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Filmreview: “Madison County” (2011)

 

 

Fünf Freunde auf den Spuren eines bekannten Schriftstellers.

Dessen nächster Roman soll von dem kleinen verträumten Ort „Madison County“ handeln, indem vor einigen Jahren einige blutrünstige Morde stattgefunden haben sollen. Der Täter wurde jedoch nie gefasst.

Kaum in dem kleinen Dörfchen angekommen, verliert sich die Spur des bekannten Autoren. Grund genug die Bewohner des Örtchens nach seinem Aufenthalt zu befragen.

Doch die Einwohner von „Madison County“ mögen es gar nicht, wenn man sie ins schlechte Licht rückt und gleich recht nicht, wenn man ihnen neugierige Fragen stellt.

Je weiter die Kids in der mysteriösen Geschichte des Ortes stöbern umso mehr geraten sie in das Visier eines seltsam maskierten Irren, der seine ganz eigene Antwort besitzt neugierige Fremdlinge zu begrüßen.

 

 

Seit vor ca. 10 Jahren das Backwood-Genre mit dem überaus gelungenen „Michael Bay“-Remake zum 70er Jahre Schocker „The Texas Chainsaw Massacre“ erneut reanimiert wurde, folgten nunmehr unzählige durchwachsene und teilweise haarsträubende schlechte ähnliche Vertreter dieses Horror-Subgenres, die der glatt-polierten Kettensägen-Neuauflage aus dem Jahre 2003 nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen konnten und vermutlich nur deshalb produziert wurden, um im kassenträchtigen Fahrtwasser eines „Texas Chainsaw Massacre“ und „Wrong Turn“ noch rasch die schnelle Mark zu erwirtschaften.

Jetzt, 10 Jahre später scheint das Publikum, vom sich ständig wiederholenden Horror-Einerlei über schlitzfreudige Mutanten, Rednecks und Hinterwäldlern vermutlich so langsam übersättigt zu sein, sodass derart Produktionen freilich, wenn überhaupt nur noch ihren Weg in die hiesigen Videotheken finden und dort ihr Dasein zensiert und unbeachtet in den hintersten Regalen der DVD-Verleiher fristen.

Der Horrorthriller „Madison County“ bedient sich genau jener Hinterwäldler-Schiene, erscheint aber leider einige Jahre zu spät, um den routinierten Horrorfilm-Allesseher überhaupt noch mit seinem solide zusammengewerkelten Horrorplot überzeugen zu können.

Eigentlich schade, denn „Madison County“ macht optisch eine wirklich hervorragende Figur und ist überaus hübsch gefilmt. Von einem günstig abgedrehten Billigfilm ist der kleine Thriller meilenweit entfernt, und einige Szenen im Film besitzen erstaunlich stimmige und atmosphärische Momente. Dennoch, die Darsteller bleiben weit hinter ihren Möglichkeiten zurück und liefern, wenn überhaupt, eine solide Performance ab, die leider nur ihren zweckmäßigen Einsatz findet und kaum der Rede wert ist.

Leider bildet das größte Manko in „Madison County“ das vollkommen unspektakuläre Drehbuch, das bedauerlicherweise keine Überraschungen bietet und geradlinig heruntergerasselt wird. Nach unzähligen Vertretern dieser Gattung Film hätte man zumindest eine halbwegs vernünftige und vor allem „frische“ Geschichte erzählen können, die sich anders, als in den unendlich vielen ähnlich gestrickten Werken nicht gleich bei jeder zweiten Szene in den genretypischen Klischees verläuft.

Hier wird all das geboten, was die Klischee-Schmiede des Backwood-Genres zu bieten hat: mysteriös drein-schauende Dorfbewohner, einen unkaputtbaren Killer, der im Auftrag aller Provinzbewohner das allzu neugierige Großstadt-Pack in seinen Schranken weist und dumm agierende Opfer, die in den haarsträubendsten Situationen die fragwürdigsten und unlogischsten Aktionen vollziehen.

Gerade zum Ende hin wirken die Handlungsverläufe und Interaktionen der (meist weiblichen) Protagonisten so lächerlich, dass man den Gepeinigten, gerade aufgrund ihrer planfreien Aktionen, eigentlich nur noch den Filmtod wünscht.

Denn wie so oft, wird der Killer überwältigt und K.O. geschlagen. Über einen vermeintlichen letzten Hieb mit einer der diversen umherliegenden Schlagwaffen denken die „Überlebenden“ erst gar nicht nach, denn nachdem der skurrile Killer mit der Schweins-Maske einen gehörig-spontanen Hieb mit einem Spaten verpasst bekommen hat und daraufhin friedlich ins Land der Träume schlummert, rennen die Opfer um ihr Überleben. Das letztendlich derart schlachtfreudige Brut selbstverständlich immer und immer wieder zur Besinnung kommen muss und nicht ablassen kann, seine Opfer in den Tod zu meucheln, dürfte dem erfahrenen Horrorfilm-Zuschauer bereits aus Filmen, wie „Freitag der 13.“, „Halloween“ & Co. bekannt vorkommen.

Madison County“ ist leider nicht das geworden, was das exploitationhaft gestaltete Filmplakat verspricht. Statt einen, den aktuellen Seegewohnheiten entsprechenden, Hardcore-Folterhorror zu bieten werden hier seichtere und vor allem langweiligere Geschütze gefahren.

Das Hauch einer Story wird mit unspektakulären Handlungsverläufen geschmückt, die man in dieser Art bis zum Erbrechen bereits in unzählig anderen Produktionen dieser Art abgehandelt hat.

Die Krösel-Effekte halten sich in Grenzen und werden augenscheinlich NICHT voyeuristisch vor der Kamera zelebriert. Bis auf einige Gegenstände (Messer, Stöcke, Axt), die sich durch menschliche Körper bohren wird hier kaum etwas geboten, was das Splatterherz vor Freude entzücken lassen dürfte. Schade, denn „Madison County“ ist hübsch gefilmt, dem Film fehlt aber der rechte Biss und die feurige Würze, um überhaupt irgendwie in die Gänge zu kommen und sich von der breiten Masse an gleichwertigen Film positiv abheben zu können.

 

 

 

Fazit 5,5/10 Punkte

 

Routinierter Backwood-Slasher, der routinierte Horrorfilm-Zuschauer routiniert langweilen könnte.

Für den hungrigen Happen für Zwischendurch gerade noch goutierbar. Dennoch absolut unspektakulärer Film, den man nicht gesehen haben muss.

 

FSK-Prognose: Ungeschnitten mit einer „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung

 

 

Hellraiser80


Filmreview: “Bereavement – In den Händen des Bösen” (2010)

 

Es gibt in der riesigen Welt der Filme, Querschläger, die ich einfach nicht moralisch vertreten kann. Filme in denen Kinder in die Rolle kranker Psychopathen schlüpfen „müssen“ und vor laufender Kamera einen kranken Irren mimen „sollen“.

Dabei ist es mir grundsätzlich egal, ob die kindlichen Schauspieler zuvor vom Drehteam über ihr Handeln in ihrer Rolle aufgeklärt werden oder nicht. Wenn Kinder laut Drehbuch mit Messer, Axt und diversen anderen Mordutensilien explizit auf ihrer Opfer eindreschen und die Kamera dabei freizügig draufhält, ist zumindest bei mir die Toleranzgrenze überschritten und der Spaßofen aus.

Bereavement“ ist ein derartiger Fall.

 

Die Geschichte erzählt von einem psychisch gestörten Mann, der in einem geschlossenen Schlachthaus haust und dort Frauen und Mädchen abschlachtet.

Scheinbar fühlt er sich im ewig monotonen Ausweiden seinen Opfer mit der Zeit recht einsam und unterfordert, sodass er sich auf dem Weg macht einen Komplizen für sein perverses Treiben zu finden. In dem 6jährigen autistisch veranlagten Knaben Martin findet er letztendlich den gewünschten Nachfolger für sein makabres Unterfangen.

Schnell überwältigt er das Kind und verschleppt es in sein heruntergekommenes Heim, wo er den Jungen zum Handlanger seiner kranken Phantasien ausbildet.

 

Das Grundgerüst von „Bereavement“ dürfte freilich jedem halbwegs interessierten Horrorfilm-Fan bekannt vorkommen, denn diverse Handlungsverläufe und Schauplätze wurden dreist aus dem „Texas Chainsaw Massacre“, sowie dem Horrorfilm „Dämonisch“ (mit ähnlicher Thematik) entnommen.

Bereavement“ kann den beiden Genreperlen, aber nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen. Anstatt mehr auf psychologische Erklärungen zu setzen und dichter in die kranke Psyche des Irren einzudringen, verhaart dieser aktuelle Genrefilm vorwiegend auf die spannungsfreie Zurschaustellung und Aneinanderreihung diverser optischer Grausamkeiten, die einem mit der Dauer gehörig auf den Sender gehen. Dabei gestaltet sich das Geschehen, die Rahmenhandlung und die Interaktion der Charaktere mit- und untereinander so ersichtlich unglaubwürdig, dass bereits nach nur weniger Minuten klar ist worauf der Film hinaus will und dabei die eigentliche Spannungsschraube flöten geht. Die handvoll kurzer pseudo-psychologischer Ansätze und Erklärungen über die Beweggründe der Taten des Psychopathen gehen in dem voyeuristischen Ausschlachten dieser sinnfreien Metzelorgie leider gehörig unter.

Da der irre Psychopath scheinbar Gefallen daran findet junge Mädchen zu verschleppen und im „kuscheligen“ Heim nieder zu meucheln, stellt sich nun mir die Frage, warum in diesem kleinen ländlichen Vorort, indem die Geschichte des Films spielt, niemand dem Verschwinden der (Unmengen an) Teenager nachgehen möchte. Ebenso kann ich das Handeln der Hauptdarstellerin nicht nachvollziehen, die in das Haus eines Irren einbricht, nichtsahnend diverse blutverschmierte Folterutensilien, ein blutverschmiertes Tagebuch mit den Anzeigen von vermissten Jugendlichen vorwindet und nichts anderes im Sinn hat, als weiter in die Behausung des Psychopathen vorzudringen und umherzustöbern, anstatt sich schnellstmöglich aus dem Staub zu machen und die Polizei zu rufen. Das sind nur einige der unzähligen Logiklücken, die „Bereavement“ zum Besten gibt – zumindest konnte ich mich vor lauten unlogischen Handlungsverläufen kaum auf den eigentliche Filmhandlung konzentrieren.

Die dilettantisch ins Gewicht fallenden Filmfehler und die haarsträubende Story machen die Quasi-Vorgeschichte zu „Malevolence“, einem Horror-Slasher aus dem Jahre 2004, mehr schlecht als recht.

Ein bedeutungsloser und vor allem dummer Film, der trotz seiner professionellen Machart (die Kameraarbeit, Schnitt, Ton und Musik sind allererste Sahne und machen keinen billigen Eindruck) sicher nur blutgeile Hardcore-Horrorfans zufrieden stellen dürfte. Doch selbst die dürften nach Sichtung ein unbefriedigendes Gefühl in der Magengegend verspüren, denn “Bereavement” ist zwar brutal, ausuferndes Gekrösel wird aber selten geboten.

Das offene Ende und das explizite Involvieren von Kindern ins Abschlachten von hilflosen Menschen dürfte nicht nur mir bitter aufstoßen!

 

 

Fazit 5,5/10 Punkte

 

Ein geschmackloser Film, der vollkommen zu Recht in der deutschen Fassung verstümmelt wurde. Mordende Kinder, deren Treiben blutgeil von der Kamera effekthascherisch in Szene gesetzt wird, will ich demnächst nicht mehr sehen! Sorry, dass ist zumindest für mich ein absolutes NoGo!

 

Alle kommenden deutschen (FSK/Spio) Fassungen sind geschnitten!

 

Hellraiser80


Filmreview: “Fright Night” (2011)

 

 

Die 80er Jahren sind nach wie vor, zumindest für mich, der Inbegriff des modernen Horrorfilms. Bedenkt man welche Horrorikonen in dieser Dekade das Licht der Zelluloidwelt erblickten, und die sogar heute noch in regelmäßigen Abständen über die Kinoleinwand flattern, meucheln und erschrecken, so darf man vor dem Einfallsreichtum der damaligen Drehbuchautoren und Regisseuren als geneigter Filmliebhaber nur ehrwürdig seinen Hut ziehen. Und genau aus jener kreativen Filmepoche stammt auch die Vorlage des, derzeit im Kino recht unerfolgreich anlaufenden, „Fright Night“(2011).

Es ist mir immer wieder ein Rätsel aus welche Intensionen heraus das heutige Hollywood wahllos und gierig nach irgendwelchen Vorlagen (un)populärer 80er Jahre Horrorfilmkost krallt und diese neu verfilmen muss? Vor bereits ca. 10 Jahren hat das noch mehr oder weniger gut funktioniert – man denke an die recht hübschen Remakes zu „The Texas Chainsaw Massacre“, oder „The Ring“. Aber nachdem nun, Jahre später, eine Neuinterpretation nach der Nächsten gnadenlos an den Kinokassen und bei der Fanbase durchfällt, müsste Hollywood doch so langsam darüber nachdenken, dass es an der Zeit wäre, über das Ausbeuten anderer lohnenswerter Filmstoffe zu denken.

Nun ja, diesmal hat es eben „Eine rabenschwarze Nacht“ (1985) in die Remake-Schrottpresse geschafft, eine recht zynischen Vampirkomödie aus den 80ern, die gerade gegen Ende hin mit recht erfinderischen und höchst beeindruckenden Spezialeffekten trumpfen konnte und die sogar wenig später eine Fortsetzung nach sich zog.

Chucky“ –Erfinder Tom Holland lieferte das Drehbuch für diesen Horrorspass und nahm höchstpersönlich auf dem Regiestuhl platz. Kurzweilige, spannenden Unterhaltung und typisch-charmantes und naiv-ungekünsteltes 80er Lebensgefühl machten diese Komödie schnell zu einem Klassiker des Genres.

Eine wahrlich einflussreiche und bedeutende Vorlage, die sich die Neuinterpretation da ausgesucht hat und an der sie sich nun messen muss.

Und natürlich scheitert „Fright Night“ (2011) gänzlich in allen Belangen. Zu austauschbar, zu seelenlos, zu unbedeutend. 30 Millionen Dollar soll der Schinken gekostet haben – 30 Millionen Dollar, die man dem Film in keiner Sekunde ansieht und die scheinbar ausschließlich auf das Bankkonto Farrells geflossen sein müssen.

Dabei darf man dem arg glattpolierten und an das heutige MTV-Publikum orientierte Geschehen aus der Sicht des Looser´s Charley (Anton Yelchin) beiwohnen, der glaubt, dass sein neuer Nachbar Jerry ( Colin Farrell) ein blutgieriger Vampir sei.

Man könnte meinen Farrell sei völlig unterfordert in seiner Rolle als bösartiger Vampir gewesen, denn außer etwas homoerotisches „Oben-Ohne Posing“ und etwas „Finster-drein-Schauen“ gibt seine Rolle laut Drehbuch offensichtlich nichts weiter her. Ein Rolle, die einzig als Masturbationsvorlage pubertärer 16jährigen/er im Gedächtnis haften bleiben dürfte – mehr Aufmerksamkeit hat Farrells Darstellung als Obervampir leider Gottes nicht verdient. Der Vergleich zur enorm charismatischen Ausstrahlung des Obervampirs Jerry (Chris Sarandon) aus dem OriginalFright Night“ mit Farrells aalglatt-gebügelten Verkörperung in der Neuverfilmung ist allein schon grotesk anmaßend genug und ist dürfte definitiv eine Beleidigung Chris Sarandon, dem Obervampir des Originals, zugegen darstellen.

Einziger Lichtpunkt in dieser recht unbrauchbaren Hochglanz-Gurke sind die recht witzigen Spezialeffekte. Standen im Original noch Liebe zum Detail und Handmade-Goreeffekte auf der Tages-Drehordnung, so glänzt das Remake mit einigen formschönen CGI-Verwandlungen, die trotz allen Lobes dennoch sehr durchwachsen ausfallen. Von grandios (Verwandlung Charley´s Freundin Amy) bist fremdschäm-peinlich (Farrells Verwandlung zum „Quadratkopf“) wurden munter Millionen Dollar für die CGI-Crew verbraten.

Somit ist „Fright Night“ (2011) eine Neuinterpretation, die wieder einmal vollkommen überflüssig ist, und die nicht einmal annähernd dem schrägen und kultigen Originals gerecht wird. So unbedeutend und lapidar wie dieses Remake erschienen ist, dürfte es auch schnell wieder in die hintersten Regalen der Videotheken verschwinden. Ein Film, über den sich in den kommenden Jahrzehnten kaum jemand erinnern wird und auf den die Welt nun wahrlich nicht gewartet hat. Seltsamerweise hat „Fright Night“ (2011) nicht einmal die Aufmerksamkeit des amerikanischen „PG13“- MTV Publikums erhalten, für welche der Film letztendlich vordergründig produziert wurde. Wenn das kein Omen ist!

 

 

Fazit 6/10 Punkte

 

Ein versemmeltes Remake, wie  so oft in letzter Zeit.

Fright Night” (2011) kann nicht einmal ansatzweise dem Original “Eine rabenschwarze Nacht” (1985) das Wasser reichen, punkte aber dennoch mit einigen netten Effekten und kurweiliger 08/15-Unterhaltung.

 

Hellraiser80


Filmreview: “Spiderhole” (2009)

 

Unglückliche Hausbesetzer-Karriere: nachdem Molly und ihre Freunde sich’s in einem runtergekommenen Haus gemütlich gemacht haben und vom mietfreiem Wohnen träumen, ahnen sie nicht, dass ihr Domizil bereits von einem älteren Herren bewohnt wird, der scheinbar nur auf die Anwesenheit der 4er Bande gewartet hat.

 

Nervenstarke Filmkenner aufgepasst:

Wenn es einen Preis für den „verheultesten“ Film und die wahrscheinlich größten „Angsthasen“ geben würde, dann würde „Spiderhole“ vermutlich den Hauptpreis gewinnen – für meinen Geschmack eindeutig zu viel „…Drama, Baby…“ und wirklich nur für Zuschauer mit enorm starken Nerven zu empfehlen!

Das wirklich furchtbare „Herumgeflenne“ der 4 Charaktere wäre vermutlich noch halbwegs ertragbar gewesen, würden sich die Protagonisten nach einigen Tränenergüssen endlich mal zusammenreißen und eine Lösung für ihre Misere finden. Nachdem die Freunde nach einigen anfänglichen genretypischen Sex- und Alkoholeskapaden plötzlich feststellen, dass es aus ihrem neu errichteten Domizil kein Entkommen gibt, weil sie jemand absichtlich eingeschlossen hat, geht der „Tränenterror“ los.

Anstatt erst einmal die noch begehbaren Räumlichkeiten nach Hinweisen abzugrasen, wird stattdessen geweint, geflucht und geschrieen. Als Zuschauer möchte man allzu gern in den Fernseher fassen und wirklich allen Beteiligten eine recht und links ballern, in der Hoffnung, das endlich die Vernunft wieder eintritt, zumal das Geschehen sich innerhalb von nur wenigen Stunden abspielt und ich nicht verstehen kann, wie man nach nur weniger Filmminuten sich so gänzlich aufgeben kann.

Wer sich diesen schier unglaublich nervigen Terror ersparen möchte, darf natürlich gern zur Fernbedienung greifen und bis zur 50. Filmminute spulen. Erst dann wird es für den gierigen Horrornerd mehr oder weniger interessant, ohne jedoch wesentlich wichtige Filmstränge verpasst zu haben.

Als einer der Protagonisten plötzlich durch ein Loch in der Wand, hinter einem Schrank versteckt, aus der kuscheligen Behausung gezerrt wird, werden nun endlich auch der Rest der Bande mutiger und folgt der Spur durch das Loch. Wer aber denkt, dass das Weinen ein Ende hat, der irrt.

Neben einigen recht dummen, aber intensiven Folter- und Operationsaktionen (der scheinbar arg in die Tage gekommene Psychopath „schnibbelt“ u.a. ein Auge heraus – den Sinn dahinter habe ich leider nicht verstanden)  bietet  „Spiderhole“ ab der 2. Filmhälfte kaum wirklich nennenswerten Schauwert, um halbwegs überzeugen zu können. An Logik hapert es an jeder Ecke, an Dummheit an jeder Kante.

Einzig positiv hervorzuheben ist der recht düstere Grundton zum Ende des Filmes hin, der ein wenig an das Remake zu „The Texas Chainsaw Massacre“ erinnert, sowie einige wirklich sehr stimmungsvolle und effektiv eingesetzte Kamerafahrten- und Einstellungen.

Recht hektisch und „unfertig“ fällt auch das Filmende aus. Unzählige Fragen, vor allem nach dem überraschend-ausgefallenen Storytwist, bleiben unbeantwortet und stehen offen im Raum – Unglaublich hohl.

Warum es im übrigen Protagonisten im Endkampf mit den Superbösewicht nie schaffen, den Killer zur Vorsicht zu köpfen, zu pfählen oder noch 10 mal mit einer Waffe in den Kopf zu ballern, entzieht sich mir immer wieder jeglicher Logik.

Stattdessen wird sein Morden oftmals mit „nur“ seichtem K.O. schlagen bestraft, worauf sich der Killer Minuten später purtzmunter von seinem Tiefschlaf erholt und sein blutgieriges Morden fortsetzt.

„Spiderhole“ macht da auch keine Ausnahme, macht das Geschehen dadurch noch unglaubwürdiger, da es sich bei besagtem Killer um einen Rentner handelt.

 

 

Fazit  4,5/10

 

Zäher Bullshit, mit überaus nervigen Darstellern. Wer ein Faible für seichte Folter-Filme hat, darf gern einen Blick riskieren. Der Rest vergeudet seine kostbare Zeit an diesem recht undurchdachten Quark.

(FSK Prognose: vermutlich Keine Jugendfreigabe)

Hellraiser80


Filmreview: “Mega Monster Movie” (2009)

 

Es ist Halloween:

Stan Helsing, ein Videotheken-Angestellter, ist mit seinen Freunden: Teddy, Nadine und Mia auf dem Weg zu einer Halloween-Party. Doch bevor die 4 sich ihren Alkohol- und Feiergelüsten vollends hingeben dürfen, müssen sie einen Umweg fahren, um noch ein paar Filme aus der Videothek an einen Kunden auszuliefern. Nachdem sich die Freunde verirrt haben landen sie in einem Ort, auf dem scheinbar ein Fluch lastet, den nur der legendäre Van Helsing brechen kann. Handelt es sich bei Stan um jenen sagenumwogenen Erlöser?

 

Es gibt gute Filme, es gibt schlechte Filme, es gibt megaschlechte Filme, es gibt wirklich mega-turbo-hydro-schlechte Filme und es gibt Filme für deren Qualitäten erst noch eine Wortkreation erfunden werden muss.

Mega Monster Movie“ (was für ein wirklich beschissener und übertrieben übersetzter Deutscher Titel) ist so ein Fall.

Ich glaube „MMM“ hat das Niveau derart ähnlich gestrickter Produktionen einen Dimension nach unten geschraubt.

Stan Helsing“ (so der Titel im Original) ist so dermaßen schlecht gespielt, so grottig umgesetzt und so vollkommen witzfrei, man möge es kaum glauben, hat man das fertige Machwerk nicht selbst mit eigenen Augen gesehen.

Wir erinnern uns, nach Wiederbeleben des totgesagten Horrorfilm zum Ende der 90er Jahre entstand eine Filmgattung, die sich darauf spezialisiert hatte, aktuelle (Horror)Filmproduktionen aufs Korn zu nehmen.

Darunter, die bekannteste Filmserie dieser Art: „Scary Movie“. Es folgten weitere mehr oder weniger gelungene Nachzügler (u.a. „Super Hero Movie“, „Disaster Movie“) und gerade in diesem langsam abebbenden Fahrtwasser der typischen „…Movie“s erscheint nun „MMM“.

Obwohl der Film wirklich fast jedes Klischee bedient, und sich über Blondinen, Homosexuelle, Transsexuelle und diverse andere Minderheiten „lustig“ macht, zündet letztendlich kein Gag.

Das ist schon einmal eine beachtliche Leistung, einen Film zu zimmern, der genug Gag- und Klischeevorlagen bietet, aber letztendlich gar nicht lustig ist, weil er in seiner Witzwahl so plump und unkreativ von statten geht, das einem sich die Fussnägel krümmen und man fremdverschämt nach der Fernbedienung greifen mag um die Vorspuhl-Taste zu aktivieren.

“MMM” bietet keinerlei Identifikationsfigur für den Zuschauer. Alle Protagonisten im Film sind so unsympathisch und flach skizziert, dass einem deren sinnfreies Gefasel bereits nach einigen Minuten gehörig auf den Senkel geht.

Warum sich im übrigen Leslie Niesen für so derart miesen Dreck erniedrigen lässt und im Fummel als Barfrau agiert erschließt sich mir jeglicher Logik. Hat er es derzeit finanziell so dringend nötig jedes noch so miese Filmangebot wahrnehmen zu müssen?

Was gibt es eigentlich überhaupt positives über „MMM“ zu berichten? Eigentlich nix, bis auf die Tatsache, dass das Schundwerk, trotz obligatorischen Gagmangel kaum Längen bietet und einige recht kultige Horrorfilmfiguren „parodiert“ (*hust*). Die Leatherface-Kopie schaut mit ihrer Topflappen-Maske schon irgendwie recht schräg aus und hätte sicherlich Potenzial für einen eigenen Film.

MMM“ – „Mega Mieser Müll“, oder im dt. Original: „Mega Monster Movie“ ist ein Werk das wirklich keiner braucht und auf welches wahrlich niemand gewartet hat. Ich hoffe das mit „Scary Movie 6“ (Start 2012) wieder etwas frischer Wind in das Genre der „Filmveräppelungen“ einzieht und sich die Drehbuchschreiber ein paar wirklich kreative und diesmal hoffentlich wirklich witzige (Horror)Film-Anspielungen einfallen lassen.

 

Fazit: 2/10 Punkte

 

Ein Dünnschiss von einem Film. Eine Komödie, die mangels Gag- und Witzfeuerwerk gar keine ist. Vor derart Leistung kann sich der interessierte Filmfan nur ehrfürchtig verbeugen.

 

Hellraiser80


Filmreview: “Children of the Corn: Genesis” (2011)

Nachdem das Auto von Tim und Allie aufgrund einer Autopanne mitten in der Wüste zum Erliegen kommt (vielleicht hätten sie ja lieber einen Porsche mieten sollen) und die Nacht einbricht, suchen die beiden im naheliegenden Ort nach Hilfe.

Ein seltsamer und schrulliger Prediger lädt sie nach anfänglicher Skepsis in sein Haus ein und bietet dem Pärchen an, bis zum nächsten Morgen bei ihm zu warten.

Nachdem die beiden erleichtert einwilligen, sind sich Tim und Allie schnell einig, dass irgendetwas mit der Gegend, dem Prediger und seinem Haus nicht zu stimmen scheint.

Wir erinnern uns.

26 Jahren ist es nun bereits her, dass der erste „Kinder des Zorns“–Teil das Licht der Zelluloid-Welt erblickte.

Von Stephen King selbst nicht wirklich gemocht, mauserte sich der kleine Low-Budget-Reisser schnell zum Genreliebling und entwickelte sich zu einem kleinen Kultfilm unter Horrorfilmliebhabern. Es folgten ein TV Remake und diverse Sequels, die von Fortsetzung zu Fortsetzung nur noch den Titel der eigentlichen King-Kurzgeschichte gemein hatten und die mit allerlei dummen Ideen, schlechten Schauspielern, schlimmen Effekten, miserablen Drehbüchern und struntzdummen Charakteren zu kämpfen hatten..

Einzig, die herrlich überzogene und groteske Trash-Fortsetzung des 3. Teils vermag auch heute noch halbwegs zu überzeugen und scheint mit seinen hübschen Stop-Motion-Effekten einen gewissen charmanten Schauwert zu haben.

Nachdem DIMENSION im Jahr 2011 um die Lizenzrechte des Franchise bangen musste, entschied man sich, schnell eine weitere völlig diffuse Fortsetzung zu drehen, damit man auch weiterhin die Rechte für sich beanspruchen und den Filmfan mit dummen Fortsetzungen quälen darf. Dabei gab man sich nicht einmal ansatzweise Mühe, aus dem bereits tot-gekauten Stoff einen ansatzweise frischen, gruseligen und unterhaltsamen Film zu basteln.

Nach den ersten 10 Minuten, dachte ich erst, der neuste „Children of the Corn“-Teil entwickelt sich zu einem „Texas Chainsaw Massacre“ für Arme und schraubte meine Erwartungen, nach all den „Corn“-Fehlschlägen der letzten Jahre, genüsslich positiv nach oben.

Aber weit gefehlt, das Grauen kam schlimmer, unverhoffter und langweiliger, wie in keinem anderen Teil zuvor.

Um was es eigentlich in „Genesis“ wirklich geht, kann ich nur in Fragmenten beschreiben, ich bin während der Sichtung mehrere Male eingeschlafen, scheinbar weil der Film „zu“ mitreißend war. Aber eins sei gesagt, im aktuellen Teil gibt es weder Gore, noch Spannung, noch irgendwelche Kinder, die sich irgendwelchen religiösen „Gelüsten“ im Maisfeld hingeben.

Children of the Corn- Genesis“ ist zu einer Art Kammerspiel „mutiert“ und besitzt total unlogische Elemente aus Genrefilmen wie „Paranormal Activity“ und „Motel“, sowie etwas „Final Destination“ zum Ende hin. Das ist zwar alle ganz hübsch kreativ erdacht und stibitzt, aber grottenschlecht unkreativ umgesetzt. Nicht mal einen einzigen Funkten Trash-Qualität bietet dieser Schund.

Im übrigen habe ich in „Genesis“ den dümmsten Effekt in der Geschichte des Horrorfilms erleben dürfen – vielen Dank schon einmal vorab dafür: ein Polizist nähert sich dem Haus des schrulligen Gastgebers und wird wie von Zauberhand gen Weltall geschleudert. Schon allein nur dieses miesen und total hohlen Effektes wegen sollte man sich das aktuelle Sequel zu Gemüte führen.

Kurzum, „Children of the Corn – Genesis“ ist eine einzige Katastrophe. Selten so einem Mist gesehen. Eine Schande kostbare Lebenszeit vergeudet zu haben.

Ich hoffe, dass man mit dem zigsten „Kinder des Zorns“- Fehlschläger, das Franchise nun endlich ruhen lässt uns sich frischen und eigenen Filmideen widmet.

Fazit 2,5/10 Punkte

FSK Prognose: vermutlich FSK16

Unglaublicher Mist, mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.

Hellraiser80


“Texas Chainsaw Massacre” nach 26 Jahren Index endlich frei in Deutschland verfügbar

Nach  26 Jahren Index ist nun auch das Original “Texas Chainsaw Massacre” aus dem Jahre 1974 in seiner ungekürzten Filmfassung auch für deutsche “erwachsene”  Filmfans frei verfügbar.

Nutzungsrechte-Inhaber “Turbine Medien” hat nach der letzten Folgebeschlagnahmung im Jahre 2010 Beschwerde eingelegt und den Rechtsstreit nun endlich gewonnen.

Es ist nun nicht mehr strafbar den Film “Texas Chainsaw Massacre” in seiner ungekürzten Form in Deutschland zu verbreiten.

Unglaublich – bedenkt man, dass der Film weder “Gore” noch “Splatter” oder expliziete Tötungsarten- und bilder zeigt.

Dennoch sehr löblich von “Turbine Medien” sich für Belange der Deutschen Nischen-Filmfans einzusetzen.

Da sieht man mal wieder, dass da wirklich viel Herz- und Filmfanblut drin steckt. Filmveröffentlichungen von Filmfans – für Filmfans.  Gut gemacht.

Hoffentlich folgen noch weitere Streichungen von Index-Filme in naher Zukunft.

 

Hellraiser80


Filmreview: “Mask Maker – Meet your Maker” / “Maskerade” (2010)

 

 

 

 

 

 

 

Evan schenkt seiner Freundin Jennifer zum Geburtstag ein arg sanierungsbedürftiges Haus, über das im Ort einige skurrile Legenden ranken.

Nach anfänglicher Skepsis beginnt auch Jennifer Gefallen an dem Anwesen zu finden.

Um die Renovierungsarbeiten voranzutreiben werden flink alle Freunde des jungen Paares zusammengetrieben und in die Sanierungsarbeiten eingespannt.

Doch als Evan im Friedhof hinter dem Haus einen seltsamen Stab mit seltsamen Verzierungen entdeckt und ihn aus seiner losen Verankerung reißt ahnt er nicht, dass er damit auch einen vermeintlich ruhenden „Mask – Maker“ -Killer zum Leben erweckt, der alsbald Jagd auf die Freunde und deren Gesichter macht.

 

 

 

Gemerkt? Story kommt einem irgendwie recht bekannt vor.

Der Killer mit der Maske wurde gekonnt aus „Halloween“ stibitzt, das ein Psychopath gern die Gesichtshaut seiner Opfer trägt kennt man aus „Texas Chainsaw Massacre“ und hübsche Jugendliche, die auf gekonnt kreativer Art und Weise um die Ecke gebracht werden hat man schon zu oft in „Freitag der 13.“ gesehen.

Aber, und das muss man „Maskerade“ positiv anrechnen, auch wenn man diverse Klischees schon bereits in unzähligen „Slasher – Movies“ bis zum Erbrechen ausgewalzt hat, bietet „Maskerade“ trotzdem irgendwie 90 Minuten kurzweilige und doch spannende Unterhaltung.

Griff Fust´s (bekannt als Darsteller in diversen B-Genrehorrorproduktion) neuste Regiearbeit legt dabei recht viel Wert auf Stimmige Kamerafahrten und schicken 80er Jahre-Grusel-Sound. Kein Wunder daher, dass sich „Maskerade“ so schick old – school – like anfühlt. Mir zumindest hat dieses Retro – Feeling recht ordentlich gemundet.

Großer Pluspunkt für „Maskerade“: die hervorragend gewählte Darstellerin der Jennifer.

Noch nie habe ich ihn einem Slasher – Film eine derart sympathische „Scream – Queen“ erleben dürfen.

Nikki Deloach  spielt ihrer Rolle mit einer derartigen Leichtigkeit und bringt soviel Charme und Charisma entgegen,  dass man es schon echt bedauerlich findet, wenn letztendlich das Un – Happy – Ed über den Fernsehaperrat flimmert. Sie besitzt irgendwie dieses natürliche „Girl von nebenan“ – Image, dass ihre Rolle und ihre Leiden gleich viel authentischer skizzieren.

Hier erkennt man mal wieder, dass ein sympathischer Hauptcharakter mit dem sich der Zuschauer identifizieren kann, das A und O eines jeden guten Horrorfilms ist.

Was den Genretypischen Metzel- und Goreanteil betrifft, so dürfte der routinierte Horrorfilmfan eher enttäuscht werden. Auch wenn der „Mask – Maker“ hin und wieder hübsche Gesichtsmasken tragen darf, so hält sich „Maskerade“ mit bösartigen Schauwerten dennoch zurück, was aber nicht heißen soll, dass gänzlich auf roten Lebenssaft verzichtet wird. Vielmehr werden voranging Genicke gebrochen und Gewalttaten im „Off“ zelebriert. Hierzulande dürfte „Maskerade“ mit einer ungeschnittenen „Keine Jugendfreigabe“ – Verzierung die FSK passieren dürfen. Obwohl man ja bekanntlich heutzutage nie sicher sein kann, wie die FSK letztendlich entscheidet.

 

 

Fazit 6/10 Punkte

 

 

„Maskerade“ erfindet das Rad garantiert nicht neu, bietet aber dennoch kurzweilige Horrorunterhaltung mit wirklich stimmigen Momenten und einer überaus sympathischen Hauptdarstellerin.

Hellraiser80


Filmreview: “Repo Men” (2010)

 

In einer nicht allzu fernen Zukunft beherrscht eine Firma namens „The Union“ den Markt der Organtransplantate und ermöglicht das Leben potenzieller Kunden um ein vielfaches zu verlängern. Leider hat das gesamte System einen Haken: der Interessent muss die Organe vorwiegend per Kredit kaufen und diesen zu horrenden monatlichen Raten abstottern. Wer Zahlungstermine nicht einhalten kann bekommt unangenehmen Besuch von den Kopfgeldjägern der Firma: den „ Repo Men“, die dem Schuldner bei lebendigen Leib das geliehene Organ aus dem Körper schneiden.

Bei einem Versuch die Organe eines Schuldners einzutreiben, verunglückt der Repo Men „Remy“ (gespielt von Jude Law) dermaßen schwer, dass er selbst zum Pflegefall wird und dringend ein neues Herz benötigt. Nachdem ihm selbst ein künstliches Organ implantiert wird und er die monatlichen Zahlungstermine der Leihgabe nicht zahlen kann, gerät Remy selbst ins Visier der „Repo Men“.

 

Unglaublich was die FSK heutzutage in seiner ungeschnittenen „Unrated“ – Version ab FSK16 freigibt.

Es scheint schon vollkommen willkürlich geworden zu sein, wie die „Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft“ mit Filmfreigaben pokert.

Was uns in „Repo Men“ an heftig blutigen und grafisch expliziten Szenen entgegendonnert wäre noch vor einigen Jahren auf dem Index gelandet. Gerade gegen Filmende hin wird geschlitzt, herausgerissen und geschossen was das Special – Effekt – Arsenal so hergibt. Ich selber habe mich des öfteren erwischt nicht angeekelt abschalten zu müssen – wäre der gesamt Plot nicht so arg rasant, fesselnd und spannend zusammengekleistert worden.

Man bedenke, weltbekannte Klassiker wie „Dawn of the Dead“, „Tanz der Teufel“ und „Texas Chainsaw Massacre“ sind in ihren ungeschnittenen Fassungen, weit 30 Jahre nach ihrem Erscheinen in der Bundesrepublik Deutschland, immer noch auf der Liste der indexierten Medien gelistet und dürfen selbst volljährigen Mitbürgern nicht zugänglich gemacht werden.

Vergleicht man „Repo Men“ mit seiner laschen „FSK16“-Plakette und einem kaltschnäutzigen Härtegrade, der 10 mal höher ausfällt als der Original – „Dawn of the Dead“, fühl man sich als offener und begeisterter Nischenfilmfan doch schon irgendwie verarscht.

 

Zum Film selbst:

Fabelhafter rasanter und düsterer Actionthriller, der dem Zuschauer kaum Verschnaufpausen bietet.

Auf Logik, tiefgründigen Charakterausbau und auf feinfühlige Dramaturgie wird in „Repo Men“ geschissen. Ein ernstzunehmendes Drama will der Film auch gar nicht sein. Der Grundgedanke einer „sich selbst ausbeutenden kapitalistischen Gesellschaft, ohne Rücksicht auf Gefühle und Belange seiner Mitmenschen“  dient als dünner Leitfaden für Action und Geballere ohne Ende. Und ganz ehrlich, gerade DAS tut dem Thriller verdammt gut. Popcornkino in seiner Reinform – nicht mehr und auch nicht weniger.

Neben der hübsch unterkühlten Hochglanzoptik fällt auch recht überraschend und positiv der markzerschütternde Soundtrack und die verblüffende Auflösung am Ende ins Gewicht. Schade, dass man viel so wenig derartiger Action-Thriller sieht.

 

Fazit 7/10 Punkte

 

Hier wird nicht gekleckert, sondern geglotzt. Action satt, ohne großartige Tiefgründigkeit.

Der Blut- und Gewaltzoll ist enorm hoch. Den Gorefan wird’s freuen – dem Otto-Normal-Filmfan wird „Repo Men“ aufgrund der explizit zur Schau gestellten Grausamkeiten übel aufstoßen.

 

Hellraiser80

 


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