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Filmkritik: “Mr. Jones” (2013)

Mr.-Jones-2013
 
 
 

MR. JONES

Story

 
 
 
Filmemacher Scott (JON FOSTER) ist mit seiner Freundin Penny (SARAH JONES) in den örtlichen Wäldern unterwegs. Man arbeitet an einer Naturdokumentation und ist miserabler Stimmung, da Penny einen lukrativen Job an den Nagel gehängt hat, um ihrem arbeitsblockierten Lover bei den Dreharbeiten zur Seite zu stehen. Es macht das allgemeine Befinden nicht besser, als Scott mitten im Forst Opfer eines Diebes wird und man sich auf die Suche nach den entwendeten Dingen machen muss. Die Schnitzeljagd durch den unangenehmen Wald führt die beiden zu einer verlassenen Hütte, Eigentümer der Mister Jones des Titels, ein äußerst öffentlichkeitsscheuer Kunstschaffender, der hier unheimliche Figürchen und Gegenstände hortet, die er willkürlich an ihm fremde Menschen sendet. Scott ist begeistert von der Aussicht auf eine Dokumentation über den ominösen Künstler und macht sich auf die Suche nach Betroffenen oder zumindest Zeugen dessen Existenz. Doch niemand hält all zu viel vom Plan, den Mystery Man zum Sujet einer Zurschaustellung vor breitem Publikum zu machen. Im Gegenteil – Warnungen werden ausgesprochen.
 
 
 


 
 
 

MR. JONES – Kritik

 
 
 
Regisseur KARL MUELLER unternimmt in seinem Langfilmdebüt ein interessantes Experiment. Er nimmt die Grundlagen des legendären Found-Footage-Ahnen THE BLAIR WITCH PROJECT, also die Urangst vor Dunkelheit und unbekannten Wäldern, angedeutete oder im Ansatz erklärte Lokalmythologie und kombiniert sie mit der surrealistischen Erzählweise eines DAVID LYNCH. Wie dieses große Vorbild bedient sich Mueller bei den Tempos und der Logik, wie sie der Zuschauer am ehesten im Horrorkino des eigenen Unterbewusstseins, gemeint ist der Alptraum, erfahren haben dürfte. Dazu kommen autobiographische Elemente wie Kindheitserinnerungen aus dem ländlichen Minnesota, einem Bundesstaat im amerikanischen Mittelwesten, der in seinen pastoralen Landschaften voller endloser Wälder und den namensgebenden „tausend“ Seen schon fast etwas nordeuropäisches hat. Das Bild der Waldhütte voller seltsamer Gegenstände und auch präparierter Tierkadaver konnte Mueller direkt von hier projizieren, war ihm doch ein Einsiedler bekannt, der in einem solchen Verschlag hauste. Realer Horror bietet noch immer noch den idealen Grundstock, ob für Mainstream-Reißer oder Independent-Kino. Dort vermutlich sogar noch stärker. Schauspielerisch macht MR. JONES eine Menge richtig. Die Besetzung übertreibt nicht, nimmt den Zuschauer so nahtlos mit in das Spannungsfeld zwischen Horror und Alptraum. Natürlich – aber das ist wohl klar – darf man sich auch diesen Film nicht auf Deutsch ansehen. Die Sychronfassung ist gewohnt grauenhaft. Die Interviewsegmente sind gelungen und stellenweise in ihrer nahe am bewunderten BLAIR WITCH PROJECT orientierten Stimmung authentischer als in vergleichbaren Genrebeiträgen. Den beliebten und doch weitestgehend überschätzten Psychiatrieschocker GRAVE ENCOUNTERS möchte ich hier zum Vergleich erwähnt haben. Was MR. JONES am eindeutigsten über das Gros der noch immer Beliebten Pseudorealitäts-Horrorfilme hebt, ist die erwähnte Beschäftigung mit der auf Bild gebannten Alptraumästhetik eines DAVID LYNCH.
 
 
 


 
 
 

MR. JONES – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Bildschweres Independent-Genrekino aus den verhexten Wäldern Nordamerikas. Als wenn das Gehölz von DAVID LYNCH’S TWIN PEAKS noch mehr schwarze Hütten zu bieten gehabt hätte als die Black Lodge.
 
 
 


 
 
 

MR. JONES – Zensur

 
 
 
MR. JONES ist ein subtiler Found-Footage-Streifen gänzlich ohne Blut und Gewalt. Die hiesige Filmfassung wurde daher von der FSK bereits Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben.
 
 
 


 
 
 

MR. JONES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Mr.-Jones-Blu-ray

(c) UNIVERSUM FILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mr. Jones; USA 2013

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 – @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 29.08.2014

 

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MR. JONES – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Possession of Michael King (2014)
 
The Devil Incarnate (2013)
 
Willow Creek (2013)
 
Afflicted (2013)
 
Absence (2013)
 
Apollo 18 (2011)
 


Filmkritik: “Coherence” (2013)

coherence-2013
 
 
 

COHERENCE

Story

 
 
 
Ein Mystery-Thriller, der nicht viel benötigt: Ein Abendessen, acht Freunde und ein Kometenschweif am Himmel, der seltsame Vorkommnisse zur Folge hat …
 
 
 


 
 
 

COHERENCE – Kritik

 
 
 
Science-Fiction, Horror, Mystery, Drama oder Thriller – COHERENCE ist einer dieser Filme, der sich nicht so einfach kategorisieren lässt, weil er in keine Schublade passen will. Vielmehr bedient sich der auf Festivals gefeierte Überraschungs-Hit verschiedenster Genre, die hier ganz ungezwungen miteinander verschmelzen. Regisseur JAMES WARD BYRKIT, der bereits mit dem Chamäleon -Zeichentrick RANGO (Drehbuch) von sich hat hören lassen, konnte mit seinem kniffligen Rätselspaß schon einige Preise einheimsen und gibt mit dem kunterbunten Genre-Mix sein Regiedebüt, das bei Zuschauern endlich mal wieder die Köpfe rauchen lässt.
 
COHERENCE ist BYRKITS Reaktion auf seine bisherigen Arbeiten an Blockbustern wie RANGO (2011) und die FLUCH DER KARIBIK-Filme, die ihm sichtlich zu durchgeplant gewesen waren und dabei Möglichkeiten zur Improvisation zunichte machten. BYRKIT, der eigentlich vom Theater kommt, wollte sich von Konventionen lösen und sich wieder zu seinen alten Theater-Zeiten zurückbewegen, wo auf der Bühne allein Geschichte und Charaktere im Mittelpunkt gestanden haben und er die Freiheit zu experimentieren genießen konnte. Die Idee von COHERENCE war Schauspieler und Crew-Mitglieder von ihren Zwängen zu befreien. In einer Art spielfilmlangen Version einer TWILIGHT ZONE-Episode sollte durch minimalen Aufwand und mit einfachsten Mitteln maximales Unbehagen heraufbeschwört werden. Dabei war das Ziel ein filmisches Experiment zu schaffen, dass sich wie einst die Serie auch um wenige Protagonisten drehen sollte, die auf begrenztem Raum einem unheimlichen Mysterium auf die Schliche kommen. BYRKIT war darum bestrebt Augenmerk auf das Wesentliche zu legen, was wiederum bedeutete, dass Spezialeffekte vermieden werden und das Budget im überschaubaren Rahmen bleiben sollte. Gedreht wurde nicht einmal eine Woche am Stück mit kleiner Crew. BYRKIT stellte für die Dreharbeiten das eigene Wohnzimmer zur Verfügung und ein Drehbuch gab es nicht. Stattdessen erhielten die Darsteller an jedem Abend der fünf Drehtage Zettel mit Notizen, aus denen ausschließlich Informationen zum eigenem Charakter und der Hintergrundgeschichte für den jeweiligen Drehabend zu entnehmen waren. Weil keiner mit den Interaktionen des anderen vertraut war, mussten die Schauspieler Mut zur Improvisation beweisen. Ein riskantes Unterfangen, das in COHERENCE dennoch wunderbar funktioniert und wie aus einem Guss wirkt – den hervorragend gewählten Schauspielern sei Dank.
 
COHERENCE nimmt den Zuschauer mit zu einem Dinner in ein abgelegenes Haus irgendwo in Californien. Acht Freunde finden sich hier zusammen, um nach langer Zeit einander wiedersehen zu können. Ein besonderes Spektakel steht bevor, schließlich kreuzt nicht alle Tage ein Komet die Erdumlaufbahn. Doch das spektakuläre Himmelsereignis führt zu einer Reihe seltsamer Vorkommnisse. Erst zersplittern Handybildschirme wie von Geisterhand, bald schon verhalten sich die Gäste eigenartig. Als man wenig später auf Doppelgänger stößt bricht Panik unter den Anwesenden aus. Mehr über den grandios verwirrenden Plot zu verraten wäre fatal, nur soviel: Macher JAMES WARD BYRKIT bedient sich ganz clever der Thematik von Paralleldimensionen, versetzten Zeitebenen sowie Quantenphysik und konstruiert ein faszinierendes Stück Zelluloid, das reichlich Aufmerksamkeit voraussetzt, damit der roten Faden nicht verloren geht. Hierbei geht der Regieneuling den gleichen Weg wie zuletzt DENNIS ILIADIS, der im vergangenen Jahr an einem ähnlichen Film werkelte, welcher letztendlich vom deutschen Rechteinhaber UNIVERSUM FILM unter dem Titel PARTY INVADERS (im Original: +1 (2013)) ganz stillschweigend in die Händlerregale gebracht wurde.
 
Erfrischende Rezepturen gänzlich ohne Klischees und Konventionen sind im Kino mittlerweile eine Seltenheit geworden, vor allem wenn die amerikanische Traumfabrik mal wieder zugeschlagen hat, die dem Zuschauer das Denken so einfach wie möglich gestalten möchte. Ein Übel, dass BYRKIT nicht hinnehmen wollte, wie er in einem Interview verriet. Er war darum bestrebt einen Film zu drehen, der eben nicht bis ins kleinste Detail erklärt werden soll, damit ihn auch jeder Filmzuschauer verstehen kann. Vermutlich ein Grund, warum sich ohnehin kein großes amerikanisches Studio hätte finden lassen, das dazu bereit gewesen wäre, sein rätselbepacktes Filmvergnügen zu unterstützen. Dass sein Film mit einem abrupten Abschluss vollkommen aus der Bahn wirft, ohne klärende Antworten zu liefern, ist nur ein Beispiel dafür wie geschickt er sich den vordiktierten Regeln amerikanischer Hochglanzfilme entgegenlehnt, obwohl er im Grunde genommen einst selbst hier Fuß im Filmbusiness gefasst hat. Für diesen unkommerziellen Weg kann man den Filmemacher nur loben, denn auch wenn man COHERENCE vermutlich mehrmals gesehen haben muss, um auch alle Geheimnisse entschlüsseln zu können, ist dieses klug inszenierte und überraschend unkonventionelle Leinwand-Puzzle über jeden Zweifel erhaben. Für ein so sehenswertes und vor allem mutiges Erstwerk, das Hollywood rigoros den Mittelfinger entgegenstreckt, obwohl Macher JAMES WARD BYRKIT einst mit großen Blockbuster-Hits Erfolge feierte, gibt es vom FILMCHECKER eine zu recht verdiente und ungewöhnliche hohe Punktzahl.
 
 
 


 
 
 

COHERENCE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Mysteriös-unheimlicher Puzzle-Trip, der in keiner gut sortierten Filmsammlung fehlen sollte. Manchmal ist eine gute Idee mehr Wert als viel Budget und ausufernde Spezialeffekte. COHERENCE ist ein Triumph des Low-Budget-Filmemachens, denn trotz oder gerade aufgrund der Tatsache, dass die Akteure in diesem Kammerspiels vorwiegend improvisieren und kein Drehbuch als Grundlage besitzen, um sich daran festklammern zu können, gehört COHERENCE zum Besten was das Filmjahr 2014 zu bieten hat. Regisseur JAMES WARD BYRKIT ist hier ein Kunststück gelungen, dass die volle Aufmerksamkeit seiner Zuschauer genießt, die schnell ganz leise werden, um wirklich alle Geheimnisse diese grandios verschachtelten Verwirrspiels ergründen zu können. Da stört dann auch die teils wackelige Kameraführung nicht, die zwar immer nah an den Protagonisten ist, um Authentizität bewirken zu können, aber ab und an mit den üblichen Mankos zu kämpfen hat, die man aus den vielen Found-Footage-Werken kennt. Keine Angst COHERENCE ist keiner dieser überdrüssigen Shaky-Cam-Streifen. Vielmehr ist dieser packende und klug umgesetzte Überraschungs-Hit mit all seinen unerwarteten Wendungen Pflichtprogramm für Fans des Phantastischen Films. Daher: Wer im Genre Anspruch statt Holzhammer braucht, muss diesen Film gesehen haben.
 
 
 


 
 
 

COHERENCE – Zensur

 
 
 
COHERENCE ist kein blutrünstiger Horror-Schocker. Hier passieren weder Mord- noch Totschlag. Am Ende kommt der Deckel eines Toilettenspülkastens zum Einsatz – das war’s dann aber auch schon mit der Gewalt. COHERENCE wird mit blauem FSK16-Sticker in den Handel kommen. Zuvor darf er jedoch auf dem FANTASY FILMFEST 2014 begutachtet werden.
 
 
 


 
 
 

COHERENCE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The House ot the End Times (2013)
 
Warhouse – Kriegszustand (2013)
 
Mine Games (2012)
 
Haunter (2013)
 
Und taglich grüsst das Murmeltier (1993)
 
Triangle – Die Angst kommt in Wellen (2009)
 
Timecrimes – Mord ist nur eine Frage der Zeit (2007)
 


Filmreview: “Haunt – Das Böse erwacht” (2013)

haunt-2013
 
 
 

HAUNT – DAS BÖSE ERWACHT

Story

 
 
 
Manche Türen sollte man einfach verschlossen halten. Für die Teenager Evan (Harrison Gilbertson ) und Sam ( Liana Liberato ) kommt die Warnung leider etwas zu spät, denn sie finden auf einem Dachboden einen mysteriösen EVP-Rekorder, mit dem man Kontakt zu den Toten aufnehmen kann. Der wird sogleich ausprobiert und weckt das Interesse eines rachsüchtigen Geistes …
 
 
 


 
 
 

HAUNT – Kritik

 
 
 
ACHTUNG: Kritik beinhaltet viele SPOILER!
 
 
 
Spuk- und Geisterfilme gehen im Kino eigentlich immer. Zuletzt haben THE CONJURING, SINISTER und INSIDIOUS ordentlich Kasse gemacht und den Produzenten Millionenumsätze beschert. Grund genug die Kuh fleißig weiter zu melken, denn solange der Horrorfan für Gruselstimmung anständig löhnt und sich an der Thematik nicht sattgesehen hat, gibt’s Gänsehaut-Feeling von der Stange auch weiterhin im Multiplex zu bestaunen. HAUNT – DAS BÖSE ERWACHT heißt der nächste Geisterstreich, der jetzt eifrig versucht im Fahrwasser der ganz Großen mitzuschwimmen. Hier ist bereits der Titel Programm, denn der verrät ganz ungeniert, wohin die Reise führen wird. Neuling MAC CARTER war am Werk. Der Mann hat eigentlich bisher keinerlei Erfahrungen im Filme drehen. Umso beachtlicher, was er mit seinem Debüt fabriziert hat. HAUNT – DAS BÖSE ERWACHT ist optisch eine Wucht. Das Ding macht alles andere als einen günstig produzierten Eindruck, wobei die visuelle Aufbereitung in Erinnerung bleibt, weil sie von viel Herzblut zeugt. Der Streifen schaut ziemlich hochwertig aus, was vor allem fürs Auge eine regelrechte Wohltat ist, weil man zuletzt einfach zu viele drittklassige Geisterfilme auf der Mattscheibe hatte, die mit unterirdischen Effekten und billiger Machart versucht haben, dem Horrorfan das hart verdiente Geld abzuknöpfen.
 
HAUNT – DAS BÖSE ERWACHT erzählt die Geschichte des 18-jährigen Teenagers Evan (HARRISON GILBERTSON), der mit seiner Familie ein ohnehin schon gruseliges Landhaus weit draußen im Wald bezogen hat. Als wäre das nicht schon schauerhaft genug, hat sich darin auch noch Tragisches ereignet, denn die Vormieter mussten auf gar mysteriöse Weise ihr Leben lassen. Auch Evan erfährt vom unheimlichen Morello Fluch, als er seine kesse Nachbarin Sam (LIANA LIBERATO) kennenlernt, die zusammen mit ihrem aggressiven Vater gleich um die Ecke lebt. Die berichtet ihm von unheimlichen Geschichten, die um das düstere Anwesen ranken und findet im Haus ach gleich eine alte EVP-Maschine, mit der man Kontakt zu den Toten aufnehmen kann. Kaum eingeschalten, kommen auch schon die ehemaligen Hausbewohner zu Wort. Die flüstern allerhand nicht deutbares Zeug und jagen den neugierigen Kids erst einmal eine Heidenangst ein. Doch mit dem Kontakt ins Totenreich haben sie auch die Aufmerksamkeit einer wütenden Kreatur auf sich gelenkt. Die huscht nun nachts im Haus umher und beginnt die Familie zu terrorisieren.
 
Die Geister, die sie riefen werden sie nun nicht mehr los. Regie-Newcomer MAC CARTER hat eine klassische Geistergeschichte gedreht, die sich den typischen Klischees des Haunted House-Genre bedient. Hierbei hat der Filmemacher vor allem Horrorfilme neueren Datums analysiert, um die darin gut funktionierenden Elemente auch für seinen Streifen nutzen zu können. Vor allem die Sache mit dem EVP (Electronic Voice Phenomenon) ist nicht gänzlich neu. Hier dürfte vermutlich der Mystery-Thriller WHITE NOISE aus dem Jahre 2005 als Vorlage gedient haben, in dem MICHAEL KEATON mit ähnlicher Technik die tote Ehefrau kontaktierte und dabei auch das Interesse böser Geister auf den Plan gerufen hat. Trotz Mangel an eigenen Ideen hat HAUNT – DAS BÖSE ERWACHT immerhin all das, was einen guten Gruseltrip ausmachen sollte. So dient ein düsteres Haus mit schicksalhafter Vergangenheit als Grundlage. Natürlich ist ebenfalls der böse Geist vorhanden, der den neuen Bewohnern das Leben zu Hölle macht und das obligatorische Rätsel darf selbstverständlich auch nicht fehlen, schließlich spukt die rastlose Seele nicht grundlos durch das Gemäuer. Gespukt wird übrigens reichlich und das nicht gerade zurückhaltend, denn von Spukhausfilmen ist man es ja mittlerweile gewohnt, dass man schön plakativ erschreckt wird. Das passiert natürlich auch in CARTERS Streifen, der zudem auch noch mit ziemlich guter Effektemacherei und einem hervorragend animierten Geist punkten kann. Dessen morbide Optik allein reicht schon aus, um genug Gänsehautmomente zu verursachen, die empfindsame Gemüter um den Schlaf bringen werden.
 
Wie es in Spukfilmen üblich ist, sind nicht alle Geister friedlicher Natur. Die verlorene Seele in HAUNT – DAS BÖSE ERWACHT hat ausschließlich Böses im Sinn, was nicht ganz unbegründet ist. Der Zuschauer erfährt im späteren Verlauf, dass die vorherigen Besitzer ganz eigene Methoden angewandt haben, um den Familienfrieden zu wahren. Da wurde flink die Affäre des Gatten um die Ecke gebracht, in eine kleine Nische auf den Dachboden geschleift und unter dem klapprigen Holboden verscharrt. Das ein so ungemütliches Grab gar keine Freude bereiten will, dürfte einleuchtend sein. Im Filmprolog erlebt der Zuschauer die Folgen des Verbrechens: Der Geist fordert Rache schlüpft in die Körper der Familienmitglieder und treibt diese in den Selbstmord – die vergilbten Autopsiefotos der Morde protokollieren die Unberechenbarkeit der vergeltungssüchtigen Kreatur. Natürlich soll gleiches Schicksal nun auch den neuen Hausbewohnern ereilen, schließlich hat der Geist gerade eine “Mordslaune” bekommen. Ziel ist Teenager Evan, der zuvor mit Nachbarin Sam das Spukwesen genau in jener Kammer kontaktiert hat, in welcher die sterblichen Überreste des boshaften Geistes begraben liegen.
 
Leider hapert es in HAUNT – DAS BÖSE ERWACHT ganz schön oft mit der Spannung, denn auch wenn das Filmchen visuell bemerkenswert stimmig umgesetzt wurde, muss MAC CARTER in Zukunft etwas am Aufbau feilen. Immer dann, wenn der Streifen an Fahrt und Atmosphäre gewinnt, bremst sich der Streifen selbst aus. Viel zu oft zieht der Regisseur die Notbremse und zerstört das zuvor langsam aufgebaute Grusel-Feeling durch eine deplatzierte Liebesgeschichte zwischen seinen pubertierenden Hauptdarstellern. CARTER, selbst großer Horror- und Comicfan, fand die Idee eine Liebesgeschichte in einen Geisterfilm zu implementieren durchaus reizvoll und war von der Idee geradezu besessen aus dem Script eine Art Romeo und Julia-Horrorstory zu basteln. Während der Dreharbeiten lies er sich von Tomas Alfredsons Vampirdrama LET THE RIGHT ON IN inspirieren, in dem sich eine Liebelei zwischen Mensch und Vampir entwickelte. Selbstverständlich wird die Kombination aus Kitsch und Grusel dem angestrebten (jugendlichen) Zielpublikum keine Sorgen bereiten; der alteingesessene Horrorfan jedoch dürfte bei soviel deplatzierten Liebesgeturtel nur mit dem Kopf schütteln.
 
 
 


 
 
 

HAUNT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
HAUNT – DAS BÖSE ERWACHT ist visuell über jeden Zweifel erhaben. Der Streifen ist zwar ein waschechter Indie, erinnert in seiner wunderbaren Optik jedoch an aktuelles Mainstream-Horrorkino Marke SINISTER, INSIDIOUS oder THE CONJURING. Da will man irgendwie gar nicht so recht glauben, dass Macher MAC CARTER zuvor noch nie einen Spielfilm gedreht haben soll und es sich bei HAUNT – DAS BÖSE ERWACHT um ein Debüt handelt. HAUNT ist schockreicher Geisterhorror und garantiert nix für Weicheier, wäre da nicht dieses unbrauchbare Liebesgeflatter zwischen den pubertierenden Hauptdarstellern. Das macht den Streifen leider ziemlich madig, zumal sich HHAUNT – DAS BÖSE ERWACHT immer wieder selbst ausbremst, weil sich CARTER immer wieder auf die Liebesgeschichte seiner Helden konzentriert, anstatt sich verstärkt mit der Gruselei zu beschäftigen. So ist HAUNT zwar immer noch ein schauerhaft-unterhaltsames Spukpaket, das qualitativ mit aktuellen Grusel-Kinohits vergleichbar ist; bei dem aber viel mehr möglich gewesen wäre, hätte sich Regisseur MAC CARTER auf der Wesentliche konzentriert: Das Erschrecken und Angst einjagen. Nichtsdestotrotz kann man von CARTER in Zukunft Großes erwarten. Der Regisseur ist selbst leidenschaftlicher Horrorfan und wird wie viele seiner Regie-Kollegen ausschließlich Genrefilme drehen. Wenn man sich HAUNT – DAS BÖSE ERWACHT so anschaut, kann man nur ganz ungeduldig darauf warten, was der Newcomer demnächst noch alles aus dem Ärmel schütteln wird. Zwar ist der Erstling nun wahrlich nicht perfekt, dafür aber immer noch besser als das, was man selbst von alteingesessenen Filmemachern zuletzt vorgesetzt bekommen hat.
 
 
 


 
 
 

HAUNT – Zensur

 
 
 
HAUNT – DAS BÖSE ERWACHT setzt wie die meisten Filme dieser Art vordergründig auf subtilen Schauer und jede Menge Schocks. Es gibt zwei kurze Gewaltmomente. Einmal fällt ein Mann kopfüber von einer Treppe und bricht sich das Genick. In einer anderen Szene schlägt eine Protagonisten mit dem Hammer auf den Kopf des Filmhelden ein. In Amerika hat das für ein RATED R gereicht, in Deutschland hat der Film eine ungeschnittene FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

HAUNT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Haunt-2013-blu-ray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Haunt; USA 2013

Genre: Thriller, Horror, Drama

Ton: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Englisch (DTS-HD MA 5.1)

Untertitel: Keine

Bild: 2.40:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover (ohne FSK-Flatschen)

Extras: Keine

Release-Termin: 27.06.2014

 
 
 

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HAUNT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Insidious (2010)
 
The Conjuring (2013)
 
Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)
 
Poltergeist (1982)
 
Wite Noise (2005)
 


Filmreview: “Machete Kills” (2013)

Machete-Kills-2013
 
 
 

MACHETE KILLS

Story

 
 
 
Machete (Danny Trejo) wird auf Bitten des US-Präsidenten (Charlie Sheen, bzw. Carlos Estevez) nach Mexiko gebracht, wo er einen psychopathischen Gangsterboss darin hindern soll, eine Atomrakete auf die amerikanische Hauptstadt abzufeuern …
 
 
 


 
 
 

MACHETE KILLS – Kritik

 
 
 
Als die Regisseure ROBERT RODRIGUEZ und QUENTIN TARANTINO die liebenswerte Hommage an die schäbigen US-Erwachsenenkinos der 70er und 80er Jahre unter dem Titel GRINDHOUSE (2007) in die Lichtspielhäuser brachten, dürfte vermutlich keiner der beiden geahnt haben, welchen neuen Kult sie damit auslösen würden. Während sich das Double-Feature bestehend aus DEATH PROOF und PLANET TERROR nur schleppend in den Kinos behaupten konnte und nicht den Erfolg an den Kassen generierte, den man sich gewünscht hätte, kamen die Streifen wenig später in Europa getrennt voneinander auf die Leinwände und alles wurde gut. Besonderes Augenmerk galt jedoch einigen stilecht umgesetzten Trailern nicht existierender Horrorstreifen, die ebenfalls in den Vorstellungen gezeigt und von bekannten Genregrößen wie ELI ROTH oder ROB ZOMBIE umgesetzt wurden. Die schmuddeligen Werbefilmchen gefielen vielen Zuschauern so gut, dass ein Aufschrei durch die Filmgemeinde ging, mit der Bitte doch diesen Clips richtige Leinwandauftritte folgen zu lassen. Gesagt getan – drei Jahre später erschienen die Spielfilmumsetzungen des ersten beiden Fake-Trailers: HOBO WITH A SHOTGUN und MACHETE. Für letzteren nahm RODRIGUEZ erneut auf dem Regiestuhl Platz und erntete mit der vollkommen überzogenen Actionhatz ausreichend Lob unter Liebhabern deftiger Kinounterhaltung. Finanziell war MACHETE ein Erfolg, so dass es nur eine Frage der Zeit war, bis eine Fortsetzung nachgeschoben werden musste. MACHETE KILLS heißt der neue Filmspaß und schließt direkt an die Geschehnisse des Vorgängers an. RODRIGUEZ ist auch diesmal wieder als Filmemacher am Start und hat eine beachtlich prominente Cast um sich scharen können. DANNY TREJO, der mit Filmcharakter MACHETE CORTEZ die Rolle seines Lebens erhalten haben dürfte, wird mit ausreichend Starpower unterstützt. An seiner Seite waten erneut bekannte Größen der amerikanischen Traumwerkstatt durch Liter von tiefrotem Filmblut. Wie bereits im Teil zuvor bekommt der Zuschauer ein Who-is-Who Hollywoods vor die Linse. So gibt’s Starauftritte von ANTONIO BANDERAS, MEL GIBSON, CHARLIE SHEEN und sogar LADY GAGA zu sehen, wobei die Sängerin offenbar nur in den Film „gelockt“ wurde, um MACHETE KILLS auch einem jüngeren Publikum schmackhaft zu machen, lässt sich doch mit einer derartigen Popikone zusätzlicher Umsatz generieren. Der extrovertierte Popstar hat, trotz pompösem Auftritt, gerade einmal rund drei Minuten Screentime, was bei Fans der Künstlerin für Enttäuschung sorgen wird, wurde doch mit der GAGA im Vorfeld ausgiebig auf Filmplakaten geworben.
 
Der Anfang der Fortsetzung wird mit dem Mord an Machetes Geliebten Sartana Rivera (JESSICA ALBA) eingeläutet. Die wird während der Festnahme einiger korrupter Waffenhändler von einem maskierten Unbekannten durch einen heimtückischen Kopfschuss in die ewigen Jagdgründe beförderte. Damit Machete (DANNY TREJO) nicht allzu lang zu trauern hat, wird er kurzerhand in das Weiße Haus geladen, wo er vom US-Präsidenten (CHARLIE SHEEN) höchstpersönlich zum amerikanischen Staatsbürger deklariert wird, insofern er nach San Antonio reist und dort Marcos Mendez (DEMIAN BICHIR) ausradiert. Der mexikanische Gangsterboss und durchgeknallte Psychopath will Washington, D.C. mittels Interkontinentalrakete in die Luft sprengen, was Machete natürlich verhindern soll. Der stille Rächer reist nach Mexiko und bemerkt schnell, dass dort einige skurrile Zeitgenossen hausen, mit denen nicht gut Kirschen essen ist und die auf Machete sowieso nicht gut zu sprechen sind.
 
Alles beim Alten und doch irgendwie nicht. MACHETE KILLS ist ein zweischneidiges Schwert. Die herrlich überzogene Parodie auf Actionfilme und die darin immer wieder auftretenden Klischees und Stereotypen sind auch in diesem Sequel permanent präsent. Der zweite Teil ist ebenso abgefahren, in Bezug auf die mexikanische Immigrationspolitik der Amerikaner absolut giftig und geizt nicht mit extravaganten Splatter-Exzessen. Leider erreicht das Gezeigte bei Weitem nicht mehr die geniale Frische des Vorgängers. Vielmehr mag man in MACHETE KILLS das Gefühl nicht loswerden, man hätte unter dem Druck gestanden, eine Fortsetzung erzwingen zu müssen. Das Geschehen ist zwar erneut vollgestopft mit geschmacklosen Gags und abstrusesten Wendungen; wirklich Neues wird jedoch kaum hinzugefügt und der Unterhaltungswert hält sich zumindest im ersten Teil der Handlung eindeutig in Grenzen. Der stoische und eher wortkarge Einzelkämpfer MACHETE darf auch in seinem neusten Leinwandauftritt zum Schlitzwerkzeug greifen und findet sogar erheblich Gefallen an der überarbeiteten Version seines beliebten Meuchelutensils, das sich nun sogar auf Knopfdruck durchs Fleisch seiner Gegner schneidet. Weil sich MACHETE KILLS jedoch eindeutig mehr auf das Abhandeln diverser Cameos konzentriert und diese bei Weitem mehr Aufmerksamkeit erhalten, als der Titelheld selbst, bleibt der eher talentlose TREJO zwischen all den aufgedrehten Starauftritten seiner Gegenspieler vollkommen blass und unauffällig. Im direkten Vergleich zum Auftritt des (erschreckend gealterten) GIBSON oder BANDERAS agiert TREJO absolut unbeholfen, so dass man ernüchtert feststellen muss, dass TREJO in der Hauptrolle schnell an seine Grenze stößt und der Bezeichnung Schauspieler nicht im Entferntesten gerecht werden kann. Da fragt man sich doch glatt, wie er sich mit nur stupid in die Kamera glotzen durch den ersten Teil mogeln konnte. Immerhin legt RODRIGUEZ ein rasantes Tempo vor, so dass kaum Zeit bleibt, sich über die diversen Mankos den Kopf zu zerbrechen. Es wird sich mit allerhand grotesken Waffen durch den Film geballert, wobei die Albernheiten gegen Ende schon in fast abstruse Sphären driften: MACHETE rettet die Welt, springt auf eine Rakete und düst in den Weltraum, um seinen Kampf gegen das Böse fortzusetzen. Bösewicht VOZ (MEL GIBSON) hat sich kurzerhand ins All abgesetzt und wartet nur darauf von dort aus seine finsteren Machenschaften fortführen zu können. Als ob das nicht alles schon vollkommen bescheuert wäre, bringt RODRIGUEZ mit einem neuen Fake-Trailer das Fass zum Kochen: MACHETE KILLS AGAIN … IN SPACE. Da werden Erinnerungen an den zehnten Teil der berüchtigten FREITAG DER 13.-Reihe und natürlich an die STAR WARS-Trilogie aus der Feder von GEORGE LUCAS wach. Ob der Film jedoch je gedreht werden wird, dürfte fraglich bleiben. Denn bisher brachte das aktuelle Sequel nicht den erhofften Erfolg, denn man sich gewünscht hatte.
 
 
 


 
 
 

MACHETE KILLS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Absurd-blutiger Actionspaß für (fast) die ganze Familie. Leider bleibt MACHETE KILLS hinter den Erwartungen zurück und ist mit seinen knapp 100 Minuten an konstruiert wirkenden Wendungen einfach zu lang geraten. DANNY TREJO entpuppt sich als katastrophaler Schauspieler und die vielen splattrigen Ideen kaschieren gekonnt, dass das Potenzial von MACHETE eigentlich schon nach Teil eins verbraten wurde. Unterm Strich bleibt MACHETE KILLS ist ein mittelmäßiger Film, der eigentlich nicht hätte sein müssen und bei dem bereits im Teil zuvor alles gesagt wurde, was von Interesse gewesen wäre.
 
 
 


 
 
 

MACHETE KILLS – Zensur

 
 
 
Kennste MACHETE, dann kennste auch MACHETE KILLS. Der Gewaltpegel ist dem ersten Teil ebenbürtig. Aufgrund der selbstironischen und vollkommen überzogenen Umsetzung sind die Kills nicht sonderlich hart anzuschauen. Daher wurde MACHETE KILLS ab 16 Jahren ungeschnitten in die Kinos gebracht. Eine FSK16-Veröffentlichung für den Heimkinomarkt war demnach logisch. Die Heimkinofassung ist mit FSK16 vollkommen komplett.
 
 
 


 
 
 

MACHETE KILLS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Machete-Kills-Blu-ray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Machete Kills; Russland, USA 2013

Genre: Thriller, Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 108 Min. (uncut)

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Deleted Scenes, Trailer und TV-Spots (Bonus zusammen: ca. 42 Minuten)

Release-Termin: 23.05.2014

 
 
 

Machete Kills – Uncut [Blu-ray] bei AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

MACHETE KILLS – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Hobo with a Shotgun (2011)
 
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If a Tree Falls (2010)
 
Planet Terror (2007)
 
Death Proof (2007)
 
Machete (2010)


Filmreview: “The Last Days on Mars” (2013)

THE LAST DAYS ON MARS 2013
 
 
 

THE LAST DAYS ON MARS

Story

 
 
 
Noch 18 Stunden, bis acht Mars-Forscher die Heimreise zur Erde antreten. Doch eine außerirdische Lebensform macht den strebsamen Wissenschaftlern gehörig einen Strich durch die Rechnung. Als einer der Kollegen in ein Sandloch fällt, infiziert er sich mit einem mysteriösen Bakterium, das ihn in kürzester Zeit zu einer Bedrohung für die Anderen werden lässt …
 
 
 


 
 
 

THE LAST DAYS ON MARS – Kritik

 
 
 
In der heutigen Zeit sind die wandelnden Toten überall. Sie haben in der Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart ganze Landstriche entvölkert, im Meer mit Haifischen gerungen (WOODOO – SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES) und sich durch ganze Metropolen gefressen (28 DAYS LATER). Der Zombie wurde zivilisiert (FIDO) und hat getanzt (DANCE OF THE DEAD); er lernte sprechen und verliebte sich sogar (WARM BODIES). Seit 1910 werden die nach Menschenfleisch lechzenden Kreaturen im Film porträtiert und bisher in verschiedenen Interpretationen dargestellt. Ob schwarz, weiß, gelb oder rot – der Zombievirus macht vor keiner Nationalität halt und gehört mittlerweile zum Horrorfilm, wie das Amen in die Kirche. Umso verwunderlicher, dass die Ideenvielfalt der Filmemacher auch 100 Jahre nach einem der ersten Zombieauftritte in FRANKENSTEIN (1910) keine Grenzen kennt – auch wenn man oftmals an der Zurechnungsfähigkeit der Köpfe hinter diesen Streifen zweifelt. Weil seit der erfolgreichen TV-Serie THE WALKING DEAD der Zombiefilm mal wieder einen Popularitätsschub erhalten hat und der Videomarkt mit unzähligen unterbelichteten Streifen dieser Art überschwemmt wird, haben viele Horrorfans die Lust an den Zombies verloren. Das Thema der stumpfsinnigen Furie, die nach ihrem Tod nur noch durch die Gegend geistert, um den Menschen nach dem Leben zu trachten wurde in den letzten Jahren einfach bis zum Erbrechen wiederholt, so dass man hinter diesen Schockern kaum noch spannende Genreunterhaltung findet. Für Regisseur RUAIRI ROBINSON Grund genug, mit diesen Vorurteilen aufzuräumen. Der Filmneuling verlagert sein Untoten-Werk einfach von der Erde auf den Mars, was für viele Zuschauer etwas ungewöhnlich anmuten dürfte, fragt man sich direkt, wie denn so ein strohdummer Zombie auf den Mars kommt.
 
Die Antwort ist plausibler als erwartet, denn die Helden des vorliegenden THE LAST DAYS ON MARS finden kurzum heraus, dass der Mars nicht nur trockenes Wüstenland beherbergt, sondern neben Sandstürmen und eisigen Nächten auch Leben versteckt. Das verbirgt sich im Planeteninneren in Form bösartiger Killerbakterien, die sich der Körper der Marsforscher bemächtigen und die nichts ahnenden Wissenschaftlern in höchst aggressive Zeitgenossen verwandelt. Die haben natürlich nichts anderes im Sinn, als den Übrigen auf den Leib und dem Zuschauer auf die Nerven zu gehen, denn wirklich klug oder wenigstens bedacht handelt in diesem Film keiner. Schnell sind die ersten Protagonisten infiziert und rasen wie von Sinnen durch die Forschungsstation. Das höchst resistente Bakterium wird durch offene Wunden übertragen und frisst sich von einem Wirtskörper zum nächsten. Vor lauter Aufregung scheinen nicht nur die noch Lebenden die Orientierung in THE LAST DAYS ON MARS verloren zu haben. Auch Kameramann ROBBIE RYAN und die Autoren SYDNEY J. BOUNDS und CLIVE DAWSON haben so ihre Problemchen mit der Thematik dieses Horrortrips. Erster war beim Drehen des Streifens etwas zu eifrig bei der Sache, so dass sein Arbeitsutensil in den hektischen Momenten etwas außer Kontrolle gerät. Die Kamera wackelt derart stark, dass man sich als Zuschauer kaum noch im Geschehen zurechtfinden kann und nach der Sichtung zur Aspirin greifen muss, weil einem bei derartiger Zappelmotorik schwindelig geworden ist. Aber auch die Drehbuchautoren scheinen die Geschichte in der Hektik des Gefechts etwas aus den Augen verloren zu haben. Während sich THE LAST DAYS ON MARS anfänglich noch als unheimlicher Sci-Fi-Spuk präsentiert, geht es ab Filmmitte mal wieder nach bekanntem Schema zugange. Die Wissenschaftler infizieren sich nacheinander mit der mysteriösen Lebensform und sind ohnehin auch nicht wirklich daran interessiert, überleben zu wollen. Sie stolpern unglaublich unvorsichtig durch die Szenarie und handeln mal wieder so, wie kaum ein normal denkender Mensch agieren würde, schließlich soll ja jeder Anwesende am Ende als hirnloser Zombie auf dem Nachbarplaneten wandeln. Statt die verwandelten Kollegen auszuradieren, anzuzünden oder möglichst handlungsunfähig zu machen, wird gerannt und geschrieen – und das nicht wenig. So ist fast die Hälfte der mageren Handlung eine wilde Verfolgungshatz zwischen Zombies und Wissenschaftlern, die von einer Forschungsstation zu nächsten flitzen, zum Mondfahrzeug laufen, um anschließend wieder zur ersten Einrichtung zu hetzen.
 
Der britische THE LAST DAYS ON MARS ist mal wieder so ein bescheidener Versuch, Science Fiction- und Horrorfilmfans gleichermaßen ansprechen und zufriedenstellen zu wollen. Die Mischung aus Zombie- und Weltraumfilm besitzt zwar eine erfrischende und durchaus grausige Kulisse, dürfte aber bei beiden Parteien kaum Zuspruch finden. Für einen Zombiefilm ist THE LAST DAYS ON MARS zudem zu unblutig geraten. Sci-Fi-Zuschauer werden mit trister Mondlandschaft und futuristischem Laborsetting abgespeist – die außerirdischen Lebensformen lassen vergebens auf sich warten. Der Film erhielt in Amiland für einen limitierten Kino-Release das jugendkonforme Freigabe PG-13 aufgedrückt und reduziert sich auf das rasende Gegeifer der infizierten Forscher. Gefressen, geschlachtet oder gar zerstückelt wird in diesem Mars-Grusler nicht. Eine gebrochene Nase, kaum nennenswerte Verletzungen und die körperliche Veränderung der erkrankten Forscher sind die einzigen Höhepunkte in diesem etwas einseitigen Genrebeitrag. Der Versuch, dem ausgelutschten Zombiegenre mit THE LAST DAYS ON MARS neue Impulse zu verleihen, ist mit ROBINSONS Regiedebüt leider gescheitert. Bis auf den außergewöhnlichen Schauplatz gibt es in diesem Horrorstück nichts, was man nicht schon in ganz vielen Untoten-Filmen besser gesehen hätte. So bleibt ein unwichtiger Sci-Fi-Horrormix, der sein ganzes Potenzial zugunsten des konventionellen Zombiekinos verschenkt hat. Schade um die sieben Millionen britischer Pfund, die man für 08/15-Ware wie THE LAST DAYS OF MARS verschwendet hat.
 
 
 


 
 
 

THE LAST DAYS ON MARS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Yes, es wird Zeit – endlich erobern sabbernde Zombies auch den Mars. Die unheimliche und sandbedeckte Kulisse unseres rot leuchtenden Nachbarplaneten ist wie für einen gruseligen Horrorstreifen geschaffen. Leider verrennt -wie passend – sich THE LAST DAYS OF MARS mal wieder in den gängigen Konventionen des modernen Zombiefilms. Außer dem Du-bist-der-Nächste-Konzept werden kaum Neuerungen innerhalb des ausgelutschten Untoten-Genres geboten. So ist THE LAST DAYS OF MARS ein solider Lückenfüller für Zwischendurch, der aber auch ganz schnell wieder vergessen sein dürfte.
 
 
 


 
 
 

THE LAST DAYS ON MARS – Zensur

 
 
 
THE LAST DAYS ON MARS erhielt in Amerika mit der lukrativen PG13-Freigabe eine überraschend niedrige Alterseinstufung. Kein Wunder, gibt es in THE LAST DAYS ON MARS kaum etwas zu sehen, was für den Splatterfan von Interesse wäre. Es gibt eine gebrochene Nase und einige Stich- und Hiebwunden zu sehen. Die für das Zombie-Genre berüchtigten Fressszenen haben in diesem Film Sendepause. Daher wurde der Streifen hierzulande auch mit FSK16 in den Handel gebracht – ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

THE LAST DAYS ON MARS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Last Days on Mars; Großbritannien / Irland (2013)

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interviews, B-Roll, Visual Effects

Release-Termin: 15.08.2014

 
 
 

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THE LAST DAYS ON MARS – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Apollo 18 (2011)

The Ark (2013)

Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979)

Species (1995)

Prometheus (2012)


Filmreview: “Crush – Gefährliches Verlangen” (2013)

crush-2013
 
 
 

CRUSH – GEFÄHRLICHES VERLANGEN

Story

 
 
 
Das Leben kann manchmal ganz schön grausam sein. Vor allem dann, wenn man sich unsterblich in den begehrtesten Typen der Highschool verknallt hat und man selbst als graues Mäuslein nicht gerade zu den Lieblingen der Schule gehört. Das bekommt auch Bess (CRYSTAL REED) zu spüren, die erst seit einiger Zeit in der Stadt lebt und noch nirgends Anschluß gefunden hat. Dennoch hat sie sich hoffnungslos in den gutausehenden Athleten Scott (LUCAS TILL) verschossen, der aber kein Interesse zeigt. Umso mehr beginnt Bess dem smarten Schönling nachzustellen, verfolgt ihn auf Schritt und Tritt, in der Hoffnung irgendwie seine Aufmerksamkeit gewinnen zu können. Der ist aber momentan mit sich selbst beschäftigt, strebt ein Sportstipendium an und hat zudem mit den Folgen eines Unfalls zu kämpfen. Als er sich dann auch noch mit der kessen Jules (SARAH BOLGER) einlässt, geraten Bess´ Gefühle außer Kontrolle …
 
 
 


 
 
 

CRUSH – Kritik

 
 
 
Wahnsinnige Stalker sind in schlitzfreudigen Zeiten beinahe schon zu einer Randerscheinung, die man immer seltener auf der Leinwand zu sehen bekommt, geworden. Umso erfreulicher, dass Regisseur MALIK BADER sich des Subgenres angenommen hat und es so vor dem Aussterben bewahrt. Bereits ROBIN WILLIAMS bestach im Thriller ONE HOUR FOTO (2002) in seiner Rolle als bemitleidenswerter Psychopath Seymour Parrish und auch ANNIE WILKES versuchte 1990 in Kings Romanverfilmung MISERY auf ganz eigene Weise das Herz eines Romanautors für sich zu gewinnen. Der Film CRUSH macht dem rar gewordenen Stalkerfilm alle Ehre, handelt auch er von einer unscheinbaren Einzelgängerin, die vehement versucht, die Gunst eines von ihr angebeteten Schönlings zu gewinnen. Einen Originalitätspreis dürfte CRUSH mit seinem aufgewärmten Kaffee nicht gewinnen. Drehbuchautorin SONNY MALLHI hat bereits zuvor mit THE ROOMMATE (2011) einen thematisch gar nicht so unähnlichen Film zu Papier gebracht und leider auch dort schon alle guten Ideen verbraten. So unterhält CRUSH zwar ganz solide, dem Zuschauer wird jedoch nichts geboten, was er nicht auch schon in Filmen wie CAPTIVITY, SWIMFAN, OBSESSED und STALKER zu sehen bekam. Immerhin fungierte MALLHI bisher als Produzentin einschlägiger Gruseltrips. So gehen der Home-Invasion-Thriller THE STRANGERS und das glattpolierte Remake zu SHUTTER auf ihr Produzenten-Konto, was Kinofreunde zumindest auf technischer Ebene hellhörig machen dürfte.
 
Für welches Kinopublikum CRUSH gemacht wurde, ist bereits in den ersten Filmminuten offensichtlich. Hauptdarsteller LUCAS TILL streift in bescheidener Regelmäßigkeit leicht bekleidet von Set zu Set und präsentiert nicht nur einmal seinen trainierten Körper. Den vorwiegend weiblichen TWILIGHT-erprobten Zusehern dürfte das natürlich gefallen, hat der adrette Jungspund sogar noch halbwegs Ahnung vom Schauspielern und vermag selbst in den brenzligsten Situation Haltung zu bewahren. Ganz zum Leidwesen der im Film agierenden Protagonistinnen, die sich dem Charme des sympathischen Helden einfach nicht entziehen können und ihm reihenweise zu Füssen liegen. In CRUSH scheint irgendwie jeder in den knackigen Teenager verschossen und damit vollkommen unglücklich zu sein. Beinahe möchte man meinen, dass uns Regisseur MALIK BADER hier einen tragischen Liebesfilm unterschieben möchte, in dem sich die Helden verzweifelt an jeden Strohhalm klammern, in der Hoffnung das Objekt ihrer schlaflosen Nächte doch noch für sich zu gewinnen. Vor allem die fragile und introvertierte Bess hat es richtig erwischt. Die wird herrlich freakig von CRYSTAL REED verkörpert, die dem geheimnisvollen Charakter eine ganz eigene Note verleiht und die sonderbare Gestalt fast schon wieder liebenswert erscheinen lässt. Die verfolgt jeden Facebook-Kommentar ihre heimlichen Liebe und konstruiert abstruse Situationen, um mit Scott in irgendeiner Form in Kontakt treten zu können. Es werden Fotos manipuliert und Zeichnungen aus dem Müll des Angeschmachteten gefischt, wobei die endlose Liebe der stillen Verehrerin bald sehr ungewöhnliche Wendungen findet. Eigentlich hätte die triviale Geschichte einfach in einem schmalzigen Finale münden und mit der Zusammenführung der gegensätzlichen Protagonisten enden können. Wären da nicht einige “böse” Szenen, die CRUSH wieder aus der Bedeutungslosigkeit reißen. Denn es dauert nicht lang, bis potenzielle Anwärterinnen kurzum in fiese Unfälle verwickelt werden und die unscheinbare Außenseiterin als Ursache in Erwägung gezogen wird. Hier schüttelt Drehbuchautorin SONNY MALLHI ihr vermutlich letztes Ass aus dem Ärmel und lässt die Geschichte in ein etwas sehr haarsträubendes Ende laufen. Ein sehr unbeholfener Twist holt die gnadenlos schlechten Filme eines M.NIGHT SHYAMALAN ins Gedächtnis, der ja bisher ein fast schon negativ talentiertes Händchen für spektakuläre Filmwendungen bewiesen hat. Auf gleicher Welle schwimmt CRUSH, der in den letzten Filmminuten an Fahrt gewinnt und sich trotz überraschende Plottwists in einem erheblich unspektakulären Finale verliert. Am Ende bleibt mit CRUSH ein Film, den man sozusagen als Junkfood bezeichnen könnte. Ein kurzweiliges Stück typisch amerikanischen Zelluloids, in dem jeder Hauptdarsteller mit unbeschreiblicher Schönheit gesegnet wurde und der zumindest für das jugendliche Zielpublikum einige kurzweilige Schock- und Gewaltakte zu bieten hat, damit sich das Mädchen im Kino an den Liebsten klammern kann. Ansonsten wird in CRUSH wenig Thrill, Suspense oder Tiefgang geboten, wobei einzig die schauspielerische Darbietung von Bess-Darstellerin CRYSTAL REED überhaupt nennenswerten Nachdruck verleiht.
 
 
 


 
 
 

CRUSH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
CRUSH ist ein kurzweilig inszenierter und wendungsreicher Suspense-Thriller, der für erhöhten Pulsschlag sorgen wird – zumindest, wenn man sich selbst zum angepeilten PG13-Zielpublikum rechnet. Für den erfahrenden Horrorfilmfan ist der seichte Film ein alter Hut und kaum der Rede wert. Bis auf die zugegebenermaßen geschickt konstruierten Wendungen bietet CRUSH keinen Mehrwert, der lohnen würde den Film ein weiteres Mal sehen zu wollen. Zudem mag die internationale Marketingriege des Films nicht ganz verstanden zu haben, welchen Sinn eigentlich ein Filmplakat besitzen sollte. Denn im Falle von CRUSH verrät das Cover einfach zu viel über den eigentlich überraschend gemeinten Twist der Story.
 
 
 


 
 
 

CRUSH – Zensur

 
 
 
Die deutsche Filmfassung wurde von der FSK bereits ab 16 Jahren freigegeben. Kein Wunder, denn bis auf das Ende gibt es hier kaum böse Szenen zu sehen. Somit ist CRUSH auch für empfindsame Gemüter geeignet.
 
 
 


 
 
 

CRUSH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Crush; USA 2013

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1920×1080)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making Of, Trailer

Veröffentlichungs-Termin: 06.12.2013

 
 
 
Nach dem Einlegen der Blu-ray gibt es wie immer bei UNIVERSUM FILM die obligatorischen Pflichttrailer. So flimmern die Clips zu THE CALL – LEG NICHT AUF!, BYZANTIUM und der Psychothriller DAS PENTHOUSE über die Mattscheibe; hochauflösend und in Deutsch versteht sich. Danach flackert Licht in einem Standmenü, dass mit einigen Szenen des Films und melancholischer Musik unterlegt wurde. Startet man den Streifen (deutsche UT für den hauptfilm sind übrigens mit an Bord) so fällt auf, dass das Bild erstaunlich hochwertig ausgefallen ist. Die Farben leuchten in hellen Aufnahmen kräftig und der satte Kontrast gefällt. Zudem lassen sich viele kleine Details durch eine angenehme Schärfe erkennen. Auch beim Ton überzeugt CRUSH – GEFÄHRLICHES VERLANGEN. Die Filmmusik bewirkt eine hervorragende Räumlichkeit und auch die deutsche Synchronisation wurde mit professionellen Sprechern besetzt. Im Bonusbereich gibt es nichts Besonderes zu sehen. Neben dem deutschen Trailer (ca. 2 Minuten, HD) hat es noch ein knappes Making of (21 Minuten, HD) auf die Scheibe geschafft. Für Untertitel hat es aber hier nicht gereicht, so dass dieses Extra für Zuschauer, die der englischen Sprache nicht mächtig sind kaum von Nutzen sein dürfte. Ein BD-Live-Zugang (für welchen ein Internetzugang vorausgesetzt wird) und eine umfangreiche Trailershow bestehend aus sieben Clips kommender UNIVERSUM-Titel runden das Bonuspaket ab. Wer Hass gegenüber den FSK-Flatschen hegt, kann das Cover umdrehen, denn ein Wechselcover ist bei dieser Veröffentlichung mit an Bord.
 
 
 

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CRUSH – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Misery (1990)

One Hour Foto (2002)

Swimfan (2002)

Obsessed (2009)

The Roommate (2011)

Captivity (2007)

Mr. Brooks – Der Mörder in Dir (2007)

Eine verhängnisvolle Affäre (1987)


Filmreview: “Crawlspace – Dunkle Bedrohung” (2012)

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CRAWLSPACE – DUNKLE BEDROHUNG

Story

 
 
 
Ein gescheitertes Militärexperiment bringt eine Gruppe Elite-Soldaten in eine brenzlige Situation. Auf ihrer Suche nach überlebenden Wissenschaftlern geraten Sie an telekinetisch veranlagte Probanden, die ihre ganz eigene Methode entwickelt haben, ihr Überleben zu sichern …
 
 
 


 
 
 

CRAWLSPACE – Kritik

 
 
 
In unkreativen Zeiten wie diesen muss der Zuschauer mit allem rechnen. Da kann dem Fan des grausigen Genres auch gut und gern einmal das Herz in die Hose rutschen, wenn ein Film mit dem Titel CRAWLSPACE versehen wird und ein weiteres ungutes Remake eines vielgeliebten Klassikers zu vermuten ist. Keine Angst, bei dem australischen Science-Fiction-Reißer CRAWLSPACE handelt es sich um keine Neuverfilmung des ’86er Mietshaus-Slashers mit KLAUS KINSKI. Hier hat sich ein anerkannter Fachmann für Make-up und Spezialeffekte auf den Regiestuhl begeben, der für Filme wie RED HILL (2010) und STORM WARNING (2007) das Derbe beigesteuert hat. JUSTIN AUSSIE DIX heißt der gute Mann und bannt mit seinem klaustrophobischen Kaum-Budget-Thriller sein Debüt auf Zelluloid, wobei in seinem Erstling nicht unbeachtet bleibt, dass DIX eine besondere Leidenschaft für Action-Kracher der goldenen 80er hegt. So dürfte dem Kenner definitiv auffallen, dass mit CRAWLSPACE ein ziemlich düsterer Mix aus CAMERONS ALIENS (1986) und CRONENBERGS SCANNERS (1981) präsentiert wird, freilich ohne dabei überhaupt annähernd deren Qualitäten zu erreichen. Im Mittelpunkt steht einmal mehr ein gescheitertes Experiment des Militärs. Deren Folgen hat man nun bereits in beständiger Regelmäßigkeit in unzähligen Zombie-Schoten zu sehen bekommen. Damit die Thematik dem Zuschauer nicht allzu langweilig wird, werden die Zombies kurzerhand gegen telekinetisch veranlagte Biokampfwaffen ausgetauscht, die die Fähigkeit besitzen, die Gedanken ihrer Opfer zu manipulieren, um diese so möglichst gemeingefährlich ins Jenseits zu befördern. Splatterspaß ist dabei garantiert, schließlich ist doch mit Spezialeffekt-Maestro DIX ein Könner seines Fachs am Ruder.
 
CRAWLSPACE folgt einer Gruppe von Elitesoldaten, die ein geheimes, unterirdisches Militärlabor säubern sollen. Das hat aufgrund eines gescheiterten Experiments den Kontakt zur Außenwelt verloren, so dass die Spezialeinheit nun die Wissenschaftler bergen und die Probanden vernichten soll. Das gelingt anfänglich ohne Probleme, bis die Gruppe auf das Versuchskaninchen Eve (BERNSTEIN CLAYTON) stößt, die eine erstaunliche Ähnlichkeit mit der Ex-Frau des Soldatenanführers Romeo (DITCH DAVEY) besitzt. Grund genug die verschüchterte Frau vorerst am Leben zu lassen, was sich jedoch schnell als fataler Fehler entpuppt. Denn Eve ist Ergebnis eines mysteriösen Militärexperiments, das sich auf die Kriegsgegnervernichtung mittels Telekinese spezialisiert hat. Die Anwesenden bemerken schnell, dass sie in größter Gefahr schweben, denn Eve nutzt ihre erworbenen Fähigkeiten mit erstaunlicher Selbstsicherheit.
 
Man nehme eine kleine Anzahl taffer Mitstreiter, werfe sie in eine düstere Szenerie und lasse sie möglichst spektakulär über die Klinge springen. So oder so ähnlich lässt sich das magere Skript von CRAWLSPACE – DUNKLE BEDROHUNG (unter diesem Titel kommt der Film in den deutschen Handel) in wenigen Worten zusammenfassen. Wobei man jedoch sagen muss, dass der Actiontrip durchaus souverän abgehandelt wird. Das Tempo ist straff und die Kulisse effektiv. Die dunklen Schächte und Tunnel erzeugen eine bedrohliche und vor allem klaustrophobische Stimmung der Hilflosigkeit, die bei allen Beteiligten reichlich Verwirrung und Desorientierung entstehen lässt. Das Ziel, die Vernichtung des Versuchsmaterials, ist schnell aus den Augen verloren, denn das Rettungsteam merkt in CRAWLSPACE – DUNKLE BEDROHUNG schnell, dass hier einiges im Argen liegt. Ganz so Unrecht haben die Soldaten dabei nicht. Denn nachdem ihnen ein seltsames Gorilla-Dings auf den Leib rücken will, überschlagen sich die Ereignisse und münden im regelrechten Chaos. Lobenderweise muss man DIX zugestehen, dass die Auflösung des Spuks gekonnt hinausgezögert wird und bis zur Filmmitte unklar bleibt, mit welcher Bedrohung die Elitekämpfer überhaupt konfrontiert werden. Die bewegen sich jedoch derart ungeschickt durch die leidlich ausgeleuchteten Gänge, dass der Zuschauer schnell zu sehen bekommt, was er von diesen Filmen erwartet. Da fliegen munter Handgranaten durch die Luft (macht in engen Räumen absolut Sinn) und die Wände werden ziellos mit Munition durchlöchert. Das ist zwar alles herrlich laut, aber wirkt irgendwie nur selten schlüssig – zumal sich die scheinbar gut ausgebildete Spezialeinheit für unser Empfinden eher unprofessionell verhält. Demnach werden alle Logikbarrieren im Blut ersäuft und die wenigen Protagonisten mittels obligatorischen 10-kleine-Jägerlein-Prinzips in den Kinohimmel transferiert. Immerhin lassen einige Anspielungen an genannte Klassiker diverse Makel in der Inszenierung schnell vergessen. So besitzt die Optik von CRAWLSPACE verblüffende Ähnlichkeit zu der von ALIENS. Hin und wieder wartet der Zuschauer geradezu darauf, dass gleich eines der von H.R. GIGER kreierten Gestalten durch die Pappwände brettert. Zudem besitzen die Soldaten einen ähnlichen Scanner um feindliche Bewegungen registrieren zu können, ähnlich wie die Protagonisten in der legendäre ALIEN-Fortsetzung. Als wäre das nicht schon Hommage genug, lässt Killer-Amazone Eve gleich mal einen Kopf SCANNERS-like explodieren. Das erfreut das Klassiker-Herz und erntet Pluspunkte.
 
Mit seinem Regie-Debüt hat F/X-Experte JUSTIN AUSSIE DIX ein passables Filmchen geschaffen, das zwar recht kurzweilig, aber nicht sonderlich innovativ ist. Der Digital-Look macht in Kombination mit den ziemlich geschickt gefertigten Kamerafahrten und der konstant düsteren Atmosphäre eine hochwertige Figur. Leider kann die sehenswerte technische Ausstattung nicht verhehlen, dass die Idee telekinetisch veranlagten “Bioabfalls” zwar ganz nett ist, aber irgendwie nicht wirklich nachwirken will. Sobald CRAWLSPACE – DUNKLE BEDROHUNG gesichtet worden ist, dürfte er auch schon wieder aus den Köpfen der Zuschauer entschwunden sein. Schade, denn hätte DIX statt menschlicher Probanden blutgeile Monster durch die Kulisse sausen lassen – CRAWLSPACE hätte ein neuer Genre-Geheimtipp für erwartungsfreudige Splatter-Nerds werden können. Das hat DIX vermutlich auch gewollt, zumal in einer der ersten Szenen ein Affen-Wesen durch die Gänge tobt. Leider musste wohl sein Vorhaben aus Budgetgründen wieder auf Eis gelegt werden, was im Falle von CRAWLSPACE etwas sehr bedauerlich ist.
 
 
 


 
 
 

CRAWLSPACE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Rasant inszenierter, klaustrophobischer Splatter-Thriller in der Tradition der ALIEN und SCANNERS-Filme. Leider sucht man hier die Monster vergebens, die CRAWLSPACE vermutlich bedeutend interessanter gemacht hätte.
 
 
 


 
 
 

CRAWLSPACE – Zensur

 
 
 
Es gibt einige Körper zu sehen, die durch Granaten zerstört wurden. Zudem explodiert ein Kopf und ein Mann verbrennt bei lebendigen Leib. Alles ganz geschickt getrickst und hat dafür gesorgt, dass CRAWLSPACE – DUNKLE BEDROHUNG hierzulande ungeschnitten im Handel zu haben ist. Die deutsche Version ist erst für Volljährige geeignet und besitzt den KJ-Stempel.
 
 
 


 
 
 

CRAWLSPACE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Crawlspace_Blu-ray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Crawlspace; Australien 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: KEINE JUGENDFREIGABE (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Behind the Scenes (ca. 30 Minuten, HD), Deutscher Filmrailer (ca. 2 Minuten, HD), BD-Live-Zugang, Trailershow mit sieben weiteren Filmen aus dem Programm von UNIVERSUM FILM (alle HD)

Release-Termin: 06.12.2013

 
 
 
UNIVERSUM FILM veröffentlicht den kleinen Indie-Horrorfilm jetzt auch auf Heimkinomedium. Die vorliegende Blu-ray ist zwar nichts Besonderes, dürfte aber dem Liebhaber des Genres zufrieden stellen. Nach dem Einlegen bekommt der Zuschauer erst einmal mit REDEMPTION, EVIDENCE und APARTMENT 143 drei Pflichttrailer in HD und deutscher Sprache präsentiert. Danach befindet er sich auch gleich in einem soliden, aber schickt gestalteten Bewegtmenü, das aus Szenen des Films besteht und mit Musik unterlegt wurde. Beim Bild wird kein Optimum erreicht. Das wirkt hin und wieder leicht verwachsen. In dunklen Passagen werden viele Details verschluckt; wird es hell kränkelt der Kontrast. Immerhin rumpelt es tonal hervorragend im Heimkino. Der Bass grummelt herrlich oft aus dem Subwoofer und bereitet den Zuschauer auf drohendes Unheil vor. Viele kleine Effekte ertönen aus den Rears und erzeugen eine gelungene, räumliche Soundkulisse. Zudem muss man UNIVERSUM FILM an dieser Stelle für die hochwertige Synchronisation loben. Für einen eher unbedeutenden Film wie CRAWLSPACE – DUNKLE BEDROHUNG ist die nämlich sehr gut ausgefallen. Bei den Extras wurde hingegen etwas gespart. UNIVERSUM FILM hat das Feature INSIDE THE CRAWLSPACE (ca. 30 Minuten, HD) lizensiert. Das 30-minütiges Making of beleuchtet die Produktion des Gruseltrips ausführlich, dürfte jedoch nur für jene Filmfans von Bedeutung sein, die der englischen Sprache mächtig sind. Denn Untertitel gibt es für dieses Extra (und auch den Hauptfilm) leider nicht. Weiterhin wird der synchronisierte Trailer zum Film (ca. 2 Minuten, HD) und ein BD-Live-Zugang geboten, bei dem aber eine Internetverbindung erforderlich ist, damit man mehr Bonus bestaunen kann. Eine Trailershow mit sieben weiteren Streifen aus dem Katalog des Labels hat es auch auf die Veröffentlichung geschafft. Das ist zwar alles nicht wirklich viel; weil es sich aber CRAWLSPACE – DUNKLE BEDROHUNG um ein kleines B-Movie handelt, ist der magere Bonus auch nicht sonderlich verwunderlich. Neben einer schönen optischen Präsentation der Blu-ray gibt es wie immer auch ein Wendecover ohne FSK-Zeichen. Wer Sci-Fi in Kombination mit Horror mag, darf gern zugreifen. Denn technisch macht die HD-Umsetzung einen soliden Eindruck, auch wenn beim Bild Potenzial nach oben vorhanden gewesen wäre.
 
 
 

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CRAWLSPACE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Aliens – die Rückkehr (1986)

Scanners (1981)


Filmreview: “The Path – Dunkle Pfade” (2012)

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THE PATH – DUNKLE PFADE

Story

 
 
 
Familienvater Raul (Gustavo Salmerón) verbringt mit Frau Ana (Irene Visedo) und Sohn Nico (Ricardo Trenor) die Weihnachtsfeiertage in einer Hütte im Wald. Die schneebedeckte Idylle wird den Dreien schnell zum Verhängnis, denn Vater Raul scheint allmählich seinen Verstand zu verlieren …
 
 
 


 
 
 

THE PATH – Kritik

 
 
 
Manche Filme sind wie Überraschungseier. Da wird in der Werbung von tollem Spielzeug gesprochen, das sich jetzt in jedem siebten Ei versteckt. Kauft man sich eins und packt es aus, ist nicht selten die Enttäuschung über den Inhalt groß. Ähnlich dürfte es dem Filmfreund ergehen, wenn er den spanischen Grusel-Thriller THE PATH – DUNKLE PFADE in den DVD-Player legt. Denn bereits der Gedanke daran, dass JUAN CARLOS FRESNADILLO in THE PATH involviert war, dürfte in jedem halbwegs interessierten Horrorfan enorme Erwartungshaltungen schüren. Verwunderlich ist das nicht, hat der Spanier nicht nur 2007 den britischen Zombie-Schocker 28 WEEKS LATER inszeniert, sondern auch zusammen mit THE PATH-Regisseur MIGUEL ANGEL TOLEDO das Drehbuch zu LA SENDA (so THE PATH im Original) geschrieben. Wer 28 WEEKS LATER gesehen hat weiß, dass es dort erstaunlich rasant und blutrünstig zur Sache ging. Umso enttäuschender, dass THE PATH eine Kehrtwende macht und man sich mit subtileren Momenten zufriedengeben muss. So macht er zwar dem eher gruselartigeren spanischen Genrefilm alle Ehre (DAS WAISENHAUS, JULIA’S EYES), dürfte den eher actionverliebten Horrorzuschauer mit seiner etwas langsamen Erzählweise aber Geduld abverlangen. Auch wenn der Gorehound mit den vorliegenden Mysterystreifen nichts anzufangen wissen wird, ist in THE PATH natürlich nicht alles schlecht. Hier beweist ein Debütant einmal mehr, dass man halbwegs vernünftige Filmchen auf die Beine stellen kann, wenn man nur dreist genug bei anderen Streifen stibitzt. Treu dem Motto: lieber gut geklaut, als schlecht selbst ersponnen, kommt dem Zuschauer schnell das Gefühl, dass er mit THE PATH die spanische Variante des King´schen Psychothrillers THE SHINING serviert bekommt.
 
Im Mittelpunkt dieses Erstlings steht Raul (GUSTAVO SALMERÓN), in dessen Beziehung es gewaltig kriselt. Für ihn Grund genug, mit Frau Ana (IRENE VISEDO) und Sohn Nico (RICARDO TRENOR) in die Wälder zu fahren, um in einer gemütlichen Hütte erneut zueinander finden und die Weihnachtsfeiertage entspannt feiern zu können. Doch der kleine Ferienausflug entwickelt sich für die Familie zum Horrortrip. Vater Raul hat vor geraumer Zeit das Rauchen aufgegeben und sein reichlich paranoides Verhalten beginnt allmählich den Familienfrieden zu stören. Grund hierfür ist in der Begegnung mit Tischlermeister Samuel (ARIEL CASTRO) zu suchen, der hin und wieder vorbeischaut, um kleine Reparaturen an der Hütte vorzunehmen. Ana und Nico scheinen auf Anhieb einen guten Draht zu dem hilfsbereiten Fremden zu besitzen, was Raul so rein gar nicht gefallen will. Des nachts quälen ihn Visionen und in seiner rasenden Eifersucht ist er bald nicht mehr Herr seiner Sinne. Traum und Realität lassen sich bald nicht mehr unterscheiden, so dass Raul eine folgenschwere Entscheidung fällt.
 
Wenn man Regisseur MIGUEL ANGEL TOLEDO loben darf, dann für sein geschicktes Gespür, den Zuschauer reichlich zu verwirren. Denn Filmheld Raul beginnt alsbald Fiktion und Realität nicht mehr voneinander unterscheiden zu können. Da wird im Verlauf der Geschichte zwischen Traum und Wirklichkeit hin- und hergesprungen, ganz zum Leidwesen des Filmfans, der dem Treiben auf der Mattscheibe bald auch nicht mehr wirklich folgen kann. Das scheint bewusst gewollt und funktioniert geradezu perfekt. Die Psychose des Vaters wird mit surrealen Bildern unterlegt, die den psychischen Verfall des Hauptdarstellers konsequent untermalen. Zudem beginnt Sohnemann mit einer Handpuppe zu sprechen, was THE PATH dann doch auch wieder in eine ganz andere Richtung treibt. Bis kurz vor Ende wird der Zuschauer im Unklaren darüber gelassen, ob es sich denn nun hier um einen Psychothriller oder Mysteryfilm handelt, wobei die überraschungsarme Auflösung etwas sehr unbeholfen daherkommt. Der für derartige Filme übliche Aha-Effekt bleibt aus, so dass THE PATH vermutlich nicht lang in den Köpfen der Horrorfans hängenbleiben dürfte. Unterm Strich ist TOLEDOS Regiedebüt ein zwar ansprechend bebilderter Spielfilm, der mit GUSTAVO SALMERÓN als psychotischen Familienvater Raul einen eindrucksvoll agierenden Schauspieler zu bieten hat; die ideenlose und zusammengeklaute Geschichte sowie die etwas sehr ruhig gehaltene Inszenierung fördern jedoch unweigerlich die Schläfrigkeit des Zuschauers, so dass es an dieser Stelle ratsam wäre THE PATH vorerst in der Videothek seines Vertrauens zu leihen.
 
 
 


 
 
 

THE PATH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Spanisches Duplikat der kultigen Stephen King-Verfilmung THE SHINING. Leider geht´s hier etwas sehr gemächlicher voran, so dass der handwerklich schon souverän inszenierte THE PATH ganz schön schnell zu langweilen beginnt. Wer aber gern subtilen Schauer bevorzugt, kann gern einen Blick wagen, sollte aber jetzt keine großartigen Überraschungen erwarten.
 
 
 


 
 
 

THE PATH – Zensur

 
 
 
Neben einem, mit einer Motorsäge abgetrennten Hundekopf werden dem Zuschauer in THE PATH kaum Schauwerte geboten, so dass Fans der groben Schlachtkost nicht auf ihre Kosten kommen werden.
 
 
 


 
 
 

THE PATH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: La Senda; Spanien 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Trailer zum Film

Release-Termin: 20.09.2013

 
 
 
Rein qualitativ gibt es ja eigentlich bei Scheiben aus dem Hause UNIVERSUM FILM nur selten etwas auszusetzen. Auch im Falle von THE PATH wird dem Heimkinofan eine solide Veröffentlichung geboten, die jedoch vorerst mit drei Pflicht-Trailern eingeläutet wird. Die lassen sich jedoch überspringen, so dass es geradezu ins animierte Hauptmenü geht. Das ist zwar ganz nett gestaltet; die rockig musikalische Untermalung passt aber dennoch irgendwie nicht zum Film. Beim Bild sollte der Zuschauer keine Glanzleistungen erwarten. Blaufilter überwiegen und passen sich gut der schneebedeckten Winterlandschaft an. Der Einsatz eines Rauschfilters sorgt für ruhige Aufnahmen, die auch in dunklen Szenen gefallen. Als Folge des Filters sind bei geringen Bewegungen leichte Wischeffekte zu vernehmen. Zudem wirkt der Schwarzwert nicht ganz optimal. Beim Ton bekommt der Blu-ray-Liebhaber eine ganz brauchbare Abmischung geboten. Da der Streifen nur selten von Filmmusik getragen wird und vorwiegend von Dialogen lebt, spielt sich das meiste in den Frontspeakern ab. Selten ertönen Effekte – sind sie dann doch einmal zu hören, wummert es heftig. Bei den Extras schaut der Mystery-Fan in die Röhre. Hier sieht man einmal mehr, dass es sich hier um einen für UNIVERSUM FILM eher unbedeutenden Film handelt. Bis auf den deutschen Trailer und einen BD Live-Zugang gibt es hier gerade einmal sechs Trailer zu weiteren Veröffentlichungen des Labels. Sammler dürfen sich immerhin auf ein Wechselcover ohne FSK-Flatschen freuen.
 
 
 

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THE PATH – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Last Will and Testament of Rosalind Leigh (2012)

The Haunting of Helena (2012)

Barricade (2012)

The Pact (2012)

The Awakening (2011)

The Woman in Black (2012)

The Devils Backbone (2001)

The Shining (1980)


Filmreview: “Tower Block” (2012)

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TOWER BLOCK

Story

 
 
 
Die Bewohner eines abrissbereiten Wohnblocks sind in Gefahr. Ein irrer Scharfschütze schießt auf die Fenster. Die wenigen Überlebenden sammeln sich auf dem Flur und versuchen aus diesem mit Fallen gespickten Gefängnis zu entkommen …
 
 
 


 
 
 

TOWER BLOCK – Kritik

 
 
 
Aus England weht in letzter Zeit ein recht rauer Wind. Führt man sich britische Genrefilme der vergangenen Jahre einmal vor Augen, sind es vor allem die sozialen Brennpunkte der Großstädte, die ausreichend Zündstoff für kontroverse Filme bieten. Während im SciFi-Horror ATTACK THE BLOCK britische Ghettokids gegen ein blutgieriges Vieh aus dem All kämpfen, ist es im Terrorschocker EDEN LAKE ein junges Paar, das sich gegen eine Bande perspektivloser und höchst aggressiver Jugendlicher zur Wehr setzen muss. Die provokative Gewaltstudie PIGGY erzählt auf erschreckende Weise, welche Folgen Gewalt mit sich bringen kann und HARRY BROWN schildert ebenso unangenehm, wie verroht und skrupellos die Jugend einschlägiger Armenviertel Englands mittlerweile wütet. Das Thema Gewalt in Verbindung mit sozialer Benachteiligung ist (zugegebenermaßen nicht nur) in Großbritannien ein heißes Eisen und bietet unzähligen Filmemachern (JASON FORD – COMMUNITY) ausreichend Material für ihre meist ziemlich deftigen Filmchen. TOWER BLOCK des ambitionierten und nicht minder talentierten Nachwuchsregisseurs JAMES MORAN ist aus dem gleichem Holz und erschüttert mit einer ebenso kaltschnäutzigen Inszenierung, die Otto-Normal-Zuschauer vermutlich schwer im Magen liegen dürfte. MORAN, der bereits an einschlägigen Horrorwerken (COCKNEYS VS ZOMBIES, COMEDOWN, F) mittüfteln und erste Erfahrungen als Regieassistent sammeln konnte, hat es nach einigen Kurzfilmen mit seinem TOWER BLOCK nun auch auf die große Leinwand geschafft. Dem deutschen Zuschauer blieb das Kinoerlebnis unverständlicherweise verwehrt. Das gestrichene Kinorelease wirkt zudem auch noch recht unlogisch, wirbt doch der hiesige Anbieter UNIVERSUM FILM auf dem Heimkinocover dafür, dass der Filmfreund mit TOWER BLOCK den vermutlich besten britischen Film des Kinojahres 2012 in Händen hält. Eine etwas bedauerliche Entscheidung, handelt es sich doch bei TOWER BLOCK um einen jener Filme, der erst auf der großen Leinwand seine eigentliche Wirkung entfaltet. In MORANS Erstwerk steht psychischer Terror, der mit ziemlich derben Gewalteskapaden garniert wurde, auf der Tagesordnung.
 
Die Geschichte wird aus der Sicht der letzten Bewohnern eines baufälligen Wohnkomplexes geschildert, das zwar günstige Sozialwohnungen bietet, der Stadt jedoch ein Dorn im Auge ist. Man möchte den Schandfleck am liebsten abgerissen sehen. Da dürfte es der Stadtverwaltung vermutlich geradezu recht sein, als ein wahnsinniger Scharfschütze eine gnadenlose Hetzjagd auf die verbliebenen Bewohner veranstaltet und auf alles schießt, was sich in irgendeiner Weise vor den Fenstern tummelt. Während viele Mieter mit der Gefahr reichlich unvorbereitet konfrontiert werden und nicht entkommen können, sammeln sich die wenigen Überlebenden in den Fluren des Hauses und beginnen damit, sich einen Weg aus dem mit Fallen versehenen Glaskasten zu bahnen. Der brutale Auftakt ist nichts für Weicheier. Der Angriff kommt unvorbereitet und dürfte besonders Besitzer einer Heimkinoanlage reichlich zusammenzucken lassen. Da wird in Köpfe geschossen und Finger abgetrennt, so dass die Überlebenden wenig später verständlicherweise in Panik geraten und die komischsten Dinge veranstalten. Während sich fix klärt, wer unter den Anwesenden klar in der Birne ist und wer nicht, sind es vor allem zwei Protagonisten, die dem Zuschauer im Hirn haften bleiben. Kämpferin Becky (SHERIDIAN SMITH) fungiert als Identifikationsfigur, während Unsympath Kurtis (JACK O´CONNELL) nur unnötige Konflikte innerhalb der Gruppe schürt und mit seinem geistlosen Prollgehabe schnell zu nerven beginnt. Der traurige Rest der anwesenden Cast bleibt blass und unwichtig und stellt das obligatorische Kanonenfutter, von dem derartige Filme nun einmal leben.
 
Wie im Horrorfilm üblich haben wir es auch in TOWER BLOCK mit einigen unverschämt dummen Charakteren zu tun. Während sich die Überlebenden zu Beginn noch halbwegs vorsichtig und vernünftig verhalten, wird die Taktik zugunsten des Schlachtwertes im weiteren Verlauf geändert. Nach 10-kleinem-Negerlein-Prinzip verlaufen sich die Figuren in SAW-esken Fallen, die der Scharfschütze im Wohnblock verstreut hat oder laufen dem Killer gleich direkt vor die Flinte. Andere wählen unbegründeterweise den Freitod, was dem Zuschauer irgendwie so gar nicht einleuchten möchte. Immerhin gefällt die schön finstere Atmosphäre. Die düstere Optik ist in Kombination mit den ausgezehrten Farben als durchweg stimmig zu beurteilen und kommt TOWER BLOCK recht gelegen. Einige handfeste Schocks sitzen tief und die gut platzierten Gewaltszenen dürften dem Horrorfilmfreund ebenfalls zusagen. Leider ist auch TOWER BLOCK nicht frei von Ungereimtheiten. So ist die Ambition des Killers zwar einleuchtend, fühlt sich aber sehr gezwungen an. Auch Kurtis’ Verwandlung vom Filmbösewicht zum Frauenversteher und Moralapostel wirkt ebenso überzogen wie unglaubwürdig. Die wenigen gesellschaftskritischen Floskeln, die uns Neuling JAMES MORAN mit auf dem Weg geben wollte erweisen sich als sehr aufgesetzt und sind in einem Horrorfilm wie diesem irgendwie arg fehl am Platz. Dennoch ist TOWER BLOCK ein ganz schön gemeines Filmchen, das trotz seiner genreüblichen Schnitzer ziemlich spannend umgesetzt wurde und mit einem erstaunlich kurzweiligen Tempo 90 Minuten packend zu unterhalten weiß.
 
 
 


 
 
 

TOWER BLOCK – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Stimmt: TOWER BLOCK ist wirklich einer der besseren britischen Filme des Kinojahrs 2012. Ein kompromissloses, packendes und ganz schön gemeines Stück Zelluloid.
 
 
 


 
 
 

TOWER BLOCK – Zensur

 
 
 
Es ist etwas verwunderlich, wie es TOWER BLOCK ungeschnitten durch die FSK geschafft hat. Zwar wird hier kein Splatterfeuerwerk verbraten; dennoch wirkt der Film in seiner Machart durchweg hart und schonungslos. Die deutsche Heimkinoversion mit dem KJ-Stempel ist ungeschnitten!
 
 
 


 
 
 

TOWER BLOCK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Tower Block; Großbritannien 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes: Interviews

 
 
 
Nach dem Einlegen der Blu-ray macht Anbieter UNIVERSUM FILM erst einmal mit drei Trailern aus dem eigenen Filmfundus Werbung. Danach geht’s geradezu ins Hauptmenü von TOWER BLOCK, dass zwar schlicht gehalten ist, aber doch irgendwie schick ausschaut. Das Bild lässt Filmkorngegner sauer aufstoßen. Gerade in den dunklen Szenen ist das „böse“ Korn nämlich deutlich zu erkennen. Die Farben kommen Stilmittel-bedingt deutlich kühl und reduziert daher, während die Schärfe zwar ganz annehmbar ist, das Bild aber bei leichten Schwenks Nachziehbewegungen aufweist. Beim Ton kann TOWER BLOCK aber definitiv punkten. Gerade dann, wenn der Killer mit seinem Gewehr drauflos ballert, lassen die unvorhersehbaren Einschussgeräusche schon merklich zusammenzucken. Die sind präzise ortbar und ziemlich gut abgemischt. Ansonsten macht der Ton durchweg eine solide Figur. Die Dialoge sind klar verständlich und der Score lässt die Speaker arbeiten. Auch der Subwoofer kommt nicht zu kurz. Wer jedoch des Englischen mächtig ist, sollte zur Originaltonspur wechseln. Diese hat den besseren Klang, wenngleich die deutsche Synchronisation für einen derartigen Film nicht zu verachten ist. Bei den Extras schaut es mau aus. Es gibt gerade einmal ein sechs Minuten langes Feature, indem die Crew etwas aus dem Nähkästchen plaudert. Untertitel sind hier Fehlanzeige. Zudem findet der Zuschauer neben einem BD-Live-Zugang noch den Trailer zum Film. Fünf weitere Trailer aus dem Programm von UNIVERSUM FILM runden den Bonusbereich ab. Wer gern Blu-rays sammelt und nicht mit dem FSK-Flatschen warm werden will, wird sich über ein Wechselcover freuen.
 
 
 

Tower Block [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

TOWER BLOCK – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Harry Brown (2009)


Review: “Evidence – Auf der Spur des Killers” (2013)

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EVIDENCE – AUF DER SPUR DES KILLERS

Story

 
 
 
Den Polizisten Reese (Stephen Moyer) und Burquez (Radha Mitchell) bereitet ein grausamer Fall Kopfzerbrechen. Ein wahnsinniger Killer hat an einer verlassenen Tankstelle im Nirgendwo ein schreckliches Blutbad angerichtet. Die sichergestellten Handys der Opfer bieten mit ihren Kameras Auskunft darüber, wie der Serienkiller seine Mordphantasien in die Tat umgesetzt hat und die Polizisten sind sich sicher, bald die Lösung der Verbrechensserie in Händen halten zu können. Doch dann kommt alles anders …
 
 
 


 
 
 

EVIDENCE – Kritik

 
 
 
Was haben die beiden Horrorfilme EVIDENCE (2012; Regie: HOWIE ASKINS) und der vorliegende EVIDENCE (2013; Regie: OLATUNDE OSUNSANMI) gemeinsam? Richtig, sie tragen den gleichen Titel. Außerdem wird dem Zuschauer in beiden Fällen unerträglicher Filmschund präsentiert, der sich einmal mehr der aktuell so beliebten wie erfolgreichen Found-Footage-Rezeptur (also angeblich gefundenes Filmmaterial) bedient. Seit jeher hat diese Filmgattung nicht nur durch pseudo-authentisches Filmmaterial von sich hören lassen; auch unscharfes und verwackeltes Bildmaterial hat nicht selten zu ersten epilepsieähnlichen Anfällen unter Fans des Genres geführt. OSUNSANMI hat mit seinem EVIDENCE einen Wackelcam-Film geschaffen, der alle bisher dagewesene Found-Footage in den Schatten stellt. Natürlich im negativen Sinne. Selten hat man einen Horror-Thriller zu Gesicht bekommen, bei dem man eigentlich nur noch erahnen konnte, was sich da auf der Mattscheibe abspielt. Wir erleben die Geschehnisse aus der Sicht dreier übereifriger Kids, die einen Trip planen und dabei natürlich alles auf Video bannen müssen. Es wird gegackert, imponiert und allerhand wirres Zeug gefaselt, bis die Freunde in einen Bus steigen, der irgendwo in den Wäldern unschön zum Erliegen kommt. Warum die Fahrt nicht fortgeführt werden kann, will hier keiner wissen. Viel interessanter scheint da eine Tankstelle zu sein, die die Fahrgäste anzieht wie Motten das Licht. Was folgt ist Futter für die HOSTEL-Fraktion: die Anwesenden werden von einem Killer überrascht, der sich eifrig mit Hilfe eines Schweißbrenners durch das Fleisch der hilflosen Opfer fackelt.
 
Das Idee hinter EVIDENCE erweist sich dabei als recht raffiniert. Hier haben wir es mit einem Film zu tun, der gekonnt zwischen gefunden Bildmaterial und den aktuellen Ermittlungen wechselt und dabei die Geschehnisse Stück für Stück auflöst. Das hat bereits im Kannibalen-Kultwerk CANNIBAL HOLOCAUST (1980) perfekt funktioniert und weiß auch hier die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu wecken. OLATUNDE OSUNSANMI, der sich mit dem Thriller DIE VIERTE ART (2009) im Sci-Fi-Bereich erprobte, konnte für seinen ersten Horrorfilm sogar mit STEPHEN MOYER (TRUE BLOOD) und RADHA MITCHELL (ROGUE, SILENT HILL) zwei bekannte Schauspieler mit Genreerfahrung gewinnen. Warum die beiden allerdings überhaupt engagiert wurden, will nicht so recht einleuchten. Die beiden haben für einen Mainstream-Titel erstaunlich überschaubare Screentime und scheinen handwerklich sichtlich unterfordert zu sein. MOYERS darf in den wenigen Szenen verstört dreinschauen, während MITCHELL damit beschäftigt ist, genervt durchs Bild zu hetzen. Eine Prämisse, die noch halbwegs zu verschmerzen ist, wäre da nicht die katastrophale Kameraführung, die EVIDENCE tatsächlich das Genick bricht. Als Found-Footage-Liebhaber hat man sich nun schon durch so einige Streifen dieser Art “kämpfen” müssen. Nicht wenige von ihnen scheiterten aufgrund mangelhafter technischer Finesse. OSUNSANMI hat das “Wackeln” in “Wackelcam-Film” etwas zu genau genommen. Hier wird der Zuschauer mit Pixelsalat, Wackelterror und Totalausfällen geplagt, dass ihm der Spaß am Sehen dieses Schockers schnell vergehen dürfte. Zu unscharfen Bildern und ruckeligen Filmschnipseln gesellt sich eine permanent andauernde Finsternis, die es kaum möglich macht, die Gegebenheiten zu rekonstruieren. Der euphorische Killer kokelt sich durch seine “Beute” und lässt dabei nur erahnen, was er da eigentlich treibt. Zudem nervt, dass die Technik der Filmgeräte immer dann stört, wenn EVIDENCE gerade an Spannung gewinnt. Das legt nahe, dass der Regisseur vermutlich gar nicht daran interessiert war, den Zuschauer zu unterhalten – die wirklich schweißtreibenden Szenen sucht man in EVIDENCE vergebens. Auch wenn das Mordwerkzeug des Psychopathen für einen Horrorfilm geschickt gewählt scheint, dürfte der Gorehound vom unschlüssigen Treiben auf dem heimischen Fernsehapparat nicht wirklich begeistert sein. Blut fließt hier nur selten und die meisten der hier gezeigten Grausamkeiten werden im Off zelebriert. Immerhin wissen einige Szenen durch die Nachtsicht-Option der Kamera zu gefallen. So sorgt jener Moment für etwas Herzrasen, in der die Gliedmaßen eines Protagonisten mit Hilfe des Schweißbrenners abgetrennt werden und die Geschehnisse durch die Infrarotfunktion dokumentiert werden.
 
Im Falle von EVIDENCE hat OLATUNDE OSUNSANMI alles falsch gemacht, was man in der Umsetzung eines Horrorfilms falsch machen kann. Die Protagonisten sind Abziehbilder aus dem Horror-Panini-Stickeralbum, die Inszenierung wirkt gerade aufgrund des ungeschickt platzierten Found-Footage-Stils unerträglich und spannend will EVIDENCE auch nicht so wirklich werden. Immerhin sorgt der verblüffende Twist am Ende für etwas Erheiterung. Wirklich besser macht dieser EVIDENCE dennoch nicht.
 
 
 


 
 
 

EVIDENCE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Macheten waren gestern – jetzt wird sich durchs Fleisch geschweißt. In EVIDENCE erlebt der Zuschauer einen der wohl hinterhältigsten Killer der Filmgeschichte. Leider kann der Filmfreund nur selten erahnen, was der miese Psycho da überhaupt auf der Mattscheibe veranstaltet. Denn der hier eingesetzte Found-Footage-Stil ist selbst innerhalb des Wackelcam-Genres kaum zu ertragen.
 
 
 


 
 
 

EVIDENCE – Zensur

 
 
 
Hier wird zwar nicht viel explizite Gewalt gezeigt, denn die Kamera schwenkt in den “bösen” Szenen entweder weg oder verfremdet sie mittels der Infrarotbilder der Camcorder/Handys. Die FSK hat den Film hierzulande bereits ungeschnitten ab 16 Jahren freigeben.
 
 
 


 
 
 

EVIDENCE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Evidence; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1920×1080)

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow mit sieben weiteren Filmen aus dem Hause UNIVERSUM FILM (alle HD, deutsch), Originaltrailer in Deutsch (HD), BD-Live-Zugang

Veröffentlichung 13.12.2013

 
 
 
Bevor EVIDENCE – AUF DER SPUR DES KILLERS beginnt, macht UNIVERSUM FILM mit drei Pflichttrailern etwas Eigenwerbung. So bekommt der BD-Besitzer erst einmal Clips zu OLYMPUS HAS FALLEN, REDEMPTION und dem Thriller THE CALL – LEG NICHT AUF! vor die Linse. Alle Trailer liegen selbstverständlich in HD und Deutsch vor. Danach gefällt ein stilistisch dem Film angepasstes Hauptmenü, das aus Szenen des Films besteht und mit hektischer Musik untermal wurde. Dort fällt direkt ins Auge, dass auf dem Menüpunkt „Extras“ gänzlich verzichtet wurde. Bis auf den Trailer in deutscher Sprache und einer umfangreichen Trailershow mit sieben weiteren Streifen aus dem Fundus des Publishers hat es gerade mal noch ein BD-Live-Zugang auf die Scheibe geschafft. Sprich: wer mehr Extras sehen möchte, benötigt einen Internetzugang. Das Bild zu beurteilen ist schwer. Das Geschehen wird mit verschiedenen Kameraarten protokolliert, dementsprechend ist die Qualität von hervorragend (aus der Sicht des Ermittlungsteams) bis katastrophal (Handykamera) zu beurteilen. Die Synchronisation ist gelungen und der wummernde, hektische Score bewirkt nicht selten eine gute Räumlichkeit. Zudem kommt der Subwoofer erheblich oft zum Einsatz. Vor allem dann, wenn die Schockeffekte einsetzen, verstärkt ein Grummeln aus den Boxen den Schreckmoment. Viele kleine Umgebungsgeräusche (wie Wind) unterstreichen zusätzlich die beunruhigende Atmosphäre, so dass sich der Zuschauer zumindest tonal auf effektreiches Grusel- und Schockfeeling einstellen kann. Trotz mageren Extras haben es deutsche Untertitel für den Hauptfilm auf die Veröffentlichung geschafft. Ein Wendecover gehört zur obligatorischen Grundausstattung von UNIVERSUM FILM.
 
 
 

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EVIDENCE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stripped (2012)

The Dyatlov Pass Incident (2013)


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