Horrorfilm, Mystery, Slasher, Folterfilm, Thriller, Splatterfilm, Gruselfilm, Trashfilm auf FILMCHECK

Beiträge mit Schlagwort “wackelige Kamera

Filmreview: “Delivery: The Beast Within” (2013)

Delivery-The-Beast-Within-2013
 
 
 

DELIVERY: THE BEAST WITHIN

Story

 
 
 
Ein junges Paar erwartet ein Kind und wird von einem Kamera-Team begleitet, das eine Reality-Serie über die werdenden Eltern drehen möchte. Leider verläuft die Schwangerschaft nicht ohne Komplikationen, denn die zukünftige Mutter Rachel (Laurel Vail) vermutet das Böse im Leibe zu tragen …
 
 
 


 
 
 

DELIVERY: THE BEAST WITHIN – Kritik

 
 
 
Was waren das noch für Zeiten, als ambitionierte Horror-Macher der 80er so eigenständige und wegweisende Kult-Werke wie FROM BEYOND, EVIL DEAD, DIE FLIEGE oder DAS DING drehten und mit bahnbrechenden Spezialeffekten und raffinierten Ideen tausende Fans phantastischen Kinos in die Lichtspielhäuser locken konnten. Die Zeiten scheinen sich geändert zu haben, denn kreativen und innovativen Horror findet man auf der Leinwand immer seltener. Stattdessen ist das Kino die Schmiede meistgehasster Horror-Trends geworden, das nach einer nicht enden wollenden Reihe unnötiger Horror-Remakes seit einigen Jahren nun auch noch mit Found-Footage-Grauen quält. Mittlerweile haben sich die meisten Horrorfans von Wackelcam-Filmen im Multiplex sattgesehen. Darum geht es auch direkt auf dem Heimkinomarkt weiter, denn die meisten dieser Null-Budget-Produktionen werden ohnehin für den Videomarkt gedreht, damit unwissenden Käufern mit cineastischem Abfall das Geld aus der Brieftasche gezogen werden kann.
 
Die Erfolgsrezeptur von Polanskis Schauerfilm ROSEMARIES BABY (1968) scheint auch fast 50 Jahre nach Erscheinen für profitgierige Produzenten eine lukrative Angelegenheit zu sein, um daraus schnell noch einmal Millionen von Dollar herausschlagen zu können. Nach der Wackelcam-Schlafpille DEVIL’S DUE – TEUFELSBRUT (2014) und einer unnötigen TV-Miniserie zum Okkult-Klassiker aus dem Hause NBC gesellt sich DELIVERY: THE BEAST WITHIN, der nun ebenfalls um die Gunst der Horrorfans buhlt und dem Mystery-Kultwerk aus der Mache Polanskis recht ähnlich ist. Es geht um Rachel (LAUREL VAIL) und Kyle Massey (DANNY BARCLAY), denen zum Glück noch der gewünschte Nachwuchs fehlt. Als Rachel endlich schwanger ist, wird das Paar von einem TV-Team begleitet, das den werdenden Eltern fortan mit Kameras folgt, um über die Zeit während Schwangerschaft eine TV-Serie machen zu können. Leider bemerkt Rachel schon recht bald, dass in ihrem Bauch irgendwas nicht so läuft, wie sie es gern hätte. Der Hund spielt in ihrer Gegenwart verrückt, Albträume quälen sie und die werdende Mutter fühlt sich von einer bösartigen Präsenz bedroht. Aber auch das Kamera-Team berichtet über seltsame Vorkommnisse am Set. So entdeckt man auf Band unheimliche Geräusche und geheimnisvolle Symbole zieren den Wohnzimmerboden. Ein Parapsychologe soll Antworten liefern, denn scheinbar wandelt ein dämonischer Geist durch die Flure des neuen Heims, der auf Rachels Baby einen negativen Einfluss ausübt.
 
BRIAN NETT zeichnet für diesem Indie-Trip verantwortlich und hat auch gleich mit am Drehbuch geschrieben. DELIVERY: THE BEAST WITHIN stellt hierbei sein Regie-Debüt dar und ist im Vergleich zum jüngst erschienenen, thematisch ähnlichen DEVIL DUE die bessere Alternative. Grund hierfür ist die Art und Weise, wie er die Found-Footage-Zutat verpackt hat. Hier wird das Geschehen nicht trocken aus der Sicht von Überwachungskameras wie in PARANORMAL ACTVITY geschildert, sondern in Form eines Hinter-den-Kulissen-Feature zu einer TV-Reality-Soap, deren Pilotfolge in den ersten 20 Minuten über den Bildschirm flimmert. Die erinnert in ihrer quietschbunten Aufmachung an eine Episode der Reihe MTV TEEN MOMS nur mit dem Unterschied, dass in DELIVERY statt naiven Teenie-Müttern verantwortungsvolle Erwachsene mit der Kamera begleitet werden. Nach zwanzig Minuten zuckersüßem Allerlei kippt jedoch die heitere Stimmung ins Bedrohliche und der Zuschauer bekommt zusammengeschnittene Schnipsel serviert, die für die TV-Ausstrahlung keine Verwendung gefunden haben. Der Schwangerschaftsstress belastet das Verhältnis der werdenden Eltern erheblich und dem anfangs glücklichen Paar vgehen ähnlich wie in DARK CIRLES allmählich die Nerven durch. Da werden Kameramänner angepflaumt oder Verwandte des Hauses verwiesen, weil Vater Kyle im Trubel so langsam den Bezug zur Realität verliert. Die größte Belastung durchlebt jedoch Rachel, der zu Hause nicht nur die Decke auf den Kopf fällt, sondern unter dem Druck der komplizierten Schwangerschaft zu zerbrechen droht.
 
Selbstverständlich bekommt der Zuschauer auch den für Found-Footage-Machwerken bekannten Mystery-Schabernack geboten. Türen schlagen wie von Geisterhand zu, unheilvolle Stimmen sind auf Tonbändern zu hören und mysteriöse Atemwolken deuten auf eine dämonische Kraft im Haus hin. Ansonsten wird Gruselstimmung durch Interviews mit allen Beteiligten erzeugt, die vor der Kamera von unheimlichen Vorkommnissen berichten. Besonderes Augenmerk wird jedoch auf das Finale gerichtet, wenn die Geburt bevorsteht und der Zuschauer nun endlich wissen möchte, welche Brut da in Rachels Bauch das Licht der Welt erblicken wird. Lobenswerterweise muss man sagen, dass Regisseur BRIAN NETT das Ende recht geschickt inszeniert hat. Von computeranimierter Effekte-Macherei sieht er ab. Stattdessen wird Unheil durch Terror und Hektik verursacht. Das konsequente Ende tritt dem Zuschauer direkt in die Magengegend, weil es der Filmfan in derart ruppiger Weise vermutlich nicht vorausgeahnt hat. Auch wenn DELIVERY: THE BEAST WITHIN eigentlich nichts anderes ist, als eine moderne Neuinterpretation des besagten Klassikers von Roman Polanski, gehört NETTS Erstling zu einem der besseren Vertreter innerhalb des Wackelkamera-Genres. Der Streifen hält sich zwar weitestgehend an die typischen Shaky-Cam-Filmregeln, punktet aber durch sympathische Charaktere und der erfrischenden Idee, wie man die Wackelcam-Methode rechtfertigt, was dem Grusler Glaubwürdigkeit verleiht. Die wirkt durch das interessante Making-of-Gimmick niemals aufgesetzt und macht aus DELIVERY ein gruseliges Gänsehaut-Erlebnis für Freunde subtiler Schauergeschichten.
 
 
 


 
 
 

DELIVERY: THE BEAST WITHIN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
DELIVERY: THE BEAST WITHIN ist der bessere DEVIL’S DUE und ein beunruhigendes Gänsehaut-Erlebnis, das sich werdenden Eltern lieber nicht anschauen sollten. Newcomer BRIAN NETT hat mit seinem Erstling zwar dreist bei Polanskis ROSEMARIES BABY stibitzt, dafür aber eine überzeugend gespielte Fake-Dokumentation gedreht, die ganz friedlich beginnt und fast schon minutiös unbequemer wird. Zwar bedient sich auch DELIVERY den bekannten Wackelcam-Klischees, geht die Thematik jedoch etwas erfrischender an, als es die meisten Filme dieser Art tun. Das Treiben wird diesmal in Form einer Reality-Soap beschrieben, was NETT filmisch erstaunlich souverän abhandelt, zumal der Filmemacher ein talentiertes Verständnis für Tempo und Spannungsaufbau an den Tag legt. Zwischen fiktiven Interviews, gewöhnlichen Alltagssituationen und den nachvollziehbaren Ängsten frischgebackener Eltern mischt NETT reichlich Found-Footage-Terror, der sogar ab und an seine Momente hat. Wer immer noch nicht genug von wackeligen Bildern oder Totalausfällen der Kamera hat und sich von abrupt zuschlagenden Türen erschrecken lässt, ist auch bei DELIVERY: THE BEAST WITHIN bestens aufgehoben. Found-Footage-Hater werden auch mit diesem Streifen herzlich wenig anfangen können, zumal sogar gänzlich auf grafische Gewalt verzichtet wurde. Besonderes Augenmerk sei übrigens auf den makabren Schlussgag gerichtet. Der kommt äußerst unvorbereitet und ist deftiger Tobak. Zartbesaitete Zuschauer dürfte der unerwartete Schlag in die Magengegend erhebliche Probleme bereiten, denn ein schmalziges Happy End hat DELIVERY: THE BEAST WITHIN leider nicht zu bieten.
 
 
 


 
 
 

DELIVERY: THE BEAST WITHIN – Zensur

 
 
 
Gewalt ist in DELIVERY: THE BEAST WITHIN Mangelware. Bis auf das der Haushund von Protagonistin Rachel im Affekt erstochen wird, passiert nichts Grausames. Der Film richtet sich eher an Zuschauer, die subtiles Gänsehautvergnügen suchen. Eine FSK16 ist demnach aller Wahrscheinlichkeit zu erwarten.
 
 
 


 
 
 

DELIVERY: THE BEAST WITHIN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dark Circles (2013)
 
Rosemaries Baby (1968)
 
Die Wiege des Bösen (1974)
 
Unborn – Kind des Satans (1991)
 
Devil’s Due – Teufelsbrut (2014)


Filmreview: “sxtape” (2013)

sx_tape-2013-bernard-rose
 
 
 

SXTAPE

Story

 
 
 
Ein sexhungriges Paar dreht einen privaten Porno in einem verlassenen Krankenhaus und zieht die Missgunst eines zornigen Geistes auf sich, der zu Lebzeiten in der Klinik vergewaltigt wurde …
 
 
 


 
 
 

SXTAPE – Kritik

 
 
 
Der in London geborene und nun in LA lebende Regisseur BERNARD ROSE macht mal wieder einen Abstecher ins Horror-Genre und meldet sich mit einem Gruselfilm zurück, der sich einem aktuellen Horror-Trend unterwirft: Found-Footage. ROSE hat vor vielen Jahren mit CANDYMAN (1992) eine Kultfigur des modernen Schauerkino geschaffen, die neben Schlitzer-Kollegen wie CHUCKY, MICHAEL MEYERS und FREDDY KRUEGER aus der Horrorfilmwelt nicht mehr wegzudenken ist und die zu einer der wenigen Horror-Figuren gehört, die noch nicht durch die Recyclingpresse gejagt wurde, um ein Hochglanz-Remake in die Lichtspielhäuser bringen zu können. SXTAPE heißt das vorliegende Wackelkamera-Ding und wurde, was für ein Zufall, von STEVE SCHNEIDER produziert, der ja momentan Experte in Sachen Found-Footage zu sein scheint. Der finanziert ein verwackelte Filmchen nach dem nächsten und hat dafür gesorgt, dass Streifen wie der Werwolf-Schocker WER, die Öko-Katastrophe THE BAY, der Grusler HAUNT und sogar die PARANORMAL ACTIVITY-Reihe das Licht der Filmwelt erblicken durften. Leider macht sich mit der stetig steigenden Anzahl der von ihm produzierten Horrorfilme auch die Qualität in dessen Machwerken rar, denn einige der zuletzt von ihm finanzierten Streifen sind nun nicht gerade das Gelbe vom Ei.
 
Umso verwunderlicher, dass sich Regisseur BERNARD ROSE für die Umsetzung von SXTAPE überreden lies, der hier vermutlich einen seiner bisher miesesten Film gedreht hat und eigentlich eher für grandios psychologische Thriller wie PAPERHOUSE – ALBTRÄUME WERDEN WAHR (1988) bekannt ist. Vielmehr erinnert SXTAPE an diese günstig erstellten Indie-Gurken, die von ambitionierten Neulingen gedreht werden, um erstmals Filmluft schnuppern zu dürfen.
 
Es geht um die verwirrte Künstlerin Jill (CAITLYN FOLLEY), die gleich zu Beginn in einer Zelle verhört und mit dem Tod ihres Freundes Adam (IAN DUNCAN) konfrontiert wird. Sie scheint die einzige Überlebende eine mysteriösen Mordserie zu sein, die sich in einem leerstehenden Krankenhaus in Los Angeles ereignet haben soll. Leider kann sich die Gute an nichts erinnern, was der Polizei jedoch wenig förderlich ist. Was genau passiert ist, erlebt der Zuschauer in den folgenden 90 Minuten, denn Freund Adam hat die Geschehnisse mit dem Camcorder gefilmt und das Grauen auf Film festgehalten. Das gefunden Material dient Found-Footage typisch als Beweis für die Existenz paranormaler Aktivitäten und soll natürlich auch dem Zuschauer das Fürchten lehren, der jedoch nach der endlos langen Reihe an Filmen im Stile eines PARANORMAL ACTIVITY derart Schreckware so gar nicht mehr gruselig finden dürfte. Demnach ist das, was sich auf dem Speicher der Kamera befindet nach all den GRAVE ENCOUNTERS-Plagiaten wenig überraschend und allgemein bekannt.
 
Jill und Adam sind ein junges Paar und immer auf der Suche nach dem besonderen Kick. Sex spielt in ihrem Leben eine wichtige Rolle, so dass die schnelle Nummer an möglichst reizvollen Plätzen mit Adams Kamera gefilmt werden muss. Ein verlassenes Krankenhaus soll der neue Schauplatz für das private Sexvideo werden, so dass man sich heimlich Zutritt zum Gebäude verschafft und erstmal ein kleines Schäferstündchen vor der Linse der Kamera hält. Was die beiden jedoch nicht wissen aber der Zuschauer ahnt: Hier spukt es. Eine rachsüchtige Geisterfrau wandelt durch die Flure und ergreift Besitz von der adretten Hauptdarstellerin. Die klagt plötzlich über Nasenbluten und Unwohlsein, erholt sich jedoch schnell wieder und fuchtelt wie wild mit einer Pistole vor den Gesichtern zweier Freunde umher, die wenig später auch noch in die Handlung stolpern, um die leerstehende Abtreibungs-Klinik zu erkunden. Am Ende werden alle Beteiligten durch die besessene Jill in den Filmhimmel transferiert und der Zuschauer erfährt, dass der wütende Geist auf sexhungrige Endzwanziger gar nicht gut zu sprechen ist, schließlich wurden die narkotisierten Patientinnen dieser Klinik vom Chefarzt persönlich auf dem Operationstisch vergewaltigt.
 
Kennste einen, kennste alle. Wer schon einmal einen Geiserfilm in Wackelcam-Optik gesehen hat, dürfte so langsam die Fährte gewittert haben, an welchen Regeln sich die Macher solcher Werke orientieren. Man nehme einige kamerageile Protagonisten, verfrachte sie an einen düsteren Ort mit schlimmer Vergangenheit und schüttle die Kamera eifrig, damit der Zuschauer nicht erkennen kann, was da auf der Mattscheibe passiert. Zeigen sich dann nach Minuten der Langeweile endlich mal die zornigen Geister, wird deren Erscheinen von nervenaufreibenden Störeffekten begleitet, die selbstverständlich nur dann auftreten, wenn da mal ein schlecht geschminktes Gespenst durchs Bild saust. SXTAPE bedient sich den bekannten Klischees jener Filmgattung und versucht nicht einmal ansatzweise dem ausgelutschtem Found-Footage durch frische Ideen neue Impulse zu verleihen. Die Frage, die sich uns leider immer wieder stellt: Wer will die immer wieder gleichen, billig geschusterten Wackelcam-Filme sehen und wann endet endlich dieses förmliche Flut an immer wieder neuen Streifen dieser Art, die im Grunde genommen alle gleich sind und sich nur durch den Titel voneinander unterscheiden?
 
Große Überraschungen darf der Zuschauer nicht erwarten, denn SXTAPE ist eines dieser halbherzigen Schreckensszenarien, die vermutlich nur allein des Geldes wegen gemacht wurden. Die Geschichte ist vorhersehbar und platt und die Handlung strotzt vor unzähligen Logiklücken. So bleibt unklar, warum in einer verlassenen Klinik noch gut funktionierende Überwachungsmonitore zu finden sind und weshalb das Gebäude 20 Jahre nach der Schließung noch immer mit Strom versorgt wird. Nach ersten Erkundungsstreifzügen klagt Jill (übrigens eine ganz nervtötende Kombo aus PARIS HILTON und BRITNEY SPEARS) über immenses Nasenbluten und eine bösartige Präsenz ist dem Paar dicht auf den Fersen. Mit Müh und Not findet die beiden den Ausgang und können sich in letzter Minute in Sicherheit bringen. In der nächsten Szene kehren Jill und Adam zurück in das verlassene Gebäude und erkunden es gemeinsam mit zwei Freunden – klingt logisch! Die Beweggründe ihres wirren Handelns scheint vermutlich nur Drehbuchschreiber ERIC REESE (sein Debüt) erklären zu können, der mit SXTAPE einen Film zu Papier gebracht hat, dessen Geschichte nicht im Geringsten interessant ist und von Regisseur BERNARD ROSE nur leidlich spannend in Szene gesetzt wurde.
 
 
 


 
 
 

SXTAPE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
SXTAPE lässt Gruselfans die Nackenhaare zu Berge stehen, was jedoch hauptsächlich an der unheimlichen Sound-Kulisse liegen mag, als an der leidlich spannenden Geistergeschichte. CANDYMANN-Regisseur BERNARD ROSE konnte scheinbar mit dem Mikro-Budget von knapp einer halben Million Dollar nicht viel anfangen und hat mit SXTAPE nur einen typischen Vertreter des Found-Footage-Genres gedreht, der sich lieber bei anderen Werken bedient, statt eigene Idee zu liefern. Der Streifen ist eine überraschungsarme Kombination aus GRAVE ENCOUNTERS und PARANORMAL ACTIVITY, die dazu noch mit einer der nervigsten Hauptdarstellerin aufwartet, die man bis dato in einem solchen Machwerk zu Gesicht bekommen hat. Am Ende gibt’s immerhin einen gut getricksten Splatter-Effekt zu sehen. Ob der Zuschauer den überhaupt zu sehen bekommt bleibt fraglich, denn aufgrund der quälenden Vorhersehbarkeit, dürften die meisten Filmfans ohnehin vorzeitig abgeschalten haben.
 
 
 


 
 
 

SXTAPE – Zensur

 
 
 
SXTAPE hat nur einen wirklich deftigen, grafischen Effekt zu bieten und der wird ziemlich am Ende gezeigt. Da wird einem Protagonisten durch die Hand in den Kopf geschossen. Die Einschusswunde schaut ziemlich echt aus. In einer anderen Szene werden zwei weitere Charaktere ebenfalls mit einer Pistole erschossen. Hier sieht der Zuschauer die Morde aber nur aus der Sicht der Überwachungskamera. Das reicht für eine FSK16 – ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

SXTAPE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Grave Encounters 2 (2012)
 
House of Dust (2013)
 
Psych:9 (2010)
 


Filmreview: “Alien Abduction” (2014)

alien-abduction-2014-Matty-Beckerman
 
 
 

ALIEN ABDUCTION

Story

 
 
 
Keine Woche vergeht ohne weiteren Found-Footage-Film: Bei einem gemeinsamen Campingurlaub gerät eine unwissende Familie in die Fänge experimentiergeiler Aliens …
 
 
 


 
 
 

ALIEN ABDUCTION – Kritik

 
 
 
Eigentlich hätte aus ALIEN ABDUCTION ein ganz guter Film werden sollen, so zumindest versprach es der ansprechende Filmtrailer, der mit ausreichend Action und schockreichen Schreckensmomenten neugierig auf astreinen Sci-Fi-Terror gemacht hat. Die Enttäuschung naht jedoch mit Sichtung des fertigen Streifens, denn Regisseur MATTY BECKERMANN hat hier nicht nur üblen Found-Footage-Brei geköchelt; die besten Szenen bekommt der Zuschauer auch gleich in der hektisch zusammengeschnittenen Filmwerbung präsentiert. Wer schlau ist erspart sich daher die konfus gefilmte Alien-Geisterbahn, bei der das wackelige Geschehen von teils derart nervigen Störsignalen begleitet wird, dass man oftmals nicht so recht weiß, ob da gerade die eigene Glotze den Geist aufgibt oder BECKERMANN den mehr als nervenden Filmeffekt so gewollt hat. Auch wenn ALIEN ABDUCION kein sehenswerter Vertreter innerhalb des Found-Footage-Genres darstellt, so ist die zugrundeliegende UFO-Thematik immer noch unverbraucht genug, um das Interesse beim unerfahrenen Wackelcam-Freund zu wecken. Der dürfte vermutlich gleich zu Beginn Feuer und Flamme sein, schließlich brüstet sich auch ALIEN ABDUCTION damit, auf wahren Begebenheiten zu beruhen. Als Grundlage dienen Urbane Legenden von mysteriösen Lichterscheinungen am Himmel über Brown Mountain in der Region North Carolinas. Bis heute konnte nicht eindeutig geklärt werden, welchen Ursprung die sogenannten Brown Mountain-Lichter besitzen. Für BECKERMANN Grund genug, das Mysterium der seltsamen Himmelsereignisse auf außerirdisches Leben zurückzuführen, das in bescheidener Regelmäßigkeit auf der Erde landet, um sich ein paar Menschen zu krallen, damit an ihnen Experimente durchzuführt werden können. Ein paar ersponnene Interviews und Nachrichtensendungen im obligatorischen Found-Footage-Dokustil heucheln dem ahnungslosen Zuschauer fiktiven Realismus vor und berichten vom Verschwinden diverser Menschen, die im Jahr 2011 in der Gegend unter unerklärlichen Umständen verschollen sind. Bei einem selbsterklärenden Titel wie ALIEN ABDUCTION (was soviel heißt, wie die Entführung durch Außerirdischen) ahnt der Zuschauer natürlich sofort, dass hinter als dem Schabernack eine heimtückische Alienbrut steckt, die nichts Gutes im Sinn hat. Eine ahnungslose Familie bekommt das am eigenen Leibe zu spüren, die in der Gegend etwas Camping machen möchte und so den Außerirdischen direkt in die Arme läuft.
 
Der Horrorfan erlebt die Ereignisse aus der Sicht des authentisch veranlagte Riley Morris (RILEY POLANSKI), der den aufregenden Familienurlaub mit seiner Handkamera filmt und so den blanken Terror auf Film bannt. Erst sind es verlassene Autos, die viele Fragen aufkommen lassen. Später regnet es Krähen, was vor allem den unwissenden Eltern Sorgen bereitet. In einem dunklen Tunnel kommt es dann auch schon zur ersten Konfrontation mit den fremdartigen Kreaturen. Schnell ist die Spur gewittert und die Jagdsaison auf die Familienangehörigen eröffnet, die von nun an nach bekanntem 10-kleine-Jägerlein-Prinzip ins Raumschiff befördert werden. Viel bekommt der Zuschauer jedoch nicht zu sehen, denn sind die Aliens in der Nähe, fängt auch schon das Bild der Kamera fürchterlich an zu stören. Das mag zwar anfänglich geschickt getrickst sein, beginnt aber nach der zigsten Wiederholung ganz schnell an zu nerven, schließlich will man dann doch ein/zwei Aliens zu Gesicht bekommen. Filmemacher MATTY BECKERMANN (übrigens Produzent des Sci-Fi-Gruslers ISOLATON und dem Remake zu DAS EXPERIMENT) arbeitet für sein Regiedebüt ganz souverän die Checkliste üblicher Found-Footage-Standards ab und beweist weder Eigenständigkeit noch Mut, dem mittlerweile unbeliebten Subgenre neue und interessante Ideen einzuverleiben. Hat man schon einige Filme im Shaky-Cam-Format gesehen, überrascht das Gebotene in ALIEN ABDUCTION wenig. Das Wackelfiasko ist derart klischeebehaftet und vorhersehbar, dass die Langeweile nicht lang auf sich warten lässt. Zudem bleibt auch hier die Frage ungeklärt, wie ein kleiner Junge bei derart grausigen Erlebnissen noch in der Lage sein kann, das Erlebte konsequent durchdacht und perfekt ausgeleuchtet filmen zu können. Am Ende sitzen alle Familienmitglieder in der Falle, Riley schluchzt BLAIR WITCH PROJECT-like in die Kamera und wird als letzter im Bunde ins UFO gebeamt. Nachfolgend wird die Kamera aus dem Raumschiff zurück auf die Erde geschleudert, so dass der Zuschauer Zeuge eines aufregend dokumentierte Aufpralls auf der Erde wird – Übrigens, die besten Szene des gesamten Films, auch wenn unklar bleibt, wie die Kamera bei einem Fall aus mehreren Kiliometern Höhe immer noch funktionieren kann.
 
 
 


 
 
 

ALIEN ABDUCTION – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Rasant inszenierter und effektreicher Alien-Terrorfilm im Found-Footage-Gewand. Leider ist ALIEN ABDUCTION trotz interessanter Grundidee kein guter Vertreter des Wackelkamera-Genres, was vor allem an den ständig auftretenden Störsignalen liegt, die manchmal kaum erkennen lassen, was da auf der Mattscheibe überhaupt passiert. Zudem bekommt der Zuschauer kaum Aliens vor die Linse, was vermutlich mal wieder auf Kostengründen zurückzuführen ist. Aufgrund des reißerischen Titels und des herrlich ansprechenden Trailers enttäuscht das Gebotene auf ganzer Linie, denn Regisseur MATTY BECKERMANN ist ausschließlich damit beschäftigt, die Klischee-Liste für Wackelcam-Streifen nahezu akribisch abzuarbeiten. Am Ende fühlt man sich als Horrorfan doch sehr veräppelt, schließlich erwartet man bei einem vielversprechenden Titel wie ALIEN ABDUCTION eine fiese Alien-Hatz und keinen faulen Budenzauber, der statt Angst einzujagen durch künstlich verursachtes Kameragewackel schlimme Kopfschmerzen verursacht. Wir können nur abraten, denn ALIEN ABDUCTION ist eine gemeine Mogelpackung und Enttäuschung vor dem Herrn.
 
 
 


 
 
 

ALIEN ABDUCTION – Zensur

 
 
 
ALIEN ABDUCTION ist nicht nur ein mieser Film, sondern auch zurückhaltend mit Gewalt. Es gibt ein gebrochenes Rückgrat zu sehen und ein paar verdreht Augen. Das dürfte der FSK eine ungeschnittene FSK16-Freigabe Wert sein.
 
 
 


 
 
 

ALIEN ABDUCTION – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Absence (2013)
 
Cloverfield (2008)
 
Europa Report (2013)
 
Apollo 18 (2011)
 


Filmreview: “Ghost Team One” (2013)

ghost-team-one-2013
 
 
 

GHOST TEAM ONE

Story

 
 
 
Einige Hobbygeisterjäger sind vom PARANORMAL ACTIVITY-Virus infiziert. In deren Haus spukt es, so dass man Kameras hervorkramt, um eine Doku zu drehen. Was die Freunde aber noch nicht wissen ist, dass sie es hier mit einem äußerst nymphomanisch veranlagten Geist zu tun haben, der es ab und an auch mal bevorzugt, die Lebenden zu vernaschen …
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Kritik

 
 
 
Was nur stimmt mit den Regisseuren BEN PEYSER und SCOTT RUTHERFORD nicht? Die beiden haben vermutlich unter permanenten Samenstau zu leiden, denn anders lässt sich der Schwachsinn nicht erklären, den sie hier mit GHOST TEAM ONE mehr schlecht als recht verzapft haben. Herr lass Hirn vom Himmel regnen, denn das Niveau in ihrem Comedy-Fehlzünder ist derart tief im Keller, dass dagegen selbst Randgruppen-TV im Privatfernsehen eines Qualitätspreises würdig ist. So was kann eindeutig nur aus dem sonst so prüden Amerika kommen, dort wo in der Vergangenheit schamlos-platte Spoof-Filmchen wie GHOST MOVIE oder die SCARY MOVIE-Reihe das Licht des Zelluloid-Himmels erblickt haben und wo man sich selbst des dümmsten Sexwitzchens wegen lauthals lachend auf dem Boden rollt. GHOST TEAM ONE ist das, was man wohl in Filmkreisen eine beschämende Jugendsünde nennt, denn die teils unwissenden Jungdarsteller dürften sich für diesen peinlichen Fehltritt ein Leben lang schämen. Hier gibt es nahezu keinen Dialog, der nicht irgendeine schlüpfrige Anzüglichkeit beinhaltet und über welche sich vermutlich nur pubertäre Heranwachsende auf dem Schulhof erheitern können.
 
Alles beginnt auf einer ausufernden Party im Haus der dauergeilen Freunde Brad (JR VILLARREAL), Sergio ( CARLOS SANTOS) und Chuck (TONY CAVALERO) bei der man auf die Witterung eines Geistes aufnimmt, der sich später als vietnamesische Bordellbetreiberin entpuppt, die viele Jahre zuvor an gleicher Stelle einige Männer um die Ecke gebracht hat. Gut, dass sich unter den trinkfreudigen Partygästen auch eine Geisterexpertin (FERNANDA ROMERO) gemischt hat, die die Idee einfach großartig findet, aus den mysteriösen Vorfällen einen Dokumentarfilm zu drehen. So werden überall im Haus Kameras montiert, damit das Treiben des Geistes auf Film gebannt werden kann. Doch der macht sich rar und scheint nur dann aktiv zu werden, wenn sich im Haus sexuelle Energien sammeln.
 
Wie lang nur funktioniert das Found Footage-Prinzip denn noch? Kaum ein Filmthema existiert, dass nicht bereits in den Genuss einer Wackelcam-Vergewaltigung gekommen ist. So langsam scheint sich aber ein Verschleiß zu verzeichnen, denn selbst eingefleischte Allesseher erkennen allmählich, dass sich hinter dieser Art von Filmen meist nur laue Lüftchen verbergen und hier oft Filmschaffende am Werkeln sind, die mit wenig Aufwand viel Asche machen wollen. Ganz zum Leidwesen des Filmfans, der sich nicht selten seiner kostbaren Lebenszeit beraubt sieht, weil ihm erneut sich ständig wiederholender und ideenloser Filmabfall untergejubelt wird. GHOST TEAM ONE macht da sicherlich keine Ausnahme. Die Macher haben sich der PARANORMAL ACTIVITY-Erfolgsplage angenommen und versucht, die seichte Kindergeisterbahn mit Hilfe von unreifer Aufklärungsarbeit leidlich unterhaltsam zu parodieren. Hier wird auf Papptellern gekackt, beim Stuhlgang beigewohnt, reichlich masturbiert und sich ausgiebig über möglichen Beischlaf unterhalten, so dass einer der Anwesenden gleich mal vor Erregung versehentlich in seinen Slip ejakuliert. Niveau erhält in GHOST TEAM ONE eine gänzlich neue Bedeutung, denn wer meint Horror-Parodien wie SCARY MOVIE hätten schon längst die Grenzen des guten Geschmacks erreicht, dürfte mit diesem unterirdischen Sexklamöttchen eines Besseren belehrt werden. Leider ist jene Parodie nicht einmal ansatzweise lustig, insofern man sich darüber ergötzen kann, wenn ein Besessener in Frauenmode gekleidet breitbeinig auf einem Bett liegt und verlangt, dass er “geleckt” wird. Hier wird alles fast schon alibimäßig als Selbstironie getarnt durch den Kakao gezogen, was im Geistergenre zuletzt Kasse gemacht hat. Da gibts was aus PARANORMAL ACTIVITY und THE RING zu sehen, aber auch FRIEDKINS Kultfilm DER EXORZIST und Regans legendäre Kopfdrehszene kommen auf recht unterirdische Weise in die Gunst einer Hommage. Immerhin agieren die wenigen Knallscharchen halbwegs vernünftig vor der Kamera. Allen voran TONY CAVALERO, der als stets aggressiver Mitbewohner Chuck stets “fucking” genervt (hier kann man sich den Spaß machen und das von ihm geäußerte “Fuck” im Film zählen) durch die Kulisse rennt und am Ende in einer äußerst grenzwertigen Dämonenaustreibungs-Farce lächerlich und demütigend bloßgestellt wird. Bei soviel unreifer Sauerei will mit Sicherheit keiner der Schauspieler in zwei Jahrzehnten überhaupt noch mit GHOST TEAM ONE irgendwie in Verbindung gebracht werden. Wer dieses schwachsinnige Machwerk gesehen hat, weiß vermutlich aber dann auch warum.
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
PARANORMAL ACTIVITY trifft auf AMERICAN PIE. Übersinnlicher Klamauk in der Tradition der SCARY MOVIE-Reihe, der aber das Niveau noch einmal zusätzlich mit den Füßen tritt, damit es auch ja im Keller bleibt. Man kann gar nicht soviel Alkohol kaufen, um sich GHOST TEAM ONE gut oder gar lustig zu trinken. Hier werden dumme Sexwitze am laufenden Band geboten, so dass man spätestens nach 30 Minuten vollkommen genervt ist, die ständig wiederholenden Anzüglichkeiten nur in abgeänderter Variation ertragen zu müssen. Liebe GHOST TEAM ONE-Macher: Niveau ist keine Creme und Sexwitzchen sind nur dann lustig, wenn man sie so ähnlich nicht schon in hundert anderen Spoof-Komödien bis zum Abwinken erdulden musste.
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es in GHOST TEAM ONE bis auf einen abgerissenen Kopf nicht zu sehen. Demnach ist eine FSK 16 drin.
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hell Baby (2013)
 
Paranornmal Activity 3 (2011)
 
Tucker and Dale vs. Evil (2010)
 
Scary Movie (2000)
 
Scary Movie (2001)
 


Filmreview: “Fortune Cookie Prophecies” (2011)

Fortune Cookie Prophecies 2011
 
 
 

FORTUNE COOKIE PROPHECIES

Story

 
 
 
FORTUNE COOKIE PROPHECIES handelt von zwei Pärchen, einer verlassenen Hütte im Wald und vier Glückskeksen, die den Protagonisten nicht das voraussagen, was sie sich eigentlich nach der Knabberei erhofft hätten. Im Gebäck befinden sich nämlich hundgemeine Todesbotschaften, die den Glückspilzen weismachen sollen, dass sie bald sterben werden. Hinter dem Fluch steckt ein chinesischer Geist, der den unwissenden Helden nicht ohne Grund auf den Leib rückt. Um dem nahenden Tod zu entkommen, gilt es das Geheimnis des Fluchs zu ergründen. Doch den Freunden bleibt mit vier Tagen nur wenig Zeit, um das Rätsel zu lösen …
 
 
 


 
 
 

FORTUNE COOKIE PROPHECIES – Kritik

 
 
 
Wenn in Horrorfilmen der Handyempfang ausfällt und die Karre irgendwo in der Einöde nicht mehr anspringen will, weiß der erfahrene Horrorfan, dass das für die Filmhelden meist kein gutes Ende nehmen wird. In FORTUNE COOKIE PROPHECIES ist das wieder der Fall, denn hier geraten mal wieder zwei verunsicherte Pärchen in ein reichlich haarsträubendes Abenteuer, aus dem nicht alle lebend zurückkehren werden. Diesmal sind vier Glückskekse an allem Schuld, auf deren Weissagungen die Protagonisten auf unerfreuliche Weise erfahren müssen, dass einige von ihnen binnen weniger Stunden und andere in vier Tagen sterben werden. Das wird anfänglich für einen Scherz gehalten, bewahrheitet sich aber geraume Zeit später bei der Ersten. Die liegt regungslos und bleich im Bad und macht alles andere als einen lebendigen Eindruck. Bis die Fristen der anderen abgelaufen sind, bleibt noch ein Weilchen. Grund genug das Geheimnis des Glückskeks-Fluches aufzudecken. Hinter dem steckt der rastlose Geist einer wütenden Frau, der vor vielen Jahren ihr ungeborenes Kind genommen wurde und seither in einem Haus samt angrenzenden Waldgebiet umherspukt. Da scheint es demnach kein Zufall zu sein, dass eines der Pärchen ein Kind erwartet und das andere jüngst eine Abtreibung vorgenommen hat.
 
Schön, dass es mal wieder Geister auf die Mattscheibe geschafft haben. Man hätte meinen können, dass in Zeiten knüppelharter Gewaltstreifen die altmodischen Spuk- und Gespensterheuler in Vergessenheit geraten sind. Doch was ist das? FORTUNE COOKIE PROPHECIES scheint einer dieser Fehlzünder zu sein, der die Geisterthematik nur als Alibifunktion benutzt, damit der Genrefreund die Brieftasche zückt. Selten hat man einen Gruselfilm erlebt, der sich nicht einmal annähernd darum schert, die üblichen Spukzutaten zum Mittelpunkt der Geschehnisse zu machen. FORTUNE COOKIE PROPHECIES hat weder Schockmomente zu bieten, noch will er subtil gruseln. Regisseur HENRY LI hat das eigentliche Ziel verfehlt und langweilt mit einem kaum enden wollenden Mystery-Plot, in dem die Anwesenden in einer Art Schnitzeljagd von einem Ort zum nächsten getrieben werden, damit das Rätsel um den jährzornigen Geist gelöst werden kann. Leider hat LI dabei die Uhrzeit aus den Augen verloren, denn sein ziemlich eigenwilliges Mystery-Ding geht fast geschlagene zwei Stunden und beginnt mit seiner tempoarmen Inszenierung ziemlich früh zu nerven.
 
Wären da nicht einige blutige Föten, die man zwar schaufreudig aber kaum als solche identifizierbar in Waschschüsseln und auf den Waldboden legt, FORTUNE COOKIE PROPHECIES hätte mit seinem nicht vorhandenen Grusel- und Härtegrad problemlos im Nachmittagprogramm des hiesigen Kinderkanals laufen können. Wir sehen einen asiatischen Geist, der aus unerklärlichen Gründen fast ausschließlich durch die Infrarotfunktion der mitgebrachten Kameras huscht und sich sonst so ziemlich rar macht. Alles macht den Anschein, als wäre FORTUNE COOKIE PROPHECIES anfänglich als Found Footage-Gurke geplant gewesen, wurde später aber umgeschrieben, um den Film in eine andere, bedeutungslose Richtung zu drängen. Vermutlich konnte sich Regisseur HENRY LI nicht zwischen Wackelcam- und Spukgenre entscheiden und hat sich dann doch lieber für ereignislosen Mystery entschieden. Anfangs mag das noch ganz gut funktionieren. Die Freunde filmen sich selbst, gehen auf Geisterjagd, stellen Kamera-Equipment auf und kommen dem Geist auf die Schliche. Nach knapp 30 Minuten ist das Gröbste abgehakt und die Ausgangssituation ergründet, so dass ein behäbiges und uninteressantes Detektivspiel seinen Lauf nehmen kann.
 
Zwei Jahre nach Fertigstellung kommt FORTUNE COOKIE PROPHECIES endlich in den Genuss eines US-Video-Release. Erfahrungsgemäß ist das oft kein gutes Zeichen, wenn zwischen Fertigstellung und Veröffentlichung so viel Zeit vergeht. Im Falle dieses Indie-Geistersüppchens bewahrheitet sich mal wieder jener Gedanke, denn wirklich gut oder gar sehenswert ist FORTUNE COOKIE PROPHECIES leider nicht geworden. Der bisher unbekannte Henry LI hat mit diesem chinesischen Fluch-Krimi seinen Regieeinstand gegeben und sich gleich als Multitalent bewiesen. So hat er das Drehbuch zum Film geschrieben und das Ding auch gleich noch selbst produziert. Ob das zähe Machwerk aber überhaupt nach Deutschland verkauft werden kann, bleibt fraglich.
 
 
 


 
 
 

FORTUNE COOKIE PROPHECIES – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
FORTUNE COOKIE PROPHECIES ist mehr Aufklärungsarbeit gegen Abtreibung, statt gruseliger Horrorstreifen. Auch wenn die Idee von Todesbotschaften in Glückskeksen gar nicht mal so übel ist, so ist das was uns hier Regieneuling HENRY LI serviert ganz schön einfältiger Schwachsinn. Wir sehen einen Streifen, der seine Protagonisten nahezu zwei Stunden auf Trab hält, damit selbige von A nach B und von C nach D stiefeln, um auf ihrem Weg in einer Art Schnitzeljagd Elemente der chinesischen Geisterkultur ergründen können. Ab und an huscht mal eine bucklige Statistin durch eine Infrarotkamera und legt blutige Gummibärchen auf den Waldboden, die sich wenig später als Föten entpuppen. Nee, Herr LI das war wohl nix. FORTUNE COOKIE PROPHECIES ist mit Abstand der ungruseligste Film im aktuellen Kinojahr – immerhin ist das Filmcover hübsch.
 
 
 


 
 
 

FORTUNE COOKIE PROPHECIES – Zensur

 
 
 
FORTUNE COOKIE PROPHECIES ist so harmlos, wie eine Weinbergschnecke im Garten. Bis auf das hier blutige Föten an Bäume gehangen und auf Waldlichtungen gelegt werden, gibt es im Film nahezu keine Härte zu sehen. Sollte FORTUNE COOKIE PROPHECIES nach Deutschland kommen, ist definitiv eine FSK16 drin.
 
 
 


 
 
 

FORTUNE COOKIE PROPHECIES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Final Destination (2000)

Tötet Katie Malone (2010)

Ich werde immer wissen, was Du letzten Sommer getan hast (2006)


Filmreview: “Absence” (2013)

Absence 2013
 
 
 

ABSENCE

Story

 
 
 
Liz (Erin Wray) ist schwanger und wird im siebten Monat ihres ungeborenen Babys beraubt. Niemand kann sich die Geschehnisse erklären – auch die Ärzte finden keine plausible Auflösung des Vorfalls. Nur die Polizei glaubt an ein Verbrechen. Damit Liz den Kopf leer bekommt und ein wenig Erholung finden kann, nimmt ihr Freund Rick (Eric Matheny) die seelisch angeschlagene Frau mit in ein Haus irgendwo in die Einöde. Ihr Bruder Evan (Ryan Smale) soll die Schwester mit einer Videokamera begleiten. Während allerhand seltsame Dinge passieren, werden die drei wenig später mit etwas konfrontiert, was nicht von dieser Welt sein kann …
 
 
 


 
 
 

ABSENCE – Kritik

 
 
 
Achtung, Kritik enthält Spoiler!
 
 
 
Wer hätte je daran gedacht, dass sich der Found-Footage-Stil 14 Jahre nach BLAIR WITCH PROJECT immer noch oder schon wieder so großer Beliebtheit erfreut. Kaum ein Subgenre hat die Fanbase so gespalten wie der Wackelkamerafilm. Kaum ein Horrorthema existiert, das noch nicht in unscharf-verwackeltem Bildmaterial verwertet wurde. Leider hat sich der Found-Footage-Film für viele Debütanten zum Sprungbrett in die große Filmwelt entwickelt. Die hoffen nun, sich mit ihren mäßig kreativen Beiträgen auf dem internationalen Filmmarkt beweisen zu können. Vermutlich sind darunter nicht wenige, von denen der Horrorfan nie wieder hören wird. Zu recht, denn viele dieser Produktionen sind so unsagbar schlecht, dass der Zuschauer sie möglichst meiden sollte. Auch ABSENCE ist einer dieser Filme, bei dem der Zuschauer schon einmal die Kotztüte bereithalten sollte, denn auch hier wird so gewackelt, dass dem Betrachter ganz schnell schwindlig werden dürfte. Man erinnere sich zuletzt an DEVILS PASS, der trotz Wackelcam-Malus immer noch verstand, die Geschehnisse in halbwegs konstante Bilder zu packen. In ABSENCE ist das mal wieder nicht der Fall, denn hier dreht Held Evan (RYAN SMALE) mit seiner hochmodernen Digicam ein stinklangweiliges Homevideo über Schwester Liz (ERIN WRAY), die mit Freund Rick (ERIC MATHENY) in einem Landhaus Erholung finden will. Natürlich wird die Familienbande mit allerhand komischen Vorkommnissen konfrontiert, die unweigerlich nach Gefahr “schreien”, aber nicht wirklich wahrgenommen werden. Zuerst sehen die drei Freunde blau schimmernde Lichter am Himmel, die sich seltsam fortbewegen. Wenig später filmt Frauenheld Evan dreiste Gnome, die hektisch durch die Behausung huschen. Zudem werden die Anwesenden von unerklärlichen Blackouts geplagt und etwas Fremdartiges beginnt sich unter Liz´s Haut fortzubewegen. Für die Helden kein Grund, die vermeintlich sichere, ländliche Behausung zu verlassen. Stattdessen wird seelenruhig darauf gewartet, dass noch Schlimmeres passiert. Während der Zuschauer sich des Gefühls nicht verwehren kann, dass es sich hier um eine waschechte Alienheimsuchung handelt, tapsen die Helden der Geschichte weiterhin im Dunkeln, ohne überhaupt einmal darüber nachzudenken, das Videomaterial doch mal genauer unter die Lupe zu nehmen.
 
JIMMY LAWRENCE, der Verbrecher hinter ABSENCE (er schrieb, drehte und produzierte selbst) muss noch einiges zur Umsetzung von Horrorfilmen lernen. Beherzigen sollte er dabei, dass Langeweile Gift für jeden Gruselschocker ist. Sein Erstlingswerk ABSENCE ist ein Paradebeispiel dafür, wie einfach es doch sein kann, den Zuschauer in Narkose zu quasseln. Wirklich viel will hier nicht passieren. Während Brüderchen Evan in der ersten Stunde beweist, wie leicht es doch sein kann, Frauen um den Finger zu wickeln, beginnen sich die Protagonisten in regelmäßigen Abständen selbst zu erschrecken, damit die einschläfernde Handlung etwas an Fahrt gewinnt. Zudem wirkt die dialoglastige Inszenierung auf Dauer sehr ernüchternd. Hier wird zwar durchweg gut improvisiert, was die Szenerie authentisch wirken lässt; wirklich sympathisch wirken die Schauspieler in ihren Rollen jedoch zu keiner Minute. Immerhin wissen die subtilen Anspielungen zu gefallen, die als Vorbote gelten, was den Helden im letzten Akt bevorstehen wird. Trotz Mikro-Budget-Status sind die wenigen Spezialeffekte ziemlich geschickt gestrickt und bilden die wenigen Glanzmomente dieser eigentlich vollkommen unbrauchbaren Gruselgeschichte. Trotz des ermüdend langsamen Aufbaus schafft es LAWRENCE, dass sein ABSENCE in einem tobenden Finale mündet, damit zumindest die Found-Footage-Fanfraktion gänzlich auf ihre Kosten kommen kann. Auch wenn sich die Ereignisse in den letzten 15 Filmminuten überschlagen und der Film recht übereilt zum Schluss kommt, ist ABSENCE erneut eines dieser Debütwerke, die man als Horrorfilmfan nicht unbedingt gesehen haben muss.
 
 
 


 
 
 

ABSENCE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
BLAIR WITCH PROJECT trifft INDEPENDENCE DAY – Geschickt getrickster Alienfilm in beliebter Wackelkamera-Optik. Leider gibt es bis auf die handvoll Effekt hier nichts zu sehen, was von Interesse wäre. Regisseur, Drehbuchautor und Produzent JIMMY LAWRENCE hat mit seinem Debütwerk ABSENCE ein Film geschaffen, dem es ganz einfach gelingt den Zuschauer rezeptfrei in den Schlaf zu wiegen – Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie den Videothekar Ihres Vertrauens oder meiden Sie, ABSENCE im Handel zu kaufen!
 
 
 


 
 
 

ABSENCE – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es bis auf eine ganz kurze Szene am Ende gar nicht zu sehen. Wäre die nicht gewesen, ABSENCE hätte frei ab 12 Jahren in den Handel kommen können. Sollte sich ein Label erbarmen und diesen Wackelkamera-Film veröffentlichen, dürfte der locker den blaue FSK16-Flatschen erhalten.
 
 
 


 
 
 

ABSENCE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stripped (2012)

The Dyatlov Pass Incident (2013)

The Vatican Exorcisms (2013)

The Frankenstein Theory (2013)

Apollo 18 (2011)

Grave Encounter 2 (2012)

The Dinosaur Project (2012)

The Bay (2012)

Blair Witch Project (1999)


Filmreview: “The Ouija Experiment” (2011)

The Ouija Experiment 2011
 
 
 

THE OUIJA EXPERIMENT

Story

 
 
 
Die drei goldenen Regeln der Benutzung eines Hexenbretts:
1. Frage den Geist nie, wie er gestorben ist.
2. Frage den Geist nie, wie du sterben wirst.
3. Verabschiede dich nach jedem Kontakt mit dem Jenseits.
Hätten die Freunde Michael (Justin Armstrong), Brandon (Carson Underwood), Lisa (Miranda Martinez) La’nette (Swisyzinna), Calvin (Eric Window) die wichtigen Regeln beim Umgang mit einem Ouija-Brett befolgt, wäre ihnen so einiger Ärger erspart geblieben. Durch unachtsames Verhalten öffnen sie das Tor zur Geisterwelt und verhelfen dabei drei Geisterwesen in die unsrige zu schlüpfen. Leider ist mit einer der Kreaturen nicht wirklich gut Kirschen essen, so dass die Freunde bald um ihr Leben bangen müssen.

 
 
 


 
 
 

THE OUIJA EXPERIMENT – Kritik

 
 
 
Was für Eltern müssen das sein, die ihrem Sohnemann mit gerade einmal fünf Jahren erlauben, sich FRIEDKINS Teufelsaustreibungs-Schocker DER EXORZIST (1973) anschauen zu dürfen? Nun gut, hätte LINDA BLAIR als besessene Regan dem Regisseur des vorliegenden THE OUIJA EXPERIMENT in jungen Jahren nicht derart den “Kopf verdreht”, wir hätten dieses günstig produzierte No-Budget-Stück vermutlich nie vor die Funzel bekommen. Auch wenn diese kleine Anekdote Regisseur ISRAEL LUNA maßgeblich dazu bewegt haben soll, im Filmbusiness Fuß zu fassen, hat sich LUNA bisher als Filmemacher nicht wirklich mit Ruhm bekleckert. Zwar konnte er mit LA LUNA FILMS und LA LUNA ENTERTAINMENT zwei eigene Produktionsfirmen ins Leben rufen; wirklich nennenswertes Horrormaterial ist den beiden Kreativschmieden bisher noch nicht entsprungen. Ob sich das mit seinem THE OUIJA EXPERIMENT ändern wird? Wir meinen nein, denn LUNAS neustes Schaffen ist mal wieder einer dieser unendlich vielen Filme, die versuchen, aus der erfolgreichen PARANORMAL ACTIVITY-Mixtur schnell noch etwas Kohle zu schlagen. Bei seinem aktuellen Ausflug in das Phantastische Genre hat sich der Filmemacher für ein Remake eines eigenen Filmes entschieden. Bereits 2002 hatte LUNA die Idee zu seiner Geister-Geschichte und verfilmte sie unter dem spektakulären Titel IS ANYBODY THERE?. Nun, weit mehr als zehn Jahre später spendierte er dem Gruselstück eine Frischzellenkur:
 
Wir erleben erneut, wie ein paar Mittdreißiger auf die glorreiche Idee kommen, einige paranormale Ereignisse auf digitales Filmmaterial bannen zu wollen. Diesmal sollen die Geister direkt über ein Hexenbrett mit den Protagonisten in Verbindung treten, was auch anfänglich ganz gut funktioniert. Nur scheinen es die Helden der Geschichte nicht wirklich ernst mit dem Kontakt ins Jenseits zu nehmen, denn nach der ersten Sitzung vergessen sie sich von den vermeintlich freundlichen Geisterwesen zu verabschieden, was zur Folge hat, dass sich die Toten einen Weg in die Welt der Lebenden bahnen können.
 
Bereits das schmale Budget von gerade einmal 1.200 US-Dollar (!) lässt nichts Gutes erahnen, wobei dennoch positiv Erwähnung finden sollte, dass THE REALM (so sollte das Ding ursprünglich eigentlich heißen) bei weitem teurer ausschaut, als die knapp bemessenen Produktionskosten erahnen lassen. Immerhin stimmt auf technischer Ebene alles. THE OUJA EXPERIMENT ist souverän gefilmt, zügig erzählt und die Laufzeit vergeht wie im Flug. Trotzdem hinterlässt der Film keinen bleibenden Eindruck. Zu oft hat man die Found-Footage-Rezeptur zuletzt auf dem TV-Apparat gehabt. Zudem vergreift sich LUNA fast schon schamlos an diversen, meist besseren Filmen, ohne überhaupt eigene Ideen zu liefern. Wir sehen Geister mit weit aufgerissenen Mündern, die eine verblüffende Ähnlichkeit zu den Kreaturen aus den beiden GRAVE ENCOUNTERS Filmen besitzen. Und wir erleben den üblichen Hokuspokus, den der Horrorfilmfreund nun schon zu Genüge in den zahllosen Geisterfilmen der letzten Zeit gesehen hat. Da bewegen sich Türen wie von Geisterhand und unheimliche Stimmen dienen als Vorboten drohenden Unheils. Wirklich unheimlich ist der unausgegorene Spuk leider nicht und Gruselfeeling will partout nicht eintreten wollen. Ein Fakt, der beweist, dass es sich bei THE OUJA EXPERIMENT um keinen wirklich sehenswerten Beitrag handelt. Denn was nützt der zigste Geisteraufguss, wenn er doch seine Wirkung verfehlt und dem Zuschauer einfach keine Angst einzujagen vermag. Immerhin wird im Film für einen wirklich sehenswerten Schauerstreifen Werbung betrieben. Ganz beiläufig findet der Terror-Flick THE ENTITY aus dem Jahre 1981 Erwähnung. Schade nur, dass sich Regisseur ISRAEL LUNA kein Beispiel an SIDNEY J. FURIES Filmarbeit genommen hat, denn dann wüsste er wie effektives Geisterkino auszuschauen hat: schaurig, beängstigend und vor allem nachhaltig!
 
 
 


 
 
 

THE OUIJA EXPERIMENT – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Wer PARANORMAL ACTIVITY und GRAVE ENCOUNTERS mochte, wird diesen Film lieben. Alle anderen Filmfreunde werden mit diesem unspektakulären Quark wohl keine Freude haben. THE OUIJA EXPERIMENT ist seichte Gruselware ohne Höhepunkte und erschreckend wenig Gänsehautfeeling.
 
 
 


 
 
 

THE OUIJA EXPERIMENT – Zensur

 
 
 
Gewalt gibts hier nicht zu sehen. Stattdessen bekommt der Zuschauer nur die Resultate der Geisterangriffe zu Gesicht. Wirklich brutal, blutig oder schockierend ist das natürlich nicht, so dass THE OUIJA EXPERIMENT, insofern er überhaupt in Deutschland veröffentlicht werden wird, eine jugendfreie FSK16-Einstufung erhalten wird.
 
 
 


 
 
 

THE OUIJA EXPERIMENT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stripped (2012)

The Dyatlov Pass Incident (2013)

The Vatican Exorcisms (2013)

The Frankenstein Theory (2013)

Apollo 18 (2011)

Grave Encounter 2 (2012)

The Dinosaur Project (2012)

The Bay (2012)

Blair Witch Project (1999)


Review: “Evidence – Auf der Spur des Killers” (2013)

Evidence-2013
 
 
 

EVIDENCE – AUF DER SPUR DES KILLERS

Story

 
 
 
Den Polizisten Reese (Stephen Moyer) und Burquez (Radha Mitchell) bereitet ein grausamer Fall Kopfzerbrechen. Ein wahnsinniger Killer hat an einer verlassenen Tankstelle im Nirgendwo ein schreckliches Blutbad angerichtet. Die sichergestellten Handys der Opfer bieten mit ihren Kameras Auskunft darüber, wie der Serienkiller seine Mordphantasien in die Tat umgesetzt hat und die Polizisten sind sich sicher, bald die Lösung der Verbrechensserie in Händen halten zu können. Doch dann kommt alles anders …
 
 
 


 
 
 

EVIDENCE – Kritik

 
 
 
Was haben die beiden Horrorfilme EVIDENCE (2012; Regie: HOWIE ASKINS) und der vorliegende EVIDENCE (2013; Regie: OLATUNDE OSUNSANMI) gemeinsam? Richtig, sie tragen den gleichen Titel. Außerdem wird dem Zuschauer in beiden Fällen unerträglicher Filmschund präsentiert, der sich einmal mehr der aktuell so beliebten wie erfolgreichen Found-Footage-Rezeptur (also angeblich gefundenes Filmmaterial) bedient. Seit jeher hat diese Filmgattung nicht nur durch pseudo-authentisches Filmmaterial von sich hören lassen; auch unscharfes und verwackeltes Bildmaterial hat nicht selten zu ersten epilepsieähnlichen Anfällen unter Fans des Genres geführt. OSUNSANMI hat mit seinem EVIDENCE einen Wackelcam-Film geschaffen, der alle bisher dagewesene Found-Footage in den Schatten stellt. Natürlich im negativen Sinne. Selten hat man einen Horror-Thriller zu Gesicht bekommen, bei dem man eigentlich nur noch erahnen konnte, was sich da auf der Mattscheibe abspielt. Wir erleben die Geschehnisse aus der Sicht dreier übereifriger Kids, die einen Trip planen und dabei natürlich alles auf Video bannen müssen. Es wird gegackert, imponiert und allerhand wirres Zeug gefaselt, bis die Freunde in einen Bus steigen, der irgendwo in den Wäldern unschön zum Erliegen kommt. Warum die Fahrt nicht fortgeführt werden kann, will hier keiner wissen. Viel interessanter scheint da eine Tankstelle zu sein, die die Fahrgäste anzieht wie Motten das Licht. Was folgt ist Futter für die HOSTEL-Fraktion: die Anwesenden werden von einem Killer überrascht, der sich eifrig mit Hilfe eines Schweißbrenners durch das Fleisch der hilflosen Opfer fackelt.
 
Das Idee hinter EVIDENCE erweist sich dabei als recht raffiniert. Hier haben wir es mit einem Film zu tun, der gekonnt zwischen gefunden Bildmaterial und den aktuellen Ermittlungen wechselt und dabei die Geschehnisse Stück für Stück auflöst. Das hat bereits im Kannibalen-Kultwerk CANNIBAL HOLOCAUST (1980) perfekt funktioniert und weiß auch hier die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu wecken. OLATUNDE OSUNSANMI, der sich mit dem Thriller DIE VIERTE ART (2009) im Sci-Fi-Bereich erprobte, konnte für seinen ersten Horrorfilm sogar mit STEPHEN MOYER (TRUE BLOOD) und RADHA MITCHELL (ROGUE, SILENT HILL) zwei bekannte Schauspieler mit Genreerfahrung gewinnen. Warum die beiden allerdings überhaupt engagiert wurden, will nicht so recht einleuchten. Die beiden haben für einen Mainstream-Titel erstaunlich überschaubare Screentime und scheinen handwerklich sichtlich unterfordert zu sein. MOYERS darf in den wenigen Szenen verstört dreinschauen, während MITCHELL damit beschäftigt ist, genervt durchs Bild zu hetzen. Eine Prämisse, die noch halbwegs zu verschmerzen ist, wäre da nicht die katastrophale Kameraführung, die EVIDENCE tatsächlich das Genick bricht. Als Found-Footage-Liebhaber hat man sich nun schon durch so einige Streifen dieser Art “kämpfen” müssen. Nicht wenige von ihnen scheiterten aufgrund mangelhafter technischer Finesse. OSUNSANMI hat das “Wackeln” in “Wackelcam-Film” etwas zu genau genommen. Hier wird der Zuschauer mit Pixelsalat, Wackelterror und Totalausfällen geplagt, dass ihm der Spaß am Sehen dieses Schockers schnell vergehen dürfte. Zu unscharfen Bildern und ruckeligen Filmschnipseln gesellt sich eine permanent andauernde Finsternis, die es kaum möglich macht, die Gegebenheiten zu rekonstruieren. Der euphorische Killer kokelt sich durch seine “Beute” und lässt dabei nur erahnen, was er da eigentlich treibt. Zudem nervt, dass die Technik der Filmgeräte immer dann stört, wenn EVIDENCE gerade an Spannung gewinnt. Das legt nahe, dass der Regisseur vermutlich gar nicht daran interessiert war, den Zuschauer zu unterhalten – die wirklich schweißtreibenden Szenen sucht man in EVIDENCE vergebens. Auch wenn das Mordwerkzeug des Psychopathen für einen Horrorfilm geschickt gewählt scheint, dürfte der Gorehound vom unschlüssigen Treiben auf dem heimischen Fernsehapparat nicht wirklich begeistert sein. Blut fließt hier nur selten und die meisten der hier gezeigten Grausamkeiten werden im Off zelebriert. Immerhin wissen einige Szenen durch die Nachtsicht-Option der Kamera zu gefallen. So sorgt jener Moment für etwas Herzrasen, in der die Gliedmaßen eines Protagonisten mit Hilfe des Schweißbrenners abgetrennt werden und die Geschehnisse durch die Infrarotfunktion dokumentiert werden.
 
Im Falle von EVIDENCE hat OLATUNDE OSUNSANMI alles falsch gemacht, was man in der Umsetzung eines Horrorfilms falsch machen kann. Die Protagonisten sind Abziehbilder aus dem Horror-Panini-Stickeralbum, die Inszenierung wirkt gerade aufgrund des ungeschickt platzierten Found-Footage-Stils unerträglich und spannend will EVIDENCE auch nicht so wirklich werden. Immerhin sorgt der verblüffende Twist am Ende für etwas Erheiterung. Wirklich besser macht dieser EVIDENCE dennoch nicht.
 
 
 


 
 
 

EVIDENCE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Macheten waren gestern – jetzt wird sich durchs Fleisch geschweißt. In EVIDENCE erlebt der Zuschauer einen der wohl hinterhältigsten Killer der Filmgeschichte. Leider kann der Filmfreund nur selten erahnen, was der miese Psycho da überhaupt auf der Mattscheibe veranstaltet. Denn der hier eingesetzte Found-Footage-Stil ist selbst innerhalb des Wackelcam-Genres kaum zu ertragen.
 
 
 


 
 
 

EVIDENCE – Zensur

 
 
 
Hier wird zwar nicht viel explizite Gewalt gezeigt, denn die Kamera schwenkt in den “bösen” Szenen entweder weg oder verfremdet sie mittels der Infrarotbilder der Camcorder/Handys. Die FSK hat den Film hierzulande bereits ungeschnitten ab 16 Jahren freigeben.
 
 
 


 
 
 

EVIDENCE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
evidence-auf-der-spur-des-killers-bluray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Evidence; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1920×1080)

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow mit sieben weiteren Filmen aus dem Hause UNIVERSUM FILM (alle HD, deutsch), Originaltrailer in Deutsch (HD), BD-Live-Zugang

Veröffentlichung 13.12.2013

 
 
 
Bevor EVIDENCE – AUF DER SPUR DES KILLERS beginnt, macht UNIVERSUM FILM mit drei Pflichttrailern etwas Eigenwerbung. So bekommt der BD-Besitzer erst einmal Clips zu OLYMPUS HAS FALLEN, REDEMPTION und dem Thriller THE CALL – LEG NICHT AUF! vor die Linse. Alle Trailer liegen selbstverständlich in HD und Deutsch vor. Danach gefällt ein stilistisch dem Film angepasstes Hauptmenü, das aus Szenen des Films besteht und mit hektischer Musik untermal wurde. Dort fällt direkt ins Auge, dass auf dem Menüpunkt „Extras“ gänzlich verzichtet wurde. Bis auf den Trailer in deutscher Sprache und einer umfangreichen Trailershow mit sieben weiteren Streifen aus dem Fundus des Publishers hat es gerade mal noch ein BD-Live-Zugang auf die Scheibe geschafft. Sprich: wer mehr Extras sehen möchte, benötigt einen Internetzugang. Das Bild zu beurteilen ist schwer. Das Geschehen wird mit verschiedenen Kameraarten protokolliert, dementsprechend ist die Qualität von hervorragend (aus der Sicht des Ermittlungsteams) bis katastrophal (Handykamera) zu beurteilen. Die Synchronisation ist gelungen und der wummernde, hektische Score bewirkt nicht selten eine gute Räumlichkeit. Zudem kommt der Subwoofer erheblich oft zum Einsatz. Vor allem dann, wenn die Schockeffekte einsetzen, verstärkt ein Grummeln aus den Boxen den Schreckmoment. Viele kleine Umgebungsgeräusche (wie Wind) unterstreichen zusätzlich die beunruhigende Atmosphäre, so dass sich der Zuschauer zumindest tonal auf effektreiches Grusel- und Schockfeeling einstellen kann. Trotz mageren Extras haben es deutsche Untertitel für den Hauptfilm auf die Veröffentlichung geschafft. Ein Wendecover gehört zur obligatorischen Grundausstattung von UNIVERSUM FILM.
 
 
 

Evidence – Auf der Spur des Killers [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

EVIDENCE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stripped (2012)

The Dyatlov Pass Incident (2013)


Filmreview: “Crowsnest” (2012)

crowsnest_poster
 
 
 

Crowsnest

Story

 
 
 
Fünf Freunde wollen sich ein schönes Wochenende bereiten und planen eine aufregende Reise hinaus ins Grüne, um in einer entlegenen Hütte Justin´s Geburtstag ausgiebig feiern zu können. Gut, dass selbiger von Freundin Brooks eine technisch hochwertige Video-Kamera als Geschenk zum Geburtstag erhalten hat, sodass er das Ereignis auch präzise auf Video dokumentieren kann. Unterwegs werden sie von einem skurrilen Hinterwäldler davor gewarnt, die Fahrt fortzusetzen, denn die Gegend um den friedlichen Ort “Crowsnest” birgt viele Gefahren. Nichtsdestotrotz lassen sich die Teens nicht beirren und setzen die spontane Feiersause fort. Ein fataler Fehler, denn es dauert nicht lang bis ein Trupp hungriger Kannibalen die Fährte der Kids gewittert und aufgenommen hat…
 
 
 


 
 
 

Crowsnest – Kritik

 
 
 
Wenn in Filmen Teenager zur Digicam greifen, mit den Freunden einen kuscheligen Camping-Ausflug unternehmen und das frivole Treiben sogar noch auf Videoband bannen wollen, ahnt dem interessierten Zuschauer vermutlich Schlimmes. Denn oftmals bedeutet ein derart vielversprechender “Buddy”-Trip nicht nur, dass die Protagonisten im Verlauf der nächsten 90 Minuten von irgendetwas Bedrohlichen unermüdlich durch Wald und Wiesen gejagt werden, sondern auch, dass die minderbemittelten Charaktere in diesen Filmen mit ihrem planlosen Gekreische den Filmfreund vermutlich an den Rand des Wahnsinns treiben werden. Der vorliegende “Crowsnest” bestätigt diese Vermutung einmal mehr und ist eines dieser Werke, dass sich grandios in die Reihe vollkommen sinnentleerter Horrorunterhaltung einzureihen weiß. Da düsen eine handvoll Freunde mit dem Auto orientierungslos in die Einöde umher und werden vollkommen unerwartet von einem unheimlichen Wohnwagen gerammt, der permanent versucht, die Kids von der Straße zu drängen. Schlau wie Teens sind können sie den Attacken des ominösen Fahrzeugs natürlich unbeschadet entkommen und folgen schließlich wenig später furchtlos den Spuren des ominösen Wohnmobils. Dass natürlich derart Vorgehensweise von mangelndem Menschenverstand zeugt und die Kids einen unweigerlichen Hang zum Selbstsuizid besitzen müssen, dürfte bei derart unklarem Handeln auf der Hand liegen. Was folgt ist der obligatorische Bodycount, den der Horrorfilmfreund im Jahr 2013 nun einmal von einem derartigen Film erwartet. Da wird geschrien, gehetzt und gewimmert und natürlich alle fein akribisch mit der eigenen Digicam protokolliert, man hat ja scheinbar sonst nichts anderes zu tun, wenn man um sein Überleben bangen muss.
 
Crowsnest” ist der gefühlte 1000. Versuch, den unzähligen Wackelcam-Fans da draußen endlich den Spaß an diesem vollkommen inflationären Sub-Genre zu nehmen. Als im Jahr 2001 mit dem durchaus lukrativen “Blair Witch Project” das längst vergessenes Found Footage-Thema der Spät-70er (“Cannibal Holocaust“, “Eaten Alive“) erneut aufgegriffen und durchaus innovativ wiederverwertet wurde, ahnte vermutlich keiner der Millionen Filmfans da draußen, dass derart Filmstil zehn Jahre später zu einer waschechten Plage avancieren würde. Kaum ein Monat vergeht, ohne dass sich weitere Filmemacher von derart Sub-Genre inspirieren lassen und den Heimkinomarkt mit ihren oftmals vollkommen desaströs zusammengekleisterten Möchtegern-Gurken verseuchen. Hierbei ist der Heimkino-Sektor in Deutschland als noch halbwegs überschaubar zu betiteln. Blickt man aber nach Übersee, so hat sich das Found Footage-Thema zu einer wahrlichen Epidemie entwickelt, dass sich schon längst nicht mehr allein nur im Horrorfilm-Sektor beheimatet fühlt.
 
Dabei vermag in der kostengünstige Realisierung dieser Werke der wesentliche Grund für die nicht abebbende Welle an derart Filmkost zu suchen sein. Denn wahrlich viel überteuertes Equipment ist bei einem Wachelcam-Grusler nicht von Nöten. Eine Handvoll sterbewilliger Nichtskönner ist im eignen Freundeskreis schnell gefunden und ein zweckmäßiges Script in die Notizfunktion des eigenen Smartphones gehämmert, sodass das Projekt “Found Footage” alsbald beginnen kann. Nun gut, “Crowsnest” will man jetzt nicht allzu laienhafte Unkenntnis vorwerfen. Im Groben betrachtet ist der Film einer der Besseren Vertretung seiner Gattung. Wäre, da nicht wieder das vollkommen stereotype Umhergekreische aller Beteiligten, die bereits ab Filmmitte handeln, als hätte man ihnen ins Hirn gerotzt. Zudem versuchen die Protagonisten auch zu keiner Minute ihrem drohenden Schicksal zu entkommen, sondern werden vom Bösen magisch angezogen, wie Motten vom grellen Licht der Straßenlaternen. Immerhin weiß der Film mit einigen durchaus makaberen Einfällen zu überzeugen. Zu erwähnen sei an dieser Stelle, der durchaus zynische Moment, als einer der Anwesenden kurz das Auto verlässt, um sich den Magen aus dem Leib zu reiern und in bester “Final Destination“-Manier von einem entgegenkommenden Fahrzeug “geschrottet” wird. Schrecksamen Gemütern, dürfte dieser Moment durchaus einige Tage in Erinnerung bleiben.
 
Trotzdem, auch wenn sich “Crowsnest” offensichtlich von Filmen wie “Joyride-Spritztour“, “Duell” und “Jeepers Creepers” hat inspirieren lassen und dabei versucht, sich gänzlich von der momentan lukrativen “Poltergeist-Welle” in Found-Footage-Filmen zu distanzieren, so ist dennoch auch dieser Versuch kläglich gescheitert, dem unlängst totgemolkenen Wackelcam-Genre neue Facetten einzuverleiben. Hier bleibt alles beim Alten. In hektischen Momenten gerät die Kameraführung aus dem Ruder und auch sonst dürfte sich der Horrorfilmfreund einmal mehr erzürnt dabei ertappen, wie er genervt gen TV schreit, und versuchen möchte, den Protagonisten den Weg aus der Misere zu erklären. Auch wenn dem Filmfreund hier durchweg durchschnittliche Found Footage-Kost geboten wird, so lässt sich dennoch nicht leugnen, dass “Crowsnest” leider nur ein weiterer unbedeutender Vertreter einer ganzen Reihe unzähliger Fake-Homevideos darstellt, die man im Grunde genommen gar nicht ernst nehmen kann. Die Charaktere sind platt, notdürftig skizziert und verhalten sich vollkommen unglaubwürdig. Zudem möchte man Einige derer am liebsten eigenhändig den Gnadenstoß erteilen, weil deren unsympathisches Gewimmere zum Teil schon fast grenzwertig in Erscheinung tritt. “Crowsnest” ist ein Found Footage-Film wie jeder andere auch – weder Fisch noch Fleisch. Frische Ideen sucht man hier vergebens. Da kommt es dem Film auch nicht wirklich zugute, dass man sich hier einer gänzlich anderen Thematik gewidmet und statt zornige Poltergeister, eine menschenfleischgierige Kannibalen-Familie in den Fokus der Gegebenheiten rückt. Wirklich blutig (bis auf ein paar undefinierbare Abfälle, die die Kannibalen in regelmäßigen Abständen am Wegesrand hinterlassen), wie man vermutlich erhofft, wird es hier zu keinem Zeitpunkt, sodass “Crowsnest” selbst hartgesottene Horrorfilmfans durchaus enttäuschen dürfte.
 
 
 


 
 
 

Crowsnest – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Auch die Kannibalen haben es jetzt ins Found Footage Genre geschafft – Leider vollkommen unbrauchbarer Wackelcam-Aufguß mit ziemlich grenzwertigen Protagonisten, die handeln, als wöllten sich geradzu sterben wollen.
 
 
 


 
 
 

Crowsnest – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung dürfte ungeschnitten für volljährige Erwachsene geeignet sein. Es gibt einen einzigen blutigen Mord: eine Enthauptung, die zwar einfach getrickst wurde, aber durchaus krude in Erscheinung tritt.
 
 
 


 
 
 

Crowsnest – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Down the Road (2013)

Evidence (2011)

Penance – Sie zahlen für ihre Sünden (2009)

The Watermen (2011)

The Helpers (2012)


Filmreview: “Undocumented” (2010)

"Undocumented" (2010) Filmposter - Filmkritik auf Filmchecker
 
 
 

Undocumented

Story

 
 
 
Eine Gruppe ambitionierter, amerikanischer Dokumentarfilmer arbeitet an einem Film, der sich mit illegal eingewanderten mexikanischen Immigranten beschäftigen soll. Um der Doku den nötigen Diskussionsstoff bieten zu können, reisen die Freunde nach Mexiko und begleiten eine Gruppe Flüchtlinge bei ihrer strafbaren Reise in die USA. Mit dem Wunsch, endlich der Armut und der erschütternden Perspektivlosigkeit entfliehen zu können, begeben sich die Immigranten in einen Flüchtlingstransporter, der sie sicher in das Land ihrer Träume transportieren soll. Doch die Reise schlägt fehl, denn auf ihrem Weg in die Freiheit geraten die Einwanderer an eine Gruppe radikaler amerikanischer Rassisten, die das Gesetz schlichtweg selbst in die Hand nehmen und die Truppe in ein eigens zusammengezimmertes Konzentrationslager verschleppen. Das amerikanische Filmteam soll hierbei die nun folgenden Grausamkeiten dokumentieren, mit welchen die selbsternannten Ordnungshüter die verstörten Einwanderer bestrafen. Zudem soll das abartige Filmmaterial als Propagandafilm fungieren, der weitere illegale Immigranten davon abhalten soll, unrechtmäßig amerikanischen Boden zu betreten.
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Kritik

 
 
 
Mit dem vorliegenden Genre-Beitrag „Undocumented“ hat es einmal mehr ein Nachwuchsregisseur geschafft, mit reichlich Zündstoff auf sich aufmerksam zu machen. „Chris Peckover“, der sich zuvor sein Lohn und Brot mit einigen Kurzfilmchen verdient hat, teilt in seinem vorliegenden abendfüllenden Erstlingswerk herbe Kritik an der Unfähigkeit der amerikanischen Regierung aus. Hier wird nichts verschönert, oder vereitelt, sondern sein Film kritisiert einmal mehr, zu welchen rassistischen Abartigkeiten vermeintlich friedliebende Bürger fähig sein können und mit welcher Blindheit die amerikanische Führungsriege dem grotesken Treiben beiwohnt. Grundlage für seine Geschichte dient die aktuelle Immigranten-Problematik der USA, die scheinbar kaum noch in der Lage zu sein scheint, perspektivlose und in Armut lebenden Mexikaner davon abhalten zu können, illegal in das Land einzureisen. Da werden Mauern um die Grenzen gezimmert und der vollkommen übertriebene Patriotismus vieler Amerikaner, sowie die Angst vor dem eigenen sozialen Abstieg (denn die Mexikaner haben natürlich nichts anderes im Sinn als den Amerikanern die Jobs zu „stehlen“) sorgen nicht selten für ein unverständlich rassistisches Gedankengut gegenüber der mexikanischen Bevölkerung. Forscht man im Internet nach, so scheint es sogar kriminelle (amerikanische) Banden vor amerikanischen Grenzpunkten zu geben, die einzig darauf spezialisiert sind, ahnungslosen mexikanischen Einwanderern aufzulauern, auszurauben und schließlich zu töten. Hinzukommt, dass es bisher noch kein modernes, amerikanisches Einwanderungs-Recht gibt, dass die legale Einwanderung für Immigranten erleichtert, sodass viele Einreisende den illegalen und gefährlichen Weg in Kauf nehmen müssen, um von einem sorgenfreien Leben träumen zu dürfen.
 
Peckerovers „Undocumented“ ist kein einfach zu verdauender Film. Das wahrlich perverse und menschenverachtende Treiben geht verdammt nah und sorgt nicht nur einmal dafür, dass der Zuschauer als Zeuge der Geschehnisse mit einer verständlichen Fassungslosigkeit und einen brodelnden Wut vor dem heimischen Fernsehapparat zurückbleibt. Parallelen zum kürzlich erschienen „Territories“ sind unverkennbar. Auch dort wurde der radikale Weg gewählt und ein äußerst politisch brisantes Thema zur Grundlage des Films gemacht. Angesichts der erschütternden realen Geschehnisse, auf welche beiden Filme fungieren, wirkt die herbe Kritik in Form einer nicht enden wollenden Schreckens-Achterbahn der Grausamkeiten auch für den Zuschauer wie eine Martyrium. Anders als der kanadische Beitrag „Territories“ geizt der vorliegende „Undocumented“ nämlich nicht mit blutigen Details. Ob derart sadistische Zeigefreudigkeit jedoch wirklich hätte sein müssen, scheint fraglich, denn der Film hätte auch ohne die diversen Abartigkeiten seine erschütternde Wirkung keinesfalls verfehlt. Trotzdem, die wenigen (verdammt realistischen) F/X gehen durch Mark und Bein und verstärken vermutlich allein nur die Erkenntnis, zu welch unmenschlichen Fähigkeiten die Bestie Mensch fähig sein kann und dass derart unannehmbaren Menschenrechtsverletzungen zu keiner Zeit toleriert werden dürfen.
 
 
 
Nach „Saw“, „Hostel“ und Co. beweist ein motivierter Nachwuchsregisseur, dass der Horror nicht immer nur rein fiktiv sein muss. Man braucht als Filmfreund einfach nur den Fernseher einschalten und die Berichterstattungen in den aktuellen Nachrichtensendungen verfolgen. Der tagtägliche erschreckende Wahnsinn, der uns dort präsentiert wird, bietet auch die Grundlage des vorliegenden Thrillers „Undocumented“. Ein, teilweise schonungsloses Dokument über grausame Menschenrechtsverletzungen, welche sich Tag für Tag tatsächlich an der amerikanischen Grenze ereignen. Auch wenn Peckovers Geschichte rein fiktiv aus der „Found Footage“-Sicht eines Kamerateams geschildert wird, so birgt am Ende die Erkenntnis, dass illegale Immigranten aus Mexiko, die von einem besseren Leben träumen und tagtäglich dennoch für ihren Traum mit dem Leben bezahlen müssen, ein merklich befremdliches Bauchgefühl. Peckovers Film ist bereits seit geraumer Zeit als hochwertige Heimkinofassung auf dem amerikanischen Markt erhältlich. Warum sich hierzulande noch niemand für die Auswertung des Films entschieden hat, stößt meinerseits auf vollkommenes Unverständnis. Ein Film, der sich vor allem in die Sammler-Reihe „Kino Kontrovers“ ideal einfügen würde.
 
 
Im übrigen: wen dieser Film kalt lässt und wer sich nach Sichtung in seinem rassistischen Gedankengut (in welcher Art auch immer) bestätigt fühlt, sollte dringend den Psychiater seines Vertrauens aufsuchen!
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
“Undocumented” ist ein erschreckend, kontroverses und wichtiges Dokument für mehr Menschlichkeit, Verständnis und Toleranz!
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Zensur

 
 
 
Der Film selbst ist kein Splatter-Feuerwerk. Dennoch verfehlen die wenigen grafischen Gewaltdarstellungen nicht ihre Wirkung. Mit ganz viel Glück dürfte der Film ungeschnitten mit einer „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erscheinen.
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Territories (2010)

The Afflicted (2010)

Darfur (2009)

The Road to Guantanamo (2006)

 

 

 


Filmreview: “The Dinosaur Project” (2012)

the_dinosaur_project_2012
 
 
 

The Dinosaur Project

Story

 
 
 
Als weltweit Gerüchte die Runde machen, dass im Kongo ein seltsames Seeungeheuer gesichtet wurde, will der bekannte Forscher und Spezialist Marchant (Richard Dillane) den ominösen Erscheinungen auf den Grund gehen. Zusammen mit seinem Team organisiert er eine Expedition in das Kongo-Gebiet um die mysteriöse Kreatur aufzuspüren. Kaum mit dem Flugzeug aufgebrochen, finden die Anwesenden einen blinden Passagier an Bord, der sich zugleich als Sohn Marchants zu erkennen gibt. Doch bevor sich Vater und Sohn überhaupt in ihrer Rage aussprechen können, kollidiert die Flugmaschine mit einem riesigen prähistorischen Raubvogel und stürzt ab. Glücklicherweise wird keiner der Teilnehmer bei dem Absturz verletzt und so führen die Forscher die Suche nach dem legendären Seeungeheuer fort – ein fataler Fehler, wie sich schnell herausstellt. Denn entgegen der Erwartungen ist die gesamte Umgebung von Dinosauriern bevölkert – einige von ihnen sogar menschenfeindlicher Natur …
 
 
 


 
 
 

The Dinosaur Project – Kritik

 
 
 
Bereits auf dem diesjährigen “Fantasy Filmfest Nights” konnten sich deutsche Genre-Freunde von den grandios-filmischen Qualitäten eines weiteren Wackel-Cam-Films erfreuen. Nachdem Max Landis mit seinem Superhelden Found-Footage-Knaller “Chronicle” die Messlatte für dieses Sub-Genre in puncto fesselnd-erzählerischen Perfektionismus und unterhaltsam-dichtem Spannungsaufbau enorm weit nach oben gelegt hatte, waren die Erwartungen demzufolge hoch, inwieweit man das Found-Footage-Genre überhaupt noch mit neuen Facetten und frischen Ideen bestücken könnte. Mit dem aktuellen Neuzugang “The Dinosaur Project” versucht Regisseur Sid Bennett an den weltweiten Erfolgen des derzeit kassenträchtigen Found-Footage-Genres anzuknüpfen und hofft damit den ebenso ganz großen Durchbruch zu ergattern.
 
Anstatt sich mit fiesen Poltergeistern (Paranormal Activity 3) und kaltschnäutzigen Aliens (“Cloverfield“) zu beschäftigen, macht er prähistorische Riesenechsen zum Thema seines Filmes. Bewanderte Filmfreunde dürften bei dieser Thematik vermutlich direkt die Hände über den Kopf schlagen und Böses ahnen. Denn dem bereits kürzlich besprochenen Wackel-Cam-Movie Tape 407 lag haargenau gleiche Geschichte zugrunde, die aber aufgrund der teilweise haarsträubend schlechten Umsetzung mit dem vorliegenden “The Dinosaur Project” in keinster Weise zu vergleichen ist. Sid Bennett Beitrag genießt den Vorteil, dass er entgegen der meisten Produktionen dieser Film-Gattung ein halbwegs vernünftiges Budget vorweisen kann und somit Spielraum für die ein oder andere technisch-ansprechende Spielerei besitzt.
 
Vorab sei den kritischen Gegnern des Found-Footage-Genre versichert, dass dem Zuschauer mit diesem netten kleinen Dino-Filmchen ein halbwegs annehmbarer Fantasy-Thriller präsentiert wird, der sich nicht wie so oft üblich im Found-Footage-Universum, in endlos langem Gewackel der Kamera verliert. Stattdessen darf der Zuschauer einer relativ geradlinigen Geschichte beiwohnen, die ohne große Umwege direkt zum Punkt kommt. Statt unnötigem Einleitungs-Geplänkel und einer präzisen Bestandsaufnahme aller Gegebenheiten der Geschichte schöpft “The Dinosaur Project” direkt aus den Vollen. Eh sich der Zuschauer versieht, sitzen die handvoll Protagonisten in einem Flugzeug und steuern direkt auf ihr Unglück zu. Eine identifizier- und nachvollziehbare Charakterisierung der Beteiligten wird zugunsten der recht netten Dino-Effekte direkt unter den Tisch gekehrt. Einzige Identifikations-Figur des Filmes scheint Sohn Luke zu sein, der mit seiner Vorliebe für innovative Kamera-Technik den Anwesenden des öfteren das Leben rettet. Die übrigen Crew-Mitglieder bleiben gesichtslos und so erfährt der Zuschauer, einmal abgesehen von einem verdrängten Konflikt zwischen Vater Marchant (Richard Dillane) und seinem Sohn Luke (Matt Kane), kaum etwas nennenswertes über die gelüsten Safari-Teilnehmer.
 
Stattdessen finden sich die Expeditions-Mitglieder nach ihrer unverhofft “steilen” Landung mit längst ausgestorbenen Riesenechsen konfrontiert, die nicht immer friedvoller Natur zu sein scheinen. Als die Überlebenden des Nachts von einer Schar fleischfressender Dinosaurier überrascht und durch das Dickicht des Kongos getrieben werden, beginnt auch “The Dinosaur Project” seine eigentliche Intention zu offenbaren. Und die lautet: soviel Action und Special-Effekts wie möglich in die arg dünne und löchrige Geschichte zu stopfen. Überraschenderweise scheint die Rechnung aufzugehen und so bekommt der interessierte Filmfreund action-orientierte Unterhaltung nonstop. Kaum wenige Minuten vergehen, ohne das einmal nichts passiert, was man dem Film hoch anrechnen muss. Im Vergleich zu ähnlichen Werken seiner Gattung, weiß dieser Found-Footage-Schocker zumindest kurzweilig, ohne Schnörkel und Längen zu unterhalten. Das mag vor allem auch daran liegen, dass Bennett seinen Figuren kaum Zeit zum Verschnaufen bietet und sie in regelmäßigen Abständen durch den Wald hetzt und über den Jordan meuchelt. Somit sieht sich der Zuschauer und die handvoll Protagonisten immer mit der Angst und der Unsicherheit konfrontiert, dass in den nächsten Sekunden einer der Anwesenden das Zeitliche segnen könnte. Da die hungrigen Echsen teilweise aus dem Nichts nach dem Leben der Forscher trachten, dürfte der ein oder andere handfeste Schock zumindest für kurzweilige 70 Minuten Netto-Spielzeit sorgen und “The Dinosaur Project” zumindest weit über den Durchschnitt heben.
 
Mit dem Wackelkamera-Streifen “The Dinosaur Project” erhält der Filmfreund Nachschub an technisch unzulänglicher Wackelkamera-Kost. Wer jedoch jetzt, wie so oft, ein optisch und technisch desaströses Werk erwartet, liegt falsch. Sid Bennetts Dino-Safari gehört zu einem der besseren Vertretern der Fake-Doku-Gattung und hat mit dem konfusen Cam-Gewackel üblicher Billig-Schund-Ware aus dem Found-Footage-Sektor nichts gemein. Natürlich gehören auch hier einige Kamera-Störsignale und technische Cam-Totalausfälle zum üblichen Geschehen. Auch filmen die Protagonisten bei obligatorischen Hetzjagden durch das Gebüsch minutenlang Waldboden – dennoch, die optisch sehr ansprechenden Spezial-Effekte bereichern den Film ungemein und entschädigen den ein oder anderen Schnitzer in der, ohnehin schon sehr oberflächlich skizzierten, Handlung. Leider verliert sich “The Dinosaur Project” kurz vor Ende in schierer Unlogik. Zugunsten des Tempos und eines verblüffenden “Aha”-Effekts überrascht Co-Autor und Regisseur Sid Bennetts mit einem unsinnigen und vollkommen hirnrissigen Plot Twist. Die Tatsache, dass diese seltsame Kehrtwende vollkommen unnötig gewählt wurde, schmälert den eigentlich recht positiven Gesamteindruck diese Pseudo-Dokumentation. Immerhin lässt das offene Ende, wie so oft, Spielraum für eine Fortsetzung, in der hoffentlich diverse Fragen beantwortet werden, die der Film bereits zu Beginn nicht einmal annähernd versucht zu beantworten. Unter dem Strich bleibt ein netter, kleiner und kurzweiliger Spielfilm, der sich der gesamten Palette an typischen Found-Footage-Klischees bedient, aber dennoch immer unterhaltsam bleibt. Auch Filmfans, die eigentlich nichts mit dem Pseudo-Doku-Stil anfangen können, dürfen gern einen Blick riskieren, denn “The Dinosaur Project” ist gar nicht mal so übel, wie anfänglich gedacht.
 
 
 


 
 
 

The Dinosaur Project – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Temporeicher und recht spannender Dino-Schocker, der dem Zuschauer und den Filmfiguren kaum Zeit zum Verschnaufen bietet
 
 
 


 
 
 

The Dinosaur Project – Zensur

 
 
 
Wirklich blutig wird es zu keiner Zeit. Deshalb ist die deutschen Heimkinoauswertung auch ungeschnitten ab FSK 12 freigegeben und demnach auch für Jugendliche geeignet.
 
 
 


 
 
 

The Dinosaur Project – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the dinosaur project blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Burrowers; Großbritanien 2010

Genre: Abenteuer, Action, Thriller

Ton: Deutsch+Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK 12

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Deutscher Trailer, Originaltrailer, Making of, Trailershow

 
 
 
Wer jetzt denkt, dass ein Found-Footage-Film zwangsläufig technisch den Kürzeren zieht, der irrt. Zwar wirkt das Bild gerade während der genrebedingten Stilmittel nicht wirklich HD-würdig; da die Gegebenheiten des Film durch einen richtigen Kameramann im Film protokolliert und die Geschehnisse daher mittels „echtem“ Filmmaterial bebildert werden, ist der Detailwert des Bildes gerade in den hellen Szenen erstaunlich hoch. Auch der Ton geht für eine derartige Produktion vollkommen in Ordnung. Gerade in den Szenen, in denen die Urwesen die Überlebenden angreifen, beweist der Ton seine Stärken. Bein den Extras schaut es jedoch etwas mager aus. Zwar wirkt das Standbild des Hauptmenüs mit seinem stimmigen Lichteffekt noch durchaus vielversprechend; wirklich viele Auswahlmöglichkeiten werden dem Filmfreund von hier aus jedoch nicht geboten. Herzstück ist ein etwa 24-minütiges Making of in verwackelter SD-Qualität. Untertitel sucht der Zuschauer hier jedoch vergebens. Zum spärlichen Bonus gesellen sich zudem der Trailer zum Film in deutscher und englischer Sprache und eine kleines Trailershow, in der das Label PLANET MEDIA HOME ENTERTAINMENT noch Eigenwerbung mit drei Clips zu Filmen aus dem Katalog betreibt. Bleibt zu erwähnen, dass zumindest dem Hauptfilm deutsche Untertitel spendiert wurden und die Blu-ray mit Wechselcover daherkommt.
 
 

The Dinosaur Project [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

The Dinosaur Project – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
Ähnliche Filme:
 
The Amityville Haunting (2011)

Tape 407 (2012)

V/H/S (2012)

Paranormal Activity 3 (2011)

Penance – Sie zahlen für ihre Sünden (2009)

The Tunnel (2011)


Kritik: “V/H/S – Eine mörderische Sammlung” (2012)

V-H-S-2012-Plakat
 
 
 

V/H/S

Eine mörderische Sammlung

Story

 
 
 
Anthologie-Streifen !!!
 
 
 
Rahmenhandlung (“Tape 56″)
 
Regie: Adam Wingard (“A Horrible Way to Die“)
 
Einige Kleinkriminelle verdienen ihr Geld damit, indem sie durch die Parkhäuser der Großstadt pilgern, fremden Frauen auflauern, ihnen vor laufender Kamera die Oberkörper entblößen und die Clips an eine Pornoseite im Internet verhöckern. Als ihnen ein Bekannter einen lukrativen Deal vorschlägt wittert die Bande das große Geschäft. Alles was die Freunde dafür tun müssen ist, in ein Haus einzubrechen und ein besonders wichtiges Videoband zu stehlen. Kaum besagte Adresse ausfindig gemacht, finden sie die Leiche des Hauseigentümers im heimischen TV-Sessel vor. In der Kammer nebenan, ein riesiges VHS-Arsenal an seltsamen Amateur-Videoaufnahmen, die merkwürdige Geschehnisse protokollieren. Auf der Such nach den geforderten Aufzeichnungen stöbern sich die Jungs durch jedes einzelne Videoband und scheinen ihren Augen nicht trauen zu wollen:
 
 
 
 
 
Geschichte 1 (“Amateur Night” )
 
Regie : David Bruckner („The Signal“)
 
Drei Freunde auf Frauenbeutezug.
Bei ihren nächtlichen Ausflügen durch die Clubs der Stadt treffen Sie auf eine schüchterne Schönheit, die ein dunkles Geheimnis verbirgt.
 
 
 
 
 
Geschichte 2 (“Second Honeymoon”)
 
Regie: Ti West („House of the Devil“, „The Innkeepers“)
 
Ein vermeintlich glückliches Pärchen bei ihrem friedlichen Urlaubsausflug. Des nachts schleicht sich eine mysteriöse Gestalt um das Ferienhaus der frisch verliebten Paares und scheut auch nicht davor, sich unbemerkt Zutritt in die scheinbar sicheren vier Wände der beiden
Liebenden zu verschaffen.
 
 
 
 
 
Geschichte 3 (“Tuesday the 17th”)
 
Regie: Glenn McQuaid („I sell the Dead“)
 
Hommage an den 80er Jahre Slasherfilm: „Freitag der 13.“! Vier Freunde suchen etwas Entspannung in einem abgelegenen Waldstückchen. Doch die Idylle wird jeher getrübt, als die Truppe von einem seltsamen „Etwas“ dezimiert wird. Schenkt man den Legenden glauben, so soll das Wäldchen vor einiger Zeit Schauplatz einiger schrecklicher Morde gewesen sein – der Mörder wurde jedoch nie gefasst.
 
 
 
 
 
Geschichte 4 (“The Sick Thing That Happened to Emily When She Was Young”)
 
Regie: Joe Swanberg („Silver Bullets“)
 
Die Studentin „Emily“ chattet tagtäglich mit ihrer großen Flamme per Webcam. Seit geraumer Zeit geschehen in ihrer kleinen Studentenwohnung seltsame Dinge. Hinzukommt dass ihr Körper von seltsamen Wundmalen befallen ist, deren Herkunft sie sich nicht erklären kann. Mittels Webcam und Laptop will sie zusammen mit ihrem Chatfreund Erklärungen für die seltsamen Umstände finden. Ihr Cam-Partner soll hierbei als Zeuge fungieren.
 
 
 
 
 
Geschichte 5 (“10/31/98″)
 
Regie: Radio Silence
 
Drei Freunde auf dem Weg zu einer Halloween-Party. Kaum die Örtlichkeiten erreicht, müssen sie feststellen, dass sie scheinbar die einzigen Partygäste sind. Gemeinsam erkunden sie das unheimliche Gebäude und stoßen auf ein merklich unangenehmes Geheimnis.
 
 
 
 
 


 
 
 

V/H/S – Kritik

 
 
 
Das Jahr 2012 scheint wohl möglich das Jahr des „Found Footage“-Genre zu werden. Nach dem immensen Erfolg der „Paranormal Activity“-Serie erleben Filme im billigen Wackel-Homecam-Stil eine regelrechte Renaissance und sind aktueller denn je. Dabei überraschen immer wieder die teils kreativen Methoden, die junge dynamische Filmemacher entwickeln, um derart „optisch“ trivial-inszenierten Filme halbwegs neue Facetten zu verleihen und den Zuschauer im „erträglichen“ Sinne zu unterhalten. Die Idee mit Hilfe dieses kontroversen Subgenres einen Anthologie-Streifen zu zaubern, liest sich anfänglich eigentlich recht erfrischend, macht aber Filmfreunde dennoch direkt stutzig, wie sich das Projekt in technischer Hinsicht überhaupt realisieren lässt. Da die letzten Filmprojekte ihrer Art (u.a. „Evidence“, „Tape 407“) vorwiegend durch katastrophaler Kameraführung brillierten, als durch optische Raffinessen, dürften dem interessierten Horrorfilmfan vermutlich direkt die Haare zu Berge stehen, wenn er liest, dass sich das „Who-is-Who“ der jungen Horrorfilmszene zusammengerafft hat, um an einer gemeinsamen Kurzgeschichten-Sammlung im „Found-Footage“-Look zu werkeln.
 
Unter dem Titel „V/H/S“ haben sich eine stattliche Anzahl bekannter aktueller Horror-Regisseure vom eigensinnigen Handycam-Genre inspirieren lassen und eine arg zynisch-boshafte, aber dennoch liebenswerte Hommage an das bittere Videokassetten-Zeitalter geschaffen. Neben erneut unzumutbarer, amateurhaft-wackeliger Kameraführung fällt in dieser Anthologie-Sammlung, passend zum Titel, typisches VHS-Flair ins Gewicht, dass mit „ausgedaddelten“ und unscharfen Bildmaterial aufwartet. Die Idee ist eigentlich recht innovativ, in der Umsetzung erweist sich jedoch dieses erfrischend „spezielle“ filmische Dokumentieren als recht zweischneidiges Schwert. Einerseits ist der künstlerische Einfallsreichtum, von welchem der Film letztendlich zerrt als überaus unterhaltsam und effektiv zu betiteln. Die Geschichten wirken durch die technischen Defizite erstaunlich authentisch und realistisch. Als Zuschauer hat man, aufgrund der amateurhaften Darbietung jeder einzelnen Episode das Gefühl, als sehe man die privaten Home-Videos von eigentlich vollkommen normalen Menschen.
 
Anderseits erweist sich gerade diese unprofessionelle technische Darbietung dieser Kurzgeschichten als echter Härtefall für den Zuschauer. Das Bild holpert, wackelt und stört, dass dem Zuschauer Hören und Sehen vergeht. Oftmals kann man durch die gewöhnungsbedürftigen Unschärfen des VHS-Filters kaum erkennen, was denn da eben vor die Linse springt. Gerade in hektischen Momenten wird einmal mehr durch zwanghaft-wirres Umherschwenkens der Kamera Panik erzeugt, das zwar anfänglich noch effektiv wirkt, aber den erwartungsfreudigen Filmfreund in Anbetracht von fast 120 (!) Minuten Filmlaufzeit auf eine deftige Geduldsprobe stellt. Die einzelnen Episoden gestalten sich unterschiedlicher Natur. Dabei trifft handwerklich solide umgesetztes „Creature-Feature“ auf skurrile„Slasher-Ware“ mit 80er Jahre Kult-Charme. Die obligatorischen paranormalen Spuk-Ereignisse fehlen ebenso wenig, wie blutgieriges „Zombie-Kino“. Aufgrund der unterschiedlichen Themengebiete und der teilweise ähnlichen technischen Machart fällt es vermutlich schwer, das eigentliche Highlight unter den Episoden zu finden. Ähnlich wie zuletzt in „The Theatre Bizarre“ scheint es einzig geschmacksabhängig, welche Geschichte letztendlich welchem Zuschauer überhaupt munden wird. Daher ist es schwierig zu sagen, welche Episode denn nun die Beste von allen ist. Mir persönlich hat das „Creature-Feature“ zu Beginn und die „Halloween“-Folge zum Abschluss von „V/H/S“ am besten gefallen, zumal die recht simplen, aber dennoch recht stimmigen und verblüffenden Spezial-Effekte herrlich überzeugen konnten. Hat man sich vorerst an den rauen „Found Footage“-Stil gewöhnt, dürfen sich vor allem Freunde von knackig-knappen Anthologie-Sammlungen ideal unterhalten fühlen.
 
Dennoch, trotz recht innovativer Ansätze und der gewöhnungsbedürftiger Erzählstruktur der einzelnen Kurzgeschichten tritt die Rahmenhandlung arg lieb- und herzlos in Erscheinung und scheint einzig Mittel zum Zweck, um die jeweiligen Segmente zweckhaft miteinander zu verknüpfen. Erklärungen über den Hintergrund der Geschehnisse bleiben Mangelware und lassen einzig Raum zum Spekulieren, was es denn letztendlich mit den mysteriösen Videotapes auf sich hat.
 
Mit „V/H/S“ lädt die junge Garde an motivierten Jungregisseuren zum anarchischen Angriff auf das kontroverse „Found Footage“-Genre. Ehrwürdig verbeugen sich bekannte Horror-Regisseure vor längst vergangene VHS-Zeiten und vermischen scheinbar technisch unzumutbares Filmmaterial mit frischen Ideen und neckigen Spezialeffekten. Gelungen ist ihr Versuch, dem übersättigten Wackelcam-Genre frischen Wind einzuhauchen allemal. Innovative Ideen und einige recht stimmige Momente täuschen oftmals darüber hinweg, dass einige Episoden einfach zu lang geraten sind und dafür andere bedeutend bessere, viel zu kurz. Die Inszenierung von „V/H/S“ ist als relativ gewöhnungsbedürftig zu bezeichnen, wobei der eigentliche Reiz des Films in den jeweiligen Schlussgags der einzelnen Geschichten zu finden ist. Gerade der teilweise unvorhersehbare und makabere Storytwist am Ende jeder einzelnen Kurzgeschichte tröstet über oftmals schwindelerregendes Kamera-Gewackel und unverzeihliche Totalausfälle hinweg. Dennoch, Filmfreunde die bisher rein gar nichts mit dem „Found Footage“-Genre anfangen konnten, werden sich auch in „V/H/S“ vollkommen hilflos unverstanden fühlen!
 
 
 


 
 
 

V/H/S – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
„X-Factor“ meets „Wackelcam“-Genre. Recht stimmige, unheimliche und unterhaltsame Kurzgeschichten-Sammlung, insofern man überhaupt ein Faible für „Found Footage“-Filme besitzt!
 
 
 


 
 
 

V/H/S – Zensur

 
 
 
Die deutsche Heimkinoauswertung erscheint Ende Oktober 2012 und wurde mit einer “Keine Jugendfreigabe”-Kennzeichnung seitens der FSK abgesegnet. Kein Wunder bietet “V/H/S” einen grafisch sehr explizieten Mord, der sich recht gewaschen hat. Ansonsten gibt sich diese Kurzgeschichten-Sammlung recht züchtig und weniger zeigefreudig.
 
Diesen Artikel ungeschnitten als Blu-ray bei AMAZON kaufen

 


 
 
 

V/H/S – Trailer

 
 

 
 
Hellraiser80
 
 
Ähnliche Filme:
 
The Amityville Haunting (2011)

Paranormal Activity 3 (2011)

Little Deaths (2011)

If a Tree falls (2010)

Chillerama (2011)

Apartment 143 (2011)


Filmreview: “Area 407″ (2012)

"Tape 407" (2012) - Filmposter / Filmreview und Filmkritik auf Filmchecker
 
 
 

AREA 407

Story

 
 
 
Es ist der letzte Tag des Jahres und einige Passagiere befinden sich auf dem Neujahrsflug von New York nach Los Angeles. Kurz vor der Jahreswende ist die Stimmung heiter und spritzig, bis das Flugzeug jedoch plötzlich in Turbolenzen gerät und abstützt. Kaum den Absturz verarbeitet finden sich die Überlebenden zusammen, um die Lage zu ergründen. Nach ersten fehlgeschlagenen Notfunkrufen stellen Sie schnell fest, dass sie sich auf einem riesigen Testgelände des amerikanischen Militärs befinden auf dem mysteriöse Versuche mit prähistorischen Wesen durchgeführt werden.
 
 
 


 
 
 

AREA 407 – Kritik

 
 
 
Und wieder ein Found-Footage-Film!!!
 
Alteingesessene Horrorfilmkenner werden vermutlich allein bei der Nennung dieses Subgenres entsetzt die Hände über den Kopf zusammenschlagen, wurde keine anderes Subgenre in letzter Zeit mit derart schlechten Filmumsetzungen beehrt, als das ungnädig geschundene Found-Footage-Genre. Schien zuletzt der traurige Tiefpunkt mit dem Mutanten (?)-Thriller EVIDENCE (2011) erreicht, dürfen sich Filmfreunde nun jedoch eines Besseren belehren lassen. Die aktuelle Produktion AREA 407 legt die Latte in punkto „wirklich mieser Wackelcam-Thriller“ deutlich höher. Denn hier stimmt einfach rein gar nichts mehr. Was vor einigen Jahren noch weltweit als vollkommen neuen Art des filmischen Erzählens gefeiert wurde, wirkt jetzt nach unzähligen arttypischen Werken einfach nur noch fad, ausgelutscht und uninspiriert. Dabei haben die Filmemacher bisher alles pseudo-dokumentarisch aufbereitet, was der Horrorfilm hergab. Ob schreckliche Seuchen-Epidemie ([REC]), bei der der Zuschauer unfreiwilliger Zeuge des grausigen Ausbruchs einer Krankheit wurde oder mysteriöse Schnitzeljagd (TROLL HUNTER), die den Filmfreund eindrucksvoll vermitteln wollte, dass irgendwo in den Wäldern Norwegens noch Trolle existieren sollen; das Found-Footage-Genre hat bewiesen, dass es trotz Mangel an linearer und gleichbleibend-hochwertiger Kameraführung spannend (CHRONICLE, CLOVERFIELD, DIARY OF THE DEAD) unterhalten aber auch ordentlich viel Quark (EVIDENCE, THE AMITYVILLE HAUNTING, AREA 407) hervorbringen kann. Da nun bereits alle erdenklichen Horrorthemen mittels Wackelkamera-Stils abgehandelt wurden, dachte sich Regisseur DALE FABRIGAR neue Wege gehen zu müssen. Statt auf Zombies, Aliens, Geister und Serienkiller zu setzen, lässt er einfach ein Flugzeug mitsamt Besatzung in einer recht schlechten Kopie des berüchtigten JURASSIC PARK (1993) abstützen, in welcher die Überlebenden nun um ihr Leben winseln dürfen. Gut gedacht, nur grottenschlecht umgesetzt. Gewinselt wird wahrlich ausgiebig, von hungrigen Dinosauriern ist jedoch weit und breit keine Spur zu sehen, wobei dies das eigentlich Problem dieses Möchtegern-Schockers ist. Führt man sich die eigentlich recht vielversprechende Inhaltsangabe vor Augen liebäugeln Filmfreunde eigentlich mit ordentlich schweißtreibender Horrorkost, die köstlich zu unterhalten weiß und mit bösartigem Gekrösel gefällt. Die Umsetzung ist jedoch alles andere als unterhaltend und schweißtreibend, zumindest im Bezug auf waschechten Horror. Die Überlebenden laufen von Flugzeugfrack in eine Lagerhalle, von der Lagerhalle zurück zum Flugzeugfrack und vom Flugzeugfrack in die unendlichen Weiten trostloser Wiesenlandschaften. Es wird geschrien, geweint und gewimmert. Und ja, das ist alles herrlich schweißtreibend-schlecht und schweißtreibend-belanglos. Einen wirklich roten Faden durchzieht die Geschehnisse in AREA 407 dabei leider zu keiner Minute. Die Charaktere bleiben farb- und gesichtslos und wissen allein nur durch permanentes Nerven auf sich aufmerksam zu machen. Aufgrund der Masse an Protagonisten, die allesamt recht oberflächlich skizziert werden, gelingt es dem Film nur selten sich überhaupt auf einige zu konzentrieren. Damit der Zuschauer zumindest halbwegs Überblick über die Gegebenheiten verschaffen kann, werden die Charaktere auf bekannte 10-kleine-Negerlein-Art von irgendetwas Unbekannten ausradiert, mit roter Farbe bespritzt und einfach leblos in der Landschaft verteilt. Als erfahrener Filmfreund kann man nicht leugnen, dass das zumindest halbwegs Trash-Charme besitzt und für einige unfreiwillige Lacher sorgt. Dennoch, AREA 407 wartet mit gähnender Langeweile auf. Zugegeben, der Flugzeugabsturz weiß in seiner recht simplen Inszenierung zu gefallen, der Rest dieses stümperhaft-dilettantischen Werkes ist nicht der Rede wert. Effekt-Sequenzen gibt es im Film seltsamerweise keine zu sehen (wenn man einmal die zwei Sekunden kurz vor Filmende außen vor lässt). Sprich, der Zuschauer kann nur vermuten von was die Überlebenden angegriffen und verfolgt werden. Erst nachdem einige schlaue Hobbypfadfinder im Sand seltsame Ei-ähnliche Gebilde vorfinden, scheint für den Zuschauer klar in welche Richtung dieser Nonsens letztendlich führen wird.
 
AREA 407 ist mies und eine waschechte Mogelpackung noch dazu. Ein absolut belangloses Machwerk, dass den Zuschauer einzig nur kostbare Lebenszeit raubt und den diversen Billig-Schund-Filmen aus dem Hause ASYLUM in Sachen Dilettantismus meilenweit voraus ist. Wirklich viel passiert in diesem unwichtigen Film nie. Es wird gelaufen, geschrieben und geheult. Die Überlebenden irren ziel- und planlos durch das Filmset und drängen den Zuschauer mit ihren Zickereien und all dem belanglosen Gefasel an die Grenze des Wahnsinns. Die Kameraführung ist zudem derart dreist und unerträglich, dass der Horrorfreund bereits nach nur wenigen Minuten die Orientierung über die Geschehnisse und Schauplätze verlieren dürfte. Vermutlich ebenso orientierungslos schien Regisseur DALE FABRIGAR, dem nach dem unfreiwilligen Absturz des Flugzeuges das Drehbuch irgendwie vollkommen aus den Händen entglitt sein muss. Als interessierter Filmfan mag man oftmals das Gefühl nicht loswerden wollen, als würden die wenigen Darsteller vor der Kamera mehr schlecht improvisieren, um AREA 407 halbwegs auf Spielfilmlänge zerren zu können.
 
 
 


 
 
 

AREA 407 – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
Dreist, langweilig und unspektakulär – Der Trailer verspricht mehr als der Film überhaupt zu bieten hat!
 
 
 


 
 
 

AREA 407 – Zensur

 
 
 
Im Film wird keine explizite Gewalt gezeigt. Oftmals liegen die „Opfer“ einzig rot bemalt in der Landschaft verstreut, oder besitzen Verletzungen durch den Flugzeugabsturz. Eigentlich hätte der Film bedenkenlos mit einer FSK12-Freigabe die FSK passieren können. Diese hat sich jedoch dazu entschieden AREA 407 erst Jugendlichen zugänglich zu machen, die das 16. Lebensjahr erreicht haben. Die deutsche Fassung trägt erstaunlicherweise einen roten KEINE JUGENDGFREIGABE-Flatschen, was vermutlich am Bonusmaterial liegen muss.
 
 
 


 
 
 

AREA 407 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
area407bluray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Tape 407; USA 2012

Genre: Horror, Science Fiction, Thriller

Ton: Deutsch+Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Original Kinotrailer, Trailershow mit 10 weiteren Filmen

 
 
 
MAD DIMENSION wertet den Found-Footage-Thriller jetzt auch endlich in Deutschland auf DVD und Blu-ray aus. Fans der Wackelkamera-Filme wird das freuen, wobei die hiesige Veröffentlichung leider nur bedingt Freudensprünge verursacht. Das Bild geht für einen Film dieser Art in Ordnung, wobei HD-Feeling im Found-Footage-Genre wohl schlichtweg ausgeschlossen werden kann. Freunde dieser Filmgattung wird das wohl kaum daran hindern AREA 407 nicht trotzdem sehen zu wollen. Die Synchronisation ist ziemlich durchwachsen ausgefallen. Laiensynchronsprecher und Profisprecher geben sich die Klinke. Aber auch bei den Extras macht sich Ernüchterung breit. Bis auf einen Trailer zum Film betreibt MAD DIMENSION mit satten zehn Clips anderer Filme aus dem Programm Eigenwerbung. Immerhin kommt auch dieser Titel in einer schicken, schwarzen Amaray daher, was vermutlich bei bisher allen Veröffentlichungen aus dem Hause MAD DIMENSION der Fall gewesen ist. Ein Wendecover gibt’s auch noch – das war´s dann aber auch schon. Ob die Anschaffung einer Blu-ray für diesen Film ratsam ist, sollte jeder Filmfan selbst für sich entscheiden. Wir sind der Meinung, dass die kostengünstigere DVD-Version bei diesem Film vollkommen ausreichen dürfte. Achja: wer begleitende Untertitel zum Film sucht, schaut leider dumm aus der Wäsche.
 
 

Area 407 [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

AREA 407 – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
Ähnliche Filme:
 
 
Paranormal Activity 3 (2011)

The Tunnel (2010)

Apollo 18 (2011)

Evidence (2011)

The Amityville Hauting (2011)

Apartment 143 (2011)


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 54 Followern an