS auf digitalem HD-Material zurückzuführen sein, passt aber hervorragend zum Gruselcharakter des Streifens. Zudem besitzt der Bildtransfer enorm viel Korn und einen sehr schwachen Kontrast. Diverse, bewusst eingesetzte Störstreifen lassen jedoch kaum HD-Feeling aufkommen, was BD-Puristen die Nackenhaare sträubend dürfte. Immerhin überzeugt der Ton. Denn immer dann, wenn sich der Geist im Film dem Zuschauer offenbart, kommt der Subwoofer erstaunlich brachial zum Einsatz und lässt erheblich oft zusammenzucken. Viele kleine Effekte ertönen überraschend oft aus den Rearspeakern und schaffen eine schön gruselige Atmosphäre. Lobenswert zudem, dass Anbieter UNIVERUM FILM eine sehr professionelle Synchronisation spendiert hat. Neben einem filmbezogenem Making-of, gibt es allerhand weitere Einblicke in die Produktion. Die teils fünfminütigen Features beleuchten die diversen Effekte; aber auch die vorwiegend minderjährigen Darsteller des Gruseltrips kommen in Interviews zu Wort. Alle Extras (bis auf den Trailer) liegen übrigens in Standardauflösung vor; Untertitel gibt es für Hauptfilm und Bonusmaterial keine. Das stößt in BD-Zeiten etwas bitter auf und dürfte vor allem für Zuschauer nicht hinnehmbar sein, die kein Englisch verstehen oder gar gehörlos sind. Immerhin gibt es ein Wechselcover und einen BD-Live-Zugang. Hier wird jedoch ein Internetanschluss vorausgesetzt, um weitere Extras zum Film genießen zu können. Mit sechs Titeln aus dem hauseigenen Filmkatalog schließt Anbieter UNIVERSUM FILM die umfangreiche Veröffentlichung von APARTMENT 143 ab. Wer Streifen wie PARANORMAL ACTIVITY mag, kann bei diesem Release bedenkenlos zugreifen.
 
 
 

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APARTMENT 143 – Trailer

 
 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “The Pact” (2012)

"The Pact" (2012) - Filmplakat - Filmreview und Filmkritik auf Filmcheck
 
 
 

The Pact – Story

 
 
 
Nachdem Annie und ihre Schwester vom plötzlichen Tod ihrer sadistisch veranlagten Mutter erfahren zieht es die beiden Geschwister, trotz arger Bedenken, zurück in das mütterliche Anwesen, einem kleinen Haus am Rande der Stadt. Doch mit dem Eintreffen der jüngeren Schwester Annie geschehen plötzlich seltsame Dinge. Nicht nur, dass die Ärmste von einer unheimliche Präsens attackiert und durch das mütterliche Heim geschleudert wird, auch von ihrer älteren Schwester fehlt weit und breit jegliche Spur. Als Annie , nach diversen Albträumen und unerklärlichen Visionen allmählich nach Erklärungen für die seltsamen Vorkommnisse forscht, stößt sie auf die Spur eines Geistes, der zwangsläufig mit der verunsicherten Frau Kontakt aufnehmen möchte …
 
 
 


 
 
 

The Pact – Kritik

 
 
 
Nach den erfolgreichen Geister Indie-Hits „Paranormal Activity“ und „Insidious“ ist der Geister-Horror aus dem Kino und aus den weltweiten Videotheken nicht mehr wegzudenken! Demzufolge lockt derart munterer Genre-Stoff auch unzählige Filmneulinge dazu ihre ganz eigenen Filmvisionen und Ideen cineastisch möglichst kreativ umzusetzen. Oftmals unbrauchbar belanglos, manchmal aber auch überraschend unterhaltsam und innovativ. „The Pact“ des ambitionierten Nachwuchsregisseurs Nicholas McCarthy ist dabei eine Produktion, die die Fans des Fantastischen Films vermutlich in zwei Lager spalten dürfte. Dabei wird schnell deutlich, dass es sich bei McCarthy´s Spielfilmdebüt um einen recht sperrigen und sehr gemächlich erzählten Gruselfilm handelt, der nur am Rande des Thema „Spuk“ fokussiert und der eigentlich mehr Drama und Detektiv-Story ist, als waschechter Spukfilm. Zwar knarren hier ebenso Türen, kommt ein Medium zum Einsatz und Ouija-Bretter finden an Bedeutung, aber in Anbetracht der überraschenden Wendung am Ende des Films und vor allem des unplausiblen Abschlusses dürften sich aufgeschlossene Filmfreunde schon mehr als veräppelt und hintergangen fühlen. Unplausibel ist vermutlich die beste Umschreibung des titelgebenden „Pakts“ der eigentlich rein gar nichts mit dem eigentlichen Films zu tun hat. Eine logische Erklärung dessen fehlt nämlich im Film gänzlich und lässt den Zuschauer nur spekulieren, welchen Sinn der Titel mit dem fertigen Film überhaupt gemein hat.
 
Aber nicht nur beim Filmtitel lässt Regisseur Nicholas McCarthy die Suggestionskraft der Filmzuschauers spielen, auch diverse Logiklöcher in der Handlung lassen sich mit (zugegeben einfachen, aber effektiven) Schocks und treffsicheren Gänsehautmomenten nicht wirklich gekonnt kaschieren. So fallen die Logik- und Plotlöcher mit fortlaufender Spiellaufzeit offensichtlicher ins Gewicht und gipfeln in einem Finale, dass unglaubwürdiger nicht hätte ausfallen können. Die abschließende, fast schon grotesk-surreal anmutende, Endsequenz wirkt absolut deplatziert und hinterlässt bereits unzählige neue Fragen beim Zuschauer, die natürlich nicht beantwortet, sondern die allein zur Spekulation in den Raum geworfen werden.
 
Trotzdem, wer sich auf diesen Film einlässt und sich mit dieser doppeldeutigen Erzählweise anfreunden kann, deren plausible Erklärungen allein nur in der Vorstellungskraft des Filmfreundes „erraten“ werden können, erlebt mit „The Pact“ einen recht schickes und höllisch unheimliches Mystery-Drama, dass den interessierten Filmfreund vermutlich so schnell nicht wieder loslassen wird. Das Häuschen der Mutter ist mit all den morbid-alten und geschmacklich fragwürdigen Tapeten wie für einen Film dieses Kalibers geschaffen. Zocker-freudige Filmfans, die sich noch gut an den 2. Teil der Videospielreihe „Silent Hill“ erinnern können, dürften sich zumindest was das altmodische schrullige Setting betrifft, direkt heimisch fühlen. Aufgrund des recht subtilen Untertons von „The Pact“ in Kombination mit dem sehr gelungenen Sounddesign (zumindest dann, wenn die Bedrohung in Erscheinung tritt) und der düster-unheimlichen Ausstattung sind minimale Parallelen zu einem „Silent Hill 2“-Game nicht von der Hand zu weisen.
 
 
Mit „The Pact“ erlebt der Filmfreund ein sehr wortkarges Grusel-Drama das nicht jedem Horrorfilmfreund munden dürfte. Puristen, die nach plausiblen Antworten dürsten, dürften bei diesem Debüt-Werk unbefriedigt den Kinosaal verlassen. Vielmehr lebt „The Pact“ von seiner wirklich morbiden und unheimlichen Atmosphäre und von den vielen Schlüsselszenen bekannter Genrewerke („Shutter“, „Silent Hill“, „The Inkeepers“, „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“, „The Entity“) welche Regisseur Nicholas McCarthy zwar dreist stibitzt, aber dennoch zu einem recht kreativ-sehenswerten Eigenem zusammenbastelt. „The Pact“ nährt von seinen sehr beängstigenden Bildern und Kamera-Spielereien (eine Flucht der Protagonistin wird in Zeitlupe erzählt), die zu Recht nur puristisch (wenn überhaupt) mit Musik unterlegt werden. Außerdem besitzt McCarthy´s Erstlingswerk viele starke dramaturgische Momente die wirklich zu gefallen wissen, allen voran die Szene in der ein blindes Medium den Schauplatz der Gegebenheiten untersucht und die Hauptprotagonistin mit ihrem rätselhaften Geplapper vollkommen verunsichert.
Leider schaffen es die oftmals sehr simplen, aber dennoch sehr raffiniert eingesetzten Schockszenen nicht vom arg löchrigen Drehbuch abzulenken, denn immer dann wenn der Zuschauer nach Antworten der Gegebenheiten sucht, gerät das Drehbuch in Erklärungsnot. Das hinterlässt bei diesem, eigentlich sehr sehenswerten, Indie-Film einen überaus ungenießbaren Beigeschmack und macht „The Pact“ dadurch gerade mal zu üblicher Durchschnittsware. Schade!
 
 
 


 
 
 

The Pact – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Ein eigentlich guter Film mit einer ganz eigenen (Erzähl- und Bild)Sprache, der aber permanent in Erklärungsnot gerät und zu viele offene Fragen in den Raum wirft. Dennoch, für ein Debüt-Werk absolut passabel!
 
 
 


 
 
 

The Pact – Zensur

 
 
 
Die FSK 16er Freigabe in Deutschland ist ungeschnitten!
 
 
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The Pact – Trailer

 
 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Cassadaga (2011)

The Innkeepers (2011)

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Filmreview: “The Amityville Haunting” (2011)

 

Trotz  grausamer Vorgeschichte, bezieht Familie Benson das unheimliche „Amityville“ – Spukhaus, indem Jahrzehnte zuvor ein blutiges Familienmassaker stattfand.

Nach anfänglichen und unerklärbaren Phänomenen freundet sich die 6jährige Tochter Melanie mit einem imaginären Freund namens „John“ an, der ihr erzählt, dass er seit sehr langer Zeit in dem alten unheimlichen Haus leben würde. Doch niemand will dem kleinen Mädchen so recht Glauben schenken. Als der Vater, nach diversen seltsamen Vorfällen besorgt um das Wohl seiner Kinder ist, lässt er überall im Haus Überwachungskameras installieren und muss aufgrund der Videoaufzeichnungen erschreckend feststellen, dass die Familie scheinbar doch nicht ganz so allein im Haus ist, wie zu Beginn gedacht.

 

 

Nachdem das Found Footage – Genre nun mit dem Kassenschlager „Paranormal Activity“ weltweit richtig bekannt wurde und bei Filmfans aus aller Welt für gehörig Nervenkitzel sorgte, scheinen sich nun auch diverse Horror-Klassiker dieser recht günstig produzierten Filmmethode zu bedienen.

Der Horrorthriller „The Amityville Horror“ aus dem Jahre 1979 zog bisher unzählige Fortsetzungen nach sich und wittert scheinbar nun mit dem günstig heruntergekurbelten „The Amityville Haunting“ (2011) eine weitere lukrative Einnahmequelle, im Zuge der Kino- und Heimkinoauswertung von „Paranormal Acitivity 3“ .

Alle Heimkino-Zuschauer aus Übersee (eine deutsche Auswertung ist derzeit nicht in Sicht) dürfen seit Januar 2012 erneut auf Geisterjagd, in das vermutlich bösartigste Spukhaus der Filmgeschichte, gehen.

Handwerklich schaut es dabei ganz solide aus, insofern man schwindelfrei genug ist, dass planlose Umhergewackel der Digicam ertragen zu können. Denn wie in unzähligen anderen derartigen Werken zuvor, sieht man das Geschehen vordergründig aus der Perspektive von Home- und Überwachungskameras. Regisseur Geoff Meed scheint dabei seine Hausarbeiten ganz gründlich abgearbeitet zu haben, denn diverse Schockelemente und Kamerawinkel wurden dreist aus dem „Paranormal Activity“ -Universum stibitzt und schauen eher nach einem 4. Teil des beliebten Franchise aus, anstatt nach einem eigenständigen „Amityville“ – Film.

Von Türen, die sich wie von Zauberhand allein schließen und öffnen, bis hin zu Kindern, die mit ihren imaginären „echten“ Freunden quasseln werden alle erdenklich bekannten Spukhausklischees abgeharkt und bis zum Erbrechen wiederholt.

Gerade weil „The Amityville Haunting“ nichts eigenständiges und neues zeigt und sich die Geschehnisse im Gruselhaus recht hölzern und absolut unspektakulär gestalten, macht sich ganz flink Langeweile beim Zuschauen breit.

Die technische Komponente, des Kamerabild-Totalausfalls beim bevorstehenden Erscheinen der bösartigen Präsenz im Haus, ist zwar nach den ersten beiden Malen ganz witzig und effektiv, geht einem aber nach der gefühlten zehnten Wiederholung gehörig auf die Sense. Scheinbar wollte man damit die vermeintlich nicht vorhandene Spannung und die ungruselige Spukatmosphäre steigern, sowie immense Logiklöcher der Geschichte kaschieren.

An Logik happert es bei dem neuesten „Amityville“ -Ableger nämlich gehörig. Von wirklicher Gruselstimmung ist kaum eine Spur.

Die Stumpfsinnigkeit der Protagonisten ist in „The Amityville Haunting“ besonders hervorstechend und kaum zu ertragen.

Zwar sind die Schauspielerischen Leistungen von Mutter und Vater ganz brauchbar, aber die Beweggründe ihres Handelns für normaldenkende Zuschauer in keinster Weise nachvollziehbar.

Dabei fragt sich der kluge Zuschauer, was denn die Familie überhaupt noch in ihrem gruseligen Heim hält, wenn sie einerseits bereits die Vorgeschichte ihrer neuen Zuflucht kennen und andererseits innerhalb von nur wenigen Tagen nach Einzug, drei unschuldige Menschen im Haus ihr Leben lassen mussten.

Sohnemann und Digicam-Führer  Tyler ist dabei von wahrlich unglaublich dummer Sorte. Nicht nur, dass sein Agieren vor der Kamera richtig mies und unprofessionell ins Gewicht fällt, sein Hang zum logischen Denken ist mit dem Bezug seines neuen Zimmers im berüchtigten „Amityville“-Haus wohlmöglich auch flöten gegangen.

So frag ich mich, als aufmerksamer Zuschauer, warum der Sohnemann nach diversen mysteriösen Gegebenheiten, die er eigenhändig gefilmt hat, sich nicht einmal die Zeit nimmt und sich sein eigenhändig gefilmtes Videotape anschaut.

Denn hätte er frühzeitig sein Filmmaterial nach Merkwürdigkeiten durchforstet, dann wäre das Ende, zumindest für den Zuschauer, nicht so derart vorhersehbar ausgefallen.

Spukhausfreunde, die sich bisher noch nicht mit den ganz großen Filmen des „Haunted House“ – Genre beschäftigt haben dürften bei diesem überflüssigen Horrorschnellschuss sicherlich dezent unterhalten werden. Aber auch Horrorfilmneulinge und alle Fans der „Paranormal Activity“- Serie finden garantiert Gefallen am aktuellen Kurztrip in das sagenumwogene Spukhaus.

Alte Filmhasen wiederum, wie ich es einer bin, dürften jedoch für derart lieblos erzählten Einheitsbrei nicht einmal annähernd ein müdes Lächeln finden. Ich empfehle lieber noch einmal den Original „Amityville“ und die diversen anderen  sehenswerten Spukhausfilme zu sichten und zu hoffen, dass uns mit „The Amityville Horror – The lost Tapes“, der demnächst im Kino anlaufen soll, ein sehenswerter und vor allem tatsächlich gruseliger Horrorstreifen erwartet wird.

 

 

Fazit 4/10 Punkte

 

Was sich da wie ein weiterer Teil der beliebten „Amityville“-Serie aufzuzwängen versucht, ist in der Umsetzung weniger „Amityville“ als vielmehr „Paranormal Activity“.

Ein unzureichend Gruseliges Sequel, dass mit Sicherheit mehr Potenzial nach oben gehabt hätte. Altbekannte Geschichte und geklaute Schockeffekte machen noch lange keinen guten Spukhausfilm. Öde!!!!

(FSK – Prognose: vorausichtlich FSK16 – ungeschnitten)

 

Hellraiser80


Filmreview: “Paranormal Activity 3″ (2011)

 

 

„Paranormal Activity 3“ erzählt die Vorgeschichte zu Teil eins.

Die beiden Schwestern Kristi und Katie leben zusammen mit ihrer Mutter und deren neuen Lebenspartner Dennis in einem hübschen Haus am Rande der Stadt. Doch der vermeintliche Familienfrieden wird rapide gestört, als die jüngere der beiden Schwestern mit einem scheinbar imaginären Freund beginnt zu sprechen. Nachdem Dennis überall im Haus Kameras aufgestellt hat und die Videobänder auswerten möchte, kann er nicht glauben, was er auf den Bändern zu sehen scheint.

 

 

2007 als Überraschungserfolg gefeiert mauserte sich „Paranormal Activity“ flink zu einem der erfolgreichsten (Independent)Horrorfilme weltweit.

Dabei war natürlich von vornherein klar, dass mit dem Erfolg auch diverse unnötige Fortsetzungen und ähnlich gestrickte Billigfilm-Ware ihren Weg in die Videotheken und auf die große Kinoleinwand finden sollten.

Da „Pararanormal Activity“ auch knapp fünf Jahre seit Erscheinen des ersten Teils immer noch in aller Munde ist und für den Vertrieb „Paramount Pictures“ nach wie vor ein relativ lukratives Unterfangen darstellt (vergleicht man die unverschämt – minimalen Produktionskosten mit dem weltweit erstaunlich hohen Einspielergebnissen) lief im letzten Jahr ein dritter Teil in den Lichtspielhäusern, der nun in den kommenden Wochen auch auf Blu-ray und DVD ausgewertet werden soll.

Angeblich soll trotz Abschluss der „Paranormal Activity“-Serie mit dem aktuell dritten Teil eine weitere Fortsetzung Ende 2012 im Kino anlaufen. Ob das jedoch vernünftig ist, bleibt abzuwarten.

 

Eigentlich hat das „Found Footage“-Genre (also angeblich echtes „gefundene Filmmaterial“, dass letztendlich pseudodokumentarisch ausgewertet wird) bereits schon fast ein halbes Jahrhundert auf den Buckel. „Paranormal Activity“ ist nur ein kleiner Vertreter dieser Gattung und erfindet das Genre mit Sicherheit nicht neu, baut es jedoch weiter aus – mit Erfolg wie man an den weltweiten Einspielergebnissen erkennen kann.

Bekannt wurde das „Found Footage“-Genre bereits Ende der 70er Jahre mit dem Exploitation-Reißer „Cannibal Holocaust“ (in Deutschland bundesweit beschlagnahmt) , wo es aufgrund recht kruder Mensch- und Tiertötungsszenen für enorm Aufsehen unter Filmfans und Zensurbehörden auf dem gesamten Globus sorgte. Nach einigen ähnlich gestrickten Werken (vorwiegend von der italienischen Film-Fliesbandschmiede zu Beginn der 80er Jahre produziert), die sich allesamt vordergründig mit makaber-blutigen Tötungsszenen übertrumpfen schienen erlosch letztendlich das allgemeine Interesse an derart Produktionen bei den Filmfans in aller Welt.

Erst im Jahre 1998 entdeckten experimentierfreudige Filmemachen mit „The Blair Witch Projekt“ das Genre der „Found Footage“-Fake Dokumentation erneut für sich und sorgten für eine ganze Welle ähnlich produzierter Werke.

Ob nun Zombies („Rec“), Aliens („Apollo 18“) oder Mutanten („The Tunnel“) kaum ein Subgenre des Horrorfilms existiert, dass in letzter Zeit nicht mit einem „Found Footage“ – Werk beschenkt wurde.

 

Leider muss ich gestehen, dass mich die „Paranormal Activity“ – Reihe bisher nicht wirklich vom Hocker reißen konnte. Für mich, als bewanderter Horrorfilmfan, der eigentlich schon so fast alles gesehen hat, was das Arsenal an phantastischer Produktionen so hergibt, ist der immense Erfolg der Trilogie bisher nicht wirklich nachvollziehbar. Gut, Geister und deren Ursprung sind immer noch Stoff aus dem man filmisch ordentlich was bei herausholen kann, bedenkt man was den Filmproduzenten heute für technische Möglichkeiten zur cineastischen Realisierung ihrer Genreproduktionen zur Verfügung stehen.

Das Geisterhorror immer noch richtig unheimlich fesseln kann und das eigentlich nur eine schlichte Grundidee von Nöten ist, auf der das Grauen dann visuell extravagant aufgebaut werden kann zeigen nach wie vor der Klassiker „Poltergeist“ (1982), „The Others“ (2001) und der Gruselthriller „White Noise“ (2005).

Die Idee hinter „Paranormal Acitvity“ ist simpel, wenn auch genial, aber der Reiz nach Sichtung des ersten Teils bereits verflogen.

Die beiden Fortsetzungen sind so unwichtig und unnötig, wie ein Sandkasten in der Sahara, wobei aktuell Teil 3 mit seinem abschließend überraschenden Plotttwist versucht einen, zwar logischen Erklärungsversuch für die Geschehnisse der Trilogie zu liefern, aber aufgrund seiner vollkommenen Bedeutungslosigkeit in der Masse an unendlich ähnlich gestrickten Werken untergeht.

Gut, der Schlussgag von „Paranormal Activity 3“  ist ganz nett, hätte aber auch im original „Paranormal Activity“ eingeflochten werden können, die handvoll lustiger Spezialeffekte ganz brauchbar.

Aber das ganz große Problem, was ich bei der Sichtung von „Paranormal Activity 3“ hatte: es passiert  NICHTS, was man nicht schon in den beiden Teilen zuvor beobachten hätte können.

Türen schlagen zu, Küchengegenstände fallen von der Decke, unheimliche Geräusche sind zu hören, ein Kind spricht mit einer „imaginären“ Präsenz.

Man, Leute ist das öde.

Dabei dürfte jedem Filmfan klar sein, dass da hätte so viel mehr bei umsetzbar gewesen wäre, wenn man nur möchte. Mit derart klischeebeladenen Spukeffekten, lockt man heutzutage keine Katze mehr vom Ofen hervor.

 

Im übrigen sind unzählige Schockeffekte schon als solche zu erkennen, noch bevor sie überhaupt in Erscheinung treten sollen, wenn man nur immer fein brav auf den bassorientierten unterschwelligen Grundton achtet. Immer wenn dieses Brummen in den Vordergrund rückt, ist auch gleich ein weiterer Schockeffekt zu begutachten. Dieser unnötig plakativ eingesetzter Effekt wäre vermutlich noch halbwegs zu verschmerzen gewesen, würde der wohldosierte Erschreckmoment zumindest mit der Erwartungshaltung des Zuschauers spielen. Aber nein, die Kamera schwingt nach links, die Kamera schwenkt nach recht, die Kamera schwenkt wieder nach rechts und gleich, Achtung, da steht etwas …. gähn

Paranormal Activity 3“ ist Quark, richtiger Quark.

Horror „light“ für extrem empfindsame Gemüter und Horror für all die, die soeben halbwegs aus dem Milchzahnalter entwachsen sind.

Wo der erste Teil noch zumindest für ein oder zwei Gruselmomente sorgte, ist die aktuelle Fortsetzung einfach nur langweilig. Die handvoll hochwertiger Spezialeffekte machen „Paranormal Activity 3“ auch nicht besser.

Hoffen wir mal, dass die Serie mit dem dritten und abschließenden Teil wirklich seinen wohlverdienten Frieden finden wird und sich die Gerüchte um ein weiteres Sequel nicht bewahrheiten.

 

Klappe zu und Ende (hoffentlich) !!!

 

 

Fazit 5/10 Punkte

 

Eine weitere Fortsetzung, die man sich getrost schenken kann.

Paranormal Activity 1 und 2“ noch einmal halbgar aufgewärmt.

Zwar mit einigen netten Spezialeffekten gespickt, aber im Grunde genommen ein ähnlicher unbrauchbarer Zeiträuber, wie so viele Fortsetzung anderer bekannter Horrorserien zuvor.

(Die deutsche Heimkinoauswertung mit der FSK16er-Freigabe ist ungeschnitten)

 

Hellraiser80

 


Filmreview: “The Innkeepers” (2011)

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The Innkeepers

Story

 
 
 
Am letzten Wochenende vor der entgültigen Schließung des „Yankee Pedlar Inn“-Hotels übergibt der Hotelchef höchstpersönlich seine geliebte Herberge in die Hände der beiden (recht schrulligen) Angestellten Claire und Luke, die sich um das Wohlergehen der letzten Gäste kümmern sollen. Scheinbar ist ihnen der Job als Hotelpersonal mit der Zeit zu Kopf gestiegen, denn um die tägliche Arbeitszeit halbwegs produktiv über die Runden zu bekommen, versuchen sich die beiden als Hobbygeisterjäger und beginnen das Hotel zu erkunden. Denn glaubt man den urbanen Legenden, welche um das mysteriöse Gebäude ranken, soll in den endlosen Gängen des  „Yankee Pedlar Inns“ ein furchteregender Geist umherspuken. Bewaffnet mit Kassenrekorder und allerlei okkultem Schnick-Schnack stoßen Claire und Luke alsbald auf die ruhelose Seele einer gewissen „Madeline Malloy“, die scheinbar immer noch keinen Frieden gefunden hat und rastlos durch das Anwesen wandelt …
 
 
 


 
 
 

The Innkeepers – Kritik

 
 
 
Da ist er nun, der mit Spannung erwartete zweite Spielfilm des ambitionierten Nachwuchstalents “Ti West“, der nach seinem hochumjubelten “House of the Devil” nicht nur eine enorm hohe Erwartungshaltung schürt, sondern auch weiterhin auf herrlich altmodisches Gruselfeeling setzt und sich von plakativ in Szene gesetzten Gewaltgezetere distanziert. Auch sein aktuelles Gruselmärchen “The Innkeepers” hebt sich erfrischend vom üblichen Horroreinerlei ab und versucht erneut das subtile Grusel in den Mittelpunkt des Geschehens zu rücken. Ein erstaunlich unkommerzielles und gewagtes Unterfangen, leben gerade aktuelle Horrorfilme von der Zurschaustellung menschenverachtender Schandtaten und blutgieriger Gewaltexzesse.
 
Auch wenn “West” stets darum bemüht ist, dass traditionelle Gruseln zurück auf die heimische Mattscheibe zu transferieren und sich mit einer unvergleichlichen Liebe zum klassischen Horror von üblicher Gewaltkost und klischeebeladenen 08/15-Schockern distanziert, dürfte sein “The Innkeepers” erwartungsfreudige Horrorfilmfans in vermutlich zwei Lager spalten.
 
The Innkeepers” ist wahrlich kein schlechter Film, Freunde atmosphärischer Gruselfilme kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Dennoch birgt “West´s” zweiter Ausflug in die Welt der Schatten und Schreie diverse Schnitzer, die den Film weniger rund und plausibel erscheinen lassen, als seine zuvor abgefilmte Hommage an die berüchtigten B-Movies der goldenen 80er Jahre. Das größte Problem seines aktuellen Streifens liegt schlichtweg darin, dass einfach kaum etwas Spektakuläres passieren will. Das sehr gemache Erzähltempo ist hierbei das größte Manko seinen Zweitwerkes, was vermutlich nicht jedem Filmfreund munden dürfte. Die Handlung plätschert arg genüsslich vor sich dahin und verirrt sich teilweise in arg hanebüchenen Nebensächlichkeiten, sodass in nur seltenen Momenten wirkliche Spannung aufkommen möchte. Bis “The Innkeepers” überhaupt so wirklich aus den Vollen schöpfen kann, in Fahrt kommt und sich in seiner eigentlichen Pracht präsentiert, vergehen geschlagene 80 Minuten Filmlaufzeit, die enorm Sitzfleisch und Engelsgeduld voraussetzen. Die beiden schrulligen Protagonisten vergeuden teilweise zu viel Zeit damit, durch die verwinkelten Gänge des Hotels zu spazieren und sich mit allerlei paranormalen Hokuspokus zu beschäftigen. Trotzdem muss man “West” dennoch zugute schreiben, dass er ein selbstsicheres Händchen besitzt, was unvorhersehrbare Schocks betrifft. Diverse, recht gekonnt in Szene gesetzte Erschreck-Momente lassen nicht nur Heldin “Claire” zusammenzucken, sondern auch hin und wieder den Zuschauer. Auch wenn derart Szenen verblüffend einfach getrickst scheinen und ihre Wirkung nur selten verfehlen, reduzieren sich die obligatorischen “Schocker” leider einzig auf den ersten Abschnitt der Geschichte und werden bedauerlicherweise im weiteren Verlauf der Handlung zugunsten einer vollkommen konfusen Handlung vernachlässigt. Schade eigentlich, denn das sehr stimmige Zusammenspiel von derben Schreck-Sequenzen und dunkel ausgeleuchteten Gängen wirkt überaus stimmig und hätte “The Innkeepers” in Kombination mit einer wirklich interessanten Geschichte zum potenziellen Hit-Garant formen können.
 
Trotzdem, einen großen Pluspunkt verdient sich “The Innkeepers“, neben dem liebevoll altmodischen Gruselseeting, vor allem durch die herrlich schrullige Charakterisierung der beiden Hauptdarsteller, welche den eigentlich vollkommen durchwachsenen Grusel-Trip durchaus aufzuwerten wissen und die diversen Mankos in der Inszenierung rasch vergessen lassen. Die Hobbygeisterjäger “Claire” und “Luke” sind derart abgedreht und liebenswert skizziert, dass man die beiden bereits nach nur wenigen Filmminuten ins Herz geschlossen hat und sie gern bei ihren, teils unspektakulären Erkundungen durch das Gruselhaus begleiten möchte. Dabei nimmt sich der Film genügend Zeit die beiden Antihelden so tiefgründig und sympathisch wie möglich zu skizzieren, um dem Zuschauer am Ende mit einem reichlich unerfreulichen Schlussgag vor den Kopf zu stoßen.
 
 
 
Ti West´s” zweiter Ausflug in das Horrorfilm-Genre wirkt einige Ungereimtheiten und kommt weniger rund daher, als sein Debütwerk “House of the Devil“. Gerade für Mainstream-Alles-Seher dürfte der Ausflug ins das Spukhotel zu einer wahren Geduldsprobe avancieren. Statt sich auf eine actionreiche und blutgeile Inszenierung zu stürzen, zählen hier die ruhigen und subtilen Töne. “Wests” Film orientiert sich inhaltlich und künstlerisch an diverse Klassiker des Genres und dürfte vor allem alte, eingesessene Horrorfilmfans beeindrucken, die es leid sind, sich mit banalen und anspruchslosen Folter- und Slasher-Filmen zufriedengeben zu müssen, welche den Heimkinomark aktuell regelrecht überfluten.
 
Trotz aller Kritik ist “Wests” Spukgeschichte kein mieser Vertreter des Genres. Auch wenn “The Innkeepers” zu spärlich an der Spannungsschraube dreht und sich in vielen bedeutungslosen Szenen verläuft, so kann man dennoch nicht behaupten, dass sein Gruselmärchen ungenießbar ist. Die Inszenierung ist ziemlich unkonventionell und birgt viele wunderbare Momente, in welchem der Film es auf genüssliche Weise schafft, den Zuschauer reichlich zu verwirren und herrlich effektiv zu erschrecken. Leider verläuft sich “West” teilweise zu engstirnig in der optischen Gestaltung der Geschichte, sodass er teilweise vergisst, die eigentliche Handlung konstruktiv weiterzuspinnen. Scheinbar hat West dieses Problem dann am Ende selbst bemerkt, denn der (zweideutig ausgelegte) Endplot kommt nach 100 Minuten recht überstürzt und gehetzt daher und wirkt, als habe “West” noch schnell irgendeinen Abschluss finden müssen, um den Film nach geschlagenen 2 Stunden Spielzeit beenden zu können. Bleibt zu hoffen, dass sein nächstes Werk handwerklich ebenso geschickt daherkommt, wie “House of the Devil” und optisch so virtuos beeindrucken kann, wie der vorliegende “The Innkeepers“. Sollte West einen grazilen Mittelweg finden, dürfte der nächste Überraschungs-Hit garantiert sein!
 
 
 


 
 
 

The Innkeepers – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Recht langsam erzählter Gruselfilm, dessen Erzählweise sehr unkonventionell geraten ist.
Nach einem sehr nostalgisch und atmosphärisch erzählten Auftakt wird es im eigentlichen „Geister“-Part sehr zäh und langweilig. Geübtes „Sitzfleisch“ wird vorrausgesetzt – Für das Mainstream-Publikum ungeeignet! Trotzdem ein sehr interessanter Beitrag für alteingesessenen Horrorfilmfans, die sich gern etwas unkonventionellerer Filmkost bedienen möchten.
 
 
 


 
 
 

The Innkeepers – Zensur

 
 
 
Der Film wird über “Sunfilm” vertrieben und vollkommen ungeschnitten. Die Heimkinoversion hat eine “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erhalten. Dennoch ist die enorm hohe Alterseinstufung etwas sehr weit hergeholt. Eine FSK16 hätte es auch getan.
 
 
 


 
 
 

The Innkeepers – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN

 


Originaltitel: The Innkeepers; USA 2011

Genre: Horror

Ton: Deutsch + Engl. DTS HD Master Audio 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1080p/24, 1:2,35

Laufzeit: ca. 101 Min

FSK: keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Audiokommentar mit Ti West & der Crew, Audiokommentar mit Ti West & den
Schauspielern, Behind the Scenes, Trailer – leider gänzlich ohne UT (Hinweis fehlt auf dem Cover)

 
 
 
Die Blu-ray aus dem Hause “Sunfilm” kann sich durchaus sehen lassen. Für einen kleinen Film wie diesen gibt es einige kleine Extras zu bestaunen. Erstaunlicherweise hat „Sunfilm“ hier vergessen, selbige auf das Bluray-Cover zu drucken. Leider werden hier gute Englischkenntnisse vorausgesetzt, denn Untertitel gibt es keine – Schade! Der Ton ist sehr vielversprechend und für einen Gruselfilm unabdinglich. Demnach ist Gruselstimmung vorprogrammiert und der Filmfreund mit Heimkinoanlage dürfte aufgrund einiger ziemlich gut abgemischten Soundeffekte des öfteren zusammenzucken. Bildtechnisch darf auch Positives verkündet werden. Das Bild macht durchweg eine sehr gute Figur und weiß mit einer durchweg ansprechenden Schärfe zu überzeugen.
 
Übrigens gibt es “The Innkeepers” auch als (nachbearbeitete) 3D Blu-ray, notwendiges Equipment vorausgesetzt!
 
 
 

The Innkeepers – Hotel des Schreckens [Blu-ray] bei AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

The Innkeepers – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
The Awakening (2011)

Apparition – Dunkle Erscheinung (2012)

Don´t be afraid of the Dark (2010)

Fairytale (2012)

The Woman in Black (2012)


Filmreview: “A Haunting in Salem” (2011)

 

Was es nicht alles gibt.

Scheinbar geht es Billig-Produktions-Filmschmieden momentan so richtig gut, denn was uns an hirnlosem Bockmist im Jahre 2011 über die heimischen TV-Geräte geflimmert ist kann man schon kaum noch an einer Hand abzählen.

Ganz emsig bei seinem kreative Schaffen ist dabei das kleine Trash-Produktionlabel „The Asylum, dass bereits seit 1997 Filmjünger in aller Welt mit unfassbar schlechten Filmen beglückt. Dabei stand bisher vordergründig das Umsetzen billig realisierte Fortsetzungen kassenfüllender Hollywood-Erfolgsfilme auf dem Plan. Doch scheinbar waren eigens von „Asylum“ produzierte Billig-Fortsetzungen, wie „Titanic 2“ und Der Tag an dem die Welt stillstand 2“  so überaus erfolgreich, dass es sich „The Asylum“ aktuell sogar leisten kann, Ableger von kommenden Kinoblockbustern in die Videotheken zu schwemmen, noch bevor die eigentlichen Hitvorlagen überhaupt im Kino anlaufen (“Mega-Pranha”, “11-11-11″, “Paranormal Entity”).

Im Zugwasser erfolgreicher Kinohits wie „Insidious“, oder „Paranormal Activity“ war natürlich von vornherein klar, dass „The Asylum“ auch etwas ab haben mag von der aktuell so beliebten Poltergeist- und Spukhausgoldschmiede.

Mit „A Haunting in Salem“ präsentiert uns das kontroverse Label einen weiteren vollkommen unnötigen Ableger einiger erfolgreicher Spuk-Genrefilme, und setzt dabei plakativ auf den weltweit so beliebten 3D-Gimmik.

 

 

Wayne, der neue Sheriff von Salem, bezieht zusammen mit Frau und Kindern ein neues Haus im amerikanischen Kleinstädtchen Salem.

Leider hat es das Haus bisher nicht wirklich gut mit den vorherigen Bewohnern gemeint, denn diese kamen auf seltsamer Art und Weise in diesem Haus ums Leben.

Nachdem es sich die kleine Familie in ihrer neuen Behausung gemütlich gemacht hat, geht der Spuk-Budenzauber auch schon los…

 

 

Nach dem letztjährigen „The Haunting of Winchester House“ nun „Asylums“ eigene Quasi-Fortsetzung „A Haunting in Salem“, die nun um die Gunst der Horrorfilmfans buhlen möchte. Und natürlich kommt auch dieser Film so derart hanebüchen daher, wie bereits schon unzählige andere „Asylum“-Produktionen zuvor. Immerhin scheint das Label dazugelernt zu haben und macht zumindest auf technischer Ebene einen reiferen Eindruck. „A Haunting in Salem“ hat ganz ordentliche Ansätze. Das Setting des Films zeugt von einem erfahrenen Bühnenausstatter. Nur leider ist die Geschichte um besessene Spukhäuser so alt wie die Erfindung der Sanduhr und es will sich, trotz zur Schaustellung diverser Spukhaus-Klischees, einfach kein Spannung einstellen.

Einige der Storyzweige sind derart trivial skizziert, dass man irgendwie deren Sinn nicht verstehen möchte. So chattet die Tochter Alli unwissend mit einem Geist des Hauses, der sich zufälligerweise „Salem1692“ (*hust*)  nennt. Aber anstatt mit dem Mädchen Tacheles zu reden und ihr mitzuteilen, was er denn von Alli möchte, bockt der Geist scheinbar nur sinnfrei herum, und verschwindet, sobald Alli  ihm eindeutige Fragen stellt.

Ebenso unfreiwillig unklar, warum ein Rabe durch das geschlossene Dachbodenfenster fliegen muss. Nachdem die Familie das jämmerliche Tier verendet auf dem Speicher entdeckt und das Tier entsorgt hat, fragt sich der wissbegierige Zuschauer, worin denn eigentlich der Sinn dieser Szene besteht?!

Natürlich erwarten dem Spukhausfan diverse andere Haunted-House-Klischees. Von knarrenden Türen, über unheimliche Visionen, bis zu Gegenstände, die sich wie von Geisterhand verschieben sind alle wichtigen Spukelemente vertreten, die man so aber schon in unzählig vielen ähnlichen Horrorfilmen schon effektiver und vor allem besser gesehen hat.

Was bleibt ist ein überraschungsarmer Low Budget Horrorfilm, der zwar routiniert heruntergekurbelt wurde, aber dem irgendwie die Seele und vor allem eigenständige Ideen fehlen. Würde sich „The Asylum“ nur halbwegs einmal die Arbeit machen, einen zumindest halbwegs kreativen Drehbuchautoren zu engagieren, der an einem eigenständigen und innovativen Konzept bastelt, dann könnte man auch endlich einmal von diesem Billig-Schund-Label ernstzunehmende Horrorkost erwarten. Die technische Komponente der Produktionen gleicht sich  zumindest so langsam dem sehbaren Standart an.

 

 

Fazit 4/10 Punkte

 

Alles schon gefühlte eine Milliarden Male gesehen. Zwischen all den trivialen Spukhausklischees findet der Zuschauer kaum eine eigenständige und vor allem fesselnd erzählte Story. Warum der Film geschnitten werden musste um eine „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung zu erhalten, entzieht sich mir jeglicher Logik. Es gibt einige kurze Mordsequenzen, die aber weitestgehend auf das Ausschlachten explizite Schauwerte verzichten.

(Keine Jugendfreigabe-Version ist geschnitten!)

Hellraiser80


Filmreview: “Don´t be afraid of the Dark” (2010)

 

Die kleine Sally zieht zusammen mit ihrem Vater (Guy Pearce) und dessen neuer Lebensgefährtin Kim (Katie Holmes) in ein unheimliches altes Anwesen, welches sie nach einer erfolgreichen Sanierung wieder verkaufen möchten. Ganz allein in dem großen Haus fühlt sich das junge Mädchen recht alleingelassen und findet auf ihren Streifzügen durch das Anwesen eine geheimnisvolle Tür, hinter der sich eine Art Keller befindet. Kaum den seltsamen Raum erkundet befreit sie unachtsamer eine Schar kleiner Kobolde, die nur ein Ziel haben: Tod und Unheil zu verbreiten.

 

Hier ist er nun der neue Film vom Majestro höchstpersönlich: Guillermo del Toro, dem Regisseur einzigartiger Filmperlen, wie „Pan´s Labyrinth“, „Das Waisenhaus“, „Hellboy“, „Mimic“ und „The Devils Backbone“.

Diesmal jedoch nahm er nicht selbst hinter der Kamera platz sondern überlies die Verfilmung des gleichnamigen Remakes, eines 70er Jahre TV-Gruselfilms, seinem Freund Troy Nixey, dem es zwar bildtechnisch gelang in wirklich schauderhaften Bildern seinem großen Lehrer nachzueifern, aber dennoch von seinem Mentor noch viel zu lernen hat.  Guillermo konzentrierte sich diesmal vorwiegend für die Ausarbeitung des Drehbuches, dass er zusammen mit der Hilfe von Matthew Robbins verfasste und Stand für die Finanzierung der Produktion Pate.

Demnach dürfte der interessierte Filmfan schnell diverse Anspielungen und Parallelen zu seinem bisher erfolgreichsten Werk „Pans Labyrinth“ (3 Oscars) entdecken können, denn auch dort sieht sich ein kleines Mädchen in einer unheimlich-düsteren Welt mit bösartigen Kreaturen konfrontiert.

Dabei überzeugt Troy Nixery in „Don´t be afraid of the Dark“ mit einem wirklich sehr beeindruckenden Setting. Das Herrenhaus schaut wirklich überaus unangenehm schauderhaft aus und dürfte sicherlich jeden Geisterjäger vor Entdeckungsdrang das Wasser im Munde überschäumen lassen. In optisch sicherlich bemerkenswerten Kamerafahrten (Bettdeckenszene ist schlicht, aber genial) und unangenehm bedrückenden Kameraeinstellungen darf der Filmfan das leider recht zahme Treiben beobachten, wobei das Zahmhalten der Handlung der eigentliche Knackpunkt der Verfilmung ist. Die Story plätschert zu genüsslich und belanglos vor sich dahin. Sally kommt den winzigen Kobolden auf die Schliche und versucht die ungläubige Erwachsenenwelt von der Existenz der Kreaturen zu überzeugen. Das wars dann auch schon mit der eigentlichen Rahmenhandlung der Geschichte. Für einen Gruselfilm dieses Kalibers einfach zu wenig!

Dabei kommt es der Verfilmung nicht wirklich zugute die unlustigen Gesellen bereits nach nur weniger Filmminuten dem Zuschauer zu offenbaren. Denn nachdem der Zuschauer, die wirklich überzeugend animierten Kobolde zu Gesicht bekommen hat, schwindet auch der Gruselfaktor.

Das ist wirklich überaus Schade, da der Film ab Mitte der Handlung sich noch zusätzlich in diversen Logiklücken verläuft und recht konfus ausartet. Wo zum Beispiel bleibt der eingequetschte Kobold, der in der Bibliothek mittels Bücherregal zermatscht wurde. Hier hätte doch Sally den Beweis der Existenz am lebendigen Kobold beweisen können. Oder warum geht niemand dem wirklich überaus mysteriösen Unfall des älteren Hausmeisters auf den Grund (Schere im Kopf, Einstich-Wunden diverser Werkzeuge können kein „Unfall“ gewesen sein). Außerdem fehlte mir persönlich ein überzeugendes Finale. Der Spuk war mir eindeutig zu belanglos – kein Endbösewicht, nix . Dennoch, trotz aller Kritik. Bailee Madison verkörpert die mutige Sally wirklich grandios und enorm glaubhaft, was man von Katie Holmes und Guy Pearce leider nicht behaupt kann. Beiden kommt kaum Charakterentwicklung zugute, sodass beide redlich unterfordert bemüht wirken, dem recht zuckersüßen Schauspiel der kleinen Bailee (mich erinnert die Kleine irgendwie an den Kinderstar Heather O´Rourke aus der „Poltergeist“- Trilogie) entgegenzuwirken. Eigentlich hätte man die beiden auch vollkommen aus dem Drehbuch streichen können – der arg konstruiert wirkende Beziehungstwist zwischen der Mutter Kim und ihrer Stieftochter Sally wirkt völlig unfertig und deplaziert.

 

 

Fazit: 6/10 Punkte

 

Recht züchtiger Spukfilm, mit einer recht sympathischen Hauptprotagonistin, sehr schicken Creature-Effekten, einer unheimlichen Kulisse, aber leidlich spannender Story und belanglosem Finale.

 

FSK Prognose: vermutlich FSK 16

Hellraiser80


Filmreview: “Tötet Katie Melone” (2009)

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TÖTET KATIE MALONE

Story

 
 
 
Die 3 Freunde Ginger, Jim und Dixie ersteigern auf einer Online-Plattform ein merkwürdiges und scheinbar antikes Kästchen indem laut Verkäufer ein wahrhaftiger Geist leben soll, der dem Besitzer der Kiste jeden Wusch erfüllt. Nachdem das Objekt der Begierde im Studentenwohnheim eingetroffen ist, sind die 3 Freunde zuvor noch skeptisch, äußern dennoch bedenkenlos zwei Wünsche, die sich zu ihrem Erstaunen tatsächlich erfüllen. Doch auch der Geist fordert Gegenleistung und tötet ab nun an jeden, der versucht die Clique auseinander zu treiben.
 
 
 


 
 
 

TÖTET KATIE MALONE – Kritik

 
 
 
Vorerst, TÖTET KATIE MALONE ist im Grunde genommen kein schlechter Film. Wer ein Faible für routiniert abgedrehte 08/15-Heimkinoware besitzt und sich an leidlich klugen Teenies nicht sattsehen kann, dürfte mit dem vorliegenden Horrorfilm bestens unterhalten werden. Zwar stolpert diese Geistergeschichte aufgrund eines total sinnbefreiten Plots immer wieder über die eigenen Füße (wer kommt denn auf derart unsinnige Idee einen Geist per Ebay zu verkaufen – und warum gibt es Idioten, die so was dann ersteigern); TÖTET KATIE MALONE schafft es aber dennoch kurzweilig zu fesseln und eignet sich sich mit Sicherheit als Lückenfüller für einen verregneten Sonntag Nachmittag. Daher: Glotze an, Hirn aus. Neu ist der Geschichte über einige Kids, die von einem Geist heimgesucht werden, freilich nicht. Die Drehbuchautoren von KILL KATIE MELONE (so der Horrorfilm im Original) haben sich ausreichend bei anderen Klassikern innerhalb des Genres bedient und den Stoff für ein jüngeres Publikum modern aufbereitet. So finden Schlüsselszenen aus POLTERGEIST (1982), RING (2002) und THE WISMASTER (1997) ebenso ihren Weg in den Film, wie dreiste Anspielungen aus dem BRIAN DE PALMA Kultwerk CARRIE (1976). Gerade weil der Film sich mit all seinem hölzernen Hokuspokus an vorwiegend Jugendliche richtet, dürfte es den Zuschauer wohl kaum verwundern, dass TÖTET KATIE MALONE fast vollkommen blutleer daherkommt und neben einigen wirklich miserablen CGI-Effekten kaum nennenswerte Überraschungen zu bieten hat. Was die hiesige FSK jedoch dazu geritten haben muss, den spukreichen Teenie-Slasher mit einer Erwachsenenfreigabe abzustrafen, dürfte vermutlich auf ewig ein Rätsel bleiben.
 
Die Geschichte des Films ist recht konventionell geraten, überzeugt aber dennoch mit einer recht flotten und kurzweiligen Inszenierung. Gerade gegen Ende wird es erstaunlich turbulent, aber leider auch etwas zu klischeebeladen und unglaubwürdig. Die Schlusspointe des Films dürfte an Trivialität kaum zu überbieten sein. Trotz enormen Unterhaltungsfaktor will man als Zuschauer nicht das Gefühl loswerden wollen, als wäre TÖTET KATIE MALONE direkt fürs Fernsehen produziert. Die Dialog sind flach und die Entwicklung der Protagonisten gleicht Vorabend-Soap-Niveau. Auch das billig wirkende Setting lässt vermuten, dass hier kaum Geld für die Realisierung des Machwerks zur Verfügung gestanden haben muss und auf Sparflamme geköchelt werden musste. Das ist eigentlich schade, etwas mehr Budget und eine liebevollere Investitionen in Effekte und Drehbuch hätten den Horrorfilm ganz sicher gut getan. Somit bleibt der seichte Geisterspuk leider nur durchschnittliche und unwichtige Trash-Ware, die vermutlich in den untersten Regalen der Videotheken ihr Dasein fristen wird.
 
 
 


 
 
 

TÖTET KATIE MALONE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
TÖTET KATIE MALONE ist ein Spukfilm auf TV-Niveau und ohne wirklich nennenswerte Überraschungen. Für einen verregneten und kühlen Winterabend zu zweit dürfte dieser Horrorfilm durchaus seinen Zweck erfüllen.
 
 
 


 
 
 

TÖTET KATIE MALONE – Zensur

 
 
 
TÖTET KATIE MALONE ist erstaunlicherweise in Deutschland ab 18 Jahren freigegeben. Etwas unverständlich, denn wirklich verdient hat dieser Film dieser Altersfreigabe nämlich nicht. Wirklich brutal wirds hier nicht, daher wurde TÖTET KATIE MALONE in hiesigen Gefilden ungeschnitten veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

TÖTET KATIE MALONE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Kill Katie Malone; USA 2010

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.77:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Original Kinotrailer, Slideshow

 
 
 
Mit TÖTET KATIE MALONE wird dreister Etikettenschwindel betrieben. Der aktuelle Rechteinhaber bringt die bereits bekannte Blu-ray erneut unter dem Titel EVIL HATEBREED mit einem anderen Cover in den Handel um den Filmfreund zu suggerieren, dass er mit dieser Blu-ray einen neuen, unbekannten Titel in den Händen hält. Das ist nicht nur falsch sondern auch ziemlich unfair dem zahlenden Horrorfilmfan gegenüber. Die Blu-ray ist abgesehen von der neuen Verpackung identisch zur alten Auflage von SCHRÖDER MEDIA / WGF. Das Bild bietet eine solide Qualität mit produktionsbedingten Mängeln. Es wird zwar einen angenehme Schärfe erzielt, wirklich plastisch will das Bild jedoch zu keiner Zeit wirken. Der Kontrast überzeugt in den dunklen Szenen, überstrahlt in den Tagszenen etwas. Auf homogenen Flächen kommt es nicht selten zu Bandingartefakten und Blockbildung. Immerhin erweist sich der Transfer als ruhig und rauscharm. Auch beim Ton ist keine Referenz zu erwarten. Den gebotenen Tonspuren mangelt es an Räumlichkeit. Gerade während der Schockszenen mangelt es dem Ton an Kraft und Dynamik. Zudem kommt die deutsche Tonspur reichlich dumpf daher, was aber nicht stört. Für einen Low-Budget-Film wie TÖTET KATIE MALONE sind die technischen Komponenten dennoch als durchweg akzeptabel und brauchbar zu betiteln. Anders sieht es jedoch im Bonusbereich aus. Hier ist tote Hose. Bis auf einen Trailer zum Film und einer Slideshow hat es hier nichts auf die Scheibe geschafft. Die Blu-ray mit neuem Cover und neuem Titel besitzt zwar ein Wendecover; das Cover ist aber derart verpixelt, dass man sich das Wenden getrost sparen kann.
 
 

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TÖTET KATIE MALONE – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth/ Hellraiser80

 
 
Ähnliche Filme:

Wishmaster (1997)

Carrie – Des Satans jüngste Schwester (1976)

Ring (2002)

Poltergeist (1982)


Filmreview: “Super 8″ (2011)

 

Die 80er, eine Filmepoche, die prägender war als jede andere.

Schaut man mal zurück, welche bedeutenden Filme in dieser Zeit entstanden sind und die selbst 30 Jahre später noch zig aktuelle Regisseure und Filme beeinflussen, so könnte man Bildbände mit Inhalt und Infos füllen.

Terminator“, „Tanz der Teufel“, „Mad Max“, „Aliens“, „Nightmare on Elm Street“, „E.T.“, „Poltergeist“, „Ghostbusters“, “Hellraiser”, “Gremlins”, „Indiana Jones“ um am Rande nur einige zu nennen.

Und genau in dieser Zeit spielt die aktuelle, von Spielberg produzierte, Produktion „Super 8“.

 

 

Joe und seine pubertären Freunde wollen einen Zombie – Amateurfilm für ein Filmfestival auf „Super 8“ Filmmaterial drehen, als sie plötzlich Zeuge eines schrecklichen Zugunglücks werden.

Als daraufhin die nah liegende Kleinstadt durch das US Militär evakuiert und abgeschirmt wird, ahnen die Kinder nichts Gutes und recherchieren auf eigene Faust weiter.

Nachdem die Kids das, während des Zugunglücks, von ihnen gefilmte Filmmaterial genauer begutachten, erkennen sie, dass sich etwas nicht-menschliches auf dem Zelluloid befindet.

 

 

 

Regisseur J.J. Abraham lobpreist, mit « Super 8 », seine eigene Kindheit und die Werke, die ihm während seine Jugend so stark fasziniert und beeindruckt haben. Dabei lässt Abrahams in seinem aktuellen Werk diverse Schlüsselmomente geliebter Filme einfliesen.

Spielbergs „E.T.“ (was für eine Ironie: Spielberg selbst hat den Film produziert) fehlt dabei ebenso wenig, wie der 80er Jahre Kinderpartyknaller „The Goonies“.

Aber auch Déjá Vu – Momente aus damaligen Produktionen, wie

Return of the living Dead 2“, „The Gate“ und „Die BMX Bande“ sind für geübte Filmkenner sofort ersichtlich.

Mit viel Liebe zum Detail, Gefühl und Herz füllt dabei Abrahams seine Hommage an das geliebte Kino der 80er. Gut auch, dass Abrahams den Spielberg-typischen Hollywood Kitsch wegstreicht und sich auf das Wesentliche konzentriert. Mir zumindest hat der Genre Crossover aus Komödie, Coming – of – Age – Drama und Science Fiction Movie sehr gut gefallen, obwohl der Film auch ohne dem „Sci-Fi-Part“ sicherlich hätte gut funktioniert.

Dennoch muss ich gestehen, dass der Trailer dem Zuschauer was völlig anderes vorgaukelt, als „Super 8“ letztendlich eigentlich sein will.

Kinogänger, die einen derben und actionreichen (laut Trailer!) Alien – Schocker erwarten sind bei „Super 8“ vollkommen falsch.

Das Werk lässt sich viel Zeit mit dem Charakterzeichnung und füllt nur bedingt die Handlung mit actionlastigen Szenen. (Anmerkung: die Zugunglückszene zu Beginn des Films war derartig heftig, dass ich direkt an die Kettenreaktion des Unfalls bei „Final Destionation 2“ denken musste). Das fremdartige Wesen wird erst kurz vor Ende in seiner vollkommenen CGI – Schönheit präsentiert und dürfte auch die Erwartungen der meisten Kinozuschauer NICHT erfüllen dürfen. Auch sollte man kein Gore- und Splattergemetzel erwarten. Immerhin handelt es sich bei „Super 8“ eher um einen Kinderfilm, wobei das Augenmerk deutlich auf Drama gerichtet ist.

Ungeduldige Kinozuschauer sollten sich dennoch auch nach Abspann gedulden.

Das fertige „Super 8“ – Filmfestival-Filmchen der Jugend-Clique wird demnach erst nach den ersten End-Credits in seiner vollkommenen Schönheit ausgestrahlt. Ein nettes Gimmick, wie ich finde. Schon lange nicht mehr so geschmunzelt. „Romero“ und seine Zombiereihe lassen grüßen. Kein Wunder grinsen dem Zuschauer in Joes Jugendzimmer bereits Filmplakate zu Carpenters „Halloween“ und Romero´s „Dawn of the Dead“ entgegen.

 

 

Fazit 8/10 Punkte

 

Super 8“ ist eine gelungene und liebeswerte Hommage an alle wichtigen Kinofilme der 80er.

Besser hätte man sich vor den Romeros, Spielbergs, Raimis und Carpenters der 80er nicht verbeugen können. Klasse – bisher Kino-Pflichtprogramm 2011!

 

Hellraiser80


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