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Filmkritik: “Don’t Blink” (2014)

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DON’T BLINK

(LAST STOP)

Story

 
 
 
Ein erholsames Wochenende mit unerwarteten Folgen: Zehn Freunde wollen die stressige Woche in einem idyllisch gelegenem Berghotel ausklingen lassen. Leider hat der Kurzurlaub nur einen Haken. Wer hier eincheckt verschwindet nach wenigen Stunden spurlos …
 
 
 


 
 
 

DON’T BLINK – Kritik

 
 
 
Mystery-Fans und Freunde des eher seichten Gruselfilmchens aufgepasst: Mit DONT’T BLINK (was soviel heißt wie “Nicht blinzeln”) gibt es Nachschub für all jene, die gern beim Filmeschauen mitraten möchten. Der Regie-Neuling TRAVIS OATES hat hier einen Film gedreht, dessen Plot unverkennbar an die Werke eines STEPHEN KING und M.NIGHT SHYAMALAN erinnert und der offensichtlich von der Kultserie THE TWILIGHT ZONE inspiriert wurde. Unerklärliche Dinge passieren nämlich hier, die sich im Verlauf der kleinen Geschichte für alle Beteiligten zum Albtraum entwickeln. Im Mittelpunkt stehen zehn Freunde, deren Freundschaft auf eine harte Probe gestellt wird. Die wollten sich eigentlich ein gemütliches Wochenende in einem verschneiten Berg-Resort bereiten, werden aber dort mit seltsamen Vorkommnissen konfrontiert. Erst ist es die unheimliche Stille, die darauf schließen lässt, dass es hier oben nicht mit rechten Dingen zugeht – es sind keine Vögel zu hören und auch das Hotel scheint menschenleer zu sein. Später springen Autos nicht mehr an und nicht vorhandener Empfang der Handys bereitet Sorgen. Als dann auch noch Freunde spurlos verschwinden und sich offensichtlich in Luft auflösen, ist die Stimmung im Keller. Misstrauen wird geweckt und es kommt zu Konflikten innerhalb der Gruppe. Es scheint als gebe es nur einen Weg, dem plötzlichen Verschwinden entgegenzuwirken: nämlich nicht zu blinzeln.
 
TRAVIS OATES betritt mit seinem Mystery-Thriller Neuland. Bisher hatte er sich als “Ferkel”-Synchronstimme der letzten WINNIE PUUH-Trickabenteuer im Disney-Kinderprogramm einen Namen gemacht. Mit DON’T BLINK (der anfangs eigentlich LAST STOP heißen sollte) hat er nun seinen ersten, eigenen Film inszeniert, der sich dann doch eher an ein erwachsenes Publikum richtet und dem Zuschauer angenehme Gruselstimmung garantieren soll. Statt hektisch-blutiger Holzhammer-Taktik setzt OATES vermehrt auf zurückhaltend-subtilen Mystery, wobei um das Verschwinden der Freunde ein oftmals arg konstruiert wirkendes Mysterium gewebt wird, dass der Regisseur dann auch noch etwas zu unbeholfen in die Länge zieht. Nach dem “10-kleine-Indianer”-Prinzip verschwinden im Verlauf des Streifens alle zehn Freunde unter ominösen Umständen, deren Verbleib am Ende dann doch etwas schwammig erklärt und der Zuschauer mit einer Menge Fragen allein vorm Fernsehapparat zurückgelassen wird. Immerhin ist DON’T BLINK Indie-Horror auf anständigem Niveau, denn OATES konnte für seinen ersten Ausflug ins Horror-Genre einige bekannte Sternchen der amerikanischen Filmmaschinerie zusammentrommeln. Auf Schauspielebene bekommt man so einige durchaus passable Leistungen zu sehen, was in unabhängigen Low-Budget-Horrorfilmen keine Selbstverständlichkeit ist, werden hier meist Darsteller verheizt, die eher mit Optik statt durch Talent glänzen können. So durfte in diesem eher seichten Mysterie-Süppchen das einstige Teenie-Idol BRIAN AUSTIN GREEN endlich mal unter Beweis stellen, dass in ihm doch ein ganz anständiger Schauspieler schlummert, der sein Talent sprichwörtlich für trivialen TV-Murks wie BEVERLY HILLS 902010 oder DESPERATE HOUSEWIVES vergeudet hat. In DON’T BLINK mimt er den bedachten und stillen Helden, der die Gruppe zusammenhält und unnötige Konflikte unter den Freunden zu verhindern versucht. Kein Mann der großen Worte: zurückhaltend und wortkarg. Und dennoch bemerkenswert, bekommt der Zuschauer hier wohl GREENS beste Leistung seines bisherigen Schauspieldaseins vor die Linse, die dem eher mittelmäßigen Streifen zu durchschnittlichen fünf FILMCHECKER-Punkten verhilft.
 
 
 


 
 
 

DON’T BLINK – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
STEPHEN KING meets TWILIGHT ZONE – Ein gruseliger Indie-Thriller, für Liebhaber der unheimlichen TWILIGHT ZONE-Kultserie. DON’T BLINK ist dennoch kein Genre-Highlight, dafür fehlt dem recht gemach erzählten Grusler einfach ein kreativ erdachter Twist mit “Aha”-Effekt, um mächtig Eindruck hinterlassen zu können. Statt dem Zuschauer jedoch eine unerwartete Wendung mit plausibler Erklärung zu liefern, überlässt Regisseur TRAVIS OATES die Auflösung der Phantasie des Zuschauers. Der dürfte sich jedoch nach dem Abspann etwas veralbert fühlen, hat er doch knapp 90 Minuten Lebenszeit für eine schwammig inszenierte und auf Spielfilmlänge aufgeblasene TWILIGHT Zone-Episode vergeudet, die nicht einmal Antworten liefert. Somit bleibt ein unbefriedigendes Mystery-Filmchen, das wohl besser als TV-Film im Fernsehen aufgehoben wäre, statt dem zahlungswilligen DVD-Käufer das Geld aus der Brieftasche zu ziehen. Daher: Augen auf beim Filmekauf!
 
 
 


 
 
 

DON’T BLINK – Zensur

 
 
 
Ein Protagonist wird angeschossen, ein anderer steckt sich aus Verzweiflung eine Waffe in den Mund und drückt ab. Gorehounds wird das aber gar nicht schmecken, denn die Kamera schwenkt in diesen Momenten weg. Demzufolge dürfte die FSK mit DON’T BLINK keine Probleme haben. Der Film wird aller Wahrscheinlichkeit nach bereits für 16-Jährige freigegeben werden.
 
 
 


 
 
 

DON’T BLINK – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The House of the End Times (2013)
 
Barricade (2012)
 
Mine Games (2012)
 


Filmreview: “Frost” (2012)

Frost-2012-Reynir-Lyngdal
 
 
 

FROST

Story

 
 
 
Tief im Eis lauert das Böse. Ein Forscher-Team kehrt von den Arbeiten an einem Gletscher nicht zurück. Wissenschaftlerin Agla (Anna Gunndís Guðmundsdóttir) macht sich Sorgen und beginnt mit Freund Gunnar (Björn Thors) nach den vermissten Kameraden zu suchen. Was die beiden jedoch finden, lässt ihnen das Blut in den Adern gefrieren …
 
 
 


 
 
 

FROST – Kritik

 
 
 
Jawohl, es ist wieder soweit. Willkommen zu einer weiteren Ausgabe unserer beliebten Rubrik: Found-Footage-Filme, die eigentlich keiner mehr sehen will und kann. Kaum ein Sub-Genre hat in der Vergangenheit so stark polarisiert, wie jene Filmgattung, die sich mit meist fiesem Kameragewackel ins Gedächtnis der Zuschauer gebrannt hat. Immerhin ist der bereits mehrfach totgesagte Trend nun auch in Island angekommen, wo sich die Produzenten von REYKJAVIK WHALE WATCHING MASSACRE (2009) dem unbeliebten Filmthema angenommen und den vorliegenden FROST finanziert haben. Der wurde vom bisher komödienerprobten REYNIR LYNGDAL gedreht und hat eigentlich kaum Neuerungen zu bieten, schließlich ist das Kopieren bereits dagewesener Erfolgsrezepturen einfacher, als den eigenen Kopf anzustrengen. Das Resultat ist ein x-beliebiger Found-Footage-Streifen, der eigentlich den gleichen Regeln folgt, wie man sie schon in ganz vielen Werken dieser Art zu sehen bekommen hat, nur mit dem Unterschied, dass in FROST zur Abwechslung nicht in Englisch sondern Isländisch geschrieen und gewinselt wird.
 
FROST handelt von Filmemacher Gunnar (BJÖRN THORS), der einen Dokumentarfilm über eine Gletscher-Forschungseinrichtung als Vorwand nutzt, um Freundin Agla (ANNA GUNNDIS) zu besuchen. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin arbeitet sie in einem abgelegenen Teil des Polarkreises in einer Art Camp, wo sie zusammen mit einem Team aus Physio- und Geologen Proben aus Gletschern entnimmt, um diese zu untersuchen. Neustes Forschungsprojekt ist eine geheimnisvolle Gletscherspalte, aus der immer wieder seltsame Lichter und Geräusche dringen. Dass derart rätselhafte Vorkommnisse in Horrorfilmen meist nichts Gutes verheißen erlebt das Paar am eigenen Leib, denn als die übrigen Wissenschaftliche von ihren Untersuchungen nicht heimkehren wollen, machen sich Agla und Gunnar auf die Suche nach den verschollenen Forschern. Fündig werden sie schnell. Die scheinbar leblosen Körper hat der Schnee unweit der Spalte begraben. Weitere Wissenschaftler entdeckt Gunnar regungslos auf dem Grund der Gletscherspalte liegen. Leider lauert dort auch die Ursache des Unheils: Etwas Böses wurde aus seinem Schlaf gerissen und hat sich den Körpern der Wissenschaftler bemächtigt.
 
FROST zieht seinen Reiz aus der schneebedeckten Kulisse, die schon dem Horrorklassiker THE THING zum Erfolg verholfen haben. Wenn immer sich die Kamera durch tobende Schneestürme kämpft und die Protagonisten orientierungslos durch frostige Landschaften irren, erlebt FROST seine besten Momente. Isoliert von der Außenwelt und ohne Hoffnung auf schnelle Hilfe entwickelt sich die scheinbar malerische Schneekulisse rasch zur Hölle auf Erden, aus der irgendwie kein Weg nach draußen führen will. Lobenswerterweise kommt der dichte Schneereigen nicht aus dem Computer. Die Dreharbeiten fanden unter harten Bedingungen statt, denn REYNIR LYNGDAL wollte seinen Antarktis-Grusler so authentisch wie möglich inszenieren. Demnach wurde während echten Schneestürmen gedreht, was den Schauspielern und der Rest der Crew einiges abverlangte. So ambitioniert das Projekt auch verwirklicht wurde, so enttäuschend die Tatsache, dass FROST ziemlich langweilig ist. LYNGDAL ist zwar um einen stetig steigenden Spannungsboden bestrebt, bis aber endlich überhaupt etwas passiert vergehen fast 40 Minuten. Demnach wird der Zuschauer bis zur Halbzeit unfreiwilliger Zeuge von belanglosen Beziehungsstreitigkeiten, die Protagonist Gunnar selbstverständlich mit der Kamera filmen muss. Der hält nämlich vehement alles auf Band fest, was vor die Linse kommt und sei es noch so unwichtig. Dass der Charakter laut Drehbuch eigentlich ein professioneller Kameramann sein soll, will man beim permanenten Gerüttel seines Arbeitsgerätes nicht so recht glauben, denn wie man es von Found-Footage-Werken nun mal gewöhnt ist, wird hier gewackelt als gäbe es keinen Morgen mehr.
 
Langsames Erzählen muss nicht zwangsläufig schlecht sein. Macher REYNIR LYNGDAL nimmt jene Filmweisheit leider etwas zu genau und quält den Filmfan durch eine Handlung, die sich zieht wie Kaugummi. Dreiste Taschenspielertricks lässt der Regisseur außer Acht, denn wenn kurz vor Ende seltsame Geräusche, Lichter und Beben auf mutierte Kreaturen aus einer fremden Welt schließen, setzt er lieber auf subtile Mehrdeutigkeiten und lässt das Grauen im Kopf des Zuschauers entstehen. Der dürfte leider mit einer Menge Fragen vor der Glotze zurückbleiben und sich ein wenig veräppelt fühlen, hat er doch 70 Minuten lang auf fiese Monster gewartet, die für das Verschwinden der vermissten Wissenschaftler verantwortlich gemacht werden. Trotz interessanter und teils beklemmender Kulisse ist FROST kein Highlight. Dem Grusler fehlen nicht nur die Monster, sondern auch die Phantasie eines TROLLHUNTER (2010) und der Nervenkitzel eines [REC] (2007). Stattdessen wird kopiert ohne Rücksicht auf Verluste, schließlich soll der erste isländische Wackelcam-Film den amerikanischen Vorbildern in nichts nachstehen. Leider hat man das hier Gezeigte woanders schon bedeutend besser gesehen. Die Liste der Found-Footage-Klischees wird nahezu zwanghaft abgearbeitet. So stört lästiges Pixelgewitter gerade dann das Bild der Kamera, wenn die Ereignisse interessant werden und natürlich sucht man auch in FROST vergebens nach dem Sinn, weshalb Protagonisten in Momenten der Angst immer noch Kraft besitzen, die Kamera halten zu können. Wer eine Vorliebe für Schnee-Horror besitzt, sollte lieber Zeit in bessere Horrorfilme investieren. An BLUTGLETSCHER (2013) und DEVIL’S PASS (2013) dürften jene Filmfans vermutlich bedeutend mehr Spaß haben, denn FROST setzt sein interessantes Potenzial sprichwörtlich in den Sand.
 
 
 


 
 
 

FROST – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
FROST ist die isländische Antwort auf THE THING. Der erste isländische Found-Footage-Film glänzt mit beklemmender Schneekulisse und subtiler Gruselstimmung. Im Vergleich zum derzeitigen Wackelcam-Standard reicht das in FROST Gezeigte jedoch nicht aus, um das Interesse der hungrigen Horrorgemeinde für sich gewinnen zu können. Streifen wie V/H/S 2 und AFFLICTED haben die Messlatte für Found-Footage-Ware deutlich nach oben getrieben, an der sich alle künftigen Horrorfilme dieses Sub-Genres messen müssen. Leider erreicht FOST nicht einmal annähernd die Qualitäten seiner amerikanischen Vorbilder, denn Regisseur REYNIR LYNGDAL hält sich mit zu vielen Unwichtigkeiten auf und langweilt den Zuschauer schnell. Hinzukommt, dass hier wenig Energie in das Finden eigener Ideen investiert wurde. Stattdessen wird dreist kopiert und die Liste der Found-Footage-Klischees abgehakt. Auch wenn am Ende das Kopfkino des Filmfreundes angekurbelt werden soll, enttäuscht die fade Auflösung, weil sie statt Antworten zu liefern nur noch mehr Fragen aufwirft. Von daher sei FOST nur absoluten Fans jener Filmgattung empfohlen, die sich selbst am zigsten Wackelfilm erfreuen können. Wer seit jeher keinen Draht zu Found-Footage findet, wird auch mit FROST nur wenig anzufangen wissen.
 
 
 


 
 
 

FROST – Zensur

 
 
 
In FROST passiert so wenig, dass selbst die FSK froh sein dürfte, wenn der Abspann über die Filmleinwand flimmert. Bis auf einige plötzlich blutende Nasen gibt es hier keine Gewalt zu sehen. Demnach könnte es gut sein, dass FROST hierzulande bereits für Zwölfjährige freigegeben wird.
 
 
 


 
 
 

FROST – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Barricade (2012)
 
The Frankenstein Theory (2013)
 
The Frozen (2012)
 
The Colony (2013)
 
Das Ding aus einer anderen Welt (1982)
 
30 Days of Night (2007)
 
Der eisige Tod (2007)
 


Filmreview: “The Colony” (2013)

the-colony-2013
 
 
 

THE COLONY

Story

 
 
 
Die globale Erderwärmung hat eine neue Eiszeit verursacht. Die wenigen Überlebenden organisieren sich in Kolonien unter der Erde, wo sie nicht nur den Fortbestand von Flora und Fauna sicherstellen; sondern auch das eigene Überleben. Wer krank wird, muss die Gemeinschaft verlassen. Wer sich nicht an die klaren Regeln hält, ebenso. Als Kolonie 5 einen Notruf aussendet, wird der Hilferuf von den Mitgliedern der benachbarten Kolonie entgegengenommen. Unter der Leitung von Briggs (Laurence Fishburne) macht sich eine kleine Gruppe Freiwilliger auf den Weg, den Mitgliedern der Kolonie 5 aus ihrer Notlage zu helfen. Doch was sie dort erwartet, lässt ihnen das Blut in den Adern gefrieren …
 
 
 


 
 
 

THE COLONY – Kritik

 
 
 
ACHTUNG: Trailer enthält SPOILER!
 
 
 
Post-apokalyptische Szenarien im Kino (I AM LEGEND, THE DAY AFTER TOMORROW) sind seit einigen Jahren mal wieder schwer im Trend. Was sich mitunter vor allem für große Filmstudios zu einer lukrativen Geldquelle entwickelt hat, hält auch unlängst im Horrorfilm Einzug – wenn auch nicht immer ganz so laut und effektüberladen wie zum Beispiel die Filme aus der (Un-)Kreativ-Schmiede eines ROLAND EMMERICH (INDEPENDENCE DAY; 2012). Im Horror sind es eher erdumspannende Seuchen, die friedliebende Bürger zu reißenden Bestien werden lassen (28 DAYS LATER, 28 WEEKS LATER), die dann jeden anknabbern müssen, der sich nicht vor ihnen in Sicherheit bringen kann. Der tot geglaubte Zombiefilm hat seither ein regelrechtes Revival erlebt und konnte mit dem Serien-Hit THE WALKING DEAD sogar beachtliche Erfolge im TV verbuchen. Der Suvival-Thriller THE COLONY ist zwar ebenso im gleichen Genre zu Hause, gierende Untote sucht der Filmfreund hier jedoch vergebens. Macher JEFF RENFROE (ONE POINT ZERO – DU BIST PROGRAMMIERT) ist im Katastrophenfilm kein Unbekannter. Vor THE COLONY konnte er sich als Drehbuchautor zum TV-Film DER SUPERSTURM – DIE WETTER-APOKALYPSE (2012) erproben. Die Arbeit schien im gänzlich Spaß gemacht zu haben, so dass er sich zu einem weiteren Weltuntergangs-Schocker überreden ließ und den nun vorliegenden THE COLONY inszenierte. Wo er sich Inspirationen für seinen aktuellen Überlebensflick geholt haben muss, dürfte schnell klar sein. Denn sein neuster Beitrag besitzt eine erschreckende Ähnlichkeit mit dem Carpenter’schen Körperschocker THE THING aus dem Jahre 1982. Nur mit dem Unterschied, dass sich die Überlebenden hier mit einer gänzlich anderen Bedrohung konfrontiert sehen und nicht gegen eine außerirdische Lebensform kämpfen müssen.
 
Die Geschichte von THE COLONY ist schnell erzählt: Briggs (LAURENCE FISHBURNE) ist Anführer einer kleinen Kolonie, die sich vor der neuen Eiszeit in Sicherheit bringen konnte und tief im Erdinnern damit beschäftigt ist, irgendwie zu überleben. Das klappt recht gut, denn strickte Regeln klären den Umgang miteinander. Als die kleine Gruppe ein Notrufsignal der einzig bekannten Nachbarkolonie erhält, stellt Briggs einen Trupp von Freiwilligen zusammen, der sich auf den Weg machen soll, die seltsamen Vorfälle zu untersuchen. Nach einer beschwerten Reise durch schneebedeckte Täler und Pfade erreichen die Helfer ihr Ziel, doch von den Überlebenden der Kolonie 5 fehlt jegliche Spur. Als die Gruppe bei ihrem Erkundungstrip auf ein abgemagertes und reichlich verwirrtes Mitglied der Gemeinschaft stoßen, offenbart sich ihnen das ultimative Böse.
 
Mehr über THE COLONY zu verraten wäre fatal, denn dieser Film ist einer jener Filme, der seine optimale Wirkung nur dann erzielt, wenn man so wenig wie möglich über ihn weiß. Vor allem der faszinierend frostreichen aber erschreckend unheimlichen Kulisse ist es zu verdanken, dass THE COLONY spannend bis zur letzten Minute bleibt, wobei dem Zuschauer nicht verborgen bleiben dürfte, dass hier ziemlich oft mit CGI getrickst wurde. Die Effekte sind für eine “günstige” 16 Millionen Dollar Produktion als durchweg zufriedenstellend zu bezeichnen. Dennoch bleibt dem Filmfreund der Einsatz der Bluescreen-Technik nicht erspart – anders hätte vermutlich der ausweglose und klaustrophobische Grundton der Produktion nicht in Bilder festgehalten werden können. Immerhin konnte Regisseur RENFROE für seinen Überlebenstrip einige namhafte und erfahrene Schauspieler gewinnen, die dem Film immens bereichern. So kämpft sich KEVIN ZEGERS (FROZEN-EISKALTER ABGRUND) an der Seite von LAURENCE FISHBURNE (MATRIX) durch Berge von Kunstschnee und BILL PAXTON (ALIENS – DIE RÜCKKEHR) brilliert als gar widerwärtiger Fiesling. Umso bedauerlicher, dass THE COLONY kaum Beachtung fand und in Deutschland sogar direkt auf den Heimkinomarkt geworfen wird. Der Film glänzt durchs Verursachen eines permanent unguten Gefühl und die allgegenwärtige unheimliche Stimmung sorgt für 90 Minuten wohlige Schauer. Da verzeiht man JEFF RENFROE gern, dass das Ende doch etwas zu übereilt daherkommt und das Finale etwas arg unausgegoren wirkt. Zwar wird selbiges dem Zuschauer mit Hang zum Groben gefallen, hilft aber nicht, dass man das Gefühl nicht loswerden möchte, RENFROE wurde aus Budgetgründen gezwungen, ein abruptes Ende zu finden. Was bleibt ist ein sehenswerter und vor allem packender Thriller, der bis kurz vor Ende unglaublich spannend bleibt, aber in den letzten 15 Minuten etwas plump und leider unfertig wirkt.
 
 
 


 
 
 

THE COLONY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Einer der besten Überlebens-Horrorschocker in letzter Zeit. Wer Filme wie THE THING, I AM LEGEND oder 30 DAYS OF NIGHT mag, wird THE COLONY lieben!
 
 
 


 
 
 

THE COLONY – Zensur

 
 
 
THE COLONY erscheint im Oktober 2013 auch in Deutschland. Da der Film (bis auf einige Gewaltspitzen am Ende) keine Splatterorgie ist, kommt er mit FSK16 in den Handel und ist somit auch für Jugendliche geeignet.
 
 
 


 
 
 

THE COLONY – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Ding aus einer anderen Welt (1982)

The Day after Tomorrow (2004)

30 Days of Night (2007)


Filmreview: “The Frozen” (2012)

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The Frozen

Story

 
 
 
Ein traumhaft winterlicher Campingausflug wird für das junge Pärchen „Mike“ (Seth David Mitchell) und „Emma“ (Brit Morgan) zu einem unvergesslichen Psychotrip. Nachdem die beiden mit dem Schneemobil einen Unfall gebaut haben und irgendwo tief weit draußen in den verschneiten Wäldern auf rettender Hilfe hoffen, werden Sie auch noch von einem seltsamen Fremden verfolgt, der scheinbar nichts Gutes im Schilde führt. Als „Mike“ plötzlich auf mysteriöse Weise verschwindet, ist die verängstigte „Emma“ ganz auf sich allein gestellt. In ihrer Panik beginnt sie sich einen Weg hinaus aus der eisigen Gegend zu bahnen – mit einer erschreckenden Einsicht, wie sich bald herausstellen wird … 
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Kritik

 
 
 
Winterliche Landschaften sind wahrlich geradewegs dafür prädestiniert eine unheimliche und subtile Gruselstimmung zu erzeugen. Denn auch hinter vermeintlich friedliebender Kulisse kann sich oftmals das abgrundtief Böse verstecken. Dass angsteinflößendes Unbehagen auch im eisigen Schnee lauern kann haben schon einige Filmemacher eindrucksvoll bewiesen, denn winterlich verstörende Filme gab es zuletzt zuhauf (u.a. “The Shinning” (1980), “Der eisige Tod” (2007)). Auch der vorliegender Thriller „The Frozen“ spielt mit der geheimnisvollen Idylle, die so ein verschneit-winterliches Wäldchen birgt. Ganz zum Leidwesen der beiden Protagonisten des Films, für die sich die eigentlich traumhafte Winterpracht zu einem verhängnisvollen Erlebnis gestaltet. Ihre Unvernunft treibt die beiden an den Rande ihrer Wahrnehmungsfähigkeiten, denn nach nur wenigen Stunden bei Temperaturen jenseits des Nullpunkts beginnt vor allem „Emma“ Dinge zu sehen, für deren Existenz sie keine Erklärung findet. Nicht nur, dass sie seltsam bekleidete Personen im Dickicht erblickt, seltsame Stimmen und Schritte spuken des Nachts um das Zelt und stören den Schlaf der verunsicherten Frau. Zudem werden die beiden von einem skurrilen Jäger verfolgt, der das Treiben des Pärchens aus der Ferne beobachtet und „Emma“ zweifeln lässt, warum ihr Freund sie gerade zu derart unmenschlichen Temperaturen zu einem kuscheligen Wanderausflug überreden musste.
 
So wirklich Unrecht hat sie dabei nicht, wirkt die Ausgangssituation des Films schon sehr konstruiert. Immerhin sah sich Drehbuchautor und Regisseur „Andrew Hyatt“ darum bemüht seine kleine Geschichte irgendwie nied- und nagelfest zurechtzufeilen. Trotz Unfall hält „Mike“ nichts davon ab, den Kurztrip fortzuführen, um den geeigneten Zeitpunkt zu finden, seiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen. Und so irren die beiden Liebenden orientierungslos im Wald umher, um letztendlich doch wieder feststellen zu müssen, einmal mehr im Kreis gelaufen zu sein. Auch wenn einige Gegebenheiten etwas arg seltsam anmuten, so kann man „Hyatt“ nicht unterstellen, einen Film gedreht zu haben, der schlecht ist. Einfachste erzählerische Mittel und das stupide Umherirren in der winterlichen Landschaft führen letztendlich zu einem homogenen Ganzen und lassen „The Frozen“ bei weitem besser ausschauen, als die Unmengen teurer Mainstream-Produktionen der letzten Dekaden. Obwohl einige der seltsamen Interaktionen der Anwesenden anfänglich kaum Sinn ergeben wollen und arg befremdlich wirken, so tritt die Erleuchtung nach dem Abspann ein und dürfte vor allem Horrorfilmanfänger reichlich verblüffen.
 
Mit dem aktuellen Thriller „The Frozen“ erwartet der Zuschauer gänzlich seichte Film-Kost, für die die Bezeichnung Thriller fast schon etwas zu weit hergeholt und schroff scheint. Auch wenn Regisseur „Andrew Hyatt“ des öfteren vollkommen falsche Fährten streut und dem Zuschauer weiß machen will, dass sich hinter den gesamten Geschehnissen etwas zutiefst Böses und Bedrohliches verstecken soll, so dürfte der geneigte Filmfreund nach der recht plausiblen Auflösung etwas verdutzt aus der Wäsche schauen. Der Film „The Frozen“ hat letztendlich mit Horror im herkömmlichen Sinne nur sehr wenig gemein und erinnert über weite Strecken an die Werke des ambitionierten Hollywood-Regisseurs „M. Night Shyamalan“, der bekanntlich ein sicheres Händchen darin besitzt, den Zuschauer mit einer unerwarteten Filmauflösung zu konfrontieren. Wer sich angenehm gruseln möchte, ohne dabei von markerschütternden Schocks verfolgt zu werden oder in Lachen von Blut ertrinken zu müssen, dem dürfte der Mysterie-Thriller vortrefflich munden. Denn bis auf einige ausgeweidete Wildtiere gibt es hier kein Futter für blutgierige Splatterfilm-Fans.
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Seichtes Mysterie-Süppchen in traumhaft winterlicher Kulisse
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Zensur

 
 
 
Im Film wird nicht getötet, daher dürfte “The Frozen” mit einer FSK16 Freigabe ungeschnitten veröffentlicht werden.
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Barricade (2012)

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ATM (2011)

Der eisige Tod (2007)

The Sixth Sense (1999)


Filmreview: “Barricade” (2012)

Barricade 2012 Filmposter
 
 
 

Barricade

Story

 
 
 
Nach dem tragischen Tod seiner geliebten Frau versucht der treusorgende Familienvater Terrance Shade wieder etwas Normalität in das kränkelnde Familien-Idyll zu bringen. Zusammen mit seinen beiden Kindern möchte er die Weihnachtsfeiertage fernab von jeglichen Erinnerungen weit draußen im Wald verbringen. Ein einsam gelegenes Waldhaus kommt ihm dabei gerade recht um Geschehenes zu verarbeiten. Kaum angekommen erfreuen sich die Kinder der malerischen Winterlandschaft – doch der Familienfrieden scheint schnell getrübt, als eine unbekannte Präsenz um das Haus schleicht und damit beginnt die kleine Familie zu terrorisieren.
 
 
 


 
 
 

Barricade – Kritik

 
 
 
Trostlose Einöde, düstere Waldpfade, eine schneebedeckte Winterlandschaft und unangenehm eisige Kälte – Zutaten, die bereits Kubricks „The Shining“ zu einem unverkennbaren Klassiker des Genres gemacht haben. Auch der Horror-Thriller „Barricade“ lebt von diesen teilweise märchenhaft-verträumten Bildkompositionen und zaubert aus diesem kleinen, wahrlich unscheinbaren Filmchen ganz großes atmosphärisches Kino. Regisseur “Andrew Currie”, der sich zuletzt mit Zombie-Komödie „Fido“ in der Horror-Szene einen Namen gemacht hat, schlägt mit seinem aktuellen Werk gänzlich unlustigere Töne ein. In „Barricade“ regiert die Angst und das Unbehagen, welches an den Nerven der drei ahnungslosen Protagonisten zerrt und die kleine Familie bis an den Rand des Nervenzusammenbruchs drängt. Von erlösender Heiterkeit ist in den rund 80 Minuten Filmlaufzeit nicht zu spüren, denn „Barricade“ versucht dem Zuschauer Angst einzujagen, höllische Angst.
 
Überraschenderweise gelingt es dem Film merklich einfach nach nur wenigen Filmminuten eine spürbar unangenehme Atmosphäre zu entwickeln, die eine unangenehme Bedrohung vorausahnen lässt. Der Zuschauer ist nie von Vorteil, weiß oftmals weniger als die Leidtragenden selbst und durchlebt Schritt für Schritt das ultimative Martyrium zusammen mit der kleinen Familie. Dabei überzeugt Regisseur “Andrew Currie” mit einer recht unkonventionellen Erzählweise, die es auf unerklärliche Weise schafft, den Zuschauer reichlich zu manipulieren. Was anfänglich noch geradlinig und plausibel erklärt und erzählt wird, verliert spätestens ab der Hälfte des Filmes an Logik und Sinn. Das Szenario trägt sich reichlich surreal und lässt den „ungeübten“ Filmfreund des öfteren rat- und ahnungslos Zusammenzucken, wenn einer der höchst effektiv eingesetzten Schockeffekte aus den heimischen Surround-Lautsprechern donnert. Natürlich ergeben sich die Gegebenheiten nicht von ungefähr. Eine logisch zusammengezimmerte Erklärung (fernab des Phantastischen) erfährt der Zuschauer am Ende des Filmes. Diese äußert sich zwar simple, aber dennoch nicht an den Haaren herbeigezogen, und dürfte trotz ihrer logischen Banalität für reichlich offene Münder sorgen.
 
Manchmal ist weniger mehr, denn oftmals reicht einfach nur eine gute Idee und ein markerschütterndes Setting, um eine ganz schön gruselige Geschichte zu erzählen. Genre-Regisseur “Andrew Currie” ist mit seinem „Barricade“ ein recht effektives und gemeines Filmchen gelungen, dass sogar gänzlich ohne Blutvergießen auskommt, was man ihm in Zeiten derben Folter- und Meuchel-Krams hoch anrechnen sollte. Das Rätselraten um die Geschehnisse bleibt bis zum Schluss gut verschleiert, sodass der findige Filmfreund erst gar nicht versuchen sollte, die Gegebenheiten vorzeitig zu analysieren. Vielmehr sollte der Genre-Liebhaber die wirklich sehr perfide Atmosphäre genießen, die „Barricade“ so einzigartig macht. Jede Szene ist stimmig und wunderbar grausig, sodass man permanent das Gefühl hat, als würde gleich irgendetwas um die Ecke huschen wollen. Wer eine Faible für dichte und subtile Horrorgeschichten besitzt sollte sich „Barricade“ ganz oben auf seiner „muss-ich-sehen-Liste“ notieren. Der blutgierige Rest setzt diesmal aus und wartet auf den nächsten „Holzhammer-Horror-Schocker“, denn für Gorehounds und Splatter-Fans gibt es in „Barricade“ leider nichts dergleichen zu sehen.
 
 
 


 
 
 

Barricade – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Licht aus, Heimkino auf Endstufe und in die Couch-Decke gekuschelt. Ein ganz schön unheimliches und gruseliges Filmvergnügen für winterlich-verschneite Sonntag-Abende!
 
 
 


 
 
 

Barricade – Zensur

 
 
Eine ungeschnittene, zukünftige deutsche Fassung dürfte das FSK16-Siegel tragen, da es im Film keine selbstszweckhaften Mordszenen gibt.
 
 
 


 
 
 

Barricade – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
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ATM (2011)

Axed (2012)

Die Frau in Schwarz (2012)

The Thing (2011)


Filmreview: “Dream House” (2011)

 

SPOILERGEFAHR:

Wer sich die Überraschungsmomente nicht vorwegnehmen lassen möchte, sollte von dieser Review und dem (zu viel verratenden) Trailer Abstand nehmen!

 

Der Familienvater Will (gespielt von Daniel Craig) kündigt seinen Job in der Großstadt und zieht mit seiner Frau Libby (Rachel Weisz) und den beiden Töchtern in ein kleines idyllisches Landhaus weit entfernt von Hektik und Trubel.

Doch kaum häuslich eingerichtet. passieren auch schon erste mysteriöse Vorfalle: die Mädchen sehen eine schemenhafte Gestalt am Fenster stehen und unheimliche Fußabdrücke im Schnee sorgen für allgemeines Unbehagen. Hinzukommt, dass vor allem die Kinder seltsame Vorahnungen, über ihr eigenes Ableben und das der Mutter, entwickeln.

Will beginnt nach der Vorgeschichte des Hauses zu forschen, und entdeckt, dass der frühere Besitzer des Hauses im Wahn seine Familie erschossen haben muss.

 

 

Einen arg seltsamen Film, den uns Regisseur Jim Sharidan da serviert.

Rein technisch gibt es an „Dream House“ definitiv nichts auszusetzen.

Die schneebedeckte und richtig hübsch gefilmte Winterkulisse macht einen ersichtlich hochwertigen Eindruck und erinnert in seiner bedrückenden, aber dennoch idyllischen Atmosphäre sehr an die filmische Umsetzung des Stephen King Klassiker „The Shining“.

Der Wurm knausert jedoch weniger in der Art und Weise der Filmumsetzung, als vielmehr am Drehbuch, denn das ist vollkommen haarsträubend.

Vermutlich hat sich Drehbuchautor David Loucka zu intensiv mit den bisherigen cineastischen Beiträgen eines M. Night Shyamalan („The Sixth Sense“, “The Village“) beschäftigt, der sich in Hollywood mit seinen (nicht minder haarsträubenden) extravaganten Plottwists einen Namen gemacht hat.

Dream House“ setzt neue Maßstäbe in Sachen überraschenden Filmauflösungen, denn das aktuelle Werk des Regisseurs Sharidans versucht mit 2 (!) überraschenden Plottwist zu punkten. Eigentlich keine schlechte Idee, den Zuschauer auf falsche Fährten zu locken und ihn intelligent zu verblüffen, wären der Plottwist und die Überraschungseffekte von „Dream House“ nur halbwegs originell geraten.

Die erste Filmhälfte (die eine Geistergeschichte vermuten lässt) funktioniert prima. Die Story gewinnt an Fahrt, die Schauspieler agieren glaubwürdig, und die Geschichte klingt interessant, frisch und geheimnisvoll. Der „erste“ Plottwist sitzt perfekt und kommt völlig unerwartet. Im Grunde genommen hätte der Film jetzt enden „müssen“!

Drehbuchautor David Loucka macht aber den Fehler und spinnt die Geschichte weiter, was die restlichen 50 Minuten Filmlaufzeit unerträglich zäh und langweilig gestalten.

Da der Zuschauer mit dem Verkünden der überraschenden Filmwendung nun über die Hintergründe rund um das Haus und seine neuen Bewohner bescheid weiss, wirkt der Rest der Story überaus konstruiert, wohlmöglich um „Dream House“ auf Spielfilmlaufzeit dehnen zu können.

Aus dem anfänglichen Mystery-Grusler, wird ein lupenreines Selbstfindungs-Drama, das am Ende mit einem weiteren Überraschungseffekt aufwartet, der aber irgendwie in dieser Combo nicht so richtig zünden möchte, da man sich als Zuschauer, trotz charmanter Inszenierung und hochkarätiger Besetzung, irgendwie veräppelt fühlt.

Trotzdem, wer ein Faible für Mysteryfilme mit Überraschungseffekt besitzt, der dürfte zumindest an der ersten Filmhälfte von „Dream House“ Gefallen finden.

Für die kalten Wintertage bei Schneefall und heimeligen Kerzenschein eignet sich „Dream House“ dennoch ideal für ausgiebig seichtes Couch-Gruseln.

 

 

Fazit:

Erste Filmhälfte: 7,5/ 10 Punkte – Zweite Filmhälfte: 3,5/10 Punkte

 

Im neuen „Dream House“ ist wahrlich der Wurm drin.

Was anfänglich für molliges Schaudervergnügen sorgt, wird ab Filmmitte zum wirren und arg konstruiert wirkenden Genre-Mixcocktail.

 

(FSK Prognose: ungekürzt mit FSK 16)

 

 

Hellraiser80


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