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Filmreview: “Dark Touch” (2013)

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DARK TOUCH

Story

 
 
 
Die kleine Neve (Missy Keating) hat Furchtbares durchgemacht. Nachdem die Eltern und der kleine Bruder bei einem mysteriösen Ereignis ums Leben gekommen sind, wird sie von den befreundeten Galins aufgenommen und liebevoll betreut. Doch jedwede Form von Zuneigung stößt das verstörte Mädchen mit heftigen Widerstand zurück. Neves Wut und Verzweiflung manifestieren sich in Telekinese und richten unerwarteten Schaden an. Ihre unzugängliche Art stößt bei den Pflegeeltern auf Unverständnis. Während Schulpsychologin Tanya (Charlotte Flyvholm) Neves Verhalten auf elterlichen Missbrauch zurückführt, ist die Pflegemutter schnell am Ende mit ihrem Latein …
 
 
 


 
 
 

DARK TOUCH – Kritik

 
 
 
Frankreich ist immer für eine Überraschung gut. Da schwappte 2003 mit HIGH TENSION (2003) eine neue Terrorwelle über den Globus und ließ die amerikanische Traumfabrik neidvoll nach Europa glotzen. Nun viele Jahre nach Extremhorror Made in France ist es bei unseren Nachbarn recht ruhig geworden, haben sich die bekannteren französische Genre-Regisseure nach Amerika abgesetzt und verdienen sich dort ein goldenes Näschen. Immerhin hat die Französin MARIA DE VAN mit ihrem gar verstörenden Gruselstreifen DARK TOUCH mal wieder frischen Gruselstoff aus Europa in die Kinos gebracht. Der Film ist zwar eine Kooperation zwischen Frankreich, Irland und Schweden steht aber mit seiner gar grausigen Bildsprache jüngsten europäischen Horrorfilmen wie LIVID (Frankreich, 2011), JULIA´S EYES (Spanien, 2010) oder THE AWAKENING (England, 2011) in Sachen subtiler Schrecken in nichts nach. DE VAN hat bereits mit ihren kontroversen Streifen IN MY SKIN (2002) und DONT LOOK BACK (2009) für Aufsehen in der Filmszene gesorgt. Die Filmemacherin kümmert sich in ihren Werken mit einer unbändigen Leidenschaft um das Verhältnis von Frauen zu ihren Körpern. Der Körperhorror ist auch in ihrem ersten englischsprachigen Streifen DARK TOUCH Programm, wobei sich diesmal alles um ein elfjähriges Mädchen dreht, die nach dem sexuellen Übergriff durch ihre Eltern lernen muss, sich neu mit ihrer Umwelt zu arrangieren. Dabei wird der Zuschauer auf erschreckend eindringliche Weise mit den kindlichen Qualen der Hauptdarstellerin konfrontiert, die ihre Wut in Form von Telekinese freien Lauf lassen muss und damit erheblichen Schaden anrichtet. Da sausen Möbel unkontrolliert durch das Kinderzimmer, Scherben zerspringen wie von Geisterhand und Feuer flackert an den Wänden. Wer beim unkontrolliertem Möbelrücken hilflos im Weg steht, wird kurzum ausradiert, wobei natürlich all diejenigen auf der Todesliste stehen, die zuletzt ihrem Spross Böses angetan haben.
 
Auch wenn DARK TOUCH in seinen blutigsten Momenten etwas sehr an BRIAN DE PALMAS CARRIE (1976) erinnert, so ist DE VANS Mystery-Beitrag keines dieser plakativen Splatterfeste, die möglichst viel Tod und Leid auf Film bannen müssen. DARK TOUCH ist eher Drama als Horror. Die wenigen Todesszenen dienen einzig dem Zweck, die hilflose Verzweiflung und das angestaute Leid der kleinen Hauptdarstellerin in Bilder zu packen. Die Tochter von Ex-Boyzone Sänger RONAN KEATING legt in ihrer Rolle als schwer traumatisierte Neve eine erstaunliche Glanzleistung hin. Die kleine Darstellerin spricht zwar wenig, ihre Mimik dafür Bände. Nach den schrecklichen Ereignissen kann das geschundene Mädchen keinerlei Vertrauen aufbauen. Ihre Angst vor Berührungen und Nähe manifestiert sich in unkontrollierbarer Wut und Aggression. Bald schon kann die kleine Seele nicht mehr zwischen guten und bösen Intentionen unterscheiden und beginnt, sich mit ihren Peinigern zu identifizieren. Sie nutzt ihre Fähigkeit, um Anderen zu schaden und eine Kettenreaktion des Verderbens wird in Gang gesetzt, an deren Ende selbst die bestraft werden, die es eigentlich nur gut mit dem kleinen Mädchen gemeint haben. Auch wenn es vielleicht etwas geschmacklos anmutet, die Thematik des Kindesmissbrauchs und der Gewalt innerhalb der Familie zum Mittelpunkt eines Gruselfilms zu machen, so muss man doch Regisseurin MARIA DE VAN zugestehen, dass sie die Thematik mit der angemessenen Ernsthaftigkeit betrachtet. Der Film geht nah, vor allem dann wenn zwischen Neve und der Pflegefamilie scheinbar unlösbare Hindernisse liegen und man sich nicht verständigen kann. Unüberbrückbare Kommunikationsbarrieren treiben Pflegekind- und Familie auseinander und lassen DARK TOUCH ins Desaster driften. Auch wenn die wenigen Szenen des Missbrauchs fast schon poetisch dargestellt werden, ist das was Protagonistin Neve erlebt, schon ziemlich schwer verdaulich. Die Ambitionen der Täter bleiben ungeklärt, die emotionale und psychische Verfassung des Opfers wird in düsterer und leidvoller Bildsprache in den Mittelpunkt gerückt. Leider verderben die letzten zehn Minuten den ansonsten durchweg sehenswerten Mysteryfilm. Das Ende verliert sich in einem sehr überzogenem Horrorfinale und verfängt sich in einer haarsträubenden Mischung aus besagtem CARRIE und DORF DER VERDAMMTEN (1960). Die letzte Szene zeigt sich kompromisslos und hart – hier hätte man sich dann doch lieber in einem Happy End gewähnt. Nichtsdestotrotz ist DARK TOUCH definitiv eine Empfehlung wert und Diskussionsbedarf dürfte nach Sichtung auf jeden Fall gegeben sein!
 
 
 


 
 
 

DARK TOUCH – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
DARK TOUCH ist Beweis dafür, dass die besten Filmideen der letzten Zeit aus Europa kommen. Ein eindringlich gespieltes und erschreckend brisantes Gruselstück, das mehr der kontroversen Thematik wegen Magengrummeln verursacht, anstatt aufgrund unheimlicher Bildsprache. DARK TOUCH ist definitiv eines des Gruselhighlights im Filmjahr 2013 – Grandios!
 
 
 


 
 
 

DARK TOUCH – Zensur

 
 
 
DARK TOUCH ist eher Drama als Horror. Es geht hier eher ruhig zugange, wobei auch einige Splatterszenen in typischer CARRIER-Manier gezeigt werden. Selbstzweckhaft sind die jedoch nicht, so dass DARK TOUCH in Deutschland mit FSK16 veröffentlicht wird. Ungeschnitten versteht sich!
 
 
 


 
 
 

DARK TOUCH – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Carrie (1976)

Das Dorf der Dammten (1960)

Das Dorf der Verdammten (1995)

The Children (2008)

Teufelskind Jushua (2007)


Filmreview: “The Evil Inside” (2011)

Filmplakat "The Evil Inside" (2011)
 
 
 

The Evil Inside

Story

 
 
 
“Sarah” schaut so rein gar nicht gesund aus, sie muss Schreckliches erlebt haben, denn psychisch wirkt sie ein wenig durcheinander. Kein Wunder, beginnt sie soeben fürchterliche Ereignisse aus der Vergangenheit aufzuarbeiten. Um dem traumatisierten Mädchen erneut die Vorzüge des Lebens schmackhaft zu machen, lädt sich die beste Freundin „Lucy“ flink selbst ein und hat sogar einige Bekannte im Schlepptau, die die leidenden “Sarah” etwas aufmuntern sollen. Doch in wirklich ausufernder Feierfreude wägt sich “Sarah” leider nicht, denn sie beginnt schreckliche Visionen zu sehen, Visionen in denen sie ihre Gäste sterben sieht. Bald schon ereignet sich der erste Unfall, der sich haargenau so abgespielt, wie es “Sarah” vorausgesehen hatte …
 
 
 


 
 
 

The Evil Inside – Kritik

 
 
 
Kaum flimmert ein halbwegs erfolgreiches Film-Franchise über die weltweiten Kinoleinwände, darf man flink davon ausgehen, dass sich vor allem die kleinen Produktionsstudios gierig darauf stürzen werden und sich bemüht darin versuchen, derart Filmkonzept gewinnbringend nachzueifern. Der werden schnell einige Gedanken zu Papier gekritzelt und die Ideen der erfolgreichen Vorlage formgerecht originalgetreu recycelt. Hin und wieder kann es dann schon einmal vorkommen, dass das Resultat gar nicht mal so übel ist wie anfänglich gedacht und man als Zuschauer vortrefflich unterhalten wird. Die Regel jedoch birgt unzureichend ansprechende Filmkost, auf die der Horrorfilm-Fan getrost verzichten kann. Auch „The Evil Inside“ (der ursprüngliche Filmtitel “Dead Inside” war scheinbar nicht wirklich überzeugend, sodass die Produzenten speziell für den internationalen Filmmarkt einen reißerischeren Titel wählten) ist einer dieser Filme, die eine großartige Idee gierig aufgreifen und dennoch kläglich daran scheitern, etwas halbwegs Gares daraus zu köcheln. Das mag einerseits daran liegen, dass der lauwarme „Final Destination“-Aufguss rein gar nicht so recht zu Potte kommen möchte, denn die Geschichte rund um das traumatisierte Mädchen zieht sich zäh wie Kaugummi. Da wird wild durcheinander geplappert, fies intrigiert und frei, ohne jeglichen Sinn, ungeschickt und unfreiwillig komisch im Bilde gestanden. Die wenigen Charaktere gestalten sich als ziemlich unsympathisch und handeln, wie schon so oft, vollkommen unlogisch. Da „verarbeiten“ zwei emotionslose Volldeppen von Protagonisten den tragischen Tod ihrer soeben verunglückten Freundin, indem sie im elterlichen Schlafzimmer einem netten Schäferstündchen nachgehen. Auch die übrigen Anwesenden scheinen nicht wirklich von ausreichend Intelligenz gebeutelt.
 
In ihrer Panik und der Angst vor dem eignen vorausgesehenen Tod irren sie planlos durch das Haus und drängen die ohnehin schon verängstigte “Sarah” in die Enge. Konflikte werden künstlich geschnürt und dennoch scheint keiner der Anwesenden dazu bereit, sich konsequent um Hilfe zu bemühen. Da wird ein wenig an der Haustür gerüttelt, um rasch festzustellen, dass diese sich nicht öffnen lässt und es wird aus riesigen Fenstern hinaus ins Freie gestarrt, ohne mit dem Gedanken spielen zu wollen, das Glas einschlagen zu müssen, um in die Freiheit flüchten zu können. Immerhin, das Ende überzeugt. Was anfänglich als 08/15-Teenieslasher beginnt, entpuppt sich am Ende als unbedeutendes pseudo-psychologisches Drama, dass zudem einige recht interessante Aspekte über die gebeutelte Psyche der traumatisierten Hauptdarstellerin birgt. Auch wenn die wenigen Erklärungsversuche recht konstruiert und hilflos wirken, so muss man dem Film positiv anrechnen, dass die anfänglich löchrige und hölzerne Inszenierung nach der Auflösung schon irgendwie Sinn macht. Trotzdem, „The Evil Inside“ ist kein Film, den man als interessierter Horrorfilm-Freund gesehen haben muss. Viel zu oft drängt sich der Eindruck auf, dass Regisseur „Pearry Reginald Teo“ kaum Budget zu Verfügung gestanden haben muss, um seinen Werk vielversprechend in Szene setzen zu dürfen. „The Evil Inside“ wirkt von Anfang bis Ende billig, teilweise sogar katastrophal unfertig. Hinzu kommt, dass der aufdringliche Low-Budget-Charakter jegliche Grusel-Stimmung unweigerlich zerstört. Auch wenn einige minimalistisch ausgeleuchtete Räume und gut ausgetüftelte Kameraspielereien durchaus ihre Momente besitzen, ist es einzig und allein “Sarah“-Darstellerin „Hannah Ward“ zu verdanken, das „The Evil Inside“ trotz unausgegorener Inszenierung halbwegs seh- und ertragbar bleibt. Ihr Schauspiel der schrullig-verstört wirkende Hauptdarstellerin überzeugt zwar durchweg – die Kraft, die sie jedoch in ihre Rolle investiert, wirkt in Anbetracht des recht miesen Drehbuchs als vollkommen verschwendet.
 
Man nehme ein wenig „Final Destination“ und etwas „Carrie“, würze die mysteriösen Gegebenheiten mit einer gehörigen Portion zweifelhafter psychologischer Tiefe sowie einem obligatorisch überraschenden Ende. Fertig ist einmal mehr der Horror von der Stange, der zweifelsohne uninspiriert und ideenlos über die heimische Mattscheibe flimmert. Dass „The Evil Inside“ keine gänzliche Bruchlandung einschlägt, ist der recht interessanten Hauptdarstellerin “Sarah” zu verdanken. Ohne sie wäre dieser Nonsens vermutlich nicht einmal ein lauthalses Seufzen wert gewesen. Sie trägt die gesamte Handlung und schafft es sogar in wenigen Minuten eine emotionale Bindung zum Zuschauer zu knüpfen. Bei all den kaltschnäuzigen Beschuldigung und fies ausgeklügelten Intrigen der übrigen Protagonisten gegen das ohnehin schon gebeutelte Mädchen ist das natürlich auch kein großes Kunststück. „The Evil Inside“ eignet sich hervorragend für Horrorfilmanfänger. Der Blutzoll ist erschreckend gering, sodass sich zartbesaitete Filmfreunde mit einem Faible für seichte TV-Mysteriefilmchen kurzweilig unterhalten fühlen dürften. Alteingesessene Fans des bösen, gemeinen und unterschlagenen Films gehen Bitte weiter, denn hier gibt es wahrhaftig nichts zu sehen, was überhaupt von Interesse wäre!
 
 
 


 
 
 

The Evil Inside – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Besser schlecht geklaut, als gut neu gemacht – dieses durchwachsene „Final Destination“-Plagiat darf man gekonnt ignorieren!
 
 
 


 
 
 

The Evil Inside – Zensur

 
 
 
The Evil Inside“ dürfte bedenkenlos mit einer „FSK16“-Einstufung erscheinen. Im Film selbst sieht man keine ausufernden, expliziten Grausamkeiten.
 
 
 


 
 
 

The Evil Inside – Trailer

 
 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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Spiderhole (2009)

Elevator (2011)


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