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Filmkritik: “The Town That Dreaded Sundown” (2014)

The-Town-That-Dreaded-Sundown-2014
 
 
 

THE TOWN THAT DREADED SUNDOWN

Story

 
 
 
66 Jahre nach einem verheerenden Amoklauf durch das verschlafene Städtchen Texarkana ist der Phantom-Killer zurück. Er heftet sich an die Fersen der hübschen Jami (Addison Timlin), die mit der Polizei zusammenarbeitet, um dem blutdurstigen Mörder das Handwerk legen zu können …

 
 
 


 
 
 

THE TOWN THAT DREADED SUNDOWN – Kritik

 
 
 
Was wäre das Horror-Genre ohne seine Remakes, die seit einigen Jahren in regelmäßigen Abständen und auf Hochglanz poliert in die Lichtspielhäuser gebracht werden. Mittlerweile wurde bereits alles neu verfilmt, was im Horrorfilm Rang und Namen hat, so dass sich nun sogar weniger bekannte Klassiker einer Frischzellenkur unterziehen müssen, damit Kasse gemacht werden kann. Nicht immer ist ein Remake angebracht, jedoch gerade dann von Nöten, wenn Filme bereits zur Zeit ihres Erscheinens von Presse und Fans verrissen wurden und eine Neuinterpretation Sinn macht.
 
ALFONSO GOMEZ-REJON (einer der Regisseure der beliebten AMERICAN HORROR STORY) macht es richtig. Er ist nicht an der cineastischen Vergewaltigung liebgewonnener Kult-Werke interessiert. Stattdessen nimmt sich der Filmemacher mit THE TOWN THAT DREADED SUNDOWN triviales Schmuddelkino zur Brust, das schon im Jahr 1976 nicht sonderlich unterhaltsam gewesen ist. Trotzdem kam der Streifen zu fragwürdigen Ruhm, weil DER UMLEGER (so der deutschen Filmtitel) in den Anfangsjahren des berüchtigten Stalk’n-Slash-Genres in die Kinos gebracht wurde und pseudo-dokumentarisch das auswertete, was sich Ende des Zweiten Weltkriegs tatsächlich im amerikanischen Texarkana zugetragen hat. Dort trieb im Jahre 1946 ein Serienkiller sein Unwesen, der als das PHANTOM VON TEXARKANA für fünf kaltblütige Morde verantwortlich gemacht wurde und bis heute nicht gefasst werden konnte.
 
Der Neuaufguss – der eher Sequel statt Neuverfilmung ist – kommt unter gleichem Titel in die Heimkinos und ist keines dieser uninspirierten Remakes, deren Vorlage für ein junges Filmpublikum aufbereitet werden musste, um den Kids möglich hinterlistig das magere Taschengeld abknöpfen zu können. Vielmehr findet GOMEZ-REJON einen cleveren Spagat zwischen Remake, Fortsetzung und Neuanfang, ohne dabei das aus heutiger Sicht eher trashig wirkende Original aus den Augen zu verlieren, das in seiner makellosen Neuverfilmung auf ganz besonderer Weise gehuldigt wird. Der Regisseur nimmt sich die Freiheit und spinnt die Geschehnisse über ein viertel Jahrhundert nach dem historischen Kriminalfall weiter. Mittlerweile hat sich das tragische Ereignis zu einer Art Fest entwickelt, das alljährlich an Halloween von den Bewohnern der Stadt Texarkana gefeiert wird, um den Ermordeten zu gedenken, die durch die Hand des Phantoms ein grausiges Ende gefunden haben. In Autokinos wird der von CHARLES B. PIERCE gedrehte Originalfilm vorgeführt und bitterböse Streiche lassen die schrecklichen Geschehnisse von einst nicht in Vergessenheit geraten. Auch Jami (ADDISON TIMLIN) zieht es mit ihrem Freund in eines dieser Freilichtkinos, in welchem zum Ehrentag der Morde die zigste Wiederholung des UMLEGERS über die Leinwand flimmert. Doch ganz geheuer sind der adretten Brünetten die Mordszenen des Films nicht, so dass sie sich mit dem Liebsten in den Wald zurückzieht, um dort etwas fummeln zu können. Eine folgenschwere Entscheidung, denn kaum sind die beiden bei der Sache werden sie von einem maskierten Fremden überfallen, der mit Boyfriend Corey kurzen Prozess veranstaltet. Zurück bleibt eine traumatisierte Jami, die den Bewohnern des Ortes eine Nachricht überbringen soll: Das Phantom ist zurück.
 
Man muss kein Horrorexperte sein, um erahnen zu können, dass die Neuverfilmung von THE TOWN THAT DREADED SUNDOWN um Längen besser sein muss, als die unbeholfene Vorlage aus den 70ern. Letztere flimmert hier in kurzen Ausschnitten über die Mattscheibe, damit unwissende Horrorfans auch mal sehen, wie manch Mordszene damals inszeniert wurde. Regisseur ALFONSO GOMEZ-REJON integriert beeindruckend ehrwürdig das Original in seine Handlung, ohne darüber zu urteilen, dass PIERCES Vorwerk für heutige Maßstäbe ganz schön ermüdender Schlitzer-Quatsch ist und nicht umsonst Jahrzehnte in den hinteren Regalen der Videotheken sein Dasein fristen musste. Vielmehr beweist der Filmemacher Mut zum Zitat, denn sein schlitzfreudiger Killer imitiert die Morde aus der Originalverfilmung nach, geht aber bei sein Feldzug reichlich rabiater zur Sache, was ohne Zweifel deutsche Zensurwächter aufmerksam machen dürfte. Mit unterschiedlichem Mordwerkzeug arbeitet sich der Kartoffelsack-Killer von Opfer zu Opfer und zieht eine blutrote Spur der Verwüstung nach sich, deren Verlauf sich jedoch ab Filmmitte von der Vorlage trennt und eigene Wege geht.
 
Konventionell geht immer, denn auch GOMEZ-REJON scheut nicht davor, sich den altbekannten Regeln moderner Slasher-Filme zu bedienen. Vom Final-Girl bis hin zu Teenagern, die erst Sex haben und danach sterben müssen werden alle bekannten Klischees des gängigen Teenager-in-Angst-Kinos abgeklappert. Das ist zwar wenig originell; im Gegensatz zu Meuchel-Kollegen wie JASON VOORHEES (FREITAG DER 13.) oder VICTOR CROWLEY (HATCHET) werden die Momente des maskierten Phantoms ziemlich verstörend in Szene gesetzt, dessen brutale Abschlachtorgien von pumpenden Bässe begleitet werden und Zuschauer tief in den Filmsessel rutschen lassen. Zurück zu den alten, dreckigen Oldschool-Slashern der 80er – THE TOWN THAT DREADED SUNDOWN schafft das mit Bravour. AMERICAN HORROR STORY-Macher ALFONSO GOMEZ-REJON bringt kompromisslosen und ernsthaften Stalk’n-Slash-Horror auf die heimischen Bildschirme, der nicht einfach zu verdauen ist und jeglichen Spaß missen lässt. Die Kulisse ist dreckig und der Ton rau; Filmfans der härteren Filmgattung dürfte das freuen, schließlich beinhaltet THE TOWN THAT DREADED SUNDOWN all das, nach was die sich gierig die Finger lecken.
 
 
 


 
 
 

THE TOWN THAT DREADED SUNDOWN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Hart, dreckig und kompromisslos – THE TOWN THAT DREADED SUNDOWN ist kein Film für Sensibelchen. Auch wenn die Identität des Killers in diesem Reboot-Remake-Fortsetzungsgebräu durch einen lächerlichen Kartoffelsack geheim gehalten wird, ist dessen Vorgehen mindestens genauso kaltblütig wie das der legendären Kult-Schlitzer JASON, MICHAEL & CROMESKULL. AMERICAN HORROR STORY-Macher ALFONSO GOMEZ-REJON hat hier eine Hommage an das dreckige Stalk’n-Slash-Genre gedreht, das durch harte Slasher der 80er populär geworden ist und selbst heute noch seine Fans findet. Für genau die hat der Regisseur diesen Film gemacht, welcher übrigens zu jenen Remakes gehört, die bei Weitem besser sind, als deren Vorlage. Wer deftigen Holzhammer-Horror mag wird diesen Film lieben – Zartbesaitete sollten Abstand nehmen!
 
 
 


 
 
 

THE TOWN THAT DREADED SUNDOWN – Zensur

 
 
 
THE TOWN THAT DREADED SUNDOWN ist keine leichte Kost. Es werden Köpfe abgeschlagen, Körper zerteilt und der Killer schlachtet ziemlich skrupellos Opfer mit dem Messer vor der Kamera ab. Zudem wird der Film um blutige Einschußwunden bereichert. Demnach dürfte THE TOWN THAT DREADED SUNDOWN erst für Volljährige freigegeben werden: Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

THE TOWN THAT DREADED SUNDOWN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Town That Dreaded Sundown (1976)
 
Freitag der 13. – Jason kehrt zurück (1981)
 
Seed 2 (2014)
 


Filmkritik: “Wrong Turn 6: Last Resort” (2014)

Wrong-Turn-6-Last-Resort-2014
 
 
 

WRONG TURN 6: LAST RESORT

Story

 
 
 
Nach privaten Tiefschlägen geht für Danny endlich wieder die Sonne auf. Er erbt ein altes Hotel und kommt einem gut behüteten Familiengeheimnis auf die Schliche, ohne zu wissen, dass er dadurch das Leben seiner Freunde aufs Spiel setzt ….

 
 
 


 
 
 

WRONG TURN 6 – Kritik

 
 
 
„The same procedure as every year“ – Irgendwie will man bei der WRONG TURN-Reihe das Gefühl nicht loswerden wollen, dass dem Horrorfilm-Gucker jedes Jahr aufs Neue der gleiche Film verkauft wird. Man nehme ein paar talentfreie Jungdarsteller, werfe sie in ein abgelegenes Waldstück und hetze ein paar deformierte Hinterwäldler auf die grünschnäblige Rasselbande, damit die an den einfältigen Teenagern ein blutiges Massaker statuieren können. Selten war eine Horror-Reihe unter Splatterjunkies derart verschrien und gleichzeitig beliebt, konnte sich doch die WRONG TURN-Reihe durch deftige Splatter-Exzesse einen Ehrenplatz in so manchem Fanherz sichern. Mit WRONG TURN 6: Last RESORT folgt nun bereits der fünfte Ableger einer einst durchaus unterhaltsamen Slasher-Hatz, die abgesehen von drei missgebildeten Rednecks aber mittlerweile kaum noch etwas mit dem spannenden Erstling aus dem Jahre 2003 gemein hat. Das Hinterwäldlerpack hat es nämlich mittlerweile in die Zivilisation geschafft, wo sie auch hier einem eher zweifelhaften Hobby frönen: Menschenfleisch essen. Vorbei die Zeiten grausamer Hetzjagden durch Wald und Flur – “Three Finger”, “Sawtooth ” und “One Eye” machen’s jetzt in einem renovierungsbedürftigen Hotel, wo sie sich einem zwielichtigen Geschwisterpaar anschließen, das mit der mordfreudigen Bande dubiose Verwandtschaftsverhältnisse pflegt.
 
Der ehemalige Wall-Street-Banker Danny erbt ein Resort irgendwo in den Bergen von West Virginia und ist nach einem Nervenzusammenbruch von der Idee besessen, das riesiges Anwesen zusammen mit seinen Freunden wieder auf Vordermann bringen zu können. Das befindet sich in der Obhut eines sympathischen Geschwisterpaares, das nicht lange fackelt und dem frischen Erben erst einmal von einer finsteren Familientradition erzählt, die er nun fortsetzen soll. Seine Vorfahren waren Teil eines ominösen Clans namens “Hillicker” – Kannibalen, die sich in den Appalachen von Menschenfleisch ernährten. Für Danny kein einfaches Los, muss er sich bald zwischen seinem alten Leben und einer Fortführung der Blutlinie entscheiden.
 
Überraschend züchtig geht es im sechsten Teil des bekannten Franchise zu, denn diesmal war man nicht ausschließlich darum bestrebt einfach nur hirnlos zu foltern, metzeln und filetieren. In WRONG TURN 6: LAST RESORT wird überraschend viel gefaselt, was den alteingesessenen Liebhabern der Reihe überhaupt nicht schmecken dürfte. Die drei entstellten Filmbösewichte machen sich mit ihrer Splatterei erstaunlich rar, was Drehbuchschreiber FRANK H. WOODWARD zu schulden sein dürfte, der die ohnehin schon totgefilmten Reihe in eine andere Richtung drängen wollte. WRONG TURN 6 ist demzufolge keine richtige Fortsetzung, sondern eine Art Neuanfang mit neuen Gesichtern, Filmschurken und Möglichkeiten für kommende Fortsetzungen. Leider wird das Inzucht-Trio für die Rundumerneuerung so ziemlich in den Hintergrund gedrängt, was für Fans der Serie durchaus bitter ist, haben doch die fiesen Kreaturen der WRONG TURN-Reihe über die Jahre zu bescheidenem Ruhm verholfen. Deren blutige Auftritte werden zugunsten idiotisch zusammengewürfelter Familienkonstellationen auf das Nötigste reduziert, damit die neue Filmfigur „Danny“ den Spuren seiner Vorfahren folgen darf und am Ende einem düsteren Familiengeheimnis auf die Schliche kommen kann.
 
Auch wenn in Teil sechs viel gequasselt wird – eins sei dennoch gewiss: Lebenssaft wird trotzdem fließen. Im Gegensatz zu den missratenen Vorgänger-Episoden ist diesmal alles hausgemacht. Die Effekte in WRONG TURN 6: LAST RESORT kommen nicht aus dem Computer und können sich durchaus sehen lassen. Es werden Köpfe abgeschlagen, Beine herausgerissen und Gesichter verbrüht. Hier dürfte vor allem die harsche Kritik der Fanbase eine Rolle gespielt haben, die sich partout nicht mit den zwar blutigen aber oftmals äußerst billig inszenierten CGI-Morden anfreunden konnten. So kommen die Gewaltmomente durchweg oldschool daher und gefallen immerhin durch handgemachte Extravaganzen. Wirklich besser wird WRONG TURN 6 dadurch zweifelsohne nicht, denn einmal mehr muss man bitter feststellen müssen, dass das einst beliebte Slasher-Franchise durch die miserablen Fortsetzungen schon längst zu Grabe getragen wurde. Dass die entstellten Inzucht-Mutanten nun fast gänzlich aus der Geschichte gestrichen wurden und kaum noch Screentime besitzen, gibt dem recht tempoarmen Videofutter den letzten Gnadenstoß. Übrigens: trotz erneut schlechtem Ableger ist das nächste Sequel bereits in Arbeit. Warum hat man kein Erbarmen mit den Horrorfans!?
 
 
 


 
 
 

WRONG TURN 6 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Was wäre ein Jahr ohne eine weitere, schlechte WRONG TURN-Fortsetzung. Mit dem neusten Ableger hat man einen Neuanfang gewagt, denn WRONG TURN 6: LAST RESORT ist eher ein Reboot für das man sich gegen die Fortführung der bisherigen Ereignisse entschieden hat. Die Kulisse wurde ausgetauscht, die Bösewichte sind neu und das für die Reihe berüchtigte Inzucht-Trio gerät etwas ins Abseits. So wird erstaunlich viel gequasselt und Beischlaf betrieben, was leider dem Tempo des Streifens unförderlich ist. Viel zu oft dümpelt das Geschehen ereignislos daher, so dass dann doch hin und wieder das Mutanten-Pack aufschlagen muss, um den Zuschauer mit Gewaltmomenten aus dem Dämmerschlaf zu holen. Immerhin stimmen diesmal die Splatter-Effekte. Die sind durchweg handgemacht und können sich sehen lassen. Besser machen die das acht Millionen Dollar teure Projekt leider nicht (der Film wurde übrigens wie die früheren Fortsetzung in Bulgarien gedreht), denn durch den ideenfreien Fortsetzungswahn geldgeiler Produzenten wurde die WRONG TURN-Reihe bereits vor einigen Jahren zu Grabe getragen.
 
 
 


 
 
 

WRONG TURN 6 – Zensur

 
 
 
Zwar ist WRONG TURN 6: LAST RESORT nicht der blutigsten Teil der Reihe, dennoch wird hier reichlich Gewalt gezeigt, die nicht ganz ohne ist. Es werden Köpfe abgehackt, Pfeile durch Gesichter geschossen und Gliedmaßen ausgerissen. Zudem gibt es auch wieder einige Kannibalismus-Szenen zu sehen, wobei das Gezeigte nicht ganz so sadistisch zelebriert wird, wie es in vorherigen Fortsetzungen der Fall war. Der Film wurde überraschenderweise ungeschnittene mit „Keine Jugendfreigabe“ von der FSK abgesegnet.
 
 
 


 
 
 

WRONG TURN 6 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)
 
Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)
 
Hatchet 3 (2013)
 
No One Lives (2012)
 


Filmkritik: “See No Evil 2″ (2014)

see-no-evil-2-2014
 
 
 

SEE NO EVIL 2

Story

 
 
 
Killer Jacob Goodnight wird nach seinem Amoklauf in einem renovierungsbedürftigen Hotel in das örtliche Leichenschauhaus gebracht, wo er aber schnell wieder von den Toten aufersteht, um seine Mordlust befriedigen zu können …

 
 
 


 
 
 

SEE NO EVIL 2 – Kritik

 
 
 
Seit den Anfängen des berüchtigten Slashers in den 70ern hat sich einiges getan, was sich vor allem am Gewaltpegel erkennen lässt, der im Laufe der Jahrzehnte erheblich rabiater geworden ist. Der Slasher des 21. Jahrhundert ist nicht ganz ohne. Make-up-Spezialisten und Spezialeffekte-Macher lassen sich immer wieder neue Filmmorde einfallen, damit diese dann genüsslich vor der Kamera zelebriert werden können. Es gilt den Erwartungen der Horrorfans gerecht zu werden, die von austauschbaren Schlitzerstreifen das Maximum an Gewalt erwarten, um auf dem Pausenhof oder in Filmforen damit prahlen zu können, welch hartes Horrorwerk man doch ungeschnitten auf dem Bildschirm hatte. In den letzten Jahren haben neue Horror-Reihen bei Slasher-Fans Eindruck hinterlassen, die den alteingesessenen Kultikonen des modernen Horrorfilms mittlerweile den Rang ablaufen. Filmfiguren wie JASON VOORHEES (FREITAG DER 13.) oder MICHAEL MEYERS (HALLOWEEN) scheinen gegen neue Meuchelmörder wie VICTOR CROWLEY (HATCHET) oder CHROMESKULL (LAID TO REST) fast schon wie Serienkiller aus eine längst vergessenen Zeit anmuten, was womöglich auch der Grund sein dürfte, warum die Produktion neuer HALLOWEEN- und FREITAG-Sequels im Gegensatz zu den fortsetzungsfreudigen 80ern nur sehr schleppend vorangeht. Zu einem dieser neuen, harten Slasher-Streifen gehört zweifelsohne SEE NO EVIL, der im Jahr 2006 veröffentlicht wurde. Hierzulande brachte er es unter Fans härterer Horrorfilme zu Bekanntheit, weil sich hiesige Jugendschützer an einem eher harmlosen Handymord störten, der vom Verleih letztendlich aus der deutschen Filmfassung entfernt werden musste.
 
Nun ganze acht Jahre später geht das SEE NO EVIL-Franchise in die nächste Runde für die einige bekannte Namen aus der Horrorwelt zusammengetrommelt werden konnte. Horror-Sternchen DANIELLE HARRIS (SHIVER und HATCHET 3) hat sich wie so oft in Schauerwerken gleich mal die Hauptrolle ergattert und schreit sich neben Genre-Kollegin KATHARINE ISABELLE (GINGER SNAPS) um Kopf und Kragen. Letztere scheint ein gutes Verhältnis zu den SOSKA SCHWESTERN zu pflegen. Die haben für SEE NO EVIL 2 auf dem Regiestuhl Platz genommen und werden seit AMERICAN MARY in Horror-Kreisen als Geheimtipp gehandelt. Weil KATHARINE ISABELLE im Körperkult-Schocker gut ankam, hat sie im neusten SOSKA-Streifen auch gleich eine weitere Rolle erhalten. Sie mimt hier ein leichtes Mädchen, dessen teils unfreiwillig komisches Overacting vollkommen deplatziert wirkt und dafür Gott sei Dank recht früh mit dem Filmtod bestraft wird. Das lässt nicht nur Horrorfans stutzig werden, sondern ernüchtert aufgrund der Tatsache, dass der fabrizierte SEE NO EVIL 2 alles andere als ein potenzieller Hit-Kandidat ist. Das Schwestern-Duo hat mit diesem reichlich verspäteten Sequel eine Fortsetzung geschaffen, die nicht nur arg klischeebeladen, geistlos und überraschungsarm inszeniert wurde; sie kann zudem nicht einmal dem grobschlächtigen Vorgänger in puncto Gewalt das Wasser reichen.
 
Die Geschehnisse von SEE NO EVIL knüpfen nahtlos an den ersten Teil an: Der tote Körper von Killermaschine Jacob Goodnight (LENN JACOBS) wird ins örtliche Leichenschauhaus gebracht, wo Amy (DANIELLE HARRIS) soeben von ihren Freunden überrascht wird, die mit der adretten Mittdreißigerin zum Geburtstag anstoßen möchten. Natürlich verläuft die Feier nicht so wie geplant, denn Massenmörder Jacob erwacht von den Toten, nimmt sich eine Machete und streift sich eine Maske übers Gesicht. Was folgt ist 08/15-Slasher-Quatsch von der Stange: Der Killer schlendert durch sterile Flure und schneidet sich überraschend züchtig durch die Körper seiner Opfer.
 
Irgendwas ist in SEE NO EVIL 2 schief gelaufen, denn obwohl die Voraussetzungen hätten nicht besser sein können, haben die Macher das Sequel gegen die Wand gefahren. Im Drehbuch wurmt es gewaltig, denn hier findet sich ein Sammelsurium an ausgelutschten Slasher-Klischees, die man weit über 30 Jahren nach HALLOWEEN und FREITAG DER 13. irgendwie nicht mehr sehen möchte. So müssen natürlich verängstigte Protagonisten auf ihrer Flucht vor dem Bösen zu Boden stürzen, rütteln an offensichtlich verschlossenen Türen und stellen fest, dass immer just dann die Stromversorgung versagt, wenn sie am dringendsten benötigt wird. SEE NO EVIL 2 entwickelt sich nicht weiter und macht stattdessen zwei Schritte zurück in die falsche Richtung. Die düstere und dreckige Atmosphäre des Erstlings wird zugunsten steriler Klinikkulissen ausgetauscht – eine Weiterentwicklung der ohnehin schon arg dünnen Geschichte gibt es nicht. In kurzen Rückblenden werden noch einmal die deftigen Morde des Vorgängers ins Gedächtnis gebracht, die zeigen welchen Ton SEE NO EVIL 2 hätte einschlagen sollen. Stattdessen vergeuden die SOSKA ZWILLINGE unnötig viel Zeit damit die wenigen Charaktere durch lange Flure flitzen und dabei panisch kreischen zu lassen. Auch Killer Jacob Goodnight scheint ein wenig übermüdet zu sein, denn seine Mordgier wird reichlich unkreativ zelebriert. Ein kleiner Kehlenschnitt hier, eine zerquetschter Schädel da – viel Splatterei bietet der lahme und vor allem unnötige Aufguss leider nicht, so dass Horrorfans schnell nach dem Grund dieser Fortsetzung suchen werden, der vermutlich einzig im vollen Geldbeutel gieriger Produzenten zu finden sein dürfte.
 
 
 


 
 
 

SEE NO EVIL 2 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein blutiges Slasher-Spektakel für Fans der härteren Filmgattung. Leider wird der Gewaltpegel des Erstlings nicht ansatzweise erreicht, was Fans von SEE NO EVIL enttäuscht vor der Glotze zurücklassen dürfte. Die meisten Morde werden im Off zelebriert oder der Zuschauer bekommt nur das Resultat eines ermüdenden Amoklaufs zu sehen. Kommt Killer Jacob Goodnight dann doch einmal in Fahrt, wird mit drastischen Gräueltaten gegeizt, so dass SEE NO EVIL 2 eindeutig keinen Spaß macht. Aber auch inhaltlich wird auf Sparflamme geköchelt. Die Regiearbeit der SOSKA SCHWESTERN wirkt teilweise ziemlich unbeholfen, weil man vermutlich überfordert damit gewesen ist, das Müh einer Geschichte auf Spielfilmlänge zu bringen. Was bleibt ist ein konventioneller 08/15-Slasher von der Stange, in dem sogar bekannte Schauspieler kaum etwas zu tun haben, außer zu rennen, zu schreien und zu sterben. SEE NO EVIL 2 ist in allen Belangen eine der enttäuschendsten Horror-Fortsetzungen der letzten Jahre, der mit Sicherheit noch einige unnötige Ableger folgen werden.
 
 
 


 
 
 

SEE NO EVIL 2 – Zensur

 
 
 
Enttäuschte Gesichter bei Horrorfans: SEE NO EVIL 2 ist nicht die Gewaltorgie geworden, die man vermutlich erwartet hätte. Wo Fortsetzungen sonst mit „größer, härter, blutiger“ beworben werden, schraubt SEE NO EVIL 2 den Härtegrad konsequent zurück. Es gibt einen recht grafischen Kehlenschnitt zu sehen und einige Macheten-Schnitzer – das war’s dann aber auch schon. Die übrigen Morde werden nur angedeutet oder passieren im Off. In Deutschland dürfte das auf jeden Fall für eine ungeschnittene „Keine Jugendfreigabe“ reichen. Ob das Horrorfreunden schmecken wird?
 
 
 


 
 
 

SEE NO EVIL 2 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
ChromeSkull: Laid to Rest 2 (2011)
 
Laid to Rest (2009)
 
Hatchet (2006)
 
Hatchet 2 (2010)
 
Hatchet 3 (2013)
 
Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)
 


Filmkritik: “Long Weekend – Thongsook 13″ (2013)

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LONG WEEKEND

THONGSOOK 13

Story

 
 
 
Sechs Jugendliche wollen auf einer verlassenen Insel – wo auch sonst – eine trinkfreudige Wochenendsause in einem Strandhaus veranstalten. Leider birgt das friedliche Eiland auch eine dunkle Vergangenheit. Früher wurden dort während des sogenannten Blutmondes geheimnisvolle Opferriten durchgeführt, um die Geister der Insel zu besänftigen. Hätten die Kids gewusst, dass ihr Feiervorhaben in genau jenen Ritualzyklus fällt, wären sie vermutlich zu Haus geblieben …
 
 
 


 
 
 

LONG WEEKEND – Kritik

 
 
 
Wenn uns der Horrorfilm eins gelehrt hat, dann dass man Außenseitern besser keine gemeinen Streiche spielt, denn derart rücksichtsloses Verhalten wird im Genre eigentlich immer mit dem Tod bestraft. Bereits in Filmen wie Kings CARRIE (1976) oder dem Slasher BRENNENDE RACHE (1981) war das der Fall. Hier wurde Außenseitern derart übel mitgespielt, dass die Geschehnisse eine ungeahnte Wendung erfuhren und im Blutbad enden mussten. Auch in Thailand finden jene beständigen Horror-Regeln im Film immer wieder Verwendung. So auch in LONG WEEKEND – einem weiteren Teenie-Grusler, der freilich nichts mit dem australischen Öko-Horror von COLIN EGGLESTON zu tun hat, dem im Jahr 2008 unter gleichem Titel eine aufgehübschte Neuverfilmung folgen musste. Im thailändischen LONG WEEKEND ist es nicht Mutter Natur, die mit Umweltsündern kurzen Prozess veranstaltet, sondern eine Gruppe Thai-Kids, die unbeabsichtigt einen geheimnisvollen Schrein nach einem fiesen Streich an einem Mitschüler entweihen und die Missgunst böser Geister auf den Plan rufen. Einzelgänger und Schul-Mobbingopfer CHINAWUT INDRACUSIN fungiert hier als Medium, in dessen Körper die zornigen Geister schlüpfen nachdem dieser von seinen Klassenkameraden in eine Art Opferkammer gesperrt und seines Schutzamuletts beraubt wurde. Wenig später ist die Hölle los, denn der Rechner leistet ganze Arbeit, schließlich sind fast alle Horror-Elemente in LONG WEEKEND (der sich übrigens im Original THONGSOOK 13 schimpft) computeranimiert. Regisseur TAWEEWAT WANTHA (was für ein Zungenbrecher) übertreibt es in seinem glattgebügeltem Gruselstück ein wenig arg mit CGI-Gespuke. Zwar können sich die Spezialeffekte durchaus sehen lassen; der Film ist jedoch teilweise derart effektüberladen, dass das Wesentliche aus den Augen verloren wird. WANTHA verschwendet wenig Zeit mit der Charakterentwicklung. Stattdessen legt der Filmemacher Wert auf einem unhomogenen Klangteppich, der von anhaltendem Gewitterdonner begleitet wird und künstlich aus den TV-Boxen grummelt. Letzterer wurde zudem derart laut eingespielt, dass der Zuschauer permanent damit beschäftigt ist die Lautstärke des Fernsehapparats zu regulieren, weil ihm der Donnergeröll zu laut und die Dialoge zu leise abgemischt wurden. Die künstlichen, durch Lautstärke verursachten Schreckmomente hat LONG WEEKEND jedoch auch bitter nötig, denn ein Gruselfaktor ist kaum zu verzeichnen. Wie soll der auch entstehen, wenn ein atmosphärischer Erzählstrang und der konstant steigende Spannungsbogen zugunsten oberflächlicher Effekthascherei vernachlässigt wurde.
 
LONG WEEKEND oder THONGSOOK 13 ist jugendkonformer Teenie-Horror, der sich offensichtlich an ein junges Publikum richtet. Filmische Experimente werden nicht gewagt, stattdessen wird sich an den Konventionen des modernen Horrorkinos orientiert. Für den Zuschauer bedeutet das: Stereotype Helden, die nach dem Prinzip der 10 kleinen Negerlein das Zeitliche segnen müssen, damit der Horrorfan auch etwas Gewalt zu sehen bekommt. Für Geister-Horror aus Fernost kommt die überraschend schaufreudig daher, so dass sich auch der ein oder andere europäische Horrorfan mit LONG WEEKEND anfreunden dürfte. Warum an der hauchdünnen Handlung ausgerechnet vier (!) Autoren gleichzeitig kritzeln mussten, dürfte jedoch für immer ein Mysterium bleiben. Vermutlich war der aufgezwungene Schluss-Twist nicht anders zu bewerkstelligen.
 
 
 


 
 
 

LONG WEEKEND – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
(Er)Schreckreiche Geisterhatz aus Thailand mit bitterbösem Ausgang. LONG WEEKEND (oder THONGSOOK 13, so wie er ins seinem Entstehungsland ins Kino gebracht wurde) ist garantiert nichts für Liebhaber des Old-School-Horrors. Die Macher haben sichtlich viel Spaß mit den Fähigkeiten von Hochleistungsrechner gehabt und reichlich Bath in Computereffekte fließen lassen. Die sehen zwar ganz brauchbar aus, können aber nicht verbergen, dass das Drehbuch zum Film kaum vom Hocker reißen will. In LONG WEEKEND treffen stereotype Kids auf animierte Geister und werden nacheinander in den Filmhimmel transferiert. Gruselig ist das zwar nicht, dafür aber ziemlich schockintensiv, weil die Ton-Macher dreist an den Lautstärkereglern ihrer Mischpulte hantiert haben. Unterm Strich ist der thailändische Horrortrip keine Offenbarung – Mainstream verwöhnte Kids haben an diesem halbherzigen Spuk-Quark vermutlich trotzdem ihre Freude.
 
 
 


 
 
 

LONG WEEKEND – Zensur

 
 
 
Einiges an Gewalt wird geboten. So wird ein Kopf im Motorboot-Motor zermatscht und Gegenstände durch Köpfe gejagt. Wir rechnen mit einer Freigabe für Erwachsene: KEINE JUGENDFREIGABE.
 
 
 


 
 
 

LONG WEEKEND – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Phobia (2009)
 
House of Dust (2013)
 
The Damned (2013)
 
The Quiet Ones (2013)
 


Filmreview: “The Nesting” (1981)

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THE NESTING – HAUS DES GRAUENS

Story

 
 
 
Schriftstellerin Lauren (Robin Groves) ist Agoraphobikerin, fürchtet sich also vor der Atmosphäre öffentlicher Plätze. Ihr Freund meint’s nur gut und entführt sie in den Urlaub aufs Land, raus aus dem Trubel der Metropole. Gut gemeint ist meistens das Gegenteil von gut gemacht und so hat das arme Mädchen bald mit den gruseligen Visionen zu tun, die medial begabte Horrorfilmprotagonisten im Kontakt mir ekelhaften, verlassenen Landhäusern immer frei Haus (schlechtes Wortspiel, weiß ich) geliefert bekommen. Ob gewollt oder nicht. Hier sind das nervösmachende Geräusche vom Dachboden oder eine Party mit Gästen, die Robin nicht wirklich zuordnen kann. Werfen wir noch unfreundliche Mitglieder der Umlandbevölkerung oder übergeschnappte Nachbarn in die Rezeptur und fertig ist der Horrorreißer, der seine Artgenossen auf die Plätze verweisen kann. Oder wenigstens will …
 
 
 


 
 
 

THE NESTING – Kritik

 
 
 
Wenn wir ehrlich sein wollen, ist THE NESTING mal wieder ein Genrefilm, dessen Begleitumstände im Hintergrund interessanter sind als die doch relativ altbackene Handlung per se, in diesem Fall ein spukiges Spukhaus und so weiter. Regisseur Armand Weston kam von der anderen Seite des Grindhouse-Zaunes, der Pronographie nämlich. Hier verdingte er sich als beliebter Lieferant eher ruppiger Knatterfilme, den so genannten Roughies. Zu seinen bekannteren Flutschwerken zählt etwa der überharte Schändungsschocker DEFIANCE, in dem Fred J. Lincoln (kürzlich verstorben und bekannt als David Hess’ nicht minder perverser Kompagnon Weasel Podowski in LAST HOUSE ON THE LEFT) einen sektenguruartigen Verführer junger und nackiger Dinger gibt. Hinter THE NESTING steht der Wunsch einer Produktionsgesellschaft, auf den Ende der Siebziger sehr populären Zug von Haunted-House-Filmen nach dem Muster von THE AMITYVILLE HORROR aufzuspringen. Ein Unterfangen, was hier aber leider mit mangelnden production values und genereller Uninspiriertheit zu kämpfen hat. Die Schauspieler geben ihr bestes, sollten aber nicht als Kinolegenden im Lichtspiel-Pantheon enden. Erfreulich wenig Berührungsängste mit Hollywoods schmierigerer Seite zeigen zwei Stars goldener Zeiten: Gloria Grahame, in ihrer letzten Rolle sogar, und der wie immer völlig schmerzfreie Rekordschauspieler John Carradine. Beide tun, wofür’s Gage gibt: Sie spielen die Rollen von Schauspielern in einem Film.
 
 
 


 
 
 

THE NESTING – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Bahnhofskinoschmutz aus dem ungut müffelnden Zelluloidzwielicht der 42. Straße New Yorks. Hätte auch in Double Features von Horrorschocker plus rauem Pornofilm eine gute Figur gemacht. Außerdem: Was zu VHS-Zeiten auf dem fies-üblen Label Mike Hunter erschienen ist, hat immer Schmuddelbonus.
 
 
 


 
 
 

THE NESTING – Zensur

 
 
 
Alle bisherigen deutschen Veröffentlichungen auf DVD, Laserdisc und VHS waren nicht komplett. Das Label MOTION PICTURE ändert das und wagt nun den ersten kompletten Release in Deutschland. Um einer kostenspieligen FSK-Prüfung aus dem Weg gehen zu können, wurde die erste deutsche HD-Veröffentlichung ungeprüft im schicken Mediabook auf den Markt geworfen. Das kann wie immer bei „heißer“ Ware nur bei einschlägigen Onlinehändlern, Privathändlern oder auf Filmbörsen gekauft werden.
 
 
 


 
 
 

THE NESTING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mediabook Motion Picture

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Nesting; USA 1981

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 1.0 Mono), Deutsch – Kinomix (Dolby Digital 1.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 1.0 Mono)

Untertitel: Deutsch (an einigen Stellen im Film Originalsprache mit Untertitel)

Bild: 1,85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 103 Min.

FSK: nicht von der FSK geprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook mit 16-teiligem Buchteil auf 1000 Stück limitiert – keine Limitierung auf dem Buchteil ersichtlich

Extras: entfernte & erweiterte Szenen (12:02), Fotogalerie (14:30), Englischer Trailer (1:55), Deutscher Trailer (2:02), Spanischer Trailer (1:55), 3 TV Spots am Stück (1:36), zusätzliche DVD mit dem Hauptfilm, Buchteil

Release-Termin: 16.05.2014

 
 
 
Rechteinhaber MOTION PICTURE veröffentlicht THE NESTING in einer dieser edlen Sammler-Veröffentlichungen, die unter Fans düsterer Horrorware immer mehr Liebhaber findet: Das Mediabook. Ob die Buch-Variante für diesen eher unbedeutenden Streifen hätte wirklich sein müssen, sei mal dahingestellt. Fakt ist jedoch, dass MOTION PICTURE dem Film eine optisch durchaus ansprechende Veröffentlichung spendiert hat, die Mediabooks aus dem Hause NSM, XT & Co. in nichts nachsteht. Die optische Präsentation macht im Gegensatz zu genannten Nischenlabels sogar einen weitaus professionelleren Eindruck, gefällt der Buchteil gerade aufgrund seiner Schlichtheit. Sieben Seiten Text wollen gelesen werden – der Rest dieser Veröffentlichung wurde mit Aushangbildern gefüllt. Natürlich darf in einem Mediabook neben der HD-Fassung des Streifens nicht die DVD fehlen, die hier als notdürftiges Übel mit beiliegt, so dass auch Filmsammler zugreifen können, die noch nicht im Full-HD-Zeitalter angekommen sind. Leider hat meist auch das schönste Release einen Haken. Im Falle der ersten HD-Veröffentlichung von THE NESTING in Deutschland fehlen Extras. Die waren jedoch auch auf den bisherigen deutschen Heimkino-Medien nicht enthalten. Trotzdem wären ein Audiokommentar und ein kleines Feature mit Interviews aller Beteiligten schön gewesen. So haben es gerade einmal Trailer und erweiterte/gelöschte Szenen auf den Silberling geschafft. Ärgerlich! Bleibt zu erwähnen, dass das schicke Mediabook nicht im regulären Handel erhältlich ist. Weil das Mediabook nicht FSK-geprüft veröffentlicht wurde, muss der Filmfan Umwege beim Besorgen des Sammlerstücks in kauf nehmen. Die bekannten Onlineshops aus dem deutschsprachigen Ausland vertreiben das auf 1000 Stück limitierte Mediabook. Aber auch die OFDB oder Privathändler bei AMAZON führen das gute Stück im Sortiment.
 
 

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THE NESTING – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig / Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Grauen (1980)
 
Tanz der Totenköpfe (1973)
 


Filmreview: “Rage” (2010)

rage-2010-chris-r-witherspoon
 
 
 

RAGE

Story

 
 
 
Nachdem er seine Affäire zu Dana beendet hat, wird Dennis von einem wütenden Motorradfahrer verfolgt, der nichts Gutes im Schilde führt …
 
 
 


 
 
 

RAGE – Kritik

 
 
 
Schmerzverzerrte Gesichter auf Filmplakaten wecken den Horror-Heißhunger bei Fans düsterer Kinoware, schließlich lässt sich meist daran ableiten, dass den Protagonisten im Film viel Leid widerfahren wird. Im Falle von RAGE ist das gar nicht so abwegig, denn in diesem Indie beweist der Sensenmann, dass er eine Leidenschaft für schnelle Flitzer hegt. Die Angst vor dem gewalttätigen Unbekanntem wird in RAGE zum Mittelpunkt der Geschichte deklariert, in der sich Held Dennis Twist (RICK CRAWFORD) vor einem wütenden Motorradfahrer in Sicherheit bringen muss. Dessen Missgunst ruft der ahnungslose Ehebrecher während einer Verabredung mit Affäre Dana (ANNA LODEJ) auf den Plan, die nicht so recht fassen mag, dass sich ihr Liebhaber letztendlich für Frau Crystal entschieden hat und nicht für ein knisterndes Abenteuer mit ihr. Leider scheint die Einsicht zum falschen Zeitpunkt gekommen zu sein, hat sich doch ein Motorrad fahrender Albtraum aus JASON VOORHEES und MICHAEL MEYERS an die Fersen des potenten Junghengstes geheftet und will nun gern ein makabres Katz- und Mausspiel mit dem unwissenden Dennis treiben. Der Psychopath beginnt sein Opfer durch die Straßen der Stadt zu hetzen, das sich selbst zu Hause nicht in Sicherheit wähnen kann. Der Unbekannte folgt Dennis bis vor die Haustür, wo Gattin Crystal so rein gar nicht erfreut ist über den mordlüsternen Besucher.
 
RAGE ist ein waschechter Indie, der bereits auf einschlägigen Festivals Preise einheimsen konnte. Hinter dem Psycho-Spielchen steckt Autor und Regisseur CHRISTOPHER R. WITHERSPOON, der hier persönliche Schicksalsschläge verarbeitet hat. Zudem lies er sich für seine zweite Regiearbeit von Spielbergs DUELL (1971) inspirieren und hat eine für Indie-Verhältnisse erstaunlich rasante Mixtur aus Verfolgungs-Thriller und Terrorfilm abgeliefert. Gerade einmal 100.000 Dollar soll RAGE gekostet haben – eine Tatsache, die der Zuschauer nicht so recht glauben mag. WITHERSPOON beweist nämlich ein hohes Maß an technischem Verständnis und lässt sein Zweitwerk bedeutend teurer aussehen, als es letztendlich gewesen ist. Hektische Schnitte, durchdachte Kamerafahrten und sogar symbolhafte Bildsprache (die Alarmfarbe Rot dient als Vorbote drohender Gefahr) deuten von Erfahrung auf dem Gebiet des Filmemachens. Die kommt nicht von Ungefähr, hat WITHERSPOON in einem Interview zu verstehen gegeben, dass er Werke von Hitchcock, Spielberg, Carpenter, Craven und Kubrick penibel studiert hat, um deren Erfolgsrezeptur auch für seine (künftigen) Werke nutzen zu können. Die Hausaufgaben hat der Regisseur mit nötiger Sorgfalt erledigt, denn RAGE lässt ganz schnell die schlimmen No-Budget-Streifen aus letzter Zeit vergessen, die durch beliebtes Found-Footage-Gewackel unverständlich viel Aufmerksamkeit erhalten haben. Von allmählich überdrüssigem Kameragewackel sieht WITHERSPOON ab und sorgt stattdessen endlich wieder für Spannung in einem Low-Budget-Indie. Die erreicht der Filmemacher durch rasante Verfolgungsjagden, die WITHERSPOON geschickt in Szene gesetzt hat. Benötigt Filmcharakter Dennis dann doch mal eine Verschnaufpause, wandelt RAGE auf Terror-Pfaden, schließlich frönt der wortkarge Fremde einer Leidenschaft für gemeine Terrorspiele. Er attackiert sein Opfer in der Toilette und verfolgt es sogar bis in die Tagträume – für Zuschauer und Filmheld bleibt da kaum Zeit um aufatmen zu können.
 
Leider verliert WITHERSPOON in der zweiten Filmhälfte das eigentliche Ziel vor Augen, endet doch RAGE im üblichen Blut- und Splatter-Rausch. Der zuvor kontinuierlich aufgebaute Spannungsbogen wird zugunsten bekannter Terror- und Home-Invasion-Regeln außer Acht gelassen. Der anonyme Killer, dessen Identität selbst nach dem Abspann ungeklärt bleibt, vergreift sich an Ehegattin Crystal, die als schuldlose Unbeteiligte die Wut des Fremden mit aller Härte zu spüren bekommt. Dass die obligatorische Vergewaltigung da freilich nicht fehlen darf, dürfte auf die lukrative Ausschlachtung jenes zweifelhaften Filmthemas zurückzuführen sein, das sich vor einigen Jahren großer Beliebtheit erfreut hat. RAGE wurde bereits im Jahr 2010 auf den amerikanischen Filmmarkt geworfen – zu einer Zeit, als kontroverse Remakes zu Klassikern wie I SPIT ON YOUR GRAVE oder LAST HOUSE ON THE LEFT im Kino Kasse machten und sich schmuddeliges Exploitation-Kino schon längst zu Mainstream entwickelt hatte. Dass WITHERSPOON auf dieser durchaus wirtschaftlichen Welle mitreiten wollte, kann man dem Regisseur nicht verübeln, schließlich ist es im Filmgeschäft keine Seltenheit mehr, dass unbekannte Filmemacher lukrative Trends nacheifern, wenn andere damit viele Dollars verdient haben. Auch wenn RAGE nach dem temporeichen Beginn enttäuschend viel Potenzial verschenkt und mal wieder nur die Erwartungen blutgeiler Gorehounds befriedigt werden, kommt immerhin der raue Indie-Look den diversen Brutalo-Momenten gelegen, die mit der ungeschönten Optik dann doch schon recht hart anzuschauen sind. So bedient sich der Killer wie einst LEATHERFACE aus dem berüchtigten TEXAS CHAINSAW MASSACRE auch einer Kettensäge und zerteilt zur Freude der Splatter-Gemeinde die netten Nachbarn von Nebenan. Die wimmern vergebens ums Überleben und werden ziemlich ruppig ins Jenseits befördert. Dass die Szene jedoch vollkommen deplatziert wirkt und rein gar nicht zum Rest des Filmes passen will, ist nur eines der vielen kleinen Vergehen, für die man WITHERSPOON nicht tadeln sollte. Unterm Strich ist RAGE kein übler Film, betrachtet man das erschreckend niedrige Budget, das dem Streifen zur Verfügung gestand hat. Eigentlich wollte Macher WITHERSPOON statt RAGE unheimlichen Anthologie-Horror drehen. Weil ihm das benötigte Kapital fehlte, entschied er sich vorerst für die Umsetzung dieses blutreichen Thriller-Plots. Da kann man nur hoffen, dass Horrorfans auch Jahre nach der Fertigstellung von RAGE Interesse bekunden und sich das Filmchen kaufen. Nur so dürften garantiert werden, dass WITHERSPOON eifrig weiter werkeln kann. Insofern man ihm die Gelegenheit geben würde mit mehr Budget drehen zu dürfen, könnte da durchaus etwas Kultiges entstehen – da sind wir uns sicher.
 
 
 


 
 
 

RAGE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Spielbergs DUELL trifft auf FREITAG DER 13. und HALLOWEEN. RAGE ist ein temporeicher Indie-Horrorstreifen, der die Gewaltschraube am Ende nahezu im Minutentakt fester dreht. Man muss schon eine Vorliebe für ungeschliffenes Indie-Kino besitzen, um WITHERSPOONS Slasher-Variante von Spielbergs DUELL überhaupt genießen zu können. Mainstream verwöhnte Kinogänger werden an den teils schlecht ausgeleuchteten Bildern und den manchmal hölzern agierenden Schauspielern kaum Gefallen finden. Tadeln darf man Regisseur CRISTOPHER WITHERSPOON dafür jedoch nicht, hat er schließlich mit einem Mikro-Budget von gerade einmal 100.000 Dollar einen soliden Thriller auf die Beine gestellt, den manch Filmschaffender selbst mit millionenschwerem Kapital nicht besser gemacht hätte. Sichtlich von Meistern wie HITCHCOCK, CARPENTER und SPIELBERG inspiriert beweist WITHERSPOON ein talentiertes Händchen für geschickt platzierte Spannungsmomente und rasante Verfolgungsjagden – auch ohne Bluescreen-Technik und CGI. Dass er sogar an die Gorebauern unter den Horrorfans gedacht hat, gehört leider zum notdürftigen Übel, schließlich erwarten Fans von “bösen” Filmen nun mal heutzutage, dass in Horrorfilmen reichlich Lebensaft zu sehen ist. Fazit: Offene Horror-Zuschauer dürfen gern mal einen Blick wagen, denn RAGE ist ein ambitioniertes Projekt eines eifrigen und talentierten Filmemachers, dem man auf jeden Fall eine Chance geben sollte.
 
 
 


 
 
 

RAGE – Zensur

 
 
 
RAGE gibt sich nicht zurückhaltend. Gerade das Ende geizt nicht mit reichlich Brutalität. Da werden Körper mit Kettensäge und Messer bearbeitet. Zudem schlägt die Vergewaltigung einer Protagonistin auf den Magen. Sollte RAGE in Deutschland veröffentlicht werden gibt’s den roten FSK-Flatschen. Keine Jugendfreigabe – ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

RAGE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Duell (1971)
 
Jeepers Creepers (2001)
 
Joyride – Spritztour (2001)
 
Death Proof (2007)
 


Filmreview: “Kristy – Lauf um dein Leben” (2014)

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KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN

Story

 
 
 
Studentin Justine Wells (Haley Bennett) ist allein auf dem Campus und erhält unangemeldeten Besuch von vier vermummten Gestalten, die der Hochschülerin nach dem Leben trachten wollen …
 
 
 


 
 
 

KRISTY – Kritik

 
 
 
Wann lernen Killer in Horrorfilmen endlich, dass man nicht mit (Hoch)Schülerinnen gemeinen Schabernack treibt, die intellektuell in einer ganz anderen Liga spielen. Seit jeher sind nämlich jene Protagonistinnen dafür prädestiniert, den immer gleichen Kampf gegen unzureichend intelligentes Pack aufzunehmen, dessen Ausgang ohnehin stets vorbestimmt ist. Auch Jahrzehnte nachdem der Slasher durch MARIO BAVA ins Leben gerufen wurde, haben sich die Regeln jenes Sub-Genres kaum verändert. Das meist “anständige” Final Girl darf in derart Filmen nicht nur reichlich kreischen, sondern legt den Bösewichten am Ende eigentlich immer das Handwerk. Im Gegensatz zu JAMIE LEE CURTIES in HALLOWEEN (1978) ist so eine Racheakt heute natürlich wesentlich blutiger, schließlich erwartet der Horrorfan im Jahr 2014 von einer Heldin, dass die sich mit dem grobschlächtige Handwerk auskennt.
 
KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN (im Original auch als RANDOM bezeichnet) ist ein weiterer Streifen aus der Reihe “Ich komm dich zu Hause besuchen und befördere dich ins Jenseits”-Werke, die sich zur Zeit im Kino und auf dem Heimkinomarkt großer Beliebtheit erfreuen. Offensichtlich von aktuellen Horror-Erfolgen wie THE PURGE und YOU’RE NEXT inspiriert, darf sich hier eine taffe Einzelkämpferin gegen eine Truppe vermummter Irrer behaupten, die mal wieder nichts anderes zu tun haben, als ahnungslose Studentinnen möglichst gemeingefährlich zu terrorisieren. DONKEY PUNCH-Regisseur OLIVER BLACKBURN lässt nach längerer Regiepause wieder von sich hören und versucht mit konventionell gestrickter Horror-Ware den Einstieg zurück in die Filmwelt. Der ist ihm tatsächlich geglückt, denn nur selten gelingt Filmemachern der Sprung zurück ins Rampenlicht mit Low-Budget-Horror von der Stange. Es geht um die attraktive Justine, die leider nicht wie der Rest ihrer Freunde Thanksgiving zu Hause feiern kann, weil ihr das Geld für die Reise zu den Eltern fehlt. Daher beschließt sie sich eine schöne Zeit auf dem Campus zu bereiten, schließlich ist sie hier ja nicht ganz allein. Einige Sicherheitsbeamte und der Hausmeister sind vor Ort, damit sich die Studentin in den langen Fluren der Universität auch sicher fühlen kann. Weil KRISTY ein Horrorfilm ist dürfte klar sein, dass das nicht lang der Fall sein wird, denn an einer Tankstelle macht die strebsame Hochschülerin Bekanntschaft mit einer gar bedrohlichen Zeitgenossin, die scheinbar nicht alle Latte am Zaun zu haben scheint. Nach einer beängstigenden Verfolgungsjagd flüchtet Justine zurück auf den Campus, hat aber nicht mit der Hartnäckigkeit ihrer Verfolgerin gerechnet, die sich natürlich an die Fersen ihres Opfers heftet und nur eins will: Den Tod ihres ahnungslosen Opfers. Den wollen auch drei weitere Gestalten, die sich der Terrorsause anschließen und eine grausamen Jagd auf die verängstigte Studentin einläuten.
 
Wie es sich für einen Slasher nun mal gehört, verlaufen die Handlungsstränge nach bekanntem Schema. Täter und Opfer liefern sich eine unerbittliche Schlacht, die selbstverständlich nur einen Sieger kennt. Während zu Beginn die Fieslinge ganz klar im Vorteil liegen und noch mit Taktik versuchen der ahnungslosen Justine Angst einzujagen, haben selbige nicht mit der Klugheit ihrer Gegenspielerin gerechnet, die es leider gar nicht lustig findet, dass zig Unwissende im Verlauf der Hetzjagd ihr Leben lassen mussten. Sie stellt sich ihren Ängsten und bekämpft die maskierten Killer mit ihren eigenen Waffen. Die erhalten am Ende die wohlverdiente Strafe und der Zuschauer ist verblüfft darüber, was für ein kurzweiliges Filmvergnügen soeben über den Bildschirm geflimmert ist. Auch wenn OLIVER BLCKBURN das Genre mit seinem KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN freilich nicht revolutioniert hat, ist ihm doch ein zügig inszenierter Thriller gelungen, der trotz bekannter Klischees kaum Längen besitzt. Die bunte Mischung aus Slasher, Home-Invasion-Schocker und Terrorfilm verfügt über einen stetig steigenden Spannungsbogen, der von der Unwissenheit des Zuschauers zerrt. Der erfährt wie die Heldin des Films erst kurz vor dem Abspann von den Hintergründen der perfiden Jagd. Das Motiv sind Ritualmorde, die eng in Verbindung mit dem Internet stehen – einem weitläufigen Tummelplatz finsterer Gestalten, die dort ungehindert ihren perversen Phantasien nachgehen können ohne ertappt zu werden.
 
Mit KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN hat OLIVER BLACKBURN eine weitere Horror-Version des 90er-Hits KEVIN ALLEIN ZU HAUS gedreht, der natürlich auch den für Slasher-Streifen obligatorischen Mankos unterliegt. Opfer und Killer verhalten sich wie immer selten dämlich und Wutausbrüche erfahrener Filmfans dürften nicht ausbleiben, wenn Protagonistin Justine Dinge tut, die normal denkende Menschen wohl niemals in solche Situationen anstellen würden. Ebenso hirnriesig ist die Tatsache, dass die vier Täter partout über den Aufenthaltsort ihres Opfer bescheid wissen und sich auf dem riesigen Unigelände wie von Geisterhand von einem Ort zum nächsten bewegen können. Trotz zig Logikfehler ist jedoch weitaus ausschlaggebender, dass ein Horrorfilm unterhält und nicht langweilt. KRISTY ist schnörkellose Suspense-Unterhaltung ohne Längen und das ist die Hauptsache. Wer nach THE PURGE, THE STRANGERS und all den packenden Terror-Slashern in letzter Zeit immer noch nicht die Nase voll hat von ungebetenen Gästen, darf selbstverständlich gern in KRISTY mit um das Leben von Heldin Justine laufen. Zeitverschwendung ist dieser handwerklich hervorragend umgesetzt Horror-Trip mit Sicherheit nicht.

 
 
 


 
 
 

KRISTY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Alles beim Alten und doch irgendwie kurzweilig. DONKEY PUNCH-Regisseur OLIVER BLACKBURN hat Altbekanntes neu aufbereitet und unterhält trotz Logikbarrieren und Horror-Klischees ungemein. Die finstere Mischung aus Terrorfilm, Slasher und Home-Invasion-Schocker besitzt Tempo, was man bei vielen Indie-Horrorfilmen neueren Datums schmerzlich vermisst. Damit lässt sich nämlich manch Ungereimtheit im Drehbuch geschickt vertuscht, schließlich bleibt bei temporeich inszenierter Horror-Ware kaum Zeit, sich Gedanken über Filmfehler zu machen. Erstaunlicherweise wurde KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN so ziemlich unblutig umgesetzt, was nicht dem aktuellen Horror-Trend entspricht. Der Fokus liegt vermehrt auf Suspense und Terror, was dem Streifen jedoch sichtlich gut steht. Somit gehört KRISTY auf jedem Fall zu den besseren Vertretern der momentan immer noch lukrativen Horror-Welle, der es hätte auch gut und gern ins Kino schaffen können. Wer die Möglichkeit hat BLACKBURNS Slasher-Flick auf der großen Leinwand sehen zu können, sollte die Gelegenheit nutzen. Dort wird er vermutlich seine ganz Wirkung entfalten können, denn KRISTY ist ohne Zweifel ein spannungsgelandener Slasher für Fans von Schockern wie THE STRANGERS und THE PURGE.
 
 
 


 
 
 

KRISTY – Zensur

 
 
 
KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN ist nicht sonderlich brutal. Gegen Ende werden die Täter recht kreativ um die Ecke gebracht. Die Brutalität des Racheakts hält sich in Grenzen. Das sah auch die FSK so und hat KRISTY bereits für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben.
 
 
 


 
 
 

KRISTY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
kristy-lauf-um-dein-leben-blu-ray

(c) Tiberius Film / Sunfilm

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Random; USA 2014

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 07.08.2014

 

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KRISTY – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
The Aggression Scale (2011)
 
The Purge (2013)
 
Home Sweet Home (2013)
 


Filmreview: “Der Tag nach Halloween” (1979)

der-tag-nach-halloween-1979
 
 
 

DER TAG NACH HALLOWEEN

Story

 
 
 
Die hübsche und schüchterne Hairstylistin Angela wird von ihrer Freundin überredet ihren Beruf aufzugeben und es als Fotomodel zu versuchen. Doch Angela ist nicht wohl bei der Sache, da sie seit einiger Zeit von ihrem Ex-Freund verfolgt wird, der ihr überall hin zu folgen scheint. Jedoch muss sie erkennen, dass auch das Leben als erfolgreiches Model einige sehr unangenehme Schattenseiten birgt …
 
 
 


 
 
 

DER TAG NACH HALLOWEEN – Kritik

 
 
 
DER TAG NACH HALLOWEEN ist ein 1979 veröffentlichter Horror-Thriller aus Australien von Simon Wincer. Wincer, der später in den 90er Jahren wesentlich familienfreundlichere Filme ablieferte wie FREE WILLY (1993) oder DAS PHANTOM (1996) mit Billy Zane, war in den 70ern hauptsächlich als Fernsehregisseur tätig. DER TAG NACH HALLOWEEN stellte sein Spielfilmdebüt dar. Produzent des Films war Anthony I. Ginnane, welcher unter anderem Richard Franklins PATRICK (1978) und DARK AGE von Arch Nicholson (1987) produzierte. Das Budget lag bei 100.000 Dollar.
 
Was einem zunächst auffallen mag ist der Titel. Natürlich hat der Film weder etwas mit dem schaurigen Festtag zu tun, noch findet die Handlung am 1. November statt. In diesem Fall ist es der Titelschmiede des hiesigen Rechteinhabers zu verdanken, dass der im Original betitelte SNAPSHOT nun einen solch irreführenden Namen trägt. Orientiert hat man sich dabei an dem Titel, den der Streifen damals in den USA bekommen hat: THE DAY AFTER HALLOWEEN. Schaut man sich das Jahr der Veröffentlichung an, so dürfte einem ein Licht aufgehen. SNAPSHOT wurde nur ein Jahr nach John Carpenters Kinohit HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS (1978) veröffentlicht…
 
Wenn man auf kleinere Thriller der 70er Jahre steht, dann ist man mit SNAPSHOT bestens bedient. Zum einen lebt und atmet der Streifen das Jahrzehnt in dem er entstanden ist, und zum anderen punktet er mit überraschend guten Schauspielern und sympathischen Charakteren. Ganz besonders Sigrid Thornton, welche man womöglich aus George Millers SNOWY RIVER (1982) kennt, spielt ihre Rolle sehr natürlich und gewinnt einige Sympathien beim Zuschauer. Man fiebert mit ihr mit und möchte nicht, dass ihr in unangenehmen Situationen die sie im Film durchlebt, etwas zustößt. Eine wirklich gute Leistung wenn man bedenkt, dass Thornton erst zwei Tage vor Drehstart gecastet wurde.
 
Das Ende von SNAPSHOT lädt im Übrigen zum Schmunzeln ein. Nicht etwa, weil es sonderlich schlecht ist, sondern weil gefühlte drei Twists hintereinander derart überspitzt sind, dass man nicht anders kann als mit einem Grinsen vor seinem Fernseher zu sitzen.
 
 
 


 
 
 

DER TAG NACH HALLOWEEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
SNAPSHOT, oder, DER TAG NACH HALLOWEEN ist kein Meisterwerk, aber ein durchaus unterhaltsamer Film der nie wirklich langweilig wird. Wenn man auf kleine produzierte Filme aus den 70ern steht und Thriller mag, dann sollte man dem Streifen auf jeden Fall eine Chance geben.
 
 
 


 
 
 

DER TAG NACH HALLOWEEN – Zensur

 
 
 
In seiner ungekürzten Fassung läuft SNAPSHOT ziemlich genau 101 Minuten. Für sein Release in den USA wurde der Film jedoch auf 92 Minuten heruntergekürzt. Auch auf der Rückseite der alten deutschen VHS-Kassette von Screentime ist lediglich eine Laufzeit von 90 Minuten vermerkt. Diese Fassung befindet sich auch auf der DVD-Veröffentlichung von Maritim Pictures. Die komplett ungekürzte Fassung ist in englischer Sprache als Bonusmaterial enthalten. Der Film trägt damals wie heute eine FSK 18-Freigabe. Bei einer Neuprüfung dürfte jedoch eine Freigabe ab 16 Jahren drin sein.
 
 
 


 
 
 

DER TAG NACH HALLOWEEN – Deutsche DVD

 
 
 
der-tag-nach-halloween-1979-dvd

(c) Maritim Pictures / Alive

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Snapshot; USA 1979

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0 Stereo, Englisch Dolby Digital 2.0 Stereo

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Wendecover, alternative Credits, internationale Fassung (100:24 Min.), Audiokommentar

Release-Termin: 30.05.2014

 
 
 

Der Tag nach Halloween (DVD) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DER TAG NACH HALLOWEEN – Trailer

 
 

 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Augen der Laura Mars (1978)
 
Rosso – Die Farbe des Todes (1975)


Filmreview: “Blood Widow” (2014)

blood-widow-2014
 
 
 

BLOOD WIDOW

Story

 
 
 
Wenn die psychopathische Nachbarin drei mal klingelt: Laurie (Danielle Lilley) und Hugh (Brandon Kyle Peters) sind ein junges Paar und haben gerade ein Haus irgendwo im Nirgendwo gekauft, wo es selbstverständlich keinen Handyempfang gibt. Als die beiden eine Einweihungsparty geben und einige Freunde zum Feiern vorbeikommen, nutzt auch die Killerin von nebenan die Gunst der Stunde, um die neuen Nachbarn kennenlernen …
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Kritik

 
 
 
In Amerika gibt es immer wieder Nachwuchs-Angstmacher, die dem Horror-Fan die Freunde am Schauen von Horror-Ware verübeln möchten. Der Low-Budget-Markt scheint dort ein beliebtes Sprungbrett für all jene zu sein, die auch ohne Berufsabschluss das Hobby zum Beruf machen wollen: Filmemachen. Leider muss man für das Drehen von Horror-Streifen nicht nur Kohle und das notwendige Equipment besitzen, sondern auch Talent und Ahnung. Voraussetzungen, die jedoch nur die Wenigsten mitbringen. Trotzdem wird auch ohne Können munter drauflos gefilmt, denn die Nachfrage nach amateurhaft zusammengeschnippelten Horrorfilmen scheint größer zu sein, als immer vermutet wird. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass Billig-Grusler in amerikanische Händlerregal gebracht werden. Als wäre das nicht schon übel genug, finden sogar einige dieser Spaßbremsen den Weg nach Deutschland.
 
BLOOD WIDOW ist das Resultat eines langjährigen Fan-Traumes. Newcomer und Sci-Fi-Horrorfan JEREMIAH BUCKHALT steckt hinter der Low-Budget-Produktion, der selbst heute immer noch nicht fassen kann, dass ihm die Möglichkeit gegeben wurde einen Horrorfilm zu drehen. Ähnlich wie Vorbild JOHN CARPENTER (wenn es nach BUCKHALT geht gehört THE THING zu den besten Filmen aller Zeiten) hat der Regie-Neuling jedoch erst einmal kleine Brötchen gebacken und sich an der Umsetzung klassischen Slasher-Stoffs versucht, schließlich gehört nicht viel Grips dazu einen simplen Schlitz-Streifen zu machen. Erfolgreiche Filmtitel nennt BUCKHALT in einem Interview, von denen sich BLOOD WIDOW hat inspirieren lassen. So standen günstig gewerkelte Oldschool-Slasher Pate mit denen der Filmemacher Ende der 70er und zu Beginn der 80er aufgewachsen ist. Bei so viel euphorischer Liebe zum Genre enttäuscht dann leider doch die Tatsache, dass BLOOD WIDOW Lichtjahre von wegweisenden Metzelklassikern wie HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS entfernt ist. Für BLOOD WIDOW musste an allen Ecken gespart werden. So wurden Hauptrollen mit Statisten besetzt, die vermutlich noch nie eine Schauspielschule von Innen gesehen haben. Akustische Raffinessen aus dem MUSIC MAKER sorgen für ungewollte Erheiterung und die rudimentäre Handlung lässt den Zuschauer bereits kurz nach dem Prolog ermüden. Ein Pärchen ist es diesmal, das in ein neues Haus zieht und dort ums Überleben kämpfen muss. Im Keller des scheinbar verlassenen Nachbarhauses lebt eine schwarze Witwe, die nur darauf wartet, dass ihr mal ein paar neugierige Fliegen ins Netz gehen. Als sich ein paar Freunde für eine kleine Einzugssause anmelden und auf dem Grundstück gegenüber herumschnüffeln, packt die BLOOD WIDOW ihre Folterinstrumente zusammen und besucht die neuen Nachbarn um mal blutig “Hallo” sagen zu können.
 
Wenn keine gescheite Geschichte zu Grunde liegt, dann lass Gewalt regieren. Genau jenem Credo folgt BLOOD WIDOW und konzentriert sich auf das möglichst schmuddelige Abschlachten seiner unzureichend talentierten Hauptdarsteller. Die von BUCKHALT selbst entworfene Killerin geht nicht zaghaft mit ihren Opfern um. So werden Protagonisten enthauptet, Arme abgesäbelt oder Gesichter eingeschlagen. Für Indie-Horror mit Mikro-Budget sehen die gebotenen Matsch-Effekt ganz ordentlich aus, zumal die teils unausgereifte Ausleuchtung dem Film einen dreckigen, ungeschliffenen und finsteren Look bescheren. Dennoch, Gewalt im Horrorfilm ist nicht alles, denn ein blosses Aneinanderreihen von sinnlosen Gewaltakten machen aus einem beliebigen Horrorfilm noch lange kein Kultwerk. Nichtsdestotrotz bekommt der Horror-Fan mal endlich wieder eine maskierte Killerin vor die Linse. Die steht männlichen Meuchel-Kollegen wie JASON und MICHAEL in puncto Grausamkeit in nichts nach. Im Unterschied zu genannten Ikonen des modernen Horrorfilms will die BLOOD WIDOW jedoch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, was vor allem daran liegt, dass der Film nichts Rundes ist und überraschungsarm nach Schema F abgehandelt wird. Neue Impulse sucht man hier vergebens, dafür findet man Unmengen an Logiklöchern und Slasher-Klischees. Dass Macher JEREMIAH BUCKHALT bereits mit einer Fortsetzung liebäugelt, verursacht fix wirklich Panik – schließlich ist der Zuschauer froh, wenn er den vorliegenden Erstling wach überstanden hat.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Blutiger Nachschub für Splatter-Fans! Gewalt ist leider auch das einzige, was BLOOD WIDOW halbwegs über Wasser halten kann, denn der Streifen ist nicht nur ein überraschungsarmes, sondern auch ein langweiliges Sammelsurium nerviger Slasher-Regeln und totgefilmter Horror-Klischees. Budget war kaum vorhanden, was im Falle dieses Filmdebüts Vor- und Nachteile besitzt. Einerseits hat die teils unprofessionelle Ausleuchtung Charme und beschert BLOOD WIDOW einen düsteren und dreckigen Look, der dem Film vor allem in den Gewaltmomenten zugute kommt. Andererseits lässt das Mikro-Kapital kaum Experimente zu, so dass an allen Ecken gespart werden musste – vor allen an guten Schauspielern. Unterm Strich ist BLOOD WIDOW ein austauschbarer Slasher ohne Höhepunkte, der immerhin kurz Aufmerksamkeit in Deutschland erhaschen dürfte, weil ihn die hiesige FSK der “bösen” Szenen wegen in der Luft zerreißen wird.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Zensur

 
 
 
Wie für einen Slasher typisch sterben auch in BLOOD WIDOW die Opfer eines grausamen Todes. Zimperlich geht es hier nicht gerade zu, was vor allem der FSK Kopfzerbrechen bereiten dürfte. Da BLOOD WIDOW ziemlich viel blutroten Splatter zu bieten hat, dürfte eine ungeschnittene Freigabe fraglich sein.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Slasher House (2012)
 
Torment (2013)
 
Nurse 3D (2013)
 
Young, High and Dead (2013)
 
Killer Holiday (2013)
 
Bloody Homecoming (2013)


Filmreview: “All Cheerleaders Die” (2013)

ALL-CHEERLEADERS-DIE-2013
 
 
 

ALL CHEERLEADERS DIE

Story

 
 
 
Eine Gruppe Cheerleader steigt aus ihrem nassen Grab, um sich als blutgierige Zombies an ihren Mördern zu rächen …
 
 
 


 
 
 

ALL CHEERLEADERS DIE – Kritik

 
 
 
Remakes von Horrorfilmen sind im Genre mittlerweile nichts Ungewöhnliches mehr. Leider versucht sich Hollywood vermehrt darin den ganz großen Klassikern der Horrorwelt eine Frischzellenkur zu verpassen, was bei Fans jedoch meist auf Unverständnis stößt. Bei denen läuten bereits Wochen vor Drehbeginn die Alarmglocken, setzen doch eingefleischte Filmliebhaber das überflüssige Neuverfilmen ihrer beliebten Klassiker mit einem Sakrileg gleich. So ganz unbegründet ist deren Recyclingboykott verständlicherweise nicht, schließlich wurden in letzter Zeit Filme durch die Wiederverwertungs-Maschinerie gejagt, welche Jahrzehnte nach ihrem Entstehen beim Zuschauer immer noch maximales Grauen bewirken und nicht zwingend eine Neuverfilmung benötigt hätten. Gerissenen Produzenten Hollywoods ist die Skepsis der Zuschauer jedoch egal, denn so lange sich damit schnell Geld verdienen lässt werden auch weiterhin bekannte Titel der Horrorwelt lieblos und kommerzorientiert in die Lichtspielhäuser gebracht.
 
ALL CHEERLEADERS DIE ist auch ein Streifen, der in die Rubrik “Horror-Remake” einzuordnen ist. Doch bevor ein lautes Stöhnen die Runde machen wird, können wir Entwarnung geben, denn ALL CHEERLEADERS DIE ist einer jener Filme von dem niemand vermutet hätte, dass es ihn schon einmal gegeben hat. Horror-Maestro LUCKY MCKEE steckt hinter dem Reboot und hat weit vor Genre-Hits wie MAY – SCHNEIDERIN DES TODES (2002) und THE WOMAN (2011) mit dem No-Budget-Trash ALL CHEERLEADERS DIE versucht mehr oder weniger erfolgreich Fuß im Filmbusiness zu fassen. Zwölf Jahre nach Entstehung des Originals kommt der Horrorspaß noch einmal in die Wohnzimmer, natürlich mit mehr Budget, besseren Schauspielern und professionellen Effekten. Alles beginnt wie in jedem amerikanischen Highschool-Filmchen, wo Schüler als erstes nach Stereotypen gruppiert werden. Während Außenseiter und Eigenbrödler vergebens nach Aufmerksamkeit streben und versuchen Zuflucht in ihrer eigenen kleinen Welt zu finden, gibt es auch in ALL CHEERLEADERS DIE natürlich die selbstverliebten und coolen Kids der Schule, mit denen nicht immer gut Kirschen essen ist. Regisseur LUCKY MCKEE persifliert für sein Horror-Remake ganz luftig-locker sämtlich Highschool-Klischees auf überspitzt-zynische Weise und hat sichtlich Spaß daran, seine Figuren auch mal selbstironisch durch den Kakao zu ziehen. So gefällt, wie er die Objektivierung der Frau im Horrorfilm mit fast schon satirischem Unterton an den Pranger stellt. Schließlich wird das weibliche Geschlecht im Genre meist primär als Sexobjekt dargestellt, dem es des Öfteren an Intelligenz mangelt.
 
Der gar nicht mal so üble Mix aus BUFFY, GIRLS UNITED und CHARMED erzählt die Geschichte von Hobby-Hexe und Wahrsagerin Leena (SIANOA SMIT-MCPHEE), die mit argwöhnischen Augen die Entwicklung von Ex-Freundin Maddy (CAITLIN STASEY) beobachtet. Die schöne Brünette ist seit einiger Zeit darum bestrebt in der Cheerleader-Clique aufgenommen zu werden, um die dreisten Machenschaften von Football-Spieler Terry (TOM WILLIAMSON) aufdecken zu können. Der Mannschaftskapitän des schuleigenen Football-Teams gehört zwar zu den beliebtesten Schülern an der Highschool, wechselt aber Frauen wie Unterwäsche. Nachdem es Maddy gelungen ist die Cheerleader-Clique gegen das Football-Team aufzuhetzen, endet der Streit im Chaos: Das Auto der Mädchen kommt von der Straße ab und landet in den Fluten einen reißenden Flusses. Weil der abgebrühte Terry jedoch Angst vor den Konsequenzen hat flüchtet er lieber mit seinen Team-Kollegen und überlässt die Cheerleader ihrem Schicksal. Gott sei Dank ist Außenseiterin und Hexe Leena vor Ort. Sie beschwört die geheimnisvolle Macht ihrer magischen Steine und bewirkt, dass die Cheerleader mit einem unstillbaren Blutdurst von den Toten auferstehen. Dass die sonst so zickigen Schülerinnen mit ihrem frühzeitigen Ableben so rein gar nicht einverstanden sind, dürfte auf der Hand liegen. Kaum auf dem Schulhof zurückgekehrt heißt das neue Unterrichtsfach „Rache“.
 
Man nehme einfach von allem etwas. Mit dieser Einstellung hat LUCKY MCKEE genau jene Rezeptur gefunden, die das Horror-Genre auch bitter benötigt hat, denn mittlerweile hat sich der Horrorfilm zu einem langweiligen Tummelplatz der immer wieder gleichen Filmthemen entwickelt. ALL CHEERLEADERS DIE bedient sich unterschiedlicher Sub-Genre. So werden Elemente aus Slasher, Rache, Vampir- und Zombiefilmen zu etwas völlig Neuem zusammengewürfelt; ein kleiner Spritzer Selbstironie wird zur Quintessenz des wilden Genre-Cocktails. MCKEE, der zuvor eher ernste Filme über Frauen gedreht hat, die von ihren männlichen Filmkollegen missbraucht oder ungerecht behandelt wurden, wandelt mit ALL CHEELEADER DIE auf ungewöhnlich komödiantischen Pfaden, ohne jedoch zu sehr ins Alberne abzudriften. Anders als in seinen bisherigen Streifen, lässt er seine Heldinnen auch schon mal ungeniert furzen oder über sich selbst witzeln, findet aber stets den Absprung vor allzu platten Fäkal-Schweinereien. ALL CHEERLEADERS DIE macht alles richtig. Ein nahezu konstant ansteigender Grusel- und Gewaltfaktor hält sich mit erheiternder Komik die Waage und macht MCKEES Remake zu einem ganz besonderen Filmerlebnis, dass scheinbar sogar in Serie gehen soll. Der gut durchdachte Teenie-Horror endet mit einem vielversprechenden Cliffhanger und lässt auf herrlich absurde Splatter-Unterhaltung hoffen. Wenn es nach FILMCHECKER geht, darf die gern so schnell wie möglich in Produktion gehen, schließlich sind wir der Meinung: ALL CHEERLEADERS DIE gehört zweifelsohne zu den Genre-Überraschungen des Jahres.
 
 
 


 
 
 

ALL CHEERLEADERS DIE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
LUCKY MCKEES Neuverfilmung seines Erstlings ALL CHEERLEADERS DIE sollte jeder Horrorfan gesehen haben. Der Streifen ist schräg, unterhaltsam, blutig, sexy, packend, bissig, durchdacht, raffiniert, selbstironisch, wild, clever – kurz: Einfach vollkommen anders. Ein Horror-Must-See! Noch Fragen?
 
 
 


 
 
 

ALL CHEERLEADERS DIE – Zensur

 
 
 
Eigentlich beginnt ALL CHEERLEADERS DIE so ziemlich harmlos. Kurz vor Ende wendet sich jedoch das Blatt und die Kids sterben wie die Fliegen. Einige Todesszenen sind dann doch recht grafisch, so dass die KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung Liebhaber der etwas härteren Filmgattung freuen dürfte.
 
 
 


 
 
 

ALL CHEERLEADERS DIE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scream – Schrei! (1996)
 
Scary Movie (2000)
 
Der Hexenclub (1996)
 
Der Pakt – The Covenant (2006)
 
Buffy – Im Bann der Dämönen (1997 – 1993)
 
Charmed – Zauberhafte Hexen (1998 – 2006)
 
100 Bloody Acres (2012)
 


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