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Filmreview: “Playback” (2012)

 

Vor genau 15 Jahren brachte „Harlan“, ein kamerafanatischer Teenager, die gesamte eigene Familie kaltblütig um die Ecke, wobei er die Taten akribisch auf Videotape protokollierte. Sein letztes vermeintliches Opfer, ein nur wenige Monate alter Säugling, entgeht nur knapp dem Terror und wird von Polizeibeamten in letzter Minute gerettet. „Harlan“ selbst stirbt im Kugelhagel der Polizei.

15 Jahre später, die Geschehnisse von damals scheinen schon längst vergessen, werden einige Teenager auf den ungelösten Fall aufmerksam.

Als sie von der tatsächlichen Existenz der Filmbänder erfahren, entfacht unter den Freunden der Erkundungsdrang und sie beginnen in den Archiven der Polizeiwache zu stöbern.

Quinn, der Einzelgänger der Clique, findet letztendlich das Band mit dem versuchten Mord an jenem Baby. Bei der Sichtung des Materials scheint eine unheimliche Macht sich seines Körpers zu bemächtigen. Willenlos und besessen von einer unbekannten Präsenz setzt Quinn das grausame Morden von damals fort.

 

 

Schauspieler Christian Slater scheint auch schon bessere Tage erlebt zu haben.

Dem Mädchenschwarm von damals, stand in den 80ern eine große Schauspielkarriere bevor.

Nach Kassenhits wie „Der Name der Rose“ und „Robin Hood – König der Diebe“ wurde es jedoch in den letzten Jahren recht still um den charismatischen Schauspieler.

Anstatt filmische Erfolge zu feiern, machte er vorwiegend durch Skandale und Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam. Wohl ein Grund dessen, warum diverse seiner letzten Projekte kläglich floppten und Slater ausschließlich in drittklassigen Heimkinofortsetzungen bekannter Genrefilme zu sehen war.

Nun, einige schlechte DVD-Produktionen später versucht er auf den unkonventionellen Weg erneut Fuß zu fassen und an damalige Erfolgen anzuknüpfen.

Mit etwas Glück und gutem Willen könnte er es vermutlich sogar halbwegs schaffen, zumindest etwas Aufmerksamkeit auf einschlägigen Genre-Filmfestivals zu erhaschen, denn „Playback“ ist eigentlich gar nicht so dumm, wie es die recht triviale Story vorerst vermuten lässt.

Der Hintergrund über die Veröffentlichungspolitik des Thrillers ist dabei als recht interessant zu betiteln. Denn das eigenfinanzierte Independentfilmchen fand nach Fertigstellung einen mutigen Publisher, der eine völlig neuartige, aber auch riskante, Veröffentlichungstaktik verfolgt. Bevor der Film im März diesen Jahres in die amerikanischen Lichtspielhäuser anlaufen wird, nimmt der amerikanische Vertrieb „Magnolia Pictures“ einen Umweg in Kauf und bietet „Playback“ potenziellen Interessenten vorab in einschlägigen Video-on-Demand Netzwerken zum legalen Download an. Ein zwar riskantes Unterfangen, bedenkt man wie schnell demnach Raubkopien im Internet die Runde machen dürften, aber eine brauchbare und willkommene Alternative für all diejenigen, die nicht erst auf einen Heimkinoauswertung warten möchten, die bekanntermaßen erst sechs Monate nach Kinoauswertung erfolgt.

Doch was hat der interessierten Horrorfan denn nun eigentlich vom Mysterythriller „Playback“ zu erwarten? Sagen wir so, keine innovative filmische Offenbarung.

Vielmehr 90 Minuten kurzweilige und erstaunlich straff inszenierte Unterhaltung, ohne Ecken und Kanten.

Dabei ist es schon recht erstaunlich was da Regieneuling, Michael A.Nickles, der einigen Serienfans als Darsteller in diversen drittklassigen Fernsehserien bekannt sein dürfte, mit dieser aktuellen Genreproduktion auf die Beine gestellt hat. Sein aktueller Spielfilm schaut alles andere als „Independent“ aus und die glatt polierte düstere Hochglanzoptik kommt dem Film und vor allem der recht unterschwellig bösen Aura der Geschehnisse definitiv zugute.

Im Vergleich zu Nickles bisherigen laienhaften Ausflügen in die Welt der Regisseure und Drehbuchautoren, ist „Playback“ sogar halbwegs goutierbar, unterhaltsam und spannend.

Dabei ist unverkennbar, dass sich Nickles beim eigens geschriebenen Drehbuch bei unzähligen asiatischen Horrorfilmen der letzten 10 Jahre ausreichend inspirieren lassen hat.

Denn „Playback“ gestaltet sich in der Umsetzung als ein recht gut funktionierender Flick-Flack aus Klassikern, wie „Pulse“, „Ring“ und „Videodrome“.

Hierbei sei wieder positiv hervorzuheben, dass manchmal dreist geklaut, besser sein kann, als neu erfunden, wenn man es zumindest schafft neue und frische Ideen mit altbekannten Zutaten und Regeln schmackhaft zu kombinieren.

Gewalttechnisch wird natürlich auch einiges geboten, wobei sich die Darstellung der gebotenen Grausamkeiten dennoch sehr in Grenzen hält.

Die wenigen „Kills“ sind zwar kurz und prägnant, dürften aber bei einigen zartbesaiteten Filmfans, aufgrund ihrer kaltschnäuzigen Kompromisslosigkeit, für unangenehme Magenschmerzen sorgen. Gerade Slater´s unschönes Ableben kommt schroff und unerwartet daher und wirkt aber aufgrund des arg grotesk dargestellten Kontextes und der auswegslosen Situation seines Charakters doppelt so hart.

 

 

 

6,5/10 Punkte

 

Zwar vollkommen groteske und unglaubwürdige Rahmenhandlung, aber dennoch recht ordentlicher Teenie-Horrorspaß für Zwischendurch.

Es ist wohlmöglich an der Zeit, Nickles bisheriges filmisches Schaffen aus dem Gedächtnis zu streichen und seinen aktuellen Horrorfilm “Playback” als Neustart zu betrachten.

Playback” besitzt eine gut durchdachte und zügig erzählte Geschichte. In Kombo mit einer handvoll Gewaltakte und einigen netten Spezialeffekten gestaltet sich dieser kleine Independent-Neuzugang als recht sehbare und und vor allem gut verdaubare Genreunterhaltung.

 

FSK-Prognose: problemlos ungeschnitten mit “Keine Jugendfreigabe” – Kennzeichnung / Deutschlandstart: bisher ungewiss

 

Hellraiser80


Filmreview: “The Sleeper” (2011)

 

Die Alpha Gamma Theta Studentenvereinigung feiert die Aufnahme zwei neuer Mitglieder. Dumm nur, dass ein recht kranker Psychopath die Feierlichkeit mit seinen nervigen Telefonterror stört und eine Studentin, nach der nächsten lustlos um die Ecke meuchelt.

 

 

Was es nicht alles so gibt.

Ich bin immer wieder erstaunt mit welch eifrigen Enthusiasmus sich selbsternannte Filmfans und talentfreie Möchtegern-Regisseure an die Umsetzung von scheinbar eigens niedergekritzelten Drehbüchern wagen. Waren Amateurfilme, noch vor einigen Jahren leicht als selbige zu erkennen, ist die Technik heute schon sogar soweit vorangeschritten, dass selbst absolute Filmlaien mit ordentlichem HD Film-Equipment und grundlegenden Editierungskenntnissen zumindest optisch halbwegs hochwertige Filme basteln können. Kein Wunder, dass derzeit der Heimkinomarkt regelrecht von überaus minderwertigen Produktionen überflutet wird.

The Sleeper“ scheint wohlmöglich auch derart „Fan-Ding“ zu sein. Und ganz ehrlich, ich hab mir diesen Quark leider nicht bis zur letzten Filmminute geben können.

Dabei scheinen die Filmmacher von „The Sleeper“ es ersichtlich einfach gehabt haben, ihren absolut sinnfreien Plot auf Zelluloid zu bannen.

Man nehme Daddys Urlaubs HD-Kamera, drehe mit ein paar angehenden Schauspielstudenten eine handvoll sinnfreier Mordszenen und füge sie letztendlich mit einer illegal erworbener Editierungssoftware aus dem Hause „Magix“ zusammen.

Um sich zumindest halbwegs in der Filmszene bekannt und vor allem beliebt zu machen, bewirbt man seinen miserabel heruntergekurbelten Dreck, als eine Hommage an den frühen Teenager-Slasherfilm der 80er Jahre, um den dreisten Diebstahl diverser Schlüsselszenen bekannter Slasherklassiker zu rechtfertigen.

Eigene Ideen besitzt „The Sleeper“ null – Kreative Umsetzung? Absolute Fehlanzeige!

Das Storygerippe erinnert unverkennbar an den Klassiker „House on Sorority Row“ (Gratis den gesamten Film hier sehen)  und das Geschehen ist derart hanebüchen und trivial , dass einem schon nach der Sichtung von nur wenigen Filmminuten der Fremdscham ins Gesicht steht.

Der wahrlich „fesselnden“ Storyaufbau, dieses uninspirierenden Machwerks,  gestaltet sich wie folgt:

Der Killer ruft im Haus der Studentenverbindung an, stöhnt etwas sinnfreies in das Telefon und holt sich wenige Filmminuten später das belästigte Opfer. Danach kurzer Smalltalk unter den Studenten und der Anrufer ruft erneut in der Verbindung an, belästigt das nächste Opfer und killt es wenige Minuten später. Nach 60 quälenden Filmminuten ruft der kichernde Psychopath immer noch im Wohnheim der Studenten an und ermordet daraufhin die nächste ahnungslose Studentin.

Da kann man als Filmfan letztendlich eigentlich recht froh sein, dass dem vermeintlichen  Nachwuchsregisseur, nach einer geschlagenen Stunde die Opfer ausgehen, denn die Darstellung der Handlungsszenen wiederholen sich bis zum Erbrechen und gestalten sich als absolut spannungsfrei, dumm und einschläfernd.

Sogar so einschläfernd, dass ich bereits noch vor Filmende narkotisiert auf meinem Filmsessel vor mich dahingeschlummert bin.

Vermutlich war Regisseur Justin Russell dieser ungewollte Nebeneffekt bewusst, denn eine gewisse Zweideutigkeit seines Filmtitels lässt sich nicht von der Hand weisen.

Wie auch immer, „The Sleeper“ ist definitiv kein sehenswerter Film. Mich verwundert es warum man dreist Schlüsselszenen aus bekannten Slashermovies stibitzen muss und sich nicht einmal die Arbeit macht, diese dann zumindest denn aktuellen Sehgewohnheiten anzupassen und mit einigen eignen, kreativen und vor allem neuen Ideen auszubauen.

Gerade weil diverse Szenen recht plakativ kopiert wurden, und definitiv nicht mehr den heutigen Sehgewohnheiten entsprechen, macht sich bereits nach wenigen Filmminuten Langeweile breit.

Hommage hin oder her. Vermutlich hätte „The Sleeper“, neben all den hohlen Teenagerfilmen der 80er Jahre, in dieser Darstellungsform vor 20 Jahren bestens funktioniert. Die arg erheuchelte Oldschool-Umsetzung gestaltet sich leider, trotz aktueller Produktion, aus heutiger Sicht als unnatürlich angestaubt. Einzig einige recht nette und vor allem handgemachte Splatter-Effekte und das schon recht unfreiwillig komische Gewinsel und Gestöhne des Psychopathen haben, trotz aller Kritik, ihren ganz eigenen naiven Charme, dürften aber aufgrund der Fülle an dumm-nerviger „Handlungsszenen“, die bis zum Erbrechen wiederholt und ausgereizt werden, ersichtlich schnell an Bedeutung verlieren und kaum Beachtung finden.

 

 

 

Fazit 2,5/10

 

Ne, das war nix.

Wer sich ehrfürchtig vor den ganz großen Teenagerhorrorklassikern der 80er verbeugen möchte, sollte zumindest den Spagat zwischen Neuem und Alten finden.

The Sleeper“ kopiert dreist diverse Filmszenen unzähliger Klassiker, fügt aber keinen eigenen Ideen dazu. Das ist nicht sehenswert, dass ist frech!

 

FSK Prognose: mit etwas Glück ungeschnitten – keine JugendfreigabeDeutschlandstart bisher noch unbekannt.

 

Hellraiser80


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