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Filmreview: “Dark House” (2014)

Dark-House-2014
 
 
 

DARK HOUSE

Story

 
 
 
Nick (Luke Kleintank) besitzt hellseherische Fähigkeiten und erbt ein geheimnisvolles Landhaus, in dem sich das Böse versteckt hält, das schon seit vielen Jahren auf die Ankunft des Erben wartet …
 
 
 


 
 
 

DARK HOUSE – Kritik

 
 
 
ACHTUNG: Kritik beinhaltet viele SPOILER!
 
 
 
VICTOR SALVA ist ein ganz schön ausgekochtes Schlitzohr, denn der JEEPERS CREEPERS-Schöpfer scheint nicht nur eine Leidenschaft fürs Phantastische Genre zu hegen. In seinem letzten Psycho-Thriller ROSEWOOD LANE (2011) bewies der Filmemacher, dass er ein ziemlich sicheres Händchen für unerwartete Wendungen besitzt und auch schon mal mit verblüffenden Enden konfrontiert, die der Zuschauer vermutlich so nicht kommen gesehen hat. Weil’s wahrscheinlich gut angekommen ist, macht SALVA auch gleich da weiter, wo er aufgehört hat. DARK HOUSE heißt der aktuelle Kracher aus der Feder des umstrittenen Regisseurs, der in der Vergangenheit eine Menge Probleme mit dem amerikanischen Rechtstaat bekam, weil er sich an einem minderjährigen Darsteller vergriffen hatte. Nach 15 Monaten Haft wurde SALVA wegen guter Führung aus dem Gefängnis entlassen und konzentriert sich seither auf das, was er wirklich gut kann: Filme drehen.
 
Wahrlich extravagant ist die Titelkreation des neusten Schockers nicht gerade und lässt diverse Spuk- und Geisterfilme Revue passieren, die man in letzter Zeit auf dem Schirm hatte. Umso enttäuschender zumindest für jene Horrorfans, die hier Paranormales erwarten, denn mit garstigen Poltergeistern und klassischem Geisterspuk im herkömmlichen Sinne hat DARK HOUSE (der ursprünglich übrigens als HAUNTED in die Kinos kommen sollte) rein gar nichts am Hut. Es geht um Nick Di Santo (LUKE KLEINTANK), der mal wieder seine Mutter in der Klapse besucht, um feststellen zu müssen, dass die wirklich nicht alle Latten am Zaun hat. Die gute Frau will dem Sohnemann partout nichts über den leiblichen Vater verraten, von dem er eine mysteriöse Gabe weitervererbt bekommen hat. Er kann den Tod jener Menschen voraussehen, die er berührt was aber auch Nachteile mit sich bringt, denn oftmals schwirren ihm so Dinge vor Augen, die er eigentlich nicht freiwillig sehen möchte. Als er in Rage nach der Mutter greift, sieht er auch gleich ihr letztes Stündlein schlagen. Wenige Stunden später stirbt sie eines grausamen Todes und vermacht dem Sohn ein riesiges Anwesen. Viel Zeit zum Trauern bleibt nicht, denn Nick kennt das Haus von vielen Bildern und Skizzen, die er seit frühster Kindheit gezeichnet hat. Eine logische Erklärungen hierfür findet er nicht, dafür aber eine Urkunde mit einer Adresse, die ihm direkt zu jenem Gemäuer führen soll. Leider wurde die Gegend um das Haus vor vielen Jahren von einem Hochwasser verwüstet, was die Suche weitaus schwieriger gestaltet, als anfänglich erwartet. Auch die Einheimischen sind keine Hilfe. Die kennen nur die Legenden und warnen vor drohendem Unheil. Gott sei Dank begegnet man drei Landvermessern, die natürlich wissen wo man das verfallene Grundstück finden kann und Nick genau zu jenem Häuslein bringen, das ihn seit Kindertagen bis in die Träume verfolgt. Kaum angekommen stoßen sie auf einen langhaarigen Zottelkopf (TOBIN BELL), der nicht gerade einen vertrauenserweckenden Eindruck hinterlässt. Der hetzt einen Trupp springender Axtwerfer auf die nichtsahnenden Besucher und macht den Fremden unmissverständlich klar, dass sie hier nichts zu suchen haben.
 
TOBIN BELL (Jigsaw aus der SAW-Serie), der hier einen seltsamen Eigenbrödler spielt, hat wieder Lust ein Spiel zu spielen. Diesmal erschließt sich dem Zuschauer aber vorerst nicht, auf welcher Seite er stehen wird. VICTOR SALVI entführt den Zuschauer auf eine rasante Achterbahn voller Twists und Wendungen, der es ganz spielerisch gelingt dem festgefahrenen Horror-Genre frischen Wind einzuverleiben. In diesem Horrortrip ist nichts wie es anfänglich scheint. Hier herrscht verkehrte Welt, denn in DARK HOUSE sind Bösewichte nicht bösartiger Natur, sondern die Guten die Bösen. In SALVAS neustem Genre-Flick ist ne Menge los, was man so in dieser Art mit Sicherheit noch nicht auf dem Bildschirm hatte. Vor allem die fürs Genre wichtigen Horrorgestalten bleiben in Erinnerung, schließlich flimmern nicht alle Tage axtschwingende Riesen über den TV-Apparat, die auf Kommando seitlich im Takt springen. Die stummen und langhaarigen Kreaturen handeln im Auftrag des seltsamen Seth (TOBIN BELL), der dem neuen Hausbesitzer erst einmal einen Heidenschreck einjagen muss, damit dieser mit seinen Freunden möglichst zügig wieder verschwindet. Warum er das tut wird schnell klar, denn eigentlich will er Schlimmes verhindern, schließlich lebt im Keller des Hauses eine dämonische Macht, die nur auf die Ankunft des Erben gewartet hat, um die Hölle auf Erden errichten zu können.
 
Regisseur VICTOR SALVA bringt nach dem Überraschungserfolg JEEPERS CREEPERS ein weiteres Horror-Highlight in die internationalen Wohnzimmer, das wir von FILMCHECKER uneingeschränkt empfehlen können. DARK HOUSE bedient sich bei diversen Subgenres des Horrorfilms und macht daraus etwas vollkommen Neues, das den Fan auch noch packend zu unterhalten versteht. Hier sehen wir übrigens einen der besten Horror-Momente der letzten Jahre: Die Helden rütteln an einer verschlossenen Kellertür während im Mondschein unzählige von axtschwingenden Monstern in Richtung Horrorhaus hüpfen. Als die Freunde von der Tür lassen bleiben die Kreaturen stehen. Nun heißt es sich so leise wie möglich an den langhaarigen Riesenprimaten vorbeizuschleichen. Fünf Minuten Adrenalin pur. Vielen Dank dafür Herr SALVA.
 
 
 


 
 
 

DARK HOUSE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Horrorpflichtprogramm! DARK HOUSE ist eine überraschungsreiche Achterbahn mit cleveren Wendungen und unerwarteten Twists. Der Schöpfer der beliebten JEEPERS CREEPERS-Saga hat hier einen großartigen Horrorfilm gedreht, der sich zwar aus bekannten Horrorelementen zusammensetzt und doch am Ende verblüfft, weil man derart Mixtur bisher noch nicht auf dem Schirm hatte. Hervorzuheben sind die wirklich obskuren Filmmonster und die Tatsache, dass man eigentlich nie weiß wohin die Reise führen wird. Dass der Schocker nicht einmal eine Million Dollar gekostet haben soll, will man gar nicht so recht glauben, denn DARK HOUSE macht trotz Indie-Status alles andere als einen billigen Eindruck. Letztendlich bleibt zu erwähnen, dass Regisseur VICTOR SALVA hier schwer unterhaltsame Genreware gedreht hat, die man auf keinen Fall verpassen sollte. Denn nach dem genannten JEEPERS CREEPERS (2001) gehört DARK HOUSE zu dem Besten, was der Filmemacher bisher hervorgebracht hat.
 
 
 


 
 
 

DARK HOUSE – Zensur

 
 
 
DARK HOUSE ist nicht sonderlich grausam. Dennoch schwingt man hier leidenschaftlich mit der Axt, so dass auch mal ein Kopf gespalten wird. Ansonsten gibt es herausgerissene Herzen und ein wenig Gekröse zu sehen. Das ist nicht sonderlich brutal, dürfte aber für eine FSK18 reichen. Wir gehen davon aus, dass DARK HOUSE mit roter KJ-Kennzeichnung in den Handel kommen wird.
 
 
 


 
 
 

DARK HOUSE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Haunt (2013)
 
House of Bad (2013)
 
Haunter (2013)
 
Jeepers Creepers (2001)
 


Filmreview: “In Fear” (2013)

in-fear-2013
 
 
 

IN FEAR

Story

 
 
 
Tom und Lucy daten sich seit einiger Zeit und sind bis über beide Ohren ineinander verschossen. Leider erleitet die zuckersüße Turtelei einen herben Niederschlag, als sich die beiden in der ländlichen Einöde Irlands verfahren und anfangen zu streiten. Als dann das Paar auch noch von einem maskierten Irren verfolgt wird, steht die frische Beziehung vor einer harten Bewährungsprobe …
 
 
 


 
 
 

IN FEAR – Kritik

 
 
 
Auch wenn die neuste Elektronik das Leben oft erheblich erleichtert, ist es manchmal besser sich nicht allzu sehr auf den hochmodernen Kram zu verlassen. Im Horrorfilm zum Beispiel passiert es nämlich ständig, dass just in Momenten der Gefahr Telefon und Internet versagen und das Opfer dumm aus der Wäsche schaut, weil es keine Hilfe anfordern kann. Unsere beiden Protagonisten im Gruselfilm IN FEAR haben mit dem ganzen Hightech-Schnickschnack ebenso wenig Glück. Die hatten gerade in einem Pub mit ein paar Einheimischen Ärger und befinden sich nun auf dem Weg zu einem irländischen Musikfestival, wo sie sich mit guten Freunden treffen wollen. Lucy (ALICE ENGLERT) ist schon ganz aufgeregt, aber Freund Tom (IAIN DE CAESTECKER) hat vorerst andere Pläne, schließlich gilt es das zweiwöchige (!) Bestehen der noch frischen Beziehung zu feiern. Ein kuscheliges Zimmer in einem Hotel fernab der Straße soll das Ereignis besonders machen. Doch der Weg dahin will sich einfach nicht finden lassen. Eine Karte hat man nicht eingepackt und das Navigationssystem fällt in der trostlosen Einöde ganz unerwartet aus. Schon bald stellen die Frischverliebten fest, dass hier irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Die Fahrt hat kein Ziel, weil man immer nur im Kreis düst und ein maskierter Mann scheint Gefallen daran gefunden zu haben, ahnungslose Städter zu Tode zu ängstigen. Als dann auch noch das Benzin knapp wird, ist guter Rat teuer.
 
(Er)Schrecken am laufendem Band: Filmfans, die ohnehin schon ihre Problemchen mit der Pumpe besitzen, sollten den vorliegenden IN FEAR möglichst meiden, denn in diesem finsteren Horrortrip werden die Helden nahezu minutiös von unerwarteten Überraschungen aus dem Dunkel der Nacht heimgesucht. Wie der Titel bereits verrät, hat sich der TV-erprobte JEREMY LOVERING der Angst verschrieben. Die Inspiration zum Film kam dem Regisseur bei Dreharbeiten zu einer Dokumentation in Sligo (nördliches Irland), wo er von den Einheimischen an der Nase herumgeführt wurde. Die hatten die Beschilderung des Ortes verändert, so dass LOVERING immer wieder zu einem nahe liegenden Pub gelotst wurde und kurz davor war den Verstand zu verlieren. Geschwind kam ihm die Idee von der Urangst-Problematik in den Sinn – der Angst vor Dunkelheit und der damit verbundenen Orientierungslosigkeit. Die erleben IAIN DE CAESTECKER und ALICE ENGLERT auf ziemlich authentische Weise, denn den Schauspielern wurde bei den Dreharbeiten so einiges abverlangt. Ein Drehbuch gab es für die beiden nicht. Sie erhielten lediglich Anweisungen am Tag des Drehs. Das bescherte maximales Adrenalin und authentische Angstschreie, da die Schauspieler nie wussten, was ihnen am aktuellen Drehtag blühen wird. Schaut man im Film etwas genauer hin, wird das mehr als einmal deutlich. Viele der gut platzierten Schocks kommen ganz unerhofft und zerren am Nervengerüst – nicht nur beim Zuschauer. Leider findet die anfänglich gute Vorangehensweise mal wieder eine unerwartete Wendung. Wie es im Horrorfilm nämlich üblich ist, muss ein obligatorischer Twist her. Aus unheimlichem Mystery wird bedrückendes Terrorkino, das sich vorwiegend in der zunehmend klaustrophobischen Enge von Toms Auto abspielt. Das verliebte Paar gabelt einen verletzten Fremden auf einer kaum befahrbaren Landstraße auf, der sich selbstverständlich wenig später als kranker Psychopath entpuppt und es nur auf das möglichst hinterlistige Ermorden der ahnungslosen Durchreisenden abgesehen hat. LOVERING selbst gibt zu zuvor Streifen wie FUNNY GAMES, THE HITCHER und BURIED studiert zu haben, um seinen Erstling möglichst intensiv angsteinflößend und unangenehm klaustrophobisch in Szene setzen zu können. Der Ideenklau hat gut funktioniert, denn den spielerischen Umgang mit den Konventionen des modernen Horrorfilms beherrscht der Filmemacher ziemlich souverän. Das Spielfilmdebüt glänzt mit anhaltend bedrohlicher Atmosphäre und ziemlich gemeinen Schocks, die den Genrefan einmal mehr spüren lassen, warum sich der Horrorfilm immer noch großer Beliebtheit erfreut. Zwar ist IN FEAR nicht sonderlich brutal; ertönt dann jedoch erst einmal der aggressiv-pumpende Bass während die Protagonisten in Panik durch den Wald flitzen, ist das weitaus verstörender als literweise Filmblut und Kunstgedärm.
 
 
 


 
 
 

IN FEAR – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
BLAIR WITCH PROJECT meets THE HITCHER. Schlichter, aber hochgradig verstörender Schocker, der dem Zuschauer mal wieder vor Augen hält, dass Genre-Werke nicht immer zwangsläufig nur in Blut ersoffen werden müssen. Loverings IN FEAR führt den Filmfreund zu den Wurzeln des Horrorfilms zurück. Seit nämlich ultra-harte Gewaltgurken unentwegt in den Heimkinos rotieren, ist das eigentlich Ziel von Horrorfilmen in Vergessenheit geraten. Regisseur JEREMY LOVERING holt die angestaubten Tugenden des Horrorfilms zurück auf die Leinwand und versucht es mal wieder mit der altmodischen Art: Dem Angst einjagen. Er macht die menschlichen Urängste zum Thema seines Streifens und ist dabei sogar noch recht gut darin. Zwar gibt’s trotzdem den obligatorischen Twist kurz vor Ende, bis dahin dreht LOVERING ziemlich geschickt an der Schock- und Spannungsschraube – ganz so wie einst die Altmeister des modernen Genrefilms. Gut gemacht!
 
 
 


 
 
 

IN FEAR – Zensur

 
 
 
IN FEAR setzt vermehrt auf Angst und Schocks, hält sich aber mit Gewalt weitestgehend zurück. Das dürfte dem Horrorfilm hierzulande eine ungeschnittene FSK 16 einbringen.
 
 
 


 
 
 

IN FEAR – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Hitcher (1986)
 
Blair Witch Project (1999)
 
Funny Games (1997)
 
Joyride – Spritztour (2001)
 
Jeepers Creepers (2001)
 


Filmreview: “Almost Human” (2013)

almost-human-2013
 
 
 

ALMOST HUMAN

Story

 
 
 
Mark (Josh Ethier) wird von Außerirdischen entführt. Als er nach zwei Jahren wieder auf der Erde „ausgesetzt“ wird, ist nichts mehr so wie es mal war. Er verspürt nicht nur einen permanenten Tötungsdrang; auch anatomisch scheint er nicht mehr ganz Mensch zu sein …
 
 
 


 
 
 

ALMOST HUMAN – Kritik

 
 
 
Ehrenverweise sind ja im Horrorfilm schon längst keine Seltenheit mehr. Viele der heutigen Nachwuchsregisseure verbeugen sich in ihren Streifen gern einmal vor jenen Filmen und Regisseuren, denen sie besondere Anerkennung zollen. Was aber meist als Hommage gerechtfertigt wird, entpuppt sich in letzter Zeit oftmals als hinterlistiger Ideenraub, denn neue und frische Geschichten sind vor allem im Horrorfilm Mangelware geworden. Da wird lieblos recycelt, als gäbe es kein Morgen mehr, weil es immer noch genügend Horrorfans gibt, die die ewig gleichen Mogelpackungen kaufen und sehen wollen.
 
JOE BEGOS ist neu im Filmgeschäft und macht das so ähnlich. Der ist aber immerhin wirklich Verfechter des Old School Horrors der 80er und hat eine besondere Schwäche für Slasher und die Science-Fiction-Meilensteine genannter Dekade. Mit seinem ALMOST HUMAN erfüllte er sich einen langjährigen Traum und drehte einen altmodischen Horrorfilm, in dem er die beiden Subgenres miteinander kombinieren konnte. Das Ziel war es, einen Streifen zu drehen, der anders sein sollte als die bisherigen Genre-Werke der letzten Jahre. Die waren ihm schlicht und einfach zu krank und unatmosphärisch und unterschieden sich hauptsächlich durch Gewaltpegel und Härtegrad. Drum reiste er zurück in seinen Heimatort, wo er in einer idyllischen Kleinstadt heranwuchs, wie sie häufig in Stephen King Roman beschrieben wird. Eine hervorragenden Voraussetzung, gerade wenn nur knappes Budget vorhanden ist.
 
Das Schaffen eines gewissen JOHN CARPENTER dürfte den Jungregisseur stark beeinflusst haben, denn in ALMOST HUMAN hagelt es Verweise und Zitate aus gleich mehreren Horrorfilmen des beliebten Altmeisters. Die nahezu identische Schriftart in den Einführungscredits lässt darauf schließen, dass Carpenters HALLOWEEN nachhaltig geprägt haben muss und eine immer wieder monoton eingespielte Synthesizer-Melodie lässt Erinnerungen an THE THING wach werden. Aber nicht nur Carpenter stand Pate. Der Klassiker DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN (1978) musste ebenfalls für eine Wiederverwurstung herhalten, denn BEGOS scheut nicht davor auch hier einige gut funktionierende Elemente des Science-Fiction-Klassikers loszulösen, um sie anschließend an richtiger Stelle in ALMOST HUMAN einfügen zu können. Schlecht macht der Neuling das nicht, denn auch wenn hier am laufendem Band kopiert und eingesetzt wird muss man BEGOS dafür loben, dass er seinen Wunsch nach mehr atmosphärischer Eigenständigkeit ziemlich selbstsicher umzusetzen versteht. ALMOST HUMAN besitzt einen ganz individuellen Look. Der Schocker ist ziemlich finster, dreckig und vor allem sehr gewalttätig, was Filmfans fürs Grobe hellhörig machen dürfte, geht’s doch im vorliegenden Alien-Entführungs-Slasher nicht gerade zimperlich vonstatten.
 
Wir sehen wie Mark (JOSH ETHIER) von einem blauen Licht erfasst wird und unter nicht erklärbaren Umstanden verschwindet. Zwei Jahre später wird er nackt in einem Waldgebiet von zwei Jägern entdeckt, die zugleich von der scheinbar hilflosen Menschengestalt in die ewigen Jagdgründe befördert werden. Der bis dato Vermisste verhält sich verändert und wird von einem unbändigen Hass- und Tötungstrieb vorangetrieben. Wer sich ihm in den Weg stellt wird ermordet und als Wirtskörper missbraucht, schließlich besitzt Mark neuerdings die Fähigkeit Eier oder Embryonen in menschliche Körper zu legen. Da wächst eine Art Saugrüssel aus seinem Mund, der sich fest an das Geschlechtsorgan seiner Ex-Freundin haftet, um darin ein manipulierendes Etwas verpflanzen zu können. Doch Best Buddy Seth (GRAHAM SKIPPER) ist schon auf dem Weg. Der vermutet nämlich schon seit dem damaligen Verschwinden des besten Freundes, dass hinter all dem etwas Großes stecken muss. Ganz unrecht hat er da natürlich nicht, denn bald wird klar, dass Mark von Außerirdischen entführt und an ihm herumexperimentiert wurde.
 
Eier und Embryonen in Wirtskörper legen? Richtig, auch das kommt bekannt vor und wurde stibitzt. Der österreichische Surrealist H.R.GIGER hat nämlich in der Vergangenheit mit dem berüchtigten Facehugger eine Kreatur mit ähnlichem Fortpflanzungsmechanismus entwickelt, die Horrorfans aus der legendären ALIEN Saga ein Begriff sein dürfte. In ALMOST HUMAN brechen aber nicht gemeingefährliche Kreaturen aus den Brustkörben der Opfer heraus. Vielmehr haben die eingeflössten Fremdkörper eine Art Wesensveränderung des Wirts zur Folge. Aus begatteten Leichen werden gefühllos-aggressive Marionetten, die unter fremdartigem Geschrei nach möglichen Körpern suchen und dabei unkontrolliert durch Wald und Flur flitzen. Ganz wie vom selbsternannten Slasher-Fan und Regisseur gewünscht, kommen bei den Streifzügen allerhand spitze Hiebwaffen zum Einsatz. Es werden Köpfe mit Beilen eingehakt, Kehlen mit Messern aufgeschlitzt und Menschen dank Schrottgewehr enthauptet. Die gewollte Slasher-Rezepur macht es möglich, dass allerhand fieses Gemetzel gezeigt werden kann, wobei Regisseur, Drehbuchautor und Produzent JOE BEGOS großen Wert auf Handgemachtes legt – schließlich gab es in den 80ern auch kein Blut aus dem Computer zu sehen. Leider ist es auch in ALMOST HUMAN mal wieder das Fall, dass das Budget viele gute Ideen zunichte gemacht hat, denn immer wieder fällt auf, dass BEGOS in seiner eifrigen Umsetzungseuphorie eingeschränkt war. In einer Szene sehen wir, wie aus einem enthaupteten Körper ein nicht näher identifizierbares Etwas krabbelt. Vermutlich wollte man hier THE THING-ähnliche Metamorphosen darstellen, realisierte aber bald, dass keine Kohle für extravaganten Schabernack zur Verfügung stand.
 
Trotz kleinem Kapital überrasch dennoch wie solide und kurzweilig ALMOST HUMAN geworden ist. Knapp 70 Minuten hetzt der Science-Fiction-Slasher von Set zu Set, vergisst zwar den Protagonisten eine vernünftige Charakterentwicklung einzuräumen, versorgt aber den Horrorfan mit allerhand harten Gewaltspitzen, die es zudem ganz schön in sich haben. Leerlauf gibt es nicht und mögliche Erklärungen spart sich JOE BEGOS für die Fortsetzung auf. Laut Aussage des Filmemachers soll die definitiv kommen. Mit mehr Geld und besserer Ausstattung steht spätestens dann ein ganz großer Genre-Hit ins Haus. Trotz kleiner Mankos ist ALMOST HUMAN aber auch schon jetzt ein blutiger, kleiner Stern am Horrorhimmel.
 
 


 
 
 

ALMOST HUMAN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Die weitaus brutalere und kompromisslosere Antwort auf Carpenters THE THING und Kaufmans DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN. ALMOST HUMAN ist eine Reminiszenz an den 80er Jahre Old School Horror mit ziemlich derben Gewaltexzessen und einigen recht gut platzierten Zitaten bekannter Kultwerke jener Dekade. Leider hat sich Regisseur JOE BEGOS etwas zu versteift auf die Spezialeffekte und den Blutgehalt konzentriert, so dass seine Figuren etwas arg kurz kommen und der Zuschauer etwas unbeholfen nach Antworten für die Geschehnissen sucht. Die sind leider nahezu kaum vorhanden, sollen aber in der Fortsetzung nachgeschoben werden. Laut Macher soll die auf jeden Fall kommen. Bis es jedoch soweit ist gibt es mit ALMOST HUMAN selbstsicher und schnörkellos abgehandelten Alien-Horror, der fast immer nach mehr ausschaut, als das Budget eigentlich hergegeben hat. Trotz Low-Budget-Status ein ansprechender Science-Fiction-Slasher für Fans von Alienfilmen. Gut gemacht, Herr BEGOS!
 
 
 


 
 
 

ALMOST HUMAN – Zensur

 
 
 
ALMOST HUMAN ist in Sachen Gewalt ganz schön kaltschnäuzig und deftig. Insofern die deutsche FSK einen miesen Tag haben sollte, dürfte der Streifen so seine Schwierigkeiten mit der Freigabe bekommen. Wir gehen aber dennoch von einer ungeschnittenen FSK18-Freigabe aus.
 
 
 


 
 
 

ALMOST HUMAN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Absence (2013)
 
Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979)
 
Das Ding aus einer anderen Welt (1982)
 
The Thing (2011)
 


Filmreview: “Thanatomorphose” (2012)

Thanatomorphose-2012
 
 
 

THANATOMORPHOSE

Story

 
 
 
Das Wort THANATOMORPHOSE stammt aus dem Französischen und beschreibt die sichtbaren Zeichen der natürlichen Zersetzung eines Organismus, die durch den Tod verursacht werden. Ebensolche Symptome durchlebt eine namenlose Protagonistin (Kayden Rose), die scheinbar von innen heraus zu faulen beginnt …
 
 
 


 
 
 

THANATOMORPHOSE – Kritik

 
 
 
Igitt, was ist denn das? Bereits seit einer geraumen Ewigkeit geistert nun schon der Trailer zu THANATOMORPHOSE durchs Internet, der vor allem die Aufmerksamkeit jener Horrorfilmfans geweckt hat, die sonst schon jeden erdenklichen Horrormist gesehen haben. Aus Kanada kommt dieser Körperhorror, der mit ekelerregenden Bildern, einer Menge Splatter und vielen abnormalen Abscheulichkeiten zum Kauf animieren soll. Witzigerweise ist THANATOMORPHOSE kein Einzelfall. Bereits vor geraumer Zeit berichteten wir über CONTRACTED, der im Grunde genommen gleiche Geschichte mit mehr Budget und glatt polierter Hochglanzoptik erzählt hatte und von ERIC ENGLAND (MADISON COUNTY) inszeniert wurde. Der hat nach einer Flut von Anfragen empörter Zuschauer vehement zu erklären versucht, dass sein CONTRACTED keine ideenlose Kopie des kanadischen THANATOMORPHOSE von ÉRIC FALARDEAU ist, sondern eine ganz andere Geschichte erzählt. Indirekt hat er da sogar recht. Obwohl wir hier zwei thematisch ähnliche Filme vorliegen haben, gehen doch beide Werke gänzlich andere Wege. Während CONTRACTED eine Brechreiz verursachende Metamorphose einer jungen Frau schildert, die sich nach ungeschütztem Geschlechtverkehr mit etwas infiziert, das zu körperlichem Verfall führt, geht es da in THANATOMORPHOSE reichlich bizarrer, experimenteller und expressionistischer zur Sache. Hier rührt die Verwandlung durch keinen Infekt, sondern symbolisiert das kränkliche Seelenheil der namenlosen Protagonistin, deren Leben alles andere als rosarot verläuft.
 
THANATOMORPHOSE schildert den körperlichen wie seelischen Zerfall seiner Heldin. Die führt ein wahrlich trostloses Leben. Die Suche nach einem gescheiten Job erweist sich als ergebnislos und auch die Männer an ihrer Seite sehen in ihrer Anwesenheit nur Mittel zum Zweck, um sexuellen Druck abzubauen (in einer Traumszene werden die männlichen Protagonisten des Films sogar als primitive Höhlenmenschen dargestellt). Das macht sich auch in ihrem Leib bemerkbar. Dort herrscht schon lange Leere, dort haust seit geraumer Zeit der Tod. Die Hoffnung je Geborgenheit und Liebe zu finden, hat sie bereits längst aufgegeben, so dass sie ihr nahendes Schicksal mit erschreckender Selbstverständlichkeit herbeisehnt. Schon bald setzt die Verrottung ein. Die frisst sich von innen nach außen und hat körperliche Veränderungen zu Folge. Erst sind es blaue Flecke, die ihren Körper zieren. Später fallen Fingernägel ab und Zähne aus, die sie in Alkohol konserviert. Von der Außenwelt unbeachtet und elendig einsam verendet sie schließlich still und leise in den eigenen vier Wänden.
 
Gleich zu Beginn wird der Zuschauer mit verstörenden Zusammenschnitten konfrontiert. Ein laut pochender Score, verfremdete Farben und eine höchst aggressive Ton- und Geräuschkulisse ebnen den teilweise schon experimentellen und avantgardistischen Charakter dieses Ausnahmefilmchens, das seine Indie-Wurzeln nicht verbergen kann. ÉRIC FALARDEAU hat mit gerade einmal kostengünstigen 40000 Kanadischen Dollars gewirtschaftet und einen durchweg sonderbaren Amateurfilm gedreht, der deutsche Amateurwerke alt ausschauen lässt. Trotz technischer Mankos (schlechte Ausleuchtung, unbeholfene Unschärfen) erstaunt, wie gut doch THANATOMORPHOSE geworden ist. Eine ungemütliche Atmosphäre der Traurigkeit ist allgegenwärtig und die wirklich widerwärtigen Make-up-Effekte verfehlen ihre Wirkung nie. Die bilden den eigentlichen Kern in Falardeaus Debüt, denn ein wirkliches Drehbuch scheint es hier nicht zu geben. Unsere Protagonistin bewegt sich größtenteils nackt durch die trist und spärlich dekorierte Wohnung und entdeckt Veränderungen an sich; gesprochen wird kaum und wenn, dann nur in kurzen Satzfetzen, die sich auf das Nötigste reduzieren. Der Fokus liegt in THANATOMORPHOSE auf schroffe Bildsprache und unterschwellige Symbolhaftigkeit. Da klafft an der Decke des Schlafzimmers ein Loch, das anfänglich die Form eines weiblichen Geschlechtsorgans besitzt und im späteren Verlauf beginnt zu schimmeln. Ebenso skurril und unangenehm verläuft auch die innerliche Verwesung der nicht näher vorgestellten Protagonistin, die die Schönheit und den Willen zum Leben schon längst abgeschrieben hat und den erlösenden Tod herbeisehnt. In knapp 90 Minuten verwandelt sich die Leitragende vom Mensch zum Skelett, verliert Körperteile und hat ihren Stuhlgang schon bald nicht mehr unter Kontrolle. Für Zartbesaitete ist die hier dargestellte Verwandlung natürlich eine regelrechte Herausforderung, denn die Metamorphose in THANATOMORPHOSE ist schon ziemlich harter Tobak und erinnert vom Ekelfaktor und der rebellischen Machart her nicht selten an Buttgereits NEKROMANTIK Zweiteiler von 1987 bzw. 1991. Leider hat FALARDEAUS Erstling auch seine Schwächen, denn leider ist sein Body Horror viel zu lang geraten und hätte als Kurzfilm erheblich besser funktioniert. Dadurch, dass kaum gesprochen wird und sich die Ekelmomente ziemlich träge auf den Film verteilen, zieht sich THANATOMORPHOSE leider etwas arg. Hier hat Englands CONTRACTED eindeutig die Nase vorn, auch wenn es dort im direkten Vergleich bedeutend züchtiger vonstatten geht.
 
Der Körperhorror THANATOMORPHOSE ist eindeutig ein sehr spezielles Filmchen, das sich ebenso an ein ganz spezielles, nervenstarkes Publikum richtet. Mit viel Geschick und hohem technischem (Make-up)Verständnis hat ÉRIC FALARDEAU das Glanzstück vollbracht einen Amateurfilm zu drehen, der kaum noch erahnen lässt, dass hier eigentlich Laien im Filmemachen am Start gewesen sind. THANATOMORPHOS hat zwar viele unschöne Szenen zu bieten, ist aber nicht zwingend im Horrorgenre anzusiedeln. Aufgrund der zermürbenden Atmosphäre, der depressiven Ausgangslage und der tot-traurigen Botschaft des Films, hält der Filmfreund hier ein außergewöhnliches Drama in den Händen, das man nur lieben oder hassen kann. Wer das Außergewöhnliche sucht und auf kommerziellen Mainstream pfeift, ist hier genau richtig!
 
 
 


 
 
 

THANATOMORPHOSE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Der härteste Film des Jahres: THANATOMORPHOS ist ultraharter Body Horror, der eine hohe Ekelgrenze voraussetzt. Regie-Newcomer ERIC ENGLAND hat mit seinem Erstling einen Film geschaffen, der trotz deftigem Körper-Terror und vielen unappetitlichen Momenten immer noch versucht eine erschreckende und aktuelle Botschaft an den Mann zu bringen. THANATOMORPHOS ist ein deprimierendes aber auch sehr spezielles Horror-Drama über die verzweifelte Sehnsucht nach Liebe, Geborgenheit und Zugehörigkeit, das mit Sicherheit seine Fans finden wird. Aufgrund der teils experimentellen, eigensinnigen und sehr radikalen Inszenierung ist dieser Film nämlich nicht für jeden Filmfan geeignet.
 
 
 


 
 
 

THANATOMORPHOSE – Zensur

 
 
 
THANATOMORPHOSE wird ungeschnitten in Deutschland keine Freigabe erhalten. Nicht zwingend des Verwandlungsprozesses wegen. Vielmehr aufgrund zweier grafischer Morde, die ziemlich lang und brutal ausgefallen sind. Demnach dürfte es möglich sein, dass THANATOMORPHOSE vom hiesigen Rechteinhaber vorab gestrafft wird, um eine KJ-Einstufung zu erhalten.
 
 
 


 
 
 

THANATOMORPHOSE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Contracted (2013)
 
Nekromantik (1987)
 
Die Fliege (1986)
 
Thinner – Der Fluch (1996)
 
Lizard – Die totale Mutation (1990)
 


Filmreview: “Bela Kiss: Prologue” (2013)

Bela-Kiss-Prologue
 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE

Story

 
 
 
Fünf Jugendliche geraten nach einem Bankraub ins Visier des sagenumwobenen Serienkillers Béla Kiss, der zu Beginn des letzten Jahrhunderts mehrere Frauen ermordet hat, aber nie gefasst wurde. Bisher blieb sein Verbleib ungeklärt, doch aus irgendeinem Grund weilt er auch über 100 Jahre später immer noch unter den Lebenden …
 
 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Kritik

 
 
 
Wenn Horror aus Deutschland auf dem Programm steht, bekommen viele Filmfans das kalte Grausen. Verwunderlich ist das natürlich nicht, gehört doch das Horrorgenre in der Bundesrepublik zu einer bedrohten Filmspezies und findet, wenn überhaupt, nur im Amateursektor (ITTENBACH, WALZ und Co. lassen grüßen) Erwähnung. Dennoch werden neben anstrengenden Arthouse-Gurken und schmalzigen Tragikomödien auch ab und an ungeförderte Schauerwerke produziert, die dann still und leise in die Videotheken wandern, damit das Kinopublikum nicht merkt, wie desaströs angestaubt und zwanghaft sozialkritisch der deutsche Film ist. Dass das aber auch anders geht, haben einige wenige nationale Produktionen bewiesen. Filme, wie ANATOMIE und ZIMMER 205 – TRAUST DU DICH REIN (wir berichteten) haben sich von den biederen Konventionen des deutschen Spielfilms verabschiedet und sich stattdessen ein Beispiel am internationalen Treiben genommen. So kam es, dass im Jahr 2010 der vom ZDF mitfinanzierte RAMMBOCK nicht nur ausreichend Lob und Preise abstauben konnte; Deutschlands Antwort auf die beliebte Zombieproblematik wurde sogar gewinnbringend ins Ausland verkauft und dort mit natürlich weitaus reißerischem Namen in den Handel gebracht. Auch BELA KISS: PROLOGUE ist einer jener ambitionierten Streifen, der vermutlich im Ausland mehr Aufmerksamkeit erhaschen wird, als es im eigenen Land der Fall sein dürfte. Hierzulande wurde das Debütwerk bisher etwas sehr stiefmütterlich behandelt, erhielt aber Anfang 2013 immerhin einen limitierten Leinwandausflug. Mitbekommen haben das vermutlich nur die wenigsten Horrorfans, so dass jetzt ein Jahr später die Heimkinofassung ins Haus steht, damit sich Liebhaber des grausigen Meuchelns von der beachtlichen Qualität dieses Schauermärchens überzeugen können. Hinter dem Gruselausflug steckt das Team von MIRROR MAZE, bestehend aus den vier ehemaligen Filmstudenten LUCIEN FÖRSTNER, SYLVIA GÜNTHER, STEVEN WEBER und ERIC KAZAK. Die hatten die Idee aus der Biografie des berüchtigten Serienmörders BELA KISS ein Diplomprojekt zu machen. Viel Geld war nicht vorhanden und eine Förderung nicht möglich, da die Macher zum Zeitpunkt des Projektstarts noch Studenten waren, was eine Filmförderung ausschließt. So wurde viel improvisiert und hauptsächlich selbst finanziert, was dem fertigen Streifen aber zu keinem Zeitpunkt anzusehen ist.
 
BELA KISS: PROLOGUE handelt vom mysteriösen Treiben des geheimnisumrankten ungarischen Serienmörders Béla Kiss, der um die Zeit des Ersten Weltkriegs mindestens 23 jungen Frauen ermordet und deren Leichen (darunter auch seine Frau) in großen Metallbehältern auf seinem Grundstück gebunkert haben soll. Gefasst wurde er nie und dass, obwohl er im Verlauf seines Lebens an verschieden Plätzen rund um den Globus gesichtet wurde. In BELA KISS: PROLOGUE wird der Mythos des geisteskranken Mörders fiktiv weitergesponnen und aus dem berüchtigten Irren ein blutgeiler Schlächter gemacht, der sich durch den Lebenssaft seiner Opfer am Leben erhält. Seine treusorgende Sippschaft führt im 21. Jahrhundert irgendwo in einem Wald nahe Budapest (wo auch sonst) ein verstecktes Stundenhotel. Dorthin flüchten ein paar Kleinkriminelle, die nach einem Bankraub einen sicheren Unterschlupf für sich suchen. Fast angekommen, vermiest ihnen ein besorgter Jäger die Freude am schnellen Geld. Der wird jedoch kurzerhand in die ewigen Jagdgründe befördert, und die Stimmung der Gruppe ist im Keller. Kaum im Hotel eingecheckt, geht der Streit erst richtig los. Die Freunde beginnen, einander zu misstrauen und Konflikte werden geschürt. Da verschwindet plötzlich einer nach dem anderen auf mysteriöse Weise und wird im Keller seines Lebenssaftes beraubt.
 
Wie bereits der Titel erahnen lässt, möchten die Macher des Films, dass deren neu kreiertes Franchise in Serie gehen soll. Ob das jedoch gelingen wird, bleibt abzuwarten, wünschenswert wäre es zumindest, gab es nach ANATOMIE (2000) und ANATOMIE 2 (2003) keine deutsche Horror-Reihe mehr im Kino zu sehen, die Lust auf mehr gemacht hätte. Den Anfang macht aber nun erst einmal BELA KISS: PROLOGUE, der für ein günstig gedrehtes Debütstück erstaunlich hochwertig anzuschauen ist und sich offensichtlich an den Regeln des amerikanischen Hochglanz-Horrorkinos orientiert. Für den Fan deutscher Filme eine etwas gewöhnungsbedürftige Angelegenheit, schaut BELA KISS: PROLOGUE nicht im Geringsten nach dem aus, was dem Gebührenzahler sonst so im Öffentlich Rechtlichen TV angedreht wird. Der Zuschauer erlebt verspielte Kamerafahrten, die fast schon künstlerisch um die Protagonisten schweben und ein detailverliebtes Ausstattung, bei der man stets spürt, dass hier enorm Herzblut investiert wurde (das Team hat bereits ein Jahr vor Drehbeginn Möbel aus Haushaltsauflösungen gesammelt, um Geld zu sparen). Zudem erfreut eine permanent unheimliche Atmosphäre, die anfänglich nicht so wirklich ahnen lässt, worauf der Film nun eigentlich hinauslaufen soll. Natürlich steht die titelgebende Hauptfigur im Mittelpunkt, die am Ende nach Haus zurückkehrt, um ihr krankes Hobby fortführen zu können: hübschen Frauen aufzulauern, um sie anschließend kaltblütig zu töten. Ungewöhnlicherweise fällt BELA KISS: PROLOGUE nicht mit der Tür ins Haus, denn der Antagonist findet hier nur in kurzen Rückblenden Erwähnung, in denen noch einmal die Etappen seines bisherigen Daseins beleuchtet werden. Der Film selbst konzentriert sich in erster Linie um KISS’ Komplizen, die sich in einem Hotel niedergelassen haben und nun sehnsüchtig auf die Ankunft des “Meisters” warten. Damit ihnen ohne dessen Anwesenheit nicht allzu langweilig wird, kommen ihnen einige neugierige Gäste gerade recht. Die stellen viele komische Fragen, spionieren auf dem Anwesen umher und finden sogar jene Metallbehälter, in denen KISS’ seine ermordeten Opfer versteckt hält. Dass soviel unverfrorene Schnüffelei bestraft werden muss, merken die fünf Bankräuber recht schnell. Denn noch bevor die Freunde hinter das Geheimnis des gruseligen Hotels kommen, finden sie sich bereits im Keller wieder, wo sie kopfüber zum Ausbluten über Schüsseln aufgehangen werden. Auch wenn man sich bis dahin etwas sehr viel Zeit lässt, gefällt, wie rabiat es für deutsche Verhältnisse zur Sache geht. Das Team rund um LUCIEN FÖRSTNER hat die Hausaufgaben perfekt erledigt und BELA KISS: PROLOGUE entwickelt sich souverän zu einer blutigen Mixtur aus Vampirfilm, MICHAEL BAY’S TEXAS CHAINSAW MASSACRE (2003) und ELI ROTHS kontroversem HOSTEL (2005).
 
Ob BELA KISS: PROLOGUE fortgeführt wird, wird sich zeigen. Der Film wurde auf Englisch gedreht, was es erleichtert, den Streifen auch im Ausland zu verkaufen. Da kann man nur hoffen, dass man dort auf den Geschmack deutscher Blutwurst kommt und möglichst schnell ein Sequel gedreht wird. Bleibt die Produktion auf ähnlich technischem Niveau und hält an derartig schroffer Bildsprache fest, könnte deutscher Horror nach Frankreich und Spanien ebenso international Kasse machen.
 
 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Lecker Blutwurst aus Deutschland. Ungewohnt blutig und rabiat geht es für deutsche Verhältnisse in BELA KISS: PROLOGUE zu. Wer Filme wie TEXAS CHAINSAW MASSACRE und HOSTEL mag, sollte definitiv einen Blick riskieren und die Scheibe kaufen, damit möglichst schnell eine Fortsetzung nachgeschoben wird.
 
 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Zensur

 
 
 
BELA KISS: PROLOGUE ist auf Blu-ray und DVD ungeschnitten zu haben. Zu Beginn und am Ende kommt das Special Effect-Make up reichlich oft zum Einsatz und verfehlt seine Wirkung nicht. Daher hat es bei der FSK auch für eine KJ-Freigabe gereicht.
 
 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
bela kiss prologue blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bela Kiss: Prologue; Deutschland 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: FSK 18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: 2 Making Ofs, 2 Audiokommentare, B-Roll, Deleted Scenes, Special zur Deutschlandpremiere, Original 35mm-Aufnahmen, Bildergalerie, Storyboard-Vergleich, 2 Trailer

 
 
 
BELA KISS: PROLOGUE ist nun auf Blu-ray erschienen und glänzt mit einer prunkvollen Ausstattung und einem phänomenal hochwertigen Bild. Das kann für ein deutsches Indie-Projekt fast schon als Glanzstück betiteln werden, wenn man bedenkt, dass BELA KISS von unerfahrenen Filmstudenten umgesetzt wurde. Die Schärfe ist beachtlich und der Kontrast unglaublich satt. Hier lassen sich sogar Falten und Poren auf Händen und Gesichter erkennen; selbst die Tannennadeln der Bäume des Waldes lassen sich zählen, insofern man sich die Arbeit machen möchte. Leider gab es zu Beginn auch einen Bildfehler, der vermutlich so nicht gewollt gewesen ist. Während einer Flugszene über den Wald (00:13:15) werden die Bilder einige Sekunden lang verzehrt und unscharf dargestellt. Das verschandelt zwar die hübsche Naturaufnahme, ist aber zu verschmerzen. Auch beim Ton überzeugt der Streifen. Der Score ist kraftvoll und lässt die Boxen arbeiten, die Stimmen sind stets gut zu verstehen und eine dezent eingesetzte Geräuschkulisse bewirkt eine angenehme und stimmige Räumlichkeit. Wer sich nach dem Film noch über BELA KISS: PROLOGUE informieren möchte, kann in einer umfangreichen Auswahl an Bonusmaterial stöbern. Da es sich hier um einen deutschen Genrefilm handelt, sind demzufolge auch die meisten Extras in deutscher Sprache vorzufinden. Es gibt zwei Audiokommentare der Macher (in deutscher Sprache), ein Making of in Deutsch (14 Minuten, HD) und eins in Englisch (ca. 23 Minuten, HD, feste dt. Untertitel) sowie ein dreiminütiges Special zur Deutschlandpremiere des Streifens (in deutscher Sprache, HD). Weiter geht’s mit gelöschten Szenen, die es nicht in den fertigen Film geschafft haben (rund 8 Minuten, unbearbeitet Filmmaterial ohne Musik) und interessante Storyboard-Vergleiche (rund 8 Minuten) in denen man zwei Szenen parallel in Skizzen betrachten darf. Hinter dem Menüpunkt „B-Roll“ verstecken sich Filmaufnahmen vom Set, die von den Machern per Voice-over kommentiert werden (in deutscher Sprache, rund 15 Minuten). Außerdem haben es noch einige Original 35-mm-Aufnahmen auf die Scheibe geschafft, die das Leben von BELA KISS in Rückblenden schildern (rund 3 Minuten) sowie eine animierte Bildergalerie mit Fotos aus dem Film (rund 2 Minuten, mit Musik unterlegt). Der Trailer in deutscher und englischer Sprache darf natürlich nicht fehlen.
 
Die Blu-ray von BELA KISS: PROLOGUE ist ein Traum. Nicht nur das die Technik stimmt; ein derart dickes Bonuspaket hat man auf einer Horror-Blu-ray eines deutschen Horrorfilms vermutlich noch nie gesehen. Wir können diese Veröffentlichung nur empfehlen, denn hier stimmt das Preis/Leistungsverhältnis, auch wenn es leider keine deutsche Untertitlung für den Hauptfilm gibt.
 
 

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BELA KISS: PROLOGUE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 
Texas Chainsaw Massacre: The Beginning (2006)

Wrong Turn 5 (2012)


Filmreview: “Found” (2012)

found 2012
 
 
 

FOUND

Story

 
 
 
Marty ist 12 Jahre alt, geht in die 5. Klasse und schnüffelt gern mal im Zimmer des großen Bruders herum. Der ist ein Serienkiller und bringt gern die Köpfe seine Opfer mit nach Hause, wo er sie im Wandschrank versteckt hält …
 
 
 


 
 
 

FOUND – Kritik

 
 
 
Kinder können so grausam sein, vor allem dann, wenn sie sich mitten in der Pubertät befinden. Da durchleben Heranwachsende nicht nur eine komplizierte Persönlichkeitsentwicklung; auch der Reiz des Verbotenen und die Neugier auf das “Nicht-Alltägliche” macht diese Phase für werdende Erwachsene zu einer aufregenden und besonderen Zeit. Leider bedeutet Erwachsenwerden auch, sich behaupten zu müssen. Rangeleien und Machtkämpfe unter Gleichaltrigen sind keine Seltenheit und die Schwelle zum Mobbing ist in vielen Fällen fließend. Wer sich nicht durchsetzen kann und schwach bleibt, gerät schnell ins Visier gehässiger Mitschüler, die den Schulalltag für Leidtragende zur Hölle machen. Auch der Fünftklässler Marty (authentisch gespielt von Newcomer GAVIN BROWN) in FOUND hat so seine Probleme mit den Klassenkameraden. Die haben ihren Spaß daran, gemeine Lügen über den Außenseiter zu verbreiten und ihm in der Schultoilette aufzulauern. Für Marty Grund genug, sich immer weiter in seine eigene Welt zurückzuziehen. Er malt Superhelden-Comics in denen er die Hauptrolle spielt und geht gern auch unerlaubt auf heimliche Entdeckungstour in das Zimmer seines älteren Bruders Steve (brillant aggressiv und beängstigend verkörpert von ETHAN PHILBECK). Der hat nämlich nicht nur eine umfangreiche VHS-Sammlung der besten Horrorstreifen aus den 80ern, sondern versteckt in seinem Wandschrank eine Tasche, in der er skalpierte Köpfe vorwiegend farbiger Frauen verstaut. Für den introvertierten Schüler keiner große Sache, hat er sich schon längst an den schockierenden Anblick der Häupter gewöhnt und findet die Mutprobe immer wieder spannend, den Köpfen der Opfer ins Gesicht zu schauen. Als Marty mal wieder in der Schule schikaniert wird und erneut keinen Rückhalt durch die Eltern erhält, weiht er seinen vermeintlich besten Freund David (ALEX KOGIN) in die geheimen Aktivitäten des größeren Bruders ein. Bruderherz bekommt jedoch schnell von den Schnüffeleien des Geschwisterchens Wind und nimmt sich Marty zur Brust – mit fatalen Folgen.
 
Was man nicht alles mit knappen 8000 US-Dollar auf die Beine stellen kann. Oft ist das wirklich nicht viel. Aber hin und wieder gelingt es Filmemachern trotz geringen Budgets gute Filme zu machen, die dann sogar noch teurer ausschauen, als es der Fall war. FOUND ist mal wieder so ein Beispiel. Der Streifen kann seine Herkunft (trotz hübsch-blutiger Titelsequenz im Comiclook von LOWELL ISAAK) nicht verleugnen und schaut unweigerlich nach Independent aus. Sieht man jedoch von der Prämisse ab, gehört der Horror-Thriller mit zu dem Besten, was das Indie-Horrorgenre hervorgebracht hat. Unkonventionell heißt hier das Zauberwort, das jedem verwöhnten Mainstream-Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren lassen dürfte, denn FOUND pfeift darauf, sich den gängigen Mustern des austauschbaren Horrorfilms zu unterwerfen. Regisseur SCOTT SCHIRMER hat sich dem Roman von TODD RIGNEY angenommen und daraus einen ziemlich umfangreichen Spielfilm über die Suche nach sich selbst gedreht, der sowohl als Coming-of-Age-Drama als auch als Horrorfilm funktioniert. Die Kombination macht’s und hebt sich dabei sogar noch innovativ vom sonstigen Horrorquatsch ab, der dem Filmfan ja derzeit reichlich oft angedreht wird. Wir erleben zwei Brüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sich aber untereinander aufrichtig verbunden fühlen. Beide hegen die Leidenschaft für den Horrorfilm und scheinen fast schon eine Obsession für diese Streifen entwickelt zu haben, was den Eltern seltsamerweise ziemlich egal ist. Bruder Steve hat sich vom trauten Familienfrieden schon längst verabschiedet und stellt das Treiben seines Lieblingsvideos “Headless” in der realen Welt nach. Sein Augenmerk liegt auf dem Ausradieren der Farbigen, die seiner Meinung nach schon alle Bereiche des täglichen Lebens in Beschlag genommen und verseucht haben. Für den jüngeren Marty gelten jene grausigen Streifen stattdessen als naive Mutprobe, ist er doch kindlich fasziniert von den gar grotesken Monstern in diesen Filmen und kann partout nicht genug von diesen Schauerwerken vor die Linse bekommen. Jedes Wochenende fährt er zusammen mit den Eltern in die örtliche Videothek, um sich dort neuen Gruselstoff besorgen zu können, wobei derartige Riten in manch Horrorfan längst vergessene Kindheitserinnerungen wach werden lassen dürften.
 
 

“…my life is a horror movie, but who is the monster? …”

(Marty)

 
 
An Gesellschaftskritik mangelt es in FOUND nicht. Themen wie Rassismus, Mobbing, Homosexualität oder Nachlässigkeit in der Erziehung von Kindern werden auf besonders unangenehme, sogar drastische Weise an den Pranger gestellt. Die schroffe Gesellschaftskritik ist aktueller denn je und Auslöser für die recht unerfreulichen Geschehnisse in FOUND. Auch wenn SCHIRMERS Debüt am Ende doch mehr Drama als Horror ist, sind die wenigen Gewalteskapaden nicht von schlechten Eltern. Hier hat man gänzlich aus dem Vollen geschöpft. Es werden Augen aus den Höhlen gerissen und genüsslich verspeist, Frauen enthauptet und in deren Köpfe penetriert. Schön anzuschauen ist das wahrlich nicht, dürfte aber immerhin den Gore- und Splatter-Nerd erheblich Freude bereiten. FOUND ist ein Nischenfilm und wird mit Sicherheit sein Publikum finden. Im Ausland hat der Schocker selbst abgebrühteste Genrefans in Entzückung versetzt und lief sogar auf dem beliebten AFTER DARK FILMFEST 2013 im kanadischen Toronto, wo er in den Kategorien Beste Titelsequenz und Bester Gore Auszeichnungen erhielt. Auch wenn natürlich nicht alles perfekt ist, waren wir dennoch von der unverbrauchten Idee überrascht, die trotz Low-Budget-Inszenierung nie billig, uninspiriert oder langweilig heruntergerasselt wird. Wer intelligentes Horrorfutter sucht, ist mit diesem Geheimtipp auf jeden Fall gut beraten. Da kann man nur hoffen, dass FOUND ein Indie bleibt und nicht das Interesse “gemeingefährlicher” Majors auf den Plan ruft. Denn uns würde es nicht wundern, würde der halbwegs unverbrauchten Vorlage bald ein glatt poliertes und konventionelles Remake folgen.
 
 
 


 
 
 

FOUND – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
FOUND ist einer der besten Independent-Horrorfilme der letzten Zeit – raffiniert, abartig, kontrovers und intelligent. Das hat auch die internationale Presse erkannt und FOUND mit dem Prädikat “Geheimtipp” ausgezeichnet. Wir können dem nichts entgegensetzen und waren erstaunt, wie “anders” FOUND doch ist. Wer unkommerzielles und unabhängiges Kino mag, sollte auf jeden Fall einen Blick wagen.
 
 
 


 
 
 

FOUND – Zensur

 
 
 
Schwierig zu sagen, ob FOUND hierzulande ungeschnitten durch die FSK kommen wird. Es gibt einige Szenen in denen in Körperteile toter Frauen penetriert wird. Solcher Content dürfte für die deutsche Zensurbehörde kaum zu dulden sein. Mit etwas Glück wäre aber eine ungeschnittene KJ-Einstufung möglich.
 
 
 


 
 
 

FOUND – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mike Mendez’ Killers (1996)
 
Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon (2006)
 
The Orphan Killer (2011)
 
ChromeSkull: Laid to Rest 2 (2011)


Filmreview: “Darkroom – Das Folterzimmer” (2013)

Darkroom 2013
 
 
 

DARKROOM – DAS FOLTERZIMMER

Story

 
 
 
Michelle (Kaylee DeFer) hat in der Vergangenheit Schlimmes erlebt und versucht ihr Leben erneut auf die Reihe zu bekommen. Leider müssen ihre Pläne vorerst warten, denn sie findet sich bald im Keller eines riesigen Anwesens wieder, wo sie von drei Geschwistern gefoltert wird …
 
 
 


 
 
 

DARKROOM – Kritik

 
 
 
Mit DARKROOM (der natürlich nix mit dunklen Begattungsräumen für sexuell aktive Zeitgenossen am Hut hat) gibt es Nachschub für die heimische Foltersammlung, denn ohne Demütigen, Misshandeln und Foltern gewinnt man heutzutage im Horrorfilm keinen Trostpreis mehr. Jahre nach HOSTEL (2005), SAW (2004) und Co. erfreut sich das Torturgenre immer noch großer Beliebtheit und findet unter Fans der düsteren Unterhaltung genügend Käufer, um stets neue Streifen dieser Sorte zu rechtfertigen. In Deutschland hat man es da jedoch nicht so leicht, denn viele dieser grausamen Machwerke finden den Weg erst gar nicht in den hiesigen Handel – schließlich hat die FSK da ein Wörtchen mitzureden. Mit Gewalt als Mittel zum Selbstzweck scheint die deutsche Zensurbehörde so ihre Problemchen zu haben, was in den meisten Fällen eine Freigabeverweigerung zur Folge hat. Die ist oftmals nicht unbegründet, denn frauenverachtender Videomist wie I SPIT ON YOUR GRAVE 2 (2013) beweist, dass es im Bereich des grausamen Tötens genügend Luft nach oben gibt und Tabus da sind, um gebrochen zu werden. Im direkten Vergleich mit den ganz Großen des modernen Torturkinos sind die Grausamkeiten in DARKROOM schon Kinderfasching. Hier wird eher zurückhaltend und fast schon “sanft” gefoltert, was aber noch durchaus genügend Potenzial besitzen dürfte, um die Zartbesaiteten unter den Horrorfans geschickt zu verstören. Regisseurin BRITT NAPIER wechselt für diesen Streifen ganz souverän die Fronten. Statt vor der Linse zu agieren, macht sie es sich diesmal dahinter gemütlich und gibt mit DARKROOM ihren Regieeinstand. Schlecht ist der wahrlich nicht geworden, denn trotz altbewährter Folterthematik ist ihr Debütstück überraschend spannend, auch wenn man hier mal wieder die altbekannte Geschichte vom Opfer und ihren Peinigern auf der Mattscheibe hat.
 
Diesmal verschlägt es Michelle (KAYLEE DEFER) in eine pompöse Villa, wo das schnelle Geld wartet. Ein Fotoshooting soll dort stattfinden; den Hinweis hat sie von ihrer Psychotherapeutin Rachel (ELISABETH RÖHM) erhalten. Kurz zuvor hat das taffe Mädchen unter Alkoholeinfluss einen Unfall gebaut und dabei drei Freunde in den Tod gerissen. Nach langer Zeit unerträglicher Schuldgefühle und Therapiesitzungen versucht sie nun, ihr Leben neu zu ordnen – der lukrative Job kommt ihr da gerade recht. Doch natürlich kommt alles anders als erhofft, denn das geplante Shooting entpuppt sich rasch als hinterlistige Falle. Drei Geschwister locken unwissende Frauen in ihr Anwesen, wo sie im Keller gefoltert und so vom Bösen gereinigt werden sollen. Michelle erkennt schnell, dass sie nun ein weiteres Martyrium durchleben muss und die Peiniger ihr keine Unbekannten sind. Die haben viel Spaß daran, sich mit allerhand Elektrowerkzeugen durch das Fleisch ihrer wehrlosen Gäste zu bohren, schließlich können ihre verdorbenen “Patienten” nur auf diesem Weg begangene Sünden begleichen.
 
Alles wie immer. Man nehme eine gruselige Villa, die nur als Vorwand dienen soll, damit drei christliche Extremisten im Keller viel gemeinen Schabernack veranstalten können und werfe drei wehrlose Opfer in die Handlung, die den Folterspaß über sich ergehen lassen müssen. Fertig ist mal wieder Tortur von der Stange, auch wenn man feststellen muss, dass DARKROOM zwar nichts Neues bietet, aber immerhin wirklich kurzweilig umgesetzt wurde. Knapp 80 schmerzhafte Minuten dauert der Überlebenstrip, der mit wirklich hervorragenden Darstellern besetzt wurde, die zur Abwechslung mal wieder Ahnung vom Wimmern und fies sein haben. Damit der Zuschauer für Hauptdarstellerin KAYLEE DEFER Sympathien entwickeln kann, hat Drehbuchautor MICHAELBRENT COLLINGS einen kleinen Mitleidsbonus in die Geschichte eingebaut. Ihr privates Schicksal wird in kurzen Flashbacks beleuchtet, so dass es dem Filmfan einfacher gelingt am Ende mit der Heldin mitzufiebern. Die entpuppt sich im Film als wackere Gegenspielerin, die lieber handelt und denkt, als ihren vordiktierten Filmtod nichts sagend hinzunehmen. Dabei boxt sich Opfer Michelle durch die Pappwände der Villa und bewegt sich ähnlich wie in WES CRAVENS HAUS DER VERGESSENEN (1991) zwischen den Wänden durch die Szenarie. Ganz zum Leidwesen der drei Antagonisten, die bald keine Kontrolle mehr über ihr Versuchskaninchen besitzen und selbstverständlich am Ende ihre gerechte Strafe erhalten. Natürlich ist mal wieder die skrupellose Mutter an allem schuld, die den Tätern in Kindheitstagen ins Unterbewusstsein geflüstert hat und ihre gewissenlosen Taten rechtfertigen soll. Die Erklärung wirkt natürlich unglaubwürdig aufgetragen, gehört aber im Horrorfilm ohnehin grundsätzlich zum Standard, wenn aus Menschen gemeingefährliche Serienkiller werden.
 
Unterm Strich ist DARKROOM kein dummes Filmchen. Es gibt einige nette Wendungen, eine wirklich atmosphärische Kulisse und für den Liebhaber der etwas härteren Filmgattung einige blutige Momente, die empfindsame Gemüter kurz zum Wegschauen bringen werden. Das meiste passiert jedoch im Off oder wird angedeutet, war der FSK dennoch die höchste Altersfreigabe wert. Bis zur nächsten I SPIT- oder HOSTEL-Fortsetzung ist DARKROOM ein durchweg solider, gut gefilmter und wirklich spannender Lückenfüller für alle jene , die härtere Kost bevorzugen.
 
 
 


 
 
 

DARKROOM – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Bohrmaschinen an die Macht. In DARKROOM werden einmal mehr gebräuchliche Werkzeuge aus dem Heimwerkerkasten zweckentfremdet und für ein kleines Stück böses Kino verwendet. Zwar kein neuer DRILLER KILLER und auch kein weiterer HOSTEL; DARKROOM bietet dafür aber trotzdem immerhin knapp 80 Minuten kurzweilige und spannende Unterhaltung mit einigen unappetitlichen Szenen, guten Darstellern und einem wirklich atmosphärischen Setting. Kein Meisterwerk oder Must-See, kann aber trotzdem als eines der kleinen Geschwister des legendären HOSTEL gewertet werden.
 
 
 


 
 
 

DARKROOM – Zensur

 
 
 
Sicherlich geht es in DARKROOM nicht zimperlich vonstatten. Säure wird ins Gesicht gespritzt, Bohren drehen sich in menschliche Hüften und Köpfe werden zermatscht. Das alles erreicht aber nicht einmal ansatzweise die Härte aktuell so beliebter Folterstreifen, so dass die FSK den vorliegenden DARKROOM mit KJ-Kennzeichnung freigegeben hat. Natürlich ungeschnitten!
 
 
 


 
 
 

DARKROOM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Darkroom-das-Folterzimmer-bluray

(c) Edel Germany

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Darkroom; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 31.01.2014

 
 
 
Und wieder hat es ein durchaus sehenswerter Indie-Horrorfilm auf das HD-Medium geschafft, der hierzulande von PARAGON MOVIES und EDEL GERMANY in den Handel gebracht wird. Jene Label haben sich auf die Veröffentlichung kleiner Trash-Streifen spezialisiert und bringen in regelmäßigen Abständen sogar manch kleine Horror-Perle in die deutschen Wohnzimmer, die man sonst vermutlich nie zu Gesicht bekommen hätte. Leider muss man bei diesen Veröffentlichungen mit so manchem Manko leben, denn viele dieser Streifen kränkeln oftmals aufgrund ihrer miserablen Synchronisation. Bei DARKROOM – DAS FOLTERZIMMER ist das nicht anders, denn hier hört der Filmfan mal wieder die ewig gleichen Synchronstimmen, die zuletzt in vielen Streifen der Rechteinhaber MIG, EDEL GERMANY oder MARITIUM PICTURES vor dem Mikro standen. Es ist zwar schön, dass sich diese Anbieter auf eine Filmnische spezialisiert haben, aber derart unprofessionelle Übersetzungen rauben dem Liebhaber des Genres arg schnell den letzten Nerv, so dass die Freude am Schauen jener Werke recht schnell vergeht. Gleiches Grauen dürfte vermutlich auch Bildpuristen ergreifen, denn DARKROOM – DAS FOLTERZIMMER glänzt mit arg grobkörnigem Bildrauschen. Das passt aber zum Film und verpasst dem Folterschocker ein herrlich ungeschliffenen, düsteren und rauen Charakter. Leider ist bei den Extras Flaute. Hier wird gerade einmal der Filmtrailer in englischer Sprache (2 Minuten, HD) geboten. Einen Audiokommentar oder ein umfangreiches Making of sucht man leider vergebens. Ebenso haben es mal wieder keine deutschen Untertitel auf die deutsche Blaustrahlauswertung geschafft. Insofern man sich die grottige Übersetzung ersparen und DARKROOM – DAS FOLTERZIMMER im Original erleben möchte, schauen Horrorfans ins die Röhre, die auf Untertitel angewiesen sind. Trotz aller Kritik gibt es ein Wechselcover, was ja nicht bei jedem Anbieter zum Standard gehört.
 
 
 

Darkroom – Das Folterzimmer [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DARKROOM – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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I SPIT ON YOUR GRAVE 2 (2013)
 
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Saw (2004)
 
Mum and Dead (2008)
 
Grotesque (2009)
 
Panic Room (2002)
 
Captivity (2007)
 


Filmreview: “Mischief Night” (2013)

mischief_night 2013
 
 
 

MISCHIEF NIGHT

Story

 
 
 
Die blinde Emily ist allein zu Hause und erhält ungebetenen Besuch von einem maskierten Fremden, der statt leckerem Kuchen allerhand spitzes Mordwerkzeug mitgebracht hat …
 
 
 


 
 
 

MISCHIEF NIGHT – Kritik

 
 
 
Wenn am 31. Oktober Halloween gefeiert wird, schlüpfen nicht nur freche Kinder und jung gebliebenen Erwachsene in möglichst schauerhafte Kostüme; auch bösartige Serienkiller und maskierte Psychopathen beginnen im Horrorfilm ihre grausamen Feldzüge mit Axt, Kettensäge und Machete. Das wohl bekannteste Exemplar wurde zweifelsohne 1979 von JOHN CARPENTER gedreht und hat mittlerweile sieben Fortsetzungen und zwei Neuverfilmungen nach sich gezogen. Der von CARPENTER geschaffene Kultschlitzer MICHAEL MEYERS hat der legendären HALLOWEEN-Reihe zu beachtlichem Ruhm verholfen und gehört neben Hockeymaskenträger JASON VOORHEES (FREITAG DER 13.) zu einer der ganz großen Ikonen des modernen Horrorfilms. Doch nicht nur das beliebte Halloween-Fest bietet sich immer wieder als Ausgangspunkt für bluttriefende Gruselstreifen an. In Amerika, Kanada und einigen Teilen Großbritanniens gehört die MISCHIEF NIGHT zu einer der beliebtesten Bräuche vorm Herbstfest der Druiden. An diesem Tag erhält ein jeder Bürger uneingeschränkte Narrenfreiheit und darf seinem Nachbarn einmal böse Streiche spielen, ohne dabei Konsequenzen tragen zu müssen. Die Tradition geht bis ins Jahr 1790 zurück und ist vor allem bei Teenagern und Kindern äußerst beliebt. Die hüllen nicht selten die Bäume der Nachbarn in Lagen von Toilettenpapier, sondern haben auch außerordentlich Spaß daran, die Fensterscheiben unliebsamer Mitmenschen mit Eiern zu bewerfen. Drehbuchschreiber und Regisseur RICHARD SCHENKMAN hat als Kind vermutlich so viel Freude an diesem unbändigen Treiben gehabt, dass er jene Tradition in der Nacht vor Halloween zum Mittelpunkt seines Filmes gemacht hat. SCHENKMAN dürfte eingefleischten Horrorzuschauern kein Unbekannter sein. Vor seinem aktuellen Home-Invasion-Thriller MISCHIEF NIGHT hat er sich mit ABRAHAM LINCOLN VS. ZOMBIES (2012) mit der Thematik Horrorfilm vertraut gemacht und sogleich Gefallen am “bösen” Genre gefunden. Eine gute Entscheidung, konnte er sich doch bisher nie wirklich zwischen herzergreifendem Dramen-Kitsch und kruden Action-Thrillern entscheiden. Nach seichtem Comedymist fürs amerikanische Fernsehen und der überdrehten Zombiegurke aus den zweifelhaften ASYLUM-Trashstudios, dürfte SCHENKMAN mit MISCHIEF NIGHT in Genrekreisen weitaus ernster genommen werden, als es bisher der Fall gewesen ist. Sein neuster Streich ist nämlich bedeutend fieser, als das was er bisher gedreht hat und schlägt ernstere Töne an. In seiner Machart lässt sich MISCHIEF NIGHT mit dem bereits 2008 entstandenen Thriller THE STRANGERS vergleichen, in dem sich Darstellerin LIV TAYLOR zusammen mit Schauspielpartner SCOTT SPEEDMAN gegen eine Gruppe maskierter Irrer zur Wehr setzen muss, die Freude daran haben, unwissende Menschen zu terrorisieren um sich anschließend kaltblütig abzuschlachten.
 
In MISCHIEF NIGHT ist das so ähnlich und Heldin Emily Walton (NOELL COET) wird zu Haus von einem maskierten Bösewicht überrascht, der sich in einen gelben Regenmantel gekleidet hat und nun an MISCHIEF NIGHT so seine ganz eigene Methode besitzt, der nichts ahnenden Teenagerin gemeine und todbringende Streiche zu spielen. Damit das abgedroschene Thema vom boshaften Killer und dem unterlegenen Opfer nicht ganz überraschungsarm abgehandelt wird, hat SCHENKMAN seiner Protagonistin ein Handicap gegeben. Neun Jahre zuvor hat die in Folge eines Autounfalls nicht nur die Mutter, sondern auch ihr Augenlicht verloren und quält sich seither mit schwerem Asthma, Schuldgefühlen und Erinnerungslücken durchs Leben. Immerhin findet die Jugendliche Trost bei Vater David (DANIEL HUGH KELLY) und Schwarm Jimmy (IAN BAMBERG), der lieber durchs Fenster steigt um Emily zu besuchen, als wie jeder andere auch an der Haustür zu klingeln. Für Vater David steht die erste weibliche Verabredung seit Jahren bevor und das sorgsame Familienoberhaupt lässt die kesse Emily mit mulmigem Gefühl daheim zurück. Ganz so Unrecht hat er mit seiner Vorahnung nicht, denn kaum ist der Vater aus dem Haus, schleicht sich ein unwillkommener Eindringling in das riesige Anwesen und verfolgt die blinde Tochter auf Schritt und Tritt. Deren übrige Sinne schlagen bald Alarm und sie beginnt, sich gegen den bewaffnete Killer zur Wehr zu setzen.
 
Die körperlichen Beeinträchtigungen seiner Protagonisten haben schon so manchem Horrorfilm aus der Patsche geholfen, denn mit so einem gemeinen Handicap lassen sich allerhand lustige Dinge veranstalten. Dank der blinden Emily wird aus dem austauschbaren Home-Invasion-Slasher ein spannendes Überlebensfilmchen, dass nicht nur unterhaltsam mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, sondern auch ganz hinterlistig mit der Sehbehinderung seiner Heldin spielt. Das fängt bereit mit der Bedienung des Handys an. Emily will den Notruf mittels Sprachwahl wählen, scheitert aber am Akkustand ihres mobilen Telefons, den sie nicht sehen kann. In einer weiteren Szene fällt der Protagonistin Geschirr auf den Küchenboden. Anfänglich kann sie den Scherbenhaufen glimpflich umgehen, während sie in einer hektischen Fluchtszene später direkt in das spitze Glas tritt. Der Killer bewegt sich geisterhaft durchs gesamte Haus und ist für den Zuschauer immer ersichtlich. Emily besitzt den Vorteil nicht und schleicht sich von Zimmer zu Zimmer ohne zu wissen, dass sie von der maskierten Gestalt auf Schritt und Tritt verfolgt und beobachtet wird. Am Ende flüchtet die erblindete Heldin aus dem abgelegenen Elternhaus orientierungslos in die Dunkelheit der Nacht und stolpert ganz ungewiss über die hinterlistige Blutspur und die erdolchten Opfer des unbekannten Killers. Mit makabren Schockmomenten wird in MISCHIEF NIGHT nicht gegeizt und das nicht minder fiese Treiben wertet den eigentlich belanglosen Slasher ganz nebenbei positiv auf. Zudem hebt sich MISCHIEF NIGHT nennenswert von üblicher Videoware ab. Der Film wurde professionell gedreht und entwickelt sogar ab und an so etwas wie richtiges Gruselfeeling mit Spannung. Vor allem den gut und sympathisch agierenden Darstellern ist es zu verdanken, dass MISCHIEF NIGHT sehbar und erträglich bleibt. Emily wird zugänglich von NOELL COET verkörpert, die sich am Ende als mutige Rache-Queen entpuppt und das kurzweilige Katz-und-Mausspiel Dank motorisierten Gartengeräts in die tiefrote Körperflüssigkeit taucht. Einen Gastauftritt gibt es übrigens auch zu sehen. Schauspiellegende RICHARD RIEHLE gibt sich die Ehre mal kurz als ahnungsloser Helfender über die Landstraße zu düsen, um wenig später dem Killer in die Arme zu laufen. Der Amerikaner hat nämlich zuletzt gern mal in Horrorfilmen vorbeigeschaut. Nach HALLOWEEN 2 (2009), CHILLERAMA (2011) und TEXAS CHAINSAW 3D (2013) folgt nun ein Cameo in MISCHIEF NIGHT – den Horrorfan freut’s.
 
 
 


 
 
 

MISCHIEF NIGHT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
THE STRANGERS meets THE PURGE – DIE SÄUBERUNG. Kleiner, aber feiner Psycho-Thriller mit gut platzierten Schock-und Gruseleffekten und überraschend hinterlistigen Wendungen. Nach eher bescheidenem Schaffen hat ABRAHAM LINCOLN VS. ZOMBIES-Regisseur RICHARD SCHENKMAN seinen ersten richtig guten Horrorfilm gedreht. Trotz altbekannter Story vom Mädchen, das zu Haus von einem Killer durch die Räumlichkeiten gejagt wird, schafft SCHENKMAN das Kunststück, dass MISCHIEF NIGHT niemals langweilig ist oder Leerlauf erhält. Wer das Home-Invasion-Genre mag, kann bedenkenlos zugreifen!
 
 
 


 
 
 

MISCHIEF NIGHT – Zensur

 
 
 
Anfänglich dürfte es den Horrorfan wundern, warum MISCHIEF NIGHT erstaunlich handzahm abgehandelt wird. Für einen Slasher gibt es erstaunlich wenige Opfer und auch die Meuchelszenen lassen lang auf sich warten. Am Ende jedoch erwacht MISCHIEF NIGHT aus seinem Dornröschenschlaf, damit auch der Gorehound auf seine Kosten kommt. Viel gibt es zwar nicht zu sehen; immerhin reichts aber trotzdem für einen ungeschnittene KJ-Freigabe.
 
 
 


 
 
 

MISCHIEF NIGHT – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Crawl – Home Killing Home (2011)

Home Sweet Home (2013)

You´re Next (2011)

The Aggression Scale (2012)

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Kidnapped (2010)

The Strangers (2008)

Funny Games (1997)

Funny Games – Remake (2007)


Kritik: “Chilling Visions: 5 Senses of Fear” (2013)

chilling visions
 
 
 

CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR

Story

 
 
 
Eine gar makabre und äußerst kurzweilige Geschichtensammlung über die menschlichen Sinne …
 
 
 


 
 
 

CHILLING VISIONS – Kritik

 
 
 
Die beliebte GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Serie dürfte vermutlich noch jedem halbwegs bewanderten Horrorfan ein Begriff sein. Die feierte Dank Bezahlsender HBO (Home Box Office) in Amiland zwischen 1989 und 1996 ordentliche Erfolge und kam – immens geschnitten – auch nach Deutschland. Die, an die gleichnamige Comicreihe aus den 1950ern angelehnte TV-Serie machte sich durch die makaberen Schlussgags in Fankreisen einen Namen und wurde nach der siebten Staffel eingestellt. Seither haben so einige Sender versucht, die Kurzgeschichten-Gruselrezeptur in ähnlicher Weise fortzusetzen, wobei zu den wohl bekanntesten Ergebnissen der letzten Jahre die MASTERS OF HORROR und FEAR ITSELF-Episoden gehören. Der amerikanische Sender CHILLER schafft nun Abhilfe, wenn auch leider vorerst nur in Spielfilmlänge und bringt mit CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR eine ziemlich gemeine Anthologie (leider ohne den Cryptkeeper) mit fünf Episoden in die heimischen Wohnzimmer. Hier wird das Konzept der perfiden Schlussgags der TALES FROM THE CRYPT-Reihe erneut aufgegriffen und zum Höhepunkt jedes Segments stilisiert. Überhaupt muss man an dieser Stelle einmal sagen, dass die hauseigenen Schauerwerke der CHILLER FILMS Macher von mal zu mal besser werden. Nach eher mittelmäßigen Streifen wie DEAD SOULS (2012) oder BENEATH (2013) hat man noch einmal kräftig an der Qualitätsschraube gedreht, so dass kaum noch offensichtlich ist, dass es sich bei CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR eigentlich um einen fürs TV produzierten Horrorfilm handelt. Die Entscheidung, einen Anthologiestreifen zu drehen, dürfte am überraschenden Erfolg der V/H/S-Reihe liegen, die zusammen mit dem nicht minder beliebten The ABCS OF DEATH im Jahr 2012/2013 ausreichend Lob ernten konnte. Und in der Tat, CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR steht den genannten Horrorsammlungen in nichts nach, wobei auch die Kurzfilmchen in diesem Schocker allesamt unter einem Thema laufen und von unterschiedlichen, im Genre teils bekannten Regisseuren geschrieben und gedreht wurden. Wie der Titel schon sagt, geht es in der neusten CHILLER FILMS-Produktion um die menschlichen Sinne. Die machen den Protagonisten der Episoden das Leben zur Hölle und sind Ausgangspunkt für ein wahrlich schmerzhaftes Treiben, was vor allem das Interesse der Liebhaber des groben Schlachthandwerks wecken dürfte. Den Anfang macht die Episode:
 
SMELL, die von Regisseur NICK EVERHART (Produzent und Regisseur diverser ASYLUM-Schundwerke, u.a. DAS OMEN DES BÖSEN) inszeniert wurde. Darin geht es um Seth Kyle (COREY SCOTT RUTLEDGE), der eines Tages von einem schrägen Mary Poppins-Verschnitt ein mysteriöses Parfüm geschenkt bekommt, das Erfolg auf ganzer Linie verspricht, wenn man es aufträgt. Für Pechvogel Seth entpuppt sich das Duftwasser als Geschenk Gottes. Beruflich geht es bergauf und auch bei den Frauen ist er gefragter denn je. Leider hat das Wundermittel auch schmerzhafte Nebenwirkungen.
 
Im Segment SEE, das von MIKO HUGHES auf Film gebannt wurde, dreht sich alles um einen etwas schrulligen Augenarzt (TED YUDAIN). Der schaut nicht nur GEOFFREY BAYLDONNUR aus ASYLUM-IRRGARTEN DES SCHRECKENS (1972) unverkennbar ähnlich, sondern verhält sich auch ähnlich verhaltensauffällig. Er beherrscht eine Methode, mit der er die Augenflüssigkeit seiner Patienten konservieren kann und träufelt sich hin und wieder selbige in das eigene Sehorgan, um die gespeicherten Erinnerungen seiner Patienten erleben zu können. Für den Mediziner eine gute Möglichkeit, sich vom privaten Wohlergehen seiner Patienten zu überzeugen. Als eine seiner Lieblings-Patientinnen Opfer häuslicher Gewalt wird, ist es für den Doktor eine Herzensangelegenheit, der Leidtragenden zu helfen – mit fatalen Folgen. Regisseur MIKE HUGHES gibt zwar mit dieser Geschichte sein Regiedebüt, ist im Filmbusiness aber kein Unbekannter. Bisher hat er sich als Schauspieler, unter anderen in THE MERCURY PUZZLE (1998) und SPAWN (1997) einen Namen gemacht. Zudem hat sich HUGHES auch schon in der CHILLER FILMS-Hausproduktion REMAINS OF THE WALKING DEAD (2011) als Horrordarsteller erproben können und trat dort den Kampf gegen Horden von Zombies an.
 
Die Episode TOUCH erzählt das Schicksal eines blinden Jungen, der nach einem Autounfall im Wald dringend Hilfe für die verletzten Eltern sucht. Er stößt auf eine geheimnisvolle Holzhütte im Dickicht, in der ein kaltblütiger Psychopath haust. Der hat nicht nur panische Angst vor menschlichen Berührungen, sondern scheint auch nicht auf die List seines jungen, sehbehinderten Widersachers vorbereitet zu sein. Auf Zelluloid gebannt hat diesen schlichten aber durchaus makabren Horrorspaß EMILY HAGINS. Bereits 2006 hat die Regisseurin im Horrorbereich erste Erfahrungen sammeln können. Mit dem Low-Budget-Film PATHOGEN (2006) gab sie mit gerade einmal 13 (!) Jahren nicht nur ihren Regieeinstand, sondern bewies auch, dass sie eine unbändige Leidenschaft fürs phantastische Genre hegt. Drei Jahre später sorgte sie mit der Mystery THE RETELLING für Nachschub. Die Veröffentlichungen ihres bisherigen Schaffens in Deutschland lassen immer noch auf sich warten.
 
Weiter geht’s mit TASTE, in dem ein Hacker (DOUG ROLAND) zum Vorstellungsgespräch in ein ominöses Unternehmen geladen wird. Der soll ein mysteriöses Musikstück besorgen, schlägt aber das Angebot aus. Für Chefin Lacey (SYMBA SMITHS) Grund genug, ihre SAW-esken Fallen zu aktivieren. Wer es blutig mag, kommt hier definitiv auf seine Kosten. Nicht nur, dass diese Geschichte alle anderen Episoden miteinander verbindet und so CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR ein Sinn verleiht; Regisseur ERIC ENGLAND scheint ein regelrechter Verehrer des lukrativen SAW-Franchises zu sein, hat er doch mit der Kopf-Bärenfalle gleich eines der beliebtesten Folterutensilien der SAW-Reihe am Start. ENGLAND hat auch schon einigen Horrormist verbrochen. So dürfe der Slasher-Fanfraktion sein kläglicher MADISON COUNTY (2011) in Erinnerung geblieben sein, dem demnächst wahrhaftig ein weiterer Teil folgen wird.
 
Den Abschluss macht die Found-Footage-Episode LISTEN. Die geht einem mit den gängigen Wackelcam-Klischees (das Bild ruckelt nahezu unerträglich) zwar ganz schön auf den Zünder, hat aber Gott sei Dank eine gute Geschichte zu bieten. Im Mittelpunkt stehen einige Dokumentarfilmer, die ein unheimliches Musikstück zusammenschneiden sollen. Sie durchforsten diverse VHS-Bänder mit Fragmenten des Klavierstücks und fügen sie zu einem Komplettwerk zusammen. Ganz so ungefährlich scheint die Arbeit nicht zu sein, bringt doch das akustische Meisterwerk jeden den Tod, der es bis zu Ende hört. THE RING lässt grüßen – nach dieser Devise schließen ANDY MITON und JESSE HOLLAND die durchweg gelungene Anthologie ab, wobei man sagen muss, dass sich das Duo mit dem Erstwerk YELLOWBRICKROAD ja schon einmal akustisch und filmisch etwas in die Nesseln gesetzt hat. Der ultra-miserable Mysterythriller war einer der Rohrkrepierer des Filmjahrs 2010, so dass es erstaunt, dass die beiden mit ihrem Beitrag in CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR doch noch beweisen konnten, dass sie gute Gruselfilme machen können.
 
Letztendlich steht CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR den großen Kurzgeschichtensammlungen der letzten Zeit in nichts nach. Das Ding ist extravagant, erfrischend und effekttechnisch sogar hundertprozentig hausgemacht. Wir bekommen abwechslungsreiche Gruselgeschichten der alten Schule serviert, die einmal nicht dem obligatorischen Horrorstandard entsprechen. Zombies, Geister, Werwölfe, Vampire und skrupellose Foltergesellen machen in diesem Anthologiestreifen erst einmal Pause. Umso überraschender, dass CHILLING VISIONS direkt fürs TV produziert wurde. Qualitativ gibt es keine Ausfälle. Die Segmente sind kurz und knackig; unterhalten grandios. Wenn man etwas zu bemängeln hätte, dann die etwas schleierhaften Zusammenhänge der Geschichten. Die werden nur vage beleuchtet, was aber durchaus zu verschmerzen ist und dazu noch die Interpretationskreativität des Zuschauers entfachen dürfte. Insofern Filmschmiede CHILLER FILMS dieses Niveau weiterhin beibehält, dürften dem Filmfreund demnächst wirklich hochwertige Streifen ins Haus stehen. Eine Fortsetzung zu CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR wird nicht lange auf sich warten lassen, was durchaus zu begrüßen wäre.
 
 
 


 
 
 

CHILLING VISIONS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Abwechslungsreich, blutig und herrlich makaber. CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR ist ein bitterböser Horrorspaß in der Tradition der berüchtigten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Reihe. Wer nostalgische Schocker der alten Schule bevorzugt und eine Leidenschaft für Filme mit perfiden Enden hegt, ist mit CHILLING VISIONS auf jeden Fall gut beraten. Nach THE ABCS OF DEATH und V/H/S einer der besten Anthologiestreifen der letzten Jahre.
 
 
 


 
 
 

CHILLING VISIONS – Zensur

 
 
 
CHILLING VISIONS ist ein abwechslungsreiches Horrorfilmchen, das für jeden Horrorfan etwas zu bieten hat. Auch Freunde, der etwas blutigeren Filmkost kommen in diesem Anthologiestreifen auf ihre Kosten. Demnach wird CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR ungeschnitten und mit KJ-Kennzeichnung nach Deutschland kommen.
 
 
 


 
 
 

CHILLING VISIONS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:

V/H/S 2 (2013)

The ABCs of Death (2012)

Geschichten aus der Gruft (1989-1996)

Chillerama (2011)

Scary or Die (2012)


Filmreview: “Among Friends” (2012)

Among-Friends
 
 
 

AMONG FRIENDS

Story

 
 
 
Eine Abschlussfeier der etwas anderen Art: acht Freunde werden während einer feuchtfröhlichen Party mit ihren am liebsten verborgenen Geheimnissen konfrontiert und für ihr unkameradschaftliches Verhalten schmerzhaft bestraft …
 
 
 


 
 
 

AMONG FRIENDS – Kritik

 
 
 
Jeder hat so seine Leichen, über die er kaum sprechen möchte und wohl am liebsten ganz schnell wieder aus dem Gedächtnis streichen würde, im Keller. Umso problematischer, wenn scheinbar vertraute Personen lange verdrängte Gewissensbisse aus der Mottenkiste kramen und sie ungefragt und skrupellos ans Tageslicht bringen. Die naiven Knallchargen in AMONG FRIENDS hätten sich vermutlich auch Besseres vorstellen können, als von der besten Freundin an den Pranger gestellt zu werden. Hätte nämlich jeder der Anwesenden geahnt, welch fieses Blutgematsche die selbsternannte Moralapostelette Bernadette mit den selbstsüchtigen Übeltätern veranstalten würde, hätten sie sich wohl eher nicht gerade in den edelsten Zwirn geworfen. DANIELLE HARRIS zeichnet für den cineastischen Denkzettel verantwortlich, und liefert mit AMONG FRIENDS ihre erste eigene Regiearbeit ab. Filmfans dürfte HARRIS keine Unbekannte sein. Sie schrie sich einst als Jamie Lloyd in HALLOWEEN 4 (1988) in die Herzen der Genre-Zuschauer und gehört mittlerweile zu einer der bekannteren Schauspielgrößen des modernen Horrorfilms. Als Marybeth in der Schlitzer-Reihe HATCHET hat sie sich selbst ein Denkmal gesetzt und vermutlich während ihre (Gast)Auftritte in einschlägigen Gruselfilmchen hin und wieder auch den Regisseuren bei ihrer Arbeit über die Schulter geschaut. Umso erfreulicher, dass sie mit AMONG FRIENDS jetzt auch einmal hinter der Kamera Platz genommen hat und beweist, dass sie nicht nur eine charismatische Schauspielerin und Synchronsprecherin ist, sondern durchaus auch ein talentiertes Händchen für ganz schön gemeine Schocker hat. Welche Beliebtheit HARRIS unlängst unter Horrorjüngern genießt, macht ihr erster Ausflug als Filmemacherin deutlich. Hier gibt sich das Who-is-Who der Horrorszene die Klinke in die Hand. Neben JASON-VORHEES-Mime KANE HOODER, der hier gleich zu Beginn mit zynischem Humor vor der Kamera posiert, bekommt der Zuschauer auch einen Kurzauftritt von XAVIER GENS und MICHAEL BIEHN zu sehen, wobei Letzterer ja gut und gerne auch mal selber Filme dreht und produziert. Der scheint mit HARRIS nicht nur gern zusammen zu arbeiten, sondern auch ein freundschaftliches Verhältnis zu hegen, ist doch die smarte Schauspielerin in letzter Zeit ganz schön oft in dessen Streifen zu sehen (THE VICTIM, THE FARM). Nach grandiosen Auftritten in ROSEANNE (1992-93), ZUM TÖTEN FREIGEGEBEN (1990) und DÜSTEREN LEGENDEN (1998), dürfte vermutlich ein jeder interessierte Fan wissen wollen, ob HARRIS´ Spielfilmdebüt eigentlich überhaupt ernstzunehmen ist, denn nicht selten erlebt der Filmfreund, dass offensichtlich erfolgreiche Leinwandgrößen gerade hinter der Kamera eine eher bescheidene Figur gemacht haben. All jenen Skeptikern sei gesagt, HARRIS´Debüt macht im Vergleich zu aktuellen Horrorschockern der letzten Zeit gar keine so dumme Figur und dürfte vor allem Liebhaber der etwas makabren Unterhaltung gut unterhalten. Während HARRIS´ bereits 2008 im Thriller PRANK neben ELLIE CORNELL (HALLOWEEN 5) und HEATHER LANGENKAMP (NIGHTMARE – MÖRDERISCHE TRÄUME) Regieluft schnuppern durfte, ist ihr nun echter Regie-Einstand – welches Wunder – auch ein Horrorfilm geworden. Hier hat sie sich von einem Drehbuch von ALYSSA LOBIT inspirieren lassen, die sogleich auch die Rolle der “wahnsinnigen” Gastgeberin Bernadette übernahm. Während wir in AMONG FRIENDS nicht nur Zitate bekannter Vertreter des Genres serviert bekommen (PROM NIGHT, CARRIE) erweist sich HARRIS´Debüt quasi als mehr oder weniger ernstzunehmendes Duplikat eines aktuellen Thrillers, der unter dem Titel WOULD YOU RATHER (2012) immer noch auf eine deutsche Auswertung wartet.
 
In AMONG FRIENDS werden die Freunde Blane (CHRIS MEYER), Melanie (JENNIFER BLANC), Sara (KAMALA JONES), Marcus (CHRISOPHER BACKUS), Lily (DANA DAUREY) und die Geschwister (AJ BOWEN) und Jules (BRIANNE DAVIS) in das pompöse Anwesen Bernadettes geladen, wo unter dem Motto PROM NIGHT 1984 ein raffiniertes Rollenspiel samt Dinner stattfinden soll. Die Stimmung ist spritzig und Rauschmittel erhöhen den Spielspaß. Leider hat die Gastgeberin anderes im Sinn. Sie reichert die Bowle mit reichlich Drogen an und macht ihre Mitstreiter bewegungsunfähig, um ihnen daraufhin die Leviten zu lesen. Schnell stellt sich heraus, dass ein jeder der Anwesenden gehörig Dreck am stecken hat und dafür natürlich bestraft werden muss. Sie hält ihren Gästen mittels Videobeweisen den Spiegel vors Gesicht und versucht den reichlich unsympathischen Einfaltspinseln einzubläuen, dass die Bezeichnung “Freundschaft” in dieser Clique etwas arg oberflächlich gehandhabt wird. So stellt Bernadette ihre ganz eigenen Freundschaftsregeln auf und schreitet mit Schere und Hammer zu Tat, um Moral und Anstand in die Hirne des reichlich selbstsüchtigen Bekanntenkreises zu schlitzen und zu hämmern. Ganz zum Leidwesen der hilflosen Opfer, die die psychopatisch veranlagte Hausherrin nach dieser versemmelten Party mit Sicherheit aus ihren Facebook-Liste verbannen dürften – vorausgesetzt sie überleben das blutige Abendessen.
 
Unangenehm gehts in AMONG FRIENDS zugange. Nicht nur aufgrund der etwas zweifelhaften Thematik, sondern auch des klaustrophobischen Terrors wegen, der sich schleichend durch die gesamte Szenerie frisst. Anfänglich schön schrill und bunt, wirds im Verlauf der Geschichte ganz schön düster, was vor allem den vielen morbiden Geheimnissen zu schulden ist, die die reichlich hohlen Protagonisten längst im Unterbewusstsein vergraben haben. In AMONG FRIENDS geht ein jeder Charakter im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen, was gerade sensiblen Gemütern ganz schön an die Nieren gehen dürfte, wird die Vergeltung einmal mehr im typischen 08/15-Foltermurks auf dem Bildschirm zelebriert. Da wird munter skalpiert, kastriert und, ähm, pedikürt – was das Splatterherz jedoch nur selten in Wallung bringen dürfte. Die hier bebilderten Gewaltakte sind zwar vollkommen selbstzweckhaft; HARRIS blendet jedoch mit der Kamera weg, sobald es zu hart für den Zuschauer wird. Hart wirkt das alles dennoch, befindet sich das Schauspiel der wimmernden Protagonisten auf erstaunlichen hohem Niveau, so dass sich AMONG FRIENDS mit seinem moralisch fragwürdigen Kontext vortrefflich in die Riege der vielen widerwärtigen HOSTEL-Plagiate einzureihen versteht. Immerhin weiß sich dieser Folterreißer mit seinem bitterbösen Humor vom üblichen Tortur-Gemansche abzuheben. HARRIS scheint eine Schwäche für sarkastischer Gemeinheiten zu besitzen, anders lassen sich einige der bissigen Schweinereien im Film nicht erklären. Die sorgen nämlich trotz kaltschnäutzigen Background für allgemeine Erheiterung. Auch wenn HARRIS mit ihrem zynischen Regie-Debüt ganz den Nerv gieriger Horrorfilmfans trifft, kränkelt auch dieser Film an der immens trivialen Geschichte. Die Szenarie beschränkt sich auf nur einen Schauplatz und auch das Schicksal des unnahbaren “Foltermaterial” samt Richterin dürfte dem Zuschauer vollkommen Schnuppe sein. Dazu fehlt AMONG FRIENDS einfach die Identifikationsfigur. Macht aber nichts, trotz Schnitzern darf Scream-Queen DANIELLE HARRIS gern weiterhin Filme drehen. Der (Horror)Regiestuhl ist wie für die zierliche Schauspielerin geschaffen und AMONG FRIENDS gefällt mit seinen knackigen 80 Minuten Laufzeit durchaus – wenn auch vermutlich nur der Horror-Fanbase, denn Otto-Normal-Filmfreund dürfte an diesem perfiden Treiben nur wenig Freunde haben. Hoffen wir, dass HARRIS auch in Zukunft derart gemeine Streifen drehen darf und ihren ganz eigenen Humor nicht vernachlässigt. Der macht nämlich Laune und bereichert den eigentlich vollkommen austauschbaren AMONG FRIENDS ungemein.
 
 
 


 
 
 

AMONG FRIENDS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein Fest für Horrorfilmfans! HARRIS Regie-Debüt erweist sich als Klassentreffen der Ikonen des modernen Horrorfilms. Blutig, zynisch und unglaublich böse geht es im Terrorstreifen AMONG FRIENDS zugange, was zartbesaiteteren Kinogängern ganz schön an die Nieren gehen dürfte.
 
 
 


 
 
 

AMONG FRIENDS – Zensur

 
 
 
Hart ist AMONG FRIENDS auf alle Fälle – wenn auch eher auf psychologischer Ebene. Die “Kandidaten” dieses Rollenspiels werden vornehmlich auf psychischer Ebene erniedrigt, so dass AMONG FRIENDS hierzulande ungeschnitten durch die FSK kommen dürfte. Mit dem roten KEINE JUGENDFREIGABE-Aufdruck versteht sich!
 
 
 


 
 
 

AMONG FRIENDS – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Would you Rather (2012)

Hostel – Part III (2011)

The Bunny Game (2010)

Vile (2011)

The Helpers (2012)


Filmreview: “Crawl – Home Killing Home” (2011)

crawl 2011
 
 
 

CRAWL – HOME KILLING HOME

Story

 
 
 
Ein mysteriöser und dazu ziemlich wortkarger Kroate (George Shevtsov) entpuppt sich als gerissener Auftragsmörder. Er wird von einem schleimigen Barbesitzer (Paul Holmes) beauftragt, einen zahlungsunwilligen Kunden zu beseitigen. Auf seinem Heimweg wird er in einen Unfall verwickelt, der einer beängstigenden Kettenreaktion auslöst, an deren Ende Kellnerin Marilyn Burns (Georgina Haig) um ihr Leben bangen muss.
 
 
 


 
 
 

CRAWL – Kritik

 
 
 
Home-Invasion-Thriller sind nicht erst seit THE STRANGERS, KIDNAPPED, etc. in aller Munde. Wer heutzutage einen derartigen Streifen produzieren möchte, sollte ihn mit allerlei Bösartigkeiten bestücken, denn nur so brennt sich das Werk auch längerfristig in die Hirne der hungrigen Horrormeute. Mit schön blutigen und psychisch nicht minder grenzüberschreitenden Szenen sollte ein jeder dieser Thriller den Nervenapparat des Fans gehörig strapazieren, damit der sich am Ende schweißgebadet und mit hochfrequenzigem Herzschlag zurück in den Kinosessel lehnen kann. Das kleine “Homevideo” des Australiers PAUL CHINA gehört auch zu jener zwiespältigen Filmgattung und ist, welch Überraschung, ein weiterer Beitrag aus der Kategorie: “Debütstreifen”. CHINA, der für seinen Erstling nicht nur hinter der Kamera Platz genommen hat, sondern auch das Drehbuch quasi über Nacht zu Papier gebracht haben muss, scheint in seinem dunklen Kämmerlein nur unzureichend erkannt haben, was er da eigentlich zusammengekritzelt hat. Womöglich hat er sich die Vor- und Nachteile gängiger Heim-Invasionsfilme zu Gemüte geführt und kurzerhand die Vorteile von seiner To-Do-List gestrichen. Im Vergleich zu nennenswerten “Heim”-Schockern wie FUNNY GAMES und INSIDE zieht CRAWL erbarmungslos den Kürzeren, denn CHINA hat partout aus den Augen verloren, dass ein jeder guter Horrorfilm von der Geschichte und seinen Helden zehrt. CRAWL ist todlangweilig, seine Handlung inhaltsleer und minimalistisch. Durch langsame Kamerafahrten soll die nicht vorhandene Spannung gesteigert werden, kaum gesetzte Schnitte machen CRAWL zu einer eher einschläfernden Angelegenheit. Es will einfach nichts Aufregendes passieren.
 
Die banale Geschichte beginnt mit Bardame Marylin Burns (GEORGINA HAIG), die auf Bald-Ehegatte Travis wartet und schon länger auf einen Heiratsantrag hofft. Daraus wird leider nix, weil der unbedarfte Schönling von einem alternden Cowboy, gleichzeitig Auftragskiller (GEORGE SHEVTSOV) versehentlich über den Haufen gebrettert wurde. Der ominöse Fremde sucht nach Hilfe, kann aber in der Einöde nur ein beleuchtetes Haus entdecken. Doof nur, dass darin ausgerechnet die nichtsahnende Marylin lebt, die dem wortkargen Fremden sogleich als perfektes Aggressionsventil dient und das Katz-und-Maus-Spiel eröffnet wird. Selbiges ist natürlich kaum der Rede wert. Es wird weder gefoltert, noch gedemütigt, was in Zeiten ultra harten Torture Porns schon ziemlich altbacken wirkt. Das Mädchen flüchtet durch die Räumlichkeiten des Hauses, wobei der Widersacher ihr dicht auf den Fersen ist. Unterstrichen wird das lustlose Treiben von allerlei unheilvollen Streich-Akkorden, die auf prägnante und ziemlich ungewöhnliche Art die “bösen” Szenen einläuten. Die sind zwar rar gesät, aber immerhin vorhanden. Es wird wild um sich geschossen, sogar ein Beil zweckentfremdet. Filmfreunde, die die Sichtung eines Films immer vom Trailer abhängig machen, werden verblüfft feststellen, dass der Clip ein wenig arg an A SERIOUS MAN (2009) erinnert. Das fertige Werk kann den im Trailer zitiertem Film der bekannten COEN-Brüder (TRUE GRIT, NO COUNTRY FOR OLD MEN) natürlich nicht im Entferntesten das Wasser reichen. Zwar besitzt auch CRAWL – HOME KILLING HOME (so das deutsche Titelverbrechen) skurrile Typen, bizarre Momente und verzweifelt cool gemeinte Sprüche. Die wirken jedoch in ihrer unfreiwilligen Komik aufgesetzt und wollen irgendwie nicht so recht in den Film passen. Vor allem die Figur des permanent koksenden und schmierigen Barbesitzers Slim Walding mag zwar mit PAUL HOLMES gut besetzt sein, die teils recht gut gewählten Schauspieler gehen aber in der geistlosen und ziemlich dialogarmen Szenarie vollkommen unter.
 
Mit seinen gerade einmal 73 Minuten Nettolaufzeit bietet CRAWL allen schlafgeplagten Leidgenossen eine gute Alternative zu herkömmlichen Pharmazeutika aus der Apotheke. Hier muss der Anwender nur einmal bezahlen und kann sich risikolos vor der Wohnzimmerglotze in den Tiefschlaf flimmern lassen – wann immer er möchte. Zwar gibt es hier einiges an farbintensiven Rot zu sehen; von nervenzerfetzendem Terror oder gar Spannung ist hier jedoch nichts zu verzeichnen. CRAWL ist ein ansprechend gefilmter Thriller, der den Zuschauer aber leider aufgrund seines Schneckentempos schnell zur Vorspultaste greifen lässt. Nach etwas über einer Stunde endet CRAWL genauso unspektakulär, wie er begonnen hat – Gott sei Dank!
 
 
 


 
 
 

CRAWL – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Langsames Tempo, unspektakuläre Handlung und null Identifikationsmöglichkeiten – Wer will denn so was sehen? Auch wenn der Name der Figur Marylin Burns witzigerweise als kleine Hommage an BLUTGERICHT IN TEXAS-Darstellerin MARY LYNN ANN BURNS gemeint ist (der Künstlername der kultigen Sally-Darstellerin schimpft sich nämlich ebenfalls MARYLIN BURNS), so ist CRAWL trotzdem ein langweiliges Debüt-Filmchen, auf das der Horrorfan getrost verzichten kann.
 
 
 


 
 
 

CRAWL – Zensur

 
 
 
Zwar bekommt der Zuschauer in CRAWL einige derbe Einschüsse zu sehen, viel Mord und Totschlag wird aber nich auf der Mattscheibe zelebriert. Die deutsche Fassung ist ungeschnitten und trägt das KEINE JUGENDFREIGABE-Siegel.
 
 
 


 
 
 

CRAWL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Crawl-Home-Killing-Home-Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Crawl; Australien 2011

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Rote Amaray mit Wechselcover

Extras: Trailer, Teaser

 
 
 
Was für eine Name für eine deutsche Heimkinofassung: CRAWL–HOME KILLING HOME. Rechteinhaber EUROVIDEO haut mit dieser Titelneuschöpfung mächtig auf die Kacke und verschleiert so die diversen Unzulänglichkeiten in der Inszenierung des Thrillers. Immerhin schaut die Präsentation des Streifens wirklich gut aus. Die Blu-ray wurde in eine tiefrote Amaray gesteckt und entpuppt sich im Sammlerregal als waschechter Hingucker. Zudem hat der Anbieter an ein Wendecover gedacht. Das wird wie üblich ohne FSK-Flatschen ausgeliefert und erfreut das Sammlerherz. Legt man die Disc in den Player betreibt EUROVIDEO erstmal mit zwei Trailern aus dem hauseigenen Fundus Eigenwerbung. Danach wird der Zuschauer in ein animiertes Hauptmenü gelotst, das mit Szenen aus dem Film untermalt wurde. Interessant dürfte hier vermutlich der Bonusbereich sein. Doch leider verbergen sich hinter dem Menüpunkt „Extras“ lediglich Trailer und Teaser zum Film, was einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt, hätte der Zuschauer dann doch gern gewusst, warum Regisseur PAUL CHINA von teils gewöhnungsbedürftigen Stilmitteln Gebraucht gemacht hat. Der Hauptfilm selbst wird in würdiger Qualität geboten. Ironischerweise ist der HD-Transfer besser geraten, als der durchwachsene Film. Die Schärfe ist gut und der Kontrast gelungen. Hinzukommt, dass man sich bei der Synchronisation erstaunlich Mühe gegeben hat. Für diesen eher lauen Streifen hätte man vermutlich alles erwartet, nur keine professionelle Übersetzung. Hier hat man jedoch Sorgfalt walten lassen und erfahrene Sprecher engagiert, so dass tonal alles im grünen Bereich bleibt. Vor allem die etwas außergewöhnliche, musikalische Untermalung donnert satt aus den Boxen, weshalb man bei aufgedrehter Anlage das ein oder andere Mal herrlich zusammenzucken dürfte. Wer auf Untertitel angewiesen ist, kann sich freuen. Trotz spärlicher Ausstattung haben es die immerhin auf die Blu-ray geschafft, was heutzutage keine Selbstverständlichkeit ist. Vor allem kleine Label verzichten hin und wieder auf diese wichtige Ausstattung, so dass vor allem hörbehinderte Filmzuschauer so rein gar nichts mit diesen Veröffentlichungen anzufangen wissen. Unterm Strich wird dem Filmfreund mit der Blu-ray zu CRAWL-HOME KILLING HOME eine technisch anständige Scheibe geboten, die ruhig etwas mehr Bonus vertragen hätte können. Ob eine so mager ausgestattete Blu-ray direkt am Erstveröffentlichungstag gekauft werden muss, sollte jeder Filmfreund selbst entscheiden.
 
 
 

Crawl – Home Killing Home [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

CRAWL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Home Sweet Home (2013)

The Aggression Scale (2012)

In their Skin (2012)

Kidnapped (2010)

The Strangers (2008)

Funny Games (1997)

Funny Games – Remake (2007)


Filmreview: “The Colony” (2013)

the-colony-2013
 
 
 

THE COLONY

Story

 
 
 
Die globale Erderwärmung hat eine neue Eiszeit verursacht. Die wenigen Überlebenden organisieren sich in Kolonien unter der Erde, wo sie nicht nur den Fortbestand von Flora und Fauna sicherstellen; sondern auch das eigene Überleben. Wer krank wird, muss die Gemeinschaft verlassen. Wer sich nicht an die klaren Regeln hält, ebenso. Als Kolonie 5 einen Notruf aussendet, wird der Hilferuf von den Mitgliedern der benachbarten Kolonie entgegengenommen. Unter der Leitung von Briggs (Laurence Fishburne) macht sich eine kleine Gruppe Freiwilliger auf den Weg, den Mitgliedern der Kolonie 5 aus ihrer Notlage zu helfen. Doch was sie dort erwartet, lässt ihnen das Blut in den Adern gefrieren …
 
 
 


 
 
 

THE COLONY – Kritik

 
 
 
ACHTUNG: Trailer enthält SPOILER!
 
 
 
Post-apokalyptische Szenarien im Kino (I AM LEGEND, THE DAY AFTER TOMORROW) sind seit einigen Jahren mal wieder schwer im Trend. Was sich mitunter vor allem für große Filmstudios zu einer lukrativen Geldquelle entwickelt hat, hält auch unlängst im Horrorfilm Einzug – wenn auch nicht immer ganz so laut und effektüberladen wie zum Beispiel die Filme aus der (Un-)Kreativ-Schmiede eines ROLAND EMMERICH (INDEPENDENCE DAY; 2012). Im Horror sind es eher erdumspannende Seuchen, die friedliebende Bürger zu reißenden Bestien werden lassen (28 DAYS LATER, 28 WEEKS LATER), die dann jeden anknabbern müssen, der sich nicht vor ihnen in Sicherheit bringen kann. Der tot geglaubte Zombiefilm hat seither ein regelrechtes Revival erlebt und konnte mit dem Serien-Hit THE WALKING DEAD sogar beachtliche Erfolge im TV verbuchen. Der Suvival-Thriller THE COLONY ist zwar ebenso im gleichen Genre zu Hause, gierende Untote sucht der Filmfreund hier jedoch vergebens. Macher JEFF RENFROE (ONE POINT ZERO – DU BIST PROGRAMMIERT) ist im Katastrophenfilm kein Unbekannter. Vor THE COLONY konnte er sich als Drehbuchautor zum TV-Film DER SUPERSTURM – DIE WETTER-APOKALYPSE (2012) erproben. Die Arbeit schien im gänzlich Spaß gemacht zu haben, so dass er sich zu einem weiteren Weltuntergangs-Schocker überreden ließ und den nun vorliegenden THE COLONY inszenierte. Wo er sich Inspirationen für seinen aktuellen Überlebensflick geholt haben muss, dürfte schnell klar sein. Denn sein neuster Beitrag besitzt eine erschreckende Ähnlichkeit mit dem Carpenter’schen Körperschocker THE THING aus dem Jahre 1982. Nur mit dem Unterschied, dass sich die Überlebenden hier mit einer gänzlich anderen Bedrohung konfrontiert sehen und nicht gegen eine außerirdische Lebensform kämpfen müssen.
 
Die Geschichte von THE COLONY ist schnell erzählt: Briggs (LAURENCE FISHBURNE) ist Anführer einer kleinen Kolonie, die sich vor der neuen Eiszeit in Sicherheit bringen konnte und tief im Erdinnern damit beschäftigt ist, irgendwie zu überleben. Das klappt recht gut, denn strickte Regeln klären den Umgang miteinander. Als die kleine Gruppe ein Notrufsignal der einzig bekannten Nachbarkolonie erhält, stellt Briggs einen Trupp von Freiwilligen zusammen, der sich auf den Weg machen soll, die seltsamen Vorfälle zu untersuchen. Nach einer beschwerten Reise durch schneebedeckte Täler und Pfade erreichen die Helfer ihr Ziel, doch von den Überlebenden der Kolonie 5 fehlt jegliche Spur. Als die Gruppe bei ihrem Erkundungstrip auf ein abgemagertes und reichlich verwirrtes Mitglied der Gemeinschaft stoßen, offenbart sich ihnen das ultimative Böse.
 
Mehr über THE COLONY zu verraten wäre fatal, denn dieser Film ist einer jener Filme, der seine optimale Wirkung nur dann erzielt, wenn man so wenig wie möglich über ihn weiß. Vor allem der faszinierend frostreichen aber erschreckend unheimlichen Kulisse ist es zu verdanken, dass THE COLONY spannend bis zur letzten Minute bleibt, wobei dem Zuschauer nicht verborgen bleiben dürfte, dass hier ziemlich oft mit CGI getrickst wurde. Die Effekte sind für eine “günstige” 16 Millionen Dollar Produktion als durchweg zufriedenstellend zu bezeichnen. Dennoch bleibt dem Filmfreund der Einsatz der Bluescreen-Technik nicht erspart – anders hätte vermutlich der ausweglose und klaustrophobische Grundton der Produktion nicht in Bilder festgehalten werden können. Immerhin konnte Regisseur RENFROE für seinen Überlebenstrip einige namhafte und erfahrene Schauspieler gewinnen, die dem Film immens bereichern. So kämpft sich KEVIN ZEGERS (FROZEN-EISKALTER ABGRUND) an der Seite von LAURENCE FISHBURNE (MATRIX) durch Berge von Kunstschnee und BILL PAXTON (ALIENS – DIE RÜCKKEHR) brilliert als gar widerwärtiger Fiesling. Umso bedauerlicher, dass THE COLONY kaum Beachtung fand und in Deutschland sogar direkt auf den Heimkinomarkt geworfen wird. Der Film glänzt durchs Verursachen eines permanent unguten Gefühl und die allgegenwärtige unheimliche Stimmung sorgt für 90 Minuten wohlige Schauer. Da verzeiht man JEFF RENFROE gern, dass das Ende doch etwas zu übereilt daherkommt und das Finale etwas arg unausgegoren wirkt. Zwar wird selbiges dem Zuschauer mit Hang zum Groben gefallen, hilft aber nicht, dass man das Gefühl nicht loswerden möchte, RENFROE wurde aus Budgetgründen gezwungen, ein abruptes Ende zu finden. Was bleibt ist ein sehenswerter und vor allem packender Thriller, der bis kurz vor Ende unglaublich spannend bleibt, aber in den letzten 15 Minuten etwas plump und leider unfertig wirkt.
 
 
 


 
 
 

THE COLONY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Einer der besten Überlebens-Horrorschocker in letzter Zeit. Wer Filme wie THE THING, I AM LEGEND oder 30 DAYS OF NIGHT mag, wird THE COLONY lieben!
 
 
 


 
 
 

THE COLONY – Zensur

 
 
 
THE COLONY erscheint im Oktober 2013 auch in Deutschland. Da der Film (bis auf einige Gewaltspitzen am Ende) keine Splatterorgie ist, kommt er mit FSK16 in den Handel und ist somit auch für Jugendliche geeignet.
 
 
 


 
 
 

THE COLONY – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Ding aus einer anderen Welt (1982)

The Day after Tomorrow (2004)

30 Days of Night (2007)


Review: “Evidence – Auf der Spur des Killers” (2013)

Evidence-2013
 
 
 

EVIDENCE – AUF DER SPUR DES KILLERS

Story

 
 
 
Den Polizisten Reese (Stephen Moyer) und Burquez (Radha Mitchell) bereitet ein grausamer Fall Kopfzerbrechen. Ein wahnsinniger Killer hat an einer verlassenen Tankstelle im Nirgendwo ein schreckliches Blutbad angerichtet. Die sichergestellten Handys der Opfer bieten mit ihren Kameras Auskunft darüber, wie der Serienkiller seine Mordphantasien in die Tat umgesetzt hat und die Polizisten sind sich sicher, bald die Lösung der Verbrechensserie in Händen halten zu können. Doch dann kommt alles anders …
 
 
 


 
 
 

EVIDENCE – Kritik

 
 
 
Was haben die beiden Horrorfilme EVIDENCE (2012; Regie: HOWIE ASKINS) und der vorliegende EVIDENCE (2013; Regie: OLATUNDE OSUNSANMI) gemeinsam? Richtig, sie tragen den gleichen Titel. Außerdem wird dem Zuschauer in beiden Fällen unerträglicher Filmschund präsentiert, der sich einmal mehr der aktuell so beliebten wie erfolgreichen Found-Footage-Rezeptur (also angeblich gefundenes Filmmaterial) bedient. Seit jeher hat diese Filmgattung nicht nur durch pseudo-authentisches Filmmaterial von sich hören lassen; auch unscharfes und verwackeltes Bildmaterial hat nicht selten zu ersten epilepsieähnlichen Anfällen unter Fans des Genres geführt. OSUNSANMI hat mit seinem EVIDENCE einen Wackelcam-Film geschaffen, der alle bisher dagewesene Found-Footage in den Schatten stellt. Natürlich im negativen Sinne. Selten hat man einen Horror-Thriller zu Gesicht bekommen, bei dem man eigentlich nur noch erahnen konnte, was sich da auf der Mattscheibe abspielt. Wir erleben die Geschehnisse aus der Sicht dreier übereifriger Kids, die einen Trip planen und dabei natürlich alles auf Video bannen müssen. Es wird gegackert, imponiert und allerhand wirres Zeug gefaselt, bis die Freunde in einen Bus steigen, der irgendwo in den Wäldern unschön zum Erliegen kommt. Warum die Fahrt nicht fortgeführt werden kann, will hier keiner wissen. Viel interessanter scheint da eine Tankstelle zu sein, die die Fahrgäste anzieht wie Motten das Licht. Was folgt ist Futter für die HOSTEL-Fraktion: die Anwesenden werden von einem Killer überrascht, der sich eifrig mit Hilfe eines Schweißbrenners durch das Fleisch der hilflosen Opfer fackelt.
 
Das Idee hinter EVIDENCE erweist sich dabei als recht raffiniert. Hier haben wir es mit einem Film zu tun, der gekonnt zwischen gefunden Bildmaterial und den aktuellen Ermittlungen wechselt und dabei die Geschehnisse Stück für Stück auflöst. Das hat bereits im Kannibalen-Kultwerk CANNIBAL HOLOCAUST (1980) perfekt funktioniert und weiß auch hier die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu wecken. OLATUNDE OSUNSANMI, der sich mit dem Thriller DIE VIERTE ART (2009) im Sci-Fi-Bereich erprobte, konnte für seinen ersten Horrorfilm sogar mit STEPHEN MOYER (TRUE BLOOD) und RADHA MITCHELL (ROGUE, SILENT HILL) zwei bekannte Schauspieler mit Genreerfahrung gewinnen. Warum die beiden allerdings überhaupt engagiert wurden, will nicht so recht einleuchten. Die beiden haben für einen Mainstream-Titel erstaunlich überschaubare Screentime und scheinen handwerklich sichtlich unterfordert zu sein. MOYERS darf in den wenigen Szenen verstört dreinschauen, während MITCHELL damit beschäftigt ist, genervt durchs Bild zu hetzen. Eine Prämisse, die noch halbwegs zu verschmerzen ist, wäre da nicht die katastrophale Kameraführung, die EVIDENCE tatsächlich das Genick bricht. Als Found-Footage-Liebhaber hat man sich nun schon durch so einige Streifen dieser Art “kämpfen” müssen. Nicht wenige von ihnen scheiterten aufgrund mangelhafter technischer Finesse. OSUNSANMI hat das “Wackeln” in “Wackelcam-Film” etwas zu genau genommen. Hier wird der Zuschauer mit Pixelsalat, Wackelterror und Totalausfällen geplagt, dass ihm der Spaß am Sehen dieses Schockers schnell vergehen dürfte. Zu unscharfen Bildern und ruckeligen Filmschnipseln gesellt sich eine permanent andauernde Finsternis, die es kaum möglich macht, die Gegebenheiten zu rekonstruieren. Der euphorische Killer kokelt sich durch seine “Beute” und lässt dabei nur erahnen, was er da eigentlich treibt. Zudem nervt, dass die Technik der Filmgeräte immer dann stört, wenn EVIDENCE gerade an Spannung gewinnt. Das legt nahe, dass der Regisseur vermutlich gar nicht daran interessiert war, den Zuschauer zu unterhalten – die wirklich schweißtreibenden Szenen sucht man in EVIDENCE vergebens. Auch wenn das Mordwerkzeug des Psychopathen für einen Horrorfilm geschickt gewählt scheint, dürfte der Gorehound vom unschlüssigen Treiben auf dem heimischen Fernsehapparat nicht wirklich begeistert sein. Blut fließt hier nur selten und die meisten der hier gezeigten Grausamkeiten werden im Off zelebriert. Immerhin wissen einige Szenen durch die Nachtsicht-Option der Kamera zu gefallen. So sorgt jener Moment für etwas Herzrasen, in der die Gliedmaßen eines Protagonisten mit Hilfe des Schweißbrenners abgetrennt werden und die Geschehnisse durch die Infrarotfunktion dokumentiert werden.
 
Im Falle von EVIDENCE hat OLATUNDE OSUNSANMI alles falsch gemacht, was man in der Umsetzung eines Horrorfilms falsch machen kann. Die Protagonisten sind Abziehbilder aus dem Horror-Panini-Stickeralbum, die Inszenierung wirkt gerade aufgrund des ungeschickt platzierten Found-Footage-Stils unerträglich und spannend will EVIDENCE auch nicht so wirklich werden. Immerhin sorgt der verblüffende Twist am Ende für etwas Erheiterung. Wirklich besser macht dieser EVIDENCE dennoch nicht.
 
 
 


 
 
 

EVIDENCE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Macheten waren gestern – jetzt wird sich durchs Fleisch geschweißt. In EVIDENCE erlebt der Zuschauer einen der wohl hinterhältigsten Killer der Filmgeschichte. Leider kann der Filmfreund nur selten erahnen, was der miese Psycho da überhaupt auf der Mattscheibe veranstaltet. Denn der hier eingesetzte Found-Footage-Stil ist selbst innerhalb des Wackelcam-Genres kaum zu ertragen.
 
 
 


 
 
 

EVIDENCE – Zensur

 
 
 
Hier wird zwar nicht viel explizite Gewalt gezeigt, denn die Kamera schwenkt in den “bösen” Szenen entweder weg oder verfremdet sie mittels der Infrarotbilder der Camcorder/Handys. Die FSK hat den Film hierzulande bereits ungeschnitten ab 16 Jahren freigeben.
 
 
 


 
 
 

EVIDENCE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
evidence-auf-der-spur-des-killers-bluray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Evidence; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1920×1080)

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow mit sieben weiteren Filmen aus dem Hause UNIVERSUM FILM (alle HD, deutsch), Originaltrailer in Deutsch (HD), BD-Live-Zugang

Veröffentlichung 13.12.2013

 
 
 
Bevor EVIDENCE – AUF DER SPUR DES KILLERS beginnt, macht UNIVERSUM FILM mit drei Pflichttrailern etwas Eigenwerbung. So bekommt der BD-Besitzer erst einmal Clips zu OLYMPUS HAS FALLEN, REDEMPTION und dem Thriller THE CALL – LEG NICHT AUF! vor die Linse. Alle Trailer liegen selbstverständlich in HD und Deutsch vor. Danach gefällt ein stilistisch dem Film angepasstes Hauptmenü, das aus Szenen des Films besteht und mit hektischer Musik untermal wurde. Dort fällt direkt ins Auge, dass auf dem Menüpunkt „Extras“ gänzlich verzichtet wurde. Bis auf den Trailer in deutscher Sprache und einer umfangreichen Trailershow mit sieben weiteren Streifen aus dem Fundus des Publishers hat es gerade mal noch ein BD-Live-Zugang auf die Scheibe geschafft. Sprich: wer mehr Extras sehen möchte, benötigt einen Internetzugang. Das Bild zu beurteilen ist schwer. Das Geschehen wird mit verschiedenen Kameraarten protokolliert, dementsprechend ist die Qualität von hervorragend (aus der Sicht des Ermittlungsteams) bis katastrophal (Handykamera) zu beurteilen. Die Synchronisation ist gelungen und der wummernde, hektische Score bewirkt nicht selten eine gute Räumlichkeit. Zudem kommt der Subwoofer erheblich oft zum Einsatz. Vor allem dann, wenn die Schockeffekte einsetzen, verstärkt ein Grummeln aus den Boxen den Schreckmoment. Viele kleine Umgebungsgeräusche (wie Wind) unterstreichen zusätzlich die beunruhigende Atmosphäre, so dass sich der Zuschauer zumindest tonal auf effektreiches Grusel- und Schockfeeling einstellen kann. Trotz mageren Extras haben es deutsche Untertitel für den Hauptfilm auf die Veröffentlichung geschafft. Ein Wendecover gehört zur obligatorischen Grundausstattung von UNIVERSUM FILM.
 
 
 

Evidence – Auf der Spur des Killers [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

EVIDENCE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stripped (2012)

The Dyatlov Pass Incident (2013)


Filmreview: “Piggy” (2012)

piggy 2012
 
 
 

PIGGY

Story

 
 
 
Einzelgänger Joe (Martin Compston) ist gefangen in einem Albtraum. Als sein Bruder von einer Bande gewaltbereiter Burschen niedergestochen wird und kurz darauf seinen Verletzungen erliegt, bricht für den perspektivlosen Jungen eine Welt zusammen. Er begegnet Piggy (Paul Anderson), einem ehemaligen Jugendfreund des Bruders, der ihm anbietet den Mord zu rächen. Joe willigt ein und beide beginnen mit der Arbeit, die Übeltäter für ihre Taten zu Rechenschaft zu ziehen …
 
 
 


 
 
 

PIGGY – Kritik

 
 
 
Bei PIGGY handelt es sich um keinen Horrorfilm, was das Filmplakat vermuten lässt. Vielmehr ist es der Versuch des britischen Nachwuchsregisseurs KIERON HAWKES dem Zuschauer zu vermitteln, welche Folgen aus Gewalt resultieren können und ob Rache oder Vergeltung überhaupt die Genugtuung bringen, die man sich anfänglich erhofft hat.
 
Joe (MARTIN COMPSTON) ist menschenscheu, ängstlich und verschlossen. Er hangelt sich monoton von Tag zu Tag und findet im Alkohol und Joints Ausgleich zu seinem sonst so langweiligen Leben als Postkurier. Joe meidet jegliche menschliche Interaktion und geht Konfrontation aus dem Weg. Bezugspunkt und Sinn seines ernüchternden Dasein bilden sein Bruder John und dessen Freundin Claire. Doch sein langweiliges und strukturiertes Leben gerät aus den Bahnen, als Bruder John von einer Bande aggressiver Typen niedergestochen wird. In Joe bricht eine Welt zusammen, seine Trauer wird fortan mit einem unverständlichen “Warum?” begleitet. Als dem verstörten Einzelgänger wenige Tage später ein Jugendfreund des Bruders begegnet, der sich selbst PIGGY nennt und dem Trauernden Hilfe anbieten will um den Mord zu rächen, wird Joe kurzum aus seiner Lethargie gerissen und sieht sich bald in einem Strudel aus Gewalt, Hass und Rache wieder. Auf der Suche nach den Verbrechern wird der Zuschauer nicht nur Zeuge, wie ein Täter nach dem nächsten das Zeitliche segnet, sondern auch wie Joe eine psychische Verwandlung durchlebt und sich schnell in einer gewalttätigen Welt wiederfindet, die er so sein ganzes Leben gefürchtet hat. Die Begegnung der beiden Männer setzt eine Reihe von eskalierenden Ereignissen in Bewegung. Während PIGGY mit einer Schweinenase aus Pappe maskiert die physische Vergeltung ausübt und die Mitgliedern der Bande meuchelt, steht ihm Joe als stiller Beobachter zur Seite, der jedoch schnell erkennt, dass ihm das Ableben der Bösewichte kein befriedigendes Gefühl der Genugtuung spendiert. Stattdessen fühlt er innerlich die gleiche Leere, die er auch vor den Gewalttaten verspürt hatte. Während PIGGY die Rache-Morde geradezu genüsslich zelebriert, empfindet Joe nur noch Abscheu für das immer brutalere Vorgehen seines Gehilfen, wohnt aber teilnamslos dem menschenunwürdigen Treiben bei. Schnell begreift er, dass PIGGY nicht die erhoffte, innere Befriedigung erzielt, die sich Joe eigentlich gewünscht hätte. Stattdessen verwandelt sich der schüchternen Bursche selbst zu einer erbarmungslosen und höchst reizbaren Killermaschine, die kein Erbarmen kennt.
 
PIGGY ist ein Glücksfall für Drehbuchautor und Regisseur KIERON HAWKES. Seine Studie über Gewalt und welche Folgen sie bei allen Beteiligten bewirken kann, ist hartes Kino das unter die Haut geht. In düsteren und teils schon farblosen Bildern erleben wir den moralischen Verfall eines vermeintlich perspektivlosen Protagonisten, der sich durch Gewalt getrieben am Ende vom Opfer zum Täter entwickelt. Die Veränderung vollzieht sich hierbei stets nachvollziehbar, ungezwungen und glaubhaft, was auch Schauspieler MARTIN COMPSTON (DOOMSDAY – TAG DER RACHE) gutzuschreiben ist, der seine Rolle mit unglaublicher Präzision meistert und dem die Rolle des traumatisierten, aber dennoch sanftmütigen Postkuriers wie auf den Leib geschneidert scheint. Ihm zur Seite wird PAUL ANDERSON (A LONELY PLACE TO DIE) gestellt, der den wahnsinnigen und unberechenbaren PIGGY mimt und der den Wechsel zwischen Kumpel und Psycho mit derart überzeugender Leichtigkeit spielt, dass selbst der Zuschauer diesem mysteriösen Zeitgenossen nicht im Dunkeln begegnen möchte. PIGGY ist ein verstörendes und schwermütig erzähltes Stück Zelluloid, dass den Filmfreund die Abgründe der menschlichen Seele zeigt und sich mit der Frage an den Zuschauer wendet, wie er sich in ähnlicher Situation selbst verhalten hätte. Lindert Rache das eigene Seelenleid? Vergilt man Mord mit Mord? Auch wenn die Idee hinter PIGGY durchaus interessant ist und der Film mit Sicherheit auch nach dem Abspann durchaus nachwirkt, sollte der Filmfreund genügend Sitzfleisch mitbringen. Das Thema wird zwar mit der nötigen Ernsthaftigkeit betrachtet und unterscheidet sich grundlegend von üblichen Rachefilmchen aus der Welt des Horrorfilms; dennoch lässt sich nicht leugnen, dass PIGGY mit seinen knapp zwei Stunden ein wenig arg lang geraten ist und trotz regelmäßiger Folterszenen mit einigen Längen zu kämpfen hat. Zudem sind die bebilderten Gewalttaten Marke besonders perfide: obwohl nur selten gezeigt wird, was PIGGY mit den Übeltätern auf der Mattscheibe veranstaltet, lassen die Schreie der Opfer dem Zuschauer rasch die Nackenhaare zu Berge stehen, so dass PIGGY von empfindsamen Gemütern mit Vorsicht genossen werden sollte.
 
 
 


 
 
 

PIGGY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
PIGGY ist einer der härtesten psychologischen Thriller der letzten Zeit, der dem Zuschauer die tiefen Abgründe der menschlichen Seele vor Augen führt. Ein kontroverses Rachedrama, mit erschütternder Einsicht. Ein Film der mit Sicherheit noch lange nachwirken wird.
 
 
 


 
 
 

PIGGY – Zensur

 
 
 
PIGGY wird in Deutschland vermutlich ungeschnitten ab 18 Jahren erscheinen. Zwar wird hier bis auf einen derben Kehlenschnitt nichts wirklich Blutiges gezeigt; die im Off zelebrierten Handlungen wirken aber aufgrund ihrer verzweifelten Schreie nicht weniger unangenehm. Demnach ist die mögliche KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung vollkommen gerechtfertigt.
 
 
 


 
 
 

PIGGY – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
Ähnliche Filme:

Community (2012)

Compliance (2012)

Prank (2013)

Black Rock (2012)

Girls against Boys (2012)

The Aggression Scale (2012)


Filmreview: “The Vatican Exorcisms” (2013)

THE VATICAN EXORCISM (2013)
 
 
 

THE VATICAN EXORCISMS

Story

 
 
 
Das Thema Exorzismus ist immer für eine Dokumentation gut, besonders, dann wenn der Fokus allen Übels auf Italien liegt. Drum reist Joe Marino mit einem Kamerateam in den Vatikan, um dort einen geschulten Dämonenaustreiber bei seiner täglichen Arbeit zu begleiten und seine Praktiken mit der Kamera festzuhalten.
 
 
 


 
 
 

THE VATICAN EXORCISMS – Kritik

 
 
 
Man hat als Horrorfilmkritiker bereits schon so einige faule Tomaten gesehen. Filme, die oftmals so mies waren, dass sich die Spielzeit von knapp 90 Minuten zu einer halben Ewigkeit entwickelt haben. Ob sich die Produzenten hinter den Machwerken manchmal überhaupt im Klaren sind, was sie mit ihren miserablen Schundfilmchen aussagen oder gar bewirken wollen, sei einmal dahingestellt. Fakt ist, dass es auf dieser Welt eindeutig zu viele dieser unbrauchbaren Titel gibt. Das kostet den Zuschauer einfach zu viel Lebenszeit! THE VATICAN EXORCISMS fügt sich perfekt in die Riege der Filme ein, auf die die Welt nur gewartet hat – um sie zu meiden! Das hübsche (natürlich an THE LAST EXORISM angelehnte) Cover schaut zwar durchaus vielversprechend aus, wurde aber vermutlich nur gestrickt, um Käufer neugierig zu machen. Auf besessene Geschöpfe, die grotesk verdreht die Wände emporklettern wartet man in THE VATICAN EXORCISMS vergebens. Stattdessen hat es der Zuschauer hier mit kostengünstigem Pseudo-Grusel zu tun, der so unsagbar schlecht umgesetzt wurde, dass sich einem während der Sichtung die Zehennägel krümmen.
 
THE VATICAN EXORCISMS ist wohl DER dilettantischste und schlechteste Wackelcam-Thriller, den man die letzten Jahren auf der Mattscheibe hatte. Dabei ist Regisseur JOE MARINO zwar leidlich bemüht, seinem unterirdischen Schocker so etwas wie Authentizität einzuhauchen. Das Treiben gestaltet sich aber derart beschämend, dass sich diese Peinlichkeit kaum in Worte fassen lässt. THE VATICAN EXORCISMS ist Quasi die unspektakuläre Version des 2012 erschienenen THE DEVIL INSIDE. Unter dem Deckmantel realer Gegebenheiten wird hier eine Dokumentation gezeigt, die sich mit dämonischer Besessenheit im tiefreligiösen Süden Italiens beschäftigt und einem Exorzisten bei seiner täglichen Arbeit beiwohnt. Nun gut, vermutlich kein schlechter Stoff für einen schick reißerischen Found-Footage-Beitrag. Die Umsetzung gestaltet sich jedoch derart ereignislos, dass dem Zuschauer zu raten ist, sich diesen ermüdenten Quark möglichst wach anzuschauen. Da werden tagebuchartig Geschehnisse protokolliert und Angehörige der vermeintlich vom Teufel Besessenen vor der Kamera mit unangenehmen Fragen gelöchert, um dem Zuseher unwichtiges Hintergrundwissen zu bieten. Danach werden vier Fälle geschildert, in denen sich PATER LUIGI leidlich darum bemüht sieht, den besessenen Opfern Heilung zu verschaffen. Während eine betagte Nonne vermutlich bereits seit Jahren im Wachkoma liegt und ab und an wütend Zähne aus ihrem Mund spuckt, wenn LUIGI aus seiner Bibel vorliest, beobachtet das Kamerateam woanders ein kleines Mädchen, das düstere Bilder malt und wirres Zeug faselt, wenn der Exorzist ihr etwas arg nah zu Leibe rückt. Die nicht vorhandenen schauspielerischen Leistungen lassen sich kaum verschleiern, wobei sich die wenigen Leidtragenden leidlich darum bemüht sehen, durch ihr Schreien, Kichern und Umherwälzen so etwas wie Gruselfeeling entstehen zu lassen. Das kommt jedoch nie zustande, auch dann nicht, als sich JOE MARINO (der im Übrigen auch den fiktiven Regisseur des Films mit gleichen Namen mimt) vom Teufel höchstpersönlich verfolgt fühlt.
 
Das Found-Footage-Genre will sich partout keine Auszeit gönnen. Mit THE VATICAN EXORCISMS beweist der Wackelcam-Film einmal mehr, dass dieses Subgenre bereits unlängst seinen erfrischenden Reiz verloren hat. Regisseur JOE MARINO spielt sich selbst, um dem Film die nötige Glaubwürdigkeit zu verleihen. Das wäre ihm um Haaresbreite gelungen, würden da nicht die grottigen Schauspieler den Film zur Lachnummer machen. Grandiose Effektszenen sucht man hier vergebens. Die Besessenen versuchen den Zuschauer mit einfachen Mitteln zum “Lachen” zu bringen. Während eines der geplagten Opfer mit seinen Leibeswindungen beeindruckend den Fußboden wischt, weiß ein anderer wie er sich mit ausgiebigen Leibesübungen selbst “beglücken” kann. Was bleibt, ist eine vollkommen schwachsinnige Pseudo-Reportage, die ideenlos versucht auf den aktuell so beliebten Exorzisten-Zug aufzuspringen. Hände weg von diesem Nonsens!
 
 
 


 
 
 

THE VATICAN EXORCISMS – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
Schockierend, beängstigend, beunruhigend! DAS alles ist THE VATICAN EXORCISMS natürlich nicht, auch wenn es das Filmplakat suggeriert. Einer der miesesten Filme im Kinojahr 2013.
 
 
 


 
 
 

THE VATICAN EXORCISMs – Zensur

 
 
 
Mit etwas Glück dürfte THE VATICAN EXORCISMS hierzulande ungeschnitten mit FSK12-Freigabe erscheinen. Ob es der miese Film jedoch überhaupt je nach Deutschland schaffen wird, steht vermutlich in den Sternen.
 
 
 


 
 
 

THE VATICAN EXORCISMS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der letzte Exorzismus 2 (2013)

Besessen – Der Teufel in mir (2012)

Possession – Das Dunkle in Dir (2012)

Apartment 143 (2011)

Der Exorzist (1973)

Exorzist 2 – Der Ketzer (1977)

The Devil Inside (2012)


Filmreview: “The Call – Leg nicht auf!” (2013)

The Call - Leg nicht auf 2013
 
 
 

THE CALL – LEG NICHT AUF!

Story

 
 
 
Die toughe Jordan Turner (Halle Berry) arbeitet in einer Notruf-Zentrale. Sie nimmt die Anrufe entgegen, protokolliert diese und leitet so die Polizei- und Rettungseinsätze. Als die minderjährige Casey Welson (Abigail Breslin) am Telefon um Hilfe bittet, weil sie von einem Unbekannten entführt wurde und sich nun im Kofferraum eines fahrenden Wagens befindet, werden in Jordan alte Erinnerungen wach. Vor genau sechs Monaten wurde sie mit einem ähnlichen Fall konfrontiert, konnte dem hilfesuchenden Mädchen jedoch nicht helfen. Für Jordan Grund genug alle Hebel in Bewegung zu setzen, um Casey´s Leben zu retten.
 
 
 


 
 
 

THE CALL – Kritik

 
 
 
Wenn Frauenpower die Kinoleinwände regiert, dann oft in Form austauschbarer Slasher, moralisch verwerflicher Rape-and-Revenge-Movies oder wehleidig-depressiver Dramen, deren Zugänglichkeit manch männlichem Kinogänger nicht selten verborgen bleibt. Im Thrillerbereich sind dagegen oft die Männer am Zug, die natürlich wissen, wie sie dem skrupellosen Verbrecherpack erfolgreich das Handwerk legen müssen. THE CALL – LEG NICHT AUF! macht da eine Ausnahme und dreht den Spieß ganz einfach mal um. Denn dieser aktuelle Thriller ist einer dieser Filme, in denen die Männerwelt einfach mal Sendepause hat und zwei toughe Frauen im Mittelpunkt stehen, die kurzum das Gesetz selbst in die Hand nehmen. Oscar-Preisträgerin HALLE BERRY (MONSTER’S BALL, GOTHIKA) spielt JORDAN TURNER, eine engagierte Mitarbeiterin der Notrufzentrale des Los Angeles Police Department. Nachdem sie einem jungen Mädchen nicht helfen kann und dieses daraufhin von einem unbekannten Psychopathen ermordet wird, lässt sie sich versetzen und übernimmt fortan die Ausbildung neuen Personals. Doch die Vergangenheit scheint die gezeichnete Frau erneut einzuholen. Es dauert nicht lang und JORDAN wird erneut mit einem Notruf konfrontiert, der sie an jenen Vorfall vor wenigen Monate zurückerinnert.
 
Regisseur BRAD ANDERSON ist in Hollywood kein Unbekannter. Nach der Mitarbeit an erfolgreichen Serienformaten wie FRINGE und THE SHIELD, hat er sich vor allem mit den Filmen DER MASCHINIST und TRANSIBIRIAN einen respektablen Ruf in der Traumwerkstatt erarbeitet. Während in einem frühen Entwicklungsstadium JOEL SCHUMACHER (NICHT AUFLEGEN) für den Posten des Regisseurs vorgesehen war, wurde letzten Endes doch ANDERSON die Aufgabe zuteil, den anfänglich als TV-Film geplanten THE CALL – LEG NICHT AUF! als Langfilm zu realisieren. Kein schlechter Einfall, denn die Idee hinter THE CALL ist geradezu prädestiniert für einen temporeichen und kurzweiligen Kinofilm wie diesen. Dass Hollywood-Star HALLE BERRY so einiges auf den Kasten, hat dürfte vermutlich die wenigsten wundern. Immerhin ist ihr die Oscar-Auszeichnung für MONSTER´S BALL nicht zu Kopf gestiegen, so dass man sie hin und wieder in merklich massenpublikumstauglichen (X-MEN) und vollkommen dummen (CATWOMAN) Blockbustern bewundern darf. THE CALL macht da natürlich keine Ausnahme. Der Film ist packendes und schön schweißtreibendes Suspense-Kino, weit entfernt von allzu Tiefschürfendem. Macht aber nichts. HALLES Schauspielkunst kommt dem Film gerade gelegen. Als traumatisierte Retterin in der Not muss sie der hysterischen Teenagerin CASEY am Telefon einen Weg aus deren Unachtsamkeit bahnen.
 
CASEY, übrigens grandios kreischend gemimt von ABIGAIL BRESLIN (SIGNS, LITTLE MISS SUNSHINE), befindet sich in der Gewalt des Gewaltverbrechers MICHAEL FOSTER (MICHAEL EKLUND – WATCHMEN, 88 MINUTES), der eine Vorliebe für blonde Minderjährige hegt. Während CASEY im Kofferraum des Killers erst einmal die Lage checkt und ihr Telefon aus der Tasche zaubert um den Notruf zu wählen (was für ein Zufall!), bekommt Psychopath MICHAEL am Steuer nur wenig von den Fluchtversuchen seines Opfers mit und hört stattdessen einmal mehr seinen Lieblingssong in Dauerschleife. Schnell ist das Trauma überwunden und Notruftelefonistin JORDAN wird zur Superheldin. Sie reißt das Mädchen immer wieder aus ihrer Angst und spornt den naiven Teen an, mit allen erdenklichen Mitteln die “Außenwelt” über die brenzlige Situation in Kenntnis zu setzen. Da wird aus dem Inneren des Kofferraums ein Rücklicht eingeschlagen um wenig später Farbe aus dem Wagen fließen zu lassen. Die Taktik die das Helfer-Opfer-Duo dabei an den Tag legt wirkt durchaus logisch, wenngleich die Hilfsmittel im Inneren des Wagens etwas arg konstruiert erscheinen. Über weite Strecken wirkt die Zusammenarbeit der beiden Leidtragenden ziemlich nervenaufreibend, zumal der Zuschauer stets die Befürchtung haben muss, dass der Killer jeden Moment von den Rettungsaktionen erfahren könne.
 
Leider weiß der Hochgeschwindigkeits-Thriller nicht über die gesamte Laufzeit zu überzeugen. Während THE CALL in der ersten Hälfte schnörkellosen Thrill zelebriert, gerät spätestens mit den ersten Unachtsamkeiten des Serienkillers das marode Handlungsgerüst ins Wanken. Er verhält sich zwar während des ganzen Films durchweg krank und ziemlich unberechenbar; der Klügste ist er aber nicht wirklich. THE CALL – LEG NICHT AUF! ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein nur halbherziges Drehbuch einen gesamten Film in die Knie zwingen kann. Denn spätestens dann, wenn die Telefonistin zur Einzelkämpferin mutiert und sich allein auf die Suche nach der vermissten CASEY macht, verliert der Film jegliche Glaubwürdigkeit. Was folgt ist ein Schlussakt der an jüngstes Torturenkino erinnert und in seinen absurdesten Momenten WILLIAM LUSTIGS Meisterwerk MANIAC (1980) ins Gedächtnis ruft. Was bleibt ist zwar ein immer noch fesselnder Thriller mit für das Genre herausragenden schauspielerischen Leistungen, der sich aber in der letzten halben Stunde zum konventionellen und düsteren Folter-Schocker entwickelt. Dem Horrorfreund dürfte der Umstand vermutlich freuen; der zartbesaitete Normalfilm-Fan sich etwas tiefer in den Kinosessel graben.
 
 
 


 
 
 

THE CALL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kein Film für Weicheier! Schweißtreibender Hochspannungs-Thriller, der für viel Nervenkitzel sorgen wird. Nach fulminanten zwei Dritteln Laufzeit fällt die Logik des Films wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Eine Schande! Trotzdem, THE CALL – LEG NICHT AUF ist ein fesselnder Psycho-Schocker der dem Zuschauer an die Nieren geht!
 
 
 


 
 
 

THE CALL – Zensur

 
 
 
Trotz kleiner Tortur-Szenen am Ende, geht es in THE CALL – LEG NICHT AUF nicht wirklich blutig zu. Daher ist die deutsche Fassung frei ab 16 Jahren im Handel erhältlich.
 
 
 


 
 
 

THE CALL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Call; USA 2013

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Featurettes: Notfallmassnahmen: Die Entsscheidung des Films (14:53 Min.), Am Set: Das Versteck (3:27 Min.), Am Set: Das Call Center (4:51 Min.), Die Stunts (6:56 Min.), Deleted/Extended Scenes: Gespräch auf dem Dach (1:35 Min.), Call Center Gruppe (0:54 Min.), Michael verfrachtet Casey in ein neues Auto (0:46 Min.), Letzte Warnung (1:01 Min.), Alternatives Ende (0:47 Min.), Kinotrailer (1:36 Min.), BD-Live, Trailershow mit 9 Trailern kommender Veröffentlichungen von UNIVERSUM FILM

 
 
 
Vor einiger Zeit noch im Kino gelaufen, veröffentlicht UNIVERSUM FILM den spannenden THE CALL – LEG NICHT AUF! nun auch auf DVD und Blu-ray. Die HD-Umsetzung ist als recht gelungen zu betiteln, denn das Bild überzeugt durch eine knackige Schärfe, sehr hohem Kontrastumfang und hervorragendem Schwarzwert. Zwar entstehen durch die teils hastigen Schnitte hin und wieder kurze Unschärfen und Unruhen im Bild, die sind aber kaum der Rede wert und machen nur Bruchteile von Sekunden aus. Auch beim Ton bekommt der Zuschauer die volle Bandbreite geboten. Die mitreisende musikalische Untermalung ist stets präsent und nimmt alle Boxen in Beschlag. In THE CALL hat der Subwoofer zudem eine Menge zu arbeiten, denn hin und wieder kommt ein aggressiver Beat zum Einsatz, der den Subwoofer kräftig vibrieren lässt. Natürlich hat UNIVERSUM FILM auch ein kleines Extrapaket geschnürt. Bereits beim Einlegen des Mediums gibt es mit ALL IS LOST (ca. 2 Minuten, HD), THE FROZEN GROUND (ca. 2 Minuten, HD) und BYZANTIUM (ca. 2 Minuten, HD) die obligatorischen Pflichttrailer von weiteren Filmen aus dem Katalog des Anbieters. Danach kann man in einem animierten Menü nach Extras stöbern. Diese umfassen mehrere Features, die die Hintergründe der Produktion beleuchten. Neben Hintergrundmaterial gibt es noch fünf gelöschte/alternative Szenen zu sehen (zusammen ca. 7 Minuten). Mit fast 40 Minuten Laufzeit ist der Bonusbereich für einen aktuellen Kinofilm nicht gerade üppig ausgefallen. Immerhin gibt es deutsche Untertitel für Extras und den Hauptfilm, was das magere Bonusmaterial aufwertet. Neben den diversen Hintergrundinformationen haben es noch der Kinotrailer und ein BD-Live-Zugang auf die Scheibe geschafft. Für Letzteren wird jedoch Internet vorausgesetzt. Wer gern Werbeclips schaut, kann sich zudem noch durch eine umfangreiche Trailershow klicken, denn mit neun weiteren Trailern kommender Veröffentlichung (darunter EVIDENCE (2013) und DAS PENTHOUSE (2013)) betreibt UNIVERSUM FILM etwas Eigenwerbung. Abgerundet wird der Release von THE CALL – LEG NICHT AUF! mit dem unverzichtbaren Wechselcover ohne FSK-Flatschen. Wer rasante und spannende Thriller mag, kann bedenkenlos zugreifen. Die Blu-ray des Streifens ist technisch tadellos!
 
 
 

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THE CALL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Victim – Trau keinem Fremden (2011)

No One Lives (2012)

Alexandre Aja´s Maniac (2012)


Filmreview: “World War Z” (2013)

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WORLD WAR Z

Story

 
 
 
Gerry (Brad Pitt) und Karen Lane (Mireille Enos) fahren mit Ihren beiden Töchtern in die Innenstadt Philadelphias, als sie plötzlich ins Verkehrschaos geraten. Die Frage nach der Ursache stellt sich nicht lange: Aggressive und blutrünstige Virusinfizierte, die sich mit jedem Biss rasend schnell vermehren, attackieren die Stadt. Mit allen Mitteln versucht der ehemalige UN-Spezialagent Gerry seine Familie aus dem unvorstellbaren Chaos in Sicherheit zu bringen. Dies gestaltet sich denkbar schwer, da die Zombies schneller und stärker als nicht-mutierte Menschen sind. Schließlich wird die Familie zusammen mit anderen Überlebenden auf einen Flugzeugträger mitten im Ozean gebracht, wo sie sich in Sicherheit wähnt. Gerry muss, um den Schutz seiner Familie zu gewährleisten, im Auftrag der UN ein Mittel finden, um das Virus zu stoppen. Es bleiben ihm nur noch 90 Tage, bevor es dafür endgültig zu spät ist. Ein aufregender Wettlauf gegen die Zeit beginnt …
 
 
 


 
 
 

WORLD WAR Z – Kritik

 
 
 
Das Zombiegenre ist so beliebt wie seit den 70ern nicht mehr. Langsam schlurfend, frei von Intelligenz oder Emotion, sind die lebenden Toten unentwegt auf der Suche nach menschlichem Frischfleisch und breiten sich dabei rapide aus. Die letzten Überlebenden kämpfen auf der Suche nach einem sicheren Ort vor der geifernden Bedrohung. So kennt und liebt der Zombiefan seine wandelnden Toten und wurde vor allem in den letzten Jahren mit einer wahren Schar blutrünstiger Werke versorgt. So erzielte beispielsweise die amerikanische Fernsehserie THE WALKING DEAD die Topquoten im Pay-TV. Zwar erfindet auch WORLD WAR Z die Sparte nicht neu, doch man darf sich auf viele Innovationen freuen, die den Hollywoodstreifen zumindest aus der Masse hervorstechen lassen. WORLD WAR Z ist trotz der negativen Kritik im Vorfeld ein überraschend cleverer, fesselnder und phantasievoller Beitrag zum Zombie-Genre.
 
Zunächst zeichnet die Geschwindigkeit in der alles abläuft, den Film besonders aus. Ganz anders als in den meisten älteren Zombiestreifen schlurfen, die Infizierten hier nicht schleppend durch die Gegend – darauf wartend, dass panische Dummköpfe unüberlegt in ihre Arme rennen, sondern stürmen in enormem Tempo durch die Städte. Unaufhaltsam, ohne Ablenkung jagen sie jeden Nichtinfizierten. Das Filmtempo scheint sich den Zombies anpassen zu wollen: Auf eine lange Einführphase oder große ruhige Abschnitte wird weitestgehend verzichtet. Auch der sicherste oder isolierteste Ort bietet keinen unüberwindlichen Schutz. Normalerweise würde man ein Dutzend oberflächlicher Charaktere erwarten, deren klischeehafte und vor allem kurze Filmleben keine tiefere Beziehung zum Zuschauer erlauben und deren Ableben somit kaum Mitgefühl auslöst. Glücklicherweise hat man diesen Qualitätseinbruch verhindert. Denn während der kompletten 113 Filmminuten folgt man konsequent nur einem einzigen Protagonisten. Und das funktioniert. Obwohl schon wenige Minuten nach der Öffnung des Kinovorhangs die Katastrophe beginnt und kein langer Einblick in das Alltagsleben der Familie Lane gewährt wird, baut sich trotzdem eine spannungsgeladene Verbindung zu der Hauptfigur Gerry auf. Und das ist in diesem Genre inzwischen nicht mehr selbstverständlich. Handelt es sich doch meist um einfältige Pinsel die, ohne zu überlegen, panikgetrieben in ihren sicheren Tod rennen, während die Zuschauer nur mit dem Kopf schütteln. Bei WORLD WAR Z wurde den Charakteren glücklicherweise Intelligenz geschenkt und ihre Handlungen meist logisch, überlegt und nachvollziehbar gezeichnet. Danke hierfür. Allerdings liegt der Fokus eben nur auf Gerry Lane. Über die Geschichte, Motive und Nebenfiguren erfährt man kaum etwas. Der Titel verspricht, dass es global wird und er verspricht nicht zu viel. So wird das Publikum an unterschiedliche Schauplätze der ganzen Welt geführt. Die Personen, denen man dort begegnet, wurden glücklicherweise mit Schauspielern aus den jeweiligen Ländern besetzt um so eine hohe Authentizität zu erreichen und um schlecht nachgeahmte Akzente zu vermeiden – zumindest in der Originalfassung. Zur Glaubhaftigkeit hat vor allem auch beigetragen, dass die Macher viel Mühe darin investiert haben, die Zombiemythologie wissenschaftlich zu begründen. Dafür wurden Experten unter anderem für Infektionskrankheiten, Entomologie oder Parasitismus zu Rate gezogen. So wird der Zombiefan nicht nur mit Theorien und Erklärungen über Ursprung und Wirkung des Virus beschenkt – was durchaus eine Seltenheit im Genre ist. Darüber hinaus klingen sie auch noch plausibel und einleuchtend. Der Horrorfaktor ist bei WORLD WAR Z eher ein Actionfaktor. So finden neckisch herumwedelnde Eingeweide, endlose Wellen aus Blut und kreatives Zombiezermansche wesentlich weniger Screentime als in vergleichbaren Filmen. Allerdings hat man für kreative Tötungsideen oder große Präsentationen von halb verwesten Menschenfressern auch kaum Zeit. Rennen, losschießen, rennen, verstecken, rumballern, noch mehr rennen, schleichen und doch wieder rennen. Die Handlung ist packend, dramatisch, der Puls erreicht durchweg Höchstwerte und ja, es wird auch wirklich viel gerannt. Dennoch gibt es auch Schleichpassagen in denen jede falsche Bewegung die Aufmerksamkeit der wilden Horde auf sich lenken könnte und damit den sicheren Tod bedeutet. Somit ist für Jeden etwas dabei um die Blutpumpe ordentlich zu beanspruchen.
 
Es wird auf intensive Brutalität und krasse Ekelmomente verzichtet, wohl auch zugunsten der Jugendfreigabe ab 16, was dank der Dynamik nicht wirklich auffällt und somit kaum zu Lasten fällt.
Marc Fosters buchabweichende Filmumsetzung von WORLD WAR Z ist eine gelungene Erfrischung im Filmgenre der lebenden Toten. Mit seinem fesselnden Verlauf, intelligenten Protagonisten und übermenschlichen Infizierten sorgt die fast zweistündige Hetzjagd um die Welt für gelungene Unterhaltung. Auch geeignet für Zombiefans mit schwachen Magen. Leute mit schwachen Herzen sollten den Kinosaal allerdings meiden.
 
 
 


 
 
 

WORLD WAR Z – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Ein spannendes und atemberaubendes Erlebnis, an dem Action- und auch erfahrene Zombieanhänger trotz weniger Ekelmomente (oder gerade deswegen) ihre wahre Freude haben werden.
 
 
 


 
 
 

WORLD WAR Z – Zensur

 
 
 
Der Film erscheint in Deutschland vollkommen ungeschnitten und ist sogar für Jugendliche geignet. WORLD WAR Z ist frei ab 16 Jahren!
 
 
 


 
 
 

WORLD WAR Z – Trailer

 
 

 
 

Sören C.

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Purge – Die Säuberung (2013)

28 Days Later (2012)

28 Weeks Later (2007)

Resident Evil (2002)

I Am Legend (2007)


Filmreview: “V/H/S 2″ (2013)

V-H-S-2_Poster
 
 
 

V/H/S 2

Story

 
 
 
Zwei Privatdetektive sind auf der Suche nach einem vermissten Studenten, der nicht auf die Anrufe seiner besorgten Mutter reagiert. Um das Verschwinden des Jungen aufzuklären, durchsuchen die Ermittler seine Wohnung nach Anhaltspunkten. Sie stoßen auf seltsame Videobänder, die allerhand mysteriöse Gegebenheiten festgehalten haben. Nach und nach wird den Detektiven bewusst, dass der Junge eine Leidenschaft für Snuff-Filme hegt, die er online mit Gleichgesinnten teilt.
 
 
VIDEOBAND I – PHASE I CLINICAL TRIALS
(Adam Wingard / A Horrible Way to Die)
 
Ein junger Mann erleidet eine schwere Augenverletzung und bekommt ein künstliches Auge mit Kamera eingepflanzt. Fortan sieht er tote Menschen umherwandeln – mit fatalen Folgen.
 
 
VIDEOBAND II – A RIDE IN THE PARK
(Eduardo Sanchez und Gregg Hale / Blair Witch Project)
 
Ein unwissender Fahrradfahrer mit Helmkamera wird von zwei Zombies gebissen und verwandelt sich wenig später auch in einen Untoten.
 
 
VIDEOBAND III – SAFE HAVEN
(Gareth Huw Evans / The Raid, Timo Tjahjanto / Macabre)
 
Dokumentarfilmer wollen ein Interview mit einem indonesischen Sektenguru führen und werden in seinen Unterschlupf gerufen. Wenige Minuten später spielen sich grausame Dinge ab.
 
 
VIDEOBAND VI – SLUMBER PARTY ALIEN ABDUCTION
(Jason Eisener / Hobo with a Shotgun)
 
Ein Wochenende ohne Erziehungsberechtigte. Für eine Gruppe Teenager Grund genug, die elternfreie Zeit gebührend zu feiern. Doch der Abend entwickelt sich für die Kids zu einem fürchterlichen Albtraum – Aliens scheinen nur auf die Abwesenheit der Eltern gewartet zu haben.

 
 
 


 
 
 

V/H/S 2 – Kritik

 
 
 
Nicht einmal ein Jahr ist es her, dass der Anthologie-Streifen V/H/S für weltweites Aufsehen sorgte. Auch als Kurzgeschichtensammlung bot das aktuell beliebte Found-Footage-Genre verschiedenen Regisseuren die Möglichkeit, ihre kreativen Horrorvisionen in die Tat umzusetzen; mit überraschendem Erfolg, wie sich kurz nach Veröffentlichung des Films herausstellen sollte. V/H/S – EINE MÖRDERISCHE SAMMLUNG gewann nicht nur auf Filmfestivals Preise, sondern avancierte unter Horrorjüngern rasch zum Geheimtipp des Jahres 2012, so dass eine Fortsetzung nicht lange auf sich warten ließ. Anfänglich als S-VHS betitelt, erschien jüngst das Sequel, dass das Konzept des Erstlings ebenso hervorragend weiterzuführen versteht. Von der vornehmlich kreativen Titelgebung wichen die Produzenten dennoch ab. Vermutlich aus Marketinggründen, denn aus SUPER-VHS würde schließlich V/H/S 2. Man muss ja den Bekanntheitsgrad des Originaltitels für die Fortsetzung nutzen.
 
V/H/S 2 ist vermutlich eine der wenigen Nachzügler, die bei weitem besser sind als der eigentliche Vorgänger. Das ist im Horror-Genre keine Selbstverständlichkeit, schwimmen doch die meisten Sequels erfolgreicher Filmchen vergeblich im Fahrtwasser der Vorlage und schaffen es nur selten, an die Qualität der Originale anzuknüpfen. Den Machern von V/H/S 2 ist das Gegenteil gelungen. Ganz nach der Devise “blutiger, spannender und schockierender” werden hier alle Register effektiven Gruselns gezogen, die dem interessierten Filmfreund vor Freude das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen dürfte. Im Mittelpunkt der Geschehnisse stehen wieder fünf Episoden vollgestopft mit Wackelcam-Ware, die von einer handvoll bekannter Genre-Regisseure inszeniert wurden. Für den wilden Horrorspaß konnten die Macher hinter V/H/S 2 erfahrene Filmemacher wie EDUARDO SANCHEZ und GREGG HALE (THE BLAIR WITCH PROJECT), JASON EISENER (HOBO WITH A SHOTGUN) und GARET HUW EVANS (THE RAID) gewinnen, die es durchaus verstehen, den Horrorfan das Fürchten zu lehren. Anders als in V/H/S – EINE MÖRDERISCHE SAMMLUNG kommt die Fortsetzung deutlich gehaltvoller und professioneller daher. Aufwendige Effekte und durchdachte Szenarien deuten auf ein umfangreiches Budget hin, was dem Film durchaus zu Gute kommt. Gerade in Bezug auf den Gewaltpegel gibt sich das direkte Sequel blutiger und kompromissloser. Da wird Gedärm aus Leibern gerissen, Kehlen werden aufgeschlitzt und Munition durch Schädeldecken gejagt. Ganz zur Freunde des erwartungvollen Zuschauers, der sich aufgrund der realistischen Darstellungen gierig die Hände reiben und es wohl möglich kaum erwarten dürfte, V/H/S 2 auf der heimischen Mattscheibe begutachten zu dürfen. Auch wenn das muntere Treiben knöcheltief im roten Lebenssaft watet, haben die jeweiligen Regisseure eindrucksvoll bewiesen, dass man selbst im eigentlich totgefilmten Found-Footage-Stil noch allerhand kreative Ideen entwickeln kann. So sieht man die Geschehnisse nicht nur aus der bekannten Sicht von Überwachungs- und normalen Handkameras, wie im Segment SAFE HAVEN. Die Regisseure haben versucht, jede Geschichte eine gänzlich eigene innovative Note zu verleihen. So wird die erste Episode PHASE I CLINICAL TRIALS aus der Perspektive eines künstlichen Auges geschildert – der Mystery-Thriller THE EYE lässt grüßen. In Geschichte Nummer zwei, A RIDE IN THE PARK, schlüpft der Zuschauer in die Ego-Ansicht eines Zombies und die abschließende Episode SLUMBER PARTY ALIEN ABDUCTION wird aus dem Blickwinkel eines Hundes protokolliert.
 
Wie bei Anthologie-Streifen üblich, sind natürlich alle Segmente von unterschiedlicher Qualität, wobei die Unterschiede in V/H/S 2 nicht so gravierend sind wie im Teil zuvor. Die einzelnen Geschichten sind in ihrer Machart perfekt, stimmig und derart unterschiedlich, dass man Ungereimtheiten mit der Lupe suchen müsste. Der Einsatz verschiedener Kamera-Arten lässt den Film erfrischend erscheinen, wobei die jeweiligen Regisseure stets darum bestrebt sind, aus den eigentlich hanebüchenen Stories das Maximum herauszukitzeln. Gelungen ist das definitiv. Der Unterhaltungswert ist hoch, so dass selbst Found-Footage-Gegner erstaunlich viel Spaß an V/H/S 2 haben werden. Herzstück der Sammlung ist dennoch der beeindruckende Sekten-Beitrag SAFE HAVEN, der von GARETH HUW EVANS (THE RAID) und TIMO TJAHJANTO (MACABRE) inszeniert wurde. Was dem Fan hier an absurd-überdrehten, typisch asiatischem Nonsens präsentiert wird, mag man kaum glauben. Der Einsatz des allseits bekannten Wackelcam-Konzepts wirkt hier derart durchdacht, dass es bedauerlich ist zu sehen, dass die Geschichte bereits nach 30 Minuten ein Ende findet. SAFE HAVEN ist derart vollgestopft mit wunderbar makabren Ideen und beeindruckend guten Effekten, dass das Segment für sich allein ausgereicht hätte, einen abendfüllenden Spielfilm zu erzählen.
 
Mit V/H/S 2 erlebt der Fan einen der besten Found-Footage-Schocker überhaupt. Derbe Schockeffekte, witzige Ideen und handfestes Blutgematsche lassen die viel zu plakativ eingesetzten Wackeleffekte der Kamera vergessen, die das Found-Footage-Genre seit jeher prägen. Auch wenn Gegner dieser Filmart vermutlich schnell die Nase rümpfen werden, sobald die Geschehnisse der erste Mal mit den obligatorischen Totalausfällen des Bildes zu kämpfen haben, sei versichert, dass V/H/S 2 eine merklich positives Beispiel dafür ist, wie man aus einem ausgelutschten Konzept einen interessanten Beitrag zaubern kann. Bei den bisher positiven Lobeshymnen im Internet dürfte es wenig überraschen, wenn V/H/S 2 rasch ein dritter Teil folgt. Hält dieser konsequent das gleiche Niveau, darf V/H/S gern in Serie gehen!
 
 
 


 
 
 

V/H/S 2 – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Der vermutlich beste Wackelcam-Schocker überhaupt! Ein Found-Footage-Knaller, der definitiv Spaß macht: blutig, wild und höllisch spannend!
 
 
 


 
 
 

V/H/S 2 – Zensur

 
 
 
Der zweite Teil kommt erstaunlich blutrünstig daher. Vor allem in der dritten Episode SAFE HAVEN fließt der Lebenssaft literweise. Demnach hat der Streifen hierzulande keine Freigabe in ungeschnittener Form erhalten. Die deutsche Kaufhausfassung von SUNFILM mit rotem FSK18-Flatschen ist geschnitten. Wer den Film komplett haben möchte, muss ins deutschsprachige Ausland gehen. Dort wird V/H/S 2 unter dem Titel S-VHS ungeschnitten und in deutscher Sprache von LFG in einem Mediabook angeboten.
 
 
 


 
 
 

V/H/S 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
S-VHS Mediabook

(c) LFG – ungeschnitten

 
s-vhs blu-ray

(c) Sunfilm – geschnitten

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: V/H/S 2; Indonesien, Kanada, USA 2013

Genre: Horror, Science Fiction, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: SUNFILM-Fassung: FSK18 (geschnitten), LFG-Fassung: ungeprüft (ungeschnitten)

Verpackung: SUNFILM-Fassung: Amaray mit Wendecover, LFG-Fassung: Mediabook

Extras: Behind the Scenes, Interviews

Release-Termin: Beide Filmfassungen bereits erhältlich

 
 
 

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V/H/S 2 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
V/H/S (2012)

The ABC´s of Death (2012)

The Dinosaur Project (2012)

The Bay (2012)


Filmreview: “The Purge – Die Säuberung” (2013)

The_Purge-Die_Säuberung
 
 
 

THE PURGE – DIE SÄUBERUNG

Story

 
 
 
2022. Nach mehreren Wirtschaftskrisen, Kriegen und dem Fall des Dollars ins Bodenlose herrscht in den Vereinigten Staaten eine noch nie da gewesene Kriminalitätsrate. Um dem entgegenzuwirken erlassen die neuen Gründerväter wenige Monate nach ihrer Wahl die alljährliche Purge (deutsch: Säuberung). Pünktlich zum Frühlingsanfang darf nun ab jedem 21. März des Jahres ab 19 Uhr, zwölf Stunden jeder fröhlich metzeln, abrechnen, einfach mal ordentlich Druck ablassen, denn jedes Verbrechen inklusive Mord ist legal und damit auch nicht strafbar. Polizei, Feuerwehr und Krankenhäuser sind in dieser Zeit nicht im Einsatz. So hat jeder die Möglichkeit, das Biest in sich zu entfesseln und seine Seele zu säubern, um ein besserer Mensch zu werden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Arbeitslosenquote liegt bei unter einem Prozent, es gibt so gut wie keine Kriminalität und die Wirtschaft boomt. Normalerweise verläuft die Nacht bei der gut situierten Familie Sandin reibungslos. Schließlich verkauft Vater James (Ethan Hawke) Sicherheitssysteme erster Klasse, hat sogar die ganze Nachbarschaft im noblen Vorstadtviertel versorgt und kann seiner Frau Mary (Lena Headey) und den beiden Kindern so ein besseres Leben ermöglichen. Doch diesmal geht etwas schief. Als der gutherzige Sohn Charlie einem verletzten und fliehenden Obdachlosen Schutz in dem Haus gewährt, gerät die Situation außer Kontrolle. Die in Seidenkleid oder Uniform bekleideten Jäger, eine Gruppe maskierter junger Leute aus gutem Hause, möchten ihr Recht zur Säuberung wahrnehmen. Ihr Recht, die Stadt von Gesindel zu befreien, sei es schweren Herzens auch über Leichen aus ihrer Schicht.
 
 
 


 
 
 

THE PURGE – Kritik

 
 
 
God bless America! Ist der sarkastische Satz, der einem beim Abspann auf der Zunge liegt. Die Idee zu THE PURGE ist ziemlich spannend. Zwar erinnern Ansätze der Grundstory an BATTLE ROYAL bzw. dessen dreiste Mainstream-Kopie DIE TRIBUTE VON PANEM aber in dieser Form kam einem das noch nicht auf den Schirm. Es scheint zunächst absurd, der Bevölkerung einmal im Jahr Selbstjustiz und Triebbefriedigung zu gewähren um Kriminalität unten und Wirtschaft oben zu halten. So kann jeder seine negativen Gefühle rauslassen und seine Seele selbst reinigen – am Ende für ein besseres und friedlicheres Land. Und da letztendlich neben den gehassten Chefs, Ex-Partnern und Nachbarn vor allem die sozial Schwachen dran glauben müssen, die sich keinen sicheren Ort zum Schutz leisten können, dürfte dem Staat durchaus zugutekommen, machen doch die geschwind Platz für ein rasantes Wirtschaftswachstum. Wenn man sich dann allerdings die Diskussionen der Waffengesetze in den Staaten der letzten Monate zurück in den Kopf ruft, in der doch tatsächlich die Mehrheit der vernunftsimmunen Bevölkerung die Meinung vertritt, dass eine bewaffnete Lehrerin durchaus effektiver ist als ein strengeres Verbot von Waffen, scheint die Filmidee einfach nicht realitätsfern genug zu sein. So hinterlässt die grausame Vorstellung einer Nachbarschaft, die munter meuchelt und dabei nicht nur geduldet sondern auch akzeptiert und begünstigt wird, einen bitteren Beigeschmack.
 
So gesehen lässt bereits der Prolog dem Zuschauer einen Gänsehautschauer über den Rücken laufen. Bei erbaulicher Fahrstuhlmusik bewundert man Überwachungsvideos der letzten Purge, bei der Durchschnittsmenschen leichtfertig durch die Gegend schießen oder ihre geliebten Mitbürger enthusiastisch zu Tode prügeln, ohne dass ihre Opfer auf Hilfe hoffen brauchen oder die Täter Strafe fürchten müssen. Ab dann wird sich des innovationslosen amerikanischen Klischee-Repertoires bedient. THE PURGE wird wie ein Nationalfeiertag begangen: Blumen werden aufgestellt, der Rasen nochmals gemäht, den Nachbarn eine sichere Nacht gewünscht, mit der Familie gemeinsam zu Abend gegessen und die unvorstellbare Grausamkeit dieses Massakers weggelächelt. Leider ist ab da vieles vorhersehbar. Die Hintergedanken der Nachbarn, die psychopathische Gesinnung der weißen Elite-Jugend, die einen schwarzen Obdachlosen jagt, die Konflikte innerhalb der Familie… eigentlich die ganze Handlung. Der unglaublich überraschende der-Killer-holt-zum-finalen-Schlag-in-Zeitlupe-über-dem-Protagnisten-aus-und-wird-von-einer-plötzlich-auftauchenden-Figur-von-hinten-erschossen-Effekt findet gleich mehrmals Verwendung. Auch wenn das jedes Mal so aufregend und unerwartet erscheint wie eine neue DSDS-Staffel, trägt es zum Spannungsgrad verblüffenderweise nicht bei. Na sowas. Die Bilder sorgenloser und gleichgültig mordender junger oder vermeintlich freundlicher Mitmenschen lösen zwar im Kopf des Publikums üble Gedanken aus, der Spannungsbogen wird jedoch immer wieder durch viel zu vorhersehbare Ereignisse zerlegt. Auf einen Aha-Moment wartet man bedauerlicherweise vergebens.
 
Für die Protagonisten kann man kaum viel Mitgefühl aufbauen. Es handelt sich um die ausgelutschte Standard-Vorstadtfamilie die weder Tiefe noch Verstand besitzt. Die zuweilen absolut nicht nachvollziehbaren Handlungen regen einfach nur auf (Logisch lässt man die Taschenlampe an, wenn man sich im Dunkeln verstecken soll. Oder rennt ohne Deckung und sich einmal umzudrehen durchs Haus während eine Gruppe Meuchelnder sich in selbigen befindet). Überdies werden zwar zahlreiche Patronen verschossen und scharfgeschliffene Macheten von leichtfüßigen Fräuleins grazil geschwungen, Freunde von brutalen und kreativen Tötungsvorgängen werden jedoch trotzdem vergeblich auf ihre Kost warten müssen. Denn THE PURGE basiert zwar auf einem ziemlich gewalttätigen Konzept, das jedoch ausschließlich mittels wilder Ballereien und ungeschickter Messerhiebe umgesetzt wird. Auf drastisches Gemetzel, blutige Folter oder Wellen von Kunstblut wird größtenteils verzichtet. Zudem erscheinen die Antagonisten bis auf RHYS WAKEFIELD wenig furchteinflößend, verscheiden sie doch so unbedeutend und unspektakulär wie die Fliegen. Der Horror basiert eher auf der Selbstverständlichkeit des gegenseitigen Mordens und der einhergehenden Billigung und Förderung durch die Bevölkerung.
 
THE PURGE ist gesellschaftskritisch und spricht die soziologischen Probleme Amerikas an. Die oberflächliche Maske der Freundlichkeit, die die weisse Bevölkerung nur zu gern zur Schau trägt, das immer noch bestehende Rassen- und Schichtenproblem (auch die obligatorische Quotenschwarze in der Nobelnachbarschaft ändert daran wenig), die menschenverstandsfreie Haltung zur Waffenpolitik aber auch die Gewaltbereitschaft der Menschheit insgesamt. Was tut man wenn man morden kann, darf und soll? Was passiert wenn man die kulturelle Ordnung aufhebt und damit sämtliche Tabus nichtig werden lässt? Wem kann man noch vertrauen? Was dominiert? Mensch oder Bestie? Interessante Fragen mit der sich der Zuschauer und natürlich auch die Protagonisten auseinandersetzen müssen. Bedauerlich, dass die ernsthafte Behandlung dieser Fragen in der zweiten Hälfte des Films zugunsten eines stupiden Teen-Horror-Movie außer Acht gelassen wird.
 
THE PURGE setzt eher auf Sozio-Psycho-Horror, statt mit möglichst bestialischer Splatterei das Auge vergewaltigen zu wollen. Das kann man gut oder schlecht finden. Splatter-Fans wird der Psychotrip vermutlich kaum munden wollen, Fans düsterer Psycho-Thriller wohl schon eher. Die Grundidee nimmt der Genre-Fan erst mal spannungsgeladen und erwartungsvoll auf. Viele werden sich schon direkt beim Trailer nägelknabbernd wiederfinden. Bedauerlicherweise aber leidet JAMES DeMOCANOS 85-minütiges Werk durch eine überraschungsarme Handlung, zahlreiche Klischees, oberflächliche Charaktere und ein absehbares Ende beachtlich. Schade. THE PURGE startet mit einer grotesken und aufregenden Idee, lässt jedoch durch den einfallslosen Verlauf ziemlich nach. Für Horrorfans durchaus zu empfehlen wenn man auf große Überraschungen verzichten kann. Anhänger blutigen Splatters, die auf bizarres Gemetzel aus sind, werden eher ungesättigt den Kinosaal verlassen.
 
 
 


 
 
 

THE PURGE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Düsterer Psycho-Thriller im Hochglanzformat. Brillante Idee, akzeptable aber leidenschaftslose Umsetzung. Gorehounds schauen übrigens dumm aus der Wäsche!
 
 
 


 
 
 

THE PURGE – Zensur

 
 
 
Die Heimkinofassung wurde ungeschnitten mit dem FSK16-Flatschen veröffentlicht, was vollkommen in Ordnung geht, da der Film nicht sonderlich grausam ist.
 
 
 


 
 
 

THE PURGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the purge
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Purge; USA/Frankreich 2013

Genre: Horror, Science Fiction, Thriller

Ton: Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS 5.1, Italienisch DTS 5.1, Spanisch DTS 5.1, Japanisch DTS 5.1, Indonesisch DTS 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Japanisch, Dänisch, Niederländisch, Finnisch, Norwegisch, Schwedisch, Portugiesisch

Bild: 2.40:1 (1920x1080p), @24 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Überlebe die Nacht: Das Making Of von “The Purge” (neun Minuten, hochauflösend)

 
 
 
Etwas unkreativ geht es aktuell bei UNIVERSAL PICTURES HOME ENTERTAINMENT zugange, denn wie bereits bei CURSE OF CHUCKY geht es nach dem Einlegen der Blu-ray von THE PURGE direkt in ein eher zweckmäßig gestaltetes Hauptmenü, das mit einem Standbild nicht gerade gestaltungstechnisch dem heutigen Blu-ray-Standard entspricht. Hier darf sich der Zuschauer durch die für UNIVERSAL typischen Menüsymbole klicken, was sich jedoch schnell als dumme Geduldsprobe entpuppt, da man dahinter nie das zu sehen bekommt, was man eigentlich sehen wollte. Bild und Ton sind, wie eigentlich zu erwarten war, auf hohem Niveau. Gerade in den wenigen Tagesszenen überrascht eine gute Schärfe. Aber auch die dunklen Szenen überzeugen mit sattem Schwarzwert und durch ein hervorragendes Bildtransfer. Die Dialoge sind klar verständlich und das Meiste spielt sich im Frontbereich ab; wird es dann doch einmal hektisch und laut grummelt es aus allen Boxen. Da es sich bei der deutschen Blu-ray zu THE PURGE um ein scheinbar einheitliches Release für ganz Europa handelt, gibt es den Film nicht nur in Deutsch und Englisch zu sehen. Sieben Tonspuren sind auf der Veröffentlichung zu finden, wobei man sich den Film auch in Indonesisch und Japanisch anschauen kann. Wer Untertitel benötigt wird in einem umfangreichen Sammelsurium an unterschiedlichen Untertitelspuren mit Sicherheit fündig. Bei den Extras sieht es leider etwas mau aus, was etwas unverständlich anmutet, hat doch THE PURGE ordentliche Erfolge an den Kinokassen verbuchen können. So gibt es gerade einmal ein Making-of zu Film zu sehen. Das ist mit gerade einmal neun Minuten ganz schön kurz geraten, liegt aber in hochauflösender Bildqualität vor und wurde mit Untertiteln ausgestattet. Den Originaltrailer sucht man übrigens vergebens. Ebenso gibt es nicht einmal eine Trailershow mit anderen Titeln des Publisher auf der vorliegenden Kauf-Blu-ray. Das ist leider für einen Mainstreamtitel etwas sehr ernüchternd. Immerhin gibt´s ein Wechselcover gratis dazu!
 
 
 

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THE PURGE – Trailer

 
 

 
 

Sören C.

 
 
 
Ähnche Filme:
 
28 Days Later (2012)

28 Weeks Later (2007)


Filmreview: “Der letzte Exorzismus 2″ (2013)

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DER LETZTE EXORZISMUS 2

Story

 
 
 
Nell (Ashley Bell), die Farmerstochter aus dem ersten Teil, hat die Dämonenbeschwörungen überlebt, kann sich aber an die mysteriösen Vorfälle nicht mehr erinnern. In einem Wald wird das verstörte Mädchen aufgefunden und wenig später in ein Frauenhaus gebracht, wo es unter der Obhut des Therapeuten Frank Merle (Muse Watson) lernen soll, ein geregeltes Leben zu führen. Das gelingt anfänglich auch mit erstaunlicher Selbstsicherheit. Die 17-jährige Waise beginnt Kontakte zu gleichaltrigen Zimmergenossinnen zu knüpfen, verliebt sich in Chris (Spencer Treat Clark) und findet als Zimmermädchen in einem Hotel Arbeit. Doch der vermeintlich besiegte Dämon Abalam scheint nicht endgültig vernichtet zu sein. Immer wieder verspürt Nell die unheilvolle Präsenz der bösartigen Kreatur und wird von seltsamen Visionen geplagt. Bald schon muss sie erkennen, dass der Dämon aus der Vergangenheit allgegenwärtig ist und nichts Gutes im Schilde führt …
 
 
 


 
 
 

DER LETZTE EXORZISMUS 2 – Kritik

 
 
 
Drei Jahre ist es nun schon her, dass das lukrative Found-Footage-Prinzip im Exorzistenfilmgenre Einzug hielt. Von ELI ROTH (HOSTEL, 2002) produziert, entwickelte sich DER LETZTE EXORZISMUS (2010) zum Publikumsliebling. Der vom Hamburger Regisseur DANIEL DAMM inszenierte Gruseltrip kostete magere zwei Millionen Dollar und konnte weltweit über 70 Millionen in die Kassen spülen. Bei einem solchen Erfolg ließ eine Fortsetzung natürlich nicht auf sich warten. DER LETZTE EXORZISMUS 2 (2012) knüpft nahtlos an die Geschehnisse des Vorgängers an, verzichtet dabei aber vollkommen auf dessen dokumentarisch protokollierte Wackelkameraperspektive. Stattdessen werden die Geschehnisse mit den Mitteln eines Erzählfilmes geschildert, was bei Gegnern der Found-Footage-Werke sicherlich Zuspruch findet. Trotzdem; ob dieser abrupte stilistische Wandel der Filmreihe dienlich sein wird, bleibt abzuwarten. Bereits in der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass derart mutige Entscheidungen oftmals auf wenig Gegenliebe stoßen. So wurde die Fortsetzung zum erfolgreichsten Indie-Film aller Zeiten THE BLAIR WITCH PROJECT (1999) zu einem überraschenden Flop und konnte mit ihren düsteren Hochglanzbildern nicht einmal annähernd an den Erfolg anknüpfen, den kurze Zeit zuvor das verwackelte, amateurhafte Original verbuchen konnte.
 
Gleiches Schicksal dürfte nun auch DER LETZTE EXORZISMUS 2 erleiden. Denn so wirklich innovativ, reißerisch und effekthascherisch wie der drei Jahre zuvor abgedrehte Erstling kommt die Fortsetzung leider nicht daher. Stattdessen haben sich die Macher des Sequels dazu entschlossen, aus dem doch sehr spannenden Wackelcam-Schocker ein eher ruhig erzähltes Drama werden zu lassen, das mit einigen mystischen Elementen bereichert wurde. So wird die Geschichte aus der Sicht der Farmerstochter Nell geschildert, die nach den schrecklichen Erlebnissen des ersten Teils versucht, sich ein neues Leben aufzubauen. Lobenswerterweise hat man sich für die Besetzung erneut für die ASHLEY BELL (THE DAY, 2010) entschieden, der nun deutlich mehr Spielfläche eingeräumt wird und die in der Fortsetzung auf allzu gelenkige Körperverdrehungen verzichten darf. Dass BELL, trotz mangelnder Filmerfahrung, eine durch und durch hervorragende Schauspielerin ist, wird auch in der DER LETZTE EXORZISMUS 2 deutlich. Ihr Leiden wirkt echt und markerschütternd, ihre Unsicherheit stets authentisch. Parallelen zur von SISSY SPACEK gegebenen Rolle der CARRIE (1976) sind unverkennbar, wobei man sich als Zuschauer bei derart talentreicher Schauspielkunst eigentlich fragt, warum ASHLEY BELL nicht direkt für die Titelrolle der amoklaufenden Außenseiterin im anstehenden CARRIE-Remakes besetzt wurde.
 
Wie bereits bei den zahlreichen Exorzismus-Filmen der letzten Jahre steht auch in DER LETZTE EXORZISMUS 2 ein Mädchen im Mittelpunkt, das sich mit allerlei seltsamen Vorkommnissen konfrontiert sieht und sich am Ende durch eine graphische Teufelsaustreibung quälen muss, wobei dem Film die wirklich hervorstechenden Ideen fehlen. Da donnern Krähen als Vorbote des Unheils gegen die Fenster einer Kirche, unsympathische Figuren erleiden unvorhersehbare Epilepsieanfälle und gemeine Visionen spielen der Titelheldin bitterböse Streiche. Hat man alles bereits unzählige Male in diversen Vertretern dieses Subgenres gesehen und entlockt auch hier dem Zuschauer nur ein müdes Lächeln. Während der kanadische Regisseur ED GASS-DONNELLY in der ersten Hälfte des Öfteren ein durchaus geschicktes Gefühl für spekulative Schockeffekte an den Tag legt und der Protagonistin eine zugängliche und dennoch spannende Entwicklung widmet, ist ihm wenig später vermutlich die Muse abhanden gekommen und der Film tritt auf der Stelle. Was folgt, sind die altbekannten Klischees, die das Exorzisten-Genre seit jeher so berüchtigt gemacht haben. Allerdings wird der Filmfreund das Gefühl nicht los, man hätte krampfhaft wahllos hanebüchene Szenen aneinandergefügt, um überhaupt auf Spielfilmlaufzeit zu kommen.
 
Als würdige Fortsetzung lässt sich DER LETZTE EXORZISMUS 2 nicht betiteln. Der gute Beginn geht aufgrund des ideenlosen Plots flöten. Das Sequel tritt so in die Fußstapfen unzähliger uninspirierter Fortsetzungen. Warum man jedoch die Fans des Erstlings dadurch vergrault, sich gegen eine Weiterführung des Found-Footage-Stils zu entschließen, dürfte wohl auf ewig unergründet bleiben. Das Resultat schaut zwar durchweg hochwertiger aus als die Vorlage; inhaltlich ist der Film trotzdem so leer, wie eine aufgefutterte Tüte Chips! Da hilft es dem Horror-Drama letztendlich auch nicht, dass DER LETZTE EXORZISMUS 2 in den letzten wenigen Minuten vor Ende noch einmal so richtig böse sein will und den Turbo anwirft.
 
 
 


 
 
 

DER LETZTE EXORZISMUS 2 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Schockgefülltes Exorzistenfilmchen mit guter Besetzung. Leider mangelt es der Inszenierung an frischen Ideen, so dass DER LETZTE EXORZISMUS 2 so unnötig ist wie eine Grippe im Sommer!
 
 
 


 
 
 

DER LETZTE EXORZISMUS 2 – Zensur

 
 
 
Bis auf einen Kehlenschnitt gibt es hier keine nennenswerten Gewaltakte zu sehen. Deshalb ist DER LETZTE EXORZISMUS – THE NEXT CHAPTER frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

DER LETZTE EXORZISMUS 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Last Exorcism 2: The Beginning of the End; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interview mit Produzent Eli Roth, Interview mit Ashley Bell, Trailer, Trailershow

 
 
 
Dass DER LETZTE EXORZISMUS: THE NEXT CHAPTER an den Kinokassen nicht so der Reißer gewesen sein muss, macht sich vor allem an der etwas knausrigen Blu-ray-Umsetzung bemerkbar. Zwar findet sich Bild und Ton auf einem beachtlich hochwertigen Niveau; bei den Extras sieht es jedoch etwas mau aus. Es wird gerade einmal ein Interview mit ELI ROTH (11:14 min) geboten, der munter über die Realisierung des Sequels plaudert und erklärt, dass er für diesen Film als Produzent tätig gewesen ist. Ebenso bekommt der Zuschauer ein Interview mit der Hauptdarstellerin ASHLEY BELL (12:25 min) zu sehen, die mit beachtlicher Intensität Protagonistin Nell Sweezer im Film verkörpert. Dass mit Filmschnipseln unterlegtem Hauptmenü schaut zwar durchaus stimmig aus, weitere nennenswerte Extras findet der Filmfreund hier nicht. Immerhin darf sich der Filmfreund an weiteren Trailern erfreuen. Neben dem Trailer zum Hauptfilm (01:02 min), betreibt Rechteinhaber STUDIOCANAL noch etwas Eigenwerbung mit fünf weiteren Trailern aus dem eigenen Filmfundus. Alles Extras liegend in hoher Auflösung vor und wurden zudem mit deutschen Untertiteln versehen. Zudem darf sich der Sammler über ein Wendecover freuen. Wer wissen mag, wie die Geschichte rund um Heldin Nell weitergesponnen wird, sollte DER LETZTE EXORZISMUS: THE NEXT CHAPTER vielleicht vorher erst einmal leihen. Denn ein wirkliches Must-Have ist die vorliegende Heimkinoauswertung des Streifens leider nicht.
 
 

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DER LETZTE EXORZISMUS 2 – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Possession – Das Dunkle in Dir (2012)

Besessen – Der Teufel in Mir (2012)

Apartment 143 (2011)

Der Exorzismus von Emily Rose (2005)

The Rite – Das Ritual (2011)

Der Exorzist (1973)


Filmreview: “Alexandre Aja´s Maniac” (2012)

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ALEXANDRE AJA´s MANIAC

Story

 
 
 
Frank Zito (Elijah Wood) arbeitet in einer Werkstatt für alte Schaufensterpuppen, die sich seit Generationen in Familienbesitz befindet. Bereits seit seiner Kindheit ist sein Verhältnis zu Frauen gestört und so streift nun schüchtern wirkender durch die Straßen von Los Angeles, immer auf der Suche nach ahnungslosen Zufallsbekanntschaften, die er brutal umbringen und skalpieren kann. Die Trophäen drapiert er auf den Häuptern seiner Schaufensterpuppen, mit denen er auch kommuniziert. Als er die französische Fotografin Anna (Nora Arnezeder) kennenlernt, gerät sein Leben gänzlich aus den Fugen. Nicht nur, dass er sich in die junge Frau verliebt; auch sein geheimes Doppelleben droht aufgedeckt zu werden …
 
 
 


 
 
 

ALEXANDRE AJA´s MANIAC – Kritik

 
 
 
Der französische Regisseur & Produzent ALEXANDRE AJA sollte mittlerweile jedem Genrefan ein Begriff sein, war er doch verantwortlich für HIGH TENSION, jene Comeback europäischen Extremhorrors, das Remake des Wes Craven-Klassikers THE HILLS HAVE EYES und für die Neuverfilmung des koreanischen Mystery-Thrillers MIRRORS. Aufgrund der lukrativen Recycling-Maschinerie Hollywoods war es nur eine Frage der Zeit bis auch WILLIAMS LUSTIGS Kultfilm MANIAC in den Genuss einer Frischzellenkur kommt. Als glattgebügelter Reboot findet nun die Neuverfilmung unter dem kassenträchtigen Banner ALEXANDRE AJAs MANIAC ihren Weg in die heimischen DVD- und Blu-ray-Player, wobei die internationale Titelschmiede den Filmfreund einmal mehr versucht, dreist hinter das Licht zu führen. Zwar wird auf dem Kinoplakat mit dem international anerkannten Namen AJAs geworben; MANIAC umgesetzt hat dennoch ein ganz anderer. Ein raffinierter Schachzug, wird durch diesen dreisten Etikettenschwindel versucht, den weltweiten Verkauf von Bildträgern des Film anzukurbeln. Ganz so weit hergeholt ist die Involvierung AJAs in das Projekt dann doch wieder nicht. Der kreative Franzose nahm zwar hier nicht auf dem Regiestuhl platz, fungierte jedoch als erfahrener Produzent und Autor und übergab die Regie für das Projekt an seinen langjährigen Freund FRANCK KHALFOUN, den er am Set zu HIGH TENSION kennengelernt hatte. KHALFOUN, kein unbekannter im Genre, bewies bereits mit der Umsetzung des von AJA produzierten P2-SCHREIE IM PARKHAUS, dass er ein geschicktes Händchen für markerschütterndes Thriller-Kino besitzt und versucht nun mit seiner Version des berüchtigten MANIAC, den unlängst in die Jahre gekommenen Kultklassiker einem neuen Publikum zugänglich zu machen.
 
Seit seinem deutschen Kinostart am 14. November 1980 hatte es das Original bisher nicht leicht in Deutschland. Kurz nach seiner Uraufführung wurde der Film bundesweit beschlagnahmt und steht auch heute noch, weit über 30 Jahre nach seiner Entstehung, in der ungeschnittenen Fassung auf dem Index für jugendgefährdende Medien. Eine etwas groteske Anmutung, wenn man bedenkt, dass sich die Neuauflage durchaus sadistischer und zeigefreudiger in ihren Gewaltdarstellungen gibt und die Effekte bei weitem realistischer und expliziter in Erscheinung treten. Dennoch hatte auch die Neuauflage bei der hiesigen Zensurbehörde ihre Problemchen. Zwar lief die Originalfassung in den deutschen Lichtspielhäusern noch in der ungeschnittenen Urversion frei ab 18 Jahren; das Label ASCOT ELITE stieß aber mit einer weiteren Prüfung für die kommende Heimkinoauswertung auf wenig Gegenliebe seitens der FSK. Diese verweigerte dem Film die Freigabe in seiner ungeschnittenen Form, so dass ALEXANDRE AJAs MANIAC nun in zwei Schnittvarianten erhältlich ist: gekürzt, als FSK-geprüfte Version für den regulären Handel sowie ungeschnitten mit SPIO/JK-Kennzeichnung für die deutschen Videotheken.
 
Nach all den mal mehr, mal weniger brauchbaren Neuverfilmungen der letzten Jahre, stellt sich bei Fans des Originals natürlich direkt die Frage, ob der aktuelle Aufguss eigentlich überhaupt hätte von Nöten sein müssen. Viele der grandiosen Horrorfilmperlen wurden in vergangener Zeit ungnädig durch die Politur gejagt, wobei nur wenige von ihnen überhaupt den Qualitätsgehalt der Vorlage erreichen konnten. Freunde des aus den 80er Jahren stammenden Originals wird freuen, dass mit ALEXANDRE AJAs MANIAC eine sehenswerte Neuauflage geschaffen wurde, die es hervorragend versteht, sich vom Einheitsbrei dummer Mainstreamware kreativ abzuheben und es dabei sogar noch schafft, durch Stimmigkeit zu überzeugen. Regisseur KHALFOUN kopiert das Grundkonzept der Lustig´schen Geschichte nicht eins zu eins, sondern versucht der Handlung vom mordgierigen Irren eine eigene Note zu verleihen. Das macht sich vor allem bei der Auswahl des Hauptdarstellers bemerkbar. Mimte der robuste JOE SPINELL im Original noch den Antipathen mit zerzaustem Haar und irrem Blick, so erstaunt, dass im Reboot ausgerechnet der unscheinbare und fragil wirkende ELIJAH WOOD die Rolle des psychotischen FRANK ZITO übernahm. Der Amerikaner bewies bereits durch sein Schauspiel in Werken wie SIN CITY und HOOLIGANS, dass er durchaus wandelbar ist und sich nicht zwangsläufig in eine Schublade stecken lassen möchte. Auch wenn er als MANIAC bei weitem weniger impulsiv und widerlich zur Tat schreitet wie SPINELL 32 Jahre zuvor, schafft es WOODS dennoch seine Rolle mit einer geheimnisvollen und unnahbaren Aura zu umgeben, was aber nicht heißen soll, dass sein FRANK ZITO dadurch nicht weniger krank und perfide in Erscheinung tritt. Der neue Frank schreitet unauffälliger, zerbrechlicher und bedachter zur Tat, wobei diese Prämisse nicht bedeuten soll, dass der neue MANIAC weniger schockiert und bewegt. Aufgrund der radikalen Kameraführung, welche die Geschehnisse aus der Egoperspektive zeigt, wirkt das Remake bei weitem härter und kompromissloser als sein betagter Vorgänger. Der Zuschauer wird gezwungen, in die Position des Killers zu schlüpfen und die Taten mit seinen Augen zu sehen. Diese Sichtweise grenzt sich nicht nur erfrischend vom Original ab sondern wirkt in seiner Kompromisslosigkeit gelegentlich gar nah am Experimentalfilm, was ALEXANDRE AJAs MANIAC weniger massentauglich macht und ihn in fast schon für die Geschmäcker kontroverserer Arthouse-Filmfans interessant macht.
 
Auch wenn FRANCK KHALFOUN stets darum bemüht ist, seinen MANIAC in ein andersartiges, zeitgemäßes Gewand zu verpacken, ist seine Interpretation nicht von Makeln gefreit. So wird die Psychologie des Täters nur schemenhaft umrissen, sein Vorgehen stattdessen reißerisch, plakativ und krude bebildert. Aufgrund der expliziten Gewaltdarstellung steht das Remake zwar immerhin gänzlich auf Höhe der Zeit und diesbezüglich anderen radikalen Horrorschockern der letzten Jahre in nichts nach. In diesen Momenten der Nachlässigkeit zeigt die Neuverfilmung, gerade durch die minutiös zelebrierten Skalpierungsszenen, ihre andere Seite. Die des waschechten, schmuddeligen Exploitation-Kinos, was für den Otto-Normalzuschauer ebenfalls schwer verdaulich sein dürfte. Trotzdem, auch wenn sich die Spannung hin und wieder in Grenzen hält und der Film mit kleinen Längen zu kämpfen hat, schafft es der unangenehme Bilderrausch einen merklich melancholischen Grundton zu entwickeln, der in Kombination mit dem hervorragenden Retro-Soundtrack gerade jenen Zuschauern gefallen dürfte, die eine Vorliebe für 80er Jahre Slasher-Movies hegen. ALEXANDRE AJAs MANIAC ist mit Sicherheit eines der gelungensten Reboots der letzten Jahre und dürfte Regisseur FRANCK KHALFOUN ein Stück höher in der Liga der außergewöhnlich kreativen Genre-Regisseure Hollywoods katapultieren.
 
 
 


 
 
 

ALEXANDRE AJA´s MANIAC – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Eine gelungene Neuverfilmungen, eines berüchtigten Klassikers. Pflichtprogramm!
 
 
 


 
 
 

ALEXANDRE AJA´s MANIAC – Zensur

 
 
 
Die deutsche FSK-Fassung mit dem KEINE JUGENDFREIGABE-Aufdruck ist geschnitten. Im deutschsprachigen Ausland sowie in den bundesweiten Videotheken kann die ungeschnittene Fassung mit der SPIO/JK-Kennzeichung erworben werden.
 
 
 


 
 
 

ALEXANDRE AJA´s MANIAC – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Alexandre-Ajas-Maniac-Blu-ray-Cover
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Maniac; Frankreich/USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch+Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: KJ (geschnittene Fassung) / SPIO JK (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Edle, schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer beim Start der Disc: Maniac (Original) (2:59 Min.), A little bit Zombie (2:17 Min.), Passion (1:00 Min.), Making of (9:47 Min.), Interviews: Elijah Wood (9:36 Min.), Nora Arnezeder (2:18 Min.), Franck Khalfoun (4:10 Min.), Alexandre Aja (4:03 Min.), Kinotrailer (0:49 Min.), Deutscher Trailer (2:02 Min.), Originaltrailer (2:07 Min.), Trailershow: When the Lights Went Out (2:27 Min.), A Lonely Place to Die (1:53 Min.), One Way Trip (1:24 Min.), 11-11-11 – Das Tor zur Hölle (1:42 Min.), Der Kreuzmörder (2:10 Min.), Söldner – Gesetzlos und gefürchtet (1:21 Min.), Eden (2:30 Min.), Einführung von Bill Lustig (00:18 Min.)

 
 
 
Den Beginn, auf der uns vorliegenden Heimkinofassung zu ALEXANDRE AJA´S MANIAC, macht der Trailer zum Original aus dem Jahre 1980. Dieser wird natürlich zeitgleich mit dem Reboot des Filmes auf DVD und Blu-ray veröffentlicht, wobei der interessierte Filmfreund hier jedoch direkt den Umweg ins deutschsprachige Ausland wählen sollte. Denn auch die kommende HD-Auswertung des Ur-MANIAC ist in Deutschland nur gekürzt erhältlich, da der Film hierzulande immer noch in seiner ungeschnittenen Fassung beschlagnahmt ist. Nach zwei weiteren Clips kommender Filme aus dem Hause ASCOT ELITE geht es direkt ins animierte Hauptmenü, wo es neben dem Hauptfilm allerlei Sehenswertes zu erkunden gibt. Neben einem ausführlichen Making of (ca. 10 Minuten, in deutscher Sprache), gesellen sich diverse Interviews aller Beteiligten (insgesamt ca. 20 Minuten). Zudem gibt es verschiedene Trailer zum Film, sowie eine umfangreiche Trailershow weiterer sieben Beiträge aus dem Katalog des Labels zu entdecken. Alle Extras besitzen deutscher Untertitel und liegen in hochauflösender Qualität vor. Technisch hat sich ASCOT ELITE keineswegs lumpen lassen. Das Bild überzeugt durch einen sehr adäquaten Schärfegrad, der vor allem bei den Nahaufnahmen trefflich zur Geltung kommt. Bei einigen Weitwinkelszenen treten hin und wieder kleine Unschärfen auf, die vor allem beim Einsatz diverser Stilmittel zum Einsatz kommen; wiegen jedoch nur selten ins Gewicht. Ansonsten tritt das Bild überwiegend klar und sauber in Erscheinung. Neben dem hervorragenden Bild gesellt sich ein brachialer Ton, der sich durch eine wunderbare Räumlichkeit auszeichnet und es stets perfekt versteht, den tollen Soundtrack optimal zur Geltung zu bringen. Filmfans erhalten mit ALEXANDRE AJA´S MANIAC nicht nur einen sehenswerten Film; auch die hochwertige Technik kann sich durchaus hören und sehen lassen. Bleibt zu erwähnen, dass ASCOT ELITE sogar an ein Wechselcover gedacht hat und die Blu-ray in einer edlen, schwarzen Amaray ausliefert.

Im Übrigen: wer den Film ungeschnitten sehen möchte, sollte auf das SPIO/JK-Zeichen achten. Die deutsche Kaufhausfassung mit dem FSK18-Aufdruck ist geschnitten
 
 

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ALEXANDRE AJA´s MANIAC – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Dominik S.

 
 
Ähnliche Filme:

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The Orphan Killer (2011)

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Filmreview: “Home Sweet Home” (2013)

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HOME SWEET HOME

Story

 
 
 
Frank und Sarah sind ein glückliches Paar. Nach einer durchzechten Partynacht zieht es die beiden zurück in die heimischen vier Wände, wo sie jedoch bald feststellen müssen, dass dort irgendetwas nicht zu stimmen scheint. Die Erklärung offenbart sich schnell. Ein Killer hat sich Zugang zur Wohnung verschafft und beginnt nun ein erbarmungsloses Spiel mit dem jungen Paar zu spielen. Jegliche Fluchtwege sind verbarrikadiert, ein Entkommen scheint unmöglich …
 
 
 


 
 
 

HOME SWEET HOME – Kritik

 
 
 
Horrorfilme aus Frankreich sind inzwischen häufig Garanten für deftigen Schlachthaus-Stil. Nach Beispielen wie HIGH TENSION, MARTYRS, INSIDE und FRONTIER(S) steht Gekröse aus dem benachbarten Ausland nach wie vor für astrein-derbes Splatter-Vergnügen, auch wenn der Erfolg solch “böser” Produktionen in den letzten Jahren merklich abnehmen musste. Auch Regisseur DAVID MORLET ist einer derer, der sich zu jener jungen Garde mutiger Filmemacher zählen darf, der es eindrucksvoll gelang, den unlängst vergessenen europäischen Horrorfilm zurück in die Lichtspielhäuser der Welt zu transferieren. Sein düsteres Weltuntergangszenario MUTANTS aus dem Jahre 2009 dürfte dem interessierten Horrorfilmfan noch merklich in Erinnerung sein und gehört zu einem der wenigen noch sehenswerten französischen Beiträge. Nun wandelt der Regieneuling auf internationalen Pfaden, was kaum verwundert, wenn man sich die steilen Karrieren seiner ebenso erfolgreichen Landsgenossen betrachtet. Ob ALEXANDRE AJA, XAVIER GENS oder PASCAL LAUGIER; für sie alle bot der moderne, französische Horrorfilm das Sprungbrett ins lukrative Hollywood, wo ihnen die Möglichkeit geboten wurde, ihr cineastisches Talent mittels hoch budgetierten Hochglanzstreifen breitem Publikum zugänglich zu machen.
 
HOME SWEET HOME von DAVID MORLET betritt die just besprochenen internationalen Pfade. Der Home-Invasion-Thriller ist sein englischsprachiger Einstand. Vom klassischen Heim-Terrorfilm Marke FUNNY GAMES (MICHAEL HANEKE), und KIDNAPPED (MIGUEL ANGEL VIVAS) inspiriert, verbrennt er hier ein durchaus beängstigendes Slasher-Feuerwerk, dass zwar bei Weitem nicht die brutale Intensität eines INSIDE (ALEXANDRE BUSTILLO, JULIEN MAURY) erreicht, aber doch für 80 Minuten schweißtreibende Schocker-Unterhaltung sorgt. Die Umschreibung “Schocker” kommt HOME SWEET HOME dabei ganz gelegen, denn nach all den ultra-brutalen Folterwerken der Vergangenheit holt Regisseur MORLET die traditionellen Zutaten des einst so berüchtigten Horrorkinos zurück auf die große Leinwand. Schreckhaften Gemütern sei mit dieser Kritik an Herz gelegt, dass HOME SWEET HOME in Bezug auf treffsichere Schocks ein ganz schön fieses Filmchen ist, das den Horrorfilmfreund nicht nur einmal ziemlich gemein zusammenzucken lässt. Auch wenn einige dieser Momente erheblich vorhersehbar erscheinen, verfehlen sie ihre Wirkung nur sehr selten. Anders als in klassischen Home-Invasion-Thrillern beginnt HOME SWEET HOME nicht damit, die potenziellen Opfer ausführlich zu charakterisieren. Die ersten 15 Minuten sind gänzlich dem identitätslosen Psychopathen gewidmet, der sich Zutritt zu einem ihm unbekannten Haus verschafft, die Räumlichkeiten studiert und mögliche Fluchtwege versperrt. Danach bereitet er sich auf sein Verbrechen vor, kleidet sich in seine “Arbeitsuniform” und versteckt sein Gesicht hinter einer perfiden Maskierung. Erst nachdem er seine Vorbereitungen getroffen und sich ein Versteck im Anwesen gesichert hat, werden die potenziellen Opfer eingeführt, die bald realisieren müssen, dass es kein Entkommen aus dem vermeintlich sicheren Heim gibt.
 
HOME SWEET HOME ist ein Paradebeispiel, wie finsterer, gemeiner Horror auszuschauen hat. Auch wenn die Geschichte im Grunde genommen kaum Neues zu bieten hat, durchlebt der Zuschauer zusammen mit den beiden Opfern ein wahres Martyrium, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Ungewöhnlicherweise hält sich MORLET gesittet mit dem Abhandeln obligatorischer Schauwerte zurück, was ein wenig verwundert, wenn man sich den Horror-Mainstream vor Augen führt, der aktuell erfolgreich über die internationalen Leinwände flimmert. Die Taten des unbekannten Killers werden zwar angedeutet, jedoch im Off zelebriert, so dass der Zuschauer oftmals nur das Ergebnis der kranken Handlungen zu Gesicht bekommt. Dem vorliegenden HOME SWEET HOME schadet diese Prämisse jedoch keineswegs, wirkt der Film gerade aufgrund seiner durchweg wortkargen und sachlich protokollierten Inszenierung erstaunlich hart und lässt natürlich gegen Ende noch soviel Lebenssaft fließen, dass zumindest der Gorehound zufriedengestellt werden kann. Leider trüben einige altbackene Klischees wie so oft den durchweg positiven Gesamteindruck. So mag man als Zuschauer schon wieder rein gar nicht verstehen wollen, warum der Handyempfang ausgerechnet in solchen Situationen wie diesen auszufallen beginnt und die Protagonisten teilweise vollkommen unüberlegt handeln. Zudem wirkt die letztendliche Auflösung des gesamten Spuks etwas arg reißerisch und ziemlich makaber, was aber dennoch kein Grund sein sollte, HOME SWEET HOME zu verschmähen.
 
DAVID MORLETS englischsprachiges Debüt ist erstaunlich kompromissloser Erwachsenen-Horror, der souverän inszeniert wurde und teilweise schon deutlich professioneller und polierter daherkommt, als sein Erstlingswerk MUTANTS. Der Genre-Freund darf sich überraschen lassen, was MORLET als nächstes aus dem Hut zaubern wird. Dass er ein sicheres Händchen in der Umsetzung spannender Schocker besitzt, beweist er mit HOME SWEET HOME eindrucksvoll. Der Film ist zwar kein Meisterwerk, hebt sich im Vergleich zu all den austauschbaren Filmchen der letzten Zeit aber allemal positiv ab.
 
 
 


 
 
 

Home Sweet Home – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Schockintensiver Home-Invasion-Thriller für nervenstarke Filmfreunde. DAVID MORLETS englischsprachiges Debüt ist ein ziemlich schmerzhafter Horrorfilm geworden, der den Vergleich zu ähnlich gestrickter Terrorware nicht scheuen braucht.
 
 
 


 
 
 

HOME SWEET HOME – Zensur

 
 
 
Zwar sind die hier bebilderten Gewaltszenen durchaus hart anzuschauen. Dennoch schwenkt die Kamera wohlwollend in den entscheidenden Momenten weg, so dass dem Zuschauer allzu grausame Szenen erspart bleiben, was aber nicht zwangsläufig bedeuten muss, dass der Film dadurch weniger schroff wirkt. Es gibt immer noch genügend Gewaltakte, was begründet, warum der Film in seiner ungeschnittenen Fassung seitens der FSK mit der KJ-Kennzeichnung eingestuft wurde.
 
 
 


 
 
 

HOME SWEET HOME – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Home-Sweet-Home-2013-Blu-ray-Cover
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Home Sweet Home; Frankreich/Kanada 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Detscher Trailer, Trailershow mit zehn Trailern aus dem Katalog des Anbieters (alle in dt. Sprache)

 
 
 
Anbieter MAD DIMENSION erweitert die Reihe an Horrorveröffentlichungen um HOME SWEET HOME, wobei für den Filmfreund erfreulich sein dürfte, dass es der Film ungeschnitten durch die FSK geschafft hat. Die optische Präsentation des Einlegers orientiert sich an der Gestaltung der übrigen Titel des Hauses und macht sich zusammen mit dem edlen, schwarzen Keep Case hervorragend im Sammlerregal. Nach dem Einlegen der Blu-ray geht es direkt in ein Hauptmenü. Das ist zwar nicht wirklich schön, erfüllt aber seinen Zweck. Neben einer deutschen Tonspur hat der Zuschauer die Möglichkeit den Streifen auch in Englisch zu sehen. Bei der deutschen Synchronisation wird man jedoch schnell feststellen, dass hier etwas wenig Herzblut investiert wurde, denn die Übersetzung ist etwas unglücklich ausgefallen. Zwar sind hier keine Laien am Werk, trotzdem mag man partout nicht das Gefühl loswerden wollen, dass die Sychronstimmen irgendwie nicht wirklich zu den Darstellern passen möchten. Da im Film ohnehin kaum gesprochen wird und die Sprecher ihre Arbeit dennoch gut meistern, ist dieses kleine Manko aber zu verschmerzen. Tonal gibt es an der DTS-HD MA 5.1-Abmischung nichts zu meckern und auch beim Bild wird dem Horrorfan ein hochwertiger Transfer geboten. Das Bild überzeugt durch gute Schärfe und die vorwiegend erdigen und farblos-düsteren Bilder unterstreichen die arg unangenehme Atmosphäre des grausigen Geschehens optimal. Bei den Extras ist jedoch mal wieder Flaute. Mangelnde Extras gehören vermutlich bei Veröffentlichungen aus dem Hause MAD DIMENSION zum Standard, denn auch die bisherigen Blu-rays des Anbieters besaßen bisher kaum Bonusmaterial. Bis auf den Trailer in deutscher Sprache und eine Trailershow mit zehn Werbefilmchen weiterer Streifen von MAD DIMENSION hat es nichts Nennenswertes auf die Scheibe geschafft. Im Falle von HOME SWEET HOME ist das etwas schade, da es sich schließlich hier um einen Streifen der neuen, jungen französischen Horrorgarde handelt, die mit HIGH TENSION, MARTYRS und MUTANTS den etwas deftigeren Horror zurück in die europäischen Lichtspielhäuser gebracht hat. Auch wenn es noch nicht einmal optionale Untertitel für gehörlose Zuschauer (und die, die sich gern Filme im Original anschauen) gibt, mildert immerhin ein Wechselcover ohne FSK-Flatschen den Ärger des Filmfreundes.
 
 
 

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HOME SWEET HOME – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “Stripped” (2012)

stripped_2012
 
 
 

Stripped

Story

 
 
 
Vier Freunde planen einen trinkfreudigen Ausflug nach Las Vegas, um dort eine Geburtstagssause halten zu können. Auch die hübsche Capri (Nicole Sienna) ist mit von der Partie. Sie wittert in dem Kurztrip eine günstige Mitfahrtgelegenheit, will sie doch in der Stadt ihren Boy-Freund Jake wiedertreffen. Unterwegs bemerkt einer der Freunde ein kleines Visitenkärtchen an der Windschutzscheibe des Autos, auf dem leicht bekleidete Damen eine Menge Spaß versprechen. Grund genug für die Clique, die Nummer auf dem Kärtchen zu wählen und die Adresse aufzusuchen, die ihnen eine verheißungsvolle Stimme am Telefon nennt. Fataler Fehler. Der erhoffte Bordellbesuch entwickelt sich rasch für alle Beteiligten zum wahren Albtraum. Denn was die Freunde nicht wissen: hinter dem schlüpfrigen Freudenhaus versteckt sich ein skrupelloser Organhändler-Ring …
 
 
 


 
 
 

Stripped – Kritik

 
 
 
Willkommen in unserer Rubrik Filme, die die Welt nicht braucht. Diesmal haben wir es, welch Überraschung, erneut mit einer dieser vollkommen minderbemittelten Found Footage-Gurken zu tun, die einmal mehr trefflich unterstreichen, wie aufgebläht dieses Subgenre bereits geworden ist. Innovation sucht man hier vergebens – wozu auch, wenn sich doch mit dem ständig gleichen Käse rasch einige harte Dollars verdienen lassen. Und so verwundert es kaum, dass STRIPPED spannungsarm nach dem allseits bekannten Wackel-Cam-Rezept geköchelt wird und dabei einmal mehr jeglichen Unterhaltungswert missen lässt.
 
Regisseur und Produzent J.M.R. LUNA, der bereits als Kameramann für diverse Kurzfilme und Werbespots verantwortlich zeichnete und sogar an Großproduktionen wie BURTONS CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK mitwirkte, war es vermutlich Leid, immer nur als kleiner Fisch im Hintergrund zu agieren, so dass er sich dazu entschloss, selbst einen ersten abendfüllenden Indie-Film zu produzieren und dazu auch gleich den Regieposten übernahm, um etwas Geld zu sparen. Was wirklich Gescheites ist hierbei natürlich nicht zustande gekommen, was auch kaum verwundert, führt man sich einmal vor Augen, wie dilettantisch unprofessionell das Ding zusammengezimmert wurde.
 
Als Erinnerungsvideo für einige pubertäre Jungspunde getarnt, begegnet uns mit STRIPPED quasi die Billig-Version des Organhandel-Schockers TURISTAS aus dem Jahre 2006 mit wackeligen Bildern und in unscharfer Handycam-Optik. Natürlich werden hier nicht einmal annähernd die Qualitäten der Vorlage erreicht. Das mag hauptsächlich daran liegen, dass der Film einfach zu lange braucht, eine Richtung zu finden. Bis der Film überhaupt zu Potte kommt, vergehen geschlagene 45 Minuten. Dabei müht der Regisseur sich nach Kräften, die hanebüchene Handlung mit unbedeutende Szenen aufzublähen, um so wenigstens auf Spielfilmlänge zu kommen. So füllt er die notdürftig zusammengesponnene Geschichte mit massig pubertärem AMERICAN PIE-Gequassel, das in seiner erschreckenden Bedeutungslosigkeit schnell zu nerven beginnt. Die wenigen, übrigens ausschließlich von Produzenten des Films gemimten Jungdarsteller verhalten sich reichlich unreif, was für den erwachsenen Zuschauer schnell zur Geduldsprobe wird. Da werden Saurier-Statuen auf dem Spielplatz einer Raststätte begattet, ein anwesender Protagonist beim harten Stuhlgang mit der Kamera gefilmt und besoffen durch die überfüllten Hallen der Spielcasinos gewandelt. Mit zehn Flaschen Bier intus mag das ja durchaus vergnüglich sein; für den nüchternen Filmfreund wirkt das aber alles andere als unterhaltsam und lässt die wenigen Figuren des Film nur noch unsympathischer erscheinen.
 
Immerhin kriegt der Film kurz vor Ende noch halbwegs die Kurve und die Geschehnisse führen zum obligatorischen Blut- und Leichenzoll. Nachdem die Freunde das vermeintliche Bordell ausfindig gemacht haben und auf den schnellen Beischlaf hoffen, vergeht ihnen alsbald der Spaß, als sie plötzlich bei lebendigen Leibe von einem vermummten Arzt ausgeweidet werden. Während die Geschehnisse bis dato aus der typischen Egosicht geschildert wurden, werden die Morde nun aus dem Blickwinkel von Überwachungskameras gezeigt. Überraschenderweise funktioniert das erstaunlich gut, zumal das spartanisch eingerichtete und düstere Setting durchaus seinen Reiz besitzt und die verwinkelte Kulisse für einige unangenehme Momente sorgt. Dennoch, wer nun hofft hier hilflose Opfer sehen zu dürfen, die schön explizit durch den Fleischwolf gejagt werden, dürfte schnell eines Besseren belehrt werden. Blutige Schauwerte gibt es hier kaum zu bewundern. Trotzdem wirkt das hier dokumentierte Gewinsel, Geschrei und Gejammer ziemlich hart, was durchaus dafür sorgen dürfte, dass dem Thriller STRIPPED in hiesigen Gefilden keine Jugendfreigabe attestiert werden dürfte.
 
Wer auch nach den unzähligen Wackelcam-Gurken der letzten Zeit weiterhin Gefallen am Found Footage-Genre findet, kann gern einen Blick riskieren. Der Rest wird auch mit STRIPPED garantiert nichts anzufangen wissen. Auch dieser Schocker ist nichts anderes als ein weiterer, hölzerner Wackelcam-Beitrag unter ach so unzählig vielen!
 
 
 


 
 
 

Stripped – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Fieser Found Footage-Thriller, der ein wenig an die Organhandel-Schocker TURISTAS oder CAGED erinnert. Dennoch, wirklich fesselnd wie seine Vorlagen ist J.M.R. LUNAS günstig zusammengeklautes B-Movie noch lange nicht!
 
 
 


 
 
 

Stripped – Zensur

 
 
 
Wirklich viele “böse” Schauwerte besitzt STRIPPED nicht, sodass man davon ausgehen kann, der die ungeschnittene Filmfassung in Deutschland die FSK mit der “Keine Jugendfreigabe“-Plakette passieren wird.
 
 
 


 
 
 

Stripped – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: “Aftershock” (2012)

Aftershock-Poster
 
 
 

AFTERSHOCK – DIE HÖLLE NACH DEM BEBEN

Story

 
 
 
Es hätte ein entspannter Urlaub im südamerikanischen Chile werden können. Weiber, Sex und Alkohol. Doch die muntere Sause entwickelt sich für den verzogenen Proll-Millionär Pollo (Nicolás Martinez) und seine Freunde Ariel (Ariel Levy) und Gringo (Eli Roth) rasch zum tödlichen Alptraum. Während des Besuches eines der angesagtesten Clubs Valparaisos lernen die drei Freunde nicht nur die amerikanischen Schwestern Monica (Andrea Osvárt) und Kylie (Lorenza Izzo) und deren Freundin (Natasha Yarovenko) kennen, sondern machen alsbald auch die bittere Bekanntschaft mit einer der unberechenbarsten Naturgewalten der Erde. Ein unerwarteter Tsunami verursacht ein fürchterliches Erbeben, das innerhalb von nur wenigen Sekunden die gesamte Küstenregion des Landes zerstört und tausende Menschen unter herabstürzenden Trümmerteilen vergräbt. Während die wenigen Überlebenden versuchen, sich in Sicherheit zu bringen, sehen sich die Freunde mit einer ganz anderen Bedrohung konfrontiert. Eine skrupellose Gruppe entflohener Häftlinge geistert durch die zerstörten Gassen des Ortes und sorgt für Angst und Schrecken …
 
 
 


 
 
 

AFTERSHOCK – Kritik

 
 
 
Wenn auf einem Filmplakat damit geworben wird, dass kein geringerer als Regisseur ELI ROTH (HOSTEL, HOSTEL 2) für die Realisierung von AFTERSHOCK verantwortlich zeichnet, dann dürften sich interessierte Horrorfans vermutlich gierig die Hände reiben und hoffen, dass der reißerisch angepriesene Horror-Thriller auch das hält, was der Name ELI ROTH bereits seit seinem Erstlingswerk CABIN FEVER verspricht: Zeigefreudiges und hart umgesetztes Gematsche. Für den kommenden Horrorschocker AFTERSHOCK hat es sich ROTH nicht nehmen lassen, als Co-Produzent zu fungieren und wie bereits in einigen seiner früheren Werke auch vor der Kamera zu agieren. Das Regiezepter überließ er hierbei seinem Kollegen NICOLÁS LÓPEZ, der bereits mit gerade einmal 21 Lenzen einen abendfüllenden Spielfilm inszeniert hat und nun mit AFTERSHOCK seinen ersten englischsprachigen Film präsentiert. Dass der chilenische Filmemacher jetzt mit gerade einmal 30 bereits allerhand Erfahrungen im Herunterkurbeln günstig produzierter Filmchen besitzt, bezeugt seine durchaus umfangreiche Vita. Wo Gleichaltrige gerade ihr Studium abgeschlossen haben und nun versuchen Gelerntes in die Tat umzusetzen, kann LÓPEZ bereits auf eine bewegte Karriere zurückblicken. Neben mehreren Auszeichnungen für Musikvideos, der Gründung einer Unterhaltungs-Webseite und einer stattlichen Anzahl mehr oder weniger gelungener Regiearbeiten, versucht er sich nun mit AFTERSHOCK auch auf dem internationalen Filmmarkt zu behaupten.
 
Gut, denkt sich der Filmfreund, mit ROTH als kompetentem und erfahrenem Partner an der Seite kann dieser Thriller nur ein potenzieller Hit-Kandidat werden. Denkste! Denn wer meint, mit AFTERSHOCK einen durchweg spannenden und klug inszenierten Survival-Trip serviert zu bekommen, der wird schnell eines Besseren belehrt. AFTERSHOCK ist eines dieser vollkommen naiven Filmchen, das sich einzig darin feiert, möglichst viele grausame Szenen aneinanderzureihen, um den nicht vorhandenen Sinngehalt der Geschehnisse zu verschleiern. Hier wird Wert auf reißerische Exploitation gelegt, wobei es den Film keinen Deut interessiert, die “richtigen” Schicksale und die panische Angst “tatsächlicher” Überlebenden zu protokollieren. Stattdessen begleitet der Zuschauer drei jämmerliche Loser, die nicht nur wie Versager handeln sondern auch danach ausschauen, bei ihrem unwichtigen Kampf ums nackte Überleben. Um die Tatsache zu unterstreichen, wie amerikanisch dieser Film doch ist, werden dem Trio drei sexy Bunnys zur Seite gestellt, die natürlich, wie hätte es auch anders sein können, ernsthaft sexuelles Interesse an den Schwachmaten hegen. Natürlich findet der vielversprechende Lusttrip durch ein unerwartetes Erbeben ein frühes Ende und die sechs Überlebenden sehen sich mit einer Schar flüchtender Häftlinge konfrontiert, die nichts anderes im Sinn haben, als die drei sexy Chicas zu verfolgen und sie möglichst schnell zu begatten (man hat ja sonst nichts anderes zu tun, wenn Menschen im Betonhagel zerquetscht werden). Mal im Ernst, wer Bitte schön hat sich eigentlich so einen Käse ausgedacht? Wäre der Film in der zweiten Filmhälfte nicht derart bierernst inszeniert, man hätte vermutlich noch irgendetwas Positives von AFTERSHOCK abgewinnen können. In Anbetracht der Umstände, dass LÓPEZ´ Beitrag auf tatsächliche Ereignisse zurückzuführen ist, hinterlässt die arg notdürftig zusammengezimmerte und grotesk in Splattrige abdriftende Handlung einen durchaus fragwürdigen Beigeschmack. Spätestens dann, wenn vor der Linse zermalmte Neugeborene gezeigt, Frauen vergewaltigt und Menschen bei lebendigen Leib verbrannt werden, dürfte die Grenze des guten Geschmacks erreicht sein. Überhaupt bleibt zwischen all den zerfetzten Leibern, effekthascherischen Schocksequenzen und sadistischen Tötungsszenen der Sinngehalt dieses Filmes weitestgehend unschlüssig. Die Frage, was uns NICOLÁS LÓPEZ mit seinem haarsträubenden Erdbeben-Horror eigentlich mitteilen wollte, bleibt vollkommen ungeklärt. Das eigentliche Thema vom Zusammenbruch jedweder Zivilisation kommt zwar anfänglich noch zum Tragen, wird aber im Verlauf der Handlung zugunsten perfider Ekelszenen vollkommen außer Acht gelassen. Stattdessen konzentriert sich LÓPEZ zu steif darauf, seine unzugänglichen Protagonisten schön deutlich und blutig über die Klinge springen zu lassen und den erwartungsfreudigen Gorehound so mit professionell gemachter Splatter-Effektkunst zu beglücken.
 
Mit einem ernstzunehmenden Katastrophenfilm hat AFTERSHOCK kaum etwas am Hut. Statt sich vornehmlich auf die Ausweglosigkeit der Protagonisten zu konzentrieren, driftet der Film ins Horrorlastige ab und verfängt sich in einem vollkommen hirnlosen Subplot, der sich einzig damit beschäftigt, die ohnehin unsympathischen Helden schön reißerisch zu meucheln. Die Rolle der Frau wurde in AFTERSHOCK einmal mehr auf das Nötigste reduziert. Die Protagonistinnen im Film bilden einzig Mittel zum Zweck, die vorwiegend männlichen Zuschauer zu belustigen, bzw. um als Besamungsziele für die triebgesteuerten Fieslinge des Films zu dienen. So bildet eine widerwärtige Vergewaltigung einer der Heldin in AFTERSHOCK das klägliche Schlusslicht des vollkommen zweckentfremdeten Erdbeben-Schockers. Bei derart moralisch fragwürdiger Darstellung der im Film gezeigten Grausamkeiten verwundert es kaum, dass die amerikanische MPAA mit AFTERSHOCK arg streng ins Gericht ging und die US-Kinoauswertung mit dem kommerziell vernichtenden Rating NC-17 abstrafte. Grund genug für den amerikanischen Verleih, das Trash-Werk für ein lukrativeres R-Rating herabzuschnippeln, um den Film überhaupt in den Kinos auswerten zu können. Ob die ungeschnittene Fassung AFTERSHOCK jedoch besser macht, mag bezweifelt werden. Denn mehr als ein spannungsarmer, anspruchsloser aber technisch durchaus souverän umgesetzter Horrorfilm ist AFTERSHOCK leider nicht geworden.
 
 
 


 
 
 

AFTERSHOCK – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Harter Erdbeben-Schocker, der nicht mit deftigen Splatter-Exzessen geizt. Inhaltlich darf man jedoch nicht wirklich viel erwarten. AFTERSHOCK ist primitive, uninspirierte und moralisch bedenkliche Horrorkost für Freunde des schlechten Geschmacks.
 
 
 


 
 
 

AFTERSHOCK – Zensur

 
 
 
Der Film ist ziemlich derbe was seine Gewaltszenen betrifft, wobei die Darstellungen der hier bebilderten Grausamkeiten moralisch derart fragwürdig in Erscheinung treten, dass der Film in seiner ungeschnittenen Fassung selbst in Amerika mit einem vernichtendem NC-17 abgestraft wurde. Demnach musste der amerikanische Verleih die Schere ansetzen, um ein lukratives RATED R erhalten zu können. Hierzulande hat die zerschnippelte R-Rated-Fassung Glück gehabt, denn diese wanderte komplett durch die FSK und hat die KJ-Kennzeichung bekommen. Angesichts der Tatsache, dass so manch seichtere Streifen hierzulande Feder lassen musste, um eine Freigabe zu erhalten ist die Einstufung seitens der deutschen Zensurbehörde kaum nachvollziehbar. Immerhin ist AFTERSHOCK in Deutschland identisch mit der Rated R-Fassung. Wer jedoch die Unrated-Variante sehen möchte, muss zum Import greifen.
 
 
 


 
 
 

AFTERSHOCK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Aftershock Blu-ray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Aftershock; Chile/USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK 18 (ungeschnittene Rated-R-Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making of, Ein bewegendes Casting, Interview mit Nicolás Lopez, Trailer & TV-Spots, Audiokommentar Nicolás Lopez und Eli Roth

Starttermin: 10.01.2014

 
 
 
UNIVERSUM FILM ist das Kunststück gelungen und hat den ziemlich derben AFTERSHOCK ungeschnitten durch die FSK schmuggeln können. Zwar handelt es sich hier nicht um die begehrte Unrated-Fassung, die Horrorfans lieber gesehen hätten (es ist “NUR” die leicht beschnittene Kinofassung aus Amerika); trotzdem erstaunt wie der Rechteinhaber selbst die ohnehin schon harte Rated R-Variante durch die Zensurbehörde boxen konnte. Die ist aber komplett und kommt nun auf einer technisch tadellosen Blu-ray in den Handel. AFTERSHOCK wurde digital mit CANON-5-D-Kameras gefilmt und das sieht man auch: grandiose Schwarzwerte, präzise Kontraste und eine unglaubliche Schärfe erfreuen das Filmfanherz. Geht das Treiben los, verschwindet die Schärfe im hektischen Trubel und Gesichter werden vereinzelt weich oder unscharf dargestellt. Diese Szenen sind jedoch die Ausnahme und schmälern die Freude an der Hochwertigkeit der Bildqualität keineswegs. Beim Ton wird geklotzt und nicht gekleckert, denn hier werden alle Lautsprecher gefordert. Bereits zu Beginn in der Discoszene kommt der Subwoofer lautstark zum Einsatz. Die Soundkulisse der Katastrophe ist druckvoll. Zudem ist erfreulich, dass UNIVERSUM FILM an eine gescheite Übersetzung gedacht hat. Die Sprecher machen ihre Arbeit gut und von einer stümperhaften Pornosynchronisation ist weit und breit nichts zu verzeichnen. Den Horrorfans dürfte freuen, dass für AFTERSHOCK ein dickes Extrapaket geschnürt wurde. Den Anfang machen drei Werbetrailer (BYZANTIUM, THE CALL – LEG NICHT AUF! und OLYMPUS HAS FALLEN) kommender Highlights aus dem Programm von UNIVERSUM FILM. Danach kann der Zuschauer in einem mit Szenen aus dem Hauptfilm unterlegten Hauptmenü nach Extras stöbern. Es gibt ein kurzes Making of (ca. 10 Minuten, HD), ein Casting-Feature (ca. 2 Minuten, HD), ein Interview mit dem Regisseur (ca. 2 Minuten, HD) und verschiedene Trailer und Clips zum Film (zusammen rund 5 Minuten, HD) zu sehen. Abgerundet wird der Bonussektor mit einem Audiokommentar in dem Regisseur López munter Anekdoten ausplaudert und Filmemacher Eli Roth per Telefonkonferenz hinzuschaltet. Löblicherweise wurden ausnahmslos alle Extras deutsch untertitelt, sogar der Audiokommentar. Zudem macht der Anbieter mit sieben Katalogtiteln Eigenwerbung und bietet sogar einen BD-Live-Zugang bei dem jedoch eine Internetverbindung vorausgesetzt wird. Übrigens: das beliebte Wendecover ohne FSK-Flatschen ist auch mit am Start.
 
 
 

Aftershock – Die Hölle nach dem Beben [Blu-ray] ungeschnittene R-Rated-Fassung auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

Aftershock – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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