Filmreview: “Dredd” (2012)
Dredd
Story
„Judge Dredd“ vertritt das Gesetz in Mega-City und tut diesem, wenn nötig, auch gleich an Ort und Stelle genüge!
In Mega-City, einer Metropole im Amerika der Zukunft, regiert die Angst und der Schrecken. Die Kriminalität hat ein Rekordhoch erreicht, sodass sich die Gesetzeshüter kaum noch in der Lage sehen, der Vielzahl an kriminellen Machenschaften das Handwerk zu legen. Darum wurde ein neues und radikales Rechtssystem geschaffen, dass den sogenannten “Judges” erlaubt, Verbrecher vor Ort und Stelle zu bestrafen. Zu einem der besten seiner Art, gehört “Judge Dredd”, dem die noch unerfahrene Auszubildende “Cassandra Anderson” zur Seite gestellt wird, die aufgrund einer genetischen Mutation über hellseherische Fähigkeiten verfügt. “Dredds” Aufgabe besteht nun darin, die Tauglichkeit der potenziellen Anwärterin zu prüfen, wobei es die beiden bei ihrem ersten, gemeinsamen Einsatz in ein weit abgelegenes Stadtgebiet verschlägt, in welchem der gefürchtete Drogenboss “Ma-Ma” sein Unwesen treibt und an einem Rauschmittel mit dem Namen “Slo-Mo” werkelt, welches die Wahrnehmung der Realität verändern soll. Kaum angekommen, scheint “Ma-Ma” über die unwillkommenen Ankömmlinge rein gar nicht amused zu sein, sodass sie die Eingänge des Viertels verbarrikadiert und eine blutige Jagd auf die Gesetzeshüter anzettelt …
Dredd – Kritik
Aktuell erlebt das unlängst vergessene Superhelden-Popcornkino ein regelrechtes Revival. Kaum eine bekannte Comicfigur existiert, der nicht bereits eine mehr oder weniger gelungene Filmadaption spendiert wurde und welche nicht die Kinokassen hat klingeln lassen. In Zeiten, in denen die Präsenz nur eines Superhelden kaum noch genügen möchte und sich die Figuren beliebter Comic-Universen zusammenschließen müssen, um gegen hundsgemeine Oberbösewichte zu kämpfen, kehren auch jene Helden aus der Versenkung zurück, denen bisher nur wenig Aufmerksamkeit zuteil wurde. Ganz der Devise, selbst aus unbekannten Comic-Vorlagen, gewinnbringenden Reibach herauszuschlagen, folgten Realfilm-Umsetzungen wie “The Green Hornet” oder “Punisher: War Zone“, die aber aufgrund mangelndem Bekanntheitsgrades, sowie der oftmals dürftigen Inszenierung gnadenlos an den Kinokassen scheiterten und nur selten als lukratives Geschäft für die jeweiligen Filmstudios betitelt werden konnten. Auch der vorliegende “Dredd” erlitt gleiches Fiasko und schaffte es noch nicht einmal ansatzweise die Hälfte des stolzen Produktionsbudgets von rund 50 Millionen Dollar an den weltweiten Kinokassen einzuspielen.
Der radikale Richter “Dredd” aus Mega-City gewann bereits im Jahre 1995 mit seiner ersten Realverfilmung Weltruhm. Obwohl die erste Spielfilmumsetzung des beliebten Comics nur selten den grimmig-radikalen Unterton der Vorlage in Bilder fassen konnte, avancierte der SciFi-Spaß zum überzeugenden Kino-Renner der Filmjahres 1995. Ganz zum Unverständnis der Fanbase, die sich aufgrund der enorm jugendgerechten Inszenierung arg hinter das Licht geführt fühlte und einzig den Erfolg dadurch begründeten sah, weil sich Action-Star “Sylvester Stallone“, seinerzeits international erfolgreich gefeiert durch die diversen “Rocky“- und “Rambo“-Filme, die Hautrolle des gnadenlosen Rächers siegessicher erstreiten konnte.
Der aktuelle Kino-Ausflug in das korrupte und gewalttätige Mega-City der Zukunft kommt dem Original-Comic aus dem Jahre 1977 erstaunlich nahe. Das erste Mal tauchte der gnadenlose Rächer mit dem klobigen Helm (den der Held übrigens im Film nie absetzt) bereits Ende der 70er Jahre in der britischen Comic-Anthologie “2000 A.D.” auf, wo die Geschichten rund um den wortkargen Gesetzeshüter aufgrund der kompromisslosen Härte, vor allem von der erwachsenen Leserschaft beachtlich positiv aufgenommen wurden. Auch der aktuelle Kinoauftritt macht da keine Ausnahme und richtet sich mit den durchaus schaufreudigen Gewaltexzessen an ein vorwiegend volljähriges Publikum. In Zeiten unendlich vieler Prequels, kindgerechte Blockbustern und unzähligen Remakes ein erstaunlich erfrischendes Unterfangen, denn auch wenn hier die Geschichte vollkommen nebensächlich scheint, ist “Dredd” einer derer Filme, der einem als erwachsener Filmfreund deswegen so beeindruckt, weil er konsequent versucht, die altmodisch-rauhen Action-Knaller der 80er Jahre zurück auf die Leinwand zu transferieren. Gelungen ist dieses äußest superbe Unterfangen Regisseur “Pete Travis” mit einer erstaunlichen Selbstsicherheit. Also hätte er sich in seinem bisherigen Schaffen allein nur der Umsetzung schroffer Action-Schocker gewidmet, daddelt er in “Dredd” eine grimmig-brutale Verbrecherhatz herunter, die dem Zuschauer aufgrund der temporeichen Inszenierung gänzlich den Atem stocken dürfte. Hier wird sich Ego-Shooter-ähnlich durch die Stockwerke eines riesigen Hochhauses geballert, wobei in “Dredd” gleich ganze Horden von korrupten Fieslingen ins Nirvana verfrachtet werden. Dem unbarmherzigen Rächer dient hierbei eine groteske Multi-Funktions-Pistole, die allerhand neckiger Methoden beherbergt, unberechenbare Bösewichte ins Jenseits zu befördern. Bei derart sinnbefreiter Baller-Methoden dürfte das Herz eines jeden Gorehounds vor Freude im Kreis tanzen, zumal sich der Film aufgrund der vollkommen drastischen Szenen selten Ernst zu nehmen scheint. Auch wenn “Dredd” vorwiegend auf Humor verzichtet, sorgen gerade die Vielzahl vollkommen überzogener Effekt-Szenen und die trockenen, aber durchaus zynischen Wortfloskeln des Comichelden für allerhand erheiternde Momente.
Die Comicumsetzung “Dredd” ist vermutlich eine der wenigen Verfilmungen bekannter Superhelden, die sich an ein eher erwachsenes Publikum richten, dabei auf Political Correctness pfeifen und sogar noch als gelungen zu betiteln sind. Die gesamte Inszenierung erinnert in seiner Darstellung an bekannte Konsolenspiele, in denen sich ein furchtloser Held durch die Level bis hin zum Endboss metzelt. Das dürfte bei einigen Filmfans für diverse Déjà-vu-Momente sorgen, erinnert die Umsetzung doch ein wenig arg an den erst kürzlich erschienen, indonesischen Kinohit “The Raid“, dem eine ähnlich radikale Problematik zugrunde lag. Zwar bleibt in “Dredd” die Handlung durchweg rudimentär und die Figuren gesichtslos; das hier bebilderte derbe und hektisch geschnittene Geballere sorgt dennoch für ausreichend Spaß, sodass dem Zuschauer kaum Zeit zum Verschnaufen geboten wird und sich die 90 Minuten Filmlaufzeit durch die Bank weg als unterhaltsam-kurzweiliges Sehvergnügen entpuppen. Auch wenn sich die Handlung nur auf das Wesentliche beschränkt und der Actionanteil bedeutend überwiegt, so schaffen es Regisseur “Pete Travis” und Autor “Alex Garland” an wenigen Stellen im Film sogar so etwas wie gesellschaftkritische Akzente (Korruption, Gewalt, Armut) zu setzen. Filmfreunde, die ein Faible für düsteres und gewaltüberladenes Actionkino haben sind bei “Dredd” genau richtig. Auch wenn dem gesichtslosem Einzelkämpfer nur selten Zeit zur Charakterentwicklung eingeräumt wird und “Dredd” kein Mann der vielen Wort zu sein scheint, so lässt sich nicht leugnen, bedauern zu müssen, dass aufgrund der desaströsen Kino-Einspielergebnisse in absehbarer Zukunft eine Fortsetzung ausgeschlossen werden dürfte. Absolut unverständlich!
Dredd – Fazit

“Dredd” ist eine der kompromisslosesten Comic-Verfilmungen der letzten Jahre – Absolut sehenswert!
Dredd – Zensur
Die deutsche Fassung ist mit der “Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten.
Dredd – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: Dredd 3D; Großbritanien 2012
Genre: Science Fiction / Action
Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,40:1 (1080p/24)
Laufzeit: ca. 95 Min.
FSK: keine Jugendfreigabe – FSK18
Verpackung: Amaray mit Wendecover
Extras: 6 Featurettes (Dredd: 2000 AD The Original, Slo Mo, Welcome to Peachtrees, The 3rd Dimension, Dredd´s Gear, Dredd), Interviews mit Cast & Crew, Kinotrailer, Trailershow zu anderen Filmen aus dem Programm von UNIVERSUM FILM
Wie eigentlich gewohnt von “Blockbuster”-Blu-rays aus dem Hause “UNIVERSUM FILM” bekommt auch “Dredd” eine lobenswerte, technische Veröffentlichung spendiert. Sattes Schwarz brilliert, trotz leichter Grobkörnigkeit, vor allem in den dunklen Szenen, wobei sich bei Tagaufnahmen das HD-Bild besonders eindrucksvoll präsentiert. Knackige Schärfe ist stets präsent, sodass hier dem Medium “Blu-ray” alle Ehre erwiesen wird. Aber auch Freunde laut-tobender Actionkost dürften schnell Gefallen an der akustischen Ausstattung der vorliegenden HD-Fassung finden. Der Ton wummert aus den Boxen, dass es eine Wonne ist “Dredd” bei seinem rabiaten Rachefeldzug beiwohnen zu dürfen. Leider macht sich nach der Erkundung des Bonussektor schnell Ernüchterung breit. Die Boni schauen zwar auf den Blick recht umfangreich aus, hinter all den hier angebotenen Features verstecken sich grob 2-minütige Clips, die arg lieblos diverse Hintergründe des Films durchleuchten. Grob zusammengefasst beträgt das Bonusmaterial nicht einmal 30 Minuten, was aufgrund der eigentlich gelungenen Umsetzung des Hauptfilms etwas bedauerlich ist, aber nicht weiter verwundert, bedenkt man, dass “Dredd” als kommerzieller Filmflop des Jahres 2012 gewertet werden darf. Immerhin hat sich “UNIVERSUM Film” nicht lumpen lassen und alle Extras deutsch untertitelt. Zudem spendiert der Vertrieb ein flatschenfreies Wendecover. Für Freunde ausufernder 3D-Technik wird die Blu-ray zudem auch als dreidimensionale Variante angeboten – 3D-Heimkino-Equipment wird hierbei jedoch vorausgesetzt!
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Dredd – Trailer
Hellraiser80
Ähnliche Filme:
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Filmreview: “House at the End of the Street” (2012)

House at the End of the Street – Story
Die verwitwete Sarah Cassidy (Elisabeth Shue) zieht zusammen mit ihrer Tochter Elissa (Jennifer Lawrence) in ein neues Haus am Rande der Stadt. Schön gemütlich ist es hier, die Natur und der Wald rund um das Haus versprechen Entspannung und Erholung. Doch der Frieden währt nicht lange, als Tochter Elissa erfährt, dass sich im Nachbarhaus einige Meter weiter waldein, Schreckliches ereignet haben soll. Dort soll ein kleines Mädchen die eigene Familie kaltblütig ausgelöscht haben und daraufhin in den Wald geflüchtet sein. Eilssa stellt Nachforschungen an und lernt dabei den Bruder jenes kleinen Mädchens kennen, der nun allein in dem riesigen Anwesen wohnt, indem sich das schreckliche Verbrechen abgespielt haben soll. Schnell verliebt sie sich in den introvertierten Außenseiter, ein fataler Fehler wie sich alsbald herausstellt…
House at the End of the Street – Kritik
Es ist oftmals erstaunlich, nach welch nicht nachvollziehbaren Kriterien so mancher Filmvertrieb die Filme auswählt, welche dann die Vorzüge einer nationalen Kinoauswertung genießen dürfen. Da flimmern hirnlose Actionblockbuster über die Kinoleinwand und unbedeutende Psychothriller verwehren den kleinen, wirklich sehenswerten Perlen das lukrativen Screening in den deutschlandweiten Lichtspielhäusern. Einer derer Filme, über dessen Kino-Daseinsberechtigung ausgiebig gestritten und diskutiert werden darf ist zweifelsohne der kommende Thriller “House at the End of the Street“, der einmal mehr beweist, wie unkreativ Hollywood geworden ist und mit welch zweifelhaften Schwachsinn die Filmverleiher versuchen, den hungrigen Filmfreund die hart verdienten Euronen aus der Tasche zu stibitzen.
Der aktuelle Genre-Beitrag “House at the End of the Street” des Regisseurs “Mark Tonderai” ist einer dieser Filme, für die man bereits nach nur wenigen Minuten bereut, überhaupt Eintritt gezahlt zu haben, denn dieses Stück verschwendetes Zelluloid ist eine einzige, vorhersehbare Lachnummer, die im Mittwoch-Abend TV-Programm einschlägiger Privatsender wohl besser aufgehoben gewesen wäre, als auf der großen Leinwand. Der Titel des Filmes erweist sich hierbei als einzige Raffinesse, mit welcher dieser Film punkten kann, denn der lässt Düsteres erahnen und scheint allein nur deshalb gewählt, um unwissende Horrorfilmfreunde in die Kinos zu locken. Wer natürlich unwissend Filme besucht, ohne sich zuvor über deren Inhalt in einschlägigen Filmforen zu informieren, dürfte bei dieser Mogelpackung schlichtweg schnell und bitter enttäuscht werden, denn so wirklich finster, böse und gruselig will es “im Haus am Ende der Straße” (bis auf die Einführungs-Sequenz) dann wohl doch nicht werden. Viel zu sehr orientiert sich der Film an ein vorwiegend jüngeres, mainstream-orientiertes Publikum, dem vermutlich bereits schon allein beim Anblick von gewöhnlichen Hausspinnen der Atem stockt und das bereits dann aufschreit, wenn sich einer der jugendlichen aufgehübschten Helden des Films das Shirt von seinem muskulösen Körper zerrt. Überhaupt ertrinkt der Film in desaströsen Teenie- und Horrorklischees. Die hübsche Neue, verliebt sich in den geheimnisvollen, gutaussehenden Außenseiter, der natürlich ein Geheimnis verbirgt, von dem die Mutter letztendlich ahnt und dabei Recht behält. Das ist alles so unglaublich dumm, vorhersehbar und unspektakulär, dass man sich zu Recht fragen darf, wer sich diesen hanebüchenen Blödsinn ausgedacht hat. Die Interaktionen der wenigen Protagonisten erweisen sich als schier lächerlich stereotyp, sodass man bereits nach nur wenigen Filmminuten errät, wie dieses pseudo-gruselige Teenie-Drama ausgehen wird und hofft, dass in der nächsten Szene ein “Predator” über die Leinwand brettert, der alle beteiligten Charaktere in die ewigen Jagdgründe befördert, um dem gelangweilten Zuschauer zumindest den versemmelten Filmabend zu retten.
Eigentlich hätte aus “House at the End of the Street” wirklich was werden können, hätte man in die Geschichte einige kleine Gemeinheiten eingeflochten und hätte man für all die Geschehnisse eine wirklich innovative und bahnbrechend neue Erklärung gefunden, die dem Zuschauer beim obligatorischen Storytwist den Atem raubt. Das tatsächliche Gesamtwerk ist derart vorhersehbar, dass man sich als eingeübter Filmfreund schon wahrlich veräppelt fühlt, für den zigsten Aufguss eines zweitklassigen “Fear – Wenn Liebe Angst macht” Geld ausgegeben zu haben. Jede Szene lässt bereits die nächste erahnen – wer im Verlauf des Filmes das Zeitliche segnet ist schnell ergründet. Eingeübte Filmkenner dürften sogar nach nur wenigen Minuten Filmlaufzeit, dass gesamte Geheimnis rund um the “House at the End of the Street” gelüftet haben – denn das Rätsel zu entschlüsseln ist wahrlich nicht schwer. Gerade weil der gesamte Plot an den Haaren herbeigezerrt wirkt und jeglichen Funken Nachvollziehbar- und Glaubwürdigkeit missen lässt, will einfach so rein gar keine Spannung aufkommen. Trotz traditionellen Spannungsbogen, will der Unterhaltungswert rein gar nicht zünden. Da hilft es dem Film auch in keinster Weise, dass es in den letzten 15 Minuten, trotz PG-13-Freigabe, etwas rabiater zur Sache geht.
Gruseln im “House at the End of the Street“: Fehlanzeige. Was einen düsteren Horror-Schocker der Marke „The Last House on the Left” erahnen lässt, ist eine einzige Enttäuschung. Hier werden altbekannte Thriller- und Horrorregeln gänzlich ohne einen Funken Originalität abgespult und spannungsfrei heruntergedaddelt. Trotz hübscher Hochglanz-Optik und einer handvoll Schauspieler, die zuletzt in erfolgreichen Hollywood-Produktionen zu sehen waren, hat der Film rein gar nichts zu bieten, was überhaupt von Interesse wäre. Die Geschichte hat man in dieser Weise schon unzählige Weise gesehen und auch der abschließende Überraschungseffekt, der die Gegebenheiten plausibel versucht zu erklären, will so rein gar nicht überraschend daherkommen. Vor allem die jugendfreie Erzählweise machen diesen Film für Horrorfilmfreunde vollkommen uninteressant, sodass sich der Filmfreund den Gang ins Kino sparen dürfte. Die vernichtende Kritik rührt dennoch nicht von ungefähr. Bereits 2004 sollte das Drehbuch zu “House at the End of the Street” verfilmt werden, ging jedoch erst 2010 in Produktion – ein Schelm wer da Böses denkt. Zudem stand auch der amerikanische Filmstart unter keinem glänzenden Stern. Dieser wurde flink von April 2012 auf September 2012 verschoben. Macht man sich als Filmfreund selbst ein Bild von den Qualitäten dieses Psychothrillers, dürften derart Unschlüssigkeiten überraschend schnell geklärt werden.
House at the End of the Street – Fazit
House at the End of the Street – Zensur
Die deutsche Filmversion ist ungeschnitten ab FSK 16 freigegben!
House at the End of the Street – Trailer
Hellraiser80
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Filmreview: “Hobo with a Shotgun” (2011)

Hobo with a Shotgun – Story
Nachdem ein Obdachloser (gespielt von “Rudger Hauer“) mit einem Güterzug in die Stadt Hopetown einkehrt um dort als Landschaftsgestalter ein neues Leben zu beginnen, ahnt er noch nicht, welch menschlicher Abschaum hier die Gegend beherrscht.
Der widerwärtige Gangsterboss “Drake” und dessen missratene Söhnen “Ivan” und “Slick” sind einzig damit beschäftigt, im Ort Angst und Schrecken zu verbreiten und die Kriminalität zu legalisieren.
Grausame Gewalt, Korruption und das Gesetz der Straße gehören in Hopetown zur Tagesordnung und so wird der unbekannte Landstreicher Zeuge, wie die junge Prostituierte “Abby” von den beiden skrupellosen Brüdern bedrängt wird.
Ohne über dessen Folgen bewusst, schreitet der namenlose Fremde dazwischen und rette die verängstigte Frau aus den Fängen ihrer Peiniger. Doch “Drake” und seine Bande lassen nicht locker und fordern blutige Rache an jenem Obdachlosen, der die Autorität des gemeinen Dreiergespanns missachtet. Für den “Hobo” Grund genug sich eine Schrotflinte zu besorgen und dem kriminellen Pack die Leviten zu lesen …
Hobo with a Shotgun – Kritik
Als im Jahre 2007 das Horror-Thriller Double-Feature “Grindhouse” in den amerikanischen Kino anlief, haben die beiden Kult-Regisseure “Robert Rodriguez” und “Quentin Tarantino” nicht einmal ansatzweise vermutet, welche weitgreifende Erfolge sie mit dem trashigen Movie-Flick-Flack verbuchen würden. Das ambitionierte und durchaus innovative Film-Projekt vereinte dabei die beiden Filme “Planet Terror” und “Death Proof” zu einem einzigen Kino-Beitrag und bestückte die Übergänge zwischen den Filmen mit ansprechenden Fake-Werbetrailern, angeblich demnächst anlaufender Action- und Horrorwerke. Das experimentelle “Grindhouse“-Projekt, welche als liebevolle Hommage an das schmuddelige Autobahn- und Bahnhofskino der 60er und 70er Jahre erinnern sollte, hinterließ bei Fans des Genres derart prägenden Eindruck, dass Filmfreunde weltweit eine Realisierung der Fake-Trailer forderten.
Dem Ruf der Fanbase wurde Gehör geschenkt und so war es nur eine Frage der Zeit bis mit “Machete” die erste Umsetzung eines Fake-Spots aus dem Trash-Double-Feature “Grindhouse” folgte. Der weitestgehend exploitationlastige Grundton von “Machete” stand dem der beiden Filme “Planet Terror” und “Death Proof” in nichts nach und so wurde auch die erste Umsetzung eines “Grindhouse“-Fake-Trailers zu einem regelrechten Kassenschlager. Aufgrund des überraschenden Erfolges und aufgrund der Unersättlichkeit findiger Horrorfilmfans erreichte 2011 auch der Trailer “Hobo with a Shotgun” Spielfilmlänge, wurde jedoch ohne Kinoauswertung direkt auf Blu-ray und DVD veröffentlicht.
Im direkten Vergleich zum Beitrag “Machete” stellt sich nun Fans auf Anhieb die Frage, ob “Hobo with a Shotgun” auf gleichem Niveau schwebt, wie die bisherigen Beiträge des Tarantino/Rodriguez’schen “Grindhouse“-Universums. Die Frage ist mit einem schlichten “auf-jeden-Fall” zu beantworten, denn “Jason Eisener” kehrt die bewusst trashig inszenierten Elemente seiner Vorgänger kreativ zusammen und formt daraus einen ebenso bösen, wie vollkommen grotesk-übertrieben Horror-Spaß.
Fast schon mögen einige enthusiastische Genre-Freunde meinen, dass “Hobo” weitaus stimmiger und besser sei, als der zuvor abgedrehte “Machete“. Ob dem wirklich so sei, sollte jeder Filmfreund selbst beurteilen.
Fakt ist dennoch, dass “Hobo with a Shotgun” ebenso kongenial unterhält wie seine Vorgänger, aber dennoch vollkommen anders ist.
Das mag vordergründig auch daran liegen, dass es sich hierbei um die erste Umsetzung eines Fake-Trailers handelt, dem kein großes Produktions-Budget zugrunde lag. Geschadet hat es dem Film in keinster Weise, überzeugt gerade die chaotische und weniger glattpolierte Optik und erinnert der Film doch in seiner Naivität und Absurdität an längst vergessenes Troma-Trash-Kino der 80er Jahre.
Dass “Hobo with a Shotgun” jeglichen Mainstream-Sehgewohnheiten strotzt wird bereits zu Beginn des Filmes deutlich.
Denn nach verheißungsvoll-trällernden Einleitungs-Credits geht gehörig die Post ab.
Hier werden Menschen geköpft, Kinder verbrannt und Arme gebrochen – alles vollkommen politisch inkorrekt und dennoch wunderbar unterhaltsam. Die übertriebenen Gewaltexzesse sind derart befremdlich und überzogen, dass sich “Hobo with a Shotgun” teilweise anfühlt, als würde man der filmische Erwachsenen-Version eines Looney-Toons-Comics beiwohnen.
Der groteske und Comic-ähnliche Unterton wird zudem mit verfremdeten und übertönten Farben erreicht, deren Intensität das längst vergessene Technicolor-Kino der 70er Jahre erneut aufleben lässt. Argento-Fans dürften vermutlich bei derart befremdlicher Farben-Flut direkt an Argentos “Suspiria” erinnert werden, dessen Film im groben ebenso von derart innovativen und drastischen Farb-Nuancen zehrt.
Nach “Machete” folgt nun mit “Hobo with a Shotgun“, die bereits zweite Umsetzung eines Fake-Trailers des “Grindhouse“-Projektes aus dem Jahre 2007.
Auch der Beitrag des Newcomers “Jason Eisener” hält sich streng an die Regeln des gewalttätigen Bahnhof-Kinos der wilden 70er Jahre.
Anstatt sich mit einer dramaturgisch plausiblen Geschichte zu beschäftigen, konzentriert sich das Rache-Drama auf reichlich Gore, Fäkalsprache und Gewalt. Hier wird Selbstjustiz der Gewalt wegen zelebriert und scheint einziges Mittel zum Zweck Konflikte lösen zu können.
Schöngeistige Filmkritiker und Otto-Normal-Filmfreunde werden vermutlich kaum irgendeinen hochphilosophischen Sinn hinter alle dem Nonsens entdecken können. Trotzdem, dass Konzept ist zwar simpel, aber dennoch genial.
Der comiclastige Unterton überspielt die Geschehnisse des Films grandios und schafft es einmal mehr, dass sinnfreie Exploitation-Kino der 70er Jahre auf die heimische Mattscheibe zu transferieren. Selten war Filmvergnügen erfrischender und kreativer. Teilweise fühlt man sich als Zuschauer an die experimentelle Spaß- und Trash-Ära der Troma-Studios zurückerinnert.
Denn auch hier gilt es nachwievor, einfach den Kopf auszuschalten um dem superben Treiben genüsslich beiwohnen zu können. Dass dem bewusst schlecht-inszenierten und reanimierten Grindhouse-Kino noch lange nicht die Puste ausgegangen ist, beweist die demnächst anlaufende Fortsetzung von “Machete“. Auch Nachwuchsregisseur “Jason Eisener” und “Rudger Hauer” haben beteuert, an eine Fortsetzung von “Hobo with a Shotgun” interessiert zu sein. Man darf gespannt sein!
Hobo with a Shotgun – Fazit

Ein Grindhouse-Knaller wie er im Buche steht – derb, sinnfrei und absolut politisch inkorrekt.
Muss man gesehen haben!
Hobo with a Shotgun – Deutsche Veröffentlichung
Deutsche Blu-ray und DVD ungeschnitten bei AMAZON kaufen
Wir bedanken uns bei dem Vertrieb Universum Film, der uns freundlicherweise für diese Film-Besprechung eine Ansichtsfassung zur Verfügung gestellt hat. Die Blu-ray besticht durch tadelloses, knackig-farbenfrohes Bild und punktet mit einer handvoll nennenswerter Extras.
Die ungeschnittene Filmfassung ist aktuell beim Händler Eures Vertrauens (einschlägige Onlineshops, wie „Cyber-Pirates.org“/ „Media-Dealer.de” ) zu bekommen und sollte zudem möglichst rasch gekauft werden. Der Film wurde hierzulande mit einer Spio-Kennzeichnung (keine schwere Jugendgefährdung) „gewürdigt“.
Aufgrund des kontroversen und gewalttätigen Inhalts ist die vorliegende deutsche Fassung von einer nachträglichen Indizierung nicht ausgeschlossen.
Zudem ist neben der regulären Blu-ray-Fassung auch eine limitierte Mediabook-Ausgabe erhältlich, die neben einem ansprechenden Buchteil auch die DVD mit an Bord hat.
Hobo with a Shotgun – Zensur
Die deutsche Blu-ray mit Spio/JK-Kennzeichnung ist ungeschnitten!
Hobo with a Shotgun – Trailer
Hellraiser80
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Filmreview: “The Tall Man” (2012)
The Tall Man – Story
Julia ist Krankenschwester und lebt mit ihrem Sohn außerhalb der Kleinstadt „Castle Rock“, einem Ort der von Leid und Kummer gezeichnet ist. Regelmäßig verschwinden hier Kinder spurlos, vom Täter scheint weit und breit keine Spur. Die Stadtbewohner reagieren auf die Ereignisse verstört und machen einen unbekannten, großen Mann für die Taten verantwortlich. Einzig Julia ist skeptisch und verweist die Mutmaßungen in die Welt der Legenden und Märchen. Doch dann verschwindet ebenso ihr Sohn David spurlos …
The Tall Man – Kritik
Wenn in Fankreisen Gerüchte die Runde machen, dass in Frankreich fleißig an neuen Genre-Beiträgen gewerkelt wird, dann werden Horrorfilmfreunde weltweit überraschend hellhörig. Kaum ein anderes Land hat es innerhalb von nur wenigen Jahren geschafft, das merklich ausgedörrte Horrorfilme-Genre so kongenial erfrischend zu reanimieren und ihm zeitgleich vollkommen neue künstlerische Impulse zu verleihen, wie unser friedliebendes Nachbarland Frankreich. Die Garde talentierter französischer Nachwuchsregisseure überzeugte vor allem mit schonungsloser Kompromisslosigkeit, frischen Ideen und vor allem sadistischen Gewalteinlagen. Bereits 2003 legte „Alexandre Aja“ mit seinem „Haute Tension“ den Grundstein des neuen europäischen Extrem-Kinos das zu aller Erstaunen in kürzester Zeit zu einem weltweiten Horror-Boom avancierte („Saw“, „Hills haves Eyes“, „Hostel“). Auch der Franzose „Pascal Laugier“ reiht sich mit seinem kontrovers-diskutierten Folter-Tortur-Drama „Martyrs“ in jene Truppe hochmotivierter Jungregisseure aus Frankreich ein, schaffte er es doch 2008 mit einem Horrorfilm einmal mehr zu schockieren und gab dem gescholtenen Horrorfilm das zurück, was dieses Genre doch seit jeher am Besten kann: Angst verbreiten und zu verstören.
Aufgrund des überraschenden Erfolges von „Martyrs“, war es nur eine Frage der Zeit bis auch Hollywood auf den talentierten Filmemacher aufmerksam wurde und ihn dazu beauftragte die filmische Neuadaption zum Kultmovie „Hellraiser“ zu realisieren. Da es jedoch unüberbrückbare Differenzen zwischen „Laugier“ und dem Produktionsstudio „Dimension“ gab, verließ der Franzose schnell wieder das Projekt und widmete sich mit „The Tall Man“ (2012) seiner ersten amerikanischen Großproduktion für die er sogar Jessica Biel als Hauptdarstellerin und Produzentin gewinnen konnte.
Vorab sollten sich Liebhaber von verstörendem Indie-Horror und bluttriefenden Extrem-Schockern im Klaren sein, dass es sich bei „Laugiers“ aktuellem Werk um keinen zweiten „Frontiers“, „Haute Tension“ oder gar „Martyrs“ handelt. „Pascal Laugier“ geht mit seinem dritten abendfüllenden Beitrag gänzlich andere Wege. „The Tall Man“ hat, bis auf einige düsteren Elemente zu Beginn des Films, mit Horror rein gar nichts mehr am Hut, handelt es sich doch bei diesem Werk vielmehr ein vollkommen schock- und blutleeres Drama, das einmal mehr mit einem vollkommen reißerischen Filmplakat wirbt und den Zuschauer auf gänzlich falsche Fährten lockt. So wirklich löblich ist das wahrlich vom Filmvertrieb nicht, assoziiert doch der Zuschauer mit derart gruseligen Poster und plakativen Titel ein gänzlich anderen Zusammenhang. Der eigentliche Produktionstitel „The Secret“ scheint demnach zutreffender und passender für diesen Film, dürften die Erwartungen all derer umso mehr gen Keller sinken, die gerade aufgrund des Bekanntheitsgrades des Regisseurs und dem horrorlastigen Marketings einen manteltragenden Geist erwarten, der für das Verschwinden der Kinder von Castle Rock verantwortlich gemacht wird.
„The Tall Man“ lebt von seinen von Kummer zerfressenden Charakteren (Jessica Biel liefert eine Top-Leistung ab – so kennt man sie gar nicht) und der arg seltsamen und recht unkonventionellen Erzählstruktur, die dem Zuschauer vollkommene Aufmerksamkeit abverlangt. Was sich anfänglich düster, hektisch und actionreich entlädt wird spätestens ab Filmmitte zu einem arg zermürbenden Drama, dessen ernsthafte Thematik einmal mehr zum Nachdenken einlädt. Die letztendliche plausible Erklärung der Gegebenheiten ist in ihrer inhaltlichen Botschaft mehr als erschreckend und von seiner moralischen Relevanz aktueller denn je. Auch wenn das Drehbuch gerade gegen Ende hin an Glaubwürdigkeit missen lässt und sich dadurch die letzten Filmminuten in befremdlich surrealen Bildern äußern, so dürfte der Schlusstwist für einige offene Münder sorgen und ein wahrlich hilfloses und depressives Gefühl beim Zuschauer hinterlassen.
Mit „The Tall Man“ hat der Franzose „Pascal Laugier“ einmal mehr einen recht deftigen Film abgeliefert, der für Zündstoff sorgen dürfte. Anders wie zuletzt in seinem Beitrag „Martyrs“ steht hier nicht das „optische“ Extrem im Vordergrund, sondern die eigentlich Botschaft des Filmes, die vor allem Eltern derb in der Magengegend treffen dürfte. Gore, Splatter und Terror sucht man in „The Tall Man“ vergebens, denn sein aktuelles Werk hat rein gar nichts mehr mit Horror am Hut. Sein „Tall Man“ lebt von den vortrefflich gewählten Schauspielern und den debilen Charakteren, die vom schmerzlichen Verlust ihrer Kinder gezeichnet sind und in ihrer Ausweglosigkeit und ihrem Schmerz ein arg befremdliches Verhalten an den Tag legen, dass dennoch vollends verständlich scheint. Hollywood-untypisch geben sich auch die Schauspieler, allen voran „Jessica Biel“, die für ihre Rolle wohl möglich gänzlich ungeschminkt daherkommt. In der ersten Filmhälfte dürftig physisch geschunden, schaut sie gegen Ende nicht mehr gänzlich so adrett aus, wie man sie eigentlich aus ihren bisherigen Werken kennt. Ihr psychischer Verfall ist gekonnt in Szene gesetzt und zeigt einmal mehr, dass auch in Hollywood-Jungstars, die bisher vorwiegend in Mainstream-Hochglanzproduktionen zu sehen waren, ernstzunehmende Charakterdarsteller schlummern können.
The Tall Man – Fazit

Freunde von Horrorfilmen werden dumm aus der Wäsche schauen. „The Tall Man“ ist eine kleine Mogelpackung und dürfte die Fanbase, ebenso wie zuletzt sein „Martyrs“, polarisieren. Horror, Thrill oder Splatter sucht man hier vergebens, machen aber vielleicht gerade deswegen „The Tall Man“ erfrischend sehenswert!
The Tall Man – Zensur
Die deutsche Heimkinofassung ist ungeschnitten ab 16 jahren freigegeben. Somit trägt die deutsche Blu-ray/DVD den blauen FSK-Flatschen!
The Tall Man – Deutsche Blu-ray
TECHNISCHE DATEN
Originaltitel: The Tall Man; Frankreich 2012
Genre: Thriller, Horror
Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte
Bild: 2.35:1; (1920x1080p) Full HD
Laufzeit: ca. 106 Min.
FSK: FSK 16
Verpackung: Amaray mit Wendecover
Extras: Interviews mit Cast & Crew, Trailer
Die Scheibe aus dem Hause UNIVERSUM FILM gestaltet sich zwar technisch als top; Filmfreunde, die sich jedoch nach der Sichtung über den Film informieren wollen, schauen dumm aus der Wäsche. Gerade einmal 24 Minuten Interviews haben es in den Bonus-Sektor geschafft. Diese wurden aber, vermutlich aus Kostengründen und der unbedeutenden Relevanz des Titels, nicht deutsch untertitelt, sodass diese Extras gerade all denen nur wenig nutzen werden, die mit der englischen Sprache nicht vertraut sind. Weiterhin gibt es den Trailer in Deutsch zu begutachten und weitere fünf Werbefilmchen kommender Filmtitel aus dem Hause UNIERSUM FILM. Zudem bietet die Ausstattung auch einen BD-LIVE-Zugang; ein Internetanschluss ist hier jedoch essenziell. Technisch lässt sich über die hier veröffentlichte Scheibe zum Film TALL MAN nix beanstanden. Wie üblich von Filmen des Publishers UNIERSUM FILM hat man sich auch beim Release von TALL MAN gehörig Mühe gegeben und trumpft einmal mehr mit einer tadellosen Technik. Zudem erfreut das animierte, stimmige Menü, dass mit Musik untermalt wurde und Szenen aus dem Film präsentiert. Wer sich über das unschöne FSK-Symbol ärgert, kann das Cover wenden.
The Tall Man [Blu-ray] jetzt ungeschnitten bei AMAZON bestellen
The Tall Man – Trailer
Marcel Demuth / Hellraiser80
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Nachdem Amber ein wirklich verlockendes Wohnungsangebot in Chicago erhält bittet Amber ihre Freunde sie auf dem Weg in die Großstadt und zur Kautionsübergabe zu begleiten.
Leider meint das Glück es nicht wirklich gut mit der Clique, denn nach nur wenigen Kilometern haben die Freunde eine Autopanne. Glücklicherweise begegnen sie einem Truckfahrer, der sich schließlich überreden lässt, die Freunde im Laderraum mitzunehmen. Nachdem, die Freunde lauthals im Laderaum vergnügt saufen und feiern stellt Amber plötzlich fest, dass irgendwas mit dem Truck und seinem Fahrer nicht stimmt, denn jegliche Kommunikationsversuche mit dem Truckfahrer scheitern. Als man auch noch feststellt, dass der Truck völlig vom Weg abkommt und eine ganz andere Fahrtroute einschlägt, geraten die Freunde in Panik.
„8 Film to die for“ – heißt die Devise des alljährlichen „After Darf Filmfestes“, dass jedes Jahr 8 sehenswerte phantastische Filme zum Besten gibt.
Auch „Prowl“ gehörte 2011 unter den 8 Filmen des Filmfestes und wird nun Ende September auch in unseren Gefilden (zusammen mit den übrigen 7 Kandidaten) durch UNIVERSUM Film veröffentlicht.
Mich hat die aktuelle Regiearbeit vom „Manhunt Backwood Massacre“ – Regisseur dabei leider nur bedingt überzeugt.
Beginnt der Film recht stimmig und lässt den geübten Horrorfan, mit dem Einstieg der Freunde in den Laderaum des Trucks, auf einen knallharten Backwood Horrorfilm hoffen, so enttäuscht „Prowl“ in ganzer Linie.
Scheinbar wollte Regisseur Patrik Syversen eigene Wege gehen und dem ausgelutschten Backwood –Terror – Genre neue Impulse geben, indem er den Zuschauer auf eine falsche Fährten locken und mit einem völlig anderen Storyverlauf überraschen wollte. Naja, leider geht dieses Vorgehen gehörig nach hinten los. Statt einem bösen Redneck-Folter Horror kommt man in den Genuss eines dreisten „30 Days of Night“ – Klons.
Nach gerade mal schlappen 30 Minuten werden die Leben aller übrigen Protagonisten innerhalb von Sekunden „verschossen“ – nur Amber und eine ihrer Freundinnen dürfen die restliche Laufzeit über davonlaufen, springen, flennen, schreien, sich verstecken und doof aus der Wäsche schauen. Das ist zwar alles schön gefilmt und gut gewollt, ist aber derartig unspektakulär ausgefallen, dass ich mich zusammenreißen musste nicht vor der Glotze wegzupennen. Immer wieder hatte ich das Gefühl alles schon gefühlte 1000 mal gesehen zu haben. Das ist wirklich beachtlich schade, zumal Syversen sich gerade bei der Filmeinleitung so arg Mühe gegeben hat. Dabei hilft es ihm auch nicht, noch mal zum Ende hin (der recht mageren 75Min. Filmlaufzeit) ordentlich Gas zu geben und Amber etwas meucheln, schlitzen und splattern zu lassen (zumindest im FSK16-freudigen Rahmen).
Amber-Darstellerin macht ihre Sache erstaunlich solide und glaubwürdig und ist der einzige Lichtstrahl in diesem total halbgaren Film.
Auch die notdürftig zusammengeschusterte Erklärung nach dem Sinn des ganzen ist derart dumm und unlogisch, dass man es gesehen haben sollte, um es überhaupt zu glauben. Trotz bahnbrechender Erklärungsversuche erschlossen sich mir trotzdem zig weitere 100 Fragen, die der Film leider nicht beantwortet konnte.
Ich glaube demnächst sollte der Schuster wieder bei seinen Leisten bleiben, zumal sein Vorgängerfilm „Manhunt Backwood Massacre“ doch beachtlich gut ausgefallen ist. Wirklich sehr schade, zumal „Prowl“ wirklich sehr gute Ansätze besitzt, die aber nicht wirklich genutzt oder ausgebaut werden.
Fazit 5,5/10 Punkte
Halbgarer Mix aus Backwood- und Vampirhorror. Hat man alles schon irgendwo besser gesehen.
Fastfood – Horror für Zwischendurch.
Hellraiser80








