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Beiträge mit Schlagwort “Splatter-Horror

Filmreview: “Hotel Inferno” (2013)

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HOTEL INFERNO

Story

 
 
 
Frank Zimosa ist einen Auftragsmörder und erlebt den Einsatz seines Lebens. In einem Hotel soll er ein Killer-Duo auslöschen, erlebt aber hier die Hölle auf Erden …
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Kritik

 
 
 
Nach dutzenden Serienkiller, Folter- und Geisterstreifen ist es für uns FILMCHECKER eine Wohltat, wenn da per Post Filmnachschub eintrudelt, bei dem man einfach mal den Kopf ausschalten kann. Label LFG hat uns ein ansprechendes Mediabook zugeschickt, dessen Inhalt zumindest bei Splatter-Fans gehörig Eindruck hinterlassen dürfte. HOTEL INFERNO heißt der Splatter-Quatsch für den Film- und Videospielschmiede NECROSTORM verantwortlich zeichnet. Das italienische Produktionsstudio hat sich auf die Herstellung ultra-derber Horrorstreifen spezialisiert, in denen Eimer Kunstblut rudimentäre Filmhandlungen rot färben sollen. Mit blutreichen Gore-Hits wie ADAM CHAPLIN (2011) und TAETER CITY (2012) konnte man sich international bereits einen kleinen Fankreis aufbauen, der natürlich gierig darauf wartet, dass die italienischen Splatter-Werkstatt emsig weiter solche Streifen produziert. Für HOTEL INFERNO hat man sich etwas Neues einfallen lassen und wirbt damit ganz dezent auf dem Cover. Als “The First Ego-Shooter Splatter Movie” betitelt, werden hier ganz ungeniert Videospiel-Elemente mit der aktuell so beliebten Found-Footage-Zutat kombiniert, was durch Zugabe von reichlich übertriebenem Splatter eine erfrischende Alternative zu all den minderwertigen Wackelgurken der letzten Jahre darstellt. Regisseur GIULIO DE SANTI schien nach TAETER CITY Gefallen am Horror der harten Gangart gefunden zu haben und lies es sich nicht nehmen auch für HOTEL INFERNO auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen. Ganz nebenbei ist ihm dabei sogar das Kunststück gelungen eine gänzlich neue Filmgattung ins Leben zu rufen, die man tatsächlich so noch nicht auf dem Bildschirm hatte.
 
Die Geschichte des Films dreht sich um Frank Zimosa. Der ist Profilkiller und erhält ein lukratives Angebot bei dem sich eine Menge Geld verdienen lässt. Er wird zu einem Hotel gerufen in dem zwei Mörder ein Zimmer gemietet haben, die nun möglichst kaltblütig um die Ecke gebracht werden sollen. Eine Brille soll die Tat aufzeichnen, die während des Auftrages getragen werden soll. Doch alles läuft anders als erwartet. Auftraggeber Jorge Mistrandia entpuppt sich als gerissenes Schlitzohr und benutzt Zimosa als Marionette, um eine jahrhundertealte Kreatur nähren zu können, die tief unter dem Hotel ihr Dasein fristet. Der Dämon labt sich am Schmerz der Menschen, der mit der Brille eingefangen werden kann. Für Killer Zimosa kein guter Tag, ist doch sein Leben bald selbst in großer Gefahr.
 
HOTEL INFERNO führt den Zuschauer zurück in eine Zeit, in der Horrorfilme mit handgemachten Effekten den Videomarkt erobert haben. Lang ist es her seit Splatter-Streifen wie BRAINDEAD, BAD TASTE oder TANZ DER TEUFEL dem Gewaltfan feuchte Höschen und Zensurbehörden schlaflose Nächte bereitet haben. Für Macher GIULIO DE SANTI vermutlich Grund genug, die glorreichen Zeiten des Splatter-Kinos erneut aufleben zu lassen. Wie zuletzt in Ajas produzierten Remake zu MANIAC (2012) wird der Zuschauer in der Ego-Perspektive durch eine haarsträubende Filmhandlung gejagt und sieht quasi das Geschehen durch die Augen des Filmhelden Frank Zimosa. Der hetzt durch enge Flure, flitzt durch dunkle Gewölbe und kriecht durch dichtes Geäst, um Horden von Gegnern aufzulauern und zur Freude des Horrorfans blutgeil abschlachten zu können. Es werden Köpfe geteilt, Hände zermatscht und Gliedmaßen abgeschlagen – zwar hat der Computer bei einigen Gewaltakten nachgeholfen; die Blutexzesse sehen jedoch so ungekünstelt aus, dass man meinen könnte sie wären in liebevoller Handarbeit entstanden. Leider ist bei soviel Liebe zur Hausmannskost mal wieder der Inhalt etwas sehr kurz gekommen. Auch wenn HOTEL INFERNO mit all seinen Matscheffekten und den diversen Gegner-Invasionen an die berüchtigte Shooter-Reihe DOOM erinnert findet die Geschichte rund um das unheimliche Hotel und seinen grotesken Bewohnern kaum Beachtung. Stattdessen flitzen im Minutentakt Scharen von teils mutierten Filmschurken durch die finstere Szenarie und trachten Held Frank mit allerlei Hieb- und Schusswaffen nach dem Leben. Das Drehbuch wurde zugunsten des Blutzolls auf das Wesentliche beschränkt, besitzt aber dennoch ein annehmbares Tempo, damit es dem Zuschauer bei den oftmals hektischen Schwenks der Kamera nicht langweilig wird. Immerhin lässt Regisseur GIULIO DE SANTI den Zuschauer wissen, dass er eine besondere Leidenschaft für das moderne Horrorkino aus Italien hegt. Sein minimalistisch Score orientierte sich an die kultigen Sound-Kompositionen der italienischen Band GOBLIN, die Ende der 70er und Anfang der 80er durch Soundtracks für italienische Horrorfilme wie SUSPIRIA (1977), DAWN OF THE DEAD (1978) und PHENOMENA (1985) zu Weltruhm gekommen ist. Ob HOTEL INFERNO gleichen Erfolg verbuchen wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist jedoch, dass Studio NECROSTORM nach ADAM CHAPLIN und TAETER CITY einen Schritt in die richtige Richtung gewagt und dem Splatter-Film durch ein neuartiges Filmerlebnis frische Impulse verleiht hat. Gerade weil die Genre-Schmiede vehement darum bemüht ist sich stetig weiterentwickelt zu wollen, darf man gespannt sein, was da demnächst noch an herrlich überzogenem Gewaltmaterial aus dem schönen Italien kommen wird.
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Herrlich überzogener Splatter-Nonsens für Fans bluttriefender Gewaltorgien. Die Schlachtplatte aus dem Hause NECROSTORM verspricht ein gänzlich neues Filmerlebnis, das man so vermutlich noch nie auf dem Bildschirm hatte. In einer Art Splatter-Variante des beliebten Ego-Shooters DOOM werden hier Gegnerscharen im Akkord ins Jenseits befördert und das nicht gerade unblutig. Besonderes Augenmerk sei an dieser Stelle auf die Spezialeffekte gerichtet, die für einen Splatterfilm aller erste Sahne sind und kaum vermuten lassen, dass hier CGI zum Einsatz gekommen ist. Sieht man von der dünnen und leider vollkommen hirnriesigen Geschichte ab, gehört HOTEL INFERNO zweifelsohne zu einer der besten Indie-Gewaltorgien neueren Datums. Bei soviel handwerklichem Geschick können sich deutsche Splatter-Könige wie ITTENBACH, WALZ und Konsorten gern Inspiration holen, schließlich wissen die Jungs von NECROSTORM wie man auch mit kleinem Geld sehbare Splatter-Werke für hungrige Gorehounds werkelt.
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Zensur

 
 
 
Rechteinhaber LFG hat HOTEL INFERNO direkt im deutschsprachigen Ausland veröffentlicht und umgeht dabei den strengen Auflagen der hiesigen FSK. Diese hätte das selbstzweckhafte Blutgemansche niemals in ungeschnittener Form freigegeben. Wer demnach den Streifen komplett haben mag, muss sich an den Händler seines Vertrauens wenden. Der Film kann problemfrei bei Onlinehändlern erworben werden, die indizierte Ware im Programm führen. Wer die Möglichkeit hat Filmbörsen zu besuchen, wird auch dort die deutsche Fassung von HOTEL INFERNO kaufen können.
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Hotel Inferno Mediabook 1
 
Hotel Inferno Mediabook 2
 
Hotel Inferno Mediabook 3
 
Hotel Inferno Mediabook 4
 
Hotel Inferno Mediabook 5

(c) LFG

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hotel Inferno; Italien 2013

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 78 Min.

FSK: nicht von der FSK geprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook mit 16-teiligem Buchteil auf 2000 Stück limitiert

Extras: Fun at Work-Feature (01:08 Min.), Special Effects-Feature (02:04 Min.), Ritual-Clip (00:29 Min.), Deutscher Trailer (01:04 Min.), zusätzliche DVD mit dem Hauptfilm

Release-Termin: 06.06.2014

 
 
 
Nach dem Release des Neo-Giallos TULPA spendiert Rechteinhaber LFG auch dem Splatter-Nonsens HOTEL INFERNO eine schöne Veröffentlichung im beliebten Mediabook, das passend zum Hauptfilm ansprechend bunt gestaltet wurde. Besonderes Lob gilt der Übersetzung. Für einen Nischenfilm wie HOTEL INFERNO konnte LFG professionelle Sprecher gewinnen, so dass eine vernünftige Synchronisation zusammengestellt werden konnte. Leider ist das bei Veröffentlichungen von Low-Budget-Produktionen keine Selbstverständlichkeit, gehören mittlerweile minderwertige Übersetzungen zum obligatorischen Standard in Horrorfilmen. Wer nach Sichtung des Streifens gern wissen möchte, wie man die teils verblüffend echt wirkenden Gewalteffekte umgesetzt hat, kann sich hierfür gern das kleinen Special-Effects-Feature zu Gemüte führen, das sich neben Trailer und einem kleinen Gag-Reel auch auf der Scheibe befindet. Ein richtiges Making of oder einen Audiokommentar sucht man stattdessen vergebens. Das ist ärgerlich. Dafür ist jedoch neben der Blu-ray im Mediabook auch die DVD enthalten, die ebenso den Hauptfilm beinhaltet. Das Sammlerstück ist im Übrigen auf 2000 Exemplare limitiert.
 
 

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HOTEL INFERNO – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Evidence (2011)
 
Alexandre Ajas Maniac (2012)
 
Doom (2005)
 
Cloverfield (2008)
 
Enter the Void (2009)
 
Gamer (2009)
 


Filmreview: “Blood Widow” (2014)

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BLOOD WIDOW

Story

 
 
 
Wenn die psychopathische Nachbarin drei mal klingelt: Laurie (Danielle Lilley) und Hugh (Brandon Kyle Peters) sind ein junges Paar und haben gerade ein Haus irgendwo im Nirgendwo gekauft, wo es selbstverständlich keinen Handyempfang gibt. Als die beiden eine Einweihungsparty geben und einige Freunde zum Feiern vorbeikommen, nutzt auch die Killerin von nebenan die Gunst der Stunde, um die neuen Nachbarn kennenlernen …
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Kritik

 
 
 
In Amerika gibt es immer wieder Nachwuchs-Angstmacher, die dem Horror-Fan die Freunde am Schauen von Horror-Ware verübeln möchten. Der Low-Budget-Markt scheint dort ein beliebtes Sprungbrett für all jene zu sein, die auch ohne Berufsabschluss das Hobby zum Beruf machen wollen: Filmemachen. Leider muss man für das Drehen von Horror-Streifen nicht nur Kohle und das notwendige Equipment besitzen, sondern auch Talent und Ahnung. Voraussetzungen, die jedoch nur die Wenigsten mitbringen. Trotzdem wird auch ohne Können munter drauflos gefilmt, denn die Nachfrage nach amateurhaft zusammengeschnippelten Horrorfilmen scheint größer zu sein, als immer vermutet wird. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass Billig-Grusler in amerikanische Händlerregal gebracht werden. Als wäre das nicht schon übel genug, finden sogar einige dieser Spaßbremsen den Weg nach Deutschland.
 
BLOOD WIDOW ist das Resultat eines langjährigen Fan-Traumes. Newcomer und Sci-Fi-Horrorfan JEREMIAH BUCKHALT steckt hinter der Low-Budget-Produktion, der selbst heute immer noch nicht fassen kann, dass ihm die Möglichkeit gegeben wurde einen Horrorfilm zu drehen. Ähnlich wie Vorbild JOHN CARPENTER (wenn es nach BUCKHALT geht gehört THE THING zu den besten Filmen aller Zeiten) hat der Regie-Neuling jedoch erst einmal kleine Brötchen gebacken und sich an der Umsetzung klassischen Slasher-Stoffs versucht, schließlich gehört nicht viel Grips dazu einen simplen Schlitz-Streifen zu machen. Erfolgreiche Filmtitel nennt BUCKHALT in einem Interview, von denen sich BLOOD WIDOW hat inspirieren lassen. So standen günstig gewerkelte Oldschool-Slasher Pate mit denen der Filmemacher Ende der 70er und zu Beginn der 80er aufgewachsen ist. Bei so viel euphorischer Liebe zum Genre enttäuscht dann leider doch die Tatsache, dass BLOOD WIDOW Lichtjahre von wegweisenden Metzelklassikern wie HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS entfernt ist. Für BLOOD WIDOW musste an allen Ecken gespart werden. So wurden Hauptrollen mit Statisten besetzt, die vermutlich noch nie eine Schauspielschule von Innen gesehen haben. Akustische Raffinessen aus dem MUSIC MAKER sorgen für ungewollte Erheiterung und die rudimentäre Handlung lässt den Zuschauer bereits kurz nach dem Prolog ermüden. Ein Pärchen ist es diesmal, das in ein neues Haus zieht und dort ums Überleben kämpfen muss. Im Keller des scheinbar verlassenen Nachbarhauses lebt eine schwarze Witwe, die nur darauf wartet, dass ihr mal ein paar neugierige Fliegen ins Netz gehen. Als sich ein paar Freunde für eine kleine Einzugssause anmelden und auf dem Grundstück gegenüber herumschnüffeln, packt die BLOOD WIDOW ihre Folterinstrumente zusammen und besucht die neuen Nachbarn um mal blutig “Hallo” sagen zu können.
 
Wenn keine gescheite Geschichte zu Grunde liegt, dann lass Gewalt regieren. Genau jenem Credo folgt BLOOD WIDOW und konzentriert sich auf das möglichst schmuddelige Abschlachten seiner unzureichend talentierten Hauptdarsteller. Die von BUCKHALT selbst entworfene Killerin geht nicht zaghaft mit ihren Opfern um. So werden Protagonisten enthauptet, Arme abgesäbelt oder Gesichter eingeschlagen. Für Indie-Horror mit Mikro-Budget sehen die gebotenen Matsch-Effekt ganz ordentlich aus, zumal die teils unausgereifte Ausleuchtung dem Film einen dreckigen, ungeschliffenen und finsteren Look bescheren. Dennoch, Gewalt im Horrorfilm ist nicht alles, denn ein blosses Aneinanderreihen von sinnlosen Gewaltakten machen aus einem beliebigen Horrorfilm noch lange kein Kultwerk. Nichtsdestotrotz bekommt der Horror-Fan mal endlich wieder eine maskierte Killerin vor die Linse. Die steht männlichen Meuchel-Kollegen wie JASON und MICHAEL in puncto Grausamkeit in nichts nach. Im Unterschied zu genannten Ikonen des modernen Horrorfilms will die BLOOD WIDOW jedoch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, was vor allem daran liegt, dass der Film nichts Rundes ist und überraschungsarm nach Schema F abgehandelt wird. Neue Impulse sucht man hier vergebens, dafür findet man Unmengen an Logiklöchern und Slasher-Klischees. Dass Macher JEREMIAH BUCKHALT bereits mit einer Fortsetzung liebäugelt, verursacht fix wirklich Panik – schließlich ist der Zuschauer froh, wenn er den vorliegenden Erstling wach überstanden hat.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Blutiger Nachschub für Splatter-Fans! Gewalt ist leider auch das einzige, was BLOOD WIDOW halbwegs über Wasser halten kann, denn der Streifen ist nicht nur ein überraschungsarmes, sondern auch ein langweiliges Sammelsurium nerviger Slasher-Regeln und totgefilmter Horror-Klischees. Budget war kaum vorhanden, was im Falle dieses Filmdebüts Vor- und Nachteile besitzt. Einerseits hat die teils unprofessionelle Ausleuchtung Charme und beschert BLOOD WIDOW einen düsteren und dreckigen Look, der dem Film vor allem in den Gewaltmomenten zugute kommt. Andererseits lässt das Mikro-Kapital kaum Experimente zu, so dass an allen Ecken gespart werden musste – vor allen an guten Schauspielern. Unterm Strich ist BLOOD WIDOW ein austauschbarer Slasher ohne Höhepunkte, der immerhin kurz Aufmerksamkeit in Deutschland erhaschen dürfte, weil ihn die hiesige FSK der “bösen” Szenen wegen in der Luft zerreißen wird.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Zensur

 
 
 
Wie für einen Slasher typisch sterben auch in BLOOD WIDOW die Opfer eines grausamen Todes. Zimperlich geht es hier nicht gerade zu, was vor allem der FSK Kopfzerbrechen bereiten dürfte. Da BLOOD WIDOW ziemlich viel blutroten Splatter zu bieten hat, dürfte eine ungeschnittene Freigabe fraglich sein.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Slasher House (2012)
 
Torment (2013)
 
Nurse 3D (2013)
 
Young, High and Dead (2013)
 
Killer Holiday (2013)
 
Bloody Homecoming (2013)


Filmreview: “Bloodline – Der Killer” (2011)

bloodline-der-killer-2011
 
 
 

BLOODLINE – DER KILLER

Story

 
 
 
Sandra und ihr Kollege Marco werden von ihrem Boss zu einem Porno-Set geschickt, um einen Hintergrundbericht zu machen. Alles scheint ganz und gar normale, alltägliche journalistische Routine zu sein, doch etwas ist anders. Der Film wird an genau der Location gedreht, an der vor 15 Jahren Sandras kleine Schwester von einem Serienkiller, den die Zeitungen nur „Der Chirurg“ nennen, ermordet wurde. Sandra zögert, sich ihren Ängsten zu stellen, nimmt den Auftrag aber schließlich an. Doch die Vergangenheit ruht nicht, der Chirurg – oder ein Nachahmer? – ist zurück. Damit nicht genug erwachen seine Opfer wieder zum Leben und morgen ebenfalls…
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Kritik

 
 
 
BLOODLINE ist ein italienischer Low-Budget-Horrorfilm von EDO TAGLIAVINI, welcher zuvor mit einigen Kurzfilmen auf sich aufmerksam machen konnte. Sein 2011 erstmals veröffentlichtes Spielfilm-Debüt drehte er für gerade mal 70.000€. Bei diesen geringen Produktionskosten war es ihm aber immer noch möglich CLAUDIO SIMONETTI als Composer für sein Erstlingswerk zu gewinnen. Leider hinterlässt BLOODLINE keinen bleibenden Eindruck, als viel mehr einen sehr bitteren Nachgeschmack. Die Handlung ist kompletter Nonsens und die Schauspielerriege setzt sich komplett aus Laien zusammen. Es ist zu erkennen, dass es den Machern wohl Spaß gemacht hat den Film zu drehen, doch das Resultat ist ein sehr langweiliger und schlecht gedrehter Horrorstreifen geworden. Was zunächst auffällt ist der billige und sehr sterile Look. Zudem leidet BLOODLINE an einer für Amateurfilme typischen Krankheit, dass sich deren Macher scheinbar vor Totalen fürchten. So wird das Ansehen des Filmes dadurch erheblich erschwert, dass die Kamera immer viel zu nah am Geschehen ist, und man sich als Zuschauer räumlich kaum zurechtfindet. Darüber hinaus ist es schon erstaunlich, dass tatsächlich CLAUDIO SIMONETTI die Filmmusik komponiert hat. Der CLAUDIO SIMONETTI, der einst legendäre Soundtracks mit seiner Band Goblin für Filme wie ROSSO – DIE FARBE DES TODES (1975), SUSPIRIA (1977), George A. Romeros ZOMBIE (1978) oder PHENOMENA (1985) schrieb. Was er hier musikalisch abgeliefert hat, ist so unbedeutend und uninteressant, dass, wenn man nicht wüsste das er für die Musik verantwortlich war, niemals auf diesen Gedanken käme. Dies stellt leider keine Ausnahme dar, denn die von SIMONETTI angefertigten Soundtracks der letzten 15 Jahre klingen alle derart langweilig; man denke an MOTHER OF TEARS (2007) oder DRACULA 3D (2012).
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
BLOODLINE ist kein empfehlenswerter Film und nur etwas für die, die auch jeden Horrorfilme sehen müssen.
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Zensur

 
 
 
BLOODLINE – DER KILLER, der übrigens vom hiesigen Rechteinhaber auch als SCALPEL MASSACRE zweitausgewertet wurde, trägt die KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung und ist vollkommen ungeschnitten. Splatterfans dürfen ruhigen Gewissens zugreifen, denn der Film ist in Deutschland komplett zu haben.
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Bloodline -Der-Killer-Blu-Ray

(c) Schröder Media (Erstauswertung ohne 3D)

 
 
 
Bloodline -Der-Killer-3d-Blu-Ray

(c) Schröder Media (Erstauswertung mit 3D)

 
 
 
Scalpel-Massacre-Blu-ray

(c) Savoy Film / Intergroove Media (Zweitauswertung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bloodline; Italien 2011

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Englisch (DTS-HD MA 5.1), Deutsch (Deutsch DD 2.0)

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover (ohne FSK-Flatschen)

Extras: Originaltrailer, 3D-Fassung

Release-Termin: Erstauswertung als BLOODLINE:21.02.2013 / Zweitauswertung als SCALPEL MASSACRE: 16.05.2014

 
 
 
BlOODLINE wurde in unterschiedlichen Fassungen veröffentlicht. Die Erstveröffentlichung erlebte der Horrorfilm in Deutschland leicht verspäter im Jahre 2013, wo er vom damaligen Rechteinhaber SCHRÖDER MEDIA als normale DVD, Blu-ray und 3D-Blu-ray veröffentlicht wurde. Genau ein Jahr später kam der Streifen erneut in den Handel. Diesmal suggerierte ein neues Cover und ein ebenso neuer Titel einen gänzlich anderen Film. Leider ist der Inhalt jedoch der gleiche, nur der Rechteinhaber ist ein anderer. SAVOY FILM hat es sich nämlich nicht nehmen lassen unter dem reißerischen Titel SCALPEL MASSACRE noch einmal Kasse zu machen.
 
 
 

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Scalpel Massacre (inkl. 2D-Version) [3D Blu-ray] Zweitauflage mit anderem Titel und hochgerechneter 3D-Version ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Trailer

 
 

 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong Turn 4: Bloody Beginnings (2011)
 
Cold Prey – Eiskalter Tod (2006)
 
Haunted Hill – Die Rückkehr in das Haus des Schreckens (2007)


Filmreview: “Discopath” (2013)

Discopath-2013
 
 
 

DISCOPATH

Story

 
 
 
New York City im Jahre 1976. Immer dann, wenn Teenager Duane Lewis (Jeremie Earp-Lavergne) Disco hört, wird er zum Tier. Dann hat er sich nicht mehr unter Kontrolle und bringt Frauen bestialisch um die Ecke. Bald wittert die Polizei die Spur des unberechenbaren Killers, der nach Montreal flieht, um dort seine kleine Leidenschaft ungestört ausleben zu können …
 
 
 


 
 
 

DISCOPATH – Kritik

 
 
 
Schon einmal einen Film über einen Killer gesehen, der auf Disco-Gedudel steht und seine Opfer auf der Tanzfläche ins Jenseits befördert, ohne dass es jemand bemerkt? Von der filmischen Umsetzung einer derart makabren Szenerie hatte Nachwuchstalent RENAUD GAUTHIER schon immer geträumt, so dass er flink an einem Drehbuch zu einem Horrorfilm pinselte und das Projekt mit dem trashigen Namen DISCOPATH auf der französische Crowdfunding-Website TOUSCOPROD bewarb, wo es von anderen Filmbegeisterten mitfinanziert werden konnte. Das Geld schien bei Nutzern des Portals recht locker gesessen zu haben, so dass die knapp 200 000 Dollar Produktionskosten überraschend schnell zusammenkamen und sich GAUTHIER nach einer eigenen Web-Serie, Kurzfilmen und Musikvideos endlich den Traum vom ersten Langfilm erfüllen konnte. Retro geht es in DISCOPATH zu, denn der Film spielt nicht nur in den 70ern, er verbeugt sich auch ehrfürchtig vor den Horrorstreifen jener Zeit. Die Liebeserklärung richtet sich an die deftigen italienischen Giallo-Filme der späten 70er und das austauschbare Slasher-Kino der frühen 80er, als Horror-Streifen wie Argentos TENEBRE, Fulcis NEW YORK RIPPER und Lustigs MANIAC den Jugendschutzbeauftragten der FSK schlaflose Nächte bereitet haben.
 
Macher RENAUD GAUTHIER erzählt in DISCOPATH eine Geschichte, die so bescheuert ist, dass sich das schon wieder zum Kult deklarieren lässt, was sich da auf der Kinoleinwand abspielt. Hier geht es um den Teenager Duane Lewis (JEREMIE EARP-LAVERGNE), der als Kind miterleben musste, wie der Vater beim Musizieren an einem Stromschlag qualvoll verendet ist. Der Junge ist seitdem schwer traumatisiert und permanent dem Wahnsinn nahe, wenn Disco-Musik aus den Lautsprechern der Radios schallt. Bald hat Duane sich selbst nicht mehr unter Kontrolle und ermordet ein adrettes Mädchen, das ihn eigentlich nur zum Tanz in einen lokalen Club einladen wollte. Weil die Polizei recht zügig die Ermittlungen aufnimmt, flüchtet der Nachwuchskiller von New York City nach Montreal und findet dort eine Anstellung in einem Mädcheninternat, wo er getarnt als taubstummer Hausmeister Reparaturarbeiten erledigt. Doch auch in den 80ern scheint Disco nach wie vor zum Tanzen zu animieren, so dass Duance bald wieder in altes Schema verfällt und wahllos Frauen zu meucheln beginnt, sobald Disco-Klänge ertönen. Schnell mehren sich auch in Montreal die Mordfälle und die Polizei kommt dem introvertierten Psychopathen auf die Schliche. Doch der ist den Beamten stets einen Schritt voraus und scheint allmählich Freude an seinem neuen Hobby zu finden.
 
GAUTHIERS Erstling sollte man mit einem Augenzwinkern genießen. In einem Interview verriet der Regie-Neuling, dass der teils ironische Unterton von DISCOPATH anfänglich gar nicht so gewollt gewesen ist. DISCOPATH sollte eigentlich ein furchteinflößender und ernster Film werden. Die oftmals unfreiwillige Komik wurde jedoch erst am Schnittpult erkannt und in der Nachbearbeitung hervorgehoben, steht DISCOPATH aber dennoch ganz gut. Wenn Killer Duane nämlich Frauenköpfe auf Plattentellern spießt und rotieren lässt und wenn eine wilde Verfolgungsjagd vom Kiss-Hit I WAS MADE FOR LOVIN’ YOU begleitet wird, wirkt das so überzogen, dass man meinen könnte gerade eine Persiflage auf das schlitzfreudige 70/80er Horrorkino zu sehen. Schlecht ist das freilich nicht und macht vor allem deshalb Laune, weil GAUTHIER ein talentiertes Händchen für Trash auf hohem Niveau besitzt. Die vielen Gore-Effekte sind abwechslungsreich und werden vollkommen übertrieben zelebriert (da wird Vinyl in Frauenkörper gespießt); die technische Komponente überzeugt durch hervorragende Kameraarbeit und einige Farbspielereien, die man auch schon in Argentos früheren Werken zu sehen bekam, machen sogar Giallo-Fans glücklich. Die eigentliche Quintessenz des Films ist jedoch der Sound, der hier von BRUCE CAMERON mit viel Liebe zum Detail komponiert wurde und an all die großen Tanz-Hits jener Dekade erinnert. Neben neu geschriebenen Stücken wurden auch bekannte Melodien der Disco-Ära (wie KC AND THE SUNSHINE BAND – I’M YOUR BOOGIE MAN) für DISCOPATH wiederverwurstet, die vermutlich bei einigen Horrorfans älteren Semesters Erinnerungen an die eigene Jugend wecken dürften. Leider bleibt bei soviel Liebe zum Retro und übertriebenem Blutgematsche wie so oft inhaltlich einiges auf der Strecke. Eine Charakterisierung der Protagonisten gibt es nämlich nicht und die psychologische Erklärung für Duanes traumatische Reaktion ist mit das schwachsinnigste was der Filmfan bisher im Kino zu sehen bekommen hat. Das weibliche Kanonenfutter stolpert mal wieder vollkommen unbedacht durchs Bild, um in der nächsten Szene irgendwie um die Ecke gebracht zu werden und stümperhaftes Overacting gehört in DISCOPATH zur Tagesordnung. Die genannte Fehlschläge kann man GAUTHIER jedoch nicht verübeln, waren Overacting, mangelnde Charakterisierung und sinnbefreites Morden in den unzähligen Slasher-Gurken der 70er und 80er ohnehin gang und gäbe und haben das Slasher-Genre zu dem gemacht, was es heute ist: Gruselunterhaltung, auf die der Horrorfan nicht mehr verzichten möchte.
 
 
 


 
 
 

DISCOPATH – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
SATURDAY NIGHT FEVER war gestern, jetzt kommt der SATURDAY NIGHT KILLER. Weil dem Regie-Neuling RENAUD GAUTHIER als Kind so einige Disco-Klänge Gänsehaut bereitet haben, verarbeitet er jetzt mit DISCOPATH Kindheitserlebnisse. Antiheld und Killer Duane Lewis hat ähnliches erlebt und meuchelt sich ganz ungeniert und kreativ durch weibliches Fleisch. Gematscht wird reichlich und das nicht immer bierernst, denn DISCOPATH erheitert immer mal wieder mit subtiler Komik, die eigentlich von Macher RENAUD GAUTHIER anfangs gar nicht so gewollt gewesen ist. Der Streifen schöpft Unterhaltungswert aus der trashigen Art, wie er sich vor italienischen Giallo-Filmen und den trivialen Slasher-Schockern der 70er und 80er verbeugt. Da werden Morde blutig und überzogen zelebriert und das weibliche Kanonenfutter spielt auch gern mal mit den Reizen, bevor es in der nächsten Szene den Tod findet. Für Indie-Horror schaut GAUTHIERS Erstwerk einfach nur fantastisch aus und der nostalgische Disco-Soundtrack überzeugt durch Liebe zum Detail. Das FILMCHECKER-Team war angetan, denn DISCOPATH ist charmanter Retro-Trash bei dem Giallo- und Slasherfans ganz warm ums Herz werden dürfte.
 
 
 


 
 
 

DISCOPATH – Zensur

 
 
 
In DISCOPATH werden Frauen enthauptet, Köpfe auf Plattenteller gespießt und Körperteile mit Schallplatten verschönert. Außerdem wird ein Sprung von einem Hochhaus inklusive Resultat gezeigt, sowie diverse Einstichwunden und Starkstromschläge. Das dürfte für eine KJ-Freigabe ausreichen.
 
 
 


 
 
 

DISCOPATH – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Alexandre Ajas Maniac (2012)
 
Maniac (1980)
 
Henry: Portrait of a Serial Killer (1986)
 
Der New York Ripper (1982)


Filmreview: “13 Sins” (2014)

13-Sins-2014
 
 
 

13 SINS

Story

 
 
 
Elliot wird Teilnehmer einer makabren Spielshow am Telefon. Um einen Batzen Geld gewinnen zu können, soll er 13 Aufgaben erfüllen. Leider ahnt der Kandidat schnell, dass er hier in keiner gewöhnlichen Gewinnshow gelandet ist. Bald soll Elliot nämlich über Leichen gehen, um das Preisgeld einstreichen zu können …
 
 
 


 
 
 

13 SINS – Kritik

 
 
 
In Amerika hat man es wieder getan und die Recycling-Maschine angeworfen, um bereits Dagewesenes aus dem Ausland wiederverwerten zu können. Diesmal hat es den thailändischen 13 BELOVED (auch bekannt als 13: GAME OF DEATH) erwischt, der eigentlich vor knapp sieben Jahren vom damaligen Rechteinhaber E-M-S auf Heimkinomedium veröffentlicht werden sollte. Weil das Dortmunder Label aber rote Zahlen schrieb und Insolvenz anmelden musste, wurde die Veröffentlichung des asiatischen Horror-Hits kurzfristig gestrichen. Seitdem warten Filmfans in Deutschland immer noch sehnsüchtig auf eine deutsche Auswertung des thailändischen Geheimtipps, der bereits nach Erscheinen im Jahr 2006 bei Horrorfans auf der ganzen Welt für feuchte Höschen gesorgt hat. Immerhin dürfte die hiesige Veröffentlichung des Remakes weniger lang auf sich warten lassen, wie die des Originals. Regisseur DANIEL STAMM hat nämlich saubere Arbeit abgeliefert und an einen Neuaufguss getüftelt, wie man ihn nun schon seit Beginn der Horror-Remake-Welle vor über zehn Jahren serviert bekommt: Glattpoliert, durchgestylt und überdreht blutig. Den verwöhnten Mainstream-Zuschauer dürfte das mit Sicherheit freuen, schließlich ist 13 SINS (so der Titel der Neuverfilmung) rasantes Horror-Popcornkino in Reinform, für das man den Grips ausschalten darf, um sich an überzogener Splatter-Pampe erfreuen zu können.
 
DER LETZTE EXORZISMUS-Macher DANIEL STAMM hält sich mit seinem 13 SINS (übersetzt: 13 Sünden) weitestgehend an die morbide Vorlage aus Thailand und erzählt die Geschichte vom hoch verschuldeten Verkäufer Elliot, der eines Tages seinen Job und den Mut verliert, die schwangere Freundin zu heiraten. Da klingelt unverhofft das Telefon und die Geldsorgen scheinen ein Ende zu haben. Eine unbekannte Stimme will ein Spiel spielen, macht den Verlierer zum Gewinner und verspricht ihm sechs Millionen Dollar, wenn er nur 13 Herausforderungen bewältigt. Die ersten Aufgaben sind schnell abgehakt. So muss eine Fliege erschlagen und verspeist werden, um das leere Bankkonto klingeln zu lassen. Später soll er Feuer legen und ein Kind zum Weinen bringen. Leider werden die Aufgaben des perversen Showmasters mit jedem Anruf schwieriger und bringen den dollargierigen Helden in Teufels Küche. Der überschreitet aus Liebe zum Geld und aus Angst vor sozialem Abstieg bald Moral und Gesetz und wird zur ferngesteuerten Marionette eines perfiden Spiels. Auch wenn Elliot schon bald über Leichen geht und die Gesetzeshüter dicht auf den Fersen sind, so hat die Teilnahme an der Show einen kleinen Haken: Das Spiel muss zu Ende gespielt werden, um das gewonnene Geld behalten zu können.
 
Seit SAW im Jahr 2004 die Kinolandschaft heimgesucht hat, weht im Horrorfilm ein rauer Wind. Der deutsche DANIEL STAMM hat die diversen Torturstreifen der letzten Jahre studiert und in 13 SINS ziemlich viel Splatter untergebracht. Im Unterschied zum Original hält die Kamera nämlich drauf, wenn Arme abgesägt oder Köpfe abgetrennt werden. Bei soviel kommerzieller Gewalt verliert STAMM manchmal die gesellschaftskritische Botschaft des Films aus den Augen. Denn im Strudel selbstzweckhaftem Blutgemansche verliert die eigentlich diskussionswürdige Thematik des Streifens an Gewichtung. Charakter Elliot durchlebt im Film eine Verwandlung. Aus dem unscheinbaren Verlierer wird rasch ein gewissensloser Gesetzesbrecher, der getrieben von der Gier des Geldes mit moralischen Entscheidungen konfrontiert und allein aufgrund seiner sozialen Situation gezwungen wird am Spiel teilnehmen zu müssen. Aus Angst vor dem sozialen Abstieg hinterfragt Elliot schon bald nicht mehr die Handlungsanweisung des Telefon-Moderators und beginnt allmählich den Bezug zur Realität zu verlieren.
 
Statt sich ernsthaft mit den Folgen der rechtswidrigen Taten seines Protagonisten auseinanderzusetzen ersäuft Macher DANIEL STAMM sein Horror-Flick im Blut und das zugegeben erheiternd schwarzhumorig. Neben den teils abwechslungsreichen und äußerst makabren Aufgaben wird das erstaunlich temporeich inszenierte Filmchen im Gegensatz zum Original um reichlich Zynismus bereichert. So wird Antiheld Elliot zum Kaffeeplausch mit einer modrigen Leiche aufgefordert und in einer anderen Szene ganz unfreiwillig zum tollpatschigen Feuerteufel. Seltsamerweise hat es jene kontroverse Szene aus der thailändischen Vorlage nicht in die Neuverfilmung geschafft, in der dem Hauptprotagonisten ein Teller Exkremente serviert wird, die verspeist werden sollen. Ein etwas seltsam anmutender Entschluss des Regisseurs die Szene aus dem Remake zu streichen, sind die Amis doch sonst so gierig darin, reißerische Momente für ihre glattgebügelten Hochglanzfilmchen wiederverwenden zu können. Auch wenn 13 SINS eigentlich ein unnötiger Aufguss eines bereits sehenswerten Filmes ist und die Frage nach dem Sinn der Wiederverwurstung weitestgehend unschlüssig bleibt, unterhält STAMM mit seinem Reboot ungemein. Trotz oberflächlich thematisierter Gesellschaftskritik und deftigem Blutzoll entpuppt sich die SAW-Light-Version als packende Action-Achterbahn, die ihren Reiz aus den abwechslungsreichen Handlungsanweisungen des ominösen Spielmoderators zieht. Bei so schnörkelloser Umsetzung mag man eigentlich gar nicht so recht glauben wollen, dass 13 SINS eigentlich ein waschechter Indie sein soll, der mit gerade einmal fünf Millionen Dollar Produktionskosten auskommen musste. DANIEL STAMM kitzelt das Maximum aus dem mageren Budget heraus und hat einen schwer unterhaltsamen Horror-Thriller auf die Beine gestellt, der trotz Indie-Status mehr dem Mainstream munden dürfte, als Fans unkommerzieller Filme.
 
 
 


 
 
 

13 SINS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
SAW meets THE MOST DANGEROUS GAME. STAMMS Neuverfilmung des thailändischen 13: GAME OF DEATH ist eine durchgestylte Splatter-Achterbahn mit einer erheiternden Priese schwarzem Humor. Auch wenn es sich beim Remake mit dem Titel 13 SINS um waschechten Indie-Horror handelt, so lässt hier kaum noch etwas darauf schließen, dass nur wenig Geld zu Verfügung gestanden hat. Der Streifen befindet sich auf einem technisch hohen Standard und die souveräne Inszenierung des Regisseurs lässt kaum Zeit zum Verschnaufen. Anders wie in der asiatischen Vorlage fließt reichlich Blut, um gierige Gorehounds zufriedenstellen zu können. Das euphorische Splatter-Gemetzel ist hier das Salz in der Suppe, wird doch die Schlachterplatte mit allerlei makabren Beilagen aufgetischt. Unterm Strich bleibt eine schwer unterhaltsame Horror-Hatz nach dem großen Geld, die ohne Längen auskommt und spannend bis zum Schluss bleibt – auch wenn mal wieder der überraschende Storytwist nicht fehlen darf. Zwar war uns der Sinn dieser Neuverfilmung nicht einleuchtend; dennoch muss das FILMCHECKER-Team gestehen, dass wir uns während der Sichtung des überraschend kurzweiligen 13 SINS gut unterhalten gefühlt haben. Wer nicht auf die tägliche Dosis Gewalt verzichten kann, ist daher mit dem zynischen 13 SINS optimal beraten. Ein sehenswerter Horrorfilm!
 
 
 


 
 
 

13 SINS – Zensur

 
 
 
Zimperlich geht es in 13 SINS nicht gerade zu. Im späteren Verlauf des Streifens werden Köpfe mit einer Drahtschnur abgedrennt, die über eine Strasse verlegt wurde. Außerdem muss Antiheld Elliot einem anderen Filmprotagonisten einen Arm absägen. Blut fließt reichlich und Gewalt wird ziemlich oft eingesetzt. In Deutschland dürfte 13 SINS demnach erst für Erwachsene freigegeben werden – KEINE JUGENDFREIGABE!
 
 
 


 
 
 

13 SINS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Saw (2004)
 
Saw II (2005)
 
Saw III (2006)
 
Saw IV (2007)
 
Saw V (2008)
 
Saw VI (2009)
 
Saw 3D – Vollendung (2010)


Filmreview: “Wolf Creek 2″ (2013)

wolf-creek-2-2013
 
 
 

WOLF CREEK 2

Story

 
 
 
Outback-Killer Mick Taylor ist wieder zurück und hat auch gleich die Fährte zweier Touristen aus Deutschland gewittert, die planlos durch die Einöde Australiens trampen. Auf der Flucht vor dem irren Schlitzer geraten sie an den Briten Paul Hammersmith, der eigentlich nur helfen will und dabei ebenfalls ins Visier des Touristen-Mörders gerät …
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Kritik

 
 
 
Im australischen Outback hört dich niemand schreiben – das zumindest suggerierte der Horror-Schocker WOLF CREEK, der im Jahr 2005 in die Kinos gebracht wurde und inspiriert von den Survival-Thrillern der 70er gekonnt auf der damals boomenden Terrorwelle mitritt. Mittlerweile sind neun Jahre vergangen und den Horror-Machern die Ideen ausgegangen, so dass man ganz fleißig Altbewährte neu aufbrüht, um noch einmal Geld damit machen zu können. Schlicht und einfach WOLF CREEK 2 nennt sich der unoriginelle Käse, der mit knapp einem Jahrzehnt Verspätung nachgeschoben wird und quasi die besten Szenen des Erstlings mit zusätzlichem Ekelgehalt anreichert, damit einfach gestrickte Horrorgemüter feuchte Höschen von der hier gezeigten Brutalität bekommen. WOLF CREEK-Regisseur GREG MCLEAN hat sich die Blöße gegeben und auch gleich die überflüssige Fortsetzung gedreht, die quasi eine ähnliche Geschichte wie sein Vorgänger erzählt und sich einen Deut darum schert sich überhaupt weiterzuentwickeln zu wollen. Die australische Kulisse wurde beibehalten und der zuvor schweigsame Killer entwickelt sich zur zynischen Plaudertasche, der seinen Schlitzer-Kollegen FREDDY KRUEGER, LEPRECHAUN und CHUCKY Konkurrenz machen möchte. Der Rest ist wie gehabt: Einige ahnungslose Rucksack-Touristen verirren sich im Wolfe-Creek-Krater-Nationalpark und geraten dabei in das Jagdgebiet des ominösen Fremden aus dem vorhergehenden Teil, der auch gleich mit seiner Metzel-Hatz beginnt.
 
Der Ton ist rauer geworden, denn mit subtilem Terror gewinnt man im Horrorfilm schon lange keinen Blumentopf mehr. MCLEAN dreht daher an der Gewaltschraube und lässt Köpfe explodieren, Finger absägen und Opfer enthaupten. Wurde die Gewalt im Erstling noch weitestgehend angedeutet wird in WOLF CREEK 2 schonungslos draufgehalten, was natürlich das Interesse der Fans solcher Filme wecken dürfte. Leider macht stumpfe Gewalt allein schon lange keinen guten Horrorfilm mehr aus, denn aufgrund der Vielzahl ähnlicher Streifen ist WOLF CREEK 2 nur ein weiterer Film dieser Art in einer nahezu nicht enden wollenden Reihe trivial gestrickter Brutalo-Werke. Immerhin wird der Filmfan mit Kurzweil belohnt. Psychopath MICK TAYLOR (gespielt von JOHN JARRATT) entpuppt sich als scheinbar unkaputtbarer Super-Killer, der jede Situation vorausahnen kann und trotz Liebe zum Alkohol mit ner Menge Glück gesegnet wurde. Der Schlitzer ist seinen Opfern weitaus überlegen und immer einen Schritt voraus. Er hetzt das menschliche Schlachtgut von einem Ort zum nächsten und zieht trotz geistiger Beschränktheit stets am längeren Hebel. Macher und Produzent GREG MCLEAN gönnt dem Zuschauer kaum Verschnaufpausen und verknüpft den dünnen Slasher-Plot mit recht packend inszenierten Verfolgungsjagden durch die trostlose Einöde Australiens. Hier wächst der Film zu wahrer Größe heran, denn einige Duelle zwischen Opfer und Killer auf den Straßen im Nirgendwo wurden von MCLEAN ziemlich spannend in Szene gesetzt. Leider werden derart Momente immer wieder durch die obligatorischen Gewaltszenen ausgebremst, denn irgendwie mag man in WOLF CREEK 2 das Gefühl nicht loswerden wollen, als ob man fast schon besessen daran gearbeitet hat, der Fanbase gerecht werden zu wollen. Der dürstet es seit harten Sicko-Streifen, wie I SPIT ON YOUR GRAVE 2 (2013) und dem gefeierten MARTYRS (2008) nach möglichst krankem Folter-Dreck, um nach Sichtung prahlen zu können, welch abartigen Nonsens man soeben gesehen hat. Regisseur GREG MCLEAN hat diesbezüglich etwas zu sehr nach den ganz Großen Metzelorgien geschielt und dabei ganz vergessen die Geschichte rund um seinen Charakter Mick Taylor konsequent weiterzuspinnen. Wirklich Neues erfährt der Horrorfan nämlich nicht, so dass die Fortsetzung auch eher als professionell gedrehtes Splatter-Remake gewertet werden darf.
 
Auch wenn die männliche Scream-Queen am Ende unter nicht nachvollziehbaren Umständen überleben darf und zuvor durch eine finstere und effekthascherische Geisterbahn geführt wird, so ist die Fortsetzung zu WOLF CREEK ein weiteres, schnell heruntergeleiertes Sequel, auf das nun wahrlich niemand gewartet hat. Im Übrigen bekommt der Zuschauer in WOLF CREEK 2 eine der geschmacklosesten Szene der letzten Jahre zu Gesicht: Während Opfer Paul Hammersmith (RYAN CORR) mit seinem Auto vor dem übertrieben patriotisch veranlagtem Mörder Mick Taylor flüchtet, überquert ein Rudel Kängurus die Fahrbahn. Die Tiere schlagen in fast schon erheiternder Detailfreude auf den Windschutzscheiben der Fahrzeuge auf und werden anschließend blutig von den Rädern überrollt. Herr MCLEAN, auch wenn WOLF CREEK 2 nur ein Film ist, finden Sie das witzig?
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
WOLF CREEK 2 ist ein derbes Splatter-Gewitter für Freunde brutaler Metzelfilme. Leider ist der Gewaltgrad auch das einzig Nennenswerte, was der Streifen zu bieten hat, denn im Grunde genommen ist das Sequel mehr überflüssiges Remake statt Fortsetzung und bietet mehr Splatter statt subtilem Terror. Aufgrund der schonungslos dargestellten Brutalitäten, die nun wahrlich nichts für zarte Gemüter sind, dürften die hiesigen Zensurbehörden das Stück Tortur-Kino gnadenlos in der Luft zerreißen. Ungeschnitten wird der Film hierzulande mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erscheinen; profitgeile Ösi-Unternehmen dürfte das freuen, schließlich kann man im Nachbarland viel Geld mit ungeschnittenen Mediabooks machen.
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Zensur

 
 
 
WOLF CREEK 2 ist ziemlich brutal. Opfer werden ausgeweidet und zerhackt, Kehlen durchgeschnitten und Köpfe weggeschossen. Wir wünschen Rechteinhaber KSM viel Glück mit der FSK, denn die deutsche Fassung dürfte vermutlich nur geschnitten im Sommer in die Kinos kommen.
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wolf Creek (2005)
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 
The Butcher Boys (2012)
 
The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen (2006)
 
High Tension (2003)
 
Haus der 1000 Leichen (2003)
 


Filmreview: “Savaged” (2013)

Savaged-2013
 
 
 

SAVAGED

Story

 
 
 
Die taubstumme Zoe wird von einigen Hinterwäldlern verschleppt, vergewaltigt und lebendig begraben. Ein Schamane findet die geschunden Frau und verhilft ihr zur blutigen Rache …
 
 
 


 
 
 

SAVAGED – Kritik

 
 
 
Weit 60 Jahre nach seiner Blütezeit erfreut sich der Exploitationfilm auch weiterhin enormer Beliebtheit und ruft vor allem das Interesse jener Filmfans auf dem Plan, die sich diese Machwerke aus dem deutschsprachigen Ausland in schicken Sonderauflagen importieren, um sie sich stolz in ihre Sammler-Virtrinen stellen zu können. In Deutschland haben es diese Streifen nämlich oft nicht leicht, schließlich werden darin meist reißerische Grundsituationen ausgenutzt, um den Zuschauer mittels schmuddeligem Sex und abscheulicher Gewalt an die Grenze des Ertragbaren zu treiben. Dass der hiesigen FSK das Sichten derart Kinokost so gar keine Freude bereitet, dürfte auf der Hand liegen, denn nicht selten ist es der Fall, dass jene Gewaltflicks ganz schnell die Wut der Zensurbehörden zu spüren bekommen und in ungeschnittener Form erst gar nicht den Weg in den stationären Handel finden. Wie gut, dass es das Wunderland Österreich gibt, wo Veröffentlichungen “böser” Filme ganz legal und ungeprüft über die Ladentheke wandern können. Dort sind es vor allem einschlägige Rape’n Revenge-Movies, die stets aufs Neue in aufwändigen Hartboxen und Mediabooks veröffentlicht werden und trotz gleichem Inhalt auch immer wieder genug Käufer finden, die menschenverachtende Rape-Filme mit dazugehörigem Racheakt kaufen wollen. Seit das Rape-and-Revenge-Genre mit den Remakes zu I SPIT ON YOUR GRAVE (2010) und LAST HOUSE ON THE LEFT (2009) den Mainstream erreicht hat, ist es vor allem der in Hochglanzbilder getauchte Sadismus, der Horrorfans zum Schauen dieser Filme bewegt, denn seit Tortur-Porn wie SAW und HOSTEL an den Kinokassen Millionen erwirtschaftet haben, hat auch die Gewalt in Horrorfilmen eine neue Dimension erreicht. Möglichst bestialisch soll gemordet werden, am besten lang und ekelerregend, wobei SAVAGED maximales Unterhaltungspotenzial bietet – vorausgesetzt man hat eine Leidenschaft für frauenverachtende Hardcore-Schocker.
 
Wie es in Rape’n Revenge-Streifen nunmal üblich ist wird hier ein ahnungsloses Opfer durch die Hölle gejagt. SAVAGED hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf, sondern dreht bereits nach fünf Minuten an der Action- und Gewaltschraube. Es ist die taubstumme Zoe (AMANDA ADRIENNE), die hier an eine Horde Rassisten gerät, die eine unbeschreibliche Freude daran finden, friedliche Rothäute durch die Wüste zu hetzen, um sie anschließend bestialisch zu ermorden. Leider wird Zoe ganz unfreiwillig Zeuge einer dieser “Jagdausflüge” und von den triebgesteuerten Hinterwäldlern verschleppt, vergewaltigt und anschließend verscharrt. Die Rettung naht in Form eines Schamanen, der den leblosen Körper ausgräbt, heilt und beweihräuchert. Als die junge Frau wieder zu sich kommt, ist der Geist eines wütenden Apatschen in ihren Leib geschlüpft, der mit der durchtriebenen Mörderbande ebenfalls noch ein Hühnchen zu rupfen hat. Beschenkt mit Bärenkräften verwandelt sich Zoe zur unkaputtbaren Kampfamazone und schlitzt sich ganz ungeniert durch das Fleisch ihrer Peiniger. Die sind zwar nicht die hellsten Kerzen auf dem Kuchen, wissen aber immerhin, wie sie sich möglichst grausam zur Wehr setzen müssen.
 
MICHAEL S. OJEDA heißt der gute Mann, der Rachefilm-Fans feuchte Höschen spendieren dürfte, denn auch wenn man in letzter Zeit viel Mist auf der Mattscheibe hatte, SAVAGED bereitet Laune. Lobenswerterweise blendet OJEDA dort weg, wo zuletzt STEVEN R. MONROE mit seinem I SPIT ON YOUR GRAVE-Remake gnadenlos draufgehalten hat. Die Vergewaltigung seiner Heldin lässt der Filmemacher nämlich gänzlich außer Acht und rückt stattdessen das möglichst brutale Auslöschen der Filmbösewichte in den Focus, dem im Gegensatz zu ähnlichen Machwerken erstaunlich viel Screentime eingeräumt wird. Die frauenverachtenden Widerlinge in SAVAGED haben rein gar nichts zu lachen, denn die wütende Zoe arbeitet sich mit fast schon erfrischendem Erfindungsreichtum von Körper zu Körper. Die abwechslungsreiche Art der Morde, die temporeiche Inszenierung und der nahezu permanent vorhandene Action-Gehalt der Geschichte bescheren dem Thriller einer soliden Spannungsbogen, der bis zum bitteren Ende auch noch gehalten werden kann. Ergänzt wird das grausige Gemetzel durch indianischen Hokuspokus, der dem Rachefilm eine ganz eigenständige Note verleiht. OJEDA bringt frischen Wind ins Rape’n Revenge-Genre. Mit einem okkulten Story-Twist verwandelt er das zuvor wehrlose Opfer in eine übermenschliche Rächerin, die ihren unaufhaltsamen Amoklauf fast schon übertrieben comicähnlich inszeniert. Zoe reisst Därme aus den Leibern der Schurken, schiesst Pfeile in die Gesichter der Filmbösewichte und zerrt sich sogar die eigenen Organe aus dem Körper, um den Magen anschließend mit Dreck zu füllen und mittels Tesafilm verschließen zu können. Trotz wenig Budget schaut der Film mit seiner düsteren Look weitaus professioneller aus, als es Macher MICHAEL S. OJEDA vermutlich überhaupt gewollt hat. Das farblose Szenario glänzt mit dreckig-bedrohlicher Optik und überzeugt durch geschickt getrickste Spezialeffekte, die wahrscheinlich allein schon ausreichen, um die triviale Geschichte beim Gewaltfan interessant machen zu können. Auch wenn auf dem Cover der Heimkino-Fassung unverblümt mit THE CROW geworben wird, ist der Vergleich zu Prosas Kultfilm aus dem Jahre 1994 sehr gewagt. Im direkten Vergleich zieht SAVAGED nämlich den Kürzeren, zumal sich OJEDA einzig darauf konzentriert soviel stumpfe Gewalt wie möglich zu zeigen und kaum Tiefgang bietet. Nichtsdestotrotz bleibt eine herrlich kurzweilige Metzelorgie für Erwachsene, die sogar hierzulande ungeschnitten veröffentlicht wird. So erspart sich der Filmsammler den kostenintensiven Ausflug ins deutschsprachige Ausland und kann die übernatürliche Version von Monres I SPIT ON YOU GRAVE ganz unkompliziert beim Händler seines Vertrauens erwerben. Dennoch sollte der interessierte Käufer wachsam bleiben: Die ungeschnittene SPIO/JK-Fassung ist ein potenzieller Index-Kandidat. Demnach kaufen, so lange der Streifen noch frei erhältlich ist.
 
 
 


 
 
 

SAVAGED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein rauer Splatter-Trip für Freunde “böser” Gewaltschocker. SAVAGED entpuppt sich als okkulte I SPIT ON YOUR GRAVE-Version und bringt aufgrund der übernatürlichen Elemente auch gleich frischen Wind ins knüppelharte Rape-and-Revenge-Genre. Vergewaltigt wird löblicherweise im Off und von langgezerrter Frauenquälerei hält Macher OJEDA Abstand. Dafür bekommen die Schurken des Films endlich mal wieder ordentlich Dresche. Lang gefackelt wird in SAVAGED nämlich nicht. Nach knapp zehn Minuten ist das Fass schon am Brodeln und das Gemetzel wird mit fast schon schwarzhumorigem Ideenreichtum auf der Mattscheibe zelebriert. Schnell wird aus dem eigentlichen Racheplot ein blutreicher Slasher der alten Schule, der es hin und wieder sogar schafft einigen Kult-Schlitzern der 80er Konkurrenz zu machen. Wer Freude am grobschlächtigen Handwerk besitzt sollte schnell zugreifen, denn SAVAGED dürfte mit Sicherheit ebenso schnell das Interesse selbsternannter Jugendschützer auf den Plan rufen, schließlich wird brutale Selbstjustiz auch 2014 im Kino nicht gern gesehen.
 
 
 


 
 
 

SAVAGED – Zensur

 
 
 
SAVAGED ist ein potenzieller Index-Kandidat. Der Film ist in zwei Versionen erhältlich. Die KJ-Fassung mit dem roten Flatschen auf der Vorderseite ist geschnitten. Ungeschnitten ist dagegen die SPIO/JK-Fassung, die nach Meinung der Juristenkommission “nicht schwer jugendgefährdend” ist. Trotzdem gehen wir von einer späteren Indizierung aus.
 
 
 


 
 
 

SAVAGED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
savaged-bluray

(c) Ascot Elite Home Entertainment – Abbildung: Cut-Fassung

 
Savaged_Cinema-Extreme_Blu-ray

(c) Ascot Elite Home Entertainment – Abbildung: Uncut-Fassung

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Savaged; USA 2013

Genre: Drama, Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 94 Min (cut) / ca. 95 Min. (uncut)

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung) / SPIO JK (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making of, Animierte Skizzen von Kampfszenen, Deleted Scenes, Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 15.04.2014

 
 
 

Savaged – uncut (Cinema Extreme) [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 

Savaged [Blu-ray] geschnittene Fassung auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

SAVAGED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I Spit on Your Grave (2010)

I Spit on Your Grave 2 (2013)

The Last House on the Left (2009)

Straw Dogs – Wer Gewalt sät (2011)


Filmreview: “Wer” (2013)

Wer-2013
 
 
 

WER

Story

 
 
 
Mann oder Bestie: Verteidigerin Kate Moore (A.J. Cook) steht vor dem Fall ihres Lebens. Sie gerät an einen Angeklagten, der für zwei brutale Morde verantwortlich gemacht wird. Nun will sie dessen Unschuld beweisen. Doof nur, dass sich der Beschuldigte vor ihren Augen zu einem Werwolf verwandelt …
 
 
 


 
 
 

WER – Kritik

 
 
 
Werwolffilme sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Seit nunmehr 100 Jahren geistert der Mannwolf durch die Filmlandschaft und hat sich bisher auf ganz unterschiedliche Weise auf der Leinwand präsentiert. Ob als brutale Bestie in THE HOWLING (1981), Sprüche klopfender Chaot in TEENWOLF (1985) oder verletzliche Kreatur im Horrordrama GINGER SNAPS (2000) – seit der von den UNIVERSAL STUDIOS produzierte WOLFSMENSCH im Jahre 1941 Aufsehen erregte und Geld in die Kinokassen brachte, sind Werwolf-Schocker aus den Lichtspielhäusern nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile ist die Liste der Werwolfheuler lang geworden. Klein ist dagegen die Anzahl derer, die es lohnt überhaupt gesehen zu werden, denn unter all den mehr oder weniger erfolgreichen Streifen innerhalb des Lykanthropen-Genres befindet sich auch ne Menge Quatsch. Ein etwas ruppiger Vertreter dieser Sparte ist WER, der nun den Weg in die Händlerregal findet. Regisseur WILLIAM BRENT BELL zeichnet verantwortlich und hatte vermutlich keine Lust mehr auf seicht-weichgespülten Kiddi-Kram, der sich seit TWILIGHT, INSIDIOUS und PARANORMAL ACTIVITY großer Beliebtheit erfreut. Für WER werden die Gewaltregler erneut auf Maximum gedreht, schließlich sind Horrorfilme im 21. Jahrhundert nicht mehr ausschließlich dazu da um Angst einzujagen. Wichtig ist vor allem verrohende Gewalt, die möglichst sadistisch vor der Kamera zelebriert wird, damit sich dem Zuschauer ganz schnell der Magen umdreht.
 
In Frankreich lebt man neuerdings gefährlich. Eine mörderische Bestie treibt dort ihr Unwesen. Deren unstillbaren Blutdurst bekommt eine ahnungslose Familie zu spüren, die gerade in einem der ländlichen Vororte von Paris Urlaub macht. Ehefrau Claire (STEPHANIE LEMELIN) überlebt schwer verletzt und schildert den Polizisten, dass die grausame Tat durch Menschenhand verursacht wurde. Schnell ist ein Verdächtiger gefunden. Der fällt anhand der verlotterten Optik direkt ins Beuteraster der Beamten und soll nun von Verteidigerin Kate Moore vertreten werden. Die Anwältin ist fest von der Unschuld des wortkargen Riesen überzeugt, wird jedoch bald eines Besseren belehrt. Bei einigen Untersuchungen gerät der Mann in Rage und verwandelt sich in eine unaufhaltsame Kreatur, die bald nicht mehr unter Kontrolle zu bringen ist und blind vor Wut jeden zerreist, der sich ihr in den Weg stellt. Der Mythos über Werwölfe scheint sich zu bewahrheiten, doch niemand weiß, wie man das Monster aufhalten kann. Für Kate Grund genug dem Wesen auf Schritt und Tritt zu folgen, schließlich spürt sie, dass zwischen ihr und dem Werwolf eine Verbindung besteht.
 
WILLIAM BRENT BELL ist wieder da. Mit seinem DEVIL INSIDE (2012) hat er sich zuletzt selbst ein Denkmal gesetzt und einen der miesesten Mainstram-Wackelkamera-Streifen gedreht, die man bis dato auf der Leinwand bewundern durfte. Trotzdem konnte sich der kostengünstige Wackeltrip gut an den Kinokassen behaupten, so dass BRENT BELL nun weitere Horrorfilme machen kann. Weil die Machart von DEVIL INSIDE gut funktioniert hat, geht es auch gleich mit der Shaky Cam weiter, denn WER ist im gleichen Subgenre beheimatet, wie die miese Teufelsaustreibung aus dem Jahre 2012. Die Geschichte wird hierbei in Form einer hektisch geschnittenen Reality-Doku geschildert. Um möglichst authentisch zu wirken bekommt der Zuschauer Unmengen News-Schnipsel fiktiver Nachrichtensender vorgesetzt, wobei die aus den meisten Found Footage Filmen bekannte Perspektive aus Sicht der Überwachungskamera selbstverständlich auch mit an Bord ist. Mittlerweile ist man es ja gewohnt, dass Charaktere in Wackelkamera-Streifen grundsätzlich blass bleiben, schließlich konzentrieren sich die meisten dieser Filme auf das plakative Erschrecken nach gängiger Methodik, was nicht selten durch das unkontrollierbare Wackeln der Kamera getoppt wird. Auch WER bedient sich den ewig gleichen Found Footage Regeln und versorgt den Zuschauer mit teils unerträglicher Kameraführung, die zwar immer nah an der Heldin bleibt aber den Zuschauer zur Weißglut treibt, weil der Kameramann kein ruhiges Händchen findet. Unbeholfene Schocks bestätigen die Tatsache, dass sich das Wackelfilm-Genre auf einem absteigenden Ast befindet, denn wirklich unvorhersehbar ist keiner von denen, weil man sich einfach an den ewig gleichen Schreckmomenten sattgesehen hat. Eigentlich bietet WER nichts Neues, wäre da nicht der deftige Härtegrad, der zumindest das Interesse der Splatter-Fraktion auf den Plan rufen dürfte. Regisseur WILLIAM BRENT BELL schöpft aus den Vollen und grenzt sich mit seinem Schlachtfest ganz selbstbewusst von den bisherigen Vertretern dieser Filmgattung ab. WER dürfte mit Sicherheit der bisher brutalste Found Footage Schocker sein, schließlich werden hier ganz ungeniert Körper vor der Kamera zerfetzt. CGI zeigt sich in WER von der besten Seite, denn das meiste Gematsche kommt aus dem Computer, fügt sich hervorragend in das Wackelgeschehen ein und hinterlässt einen durchweg positiven Gesamteindruck. Zudem verschönern diverse Computereffekte ganz gezielt die obligatorische Verwandlungsszene, die zu jedem Werwolffilm gehört, wie das Salz in die Suppe. Das Effekte-Team hat in diesem Falle lobenswerte Arbeit geleistet und eine gelungene Blutwurstplatte zusammengestellt, an der sich kommende Filme dieser Art messen müssen. Auch wenn WER mit Sicherheit kein Brüller ist; die derben, temporeichen und hektisch geschnittenen Gewaltexzesse haben Autor und Regisseur WILLIAM BRENT BELL den Hintern gerettet.
 
 
 


 
 
 

WER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
A NEW AMERICAN WEREWOLF IN PARIS – Der mit Abstand brutalste Found Footage Film in der Geschichte des Wackelkamera-Genres. Eigentlich ist WER ein Werwolfstreifen wie jeder andere auch, wären da nicht die ziemlich realistisch umgesetzten und krude inszenierten Gewaltmomente, die das Herz eines jeden Splatterfans schneller schlagen lassen dürften. Zwar benötigt WER ein wenig um an Fahrt zu gewinnen; legt der Wolfmann dann jedoch los, geht es Schlag auf Schlag. Mit WER hat DEVIL INSIDE-Macher WILLIAM BRENT BELL doch noch bewiesen, dass er halbwegs unterhaltsame Horrortrips machen kann. Da kann man nur hoffen, dass der Regisseur nun das ohnehin schon gebeutelte Found Footage Genre ruhen lässt und nicht noch einen Film dieser Art zu drehen beginnt.
 
 
 


 
 
 

WER – Zensur

 
 
 
WER ist ziemlich brutal. Es werden Menschen in Stücke gerissen, Kiefer auseinandergefetzt, Augäpfel angeritzt und Menschen wie Papier durch die Luft gewirbelt. Das dürfte für einen roten KJ-Sticker ausreichen – vermutlich in ungekürzter Form.
 
 
 


 
 
 

WER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
V/H/S 2 – Super VHS (2013)
 
Das Tier (1981)
 
American Werewolf (1981)
 
American Werewolf in Paris (1997)
 


Filmreview: “Daddy’s Little Girl” (2012)

Daddys-Little-Girl-2012
 
 
 

DADDY’S LITTLE GIRL

Story

 
 
 
Derek (Michael Thomson) und seine Ex-Frau Stacey haben keinen guten Draht zueinander. Seit der Scheidung gehen sich die beiden lieber aus dem Weg, als der gemeinsamen Tochter zuliebe das Kriegsbeil zu begraben. Immer wieder entbrennt Streit, weil sich das Fenster in Georgias Zimmer nicht schließen lässt. Mutter Stacy hat kein Geld für die Reparatur, weigert sich aber vehement Dereks Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein großer Fehler, wie sich bald herausstellen wird. Denn die kleine Georgia wird aus ihrem Zimmer entführt und tot am unweit entfernten Strand gefunden. Weil die polizeilichen Ermittlungen auch sechs Monate nach dem Vorfall zu keinem Ergebnis führen, nimmt Vater Derek das Gesetz selbst in die Hand. Ihm gelingt es den Kindsmörder ausfindig zu machen und an ihm ein grausames Exempel zu statuieren.
 
 
 


 
 
 

DADDY’S LITTLE GIRL – Kritik

 
 
 
Es ist schon höchst fraglich, welch morbide Geschichten manch Scriptschreiber zu Papier bringen muss, um die schonungslose Darstellung widerwärtiger Folterszenen rechtfertigen zu können. In DADDY’S LITTLE GIRL ist es die Thematik des Kindesmissbrauchs, die als Grundlage dient damit der Horrorfan eine halbe Stunde am Stück das sehen darf, was in Filme wie der legendären HOSTEL-Reihe vor allem der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) schlaflose Nächte bereitet hat. Die dürfte sich an diesem neusten Beitrag unmenschlichen Schlachthandwerks sichtlich die Zähne ausbeißen, rückt nämlich hier die eigentliche Problematik von der Trauerbewältigung nach einem Kindsmord ganz schnell im den Hintergrund, um Regisseur CHRIS SUN die Möglichkeit zu geben, möglichst viel selbstzweckhafte und detailfreudige Gewalt aneinanderzureihen. Leider verpufft mit dem ekelerregenden Foltergematsche auch die Ernsthaftigkeit der Geschehnisse, denn die zugrunde liegende Missbrauchs-Kontroverse wird spätestens mit dem elendig lang ausgewalzten Torturpart im Keim erstickt. Hier werden allerhand Abscheulichkeiten mittels zugegebenermaßen realistischen wirkenden F/X gezeigt, die von wirklich fingerfertigem Know How zeugen. Es werden Kniegelenke gebrochen, mit Stacheldraht im Beckenbereich des Opfers gehandwerkelt, Zähne herausgerissen und menschliches Fleisch verbrannt, nachdem es mit einem Cuttermesser bearbeitet wurde. Die Liste der dargestellten Grausamkeiten ist lang, wobei SUN mit fast schon detailgenauer Präzision damit beschäftigt ist zu zeigen, in welcher Art und Weise man an menschlichen Körpern sägen, hämmern und bohren kann.
 
DADDY’S LITTLE GIRL treibt das was man in Filmen wie 7 DAYS (2010) oder THE TORTURED – DAS GESETZ DER VERGELTUNG (in Deutschland übrigens um das “Gröbste” erleichtert) gesehen hat auf die Spitze. Während man dort natürlich nicht minder zimperlich mit pädophilen Kindsmördern ins Gericht geht, dreht Macher CHRIS SUN noch etwas kräftiger an der Gewaltschraube, damit das foltergeile Horrorherz das zu sehen bekommt, was man halt nun einmal von neumodischen Horrorfilmen erwartet: Extremes Gekröse für die ganz Harten. Leider gerät die eigentliche Geschichte des Streifens bei soviel professionell umgesetzter Folterei vollkommen in Vergessenheit. Die wird nämlich zugunsten schaufreudiger Selbstjustiz ab Mitte rigoros aus dem Skript gestrichen, damit sich Vater Derek (MICHAEL THOMSON) vom anfänglich gesetzestreuen Schutzbefohlenen in einen selbsternannten Rächer verwandeln kann, der zuvor im Internet genau studiert hat, wie man bösen Menschen möglichst viel Leid antut. Leider ist die dargestellte Metamorphose nicht sonderlich nachhaltig oder glaubhaft, was man aber nicht Darsteller MICHAEL THOMSON in die Schuhe schieben kann. Der macht seine Sache nämlich ganz ordentlich und bereichert den kleinen Indie ungemein. Überhaupt sind die Darsteller für Low Budget Horror wie DADDY’S LITTLE GIRL durch die Bank weg gut gewählt. Da ärgert es schon ein wenig, dass die Kamera mal wieder nur auf nicht enden wollendes Gemetzel hält und sich Regisseur CHRIS SUN nicht tiefgründiger mit der eigentlichen Problematik beschäftigt hat.
 
 
 


 
 
 

DADDY’S LITTLE GIRL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Unglaublich schmerzhafter Folterstreifen für nervenstarke Horrorfans. Leider ist es in DADDY’S LITTLE GIRL mal wieder so, dass eine äußerst ernste Thematik als Vorwand genutzt wird, damit möglichst viel Tortur gezeigt werden kann. Nachwuchsregisseur CHRIS SUN schlägt gleichen Weg ein, wie viele andere Horrormacher vor ihm. Er nutzt Extremgewalt als Mittel zum Selbstzweck um sich im Genre einen Namen zu erkämpfen. Da wird Mord und Totschlag mit kontroverser Kindsmissbrauchsthematik vermischt, damit auch ja viele Horrorfans hellhörig werden und sich das unnötige Folterwerk ins heimische Filmregal stellen. Immerhin wird in punkto Gewalt geklotzt und nicht gekleckert. Das in DADDY’S LITTLE GIRL Gezeigte ist hart an der Grenze zum Erträglichen und dürfte hierzulande (insofern überhaupt veröffentlicht) Grund genug sein, der deutschlandweiten Verbreitung (in ungeschnittener Form) einen Riegel vorzuschieben.
 
 
 


 
 
 

DADDY’S LITTLE GIRL – Zensur

 
 
 
Die dargestellte Gewalt in DADDY’S LITTLE GIRL wird nahezu fast schon zelebriert, so dass die hiesige FSK diesen Rachefilm verständlicherweise nicht ungeschnitten freigeben hat. Der Rechteinhaber PIERROT LE FOU hat den Film demnach in ungekürzter Form SPIO/JK prüfen lassen und die Einstufung “strafrechtlich unbedenklich” für DADDY’S LITTLE GIRL erhalten. Verkauft werden darf der Film in dieser Filmfassung nur auf Filmbörsen, in Videotheken und in einschlägigen Online-Shops. Der Verkauf des kompletten Thrillers im stationären Handel erfolgt nur durch den Drogeriemarkt MÜLLER. Dort erhält der Horror-Fan die Scheibe auf Nachfrage – vorausgesetzt er ist auch volljährig. Neben der normalen Auflage im Keep Case ist auch ein Mediabook (auf 3000 Stück limitiert) erschienen, das über Österreich vertrieben wird. Die hier enthaltene Fassung ist ebenfalls ungekürzt.
 
 
 


 
 
 

DADDY’S LITTLE GIRL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Daddys Little Girl Blu-ray uncut

(c) Pierrot Le Fou (Abbildung der ungeschnittenen Fassung in der Amaray-Variante)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Daddy’s Little Girl, Australien 2013

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 106 Min. (uncut)

FSK: SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover, ein Mediabook mit gleichem Inhalt wie die herkömmliche Blu-ray ist ebenfalls bereits erschienen

Extras: Trailer

Release-Termin: Amaray: 04.06.2014 (Uncut-Fassung) – Mediabook: 10.07.2014 (Uncut-Fassung)

 
 
 

BR+DVD – Daddy’s Little Girl – Limitierte Uncut Mediabook Edition (Deutsche Uncut Auflage) ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 

Ungeschnittene Version in der Amaray-Variante bei Cyper-Pirates bestellen

 
 
 


 
 
 

DADDY’S LITTLE GIRL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
7 Days (2010)
 
Big Bad Wolves (2013)
 
Tortured – Das Gesetz der Vergeltung (2010)
 


Filmreview: “Zombie Night” (2013)

zombie-night-2013
 
 
 

ZOMBIE NIGHT

Story

 
 
 
Die Toten krabbeln aus unerklärlichen Gründen aus ihren Gräbern und suchen eine friedliche amerikanische Kleinstadt heim. Zwei Familien geraten in Gefahr und versuchen sich vor den gierigen Geschöpfen in Sicherheit zu bringen …
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE NIGHT – Kritik

 
 
 
Man muss ZOMBIE NIGHT nicht zwingend gesehen haben, um feststellen zu müssen, dass dieser Heuler eigentlich vollkommen überflüssig ist. Grund hierfür ist nicht etwa die Tatsache, dass das Treiben mal wieder der ASYLUM Unreaktivschmiede entspringt. Diesmal ist es schlicht und einfach die tröge Zombieproblematik, die mittlerweile einfach Überhand genommen hat und wirklich so rein gar keinen Spaß mehr machen will. Dabei sind es die immer wieder gleichen Geschichten und die sich ständig wiederholenden Verhaltensmuster der Helden, die schlicht und einfach dafür sorgen, dass Zombiefilme kaum noch zu fesseln wissen. Für ASYLUM Verhältnisse geht der aktuelle Horrorausflug zumindest technisch vollkommen in Ordnung. Wir sehen wirklich hervorragende Make-up-Effekte, die ungewöhnlicherweise richtig gut gemacht wurden und sich selbstverständlich in ihrer Machart am Heiligen Horrorgral: THE WALKING DEAD orientieren. Die Kreaturen unterscheiden sich anhand ihres Verwesungsstatus voneinander und schlendern, wie einst im legendären DAWN OF THE DEAD gemütlich und hungrig durch die Kulisse, was in Anbetracht vieler hektisch geschnittener Zombiegurken von heute durchaus charmant gemeint ist, aber irgendwie nicht mehr so recht in unsere Zeit passen will. Da müssen sich schon mal Protagonisten offensichtlich konstruiert auf den Boden werfen oder Ewigkeiten an einem Grabstein verweilen, um von den Untoten gepackt zu werden. Die sind nämlich in ihrer Bewegung oft derart eingeschränkt, dass es nicht selten unfreiwillig komisch wirkt, wenn ihnen dann doch einmal ein Opfer zwischen die Finger gerät. Opfer gibt es in ZOMBIE NIGHT so einige, die statt von, lieber in die Arme der Fleischfresser flitzen. Hier verhält sich das Kanonenfutter mal wieder so unglaublich hirnverbrannt, dass man meinen könnte, keiner von denen hätte in seinem bisherigen Leben je einen Zombiefilm gesehen. Gebissene Angehörige werden lieber bis zur Verwandlung in den Armen gehalten; kehren sie dann als Zombies ins Leben zurück hapert es mal wieder mit treffsicheren Kopfschüssen. ZOMBIE NIGHT ist trotz gutem Splatterzeugs eine Schlafpille vor dem Herrn. Das Drehbuch ist von der Stange und so vorhersehbar, wie eine Portion Kartoffelpüree aus der Tüte. Spannung will da natürlich nicht entstehen, so dass der Zuschauer von einem Zombieüberfall zum nächsten getrieben wird, damit er auch etwas Mord und Totschlag für sein Geld zu sehen bekommt.
 
Es hat halt nicht sein sollen. Auch nach ihrem unerklärlichen Überraschungserfolg SHARKNADO hat die Müllerverwertungs-Werkstatt THE ASYLUM nichts (Neues) dazu gelernt. Hier wird Filmschrott am Fließband produziert, den irgendwie immer niemand gesehen haben will. Trotzdem scheint der Abfall genügend Käufer zu finden, so dass immer mehr davon produziert wird. Kopiert wird bei THE ASYLUM fleißig und das schon seit Anfang an. Hier hat man es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, billige Duplikate kommender Kinohits in die Wohnzimmer zu bringen. Dabei werkelt ASYLUM derart hinterhältig, dass nicht selten Verwirrung entsteht und der Kunde gar nicht mehr weiß, was Original und Fälschung ist. Woher Inspiration für den minderwertigen ZOMBIE NIGHT gekommen ist, dürfte Horrorfans klar sein. Nachdem WORLD WAR Z im letzten Jahr Kinokassen klingeln lassen hat und THE WALKING DEAD immer noch Traumquoten im TV erzielt, verwundert es vermutlich niemanden, wenn THE ASYLUM auch kräftig mitmischt, um ein wenig Taschengeld zu verdienen. Leider ist ASYLUMS neuster Rohrkrepierer ein ebensolcher Unsinn, wie all die anderen Streifen des Trash-Studios. Denn sieht man von den ordentlichen Gewaltszenen ab (übrigens alles handmade), gehört ZOMBIE NIGHT zu den wohl erbärmlichsten Videoproduktionen, die man in letzter Zeit auf der Mattscheibe hatte. Das Drehbuch ist Murks, die rudimentäre Handlung zu keiner Zeit nachvollziehbar und trotz bierernster Inszenierung ist ZOMBIE NIGHT stets unfreiwillig komisch. Da weiß man irgendwie nie so richtig, ob dieser Quatsch denn nun ernster Horrorfilm oder selbstironische Parodie sein soll.
 
Immerhin wird auch dieser Film seine Fans finden, was vor allem daran liegen mag, dass ein kleiner Horrorstar auf dem Regiestuhl Platz genommen hat. Hier versagt nämlich JOHN GULAGER auf ganzer Linie. Der hat zuvor den Edel-Trash PIRANHA 3DD (2012) gedreht und schon Erfahrung in Sachen Splatter sammeln können, schließlich geht die FEAST Trilogie auf seine Kappe. Der TV-Film ZOMBIE NIGHT ist eine einzige Enttäuschung. Da kann man nur hoffen, dass GULAGER bald zu eigentlicher Größe zurückfinden wird.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE NIGHT – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Nicht schon wieder ein Zombiefilm: ZOMBIE NIGHT ist eine Verbeugung vor den klassischen Zombiestreifen des GEORGE A. ROMERO. Leider erreicht dieser unausgegorene THE ASYLUM-Schnellschuss nicht einmal ansatzweise die Qualitäten der besagten Meisterwerke des Zombie-Urvaters. ZOMBIE NIGHT hat wirklich gute und erstaunlich blutige Effekte zu bieten. Aber was nützen die besten Splatter-Exzesse, wenn der eigentliche Film zu Tode langweilt. Wer eine unterhaltsame Freizeitbeschäftigung sucht, sollte lieber Gras beim Wachsen zusehen, denn das ist bei Weitem spannender als dieser Ladenhüter.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE NIGHT – Zensur

 
 
 
Wie es sich für einen ordentlichen Zombiefilm gehört, geht es auch in ZOMBIE NIGHT nicht handzahm zugange. Wir gehen von einer KJ-Freigabe aus, ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE NIGHT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dawn of the Dead (1978)
 
Night of the Living Dead (1968)
 
Day of the Dead (1985)
 
Dawn of the Dead – Reamake (2004)
 
Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies (1979)
 


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