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Filmreview: “Dark House” (2014)

Dark-House-2014
 
 
 

DARK HOUSE

Story

 
 
 
Nick (Luke Kleintank) besitzt hellseherische Fähigkeiten und erbt ein geheimnisvolles Landhaus, in dem sich das Böse versteckt hält, das schon seit vielen Jahren auf die Ankunft des Erben wartet …
 
 
 


 
 
 

DARK HOUSE – Kritik

 
 
 
ACHTUNG: Kritik beinhaltet viele SPOILER!
 
 
 
VICTOR SALVA ist ein ganz schön ausgekochtes Schlitzohr, denn der JEEPERS CREEPERS-Schöpfer scheint nicht nur eine Leidenschaft fürs Phantastische Genre zu hegen. In seinem letzten Psycho-Thriller ROSEWOOD LANE (2011) bewies der Filmemacher, dass er ein ziemlich sicheres Händchen für unerwartete Wendungen besitzt und auch schon mal mit verblüffenden Enden konfrontiert, die der Zuschauer vermutlich so nicht kommen gesehen hat. Weil’s wahrscheinlich gut angekommen ist, macht SALVA auch gleich da weiter, wo er aufgehört hat. DARK HOUSE heißt der aktuelle Kracher aus der Feder des umstrittenen Regisseurs, der in der Vergangenheit eine Menge Probleme mit dem amerikanischen Rechtstaat bekam, weil er sich an einem minderjährigen Darsteller vergriffen hatte. Nach 15 Monaten Haft wurde SALVA wegen guter Führung aus dem Gefängnis entlassen und konzentriert sich seither auf das, was er wirklich gut kann: Filme drehen.
 
Wahrlich extravagant ist die Titelkreation des neusten Schockers nicht gerade und lässt diverse Spuk- und Geisterfilme Revue passieren, die man in letzter Zeit auf dem Schirm hatte. Umso enttäuschender zumindest für jene Horrorfans, die hier Paranormales erwarten, denn mit garstigen Poltergeistern und klassischem Geisterspuk im herkömmlichen Sinne hat DARK HOUSE (der ursprünglich übrigens als HAUNTED in die Kinos kommen sollte) rein gar nichts am Hut. Es geht um Nick Di Santo (LUKE KLEINTANK), der mal wieder seine Mutter in der Klapse besucht, um feststellen zu müssen, dass die wirklich nicht alle Latten am Zaun hat. Die gute Frau will dem Sohnemann partout nichts über den leiblichen Vater verraten, von dem er eine mysteriöse Gabe weitervererbt bekommen hat. Er kann den Tod jener Menschen voraussehen, die er berührt was aber auch Nachteile mit sich bringt, denn oftmals schwirren ihm so Dinge vor Augen, die er eigentlich nicht freiwillig sehen möchte. Als er in Rage nach der Mutter greift, sieht er auch gleich ihr letztes Stündlein schlagen. Wenige Stunden später stirbt sie eines grausamen Todes und vermacht dem Sohn ein riesiges Anwesen. Viel Zeit zum Trauern bleibt nicht, denn Nick kennt das Haus von vielen Bildern und Skizzen, die er seit frühster Kindheit gezeichnet hat. Eine logische Erklärungen hierfür findet er nicht, dafür aber eine Urkunde mit einer Adresse, die ihm direkt zu jenem Gemäuer führen soll. Leider wurde die Gegend um das Haus vor vielen Jahren von einem Hochwasser verwüstet, was die Suche weitaus schwieriger gestaltet, als anfänglich erwartet. Auch die Einheimischen sind keine Hilfe. Die kennen nur die Legenden und warnen vor drohendem Unheil. Gott sei Dank begegnet man drei Landvermessern, die natürlich wissen wo man das verfallene Grundstück finden kann und Nick genau zu jenem Häuslein bringen, das ihn seit Kindertagen bis in die Träume verfolgt. Kaum angekommen stoßen sie auf einen langhaarigen Zottelkopf (TOBIN BELL), der nicht gerade einen vertrauenserweckenden Eindruck hinterlässt. Der hetzt einen Trupp springender Axtwerfer auf die nichtsahnenden Besucher und macht den Fremden unmissverständlich klar, dass sie hier nichts zu suchen haben.
 
TOBIN BELL (Jigsaw aus der SAW-Serie), der hier einen seltsamen Eigenbrödler spielt, hat wieder Lust ein Spiel zu spielen. Diesmal erschließt sich dem Zuschauer aber vorerst nicht, auf welcher Seite er stehen wird. VICTOR SALVI entführt den Zuschauer auf eine rasante Achterbahn voller Twists und Wendungen, der es ganz spielerisch gelingt dem festgefahrenen Horror-Genre frischen Wind einzuverleiben. In diesem Horrortrip ist nichts wie es anfänglich scheint. Hier herrscht verkehrte Welt, denn in DARK HOUSE sind Bösewichte nicht bösartiger Natur, sondern die Guten die Bösen. In SALVAS neustem Genre-Flick ist ne Menge los, was man so in dieser Art mit Sicherheit noch nicht auf dem Bildschirm hatte. Vor allem die fürs Genre wichtigen Horrorgestalten bleiben in Erinnerung, schließlich flimmern nicht alle Tage axtschwingende Riesen über den TV-Apparat, die auf Kommando seitlich im Takt springen. Die stummen und langhaarigen Kreaturen handeln im Auftrag des seltsamen Seth (TOBIN BELL), der dem neuen Hausbesitzer erst einmal einen Heidenschreck einjagen muss, damit dieser mit seinen Freunden möglichst zügig wieder verschwindet. Warum er das tut wird schnell klar, denn eigentlich will er Schlimmes verhindern, schließlich lebt im Keller des Hauses eine dämonische Macht, die nur auf die Ankunft des Erben gewartet hat, um die Hölle auf Erden errichten zu können.
 
Regisseur VICTOR SALVA bringt nach dem Überraschungserfolg JEEPERS CREEPERS ein weiteres Horror-Highlight in die internationalen Wohnzimmer, das wir von FILMCHECKER uneingeschränkt empfehlen können. DARK HOUSE bedient sich bei diversen Subgenres des Horrorfilms und macht daraus etwas vollkommen Neues, das den Fan auch noch packend zu unterhalten versteht. Hier sehen wir übrigens einen der besten Horror-Momente der letzten Jahre: Die Helden rütteln an einer verschlossenen Kellertür während im Mondschein unzählige von axtschwingenden Monstern in Richtung Horrorhaus hüpfen. Als die Freunde von der Tür lassen bleiben die Kreaturen stehen. Nun heißt es sich so leise wie möglich an den langhaarigen Riesenprimaten vorbeizuschleichen. Fünf Minuten Adrenalin pur. Vielen Dank dafür Herr SALVA.
 
 
 


 
 
 

DARK HOUSE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Horrorpflichtprogramm! DARK HOUSE ist eine überraschungsreiche Achterbahn mit cleveren Wendungen und unerwarteten Twists. Der Schöpfer der beliebten JEEPERS CREEPERS-Saga hat hier einen großartigen Horrorfilm gedreht, der sich zwar aus bekannten Horrorelementen zusammensetzt und doch am Ende verblüfft, weil man derart Mixtur bisher noch nicht auf dem Schirm hatte. Hervorzuheben sind die wirklich obskuren Filmmonster und die Tatsache, dass man eigentlich nie weiß wohin die Reise führen wird. Dass der Schocker nicht einmal eine Million Dollar gekostet haben soll, will man gar nicht so recht glauben, denn DARK HOUSE macht trotz Indie-Status alles andere als einen billigen Eindruck. Letztendlich bleibt zu erwähnen, dass Regisseur VICTOR SALVA hier schwer unterhaltsame Genreware gedreht hat, die man auf keinen Fall verpassen sollte. Denn nach dem genannten JEEPERS CREEPERS (2001) gehört DARK HOUSE zu dem Besten, was der Filmemacher bisher hervorgebracht hat.
 
 
 


 
 
 

DARK HOUSE – Zensur

 
 
 
DARK HOUSE ist nicht sonderlich grausam. Dennoch schwingt man hier leidenschaftlich mit der Axt, so dass auch mal ein Kopf gespalten wird. Ansonsten gibt es herausgerissene Herzen und ein wenig Gekröse zu sehen. Das ist nicht sonderlich brutal, dürfte aber für eine FSK18 reichen. Wir gehen davon aus, dass DARK HOUSE mit roter KJ-Kennzeichnung in den Handel kommen wird.
 
 
 


 
 
 

DARK HOUSE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Haunt (2013)
 
House of Bad (2013)
 
Haunter (2013)
 
Jeepers Creepers (2001)
 


Kritik: “Unter Freunden – Komm, lass uns spielen” (2012)

Among-Friends
 
 
 

UNTER FREUNDEN – KOMM, LASS UNS SPIELEN

(AMONG FRIENDS)

Story

 
 
 
Eine Abschlussfeier der etwas anderen Art: acht Freunde werden während einer feuchtfröhlichen Party mit ihren am liebsten verborgenen Geheimnissen konfrontiert und für ihr unkameradschaftliches Verhalten schmerzhaft bestraft …
 
 
 


 
 
 

UNTER FREUNDEN – Kritik

 
 
 
Jeder hat so seine Leichen, über die er kaum sprechen möchte und wohl am liebsten ganz schnell wieder aus dem Gedächtnis streichen würde, im Keller. Umso problematischer, wenn scheinbar vertraute Personen lange verdrängte Gewissensbisse aus der Mottenkiste kramen und sie ungefragt und skrupellos ans Tageslicht bringen. Die naiven Knallchargen in UNTER FREUNDEN – KOMM, LASS UNS SPIELEN hätten sich vermutlich auch Besseres vorstellen können, als von der besten Freundin an den Pranger gestellt zu werden. Hätte nämlich jeder der Anwesenden geahnt, welch fieses Blutgematsche die selbsternannte Moralapostelette Bernadette mit den selbstsüchtigen Übeltätern veranstalten würde, hätten sie sich wohl eher nicht gerade in den edelsten Zwirn geworfen. DANIELLE HARRIS zeichnet für den cineastischen Denkzettel verantwortlich, und liefert mit AMONG FRIENDS (so heißt der Film nämlich im Original) ihre erste eigene Regiearbeit ab. Filmfans dürfte HARRIS keine Unbekannte sein. Sie schrie sich einst als Jamie Lloyd in HALLOWEEN 4 (1988) in die Herzen der Genre-Zuschauer und gehört mittlerweile zu einer der bekannteren Schauspielgrößen des modernen Horrorfilms. Als Marybeth in der Schlitzer-Reihe HATCHET hat sie sich selbst ein Denkmal gesetzt und vermutlich während ihre (Gast)Auftritte in einschlägigen Gruselfilmchen hin und wieder auch den Regisseuren bei ihrer Arbeit über die Schulter geschaut. Umso erfreulicher, dass sie mit UNTER FREUNDEN jetzt auch einmal hinter der Kamera Platz genommen hat und beweist, dass sie nicht nur eine charismatische Schauspielerin und Synchronsprecherin ist, sondern durchaus auch ein talentiertes Händchen für ganz schön gemeine Schocker hat. Welche Beliebtheit HARRIS unlängst unter Horrorjüngern genießt, macht ihr erster Ausflug als Filmemacherin deutlich. Hier gibt sich das Who-is-Who der Horrorszene die Klinke in die Hand. Neben JASON-VORHEES-Mime KANE HOODER, der hier gleich zu Beginn mit zynischem Humor vor der Kamera posiert, bekommt der Zuschauer auch einen Kurzauftritt von XAVIER GENS und MICHAEL BIEHN zu sehen, wobei Letzterer ja gut und gerne auch mal selber Filme dreht und produziert. Der scheint mit HARRIS nicht nur gern zusammen zu arbeiten, sondern auch ein freundschaftliches Verhältnis zu hegen, ist doch die smarte Schauspielerin in letzter Zeit ganz schön oft in dessen Streifen zu sehen (THE VICTIM, THE FARM). Nach grandiosen Auftritten in ROSEANNE (1992-93), ZUM TÖTEN FREIGEGEBEN (1990) und DÜSTEREN LEGENDEN (1998), dürfte vermutlich ein jeder interessierte Fan wissen wollen, ob HARRIS´ Spielfilmdebüt eigentlich überhaupt ernstzunehmen ist, denn nicht selten erlebt der Filmfreund, dass offensichtlich erfolgreiche Leinwandgrößen gerade hinter der Kamera eine eher bescheidene Figur gemacht haben. All jenen Skeptikern sei gesagt, HARRIS´Debüt macht im Vergleich zu aktuellen Horrorschockern der letzten Zeit gar keine so dumme Figur und dürfte vor allem Liebhaber der etwas makabren Unterhaltung gut unterhalten. Während HARRIS´ bereits 2008 im Thriller PRANK neben ELLIE CORNELL (HALLOWEEN 5) und HEATHER LANGENKAMP (NIGHTMARE – MÖRDERISCHE TRÄUME) Regieluft schnuppern durfte, ist ihr nun echter Regie-Einstand – welches Wunder – auch ein Horrorfilm geworden. Hier hat sie sich von einem Drehbuch von ALYSSA LOBIT inspirieren lassen, die sogleich auch die Rolle der “wahnsinnigen” Gastgeberin Bernadette übernahm. Während wir in UNTER FREUNDEN nicht nur Zitate bekannter Vertreter des Genres serviert bekommen (PROM NIGHT, CARRIE) erweist sich HARRIS´Debüt quasi als mehr oder weniger ernstzunehmendes Duplikat eines aktuellen Thrillers, der unter dem Titel WOULD YOU RATHER (2012) in Deutschland bereits ausgewertet wurde.
 
In UNTER FREUNDEN – KOMM, LASS UNS SPIELEN werden die Freunde Blane (CHRIS MEYER), Melanie (JENNIFER BLANC), Sara (KAMALA JONES), Marcus (CHRISOPHER BACKUS), Lily (DANA DAUREY) und die Geschwister (AJ BOWEN) und Jules (BRIANNE DAVIS) in das pompöse Anwesen Bernadettes geladen, wo unter dem Motto PROM NIGHT 1984 ein raffiniertes Rollenspiel samt Dinner stattfinden soll. Die Stimmung ist spritzig und Rauschmittel erhöhen den Spielspaß. Leider hat die Gastgeberin anderes im Sinn. Sie reichert die Bowle mit reichlich Drogen an und macht ihre Mitstreiter bewegungsunfähig, um ihnen daraufhin die Leviten zu lesen. Schnell stellt sich heraus, dass ein jeder der Anwesenden gehörig Dreck am stecken hat und dafür natürlich bestraft werden muss. Sie hält ihren Gästen mittels Videobeweisen den Spiegel vors Gesicht und versucht den reichlich unsympathischen Einfaltspinseln einzubläuen, dass die Bezeichnung “Freundschaft” in dieser Clique etwas arg oberflächlich gehandhabt wird. So stellt Bernadette ihre ganz eigenen Freundschaftsregeln auf und schreitet mit Schere und Hammer zu Tat, um Moral und Anstand in die Hirne des reichlich selbstsüchtigen Bekanntenkreises zu schlitzen und zu hämmern. Ganz zum Leidwesen der hilflosen Opfer, die die psychopatisch veranlagte Hausherrin nach dieser versemmelten Party mit Sicherheit aus ihren Facebook-Liste verbannen dürften – vorausgesetzt sie überleben das blutige Abendessen.
 
Unangenehm gehts in UNTER FREUNDEN zugange. Nicht nur aufgrund der etwas zweifelhaften Thematik, sondern auch des klaustrophobischen Terrors wegen, der sich schleichend durch die gesamte Szenerie frisst. Anfänglich schön schrill und bunt, wirds im Verlauf der Geschichte ganz schön düster, was vor allem den vielen morbiden Geheimnissen zu schulden ist, die die reichlich hohlen Protagonisten längst im Unterbewusstsein vergraben haben. In UNTER FREUNDEN – KOMM, LASS UNS SPIELEN geht ein jeder Charakter im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen, was gerade sensiblen Gemütern ganz schön an die Nieren gehen dürfte, wird die Vergeltung einmal mehr im typischen 08/15-Foltermurks auf dem Bildschirm zelebriert. Da wird munter skalpiert, kastriert und, ähm, pedikürt – was das Splatterherz jedoch nur selten in Wallung bringen dürfte. Die hier bebilderten Gewaltakte sind zwar vollkommen selbstzweckhaft; HARRIS blendet jedoch mit der Kamera weg, sobald es zu hart für den Zuschauer wird. Hart wirkt das alles dennoch, befindet sich das Schauspiel der wimmernden Protagonisten auf erstaunlichen hohem Niveau, so dass sich UNTER FREUNDEN mit seinem moralisch fragwürdigen Kontext vortrefflich in die Riege der vielen widerwärtigen HOSTEL-Plagiate einzureihen versteht. Immerhin weiß sich dieser Folterreißer mit seinem bitterbösen Humor vom üblichen Tortur-Gemansche abzuheben. HARRIS scheint eine Schwäche für sarkastischer Gemeinheiten zu besitzen, anders lassen sich einige der bissigen Schweinereien im Film nicht erklären. Die sorgen nämlich trotz kaltschnäutzigen Background für allgemeine Erheiterung. Auch wenn HARRIS mit ihrem zynischen Regie-Debüt ganz den Nerv gieriger Horrorfilmfans trifft, kränkelt auch dieser Film an der immens trivialen Geschichte. Die Szenarie beschränkt sich auf nur einen Schauplatz und auch das Schicksal des unnahbaren “Foltermaterial” samt Richterin dürfte dem Zuschauer vollkommen Schnuppe sein. Dazu fehlt UNTER FREUNDEN einfach die Identifikationsfigur. Macht aber nichts, trotz Schnitzern darf Scream-Queen DANIELLE HARRIS gern weiterhin Filme drehen. Der (Horror)Regiestuhl ist wie für die zierliche Schauspielerin geschaffen und UNTER FREUNDEN gefällt mit seinen knackigen 80 Minuten Laufzeit durchaus – wenn auch vermutlich nur der Horror-Fanbase, denn Otto-Normal-Filmfreund dürfte an diesem perfiden Treiben nur wenig Freunde haben. Hoffen wir, dass HARRIS auch in Zukunft derart gemeine Streifen drehen darf und ihren ganz eigenen Humor nicht vernachlässigt. Der macht nämlich Laune und bereichert den eigentlich vollkommen austauschbaren UNTER FREUNDEN – KOMM, LASS UNS SPIELEN ungemein.
 
 
 


 
 
 

UNTER FREUNDEN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein Fest für Horrorfilmfans! HARRIS Regie-Debüt erweist sich als Klassentreffen der Ikonen des modernen Horrorfilms. Blutig, zynisch und unglaublich böse geht es im Terrorstreifen UNTER FREUNDEN zugange, was zartbesaiteteren Kinogängern ganz schön an die Nieren gehen dürfte.
 
 
 


 
 
 

UNTER FREUNDEN – Zensur

 
 
 
Hart ist UNTER FREUNDEN – KOMM, LASS UNS SPIELEN auf alle Fälle – wenn auch eher auf psychologischer Ebene. Die “Kandidaten” dieses Rollenspiels werden vornehmlich auf psychischer Ebene erniedrigt, so dass AMONG FRIENDS (wie der Film im Original heißt) hierzulande ungeschnitten durch die FSK gekommen ist. Mit dem roten KEINE JUGENDFREIGABE-Aufdruck versteht sich!
 
 
 


 
 
 

UNTER FREUNDEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
unter-freunden-komm-lass-uns-spielen-among-friends

(c) TIBERIUS FILM / SUNFILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Among Friends; USA 2012

Genre: Thriller, Horror, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 02.10.2014

 
 
 

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UNTER FREUNDEN – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Would you Rather (2012)

Hostel – Part III (2011)

The Bunny Game (2010)

Vile (2011)

The Helpers (2012)


Review: “Tödliches Spiel – Would you Rather?” (2012)

would your rather
 
 
 

Tödliches Spiel – WOULD YOU RATHER?

Story

 
 
 
Um die wichtige Operation ihres krebskranken Bruders finanzieren zu können, lässt sich die hilfsbereite und rücksichtsvolle Iris von einem ihr unbekannten Milliardär namens Lambert überreden, an einer seiner großzügigen Veranstaltung teilzunehmen. Dort können interessierte Gäste eine großzügige Summe Geld verdienen, wenn sie sich nur dazu bereit erklären, an einem eigens von Lambert entwickelten Spiel mitzuspielen. Unwissend, was den Teilnehmern nach ihrer Zusage erwartet, willigen die ahnungslosen Gäste ein in der Hoffnung, jene Veranstaltung mit einer gefüllten Brieftasche verlassen zu können. Hierfür werden die Räumlichkeiten verschlossen und jedem Spieler die Aufgabe erteilt, entweder sich selbst physische Schmerzen zuzufügen oder einen der anwesenden Gäste zu verstümmeln …
 
 
 


 
 
 

WOULD YOU RATHER – Kritik

 
 
 
Das dreckige Tortur-Kino der 70er Jahre ist einfach nicht totzukriegen. Nach einem geglückten, generalüberholten und äußerst sadistischen Revival, dass durch Filme wie das TEXAS CHAINSAW MASSACRE, HOSTEL und SAW im Jahre 2003 eindrucksvoll ins Leben gerufen wurde und an brutaler Zeigefreudigkeit kaum zu übertreffen war, folgten bisher unzählige Plagiate, die mal mehr und mal weniger überzeugen konnten. Ob bei lebendigen Leibe zersägt, schaufreudig gefoltert oder lukrativ gehäutet – kaum eine perfide und präzis-dokumentierte Todesart wurde hierbei ausgelassen, um auch ja der sensationsgeilen Erwartungshaltung angehender Hobby-Masochisten gerecht werden zu können. Nach dem (eigentlich) abschließenden siebenten Teil des bekannten SAW-Franchise wurde es verdächtig “handzahm” und ruhig um die expliziten und (teilweise) menschenverachtenden Tortur-Reißer, sodass es vermutlich Liebhaber dieses zweifelhaften Sub-Genres erfreuen dürfte, dass nun im Zuge der langsam abebbenden Folter-Welle ein weiterer Indie-Kandidat ins Rennen geschickt wurde, um einmal mehr die stahlharten Nerven unterversorgter Horrorfilmfans auf die Probe zu stellen zu dürfen. Erstaunlicherweise reduzieren sich die bisher letzten Veröffentlichungen jener Art (TRUE OR DARE, VILE, THE HELPERS, SCHLARAFFENHAUS) nicht mehr allein nur auf das blutige Ausreizen perverser Gewaltakte, sondern verfrachten das derbe Zurschaustellen abartiger Grausamkeiten auf vordergründig psychischer Ebene, wie es bereits in den Werken der experimentierfreudigen 70er Jahre der Fall gewesen war. Der krude Horror-Folterporno von Heute scheint eine Kehrtwende eingeschlagen zu haben und sich zu seinen Wurzeln zurückbegeben zu wollen, wobei nach wie vor auch heute noch der fragwürdige Ideenreichtum emsiger Filmemacher keine Grenzen findet. Und so werden grafisch ansprechende Folterakte weitestgehend in ihrer Blutgeilheit reduziert und mehr das Martyrium des Hauptdarstellers in den Mittelpunkt der Geschehnisse verfrachtet (MARTYRS), wobei deren Überlebenskampf sich unweigerlich auf den Gemütszustand des Zuschauers überträgt. Waren es vor mehr als 30 Jahren hauptsächlich Frauen, die in derart Filmen genüsslich gedemütigt, missbraucht und gequält wurden, so findet im “aufgeklärten” und “toleranten” 21. Jahrhundert eine Art geschlechtliche Gleichberechtigung statt, was zur Folge hat, das aktuell sogar auch männliche Protagonisten um ihr Überleben winseln, jammern und betteln dürfen.
 
Auch der vorliegende WOULD YOU RATHER ist einer dieser sagenumwobenen “Meisterwerke”, welche sich virtuos in die Reihe der Zurschaustellung perverser Abartigkeiten einzureihen weiß und sich mit allerhand moralisch zweifelhaften Interaktionen und den verstörten Denkstrukturen seiner Protagonisten beschäftigt. Dabei, und das sollte man diesem Film positiv anrechnen, erinnert sich Autor und Regisseur DAVID GUY LEVY zurück an die Glanzzeiten des allseits beliebten Terrorkinos und verfrachtet seine Geschehnisse in eine ansprechend düstere Umgebungskulisse, die in ihrem dreckigen Look teilweise an den Beginn des allseits beliebten Tortur-Kinos erinnert, welches in Filmen wie TEXAS CHAINSAW MASSACRE und LAST HOUSE ON THE LEFT seinen Anfang fand. Unüblicherweise wartet WOULD YOU RATHER mit einem ansprechenden Staraufgebot aus. War Hauptdarstellerin BRITTANY SNOW zuletzt noch munter trällernd und vor allem ungeniert jugendfrei im Teenie-Komödchen PITCH PERFECT unterwegs, so scheint sie ihr facettenreiches Schauspiel mit dem Auftritt in diesem Schreckensszenario erweitern zu wollen. Löblicherweise recht ambitioniert, scheitert doch ihre Rolle nicht an jenen stereotypen Verhaltensmustern, mit welchen man so oft in ähnliche Produktionen dieser Art konfrontiert wird. Ihr Verhalten durchzieht sich relativ glaubwürdig durch die dünne Handlung, auch wenn ihr das Drehbuch hin und wieder suspekte Denkphrasen eintrichtern möchte, die so rein gar nicht zu ihrem Charakter passen möchten. Neben Ex-Porostar SASHA GRAY, welche eine äußerst unsympathische Leidensgenossin miemt, dürften vermutlich alle Fans der Horrorlegende JEFFREY COMBS überrascht sein, dass einer der ganz großen Gerne-Helden der 80er Jahre sich für derart Quark hat überreden lassen. Dennoch bieten gerade Combs kongenialen Auftritte den eigentlichen Schauwert dieses fragwürdigen Tortur-Filmchens. Der Mann beweist einmal mehr, dass er es auch nach Kultfilmen wie RE-ANIMATOR und FROM BEYOND immer noch drauf hat, selbst dem miesesten Film das gewisse Etwas zu verleihen. Seine schwarzhumorigen Wortfloskeln bereichern den eigentlich vollkommen unwichtigen WOULD YOU RATHER ungemein, sodass die plumpe Foltergeschichte einen halbwegs seh- und ertragbaren Unterhaltungswert erreicht. Die Rolle des kompromisslosen Sadisten scheint Combs einmal mehr wie auf den Leib geschneidert zu sein und als Zuschauer spürt man regelrecht mit welcher Inbrunst der Schauspieler selbige lebt. Mit seinem Auftritt fällt und steigt der Qualitätsgehalt der Handlung und heben den zynischen Folter-Nonsens weitestgehend über den Durchschnitt.
 
TÖDLICHES SPIEL – WOULD YOU RATHER (so die deutsche Titelkreation) ist einer dieser Filme, die ihre Wirkung trotz aller Vorhersehbarkeit keinesfalls verfehlen. Zwar geht es hier nicht maßgeblich blutig zugange, trotzdem wirken einige Szenen aufgrund ihrer schonungslosen Kompromisslosigkeit erheblich hart, sodass vermutlich einige zartbesaitete Zuschauer flink zur Fernbedienung ihres Heimkino-Abspielgerät greifen dürften, um die gewalttätigen “Show-Einlagen” leichter ertragen zu können. Die Protagonisten werden hierbei mit allerlei physischen und psychischen Unannehmlichkeiten konfrontiert, wobei sich der Film immer wieder die Frage stellt, wie kostbar letztendlich ein Menschenleben ist und wie weit jeder Einzelne gehen würde, um aus seinem selbstsüchtigen Handeln das meiste Kapital zu schlagen. Statt Augenmerk auf altbekannte Mordwerkzeuge, wie Kettensägen, Macheten und Schusswaffen zu legen, rücken hier traditionelle Folterinstrumente in den Mittelpunkt der Gegebenheiten. Neben einem primitiv zusammengewerkelten Fass gefüllt mit klarem Leitungswasser, finden sogar Silvesterraketen und Reitgerten vollkommen neue Einsatzgebiete. Zwar beginnt das muntere Treiben mit erheblich leichten Aufgaben (Vegetarierin soll Fleisch essen), diese bilden jedoch nur den Auftakt eines perfiden Sammelsuriums an kranken Ideen. Auch wenn der moralische Background durchaus Diskussionsstoff bietet, so wirkt das widerliche Szenario durchaus selbstzweckhaft, sodass die brenzliche Kontroversität des Themas im Zuge breit ausgewalzter Foltereinlagen vollkommen untergeht. Die Beweggründe der Gastgeber bleiben weitestgehend ungeklärt, sodass der Zuschauer mit allerhand Fragen zurückbleibt und nur darüber spekulieren kann, aus welchem Beweggrund Lambert diese Veranstaltung organisiert hat.
 
 
 


 
 
 

WOULD YOU RATHER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
WOULD YOU RATHER ist hartes Gewaltkino, das stahlharte Nerven voraussetzt. Ein moralisch fragwürdiges Filmchen, das aufgrund seiner kompromisslosen Darstellung ziemlich hart daherkommt. Zudem beweist JEFFREY COMBS einmal mehr, dass seine Auftritte selbst den miesesten Horrorfilm aufwerten können.
 
 
 


 
 
 

WOULD YOU RATHER – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von TÖDLICHES SPIEL – WOULD YOU RATHER hat Glück gehabt und den Segen der FSK erhalten. Die hat den Streifen ungeschnitten ab 18 Jahren (KJ-Freigabe) freigegeben. Eine etwas skurrile Entscheidung, fühlt sich die FSK bei derart Thematik nicht selten doch arg vor den Kopf gestoßen und verweigert die Freigabe sogar oftmals. Somit kann der Filmfreund bedenkenlos zugreifen und muss keinen Umweg übers Ausland in Kauf nehmen.
 
 
 


 
 
 

WOULD YOU RATHER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Would You Rather; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch Dolby Digital 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Audiokommentar, Bildergalerie, Outtakes, Trailer

Release-Termin: 25.02.2014

 
 
 
Die hiesige FSK muss einen guten Tag gehabt haben, anders lässt sich wohl nicht erklären, dass der Folter-Schocker TÖDLICHES SPIEL – WOULD YOU RATHER ungeschnitten durch die Zensurinstanz gekommen ist. Anbieter MARITIM PICTURES hat sich dem Horrorfilm angenommen und veröffentlicht ihn auf einer brauchbaren Blaustrahl-Scheibe. Nach dem Einlegen geht’s auch gleich los. Der Zuschauer wird in ein äußerst liebloses Hauptmenü gelotst, das aus einer Aneinanderreihung von Szenen des Hauptfilms besteht und mit einer arg nervigen und sich ständig wiederholenden Melodie unterlegt wurde. Größeres Ärgernis bietet jedoch die unglaublich miserable deutsche Synchronisation, bei der einmal mehr die ewig gleichen Sprecher zum Einsatz kamen, die sonst auch bei Indie-Streifen aus dem Hause MARITIM PICTURES ins Mikrophon quasseln. Das raubt den Film erheblich die Atmosphäre und ist kaum zu ertragen. Besonders unglimpflich wurde JEFFREY COMBS deutsche Stimme gewählt, die ihren Text derart gelangweilt und kraftlos vom Teleprompter abliest, dass COMBS-Fans das kalte Grausen bekommen. Immerhin ist das Bild solide, das eher in erdige und farblose Töne getaucht wurde und durchaus annehmbar ist. Unter dem Menüpunkt „Extras“ werden dem Filmfreund eine kleine Anzahl an Boni geboten. Den Anfang macht eine animierte Slideshow, die aus Plakaten des Films besteht (rund 1 Minute, HD). Weiter geht’s mit 15 (!) Sekunden Outtakes (HD) und dem englischsprachigen Trailer (rund 2 Minuten, HD). Angerundet wird das Minibonuspaket mit einem filmbezogenen (und teilweise schweigsamen) Audiokommentar, bei dem aber Untertitel schmerzlich vermisst werden. Die gibt es übrigens nicht einmal für den Hauptfilm. Wer harte und professionell gewerkelte Folterfilme mag kann dennoch bedenkenlos zugreifen, zumal TÖDLICHES SPIEL – WOULD YOU RATHER ziemlich günstig zu haben ist und auch die Originaltonspur bereithält. Hier werden aber mangels deutscher Untertitelspur gute Englischkenntnisse vorausgesetzt. Wer übrigens immer noch nicht mit dem lästigen FSK-Sticker zurechtkommt, kann das Cover umdrehen, denn ein Wechselcover liegt anbei.
 
 
 

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WOULD YOU RATHER – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Hostel – Part III (2011)

The Bunny Game (2010)

Vile (2011)

The Helpers (2012)


Filmreview: “Undocumented” (2010)

"Undocumented" (2010) Filmposter - Filmkritik auf Filmchecker
 
 
 

Undocumented

Story

 
 
 
Eine Gruppe ambitionierter, amerikanischer Dokumentarfilmer arbeitet an einem Film, der sich mit illegal eingewanderten mexikanischen Immigranten beschäftigen soll. Um der Doku den nötigen Diskussionsstoff bieten zu können, reisen die Freunde nach Mexiko und begleiten eine Gruppe Flüchtlinge bei ihrer strafbaren Reise in die USA. Mit dem Wunsch, endlich der Armut und der erschütternden Perspektivlosigkeit entfliehen zu können, begeben sich die Immigranten in einen Flüchtlingstransporter, der sie sicher in das Land ihrer Träume transportieren soll. Doch die Reise schlägt fehl, denn auf ihrem Weg in die Freiheit geraten die Einwanderer an eine Gruppe radikaler amerikanischer Rassisten, die das Gesetz schlichtweg selbst in die Hand nehmen und die Truppe in ein eigens zusammengezimmertes Konzentrationslager verschleppen. Das amerikanische Filmteam soll hierbei die nun folgenden Grausamkeiten dokumentieren, mit welchen die selbsternannten Ordnungshüter die verstörten Einwanderer bestrafen. Zudem soll das abartige Filmmaterial als Propagandafilm fungieren, der weitere illegale Immigranten davon abhalten soll, unrechtmäßig amerikanischen Boden zu betreten.
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Kritik

 
 
 
Mit dem vorliegenden Genre-Beitrag „Undocumented“ hat es einmal mehr ein Nachwuchsregisseur geschafft, mit reichlich Zündstoff auf sich aufmerksam zu machen. „Chris Peckover“, der sich zuvor sein Lohn und Brot mit einigen Kurzfilmchen verdient hat, teilt in seinem vorliegenden abendfüllenden Erstlingswerk herbe Kritik an der Unfähigkeit der amerikanischen Regierung aus. Hier wird nichts verschönert, oder vereitelt, sondern sein Film kritisiert einmal mehr, zu welchen rassistischen Abartigkeiten vermeintlich friedliebende Bürger fähig sein können und mit welcher Blindheit die amerikanische Führungsriege dem grotesken Treiben beiwohnt. Grundlage für seine Geschichte dient die aktuelle Immigranten-Problematik der USA, die scheinbar kaum noch in der Lage zu sein scheint, perspektivlose und in Armut lebenden Mexikaner davon abhalten zu können, illegal in das Land einzureisen. Da werden Mauern um die Grenzen gezimmert und der vollkommen übertriebene Patriotismus vieler Amerikaner, sowie die Angst vor dem eigenen sozialen Abstieg (denn die Mexikaner haben natürlich nichts anderes im Sinn als den Amerikanern die Jobs zu „stehlen“) sorgen nicht selten für ein unverständlich rassistisches Gedankengut gegenüber der mexikanischen Bevölkerung. Forscht man im Internet nach, so scheint es sogar kriminelle (amerikanische) Banden vor amerikanischen Grenzpunkten zu geben, die einzig darauf spezialisiert sind, ahnungslosen mexikanischen Einwanderern aufzulauern, auszurauben und schließlich zu töten. Hinzukommt, dass es bisher noch kein modernes, amerikanisches Einwanderungs-Recht gibt, dass die legale Einwanderung für Immigranten erleichtert, sodass viele Einreisende den illegalen und gefährlichen Weg in Kauf nehmen müssen, um von einem sorgenfreien Leben träumen zu dürfen.
 
Peckerovers „Undocumented“ ist kein einfach zu verdauender Film. Das wahrlich perverse und menschenverachtende Treiben geht verdammt nah und sorgt nicht nur einmal dafür, dass der Zuschauer als Zeuge der Geschehnisse mit einer verständlichen Fassungslosigkeit und einen brodelnden Wut vor dem heimischen Fernsehapparat zurückbleibt. Parallelen zum kürzlich erschienen „Territories“ sind unverkennbar. Auch dort wurde der radikale Weg gewählt und ein äußerst politisch brisantes Thema zur Grundlage des Films gemacht. Angesichts der erschütternden realen Geschehnisse, auf welche beiden Filme fungieren, wirkt die herbe Kritik in Form einer nicht enden wollenden Schreckens-Achterbahn der Grausamkeiten auch für den Zuschauer wie eine Martyrium. Anders als der kanadische Beitrag „Territories“ geizt der vorliegende „Undocumented“ nämlich nicht mit blutigen Details. Ob derart sadistische Zeigefreudigkeit jedoch wirklich hätte sein müssen, scheint fraglich, denn der Film hätte auch ohne die diversen Abartigkeiten seine erschütternde Wirkung keinesfalls verfehlt. Trotzdem, die wenigen (verdammt realistischen) F/X gehen durch Mark und Bein und verstärken vermutlich allein nur die Erkenntnis, zu welch unmenschlichen Fähigkeiten die Bestie Mensch fähig sein kann und dass derart unannehmbaren Menschenrechtsverletzungen zu keiner Zeit toleriert werden dürfen.
 
 
 
Nach „Saw“, „Hostel“ und Co. beweist ein motivierter Nachwuchsregisseur, dass der Horror nicht immer nur rein fiktiv sein muss. Man braucht als Filmfreund einfach nur den Fernseher einschalten und die Berichterstattungen in den aktuellen Nachrichtensendungen verfolgen. Der tagtägliche erschreckende Wahnsinn, der uns dort präsentiert wird, bietet auch die Grundlage des vorliegenden Thrillers „Undocumented“. Ein, teilweise schonungsloses Dokument über grausame Menschenrechtsverletzungen, welche sich Tag für Tag tatsächlich an der amerikanischen Grenze ereignen. Auch wenn Peckovers Geschichte rein fiktiv aus der „Found Footage“-Sicht eines Kamerateams geschildert wird, so birgt am Ende die Erkenntnis, dass illegale Immigranten aus Mexiko, die von einem besseren Leben träumen und tagtäglich dennoch für ihren Traum mit dem Leben bezahlen müssen, ein merklich befremdliches Bauchgefühl. Peckovers Film ist bereits seit geraumer Zeit als hochwertige Heimkinofassung auf dem amerikanischen Markt erhältlich. Warum sich hierzulande noch niemand für die Auswertung des Films entschieden hat, stößt meinerseits auf vollkommenes Unverständnis. Ein Film, der sich vor allem in die Sammler-Reihe „Kino Kontrovers“ ideal einfügen würde.
 
 
Im übrigen: wen dieser Film kalt lässt und wer sich nach Sichtung in seinem rassistischen Gedankengut (in welcher Art auch immer) bestätigt fühlt, sollte dringend den Psychiater seines Vertrauens aufsuchen!
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
“Undocumented” ist ein erschreckend, kontroverses und wichtiges Dokument für mehr Menschlichkeit, Verständnis und Toleranz!
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Zensur

 
 
 
Der Film selbst ist kein Splatter-Feuerwerk. Dennoch verfehlen die wenigen grafischen Gewaltdarstellungen nicht ihre Wirkung. Mit ganz viel Glück dürfte der Film ungeschnitten mit einer „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erscheinen.
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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The Road to Guantanamo (2006)

 

 

 


Filmreview: “The Barrens – Jersey Devil” (2012)

The Barrens - Jersey Devil - Film Plakat
 
 

The Barrens – Jersey Devil

Story

 
 
 
Und es hätte alles so schön werden können: Vater Richard Vineyard düst über das Wochenende zusammen mit seiner Frau und den beiden gemeinsamen Kindern hinaus in die Wälder um dem getrübten Familienfrieden neuen Wind einzuverleiben. Kaum angekommen ist von friedlichem Natur-Idyll weit und breit keine Spur. Stattdessen entpuppt sich der angepeilte Zeltplatz als Massentreffpunkt vorlauter Jung-Rucksack-Touristen. Grund genug für den angeschlagenen Familienvater das Lager kurzum in den wilden Wald zu verlagern. Doch glaubt man den Erzählungen, so ranken um das Waldgebiet furchtbare Legenden – von einer seltsamen Kreatur, die dort hausen und die der Teufel höchstpersönlich geschickt haben soll. Nach anfänglicher Unzufriedenheit beginnt sich der Gesundheitszustand Richard´s auf mysteriöser Weise rapide zu verändern. Zudem scheint der fürsorgliche Familienvater davon besessen von jenem ominösen Wesen verfolgt zu werden…
 
 
 


 
 
 

The Barrens / Jersey Devil – Kritik

 
 
 
Regisseur Darren Lynn Bousman scheint kein Unbekannter zu sein, wenn es darum geht dem Zuschauer wohlig-ekligen-Schauer einzujagen. Sein bisheriges Schaffen verweist auf diverse blutrünstige Vertreter des Genres, deren zweifelsohne zeigefreudig-derbe Bildsprache das moderne Folter- und Tortur-Genre des 21. Jahrhundert maßgeblich mitgeprägt hat. Zu seinem bekanntesten Werken zählen die „Saw“-Teile 2-4, deren routiniert zusammengeschusterte Greueltaten bisher nicht nur euphorischen Horrorfilmfreunden reichliches Entzücken entlocken konnten. Auch unter hiesigen Zensurbehörden genossen Bousmans debile Werke höchste Aufmerksamkeit und schafften es bisher immer wieder, entweder teilweise gekürzt oder nur mit roten Jugendschutz-Freigabeplaketten beschenkt zu werden. Nach zuletzt qualitativ immer durchwachsener Durchschnittskost, scheint mit „The Barrens“ (der deutsche Titel: „Jersey Devil“) Bousman´s bisherig schlechtestes Werk das Licht der Zelluloid-Welt zu erblicken, denn bereits bei seinem zuvor abgedrehten „11-11-11“ schien der kreative Verfall seines künstlerischen Schaffens ersichtlich.
 
Immerhin kann man Bousman nicht vorwerfen sich in teilweise unterschiedliche Subgenres ausprobiert zu haben. War es in „Saw 2-4“ die noch teilweise fragwürdige Folterproblematik, die er mit Hilfe von unerträglich grausamen Gewaltszenen bis zum Erbrechen ausgereizt hat, so versuchte er in „Repo“ – The Genetic Opera“ das stiefmütterlich behandelten Horror-Musical salonfähig zu machen. Das seelenlose Folter-Remake zur 80er-Jahre-Satire „Mothers Day“ enttäuschte im Vergleich zur kreativen Bissigkeit des Originals und auch der Okkult-Thriller „11-11-11 (2011)“ entpuppte sich nach Sichtung als zwar souverän abgedrehte und optisch ansprechende Okkult-Jagd, die jedoch keinen wirklich einschneidenden Eindruck unter Kritikern hinterließ und hierzulande direkt auf den Heimkinomarkt veröffentlicht wurde. Mit „The Barrens“ widmet sich Darren Lynn Bousman erneut einem gänzlich anderen Subgenre und versucht diesmal dem klassischen Monster-Movie frischen Wind einzuverleiben. So wirklich gelingen will ihm das nicht, viel zu hanebüchen gestaltet sich die Erzählweise, die den Zuschauer immer wieder versucht auf falsche Fährten zu locken. Ist das Monster aus den Legenden wirklich real, oder entspringt es allein nur der Phantasie des fiebernden Familienoberhauptes? Routinierte Horrorfilmfreunde erkennen schnell die falschen Spuren, die Bousman versucht zu verstreuen, um den Zuschauer offensichtlich zu verwirren. Viel zu vorhersehbar gestaltet sich das Geschehen, welches regelrecht in den unendlich vielen Logik-Löchern ertrinkt und sich ausweglos versucht an den roten Faden der Geschichte zu klammern. Dabei scheint dass größte Manko dieses Films die Figuren selbst zu sein, die diesen Beitrag zu unverkennbar hirnrissig gestalten. Denn deren Interaktionen sind selten komisch und vollkommen sinnfrei. Den schauspielerischen Leistungen ist dieses Vergehen nicht einmal ansatzweise vorzuwerfen, vielmehr ist der Schuld bei Bousman selbst zu suchen, der nicht nur den Film realisiert, sondern auch das Drehbuch eigenhändig verfasst hat. Seine Geschichte strotzt nur so vor Fehler und die rationalen Verhaltensmuster und die logischen Denkstrukturen eines normal-geistigen Menschen lässt er, vermutlich aus Gründen der nicht-vorhandenen nervenzerfetzenden Spannung, vollkommen außer acht. Oftmals sind die Beweggründe des Handelns der Protagonisten derart unklar, dass man als Filmfreund erst einmal im Internet recherchieren möchte, ob man nicht vielleicht doch gerade einen dieser unzähligen dummen Teenie-Slasher zu Gesicht bekommt, in denen dumme Menschen die furchtbar unlogischsten Dinge tun, welche der intelligente Zuschauer zu keiner Minute nachvollziehen kann und möchte.
 
Familie Vineyard besteht aus derartig seltsamen Kandidaten. Denn als die Polizei im Zeltlager auftaucht, um das Verschwinden eines der Camping-Gäste zu untersuchen, erfährt die Familie von seltsamen Vorkommnissen, die sich in letzter Zeit rund um das Waldgebiet abgespielt haben sollen. Trotz aller Warnungen und Offensichtlichkeiten, packen die 4 Protagonisten ihre Koffer und pilgern planlos in Richtung Wald. Reguläre Waldpfade werden vollkommen außer Acht gelassen und ein Verlaufen vorprogrammiert. Da nutzt dem Familienvater auch die Karte nichts, die er in seinem fiebrigen Zustand in regelmäßigen Abständen aus der Tasche zaubert. Nachdem die Familie tief im Wald ein weiteres, diesmal verwüstetes, Zeltlager und einen elendig vollendeten Hundekadaver entdecken, spüren sie trotz aller Offensichtlichkeiten, auch hier kaum bis keinerlei Unbehagen und Unwohlsein. Stattdessen schlagen sie ihr Nachtlager auf und warten darauf, dass der Regenguß allmählig von Dannen zieht, damit die vier friedvoll am nächsten Morgen ihren kuscheligen Wochenend-Naturausflug fortführen können. Selten zuvor hat man sich vermutlich als Filmfreund und Zuschauer dabei erwischt, wutentbrannt ein lauthalses „Lass das!“ oder „Warum tust Du das?!“ gen Kinoleinwand oder Fernsehschirm zu schreien. Hätte man die Fähigkeit aktiv in die Handlung einschreiten zu können, wären vermutlich die vier eine der ersten Familien der Filmgeschichte, die sich aufgrund ihrer grenzwertigen Handlungen vor lauter Backenschelten kaum retten könnten.
 
Folterexperte Darren Lynn Bousman meldet sich mit einem weiteren düsteren Film-Vertreter zurück. Die typische Bousman-Handschrift tritt in „The Barrens“ zugunsten der Atmosphäre und der vorwiegend dramenlastigen Erzählweise in den Hintergrund. Nur wenige Epilepsie-verursachende Schnittfolgen zieren sein aktuelles Werk und auch sonst entfernt sich Bousman vom allzu bluttriefenden Gewalt-Gewitter eines „Saw 2-4“. Bereits in seinem Vorgängerfilm „11-11-11“ scheint er sich von ausufernden und derben Gewalt-Exzessen weitestgehend distanziert zu haben, was man ihm auf jeden Fall zugute schreiben sollte. Auch ohne kassenträchtiges Gemetzel kann man heutzutage ansprechende Geschichten erzählen. Leider schafft er es mit „The Barrens“/ “Jersey Devil“ ein weiteres Mal nicht, ansprechend zu „Erzählen“, denn sein aktueller Ausflug ist schier derart unlogisch, dass man als intelligenter Filmfreund nur mit dem Kopf schütteln kann, wie vollkommen dämlich sich seine vier Hauptprotagonisten verhalten. Bousman konzentriert sich hierbei vorwiegend auf den geistigen Zerfall des Vaters Richard, der in seinen Wahnvorstellungen es nicht schafft die Familie zusammenzuhalten, sondern weitestgehend auseinandertreibt. Das erlösende Ende offenbart daher diesbezüglich weniger Horror, als vielmehr eine markerschütternde Tragödie, die in ihrer makaberen Konsequenz eher an ein zynisches Drama erinnert, als an schocklastigen Horror.
 
 
 


 
 
 

The Barrens / Jersey Devil – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Hübsche Optik – aber wenig Seele. Ein weiterer, glatt polierter Bousman-Film, den man einmal gesehen und nach einer Woche bereits wieder vergessen hat.
 
 
 


 
 
 

The Barrens / Jersey Devil – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung erscheint am 30.11.2012 ungeschnitten mit einer “Keine Jugendfreigabe”-Kennzeichnung von “Splendid Film”. Da es kaum offensichtliche Gewalt im Film gibt ist die Freigabe etwas weit hochgegriffen. Eine FSK16 hätte es auch getan!
 
 
 


 
 
 

The Barrens / Jersey Devil – Trailer


 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “Vile – Pain” (2011)

"Vile" (2011) Poster, Plakat -  Filmcheck Film-Review Filmkritik
 
 
 

Vile – Pain

Story

 
 
 
Nichtsahnend erwachen einige junge Menschen in einem verbarrikadierten Gebäudekomplex. Keiner der Anwesenden weiß, wie er hierhergekommen ist. An ihren Hinterköpfen befinden sich Schläuche, die aus ihren Schädeln herausragen und an dessen Enden sich kleine leere Behälter befinden. In Panik getrieben entdecken die Gruppe im Nachbarraum eine TV-Apparat auf dessen Bildschirm ihnen eine fremde Frau die Anweisung gibt sich selbst körperlich die schlimmsten Schmerzen zuzufügen, da im Extremfall perversester Qualen, das Gehirn ein überaus brauchbares Sekret aussondert. Diese kostbare Flüssigkeit wird dazu verwendet um eine beliebtes Designer-Droge herzustellen und das allein nur aus dem Hirn menschlicher Probanden gewonnen werden kann. Nur wenn das Gefäß an den Hinterköpfen der Anwesenden innerhalb eines Tages gefüllt werden kann, ist den Überlebenden die Freiheit gewiss. Vollkommen verunsichert und von Todesangst getrieben, schreiten die Teilnehmer zur Tat und beginnen sich körperlich selbst auf schlimmster Art und Weise zu verstümmeln. Ein Vielzahl an „brauchbaren“ Werkzeugen und Utensilien sollen die „Kreativität“ fördern und sind schnell gefunden. Was der Gruppe anfänglich noch viel Überwindung kostet, geht selbiger von Stunde zu Stunde lockerer von der Hand, denn der stete Überlebenswille jedes einzelnen Probanden lassen moralischen Normen und Werte letztendlich vollkommen vergessen.
 
 
 


 
 
 

Vile – Kritik

 
 
 
Wer denkt, dass er in sieben „Saw“-Teilen gänzlich alles gesehen hat, was sich verzweifelte Menschen in Ihre Panik vor dem eigenen Tod so alles antun können, der irrt. Denn der aktuelle Horrorstreifen „Vile“ reiht sich in jene Reihe perverser und unnötiger Folter-Tortur-Streifen, die mit allerlei ekligen und widerlichen Grausamkeiten um die Gunst der Käuferschar buhlen wollen, siegessicher ein. Mein lieber Scholli, was dem Horrorfilmfreund hier vorgesetzt wird, ist einmal mehr absolut moralisch zweifelhaft und kommt mit einer unerhört-dreisten Selbstverständlich- und Kaltschnäuzigkeit daher, dass einem als Genre-Liebhaber der Spaß am phantastischen Film glatt vergehen könnte. In „Vile“ regiert die Gewalt, der Gewalt wegen und ist wirklich einziges Mittel zum Zweck, um diesen Film überhaupt tragen zu können. Hier werden Unterkiefer eingeschlagen, Arme in kochendes Wasser getaucht, Haut mittels Käse-Reibe „abgerieben“ sowie ein heißes Bügeleisen auf menschliches Fleisch gepresst und das alles letztendlich einzig im Namen der Freiheit. Zu allem Entsetzen fügen sich die FX auch noch derart professionell in die Szenarie ein, dass sich „Vile“ sogar für „geübte“ Alles-Seher zu einer deftigen Nervenprobe entwickeln dürfte. Erstaunlicherweise handelt sich bei diesem aktuellen Werk um ein Regie-Debüt, dass zumindest in technischer Hinsicht zu überzeugen weiß und selbstverständlich die Blut-und Gore-Fraktion zufriedenstellen dürfte. Das Set ist stimmig und die Geschichte straff inszeniert. Leerlauf gibt es selten und die besagten Ekeleffekte verfehlen ihr Wirkung keinesfalls. Nachwuchs-Regisseur “Taylor Sheridan“, der sich zuvor bisher nur als Darsteller in einschlägigen Fernsehserien einen Namen gemacht hat, scheint die Drehbücher seiner bisherigen TV-Rollen genauestens studiert zu haben, denn trotz technischer Selbstsicherheit ist das notdürftig zusammengewerkelte Drehbuches seines „Vile“ kaum der Rede wert und stolpert selten auf TV-Serien-Niveau hinaus. Eine brauchbare Charakterisierung, Tiefgang oder Emotionalisierung kann Sheridian´s Erstlingswerk nicht vorweisen und so geht einem als Zuschauer das pervers-kreative Selbstverstümmeln der beliebig austauschbaren Opfer am Allerwertesten vorbei. Welche Drogen die Storyschreiber eingeworfen haben müssen, um derart kranken Quark überhaupt zu Papier bringen zu können, entzieht sich meiner Kenntnis – Fakt ist, dass „Vile“ einer dieser Filme ist, worauf die Filmwelt nun wahrlich nicht gewartet hat und letztendlich auch nicht braucht. Am Rande erwähnt, erklärt sich natürlich von selbst, dass ein Film mit derart moralisch fragwürdiger Rahmenhandlung hiesige Zensurbehörden auf die Barrikaden bringen dürfte, denn „Vile“ wird definitiv in seiner ungeschnittenen Originalversion bei der FSK keine Chance haben.
 
 
Der kranke Ideen- und Erfindungsreichtum mancher Drehbuchschreiber scheint keine Grenzen zu kennen. „Vile“ ist ein später Nachzügler des bekannten „Saw“- Franchise und kommt nicht weniger pervers und blutrünstig daher. Die Kamera hält dreist auf die Geschehnisse und der Horrorfilmfreund bekommt das, was er letztendlich auch laut Filmplakat erwartet: Gekröse, ekelige Folterspiele und perverse Abartigkeiten nonstop. Trotz inhaltlicher Leere dürfte „Vile“ zumindest die Hardcore-Fraktion befriedigen, denn die Spezialeffekte sind aller erste Sahne. Ob jedoch die Kombination aus technischem Können und inhaltlicher Leere einen guten Film zaubern, erklärt sich spätestens nach dem Abspann. Denn einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt „Vile“ leider nicht. “Taylor Sheridan” erster abendfüllender Filmbeitrag ist ein recht spezieller Film, der aufgrund seiner unkompromissbereiten Kaltschnäuzigkeit für Otto-Normalzuschauer vollkommen unzumutbar ist und scheint einer dieser Filme zu sein, die einzig dafür geschaffen sind, um den perversen Voyeurismus der blutgierigen Käuferschaft zu befriedigen.
 
 
 


 
 
 

Vile – Fazit

 
 
4 Punkte Final
 
 
Ein absolut ekliger, moralisch fragwürdiger und vollkommen perverser Schund, auf den die Welt nun wahrlich nicht gewartet hat!
 
 
 


 
 
 

Vile – Zensur

 
 
 
Der Film zeigt explizit fragwürdig derbe Folterszenen und zelebriert sie teilweise minutiös, so dass die deutsche Fassung geschnitten werden musste. Die ungeschnitte deutsche Variante wird über Österreich vertrieben.
 
 
 


 
 
 

Vile – Trailer

 
 

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
 
Der Killer (2012)

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Schlaraffenhaus (2011)

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Filmreview: “ChromeSkull: Laid to Rest 2″ (2011)

 

 

Der Killer mit der verchromten Totenkopfmaske, der seine Taten akribisch mit einer Webcam protokolliert, ist zurück. Nach dem letzten Schlachtfest wurde er erfolgreich von zwei hartnäckigen Teenies zur Strecke gebracht und in die Knie gezwungen.

Mit hochgradigen Verätzungen im Gesicht und schwer verletzt, wird er in die unterirdischen Katakomben einer Geheimorganisation verschleppt, wo er aufs nötigste zusammengeflickt wird.

Nun, da der „Boss“ sich wieder auf dem Weg der Genesung befindet, macht er sich an die Arbeit, mit den wenigen Überlebenden des Massakers von einst abzurechnen.

Doch seine Geduld wird auf eine harte Probe gestellt, denn inmitten der „Firma“ scheint es ein Mitarbeiter ebenso fanatisch ernst zu meinen und versucht in die Fußstapfen des maskierten Killers zu schlüpfen und seine Taten nachzuahmen.

 

 

Drei Jahre ist es nun bereits her, dass Regisseur Robert Hall mit seinem arg trivialen Slasher- Schnellschuss „Laid to Rest“ für Furore unter weltweiten Filmfans sorgte.

Sein überaus durchwachsener Horrorfilm bestach weniger durch darstellerische Qualitäten, oder einem sauber durchdachten Drehbuch, als vielmehr durch enorm selbstzweckhafte und sadistische Gewaltspitzen. Auch die direkte Fortsetzung „ChromeSkull: Laid to Rest  2“ macht da keine Ausnahme, und dreht sauber an der Gewaltschraube, dass dem Filmfreund Hören und Sehen vergehen dürfte.

Dabei zeigt die Fortsetzung allerlei unglaublich kaltschnäuzig umgesetztes Gekrösel, dass einen wirklich täuschend-echt wirkenden Eindruck hinterlässt und zeigt, dass zumindest die Special-Effect Crew ihr Handwerk überdurchschnittlich gut beherrscht. Das hier das Maß aller Dinge an seh- und umsetzbarer Gewalt ausgereizt wird dürfte auf der Hand liegen und wird vermutlich allein nur die Hardcore-Horror-Fangemeinde befriedigen. Mir waren die diversen aufgeschlitzten Gesichter und Münder doch etwas zu viel des Gutem und rechtfertigen definitiv die 7 Minuten Gewaltzensur in der deutschen Filmfassung.

Leider ist  “ChromeSkull: Laid to Rest  2“ nicht wirklich dass geworden, was man letztendlich eventuell von einer Fortsetzung diesen Kalibers erwartet hätte. Die Fortführung der Geschichte wirkt überaus konstruiert und man mag als Zuschauer das Gefühl nicht loswerden, dass Regisseur Robert Hall aufgrund des überraschenden Erfolges des ersten Teils, bestrebt war, schnellstmöglich eine Fortsetzung drehen zu „müssen“. Viele Szenen wirken unfertig und werden allein nur mit grafisch ordentlich aufpolierter Gewaltpower kaschiert, zumal sich ein nennenswerter Filmplot überschaubar in Grenzen hält und sich in weniger als 3 Sätzen erzählen lässt.

Zwar erfährt man einige wichtige Hintergründe über den Killer und seine Handlanger, diese wirken aber vollkommen an den Haaren herbeigezogen und oftmals unfreiwillig komisch.

Der einzige Lichtblick in diesem etwas konfus geratenen Horror-Flick-Flack ist Ex-Teenie Schwarm „Brian Austin Green“, der zumindest allen weiblichen Filmfreunden, aus der amerikanischen 90er Jahre Soap „Beverly Hills 90210“ ein Begriff sein dürfte. Recht souverän und herrlich fies mimt er den unberechenbaren und emotionslosen Nachwuchskiller, wobei seine Handlungsbeweggründe leider, ebenso wie die des Skull-Killers, irgendwo im Drehbuch-Nirgendwo entschwinden.

Dass „Laid to Rest 2“ einen enorm zwiespältigen Eindruck hinterlässt ist eigentlich recht schade , zumal die Figur des Skull-Killers eigentlich einen gut-wertigen Eindruck vermittelt und in seinem Vorhaben Genregrößen wie Michael Meyer und Jason Vorhees in nichts nachsteht. Geübte Horrorfilmfreunde werden demnach an diesen Horrorsequel nur bedingt ihre Freude haben, denn teilweise ist „Laid to Rest 2“ einfach nur langweilig und vorhersehbar. Sieht man einmal von den hochwertigen FX, und dem filmbezogenen Killer ab, bleibt kaum irgendetwas nennenswertes über, was sich überhaupt positiv abhebt und nicht schon in unzähligen anderen Slasherfilmen thematisiert und abgehandelt wurde.

 

ChromeSkull: Laid to Rest  2“ ist typische 08/15-Metzelware, welche man schon zu oft in dieser Form gesehen hat. Ein wenig „Halloween“ dort, ein bisschen „Freitag der 13.“da, dazu eine Priese „Saw“-Gewalt und fertig ist das Slasher-Ware von der Stange. Hoffen wir, dass mit einem dritten Teil der Gewaltakt zugunsten einer etwas spannenderen Geschichte reduziert wird und man einen homogeneren, und vor allem glaubhafteren, Einklang zwischen Story, Gewalt und Spannung findet.

 

 

 

5,5/10 Filmpunkte

 

Enttäuschende Fortsetzung des Überraschungserfolges aus dem Jahre 2009.

Extremgewalt und ein recht schlitzfreudiger Killer machen noch lange keinen guten Horrorfilm aus.

(Deutsche FSK-Fassung um rund 7 Minuten geschnitten)

 

 

Hellraiser80

 

 


Filmreview: “Panic Button” (2011)

Panic Button 2011
 
 
 

PANIC BUTTON

Story

 
 
 
Vier Social-Network-User sind die auserwählten Kandidaten einer Reality-Quizshow, die saftige Gewinne verspricht. Nichtsahnend steigen die vier in einen Privatjet, wo sie in einem interaktiven Online-Quiz allerlei indiskreten Fragen über die eigene Person beantworten müssen. Anfänglich noch als witziger interaktiver Zeitvertreib vermutet, stellen die vier rasch erschreckend fest, dass die interaktive Computerstimme es nicht so lustig meint, wie anfänglich gedacht. Denn wer sich nicht an die Regeln und Anweisungen der geheimnisvollen Moderatorenstimme hält muss damit rechnen, dass das Leben eines, ihm nahestehenden Menschen vor laufender Kamera ausgelöscht wird. Als die Teilnehmer erfahren, dass das Flugzeug bewusst abstürzen und mit gesamter Besatzung den Tod finden wird, beginnt ein unerbittlicher Kampf um das Leben geliebter Menschen aus der eigenen „Freundesliste“ ihrer Social-Network-Profile….
 
 
 


 
 
 

PANIC BUTTON – Kritik

 
 
 
Nach dem weltweiten Erfolg der SAW-Reihe und dem krönenden Abschluss mit dem nunmehr bereits siebten Teil der Serie, war es nur eine Frage der Zeit, bis andere kreative Filmemacher immer noch Potenzial in der Grundidee des SAW-Franchise sahen und eine eigene Interpretation der immer noch sehr beliebten SAW-Idee auf Film bannen mussten. PANIC BUTTON hätte im Idealfall auch als “SAW 8″ betitelt werden können, denn makabere Spielchen mit sarkastischen Bestrafungen gibt es hier in Hülle und Fülle zu sehen, wobei PANIC BUTTON sogar noch frischer und besser ist als die letzten Teile der SAW-Serie. Dabei setzt PANIC BUTTON weniger auf effekthascherische und ausgewalzte Tötungsarten, sondern vielmehr auf das intensive und glaubhafte Zusammenspiel seiner Protagonisten, die auf engstem Raum an die Grenzen des psychisch Belastbaren getrieben werden. Was würde man selbst in einer sollchen Situation anstellen, wenn bewußt wird, dass man selbst nur noch wenige Minuten zu leben hat und das Schicksal geliebter Menschen beeinflussen kann?
 
Regisseur CHRIS CROW weiß durchweg zu fesseln, überzeugt und zeigt kurzweiligen Suspense mit konstant steigendem Spannungslevel. Eine beachtliche Leistung, da der gesamte Film aufgrund seines beschränkten Settings kaum Interaktionsmöglichkeiten bietet und den vier Protagonisten gerade mal zwei Räumlichkeiten (Bordtoilette und Aufenthaltsraum) zu Verfügung stellt, um darin agieren und reagieren zu können. Aufgrund raffiniert eingesetzter Kameraspielereien, hervorragend platzierter Kamerawinkel und guten schauspielerischen Leistungen (es gibt es keine zwanghaft aufgehübschten Teenies, die die Nerven der Zuschauer strapazieren ) schaut PANIC BUTTON hochwertiger aus, als manch anderer Low-Budget-Reißer ähnlicher Machart. Von stereotypen Charakteren und deren hölzerner Charakterentwicklung, haben die Drehbuchautoren FRAZER LEE und JOHN SHACKLETON die Finger gelassen. Die vier Quizshow-Kandidaten verhalten sich völlig glaubhaft und agieren nachvollziehbar. Trotzdem drängen sich während der Geschehnisse im Flugzeug doch immer wieder diverse Horrorfilm-Klischees auf. So darf natürlich die obligatorische Sexszene zweier, sich im Streßzustand befindlichen Protagonisten ebenso wenig fehlen, wie das (zugegeben recht makabre) offene Ende. PANIC BUTTON ist dennoch astreine Thriller-Unterhaltung, wie man sie sich halt nun mal wünscht: packend, spannend und kurzweilig.
 
 
 


 
 
 

PANIC BUTTON – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
SAW war gestern, jetzt kommt PANIC BUTTON. Rasant, kurzweilig und spannend, gewürzt mit bitterbösen Zynismus. Eine kleine Genreüberraschung!
 
 
 


 
 
 

PANIC BUTTON – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung ist ungeschnitten und wurde freigegeben ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

PANIC BUTTON – Deutsche Heimkinoveröffentlichung

 
 
Neben der herkömmlichen Blu-ray erschien der Film auch als Teil eines umfangreichen Horrorfilm-Pakets mit sechs Filmen auf 2 DVDs. Auf diesem Heimkinomedium, das als PAIN & TORTURE 6 MOVIE PACK in den Handel gebracht wurde, ist der Streifen ebenso ungeschnitten enthalten, wie auf der bereits erhältlichen Einzel-Blu-ray.
 
 
 
Pain & Torture Collection

(c) SchröderMedia HandelsGmbH

 
 
 

Pain & Torture Collection [6 Filme in einer Box] [2 DVDs] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

PANIC BUTTON – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Truth or Dare (2011)
 
Saw (2004)
 
Saw 2 (2005)
 
Saw 3 (2006)
 


Filmreview: “11-11-11″ (2011)

 

Nachdem der erfolgreiche Autor Joseph Crone hilflos miterleben musste, wie seine Frau und sein Sohn bei einem schrecklichen Wohnungsbrand um Leben kamen, verfolgen ihn Nacht für Nacht schreckliche Albträume. Am Ende seiner seelischen Kräfte und von seltsamen Gegebenheiten geplagt, reist er in seine Heimatstadt Barcelona, wo sein Vater Richard im Sterben liegt. Doch kaum in die alte Heimat zurückgekehrt verfolgen ihn auch hier mysteriöse Vorfälle, die scheinbar mit dem Ableben seiner Frau und seines Sohnes in Verbindung stehen und die alle in der Zahl „11“ gipfeln. Nach anfänglichen Recherchen, werden aus Zufällen ernstzunehmende Bedrohungen, denn Joseph findet heraus, dass das bevorstehende Datum, der 11.11.2011, mehr als nur ein Datum sein soll.

 

 

Nach 3 deftigen Teilen (allen voran der enorm blutgierige 3.Teil) des „SAW“ Franchise konzentrierte sich Autor und Regisseur Darren Lynn Bousman, der derzeit im Bereich des Extrem-Horrorfilms in aller Munde ist, auf die Realisierung diverse andere Projekte.

Darunter, neben „Saw 3“, „Saw 4“ und „Saw 5“, das wirklich witzige Horror-Musical-Projekt „Repo! The Genetic Opera“, sowie das Remake der 80er Jahre Kult-Satire „Muttertag“, dass mit dem gesellschaftskritischen und ironischen Original dennoch wenig gemein hatte und vielmehr auf der aktuellen Folter-Tortour-Welle versuchte mitzuschwimmen.

Soweit so gut. Nachdem bekannt wurde, dass sich sein aktueller Beitrag „11-11-11“ mit dem Okkulten beschäftigen sollte, und Bousman sich zumindest mit diesem Werk von seinem „Extrem-Horror“ – Image verabschieden wollte, war ich relativ neugierig, wie er die Fanbase mit filmischen Innovationen bei Laune halten würde.

Vorab, „11-11-11“ ist ein ganz ordentlicher Okkult-Thriller geworden. Der glattpolierter Edellook des Films zeigt eindeutig die unverwechselbare Handschrift Bousmans.

Überaus düstere und farblose Bilder, fast schon gotisch-anmutende Szenarien und ein arg unangenehmer Grundton „schmücken“ auch sein aktuelles Werk. Das mittelalterliche Altstadt-Ambiente Barcelonas unterstreicht die fast schon apokalyptische visuelle Stimmung des Streifens und machen ihn wahrlich zu einer astreinen Augenweide für alle Horrorfilm-Liebhaber.

Jedoch muss ich aber leider gestehen, dass mir Bousmans „11-11-11“ schon fast zu glattpoliert und zu perfekt daherkommt.

Ich wurde zwar gut und spannend unterhalten, aber der hübsch gefilmte Okkultschocker hat mich trotz allen Lobes nicht vom Hocker gerissen. Gleiches Gefühl hatte ich auch zuletzt bei Bousman´s makaberen Remake „Mother´s Day“ . Solider und gutdurchdachter Spannungsaufbau, ein paar makabre Einfälle, aber leider nichts was auf Dauer im Gedächtnis haften bleibt.

Dabei macht Bousmans eigentlich alles richtig, und doch will der Funke einfach nicht so recht überspringen. Von seinen explizit und selbstszweckhaft eingesetzten Ekeleffekten, wodurch er sich in der Vergangenheit einen Namen gemacht hat, hat er sich wahrhaftig gänzlich verabschiedet.

11-11-11“ zeigt kaum optische Grausamkeiten, was dem Thriller nur zugute kommt. Durch den Einsatz dezent gesetzter Schockeffekte, und einem geradlinigen Spannungsaufbau sitzt das überaus böse Ende wie ein Faustschlag ins Gesicht. Die Schauspielerischen Leistungen der Protagonisten sind als solide zu bezeichnen, heben sich aber nur unwesendlich vom eigentlich Gesamtbild des Thrillers ab. Ebenso empfand ich einige Make-up Effekte (gerade der Dämonen) als überaus unliebsam umgesetzt, denn sie sehen sehr nach Marke „Halloween-Fest-Maske“ aus.

Trotzdem, Bousman´s Thriller „11-11-11“  ist sehenswert – keine Frage. Dennoch, für ein Regisseur, mit derart bekannten Film-Repertoire trotz allem eine kleine Enttäuschung.

 

 

Fazit 6,5 / 10 Punkte

 

Solider und überaus schick gefilmter Okkult-Thriller, der trotz interessanten Optik und düsterer Grundstimmung, zwar kurzweilig fesseln vermag, aber dem das gewisse Etwas fehlt.

FSK-Prognose: problemlos FSK16

Hellraiser80


Filmreview: “Little Deaths” / “Obsession – Tödliche Spiele” (2011)

 

 

 

 

 

Kurzgeschichtensammlung – 3 Episoden die allesamt etwas mit Abhängigkeit, Begierde, Leid und Sexuellem Verlangen zu tun haben:

Geschichte Nummer 1:

Triebgesteuertes Ehepaar auf der Suche nach dem ganzen besonderen Kick fürs Bett

In einer Obdachlosen sehen sie das Objekt ihrer Begierde – eine fatale Entscheidung.

Geschichte Nummer: 2

Ein aus Naziplänen erstelltes menschliches Wesen wird von einem Wissenschaftlicher in einem Keller allerlei abartigen Experimenten ausgesetzt. Gleichzeitig unterzieht sich eine Drogenabhängige eine Behandlung bei ihrem Arzt. Zwei scheinbar unterschiedliche und grundverschiedene Storystränge, die dennoch am Ende zueinander finden.

Geschichte Nummer 3:

Die Geschichte eines jungen Paares, dass voneinander sexuell abhängig und hörig ist und alsbald nicht mehr die Grenzen zwischen Rollenspiele im Bett und dem wahren Leben erkennt.

Nachdem die Frau kein Ende im täglichen Erniedrigen, Demütigungen und Ignorieren ihres Partners findet, schmiedet dieser einen makaberen Plan.

 

 

Filme als Kurzgeschichtensammlungen sind immer so ein Ding.

Entweder man mag sie – oder man hasst sie.

Da die Kurzgeschichten eines Anthologiefilms im Normalfall gerade mal rund 15-20 Minuten pro Episode Zeit haben, eine abgeschlossene Geschichte zu erzählen, ist es oftmals gar nicht so einfach eine kreative und flüssig erzählte Story, den Charakteraufbau der Protagonisten und ein überraschendes Ende in derart kurze Laufzeit zu packen. Daher hat man als Zuschauer oftmals bei filmischen Kurzgeschichten-Sammlungen das Gefühl mehr Quantität statt Qualität zu sehen.

Aber stöbert man einmal in der Geschichte des phantastischen „Anthologie“ – Films, dann darf der gierige Filmfan immer wieder überrascht sein, welch nennenswerte Film-Juwelen er entdecken kann, die wirklich so bestens funktionieren.

„Asylum – Irrgarten des Schreckens“ (1972), „Geschichten aus der Schattenwelt“ (1990) oder „H.P. Lovecraft´s Necronomicon“ (1993) sind auch heute noch würdige Vertreter dieser spezielleren Filmgattung.

Leider kann man das so von „Little Deaths“ nicht wirklich behaupten. Eine wirkliche Rahmenhandlung, wie bei benannten Genre-Klassikern, gibt es dort schon mal nicht, was sehr bedauerlich ist. Die Episoden laufen ohne Füllszenen zwischen den Episoden selbst nacheinander ab, was irgendwie den typischen liebenswerten Anthologie-Flair missen lässt. Der Grundgedanke die Themen „Leid“, „Abhängigkeit“ und „Sex“ miteinander zu vermischen ist eigentlich recht interessant, lässt aber an Logik missen und wirkt sehr konstruiert und an den Haaren herbeigezogen. Am besten funktioniert meines Erachtens noch die Erste Episode. Sie ist auch die einzige der 3, die überhaupt noch irgendetwas mit dem phantastischen Genre gemein haben.

Dabei folgt sie traditionellen Wegen und zeigt deutlich, dass eben schlicht und einfach erzählt, oftmals besser funktioniert, als komplex und wirr.

Ein völliger Fehlgriff ist natürlich auch Episode 3 nicht. Das dramatische Kammerspiel ist flüssig und zügig erzählt und schafft es innerhalb des verfügbaren Zeitrahmens eine enorm unangenehme Spannung zwischen den beiden Protagonisten zu erzeugen. Leider verpufft die liebevoll und mühsam aufgebaute Wirkung, der eigentlich sehenswerten Kurzgeschichte, anhand des total unklaren Endes. Warum der Protagonist gerade in dieser Art und Weise die geliebte Freundin gen Jenseits befördert schien mir völlig unlogisch.

Augenmerk bei dieser Episode sei, am Rande erwähnt, der wirklich nette Farbfilter.

„Suspiria“ – Filmfans dürften hierbei sicherlich ihre Helle Freude haben.

Es ist schon interessant, welche Wirkung der Einsatz von Farbenfiltern auf die Grundstimmung eines Filmes haben können.

 

 

 

Fazit  6/10 Punkte

 

Recht liebloser Anthologie-Mix. Episode 2 geht in seinem wirren „SAW“/“Hostel“ – Mix völlig den Bach hinunter. Epidsode 1 und 2 bieten solide Genre-Unterhaltung.

Mehr aber auch nicht. Ein nennenswerter „Anthologie“ – Streifen ist „Little Deaths“ keinesfalls.

FSK: ungeschnitten – keine Jugendfreigabe

 

Hellraiser80


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