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Filmreview: “Pig” (2010)

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PIG

Story

 
 
 
Irgendwo im Nirgendwo: Ein Sadist hält sich auf einem abgelegenen Waldstück Menschen wie Vieh, die er erniedrigt, foltert und jagt, wann immer er Lust dazu hat …
 
 
 


 
 
 

PIG – Kritik

 
 
 
Dass das Pentium an Abartigkeiten noch längst nicht das Maximum erreicht hat, zeigen immer wieder neue Filmemacher, deren minderbemittelte Hirne stets neue Perversionen austüfteln. Regisseur ADAM MASON hat in seiner bisherigen Laufbahn bereits genug Nonsens gedreht und immer wieder seinen Hang für kranken Horror-Quatsch zum Ausdruck gebracht. Dass es in seinen Streifen nicht gerade zimperlich zur Sache geht, bewies er bereits im Jahre 2006, als er in seinem BROKEN genüsslich Frauen vor der Kamera foltern und demütigen lies. Nach wie vor ist das Werkeln von Quäl- und Folterfilmen eine begehrte Methodik, um schnell Kasse machen zu können, wobei hier die Devise gilt: Je verachtender Menschen vor der Linse behandelt werden, desto mehr Aufmerksamkeit erhalten solche Filme beim Zuschauer. Gleiches dürfte auch MASON gedacht haben, der mit seiner Schmuddel-Gewaltorgie namens PIG jedoch bei Geldgebern auf taube Ohren stieß, schien denen der Kontext des Filmes etwas zu extrem gewesen zu sein. Eine frustrierende Tatsache, die MASON dazu bewegte das Projekt zusammen mit Schauspiel-Kollege ANDREW HOWARD allein zu stemmen und fast gänzlich aus eigener Tasche zu finanzieren. Nach Fertigstellung wurde der Folter-Flick Fans kostenlos zum Download angeboten, um all den ignoranten Produzenten da draußen den Mittelfinger zeigen zu können. Eine Prämisse, die sich durchaus verkaufsfördernd auf den parallel gedrehten LUSTER (2010) ausgewirkt haben dürfte, konnte dieser sogar nach Deutschland verkauft werden, wo er bereits 2011 auf Heimkinomedium ausgewertet wurde.
 
Doch was hat der Horrorfan überhaupt von PIG zu erwarten? Die komplizierte Entstehungsgeschichte zumindest hat Spuren hinterlassen, denn der kontroverse Inhalt hat mit allerhand inszenatorischen Schwächen zu kämpfen. PIG wird in Echtzeit erzählt. Das bedeutet, dass der Streifen fast gänzlich ohne Schnitte auskommt. Ein heikles Experiment, geht MASON damit gleichen Weg, wie bereits wenige Regisseure vor ihm. Bereits HITCHCOCK experimentierte in den 40ern mit ähnlicher Filmmethodik und brachte 1948 COCKTAIL FÜR EINE LEICHE in die Kinos, der ebenso am Stück erzählt und ohne Schnitte gedreht wurde. Gleiches versuchte GUSTAVO HERNÁNDEZ, der vor einigen Jahren für sein SILENT HOUSE (2010) nur eine einzige Kamera-Einstellung benötigte, um dem Zuschauer das Fürchten zu lehren. Ein Jahr später folgte, wie so oft bei filmischen Neuerungen aus dem Ausland, eine überflüssige Neuverfilmung aus Amerika, die den interessanten Filmplot jedoch nur uninspiriert recycelte. Leider hat das Erzählen am Stück auch seine Tücken, denn wenn sich der Zuschauer nicht mit den Protagonisten identifizieren kann oder sich die Geschichte partout nicht weiterentwickeln möchte, passiert das vor dem es jeden Filmemacher grault: Der Zuschauer verliert das Interesse und schaltet ab. Ähnlichen Schicksal dürfte auch PIG erleiden, denn MASON stiert zu verkrampft nach dem rauen Exploitation-Kino der Video-Nasty-Ära, dass er dabei gänzlich den Zuschauer vergisst, der doch letztendlich unterhalten werden soll.
 
PIG handelt von einem perversen Schlächter, dem es ab und zu nach Gewalt dürstet. Dann nämlich fährt er in ein abgeschiedenes Waldgebiet, wo er hilflose Menschen foltern, quälen und ausweiden kann. Eine geistig behinderte Frau dient als Haustier. Die trägt zwar eines seiner Kinder im Leib, wird jedoch wie Vieh in einem Käfig gehalten und bekommt immer dann Auslauf, wenn “Fütterungszeit” ist. Da werden schon mal menschliche Organe auf das Grillrost geworfen, die zuvor am noch lebenden Opfer herausgerissen wurden. Zahm geht es in MASONS Schmuddelfilm wahrlich nicht zugange, was Hobby-Sadisten durchaus hellhörig machen dürfte. PIG ist roher Tortur-Porn für genau diese Fraktion, die sich daran ergötzen kann, wenn wehrlose Opfer verachtend durch den Fleischwolf gejagt werden. Von der rektalen Einführung von Schraubendrehern, über das Anurinieren schreiender Frauen bis hin zum schaufreudigen Ausbluten zuvor zusammengeschlagener Opfer hakt MASON all jene Grausamkeiten auf seiner Liste ab, nach denen sich Gore-Bauern gierig die Hände reiben. Gewalt ist nicht alles, denn das möglichst reißerische Aneinanderreihen roher Gewalt kann aus einem 90-minütigen Film schon mal eine gefühlte Ewigkeit machen. MASONS Film verfügt über keinen Spannungsbogen und das ist das größte Problem. Zwar verkörpert HOWARD den namenlosen Killer mit erschreckend sadistischer Intensität; seine dummen Gewaltakte halten den Zuschauer jedoch nicht die gesamte Laufzeit über bei Laune. Der dürfte sich trotz bestialischem Sadismus schnell gelangweilt fühlen, wirkt zudem das Improvisationstalent von Schauspielkollegin MOLLY BLACK teils derart unbeholfen, dass deren Agieren vor der Kamera so ziemlich rasch auf den Zünder geht. Als geistig umnebelte Schwangere dürfte die als wohl nervigste Protagonistin in die Geschichte des Tortur-Porn eingehen und dem Zuschauer klar machen, dass er künftige Werke MASONS mit Vorsicht genießen sollte. Letztendlich kann man nur froh darüber sein, dass Macher ADAM MASON dann doch zur Schere gegriffen und einige Filmschnitte gesetzt hat. Laut Interview soll die ursprünglich Version von PIG nämlich zwei Stunden lang gewesen sein – Halleluja, das schreit förmlich nach einem Director’s Cut.
 
 
 


 
 
 

PIG – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Eklig, pervers und Brechreiz erregend: Eben Ferien auf dem Schlachthof. Mit PIG wollte ADAM MASON nicht nur Tabus brechen sondern auch zeigen, dass Folterfilme ziemlich langweilig sein können. Die Ursache hierfür liegt nicht am Härtegrad, sondern an der dummen Story, die aus einer wahllosen Aneinanderreihung sadistischer Unmenschlichkeiten besteht. Handwerklich kann man da freilich nicht meckern, denn die Effekte sind nicht gerade förderlich für Magen und Nerven. Zudem erinnert der dreckige Look des Streifens an das raue Exploitation-Kino der Video-Nasty-Ära. Das Ausschlachten kontrovers-schmuddeliger Filmzutaten ist jedoch das einzige auf was sich MASON in PIG konzentriert, denn eine richtige Geschichte gibt es nicht. Als kontroverses Kino-Experiment, das fast gänzlich von Filmschnitten absieht, geht PIG in Ordnung. Betrachtet man PIG jedoch als Horrorfilm enttäuscht MASONS Gewaltorgie auf ganzer Linie.
 
 
 


 
 
 

PIG – Zensur

 
 
 
Eine Fassung für Deutschland ist undenkbar. Der Streifen zeigt Gewalt derart selbstzweckhaft und geht damit so schonungslos offen um, dass bereits nach fünf Minuten Sichtung klar sein dürfte, dass die FSK hier keinen Spaß verstehen dürfte. Insofern sich überhaupt ein Label an eine deutsche Veröffentlichung wagen sollte, wird die ohnehin direkt im deutschsprachigen Ausland vertrieben werden.
 
 
 


 
 
 

PIG – Trailer

 
 
 

(Zum Anschauen auf “Watch on Vimeo” klicken)

 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
The Mooring (2012)
 
Would you Rather (2012)
 
Hostel – Part III (2011)
 
The Bunny Game (2010)
 
Vile (2011)
 
The Helpers (2012)
 
The Texas Chainsaw Massacre – Blutgericht in Texas (1974)
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 


Filmreview: “Hotel Inferno” (2013)

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HOTEL INFERNO

Story

 
 
 
Frank Zimosa ist einen Auftragsmörder und erlebt den Einsatz seines Lebens. In einem Hotel soll er ein Killer-Duo auslöschen, erlebt aber hier die Hölle auf Erden …
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Kritik

 
 
 
Nach dutzenden Serienkiller, Folter- und Geisterstreifen ist es für uns FILMCHECKER eine Wohltat, wenn da per Post Filmnachschub eintrudelt, bei dem man einfach mal den Kopf ausschalten kann. Label LFG hat uns ein ansprechendes Mediabook zugeschickt, dessen Inhalt zumindest bei Splatter-Fans gehörig Eindruck hinterlassen dürfte. HOTEL INFERNO heißt der Splatter-Quatsch für den Film- und Videospielschmiede NECROSTORM verantwortlich zeichnet. Das italienische Produktionsstudio hat sich auf die Herstellung ultra-derber Horrorstreifen spezialisiert, in denen Eimer Kunstblut rudimentäre Filmhandlungen rot färben sollen. Mit blutreichen Gore-Hits wie ADAM CHAPLIN (2011) und TAETER CITY (2012) konnte man sich international bereits einen kleinen Fankreis aufbauen, der natürlich gierig darauf wartet, dass die italienischen Splatter-Werkstatt emsig weiter solche Streifen produziert. Für HOTEL INFERNO hat man sich etwas Neues einfallen lassen und wirbt damit ganz dezent auf dem Cover. Als “The First Ego-Shooter Splatter Movie” betitelt, werden hier ganz ungeniert Videospiel-Elemente mit der aktuell so beliebten Found-Footage-Zutat kombiniert, was durch Zugabe von reichlich übertriebenem Splatter eine erfrischende Alternative zu all den minderwertigen Wackelgurken der letzten Jahre darstellt. Regisseur GIULIO DE SANTI schien nach TAETER CITY Gefallen am Horror der harten Gangart gefunden zu haben und lies es sich nicht nehmen auch für HOTEL INFERNO auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen. Ganz nebenbei ist ihm dabei sogar das Kunststück gelungen eine gänzlich neue Filmgattung ins Leben zu rufen, die man tatsächlich so noch nicht auf dem Bildschirm hatte.
 
Die Geschichte des Films dreht sich um Frank Zimosa. Der ist Profilkiller und erhält ein lukratives Angebot bei dem sich eine Menge Geld verdienen lässt. Er wird zu einem Hotel gerufen in dem zwei Mörder ein Zimmer gemietet haben, die nun möglichst kaltblütig um die Ecke gebracht werden sollen. Eine Brille soll die Tat aufzeichnen, die während des Auftrages getragen werden soll. Doch alles läuft anders als erwartet. Auftraggeber Jorge Mistrandia entpuppt sich als gerissenes Schlitzohr und benutzt Zimosa als Marionette, um eine jahrhundertealte Kreatur nähren zu können, die tief unter dem Hotel ihr Dasein fristet. Der Dämon labt sich am Schmerz der Menschen, der mit der Brille eingefangen werden kann. Für Killer Zimosa kein guter Tag, ist doch sein Leben bald selbst in großer Gefahr.
 
HOTEL INFERNO führt den Zuschauer zurück in eine Zeit, in der Horrorfilme mit handgemachten Effekten den Videomarkt erobert haben. Lang ist es her seit Splatter-Streifen wie BRAINDEAD, BAD TASTE oder TANZ DER TEUFEL dem Gewaltfan feuchte Höschen und Zensurbehörden schlaflose Nächte bereitet haben. Für Macher GIULIO DE SANTI vermutlich Grund genug, die glorreichen Zeiten des Splatter-Kinos erneut aufleben zu lassen. Wie zuletzt in Ajas produzierten Remake zu MANIAC (2012) wird der Zuschauer in der Ego-Perspektive durch eine haarsträubende Filmhandlung gejagt und sieht quasi das Geschehen durch die Augen des Filmhelden Frank Zimosa. Der hetzt durch enge Flure, flitzt durch dunkle Gewölbe und kriecht durch dichtes Geäst, um Horden von Gegnern aufzulauern und zur Freude des Horrorfans blutgeil abschlachten zu können. Es werden Köpfe geteilt, Hände zermatscht und Gliedmaßen abgeschlagen – zwar hat der Computer bei einigen Gewaltakten nachgeholfen; die Blutexzesse sehen jedoch so ungekünstelt aus, dass man meinen könnte sie wären in liebevoller Handarbeit entstanden. Leider ist bei soviel Liebe zur Hausmannskost mal wieder der Inhalt etwas sehr kurz gekommen. Auch wenn HOTEL INFERNO mit all seinen Matscheffekten und den diversen Gegner-Invasionen an die berüchtigte Shooter-Reihe DOOM erinnert findet die Geschichte rund um das unheimliche Hotel und seinen grotesken Bewohnern kaum Beachtung. Stattdessen flitzen im Minutentakt Scharen von teils mutierten Filmschurken durch die finstere Szenarie und trachten Held Frank mit allerlei Hieb- und Schusswaffen nach dem Leben. Das Drehbuch wurde zugunsten des Blutzolls auf das Wesentliche beschränkt, besitzt aber dennoch ein annehmbares Tempo, damit es dem Zuschauer bei den oftmals hektischen Schwenks der Kamera nicht langweilig wird. Immerhin lässt Regisseur GIULIO DE SANTI den Zuschauer wissen, dass er eine besondere Leidenschaft für das moderne Horrorkino aus Italien hegt. Sein minimalistisch Score orientierte sich an die kultigen Sound-Kompositionen der italienischen Band GOBLIN, die Ende der 70er und Anfang der 80er durch Soundtracks für italienische Horrorfilme wie SUSPIRIA (1977), DAWN OF THE DEAD (1978) und PHENOMENA (1985) zu Weltruhm gekommen ist. Ob HOTEL INFERNO gleichen Erfolg verbuchen wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist jedoch, dass Studio NECROSTORM nach ADAM CHAPLIN und TAETER CITY einen Schritt in die richtige Richtung gewagt und dem Splatter-Film durch ein neuartiges Filmerlebnis frische Impulse verleiht hat. Gerade weil die Genre-Schmiede vehement darum bemüht ist sich stetig weiterentwickelt zu wollen, darf man gespannt sein, was da demnächst noch an herrlich überzogenem Gewaltmaterial aus dem schönen Italien kommen wird.
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Herrlich überzogener Splatter-Nonsens für Fans bluttriefender Gewaltorgien. Die Schlachtplatte aus dem Hause NECROSTORM verspricht ein gänzlich neues Filmerlebnis, das man so vermutlich noch nie auf dem Bildschirm hatte. In einer Art Splatter-Variante des beliebten Ego-Shooters DOOM werden hier Gegnerscharen im Akkord ins Jenseits befördert und das nicht gerade unblutig. Besonderes Augenmerk sei an dieser Stelle auf die Spezialeffekte gerichtet, die für einen Splatterfilm aller erste Sahne sind und kaum vermuten lassen, dass hier CGI zum Einsatz gekommen ist. Sieht man von der dünnen und leider vollkommen hirnriesigen Geschichte ab, gehört HOTEL INFERNO zweifelsohne zu einer der besten Indie-Gewaltorgien neueren Datums. Bei soviel handwerklichem Geschick können sich deutsche Splatter-Könige wie ITTENBACH, WALZ und Konsorten gern Inspiration holen, schließlich wissen die Jungs von NECROSTORM wie man auch mit kleinem Geld sehbare Splatter-Werke für hungrige Gorehounds werkelt.
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Zensur

 
 
 
Rechteinhaber LFG hat HOTEL INFERNO direkt im deutschsprachigen Ausland veröffentlicht und umgeht dabei den strengen Auflagen der hiesigen FSK. Diese hätte das selbstzweckhafte Blutgemansche niemals in ungeschnittener Form freigegeben. Wer demnach den Streifen komplett haben mag, muss sich an den Händler seines Vertrauens wenden. Der Film kann problemfrei bei Onlinehändlern erworben werden, die indizierte Ware im Programm führen. Wer die Möglichkeit hat Filmbörsen zu besuchen, wird auch dort die deutsche Fassung von HOTEL INFERNO kaufen können.
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Hotel Inferno Mediabook 1
 
Hotel Inferno Mediabook 2
 
Hotel Inferno Mediabook 3
 
Hotel Inferno Mediabook 4
 
Hotel Inferno Mediabook 5

(c) LFG

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hotel Inferno; Italien 2013

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 78 Min.

FSK: nicht von der FSK geprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook mit 16-teiligem Buchteil auf 2000 Stück limitiert

Extras: Fun at Work-Feature (01:08 Min.), Special Effects-Feature (02:04 Min.), Ritual-Clip (00:29 Min.), Deutscher Trailer (01:04 Min.), zusätzliche DVD mit dem Hauptfilm

Release-Termin: 06.06.2014

 
 
 
Nach dem Release des Neo-Giallos TULPA spendiert Rechteinhaber LFG auch dem Splatter-Nonsens HOTEL INFERNO eine schöne Veröffentlichung im beliebten Mediabook, das passend zum Hauptfilm ansprechend bunt gestaltet wurde. Besonderes Lob gilt der Übersetzung. Für einen Nischenfilm wie HOTEL INFERNO konnte LFG professionelle Sprecher gewinnen, so dass eine vernünftige Synchronisation zusammengestellt werden konnte. Leider ist das bei Veröffentlichungen von Low-Budget-Produktionen keine Selbstverständlichkeit, gehören mittlerweile minderwertige Übersetzungen zum obligatorischen Standard in Horrorfilmen. Wer nach Sichtung des Streifens gern wissen möchte, wie man die teils verblüffend echt wirkenden Gewalteffekte umgesetzt hat, kann sich hierfür gern das kleinen Special-Effects-Feature zu Gemüte führen, das sich neben Trailer und einem kleinen Gag-Reel auch auf der Scheibe befindet. Ein richtiges Making of oder einen Audiokommentar sucht man stattdessen vergebens. Das ist ärgerlich. Dafür ist jedoch neben der Blu-ray im Mediabook auch die DVD enthalten, die ebenso den Hauptfilm beinhaltet. Das Sammlerstück ist im Übrigen auf 2000 Exemplare limitiert.
 
 

Hotel Inferno – Uncut/The Hard-Art Collection [Blu-ray] [Limited Edition] ungeschnitten bei AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Evidence (2011)
 
Alexandre Ajas Maniac (2012)
 
Doom (2005)
 
Cloverfield (2008)
 
Enter the Void (2009)
 
Gamer (2009)
 


Filmreview: “Bloodline – Der Killer” (2011)

bloodline-der-killer-2011
 
 
 

BLOODLINE – DER KILLER

Story

 
 
 
Sandra und ihr Kollege Marco werden von ihrem Boss zu einem Porno-Set geschickt, um einen Hintergrundbericht zu machen. Alles scheint ganz und gar normale, alltägliche journalistische Routine zu sein, doch etwas ist anders. Der Film wird an genau der Location gedreht, an der vor 15 Jahren Sandras kleine Schwester von einem Serienkiller, den die Zeitungen nur „Der Chirurg“ nennen, ermordet wurde. Sandra zögert, sich ihren Ängsten zu stellen, nimmt den Auftrag aber schließlich an. Doch die Vergangenheit ruht nicht, der Chirurg – oder ein Nachahmer? – ist zurück. Damit nicht genug erwachen seine Opfer wieder zum Leben und morgen ebenfalls…
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Kritik

 
 
 
BLOODLINE ist ein italienischer Low-Budget-Horrorfilm von EDO TAGLIAVINI, welcher zuvor mit einigen Kurzfilmen auf sich aufmerksam machen konnte. Sein 2011 erstmals veröffentlichtes Spielfilm-Debüt drehte er für gerade mal 70.000€. Bei diesen geringen Produktionskosten war es ihm aber immer noch möglich CLAUDIO SIMONETTI als Composer für sein Erstlingswerk zu gewinnen. Leider hinterlässt BLOODLINE keinen bleibenden Eindruck, als viel mehr einen sehr bitteren Nachgeschmack. Die Handlung ist kompletter Nonsens und die Schauspielerriege setzt sich komplett aus Laien zusammen. Es ist zu erkennen, dass es den Machern wohl Spaß gemacht hat den Film zu drehen, doch das Resultat ist ein sehr langweiliger und schlecht gedrehter Horrorstreifen geworden. Was zunächst auffällt ist der billige und sehr sterile Look. Zudem leidet BLOODLINE an einer für Amateurfilme typischen Krankheit, dass sich deren Macher scheinbar vor Totalen fürchten. So wird das Ansehen des Filmes dadurch erheblich erschwert, dass die Kamera immer viel zu nah am Geschehen ist, und man sich als Zuschauer räumlich kaum zurechtfindet. Darüber hinaus ist es schon erstaunlich, dass tatsächlich CLAUDIO SIMONETTI die Filmmusik komponiert hat. Der CLAUDIO SIMONETTI, der einst legendäre Soundtracks mit seiner Band Goblin für Filme wie ROSSO – DIE FARBE DES TODES (1975), SUSPIRIA (1977), George A. Romeros ZOMBIE (1978) oder PHENOMENA (1985) schrieb. Was er hier musikalisch abgeliefert hat, ist so unbedeutend und uninteressant, dass, wenn man nicht wüsste das er für die Musik verantwortlich war, niemals auf diesen Gedanken käme. Dies stellt leider keine Ausnahme dar, denn die von SIMONETTI angefertigten Soundtracks der letzten 15 Jahre klingen alle derart langweilig; man denke an MOTHER OF TEARS (2007) oder DRACULA 3D (2012).
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
BLOODLINE ist kein empfehlenswerter Film und nur etwas für die, die auch jeden Horrorfilme sehen müssen.
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Zensur

 
 
 
BLOODLINE – DER KILLER, der übrigens vom hiesigen Rechteinhaber auch als SCALPEL MASSACRE zweitausgewertet wurde, trägt die KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung und ist vollkommen ungeschnitten. Splatterfans dürfen ruhigen Gewissens zugreifen, denn der Film ist in Deutschland komplett zu haben.
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Bloodline -Der-Killer-Blu-Ray

(c) Schröder Media (Erstauswertung ohne 3D)

 
 
 
Bloodline -Der-Killer-3d-Blu-Ray

(c) Schröder Media (Erstauswertung mit 3D)

 
 
 
Scalpel-Massacre-Blu-ray

(c) Savoy Film / Intergroove Media (Zweitauswertung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bloodline; Italien 2011

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Englisch (DTS-HD MA 5.1), Deutsch (Deutsch DD 2.0)

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover (ohne FSK-Flatschen)

Extras: Originaltrailer, 3D-Fassung

Release-Termin: Erstauswertung als BLOODLINE:21.02.2013 / Zweitauswertung als SCALPEL MASSACRE: 16.05.2014

 
 
 
BlOODLINE wurde in unterschiedlichen Fassungen veröffentlicht. Die Erstveröffentlichung erlebte der Horrorfilm in Deutschland leicht verspäter im Jahre 2013, wo er vom damaligen Rechteinhaber SCHRÖDER MEDIA als normale DVD, Blu-ray und 3D-Blu-ray veröffentlicht wurde. Genau ein Jahr später kam der Streifen erneut in den Handel. Diesmal suggerierte ein neues Cover und ein ebenso neuer Titel einen gänzlich anderen Film. Leider ist der Inhalt jedoch der gleiche, nur der Rechteinhaber ist ein anderer. SAVOY FILM hat es sich nämlich nicht nehmen lassen unter dem reißerischen Titel SCALPEL MASSACRE noch einmal Kasse zu machen.
 
 
 

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Scalpel Massacre (inkl. 2D-Version) [3D Blu-ray] Zweitauflage mit anderem Titel und hochgerechneter 3D-Version ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Trailer

 
 

 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong Turn 4: Bloody Beginnings (2011)
 
Cold Prey – Eiskalter Tod (2006)
 
Haunted Hill – Die Rückkehr in das Haus des Schreckens (2007)


Filmreview: “Ghost of Goodnight Lane” (2014)

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GHOST OF GOODNIGHT LANE

Story

 
 
 
Eine Filmcrew wird von einem wütenden Geisterkind bedroht, dass Spaß am Töten hat und den Crew-Mitgliedern das Fürchten lehrt …
 
 
 


 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE – Kritik

 
 
 
Immer dann, wenn man sie am wenigsten erwartet, krabbeln sie ganz unvorbereitet aus ihren modrigen Verstecken hervor und geben dem Horrorfan zu verstehen, dass pitschnasse Geistergören einfach nicht aus der Filmlandschaft wegzubekommen sind. Seit die asiatischen RING-Streifen rachsüchtige Geistermädchen populär gemacht haben, winden und wuseln jene Gestalten immer mal wieder durch düstere Filmszenarien und wollen nur eins: Die Protagonisten jener Filme möglichst hinterlistig um die Ecke bringen. Scream-Queen und Horrorsternchen DANIELLE HARRIS (HALLOWEEN 4+5, HATCHET 3) konnte vermutlich mal wieder einige freie Tage im Terminkalender entbehren und gab sich zusammen mit B-Movie-Dauergast BILLY ZANE die Blöße, beim vorliegenden Video-Murks GHOST OF GOODNIGHT LANE mitzumachen. Auch wenn die HARRIS schon in so einigen kultigen Schockern mitgewirkt hat, muss das noch lange nicht bedeuten, dass ein Horrorfilm auch gut sein muss, der mit der smarten Schauspielerin auf dem Cover wirbt. Aufgrund der unüberschaubaren Masse an amerikanischen B-Movies, die momentan den Videomarkt überschwemmen, gerät nämlich auch die HARRIS immer mal wieder an Drehbücher, die man besser als Kamin-Anzündhilfe verwendet.
 
GHOST OF GOODNIGHT LANE ist ein recht passendes Beispiel dafür, dass bekannte Schauspieler nicht zwangsläufig für Qualität stehen müssen, denn was Regisseur ALIN BIJAN hier auf die Beine gestellt hat ist eher hirnloses Fast-Food-Horrorfutter für zwischendurch, das man bereits wieder vergessen hat sobald der Abspann über den Bildschirm flimmert. Wie der Titel bereits vielversprechend verrät, spukt es im Haus auf der GOODNIGHT LANE und das nicht gerade wenig. Der hartnäckige Geist eines nervigen Kindes hat es sich im Postproduktionsstudio einer kleinen Filmcrew gemütlich gemacht und ist gar nicht damit einverstanden, dass das Haus bereits einen neuen Käufer gefunden hat und abgerissen werden soll. Die alte Thelma Perkins weiß Genaueres, flüstert aber in verschlüsselten Versen und scheint kein Interesse daran zu haben einfach mal Tacheles reden zu wollen. Stattdessen lässt sie die Filmleute der Reihe nach über die Klinge springen und offenbart erst am Ende die bittere Wahrheit über die Beweggründe des Geistes. Ihre Enkelin und gleichzeitig Tochter von Charles Manson ist für den tödlichen Schabernack verantwortlich, wurde sie doch in jenem Haus von der eigenen Großmutter ermordet. Am Ende plagen Oma Gewissensbisse. Grund genug das eigene Leben für das der Überlebenden zu opfern.
 
BILLY ZANE fällt zwar positiv durch trockenen Humor auf, hat aber offensichtlich vergessen, dass er sich hier eigentlich in einem Horrorfilm befindet. Während sich seine Schauspielkollegen laut um Kopf und Kragen schreien, steht Herrn ZANE die Lustlosigkeit ins Gesicht geschrieben. Auch die sonst so taffe DANIELLE HARRIS wirkt ziemlich fehl am Platz, hat doch diesmal die Hauptrolle eine andere ergattert, so dass der beliebten Darstellerin nur noch eine kurze Besessenheitsszene übrig bleibt, um sich mal richtig austoben zu können. Ansonsten gibt es reichlich Trash und handgemachten Splatter zu sehen, was in GHOST OF GOODNIGHT LANE so ziemlich unspektakulär abgehandelt wird, denn eigentlich besteht das Machwerk hauptsächlich aus einer Aneinanderreihung bekannter Haunted-House-Klischees, und vorhersehbaren Jump-Scares, die wohl den Zuschauer am Einschlafen hintern sollen. Mit Ruhm hat sich für diesen austauschbaren Geister-Grusler keiner der Anwesenden bekleckert, denn nicht nur einmal dürfte sich der Zuschauer bei der Sichtung von GHOST OF GOODNIGHT LANE ertappen, wie er kurz zur Fernbedienung greifen möchte, um dem Abspann ein Stück näher kommen zu können. Knapp eine Stunde benötigt der Spukhaus-Quark bis er endlich aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Immerhin gibt es dann abwechslungsreiche Todesarten zu sehen, die aber ohnehin bereits im Trailer gezeigt wurden.
 
GHOST OF GOODNIGHT LANE hat wie jeder zweite hastig heruntergeleierter Video-Trash das Problem, dass ihm einfach Spannung fehlt, denn wirklich gruselig oder atmosphärisch will BIJAN austauschbarer Geisterfilm irgendwie nicht werden. Der Grund hierfür ist schnell gefunden, denn nicht der billige Low-Budget-Look bereitet Probleme, sondern das vollkommen uninspirierte Drehbuch, dass mal wieder nach Schema F abgehandelt wird. Die Geschehnisse rund um GHOST OF GOODNIGHT LANE sind nicht neu und hat man mittlerweile einfach schon bedeutend besser erzählt auf der Mattscheibe gehabt. Seltsamerweise weicht Macher ALIN BIJAN kurz von der schablonenhaften Erzählung ab. In einer Szene bekommen wir besessene Puppen vor die Linse. Ein wunderbar nostalgischer Moment, der kurz die legendäre PUPPET MASTER-Reihe und den charmanten Gordon-Puppenhorror DOLLS ins Gedächtnis zurückkehren lässt. Leider dauert der magische Moment nur wenige Sekunden, danach richtet BIJAN das Augenmerk erneut auf das Langweilen des Zuschauers. Was für eine Verschwendung!
 
 
 


 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
GHOST OF GOODNIGHT LANE ist die weitaus blutigere Antwort auf die subtile RING-Filmreihe, in der ein verärgertes Geistergör pitschnass aus TV-Apparaten krabbelt und das Fürchten lehrte. Das Geistermädchen in GHOST OF GOODNIGHT LANE hat andere Probleme. Nicht nur, dass sie mit fettigem Haupthaar zu kämpfen hat; so wirklich beängstigend wirken ihre Wutausbrüche nicht auf den Zuschauer, dem vor allem die nicht enden wollenden Müdigkeitserscheinungen Sorgen bereiten dürften, schließlich hat GHOST OF GOODNIGHT LANE mit permanenter Ideenarmut zu kämpfen. Das Problem dürfte Regisseur ALIN BIJAN bereits beim Schreiben des Drehbuchs erkannt haben, so dass er die Handlung um nette Splatter-Momente und Jump-Scares bereichert hat. Was dem Streifen dennoch fehlt ist Spannung und Atmosphäre, denn Blut und coole Sprüche allein machen aus eigentlich totgefilmten Geschichten keine guten Horrorfilme. Wer übrigens DANIELLE HARRIS mal wieder in einer vollkommen überflüssigen Rolle sehen mag, dürfte sich immerhin über ihren Auftritt in GHOST OF GOODNIGHT LANE freuen. Dennoch bleibt hier einmal mehr die Frage unbeantwortet, warum die HARRIS ihren Namen für diesen unnützen Käse hergegeben hat. Ihr Bankkonto dürfte die Antwort liefern.
 
 
 


 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE – Zensur

 
 
 
Die wenigen Splatter-Momente wurden geschickt getrickst. Nägel bohren sich in Augen, eine Protagonistin schlitzt sich ein Hackenkreuz auf die Stirn und ein Gesicht wird von einem Ventilator zermatscht. Klingt zwar alles blutig und schaut lustig aus, dürfte aber für eine FSK16 reichen – ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

GHOST OF GOODNIGHT LANE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Fear Lives Here (2013)
 
The Unbroken (2012)
 
Aberration (2013)
 


Filmreview: “P.O.E. Project of Evil” (2012)

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P.O.E. PROJECT OF EVIL

Story

 
 
 
Einige italienische Regisseure haben sich sieben literarische Werke des amerikanischen Horror-Schreiberlings EDGAR ALLAN POES vorgenommen und filmische Interpretationen mit reichlich Blut, Sex und Gewalt gedreht …
 
 
 


 
 
 

P.O.E. PROJECT OF EVIL – Kritik

 
 
 
Horror-Anthologiestreifen sind gefragter denn je. Die kleinen Kurzfilmsammlungen erfreuen sich seit den Überraschungserfolgen von V/H/S und THE ABC’S OF DEATH wieder großer Beliebtheit und lassen ähnliche Werke wie Pilze aus dem Boden sprießen. Bereits 2011 hatten 15 internationale Regisseure das Potenzial jener Filmkunst erkannt und an einer Horrorsammlung gewerkelt, die unter dem Titel P.O.E. POETRY OF EVIL in die Händlerregal gebracht wurde. Weil das Sammelsurium bekannter Horrorgeschichten aus der Feder EDGAR ALLAN POES gut angekommen ist, folgt nun der zweite Streich für den sich noch einmal sieben italienische Filmmacher zusammengesetzt haben, um an einer blutigen Erwachsenenvariante der Poe’schen Gruselstorys zu basteln. Bevor jedoch die Freude in Euphorie umschlägt: Herr Argento ist nicht mit von der Partie, dafür aber einige Filmemacher Italiens, deren kleine Genre-Schocker es immerhin schon in den deutschen Handel geschafft haben. Zu den wohl bekannteste Regisseuren diese Riege gehört zweifelsohne EDO TAGLIAVINI, dessen blutreicher Horrorfilm BLOODLINE – DER KILLER hierzulande vom Rechteinhaber sogar in einer hochskalierten 3D-Version auf den Markt geschmissen wurde und es trotz hohem Gore-Gehalt unbeschadet durch die FSK geschafft hat.
 
P.O.E. PROJECT OF EVIL nennt sich der zweite Ausflug in die Welt des EDGAR ALLAN POE, wobei das hier servierte Geschichtengebräu nicht jedem Horrorfan munden dürfte, auch wenn es diesmal deutlich ruppiger zugange geht, als im Streifen zuvor. Die sieben Erzählungen des berühmten Horrorautors werden so ziemlich frei interpretiert und haben außer dem Titel meist kaum noch etwas mit den Schriften Poes gemein. Wirklich unheimlich wird es nicht, dafür aber sehr blutig und vor allem surreal, denn einige der Kurzwerke erinnern eher an bizarre Experimental- und Kunstfilme, als an grausigen Horror. Hier wird einmal mehr deutlich, dass Indie-Streifen meist mehr kreativen Spielraum in der Umsetzung besitzen, als manch teurer Studio-Schocker, deren Macher sich nicht selten an den Auflagen der Produzenten orientieren müssen. P.O.E. PROJECT OF EVIL ist ein engagiertes Indie-Projekt, glänzt mit eigenwilligem Konzept und überrascht durch einen zwar ungeschliffenen aber durchaus charmanten, wenn auch rauen Look. Die Ausleuchtung ist meist miserabel und die Schauspieler vermutlich von der Straße aufgelesen. Dennoch funktioniert der Film auf seine ganze eigene Weise, bietet er doch dem Zuschauer genügend Abwechslung und Abartigkeiten, so dass man auch schon mal darüber hinwegsehen kann, dass nicht alle Segmente qualitativ gleich überzeugen können.
 
Jede Geschichte trägt die individuelle Handschrift des jeweiligen Regisseurs, der hier seine ganz eigene Vision der Poe’schen Gruselmärchen auf Zelluloid gebannt und diese mit allerhand Sex, Mord und Gekröse “verschönert” hat. Auf Konventionen wird gepfiffen, stattdessen wurde gedreht, worauf man Lust hatte. So kommt der Zuschauer in den Genuss des Stumm-Kurfilms LOSS OF BREATH, in dem ein Pornostar von zwei Schlägertypen seiner Männlichkeit beraubt wird. An Kastrationen fand man vermutlich Gefallen, so dass im recht wortkargen THE TELL-TALE HEART von einem Obdachlosen berichtet wird, der nach Thailand reist, dort seinen Penis abschneidet um ein neues Leben als Ladyboy leben zu können. Nicht minder grausam geht es in der Giallo-Hommage THE MURDERS IN THE RUE MORGUE zu, in der zwei Prostituierte von einem Affen vergewaltigt werden und blutige Rache am Besitzer des Tieres ausüben. Zitate und Verbeugungen hagelt es in P.O.E. PROJECT OF EVIL reichlich, wobei die italienischen Filmemacher vor all jenen Gruselkönigen den Hut ziehen, die im italienischen Genre-Kino Rang und Namen haben. DARIO ARGENTO wird für seine extravaganten Farbspielereien und deftigen Schlitzer-Krimis gehuldigt und der italienische Zombie-Papst LUCIO FULCIO wird mit der Untoten-Episode THE PREMATURE BURIAL noch einmal gen Himmel gepriesen.
 
Auch wenn diese Sammlung von Horror-Kurzfilmen recht durchwachsen ist und man hin und wieder nach dem Sinn in einigen Episoden sucht, bleibt am Ende ein teils verstörendes Stück Film über, das aus den klassischen Geschichten eines EDGAR ALLAN POE zeitgemäße Interpretationen zaubert, mit denen jedoch der verwöhnte Mainstream-Zuschauer herzlich wenig anfangen kann.
 
 
 


 
 
 

P.O.E. PROJECT OF EVIL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein verstörend-bizarres Filmexperiment mit reichlich Sex und Gewalt, das man so vermutlich noch nicht auf dem Bildschirm hatte. Für P.O.E. PROJECT OF EVIL mussten sieben klassische Werke der Schriftstellerlegende EDGAR ALLAN POE herhalten, die hier modern aufbereitet nur noch wenig mit den eigentlichen Schriften des Autors gemein haben. Die sieben italienischen Regisseure konnten sich bei der filmischen Adaptionen soviel Freiheiten nehmen wir nur möglich und haben teils surreale Beiträge auf Zelluloid gebannt, an denen kommerzverliebte Filmfans sicher gar keine Freude haben dürften. Die meisten Segmente dieser Anthologie erinnern an blutige Kunst- und Experimentalfilme, die trotz kleinen Budgets dennoch mit ganz eigenem Look glänzen, auch wenn dieser manchmal mit einigen technischen Defiziten so kämpfen hat. P.O.E. PROJECT OF EVIL verweist ziemlich oft auf das italienische Horrorkino der 80er und huldigt ganz nebenbei die ganz Großen des modernen Euro-Horrors: DARIO ARGENTO und LUCIO FULCI. Wer sich selbst als offener Horrorfan bezeichnet und die Nase voll hat vom ständig sich wiederholenden Horror-Einerlei, sollte mal einen Blick in P.O.E. PROJECT OF EVIL werfen. Anders wie in der Vorgänger-Anthologie P.O.E. POETRY OF EVIL bekommt der Zuschauer hier eine obskure, deprimierende und ziemlich finstere Bilderflut präsentiert, die ihresgleichen sucht.
 
 
 


 
 
 

P.O.E. PROJECT OF EVIL – Zensur

 
 
 
Die Fortsetzung P.O.E. PROJECT OF EVIL ist trotz kostengünstigem Indie-Look ganz schön gepfeffert, was die Gewaltmomente betrifft. Ein Mann wird kastriert und die Kamera hält drauf. Gleich in der zweiten Episode bekommt man eine Frau zu sehen, deren Gliedmaßen abgesägt wurden. Außerdem wird hier recht krude vergewaltigt. Das alles dürfte hierzulande erst für Erwachsene geeignet sein. Wir gehen von einem roten Freigabe-Flatschen aus: KEINE JUGENDFREIGABE.
 
 
 


 
 
 

P.O.E. PROJECT OF EVIL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
V/H/S
 
V/H/S 2
 
ABC’s of Death
 
Two Evil Eyes (1990)
 
The Bunny Game (2010)


Review: “Bloody April Fools – Los inocentes” (2013)

Los-inocentes-2013
 
 
 

BLOODY APRIL FOOLS – LOS INOCENTES

Story

 
 
 
Einige neunmalkluge Jugendliche quartieren sich in eine verlassene Herberge ein, in der 15 Jahre zuvor ein tragisches Ereignis stattgefunden hat. Nun ist der Ort verflucht und ein schlitzfreudiger Killer zieht dort seine Runden …
 
 
 


 
 
 

LOS INOCENTES – Kritik

 
 
 
Spaniens Horror-Szene ist immer für eine Überraschung gut, denn seit einigen Jahren kommen da viele sehenswerte Horrorperlen in die Lichtspielhäuser, die es manchmal sogar auch in den deutschen Handel schaffen. Leider lies die Qualität der letzten Produktionen sehr zu wünschen übrig, denn bereits im von uns besprochenen PARA ELISA vermisste man die fürs spanische Horrorkino so herausragende Originalität und atmosphärisch Dichte, die im besagten Film kurzum durch Blutzoll ersetzt wurde. Der Schocker LOS INOCENTES macht da keine Ausnahme und glotzt lieber über den großen Teich, um sich dort Inspirationen zu holen, statt den Zuschauer etwas Neues zu erzählen. Zwölf Regisseure haben an der Umsetzung getüftelt, was angesichts der mageren Laufzeit von knapp einer Stunde etwas sehr grotesk anmutet, zumal LOS INOCENTES kein Anthologie-Grusler ist, wie man es bei der stattlichen Anzahl von Machern vermuten würde. Stattdessen haben hier einige Studenten der renommierten Filmhochschule ESCAC in Barcelona einen knüppelharten Slasher nach amerikanischem Vorbild gedreht, für den Kult-Klassiker FREITAG DER 13. Ideenlieferant gewesen ist. Das Resultat ist jedoch weniger kultig als die Vorlage, denn die vielen Köche haben etwas arg lieblos am Brei geköchelt, dem es im Fall von LOS INOCENTES eindeutig an Würze mangelt.
 
Diesmal wird sich durch eine verlassene Herberge geschlitzt, in der sich neun ahnungslose Jugendliche einquartieren, um die Sau rauslassen zu können. Die wollen während der Weihnachtsferien eigentlich die Berge unsicher machen, stellen aber rasch fest, dass dort der nötige Schnee fehlt, um Skifahren zu können. Auf dem Weg zurück nach Barcelona macht man Halt an einer Tankstelle, schließlich lässt es sich ohne Alkohol nur halb so gut feiern. Die Einheimischen warnen vor der Gefahr, die in der dunklen Bleibe lauert, denn vor 15 Jahren soll sich dort Grausiges ereignet haben: Ein Mitschüler wurde Opfer eines hinterlistigen Streiches seiner Klassenkameraden und starb auf qualvolle Weise. Seitdem geht es in dem leerstehenden Gemäuer nicht mit rechten Dingen zu. Für die Jugendlichen aber kein Grund, die Herberge nicht doch zu erkunden. Ein fataler Fehler, denn ein kaltblütiger Killer treibt dort sein Unwesen, der jedes Jahr am 28. Dezember dem tragischen Ereignis gedenkt.
 
LOS INOCENTES (der für den internationalen Markt kurzum in BLOODY APRIL FOOLS umbenannt wurde) ist ein Slasher, wie er im Buche steht. Man nehme einige dumme Kids, werfe sie in eine rudimentäre Handlung und gebe ein paar fiese Gewaltmomente dazu. Fertig ist 08/15-Meuchelware von der Stange, bei der immerhin nicht lange gefackelt wird und die ersten Opfer bereits nach nurä,u7 wenigen Minuten dahingeschlitzt werden. Der Zuschauer wird ziemlich rasant von Mord zu Mord gehetzt, welche immerhin recht abwechslungsreich umgesetzt wurden. Da rutscht eine Protagonistin auf einem Stück Seife aus und fällt auf den Hinterkopf. In der nächsten Szene ertastet sie die offene Kopfwunde und erlebt einen Multi-Orgasmus, weil sie durch das Loch im Schädel mit ihren Fingern die hintere Hirnregion stimuliert. An teils makabren Humor wird nicht gespart, so dass die Vorhersehbarkeit der Ereignisse und der Mangel an Originalität nicht so sehr ins Gewicht fallen. Auch wenn in LOS INOCENTES Gebrauch von Found-Footage gemacht wird und die Spezial- und Make-up-Effekte nicht von schlechten Eltern sind, gehört dieser enttäuschende Horrorfilme zum wohl Überflüssigstem was das junge, spanische Genre-Kino bisher hervor gebracht hat. Zwar erinnert das überflüssige Machwerk mit all seinen austauschbaren Stereotypen und dummen Horror-Klischees an all die vielen amerikanischen Slasher der letzten Jahre; sonderlich gut hat das Kopieren von ausgelutschten Rezepturen diesem Horrorstreifen nicht getan. Was bleibt ist ein souverän abgedrehter Meucheltrip, der technisch mehr an amerikanisches Hochglanzkino erinnert und inhaltlich nicht das bietet, was man eigentlich von spanischen Horror-Vertretern gewohnt ist. Slasher-Fans dürfte das vermutlich weniger stören, denn wer ICH WEISS, WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST und SCREAM mochte, wird auch diese Schocker rasch in sein Herz schließen.
 
 
 


 
 
 

LOS INOCENTES – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
LOS INOCENTES (oder auch BLOODY APRIL FOOLS) ist eine blutige Verbeugung vor den Kult-Slashern der 80er Jahre. Der Horrorklassiker FREITAG DER 13. hat hier Pate gestanden; dennoch erreicht der spanische Horrorschnellschuss (abgesehen vom Blutgehalt) nicht einmal ansatzweise die Qualität der Vorlage. In diesem Schlitzer-Film wurde jedes erdenklich dumme Klischee untergebracht. Sei es das nicht anspringende Auto, sich von Geisterhand verschließende Türen oder die einzige Bärenfalle im gesamten Waldgebiet, in die ausgerechnet eine unachtsame Protagonistin hineintritt; Originalität ist hier Mangelware. Immerhin stimmt der Blutpegel. Die Morde sind abwechslungsreich und zur Freude der Gorehounds recht splattrig. Fans harter Slasher-Streifen kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Trotzdem ist LOS INOCENTES nichts weiter als ein weiterer Meuchelfilm mit austauschbaren Figuren und hanebüchener Handlung, den man nicht unbedingt gesehen haben muss.
 
 
 


 
 
 

LOS INOCENTES – Zensur

 
 
 
LOS INOCENTES lebt nur von den grafisch gut umgesetzten Effekten. Es werden Verbrennungen gezeigt, ein Fuß abgetrennt und eine Protagonistin wird von einem heraunfahrendem Auto zermatscht. Das dürfte in Deutschland für eine ungeschnittene Freigabe für Erwachsene reichen und könnte mit KJ-Sticker in den Handel kommen.
 
 
 


 
 
 

LOS INOCENTES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bloody Homecoming (2013)
 
You’re Next (2011)
 
Alpha Girls (2013)
 
Bloody Bloody Bible Camp (2012)
 
Silent Night (2012)
 
Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast (1997)
 
Scream (1996)
 
Freitag der 13. (1980)
 


Filmreview: “Wolf Creek 2″ (2013)

wolf-creek-2-2013
 
 
 

WOLF CREEK 2

Story

 
 
 
Outback-Killer Mick Taylor ist wieder zurück und hat auch gleich die Fährte zweier Touristen aus Deutschland gewittert, die planlos durch die Einöde Australiens trampen. Auf der Flucht vor dem irren Schlitzer geraten sie an den Briten Paul Hammersmith, der eigentlich nur helfen will und dabei ebenfalls ins Visier des Touristen-Mörders gerät …
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Kritik

 
 
 
Im australischen Outback hört dich niemand schreiben – das zumindest suggerierte der Horror-Schocker WOLF CREEK, der im Jahr 2005 in die Kinos gebracht wurde und inspiriert von den Survival-Thrillern der 70er gekonnt auf der damals boomenden Terrorwelle mitritt. Mittlerweile sind neun Jahre vergangen und den Horror-Machern die Ideen ausgegangen, so dass man ganz fleißig Altbewährte neu aufbrüht, um noch einmal Geld damit machen zu können. Schlicht und einfach WOLF CREEK 2 nennt sich der unoriginelle Käse, der mit knapp einem Jahrzehnt Verspätung nachgeschoben wird und quasi die besten Szenen des Erstlings mit zusätzlichem Ekelgehalt anreichert, damit einfach gestrickte Horrorgemüter feuchte Höschen von der hier gezeigten Brutalität bekommen. WOLF CREEK-Regisseur GREG MCLEAN hat sich die Blöße gegeben und auch gleich die überflüssige Fortsetzung gedreht, die quasi eine ähnliche Geschichte wie sein Vorgänger erzählt und sich einen Deut darum schert sich überhaupt weiterzuentwickeln zu wollen. Die australische Kulisse wurde beibehalten und der zuvor schweigsame Killer entwickelt sich zur zynischen Plaudertasche, der seinen Schlitzer-Kollegen FREDDY KRUEGER, LEPRECHAUN und CHUCKY Konkurrenz machen möchte. Der Rest ist wie gehabt: Einige ahnungslose Rucksack-Touristen verirren sich im Wolfe-Creek-Krater-Nationalpark und geraten dabei in das Jagdgebiet des ominösen Fremden aus dem vorhergehenden Teil, der auch gleich mit seiner Metzel-Hatz beginnt.
 
Der Ton ist rauer geworden, denn mit subtilem Terror gewinnt man im Horrorfilm schon lange keinen Blumentopf mehr. MCLEAN dreht daher an der Gewaltschraube und lässt Köpfe explodieren, Finger absägen und Opfer enthaupten. Wurde die Gewalt im Erstling noch weitestgehend angedeutet wird in WOLF CREEK 2 schonungslos draufgehalten, was natürlich das Interesse der Fans solcher Filme wecken dürfte. Leider macht stumpfe Gewalt allein schon lange keinen guten Horrorfilm mehr aus, denn aufgrund der Vielzahl ähnlicher Streifen ist WOLF CREEK 2 nur ein weiterer Film dieser Art in einer nahezu nicht enden wollenden Reihe trivial gestrickter Brutalo-Werke. Immerhin wird der Filmfan mit Kurzweil belohnt. Psychopath MICK TAYLOR (gespielt von JOHN JARRATT) entpuppt sich als scheinbar unkaputtbarer Super-Killer, der jede Situation vorausahnen kann und trotz Liebe zum Alkohol mit ner Menge Glück gesegnet wurde. Der Schlitzer ist seinen Opfern weitaus überlegen und immer einen Schritt voraus. Er hetzt das menschliche Schlachtgut von einem Ort zum nächsten und zieht trotz geistiger Beschränktheit stets am längeren Hebel. Macher und Produzent GREG MCLEAN gönnt dem Zuschauer kaum Verschnaufpausen und verknüpft den dünnen Slasher-Plot mit recht packend inszenierten Verfolgungsjagden durch die trostlose Einöde Australiens. Hier wächst der Film zu wahrer Größe heran, denn einige Duelle zwischen Opfer und Killer auf den Straßen im Nirgendwo wurden von MCLEAN ziemlich spannend in Szene gesetzt. Leider werden derart Momente immer wieder durch die obligatorischen Gewaltszenen ausgebremst, denn irgendwie mag man in WOLF CREEK 2 das Gefühl nicht loswerden wollen, als ob man fast schon besessen daran gearbeitet hat, der Fanbase gerecht werden zu wollen. Der dürstet es seit harten Sicko-Streifen, wie I SPIT ON YOUR GRAVE 2 (2013) und dem gefeierten MARTYRS (2008) nach möglichst krankem Folter-Dreck, um nach Sichtung prahlen zu können, welch abartigen Nonsens man soeben gesehen hat. Regisseur GREG MCLEAN hat diesbezüglich etwas zu sehr nach den ganz Großen Metzelorgien geschielt und dabei ganz vergessen die Geschichte rund um seinen Charakter Mick Taylor konsequent weiterzuspinnen. Wirklich Neues erfährt der Horrorfan nämlich nicht, so dass die Fortsetzung auch eher als professionell gedrehtes Splatter-Remake gewertet werden darf.
 
Auch wenn die männliche Scream-Queen am Ende unter nicht nachvollziehbaren Umständen überleben darf und zuvor durch eine finstere und effekthascherische Geisterbahn geführt wird, so ist die Fortsetzung zu WOLF CREEK ein weiteres, schnell heruntergeleiertes Sequel, auf das nun wahrlich niemand gewartet hat. Im Übrigen bekommt der Zuschauer in WOLF CREEK 2 eine der geschmacklosesten Szene der letzten Jahre zu Gesicht: Während Opfer Paul Hammersmith (RYAN CORR) mit seinem Auto vor dem übertrieben patriotisch veranlagtem Mörder Mick Taylor flüchtet, überquert ein Rudel Kängurus die Fahrbahn. Die Tiere schlagen in fast schon erheiternder Detailfreude auf den Windschutzscheiben der Fahrzeuge auf und werden anschließend blutig von den Rädern überrollt. Herr MCLEAN, auch wenn WOLF CREEK 2 nur ein Film ist, finden Sie das witzig?
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
WOLF CREEK 2 ist ein derbes Splatter-Gewitter für Freunde brutaler Metzelfilme. Leider ist der Gewaltgrad auch das einzig Nennenswerte, was der Streifen zu bieten hat, denn im Grunde genommen ist das Sequel mehr überflüssiges Remake statt Fortsetzung und bietet mehr Splatter statt subtilem Terror. Aufgrund der schonungslos dargestellten Brutalitäten, die nun wahrlich nichts für zarte Gemüter sind, dürften die hiesigen Zensurbehörden das Stück Tortur-Kino gnadenlos in der Luft zerreißen. Ungeschnitten wird der Film hierzulande mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erscheinen; profitgeile Ösi-Unternehmen dürfte das freuen, schließlich kann man im Nachbarland viel Geld mit ungeschnittenen Mediabooks machen.
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Zensur

 
 
 
WOLF CREEK 2 ist ziemlich brutal. Opfer werden ausgeweidet und zerhackt, Kehlen durchgeschnitten und Köpfe weggeschossen. Wir wünschen Rechteinhaber KSM viel Glück mit der FSK, denn die deutsche Fassung dürfte vermutlich nur geschnitten im Sommer in die Kinos kommen.
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wolf Creek (2005)
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 
The Butcher Boys (2012)
 
The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen (2006)
 
High Tension (2003)
 
Haus der 1000 Leichen (2003)
 


Filmreview: “Wer” (2013)

Wer-2013
 
 
 

WER

Story

 
 
 
Mann oder Bestie: Verteidigerin Kate Moore (A.J. Cook) steht vor dem Fall ihres Lebens. Sie gerät an einen Angeklagten, der für zwei brutale Morde verantwortlich gemacht wird. Nun will sie dessen Unschuld beweisen. Doof nur, dass sich der Beschuldigte vor ihren Augen zu einem Werwolf verwandelt …
 
 
 


 
 
 

WER – Kritik

 
 
 
Werwolffilme sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Seit nunmehr 100 Jahren geistert der Mannwolf durch die Filmlandschaft und hat sich bisher auf ganz unterschiedliche Weise auf der Leinwand präsentiert. Ob als brutale Bestie in THE HOWLING (1981), Sprüche klopfender Chaot in TEENWOLF (1985) oder verletzliche Kreatur im Horrordrama GINGER SNAPS (2000) – seit der von den UNIVERSAL STUDIOS produzierte WOLFSMENSCH im Jahre 1941 Aufsehen erregte und Geld in die Kinokassen brachte, sind Werwolf-Schocker aus den Lichtspielhäusern nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile ist die Liste der Werwolfheuler lang geworden. Klein ist dagegen die Anzahl derer, die es lohnt überhaupt gesehen zu werden, denn unter all den mehr oder weniger erfolgreichen Streifen innerhalb des Lykanthropen-Genres befindet sich auch ne Menge Quatsch. Ein etwas ruppiger Vertreter dieser Sparte ist WER, der nun den Weg in die Händlerregal findet. Regisseur WILLIAM BRENT BELL zeichnet verantwortlich und hatte vermutlich keine Lust mehr auf seicht-weichgespülten Kiddi-Kram, der sich seit TWILIGHT, INSIDIOUS und PARANORMAL ACTIVITY großer Beliebtheit erfreut. Für WER werden die Gewaltregler erneut auf Maximum gedreht, schließlich sind Horrorfilme im 21. Jahrhundert nicht mehr ausschließlich dazu da um Angst einzujagen. Wichtig ist vor allem verrohende Gewalt, die möglichst sadistisch vor der Kamera zelebriert wird, damit sich dem Zuschauer ganz schnell der Magen umdreht.
 
In Frankreich lebt man neuerdings gefährlich. Eine mörderische Bestie treibt dort ihr Unwesen. Deren unstillbaren Blutdurst bekommt eine ahnungslose Familie zu spüren, die gerade in einem der ländlichen Vororte von Paris Urlaub macht. Ehefrau Claire (STEPHANIE LEMELIN) überlebt schwer verletzt und schildert den Polizisten, dass die grausame Tat durch Menschenhand verursacht wurde. Schnell ist ein Verdächtiger gefunden. Der fällt anhand der verlotterten Optik direkt ins Beuteraster der Beamten und soll nun von Verteidigerin Kate Moore vertreten werden. Die Anwältin ist fest von der Unschuld des wortkargen Riesen überzeugt, wird jedoch bald eines Besseren belehrt. Bei einigen Untersuchungen gerät der Mann in Rage und verwandelt sich in eine unaufhaltsame Kreatur, die bald nicht mehr unter Kontrolle zu bringen ist und blind vor Wut jeden zerreist, der sich ihr in den Weg stellt. Der Mythos über Werwölfe scheint sich zu bewahrheiten, doch niemand weiß, wie man das Monster aufhalten kann. Für Kate Grund genug dem Wesen auf Schritt und Tritt zu folgen, schließlich spürt sie, dass zwischen ihr und dem Werwolf eine Verbindung besteht.
 
WILLIAM BRENT BELL ist wieder da. Mit seinem DEVIL INSIDE (2012) hat er sich zuletzt selbst ein Denkmal gesetzt und einen der miesesten Mainstram-Wackelkamera-Streifen gedreht, die man bis dato auf der Leinwand bewundern durfte. Trotzdem konnte sich der kostengünstige Wackeltrip gut an den Kinokassen behaupten, so dass BRENT BELL nun weitere Horrorfilme machen kann. Weil die Machart von DEVIL INSIDE gut funktioniert hat, geht es auch gleich mit der Shaky Cam weiter, denn WER ist im gleichen Subgenre beheimatet, wie die miese Teufelsaustreibung aus dem Jahre 2012. Die Geschichte wird hierbei in Form einer hektisch geschnittenen Reality-Doku geschildert. Um möglichst authentisch zu wirken bekommt der Zuschauer Unmengen News-Schnipsel fiktiver Nachrichtensender vorgesetzt, wobei die aus den meisten Found Footage Filmen bekannte Perspektive aus Sicht der Überwachungskamera selbstverständlich auch mit an Bord ist. Mittlerweile ist man es ja gewohnt, dass Charaktere in Wackelkamera-Streifen grundsätzlich blass bleiben, schließlich konzentrieren sich die meisten dieser Filme auf das plakative Erschrecken nach gängiger Methodik, was nicht selten durch das unkontrollierbare Wackeln der Kamera getoppt wird. Auch WER bedient sich den ewig gleichen Found Footage Regeln und versorgt den Zuschauer mit teils unerträglicher Kameraführung, die zwar immer nah an der Heldin bleibt aber den Zuschauer zur Weißglut treibt, weil der Kameramann kein ruhiges Händchen findet. Unbeholfene Schocks bestätigen die Tatsache, dass sich das Wackelfilm-Genre auf einem absteigenden Ast befindet, denn wirklich unvorhersehbar ist keiner von denen, weil man sich einfach an den ewig gleichen Schreckmomenten sattgesehen hat. Eigentlich bietet WER nichts Neues, wäre da nicht der deftige Härtegrad, der zumindest das Interesse der Splatter-Fraktion auf den Plan rufen dürfte. Regisseur WILLIAM BRENT BELL schöpft aus den Vollen und grenzt sich mit seinem Schlachtfest ganz selbstbewusst von den bisherigen Vertretern dieser Filmgattung ab. WER dürfte mit Sicherheit der bisher brutalste Found Footage Schocker sein, schließlich werden hier ganz ungeniert Körper vor der Kamera zerfetzt. CGI zeigt sich in WER von der besten Seite, denn das meiste Gematsche kommt aus dem Computer, fügt sich hervorragend in das Wackelgeschehen ein und hinterlässt einen durchweg positiven Gesamteindruck. Zudem verschönern diverse Computereffekte ganz gezielt die obligatorische Verwandlungsszene, die zu jedem Werwolffilm gehört, wie das Salz in die Suppe. Das Effekte-Team hat in diesem Falle lobenswerte Arbeit geleistet und eine gelungene Blutwurstplatte zusammengestellt, an der sich kommende Filme dieser Art messen müssen. Auch wenn WER mit Sicherheit kein Brüller ist; die derben, temporeichen und hektisch geschnittenen Gewaltexzesse haben Autor und Regisseur WILLIAM BRENT BELL den Hintern gerettet.
 
 
 


 
 
 

WER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
A NEW AMERICAN WEREWOLF IN PARIS – Der mit Abstand brutalste Found Footage Film in der Geschichte des Wackelkamera-Genres. Eigentlich ist WER ein Werwolfstreifen wie jeder andere auch, wären da nicht die ziemlich realistisch umgesetzten und krude inszenierten Gewaltmomente, die das Herz eines jeden Splatterfans schneller schlagen lassen dürften. Zwar benötigt WER ein wenig um an Fahrt zu gewinnen; legt der Wolfmann dann jedoch los, geht es Schlag auf Schlag. Mit WER hat DEVIL INSIDE-Macher WILLIAM BRENT BELL doch noch bewiesen, dass er halbwegs unterhaltsame Horrortrips machen kann. Da kann man nur hoffen, dass der Regisseur nun das ohnehin schon gebeutelte Found Footage Genre ruhen lässt und nicht noch einen Film dieser Art zu drehen beginnt.
 
 
 


 
 
 

WER – Zensur

 
 
 
WER ist ziemlich brutal. Es werden Menschen in Stücke gerissen, Kiefer auseinandergefetzt, Augäpfel angeritzt und Menschen wie Papier durch die Luft gewirbelt. Das dürfte für einen roten KJ-Sticker ausreichen – vermutlich in ungekürzter Form.
 
 
 


 
 
 

WER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
V/H/S 2 – Super VHS (2013)
 
Das Tier (1981)
 
American Werewolf (1981)
 
American Werewolf in Paris (1997)
 


Filmreview: “Nurse 3D” (2013)

Nurse 3D 2013
 
 
 

NURSE 3D

Story

 
 
 
Abby (Paz de la Huerta) ist ein ganz böses Mädchen. Sie arbeitet tagsüber als Pflegerin in einem Krankenhaus und schlüpft am Abend in die Rolle der kaltblütigen Rächerin, deren Lebenssinn darin besteht gerissene Ehebrecher in den Tod zu treiben …
 
 
 


 
 
 

NURSE 3D – Kritik

 
 
 
Was zeichnet eine gute Krankenschwester aus? Natürlich Diskretion, Einfühlungsvermögen und fachliche Kompetenz. Da wir auf FILMCHECKER jedoch ausschließlich böse Machwerke besprechen dürfte wohl nahe liegen, dass solche Qualifikationen in Genrefilmen wohl eher nebensächlicher Natur sind. Hier zählt stattdessen Optik, Kampfgeist und Überlebenswillen, passiert es doch im Horrorfilm nicht selten, dass männliche Protagonisten fleißigen Krankenschwestern eher an Wäsche oder Kehle wollen, als sich von ihnen fachgerecht untersuchen zu lassen. NURSE 3D heißt der neue Krankenhaus-Horror Made in Amerika, der schon seit geraumer Zeit Werbung mit nackten Tatsachen betreibt. Schauspielerin und Model PAZ DE LA HUERTA (ENTER THE VOID) hat sich nämlich nicht nur für das Filmplakat nackig gemacht; sie scheint auch im Film keinerlei Hemmungen davor zu haben textilfrei vor der Kamera zu posieren. Groteskerweise trägt sie dabei aber stets hochhackige High Heels – vermutlich, um sich nicht ganz so nackt zu fühlen.
 
PAZ DE LA HUERTA spielt hier die begehrte und charismatische Abby, die eine feindselige Haltung gegenüber Männern besitzt und sich hauptsächlich für die Belange betrogener Frauen einsetzt. Selbige scheinen oftmals gar nicht zu wissen, welch widerwärtiges Spiel der Gatte hinter dem Rücken der Liebsten veranstaltet, wenn die brave Ehefrau tagsüber ihrer Arbeit nachgeht. So lässt die selbsternannte Richterin stets im richtigen Moment ihre Reize spielen und erreicht dabei immer, dass der schwarzen Witwe die Männer wie Fliegen ins Netz gehen. Im Namen aller Frauen wird dann nach Lust und Laune gerichtet. Da wird hier ein Unfall inszeniert, dort ein Mann vom Dach eines Hochhauses geschubst, als wäre es in dieser Welt selbstverständlich Ehebrecher mit dem Tod zu bestrafen. Doch auch böse, herzlose Mädchen sind nicht vor Amors Liebespfeil sicher. Der trifft Abby just in jenem Moment, als der gemeingefährlichen Serienkillerin die schöne Danni (KATRINA BOWDEN) über den Weg läuft. Die ist noch recht neu im Schwestern-Beruf und klammert sich an die taffe Abby ohne zu wissen, dass ihre neue beste Freundin eine ziemlich kranke Psychopathin ist.
 
Es gibt Horror-Themen, die wiederholen sich immer und immer wieder. NURSE 3D ist blutiger Psychopathen-Horror, der sich der beliebten Rezeptur vom vermeintlich liebenswerten Mädel bedient, hinter deren friedliebender Fassade sich das abgrundtief Böse versteckt. Filme wie ONE HOUR PHOTO (2002), das versemmelte STEPHFATHER-Remake (2009) oder der Teenie-Thriller FEAR mit MARK WAHLBERG aus dem Jahre 1996 haben mal mehr mal weniger packend bebildert, dass sich selbst hinter dem unschuldigsten Gesichtlein, dass personifizierte Böse verstecken kann und es oftmals weder Maske oder Schlachtwerkzeug bedarf, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Trotz manchmal wirklich gruselig umgesetzter Thematik – Filme über schizophrene Irre, die geheimnisvolle Doppelleben führen, gibt es mittlerweile zu Genüge. Das neue Werk von Regisseur DOUGLAS AARNIOKOSKI revolutioniert das Psychopathen-Genre in keiner Weise, besitzt aber gut durchdachte Wendungen, ein sauber geschriebenes Drehbuch und viel Gore und Splatter, damit sich der Horrorfan zufrieden in seinen Filmsessel lehnen kann.
 
NURSE 3D folgt selbstverständlich den gleichen Regeln wie all die anderen Streifen dieser Filmgattung. Da geschehen allerhand mysteriöse Morde, deren Aufklärung irgendwie niemanden so wirklich interessieren will. Der Heldin wir eine neue mysteriöse Freundin zur Seite gestellt, deren Geheimnis es gilt aufzudecken. Die kleidet sich zwar hin und wieder auffallend erotisch, spricht aber seltsamerweise nie von und über ihre männlichen Liebschaften. Warum wird schnell klar, denn die eigensinnige Fremde hat nur Augen für die Heldin der Geschichte, die sich bald etwas arg bedrängt von den Annäherungsversuchen und Eifersüchteleien der ihr sympathischen Kameradin fühlt. Wie es bei Psychopathen üblich ist, sind die Beweggründe für das komische Verhalten in der Kindheit zu suchen, schließlich wird abnormales Handeln im Horrorfilm stets mit quälenden Traumata gerechtfertigt. Was folgt ist das obligatorische Horror-Einerlei: Das Doppelspiel der Psychopathin wird entlarvt, die Bloßgestellte verliert den Bezug zur Realität und richtet ein derbes Massaker an.
 
Während anfänglich nur Ehebrecher den Filmtod sterben müssen, sticht die schizophrene Abby am Ende wahllos und beliebig zu. Die Unschuldigen müssen dran glauben und sowohl Patienten als auch Ärzte werden auf gar blutreiche Weise in den Filmhimmel transportiert. Ein reißerischer 3D-Effekt unterstreicht hierbei den Spaßfaktor, denn wenn Blut dreidimensional von der Leinwand tropft, freut sich das Horrorherz. Ähnlich wie im Slasher-Neuaufguss zu MY BLOODY VALENTINE (2009) fliegen dem Horrorfan die Mordwerkzeuge in NURSE 3D sprichwörtlich um die Ohren. In Kombination mit allerhand greifbar nackter Tatsachen wird der Horror-Thriller zumindest für den männlichen Genrefreund zu einer spaßigen Angelegenheit. Leider schmälert die platte 2D-Variante die Freude am Horror erheblich. Denn was der dreidimensionale Schabernack geschickt zu kaschieren versteht, wirkt ohne 3D-Brille billig und unfertig. Hier verliert das blutige Massaker einen Teil seiner reizvollen Wirkung, denn die meisten der harten Effekte kommen aus dem Computer und erinnern in ihrer Machart an das Pixelgewitter aus der trashigen WRONG TURN-Reihe.
 
Auch wenn Splatter ausreichend vorhanden aber etwas an Qualität missen lässt und die Geschichte von der geheimnisvollen Psychopathin nicht gerade vor Innovationen und Ideenreichtum strotz, sei NURSE 3D allen Fans böser Filme ans Herz gelegt. Die Klischees über Krankenhäuser und dessen Personal werden in AARNIOKOSKIS Psycho-Splatter-Ding derart überspitzt durch den Kakao gezogen, dass man das ganze Szenario trotz Abbys blutreichen Racheakte partout nicht ernstnehmen kann. Hier tragen Krankenpflegerinnen ausschließlich Strapse, Pumps und knappe Uniformen bei der Arbeit und der untersetzte Chefarzt baggert grundsätzlich attraktive Kolleginnen an und hat damit auch noch Erfolg. Man sollte über die ganzen pubertären Dummheiten des Films nicht nachdenken, denn hohe Filmkunst will NURSE 3D auch nicht sein. Apropos Filmkunst: Es bedarf schon ein gewisses Können einen Film zu drehen, den man so schon dutzende Male gesehen hat und der sich den typischen Stereotypen, Klischees und Regeln des modernen Horrorkinos bedient, ohne dabei überhaupt eine Minute langweilig zu sein. NURSE 3D hat keinerlei Längen, was aufgrund der austauschbaren und überraschungsarmen Handlung schon als Kunststück zu bezeichnen ist.
 
Natürlich gelingt der Antagonistin am Ende die Flucht und der Film endet mit Hoffnung auf Nachschub. Ein solcher Abschluss dürfte nach scheinbar endlosen Horror-Serien wie der legendären FREITAG DER 13.-Reihe vermutlich keinen Filmfan mehr wundern, gehört es doch mittlerweile zur Gesetzmäßigkeit im Horrorbereich, dass das Böse am Ende überlebt um startklar für Runde zwei sein zu können. Im Fall von NURSE 3D wäre es auch fatal gewesen jene Regeln zu brechen. Denn Schauspielerin PAZ DE LA HUERTA hat mit ihrer Verkörperung der psychopathischen Abby einen wirklich göttlich kultigen Filmkiller geschaffen. Wir warten schon ganz geduldig auf die Fortsetzung …
 
 
 


 
 
 

NURSE 3D – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
In NURSE 3D wird dem Zuschauer vor lauter Splatter und sexy Kurven ganz schwindelig. Hier sieht eine Krankenschwester rot, die sich dreidimensional mit Skalpell und Tupfer durch das Fleisch skrupelloser Ehebrecher arbeitet. Männer werden in NURSE 3D zu primitiven Begattungsmaschinen deklariert, deren Jagd- und Sammlertrieb immer dann groteske Ausmaße findet, wenn sich die weiblichen Protagonisten des Streifens ihre Arbeitsuniformen überstreifen. Die erfüllt natürlich nicht den Zweck für den sie eigentlich gedacht ist, sondern dient nur als sexy Accessoires, um die weiblichen Proportionen besser in Szenen zu setzen. Bei soviel purer Erotik empfehlen wir vor Sichtung genügend eisgekühlte Getränke bereitzustellen. Die sind auf jeden Fall hier unabdinglich, denn NURSE 3D ist mit Abstand der heißeste Horrorschocker seit Jahren.
 
 
 


 
 
 

NURSE 3D – Zensur

 
 
 
NURSE 3D fängt harmlos an und steigert sich in Sachen Härte konsequent. Am Ende verteilt sich das pixelige Blut recht großzügig über die Leinwand, so dass NURSE 3D hierzulande von der FSK die höchste Freigabe erhalten wird. NURSE 3D dürfte mit dem roten KEINE JUGENDFREIGABE-Sticker in den Handel kommen.
 
 
 


 
 
 

NURSE 3D – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Crush – Gefährliches Verlangen (2013)
 
Misery (1990)
 
One Hour Foto (2002)
 
Swimfan (2002)
 
Obsessed (2009)
 
The Roommate (2011)
 
Mr. Brooks – Der Mörder in Dir (2007)
 
Eine verhängnisvolle Affäre (1987)


Review: “The Penny Dreadful Picture Show” (2013)

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW 2013
 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW

Story

 
 
 
Penny Dreadful (Eliza Swenson) sucht die große Liebe. Sie lädt sich einige Auserwählte in ihr Heim und zeigt ihnen gruselige Filme, in der Hoffnung deren Herz für sich gewinnen zu können …
 
 
 


 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW – Kritik

 
 
 
Wirft man den Namen ELVIRA in die Horror-Runde, dürfte vor allem das ältere Semester einiges zu erzählen haben. Schauspielerin CASSANDRA PETERSON hat nämlich Anfang der 80er eine beliebte Figur im amerikanischen TV verkörpert, die unter dem Namen ELVIRA zur Kultikone des modernen Horrorfilms avancierte. In schwarze Kleidung gehüllt und mit praller Oberweite, dunklem Make-up und schwarzer Perücke ausgestattet, präsentierte sie in der TV-Show MOVIE MACABRE (1981 – 1993) schmuddelig gedrehte B-Movies fernab vom glattgebügelten Mainstream. Auf ähnlicher Schiene fährt auch folgende Kurzgeschichtensammlung, die unter dem Titel THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW um die Gunst der Anthologie-Freunde buhlt. Filmmacher NICK EVERHART, LEIGH SCOTT und ELIZA SWENSON haben mit Titelheldin PENNY DREADFUL ihre ganz eigene Version der schwarzhumorigen Filmansagerin ELVIRA geschaffen, die mit fast schon kindlicher Naivität günstig gedrehte Horror-Shorts anmoderiert und auch mal zum Mordinstrument greift, wenn einer ihrer Verehrer sie beim Schauen jener Streifen stört, die da gerade über die Kinoleinwand flimmern. Leider wurmt es in PENNYS erstem Leinwandauftritt gewaltig, denn die drei kleinen von ihr ausgewählten Episoden sind von eher bescheidener Natur. Das dürfte vermutlich auch der Grund gewesen sein, warum der Film erst jetzt zu einer Veröffentlichung gekommen ist. THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW wurde nämlich bereits vor über einem Jahr fertiggestellt und wartete seither vergebens auf einen regulären Release. Im Zuge des US-Serienstarts der Horror-TV-Reihe PENNY DREADFUL (die natürlich nichts mit der vorliegenden Anthologie am Hut hat) war es nur taktisch klug den Release voranzutreiben, schließlich lässt sich bei fast identisch klingender Titelkreation so manch nicht bewanderter Horrorfan hinters Licht führen.
 
PENNY DREADFUL (halb Frankensteins Monster, halb Puppe) lebt in ihrer eigenen Welt. Zusammen mit ihren Freunden Ned und Wolfboy haust sie in einem heruntergekommenen Kino und schaut sie bevorzugt grausige Filme auf der großen Leinwand an. Auf der Suche nach der wahren Liebe erster Kuss lädt sich die kitsch-liebende Frankensteinbraut zwei nette Burschen ins Heim und führt ihnen ihre Lieblingsfilme vor:
 
 
SLASH IN THE BOX
 
Ein Pärchen macht in knappen drei Minuten recht unangenehme Erfahrungen mit einer scheinbar harmlosen Spieluhr. Wir sehen schlechte CGI-Effekte, etwas Blut und eine Geschichte, die im Grunde genommen gar keine ist. Welche Botschaft NICK EVERHART (Regie für eine der Segmente in CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR) mit seiner dreiminütigen Episode an den Zuschauer bringen wollte, wird vermutlich nur er selbst wissen.
 
 
MORNING AFTER
 
Hier handelt es sich um eine Hommage an die berüchtigten Vampirfilme der 60er und 70er Jahre, die sich dank der legendären Hammer Studios auch heute noch großer Beliebtheit erfreuen. In dieser Geschichte verfällt eine junge Dame den Reizen eines lesbischen Vampirs und wird gebissen. Die Handlung des von ELIZA SWENSON (eigentlich Schauspielerin und jetzt Regieneuling) inszenierten Beitrags läuft nach Schema F ab und besitzt nicht einmal annähernd den “Biss”, den eigentlich jene Streifen besitzen sollten, die sich mit der Vampir-Problematik auseinandersetzen.
 
 
THE SLAUGHTER HOUSE
 
Wurde von LEIGH SCOTT (Macher von viel Trash-Mist) inszeniert und verbeugt sich vor einem der wichtigsten Horrorfilme der 70er: TEXAS CHAINSAW MASSACRE. In dieser Episode wird einfach mal der Spieß umgedreht und drogengeile Stadtkids terrorisieren eine zurückgebliebene Hinterwäldlerfamilie. Die Kurzgeschichte hat gute Ansätze, einen schaurig-dreckigen Look und leider unglaublich miserable Gewalteffekte, die aus dem Computer kommen. Zudem will man irgendwie nicht verstehen, was JEFFREY COMBS dazu geritten haben muss, sich knapp dreißig Minuten aufzuführen als habe er einen an der Klatsche.
 
 
THE SCOUT
 
Die Gechichte wurde von NICK EVERHART gedreht, hat es leider nicht in den fertigen Film geschafft. Dennoch schwirrt die Episode aber seit geraumer Zeit im Netz umher und wurde auch auf den bisherigen Heimkinoveröffentlichungen als Bonus beigefügt. Das vollständige Segment kann hier gesehen werden.
 
 
Episoden-Horror ist seit dem Erfolg von THE ABC’S OF DEATH (2013) und natürlich der V/H/S-Teile gern gedrehter Stoff, um die Aufmerksamkeit der Horrorfans gewinnen zu können. Leider gibt’s da immer wieder sehr durchwachsenes Zeug zu sehen, das eher langweilt als unterhält. THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW zählt hierbei leider zu den weniger gelungenen Streifen innerhalb des Horror-Genres, denn in diesem Fall lenkt die nette Verpackung mal wieder vom eher trögen Inhalt ab. Die titelgebende PENNY präsentiert hier in eigensinnig schwarzhumoriger Weise drei unwichtige Horrorepisoden, die sich in ihrer Machart an der berüchtigten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Serie orientieren. Der Horrorfan darf sich auf durchaus makabre Pointen freuen, die aber aufgrund geistloser Höhepunkte irgendwie rein gar nicht zünden wollen. Hier haben die Macher an der falschen Stelle gespart, denn was nützt eine Horror-Anthologie, wenn es den knappen Geschichten an Kreativität, Raffinesse und Spannung mangelt. In THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW ist die Gastgeberin der heimliche Star des Films, denn die hätte Potenzial gehabt in Serie zu geben. Dort wäre das schrullige Filmmonster vermutlich auch besser aufgehoben gewesen, entpuppt sich doch PENNYS Horroreinstand als zwanghaft zusammengekleistertes Horrorwerk, dem es eindeutig an Herzblut fehlt. Die Idee der PENNY DREADFUL mag auf Papier gestanden haben, konnte aber vermutlich allein nicht einen kompletten Spielfilm tragen. Drum wurden hastig drei uninspirierte Kurzgeschichten dazugekritzelt, damit man das holprige Machwerk als abendfüllenden Horrorfilm in den Handel bringen konnte. Immerhin gibt’s trotz schlechtem “Füllstoff” auch einige Lichtblicke zu verzeichnen. Bei der Ausstattung des Filmsets hat sich das Regie-Trio um ELIZA SWENSON (die übrigens die PENNY spielt) beim Regie-Maestro TIM BURTON bedient. Der ist ja bekannt dafür optisch opulente Meisterwerke zu kreieren, die sich durch einen unverkennbaren Look auszeichnen. Ein ähnlich eigensinniges Bühnenbild besitzt auch die Rahmenhandlung in der PENNY DREADFUL PICTURE SHOW, das mit dezentem Gothic-Look glänzt und an Streifen aus der BURTON-Kreativschmiede erinnert. Weiterhin erfreut ein Wiedersehen mit SID HEIGH (HAUS DER 1000 LEICHEN) und Horror-Ikone JEFFREY COMB (WOULD YOU RATHER). Letzterer spielt hier die Rolle seines Lebens: Einen behinderten und stark kurzsichtigen Rollstuhlfahrer, der während der gesamten letzten Episode damit beschäftigt ist auf Krampf unrechnungsfähig zu sein und eine Puppe zu schütteln. Trotz einiger Starauftritte ist THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW nicht der Kracher, den man bei derart Cameos vermutlich erwartet hätte. Es ist bedauerlich, dass man hier nicht mehr Liebe zum Detail betrieben und sich etwas mehr Zeit für das Schreiben der einzelnen Kurzgeschichten genommen hat. Die gehören zum einfallslosestem, was das Genre zuletzt hervorgebracht hat und hinterlassen im Falle von THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW einen mehr als enttäuschenden Nachgeschmack. Vielleicht wird ja bei einer möglichen Fortsetzung alles anders und es steht mehr Kapital zur Verfügung. Denn fehlende Kohle ist hier mal wieder der Grund für mangelnde Qualität.
 
 
 


 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Und es hätte alles so schön werden können: THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW hat wirklich gute Ansätze und einen charmanten Titelcharakter. Leider sind die Episoden in dieser Anthologie trotz Staraufgebot sehr durchwachsen. Sieht man einmal von der sehr gelungenen Rahmenhandlung ab, zeichnen sich die einzelnen Geschichten durch Ideenlosigkeit und unverschämt miserable Gore-Effekte aus, die unverständlicherweise mal wieder aus dem Computer kommen müssen. Immerhin macht das Zählen der Zitate Laune. In letzter Zeit scheint es im Horrorfilm nämlich zum guten Ton zu gehören, sich vor den ganz Großen des Genres zu verbeugen. THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW macht da keine Ausnahme, auch wenn der Streifen qualitativ Welten von jenen Filmen entfernt ist, die er zaghaft und unbeholfen zitiert. Auch wenn die drei Macher der Sammlung ganz viel Potenzial verschenkt haben; hier kommen Fans der kultigen GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Reihe auf ihre Kosten. Episoden-Moderatorin PENNY DREADFUL ist zwar nicht einmal annähernd so bissig wie der zynische Cryptkeeper aus der TV-Serie, macht aber optisch einiges her und hat manch flotten Spruch auf den Lippen. So sollte man die Erwartungen vor Sichtung herunterschrauben. Denn wer hier einen Film in der Machart von V/H/S oder THE ABC’S OF DEATH erwartet wird ganz schnell enttäuscht werden.
 
 
 


 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW – Zensur

 
 
 
THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW ist nicht sonderlich hart. Die Effekte kommen aus dem Computer und wurden teilweise schon sehr schlecht und billig in Szene gesetzt. Es gibt einen Kopfschuss in Zeitlupe, Kehlenschnitte und Durchpfählungen zu sehen. Das wirkt aufgrund der miesen Umsetzung nicht sonderlich grausam, dürfte aber für eine ungeschnittene KJ-Freigabe reichen.
 
 
 


 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The ABC’s of Death (2012)
 
Scary or Die (2012)
 
The Theatre Bizarre (2011)
 
Chillerama (2011)
 
V/H/S (2012)
 
V/H/S 2 (2013)
 
Geschichten aus der Gruft (Serie)
 
Creepshow (1982)


Filmreview: “Daddy’s Little Girl” (2012)

Daddys-Little-Girl-2012
 
 
 

DADDY’S LITTLE GIRL

Story

 
 
 
Derek (Michael Thomson) und seine Ex-Frau Stacey haben keinen guten Draht zueinander. Seit der Scheidung gehen sich die beiden lieber aus dem Weg, als der gemeinsamen Tochter zuliebe das Kriegsbeil zu begraben. Immer wieder entbrennt Streit, weil sich das Fenster in Georgias Zimmer nicht schließen lässt. Mutter Stacy hat kein Geld für die Reparatur, weigert sich aber vehement Dereks Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein großer Fehler, wie sich bald herausstellen wird. Denn die kleine Georgia wird aus ihrem Zimmer entführt und tot am unweit entfernten Strand gefunden. Weil die polizeilichen Ermittlungen auch sechs Monate nach dem Vorfall zu keinem Ergebnis führen, nimmt Vater Derek das Gesetz selbst in die Hand. Ihm gelingt es den Kindsmörder ausfindig zu machen und an ihm ein grausames Exempel zu statuieren.
 
 
 


 
 
 

DADDY’S LITTLE GIRL – Kritik

 
 
 
Es ist schon höchst fraglich, welch morbide Geschichten manch Scriptschreiber zu Papier bringen muss, um die schonungslose Darstellung widerwärtiger Folterszenen rechtfertigen zu können. In DADDY’S LITTLE GIRL ist es die Thematik des Kindesmissbrauchs, die als Grundlage dient damit der Horrorfan eine halbe Stunde am Stück das sehen darf, was in Filme wie der legendären HOSTEL-Reihe vor allem der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) schlaflose Nächte bereitet hat. Die dürfte sich an diesem neusten Beitrag unmenschlichen Schlachthandwerks sichtlich die Zähne ausbeißen, rückt nämlich hier die eigentliche Problematik von der Trauerbewältigung nach einem Kindsmord ganz schnell im den Hintergrund, um Regisseur CHRIS SUN die Möglichkeit zu geben, möglichst viel selbstzweckhafte und detailfreudige Gewalt aneinanderzureihen. Leider verpufft mit dem ekelerregenden Foltergematsche auch die Ernsthaftigkeit der Geschehnisse, denn die zugrunde liegende Missbrauchs-Kontroverse wird spätestens mit dem elendig lang ausgewalzten Torturpart im Keim erstickt. Hier werden allerhand Abscheulichkeiten mittels zugegebenermaßen realistischen wirkenden F/X gezeigt, die von wirklich fingerfertigem Know How zeugen. Es werden Kniegelenke gebrochen, mit Stacheldraht im Beckenbereich des Opfers gehandwerkelt, Zähne herausgerissen und menschliches Fleisch verbrannt, nachdem es mit einem Cuttermesser bearbeitet wurde. Die Liste der dargestellten Grausamkeiten ist lang, wobei SUN mit fast schon detailgenauer Präzision damit beschäftigt ist zu zeigen, in welcher Art und Weise man an menschlichen Körpern sägen, hämmern und bohren kann.
 
DADDY’S LITTLE GIRL treibt das was man in Filmen wie 7 DAYS (2010) oder THE TORTURED – DAS GESETZ DER VERGELTUNG (in Deutschland übrigens um das “Gröbste” erleichtert) gesehen hat auf die Spitze. Während man dort natürlich nicht minder zimperlich mit pädophilen Kindsmördern ins Gericht geht, dreht Macher CHRIS SUN noch etwas kräftiger an der Gewaltschraube, damit das foltergeile Horrorherz das zu sehen bekommt, was man halt nun einmal von neumodischen Horrorfilmen erwartet: Extremes Gekröse für die ganz Harten. Leider gerät die eigentliche Geschichte des Streifens bei soviel professionell umgesetzter Folterei vollkommen in Vergessenheit. Die wird nämlich zugunsten schaufreudiger Selbstjustiz ab Mitte rigoros aus dem Skript gestrichen, damit sich Vater Derek (MICHAEL THOMSON) vom anfänglich gesetzestreuen Schutzbefohlenen in einen selbsternannten Rächer verwandeln kann, der zuvor im Internet genau studiert hat, wie man bösen Menschen möglichst viel Leid antut. Leider ist die dargestellte Metamorphose nicht sonderlich nachhaltig oder glaubhaft, was man aber nicht Darsteller MICHAEL THOMSON in die Schuhe schieben kann. Der macht seine Sache nämlich ganz ordentlich und bereichert den kleinen Indie ungemein. Überhaupt sind die Darsteller für Low Budget Horror wie DADDY’S LITTLE GIRL durch die Bank weg gut gewählt. Da ärgert es schon ein wenig, dass die Kamera mal wieder nur auf nicht enden wollendes Gemetzel hält und sich Regisseur CHRIS SUN nicht tiefgründiger mit der eigentlichen Problematik beschäftigt hat.
 
 
 


 
 
 

DADDY’S LITTLE GIRL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Unglaublich schmerzhafter Folterstreifen für nervenstarke Horrorfans. Leider ist es in DADDY’S LITTLE GIRL mal wieder so, dass eine äußerst ernste Thematik als Vorwand genutzt wird, damit möglichst viel Tortur gezeigt werden kann. Nachwuchsregisseur CHRIS SUN schlägt gleichen Weg ein, wie viele andere Horrormacher vor ihm. Er nutzt Extremgewalt als Mittel zum Selbstzweck um sich im Genre einen Namen zu erkämpfen. Da wird Mord und Totschlag mit kontroverser Kindsmissbrauchsthematik vermischt, damit auch ja viele Horrorfans hellhörig werden und sich das unnötige Folterwerk ins heimische Filmregal stellen. Immerhin wird in punkto Gewalt geklotzt und nicht gekleckert. Das in DADDY’S LITTLE GIRL Gezeigte ist hart an der Grenze zum Erträglichen und dürfte hierzulande (insofern überhaupt veröffentlicht) Grund genug sein, der deutschlandweiten Verbreitung (in ungeschnittener Form) einen Riegel vorzuschieben.
 
 
 


 
 
 

DADDY’S LITTLE GIRL – Zensur

 
 
 
Die dargestellte Gewalt in DADDY’S LITTLE GIRL wird nahezu fast schon zelebriert, so dass die hiesige FSK diesen Rachefilm verständlicherweise nicht ungeschnitten freigeben hat. Der Rechteinhaber PIERROT LE FOU hat den Film demnach in ungekürzter Form SPIO/JK prüfen lassen und die Einstufung “strafrechtlich unbedenklich” für DADDY’S LITTLE GIRL erhalten. Verkauft werden darf der Film in dieser Filmfassung nur auf Filmbörsen, in Videotheken und in einschlägigen Online-Shops. Der Verkauf des kompletten Thrillers im stationären Handel erfolgt nur durch den Drogeriemarkt MÜLLER. Dort erhält der Horror-Fan die Scheibe auf Nachfrage – vorausgesetzt er ist auch volljährig. Neben der normalen Auflage im Keep Case ist auch ein Mediabook (auf 3000 Stück limitiert) erschienen, das über Österreich vertrieben wird. Die hier enthaltene Fassung ist ebenfalls ungekürzt.
 
 
 


 
 
 

DADDY’S LITTLE GIRL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Daddys Little Girl Blu-ray uncut

(c) Pierrot Le Fou (Abbildung der ungeschnittenen Fassung in der Amaray-Variante)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Daddy’s Little Girl, Australien 2013

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 106 Min. (uncut)

FSK: SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover, ein Mediabook mit gleichem Inhalt wie die herkömmliche Blu-ray ist ebenfalls bereits erschienen

Extras: Trailer

Release-Termin: Amaray: 04.06.2014 (Uncut-Fassung) – Mediabook: 10.07.2014 (Uncut-Fassung)

 
 
 

BR+DVD – Daddy’s Little Girl – Limitierte Uncut Mediabook Edition (Deutsche Uncut Auflage) ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 

Ungeschnittene Version in der Amaray-Variante bei Cyper-Pirates bestellen

 
 
 


 
 
 

DADDY’S LITTLE GIRL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
7 Days (2010)
 
Big Bad Wolves (2013)
 
Tortured – Das Gesetz der Vergeltung (2010)
 


Filmreview: “Raze – Fight or Die!” (2013)

Raze-Fight-or-Die-2013
 
 
 

RAZE – FIGHT OR DIE!

Story

 
 
 
Sabrina (Zoë Bell) und viele andere Frauen müssen sich in Zweikämpfen gegenseitig umbringen, um das Leben der ihnen Nahestehenden zu retten. Hinter dem fiesen Treiben steckt eine geheime Organisation, die Spaß daran hat den Kämpfen mittels Kamera zu folgen …
 
 
 


 
 
 

RAZE – Kritik

 
 
 
Es ist bedauerlich wohin sich das Genre im 21. Jahrhundert entwickelt hat. Extremgewalt heißt die neue Geheimrezeptur, die sich mittlerweile wie ein Parasit von Film zu Film frisst, damit der Zuschauer stets die eigenen Grenzen des Ertragbaren austesten kann. Ein Horrorfilm scheint sich in der heutigen Zeit nur dann gut zu verkaufen, wenn darin ausgiebig zerstückelt, gehäutet, vergewaltigt und gefoltert wird. Doch das Vorhandensein purer Gewalt allein reicht Jahre nach Tortur-Wegweisern wie HOSTEL, SAW und MARTYRS schon lange nicht mehr aus. Wer heute mit seinen Filmen schockieren und unterhalten möchte, muss möglichst sadistisch und menschenverachtend vorgehen, schließlich muss so einem wehrlosen Opfer eingebläut werden, das es eigentlich einen Dreck wert ist, bevor es dann nach unendlich vielen Qualen den erlösenden Tod finden darf. Wo sind die guten Gruselgeschichten von einst, die vor Jahrzehnten das Horror-Genre begründet haben? Die sind mittlerweile Mangelware geworden, denn nicht selten genügen allein Visionen vom groben Morden, um darum einen dünnen Plot zu weben und Filme draus zu machen. Ganz finsterer Nonsens und fragwürdiger Vertreter jener zweifelhaften Filmchen ist RAZE, der mit Sicherheit von der hiesigen FSK in der Luft zerrissen werden dürfte. Nicht ohne Grund, befriedigt das triviale Machwerk einzig die niederen Instinkte gelangweilter Gorehounds, die immer nur dann hellhörig werden, wenn sinnlose Brutalitäten das Schauen von eigentlich überflüssigen Horrorfilmen rechtfertigen. RAZE dürfte harsche Kritik von empörten Feministinnen auf den Plan rufen, schließlich sind es hier wieder einmal ausschließlich Frauen, die möglichst menschenunwürdig vor der Kamera ermordet werden. Keine Ahnung welche kranken Phantasien in Drehbuchautor und Regisseur JOSH C. WALLER schlummern, damit man so einen frauenverachtenden Streifen drehen und auf die Menschheit loslassen musste. Hinzukommt Unverständnis, warum sich ausgerechnet drei (!) Drehbuchautoren an der dünnen Geschichte ausprobieren mussten, ist doch die Idee hinter RAZE in nur wenigen Sätzen erklärt.
 
HOSTEL und HUNGER GAMES lassen grüßen, denn in RAZE sind es mal wieder Spiele, die es zu überleben gilt. Die werden von einer geheimen Organisation durchgeführt, die 50 nichts ahnende Frauen von der Straße fängt (merkt ja auch keiner) und in eine Art Arena sperrt, wo sie sich dann nacheinander selbst umbringen sollen. Leider bleibt den unfreiwilligen Gladiatorinnen keine andere Wahl, denn wer sich nicht seinem Schicksal fügen will oder sich gar den Anweisungen widersetzt, verliert einen geliebten Menschen. Damit die reichen Initiatoren beim Beiwohnen per Videoübertragung in Stimmung kommen, müssen sich die Teilnehmerinnen eigenhändig und ohne Hilfsmittel in die ewigen Jagdgründe befördern, was einigen leichter und anderen schwerer fällt. Dennoch sind bald die ersten Sieger auserkoren, doch unter den Frauen brodelt es verständlicherweise. Vor allem Kampfamazone Sabrina (ZOË BELL) will nicht so einfach beugen. Sie schmiedet einen Plan, um den perversen Spielorganisatoren das Handwerk zu legen.
 
Let’s get ready to rumble: Wenn zwei Frauen die Fäuste sprechen lassen, freut sich vor allem der männliche Zuschauer, dem bei soviel selbstbewusster Frauen-Power ganz rasch der Schlüpfer feucht werden dürfte. In RAZE werden den Mitstreiterinnen Köpfe eingeschlagen, Arme gebrochen, Augen eingedrückt und Nasen gebrochen – ganz so, wie es VAN DAMME und DUDIKOFF mit vehementer Leidenschaft in den trashigen Actionern der 80er Jahre getan haben. Leider gab’s in den meisten dieser eher dummen Prügelorgien immerhin so etwas wie eine Story, die man in RAZE leider vergebens sucht. Der Sinn des Ganzen bleibt weitestgehend unbeleuchtet, was dem Streifen gut und gerne das Prädikat “Gewaltpornographie” einbringen dürfte. Hier bekommt der Zuschauer die immer wieder gleichen Szenenabläufe geboten, die sich nur durch deren Teilnehmer voneinander unterscheiden. In bester MORTAL KOMBAT-Tradition treten die Opfer zum Kampf an. Zuvor werden die Namen der austauschbaren Amazonen eingeblendet, was angesichts der kaum vorhandenen Charakterisierung vollkommen überflüssig scheint, dürfte dem Zuschauer spätestens nach dem dritten Fight deren Namen egal sein. Einfach zu verdauen ist das Dargestellte mit Sicherheit nicht gerade. Das Treiben orientiert sich an den ruppigen Frauenknastfilmen der 70/80er (freilich ohne schmuddligen Sex), das jedoch im Vergleich zu Exploitation-Klassikern wie der legendären ILSA-Reihe ganz andere Dimensionen erreicht. RAZE ist roh, hart und wird mit allerhand kruder und selbstzweckhafter Gewalt serviert, die dann in den letzten Minuten ihren kläglichen Höhepunkt erreicht. Denn wie es in aktuellen Gewaltbrüllern üblich ist, darf ein blutiger Racheakt der Heldin nicht fehlen, schließlich muss ein so unmenschliches Handwerk ebenfalls mit Mord und Totschlag vergolten werden. Die Mattscheibe färbt sich rot, der Horrorfan jauchzt vor Freunde und Händler im deutschsprachigen Ausland verdienen sich ein goldenes Näschen.
 
 
 


 
 
 

RAZE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Wenn sich Frauen sinnlos und blutig die Köpfe einschlagen, freut sich das leicht zu erheiternde (männliche) Horrorherz. RAZE ist mal wieder ein überflüssiger Beitrag mit dürftigem Kontext und viel dummer Gewalt, die selbstverständlich im Nichts endet. Da schwebt mal soeben eine Idee durch die Köpfen der Drehbuchschreiberlinge und schon wird darum eine rudimentäre Handlung gewoben, die natürlich im Blut ertränkt werden muss. Leider werden todbringende Spiele in Zukunft öfters über den TV-Apparat flimmern, als einem lieb sein dürfte. Denn seit DIE TRIBUTE VON PANEM-Filme Rekordumsätze erzielen, wollen natürlich auch andere Filmschaffende mit ähnlicher Thematik etwas Kohle verdienen. RAZE soll vermutlich eine Hommage an die berüchtigten Frauenknastfilme sein; jene Machwerke, die sich vor über 30 Jahren großer Beliebtheit erfreut haben. Leider ist die vorliegende Verbeugung mehr gewaltgeiles HOSTEL meets HUNGER GAMES, als exploitationhaftes ILSA. Wer sich am Leid hilfloser Frauen ergötzen kann, bekommt hier die volle Dröhnung. Empfindsame Gemüter werden vermutlich schon nach zehn Minuten das Weite suchen.
 
 
 


 
 
 

RAZE – Zensur

 
 
 
RAZE hatte keine Chance bei der FSK. Rechteinhaber PIERROT LE FOU hat den Streifen mehrfach zur Prüfung vorgelegt, aber keine Freigabe von der FSK erhalten. Die Gewaltdarstellungen sind derart menschenverachtend, dass das Label Schnitte ansetzen musste. Diese haben das Prüfungsgremium nicht milde stimmen können. Demnach hat sich PIERROT LE FOU für eine ungeschnittene Veröffentlichung mit dem SPIO/JK-Kennzeichen “strafrechtlich unbedenklich” entschieden. Die Scheibe kann daher nicht im stationären Handel erworben werden, sondern ausschließlich in einschlägigen Online-Shops, in Videotheken und auf Filmbörsen. Nur Drogeriemarkt MÜLLER verkauft die ungeschnittene Scheibe auf Anfrage unter der Ladentheke; die Volljährigkeit wird vorausgesetzt. Ein Mediabook (auf 3000 Stück limitiert) mit der kompletten Fassung des Films wird zudem über Österreich vertrieben.
 
 
 


 
 
 

RAZE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
raze-bluray-uncut

(c) Pierrot Le Fou (Abbildung der ungeschnittenen Fassung im herkömmlichen Keep Case)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Raze, USA 2013

Genre: Action, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 92 Min. (uncut)

FSK: SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover, ein Mediabook ist ebenfall bereits erschienen

Extras: Interviews, Behind the Scenes, Trailer

Release-Termin: Amaray: 30.05.2014 (Uncut-Fassung) – Mediabook: 10.07.2014 (Uncut-Fassung)

 
 
 

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RAZE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Human Race (2013)
 
Die Tribute von Panem – The Hunger Games (2012)
 
Battle Royale (2000)
 
Die Insel der Verdammten (1982)
 
Ilsa, She Wolf of the SS (1974)


Filmreview: “Zombie Night” (2013)

zombie-night-2013
 
 
 

ZOMBIE NIGHT

Story

 
 
 
Die Toten krabbeln aus unerklärlichen Gründen aus ihren Gräbern und suchen eine friedliche amerikanische Kleinstadt heim. Zwei Familien geraten in Gefahr und versuchen sich vor den gierigen Geschöpfen in Sicherheit zu bringen …
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE NIGHT – Kritik

 
 
 
Man muss ZOMBIE NIGHT nicht zwingend gesehen haben, um feststellen zu müssen, dass dieser Heuler eigentlich vollkommen überflüssig ist. Grund hierfür ist nicht etwa die Tatsache, dass das Treiben mal wieder der ASYLUM Unreaktivschmiede entspringt. Diesmal ist es schlicht und einfach die tröge Zombieproblematik, die mittlerweile einfach Überhand genommen hat und wirklich so rein gar keinen Spaß mehr machen will. Dabei sind es die immer wieder gleichen Geschichten und die sich ständig wiederholenden Verhaltensmuster der Helden, die schlicht und einfach dafür sorgen, dass Zombiefilme kaum noch zu fesseln wissen. Für ASYLUM Verhältnisse geht der aktuelle Horrorausflug zumindest technisch vollkommen in Ordnung. Wir sehen wirklich hervorragende Make-up-Effekte, die ungewöhnlicherweise richtig gut gemacht wurden und sich selbstverständlich in ihrer Machart am Heiligen Horrorgral: THE WALKING DEAD orientieren. Die Kreaturen unterscheiden sich anhand ihres Verwesungsstatus voneinander und schlendern, wie einst im legendären DAWN OF THE DEAD gemütlich und hungrig durch die Kulisse, was in Anbetracht vieler hektisch geschnittener Zombiegurken von heute durchaus charmant gemeint ist, aber irgendwie nicht mehr so recht in unsere Zeit passen will. Da müssen sich schon mal Protagonisten offensichtlich konstruiert auf den Boden werfen oder Ewigkeiten an einem Grabstein verweilen, um von den Untoten gepackt zu werden. Die sind nämlich in ihrer Bewegung oft derart eingeschränkt, dass es nicht selten unfreiwillig komisch wirkt, wenn ihnen dann doch einmal ein Opfer zwischen die Finger gerät. Opfer gibt es in ZOMBIE NIGHT so einige, die statt von, lieber in die Arme der Fleischfresser flitzen. Hier verhält sich das Kanonenfutter mal wieder so unglaublich hirnverbrannt, dass man meinen könnte, keiner von denen hätte in seinem bisherigen Leben je einen Zombiefilm gesehen. Gebissene Angehörige werden lieber bis zur Verwandlung in den Armen gehalten; kehren sie dann als Zombies ins Leben zurück hapert es mal wieder mit treffsicheren Kopfschüssen. ZOMBIE NIGHT ist trotz gutem Splatterzeugs eine Schlafpille vor dem Herrn. Das Drehbuch ist von der Stange und so vorhersehbar, wie eine Portion Kartoffelpüree aus der Tüte. Spannung will da natürlich nicht entstehen, so dass der Zuschauer von einem Zombieüberfall zum nächsten getrieben wird, damit er auch etwas Mord und Totschlag für sein Geld zu sehen bekommt.
 
Es hat halt nicht sein sollen. Auch nach ihrem unerklärlichen Überraschungserfolg SHARKNADO hat die Müllerverwertungs-Werkstatt THE ASYLUM nichts (Neues) dazu gelernt. Hier wird Filmschrott am Fließband produziert, den irgendwie immer niemand gesehen haben will. Trotzdem scheint der Abfall genügend Käufer zu finden, so dass immer mehr davon produziert wird. Kopiert wird bei THE ASYLUM fleißig und das schon seit Anfang an. Hier hat man es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, billige Duplikate kommender Kinohits in die Wohnzimmer zu bringen. Dabei werkelt ASYLUM derart hinterhältig, dass nicht selten Verwirrung entsteht und der Kunde gar nicht mehr weiß, was Original und Fälschung ist. Woher Inspiration für den minderwertigen ZOMBIE NIGHT gekommen ist, dürfte Horrorfans klar sein. Nachdem WORLD WAR Z im letzten Jahr Kinokassen klingeln lassen hat und THE WALKING DEAD immer noch Traumquoten im TV erzielt, verwundert es vermutlich niemanden, wenn THE ASYLUM auch kräftig mitmischt, um ein wenig Taschengeld zu verdienen. Leider ist ASYLUMS neuster Rohrkrepierer ein ebensolcher Unsinn, wie all die anderen Streifen des Trash-Studios. Denn sieht man von den ordentlichen Gewaltszenen ab (übrigens alles handmade), gehört ZOMBIE NIGHT zu den wohl erbärmlichsten Videoproduktionen, die man in letzter Zeit auf der Mattscheibe hatte. Das Drehbuch ist Murks, die rudimentäre Handlung zu keiner Zeit nachvollziehbar und trotz bierernster Inszenierung ist ZOMBIE NIGHT stets unfreiwillig komisch. Da weiß man irgendwie nie so richtig, ob dieser Quatsch denn nun ernster Horrorfilm oder selbstironische Parodie sein soll.
 
Immerhin wird auch dieser Film seine Fans finden, was vor allem daran liegen mag, dass ein kleiner Horrorstar auf dem Regiestuhl Platz genommen hat. Hier versagt nämlich JOHN GULAGER auf ganzer Linie. Der hat zuvor den Edel-Trash PIRANHA 3DD (2012) gedreht und schon Erfahrung in Sachen Splatter sammeln können, schließlich geht die FEAST Trilogie auf seine Kappe. Der TV-Film ZOMBIE NIGHT ist eine einzige Enttäuschung. Da kann man nur hoffen, dass GULAGER bald zu eigentlicher Größe zurückfinden wird.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE NIGHT – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Nicht schon wieder ein Zombiefilm: ZOMBIE NIGHT ist eine Verbeugung vor den klassischen Zombiestreifen des GEORGE A. ROMERO. Leider erreicht dieser unausgegorene THE ASYLUM-Schnellschuss nicht einmal ansatzweise die Qualitäten der besagten Meisterwerke des Zombie-Urvaters. ZOMBIE NIGHT hat wirklich gute und erstaunlich blutige Effekte zu bieten. Aber was nützen die besten Splatter-Exzesse, wenn der eigentliche Film zu Tode langweilt. Wer eine unterhaltsame Freizeitbeschäftigung sucht, sollte lieber Gras beim Wachsen zusehen, denn das ist bei Weitem spannender als dieser Ladenhüter.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE NIGHT – Zensur

 
 
 
Wie es sich für einen ordentlichen Zombiefilm gehört, geht es auch in ZOMBIE NIGHT nicht handzahm zugange. Wir gehen von einer KJ-Freigabe aus, ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE NIGHT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dawn of the Dead (1978)
 
Night of the Living Dead (1968)
 
Day of the Dead (1985)
 
Dawn of the Dead – Reamake (2004)
 
Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies (1979)
 


Filmreview: “Antisocial” (2013)

Antisocial_2013
 
 
 

ANTISOCIAL – ALLES ANDERE ALS EIN NORMALER VIRUS

Story

 
 
 
Für einige Studenten endet der Neujahrsrutsch im Fiasko. Ein Virus bricht aus und verwandelt Menschen in gewalttätige Tötungsmaschinen. Um sich nicht anzustecken und Konfrontationen mit den wilden Horden zu vermeiden, verbarrikadiert man sich im Haus eines der Freunde. Doch selbst hier kann sich die Clique nicht in Sicherheit wähnen, denn der Virus scheint einen anderen Weg gefunden zu haben, sich der Körper seiner Opfer zu bemächtigen …
 
 
 


 
 
 

ANTISOCIAL – Kritik

 
 
 
Seit Mitte der 90er Jahre hat sich das Internet zum Standard für die Verbreitung von Informationen jeder Art entwickelt. Das World Wide Web gilt als eine der größten Veränderungen des Informationswesens seit der Erfindung des Buchdrucks und hat seither enormen Einfluss auf das tägliche Leben genommen. Ob Kontakte knüpfen, Einkaufen gehen oder Bankgeschäfte erledigen; das Internet ist in unserer schnelllebigen Zeit unentbehrlich geworden und wird von immer mehr Menschen weltweit auf ganz unterschiedliche Weise genutzt. Wie abhängig sich die Menschheit mittlerweile von jener sich rasant entwickelten Technologie gemacht hat, zeigt CODY CALAHAN mit seinem Erstling ANTISOCIAL. Hier sind es die sozialen Netzwerke, die gleich mal auf recht bissige Weise ihr Fett abbekommen. Ganz unbegründet ist die schroffe Gesellschaftskritik natürlich nicht, scheint es doch für immer mehr User zum Lebensinhalt geworden zu sein, sich in Social Community-Plattformen wie Facebook, MySpace oder Google+ mitzuteilen oder selbst zu inszenieren.
 
Gleiches erlebt auch Sam (MICHELLE MYLETT), die quasi am letzten Tag des Jahres per Social Redroom (eine Art fiktives Facebook) vom Ende ihrer Beziehung erfährt und daraufhin die Community-App von ihrem Handy löscht. Sie macht sich zu ein paar Freunden, um mit ihnen gemeinsam das neue Jahr zu begrüßen. Leider entwickelt sich die Silvestersause zum Albtraum, denn die Menschen auf den Straßen scheinen von etwas höchst Aggressivem infiziert zu sein, das sich in Windeseile von Körper zu Körper frisst und friedliebende Zeitgenossen in bösartige Wilde verwandelt. Schnell erkennen die Freunde, dass es sich hier um einen Virus handeln muss, der durch Hautkontakt und durch Blut von bereits Infizierten übertragen wird. Doch Sam ist anderer Meinung. Sie findet heraus, dass die Krankheit eine andere Ursache besitzt bei der das Internet eine mehr als tragende Rolle spielt.
 
Not another Zombie Movie. ANTISOCIAL schwimmt selbstverständlich im lukrativen Fahrwasser der beliebten Zombieheuler, denn solange THE WALKING DEAD im TV alle Rekorde bricht, werden auch weitere Streifen dieser Art produziert werden. ANTISOCIAL ist aber immerhin einer der besseren Beiträge dieses Subgenres, wobei CALAHAN mit seinem Debüt ebenso wie einst auch Zombie-Urvater GEORGE A. ROMERO (NIGHT OF THE LIVING DEAD) versucht, den Zuschauer mit reichlich Holzhammertaktik wachzurütteln. Social Network heißt die Seuche, die sprichwörtlich User in “asoziale” Kreaturen verwandelt, die jene Internetseiten für das Kommunizieren aufsuchen. Denn ganz wie im echten Leben haben sich derlei Kommunikationskanäle zu einer regelrechten Plage entwickelt. Menschen sprechen ausschließlich virtuell miteinander; Unterhaltungen werden wenn nur noch per Facebook oder Skype getätigt. Das ist bei weitem einfacher zu bewerkstelligen und bequemer, als sich außerhalb des Netzlebens auf einen Kaffee zu treffen. Zudem schwindet in der Anonymität des Internets zunehmend der Respekt vorm Gesprächspartner. Hier verwandeln sich selbst scheue, graue Mäuschen in tapfere Krieger, die natürlich keine Skrupel davor haben, selbst per Chat oder Email die Beziehung mit der/dem Liebsten zu beenden. Da tut es letztendlich auch mal Not, wenn in der Masse an Plattformen aussortiert wird und sich die Mitglieder in mordgierige Marionetten verwandeln, die sich gegenseitig ausradieren.
 
Ähnliche Thematik griff 2008 übrigens BRUCE MCDONALD auf. In seinem klaustrophobischen Weltuntergangsszenario PONTYPOOL wurde ein Zombievirus auf ebenso ungewöhnliche Weise übertragen. Hier infizierte sich die Bevölkerung auf dem Wege der Sprache. Das Hören bestimmter Wörter hatte im Film eine Erkrankung zur Folge, die aus Menschen aggressive Furien werden ließ, was gut und gerne auch als Anspielung auf die zunehmende Degeneration der heutigen Sprache gewertet werden kann. Auch in ANTISOCIAL spielt Kommunikation eine wesentliche Rolle. CALAHAN fasst mit seinem recht ungewöhnlichen Film den neuen Trend der sozialen Netzwerke auf und kritisiert ihn auf kontroverse Weise. Herausgekommen ist ein recht bizarrer Zombiestreifen, der trotz aller berechtigter Kritik aber immer noch genug Horrorfilm bleibt, um den Fan des Genres zu unterhalten. Wie es im Zombiefilm üblich ist, wird auch hier nicht auf grobes Gemetzel verzichtet. Die Protagonisten infizieren sich der Reihe nach mit einem versehentlich freigesetzten Internetvirus und beginnen sich im Verlauf der Handlung zu töten. Da darf schon einmal eine gut geschärfte Axt nicht fehlen, mit der die Heldin am Ende ein kleines Gemetzel anrichten darf. Ansonsten ist man aber in ANTISOCIAL vordergründig damit beschäftigt, der Ursache der Epidemie auf die Schliche zu kommen. Die kommt aus dem Rechner, sorgt vorerst für Halluzinationen und lässt Nasen- wie Ohrenbluten folgen. Danach verwandelt sich der Infizierte zur Killermaschine, die es aufzuhalten gilt. Unterm Strich ist das Erstwerk des Kanadiers CODY CALAHAN kein dummes Filmchen, insofern man sich mit der Tatsache anfreunden kann, dass hier der Zombievirus auf eher unkonventionelle Weise unter die Leute kommt. ANTISOCIAL ist ein erstaunlich guter Film geworden, der handwerklich solide umgesetzt wurde und dabei trotz Indie-Status eine richtige gute Figur macht. Auch wenn die Wege der Heilung schon etwas sehr haarsträubend beschrieben werden, sollte man sich ANTISOCIAL nicht entgehen lassen, denn sehenswert ist dieser kanadische Genre-Beitrag allemal.
 
 
 


 
 
 

ANTISOCIAL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
ANTISOCIAL darf mit Sicherheit als einer der diskussionswürdigsten und blutigsten kanadischen Horrorfilme gewertet werden. Der kontroverse Weckruf gegen die Sucht nach Selbstinszenierung in den sozialen Netzwerken und den Einfluss auf unsere Kommunikation durch das Internet macht einmal mehr als deutlich, welchen Stellenwert die Datenautobahn in der heutigen Zeit genießt. Ohne das World Wide Web geht schon lange nix mehr, was im Falle von ANTISOCIAL ein (zwar absurdes aber dennoch) mehr als erschreckendes Ende findet. Regisseur CODY CALAHAN schafft es, selbstsicher einen blutigen Zombiestreifen mit aktuellem Zeitgeschehen zu kombinieren. Insofern man sich nicht an der etwas ungewöhnlichen Thematik stört, dürfte sein Filmdebüt mit Sicherheit neugierig auf das machen, was der Regisseur in Zukunft aus dem Ärmel schütteln wird. ANTISOCIAL bringt endlich frischen Wind ins leicht angestaubte Zombiegenre – wer hätte das ausgerechnet von so einem kleinen Indie erwartet?
 
 
 


 
 
 

ANTISOCIAL – Zensur

 
 
 
ANTISOCIAL wird gegen Ende recht blutig. Da werden auch mal Köpfe angebohrt und Gliedmaßen abgehackt. ANTISOCIAL wurde von der FSK ungeschnitten freigegeben. Der Film hat den roten KEINE JUGENDFREIGABE-Flatschen erhalten.
 
 
 


 
 
 

ANTISOCIAL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Antisocial Blu-ray

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Antisocial; Kanada 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 21.02.2014

 
 
 

Antisocial [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ANTISOCIAL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Pontypool (2008)
 
The Last Days on Mars (2013)
 
Open Graves (2013)
 
Terror Z – Der Tag danach (2013)
 


Filmreview: “The Human Race” (2013)

the human race 2013
 
 
 

THE HUMAN RACE –

THE “RACE OR DIE” TOURNAMENT

Story

 
 
 
Achtzig nichtsahnende Menschen finden sich gemeinsam auf einem seltsamen Parkours wieder und sollen um ihr Überleben laufen. Niemand weiß, wie er hierher gekommen ist. Eine Stimme aus dem Off erklärt den Anwesenden die Spielregeln. So stirbt ein jeder, der gegen selbige verstößt und nicht zu laufen beginnt. Ziel ist das menschliche Rennen zu meistern, doch es kann nur einer gewinnen …
 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Kritik

 
 
 
THE HUMAN RACE lief bereits auf dem 2013er FANTASY FILMFEST und mauserte sich dort nicht unbegründet zum Geheimtipp. Es scheint mal wieder an der Zeit, in der ein frisches und erfolgreiches Filmfranchise unzählige Plagiate nach sich ziehen muss. Diesmal hat es die TRIBUTE VON PANEM-Reihe erwischt: Glattpolierte Romanverfilmungen der Bücher von Schriftstellerin SUZANNE COLLINS, die aktuell Millionenumsätze an den Kinokassen und auf dem Heimkinomarkt erzielen. Aufgrund der beachtlichen Popularität jener Serie war es nur eine Frage der Zeit, bis ähnliche Streifen in den Handel und in die weltweiten Lichtspielhäuser kommen sollten. PAUL HOUGH ist einer dieser Filmschaffenden, der sich durch den Erfolg der PANEM-Thematik sichtlich inspirieren lies und einen Film drehte, der der populären Romantrilogie nicht unähnlich ist. Wie in DIE TRIBUTE VON PANEM (OT: THE HUNGER GAMES) werden in seinem ersten Langfilm Menschen aller sozialer Schichten in eine befremdliche Szenerie transferiert, in der sie sich gegenseitig ausradieren müssen, um zu überleben. Damit das fragwürdige Treiben stets brisant und kurzweilig bleibt, befinden sich unter den Mitstreitern natürlich auch einige Bösewichte, die unberechenbar und rücksichtslos zur Tat schreiten, schließlich sind auch im wahren Leben nun mal nicht alle Menschen friedlich gesinnt.
 
Wir sehen zwei ehemalige Kriegsveteranen, zwei Taubstumme, eine Schwangere, zwei elternlose Kinder, eine gerissene Karrierefrau, einen Rentner und diverse Kleinkriminelle, die sich nach einem hellen Lichtblitz in einer Art Arena wiederfinden, in der sich keiner der Teilnehmer daran erinnern kann, wie er eigentlich hierhergekommen ist. Eine Stimme aus dem Off erklärt den Anwesenden die Spielregeln: So darf nicht auf das Gras getreten oder die Wegmarkierungen umgangen werden. Des Weiteren sollte jeder der Mitspieler in Bewegung bleiben, denn wer zweimal überrundet wird oder zuwider den Spielregeln handelt muss eines grausamen Todes sterben. Der wird SCANNERS-like mittels computeranimierter Kopfexplosion zelebriert und dürfte vor allem das Interesse der Splatter-Fraktion auf den Plan rufen, denn blutig sind die Tötungen in THE HUMAN RACE allemal. Damit es nicht zu eintönig wird und weil eben nur einer der zig gesichtlosen Spieler gewinnen kann, wird natürlich reichlich beim Ausradieren nachgeholfen. Ein Counter hält die noch Lebenden stets auf den aktuellen Teilnehmerstand, was zusätzlich dafür sorgt, dass der Überlebenstrieb jedes Einzelnen verstärkt wird. So verwandeln sich scheinbar gewissenhafte Zeitgenossen zu skrupellosen Handlangern der Hölle, die für das eigene Überleben über Leichen gehen.
 
Auch wenn es bei THE HUMAN RACE mal wieder reichlich Lebenssaft zu sehen gibt und die Protagonisten möglichst graphisch über die Klinge springen müssen, damit Liebhaber des Groben unterhalten werden, sind Parallelen zum aktuellen Zeitgeschehen nicht von der Hand zu weisen. Das menschliche Rennen in HUMAN RACE kann gut und gerne auch als bitterböse sozialkritische Endzeitparabel gesehen werden, in welcher der egoistischen und selbstsüchtigen Gesellschaft von Heute der Spiegel vorgehalten wird. Wie es nun mal in der Realität der Fall ist, erliegen auch in HOUGHS Erstling die Schwächeren und (körperlich) Benachteiligten den vordiktieren Regeln der makabren Spiel-Initiatoren als erstes. In THE HUMAN RACE zählt das Gesetz des Stärkeren; den Glauben an Moral und Menschlichkeit verdrängt man da zugunsten des eigenen Überlebenswillens schon mal im Eifer des Gefechts. Ähnlich Kontroverses gab es übrigens bereits Jahre vor THE HUMAN RACE und COLLINS Erfolgstrilogie im Kino zu sehen. Mit BATTLE ROYALE drehte der Japaner KINJI FUKASAKU 2000 eines der diskussionswürdigsten Horror-Dramen des 21. Jahrhunderts und löste dabei sogar eine weltweite Debatte über Gewalt in Filmen aus. Die war nicht ganz unbegründet, mussten sich doch in seinem Kultwerk ausgewählte Mittelschüler in einem staatlich sanktionierten Todesspiel gegenseitig auf arg krude Weise töten.
 
Rabiat geht es natürlich auch in THE HUMAN RACE zu. Hier lauert der Tod an jeder Ecke. Sei es durch das Nichteinhalten von Spielregeln oder durch die Hand der übrigen Teilnehmer; je näher sich der Wettlauf dem Ende nähert, umso roter färbt sich das Spielgeschehen. Die Splatter-Momente sind nicht ohne und dürften für die deutsche Fassung erheblich Federn lassen. Natürlich hat so ein kleiner Indie wie THE HUMAN RACE auch so seine Schwächen. Nach einem simplen aber sehr hübsch animierten Intro, in dem die Kamera wie in einem Parkours von Namen zu Namen hetzt, ernüchtert der teils billige Videolook des Streifens. Hier macht sich das beschränkte Budget bemerkbar, das in HOUGHS Debüt mit drei Millionen US-Dollar für unabhängigen Horror zwar üppig ausgefallen ist, aber vermutlich nicht ausgereicht hat, um all die kreativen Visionen des Regisseurs in die Tat umzusetzen. So musste gespart werden wo es nur ging, was sich vor allem bei den wichtigsten Protagonisten bemerkbar macht. Die agieren teils derart hölzern und unerfahren, dass man meinen könnte, einen bescheidenen Amateurstreifen zu sehen. Auch wenn an der Charakterisierung der Protagonisten ziemlich oberflächlich und stereotyp geschustert wurde, sei dieses Manko in THE HUMAN RACE zu verschmerzen, werden die Teilnehmer ohnehin im Verlauf der Handlung kurz und schmerzlos ausradiert. Ungewöhnlicherweise trifft es die Sympathieträger als erstes, der gemeingefährliche Rest bleibt bis kurz vor Schluss am Leben. Auch wenn sich die rudimentäre Handlung einzig auf das Töten und Getötet werden konzentriert, so muss man doch sagen, dass Regisseur PAUL HOUGH einen verdammt kurzweiligen Thriller geschaffen hat, bei dem man am Ende das Gefühl nicht los wird, mehr davon sehen zu wollen. THE HUMAN RACE ist kurz, knackig und temporeich inszeniert. Das Rennen vergeht wie im Flug und das böse, offene Ende lässt auf eine Fortsetzung hoffen. Mit mehr Kapital und besseren Darstellern könnte die sogar ein Kracher werden.
 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Auf die Plätze, fertig, Tod. THE HUMAN RACE wurde nicht unbegründet zum Geheimtipp auf dem FANTASY FILMFEST 2013. Hier gibt es genug Splatter und Gewalt für all jene, denen DIE TRIBUTE VON PANEM zu jugendkonform gewesen ist. PAUL HOUGH hat mit seinem menschlichen Rennen einen soliden und recht rasanten Adrenalinkick gedreht, der trotz Schwächen in der Story und einigen untalentierten Darstellern stets unterhaltsam, kurzweilig und rasant bleibt. Für Fans von BATTLE ROYALE und DIE TRIBUTE VON PANEM definitiv Pflichtprogramm, denn THE HUMAN RACE ist ein bitterböses und verdammt blutiges Filmchen, das man unbedingt gesehen haben sollte. Von uns gibt es daher auch das Geheimtipp-Prädikat!
 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Zensur

 
 
 
Anfänglich schien es, als ob THE HUMAN RACE Probleme mit der FSK bekommen würde, schließlich ist das gerissene Vorgehen einiger Protagonisten schon ziemlich grausam anszusehen. Die morden gegen Ende nämlich krude, um den Wettlauf gewinnen zu können. Seltsamerweise konnte Rechteinhaber NEW KSM eine ungeschnittene Freigabe mit rotem Flatschen durch die FSK boxen. Die dürfte vermutlich einen guten Tag gehabt haben, denn anders lässt sich nicht erklären wie der Film nun doch ungeschnitten in den stationären Handel kommen darf.
 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The-human-race-bluray

(c) NEW KSM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Human Race, USA 2013

Genre: Action, Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min. (uncut)

FSK: FSK18 – KEINE JUGENDFREIGABE (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Audiokommentar, Deleted Scenes, Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: 19.05.2014

 
 
 

The Human Race – The "Race or Die" Tournament (Uncut-Edition) [Blu-ray] auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Tribute von Panem – The Hunger Games (2012)
 
Battle Royale (2000)
 
Die Insel der Verdammten (1982)


Filmreview: “Army of the Damned” (2013)

Army of the Damned 2013
 
 
 

ARMY OF THE DAMNED

Story

 
 
 
Ein dämonisch besessenes Haus verwandelt Besucher und Bewohner zu unberechenbaren Monstern, die nur eines kennen: Töten, Töten, Töten …
 
 
 


 
 
 

ARMY OF THE DAMNED – Kritik

 
 
 
Bei ARMY OF THE DAMNED gilt es mal wieder, das Hirn auszuschalten, schließlich haben wir Filmfutter vorliegen, das die niederen Instinkte des Zuschauers befriedigen soll. In diesem überflüssigen Billigwerk wird geballert und gesplattert was das SFX-Budget so hergab. Die knapp 90 Minuten Spielzeit wurden mit allerhand überzogenen Splatter-Orgien befüllt damit der Genrefan nicht merkt, dass inhaltlich wie dramaturgisch tote Hose vorherrscht. Konsoleros dürften sich vermutlich noch an die Anfangsjahre der beliebten RESIDENT EVIL Videospiel-Reihe erinnern. Dort untersuchte ein kampferprobtes Rettungsteam ein unheimliches Herrenhaus, indem man wenig später auf Horden von Zombies, Mutanten und Killerhunde stieß. So ähnlich, aber bedeutend seelenloser und unkreativer geht’s auch in ARMY OF THE DAMNED zu, nur mit dem Unterschied, dass gruselige Atmosphäre und schweißtreibende Spannung kurzum aus dem Drehbuch getilgt wurden, damit der Zuschauer nicht überfordert wird.
 
ARMY OF THE DAMNED erzählt von Polizisten, die nach merkwürdigem Notruf zu einem schmucken Eigenheim in einem amerikanischen Vorort gerufen werden. Mit im Schlepptau ist ein Kamerateam, das die Beamten für eine Reality-Show begleiten soll. Schnell stößt man auf übel zugerichtete Leichen und ein mundfaules Kind, dass im Film nix anderes zu tun hat, als im Rotkäppchen-Umhang sinnfrei durch die Kulisse zu flitzen. Das wird zügig eingefangen und in Sicherheit gebracht, besitzt aber keinen Puls oder Herzschlag. Darüber wundert sich aber erstmal niemand, schließlich muss im Haus noch ein Mörder gefunden werden, der die unschuldigen Bewohner gemeuchelt haben soll. Leider erschweren helle Lichterscheinungen und ein unerträglicher Lärm die Suche nach dem Übeltäter, denn das Haus scheint ein abstruses Eigenleben zu führen und Besitz von seinen uniformierten Besuchern zu ergreifen. Die verwandeln sich wenig später in dämonisch besessene Handlanger der Hölle und trachten den noch nicht Heimgesuchten nach den Leben.
 
Regisseur TOM DENUCCI ist noch recht neu auf dem Gebiet des Filmemachens und das merkt man auch. Vor geraumer Zeit hat er den unsäglich schlechten SELF STORAGE abgeliefert und damit vermutlich soviel Kohle scheffeln können, dass er einen weiteren unnötigen Horrorfilm drehen konnte. Um seinen schwachsinnigen Firlefanz bei Horrorfans interessant zu machen, konnte er für ARMY OF THE DAMNED sogar ein großes Ensemble an bekannten Gesichtern gewinnen. Wir sehen JOEY FATONE in einer Nebenrolle, der mit der Boyband NSYNC in den 90ern Karriere machte und auch Wrestler TOMMY DREAMER wird gleich zu Beginn schaufreudig und blutig dahingeschlitzt. Zudem war sich auch Genre-Ikone TONY TOOD (CANDYMAN) nicht zu schade zusammen mit MICHAEL BERRYMAN (HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN) auf minderbemittelte Dämonenjagd zu gehen, so dass der Splatter-Flick zumindest zwei halbwegs erfahrene Schauspieler vorzuweisen hat. Die waren auch bitter nötig, denn trotz der unzähligen Gastauftritte halbwegs bekannter Z-Prominenz Amerikas wird schnell mehr als deutlich, dass keiner von denen wirklich schauspielern kann. Es wird dumm herumgealbert und talentfrei in die Kamera gestottert. Dem Zuschauer werden lässige Sprüche geboten, die cool wirken sollen, aber nur beschämen. Hier wollte es DENUCCI Kultregisseur QUENTIN TARANTINO gleichmachen. Letzterer stattet seine Werke ja immer mal wieder mit intelligenten Wortspielereien aus. Die sucht man natürlich in ARMY OF DAMNED vergebens, denn der hirnlose NIGHT OF THE DEMONS trifft RESIDENT EVIL Abklatsch ist wohl das Erbärmlichste, was man 2013 auf der Mattscheibe hatte. Manche Filmschaffende bringen es eben einfach nicht, werkeln aber immer wieder an neuen Machwerken, die an Dümmlichkeit kaum zu überbieten sind. TOM DENUCCI ist einer von vielen Regie-Newcomern, die sich ihrer Talentlosigkeit einfach nicht bewusst zu sein scheinen und auf Biegen und Brechen Filme drehen, welche eigentlich niemand sehen möchte.
 
ARMY OF THE DAMNED ist wirr, doof und bietet keinerlei Eigenständigkeit. Zwar wird in den ersten Minuten so etwas wie interessanter Mystery geboten; der wird aber zugunsten eines unspektakulären Schlachtfestes ganz schnell beiseite geräumt, damit das Geschehen im Blut ersaufen kann. Auch wenn bei soviel selbstironischem Splatter-Eifer (man muss erwähnen, dass sich ARMY OF THE DAMNED nur selten ernst nimmt) einige Lacher nicht ausbleiben werden, dürfte die hiesige FSK bei derart grafischem Munitionsgewitter keinen Spaß verstehen. Kehlen werden aufgeschlitzt, Körperteile abgesäbelt und in Körper geballert. Dem hauseigenen Filmzensierer des Rechteninhabers wird das nicht gerade erfreuen, denn im Falle von ARMY OF THE DAMNED müssen mal wieder Überstunden geleistet werden.
 
 
 


 
 
 

ARMY OF THE DAMNED – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
NIGHT OF THE DEMONS meets RESIDENT EVIL. Auch wenn in ARMY OF DAMNED mal wieder ne Menge Körperteile unter tosendem Hardrock-Gedudel durch die Luft sausen und sich heiße Dämonengirls lasziv vor der Kamera räkeln, handelt es sich bei diesem Splatter-Ding um einen wirklich unbeholfenen und miserabel geschusterten Schmarrn, dem eindeutige neue Ideen, gute Darsteller, knisternde Spannung und grausige Atmosphäre fehlen. Weil man derartigen Bockmist zuletzt einfach zu oft auf dem Bildschirm hatte, macht ein so unwichtiges Schlachtfest die Kuh auch nicht mehr fett. Den nächsten Film, Bitte!
 
 
 


 
 
 

ARMY OF THE DAMNED – Zensur

 
 
 
ARMY OF THE DAMNED hat einige Splattermomente zu bieten. Zwar sind die nicht selten sehr ironisch, trotzdem könnte die FSK mit derart viel Gematsche so ihre Probleme besitzen. Demnach kann nicht ausgeschlossen werden, dass ARMY OF THE DAMNED nur gekürzt nach Deutschland kommen wird.
 
 
 


 
 
 

ARMY OF THE DAMNED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Night of the Demons (1988)
 
Night of the Demons 2 (1994)
 
Demon Night – One Night in Hell (1997)
 
Night of the Demons – Remake (2009)
 
Resident Evil (2002)
 
Evil Dead (1981)
 
Evil Dead (2013)
 


Filmreview: “Basket Case” (1982)

basket-case-1982
 
 
 

BASKET CASE – DER UNHEIMLICHE ZWILLING

Story

 
 
 
Duane (KEVIN VAN HENTENRYCK) mietet sich in einer der ekelhafteren Ecken New Yorks ein Hotelzimmer. Mit sich schleppt der junge Mann einen Korb, dessen scheinbar wenig menschlichen Bewohner er mit Hamburgern versorgt. Besagter Korbbewohner ist Duanes siamesischer Zwilling Belial, ein monströses Schrumpelwesen, zu dem der gesunde Bruder ein, nun ja, zwillingshaft enges Verhältnis pflegt. Die Brüder wurden im Kleinkindalter auf Geheiß des Vaters getrennt und Belial war eigentlich dem Tode geweiht. Jetzt sind sie gemeinsam in der Millionenstadt unterwegs und wollen die Ärzte, die dem Vater seinerzeit Folge leisteten, zur finalen Verantwortung ziehen.
 
 
 


 
 
 

BASKET CASE – Kritik

 
 
 
Ich möchte einmal mehr das Wort Zeitkapsel benutzen, was mein Seitenbetreiber hier so gerne hört, wenn’s um Filme aus einer Zeit geht, in der wir für abgenudelte VHS-Kassetten mittelgroße Anstrengungen unternehmen mussten. BASKET CASE ist ein Kultfilm dieser Generation Horrorvideo, nicht weniger. In dieser Zeitkapsel glänzt ein Film, in dem ein klauenbewehrter Kopffüßler wahlweise als Gummibiest oder als fanherzerweichend staubige Stop-Motion-Miniatur blutig für Ordnung sorgt sehr, sehr hell. Auch das New York, von einem Regisseur auf Material gebannt, der die schmierigen Zeiten der alten 42nd Street mit ihrem Dutzend gefährlich-versiffter Rotlicht-Kinos noch kannte und verehrte, ist heute nur noch Historie. Wo Belial Anfang der Achtziger noch wütete, begehen heute MICKEY MOUSE und seine höllischen Heerscharen größere Missetaten.
 
BASKET CASE deckt ein breites Spektrum Untergrund-Kino ab. Neben dem fiesen Unterhaltungswert eines Latexungetüms, das burgerfressend und Geister der Vergangenheit richtend in einem Weidenkorb transportiert wird wie ein pervertierter Moses durchs Babylon New York, bekommt man, wenn die Analyse denn derart ernst arbeiten möchte, sogar noch Sozialkritik: Der Vater der Zwillinge will keinen verkrüppelten Fortsatz an seinem gesunden Sohn und überlässt den Missgestalteten seinem Schicksal und dem Skalpell. Wie schon im Horrorklassiker FREAKS von TOD BROWNING, 1932 unter großen Skandalgejohle gedreht, wird der Zuschauer mühelos auf die Seite der äußerlich hässlichen, weil verunstaltet geborenen Protagonisten gezogen, da die gesunde, schöne und erfolgreiche Welt doch so viel kälter und in Endeffekt schlicht züchtigungswürdiger ist. Dazu funktioniert BASKET CASE tatsächlich auch noch als schwarze Komödie. Der Cocktail aus erwähnter Sozialkritik, rauem No-Budget-Splatter á la H.G. LEWIS goes Eighties und treffsicher geschmacklosem Humor war dem Kleinkinogänger vor dreißig Jahren aber nicht geheuer und die Beschaffer des Mörderetats von nicht ganz 40.000 Dolares mussten schließlich bis zur Explosion des Heimkinomarktes auf ihre Rendite warten. Die kam dann allerdings vielfach ins Haus zurück und verführte HENENLOTTER über die Jahre zum Auf-die-Beine-stellen zweier Fortsetzungen und mit ELMER einer leichten Variation des Themas.
 
Die Erkenntnis, dass der arbeitende Regisseur ein schlauerer Welcher ist, hätte auch dem deutschsprachigen Zuschauer spätestens mit dem Titelwortspiel kommen müssen. Aber Synchron-Germania lehrt leider traditionell nur unzureichendes Englisch und BASKET CASE wurde trotz seines kommerziellen Erfolges während der VHS-Ära nur zu einer – dazu auch noch oft zensiert erhältlichen – Videogewaltferkelei unter ferner liefen. Vor die amateurhafte Analyse amerikanischer Teekesselchen wollen wie heute aber einmal die filmischen und besonders filmhistorischen Leistungen des Mannes stellen. FRANK HENENLOTTER versteht sich selbst nicht als Horrorschaffender. Eher sieht er sich als Schüler der großen Exploitationregisseure der 60er und 70er Jahre. Windige Geschäftsmänner
 
wie HARRY NOVAK oder H.G. LEWIS’ Kollaborateur DAVID F. FRIEDMAN, die oftmals erst ein reißerisches Plakat mit ordentlich Möpsen und Metzel drauf anfertigten, um potentiellen Geldgebern den Finanzierungsplan aus den Rippen zu leiern. Selbstverständlich bevor denn ein Drehbuch bei der Hand war. Diesen Vätern des amerikanischen Grindhousefilms – deutsches Pendant wäre das Bahnhofskino – konnte HENENLOTTER im Dienste des VHS/DVD-Labels SOMETHING WEIRD VIDEO ab den frühen 1990ern sogar wieder Tantiemen zufließen lassen. Ja, durch die Homevideoveröffentlichungen dieser ruppigen Leinwandraketen begründete sich eine ganze Untergrundkultur um den Drive-In-Trash; inklusive aufwändiger Audiokommentare, teurer Memorabilia-Sammlungen, Festivals und Magazinen, die sich mit nichts anderem beschäftigen als etwa den Softsexabenteuern des nackichten Robin Hood.
 
Nach regelmäßigen Auftritten in Dokumentationen über die wilde Welt des Exploitationfilms, in denen er, jahrelang geschult, Rede und Antwort auch zu den abseitigeren Bereichen eines an sich schon schrägen Metiers stand, drehte HENENLOTTER mit HERSCHELL GORDON LEWIS – THE GODFATHER OF GORE (2010) und THAT’S SEXPLOITATION (2013) selbst zwei hervorragende Beiträge.
 
 
 


 
 
 

BASKET CASE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
BASKET CASE ist ein Kultfilm des modernen Horrorkinos. Eine Zeit, in der wöchentlich Premiere feiernder ach-so-sexy Splatter im Multiplex undenkbar war, brachte dann konsequenterweise Filme hervor, die sich wagten, ihre Zuseher zu ekeln, zu unterhalten, zum Lachen und von mir aus sogar zum Nachdenken zu bringen.
 
 
 


 
 
 

BASKET CASE – Zensur

 
 
 
BASKET CASE ist nach wie vor in Deutschland indiziert. Daher sollte man beim Kauf darauf achten, dass sich auf der Front kein dicker 18er Stempel befindet, denn die erhältliche KJ-Variante ist geschnitten. Wer den Film ungeschnitten sein Eigen nennen möchte, sollte daher immer darauf achten, dass die Rückseite ein SPIO/JK-Symbol ziert. Denn nur juristisch geprüfte Scheiben des Films sind komplett.
 
 
 


 
 
 

BASKET CASE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Basket Case; USA 1982

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0 Stereo, Englisch Dolby Digital 2.0 Stereo

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,37:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK 18 – SPIO/JK (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Einleitung von Frank Henenlotter (02:26 Min. – deutsche UT), Audiokommentar Regisseur Frank Henenlotter, Produzent Edgar Ievins, Trailer & TV-Spots (02:55 Min.), Spanischer Trailer (01:02 Min.), “In Search of the Hotel Broslin” (15:30 Min.), “Beverly Bonner’s Laugh Track” (07:20 Min.), Bildergalerie (12:31 Min.), Outtakes (06:13 Min.), Featurette: What’s in the Basket (78:35 Min. – deutsche UT, HD), Ein Blick hinter die SFX-Kulissen (06:34 Min. – deutsche UT, HD), Radio-Spots (01:49 Min.), Radiointerviews (08:55 Min.), Besonderheiten der deutschen Fassung (02:29 Min.), Weitere Trailer: Alien – Die Saat des Grauens kehrt zurück (03:20 Min.), Bloodnight (01:18 Min.), The Boogey Man (01:02 Min.), Puppet Master (01:38 Min.)

 
 
 
Es gibt immer wieder Indie-Labels, die mit ihren Veröffentlichungen aus der Masse herausstechen. Da werden kleine Nischenfilme oder beliebte Kultklassiker mit Liebe zum Detail neu veröffentlicht, erhalten eine Menge Bonusmaterial und sogar schicke Sammlerverpackungen. Anbieter CMV LASERVISION ist ein derartiger Fall. Hier ist nicht nur das Feedback der Kunden wichtig; mit der beliebten Retro- und Trashkollektion hat sich der Publisher unter Anhängern des Horrorgenres einen besonderen Ruf erkämpft. Seit geraumer Zeit hat CMV auch im HD-Bereich Fuß gefasst und bringt begehrte Kultklassiker auf Blaustrahl in den Handel. Das neuste Release ist die B-Movie-Perle BASKET CASE, der zum 15. Firmenjubiläum eine ganz besondere Veröffentlichung zuteil wurde. Die kommt, wie alle hauseigenen Blu-rays zuvor, im edlen Mediabook. Das besitzt zwar keinen Buchteil, macht aber im Sammlerregal eine wirklich gute Figur. Lobenswerterweise überlässt CMV LASERVISION dem Kunden die Qual der Wahl, denn die Jubiläumsedition des Kultklassikers erscheint in drei Ausführungen. So kann sich der Käufer zwischen einer Retro-Version im Super-Jewelcase (auf 199 Stück limitiert), sowie einer weißen und einer schwarzen Edition im Mediabook entscheiden, wobei die Bücher auf jeweils 500 Stück limitiert und durchnummeriert wurden. Natürlich sollte man bei der Technik keine Quantensprünge erwarten. Bereits im Vorwort wird von Autor und Regisseur FRANK HENENLOTTER erläutert, dass man für die HD-Fassung wieder zu den Ursprüngen zurückkehren wollte. BASKET CASE wurde auf 16mm gedreht und soll nun auch auf Blu-ray im ursprünglichen Glanz und Originalbildformat erstrahlen. Die für 16mm-Filmmaterial typisch grobe Körnung wurde belassen und auch sonst schaut BASKET CASE auf Blaustrahl so aus, wie er nun eben ausgesehen hatte, als er vor fast 30 Jahren veröffentlicht wurde. Auch wenn das Bild für heutige HD-Maßstäbe kaum der Rede wert ist, bietet der Transfer im direkten Vergleich zur hochwertigen LEGEND FILM DVD (im Digipak) aus dem Jahr 2002 eine erstaunliche Steigerung. Zwar füllt das Bild jetzt nicht mehr den ganzen Bildschirm aus, sondern besitzt links und rechts schwarze Balken; trotz miserablem Ausgangsmaterial lassen sich dennoch bedeutend mehr Details erkennen, als in allen bisher erhältlichen DVD-Auflagen, von denen es nicht wenige gab. Immerhin hat das körnige Bild auch seine Vorteile: es unterstreicht geradezu perfekt den schmuddeligen Charme des Films und lässt nostalgisches VHS-Feeling aufkommen. Kernstück der Veröffentlichungen ist aber das Bonusmaterial. Für einen derartigen Streifen ist das nahezu spektakulär umfangreich. Neben allen Extras der damaligen LEGEND-Auflage (in SD), hat CMV LASERVISION auch Bonus der erhältlichen SECOND SIGHT Blu-ray aus England lizensiert. So darf sich der Zuschauer auf die Dokumentation WHAT’S IN THE BASKET (in HD) freuen, die sogar Spielfilmlänge und selbstverständlich deutsche Untertitel besitzt. Zudem gefällt der Menüpunkt EIN BLICK HINTER DIE SFX-KULISSEN in dem der Zuschauer den Spezialeffekte-Künstler GABE BARTALOS beim Rundgang durch seine SFX-Firma ATLANTIC WEST EFFECTS (in HD) begleitet. Leider besitzt auch das durchweg gelungene Mediabook von CMV einen kleinen Wehmutstropfen. So hat nur das neue Zusatzmaterial eine Untertitelspur erhalten. Die bereits bekannten Extras der LEGEND-Scheibe sind auch auf dieser Veröffentlichung ohne Untertitel vorzufinden. Immerhin hat der Anbieter auch ein Feature selbst produziert. So wird in einem kleinen Bericht auf die Unterschiede in der deutschen VHS-Fassung eingegangen, die sich in der Titelsequenz vom Rest der Welt unterscheidet. Außerdem betreibt CMV mit vier weiteren HD-Klassikern etwas Eigenwerbung. Wer sich die Jubiläumsedition sichert, sahnt übrigens doppelt ab. Neben der tollen Blu-ray liegt jeder Veröffentlichung eine Extra-DVD mit einem Klassiker der beliebten CMV-Trashkollektion bei. In dem uns vorliegenden Produkt versteckte sich DIE LEICHENMÜHLE. Wer sich nur die HD-Perlen unter den Klassiker-Releases aussucht, kommt an BASKET CASE nicht vorbei. Die Veröffentlichung aus dem Hause CMV LASERVISION ist nicht nur optisch ein Hingucker; auch inhaltlich ist dieses Mediabook ein Traum und den Preis auf alle Fälle wert.
 
 
 

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BASKET CASE – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig (Filmkritik) / Marcel Demuth (BD-Vorstellung)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Basket Case 2 (1990)
 
Basket Case 3 – Die Brut (1991)
 
Die Unzertrennlichen (1988)
 
Seconds Apart (2011)


Filmreview: “Lesson of the Evil” (2012)

Lesson-of-the-evil
 
 
 

LESSON OF THE EVIL

Story

 
 
 
Seiji Hasumi (HIDEAKI ITÔ) ist beliebter Lehrer an einer japanischen Oberschule. Er setzt sich für das Wohl der Schüler ein und versucht, das organisierte Schummeln bei Klassenarbeiten zu unterbinden. Leider hat selbst der beste Lehrer so seine Geheimnisse, denn in Wahrheit ist Hasumi ein gemeingefährlicher Irrer, der in seiner Kindheit etwas zu oft Brechts Dreigroschenoper gelauscht hat …
 
 
 


 
 
 

LESSON OF THE EVIL – Kritik

 
 
 
Jawohl, Kult-Regisseur TAKASHI MIIKE hat es wieder getan: Er hat einen Horrorfilm gedreht. Der Mann ist ja bekannt dafür, fleißig einen Streifen nach dem nächsten aus dem Ärmel zu schütteln und schaffte sogar, sich international einen Namen zu machen. Auf sein Konto gehen Werke wie THE CALL (2003), ICHI THE KILLER (2001) und 13 ASSASSINS (2010), wobei er sich mit seiner IMPRINT-Episode für die beliebte MASTERS OF HORROR-Reihe auch im amerikanischen TV-Programm behaupten konnte. Nun folgt splattriger Nachschub für die Anhänger der etwas deftigeren Unterhaltung, denn immerhin versteht es MIIKE trefflich, Kinoleinwände rot zu färben. Sein neuster Ausflug ins Genre ist allerdings kaum der Rede wert, schließlich passiert es selbst dem besten Filmemacher, dass er hin und wieder Grütze fabriziert. LESSON OF THE EVIL heißt der aktuelle Fehltritt und wird vermutlich allein der kontroversen Thematik wegen zu fragwürdigen Ruhm kommen. Speziell in Deutschland dürften sich da schon einige Hinterhofunternehmen gierige die Hände reiben, schließlich kann man Filme, die es ohnehin nicht durch die FSK schaffen, rentabel im deutschsprachigen Ausland verscherbeln. Der Horrorfan greift zu und löhnt ordentlich, selbst wenn sich dahinter oft nur ein laues Lüftchen verbirgt.
 
Wie das Plakat zum Film bereits verrät besitzt Seiji Hasumi (HIDEAKI ITÔ) zwei Gesichter. Tagsüber ist er der nette Englischlehrer an einer Oberschule und bei allen Schülern beliebt. Privat jedoch schlummert hinter der friedliebenden Fassade das abgrundtief Böse. Der smarte Dozent hat bereits ein paar Menschenleben auf dem Gewissen und natürlich viele Leichen im Keller. Als ein paar Schüler und Kollegen in der Vergangenheit Hasumis stöbern, stoßen sie immer wieder auf ungeklärte Selbstmorde. So auch an einer Schule, in der der smarte Schönling zuletzt tätig gewesen ist. Doch Neugier schützt vor Strafe nicht und Hasumi beginnt all diejenigen auszuradieren, die zu eifrig damit beschäftigt sind, sein kleines Geheimnis auffliegen zu lassen.
 
Vielleicht hätte MIIKE diesmal nicht selbst am Drehbuch Hand anlegen sollen, denn seine Filmadaption eines Romans des Autors YÛSUKE KISHI hat weder Hand noch Fuß. Langweilig geht es hier zu und mit seiner stolzen Laufzeit von knapp zwei Stunden ist LESSON OF THE EVIL einfach viel zu lang geraten. MIIKE hält sich mit zu vielen Nebensächlichkeiten auf. Wir erleben, wie unwichtige Schüler wirres Zeug quasseln. Von denen gibt es im Film zuhauf und wie es nun mal in asiatischen Filmen der Fall ist, schauen die auch irgendwie alle gleich aus, so dass man schnell den Überblick verliert. Zudem nimmt man HIDEAKI ITÔ die Rolle des geheimnisvollen Psychopathen zu keiner Zeit ab. Zwar ist mal wieder die vermasselte Kindheit an allem schuld und ITÔ ist sichtlich darum bemüht, wirklich böse in seiner Rolle zu sein; glaubhaft oder nachhaltig ist das aber nicht im Geringsten, so dass man nicht glauben möchte, dass MIIKE vor Jahren mit ICHI THE KILLER einen der besten, modernen Splatter-Schinken aus Fernost gedreht hat. Immerhin knistert es im Streifen gewaltig. Lehrer Hasumi ist nämlich äußerst begehrt bei den Mädchen. Der nutzt die Gunst der Stunde und beginnt mit einer Schülerin eine Affäre. Überhaupt scheint man in dieser Schule kaum moralische Bedenken zu besitzen. Das Kollegium treibt es gern einmal mit naiven Schutzbefohlenen, was für Psychopath Hasumi Grund genug ist, gleich einmal einen seiner Lehrer-Kollegen zu erpressen, der eine homosexuelle Beziehung zu einem seiner Schüler hegt. Leider ist das ganze Bindungs- und Intrigengeflecht derart zäh, antriebslos und oberflächlich geschustert, dass viele der Zuschauer vermutlich nicht den fulminanten Höhepunkt erleben werden, auf den LESSON OF THE EVIL eigentlich hinauslaufen soll. Denn erst nach knapp 90 Minuten befremdlich asiatischer Inszenierungskunst, packt Hasumi seine Pumpgun aus und donnert alles über den Jordan, was ihm zu unüberlegt vor die Flinte saust. Da fliegen die Körper nichts ahnender Kinder in bester BATTLE ROYALE Manier durch die Luft und werden im Kugelhagel mit ausreichend Blei durchsiebt. Makabererweise geht das aufgescheuchte Geschrei selten nahe, schließlich hat MIIKE gänzlich darauf verzichtet, den grünschnäbligen Kiddis eine gescheite Charakterentwicklung einzuräumen. So versinkt das Treiben belanglos und überraschungsarm im tiefroten Lebenselixier, damit zumindest die Splatter-Fraktion etwas Sauerei zu sehen bekommt.
 
 
 


 
 
 

LESSON OF THE EVIL – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Gehören die Glanzzeiten des TAKASHI MIIKE der Vergangenheit an oder sind ihm für LESSON OF THE EVIL einfach mal wieder die Ideen ausgegangen? Sein neuester Ausflug ins Splatter-Genre gehört zweifelsohne zu den schwächsten Produktionen seines bisherigen Schaffens. Hier donnert sich ein psychopathischer Lehrer unter lautem Munitionsverschleiß durch eine japanische Oberschule, was angesichts mangelnder Gesellschaftskritik und nicht vorhandener Identifikationsmöglichkeiten schon etwas sehr geschmacklos anmutet. Die kontroverse Thematik ist in LESSON OF THE EVIL einzig Mittel zum Zweck, damit der Gorehound belustigt wird. Leider nimmt sich das Teil bis zum grotesken Amoklauf einfach zuviel Zeit für Nebensächlichkeiten, so dass die Geduld blutgeiler Horrorfans arg auf die Probe gestellt wird. Ob die dann nach knapp 90 Minuten Langeweile überhaupt noch Lust auf ein spannungsfreies Schlachtfest haben, steht auf einem anderen Blatt.
 
 
 


 
 
 

LESSON OF THE EVIL – Zensur

 
 
 
Schon allein die Tatsache, dass in LESSON OF THE EVIL unschuldige Schüler grafisch vor der Kamera in den Filmhimmel transferiert werden wäre für die hiesige FSK Grund genug gewesen, MIIKES neustem Werk erst gar keine Freigabe zu erteilen. Am Ende läuft Lehrer Seiji Hasumi Amok und ballert alles über den Haufen, was bei drei nicht auf den Bäumen ist. Dass die FSK den Streifen dennoch ungeschnitten mit nur KEINE JUGENDFREIGABE durchgewunken hat, dürfte mal wieder auf die Willkür der Prüfer zurückzuführen sein. Andere, bei weitem harmlosere Streifen hätten wohl an dieser Stelle keine Freigabe erhalten.
 
 
 


 
 
 

LESSON OF THE EVIL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Rapid Eye Movies

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Aku no kyôten; Japan 2012

Genre: Thriller, Horror, Drama

Ton: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Japanisch (DTS-HD MA 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 129 Min.

FSK: FSK18 – Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover (ohne FSK-Flatschen)

Extras: Making of, Kinotrailer, Trailershow

Release-Termin: 13.06.2014

 
 
 

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LESSON OF THE EVIL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Amoklauf (1994)
 
Elephant (2003)
 
Rampage (2009)
 


Filmreview: “Raptor Ranch” (2013)

raptor-ranch-2013
 
 
 

RAPTOR RANCH

Story

 
 
 
Auf der RAPTOR RANCH gehen merkwürdige Dinge vor sich. Dort führt Dr. Cane (Jack Gould) ominöse Experimente durch. Er züchtet prähistorische Raptoren, die von Durchreisenden versehentlich aus ihren Käfigen befreit werden. Dass das kein gutes Ende nehmen wird, liegt auf der Hand …
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Kritik

 
 
 
Seit die Dinos aus JURASSIC PARK 3 im Jahr 2001 das letzte Mal die Lichtspielhäuser heimgesucht haben, ist der Hype um die gefräßigen Urzeitbewohner schneller abgeebbt, als erwartet. Zwar bekommt man die prähistorischen Monster ab und an im Bildungsfernsehen der Öffentlich Rechtlichen zu Gesicht, im Genre haben sie sich jedoch rar gemacht, was für die Regiedebütanten DAN BISHOP und MICHAEL BEBERASHVILI Grund genug gewesen sein dürfte, ihren RAPTOR RANCH auf die Filmfans loszulassen. Die versuchen mit ihrem Dino-Quatsch eine unterversorgte Lücke im Horrorfilm zu schließen und knüpfen nahtlos dort an, wo Streifen wie PTERODACTYL – URSCHREI DER GEWALT (2005) oder RAPTOR (2001) kläglich gescheitert sind: unterhaltsamer Dino-Murks. Trotz TRASH-Prädikat entstand diesmal nichts unter der Fuchtel der gefürchteten ASYLUM-Müllschmiede, die ja berüchtigt dafür ist, geistlosen Hirnshit in Gold zu verwandeln. Bei RAPTOR RANCH handelt es sich um eine kleine Independent-Produktion, die sich nur selten ernst nimmt und es tatsächlich schafft, ausreichend Spaß zu bereiten. Ein Teil dessen ist der arg überzogenen Situationskomik zu schulden. Die sorgt nicht selten dafür, dass man meinen könnte mit RAPTOR RANCH eine sinnentleerte Parodie auf die beliebte JURASSIC PARK-Reihe aus SPIELBERGS Dreamwork-Fabrik in den Händen zu halten. Der dürfte sich vermutlich durch derart abgefahrenen Klamauk ganz schön veräppelt fühlen, denn nach Gehalt sucht man in diesem selbstironischen Splatter-Quatsch vergebens.
 
Wie es in amerikanischen Filmen stets der Fall ist, geht natürlich Durchreisenden irgendwo mitten in der Einöde Texas entweder das Benzin aus oder das Gefährt kommt unter beißendem Motorqualm abrupt zum Erliegen. So auch einigen Protagonisten, die sich mit Panne und ohne Sprit zu einer Tankstelle retten können, an der es kurioserweise weder Hilfe noch Benzin gibt. Die gehört einem schleimigen Widerling, der nicht nur als Tankwart arbeitet, sondern auch ein Restaurant betreibt. In dem arbeitet Kellnerin Abbi Whitecloud (eine desinteressierte und gesichtslose JANA MASHONEE) die Schulden ihrer verstorbenen Mutter ab und bringt die Gestrandeten zu einer nahe liegenden Ranch, wo Dr. Cane (JACK GOULD) komische Experimente durchführt. Davon weiß aber der unwillkommene Besuch natürlich nichts und befreit unachtsamerweise einige Dinosaurier, die nun gierig lospirschen, um sich die knurrenden Mägen zu füllen.
 
Man nehme eine handvoll skurriler Gestalten, die so unwirklich agieren, dass man meinen könnte sie wären einem Comic entsprungen, werfe sie mit nicht mehr zeitgemäßen Monstereffekten in einen Topf und würze das Ganze mit reichlich Blut und allerhand dummen Sprüchen. Fertig ist RAPTOR RANCH, ein Film der keinen Hehl daraus macht, dass er eigentlich total bescheuert ist. Die Geschichte ist hier nur notdürftiges Flickwerk und die bescheidenen Effekte befinden sich irgendwo auf Playstation 1-Niveau. Immerhin, wird trotz großzügigen Einsatzes durchwachsener CGI auch auf altbewährte Puppenanimatronik zurückgegriffen. Die schaut teilweise sogar besser aus, als das Pixelgewitter aus dem Computer, kann aber auch nicht kaschieren, dass RAPTOR RANCH nach den ersten grandios bescheuerten 45 Minuten erheblich die Puste ausgeht. Nachdem die gefährlichen Fleischfresser aus ihren Zellen entkommen konnten, verharrt der Dino-Brüller nämlich unspektakulär auf der Stelle. Das Chaos bricht aus und die Helden sehen sich leidlich darum bemüht, um ihr Überleben zu kämpfen. Immerhin haben sie während des Überlebenskampfes nicht ihren Humor verloren, denn statt gegruselt darf gelacht werden. Es wird reichlich ge-overacted, sinnbefreit gehandelt und wirr in der Gegend umhergerannt. Wir sehen, wie verschiedengroße Raptoren den Helden nach dem Leben trachten, wild in die Kamera geifern und sich die Protagonisten in den gierigen Schlund hinabwürgen. Das mag zwar anfänglich noch durchaus unterhaltsam sein; die Rezeptur wird jedoch bis zum Erbrechen wiederholt, dass schnell der Spaßofen aus ist und das permanente Rennen, Verstecken, Schreien und Gieren ganz schön auf den Zünder geht. Am Ende bleibt eine mittelprächtige Monster-Gurke, die ihr Potenzial eindeutig verschenkt hat. Was anfänglich hervorragend funktioniert, wird ab Filmmitte mangels Ideen fast schon zwanghaft wiederholt, damit man halbwegs Filmlänge erreicht. Schade eigentlich, denn wirklich guten Urzeit-Trash hätte dem Genre durchaus mal wieder gut getan. So sei RAPTOR RANCH einzig nur den Zuschauern empfohlen, die ein Faible für schlechten Geschmack besitzen, denn die dürften mit diesem Billig-Streifen trotz qualitativer Mängel eindeutig ihren Spaß haben.
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
RAPTOR RANCH punktet mit hohem Spaß-Faktor und einer herrlich selbstironischen Inszenierung, die man natürlich zu keiner Zeit ernst nehmen kann. Der Splatter-Quatsch gefällt durch schräge Typen, liebenswert grottige Effekte und natürlich viel Kunstblut und einer Menge Körperteile aus Plastik. Monster-Trash wie er im Buche steht, der nicht nur Liebhabern bewusst schlecht gemachter Filme gefallen dürfte. Auch Besitzer einer Heimkinoanlage geraten bei so viel “dinoströsem” Schnaufen und Stampfen vor Freude in Entzückung.
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Zensur

 
 
 
RAPTOR RANCH ist eine Dino-Splatter-Komödie. Da man die übertriebenen Grausamkeiten zu keiner Zeit ernst nehmen kann und hier die Gewalt von Tieren ausgeht, dürfte RAPTOR RANCH in der ungeschnittenen Filmfassung schon für Kids ab 16 Jahren geeignet sein.
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Raptor (2001)
 
Carnosaurus (1993)
 
Carnosaurus 2 – Attack of the Raptors (1995)
 
Jurassic Park (1993)
 


Filmreview: “Contracted” (2013)

contracted 2013
 
 
 

CONTRACTED

Story

 
 
 
Samantha schaufelt sich ihr eigenes Grab: Bei einem One Night Stand vergisst sie, zu verhüten und infiziert sich mit einer seltsamen Krankheit. Die frisst sich rasend schnell durch ihren Körper und sorgt für körperlichen Zerfall …
 
 
 


 
 
 

CONTRACTED – Kritik

 
 
 
Es mag ja immer wieder Überraschungen im Horrorgenre geben. Noch überraschender ist es aber, wenn ein Regisseur mit cineastischen Schrott Fuß im Filmbusiness gefasst hat, danach aber kurioserweise nur noch gute Filme dreht. ERIC ENGLAND ist so ein Ausnahmetalent. Der hat nämlich mit dem unsäglich miesen MADISON COUNTY (2011) Slasher-Fans den Spaß am Backwood-Horror verdorben, danach alle mit seinem Beitrag zur sehenswerten Kurzgeschichtensammlung CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR (2013) eines Besseren belehrt. Nun kommt mit CONTRACTED wieder ein Werk in den Handel, bei dem ENGLAND Regie übernommen hat und interessanterweise ist auch dieser Streifen wirklich gut geworden. Diesmal hat sich der Macher des Körperhorrors bedient. Den hat bereit Horror-Legende DAVID CRONENBERG virtuos beherrscht und Kultfilme wie RABID (1977) oder SCANNERS (1981) in die Kinos gebracht, die heute zur Grundausstattung jeder DVD-Sammlung gehören. Zu seinem bekanntesten Schaffen gehört jedoch zweifelsohne das Hochglanz-Remake von DIE FLIEGE (1986), das ihm unweigerlich zum Meister des Body Horrors krönte. Dort durchlebte Hauptdarsteller JEFF GOLDBLUM eine markerschütternde Metamorphose vom Mensch zur Fliege, die vielen Filmfans heute noch durch ekelerregende Make-Up-Künste in Erinnerung sein dürfte.
 
Ähnliches erlebt auch CONTRACTED-Protagonistin Samantha (NAJARRA TOWNSEND). Die verwandelt sich zwar nicht zum Killerinsekt, steckt sich stattdessen aber mit einer nicht näher beschriebenen Krankheit an. Auf einer Privatparty wird sie von einem Fremden durch Drogen gefügig gemacht und findet sich wenig später bei einem Schäferstündchen auf dem Rücksitz eines Autos wieder. Als sie am nächsten Morgen wieder zu sich kommt, spürt sie merkliche Veränderungen an sich und in ihrem Körper. Erst klagt sie über abnormal blutigen Ausfluss; später bemängelt ihr Arzt den ungewöhnlich langsamen Herzschlag. Der körperliche Zerfall schlägt sich aber nicht nur auf Samanthas Gemüt nieder. Auch die privaten Beziehungen zu Mutter (CAROLINE WILLIAMS – Die Scream-Queen aus TEXAS CHAINSAW MASSACRE 2) und Girlfriend Nikki (KATIE STEGEMAN) haben erheblich unter der “Verwandlung” der Unwissenden zu leiden. Als der Infizierten am dritten Tag Maden aus der Vagina fallen und Freundin Nikki vom Seitensprung erfährt, überschlagen sich die Ereignisse.
 
CONTRACTED ist der beste Beweis dafür, wie wichtig es doch ist von Kondomen Gebrauch zu machen. Denn hätte Heldin Samantha eines dieser Verhüttungsmittel zur Hand gehabt, wäre ihr so Manches erspart geblieben. Das suggeriert auch das Behandlungszimmer des Frauenarztes, in dem es vor Verhütungs-Broschüren und Flugblättern nur so wimmelt, damit sich die unachtsame Samantha auch wirklich richtig schäbig fühlt. Wie bereits bei der erwähnten DIE FLIEGE-Neuverfilmung funktioniert auch in CONTRACTED (der laut Twitter-Account des Regisseurs kein Remake des kanadischen Indie-Eklers THANATOMORPHOSE von ÉRIC FALARDEAUIST ist) die schleichende Verwandlung vom Mensch zur Bestie erheblich gut. Dabei bleibt bis kurz vor Ende im Unklaren, zu welchem Resultat die Infizierung führen wird. Endet CONTRACTED im Monster-Chaos oder haben wir es hier einfach nur mit einer Krankheit zu tun, die irgendwann zum Tod führen wird. Fragen, die ENGLAND erst in den letzten Sekunden lüftet. Bis dahin erlebt der Zuschauer allerhand unappetitliche Szenen, die nicht selten ziemlich unangenehm auf den Magen schlagen. Da fallen Zähne aus, Augen beginnen ekelhaft zu eitern und Haare fallen büschelweise vom Kopf. Bei derart abstoßenden Momenten geraten empfindsame Reizmägen schon einmal außer Kontrolle. Das beweist aber nur, dass das Effekte-Team perfekte Arbeit geliefert hat. Am Ende sehen wir, wie eine anfänglich makellose Frau zu einem widerlichen Etwas mutiert ist und es bleibt die Erkenntnis, dass nur Kondome vor unschönen Geschlechtskrankheiten schützen.
 
 
 


 
 
 

CONTRACTED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
CONTRACTED ist kein Film für Hypochonder oder empfindliche Mägen. Ein Film, der mit solider Idee und vielen Ekelmomenten punktet und vielleicht gerade aufgrund dessen durchweg spannend und interessant bleibt. Ein großes Lob gilt an dieser Stelle dem Make-Up-Team, das beachtliche Arbeit geleistet hat. Denn deren Künste sind das eigentliche Geheimnis dieses Ausnahmefilmchens. Von daher: CONTRACTED ist ziemlich gutes und ekelerregendes Horrorkino für Erwachsene – Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

CONTRACTED – Zensur

 
 
 
CONTRACTED ist zwar nicht sonderlich brutal, die körperlichen Veränderungen der Protagonistin haben es jedoch ganz schön in sich. Das ist wahrlich nicht jedermanns Sache. Demzufolge kommt CONTRACTED mit großer Wahrscheinlichkeit mit KJ-Flatschen in den Handel.
 
 
 


 
 
 

CONTRACTED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Thanatomorphose (2012)
 
Die Fliege (1986)
 
Thinner – Der Fluch (1996)
 
Lizard – Die totale Mutation (1990)
 


Filmreview: “Bela Kiss: Prologue” (2013)

Bela-Kiss-Prologue
 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE

Story

 
 
 
Fünf Jugendliche geraten nach einem Bankraub ins Visier des sagenumwobenen Serienkillers Béla Kiss, der zu Beginn des letzten Jahrhunderts mehrere Frauen ermordet hat, aber nie gefasst wurde. Bisher blieb sein Verbleib ungeklärt, doch aus irgendeinem Grund weilt er auch über 100 Jahre später immer noch unter den Lebenden …
 
 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Kritik

 
 
 
Wenn Horror aus Deutschland auf dem Programm steht, bekommen viele Filmfans das kalte Grausen. Verwunderlich ist das natürlich nicht, gehört doch das Horrorgenre in der Bundesrepublik zu einer bedrohten Filmspezies und findet, wenn überhaupt, nur im Amateursektor (ITTENBACH, WALZ und Co. lassen grüßen) Erwähnung. Dennoch werden neben anstrengenden Arthouse-Gurken und schmalzigen Tragikomödien auch ab und an ungeförderte Schauerwerke produziert, die dann still und leise in die Videotheken wandern, damit das Kinopublikum nicht merkt, wie desaströs angestaubt und zwanghaft sozialkritisch der deutsche Film ist. Dass das aber auch anders geht, haben einige wenige nationale Produktionen bewiesen. Filme, wie ANATOMIE und ZIMMER 205 – TRAUST DU DICH REIN (wir berichteten) haben sich von den biederen Konventionen des deutschen Spielfilms verabschiedet und sich stattdessen ein Beispiel am internationalen Treiben genommen. So kam es, dass im Jahr 2010 der vom ZDF mitfinanzierte RAMMBOCK nicht nur ausreichend Lob und Preise abstauben konnte; Deutschlands Antwort auf die beliebte Zombieproblematik wurde sogar gewinnbringend ins Ausland verkauft und dort mit natürlich weitaus reißerischem Namen in den Handel gebracht. Auch BELA KISS: PROLOGUE ist einer jener ambitionierten Streifen, der vermutlich im Ausland mehr Aufmerksamkeit erhaschen wird, als es im eigenen Land der Fall sein dürfte. Hierzulande wurde das Debütwerk bisher etwas sehr stiefmütterlich behandelt, erhielt aber Anfang 2013 immerhin einen limitierten Leinwandausflug. Mitbekommen haben das vermutlich nur die wenigsten Horrorfans, so dass jetzt ein Jahr später die Heimkinofassung ins Haus steht, damit sich Liebhaber des grausigen Meuchelns von der beachtlichen Qualität dieses Schauermärchens überzeugen können. Hinter dem Gruselausflug steckt das Team von MIRROR MAZE, bestehend aus den vier ehemaligen Filmstudenten LUCIEN FÖRSTNER, SYLVIA GÜNTHER, STEVEN WEBER und ERIC KAZAK. Die hatten die Idee aus der Biografie des berüchtigten Serienmörders BELA KISS ein Diplomprojekt zu machen. Viel Geld war nicht vorhanden und eine Förderung nicht möglich, da die Macher zum Zeitpunkt des Projektstarts noch Studenten waren, was eine Filmförderung ausschließt. So wurde viel improvisiert und hauptsächlich selbst finanziert, was dem fertigen Streifen aber zu keinem Zeitpunkt anzusehen ist.
 
BELA KISS: PROLOGUE handelt vom mysteriösen Treiben des geheimnisumrankten ungarischen Serienmörders Béla Kiss, der um die Zeit des Ersten Weltkriegs mindestens 23 jungen Frauen ermordet und deren Leichen (darunter auch seine Frau) in großen Metallbehältern auf seinem Grundstück gebunkert haben soll. Gefasst wurde er nie und dass, obwohl er im Verlauf seines Lebens an verschieden Plätzen rund um den Globus gesichtet wurde. In BELA KISS: PROLOGUE wird der Mythos des geisteskranken Mörders fiktiv weitergesponnen und aus dem berüchtigten Irren ein blutgeiler Schlächter gemacht, der sich durch den Lebenssaft seiner Opfer am Leben erhält. Seine treusorgende Sippschaft führt im 21. Jahrhundert irgendwo in einem Wald nahe Budapest (wo auch sonst) ein verstecktes Stundenhotel. Dorthin flüchten ein paar Kleinkriminelle, die nach einem Bankraub einen sicheren Unterschlupf für sich suchen. Fast angekommen, vermiest ihnen ein besorgter Jäger die Freude am schnellen Geld. Der wird jedoch kurzerhand in die ewigen Jagdgründe befördert, und die Stimmung der Gruppe ist im Keller. Kaum im Hotel eingecheckt, geht der Streit erst richtig los. Die Freunde beginnen, einander zu misstrauen und Konflikte werden geschürt. Da verschwindet plötzlich einer nach dem anderen auf mysteriöse Weise und wird im Keller seines Lebenssaftes beraubt.
 
Wie bereits der Titel erahnen lässt, möchten die Macher des Films, dass deren neu kreiertes Franchise in Serie gehen soll. Ob das jedoch gelingen wird, bleibt abzuwarten, wünschenswert wäre es zumindest, gab es nach ANATOMIE (2000) und ANATOMIE 2 (2003) keine deutsche Horror-Reihe mehr im Kino zu sehen, die Lust auf mehr gemacht hätte. Den Anfang macht aber nun erst einmal BELA KISS: PROLOGUE, der für ein günstig gedrehtes Debütstück erstaunlich hochwertig anzuschauen ist und sich offensichtlich an den Regeln des amerikanischen Hochglanz-Horrorkinos orientiert. Für den Fan deutscher Filme eine etwas gewöhnungsbedürftige Angelegenheit, schaut BELA KISS: PROLOGUE nicht im Geringsten nach dem aus, was dem Gebührenzahler sonst so im Öffentlich Rechtlichen TV angedreht wird. Der Zuschauer erlebt verspielte Kamerafahrten, die fast schon künstlerisch um die Protagonisten schweben und ein detailverliebtes Ausstattung, bei der man stets spürt, dass hier enorm Herzblut investiert wurde (das Team hat bereits ein Jahr vor Drehbeginn Möbel aus Haushaltsauflösungen gesammelt, um Geld zu sparen). Zudem erfreut eine permanent unheimliche Atmosphäre, die anfänglich nicht so wirklich ahnen lässt, worauf der Film nun eigentlich hinauslaufen soll. Natürlich steht die titelgebende Hauptfigur im Mittelpunkt, die am Ende nach Haus zurückkehrt, um ihr krankes Hobby fortführen zu können: hübschen Frauen aufzulauern, um sie anschließend kaltblütig zu töten. Ungewöhnlicherweise fällt BELA KISS: PROLOGUE nicht mit der Tür ins Haus, denn der Antagonist findet hier nur in kurzen Rückblenden Erwähnung, in denen noch einmal die Etappen seines bisherigen Daseins beleuchtet werden. Der Film selbst konzentriert sich in erster Linie um KISS’ Komplizen, die sich in einem Hotel niedergelassen haben und nun sehnsüchtig auf die Ankunft des “Meisters” warten. Damit ihnen ohne dessen Anwesenheit nicht allzu langweilig wird, kommen ihnen einige neugierige Gäste gerade recht. Die stellen viele komische Fragen, spionieren auf dem Anwesen umher und finden sogar jene Metallbehälter, in denen KISS’ seine ermordeten Opfer versteckt hält. Dass soviel unverfrorene Schnüffelei bestraft werden muss, merken die fünf Bankräuber recht schnell. Denn noch bevor die Freunde hinter das Geheimnis des gruseligen Hotels kommen, finden sie sich bereits im Keller wieder, wo sie kopfüber zum Ausbluten über Schüsseln aufgehangen werden. Auch wenn man sich bis dahin etwas sehr viel Zeit lässt, gefällt, wie rabiat es für deutsche Verhältnisse zur Sache geht. Das Team rund um LUCIEN FÖRSTNER hat die Hausaufgaben perfekt erledigt und BELA KISS: PROLOGUE entwickelt sich souverän zu einer blutigen Mixtur aus Vampirfilm, MICHAEL BAY’S TEXAS CHAINSAW MASSACRE (2003) und ELI ROTHS kontroversem HOSTEL (2005).
 
Ob BELA KISS: PROLOGUE fortgeführt wird, wird sich zeigen. Der Film wurde auf Englisch gedreht, was es erleichtert, den Streifen auch im Ausland zu verkaufen. Da kann man nur hoffen, dass man dort auf den Geschmack deutscher Blutwurst kommt und möglichst schnell ein Sequel gedreht wird. Bleibt die Produktion auf ähnlich technischem Niveau und hält an derartig schroffer Bildsprache fest, könnte deutscher Horror nach Frankreich und Spanien ebenso international Kasse machen.
 
 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Lecker Blutwurst aus Deutschland. Ungewohnt blutig und rabiat geht es für deutsche Verhältnisse in BELA KISS: PROLOGUE zu. Wer Filme wie TEXAS CHAINSAW MASSACRE und HOSTEL mag, sollte definitiv einen Blick riskieren und die Scheibe kaufen, damit möglichst schnell eine Fortsetzung nachgeschoben wird.
 
 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Zensur

 
 
 
BELA KISS: PROLOGUE ist auf Blu-ray und DVD ungeschnitten zu haben. Zu Beginn und am Ende kommt das Special Effect-Make up reichlich oft zum Einsatz und verfehlt seine Wirkung nicht. Daher hat es bei der FSK auch für eine KJ-Freigabe gereicht.
 
 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
bela kiss prologue blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bela Kiss: Prologue; Deutschland 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: FSK 18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: 2 Making Ofs, 2 Audiokommentare, B-Roll, Deleted Scenes, Special zur Deutschlandpremiere, Original 35mm-Aufnahmen, Bildergalerie, Storyboard-Vergleich, 2 Trailer

 
 
 
BELA KISS: PROLOGUE ist nun auf Blu-ray erschienen und glänzt mit einer prunkvollen Ausstattung und einem phänomenal hochwertigen Bild. Das kann für ein deutsches Indie-Projekt fast schon als Glanzstück betiteln werden, wenn man bedenkt, dass BELA KISS von unerfahrenen Filmstudenten umgesetzt wurde. Die Schärfe ist beachtlich und der Kontrast unglaublich satt. Hier lassen sich sogar Falten und Poren auf Händen und Gesichter erkennen; selbst die Tannennadeln der Bäume des Waldes lassen sich zählen, insofern man sich die Arbeit machen möchte. Leider gab es zu Beginn auch einen Bildfehler, der vermutlich so nicht gewollt gewesen ist. Während einer Flugszene über den Wald (00:13:15) werden die Bilder einige Sekunden lang verzehrt und unscharf dargestellt. Das verschandelt zwar die hübsche Naturaufnahme, ist aber zu verschmerzen. Auch beim Ton überzeugt der Streifen. Der Score ist kraftvoll und lässt die Boxen arbeiten, die Stimmen sind stets gut zu verstehen und eine dezent eingesetzte Geräuschkulisse bewirkt eine angenehme und stimmige Räumlichkeit. Wer sich nach dem Film noch über BELA KISS: PROLOGUE informieren möchte, kann in einer umfangreichen Auswahl an Bonusmaterial stöbern. Da es sich hier um einen deutschen Genrefilm handelt, sind demzufolge auch die meisten Extras in deutscher Sprache vorzufinden. Es gibt zwei Audiokommentare der Macher (in deutscher Sprache), ein Making of in Deutsch (14 Minuten, HD) und eins in Englisch (ca. 23 Minuten, HD, feste dt. Untertitel) sowie ein dreiminütiges Special zur Deutschlandpremiere des Streifens (in deutscher Sprache, HD). Weiter geht’s mit gelöschten Szenen, die es nicht in den fertigen Film geschafft haben (rund 8 Minuten, unbearbeitet Filmmaterial ohne Musik) und interessante Storyboard-Vergleiche (rund 8 Minuten) in denen man zwei Szenen parallel in Skizzen betrachten darf. Hinter dem Menüpunkt „B-Roll“ verstecken sich Filmaufnahmen vom Set, die von den Machern per Voice-over kommentiert werden (in deutscher Sprache, rund 15 Minuten). Außerdem haben es noch einige Original 35-mm-Aufnahmen auf die Scheibe geschafft, die das Leben von BELA KISS in Rückblenden schildern (rund 3 Minuten) sowie eine animierte Bildergalerie mit Fotos aus dem Film (rund 2 Minuten, mit Musik unterlegt). Der Trailer in deutscher und englischer Sprache darf natürlich nicht fehlen.
 
Die Blu-ray von BELA KISS: PROLOGUE ist ein Traum. Nicht nur das die Technik stimmt; ein derart dickes Bonuspaket hat man auf einer Horror-Blu-ray eines deutschen Horrorfilms vermutlich noch nie gesehen. Wir können diese Veröffentlichung nur empfehlen, denn hier stimmt das Preis/Leistungsverhältnis, auch wenn es leider keine deutsche Untertitlung für den Hauptfilm gibt.
 
 

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BELA KISS: PROLOGUE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 
Texas Chainsaw Massacre: The Beginning (2006)

Wrong Turn 5 (2012)


Filmreview: “Found” (2012)

found 2012
 
 
 

FOUND

Story

 
 
 
Marty ist 12 Jahre alt, geht in die 5. Klasse und schnüffelt gern mal im Zimmer des großen Bruders herum. Der ist ein Serienkiller und bringt gern die Köpfe seine Opfer mit nach Hause, wo er sie im Wandschrank versteckt hält …
 
 
 


 
 
 

FOUND – Kritik

 
 
 
Kinder können so grausam sein, vor allem dann, wenn sie sich mitten in der Pubertät befinden. Da durchleben Heranwachsende nicht nur eine komplizierte Persönlichkeitsentwicklung; auch der Reiz des Verbotenen und die Neugier auf das “Nicht-Alltägliche” macht diese Phase für werdende Erwachsene zu einer aufregenden und besonderen Zeit. Leider bedeutet Erwachsenwerden auch, sich behaupten zu müssen. Rangeleien und Machtkämpfe unter Gleichaltrigen sind keine Seltenheit und die Schwelle zum Mobbing ist in vielen Fällen fließend. Wer sich nicht durchsetzen kann und schwach bleibt, gerät schnell ins Visier gehässiger Mitschüler, die den Schulalltag für Leidtragende zur Hölle machen. Auch der Fünftklässler Marty (authentisch gespielt von Newcomer GAVIN BROWN) in FOUND hat so seine Probleme mit den Klassenkameraden. Die haben ihren Spaß daran, gemeine Lügen über den Außenseiter zu verbreiten und ihm in der Schultoilette aufzulauern. Für Marty Grund genug, sich immer weiter in seine eigene Welt zurückzuziehen. Er malt Superhelden-Comics in denen er die Hauptrolle spielt und geht gern auch unerlaubt auf heimliche Entdeckungstour in das Zimmer seines älteren Bruders Steve (brillant aggressiv und beängstigend verkörpert von ETHAN PHILBECK). Der hat nämlich nicht nur eine umfangreiche VHS-Sammlung der besten Horrorstreifen aus den 80ern, sondern versteckt in seinem Wandschrank eine Tasche, in der er skalpierte Köpfe vorwiegend farbiger Frauen verstaut. Für den introvertierten Schüler keiner große Sache, hat er sich schon längst an den schockierenden Anblick der Häupter gewöhnt und findet die Mutprobe immer wieder spannend, den Köpfen der Opfer ins Gesicht zu schauen. Als Marty mal wieder in der Schule schikaniert wird und erneut keinen Rückhalt durch die Eltern erhält, weiht er seinen vermeintlich besten Freund David (ALEX KOGIN) in die geheimen Aktivitäten des größeren Bruders ein. Bruderherz bekommt jedoch schnell von den Schnüffeleien des Geschwisterchens Wind und nimmt sich Marty zur Brust – mit fatalen Folgen.
 
Was man nicht alles mit knappen 8000 US-Dollar auf die Beine stellen kann. Oft ist das wirklich nicht viel. Aber hin und wieder gelingt es Filmemachern trotz geringen Budgets gute Filme zu machen, die dann sogar noch teurer ausschauen, als es der Fall war. FOUND ist mal wieder so ein Beispiel. Der Streifen kann seine Herkunft (trotz hübsch-blutiger Titelsequenz im Comiclook von LOWELL ISAAK) nicht verleugnen und schaut unweigerlich nach Independent aus. Sieht man jedoch von der Prämisse ab, gehört der Horror-Thriller mit zu dem Besten, was das Indie-Horrorgenre hervorgebracht hat. Unkonventionell heißt hier das Zauberwort, das jedem verwöhnten Mainstream-Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren lassen dürfte, denn FOUND pfeift darauf, sich den gängigen Mustern des austauschbaren Horrorfilms zu unterwerfen. Regisseur SCOTT SCHIRMER hat sich dem Roman von TODD RIGNEY angenommen und daraus einen ziemlich umfangreichen Spielfilm über die Suche nach sich selbst gedreht, der sowohl als Coming-of-Age-Drama als auch als Horrorfilm funktioniert. Die Kombination macht’s und hebt sich dabei sogar noch innovativ vom sonstigen Horrorquatsch ab, der dem Filmfan ja derzeit reichlich oft angedreht wird. Wir erleben zwei Brüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sich aber untereinander aufrichtig verbunden fühlen. Beide hegen die Leidenschaft für den Horrorfilm und scheinen fast schon eine Obsession für diese Streifen entwickelt zu haben, was den Eltern seltsamerweise ziemlich egal ist. Bruder Steve hat sich vom trauten Familienfrieden schon längst verabschiedet und stellt das Treiben seines Lieblingsvideos “Headless” in der realen Welt nach. Sein Augenmerk liegt auf dem Ausradieren der Farbigen, die seiner Meinung nach schon alle Bereiche des täglichen Lebens in Beschlag genommen und verseucht haben. Für den jüngeren Marty gelten jene grausigen Streifen stattdessen als naive Mutprobe, ist er doch kindlich fasziniert von den gar grotesken Monstern in diesen Filmen und kann partout nicht genug von diesen Schauerwerken vor die Linse bekommen. Jedes Wochenende fährt er zusammen mit den Eltern in die örtliche Videothek, um sich dort neuen Gruselstoff besorgen zu können, wobei derartige Riten in manch Horrorfan längst vergessene Kindheitserinnerungen wach werden lassen dürften.
 
 

“…my life is a horror movie, but who is the monster? …”

(Marty)

 
 
An Gesellschaftskritik mangelt es in FOUND nicht. Themen wie Rassismus, Mobbing, Homosexualität oder Nachlässigkeit in der Erziehung von Kindern werden auf besonders unangenehme, sogar drastische Weise an den Pranger gestellt. Die schroffe Gesellschaftskritik ist aktueller denn je und Auslöser für die recht unerfreulichen Geschehnisse in FOUND. Auch wenn SCHIRMERS Debüt am Ende doch mehr Drama als Horror ist, sind die wenigen Gewalteskapaden nicht von schlechten Eltern. Hier hat man gänzlich aus dem Vollen geschöpft. Es werden Augen aus den Höhlen gerissen und genüsslich verspeist, Frauen enthauptet und in deren Köpfe penetriert. Schön anzuschauen ist das wahrlich nicht, dürfte aber immerhin den Gore- und Splatter-Nerd erheblich Freude bereiten. FOUND ist ein Nischenfilm und wird mit Sicherheit sein Publikum finden. Im Ausland hat der Schocker selbst abgebrühteste Genrefans in Entzückung versetzt und lief sogar auf dem beliebten AFTER DARK FILMFEST 2013 im kanadischen Toronto, wo er in den Kategorien Beste Titelsequenz und Bester Gore Auszeichnungen erhielt. Auch wenn natürlich nicht alles perfekt ist, waren wir dennoch von der unverbrauchten Idee überrascht, die trotz Low-Budget-Inszenierung nie billig, uninspiriert oder langweilig heruntergerasselt wird. Wer intelligentes Horrorfutter sucht, ist mit diesem Geheimtipp auf jeden Fall gut beraten. Da kann man nur hoffen, dass FOUND ein Indie bleibt und nicht das Interesse “gemeingefährlicher” Majors auf den Plan ruft. Denn uns würde es nicht wundern, würde der halbwegs unverbrauchten Vorlage bald ein glatt poliertes und konventionelles Remake folgen.
 
 
 


 
 
 

FOUND – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
FOUND ist einer der besten Independent-Horrorfilme der letzten Zeit – raffiniert, abartig, kontrovers und intelligent. Das hat auch die internationale Presse erkannt und FOUND mit dem Prädikat “Geheimtipp” ausgezeichnet. Wir können dem nichts entgegensetzen und waren erstaunt, wie “anders” FOUND doch ist. Wer unkommerzielles und unabhängiges Kino mag, sollte auf jeden Fall einen Blick wagen.
 
 
 


 
 
 

FOUND – Zensur

 
 
 
Schwierig zu sagen, ob FOUND hierzulande ungeschnitten durch die FSK kommen wird. Es gibt einige Szenen in denen in Körperteile toter Frauen penetriert wird. Solcher Content dürfte für die deutsche Zensurbehörde kaum zu dulden sein. Mit etwas Glück wäre aber eine ungeschnittene KJ-Einstufung möglich.
 
 
 


 
 
 

FOUND – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mike Mendez’ Killers (1996)
 
Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon (2006)
 
The Orphan Killer (2011)
 
ChromeSkull: Laid to Rest 2 (2011)


Filmreview: “666 – Paranormal Prison” (2013)

666 - PARANORMAL PRISON
 
 
 

666 – PARANORMAL PRISON

Story

 
 
 
Ein weiterer Wackelcam-Film: Ein Team des FBI soll den mysteriösen Vorkommnissen in einem verlassenen Gefängnis auf den Grund gehen und stößt bei den Ermittlungen auf das abgrundtief Böse …
 
 
 


 
 
 

666 – PARANORMAL PRISON – Kritik

 
 
 
Manch deutsches Filmlabel weiß, wie man aus bierernsten Horrorfilmen wahrlich köstliche Komödien zaubert. Man nehme einfach hundsmiserabel zusammengeschusterten Found-Footage-Trash und spendiere ihm eine grottenschlechte Synchronisation mit Sprechern, die offenbar weder ihr Handwerk, noch die deutsche Sprache verstehen. Fertig ist der schnelle Spaß für Zwischendurch, der mit genügend Bier zum Hit auf jeder Filmglotzerfete wird. Die Pornoübersetzung hat 666 – PARANORMAL PRISON auch bitter nötig, denn im Originalton ist der Streifen das wohl Übelste, was das Filmjahr 2013 hervorgebracht hat. Es mag ja immer wieder Horrorfilme geben, die ihr eigentliches Ziel verfehlen und den Zuschauer ins Koma flimmern, statt ihn zu Tode zu ängstigen. In 666 – PARANORMAL PRISON erlebt der Zuschauer eine neue Dimension filmischen Grauens, denn hier steckt zwar der Geist im Film, fehlt dafür aber im Drehbuch. Das macht sich vor allem bei den trivial zusammengesponnenen Dialogen bemerkbar, die sich vornehmlich tief unter der Gürtellinie befinden und sich konstant auf dem Niveau pubertärer Halbwüchsiger bewegen.
 
 
” Wie hast du es nur durch die Aufnahmeprüfung geschafft?” – “Na mit Schwanz und Charisma” – “Oh Mann, weißt du was du brauchst? – Du brauchst Jesus”
 
 
Eigentlich heißt 666 – PARANORMAL PRISON im Original 616 – PARANORMAL INCIDENT und ist die Quasi-Fortsetzung des bereits 2011 erschienenen PARANORMAL INCIDENT. In Sachen Dilettantismus ist der nachfolgende Teil dem Erstling ebenbürtig und darf als wohl ultimatives Schlaferlebnis im aktuellen Filmjahr gewertet werden. Umso dreister, dass man dem ohnehin schon desaströsen Vorgänger eine Fortsetzung folgen ließ, die für den internationalen Filmmarkt sogar noch unter anderem Namen vermarktet wurde. Ein Schelm, wer da Böses vermutet, schließlich hätte bei so einem katastrophal zusammengeklautem Vorgänger kein Horrorfan zum Sequel gegriffen. Weil in “Geist”-reichen Zeiten “verwackelte” Kinoerfolge wie PARANORMAL ACTIVITY (2007) genug Zaster in die Kinokassen schwemmen, sind es vor allem die kleinen Indieproduktionen, die mit unzureichendem Know-How die Erfolgsrezeptur der Großen zu kopieren versuchen. Und gerade weil man für Found-Footage-Filme kein teures Equipment oder viel Budget benötigt, sprießen solche Werke wie die Pilze aus dem Boden. 666 – PARANORMAL PRISON ist auch so eine dieser Produktionen, die mit möglichst wenig Aufwand ganz viel Umsatz generieren möchten. Ganz zum Leidwesen des Filmfans, der sich aufgrund des reißerisch gestalteten Covers zum Kauf verleiten lässt und sich nach Sichtung schwarz ärgert, weil er für so einen Schwachsinn viel Geld ausgegeben hat. 666 – PARANORMAL PRISON wurde von DAVID CHIRCHIRILLO inszeniert, der bisher nicht weiter aufgefallen ist und auch noch nichts Nennenswertes geleistet hat. Weil man vermutlich in 666 – PARANORMAL PRISON kein großartiges Erfolgspotenzial gesehen hat, durfte der bisher unbekannte CHIRCHIRILLO gleich mal sein nichtvorhandenes Regiekönnen unter Beweis stellen und an seinem Spielfilmdebüt tüfteln. Wo hier der dreiste Ideenraub stattgefunden hat, ist schnell ergründet, denn 666 – PARANORMAL PRISON entpuppt sich als lächerliches Light-Duplikat des bereits 2011 entstandenen GRAVE ENCOUNTERS, der in Genrekreisen durchaus positiv aufgenommen wurde.
 
Während sich im besagten GRAVE ENCOUNTERS ein Filmteam durch eine spukende Psychiatrie kämpft, ist es in 666 – PARANORMAL PRISON eine Spezialeinheit des FBIs, die in ein leerstehendes Gefängnis gerufen wird, weil es dort nicht mit rechten Dingen zugehen soll. Man stößt auf eine seltsame Frau, die wenig später von einer (Para)Psychologin aus anfänglich unerklärlichen Gründen in einen Zelltrakt gesperrt wird. Eine gute Entscheidung, denn schnell stellt sich heraus, dass die ominöse Fremde gar nicht so hilflos ist, wie sie es anfänglich vortäuscht. In ihr steckt das Böse, das sich durch die Wände des Gebäudes frisst und bald für das Verschwinden und den Tod des gesamten Einsatzteams verantwortlich gemacht wird. Das abgedroschene Filmthema über Geister in verwaisten Gebäuden durchläuft dabei die gängigen Regeln üblicher Found-Footage-Ware. Das Geschehen wird wie gewohnt mit Hilfe verschiedener Kameratechniken protokolliert, die oftmals kaum erkennen lassen, was da im Film gerade passiert. Hierbei kommen sogar Brillen zum Einsatz, in welche Mikrokameras verbaut wurden. Vermutlich die wirklich einzige erwähnenswerte Idee im gesamten Film, erweist sich diese Methode gerade dann als recht effektiv, wenn der Zuschauer das Geschehen aus der Egoansicht miterleben darf. Da flitzen dann doch schon mal dunkle Gestalten auf die ahnungslosen Crewmitglieder zu, so dass sich der Genrefan in einer Art filmischem Egoshooter wähnen dürfte. Apropos Gestalten, hier hat man sich leidenschaftlich beim Original EVIL DEAD (1981) bedient. Denn nachdem die einzelnen Crew-Mitglieder nacheinander das Zeitliche gesegnet haben, wandeln sie als besessene Killerdämonen mit weißen Kontaktlinsen durch die Gänge des Gefängnisses. SAM RAIMI hat es 1981 vorgemacht, DAVID CHIRCHIRILLO 2013 kläglich kopiert. Ansonsten gibt es in 666 – PARANORMAL PRISON viel Füllstoff, damit der Streifen auf seine Filmzeit kommt. Wir erleben unwichtige Entdeckungstouren, die oft gar keinen Sinn ergeben, eine klaustrophobische Kulisse, die erst gar nicht genutzt wird um zu Erschrecken oder gar zu Gruseln und einen kaum vorhandener Spannungsbogen, der 666 – PARANORMAL PRISON zum wohl langweiligsten Wackelcam-Heuler der letzten Dekaden macht. Wem seinen Lebenszeit kostbar ist, sollte diesen Billigmist möglichst meiden, denn mit Filmen wie 666 – PARANORMAL PRISON versaut man sich nur die Freunde am Tag!
 
 
 


 
 
 

666 – PARANORMAL PRISON – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
Talentfreie Laiendarsteller, dreist geklaute Ideen, absolut furchtbare Synchronisation, austauschbare Handlung und eine nahezu nicht vorhandene Spannungskurve. In 666 – PARANORMAL PRISON gibt es kaum Positives, das Erwähnung finden könnte. Wer dennoch den Mut aufbringt, einen Ausflug in dieses Gefängnis zu wagen, sollte auf das Schlimmste vorbereitet sein – wir haben Euch gewarnt!
 
 
 


 
 
 

666 – PARANORMAL PRISON – Zensur

 
 
 
In 666 – PARANORMAL PRISON gibt es am Ende etwas Splatter zu sehen. Aufgrund einiger zerstückelter Leichenteile wurde der Streifen hierzulande ab 18 Jahren freigegeben. Die deutsche Fassung ist mit KJ-Kennzeichnung ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

666 – PARANORMAL PRISON – Deutsche Blu-ray

 
 
 
666 - PARANORMAL PRISON blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 616: Paranormal Incident; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DD 2.0

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK 18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interview-Feature (ca. 9 Minuten, keine UT), Audiokommentar (keine UT), Filmtrailer (ca. 3 Minuten)

 
 
 

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666 – PARANORMAL PRISON – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Grave Encounters 2 (2012)

Grave Encounters (2011)

Apartment 143 (2011)


Filmreview: “Machete Kills” (2013)

Machete-Kills-2013
 
 
 

MACHETE KILLS

Story

 
 
 
Machete (Danny Trejo) wird auf Bitten des US-Präsidenten (Charlie Sheen, bzw. Carlos Estevez) nach Mexiko gebracht, wo er einen psychopathischen Gangsterboss darin hindern soll, eine Atomrakete auf die amerikanische Hauptstadt abzufeuern …
 
 
 


 
 
 

MACHETE KILLS – Kritik

 
 
 
Als die Regisseure ROBERT RODRIGUEZ und QUENTIN TARANTINO die liebenswerte Hommage an die schäbigen US-Erwachsenenkinos der 70er und 80er Jahre unter dem Titel GRINDHOUSE (2007) in die Lichtspielhäuser brachten, dürfte vermutlich keiner der beiden geahnt haben, welchen neuen Kult sie damit auslösen würden. Während sich das Double-Feature bestehend aus DEATH PROOF und PLANET TERROR nur schleppend in den Kinos behaupten konnte und nicht den Erfolg an den Kassen generierte, den man sich gewünscht hätte, kamen die Streifen wenig später in Europa getrennt voneinander auf die Leinwände und alles wurde gut. Besonderes Augenmerk galt jedoch einigen stilecht umgesetzten Trailern nicht existierender Horrorstreifen, die ebenfalls in den Vorstellungen gezeigt und von bekannten Genregrößen wie ELI ROTH oder ROB ZOMBIE umgesetzt wurden. Die schmuddeligen Werbefilmchen gefielen vielen Zuschauern so gut, dass ein Aufschrei durch die Filmgemeinde ging, mit der Bitte doch diesen Clips richtige Leinwandauftritte folgen zu lassen. Gesagt getan – drei Jahre später erschienen die Spielfilmumsetzungen des ersten beiden Fake-Trailers: HOBO WITH A SHOTGUN und MACHETE. Für letzteren nahm RODRIGUEZ erneut auf dem Regiestuhl Platz und erntete mit der vollkommen überzogenen Actionhatz ausreichend Lob unter Liebhabern deftiger Kinounterhaltung. Finanziell war MACHETE ein Erfolg, so dass es nur eine Frage der Zeit war, bis eine Fortsetzung nachgeschoben werden musste. MACHETE KILLS heißt der neue Filmspaß und schließt direkt an die Geschehnisse des Vorgängers an. RODRIGUEZ ist auch diesmal wieder als Filmemacher am Start und hat eine beachtlich prominente Cast um sich scharen können. DANNY TREJO, der mit Filmcharakter MACHETE CORTEZ die Rolle seines Lebens erhalten haben dürfte, wird mit ausreichend Starpower unterstützt. An seiner Seite waten erneut bekannte Größen der amerikanischen Traumwerkstatt durch Liter von tiefrotem Filmblut. Wie bereits im Teil zuvor bekommt der Zuschauer ein Who-is-Who Hollywoods vor die Linse. So gibt’s Starauftritte von ANTONIO BANDERAS, MEL GIBSON, CHARLIE SHEEN und sogar LADY GAGA zu sehen, wobei die Sängerin offenbar nur in den Film „gelockt“ wurde, um MACHETE KILLS auch einem jüngeren Publikum schmackhaft zu machen, lässt sich doch mit einer derartigen Popikone zusätzlicher Umsatz generieren. Der extrovertierte Popstar hat, trotz pompösem Auftritt, gerade einmal rund drei Minuten Screentime, was bei Fans der Künstlerin für Enttäuschung sorgen wird, wurde doch mit der GAGA im Vorfeld ausgiebig auf Filmplakaten geworben.
 
Der Anfang der Fortsetzung wird mit dem Mord an Machetes Geliebten Sartana Rivera (JESSICA ALBA) eingeläutet. Die wird während der Festnahme einiger korrupter Waffenhändler von einem maskierten Unbekannten durch einen heimtückischen Kopfschuss in die ewigen Jagdgründe beförderte. Damit Machete (DANNY TREJO) nicht allzu lang zu trauern hat, wird er kurzerhand in das Weiße Haus geladen, wo er vom US-Präsidenten (CHARLIE SHEEN) höchstpersönlich zum amerikanischen Staatsbürger deklariert wird, insofern er nach San Antonio reist und dort Marcos Mendez (DEMIAN BICHIR) ausradiert. Der mexikanische Gangsterboss und durchgeknallte Psychopath will Washington, D.C. mittels Interkontinentalrakete in die Luft sprengen, was Machete natürlich verhindern soll. Der stille Rächer reist nach Mexiko und bemerkt schnell, dass dort einige skurrile Zeitgenossen hausen, mit denen nicht gut Kirschen essen ist und die auf Machete sowieso nicht gut zu sprechen sind.
 
Alles beim Alten und doch irgendwie nicht. MACHETE KILLS ist ein zweischneidiges Schwert. Die herrlich überzogene Parodie auf Actionfilme und die darin immer wieder auftretenden Klischees und Stereotypen sind auch in diesem Sequel permanent präsent. Der zweite Teil ist ebenso abgefahren, in Bezug auf die mexikanische Immigrationspolitik der Amerikaner absolut giftig und geizt nicht mit extravaganten Splatter-Exzessen. Leider erreicht das Gezeigte bei Weitem nicht mehr die geniale Frische des Vorgängers. Vielmehr mag man in MACHETE KILLS das Gefühl nicht loswerden, man hätte unter dem Druck gestanden, eine Fortsetzung erzwingen zu müssen. Das Geschehen ist zwar erneut vollgestopft mit geschmacklosen Gags und abstrusesten Wendungen; wirklich Neues wird jedoch kaum hinzugefügt und der Unterhaltungswert hält sich zumindest im ersten Teil der Handlung eindeutig in Grenzen. Der stoische und eher wortkarge Einzelkämpfer MACHETE darf auch in seinem neusten Leinwandauftritt zum Schlitzwerkzeug greifen und findet sogar erheblich Gefallen an der überarbeiteten Version seines beliebten Meuchelutensils, das sich nun sogar auf Knopfdruck durchs Fleisch seiner Gegner schneidet. Weil sich MACHETE KILLS jedoch eindeutig mehr auf das Abhandeln diverser Cameos konzentriert und diese bei Weitem mehr Aufmerksamkeit erhalten, als der Titelheld selbst, bleibt der eher talentlose TREJO zwischen all den aufgedrehten Starauftritten seiner Gegenspieler vollkommen blass und unauffällig. Im direkten Vergleich zum Auftritt des (erschreckend gealterten) GIBSON oder BANDERAS agiert TREJO absolut unbeholfen, so dass man ernüchtert feststellen muss, dass TREJO in der Hauptrolle schnell an seine Grenze stößt und der Bezeichnung Schauspieler nicht im Entferntesten gerecht werden kann. Da fragt man sich doch glatt, wie er sich mit nur stupid in die Kamera glotzen durch den ersten Teil mogeln konnte. Immerhin legt RODRIGUEZ ein rasantes Tempo vor, so dass kaum Zeit bleibt, sich über die diversen Mankos den Kopf zu zerbrechen. Es wird sich mit allerhand grotesken Waffen durch den Film geballert, wobei die Albernheiten gegen Ende schon in fast abstruse Sphären driften: MACHETE rettet die Welt, springt auf eine Rakete und düst in den Weltraum, um seinen Kampf gegen das Böse fortzusetzen. Bösewicht VOZ (MEL GIBSON) hat sich kurzerhand ins All abgesetzt und wartet nur darauf von dort aus seine finsteren Machenschaften fortführen zu können. Als ob das nicht alles schon vollkommen bescheuert wäre, bringt RODRIGUEZ mit einem neuen Fake-Trailer das Fass zum Kochen: MACHETE KILLS AGAIN … IN SPACE. Da werden Erinnerungen an den zehnten Teil der berüchtigten FREITAG DER 13.-Reihe und natürlich an die STAR WARS-Trilogie aus der Feder von GEORGE LUCAS wach. Ob der Film jedoch je gedreht werden wird, dürfte fraglich bleiben. Denn bisher brachte das aktuelle Sequel nicht den erhofften Erfolg, denn man sich gewünscht hatte.
 
 
 


 
 
 

MACHETE KILLS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Absurd-blutiger Actionspaß für (fast) die ganze Familie. Leider bleibt MACHETE KILLS hinter den Erwartungen zurück und ist mit seinen knapp 100 Minuten an konstruiert wirkenden Wendungen einfach zu lang geraten. DANNY TREJO entpuppt sich als katastrophaler Schauspieler und die vielen splattrigen Ideen kaschieren gekonnt, dass das Potenzial von MACHETE eigentlich schon nach Teil eins verbraten wurde. Unterm Strich bleibt MACHETE KILLS ist ein mittelmäßiger Film, der eigentlich nicht hätte sein müssen und bei dem bereits im Teil zuvor alles gesagt wurde, was von Interesse gewesen wäre.
 
 
 


 
 
 

MACHETE KILLS – Zensur

 
 
 
Kennste MACHETE, dann kennste auch MACHETE KILLS. Der Gewaltpegel ist dem ersten Teil ebenbürtig. Aufgrund der selbstironischen und vollkommen überzogenen Umsetzung sind die Kills nicht sonderlich hart anzuschauen. Daher wurde MACHETE KILLS ab 16 Jahren ungeschnitten in die Kinos gebracht. Eine FSK16-Veröffentlichung für den Heimkinomarkt war demnach logisch. Die Heimkinofassung ist mit FSK16 vollkommen komplett.
 
 
 


 
 
 

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(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Machete Kills; Russland, USA 2013

Genre: Thriller, Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 108 Min. (uncut)

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Deleted Scenes, Trailer und TV-Spots (Bonus zusammen: ca. 42 Minuten)

Release-Termin: 23.05.2014

 
 
 

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MACHETE KILLS – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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